Embrace die pflanzliche Vielfalt!

Wie jedes Jahr im Sommer ist Chris aus den USA zu Besuch und wir nutzen die Gelegenheit, um einen Eigentlich Podcast aufzunehmen. Diesmal geht es nicht um Horrorfilme, sondern um ein Thema, das Chris und Flo sehr am Herzen liegt: Kochen. Chris lebt seit Jahren vegan. Wir sprechen über die ethische Motivation und die praktischen Implikationen, sich vegan zu ernähren, über geeignete Proteinquellen und Ersatzprodukte. Wir tauschen Tipps und Tricks aus der Küche aus. Flo nutzt diese Podcast-Episode, um sein Kochlogbuch vorzustellen: Seit Corona führt er ein Tagebuch über sein tägliches Kochen, das er zunächst auf gitlab veröffentlichte und nun zu einem Blog mit ausführlichen Fotodokumentationen der täglichen Essenszubereitung ausgebaut hat. Mit der Veröffentlichung des Kochblogs https://kochlogbuch.de hat Flo ein "Manifest des täglichen Kochens" verfasst, das wir Punkt für Punkt durchgehen und diskutieren. Diese Episode unterscheidet sich auch deshalb von den anderen, weil wir diesmal nur die Hälfte der Zeit im Laufen reden. Die andere Hälfte stehen wir in der Küche und bereiten unsere veganen Gerichte zu: Chris hat veganen Fisch mitgebracht und Flo eine Zwiebeltarte mit Cashew-Frischkäse. Das bringt uns im Gespräch auf Flos neues Experimentierfeld: vegane Käsezubereitung. Am Ende probieren wir unsere Gerichte und siehe da, sie sind sehr gut geworden!

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Chris Flor

Transcript

Chris Flor
0:00:00–0:00:02
Ich habe eine Sonnenbrille auf, ist das okay? Ja, es ist.
Florian Clauß
0:00:02–0:00:04
Doof wegen dem Ton.
Chris Flor
0:00:04–0:00:07
Ja, klingt dann so ein bisschen abwesender.
Florian Clauß
0:00:09–0:00:12
Alrighty, wir haben ein Klatschen, das gehört dazu, aber es hat keinen Sinn mehr.
Chris Flor
0:00:12–0:00:13
Okay, History.
Florian Clauß
0:00:14–0:00:18
History und auch ein bisschen so Mental Mindsetting, dass wir jetzt...
0:00:18–0:00:23
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast Episode 56.
0:00:24–0:00:31
Und diesmal wieder mit Chris. Hallo Chris. Hallo Chris, wir kennen uns jeden Sommer.
0:00:31–0:00:34
Wir haben uns gerade schon im Warming-up-Gespräch darüber unterhalten.
0:00:34–0:00:39
Du kommst einmal im Jahr nach Deutschland und wir nutzen dann immer die Zeit,
0:00:39–0:00:40
einen Podcast aufzunehmen.
0:00:40–0:00:44
Vor zwei Jahren war es Midsommar, vor einem Jahr war es Bow is Afraid.
0:00:44–0:00:48
Und dieses Jahr machen wir Formatsprengen, was komplett anderes.
0:00:49–0:00:56
Aber ein Thema, was uns auch bei sehrem Herzen liegt und wo wir auch rege Austausche
0:00:56–0:00:59
bisher hatten, Das wollen wir jetzt ein bisschen mehr kultivieren, in Form bringen.
0:01:00–0:01:02
Nämlich, wir wollen über das Kochen reden.
0:01:04–0:01:07
Und nicht nur das, sondern wir wollen über das Vegane kochen.
0:01:07–0:01:11
Weil du, Chris, bist ja ein Veganer.
Chris Flor
0:01:11–0:01:15
Ja, ich würde sagen Veganer, weil es halt auch ein Einstellungsding ist,
0:01:15–0:01:17
bin ich Veganer. Also ich bin nicht nur pflanzlich.
Florian Clauß
0:01:17–0:01:18
Nicht nur Veganer, sondern Veganer.
Chris Flor
0:01:19–0:01:25
Veganer, ich bin Veganer als so ein Pflanzen. Wenn jemand aus Gesundheit pflanzlich
0:01:25–0:01:30
ist, dann könnte der sagen, ich bin so plant-based oder ich esse pflanzlich.
0:01:30–0:01:34
Aber für mich ist es ja, also Veganer, da gehört schon so eine Einstellung,
0:01:34–0:01:38
so ein nicht gewaltfreier Umgang mit Tieren.
Florian Clauß
0:01:39–0:01:40
Nicht gewaltfrei?
Chris Flor
0:01:40–0:01:41
Doch, doch gewaltfrei.
Florian Clauß
0:01:41–0:01:47
Gewaltfrei, also das heißt, ja, okay. Und wie sagt man im Amerikanischen, vegan oder?
Chris Flor
0:01:47–0:01:47
Vegan.
0:01:50–0:01:51
Aber es ist interessant, weil
0:01:51–0:01:59
dieses V überall so steht und das V hatte ja früher eine andere Bedeutung.
0:01:59–0:02:05
Bei Pinschen gab es ja den ersten Roman, der hieß V und die mysteriöse Vagina.
0:02:06–0:02:08
Also dieses Ganze hat sich jetzt so ein bisschen...
Florian Clauß
0:02:08–0:02:09
So Pussypower.
Chris Flor
0:02:09–0:02:11
Pussypower und halt aber eben auch so eine...
0:02:12–0:02:17
Also das wurde dann immer unterstellt, dass man das, also wie beim Bicklebauski,
0:02:17–0:02:21
das Wort kann man nicht aussprechen, Männer mögen das Wort Vagina nicht aussprechen oder so.
0:02:21–0:02:25
Und jetzt hat man aber dieses V hat sich dann halt auf einmal halt so etabliert
0:02:25–0:02:27
als so ein anderer Buchstabe.
0:02:27–0:02:33
Ich weiß nicht, also bei mir ruft das natürlich etwas Positives hervor,
0:02:33–0:02:37
aber ich frage mich, ob das dann trotzdem, also es ist nur ein Aside,
0:02:37–0:02:42
aber ob das jetzt trotzdem auch der beste buchstabe ist wenn das tatsächlich
0:02:42–0:02:47
weil es stellt sich ja wirklich raus dass viel mehr frauen vegan sind als männer zum.
Florian Clauß
0:02:47–0:02:53
Ach okay aber du hast ja auch das victory victory war okay stimmt ja auch noch
0:02:53–0:02:57
damit drin und victory war ja quasi so eine also kann man aus diesem ganzen
0:02:57–0:03:02
hippie kamen wurde dann noch mal hochgespielt mit dem V.
Chris Flor
0:03:02–0:03:10
Frieden, Vietnambien, Peace Line genau und aber halt auch Nixon mit dem,
0:03:10–0:03:13
wo er sich das abgibt mit den zwei.
Florian Clauß
0:03:14–0:03:17
Die Ambivalenz und dann halt natürlich die Asiaten.
Chris Flor
0:03:18–0:03:20
Die da mit den Fotos.
Florian Clauß
0:03:20–0:03:24
Die da macht jetzt auch wieder asiatische Selfies.
Chris Flor
0:03:24–0:03:27
Ja, mache ich jetzt mittlerweile auch bei meiner Arbeit, weil die halt fast
0:03:27–0:03:30
alle Asiaten auch sind. Deswegen bei Bildern machen wir dann immer.
Florian Clauß
0:03:30–0:03:36
Ja, ich finde das auch so, dieses Verbeugen und das so, das ist halt irgendwie
0:03:36–0:03:39
locker, das ganze Bild ein bisschen auch.
Chris Flor
0:03:39–0:03:45
Ja, aber ja, also eher vegan würde ich schon sagen, es ist natürlich auch immer
0:03:45–0:03:48
so eine Messaging-Sache, weil das hat halt...
0:03:50–0:03:53
nicht unbedingt einen guten Ruf bei vielen. Das wird halt eben als zu verbissen
0:03:53–0:03:54
und so weiter angesehen.
0:03:56–0:04:02
Und deswegen sagt man das irgendwie anders. Also vegan ist ja für manche Leute
0:04:02–0:04:05
auch die Frage dann so, darfst du das essen oder darfst du das essen?
0:04:05–0:04:07
Und da muss ich immer sagen, nein, ich möchte das nicht essen.
0:04:07–0:04:11
Also ich esse das nicht, weil ich es nicht essen möchte, weil ich halt dem Tier
0:04:11–0:04:13
das nicht abverlangen möchte.
0:04:14–0:04:17
Also entweder die Unbequemlichkeit, gemolken zu werden und den ganzen Tag in
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einem Stall zu stehen oder halt diesen schlimmen Horror halt eben getötet werden
0:04:23–0:04:25
und dann zerschnitten zu werden, um das Fleisch zu essen.
Florian Clauß
0:04:27–0:04:31
Du bist jetzt aber tatsächlich auch nicht aus so einer... Also ich glaube,
0:04:31–0:04:35
das ist das, was man sich dann immer so vorstellt, ob du das essen darfst oder nicht.
0:04:35–0:04:38
Also schmecken tut dir das ja jetzt irgendwie noch so.
0:04:39–0:04:43
Oder hast du tatsächlich deine Geschmacksknospen so umgewöhnt,
0:04:43–0:04:46
dass du dann zum Beispiel keine Milch oder keine Milchprodukte mehr so...
Chris Flor
0:04:46–0:04:50
Also kann mir schon vorstellen, dass halt so Milch, also wenn mir jetzt mal
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so ein Buttercroissant auf den Teller fällt oder sowas und ich dann aus Versehen einen Biss esse,
0:04:55–0:05:00
bevor ich es merke, dann merke ich schon, dass da halt eine andere Geschmacksrichtung
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kommt und die ist mir nicht unsympathisch.
0:05:02–0:05:07
Es ist auch schon passiert, dass dann irgendwo ein Stückchen Schweinefleisch mal drin ist.
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Und das ist dann eher sehr, sehr, also abstoßend wirklich.
0:05:11–0:05:14
Also da schmeckt man wirklich abstoßend. Also das hat sowas,
0:05:14–0:05:17
wie es halt auch ist, wenn man halt in die Küche reinkommt und da kocht jemand
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Rindfleisch oder Schweinefleisch.
0:05:19–0:05:24
Das hat ja auch so wirklich sowas Leichenmäßiges. Also das ist dann für mich schon abstoßend.
Florian Clauß
0:05:24–0:05:26
Okay, du hast dich schon entwöhnt einfach.
Chris Flor
0:05:26–0:05:31
Ja, ja. Aber zum Beispiel, wenn jetzt beim Aldi hier gibt es zum Beispiel diese
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Salami, die halt wirklich geräuchert ist, aus Seitan.
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Und die schmeckt sehr nah dran und das mag ich natürlich sehr gerne. Ja.
0:05:37–0:05:41
Also sehr viel ist dann halt auch so eine Vergangenheit, so eine Erinnerung,
0:05:41–0:05:46
Kindheitserinnerung, eine Geschichte des Essens, die man halt auch nicht ganz aufgeben möchte.
Florian Clauß
0:05:46–0:05:50
So eine Leona ist ja auch so ein Klassiker, den man super gut nachbauen kann in vegan.
Chris Flor
0:05:51–0:05:53
Also soll ich da jetzt mal ein bisschen drüber reden?
Florian Clauß
0:05:53–0:05:54
Ja, sehr gerne.
Chris Flor
0:05:54–0:05:57
Also weil ich habe da schon einige Gedanken dazu. Also man kriegt ja häufig
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dann den Vorwurf, wenn man halt so was macht, zum Beispiel aus Seitan,
0:06:00–0:06:03
was so Fleisch nachahmt, Da kriegt man irgendwie den Vorwurf,
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ja, als Veganer, ich verstehe nicht, warum macht ihr nicht irgendwie,
0:06:08–0:06:12
also man wird halt ein Fleischesser, wirft einem so vor, warum baut ihr das
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nach, es gibt doch so viele wundervolle Sachen, die man dann so essen kann.
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Und dann sage ich, weil ich Appetit drauf habe, weil es halt okay ist,
0:06:22–0:06:26
es tut ja niemandem was, die Wurst ist ja nicht ein...
0:06:26–0:06:31
Die Wurst ist ja kein Symbol der Ausnutzung, der Unterdrückung an und für sich
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von der Form und vom Geschmack.
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Die ist halt einfach nur, das ist das Produkt dieser Ausbeutung.
0:06:39–0:06:43
Deswegen weiß nicht, also ich finde dann die Sache, wenn halt jemand es nicht
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schafft, ein Frühstück ohne Wurst zu essen und mir dann vorwirft,
0:06:47–0:06:52
dass ich nicht in der Lage bin, fleischlose Fleischnachbauten so verzichten.
Florian Clauß
0:06:52–0:06:59
Das eine ist natürlich dann die Anmutung, wie das Ganze, also es ist halt ja
0:06:59–0:07:05
auch ein gewisser Arbeitsprozess, der dann auch drinsteckt in dieser Form führt. Also bei der Wurst.
Chris Flor
0:07:05–0:07:08
Wurst, ja, und das ist auch makaber, auch wenn man sich halt überlegt, was da ist.
0:07:08–0:07:14
Da wird gepökelt, damit es nicht verwest, wird dann in den eigenen Darm gemacht,
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wird dann zusammengepresst, wird dann aufgehängt und geräuchert.
0:07:17–0:07:20
Das ist ja schon eine sehr makabere Sache und dann ist es natürlich seltsam,
0:07:20–0:07:21
wenn man dann halt danach so
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ein Produkt rauskriegt, was halt quasi diesen brutalen Prozess nachbildet.
Florian Clauß
0:07:29–0:07:33
Ja, man könnte aber, man könnte natürlich jetzt im veganen Bereich andere Formen
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finden, aber es ist ja auch eine Sache von Marketing.
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Es ist ja auch irgendwo eine Sache von Erschließung, von Akzeptanz und da muss
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man sich halt in bestimmte Raster bewegen. Und dann natürlich hast du auf der
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anderen Seite dann auch die Auslagen.
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Das heißt, der Supermarkt ist ja auch so strukturiert, dass die Wurst ein gewisses
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Format hat. Und es kann dann halt so und so liegen.
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Und dann kann es halt auch gegriffen werden. Also ich meine,
0:07:57–0:07:59
das ist eine ganze Industrie.
Chris Flor
0:07:59–0:08:02
Die hat sich da rumgebaut. Und auch diese Wurst, diese Salami zum Beispiel,
0:08:02–0:08:05
wird von Leuten gemacht, die auch sonst Wurst herstellen.
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Das heißt, die haben die Räucherdinger schon da, die haben die Anlieferer für
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den Rauch, die haben halt alles schon irgendwie vorhanden.
Florian Clauß
0:08:10–0:08:15
Genau, die Komponenten sind ja die Komponenten, die du auch dann im veganen Bereich dann nutzt.
0:08:15–0:08:17
Kannst du dann auch da nutzen.
Chris Flor
0:08:17–0:08:21
Aber da ist noch ein ganz wichtiger Punkt noch und da kommen wir dann vielleicht
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mit dem Manifest, aber ich kann es ja schon mal irgendwie so vorweg nehmen.
Florian Clauß
0:08:24–0:08:24
Ja, sehr gerne.
Chris Flor
0:08:24–0:08:30
Also ist ja auch diese Sache Fleisch, also natürlich der menschliche Körper
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hat halt dann gelernt früh, dass er Protein über Fleisch zu sich nimmt und hat dann halt so gelernt,
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dass er oder vielleicht auch angeboren, was weiß ich, mit diesem Umami-Geschmack oder so.
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Also die Sache ist aber, dass tatsächlich der Protein, natürlich ist in allem
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Protein drin und eigentlich als Veganer sollte ich sowas nicht sagen,
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aus politischen Gründen,
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aber ich glaube schon, ich versuche schon eben darauf zu achten,
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dass ich Proteine zu mir nehme.
Florian Clauß
0:09:01–0:09:01
Ja.
Chris Flor
0:09:01–0:09:03
Und dann ist es halt eben...
Florian Clauß
0:09:03–0:09:04
Also Ersatzprodukte?
Chris Flor
0:09:04–0:09:07
Ja, ich meine, das ist halt eben die Frage. Am Anfang weiß man ja nicht,
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womit wird sich selber... Also als ich angefangen habe, vegetarisch zu werden,
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gab es halt diese ganzen Ersatzprodukte nicht.
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Da gab es halt dann irgendwie einen Ab- und Zumann-Asialaden auf der Stager an der Straße.
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Da gab es einen Asialaden, da war dann so ein Kübel, da schwammen dann halt
0:09:22–0:09:24
so Tofus drin und die hat dann einfach so rausgelangt.
Florian Clauß
0:09:24–0:09:28
In einer Plastiktüte, die umgedreht und dann kloten rein. Genau.
0:09:28–0:09:30
Wann war das? War das in den 90ern?
Chris Flor
0:09:30–0:09:36
Das war in den 90ern. Gut, da war ich Vegetarier. Und da gab es halt noch diese Ersatzprodukte nicht.
0:09:36–0:09:40
Und ich hatte dann auch gemerkt nämlich, dass ich, der Tofu war auch enorm lecker.
0:09:41–0:09:44
Leider kriegt man den so nicht mehr. Der war so leicht angesäuert.
Florian Clauß
0:09:44–0:09:46
Der fermentierte Tofu.
Chris Flor
0:09:46–0:09:48
Leicht fermentiert, aber ganz knapp.
Florian Clauß
0:09:48–0:09:51
Ja, ja, ja. Man kriegt den auch, gerade habe ich den auch, wäre auch noch ein
0:09:51–0:09:54
Thema gewesen, Tofu zu fermentieren, wollte ich neulich machen.
0:09:54–0:09:57
Aber du kriegst den jetzt auch im Bioladen fermentiert.
Chris Flor
0:09:57–0:09:57
Ach so.
Florian Clauß
0:09:57–0:10:00
Aber ich musste mal probieren. Der ist ja leicht, ich weiß, was du machst.
Chris Flor
0:10:00–0:10:03
Ja, ja, weil ich habe einen richtig, also im Asialaden kriegen wir auch den
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richtig stark fermentierten, diese Würfel, die sind dann wie so ein starker
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Käse, die sind geil auch, also die schmecken auch geil, sind super salzig und
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so, aber, und sehr sauer, aber es gibt halt diese leicht fermentierten,
0:10:12–0:10:14
also lange Räder, kurzer Sinn, ich habe,
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Tja, damals habe ich schon angefangen Tofu zu essen, habe auch versucht viele
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Linsen zu essen und habe dann dadurch eigentlich schon so ein bisschen Vokabular
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in der Küche aufgebaut, mit dem ich dann halt so Sachen herstellen kann, die Protein haben.
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Ich benutze aber eben auch andere Sachen.
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Tempeh fiel mir am Anfang schwer, irgendwie was zum Lachen mit,
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aber das finde ich jetzt überhaupt kein Problem mehr.
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Weiß nicht, da musste ich mich nur dran gewöhnen, hatte ich das Problem und
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jetzt mag ich den Geschmack schon sehr gerne.
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Ja, also ich denke eigentlich jetzt
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mehr in Protein, als dass ich denke in Wurst oder in Fleisch oder so.
Florian Clauß
0:10:50–0:10:56
Genau, das muss ich gestehen. Dieser Shift in Richtung Protein kam auch so seit,
0:10:56–0:11:02
ja, vor einer kürzeren Zeit von Karin, die dann halt auch jetzt immer mehr trainiert
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hat und dann auch geguckt hat, wie baut sie dann halt Muskeln, musst du Protein.
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Und wir haben tatsächlich in unserem Ernährungsplan immer so Protein mehr oder
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weniger ausgeblendet, schon so ein bisschen Lindenhülsenbrüche, bla bla bla.
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Aber wenn du halt wirklich trainierst, ich bin ja viel am Laufen,
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Radfahren und so weiter, ich habe wirklich nicht so drauf geachtet.
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Ja, und dann habe ich jetzt mal gesehen, okay, auf Quark, 11 Gramm pro 100 Gramm,
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also das ist ein Becher, da hast du eine relativ starke Proteinkammer.
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Karin hat auch dann ein bisschen geguckt, die hat zum Beispiel Hanschsamen,
0:11:31–0:11:35
so eine Quelle, wo du auch Protein draus ziehen kannst.
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Ja, also du fängst an zu rechnen, was ich vorher nie gemacht habe,
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aber trotzdem fängt man an und man hat auch irgendwie das Gefühl,
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es ist besser so nach dem Training oder so, es ist ein besseres Wohlbefinden
0:11:45–0:11:47
da, wenn du halt irgendwie so Proteine zu dir nimmst.
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Aber klar, man muss halt gucken, wie man das möglichst divers abdeckt,
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weil ein Pulver, das ist ja auch nicht unbedingt dann so ausgewogen,
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so einen Becher zu nehmen, Pulver rein und dann aus.
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Das mache ich jetzt nicht, aber ein bisschen diverser gucken,
0:12:05–0:12:09
wie man halt seinen Proteinbedarf pro Tag abdecken kann.
Chris Flor
0:12:09–0:12:14
Ja, also die Pulver, ich mache mir halt manchmal, also ich mache mir so einen
0:12:14–0:12:17
Sojajoghurt selber, der ist ja auch stark hoch an Protein.
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Also ganz normal mit Milchsäure, Bakterien, fermentierter Sojamilch.
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Aber dann mache ich halt auch, ab und zu mache ich mir halt so einen Smoothie
0:12:25–0:12:28
morgens mit einem Erbsenprotein oder einem Sojaprotein.
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Und Soja ist ja eigentlich auch ein gutes Protein für, wenn man so älter wird,
0:12:34–0:12:38
Männer und Frauen sollten ja das eigentlich so ein bisschen mehr zu sich nehmen können.
0:12:39–0:12:42
Aber ja, und dann da sind dann halt, da habe ich dann Obst drin,
0:12:42–0:12:45
ne? Da habe ich dann, also oder Früchte, Beeren.
0:12:46–0:12:51
Habe dann, da ist Proteinpulver drin, habe ein bisschen Leinsamenschrot.
0:12:51–0:12:56
habe ich drin, Hafermilch, ja vielleicht mal eine Avocado oder sowas.
0:12:56–0:12:59
Und wenn du das trinkst, also das merkst du, auch eine Banane vielleicht.
0:12:59–0:13:03
Und dann, wenn du das trinkst, merkst du schon auch, also das kommt so gut am
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Körper an, dass du dann so merkst, also die Zunge ist glücklich,
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der Magen, das Wohlbefinden.
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Wenn auch gerade, wenn du vorher Sport gemacht hast und dann hast du halt echt,
0:13:11–0:13:15
dann überschwemmt dich das so, eine Wohltat überschwemmt dich dann so.
Florian Clauß
0:13:15–0:13:19
Du hast dann auch so Musik dabei dann, zum Wohlbefinden.
Chris Flor
0:13:20–0:13:22
Ja, Opus, Life is Life.
Florian Clauß
0:13:23–0:13:26
Ich dachte eher so an Per Gintz.
Chris Flor
0:13:26–0:13:31
Ach so, ja, ja. Per Gintz am Wachen. Ja, genau. Dann kann ich dann so hoch.
Florian Clauß
0:13:31–0:13:38
Dann gehst du schnell in die Halle des Bergkönigs. Nein, okay, ja, ich verstehe.
Chris Flor
0:13:38–0:13:42
Also Protein ist wichtig. Und das war so, gut, da können wir nachher drüber.
Florian Clauß
0:13:42–0:13:47
Du hast es ja gerade noch mal gesagt, du wolltest so ein bisschen vorbauen zu dem Manifest.
0:13:48–0:13:51
Wir kommen gleich zu einem Manifest. Das ist auch so ein Herzensprojekt,
0:13:51–0:13:53
das ich jetzt auch jetzt anlässlich unseres Podcasts,
0:13:55–0:13:58
dann in den letzten Metern da auch mal gelauncht habe.
0:13:59–0:14:02
Nämlich ich führe seit ungefähr, das war so zur Corona-Zeit,
0:14:02–0:14:08
habe ich das dann wirklich so kultiviert, ein Kochtagebuch, Kochlogbuch.
0:14:09–0:14:12
Ja, das Ganze habe ich erstmal nur in so einer Textdatei. Das fing dann wirklich
0:14:12–0:14:16
so an, dass wir dann auch unseren Einkauf aggregiert haben.
0:14:16–0:14:20
Das heißt, zu Corona-Zeiten wollte man ja auch nicht so oft dann halt raus.
0:14:20–0:14:23
Das heißt, wir haben dann wirklich so, oder ich habe mich hingesetzt,
0:14:23–0:14:26
habe geguckt, habe einen Wochenplan aufgestellt, was möchte ich gucken,
0:14:26–0:14:30
kochen, habe dann dementsprechend die ganzen Zutaten rausgesucht,
0:14:31–0:14:36
habe dann diese Einkaufslisten zusammengestellt, einmal dann in der Woche losgefahren zum Bio-Supermarkt.
0:14:36–0:14:42
Also mir ist zum Beispiel total wichtig, dass ich dann immer so wirklich so Bio-Qualität kaufe.
0:14:42–0:14:45
Also da bin ich, glaube ich, auch ein bisschen weicher als du,
0:14:45–0:14:49
dass ich dann nicht so, also ich esse überwiegend vegetarisch,
0:14:49–0:14:54
esse auch Fleisch, versuche dann viel vegan zu machen.
0:14:55–0:15:01
Mein Kompass, mein Wertekompass geht halt in Richtung nachhaltigen Anbau.
Chris Flor
0:15:02–0:15:03
Nachhaltiger, also Umwelt?
Florian Clauß
0:15:03–0:15:09
Umwelt, genau. Wenn ich jetzt zum Beispiel diese ganzen subsinierten veganen
0:15:09–0:15:13
Ersatzprodukten, zum Beispiel hat hier der Rewe und so, haben ja ganz viel im
0:15:13–0:15:17
Angebot, dann finde ich das gut, dass es das da gibt.
0:15:17–0:15:20
Ja, und ich kaufe auch gerne so eine Salami oder so, eine vegane.
0:15:20–0:15:25
Aber irgendwie ist es auch nicht so richtig gut, weil es auch wieder ein industrielles Produkt ist.
Chris Flor
0:15:25–0:15:26
Ja, gut, aber...
Florian Clauß
0:15:26–0:15:32
Ja, da muss man abbiegen. Und da gibt es halt auch im Bio-Supermarkt einiges.
0:15:33–0:15:38
Aber dieses Angebot ist dann halt in dem normalen Supermarkt noch gleichhaltiger. Aber das sind so...
0:15:40–0:15:45
Auf jeden Fall habe ich jetzt dieses Textpfeil, Textpfeil, wo ich dann halt
0:15:45–0:15:48
wöchentlich meine ganzen Gerichte eingetragen habe, die ich gekocht habe.
0:15:48–0:15:51
Da habe ich angefangen, so Notizen dazu zu machen.
0:15:51–0:15:55
Also ich habe einmal den Titel des Gerichtes, dann halt auch eine Quelle des Gerichtes.
0:15:55–0:16:01
Ich kann hier an jeder Stelle ganz, ganz warm empfehlen von Schrot und Korn.
