"Nine books later and you’re still here, so this one’s for you."
-- Widmung in "Leviathan Falls", dem 9ten Buch der "The Expanse" Serie

Diese Episode richtet sich speziell an die Fans von "The Expanse", die bisher nur die Serie gesehen haben und neugierig darauf sind, wie die Geschichte weitergeht. Denn von der neunteiligen Buchreihe von James S.A. Corey (dem Pseudonym von Daniel Abraham und Ty Franck) wurden lediglich sechs Bände verfilmt. Als TV- bzw. Streaming-Serie wurde "The Expanse" erstmals 2015 auf Syfy ausgestrahlt. Nach drei Staffeln übernahm Amazon die Produktion. Die vierte Staffel wurde 2018 veröffentlicht, jedoch stellte Amazon nach drei weiteren Staffeln die Produktion ein. Dieser Folge unseres Podcasts widmen wir all denen, die noch immer im Dunkeln tappen. Was geschieht in den letzten drei Büchern der epischen Saga, die niemals verfilmt wurden? Am Ende der letzten Staffel von "The Expanse" bleiben mehr Fragen offen, als dass Handlungsstränge abgeschlossen werden. Die Free Navy ist besiegt, Marcos Schiff löst sich in der Slow Zone auf, Duarte entkommt mit einem Teil der Militärstreitkräfte und verschwindet im System "Laconia". In der letzten Staffel sind zudem Elemente der "Expanse"-Kurzgeschichte "Strange Dogs" eingeflochten, die eine wichtige Verbindung zu den folgenden Büchern hätte sein können. Doch ein Finale findet in der verfilmten Serie nie statt. Die Buchreihe hingegen kommt zu einem Abschluss. Wir enthüllen den Rest der Geschichte um die Crew der Rocinante mit zahlreichen Plot-Spoilern und einer abschließende Kurzkritik des bombastischen Finales.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Micz Flor
Erzähler
avatar
Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:01–0:00:08
Hallo und herzlich Willkommen bei Eigentlich Podcast Episode 48.
Micz Flor
0:00:09–0:00:11
Von mir aus kannst du anfangen.
Florian Clauß
0:00:11–0:00:11
Ja, du kannst anfangen.
Micz Flor
0:00:12–0:00:16
Du bist sicher, dass es läuft? Ja. Gut, dann lass uns mal schnell klatschen.
Florian Clauß
0:00:19–0:00:25
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast Episode 48.
0:00:27–0:00:30
Eigentlich Podcast, das ist der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und redend
0:00:30–0:00:37
laufen. Das heißt, ihr könnt die Tracks, wir laufen hier durch die Stadt und
0:00:37–0:00:39
erzählen uns Geschichten, der eine den anderen.
0:00:39–0:00:43
Meistens hat der eine eine vorbereitet und wir unterhalten uns darüber.
0:00:43–0:00:48
Das ganze Material findet ihr auch auf der Netzseite eigentlich-podcast.de.
0:00:49–0:00:55
Und heute hat uns, ich habe schon erfahren, worum es geht, nämlich Mitch hat
0:00:55–0:01:00
lauter reinlaufen. Ja, auf der einen Seite haben wir zuletzt gehört von Dan
0:01:00–0:01:03
Sims, den dritten Teil, Hyperion.
0:01:03–0:01:06
Es wird einen vierten Teil geben, Spoiler, aber der ist nicht heute dran,
0:01:06–0:01:13
sondern wir haben hier nach dem großen Erfolg der letzten Folge,
0:01:13–0:01:18
der letzten Reihe, nämlich The Expanse, wie es wirklich geendet hat und nicht
0:01:18–0:01:24
nur das Serienstaffelende, sondern Mitch ist unser Leser in diesem Podcast,
0:01:24–0:01:30
der auch gerne The Expanse liest und hat die beiden, drei letzten Bücher von
0:01:30–0:01:33
The Expanse gelesen, wollte die jetzt präsentieren.