0:16:01–0:16:05
Das ist aus der Bio-Zeitschrift, die immer ausliegt in den ganzen Bio-Supermärkten.
0:16:05–0:16:10
Die haben eine Rezepte-Seite und diese Rezepte, da habe ich alles nachgeguckt.
0:16:10–0:16:13
Vorne und hinten. Und die kommen wöchentlich mit neuen Rezepten raus.
0:16:13–0:16:17
Die ist wirklich großartig. Also ganz viele von meinen Rezepten basieren auf
0:16:17–0:16:18
Schrot- und Kornrezepten.
0:16:19–0:16:22
Dann habe ich auch in der Beschreibung eben, ob es gelungen ist und so weiter.
0:16:22–0:16:26
Das habe ich immer weiter ausgebaut und habe das dann auch auf GitLab dann eingecheckt.
0:16:26–0:16:31
Ja, da habe ich immer so quasi so auch mein Git sehe, was sich da verändert hat.
0:16:31–0:16:35
Ja, und jetzt habe ich das dann halt auch wirklich so, ich habe auch immer Fotos
0:16:35–0:16:37
gemacht, Fotodokumentation, ganz wichtig.
0:16:37–0:16:41
Noch ein bisschen so ein Filter draufgelegt und so weiter und das Ganze in so
0:16:41–0:16:43
ein Blog-Format überführt und jetzt diesen.
0:16:43–0:16:48
Gelaunch, Kochlogbuch.de Und das wollte ich jetzt auch nicht nur so machen,
0:16:48–0:16:51
sondern ich wollte es halt wirklich so, hat sich so lange angekündigt.
0:16:51–0:16:53
Ich habe dann über zwei Jahre dran gesessen.
0:16:53–0:16:57
Kennst du solche Projekte, wo man dann die ganze Zeit und dann traut man sich
0:16:57–0:17:01
nicht mehr und dann fällt man nochmal so rum und dann dachte ich so jetzt vor
0:17:01–0:17:02
vier Wochen, ja, scheiß drauf,
0:17:02–0:17:07
komm, jetzt ziehst du es einfach durch und machst halt so ein MVP und baust
0:17:07–0:17:09
dann halt so bestimmte Sachen nach, die man auch ausbauen kann.
0:17:10–0:17:14
So, das und jetzt, ja genau. Und eins davon, ist halt ein Punkt,
0:17:14–0:17:18
der mir wichtig war, in so ein Manifest zu schreiben. Ein Manifest.
Chris Flor
0:17:19–0:17:22
Ich möchte nur ganz kurz, also ich muss jetzt nochmal, weil ich habe jetzt so
0:17:22–0:17:25
ganz am Anfang, ich wollte noch was zu sagen, also weil du mit den,
0:17:26–0:17:27
das sind mir jetzt leider jetzt halt jetzt der vegane Dach.
Florian Clauß
0:17:27–0:17:30
Nein, nein, nein, genau, ich habe jetzt die Schneise genommen,
0:17:30–0:17:31
aber du wolltest ja eigentlich nochmal einen anderen Punkt.
Chris Flor
0:17:32–0:17:36
Also du hattest gesagt, die subventionierten Sachen, die es dann halt auch gibt.
0:17:36–0:17:39
Ich meine, das ist halt schon mal so geladen, das klingt so,
0:17:39–0:17:43
als ob Veganer nicht überleben konnten ohne Subvention und als ob die Fleisch-
0:17:43–0:17:46
und Milch Industrie überleben könnte ohne Subventionen, was sie nicht könnte.
0:17:46–0:17:49
Die Sache ist, dass zum Beispiel... Aber hab ich das nämlich nicht so gesagt.
0:17:49–0:17:50
Ah, du hast gesagt, die subventionierten...
0:17:51–0:17:52
Ah, substituierten.
Florian Clauß
0:17:52–0:17:55
Substituierten. Ah, okay. Ich wollte jetzt... Nee, nee.
Chris Flor
0:17:55–0:17:55
Ah, ja.
Florian Clauß
0:17:56–0:17:56
Okay.
Chris Flor
0:17:56–0:17:59
Nee, nee. Weil halt eben diese Sache mit der Subvention... Nee, klar. Natürlich.
Florian Clauß
0:17:59–0:18:03
Es gibt nichts mehr, was dann halt gerade im europäischen Kontext mehr subventioniert
0:18:03–0:18:04
wird, als die ganze Landwirtschaft.
Chris Flor
0:18:04–0:18:08
Naja. Und der Milchmarkt würde sich nicht, also wenigstens in den USA,
0:18:09–0:18:12
würde sich nicht halten, wäre da nicht enorm subventioniert.
0:18:12–0:18:16
Also es ist dann halt so, alle Sojamilch, Hafermilch und so weiter,
0:18:16–0:18:17
alles trägt sich selber.
0:18:18–0:18:21
Die Milchindustrie würde halt absterben.
Florian Clauß
0:18:21–0:18:24
Genau, das ist auch genau dieser Punkt, wo ich mich jedes Mal frage,
0:18:24–0:18:29
wie kann Hafermilch genauso teuer sein wie normale Milch, obwohl das ja von
0:18:29–0:18:32
den Zutaten, von der Fabrikation wesentlich...
0:18:32–0:18:38
weniger aufwendig ist, weil es dann an einer industriellen Kette dahinter steht.
Chris Flor
0:18:38–0:18:41
Das wird externalisiert und da ist es ja auch, also die Hafermilch ist ja eine
0:18:41–0:18:45
zum Beispiel weniger, wie heißt das, also komplexere Produktion.
0:18:45–0:18:50
Die ist ja relativ einfach, wohingegen halt irgendwie Mais in eine Kuh reinzutun,
0:18:50–0:18:55
die Vitamin B12 künstlich in die Kuh reinzutun, Calcium-Tabletten in die Kuh
0:18:55–0:18:57
reinzutun und Hormone halt auch,
0:18:57–0:19:00
um dann halt am Ende, vielleicht nicht Hormone unbedingt, Aber halt,
0:19:00–0:19:04
um dann am Ende eine gesunde Milch rauszuhaben, die dann auch nochmal verarbeitet
0:19:04–0:19:06
wird, dass die, dass die Fettgehalt genau richtig ist.
0:19:07–0:19:11
Das sind ja alles so Schritte, die sind, die Kosten werden externalisiert auf,
0:19:12–0:19:19
also Steuerzahler natürlich und halt eben auch auf die, auf die Umwelt und halt eben auf die Tiere.
0:19:19–0:19:27
Also das Leiden wird halt auch, wenn man immer mal wieder, wenn die Kuh nur Milch geben würde,
0:19:27–0:19:30
wenn sie ein kleines hat und man stibitzt immer ein kleines bisschen Milch,
0:19:30–0:19:34
ohne dass es ungemütlich ist für die Kuh, dann wäre die Milch halt auch dann
0:19:34–0:19:37
um einiges teurer und vielleicht dann auch nicht so grausam oder so.
0:19:37–0:19:39
Also ich finde das jetzt natürlich, ist es immer noch nicht,
0:19:39–0:19:41
sollte man das immer noch nicht machen.
0:19:41–0:19:47
Ja, okay, dann hat es substituiert, nicht subventioniert. Okay.
Florian Clauß
0:19:47–0:19:50
Nee, nee, das wollte ich jetzt nicht. Dieses Fass wollte ich nicht aufmachen.
Chris Flor
0:19:50–0:19:51
Okay, na gut, dann haben wir es aufgemacht.
Florian Clauß
0:19:51–0:19:54
Nee, ja gut, aber das können wir als Randnote. Genau, auf jeden Fall habe ich
0:19:54–0:19:59
diesen, und ich wollte jetzt mit dir nochmal so als Einstieg zu unserem Koch-Event,
0:19:59–0:20:03
da habe ich das schon gesagt, dass wir gemeinsam gleich kochen werden.
0:20:04–0:20:09
Und genau, es wird ein anderes Format. Wir laufen jetzt zwar eine kleine Strecke,
0:20:09–0:20:15
aber wir stehen gleich in der Küche und dann wird Chris mir sagen,
0:20:15–0:20:16
was er für heute sich gerade,
0:20:17–0:20:22
Und ich werde ihm dann präsentieren. Die Voraussetzung war, es sollte vegan
0:20:22–0:20:24
sein. Wir wollten ja eigentlich nur eine Kochshow.
Chris Flor
0:20:25–0:20:25
Ja, genau.
Florian Clauß
0:20:26–0:20:29
So wie früher. Früher habe ich mir Kochshows angeguckt.
Chris Flor
0:20:29–0:20:34
Da hat man sich die Kochshow angeschaut und hat dabei irgendwie ein Toastbrot gegessen.
Florian Clauß
0:20:34–0:20:37
Genau, ein Toast dabei. Da hat man ein bisschen Curry drauf gemacht.
Chris Flor
0:20:38–0:20:41
Küchenpornografie habe ich das immer genannt, weil man isst dann das traurige
0:20:41–0:20:45
Toastbrot mit Ketchup und schaut sich dann die tollen Sachen auf dem Bildschirm an.
Florian Clauß
0:20:45–0:20:50
Ja, aber es hat funktioniert. Also das Ganze ist zu finden auf koch-logbuch.de
0:20:50–0:20:56
und hier möchte ich jetzt den ersten Punkt, das Manifest der täglichen Küche.
0:20:56–0:20:58
Okay, wie viele Punkte nochmal?
0:20:58–0:21:01
Ich habe jetzt zwölf, aber das ist halt irgendwie so.
Chris Flor
0:21:02–0:21:03
Und Dutzend ist ja auch eine gute Koch.
Florian Clauß
0:21:04–0:21:09
Ja, genau, und Dutzend. Da kann man auch noch dazu, wie man bestimmte Maße nimmt.
0:21:10–0:21:13
Ich bin jetzt dazu übergegangen, was ich als total gut finde,
0:21:13–0:21:15
wenn man Esslöffel sagt.
0:21:16–0:21:18
Aber ich weiß nicht, wie es in Amerika geht.
Chris Flor
0:21:18–0:21:22
In Amerika ist es gang und gäbe. Weil Gramm, also das metrische System,
0:21:22–0:21:25
also alle Gewichtseinheiten sind so, das versteht kein Mensch.
0:21:25–0:21:29
Deswegen ist alles in Tassen und in Löffeln.
Florian Clauß
0:21:29–0:21:31
In Tassen verstehe ich halt nicht, ne? In Tassen ist 0,25.
Chris Flor
0:21:31–0:21:32
Liter.
Florian Clauß
0:21:32–0:21:37
Ja, das versteht man als hier. Aber Esslöffel finde ich super.
Chris Flor
0:21:37–0:21:40
Esslöffel, Teelöffel, halbe Teelöffel und so weiter.
Florian Clauß
0:21:40–0:21:45
Ein Dutzend, genau. Also, Punkt 1, und das ist mir total wichtig,
0:21:45–0:21:49
ich hasse diese, also ich sage einfach mal, Time Matters.
0:21:50–0:21:54
widmen deiner Küche täglich ein bis zwei Stunden. Dies ist keine Verschwendung,
0:21:54–0:21:57
sondern eine Investition in deine Lebensqualität.
0:21:58–0:22:03
Weil ich hasse diese ganzen, ich kann es verstehen, dass viele Rezepte brauchen,
0:22:03–0:22:08
die sie dann halt im Alltag für 20 bis 30 Minuten dann halt die Familie versorgen
0:22:08–0:22:09
können. Völlig legitim.
0:22:10–0:22:15
Aber die ganzen Rezepte, ein ganzer Stapel von Rezepten und Blogs und so weiter,
0:22:15–0:22:19
Die sind immer auf diese Sachen optimiert hin und sagen halt so schnell wie
0:22:19–0:22:21
möglich, so gut wie möglich.
0:22:21–0:22:25
Und das hasse ich. Also da wollte ich nochmal so einen Abstand nehmen.
0:22:25–0:22:28
Ich möchte einfach Zeit fürs Kochen haben.
0:22:29–0:22:33
Und ich weiß, es ist ein Luxus. Nicht jeder hat irgendwie zwei Stunden am Tag.
0:22:33–0:22:37
Aber das ist für mich halt eine total wertvolle Ich-Zeit.
0:22:38–0:22:43
Ja, natürlich. Nicht ein privilegierter Schnösel.
Chris Flor
0:22:43–0:22:47
Nee, ich sehe das auch so. Also kann ich noch schnell zu sagen,
0:22:47–0:22:49
ich koche auch jeden Tag für mich selber.
0:22:49–0:22:53
Ich mache mir tatsächlich ein Mittagessen immer und das ging nur wegen Covid
0:22:53–0:22:55
und ich weiß nicht, wie es dann geht, wenn Covid vorbei ist.
0:22:55–0:23:00
dass ich dann irgendwie kurz vor 12 Uhr mittags, ich habe dann eine Stunde mehr
0:23:00–0:23:04
freigenommen und dann fange ich halt an und schnippele und koche und höre dabei
0:23:04–0:23:08
Musik und dann am Ende nehme ich dann halt, manchmal habe ich noch ein bisschen Zeit zu essen,
0:23:09–0:23:12
manchmal nehme ich den Teller dann auch vom Computer und esse da und dass ich
0:23:12–0:23:15
halt irgendwie auf Slack schon zu sehen bin,
0:23:16–0:23:18
damit die denken, dass ich schon arbeite wieder.
Florian Clauß
0:23:18–0:23:20
Genau, ich stelle immer die Kamera ab.
Chris Flor
0:23:21–0:23:22
Mampf, mampf.
Florian Clauß
0:23:22–0:23:28
Und zweitens, weg mit den Fertigprodukten. Werde zum Schöpfer deiner eigenen Mahlzeiten.
0:23:28–0:23:32
Stelle Ingredienzien, Teig und Gewürzmischung selber her.
0:23:32–0:23:36
Das letzte Mal, als ich Pizzateig gekauft habe, oder Pizza ist es Jahre her,
0:23:36–0:23:38
gerade so Teig ist so einfach.
0:23:38–0:23:43
Du kannst ja dann morgens das ansetzen oder am Abend und haust das rein und
0:23:43–0:23:47
dann hast du halt am nächsten Tag einen richtig guten Teig. Du musst immer slow,
0:23:48–0:23:51
also das heißt, du musst nur nicht mehr kneten, du musst nur ziehen und feigen.
Chris Flor
0:23:51–0:23:56
Ja, ja, und diese Enzyme haben den dann schon schön gesüßt und so weiter.
Florian Clauß
0:23:56–0:23:59
Und das ist halt wirklich so drei Minuten. Ich habe das auch jetzt auch so,
0:23:59–0:24:00
ich muss überhaupt nicht mehr abmessen.
0:24:00–0:24:03
Ich kann das so zack, zack, zack, zack und dann ist es fertig.
0:24:03–0:24:06
Wenn ich dann halt ein bisschen, wenn ich halt nur am Tag, also quasi morgens
0:24:06–0:24:09
den Teig mache, dann nehme ich ein bisschen mehr Trockenhefe.
0:24:09–0:24:11
Okay. Sonst nimmt man ganz wenig so.
0:24:12–0:24:15
Oder Gewürzmischung. Das wollte ich auch nochmal, das machen wir gleich in der
0:24:15–0:24:20
Küche, weil es gibt ja so diese Kultur der Toppings.
0:24:21–0:24:25
Also das ist ja gerade im asiatischen Raum, du kannst ja deinen Rahmen oder
0:24:25–0:24:27
deine Suppe kannst du ja dann so pimpen.
0:24:27–0:24:33
Du kannst sie ja immer so pimpen, da gibt es halt dieses, mir fällt das japanische
0:24:33–0:24:34
Wort nicht ein, aber es ist im Prinzip,
0:24:34–0:24:40
Sesam, frisch geröstet und dann einfach nur durch eine Küchenmühle durch,
0:24:40–0:24:44
also mal schroten malen. Ah ja, durch dieses kleine rote, mit dem roten Rädchen.
0:24:44–0:24:48
Ja genau, mit dem Rädchen, aber du kannst einfach irgendwie so einen Mixer nehmen
0:24:48–0:24:52
und dann ein bisschen Salz dazu und das hat so einen Geschmack.
0:24:52–0:24:56
Das kannst du halt auch oft bewahren. Oder das ist halt so eine Gewürzmischung,
0:24:56–0:24:58
dann halt Sumac zum Beispiel.
0:24:58–0:25:03
Sumac ist dieses, woraus dann Satta gemacht wird. Und dann, Satta ist auch nichts
0:25:03–0:25:08
anderes als Zumag und dann Sesamsamen und Thymian.
0:25:08–0:25:12
Und das ist halt eine gemahlene Mörser und dann hast du halt dein eigenes Satta.
0:25:12–0:25:15
Du musst das halt, weil die Fertigmischung, gut, die sind halt auch,
0:25:15–0:25:16
aber du sparst halt auch Geld, ne?
Chris Flor
0:25:16–0:25:16
Naja.
Florian Clauß
0:25:16–0:25:17
Wenn du das halt selber machst, ne?
Chris Flor
0:25:17–0:25:22
Ja, du hast halt dann aber diese ganzen Einzelzutaten für diese ganzen einzelnen
0:25:22–0:25:23
Gewürze halt dann rumliegen.
Florian Clauß
0:25:23–0:25:23
Genau, genau.
Chris Flor
0:25:24–0:25:27
Ich habe wahnsinnig viele Gewürze halt genau aus diesem Grund auch.
0:25:27–0:25:30
aber also zum beispiel
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da gibt es ein sehr gutes veganes rezept von miyoko
0:25:34–0:25:44
für kann man auf youtube finden für eine thanksgiving turkey und das ist da
0:25:44–0:25:48
sind 20 verschiedene gewürze drin aber halt auch verschiedene gewürze und halt
0:25:48–0:25:53
auch nährhefe und so weiter also 20 ist vielleicht übertrieben aber schon vielleicht zwölf Dutzend.
0:25:53–0:25:58
Und das schmeckt dann aber auch wirklich so authentisch. Also du isst es dann
0:25:58–0:26:01
und der hat es dann genau hinbekommen irgendwie.
0:26:02–0:26:06
Ja und da hat man natürlich mehr Möglichkeiten als wenn man das als eine Würzmischung.
0:26:06–0:26:11
Aber es gibt halt auch geile Würzmischungen, die man irgendwie schwer so,
0:26:12–0:26:15
ich denke an Miracoli, diese Gewürzmischung.
Florian Clauß
0:26:15–0:26:18
Ja, das habe ich aber hinbekommen tatsächlich. Das habe ich hinbekommen.
0:26:18–0:26:19
Aber das ist einfach Bruschetta.
0:26:20–0:26:24
Gut, da nehme ich auch fertige... Bruschetta ist zum Beispiel auch eine Komponente,
0:26:24–0:26:26
die ich halt schon so fertig nehme.
Chris Flor
0:26:27–0:26:27
Naja, okay.
Florian Clauß
0:26:28–0:26:31
Aber im Prinzip ist es ja Knoblauchpulver und dann halt so Majoran und so Zeug.
Chris Flor
0:26:31–0:26:35
Aber da ist ein bisschen auch so Orangenschale und so Kram drin.
0:26:35–0:26:36
Also das geht ja dann auch.
Florian Clauß
0:26:36–0:26:39
Ja gut, das sind halt so diese ganz feinspitzigen Sachen.
0:26:39–0:26:44
Aber sowas wie... Was ich auch total oft mache und was halt auch gerade zu Suppen gut passt,
0:26:45–0:26:51
Also wenn du Apfelessig nimmst, Wasser, also ein bis zwei Teelöffel Zucker,
0:26:52–0:26:57
ein bis zwei Teelöffel Salz rein, vermischen in so ein Marmeladenglas und dann
0:26:57–0:26:59
halt irgendwas marinieren da drin.
0:26:59–0:27:02
Wie Radieschen oder vor allen Dingen Zwiebeln.
0:27:02–0:27:03
Ah krass, ja ja ja.
Chris Flor
0:27:03–0:27:03
Geil.
Florian Clauß
0:27:03–0:27:04
Dann hast du diese Zwiebel.
Chris Flor
0:27:04–0:27:05
Wenn du rote Zwiebeln hast.
Florian Clauß
0:27:05–0:27:09
Rote Zwiebeln, genau, dann wird das schön rot. Das wird halt auch in der mexikanischen Küche.
Chris Flor
0:27:10–0:27:12
Dann machst du Korianderkerne noch rein?
Florian Clauß
0:27:12–0:27:16
Nein, aber die mexikanischen eingelegten Dinger.
Chris Flor
0:27:16–0:27:21
Ganze Kerne stößt da so ein bisschen an.
0:27:22–0:27:26
Besonders wenn du das heiß machst, du kannst ja diese eingelegten Zwiebeln oder
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das eingelegte Gemüse, kannst du kalt einlegen oder heiß einlegen.
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Und dann, wenn es heiß ist, dann kommt dieser Koriander raus.
0:27:32–0:27:34
Aber das ist häufig mit dabei bei diesen mexikanischen Sachen.
Florian Clauß
0:27:35–0:27:37
Aber das ist halt genau, wie du sagst, dass man halt irgendwie so warm auch
0:27:37–0:27:41
so eine Komponente, Ein Salat, den nehme ich ja auch immer, das ist halt so
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ein Kartoffelsalat schwäbischer Art.
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Und dann wird ja auch dann die Zwiebel quasi, die wird ja leicht gekocht in der Brühe.
0:27:48–0:27:52
Und dann wird halt Essig da reingetan und dann wird es halt alles auf die Kartoffeln gemacht.
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Und dadurch hast du auch dieses Warme, dieses Heiße, wenn du halt Zwiebeln erhitzt,
0:27:57–0:27:59
irgendwie dann musst du nicht viel mehr machen.
0:27:59–0:28:03
Ja, ja, Zwiebeln sind ja schon perfekt. Genau, Zwiebeln wird auch heute eine
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Hauptkomponente von meiner. Und, das kann ich auch schon mal so verraten,
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eine andere Sache, die ich jetzt neulich entdeckt habe.
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Ich mache ja nicht so viel Knoblauch. Das ist halt auch schwierig, wenn man nicht...
Chris Flor
0:28:14–0:28:15
Achso, magst du keinen Knoblauch?
Florian Clauß
0:28:15–0:28:19
Nein, ich liebe Knoblauch, aber Karin verträgt es nicht so gut,
0:28:19–0:28:20
deswegen lasse ich Knoblauch halt weg.
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Aber jetzt habe ich eine Möglichkeit gefunden, und zwar auch wieder so eine
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asiatische Komponente.
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Und zwar, du nimmst halt Knoblauch, ganz viel Knoblauch, zwei Knoblauchknollen, hackst sie ganz klein,
0:28:34–0:28:38
das machen wir auch nachher, hackst die ganz klein und dann brätst du die ganzen
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in Rapsöl an, aber mit ganz niedriger Flamme.
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Und das machst du bestimmt eine halbe Stunde.
0:28:43–0:28:45
Dann fängt der Knoblauch an zu karamellisieren.
Chris Flor
0:28:45–0:28:46
Ah, okay, geil.
Florian Clauß
0:28:46–0:28:48
Und der wird braun, du denkst, das wird braun durch die Hitze,
0:28:49–0:28:53
aber es ist halt wirklich dieser Fruchtzucker, der da kristallisiert.
0:28:53–0:28:59
Und dann nehme ich halt diese warme Mischung, püriere die und dann tust du noch
0:28:59–0:29:01
Sesamöl und noch ein bisschen mehr Öl drauf.
0:29:01–0:29:05
Und das hält sich dann halt für Wochen im Kühlschrank. Und dann habe ich halt
0:29:05–0:29:08
irgendwie so ein Gläschen von diesem Zeug und dann mache ich das überall drauf,
0:29:09–0:29:12
wenn halt irgendwie, wenn halt Knoblauch eigentlich im Rezept drin steht, aber wir es weglassen.
0:29:13–0:29:16
Dann kann ich das so pimmen. Und das ist halt so lecker. Das ist halt so lecker.
Chris Flor
0:29:17–0:29:20
Also ich hatte was gehört, also habe ich noch nicht gemacht,
0:29:20–0:29:23
wo man halt so Knoblauchzehen in Öl legt und dann im Ofen bei sehr niedriger
0:29:23–0:29:25
Temperatur für ein paar Stunden.
Florian Clauß
0:29:25–0:29:26
Ja, ja, genau. Das ist der schwarze Knoblauch.
Chris Flor
0:29:26–0:29:28
Nicht der schwarze Knoblauch, das ist nochmal eine andere Sache.
0:29:28–0:29:30
Der schwarze Knoblauch braucht ja Tage oder so.
Florian Clauß
0:29:30–0:29:30
Ah, okay.
Chris Flor
0:29:30–0:29:35
Also das ist aber einfach, dass du das Öl dann halt so ein bisschen heißer hast.
0:29:35–0:29:36
Und ich glaube, das ist dasselbe, was du dann halt machst.
Florian Clauß
0:29:36–0:29:38
Ja, genau, das ist halt karamellisiert.
Chris Flor
0:29:39–0:29:41
Karamellisiert, aber nicht... Ohne zu verbrennen. Ja, ohne zu verbrennen.
0:29:41–0:29:42
Also so ein ganz, ganz knapp.
0:29:42–0:29:45
Aber da wurde dann irgendwie gesagt, da muss man aufpassen, damit sich nicht
0:29:45–0:29:48
dieses Wurstgift da entwickelt.
Florian Clauß
0:29:49–0:29:51
Ja, genau. Die Borreolose. Genau, genau.
Chris Flor
0:29:52–0:29:53
Aber das quatscht, glaube ich.
Florian Clauß
0:29:53–0:29:54
Das habe ich noch im Internet.
Chris Flor
0:29:54–0:29:56
Auf Reddit hat dann irgendjemand gesagt, seid vorsichtig, Leute.
Florian Clauß
0:29:57–0:30:01
Ihr sterbt. Genau das Gleiche wie mit Chilis. Da stirbt man auch sofort.
0:30:03–0:30:08
Genau, das sind so kleine Sachen. Da kann man sich den Kühlschrank...
0:30:08–0:30:10
Einmal machst du das, das dauert eine halbe Stunde.
0:30:10–0:30:13
Dann kannst du es die ganze Zeit immer davon nehmen.
0:30:13–0:30:17
Das sind so die kleinen Kniffe, die man so anwenden kann.
0:30:18–0:30:20
Okay, wir sind jetzt bei drei.
Chris Flor
0:30:20–0:30:21
Wir sind schon bald da.
Florian Clauß
0:30:21–0:30:26
Wir sind schon vorbei. Wir machen eine kleine Runde. Fleisch ist die Ausnahme, nicht die Regel.
0:30:27–0:30:31
Da würdest du dir natürlich nicht mitgehen. Aber wenn du es isst,
0:30:31–0:30:32
dann selten und nur vom Besten.
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Qualität statt Quantität für dich und die Umwelt.
Chris Flor
0:30:36–0:30:38
Und das Tier?
Florian Clauß
0:30:38–0:30:42
Nee, das Tier wird dann nicht geguckt. Das fehlt dann.
0:30:42–0:30:51
Ja, aber ich meine, du kannst schon sagen, dass unter so nachhaltiger Anbau, dass dann halt das Tier,
0:30:52–0:30:53
gefühlt besser.
Chris Flor
0:30:54–0:30:55
Ja, es ist besser.
Florian Clauß
0:30:55–0:30:57
Es ist besser, aber es ist auch nicht geil.
Chris Flor
0:30:58–0:31:04
Was ich lustiger war, ganz kurz, als ich jetzt bei meinen Eltern war,
0:31:04–0:31:06
mein Vater fuhr dann an so einer Hühnerfarm vorbei und das ist halt so eine
0:31:06–0:31:10
offene Hühnerfarm, die Hühner dürfen da rumlaufen, die sind da mit Ziegen und
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dann haben die dann halt diese ganzen, die werden halt,
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die legen halt die Eier in natürlicher Umgebung und unterhalten sich miteinander
0:31:17–0:31:21
und so weiter und alles ist so dufte und dann hat mein Vater gesagt,
0:31:21–0:31:23
Ich sage, das ist doch hier toll und dann kann man da hingehen und mit dem Automat
0:31:23–0:31:25
die Sachen kaufen, was ich denn davon kaufen will.
0:31:26–0:31:30
Und dann habe ich gesagt, ja, es ist besser als so eine Legebatterie in Hölle.
0:31:30–0:31:34
Aber halt, da würden dann auch trotzdem halt eben die Männchen von den Hühnern
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werden trotzdem vorher getötet. Da wird dann geschaut, wer, vielleicht schaffen
0:31:37–0:31:41
sie es in einen, nachher töten sie es auch einfach, knicken dann das Genick
0:31:41–0:31:42
um, wenn sie sehen, das ist ein Männchen.
0:31:42–0:31:46
Dann, wenn die nicht mehr Eier legen können, werden die ja auch dann getötet.
0:31:46–0:31:52
Das würde man ja auch mit so einem Wesen, das man mag, auch nicht machen.
0:31:53–0:31:57
Und vor allen Dingen sind die halt so gezüchtet, dass die viel mehr legen,
0:31:57–0:31:59
als sie eigentlich legen würden. Deswegen haben die so Mangelerscheinungen und so weiter.
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Aber trotzdem finde ich es besser, habe ich ihm gesagt. Dann habe ich gefragt,
0:32:03–0:32:08
hey, und kauft ihr jetzt da auch immer Eier? Nee, nee, wir kaufen die doch im EDK.
0:32:08–0:32:12
Und da habe ich halt eben gemerkt, dass das halt so für viele Leute ist,
0:32:12–0:32:16
dieses Bio-Fleisch und dieses Bio-Ding. die Tatsache, dass es das gibt,
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ist schon so eine Absolution.
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Die kaufen es zwar nie, aber weil es das wohl möglich geben könnte,
0:32:23–0:32:26
ist das schon mal so ein Argument, warum Fleisch nicht abgeschafft werden muss.
0:32:26–0:32:30
Und nur für mich natürlich, also ich finde es gut, wie du das machst und für,
0:32:30–0:32:33
Nachhaltigkeit und so weiter, also für mich natürlich ethisch nicht.
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Aber ich denke dann halt auch, warum nicht den Extraschritt machen und sich
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komplett von dem lösen, von diesem Zwang lösen.
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Weil wenn du irgendwie ein bisschen noch ist, also auch beste Qualität,
0:32:46–0:32:50
dann musst du immer noch diese Landwirtschaft musst du dann trotzdem noch haben.
0:32:50–0:32:54
Das muss immer noch irgendwie laufen und das ist immer noch ein Kern der Landwirtschaft.
0:32:54–0:32:58
Ich weiß, du bist halt mit diesem Tierrecht, das blendest du komplett aus,
0:32:58–0:33:02
aber natürlich wird es auch ausgeblendet, weil es halt keine gute Lösung für
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gibt, das irgendwie so zu durchdenken.
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Und das war ein sehr befreiender Schlag für mich.
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Und natürlich gibt es andere Paradoxe und andere Probleme, die man hat,
0:33:12–0:33:15
ethische in der Welt, wo man es nicht hundertprozentig richtig machen kann.
0:33:15–0:33:19
Aber es hat die Welt wahnsinnig vereinfacht, weil man sagt, okay,
0:33:19–0:33:22
naja, für mich, das braucht es einfach nicht und ich lasse es jetzt einfach
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bleiben. Ich muss mir da weiter keine Gedanken darüber machen und das befreit mich.
Florian Clauß
0:33:28–0:33:32
Ja, ich kann das absolut nachvollziehen. Ich bin da auch angreifbar an dem Punkt.
0:33:32–0:33:35
Er möchte nicht angreifen. Nein, nein, nein, aber ich für mich selber.
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Aber ich habe jetzt einfach für mich die Position entwickelt,
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ich esse gerne Fleisch, das schmeckt mir.
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Ich möchte nicht komplett drauf verzichten. Ich möchte es aber so zu mir nehmen,
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dass ich das halt moralisch vertreten kann.
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Und das ist halt wirklich so, dass wir alle, jetzt sind wir da zu übergegangen,
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gerade in der Protein-Geschichte, dass wir jetzt irgendwie alle zwei Wochen
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entweder Fisch oder Huhn essen.
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Das haben wir jetzt irgendwie so eingeführt.
0:34:02–0:34:04
Deswegen gibt es dann halt auch mal ein Hühnchen.
Chris Flor
0:34:05–0:34:06
Ich bin dagegen.
Florian Clauß
0:34:06–0:34:10
Ja, ich weiß. Aber das ist halt auch so, das ist halt einfach eine gute Proteinquelle.
0:34:11–0:34:17
Und es schmeckt mir auch sehr. Ja, aber und dass ich zu Hause sonst einfach kein Fleisch koche.
0:34:17–0:34:21
Jetzt halt mit dieser Regel, alle zwei Wochen, sonst ist es halt nur vegetarisch
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und ich finde, das ist so ein Ding, wo ich super mit leben kann,
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wo ich keinen Stress mit mir mache.
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Also wenn ich sage, okay, zu Hause nur alle zwei Wochen oder so und wenn ich
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dann halt ausgehe und essen gehe oder sowas, dann darf ich auch Fleisch essen.
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Das ist halt so für mich irgendwie so, weißt du, Rock'n'Roll.
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Aber ich glaube, da muss jeder einfach selber einen Umgang finden.
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Wichtig ist nur, ich glaube, eben das komplett rauszuhalten,
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so wie du das machst oder wie du das geschafft hast, diesen Schritt,
0:34:52–0:34:54
das ist halt, glaube ich, für viele nicht praktikabel.
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Und ich finde einfach, man muss so ein bisschen in die Richtung drücken.
Chris Flor
0:34:59–0:35:00
Ja, natürlich.
Florian Clauß
0:35:03–0:35:06
Und ich finde, wenn man so ein Framework schafft, dass es halt immer ein bisschen
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anders macht, dann ist es gut.
Chris Flor
0:35:08–0:35:12
Vor allen Dingen merkst du ja auch, dass es einfach geht und dann irgendwann kommst du.
Florian Clauß
0:35:12–0:35:12
Genau.
Chris Flor
0:35:14–0:35:17
Ich bin mir ja auch sicher, dass du da noch hinkommst. Also du wirst die Tiere
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noch in dein Herz mit reinlassen und dann wirst du die Umstellung machen und
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es wird dir gar nichts ausmachen.
Florian Clauß
0:35:24–0:35:26
Ja, vielleicht. Und dann kommen
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wir auch zum vierten Punkt, weil das genau der Punkt ist, wo GoVegan.
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GoVegan, embrace die pflanzliche Vielfalt, finde Ersatzprodukte für Milchprodukte
0:35:37–0:35:40
und integriere immer mehr in deine Gerichte,
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also dass du die immer mehr integrierst, experimentiere mit Hülsenfrüchten,
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Nüsse und Samen als Proteinquelle.
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Also ich glaube, das ist genau der Punkt, dass du halt wirklich dann in deinem
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Kühlschrank so langsam, dass du halt erstmal weg vom Fleisch,
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möglichst kein Fleisch im Kühlschrank hast,
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dass du aber auch immer so Ersatzprodukte, dass du jetzt aufbaust,
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dann halt irgendwie so nicht mehr nur den Quark, sondern halt auch den Cashew-Frischkäse hast.
Chris Flor
0:36:06–0:36:06
Ja, ja.
Florian Clauß
0:36:06–0:36:08
Und nicht den, und dass du halt irgendwie so...
Chris Flor
0:36:08–0:36:12
Auch selber den machst. Also zum Beispiel, ich mache mir halt so einen Frischkäse
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aus Sonnenblumenkernen,
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die koche ich auf und dann püriere ich die einfach und dann mit ein bisschen
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Zitronensaft, ein bisschen Salz und dann brauchst du es noch nicht mal fermentieren,
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weil du halt mit dem Zitronensaft drin hattest.
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Aber man kann es auch stehen lassen und kann das auch so fermentieren lassen
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so ein bisschen mit so Milchsäurebakterien.
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Aber ja, das ist geil. Ich habe halt auch mit den Linsen habe ich jetzt entdeckt,
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dass man total geile Sachen also es gibt ein paar Sachen habe ich vor kurzem jetzt entdeckt.
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Das machen wir jetzt nicht, das wollte ich ja machen. Hatte ich dir das Rezept
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mal geschickt für diese Carbonara und dass man halt Kürbiskerne sehr gut statt dem Ei,
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Kürbiskerne halt dann klein püriert mit,
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als Eiersatz, also mit einer Hafermilch vielleicht oder sowas und das dann halt reingeht,
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es ist dann halt grün, aber es bindet sich dann irgendwie so genau an,
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wenn es zu heiß wird, dann gerinnt es auch zu sehr und da kriegst du halt wirklich
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eine super Carbonara-Creme hin. Das andere, was ich gemacht habe...
Florian Clauß
0:37:16–0:37:17
Mit Leinsamen?
Chris Flor
0:37:18–0:37:21
Nicht mit Leinsamen, das war mit Kürbiskernen. Leinsamen, die werden immer so
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ein bisschen schleimig.
Florian Clauß
0:37:23–0:37:29
Also Kürbiskerne sind geiler. Ich muss es nachher tatsächlich machen bei meinem Rezept.
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Da können wir nochmal diese Möglichkeiten aushandeln.
Chris Flor
0:37:34–0:37:39
Ich wollte nur noch über den Linsen reden. Mit Linsen kann man halt gelbe Linsen,
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also erstmal sind die nahrhaft natürlich total geil, aber ich habe jetzt herausgestellt,
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dass mit gelben Linsen fabelhaft erstmal so ein Fladenbrot...
Florian Clauß
0:37:46–0:37:51
Genau, das hat Pari, die Freundin von meinem Sohn Luke. Die kommt ja aus Indien
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und die machen ja alles mit weißen und gelben Linsen.
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Die haben ja komplette Brotkultur einfach auf Linsen aufgebaut.
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Und da kriegst du halt irgendwie alles hin. Du musst die eigentlich nur einlegen und dann pürieren.
Chris Flor
0:38:04–0:38:08
Pürieren. Aber da kannst du halt eben auch so, wenn man dann jetzt die einlegt
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und dann das Wasser abgießt und dann püriert, dann kann man das als so eine
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Grundlage für so Brätlinge machen. Und die werden dann auch so geil.
Florian Clauß
0:38:16–0:38:18
Die haben so Pektin, haltig sind die.
Chris Flor
0:38:18–0:38:22
Ja, die werden dann an diese Stärke. Ja, Stärke ist da drin.
Florian Clauß
0:38:22–0:38:23
Ja, klar.
Chris Flor
0:38:23–0:38:26
Und dann auf einmal hast du halt so Bratlinge, die halt total geil sind,
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wenn du da so alle möglichen Gewürze drin hast. Vielleicht ein bisschen Bratlinge kann man da machen.
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Das sind halt alles so Sachen, die man dann auf YouTube findet und dann so noch
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selber ein bisschen bearbeitet.
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Dann habe ich dann damit auch dann irgendwie so eine Quiche kann man machen,
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weil man ein bisschen mehr Flüssigkeit drin hat. Dann statt dieser Eier-Milch-Masse
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hat man dann halt das dann irgendwie so drin.
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Oder man macht dann halt einfach so normale Fladenbrote, wenn man das so,
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ich glaube eine Tasse...
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Linsen, zwei Tassen Wasser, wenn man das halt so lange einweichen lässt und
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dann so püriert. Ja, das ist dann halt so die Frikadelle.
Florian Clauß
0:38:57–0:38:58
Okay, das ist ein Bratling dann.
Chris Flor
0:38:58–0:38:59
Ein Bratling, genau.
Florian Clauß
0:38:59–0:39:01
Also das ist jetzt nicht Brotersatz, sondern...
Chris Flor
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Ja, aber es geht auch als Brotersatz, wenn du halt so kleine Pfladen,
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so kleine Pfannkuchen davon machst und die dann... das wäre dann so ein Brotersatz.
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Aber wenn ich die Bratlinge mache, dann sind die... oder ich habe auch so einen
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Fleischkäse oder sowas aus Linsen halt gemacht, in so eine Kuchenform und dann
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kann man den dann so in Scheiben streben. So Ketchup drüber.
Florian Clauß
0:39:22–0:39:25
Also wie Sülze, quasi noch mit so einem Wurststück, mit einem Ei drin.
Chris Flor
0:39:26–0:39:29
Genau. Okay, wie macht man das?
Florian Clauß
0:39:29–0:39:34
Okay, Herausforderung angegangen. Aber dieses Go-Begin ist nochmal so der Appell,
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dass man immer mehr so auch seine Ersatzprodukte, Milchprodukte findet.
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Ich finde das zum Beispiel bei Sahne total einfach. Ich nehme auch häufig dann
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Hafersahne. Ich habe jetzt auch ein Produkt, was super ist, also die auch so
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cremig und man muss halt so ein bisschen gucken.
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Man braucht halt, man muss seine, sein Produktportfolio, wie das dann im Marketing
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Sprecher ist, sein Produkt muss halt irgendwie echt so ein bisschen erforschen,
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ein bisschen ausprobieren.
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Aber man hat so seine Marken, wo man dann hinkommt und sagt, okay, das ist es jetzt.
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Also das finde ich halt so, da baut man sich halt so einen Stamm auf an Produkten
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und die kann man dann auch gut dann verwenden.
Chris Flor
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Ja, statt Sahne mache ich halt auch mit Sonnenblumenkernen, dass ich die auch
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wieder in Wasser koche, dann halt mit, also auch 1 zu 2 Sonnenblumenkernen.
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Dann püriere und dann dickt es auch so eine gute, kann man so eine Käsesoße
0:40:27–0:40:30
in der Art so machen oder so eine Sahnesoße einfach.
Florian Clauß
0:40:30–0:40:33
Wie würzt du das? Nimmst du hier Hefe?
Chris Flor
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Also ich nehme manchmal Hefe dazu. Manchmal, ich habe halt auch so einen,
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wir haben so im Kühlregal so einen fertig zubereitet, ein veganes Pesto,
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was ich dann da mit rein tue.
0:40:46–0:40:52
und wie man und aber ja also knoblauch zwiebeln würde man dazu tun und dann
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halt ja auch also ein bisschen bisschen nährhefe schon damit das ein bisschen so ein bisschen aber das.
Florian Clauß
0:40:58–0:41:00
Ist leuchte leichtsäuerlich und.
Chris Flor
0:41:00–0:41:01
Ja ja aber.
Florian Clauß
0:41:01–0:41:04
Ich habe ich finde ich kriegte total blähungen von.
Chris Flor
0:41:04–0:41:07
Also diese diese hilfe ich habe.
Florian Clauß
0:41:07–0:41:08
Das reingetan und dann dachte ich.
Chris Flor
0:41:08–0:41:14
Ja es hat ja auch viel protein und so denn Eigentlich ist es auch...
Florian Clauß
0:41:14–0:41:17
Ich mag es auch, ich habe früher das auch gerne so gegessen.
0:41:18–0:41:20
In Fäusten, Fäuste weiter. Okay, fünftens.
Chris Flor
0:41:20–0:41:21
Okay, jetzt mach mal schnell endlich.
Florian Clauß
0:41:21–0:41:24
Fünftens, koche vorausschauend. Bereite immer etwas mehr zu.
0:41:24–0:41:27
So hast du am nächsten Tag ein leckeres Mittagessen und Spaßgeld.
0:41:28–0:41:30
Also wir machen das immer abends. Also ich koche dann immer mehr,
0:41:31–0:41:35
dass wir dann beide ein Mittagessen am nächsten Tag haben.
Chris Flor
0:41:35–0:41:38
Und wie machst du das, dass du nicht einfach mehr isst am Abend?
0:41:38–0:41:40
Wenn da so noch mehr da ist?
Florian Clauß
0:41:40–0:41:41
Nee, das ist überhaupt kein Problem. Okay.
0:41:43–0:41:45
Willst du drüber reden? Nein.
Chris Flor
0:41:46–0:41:48
Weil ich esse, dann häuft das alles auf.
Florian Clauß
0:41:48–0:41:52
Sechstens, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Investiere in gutes Werkzeug.
0:41:53–0:41:54
Also das ist, finde ich, auch so.
0:41:55–0:42:00
Qualitativ hochwertige Töpfe, Messer und Küchengeräte erleichtern dir die Arbeit
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und halten ein Leben lang.
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Also wir haben auch diese französische Koch- Topffirma. Das ist ein Traum.
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Kostet der Topf halt irgendwie 300 Euro, aber ich nehme nichts anderes.
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Es gibt halt wirklich so oder Messer. Messer ist halt auch so ein Ding.
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Ich habe jetzt auch so ein Schleifgerät mir angeschafft.
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Das ist ja schon ein bisschen länger her. Das ist ein Diamantschleifgerät.
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Ich hatte ja sonst immer so einen Schleifstein und das war mir immer so nervig.
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Da musste ich ihn rausholen. Das hat ewig lang gedauert.
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Jetzt habe ich jetzt so ein elektrisches Schleifgerät, wo ich das halt einfach so durchziehe.
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Das war auch ein bisschen teurer, aber das habe ich dann innerhalb von zwei,
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Minuten habe ich dann mein Messer, meine drei Messer, die ich dann halt zum
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Kochen verwende, halt wieder scharf, ohne jetzt so viel Action.
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Das war mir total wichtig. Ja, ja, ja.
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Macht auch Spaß, der Sound ist geil. Kann ich empfehlen an der Stelle.
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Und also Messer sind ganz, ganz wichtig.
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Töpfe sind wichtig. Und vor allen Dingen so Pfannenwender. Es gibt auch nur
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ganz wenige Pfannenwender, die ich nehme.
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Mir ist mal einer kaputt gegangen, meiner Lieblings und ich hab die,
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Wirklich lange gebraucht, bis ich dann einen Ersatz gefunden habe für den.
Chris Flor
0:43:08–0:43:11
Was ist ein guter Pfannenwender? Wie zeichnet der sich aus?
Florian Clauß
0:43:11–0:43:15
Das ist einfach so, wie der in der Hand liegt und wie der sich dann halt auch
0:43:15–0:43:20
anfühlt. Was das für ein Holz ist, was die Form vorne ist, weil ich dann halt auch Linkshänder bin.
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Meistens sind die dann halt so abgeschrägt, das ist für Rechtshänder.
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Und dann muss man halt gucken, dass man halt irgendwie auch einen anderen findet
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für Linkshänder. Genau, also das sind so Sachen.
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Das dauert auch eine Weile, bis man das Setup zusammen hat.
Chris Flor
0:43:34–0:43:37
Ja, und manchmal kauft man sich auch vielleicht Sachen, die man dann gar nicht
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benutzt und die man dann wieder loswerden kann.
Florian Clauß
0:43:38–0:43:41
Genau, das ist nicht nur manchmal, das passiert oft, ja.
0:43:41–0:43:45
Aber ich habe jetzt auch, was ich mir auch gekauft habe, so eine ultra teure
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Mandoline aus so einem Ding, wo ich dann halt wirklich so haarfein diese Kartoffeln
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und sowas schneiden kann.
Chris Flor
0:43:55–0:43:58
Ja, Julia hat mir eine geschenkt, die hat mir so, das ist eigentlich eine Trüffelreibe,
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da kann man so einstellen.
Florian Clauß
0:43:59–0:43:59
Genau, genau.
Chris Flor
0:43:59–0:44:00
Das hast du auch so aus Metall.
Florian Clauß
0:44:01–0:44:01
Genau, genau.
Chris Flor
0:44:01–0:44:04
Genau, das habe ich jetzt gerade bekommen. Da habe ich mir Äpfel ganz dünn gemacht.
0:44:04–0:44:05
Da kann man ganz dünne Äpfel lassen.
Florian Clauß
0:44:05–0:44:09
Ja, das ist geil. Ich habe auch tatsächlich den Trüffelhobel.
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Den finde ich auch super für Parmesan und sowas.
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Trüffel habe ich nicht so oft zu Hause im Tresor.
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Aber ich liebe Trüffel. Ich hatte auch mir vorgenommen, jetzt will ich Trüffel anbauen.
Chris Flor
0:44:21–0:44:22
Anbauen?
Florian Clauß
0:44:22–0:44:26
Nein, das kann man natürlich nicht anbauen. Aber ich will erst mal auftreiben.
0:44:26–0:44:28
Aber bis man da irgendwie die Quellen, wo man gute Trüffel herbekommt.
Chris Flor
0:44:28–0:44:32
Ja, im Kaufhaus des Westens habe ich immer Trüffel gekauft. Momentan gibt es
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wahrscheinlich Sommertrüffel. So schwarze gibt es wahrscheinlich gerade.
Florian Clauß
0:44:35–0:44:39
Aber wir können mal gucken.
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Siebtens, Saisonalität zählt. Richte deine Einkäufe und Gerichte nach dem aus,
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was die Natur gerade bietet.
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So unterstützt du regionale Produzenten und genießt Lebensmittel auf ihrem Geschmack.
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Also ganz klassisches Beispiel Tomaten.
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Auch im Bioladen sind Tomaten immer langweilig. Das ist echt schlimm.
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Es gibt halt nur ein Fenster von drei, vier Wochen, wo die Tomaten richtig gut
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schmecken. Und dann ist es wieder vorbei.
Chris Flor
0:45:07–0:45:09
Da müssen wir dann Soßen kochen wie ein Verrückter.
Florian Clauß
0:45:10–0:45:13
Ja, aber ich meine, klar, ich habe aber tatsächlich weniger Tomaten in letzter
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Zeit genommen, weil es mir einfach nicht mehr schmeckt so richtig,
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wenn die halt off-season sind.
Chris Flor
0:45:17–0:45:20
Ja, in Kalifornien ist das alles ein bisschen einfacher.
Florian Clauß
0:45:20–0:45:20
Ja, das stimmt.
Chris Flor
0:45:21–0:45:24
Da kriegen wir ganz gute Tomaten wirklich auch.
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Also auch verschieden, so Herlumtomaten. Aber wo ich merke, Pfirsiche.
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Wenn die Pfirsiche dann ankommen, das ist halt wirklich nur ein kurzer Moment,
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wo die dann halt so perfekt sind.
Florian Clauß
0:45:37–0:45:40
Ja, das stimmt. Oder hier ist es halt Rhabarber und Spargel und Erdbeeren.
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Das sind so diese klassisch deutschen Sachen, die dann halt auch nur,
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aber da wird ja die Saisonalität tatsächlich so zentriert.
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Obwohl der Spargel mir auch jetzt nicht mehr so geschmeckt hat. Egal.
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Okay, achtens, koche nach Wochenplan. Das ist das, was ich schon mal so ein
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bisschen beschrieben habe.
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Plane deine Mahlzeiten wöchentlich und mach einmal die Woche einen Großeinkauf
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in dem Biosupermarkt deiner Wahl.
Chris Flor
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Ist gut, kriege ich so nicht hin, muss ich ganz ehrlich sagen.
0:46:06–0:46:08
Ich gehe ständig zum Laden.
Florian Clauß
0:46:08–0:46:08
Aber du hast...
Chris Flor
0:46:08–0:46:09
Ich habe einen Laden um die Ecke.
Florian Clauß
0:46:10–0:46:11
Du hast auch kein Auto. Nee, ich habe kein Auto.
Chris Flor
0:46:12–0:46:12
Genau.
Florian Clauß
0:46:12–0:46:15
Das ist aber tatsächlich das eine Mal in der Woche, wo wir unser Auto bewegen,
0:46:15–0:46:17
ist halt wirklich zum Einkauf. Das ist wirklich so absurd.
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Also eigentlich brauchen wir
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kein Auto, aber für den Einkauf ist es halt praktisch. Das ist so der...
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Ja, klar. Mache das Kochen zu deinem täglichen Ritual.
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Zelebriere den Prozess vom Schneiden bis zum Anrichten. Das ist so eine Meditation
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werden mit Musik und Getränk.
Chris Flor
0:46:33–0:46:35
Was für ein Getränk trinken wir?
Florian Clauß
0:46:35–0:46:42
Also ich habe Sauerkirsche geerntet und habe daraus einen Sirup gemacht.
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Das ist so die einfachste Art. Und ich habe jetzt irgendwie so...
0:46:47–0:46:49
Liter Sauerkirsche hier oben, obwohl jetzt sehr viel weniger,
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weil ich den über... Und ich mache dann immer so ein...
Chris Flor
0:46:52–0:46:53
Letztes Jahr hatte ich da auch mal.
Florian Clauß
0:46:54–0:46:58
Ja, sehr gut. Und dann einfach Sauerkirsche und ein bisschen Sprudelwasser.
0:46:58–0:47:03
Oder ansonsten, ich habe jetzt auch... Ich trinke jetzt gerade nur alkoholfreies Bier.
Chris Flor
0:47:03–0:47:03
Ach so.
Florian Clauß
0:47:03–0:47:08
Das machen viele gerade hier. Ja, das ist gerade total irgendwie in. Ich weiß auch nicht.
Chris Flor
0:47:08–0:47:12
Ja, ja, das ist so ein Anti-Alkohol-Trend. Das ist ja sehr stark bei den Gen-Z-Leuten
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und das schlägt sich jetzt auf alle aus.
Florian Clauß
0:47:14–0:47:15
Ja? Bei wem?
Chris Flor
0:47:15–0:47:22
Generation Z also wir quasi nein, nein, wir sind X nach uns waren die Millennials
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und die danach die Gen Z, die sind so ja, aber es gibt auch.
Florian Clauß
0:47:25–0:47:30
Tatsächlich also diese ganze Craft Bewegung hat.
Chris Flor
0:47:30–0:47:30
Jetzt auch.
Florian Clauß
0:47:30–0:47:32
So eben so alkoholfreie Biere.
Chris Flor
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Ich trinke die halt auch jetzt relativ häufig auch Sierra Nevada,
0:47:38–0:47:42
also diese guten Brauereien haben dann halt auch ihre eigenen Biere und das
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ist halt dann auch gut, weil es ist dann nichts nix Süßes, also man hat dann
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halt keine, muss kein Limo trinken, hat dann trotzdem,
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was ich merke, dass ich schon so Bierdurst häufig habe, aber das ist häufig
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auch so diesen Hopfen einfach, dass es mich aus dem Hopfen verlangt.
0:47:56–0:47:59
Und habt ihr das auch hier, dieses Hopfenwasser?