Micz Flor
0:01:34–0:01:40
Genau, ich habe mir auch schon einen Titel ausgedacht, der dann auch Google-mäßig
0:01:40–0:01:44
gut einschlagen sollte, weil der macht mir immer so Fragen und ich habe mir
0:01:44–0:01:46
jetzt gesagt, The Expanse zu Ende erzählt, Doppelpunkt.
0:01:46–0:01:49
Was passiert in den drei unverfilmten Expanse-Büchern?
0:01:53–0:01:58
Und ich werde jetzt einfach so durchgehen, Plot-Spoiler natürlich inklusive, da machen wir auch kein,
0:02:00–0:02:03
Kein Jingle, der warnt, wenn was kommt, weil wir müssen ja da durchlaufen.
0:02:04–0:02:08
Und wir fangen nochmal ganz kurz an, warum es drei Bücher gibt,
0:02:08–0:02:08
die nicht verfilmt wurden.
0:02:09–0:02:13
Es gab die Verfilmung erst auf dem Sci-Fi, hieß der Sci-Fi Channel.
0:02:14–0:02:17
Dann hatte Amazon das produziert.
0:02:17–0:02:21
Und die letzte Folge,
0:02:21–0:02:26
die als Serie rauskam, hatte einerseits eben den Abschluss von der Free Navy,
0:02:26–0:02:32
Navy, wo Marco Inarius oder wie er hieß und Naomi Nagatas Sohn.
0:02:32–0:02:35
Ich werde jetzt die Leute nicht alle so erklären.
0:02:35–0:02:39
Ihr hört das ja eh nur, weil ihr alles schon kennt und jetzt wisst,
0:02:39–0:02:41
ihr werdet es nie lesen. Ich sage jetzt, lest ruhig.
0:02:41–0:02:46
Vor allen Dingen die Bücher 7 und 8 sind sehr gut geschrieben.
0:02:46–0:02:50
Buch 9, was alles zum Ende bringen muss, ist ein bisschen schwieriger zu lesen.
0:02:50–0:02:51
Fand ich jetzt nicht so schön.
0:02:52–0:02:55
Aber ihr dürft es lesen. Dann macht ihr es einfach aus.
0:02:55–0:03:02
Aber ihr kennt die Charaktere auf jeden Fall. Nominagatas Sohn und Marco,
0:03:02–0:03:06
das war der Vater des Sohnes, der die Rebellen des Beltas angeführt hat.
0:03:08–0:03:12
Die letzten Bilder, die ihr noch kennt, sind die, dass die sich wie so mystisch
0:03:12–0:03:15
aufgelöst haben in dieser Slow Zone um die Ring Station.
0:03:16–0:03:19
Und keiner weiß, wo die sind, ob die weg sind oder nicht weg sind.
0:03:19–0:03:26
Wir wissen nur, dass Duarte, jemand vom Mars, mit einem großen Teil des Militärs
0:03:26–0:03:29
nach Laconia geflohen ist.
0:03:29–0:03:33
Wir haben auch auf Laconia schon ein paar Sachen gesehen in der letzten Staffel.
0:03:33–0:03:38
Das war dieses Mädchen und die Repair Droids, wo der Bruder gestorben ist.
0:03:39–0:03:43
Und das Mädchen den Bruder den Repair Droids gegeben hat.
0:03:43–0:03:46
Und die haben dann aus diesem Bruder wieder einen Bruder gemacht,
0:03:46–0:03:48
der aber ganz schwarze Augen hatte.
0:03:48–0:03:53
Und irgendwie, als wir aus dessen Sicht die Welt sehen, hat der auch so protomolekülmäßig
0:03:53–0:03:55
Sachen um sich herum flirren sehen.
0:03:56–0:04:05
Und dann gab es noch ein gigantisches Bild, in dem sich so ein organisches Raumschiff
0:04:05–0:04:07
über die Horizontlinie drehte.