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Das ist einfach nur so ein,
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fermentierter Hopfen in Wasser, der aber halt ohne Alkohol fermentiert,
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ich weiß jetzt nicht genau, wie das läuft, das hat so einen säuerlichen,
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wie wenn du in einer Brauereistadt an der Brauerei vorbeigehst.
Florian Clauß
0:48:13–0:48:16
Ja, genau. Ich finde, das riecht immer sehr nach Hanf.
Chris Flor
0:48:16–0:48:21
Ja, ja, genau. Das ist sehr, sehr ähnlich. Und es schmeckt halt so einen leichten
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Geschmack, ist halt nicht gesüßt, ist halt so säuerlich und so.
0:48:24–0:48:26
Und das trinke ich halt auch sehr gerne, ist sehr erfrischend.
Florian Clauß
0:48:26–0:48:27
Ah ja.
Chris Flor
0:48:27–0:48:30
Okay, aber gut, du meinst zelebrieren, ja.
Florian Clauß
0:48:30–0:48:34
Zelebrieren, genau. Also ich mache immer Musik, ja. Ich höre mir dann immer
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auf Soundcloud die Mixer von der Fusion jetzt, wenn alle angekommen sind.
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Da gibt es super Sachen. Also höre dann Musik und dann sehe ich auch mal so,
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wie lange der Mix ist, wie lange ich gekocht habe und so weiter.
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Also ein bisschen, ich freue mich dann richtig. Das ist ja wirklich so Musik,
0:48:48–0:48:52
Alkoholfleisch, Bier auf und jetzt geht es los.
Chris Flor
0:48:52–0:49:00
Und das ist halt eben auch so ein Handwerk, halt so eine Flow-Geschichte, in die du da reinkommst.
Florian Clauß
0:49:01–0:49:04
Genau, genau, es ist wirklich so ein bisschen so ein Mindset.
Chris Flor
0:49:04–0:49:05
Du wirst eins mit dem Material.
Florian Clauß
0:49:06–0:49:10
Genau, mit meiner Küche. Und zehntens, führe ein Kochtagebuch,
0:49:10–0:49:15
notiere Rezepte, Variationen und Gelingen. Baue dir dein persönliches Kochbuch auf.
Chris Flor
0:49:16–0:49:16
Cool.
Florian Clauß
0:49:16–0:49:22
Ja, elftens, lerne ständig dazu, erforsche neue Techniken, Zutaten und Küchen
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aus aller Welt. Es gibt immer etwas zu entdecken.
0:49:26–0:49:30
Und zwölftens, letzter Punkt, aber es gibt noch einen Absatz danach.
0:49:30–0:49:33
Ja, wir sind jetzt gleich da. Mache Nachhaltigkeit zur Priorität.
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Wähle wiederverwendbare Behälter, reduziere Plastik und achte auf umweltfreundliche
0:49:38–0:49:39
Reinigungsmittel. Bla, bla, bla.
Chris Flor
0:49:40–0:49:40
Ja.
Florian Clauß
0:49:41–0:49:44
Keine Frage. Okay, jetzt hier nochmal der Appell.
0:49:44–0:49:49
Lass deine Küche zum Zentrum von der Kreativität, Gesundheit und Nachhaltigkeit werden.
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Jede Mahlzeit ist eine Chance, die Welt ein Stück besser zu machen.
0:49:53–0:49:58
Steh auf, geh in die Küche und revolutioniere dein Leben. Ein Teller nach dem anderen.
Chris Flor
0:49:59–0:49:59
Okay.
Florian Clauß
0:50:00–0:50:01
Ja.
Chris Flor
0:50:02–0:50:05
Ja gut, dann kann man vielleicht nochmal. Und dann? Und ein Teller nach dem anderen.
Florian Clauß
0:50:06–0:50:09
Wir gehen gleich ins Haus, wir gehen gleich in die Küche, aber vielleicht machen
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wir hier erstmal so einen Cut und einen kleinen Abschluss.
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Aber was ich dazu noch, du kannst deine Tasche hier abstellen.
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Was ich dazu noch sagen wollte, ist, man ist ja in einer Welt,
0:50:17–0:50:24
die man irgendwie besser machen möchte. Also jeder hat so den Drang, was kann ich machen?
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Du kannst halt irgendwie dein Konsumverhalten ändern, du kannst bestimmte Sachen,
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aber die Frage ist so, das große
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Ganze hat man ja immer so ein Unmachtsgefühl, du kommst ja nicht dran.
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Aber ich glaube, auf so psychotherapeutischer Ebene ist es so,
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dass eigentlich die Welt besser wird, wenn jeder halt irgendwie ein,
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zwei, drei Menschen glücklicher macht in seinem Umfeld.
0:50:45–0:50:50
Und dadurch wird, also ich glaube, das ist halt wirklich so dieser Ameisen-Algorithmus,
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den ich da halt irgendwie sehe.
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Es ist gut, dann im Kleinen zu wirken und dann halt mit deinen Sachen,
0:50:55–0:50:56
die man halt so machen kann.
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Und damit ist die Welt ein bisschen besser geworden. Und ich glaube,
0:50:59–0:51:02
so kann man das halt irgendwie machen.
Chris Flor
0:51:02–0:51:06
Ja, man bricht halt auch so ein bisschen aus den Gewohnheiten aus,
0:51:06–0:51:08
die halt systemisch in der Welt drin sind.
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Also dann ist das vielleicht in deinem Verhalten in der Küche.
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Verhältst du dich anders und dadurch kreierst du ja eine andere Welt für dich,
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in der du lebst, in der du dich wahrnimmst und so weiter. Und da lockst du dann
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ja auch andere Leute mit rein.
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Ja, natürlich kann man, das bringt dann auch nichts, dann die Gletscher schmelzen halt trotzdem. dem.
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Aber ich verstehe das aber auch. Ich sehe das auch genau so.
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Man muss sich halt die Welt dann schon ein bisschen so machen, wie sie einem gefällt.
0:51:35–0:51:38
Und das verbessert die ja auch.
Florian Clauß
0:51:38–0:51:42
Ja, also es geht auch vor allen Dingen, dass du dich besser dabei fühlst.
0:51:42–0:51:46
Ich glaube, du kannst nur selber was machen, wenn du dich einfach gut fühlst.
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Also ich glaube, das ist ganz wichtig.
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So, jetzt war das der erste Teil. Wir haben uns am Ostkotsch getroffen,
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sind gerade hier über die Omelsburger Bucht hierher geschlendert.
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Und jetzt würde ich sagen, machen wir einen kleinen Cut, wir breiten unser Zeug
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aus und dann können wir ja nochmal berichten, was es heute gibt.
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Also, so, jetzt sind wir drinnen und ich habe jetzt meine Zutatenbank aufgebaut, ja.
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Genau, und dann kann ich vielleicht sagen, was ich mache. Und zwar mache ich
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ein ganz, also ich mache ein Rezept, wo ich schon relativ sicher bin,
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was ich schon oft gemacht habe, weil ich will es ja auch nicht verpatzen.
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Im Prinzip eine Ziegenkäsetart auf vegan.
Chris Flor
0:52:34–0:52:35
Okay, ja, lecker.
Florian Clauß
0:52:36–0:52:41
Ja, eine Tarte. Also das heißt, ich habe diesen Teig, den mache ich schon so
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oft. Es ist quasi ein Tartteig auf Olivenbasis.
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Den habe ich auch in einem Block. Haben wir noch mehr Oliven?
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Ja, da haben wir ganz viel.
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Also ein Tartteig auf Olivenölbasis. Und das Rezept kommt von juliakocht.de.
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Das mache ich immer.
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Und jetzt habe ich nämlich experimentiert. Ich habe nämlich,
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wir haben es vorhin angesagt, Frischkäse auf Cashew-Basis gemacht.
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Ich habe mir jetzt auch so Bakterien-Kulturen bestellt.
Chris Flor
0:53:14–0:53:14
Und die sind da drin?
Florian Clauß
0:53:15–0:53:18
Und die sind da drin. Also das heißt, der ist jetzt schon so zwei,
0:53:18–0:53:20
drei, vier Tage fermentiert. Kann ich da mal probieren? Probier mal.
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Und ich bin auch gespannt. Ich habe auch noch dazu...
Chris Flor
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Geil.
Florian Clauß
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Ich habe dazu noch Cadmium-Bakterien reingemacht.
Chris Flor
0:53:33–0:53:33
Cadmium?
Florian Clauß
0:53:33–0:53:34
Ja.
Chris Flor
0:53:35–0:53:36
Cadmium ist doch ein Schleppetal.
Florian Clauß
0:53:36–0:53:50
Ich bin auch gerade in diese vegane Käsekultur eingestiegen und habe dann, das ist so die,
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Art von Käse, dass man die halt wendet und so weiter, Cashew auf Cashew-Basis und dieser,
0:53:58–0:53:59
Ich muss mal gucken.
Chris Flor
0:53:59–0:54:05
Wie die heißen. Ne, Cadmium ist was Schlimmes. Das ist so ein Schwermetall. Candidum.
Florian Clauß
0:54:06–0:54:06
Candidum, genau.
Chris Flor
0:54:07–0:54:09
Candidum. Ach so, Candidum. Ja, genau.
Florian Clauß
0:54:09–0:54:12
Das sind nämlich die Bakterienarten. Also das eine ist halt,
0:54:12–0:54:17
das ist halt so ein, das sind jetzt gekaufte Sachen, aber die kann man auch selber machen.
0:54:17–0:54:23
Das eine ist halt auf der Basis mesophile Bakterien, die halt diese Reifung
0:54:23–0:54:26
machen, Käsereifung. Und das andere, das Candidum, ist dafür da,
0:54:26–0:54:29
dass dieser Schimmelblatt entsteht.
0:54:29–0:54:31
Und das ist jetzt hier...
Chris Flor
0:54:31–0:54:33
Ja, das habe ich mir auch schon angeguckt.
Florian Clauß
0:54:33–0:54:37
Ja, ich habe es ja auch lange, bin ich dann immer hin und her geschlichen.
0:54:37–0:54:41
Und eigentlich ist es total einfach. Es ist halt irgendwie, dass die Gefahr
0:54:41–0:54:46
dabei ist, dass es halt relativ schnell anfängt zu schummeln.
0:54:46–0:54:51
Also du musst halt wirklich die ganzen Hygienegeschichten dann halt so konsequent durchhalten.
Chris Flor
0:54:51–0:54:56
Ja, weil es halt auch darf nicht zu feucht bleiben und dann in der Kühlschrank
0:54:56–0:54:57
wird es aber auch schnell zu trocken.
Florian Clauß
0:54:58–0:55:01
Ja, obwohl trocken ist gar nicht so ein Problem. Es ist eher so,
0:55:01–0:55:03
wenn du halt irgendwie so ein bisschen mit den Händen drankommst,
0:55:03–0:55:06
dass es dann sofort dann halt irgendwie anfängt.
0:55:06–0:55:09
Und dadurch, dass es halt immer auf ist und so, muss man ein bisschen gucken,
0:55:09–0:55:12
dass man das halt irgendwie... Ich bin gespannt, wie das jetzt wird.
0:55:12–0:55:15
Also ich habe beides gleich gemacht, deswegen habe ich hier die Candidum auch
0:55:15–0:55:17
reingemalt. Eigentlich malt man die ja nicht rein.
0:55:18–0:55:22
Aber man hat so einen leichten... Schmeckt so ganz ein bisschen wie der Rand vom Camembert.
0:55:23–0:55:26
Also wenn man das noch mal probiert. Ja, kannst du mal die andere Seite nehmen.
0:55:26–0:55:29
Aber wenn man das weiß, dann schmeckt man das so ein bisschen raus.
Chris Flor
0:55:29–0:55:33
Ja, ist ja geil. Und wo hast du die Bakterien her?
Florian Clauß
0:55:33–0:55:39
Die hier, ich will jetzt keine Werbung machen, aber das ist halt so der, die machen auch...
Chris Flor
0:55:39–0:55:40
Das ist der Candidum, also kein Käse.
Florian Clauß
0:55:40–0:55:42
Und kein Käse-Starter, ja.
Chris Flor
0:55:42–0:55:45
Ah, Mann, das hätte ich wissen sollen, weil sowas gibt es in den USA nicht.
Florian Clauß
0:55:46–0:55:46
Ach so.
Chris Flor
0:55:48–0:55:51
Und das hätte ich mir dann gerne mal, vielleicht kann man das irgendwie...
Florian Clauß
0:55:51–0:55:56
Aber ich kann dir das mitgeben hier. Ja. Und du kannst dir was abfüllen von. Ja.
Chris Flor
0:55:58–0:56:01
Super. Und wie viel hast du von da reingemacht?
Florian Clauß
0:56:01–0:56:05
Also ich hätte wirklich für das Ganze, das waren dann 500 Gramm Cashewkerne
0:56:05–0:56:10
und dann füllst du dann halt auf und mixt das richtig, also lässt es erstmal stehen im Wasser und so.
0:56:11–0:56:13
Und dann habe ich vier von diesen Löffeln.
Chris Flor
0:56:13–0:56:17
Okay. Und dann in niedriger Temperatur wird das dann...
Florian Clauß
0:56:17–0:56:21
Genau, du musst halt gucken, wenn du wirklich so einen Mixer nimmst,
0:56:21–0:56:25
du bist ja dann schon bei... Die ganze Masse wird ja recht heiß,
0:56:25–0:56:28
du musst es dann abkühlen lassen und dann rührst du es rein.
0:56:29–0:56:33
Genau, ich muss den jetzt irgendwie den Tag wenden.
Chris Flor
0:56:35–0:56:40
Ja, ich wollte es dann eben auch mit Sonnenblumen ausprobieren, weil Cashews sind geil.
Florian Clauß
0:56:40–0:56:44
Ja, Cashews sind geil, aber damit kannst du nicht einen Hartkäse machen.
0:56:45–0:56:50
Das heißt, du brauchst eher sowas wie eine auf Mandelbasis. Die sind sowas,
0:56:50–0:56:52
dass du wirklich so einen Ersatzparmesan machen kannst.
0:56:52–0:56:55
Cashews sind nicht so, also die fangen dann eher an zu schimmeln.
0:56:55–0:57:00
Das heißt, ein bis zwei Monate ist so die Reife. Der Reifekurs ist länger nicht unbedingt.
Chris Flor
0:57:01–0:57:07
Ja, nee, das andere ist, dass halt Cashews auch viele Arten der Herstellung... Oh, ist das... Ah, je.
Florian Clauß
0:57:08–0:57:10
Das sieht schon nicht schimmelig aus. Nee, das ist nicht schimmelig.
0:57:10–0:57:13
Das ist noch diese Schale von den Cashews, die ist teilweise dabei.
Chris Flor
0:57:14–0:57:14
Okay, okay.
Florian Clauß
0:57:14–0:57:18
Ich hatte nämlich auch schon gestern Angst. Ja. Aber das ist...
Chris Flor
0:57:18–0:57:19
Das kann man auch essen.
Florian Clauß
0:57:19–0:57:22
Nee, das ist tatsächlich so diese Schale von den Cashews, die sich jetzt so
0:57:22–0:57:27
ein bisschen nachfärbt. und ich habe vergessen, den Käse hier zu salzen.
Chris Flor
0:57:29–0:57:30
Ah, ja, ja.
Florian Clauß
0:57:31–0:57:37
Also, ich muss jetzt in der ersten Zeit dann halt jeden Tag wenden und eigentlich
0:57:37–0:57:39
brauchst du einen Weinkühlschrank dafür, ne?
0:57:39–0:57:42
Ja, ja. Und ich war schon kurz davor, mir einen Weinkühlschrank zu klicken.
0:57:42–0:57:44
Weißt du, wie das so ist, ne?
Chris Flor
0:57:44–0:57:48
Ja, ja, das geht ja einfach. Kann man einfach klicken und dann kommt's.
Florian Clauß
0:57:48–0:57:53
Ja, ne, ich habe auf Ebay geguckt und einen gefunden für 40 Euro, war auch okay.
0:57:53–0:57:56
Aber dann dachte ich, ey, ich habe noch nie mal damit angefangen und fange gleich
0:57:56–0:57:57
an, hier einen Weinkühlschrank zu kaufen.
Chris Flor
0:57:57–0:58:00
Du isst es, okay, dann packe ich mir das jetzt weg und dann kaufe ich dir das
0:58:00–0:58:02
ab und du bestellst dir neues und dann ist es auch wieder ein Handhang.
Florian Clauß
0:58:02–0:58:06
Du brauchst es ja gerade nicht. Nee, genau, ich brauche es gerade nicht.
Chris Flor
0:58:07–0:58:11
Ja, nee, mit den Cashews ist es halt, habe ich gehört, je nachdem,
0:58:11–0:58:14
wo man es herkauft, ist es so ein bisschen ausbeuterisch.
Florian Clauß
0:58:15–0:58:18
Ja, das stimmt, ja. Deswegen habe ich gedacht.
Chris Flor
0:58:18–0:58:21
Sonnenblumenkerne sind besser, die haben halt mehr so einen Eigengeschmack,
0:58:21–0:58:27
aber es ist dann halt vielleicht wie Ziegenkäse statt Schafskäse oder statt,
0:58:28–0:58:30
Kuhmilchkäse, es ist dann halt Sonnenblumen statt...
Florian Clauß
0:58:30–0:58:31
Aber es riecht schon so nach Molke, ne?
Chris Flor
0:58:32–0:58:32
Oh ja, geil.
Florian Clauß
0:58:34–0:58:37
Also genau das ist jetzt so mein neues Hobby.
Chris Flor
0:58:38–0:58:39
Ja, das ist ein super Hobby.
Florian Clauß
0:58:40–0:58:45
Und ich kann dir auch ein paar Links geben von diesen, die ich jetzt zusammengetragen,
0:58:46–0:58:49
Da gibt es zum Beispiel das eine Blog, ich gucke ja viel auf Kochblogs,
0:58:49–0:58:52
eine Blog heißt DailyVetVegan.
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Der Typ ist super. Der macht halt irgendwie auch so Käse, alles mögliche und,
0:58:58–0:59:00
der beschreibt das total gut.
0:59:00–0:59:05
Und dann habe ich auch nochmal, damit man es einfach sieht, noch so ein paar
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YouTube-Channels, wo du halt auch dann wirklich dann so, wie man das dann täglich
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macht, wie sich der Käse dann verändert.
Chris Flor
0:59:11–0:59:16
Das habe ich mir schon mal angesehen auf YouTube, wie die das dann so machen.
Florian Clauß
0:59:17–0:59:20
Genau. Eigentlich brauchst du nicht viel. Du brauchst halt wirklich auch kein...
0:59:21–0:59:26
Was ich mir gekauft habe, das ist praktisch. Das kann ich empfehlen.
0:59:27–0:59:31
Und zwar ist es einfach eine Gase, ein Käsetuch.
Chris Flor
0:59:32–0:59:32
Ah ja, geil.
Florian Clauß
0:59:32–0:59:37
Und das halt einfach am Stück. Du kochst es dann halt wirklich, das ist diese Gase.
0:59:37–0:59:42
Und dann am Anfang, du kannst damit abseilen, du machst auch zum Beispiel,
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ich habe den relativ, ich habe den nach Frischkäsekonsistenz jetzt angerührt.
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Das heißt, nicht so viel Wasser, aber eigentlich, wenn du dann so einen Käse
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machst, machst du viel mehr Wasser und lässt den halt ähnlich wie so Lappner.
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Das heißt, du lässt es dann halt austropfen, im Kühlschrank ruhen und einfach
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dadurch, dass es halt auf so einem Tuch liegt und die ganze Flüssigkeit dann
1:00:02–1:00:05
abgeht, wird es viel härter dann.
Chris Flor
1:00:05–1:00:09
Ja, ich habe das mir, ich habe ja erzählt von dem Soja-Joghurt,
1:00:09–1:00:12
den kannst du auch auf so einen Sieb drauf machen.
1:00:12–1:00:16
Ich benutze so einen Kaffee, diese Metall-Kaffee-Filter, die es beim Ikea gibt,
1:00:16–1:00:19
kannst du das reinmachen und dann tropft dann das Zeug raus,
1:00:19–1:00:21
die Molke, sagen wir mal.
Florian Clauß
1:00:21–1:00:21
Ja, genau.
Chris Flor
1:00:21–1:00:26
Und dann am Ende hast du halt so einen Quark dann auch, also so einen ganz festen,
1:00:26–1:00:30
hochproteinigen Joghurt dann.
1:00:30–1:00:33
Und da habe ich mich jetzt gefragt, ob man das vielleicht dann auch machen könnte
1:00:33–1:00:35
und dann statt dem Joghurt...
1:00:37–1:00:38
Bakterien, diese Bakterien rein.
Florian Clauß
1:00:38–1:00:43
Den Frischkäse ist ja relativ hart. Den wollte ich jetzt dann mit eben dieser
1:00:43–1:00:46
Hafercousine, also die Hafermilch, die ein bisschen fester ist.
1:00:47–1:00:50
Das ist das Produkt, was ich jetzt neulich gefunden habe, was super ist.
1:00:50–1:00:52
Also das kann man auch mal verkosten.
1:00:53–1:00:55
Weil ich finde, das ist so cremig.
Chris Flor
1:00:56–1:01:01
Mineralwasser, Sonnenblumenöl, Vollkernhafer, Johannisbeeren, Kernbrot, Kernmehl,
1:01:03–1:01:05
Quarkkernmehl, Steinsalz.
Florian Clauß
1:01:05–1:01:12
Ja, das ist halt so Also probiere mal, das ist immer gut zu schmatzen und zu essen beim Vodka ist.
1:01:15–1:01:17
Also ich finde das halt sehr cremig.
Chris Flor
1:01:17–1:01:18
Sehr gut.
Florian Clauß
1:01:18–1:01:21
Und wenn ich denke, also ich bin noch unsicher, dann muss ich nochmal sagen,
1:01:21–1:01:24
wenn ich das jetzt verrühre mit dem und als Belag nehme,
1:01:27–1:01:30
dann brauche ich wahrscheinlich nicht nochmal einen Eiersatz rein.
Chris Flor
1:01:30–1:01:31
Ja, wahrscheinlich nicht.
Florian Clauß
1:01:32–1:01:36
Also ansonsten wollte ich dann nochmal geschrotete Leinsamen als Eiersatz.
1:01:36–1:01:37
Aber da hatten wir ja gerade drüber geredet.
Chris Flor
1:01:37–1:01:44
Ja, also es gibt verschiedene Eiersätze für verschiedene Zwecke.
1:01:44–1:01:48
Also wenn du jetzt so ein Ei so als braten wolltest oder sowas,
1:01:48–1:01:51
dann geht eine Leinsamen überhaupt nicht. Das wird dann enorm schleimig.
1:01:51–1:01:56
Das kann man benutzen zum Beispiel in Brot oder nicht in Brot,
1:01:56–1:02:00
in Kuchen oder sowas. Aber selbst da habe ich das Gefühl, dass diese Leinsamen
1:02:00–1:02:01
ein bisschen zu schleimig werden.
1:02:02–1:02:08
Ich habe jetzt häufig eine Nussbutter rausgekriegt, dass die manchmal hilft,
1:02:08–1:02:11
wenn du so French Toast machst, so Amarita.
1:02:12–1:02:18
Und statt dem Ei Milch nimmst du dann halt Nussbutter und Milch und die verfestigt
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sich dann besser, weniger schleimig als Leinsamen-Schrot.
1:02:24–1:02:26
Würde ich in dem Fall halt nicht machen, vielleicht dann gar nichts,
1:02:26–1:02:30
da hast du recht. Oder dann halt einfach so Mehl rein, dass sich die Sache halt
1:02:30–1:02:34
einfach so verfestigt, verdickt oder also Stärke oder so, also eine solche Geschichte.
Florian Clauß
1:02:36–1:02:38
Wir können mal gucken.
Chris Flor
1:02:38–1:02:42
Aber ich glaube, vielleicht ist es gar nicht so. Aber wie ist es denn? Dann kommt der Teig?
Florian Clauß
1:02:42–1:02:45
Genau, jetzt kommt der Teig und jetzt kommt dieses, was ich vorhin schon meinte
1:02:45–1:02:48
bei dem Knoblauch. Das ist eigentlich Zwiebel.
Chris Flor
1:02:48–1:02:49
Karamellisierte Zwiebel.
Florian Clauß
1:02:49–1:02:54
Und das ist halt wirklich so. Ich habe hier vier ganz große rote Zwiebeln,
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habe ich extra nochmal im Biomarkt rausgesucht.
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Und die halt in feine Scheiben geschnitten und die dann über anderthalb Stunden einfach gebraten.
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Das würde ich jetzt gleich als erstes gemacht. und dann damit hast du eigentlich
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alles, also das ist so die Geschmackskomponente, mehr brauchst du nicht.
1:03:10–1:03:14
Und dann gibt es noch oben drauf, eigentlich wird es ja mit Sahne gemacht und
1:03:14–1:03:20
blablabla, Eigelb und so, dann gibt es Oliven oben drauf, die sind auch total wichtig, Oliven.
1:03:20–1:03:26
Und dann gibt es im Originalrezept halt diese Ziegenrolle. Und ich wollte halt
1:03:26–1:03:29
irgendwie auch dann so ein Dings kultivieren, aber das habe ich halt irgendwie zeitlich nicht.
1:03:30–1:03:33
Also gibt es halt ohne, aber das wäre jetzt so mein Rezept.
Chris Flor
1:03:33–1:03:34
Ohne ist ja geil.
Florian Clauß
1:03:34–1:03:37
Das ist mein Rezept, jetzt bin ich gespannt auf, was hast du vor?
Chris Flor
1:03:37–1:03:41
Okay, also bei mir ist es nicht so ganz, also ich habe schon gesagt,
1:03:41–1:03:42
ich habe was vergessen zu Hause.
1:03:43–1:03:46
Und jetzt auch hier, also was ich, und ich habe auch falsche Zutaten,
1:03:46–1:03:49
ich war im Asialaden und habe falsche Zutaten bekommen.
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Eigentlich, es ist ein eingelegter Tofu.
Florian Clauß
1:03:54–1:03:55
Wow.
Chris Flor
1:03:55–1:04:00
Und der ist mit Knoblauch, Weißwein, das ist mein eigenes Rezept.
1:04:02–1:04:05
mit Knoblauch, Weißwein, weißem Pfeffer,
1:04:07–1:04:08
Miso ist halt sehr wichtig.
Florian Clauß
1:04:08–1:04:09
Ah ja, Miso.
Chris Flor
1:04:09–1:04:11
Und Zitronensaft halt auch.
Florian Clauß
1:04:11–1:04:13
Also du nimmst weißes Miso, ne?
Chris Flor
1:04:13–1:04:19
Ja, okay, das war genau das Problem. Ich war im Asialaden und irgendwie standen
1:04:19–1:04:21
dann nur so verschiedene Bohnenpasten.
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Bohnenpaste, Bohnenpaste, Bohnenpaste. Und ich habe keinen Miso gefunden in diesem Asialaden.
1:04:25–1:04:28
Und dann habe ich mir so eine koreanische Bohnenpaste geholt.
1:04:28–1:04:29
Aber die schmeckt halt sehr...
Florian Clauß
1:04:29–1:04:30
Also Bohnenpasten?
Chris Flor
1:04:31–1:04:35
Also ich habe Bohnenpaste, Miso ist ja eine Bohnenpaste, eine fermentierte Bohnenpaste,
1:04:35–1:04:36
das ist jetzt eine koreganische Bohnenpaste.
1:04:37–1:04:39
Als ich die dann aus dem Glas rausgeholt habe, habe ich gemerkt,
1:04:39–1:04:44
das riecht sich auch, die riecht schon sehr extrem. Was das eigentlich versucht, ist so eine...
1:04:45–1:04:50
Okay, es versucht so ein bisschen Fisch zu sein. Das ist die Sache.
1:04:50–1:04:53
Also den Tofu habe ich dann halt auch.
1:04:54–1:04:57
Aber sollte man es dann halt wiederum nicht sehen, ich versuche es dann,
1:04:57–1:05:01
dann ist es vielleicht dann ganz gut, dass es sich so wieder davon weg bewegt.
1:05:01–1:05:08
Aber die Überlegung ist halt, du hast halt, dieser Miso ist ja schon eine fermentierte,
1:05:10–1:05:14
enzymfermentierte Bohnenpaste, die, wenn man das einlegt, dann fermentiert das
1:05:14–1:05:16
auch schon so ein bisschen an dem Tofu dran rum.
Florian Clauß
1:05:16–1:05:19
Das hat dann schon so die Bakterien mit drin?
Chris Flor
1:05:20–1:05:23
Nicht Bakterien, das sind Enzyme. Also das hat dann, also ein Enzym,
1:05:23–1:05:25
das ist der mit dem Koji-Reis.
1:05:25–1:05:29
Also du weißt, von Koji-Reis haben wir uns ja schon mal drüber unterhalten.
Florian Clauß
1:05:29–1:05:30
Ja, ich habe es aber vergessen.
Chris Flor
1:05:30–1:05:36
Okay, also du nimmst, es ist ein bestimmter Pilz, den tust du in den Reis rein
1:05:36–1:05:40
und dann der Reis fängt dann an und der hat dann zwei verschiedene Enzyme gebildet.
1:05:40–1:05:47
Dann der Reis, also der Pilz möchte den Reis essen und deswegen produziert er diese Enzyme.
1:05:47–1:05:50
Und Enzyme ist ja so eine Kettenreaktion, wenn du einmal anfängst mit einem
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Enzym und bringst es dann halt rein in so einen Nährboden, dann breitet er sich aus.
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Okay, und also du hast dieser Koji-Reis, dann hat ein Enzym der Stärke in Zucker
1:05:59–1:06:04
umwandelt und ein Enzym, das halt dann irgendwie so ein Protein an Minusäuren zerlegt.
1:06:04–1:06:11
Und das wird dann halt einerseits, diese eine Fermentation von Stärke zu Zucker
1:06:11–1:06:13
wird zum Sake herstellen gemacht, also Wein.
1:06:13–1:06:18
Das wird dann also quasi nach und nach aus dem Reis wird immer mehr Zucker entlassen
1:06:18–1:06:22
und dann die Hefe vergärt es dann zum Alkohol, aber über einen längeren Zeitraum.
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Das wird dann halt so länger Und da kann man dann auch einen süßen Milchreis machen und,
1:06:29–1:06:37
Aber dann aus dem Enzym, das die Proteine zerlegt, daraus wird Sojasauce hergestellt,
1:06:37–1:06:41
daraus wird Miso-Paste hergestellt. Keine Ahnung, doch viel anderes.
Florian Clauß
1:06:41–1:06:45
Aber ich finde auch, wenn man so vorgefertigte Produkte nimmt,
1:06:45–1:06:48
ist auch so, Sojasauce ist für mich nicht wegzudenken.
1:06:48–1:06:52
Das wäre für mich so ein bisschen der heilige Gral, Sojasauce selber zu machen.
Chris Flor
1:06:52–1:06:57
Ja, ja, und ich habe der Koji daheim selber gemacht und das wäre dann halt so
1:06:57–1:06:59
ein Schritt, wäre das dann gewesen, dann halt noch so weiterzumachen.
Florian Clauß
1:06:59–1:07:03
Aber das ist irgendwann, mal gucken, wie weit der Käse geht.
1:07:05–1:07:08
Meistens ist es dann so, dass die gekauften Produkte dann schon so einfach besser sind.
Chris Flor
1:07:08–1:07:12
Und die sind ja auch noch relativ einfach genug, also es ist ja nicht,
1:07:12–1:07:13
dass da wahnsinnig viel Chemie oder so.
Florian Clauß
1:07:13–1:07:17
Nee, das stimmt. Und Miso ist auch so ein Ding, was man halt hat.
1:07:17–1:07:20
Und was ich mir jetzt auch, ich habe das, aber ich bin nicht zufrieden damit,
1:07:20–1:07:24
muss ich ehrlich sagen. Was ich mir gekauft habe, ist Liquid Smoke.
Chris Flor
1:07:24–1:07:25
Ah, okay, ja.
Florian Clauß
1:07:25–1:07:28
Und ich finde es nicht so geil. Ich finde das ist... Ich habe hier wirklich
1:07:28–1:07:32
einen Tropfen dran gemacht. Und jetzt, finde ich, schmeckt man es nicht mehr.
Chris Flor
1:07:32–1:07:34
Ja gut, aber du hast bereut für den Moment.
Florian Clauß
1:07:34–1:07:37
Ich mag... Ich weiß nicht...
Chris Flor
1:07:37–1:07:40
Ich benutze Liquid Smoke, aber es ist schwierig.
1:07:42–1:07:45
Und es schmeckt nicht so, wie wenn es geräuchert ist.
Florian Clauß
1:07:45–1:07:48
Es ist mir zu künstlich, muss ich sagen.
1:07:49–1:07:53
So ein bisschen wie so ein Trüffelaroma, was auch künstlich total leicht herzustellen
1:07:53–1:07:55
ist. Und du findest, am Anfang wird es total geil.
Chris Flor
1:07:55–1:08:01
Weil es sich erinnert und dann geht es ja... Es ist ja nicht künstlich,
1:08:01–1:08:02
es ist ja nicht wirklich, aber es stimmt schon.
1:08:03–1:08:07
Da gibt es halt auch verschiedene. In den USA kann man die richtig im Supermarkt
1:08:07–1:08:08
kaufen. Da gibt es den Mesquite.
1:08:08–1:08:13
Das ist halt eben dieser Kaktus, mexikanische Kaktus. Und dann gibt es noch Hickory.
Florian Clauß
1:08:14–1:08:16
Genau, Hickory ist dann so dieses Holz.
Chris Flor
1:08:16–1:08:19
Welches Holz? Hickory. Hickory ist halt ein Baum.
Florian Clauß
1:08:19–1:08:20
Auf Deutsch heißt.
Chris Flor
1:08:20–1:08:23
Und diese beiden kann man dann halt so benutzen in verschiedenen Sachen.
1:08:23–1:08:26
Ich benutze es auch für verschiedene Sachen. Aber es ist halt nicht so geil,
1:08:26–1:08:28
wie wenn halt was richtig geräuschig ist.
Florian Clauß
1:08:28–1:08:32
Also genau, das ist so ein... Okay, ich würde sagen...
1:08:34–1:08:38
Es riecht schon total geil. Es riecht echt super.
Chris Flor
1:08:39–1:08:44
Ja, aber es wird stärker schmecken. Es sollte halt eigentlich so ein Fisch sein.
1:08:44–1:08:46
Ich habe jetzt auch eine Zitrone mitgebracht, die man drüber raucht.
1:08:46–1:08:48
Eigentlich sollte es jetzt hier die rausgenommen werden. Ich habe,
1:08:48–1:08:51
okay, warum das wie Fisch ist, ich habe die Dinger halt so hingelegt,
1:08:52–1:08:56
also halbiert der Länge nach, dass das so dicke Streifen sind, so von 5 cm.
1:08:58–1:09:03
Habe dann rechts und links ein China-Stäbchen, chinesische S-Stäbchen hingelegt
1:09:03–1:09:07
und bin dann mit einem Messer drüber und habe dann so Kerben reingeschnitten.
1:09:07–1:09:13
Das ist so witzig. Aber das bedeutet auch eben, dass dieser Miso in diese Lücken hineingehen kann.
Florian Clauß
1:09:13–1:09:17
In der Dorade, wenn die Kräuter in der Fischhaut sind.
Chris Flor
1:09:19–1:09:23
Eigentlich, um das jetzt nochmal makaberer und realistischer zu machen,
1:09:23–1:09:26
hatte ich dann halt überlegt, und hatte ich aber zu Hause vergessen,
1:09:27–1:09:31
Sätang irgendwie auf die eine Seite drauf zu machen und das Ganze dann in Mehl zu wenden.
1:09:31–1:09:34
Ja, ich werde es jetzt trotzdem in Mehl wenden mit Pfeffer und Salz.
1:09:34–1:09:37
Aber dann, dadurch hast du dann halt wie so eine Fischhaut auf der einen Seite,
1:09:37–1:09:40
die dem halt auch den Fisch den Geschmack gibt von dem Sätang.
1:09:40–1:09:43
Das fällt jetzt hier weg, deswegen haben wir dann halt einfach nur einen Token.
Florian Clauß
1:09:43–1:09:45
Ich muss mal gucken, vielleicht habe ich noch...
Chris Flor
1:09:45–1:09:49
Aber geil ist ja auch, ich mag halt diesen Geschmack auch gebraten.
Florian Clauß
1:09:51–1:09:56
Ich hatte noch irgendwie so Algen quasi als Topping.
Chris Flor
1:09:56–1:09:59
Achso, ja, das könnte man. Aber nee, lass mal, wir machen das jetzt einfach so.
Florian Clauß
1:10:00–1:10:02
Du willst es noch frittieren.
Chris Flor
1:10:02–1:10:09
So quasi frittieren. Shallow fry, also so hoch, auch wieder 5 cm hoch Öl vielleicht.
Florian Clauß
1:10:09–1:10:12
Dafür nehme ich kein Olivenöl, sondern Rapsöl.
Chris Flor
1:10:13–1:10:13
Okay, super.
Florian Clauß
1:10:14–1:10:18
Olivenöl hat so einen tollen Eingeschmack. Alles Asiatische mache ich immer mit Rapsöl.
Chris Flor
1:10:18–1:10:19
Okay, nee, ist perfekt.
Florian Clauß
1:10:20–1:10:24
Rapsöl ist auch eher eigentlich das bessere Öl. Nur in so die,
1:10:24–1:10:27
also von den Enzymen her, was da drin ist.
Chris Flor
1:10:27–1:10:33
Okay, so ein Bratöl. Wie heißt denn das Restaurant? Wir haben zur Hochzeit waren wir...
Florian Clauß
1:10:33–1:10:35
Von den Fettsäuren. Hier rede ich auch schon von Enzymen.
Chris Flor
1:10:37–1:10:43
Wir waren zur Hochzeit, hatten Julia und ich so einen Gutschein gekriegt von so einem Restaurant.
1:10:43–1:10:46
Das ist da unten Warschauer Straße, so ein bisschen Ein bisschen weiter unten
1:10:46–1:10:52
so ein total feines, total gutes, auch mit so seasonal und lokal und so weiter.
Florian Clauß
1:10:52–1:10:54
Das ist dieser Hof.
1:10:55–1:10:57
Das ist dann neben der Karaoke-Bahn.
Chris Flor
1:10:57–1:10:57
Ja, ja, genau.
Florian Clauß
1:10:57–1:10:59
Ja, ja, genau. Da wollte ich auch immer essen.
Chris Flor
1:10:59–1:11:03
Da hatten die dann irgendwie so ein Rapsöl, so ein virgines,
1:11:03–1:11:08
kaltgepresstes Rapsöl, das so richtig grün war noch, mit so Brot am Anfang.
Florian Clauß
1:11:08–1:11:09
Ja, ja, ja.
Chris Flor
1:11:10–1:11:14
Und dann war nicht gebraten, einfach so grob geschehenes Brot und das tunkst
1:11:14–1:11:16
du halt ins Öl rein, wie du es normalerweise mit Olivenöl machst.
1:11:16–1:11:19
Und das hat so geil geschmeckt. Das war halt so ein Rapsöl, den ich noch nie gegessen habe.
Florian Clauß
1:11:19–1:11:24
Ja, die machen... Ja, ja. Das ist cool. Also, und was ich jetzt auch noch empfehlen
1:11:24–1:11:29
kann, weil ich ja auch häufiger Tofu fritiere, so als Palak Paneersatz,
1:11:29–1:11:32
also Paneersatz, den in Stärke zu wälzen.
Chris Flor
1:11:33–1:11:34
Ja, nee, ich wollte es in Mehl wälzen.
Florian Clauß
1:11:34–1:11:35
Okay, aber machst du auch mit Stärke manchmal?
Chris Flor
1:11:36–1:11:38
Nee, mache ich nicht. Julia verträgt keine Stärke.
Florian Clauß
1:11:38–1:11:41
Ach so, weil nämlich Stärke hat nochmal so richtig so einen Krossen.
Chris Flor
1:11:41–1:11:43
Also kriegst du richtig Kross.
Florian Clauß
1:11:43–1:11:47
Und ich hatte mal so, weißt du, diese 80er Jahre China-Gerichte,
1:11:47–1:11:51
wo man dann halt irgendwie so einen Krossen und dann mit Erbsen,
1:11:51–1:11:53
Ananas und, habe ich neulich gemacht.
1:11:54–1:12:00
und dann halt irgendwie einen Tufu, dann halt wirklich so doppelt kross gebraten und das war so lecker.
Chris Flor
1:12:00–1:12:03
Das Geile ist halt, du hast dann auch immer, du brätst es dann halt in der Stärke
1:12:03–1:12:06
und dann tust es dann vielleicht mit so ein bisschen Brokkoli und so und wenn
1:12:06–1:12:10
du dann die Sojasoßen dazu machst, dann wird dann halt, weil die Stärke dann
1:12:10–1:12:11
immer noch so ein bisschen...
Florian Clauß
1:12:12–1:12:14
Der hält den Kross, ne? Auch wenn die Soße dran ist.
Chris Flor
1:12:14–1:12:16
Bleibt es noch kross. Genau.
Florian Clauß
1:12:16–1:12:18
Das ist halt so, das finde ich, das mag ich sehr gerne.
Chris Flor
1:12:18–1:12:19
Ja, super.
Florian Clauß
1:12:20–1:12:22
Okay, dann das heißt.
Chris Flor
1:12:22–1:12:24
In einem Teller mit Mehl und Pfeffer.
Florian Clauß
1:12:25–1:12:26
Und was brauchst du noch?
Chris Flor
1:12:27–1:12:28
Das war es eigentlich.
Florian Clauß
1:12:28–1:12:33
Und hattest du noch eine Zutat? Nein, das war es.
Chris Flor
1:12:33–1:12:35
Also jetzt haben wir natürlich keinen Salat.
Florian Clauß
1:12:36–1:12:42
Wir können noch mal raus. Hier gehen wir mal zu dem Hochbeet.
Chris Flor
1:12:42–1:12:44
Also ich habe quasi nur das Protein.
Florian Clauß
1:12:44–1:12:50
Ja, das ist doch gut. Ich nehme mir doch hier noch ein Messer mit.
1:12:51–1:12:55
Das hier ist auch das Klassikermesser, habt ihr das auch?
Chris Flor
1:12:55–1:12:57
Ja, das französische, ne?
Florian Clauß
1:12:57–1:12:58
Ne, das ist ein deutsches.
Chris Flor
1:12:59–1:13:02
Ich habe dieses französische, das es auch als Klappmesser gibt.
Florian Clauß
1:13:04–1:13:07
Also ich glaube, der Punkt fehlt dann auch noch mal im Manifest,
1:13:07–1:13:09
dass man selber anbauen muss.
Chris Flor
1:13:09–1:13:12
Ja, aber das kann halt nicht jeder, aber na gut. Aber besser wär's.
Florian Clauß
1:13:13–1:13:13
Besser wär's.
1:13:16–1:13:18
So, dann holen wir uns hier so ein Batavia.
Chris Flor
1:13:18–1:13:20
Ach, Petersilie wäre geil für meinen...
Florian Clauß
1:13:20–1:13:24
Ja, Petersilie habe ich noch, aber die ist gerade... Ach doch,
1:13:24–1:13:27
wir können die ja noch... Petersilie mitnehmen. Ich habe noch Koriander auf jeden Fall.
1:13:31–1:13:32
Hier haben wir einen Salat.
Chris Flor
1:13:32–1:13:39
Oh, danke, dass du den hier erntest extra für.
Florian Clauß
1:13:39–1:13:47
Ja, wir haben so viel Salat. Ich habe neulich ein Rezept gemacht mit gekochtem
1:13:47–1:13:49
Salat. Das ist auch was Französisches.
1:13:49–1:13:53
Und zwar machst du den wie Spinat und kochst den.
1:13:53–1:13:57
Und das war total lecker. Das kennt man in Deutschland nicht.
1:13:57–1:13:58
Das ist so ein typisch französisches Rezept.
Chris Flor
1:13:59–1:14:00
Ich kenne gegrillten Salat.
Florian Clauß
1:14:00–1:14:09
Aber du kennst wahrscheinlich Chicory, den man halt irgendwie so brät und kocht, ne?
1:14:09–1:14:12
Und das machst du eigentlich genauso wie Chicory.
1:14:12–1:14:14
Hier sind so Ohrenkneifer drin.
Chris Flor
1:14:15–1:14:16
Schau mal, wie milchig.
Florian Clauß
1:14:16–1:14:20
Ja, krass, ne? Und ich hab da noch Rote Beete.
1:14:21–1:14:25
Da können wir vielleicht noch mit Roter Beete das so reinraspeln.
1:14:25–1:14:27
Oder wir können das mit der Mandoline.
1:14:28–1:14:29
Capaccio, Rote Beete Capaccio.
Chris Flor
1:14:29–1:14:30
Oh, ja, ja.
Florian Clauß
1:14:32–1:14:36
Aber, Chris, ich sehe, wir werden knapp mit der Zeit. Das ist immer das Problem
1:14:36–1:14:38
beim Kochen, dass man sich dann so ein bisschen versteht.
1:14:38–1:14:41
Ich würde sagen, wir machen erstmal eine Aufnahme, Paul.
Chris Flor
1:14:41–1:14:45
Und du musst halt die Zwiebeln...
Florian Clauß
1:14:45–1:14:48
Ich muss jetzt sofort die Zwiebeln machen, weil das dauert noch.
1:14:49–1:14:53
Okay, so, jetzt haben wir einen kleinen Zeitsprung. Der ist kaum bemerkbar auf der Tonspur.
1:14:54–1:14:59
Aber das zubereitete Essen steht vor uns auf den Tisch.
1:14:59–1:15:05
Und wir haben hier die Fisch-Simulation von Chris. Die müssen wir jetzt sofort
1:15:05–1:15:07
essen. Chris, kannst du mal auftischen?
Chris Flor
1:15:07–1:15:07
Ja.
Florian Clauß
1:15:07–1:15:15
Und hier kommt aus dem Ofen die Tarte. Die französische Ziegenkäse-Simulation.
1:15:16–1:15:25
Und wir werden jetzt live verkosten. Und es können eigentlich nur gute Töne kommen.
1:15:26–1:15:27
Alles andere ist nicht geduldet.
Chris Flor
1:15:28–1:15:28
Okay.
Florian Clauß
1:15:28–1:15:29
Okay. Vielen Dank.
Chris Flor
1:15:32–1:15:35
Okay, gib mal eins.
1:15:37–1:15:39
Dann lassen wir die großen Stücke.
Florian Clauß
1:15:42–1:15:47
Wow. Wir müssen das nämlich warm essen. Chris war schon ganz nervös.
Chris Flor
1:15:47–1:15:47
Ja.
Florian Clauß
1:15:50–1:15:54
Aber so, jetzt kosten. Und Zitrone ist drüber.
Chris Flor
1:15:54–1:15:59
Zitrone ist schon drüber, Petersilie ist drüber. Den Salat können wir dann auch noch mal.
Florian Clauß
1:15:59–1:16:01
Dann machen wir es zu der Tat. Ich probiere.
Chris Flor
1:16:07–1:16:14
Lecker was ich mag ist halt dieses gerade wenn es sommer ist wenn du sowas knoblauchiges
1:16:14–1:16:20
halt auch so fast schon frittiert hast also sowas scharf angebraten mit mit
1:16:20–1:16:23
so einem knoblauch geschmack das ist für mich irgendwie so ein bisschen so ein
1:16:23–1:16:27
sommergefühl super auch.
Florian Clauß
1:16:27–1:16:32
Das Das Aufgefächerte von dem Tofu, das ist so ein bisschen,
1:16:32–1:16:34
das schmeckt auch sehr säuerlich.
Chris Flor
1:16:34–1:16:41
Ja, da ist auch Weißwein drin und Zitronensaft in der Marinade.
1:16:43–1:16:46
Zudem noch Senf und Miso.
Florian Clauß
1:16:47–1:16:52
Sehr gut. Ich würde sagen, ich schneide jetzt mal parallel die Tarte an.
Chris Flor
1:16:53–1:16:54
Ist die schon fertig?
Florian Clauß
1:16:54–1:16:57
Ja, die muss nicht ganz so lange, weil da ist ja kein Ei dran.
1:16:58–1:17:00
Das muss ja einfach nur warm werden.
1:17:02–1:17:04
Dann würde ich jetzt auch hiervon ein Stück...
Chris Flor
1:17:04–1:17:06
Der Teig war ja schon vorgebacken.
Florian Clauß
1:17:06–1:17:07
Oh, oh, oh.
1:17:12–1:17:14
Jetzt brauche ich nur noch einen Torten.
Chris Flor
1:17:14–1:17:16
Der Salat ist auch sehr lecker.
Florian Clauß
1:17:18–1:17:18
Oha.
1:17:21–1:17:23
Oha. So.
Chris Flor
1:17:26–1:17:29
Das sieht deliziös aus.
Florian Clauß
1:17:29–1:17:29
Das sieht gut aus.
Chris Flor
1:17:34–1:17:41
Also da haben wir dann die drei Schichten unten, den Teig, den Boden, selbstgemachten,
1:17:42–1:17:48
dann die Zwiebeln, die du lange ankaramellisiert hast, dann der Frischkäse aus
1:17:48–1:17:52
Cashews und die Oliven obendrauf.
Florian Clauß
1:17:52–1:17:54
So, jetzt bin ich mal gespannt.
Chris Flor
1:18:01–1:18:02
Mhh, super lecker.
Florian Clauß
1:18:08–1:18:08
Mhh.
1:18:11–1:18:14
Mhh, doch. Funktioniert.
Chris Flor
1:18:15–1:18:15
Doch?
Florian Clauß
1:18:17–1:18:17
Mhh.
1:18:22–1:18:25
Ja, es ist natürlich super, beim Podcast zu schmatzen, zu essen.
Chris Flor
1:18:26–1:18:28
Aber das macht ihr aber eigentlich ja auch.
Florian Clauß
1:18:28–1:18:36
Genau. Jetzt würde ich sagen, das war unser kurzer Exkurs in die Kochwelt mit Chris.
1:18:36–1:18:38
Vielen Dank fürs Dabeisein, fürs Zutun.
1:18:39–1:18:46
Und mir, Flo, das Ganze könnt ihr dann auf eigentlich-podcast auch sehen.
1:18:46–1:18:52
Und die Rezepte findet ihr dort auch. und auch den Link zu meinem Kochblog,
1:18:53–1:19:01
kochlogbuch.de und genau, das war eigentlich Episode 56 sind wir mittlerweile
1:19:01–1:19:06
und dann sage ich Tschüss, bis zum nächsten Mal, Chris, bis in einem Jahr.
Chris Flor
1:19:06–1:19:06
Tschüss, genau.
Florian Clauß
1:19:07–1:19:08
Dann wieder Horrorfilme, oder?
Chris Flor
1:19:08–1:19:09
Ja, wahrscheinlich.
Florian Clauß
1:19:12–1:19:14
Okay, bis dann, Tschüss.
Chris Flor
1:19:14–1:19:18
Mjam, mjam, mjam, mjam. Guten Appen, Happen, Pappen.

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Flo startet eine neue Reihe im Eigentlich Podcast: Revolutionäre Filme und Filmbewegungen aus den 1990ern, die ihn und die Filmgeschichte maßgeblich prägten – Teil I: Dogma 95 mit "Das Fest" und "Idioten", Teil II: Hyperlink Cinema und Episodenfilm mit Pulp Fiction von Quentin Tarantino und Short Cuts von Robert Altman, 3. Teil: Asian New Wave – Filme aus Hongkong, Südkorea, Taiwan und Japan aus den 90ern. Micz stellt in seiner nächsten Episode den Dogma-Film "Idioten" von Lars von Trier vor, die wir gleich im Anschluss aufnehmen. In dieser Episode präsentieren wir zunächst das legendäre Manifest von Dogma 95, das Lars von Trier und Thomas Vinterberg am 13. März 1995 vorstellten: "The Vow of Chastity" - die zehn Keuschheitsgelübde. Das Dogma 95 Manifest fordert filmische Authentizität durch die Nutzung einfacher Techniken, Handheld-Kameras, natürlicher Beleuchtung und ohne nachträgliche Bearbeitung. Flo überrascht Micz mit der Adaption des Manifestes durch den Comiczeichner FIL mit dem Dogma Comic von Didi&Stulle, der damals in der Stadtzeitung Zitty erschien und für viel Furore sorgte. Bevor wir inhaltlich tiefer in den ersten Dogma-Film "Das Fest" von Thomas Vinterberg aus dem Jahr 1998 einsteigen, gehen auf unserer Laufstrecke rund um den Urbanhafen den Fragen nach: was ist Dogma 95, warum hat sich die Filmbewegung gegründet, was ist der Autorenfilm, woran ist Dogma gescheitert und was sind die Auswirkungen von Dogma 95. Wir entdecken in dem Zusammenhang auch mehrere Filmgenres, die wir vorher nicht kannten: Mumblecore, Mumblegore und the German Mumblecore. Manchmal wird der Ton in einigen - sehr kurzen - Passagen etwas "mumblelig", weil die zu Anfang angepriesene neue Aufnahmetechnik dann doch nicht funktionierte und wir den Ton aus einer anderen Spur mit Deep Learning Technologie recovern mussten. Bitte seht es uns nach, wir lernen auch noch dazu. Nichtdestotrotz viel Spaß beim Hören.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:05
Hallo, hier sind wir wieder. Eigentlich Podcast jetzt mit der Nummer 38.
0:00:07–0:00:11
Heute präsentiert Florian etwas. Ich weiß auch schon was.
0:00:11–0:00:14
Und wir werden es euch auch gleich sagen, weil wir machen nämlich heute was
0:00:14–0:00:16
Neues. Wir machen direkt zwei
0:00:16–0:00:20
Folgen hintereinander und werden dann einen Schnitt in der Mitte machen.
0:00:20–0:00:22
Flo, möchtest du uns vorstellen, worum es geht?
Florian Clauß
0:00:23–0:00:30
Ja, hallo und herzlich willkommen auch von mir. Stimmt, wir geben uns quasi
0:00:30–0:00:32
die Klinke in die Hand mit unserem Thema.