0:04:07–0:04:11
Und jemand von unten so ganz begeistert hoch schaute das alles
0:04:11–0:04:13
passiert in lakonia und wir sind jetzt und
0:04:13–0:04:17
das ist wichtig es gab ein
0:04:17–0:04:22
interview auch mit den autoren die wo sie gefragt weil sie immer ihr macht jetzt
0:04:22–0:04:26
aber ein riesensprung da sind ja vergehen ja dann so fast 30 jahre wie sollen
0:04:26–0:04:29
die das denn filmisch hinkriegen und die sagen also dem wird schon was einfallen
0:04:29–0:04:35
und ich glaube ein bisschen war das genau auf der bruch das okay alle charaktere die die man so kennt,
0:04:36–0:04:39
die müssen jetzt 30 Jahre älter sein, will man die jetzt irgendwie alt machen
0:04:39–0:04:44
mit CG oder mit Gummimasken oder neues Casting.
0:04:45–0:04:46
Aber auf jeden Fall ist das der Beginn.
0:04:48–0:04:57
Ja, wir sind jetzt 30 Jahre später in dem Universum von The Expanse, was wir schon kennen.
0:04:57–0:05:03
Und zwar ist Kamina Drummer, die wir auch noch als jüngere Frau kennen,
0:05:03–0:05:09
Die ist jetzt die neue Leiterin oder Head of der.
0:05:12–0:05:17
Medina Station, wo diese ganze Koordination von den In- und Ausflügen,
0:05:17–0:05:21
damit in der Slow Zone nicht wieder dieser Dutchman, heißt es im Englischen,
0:05:21–0:05:24
To-Go-Dutchman passiert, eben das, was wir bei Marco gesehen haben.
0:05:24–0:05:29
Sie ist jetzt die Präsidentin, die Rossinante, auch alle 30 Jahre älter.
0:05:31–0:05:36
Die sind immer noch so mit Aufträgen auch versorgt, um bestimmte Dinge zu tun
0:05:36–0:05:40
und kriegen jetzt von ihr den Auftrag im Buch 7, Per se ist Rising,
0:05:40–0:05:46
dass sie in das System Freehold fliegen, um denen dort einfach zu sagen,
0:05:46–0:05:51
dass die so oft gegen die Regulierung verstoßen haben, wann man rein und raus
0:05:51–0:05:55
fliegen darf, dass die jetzt einfach für drei Jahre das Ringate zugemacht bekommen,
0:05:56–0:06:01
was de facto in diesem System heißt wie ein Todesurteil, weil die noch nicht self-sufficient sind.
0:06:01–0:06:04
Das ist das Problem von vielen dieser Systeme.
0:06:04–0:06:07
Die sind bewohnbar, aber immer darauf angewiesen.
Florian Clauß
0:06:07–0:06:11
Dass Materialien, Essen oder Erde oder Samen alles zugeliefert wird.
Micz Flor
0:06:12–0:06:18
Und so wie Holden halt ist, fliegen die da hin und Holden sagt nicht,
0:06:18–0:06:22
wie es sein sollte, ihr werdet für drei Jahre abgeschnitten,
0:06:22–0:06:25
sondern er kommt dann irgendwie so halb gar da durch und sagt,
0:06:25–0:06:29
okay wenn ihr jetzt euren chef uns mit gibt dann
0:06:29–0:06:33
wird da gericht gehalten und die anderen kommen blauen
0:06:33–0:06:37
auge davon und irgendwie wird es schon irgendwie alles zu laufen und
0:06:37–0:06:40
dann packen die den chef von
0:06:40–0:06:46
freehold ein und fahren fliegen mit dem zurück auf medina station und medina
0:06:46–0:06:51
station wird dann eben auch oder vorher schon auch kombiner drama mitgeteilt
0:06:51–0:06:55
dass sie da wieder in gewisser weise dass er nicht das gemacht hat,
0:06:55–0:06:57
was er hätte machen sollen, weil Holden ist halt Holden.