Micz Flor
0:00:33–0:00:37
Kleine Klinke Stecker mit dem Mikro 3 ,5 mm Klinke in die Hand.
Florian Clauß
0:00:37–0:00:44
Weil ich hatte dir dein Thema verraten, damit du dich auch so ein bisschen darauf vorbereiten kannst.
0:00:44–0:00:48
Eigentlich hattest du ja noch ein anderes Thema geplant, aber du konntest dich ganz gut andocken.
0:00:49–0:00:52
Das liegt auch im Thema begründet.
0:00:52–0:00:58
Wir sind gestartet am Kotti, Kottbusser Tor, und die Admiralstraße runtergegangen
0:00:58–0:01:02
und fliegen jetzt in die Kohlfurter Straße ein und wollen so ein bisschen hier
0:01:02–0:01:04
an den O -Bahnhafen rumtingeln.
0:01:05–0:01:10
Eigentlich, minus podcast .de, das ist beim Reden laufen und laufend reden.
0:01:11–0:01:16
Letztes Mal hatte Mitch festgestellt, alle machen Podcasts, aber er sieht keine.
0:01:17–0:01:22
Bis er dann gleich sehr auf die Idee gekommen ist, dass wirklich nicht alle
0:01:22–0:01:25
beim Laufen reden, so wie wir, und aufnehmen.
Micz Flor
0:01:26–0:01:30
Und vor ein paar Folgen hatten wir diesen Witz mit dem laufend reden und dem
0:01:30–0:01:33
Regen laufen und heute ist das auch wieder der Fall.
0:01:33–0:01:39
Es ist dunkel, wir sind Abend, es ist schon winterlich und es regnet und tropfelt
0:01:39–0:01:43
und ich bange etwas um die Elektronik, aber du bist da optimistisch.
Florian Clauß
0:01:43–0:01:48
Ja, ich habe guckt und das Regenradar an und das Feld ist an uns vorübergezogen.
0:01:48–0:01:51
Hoffe ich auch. Wir haben uns auch was gegönnt, Mitch.
0:01:52–0:01:53
Wir haben ein kleines technisches Upgrade.
Micz Flor
0:01:54–0:01:54
Ja.
Florian Clauß
0:01:54–0:01:57
Und der Klatscher am Anfang ist jetzt nicht mehr nötig.
Micz Flor
0:01:58–0:02:04
Naja, vielleicht. Wir haben diesmal noch eine Hybridlösung mit vier Mikros, jeder zwei als Backup.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:09
Super Backup. Wir haben uns nämlich eine kleine Funkstrecke geholt mit zwei
0:02:09–0:02:17
Mikros und mit dem Vorteil, dass wir die Spuren nicht mehr so altertümlich synchronisieren müssen.
0:02:18–0:02:22
Ich hatte beim Schneiden jedes Mal etwas Probleme, weil mir die eine Spur davongelaufen
0:02:22–0:02:25
ist. Aber Mitch, du meinst, es ist kein Problem.
Micz Flor
0:02:25–0:02:27
Ich finde es total super, wir zahlen das aus unserem Day -Job.
0:02:28–0:02:30
Also da braucht jetzt niemand, der hier zuhört, zu sagen, ey,
0:02:31–0:02:35
das habe ich auf Onlyfans in 5 Euro pro dazu geschoben. Das haben wir alles nicht.
0:02:36–0:02:41
Wir bleiben werbe - und sponsorenfrei und haben bis jetzt auch noch keine Spenden
0:02:41–0:02:45
oder irgendwelche Mitgliedschaften, sondern nein, wir machen erst mal alles
0:02:45–0:02:50
qualitativ so hochwertig, dass der Spaß auf höchstem Niveau bleibt.
0:02:51–0:02:52
Die Inhalte sind ja sowieso immer top.
Florian Clauß
0:02:54–0:02:57
Genau, aber wir können, und das haben wir, glaube ich, auch noch nie,
0:02:57–0:03:00
aber wir können ein bisschen um eure Bewertung bugeln.
0:03:00–0:03:06
Das heißt, ihr erlasst uns bei den einschlägigen Podcastportalen wie Apple Podcast,
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Spotify sind wir ja nicht, aber andere Bewertungen da.
0:03:10–0:03:17
Und gute, hoffe ich doch, das ist das Einzige, was wir uns dann an Werbung erlauben.
0:03:17–0:03:19
Okay, kommen wir zu dem Thema.
0:03:20–0:03:26
Ich habe eine längere Reihe geplant und zwar ist das so ein bisschen die Frage
0:03:26–0:03:33
von meiner Konditionierung von Filmen, die vor allen Dingen in den 90ern stattgefunden hat.
0:03:34–0:03:41
Dann habe ich mir angeschaut, was sind in den 90ern für große Filmbewegungen
0:03:41–0:03:45
entstanden und welche Filme haben mich da so geprägt.
0:03:45–0:03:51
Und ich werde jetzt die eine Bewegung, die wir heute behandeln wollen, nämlich Dogma 95.
0:03:52–0:03:55
Da haben wir uns dann auch die zwei ersten Filme rausgesucht.
0:03:55–0:03:57
Ich werde das Fest vorstellen.
0:03:58–0:04:01
Und du in der nächsten Folge Idioten von Lars von Trier.
Micz Flor
0:04:02–0:04:07
Genau. Und unser Weg für die, die die Strecke, die wir laufen,
0:04:07–0:04:10
beim Reden verfolgen, ist es so, dass wir dann auch, wenn Idioten kommen,
0:04:11–0:04:14
wahrscheinlich würden wir die Punktlandung auch direkt in der Psychiatrie,
0:04:15–0:04:19
wie Wand des Urbankrankenhauses oder Krankenhaus am Urban ankommen und dann
0:04:19–0:04:22
auch ein bisschen über Psychiatrie reden.
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Folge 39.
Florian Clauß
0:04:25–0:04:31
Genau, ich will eine Reihe in Eintritt machen mit den für mich prägenden Filmen
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aus den 90ern und das sind zum einen Dogma 95, das hat mich damals nämlich geflasht.
0:04:37–0:04:43
Die anderen Filme, die mich auch maßlos beeindruckt haben, sind die Episodenfilme
0:04:43–0:04:47
und du wirst jetzt heute zwei neue Genres im Kino kennenlernen, prophezeie ich schon.
0:04:48–0:04:52
Nämlich jetzt kommt das eine, das ist ein Hyperlink Cinema.
0:04:52–0:04:58
Wurde das dann irgendwann danach, 2005, von einer Kritikerin der Begriff geprägt
0:04:58–0:05:06
und das ist natürlich in den 90ern Robert Altman mit Shortcuts und Tarantino Pulp Fiction.
0:05:06–0:05:12
Das Tarantino, der Tarantino -Film gilt als Hyperlink Cinema und Hyperlink Cinema,
0:05:12–0:05:16
das leitet sich jetzt nicht von dem World Wide Web -Protokoll ab,
0:05:17–0:05:23
ist sicher damit beeinflusst, aber es geht darum, dass dann Orte und Zeit durcheinander
0:05:23–0:05:28
gewürfelt sind, aber alle Szenen irgendwo miteinander referenziert sind.
0:05:29–0:05:32
Wenn du beim klassischen Episodenfilm wirklich eine Gratlinie Episode,
0:05:32–0:05:38
die erstmal sich nicht trifft, obwohl in der Shortcuts von Altmann so ein bisschen dazwischen liegt.
0:05:39–0:05:45
Da gibt es ja auch so räumliche und leitliche Synchronisation zwischen den einzelnen Erzählsträngen.
0:05:46–0:05:47
Ich weiß nicht, ob du den noch im Kopf hast.
Micz Flor
0:05:47–0:05:49
Ja, dieses Erdbeben ist dann quasi der Punkt.
Florian Clauß
0:05:49–0:05:53
Genau, der Erdbeben, Das ist dann genau, das ist dann die, wo dann alle irgendwie
0:05:53–0:05:54
zusammenkommen an der Stelle.
0:05:56–0:06:00
Und der dritte Block, wo ich dann auch mal gucken, wie viele Filme.
0:06:00–0:06:03
Du bist immer willkommen, auch wenn du einen Film damit machen willst.
Micz Flor
0:06:03–0:06:08
Also ich meine bei Altman und Tarantino, ich glaube, die willst du beide sowieso machen.
0:06:09–0:06:12
Aber okay, machen wir weiter. Und jetzt kommt dann der dritte Block.
0:06:12–0:06:13
Es gibt also immer zwei Filme pro Block.
Florian Clauß
0:06:14–0:06:17
Ja, mal gucken, zwei, je nachdem. Schauen wir mal. Der dritte Lock,
0:06:17–0:06:21
das dritte, was mich total geprägt hat, ist, das heißt,
0:06:22–0:06:25
auch so, ich weiß nicht, ob das wirklich so eine übergeordnete Definition ist,
0:06:25–0:06:29
aber das ist Asian, New Asian Wave Cinema.
0:06:30–0:06:33
Also das heißt, es gab so eine Welle von asiatischen Filmen,
0:06:34–0:06:37
koreanisch, chinesisch, japanisch, ja.
0:06:37–0:06:43
Chunking Express von Wong Kar Wai im japanischen Raum Takeshi Kitano,
0:06:43–0:06:46
der auch da viele Filme in dem Bereich gemacht hat.
0:06:46–0:06:51
Das sind so die Reihe, die ich dir mal kurz vorstellen wollte.
Micz Flor
0:06:52–0:06:57
Und ich habe auch eine Reihe, also was ganz Neues, das waren diese Bullet Shots
0:06:57–0:07:02
von Matrix, also da werden wir auch in den 90er Jahren anfangen mit Matrix 1, das macht der Flo,
0:07:02–0:07:06
und Matrix 2 und 3 mache ich zusammen, weil ich bin der festen Überzeugung,
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dass man die nicht trennen darf.
0:07:09–0:07:10
Nein, das war nur ein Witz.
Florian Clauß
0:07:10–0:07:14
Ja, ich meine, da in den 90ern hast du natürlich ganz viel andere,
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die maßgeblich, die, also andere Filme, die maßgeblich die Kino -
0:07:19–0:07:25
geprägt haben. Allein die Entwicklung von den ganzen digitalen Effekten, die dann passiert sind.
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Von dieser völligen Überhöhung des Special Effects -Kinos, die Action -Thriller
0:07:32–0:07:37
-Reihen und dann halt natürlich auch die ganzen Puppet -Geschichten wie im Splatter
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-Film Braindead und so weiter.
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Du hast da natürlich ganz viel, aber ich wollte jetzt einfach mal so mir drei
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rauspicken, die mich so geprägt haben.
Micz Flor
0:07:46–0:07:49
Und ich glaube, das ist natürlich auch ein interessantes thema dieses
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die technische verfügbarkeit von diesen also
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film video war ja auch die transition 90er
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jahre also das haben wir ja dann auch schon bei den beiden folgen jetzt also
0:08:00–0:08:06
ich glaube das fest wurde noch film gedreht und idioten wurde auf video gedreht
0:08:06–0:08:11
ja okay interessant jetzt steigen wir mal in dort mal ein noch was mitgebracht
0:08:11–0:08:15
das passt glaube ich auch Alles gut.
Florian Clauß
0:08:16–0:08:19
Und hier habe ich extra was ausgedruckt. Du kannst es aufklappen.
0:08:20–0:08:23
Ja. Das wäre dann auch auf der einen Seite. Hammer.
Micz Flor
0:08:24–0:08:29
The vow of chastity. Ja. I swear to submit to the following set of rules drawn
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up and confirmed by dogma 95.
0:08:34–0:08:37
First, shooting must be done on location.
0:08:37–0:08:43
Props and sets must not be brought in. Wenn eine bestimmte Prop für die Geschichte
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nötig ist, muss eine Location für die Prop gefunden werden. Soll ich die übersetzen?
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Ja, wir können die ja, weiß ich nicht, also wir können ja kurz zusammenfassen.
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Also erstens, man muss auf der Location shooten, also filmen.
0:08:56–0:09:01
Man darf aber auch keine Props, also Gegenstände mit ans Set bringen,
0:09:02–0:09:05
sondern man muss umgekehrt ein Set dann finden, ein Location finden,
0:09:05–0:09:08
wo das schon vor da ist. Also man baut nichts auf.
0:09:09–0:09:13
Two, the sound must never be produced apart from the images or vice versa.
0:09:14–0:09:28
Musik muss nicht genutzt werden, wenn die Szene gedreht wird.
0:09:34–0:09:34
3.
0:09:42–0:09:48
Die Kamera muss handhältig sein. Any movement or immobility attainable in the hand is permitted.
0:09:49–0:09:52
Also, the film must not take place where the camera is standing.
0:09:52–0:09:55
Shooting must take place where the film takes place.
0:09:55–0:10:01
Ganz wichtig, also die Kamera folgt sozusagen in der Story, wird mit der Hand gehalten.
0:10:02–0:10:05
Sie darf still sein, sie muss sich nicht bewegen, aber sie muss eben handheld sein.
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Und zusammengefasst wird also gesagt, der Film organisiert sich nicht um die
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Kamera, sondern die Kamera ist quasi da, wo der Film passiert.
0:10:13–0:10:17
Immer noch natürlich ein Aufnahmegegenstand, aber Teil sozusagen.
0:10:17–0:10:18
Sie folgt den Akteuren mehr.
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4. The film must be in color. Special lighting is not acceptable.
0:10:25–0:10:29
If there is too little light for exposure, the scene must be cut or a single
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lamp be attached to the camera.
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Also der Film muss Farbe sein und special lighting, also man kann nicht Licht wirklich hinzufügen.
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Man darf den Ort nicht beleuchten, ausleuchten. Wenn nicht genug Licht auf der
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Aufnahme ist, muss man die halt einfach wegschmeißen.
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Oder eine einzelne Lampe darf an der Kamera angebracht werden.
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Was ich ein Kuriosum finde. So ein bisschen das Nippel -Piercing des Dogma.
0:11:02–0:11:06
5. Optical Walk and Filters are forbidden.
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Also was reinkommt, so sieht es aus. Und auch das ist halt interessant,
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weil natürlich das Aufnahmegerät selber hat ja immer einen Charakter.
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Wir haben gerade über Film versus Video gesprochen.
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Aber spezielle Filter, also weder Licht noch Filter auf der Kamera,
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auf der Linse sind erlaubt.
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Film muss nicht überwältigend sein. Mörder, Waffen, etc. müssen nicht passieren.
Florian Clauß
0:11:29–0:11:30
Also keine expliziten.
Micz Flor
0:11:30–0:11:33
Keine expliziten. Das wurde oft dann auch so paraphrasiert. Es darf halt jetzt
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nicht quasi extra Morde, also was nicht der Story dient in dem Fall.
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Also Brutalität und die Sachen, gerade Dogma -Filme, sind, weil sie minimal
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sind, manchmal auch sehr intensiv.
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Aber einfach so die inszenierte Gewalt und so, die soll nicht passieren. 7.
0:11:50–0:11:54
Temporal and geographical alienation are forbidden. That is to say,
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that the film takes place here and now.
0:11:58–0:12:01
Also es muss ihm hier und jetzt passieren, man filmt einfach in der Gegenwart.
Florian Clauß
0:12:01–0:12:04
Und man muss es auch in der Jetztzeit, also das heißt die Handlung muss dann
0:12:04–0:12:06
auch jetzt in der Zeit spielen.
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Es gab keine Historienfilme, keine Science -Fiction -Filme. Genau.
Micz Flor
0:12:11–0:12:17
Genre -Filme sind nicht akzeptabel. Also Genre -Filme wie zum Beispiel Romance,
0:12:17–0:12:22
Bromance, Action, Fantasy sind nicht erlaubt, Horror.
0:12:24–0:12:28
Und auch das war natürlich dann später so, dass manche Leute wollten ja okay,
0:12:28–0:12:32
aber Dogma selbst ist quasi eine Art Genre geworden in der Grundhaltung des
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Films, wenn auch nicht in der Umsetzung.
0:12:34–0:12:38
9. The film must be Academy 35mm.
Florian Clauß
0:12:40–0:12:46
Das ist ein Normalbild, ne? Das 35mm ist von 1929 das entworfene Format.
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Das ist ein Normalbild, heißt das im Deutschen.
Micz Flor
0:12:49–0:12:50
Da werden wir auch später noch drüber reden.
Florian Clauß
0:12:51–0:12:54
Ja, das war ein breaking point. 10.
Micz Flor
0:12:54–0:12:57
The director must not be credited.
Florian Clauß
0:12:57–0:13:00
Ja, da müssen wir auch drüber reden, ne? Auf jeden Fall.
Micz Flor
0:13:00–0:13:04
Also es gibt ganz viele DirektorInnen, mehr DirektorInnen als DirektorInnen,
0:13:05–0:13:08
deren Name deshalb auch berühmt ist, weil sie Filme gemacht haben,
0:13:08–0:13:10
wo der Name nicht im Film auftaucht.
0:13:10–0:13:14
Das sei denn, sie haben zum Beispiel die Kamera auch gemacht oder das Drehbuch auch geschrieben.
0:13:14–0:13:17
Aber der Director, der Regisseur, die Regisseurin.
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Accredited. So, das ist es.
Florian Clauß
0:13:21–0:13:25
Das sind diese zehn Dogma -Regeln. Ja, danke fürs Präsentieren.
0:13:25–0:13:29
Und jetzt möchte ich nochmal, so damals, das ging ja rum, so damals gab es da
0:13:29–0:13:33
auch die City, das war ja das Stadtmagazin von Berlin oder ist immer noch.
0:13:33–0:13:38
Und dann auf der anderen Seite kam dieser legendäre Didi und Stühle Dogma -Comic.
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Kennst du den? Das ist ja cool.
0:13:40–0:13:45
Den habe ich aus dem Internet in so ein ganz kleiner Pixel, also die war irgendwie
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200 mal 300 Pixel groß. Und dann habe ich noch so ein Upscale heißt das.
Micz Flor
0:13:50–0:13:52
Mach mal ein Foto von mir, wie ich das halte, weil das passt.
Florian Clauß
0:13:52–0:13:53
Upscale heißt das Programm.
Micz Flor
0:13:53–0:13:56
Das muss ja im Here and Now alle unsere Fotos. Wir sind ja als Podcast auch
0:13:56–0:13:57
meistens im Here and Now.
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Nicht thematisch, aber in der Aufnahme wird nicht viel geschummelt.
Florian Clauß
0:14:02–0:14:05
Genau, Didi und Stulle. Und dann kannst du auch nochmal, was Dogma 1 ist.
0:14:05–0:14:08
Ich würde nur ganz, ganz, ganz gut. Ich habe dieses Programm,
0:14:08–0:14:10
das kann ich empfehlen. Da werde ich auch verlinken.
0:14:10–0:14:14
Das ist ein Open Source -Ding auf GitHub gehostet für alle möglichen Plattformen.
0:14:14–0:14:17
Und damit kannst du ein Modell, KI trainiert, wie auch immer,
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kannst du ein kleines Bild reinwerfen und der skaliert das dann auf die vier
0:14:22–0:14:24
- oder achtfache Größe hoch.
0:14:24–0:14:27
Und das ist echt erstaunlich, was da rausgekommen ist. So konnte ich es retten.
Micz Flor
0:14:28–0:14:31
Ja, das ist echt erstaunlich, weil die Qualität ist so... Natürlich,
0:14:31–0:14:34
weil der Dogma -Witz jetzt auch heißt, das muss irgendwas sein.
0:14:35–0:14:39
Genau, das Ding, weil es so gegenpasst. Es muss alles gezeichnet werden mit Fingerfarben oder so.
Florian Clauß
0:14:39–0:14:42
Die Artefakte stimmen. Das ist so ein richtiges Dogma.
Micz Flor
0:14:42–0:14:47
Also, Didi und Stulle Dogma Comic hat sechs Vows of Chastity.
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Eins. Keine Vorzeichnungen.
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Da steht es ja wirklich. Nur grüne Filze verwenden. Dogma 3. Keine Hintergründe.
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Dogma 4. Mit links und bei schlechter Beleuchtung zeichnen.
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Dogma 5. Nicht länger als 10 Minuten brauchen.
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Dogma 6. Keine Gags. Und unten unter sehen wir drei Reihen von Bildern.
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Also Zeilen, drei Bilder pro Zeile. Stulle. Du hast einen drin. Nein. Doch.
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Verschmiert. Ist das jetzt deine AI -App oder?
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Sprich nicht von früher. Was ist denn mit dir los?
Florian Clauß
0:15:31–0:15:32
Nichts.
Micz Flor
0:15:32–0:15:38
Es ist nichts. Es ist besser, wenn du jetzt gehst. Sehr gut.
0:15:38–0:15:40
Ne, das kann ich nicht. Großartig.
Florian Clauß
0:15:40–0:15:43
Das war legendär und ich hatte nochmal so die ganzen Locken.
Micz Flor
0:15:44–0:15:46
Aber es ist auch interessant, weil das natürlich dann schon ein auch die Tür
0:15:46–0:15:51
öffnet für die Interpretation des Dogma -Dings, weil es gibt auch ein Interview
0:15:51–0:15:54
von Lars von Trier, der dann irgendwie sagt, er hatte das irgendwo in Frankreich
0:15:54–0:15:57
oder so vorgelesen und dann hätten die Leute bei ihm auf dem Panel gesagt,
0:15:58–0:16:01
warum hasst du Film so sehr? Why do you hate film so much, sagt er da.
0:16:02–0:16:07
Also diese Interpretation dessen, was das ist, weil es hat ja,
0:16:07–0:16:10
und da wirst du jetzt gleich drüber sprechen, die Uridee war natürlich,
0:16:10–0:16:16
er zu sagen, man muss Film erstellen können ohne dieses ganze Brimborium.
Florian Clauß
0:16:17–0:16:23
Also die Frage ist, warum hat sich Dogma 95 so begründet, also warum war die
0:16:23–0:16:25
Zeit reif eben für diese Filmbewegung?
0:16:26–0:16:31
Es gab so einige Gründe. Die eine Sache war, dass sich Dogma,
0:16:31–0:16:35
also wurde maßgeblich von Lars von Trier und Winterberg gegründet.
0:16:35–0:16:37
Ich hatte dann noch ein Interview mit Winterberg gehört.
0:16:38–0:16:41
Es gab einige Regisseure, die das dann unterzeichnet haben.
0:16:42–0:16:47
Winterberg hatte zum Beispiel damals den Ingmar Bergmann gefragt.
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Da mitmachen will. Und der hat gesagt, das ist Müll, da mag ich nicht mit.
0:16:52–0:16:59
Ist natürlich auch seiner Erzählstil völlig entgegengesetzt, diese Dogma -Regeln.
0:17:00–0:17:06
Und Winterberg hat dann zusammen mit Lars von Trier, du hast es schon erwähnt,
0:17:06–0:17:09
mit Paris dieses Mal fest vorgestellt.
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Es ging so ein bisschen darum, den europäischen Film dann auch so ein Profilsverleihen
0:17:15–0:17:19
sich abzuheben gegenüber den industriellen Hollywood -Produktionen.
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Und, und das ist nochmal so der andere Tritt in die andere Richtung,
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nämlich einen Gegenpol zu setzen zur Nouvelle Vague.
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Nouvelle Vague war eigentlich dann auch die letzte größere große Filmbewegung,
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also in den 50ern so theoretisch formuliert und in den 60ern dann halt praktisch gemacht.
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Truffaut hat damals einen Artikel geschrieben in der Cahiers du Cinema,
0:17:44–0:17:46
in dieser renommierten Zeitung.
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Da war Truffaut noch Filmkritiker und hat quasi mehr oder weniger auch das Manifest
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dann von der Neuen Welle, Nouvelle Vague, entworfen.
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Und da ging es vor allen Dingen darum, den Regisseur als Autor,
0:18:02–0:18:04
äh, Auteur, also deswegen heißt es Autorenkino,
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einzuführen, auch wieder in Absetzung zu dem Hollywood -Kino,
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wo natürlich eine ganz hohe Produktionsteilung,
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wo er gesagt hat, dass in dieser Produktionsteilung die Produzenten dann für
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ein Mitspracherecht haben, dass sich darüber auch eben der Film nicht richtig
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Kontur entwickeln kann.
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Und auf der anderen Seite gab es auch diese 50er, 40er, 50er Jahre Filme,
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auch im französischen Kino,
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die dann so neuen Realismus erzählt haben und häufig Literaturvorlagen genommen
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haben und dass dann die Literaten selber diese Drehbücher geschrieben haben.
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Und er hat dann irgendwie so 100 Filme analysiert und hat dann auch schon darlegen
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können, dass von diesen 100 sind dann zwölf irgendwie ein bisschen herausragender.
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Aber die sind meistens auch von den Regisseuren selber das Drehbuch geschrieben.
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Und das war so auch eben da jetzt diesmal stimmt das wort kohärente sprache
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zu entwickeln dass der regisseur eine totale kontrolle hat über das was passiert
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und damit wurde auch die mise en scéne gegründet die mise en scéne ist quasi so der perfekte,
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Und es gibt natürlich auch in amerikanischen Kino da entsprechende Vorbilder.
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Allen voran Hitchcock, der hat dann so einen eigenen Stil. Deswegen gilt auch
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Hitchcock als quasi Autorenfilmer.
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Und mise en scène bedeutet das Kontrolle über die Kamerafahrt,
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über das Make -up, über die Requisiten, dass genau gestimmt wird,
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wie die Ausleuchtung ist, dass das, was gesagt wird, auch klar definiert ist.
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Damit, wenn das alles in einer Hand liegt, so die Theorie des Autorenfilms,
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ist eben die künstlerische Freiheit so gewahrt.
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Und damit hat sich die Nouvelle Vague begründet.
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Nouvelle Vague hat aber natürlich auch total dekonstruiert. Also Godard,
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was der für ein Kino gemacht hat.
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Aber das war dann eher der Autor -Politik, also der politische Autor,
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der dann auch die Freiheit hat, eben...
Micz Flor
0:20:07–0:20:12
Bei Truffaut war es ja wohl auch so, dieser Call to Action für die Auteurs,
0:20:12–0:20:16
also für die RegisseurInnen, war ja auch zu sagen, wir nehmen mehr Verantwortung.
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Also macht was draus, in gewisser Weise. Macht nicht einfach,
0:20:21–0:20:25
und das ist auf alle Fälle bei beiden, denke ich, identisch zu sagen.
0:20:25–0:20:30
Es geht ja nicht darum, diesen ganzen Müll zu produzieren, Anfangszeichen.
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Ich würde es jetzt nicht immer so sagen, aber halt diese Idee,
0:20:33–0:20:37
einfach Filme zu produzieren als Investment, als Money Spinner,
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sondern macht was draus. Was ihr tut, ist wichtig.
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Da erlebe ich aber beides interessanterweise konträr. Bei Truffaut der Aufruf
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zu sagen, übernehmt die Verantwortung.
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Und bei Dogma dann zu sagen, Nummer 10, ihr sollt nicht mehr genannt werden.
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Ihr sollt bitte nicht den Film verhunzen und euch da reinstellen.
Florian Clauß
0:20:58–0:21:03
Genau das war auch genau der Punkt, warum Dogma sich ganz stark auch gegen diese
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Autorenfilme und gegen die Nouvelle Vague gelehnt hat.
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Nämlich Vorwurf war, dass durch diese Autorenschaft so ein La -Po -La entstanden
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ist, also ein bourgeois Autor, der Künstler,
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der in seiner Blase dann so die Kunst macht und dann eben nicht mehr,
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und das war das zentrale Thema von Dogma, diese Authentizität des Filmemachens, die einzufangen.
0:21:29–0:21:35
Und der Autorenfilm war sehr künstlerisch aufgeblasen, Allein durch diese,
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was ich gerade gesagt habe, mise -en -scène, diese Herrichtung,
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da begründet es auch mal eben deinen Schaffensrahmen, nämlich diese ganzen Komponenten
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im künstlerischen Schaffensprozess zu entkoppeln.
0:21:50–0:21:56
Also das heißt, der Kameramann hat volle Wirkungsfreiheit, der Regisseur darf
0:21:56–0:22:01
nicht genannt werden, der ist auch nicht so präsent im Filmemachenprozess wie
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jetzt in diesen industriellen Produktionen.
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Und die Schauspieler haben alle Freiheiten.
0:22:07–0:22:10
Und das war so dieses Framework, ich will nicht Framework sagen,
0:22:10–0:22:14
das ist eigentlich eher so ein Regelwerk, das Doc mal so entworfen hat.
0:22:14–0:22:20
In diesem Raum natürlich dann auch Filme schaffen konnte, die völlig neu waren.
0:22:20–0:22:24
Und es geht darum, damit mit diesem Regelwerk die Geschichte.
0:22:25–0:22:31
Den Kern der Geschichte in dieser authentischen Erzählung auszuprägen.
0:22:31–0:22:34
Ja, das war so das Vorhaben, ne?
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Also ich glaube, damit haben wir so ganz gut umrissen, wie sich Dogma dann auch
0:22:40–0:22:44
begründet, warum es sich begründet hat und du hast die Regeln vorgelesen,
0:22:44–0:22:46
also wir sind schon eingewiesen,
0:22:47–0:22:54
wie sich Dogma ausprägt und wir haben auch über die Geschichte des Autorenfilmes
0:22:54–0:22:57
gesprochen und meine Frage ist jetzt an dich,
0:22:58–0:23:01
woran denkst du, dass Dogma gescheitert ist?
0:23:01–0:23:05
Also gescheitert nicht im Sinne von, also gescheitert ist ein bisschen zu krass
0:23:05–0:23:11
ausgedrückt, Ich glaube eher so, warum Dogma jetzt eine relativ kurze Zeit das
0:23:11–0:23:13
Filmschaffen geprägt hat.
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Die Hochzeit war so von 1997 bis 2005, war glaube ich so der letzte Dogma -Film.
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Und ich glaube schon 2003 haben Lars von Trier und Winterberg ihr Dogma -Büro
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in Kopenhagen geschlossen.
0:23:31–0:23:34
Also die haben relativ früh damit Schluss gemacht, die haben auch wirklich nur
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diesen einen Film abgeliefert und dann auch völlig andere Filme dann später gemacht, ne?
Micz Flor
0:23:39–0:23:43
Ja, woran ist es gescheitert? Also,
0:23:43–0:23:49
weil die älter geworden sind und die Jungen wollten natürlich was Neues machen
0:23:49–0:23:52
und nicht was Altes fortführen, haben ihr eigenes Dogma ausgerufen,
0:23:52–0:23:56
das hieß dann irgendwie anders und wir kennen es nicht, weil wir auch älter sind.
0:23:56–0:24:02
Also es gibt ja immer dann so diese neue Musik auch, wo man dann gar nicht genau
0:24:02–0:24:03
weiß, wie das jetzt wiederum heißt.
0:24:04–0:24:10
Und das ist dann aber das, was jetzt gerade genau das ist, was früher das Neue war. Ist es so?
0:24:10–0:24:13
Also die haben ja selber auch geschrieben, diese Truffauts haben ja auch geschrieben,
0:24:14–0:24:17
diese New Wave Crashes. Oder was haben sie geschrieben?
Florian Clauß
0:24:18–0:24:22
Die neue Welle wird zum Kreuz oder zum Verhängnis.
Micz Flor
0:24:22–0:24:25
Nein, nicht verhängnis, sondern die stürzt in sich zusammen.
0:24:25–0:24:29
Die Welle bricht und dann meandert sie so weg.
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Vielleicht ist es da einfach auch natürlicherweise so passiert.
0:24:34–0:24:38
Ich weiß nicht, ob es wirklich einen Auslöser gab.
Florian Clauß
0:24:38–0:24:41
Ja, ich rede schon mal rein. Es hat sicher was mit den Personen zu tun.
0:24:41–0:24:48
Und der Auslöser war, dass Winterberg mit dem ersten Dogma -Film auf dem Cannes
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-Festival die Goldene Palme gewonnen hat und von Null auf 100 einer der berühmtesten
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Regisseure weltweit geworden ist.
0:24:56–0:25:00
Und damit hat, völlig konträr zu der Dogma, den Regisseur nicht zu nennen.
0:25:00–0:25:03
Bewegung, damit ist es genau das passiert.
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Die haben einfach so, und das war denen dann halt auch klar,
0:25:07–0:25:10
Winterberg hatte auf einmal weltweit Angebote, Filme zu machen.
0:25:10–0:25:14
Damit hat sich das ganze Dogma -Prinzip einfach so abgeschafft.
0:25:15–0:25:18
Das ist schon eigentlich ziemlich hinterher.
Micz Flor
0:25:18–0:25:21
Aber ich glaube, er hat nicht die Goldene Palme, er hat den Sonderpreis der Jury gewonnen.
Florian Clauß
0:25:21–0:25:21
Du hast recht.
0:25:24–0:25:29
Und Dogma wurde gleichzeitig durch diesen unglaublichen Erfolg zu einer eigenen Marke.
0:25:29–0:25:35
Es gab sogar so Dogma -Möbel und so ein Möbelhaus, was Dogma -Möbel verkaufte.
0:25:35–0:25:40
Aber das erzählt eigentlich oder zeigt eigentlich, dass es so dermaßen den Zeitgeist
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getroffen hat, diese Dogma -Bewegung, dass eben diese Phänomene dann so losgegangen sind.
0:25:48–0:25:53
Und, und das ist eine Theorie von mir, aber ich glaube, du hast hier auch schon
0:25:53–0:25:55
so ein bisschen angeheizt,
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da ist quasi schon so ein, wie sagt man das in den Dogma -Regeln,
0:25:59–0:26:04
ist so ein Point of, so ein Lifecycle -Dead implementiert.
Micz Flor
0:26:04–0:26:05
End of Life.
Florian Clauß
0:26:05–0:26:11
End of Life, genau. End of Life implementiert und zwar in der Regel, wie würdest du sagen?
Micz Flor
0:26:11–0:26:13
Der Regel mit dem Academy -Certified.
Florian Clauß
0:26:13–0:26:20
Richtig, genau. Weil zu der Zeit fing es natürlich an mit den ganzen Digitalfilmen,
0:26:20–0:26:24
also die Kameras wurden günstiger, man konnte digital filmen,
0:26:24–0:26:29
die Technik wurde besser und all das hat sich ja auch in den 90ern ausgeprägt
0:26:29–0:26:30
und ist dann hochgegangen.
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Das heißt, es gab dann eine ganz lebendige Indie -Szene, Off -Szene,
0:26:35–0:26:39
die schon einfach so digital produziert haben und die wahrscheinlich viel mehr
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diese Dogma -Regeln eingehalten als Dogma selber.
0:26:42–0:26:46
Das heißt, die haben sie auch komplett überholt.
0:26:46–0:26:50
Und 35 mm, ich meine, du weißt, wie teuer das ist.
0:26:50–0:26:54
Kann nur jemand drehen, der auch Zugang hat in diesen ganzen Filmbusiness.
0:26:54–0:26:59
Du musst in diesem Filmbusiness -Kontext aktiv sein, weil so mal jeden 35 mm
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drehen, kannst du nicht.
Micz Flor
0:27:01–0:27:05
Ja, möchte ich was zu sagen, setze vorgreifend dann auf Idioten,
0:27:06–0:27:11
weil Lars von Trier hat auf Video gedreht Und dann wird er im Interview gefragt,
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was wir dann sicher auch verlinken.
0:27:13–0:27:16
Das dürfte er doch nicht, muss doch Academy35 sein.
0:27:16–0:27:20
Dann hat er gemeint, ja, das kann ich erklären, weil er war auch der Meinung,
0:27:21–0:27:23
das ist kein Dogma -Film, weil er vier gedreht hat.
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Und dann hätten aber Winterberg und es muss noch einen dritten geben,
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deren Name mir jetzt entfallen ist.
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Und die meinten, nein, Academy Certified muss nur die Distributionsrolle sein.
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Man darf auch auf 16mm drehen, man darf Video drehen, es ist nur wichtig,
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dass das Ding quasi zum Schluss, wenn es in Verleih geht, oder wenn es quasi
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abgegeben wird, dass es dann Academy Certified ist.
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Und deshalb, so Lars von Trier im Münterview auch, es wurde abgestimmt, zwei gegen ein.
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Er war nicht dafür, dass man auf Video drehen darf. Die anderen beiden haben
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gesagt, nee, es geht nur darum, wo zum Schluss eben das Maß da drauf gezogen wird.
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Und deshalb ist sein Film doch...
Florian Clauß
0:27:59–0:28:03
Ja, also ich glaube, die sind relativ schnell dann in Straucheln gekommen von
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Einhaltung der Regeln und dann baut man sich da so...
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Also es ist ja auch wie so, weißt du, wenn du agil entwickelst,
0:28:10–0:28:15
hast du auch immer tausend Regeln, um halt dieses agile Framework so ein bisschen zu umschiffen.
Micz Flor
0:28:15–0:28:19
Habe ich auch von Winterberg irgendwie in einem Interview, Winterberg ein Interview
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gehört, wo erzählt, das Ganze sei ja schon sehr kirchlich aufgeladen,
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so Wow of Chastity und so. Also es ist alles so fast Dogma, sind so religiöse Metaphern und Worte.
0:28:28–0:28:33
Und deshalb hat er dann wohl auch irgendwann den Beichtstuhl eingeführt für Dogma.
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Die durften dann halt beichten. Die durften ihm dann beichten. Ja, krass.
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Für die kleinen Sünden, die dann irgendwie wächst.
Florian Clauß
0:28:44–0:28:46
Vielleicht haben die das auch alles so vorher gesehen.
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Eben sich das Digitalfilm durchsetzen wird, dass das, was die jetzt quasi so
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für sich als Regelset beschließen, dass das eigentlich so eine völlige Radikalisierung des Mediums ist,
0:28:58–0:29:03
ja, um gleichzeitig so eine Initiation zu durchlaufen, um in dieses digitale Zeitalter zu kommen.
0:29:04–0:29:08
Und ich weiß nicht, so leicht verschmitzt kann man denen so eine gewisse Genialität
0:29:08–0:29:12
unterstellen und vielleicht haben die das auch bewusst so gemacht.
Micz Flor
0:29:12–0:29:14
Ich meine, es ist ja auch so, wenn man ein bisschen überlegt,
0:29:14–0:29:20
das dänische Kino ist ja irgendwie sehr präsent, also man kennt es einfach.
0:29:20–0:29:24
Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, wie das früher war, in den 80er, 90er Jahren.
0:29:24–0:29:27
Aber auf jeden Fall, es war ja auf alle Fälle so, dass beide,
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die so berühmt geworden sind mit Dogma 1 und Dogma 2, die haben jeweils einen
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Dogma -Film gemacht, haben andere Sachen gemacht.
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Bevor Idioten gemacht wurden von Lars Furtwiel, hat der Breaking the Waves gemacht,
0:29:38–0:29:41
was ja auch auf Cannes lief, wo früher er damals die Palme bekommen hat.
Florian Clauß
0:29:41–0:29:43
Stimmt, der hat die Palme bekommen, ja.
Micz Flor
0:29:43–0:29:46
Und da ist es natürlich so, dass man dann Man denkt, okay, du machst 95 dieses
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Dogma -Ding, dann machst du Breaking the Waves und dann machst du Idioten.
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Das war für die natürlich ein Ding.
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Wenn man jetzt hingeht wie Didi und Stulle und sich drüber lustig macht,
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das ist total legitim, das darf man.
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Wenn man aber anders draufguckt, dann ist es vielleicht auch zu sagen,
0:30:03–0:30:08
die haben schon so einen schönen Schirm oder eine Linse oder einen Fokus aufgebaut
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für Low -Budget -Filme und denen eine Möglichkeit gegeben, mehr Publikum zu
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ziehen und einen Verleih zu bekommen.
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Früher gar nicht möglich gewesen wäre, weil diese Filme einfach dann nie durch
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die Jury überhaupt nur gesichtet, die werden durch die Sichtung nicht durchgekommen,
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die wären nie ins Programm gekommen.
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Und da kann man dann sagen, dass dieses Dogma 95 schon was erreicht hat,
0:30:32–0:30:34
einfach zu sagen, hey, guck mal dahin.
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Weißt du vielleicht, wie dann, wie das...
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Wie der auch in unterschiedlichen Medien funktioniert. Also das dann auch in
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der Kunst, in der Musik oder so gibt es ja immer solche, öffnen sich auf einmal,
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das kennt man ja auch aus Berlin, Techno,
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die ganze Club -Szene, auf einmal öffnet sich da so ein Window of Opportunity
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und ermöglicht ganz vielen Leuten erstmal überhaupt gesehen zu werden.
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Und vor dem Hintergrund, finde ich, hat es sicherlich was bewegt.
Florian Clauß
0:30:59–0:31:03
Ja, voll. Ich denke auch und da ist es wahrscheinlich, wie du sagst,
0:31:03–0:31:07
auch total förderlich für die Bewegung, wenn dann eben solche Platzhirsche wie
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Lars von Trier ein gewisses Bett geschaffen haben, wo sich dann auch andere reinlegen können.
0:31:12–0:31:17
Und das ist ja auch die Frage, wie hat sich dann Dogma weiterentwickelt?
0:31:17–0:31:21
Jetzt kommen drei neue Genres, die ich vorher auch nicht kannte,
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aber vielleicht hast du die schon mal gehört.
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Also Dogma war, wie gesagt, der letzte Dogma -Film, war glaube ich 2005,
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wurde der gedreht und dann gab es im amerikanischen Raum das Genre Mumblecore. Kennst du das?
Micz Flor
0:31:36–0:31:37
Das ist aber Musik, oder?
Florian Clauß
0:31:37–0:31:41
Nee, Mambelchor ist tatsächlich... Vielleicht ist es auch ein Griff aus der
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Musik, den die in den Film übertragen. Mambelchor kommt von Murmeln, Nuscheln.
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Und Chor ist dann halt so, auch eben mit ganz minimalen Mitteln Geschichte erzählen.
0:31:50–0:31:54
Und da war halt im amerikanischen Raum, gab es dann vor allen Dingen Low -Budget
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-Produktionen, die das dann halt gemacht haben.
Micz Flor
0:31:56–0:31:58
Darf ich einen Didi und Stulle -Witz machen?
Florian Clauß
0:31:58–0:31:59
Darfst du.
Micz Flor
0:31:59–0:32:04
Dogma 95 war gestern, jetzt ist Mumblecore. Was? Dogma 95 war gestern,
0:32:04–0:32:05
jetzt ist Mumblecore. Was?
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Dogma 95 war gestern, jetzt ist Mumblecore.
Florian Clauß
0:32:11–0:32:16
Ja, es gab noch so ein Parallelgenre zu Mumblecore, das ist Mumblegore.
Micz Flor
0:32:17–0:32:18
Ein Horrorfilm, oder?
Florian Clauß
0:32:18–0:32:23
Und natürlich, ohne Dogma wäre sowas wie Blair Witch nicht denkbar.
0:32:24–0:32:28
Ja, aber Blair Witch war doch vor… Ja, das war vor Mumblecore und Mumblegore,
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das kam erst in den 2000ern.
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Blair Witch war ja noch, das war ja das, die Produktion, die auch digitale Filmproduktionen,
0:32:37–0:32:40
Techniken dann so unglaublich, also mit minimalem Einsatz, ich glaube,
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das hat nur 80 .000 gekostet, der Film.
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Und hat unglaublich viel eingespielt, das hat das so bekannt gemacht.
Micz Flor
0:32:47–0:32:49
Ist aber auch kein Dogma -Film?
Florian Clauß
0:32:49–0:32:50
Ist kein, nein.
Micz Flor
0:32:50–0:32:56
Ich überlege gerade, gegen was die verstoßen haben. Wahrscheinlich haben die
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den Ort immer gewechselt.
Florian Clauß
0:32:58–0:33:04
Das habe ich auch gelesen. Die beiden Regisseure von Blair -Mitsch,
0:33:04–0:33:07
das waren 2, die sich auf einer Filmschule kennengelernt haben.
Micz Flor
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Die wollten unbedingt, dass der Name reinkommt.
Florian Clauß
0:33:10–0:33:11
Blair -Mitsch.
Micz Flor
0:33:12–0:33:17
Nein, die wollten die Regisseurin sagen, was, unser Name kommt nicht rein,
0:33:17–0:33:19
auf keinen Fall. Wir sind raus.
Florian Clauß
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Wie die das aufgezogen haben, die haben die drei Schauspieler,
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völlig unbekannte Personen, die sind mit den Filmen bekannt geworden.
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Es war fast wie das erste Escape Game, was die dann verfilmt haben.
0:33:32–0:33:35
Die haben auch so rein spielerisch, das ist auch so eine Dogma -Methode,
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dass du so spielerisch rangehst.
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Wir haben quasi das Team über acht Tage lang völlig alleine wirken lassen.
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Also die haben für jeden Drehort da so einen Plan geschrieben,
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was jetzt zu machen ist, wo die dann Essen finden und die mussten sich auch immer selber filmen.
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Und dann haben die aber auch das Essen rationiert, damit das noch authentischer
0:33:57–0:34:00
kommt, dass sie ausgemergelt sind, dass sie gestresst sind.
0:34:00–0:34:03
Ja, das war halt wirklich so Step -by -Step und die mussten dann halt am nächsten
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Tag dahin gehen und haben dann dort weiter gefilmt. Aber die hatten immer so Exit.
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Also wenn es halt wirklich kritisch wussten ja auch immer, wie sie dann halt rauskommen.
0:34:12–0:34:16
Aber es war nicht ganz gut, dass es halt funktioniert war wie so ein Escape
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-Game, wo da dieser Film rausgekommen ist.
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Und der auch eben diese Authentizität dann so widerspiegelt.
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Und das ist das, was dann diese Bewegung und diese Technologie dann auch so
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wieder ins Kino reingeholt hat. Das muss man ja auch schon so sagen.
Micz Flor
0:34:32–0:34:37
Ja, und es ist halt aber auch interessant, weil man hat ja in dem Dogma 95 -Stil
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auch immer gesagt, es heißt so was Dokumentarisches.
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Interessant ist ja, dass scheinbar das Realistische etwas ist, was man im Bild sieht.
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Das heißt, die Hollywood -Produktion, ich nehme das Hollywood stellvertretend
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für alle High -Budget -Produktionen, das ist jetzt nicht nur Hollywood,
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macht scheinbar etwas, was wir als unsichtbar wahrnehmen.
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Und das Dogma, was dann irgendwie technisch runtergeht, stellt etwas her,
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was wir auf einmal wieder wahrnehmen. Verstehst du mich?
Florian Clauß
0:35:06–0:35:07
Ja, na ja.
Micz Flor
0:35:07–0:35:11
Das ist ja irgendwie das Paradox, man denkt, keine Filter, ich mach einfach
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so, wie es ist, und dann denken die Leute, oh, das ist ja was ganz Neues.
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Während das andere, was völlig überzogen ist und vielleicht in der Postproduction
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die Farben angepasst hat, das wird nicht wahrgenommen.
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Das wird als Realität akzeptiert und ist unsichtbar.
Florian Clauß
0:35:26–0:35:30
Ja, vor allen Dingen, weil es ja auch in so einer Kulturinstitution läuft,
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wo das dann eben als ... Das ist das, was man da wahrnimmt im Kino,
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ja? Dafür zahle ich meinen Popcorn und so fühle ich mich unterhalten.
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Aber dass eben Dogma es geschafft hat, durch die Geschichten und das, wie es erzählt wird,
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dann wieder eine gewisse Aufmerksamkeit zu bekommen und da eben einfach auch
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die Visualität des Films weitergetragen hat. Das ist ein Verdienst.
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Und es gibt diesen Mumble Gore, Mumble Core, es gibt auch einen German Mumble.
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Was? German Mumble Core.
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Ja, das ist ein eigenes Genre und ich habe keine Filme von dem Genre gesehen.
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Es gibt unglaublich viele, Dicke Mädchen ist einer davon.
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Es gibt halt auch so einen Filmemacher, der sich da sehr hervorgetan hat und
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das müsste man mal gucken.
Micz Flor
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Wenn es vier Filmemacher innen wären, würde man sagen, das ist eine German Mumble Corps vor.
Florian Clauß
0:36:25–0:36:27
Ja, könnte man sagen.
Micz Flor
0:36:27–0:36:31
Es regnet, ich brauche gute Stimmung. Irgendwie muss ich mir selber gerade die Stimmung hochhalten.
Florian Clauß
0:36:31–0:36:35
Ja, guck mal, hier ist ein Böckersteig. Wir sind ja gute Bürger.
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Der ist nochmal so ein bisschen ein Schatz in der Filmgeschichte,
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den man sich durchscrollen kann und durchschauen kann. Fand ich sehr interessant.
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Und auf der anderen Seite, neben den Amonkarschen Blerwitsch,
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gab es auch zum Beispiel Soderbergh mit Traffic, die Macht des Kartells,
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wo er auch Dogma -Elemente verwendet hat.
Micz Flor
0:36:58–0:37:04
Ja, wobei der ja unglaublich, also der hat ja unglaublich viel so Farbnuance
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in der Post -Production und bestimmte Szenen und...
Florian Clauß
0:37:07–0:37:11
Ja, ja, der hat das genau gegenüber gestellt. Der hat diese unglaublichen Werbe,
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es ist fast wie ein Jeff -Wall -Bild teilweise gefilmt, ja.
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Auf der anderen Seite hat er halt diese völlig authentische,
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rohe Oberfläche von Digitalfilmen da mit drin und konfrontiert die dann so ganz gut zusammen.
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Fand ich damals sehr beeindruckend, muss ich sagen, den Film.
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Aber das sind so die Ausläufer von Dogma. Also Dogma hat sich dann irgendwo
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in unserer Sehgewohnheit eingeflochten mit den Filmen und es akzeptiert, wie du sagst.
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Das war erstmal so ein totaler Ruck, wie kann man das machen?
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Und ist dann wieder so in so eine Sehgewohnheit dann wieder reingekommen.
Micz Flor
0:37:44–0:37:47
Eine Sache wollte ich auch noch sagen, weil das ist dann immer auch dieses so
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ein bisschen dieser Impuls in bestimmten Entwicklungsphasen so der eigenen Berufung,
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ich sage nicht Beruf, dann zu sagen, wir erfinden jetzt was,
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was es vorher noch nie gab.
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Und zum Beispiel die Handheld -Camera hat dann Winterberg in einem späteren
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Interview noch mal gesagt, das wurde vorher eigentlich gemacht,
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das gab es vorher quasi gar nicht.
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Und ich wusste, dass das nicht stimmt, aber wusste wenig über Handheld -Camera
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-Geschichte und wollte nur mal sagen, 1908.
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War eine Handheld -Kamera bei dem Flug von einem der Gebrüder Wright mit an Bord.
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Also es wurde schon deutlich früher auch mit Handheld gedreht.
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Und ich kann mich auch noch erinnern, dass es irgendwelche ganz frühen Filme,
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wo die Kamera in so einer Kanu, also so Spreewald, so irgendein Spreewald,
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zwei Kanu, also quasi French Connection im Spreewald mit Kanu,
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wo es so Gurken hinten drin sind. Zwei verfolgen sich irgendwie.
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Und da war auch die Kamera quasi voll actionmäßig, so expressionistisch irgendwie eingesetzt.
Florian Clauß
0:38:47–0:38:49
Das ist Flussfahrt mit Huhn, der hessische Film.
Micz Flor
0:38:51–0:38:54
Aber was ich sagen wollte, das sind halt so Sachen, wenn man da so reinbohrt,
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ist natürlich hinter so was wie Dogma ist dann auch eine Haltung.
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Und diese Haltung, die hat eine bestimmte Kraft. Und ich glaube,
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das ist dann auch das, was viele Leute so nervt.
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Ihr wisst doch genau, dass ihr nichts erfunden habt, aber ihr verkauft das jetzt so gut, es nervt.
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Ich kann mir vorstellen, dass Kolleginnen aus einer ähnlichen Zeit mit irgendwie
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nicht einer Ambition dann dachten, ach scheiße, ich bin jetzt abgehängt,
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bloß weil die da irgendwie zehn Punkte aufgeschrieben haben und sich trauen
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aufzustellen, das zu sagen,
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obwohl sie wissen, dass sie als nächstes dann sowieso Breaking the Waves drehen,
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was gar nichts damit zu tun hat. Weißt du, wie ich meine?
Florian Clauß
0:39:29–0:39:35
Ja, also ich kann es nachvollziehen. Gleichzeitig ist es aber auch so eine künstlerische
0:39:35–0:39:39
Attitüde, da so ein Produkt quasi so hinzustellen zu sagen, ja,
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also jetzt hier, wir haben das mal erfunden. Finde ich völlig auch legitim.
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Also ich würde es jetzt jetzt nicht so kritisieren. Ich würde es einfach so...
Micz Flor
0:39:49–0:39:51
Nee, genau. Ich denke auch, man kann es am besten verstehen,
0:39:51–0:39:56
wenn man sagt, wir möchten, dass Filme gemacht werden und zwar Filme,
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die mächtig sind, die wirkmächtig sind.
0:39:58–0:40:03
Und das kommt nicht durch ein fettes Budget, sondern macht einfach geile Filme.
0:40:05–0:40:11
Und die Idee, und das ist wiederum paradox, die Idee, dass die Regisseurin sich
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da nicht reinschreibt, ist ja dann auch so ein bisschen dieses Vanity -Thema, also diese Eitelkeit.
0:40:18–0:40:25
Finde ich gut und gleichzeitig ist das Dogma Manifest wieder unterschrieben von den Leuten.
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Also da das beißt sich alles immer so ein bisschen den Schwanz.
0:40:28–0:40:32
Wie du schon gesagt hast, würde auch dann der erste nicht genannte Regisseur
0:40:32–0:40:36
gleich einer der berühmtesten Regisseure nachkannen.
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Also das ist halt so dieses Paradox, was da so drin ist.
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Und das finde ich ist auch irgendwie so sehr,
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sehr so jugendliche Haltung, so eine aufmüpfige Haltung, so ihr dürft das alles
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nicht, wer sagt das? Ich.
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Darfst du das sagen? Ich darf das sagen, aber ihr dürft es nicht.
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Also irgendwie gibt es da so einen Moment, der vielleicht einfach in der eigenen
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Entwicklungsgeschichte immer notwendig ist und später dann aber auch sich auflösen darf.
Florian Clauß
0:41:07–0:41:14
Kommen wir zum ersten Dogma -Film. Das Festfesten von Thomas Winterberg.
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Thomas Winterberg ist 1969 geboren und aufgewachsen in Friedrichsberg,
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also dieser Kommune von Kopenhagen, in so einer Hippie -Gemeinschaft.
0:41:27–0:41:30
Und er hat sich selber in dem Interview, was ich da gehört habe,
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als sehr schüchtern bezeichnet.
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Er ist dann auf eine Filmschule gekommen, die auch recht renommiert ist.
0:41:39–0:41:44
Da werden pro Jahr nur so sieben Leute angenommen und hat auch ziemlich viel Geld gekostet.
0:41:44–0:41:48
Aber er spricht sehr positiv von seiner Zeit in dieser Filmschule.
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Die meisten Kniffe hat er dort gelernt und auch die er später angewendet hat, hat er da gemacht.
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Hat aber auch gesagt, es gibt genügend
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Regisseure, die das Handwerk selber gelernt haben ohne Filmschule.
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Deswegen weiß er nicht, ob er jetzt so eine Filmschule, dann so,
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ob er das dann halt so empfehlen kann.
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Das Fest war so sein erster großer Film. Er hat danach, das ist auch ganz interessant,
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in seiner Biografie hat sich komplett dagegen, also gegen Dogma -Regeln gewandt.
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About Love mit Joachim Phoenix gedreht, habe ich nicht gesehen, ist total gefloppt.
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Er meinte selber, er hat dann auf der einen Seite so einen Nier -Fiction -Film
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gebaut, was eigentlich gegen alle Dogma -Rädern zu verstoßen hat,
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bis auf, es gab kein Skript.
0:42:37–0:42:43
Er hat mit Jean -Pen gearbeitet, Joachim Phoenix, also wirklich ein unglaubliches
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Hollywood -Budget. Das war dann der zweite Film, den er nach Festen gedreht hat.
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Den ersten Film hat er dann auch mit Lars von Trier übernommen.
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Und hat er auch oft mit Lars von Trier Drehbücher, da konnten die ihm dann auch verfilmt.
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Und der letzte Film von ihm, den hatte ich auch nicht geguckt,
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ich hab gar nichts davon geguckt, ist der Rausch mit Mads Mikkelsen. Hast du den?
Micz Flor
0:43:08–0:43:11
Nee, hab ich auch nicht gehört. Ja, ich hab davon gehört, genau.
Florian Clauß
0:43:11–0:43:15
Also, es geht quasi um eine Gruppe von Lehrern, die beschließen,
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dass die halt ständig so weit berauscht sind,
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also immer so zwischen 0 ,5 Promille dann im Blut haben und damit halt irgendwie
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so gut über den Tag kommen, bis das irgendwann so ein bisschen,
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ja nicht ich eskaliert, aber es wird dann irgendwann anders.
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Also so ganz grob geerzählt auch in der Ferne. Also hier in Mads -Milkesen hat
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Nermanns mit Hinterberg gearbeitet.
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Ja, es ist auch ein Film, wo es darum geht, dass ein Täter, oder ich weiß nicht,
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was ein Täter ist, aber es geht um eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs und Schüsse.
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Es ist so eine Hetzjagd statt, auf die man, der gestützt wird von Mads Mückes,
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und ich weiß es nicht, habe ich von dem Film nicht, aber ich fand es ganz gut,
0:44:01–0:44:06
weil es auch ähnlich belagert wird, wo da jetzt ein bisschen Mathe in so ein
0:44:06–0:44:10
Tabuthema reingeht, in ein gewerkschaftliches Talent, wie das fällt.
Micz Flor
0:44:10–0:44:15
Also da hat Winterberg auch mal einem Winterview zugesagt, dass er den Film...
0:44:17–0:44:24
Angenommen hat das Skript, weil es das Gegenteil von das Fest oder Festen war.
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Also da gab es einen Kindesmissbrauch, der die ganze Zeit so unterschwellig in der Story mitläuft.
0:44:34–0:44:37
Und das andere ist, dass das eine Beschuldigung gibt ohne Grundlage.
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Also das absolute Gegenteil. Und er dann auch interessiert war,
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diese Perspektive zu explorieren des Kindes, des Jugendlichen, die sowas erfinden.
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Wie wahr wird das dann wahrgenommen?
Florian Clauß
0:44:54–0:44:57
Also das ist natürlich auch so, gerade im politischen, gesellschaftlichen ist
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das ein heikles Thema, weil man weiß, dass diejenigen, die vor allem maßgeblich
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Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren,
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so ein typisches Narrativ, dass die sich das ausdenken.
0:45:10–0:45:17
Also dieser Prozenteil zwischen wirklichen Opfern und sich das Ausdenken, der ist ganz anders.
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Aber ist von 2007, glaube ich, oder 2012 die Jagd, ist, glaube ich,
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in dieser ganzen MeToo -Debatte und so was nochmal anders zu bewerten,
0:45:26–0:45:27
würde ich mal behaupten.
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Das Fest, wir haben es schon gesagt, es geht da um ein um sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern.
0:45:34–0:45:39
Es ist, ich erzähle das kurz, den Inhalt von das Fest, die Familie kommt zusammen.
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Die Familie ist, ja, es ist eine sehr desolate Familie, die man würde sagen
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so durch toxische Beziehungen geprägt ist.
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Es gibt das Helge, der Patriarch der Familie, wird 60, deswegen lädt er zu einem Fest,
0:45:57–0:46:04
wo Gäste kommen und auch seine Kinder, nur noch drei, weil Linda,
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das ist die Zwillingsschwester von Christian, hat sich einige Zeit davor umgebracht, Selbstmord begangen.
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Christian ist ein erfolgreicher Koch in Paris und der Protagonist der Geschichte.
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Es gibt den Sohn Michael, der so ein bisschen so ein gescheiterter Typ ist,
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recht aggressiv und brachial immer auftaucht und der auch in dem Essensbusiness ist und dort,
0:46:31–0:46:34
aber in so einer Klitsche in Kopenhagen betreibt.
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Und Helene, das ist die Schwester, die Jüngere, die noch immer studiert zum Leidwesen der Eltern.
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Helge wird, wie gesagt, 60 und seine Frau Elsie begleitet ihn dann in diesem Fest, ja.
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Und das Ganze fängt schon recht an.
0:46:54–0:46:58
Ich weiß nicht, hast du den noch mal gesehen, den Film jetzt?
Micz Flor
0:46:58–0:47:01
Ich muss gestehen, ich hab die Zeit nicht gehabt, den noch mal zu sehen.
Florian Clauß
0:47:01–0:47:05
Der Film hat so eine unglaubliche Grundspannung die ganze Zeit drin.
0:47:06–0:47:10
Es ist sehr so, wie die Figuren miteinander umgehen, wie die da ankommen.
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Der Michael, der Bruder, schmeißt seine Frau raus, weil irgendein alter Freund
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ihm auf dem Weg zum Haus entgegenkommt.
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Und er meint, ihr müsst gehen mit Familie, die brauchen Platz,
0:47:21–0:47:26
und geht mal raus. Und er ist halt irgendwie so, er betrügt sie auch fast vor
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den Augen, vor ihren Augen.
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Und dieses, also der Rahmen, es spielt quasi so ein Landhaus,
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also sehr großbürgerlich.
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Es gibt eine ganze Schicht von Bediensteten, die auch schon lange mit dem Haus verknüpft sind.
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Also die Bediensteten, teilweise der Chefkoch von dem Haus, ist auch ein alter
0:47:47–0:47:51
Kinderfreund von Christian.
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Und die eine Servicekraft ist auch so verliebt in Christian.
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Also da ist auch so eine Affäre, Beziehung zwischen den beiden.
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Und es fängt halt so, also es ist halt so, diese gesellschaftlichen Rituale
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von Fest, spielt das halt so durch.
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Also es gibt diese Gruppen, es gibt die Eltern, es gibt die Gäste,
0:48:13–0:48:14
es gibt die Bedienstete, es gibt die Kinder.
0:48:14–0:48:19
Also das sind so diese Gruppen, die dann so als Ausprägung dastehen.
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Und es werden natürlich so Reden geschwungen und dann wird Christian aufgefordert,
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eine Rede zu halten und er hat zwei Umschläge in der Hand und meinte so,
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Vater such dir einen aus und dann wählt er den grünen Umschlag oder den roten,
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ich weiß nicht mehr genau und er meinte, oh die Wahrheitsrede.
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Und dann, Minute 35.
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Und da beschreibt er, erzählt er haargenau, wie er von seinem Vater vergewaltigt
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wurde mit seiner Schwester zusammen,
0:48:50–0:48:55
also seine Schwester wurde auch vergewaltigt, und das schlägt ein wie eine Bombe.
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Also es ist halt wirklich so, wenn wir nochmal gucken, welche Regeln von Dogma
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sich dann auch in festen Widerspiegeln.
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Es ist wirklich eine sehr untypische Erzählung.
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Es gab vorher, glaube ich, so in diesem Rahmen überhaupt, dass das Tabuthema
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so präsentiert wurde von Kindesmissbrauch, von Inzest und so weiter.
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Würde mir jetzt kein Film einfallen. Das weiß ich noch damals,
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als ich den in den Kino geguckt habe. Der war ja auch so sprachlos.
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Und der hat ja genau diese ganzen gesellschaftlichen Tabuthemen,
0:49:25–0:49:31
also Rassismus, Alkoholsucht, überhaupt Inzest und alles bringt er dann irgendwie
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rein, aber immer in so einem gesellschaftlichen Rahmen.
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Es ist halt so, die Gesellschaft, jetzt die Festgesellschaft,
0:49:37–0:49:41
ist gleichzeitig wieder so quasi mehr oder weniger die Metapher für die ganze Gesellschaft.
0:49:41–0:49:45
Und es ist auch immer interessant, wie die Dynamik in dieser Gesellschaft verläuft.
0:49:46–0:49:49
Das erste, was passiert, Casey, seine Mutter, lacht ihn aus.
0:49:49–0:49:53
Er wird dann vom ... Kommt dann so ... Er wird nicht rausgeführt,
0:49:54–0:49:56
sondern er geht dann so ein bisschen aufgelöst.
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Die ganze Dienerschaft, die haben das auch mitbekommen.
0:50:00–0:50:05
Die ganzen Bediensteten, die stehen voll hinter Christian, unterstützen ihn
0:50:05–0:50:06
und arbeiten ihn auch zu.
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Es wird dann auch irgendwie so klar, okay, ich hab das vor. War schon abgesprochen.
0:50:11–0:50:15
Wir klauen zum Beispiel irgendwann auch von allen Gästen die Autoschlüssel,
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damit die nicht mehr wegkommen oder die sperren einen ein, der dann halt auch
0:50:20–0:50:21
so Christian geschlagen hat und so weiter.
0:50:22–0:50:26
Also das heißt, die arbeiten dazu, damit eben dieses unglaubliche,
0:50:26–0:50:31
dieses Geheimnis, Familiengeheimnis dann auch so entblößt wird und dass auch
0:50:31–0:50:34
der Täter zur Rechenschaft gestellt werden kann.
0:50:35–0:50:39
Und also ich will jetzt nicht haargenau diesen Film nacherzählen,
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aber es ist halt so eine Dynamik drin, dass Christian lässt sich auch nicht
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unterkriegen. Das hat er auch unglaublich stark gespielt, von dem Charakter.
0:50:46–0:50:50
Also von dem Schauspieler, wie er den Charakter spielt. Nämlich er reißt sich
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da immer rein, geht rein, erzählt weiter, wird rausgeschmissen,
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wird verprügelt von seinem Bruder.
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Also gerade Michael glaubt ihm nicht und was machst du denn da und so weiter.
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Und Helene findet irgendwann den Brief von Linda, den Abschiedsbrief.
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Und dieser Brief ist quasi so die objektive Instanz, die noch mal so belegt,
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dass das, was Christian erzählt, tatsächlich passiert ist, weil sie da auch drin schreibt.
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Deswegen umgebracht hat. Sie kann nicht mehr mit diesem Schicksal leben.
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Und Christian steht dann auch
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irgendwann auf. Vater, du bist schuld an den Tod von meiner Schwester.
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Und dann wird er halt auch rausgetragen, am Baum gefesselt.
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Total absurd. Also es kippt dann und dann macht die Gesellschaft eine Polonaise durchs Haus.
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Die wollen dann immer wieder so doch feiern und es steht dieses unausgesprochen in einem Raum,
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aber irgendwie versuchen die sich dann immer in diesen gesellschaftlichen Ritualen
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so ein bisschen langsam um wieder dieses Fest und dann wird es halt auch der
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Freund von Helene, der kommt dann später,
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wird mit dem Taxi gebracht und der Taxifahrer wird auch gespielt von Winterberg,
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so eine kleine Rolle, die er da übernommen hat in dem Film und es ist ein Schwarzer,
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also der auch dann in der Gesellschaft erstmal so komisch angeguckt wird.
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Irgendwann gibt es auch so dass die alle einstimmen in so ein rassistisches
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Lied, auch so völliger Rassismus, und er dann so, ah!
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Und er ist eigentlich auch die Figur, die dann Helene sagt, du musst jetzt diesen Brief vorlesen.
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Es ist klar, sie muss jetzt auch eine Rede halten.
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Und es gibt dann immer so diesen, wie nennt man das, der quasi durch den gesellschaftlichen
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Arm führt, dieser Redenhalter, und dann immer so ein Toast ausspricht usw.
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Diese Figur. Und dann ist es klar, dass dann Lene dran ist mit ihrer Rede und
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sie fragt auch, soll ich den Brief vorlesen?
Micz Flor
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Und alle so, ja!
Florian Clauß
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Und dann liest sie den Brief und mit einem Mal ist halt wirklich allen klar, dass das ist wahr.
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Ja, das heißt, die Instanz, Christian wird hergestellt, der Sohn,
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Michael, also der Bruder, der flippt total aus, weil er so wütend ist auf seinen Vater.
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Der Vater steht auf, er entschuldigt sich auch nie.
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Zum Mehr wart ihr nicht wert, also völlige Diskriminierung. Aber es gibt noch
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eine Szene, die muss ich noch erzählen, bevor ich Helene den Brief vorlese.
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Nämlich, dass die Mutter, die Rolle der Mutter ist noch nicht so ganz klar.
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Die sagt dann auch, hält eine Rede und sagt, dass Christian früher als Kind immer sehr kreativ war.
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Und er hatte so diesen kleinen Freund, den es nicht gab, Snoot,
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und hat ihn dann halt so ein bisschen auch so diskreditiert dafür,
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dass seine Wahrnehmung halt komplett schief liegt und so weiter.
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Und dann steht Christian auf und sagt, Mutter, du hast uns gesehen,
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du bist in den Raum gekommen, als wir vor Vater knieten und du hast uns gesehen.
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Er hat dann auch noch mal sie und sie lacht noch und es wird wieder überbügelt.
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Es gibt immer dieses Anrennen und es gibt diese unglaubliche Gewalt und Aggression,
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die dann zurückkommt, bis dann halt klar ist, der hat es wirklich gemacht und
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der wird dann auch entfernt.
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In dem Moment ist der Patriarch entthront an der Stelle.
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Und dann fängt das Fest auch so ein bisschen an.
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Die Bediensteten sind da, mit Christian, mit seiner Schwester Helene und ihrem Freund.
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Die spielen Klavier, tanzen und so weiter. Es gibt dann schon so eine Festsituation.
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Am nächsten Morgen, der Vater wurde dann auch von Michael verprügelt.
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Er ist wirklich so aussätzig. Am nächsten Morgen kommt er dann auch rein zum Frühstückstisch.
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Alle schweigen so. dann setzt sich das Kind von Michael, will sich auf den Schoß
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setzen, und sagt dann, nee, komm mal wieder her.
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Und dann meinte er auch so, Vater, du musst jetzt gehen. Und er ist dann halt
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wirklich gesellschaftlich ausgestoßen.
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Dieser gesellschaftliche Raum, diese Gesellschaft, der ist jetzt ausgestoßen
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und nicht mehr gesellschaftsfähig.
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Und seine Frau kommt auch nicht mit.
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In dem Moment ist es wirklich so eine Täterbestrafung, die dann auch so konsequent läuft.
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Und es gibt so einen kleinen ... einen Pay -off, wo er in der letzten Szene
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dann eben Christian, die eine fragt, willst du mit mir nach Paris?
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Also die Bedienstete, die so, die auch ein Liebespaar sind und sie so, ja.
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Und das hat was Versöhnliches, es hat so, es hat ein Weiterkommen,
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ja, also es ist auch einfach schön, also es ist halt nicht so ein reines,
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also man sieht auch dann bei Helge,
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dem Familienvater, sieht man auch so gewisse, ja nicht Reue,
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entschuldigt sie nicht, aber eine gewisse Menschlichkeit.
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Also es ist halt nicht so ganz, dass der dann halt so diesen Täter dann so diffamiert
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von der Kamera und von der Person, sondern es wird irgendwie immer integrativ
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mit der Gesellschaft dann gearbeitet.
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Und deswegen absolute Empfehlung dieser Film.
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Kann man auch gucken, heute noch mit natürlich so dem Stil mitten von dogma
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und also ich auch beim wiederholten gucken war ich doch sehr beeindruckt,
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ja das endlich habt ihr jetzt gar kein bild mehr für gehabt für das ende weil,
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ich überlege der war wann war der 98 war das oder 95 war dogma 97 war der dann
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im kann fest ok das ist ja nicht 98 war dann nicht mit idioten zusammen ich
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habe eigentlich nix aufgezeichnet,
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sondern wir laufen ja dann erzählen uns immer alles auf dem Kopf.
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Aber Kur, ich habe hier überraschenderweise die Filmografie von 98.
Micz Flor
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Ich überlege gerade, ob wir den zusammen gesehen haben.
Florian Clauß
0:56:42–0:56:44
Warst du denn nicht in England?
Micz Flor
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Kann sein.
Florian Clauß
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Ich weiß es noch, ich glaube, ich habe den im Filmtheater am Friedrichshain gesehen.
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Also da liefen ja immer so, entweder international oder Filmtheater am Friedrichshain.
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Das war ja so die Kinostadt. Ja, also das, und ich glaube, Festen ist auch der
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Film, der eigentlich fast alle Dogma, oder fast eigentlich alle,
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ich habe geguckt, ob da irgendwie eine gebrochen wurde,
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aber er hat alle Dogma -Regeln eingehalten.
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Und auch in dem Interview, was ich dann gehört habe, war ganz interessant,
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wie Winterberg da rangegangen ist. Weil bei ihm natürlich eine totale Unsicherheit
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... Was heißt natürlich? Es war eine Unsicherheit, wie passiert das jetzt?
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Auch für die Schauspieler. Und er saß dann mit dem Kameramann,
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der ist wohl auch relativ bekannt, der Kameramann.
Micz Flor
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Der ist mit K, ich hab den Namen jetzt auch vergessen.
Florian Clauß
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Ja, der hat dann ständig sich vorbereitet.
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Er wollte immer so bestimmte Sachen so inszeniert haben, das, ja.
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Und dann war das für das ganze Team eine unglaubliche Überwindung,
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eben nicht in diesen traditionellen Wegen dann zu filmen.
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Und die haben das dann auch so geschafft, indem dann Winterberg zu den Schauspielern
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gesagt hat, Ja, wir haben jetzt hier kein Licht, sondern überall ist Licht.
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Dann haben die Schauspieler gesagt, okay, dann können wir spielen.
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Und es gibt auch keine Markierungen. Weil ganz viel ist immer so,
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die Wegstrecken oder so vor der Kamera sind markiert.
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Und meinte er, sind alle irgendwie vor Panik implodiert.
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Ja, genau. Weil das für alle so ungewohnt ist.
Micz Flor
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Und das ist ja ein interessantes Paradox, ne? Weil Dogma hat diese zehn Regeln,
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und nimmt halt mit diesen zehn Regeln die Regeln weg, die vorher nicht ausgesprochen
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waren, die man einfach so, die sich so eingeschliffen haben.
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Zum Beispiel, dass man eine Markierung am Boden macht, wo das Licht dann ist.
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Dann läufst du bis hier, dann stellst dich quasi auf die Markierung,
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machst du drei Schritte rückwärts, dass du nämlich beim dritten Schritt genau
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auch an den Punkt landest und so.
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Diese Sachen sind nicht als Regel festgeschrieben, aber wurden durch die festgeschriebene
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Dogma -Regeln sichtbar abgeschafft und dann gab es Freiheiten,
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die mit der gleichen Technik, und das finde ich ganz interessant,
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weil das ist dann eine Brücke auch hin zu Idioten, weil der Lars von Trier eben
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auf Video gedreht hat, gemeint, er ist aber total super.
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Also ich hab dann einfach, der hat über 100 Stunden Material gehabt und hat
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dann gemeint, er hat manche Szenen einfach gefilmt, er hat ja selber auch die Kamera geführt.
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Dann einfach als so eine Sache, die zusammenschneiden, das sind ganz viele harte
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Schnitte dann ja auch drin, die dann was so kondensieren, wo er meint,
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er hat dann das so zusammengeschnitten, dass halt eine lange Sequenz kurz war
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und energetisch wurde, dass er das so ballen konnte,
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was dann irgendwie auch mit diesem dokumentarischen Stil so ein bisschen bricht.
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Und das ist natürlich dann bei Winterbergfesten, das wurde auf Film gedreht
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und da hast du diese Möglichkeit so nicht,
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da musst du dann hast du dann die Technologie noch, die dafür gemacht ist,
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dass du mit einer Rolle, einer Szene, dann weißt du, wie lange das sein darf.
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Ich ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, aber dann hatte man mit Video,
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dann konnte man das vielleicht sogar besser aufbrechen.
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Und diese ganzen Regeln wie vorher, man braucht halt so und so viel Licht,
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sonst ist der Film einfach nicht verwendbar.
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Die auszuhebeln, führte zu einer Panik.
Florian Clauß
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Ja, du baust gerade so ein paar Cliffhanger in die nächste Episode, die Idioten.
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Was Winterberg auch gesagt hat, dass diese Einschränkung, also auf diese gleichzeitig
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eine komplette Befreiung bei ihm ausgelöst hat, dass er nie wieder in so einem
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Filmprozess so eine Freiheit dann auch,
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so eine Liberation, ja es ist Befreiung, gespürt hat, wie zu diesen Dreharbeiten,
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also es war für ihn unglaublich wichtiger Film,
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wie das jetzt so gelaufen ist und wie er auch mit den Schauspielern und den
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Kameramann gearbeitet hat.
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Also das merkt man auch diesem Film an und ich glaube das ist jetzt so auch
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so dieses... natürlich waren die die ersten, die das jetzt so gemacht haben.
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Man hat natürlich diesen Geist des Neuen irgendwo im Geschmack und konnten den
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Raum total ausloten, ausprobieren und ausspielen.
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Und man merkt es auch bei diesem Film an, dass der mehr unglaubliche Spannung
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und Dichte irgendwie erzeugt.
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Und auch die Charaktere, da waren ja keine bekannten Schauspieler dabei,
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aber wie authentisch da halt gespielt wurde und wie glaubwürdig diese Geschichte wird.
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Das ist glaube ich das, also ich meine fest, der löst alles ein,
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was das Dogma erst mal so aufgesetzt hat als Werk, als Regelwerk.
Micz Flor
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Ja, und war dann vielleicht aber auch der Proof of Concept, weshalb Dogma,
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sonst würden wir es vielleicht gar nicht kennen, sonst würden wir es unter Mumblecore feilen.
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Aber weil, weil, also einerseits ist es, hat sich selbst dadurch ein bisschen
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ausgehebelt, weil der berühmte Regisseur war der erste Dogma -Film,
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der nicht im Film genannt und so weiter.
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Und gleichzeitig wissen wir aber nur um Dogma 95, weil das...
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Riesen Erfolg war. Ich weiß auch noch in Erinnerung, dass du halt wirklich so
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dieses Gefühl hattest, dass du ein Theaterensemble siehst.
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Du hattest nicht das Gefühl, dass du Schauspieler siehst, die miteinander Schnitt,
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Gegenschnitt irgendwie vielleicht gar nicht am gleichen Set sitzen,
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sondern du hattest wirklich so das Gefühl von einem eingespielten Ensemble,
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die eben auch zusammen proben, die üben und das ist ja auch diese Befragung des Raumes.
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Dann können die Leute auf einmal in Kontakt treten und Chemie,
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die zwischen den Schauspielenden ist, die kann dann irgendwie aufgegriffen werden und reinkommen.
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Das fand ich bei dem Film einfach unglaublich stark, dass es natürlich immer
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wieder auch Einzelne waren, die so strahlten oder die man einfach auch der der
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Vater ist ja einfach so hat große Ausstrahlung.
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Das passt super, aber trotzdem hatte man immer ein Ensemble -Gefühl.
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Die sind alle irgendwie zusammen in diesem Ding drin.
Florian Clauß
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Genau, das ist ein gutes Stichpunkt, den du nochmal gibst, Nämlich jetzt habe
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ich mir auch in der Vorbereitung aufgeschrieben, es gibt unglaublich viele Theateradaptionen von das Fest.
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Und der zweite Teil, Festen 2, ist auch nur auf der Bühne erschienen.
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Und das hat auch Winterberg dann inszeniert.
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Aber ja genau, diese Regeln, dieses Zusammenspiel, die Bühne hat halt was total Theatermäßiges.
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Während diese, also vom Schauplatz, von der Geschichte, das ist ein Bühnenstück
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eigentlich, während die Idioten, kann ich mir jetzt nicht so einfach vorstellen,
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das als Theaterstück aufzuführen.
Micz Flor
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90er Jahre, Volksbühne.
Florian Clauß
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Ja, das stimmt, da liefen ja viele Idioten rum.
Micz Flor
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Nein, so habe ich das nicht gemeint. Ich meinte nur einfach so.
Florian Clauß
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Nein, nein, nein, aber klar, Top 2000 ist auch so ähnlich wild gewesen.
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Genau, so, ja, Mitch, wir haben zusammen, glaube ich, einen ganz guten Bogen
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über das Dogma, die Filmbewegung Dogma 95 gesponnen.
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Ich habe das fest präsentiert und ja, das war jetzt meine Episode.
Micz Flor
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Danke Flo. Wir haben jetzt einen fließenden Übergang, aber ob der Zwänge des
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Formats, ist das hier und jetzt, in dem wir gerade aufnehmen, in zwei Folgen geteilt.
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Deshalb machen wir hier Schluss und sehen uns in zwei Wochen wieder.
Florian Clauß
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Ja, und hören uns vor allen Dingen in zwei Wochen wieder. Und das Ganze,
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wo wir langgelaufen sind, könnt ihr auf eigentlich -podcast .de sehen.
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Und die Fotos von den Schwänen und von die Stulle findet ihr auch dort.
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Und ja, also ich hoffe, Ihr habt Spaß gehabt und dann bis in zwei Wochen.
Micz Flor
1:04:46–1:04:47
Macht's gut.
Florian Clauß
1:04:47–1:04:48
Tschüss.

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