0:06:57–0:07:02
Und auf dem Weg zu Medina Station entscheiden dann Holden und Naomi zusammen
0:07:02–0:07:05
auch, dass sie sich jetzt irgendwie zurückziehen und zur Ruhe setzen,
0:07:05–0:07:10
ihre Teile verkaufen und sich dann irgendwo auf einem Planeten...
Florian Clauß
0:07:10–0:07:14
Weil die haben jetzt schon ihr Imperium, ihren Wohlstand aufgebaut in der Zeit.
Micz Flor
0:07:15–0:07:19
Ja, die haben immer gut verdient und hatten ja auch gute Kontakte.
Florian Clauß
0:07:19–0:07:20
Und Referenzen.
Micz Flor
0:07:21–0:07:22
Referenzen auch, genau.
Florian Clauß
0:07:22–0:07:23
Haben sie dreimal die Welt gerettet.
Micz Flor
0:07:24–0:07:27
Und Bobbi Draper vom Mars, die soll dann die neue Chefin werden.
0:07:28–0:07:30
Und alle stimmen dann dazu.
0:07:32–0:07:35
Sie sind also auf Medina Station, machen die Pläne, haben auch schon die Anteile
0:07:35–0:07:39
verkauft. Bobby ist auch schon die neue Chefin. Das läuft auch irgendwie ganz gut.
0:07:39–0:07:42
Sie hat mit Amos auch ein gutes Gespräch, weil sie da das Gefühl hatte,
0:07:42–0:07:47
der könnte jetzt zu viele Probleme machen. Vielleicht, dass sich alles umstellt, aber alles okay.
0:07:47–0:07:52
Aber eine Woche, nachdem sie angekommen sind, wird aus Laconia,
0:07:52–0:07:55
aus dem System, was keiner da mal reingeguckt hat, das war wie weg.
0:07:55–0:07:58
Ja, da sind ja diese ganzen Duarte Mars Lord hingeflohen.
0:07:58–0:08:09
Da kommt auf einmal ein so hybrides Superschiff an und zwar The Gathering Storm heißt es.
0:08:09–0:08:13
Und dieses Schiff ist einfach genau dieses Protomolekül Hybrid.
0:08:13–0:08:18
Es stellt sich heraus, in Laconia hatten die schon das System so umgebaut,
0:08:18–0:08:22
dass da Plattformen zur Erstellung von Antimaterie,
0:08:22–0:08:25
zur Erstellung von Raumschiffen, alles schon bereit stand wie diese
0:08:25–0:08:29
ganzen artefakte die immer wieder ja auch irgendwie kam und die
0:08:29–0:08:34
haben dann einfach angefangen raumschiffe zu bauen die jetzt diese protomolekül
0:08:34–0:08:39
power haben und quasi unzerstörbar sind selber heilen alle auch irgendwie so
0:08:39–0:08:43
organisch pulsierende ästhetik haben die auch so in sich selbst schon ein bisschen
0:08:43–0:08:48
furchteinflößend ist und die machen einfach mit.
0:08:52–0:08:58
Drohgebärden und ein, zwei kraftvollen Schüssen machen die in der Slow Zone
0:08:58–0:09:02
klar, dass sie jetzt die Chefs sind, übernehmen Medina Station und ein gewisser
0:09:02–0:09:05
Herr Singh wird da eingesetzt und der Herr Singh, das ist ganz interessant,
0:09:06–0:09:09
der ist quasi so ein New Generation, Laconia, Duarte.
0:09:10–0:09:14
Es ist ja ein unglaublich zentralistisches, faschistisches,
0:09:15–0:09:20
diktatorisches System, aber durch dessen Gedanken, die wir auch erleben,
0:09:20–0:09:24
ist es irgendwie aber auch so, so das Einzige, was der Menschheit noch irgendwie
0:09:24–0:09:27
helfen könnte, überhaupt bestehen zu können. Man will denen ja nur helfen.
0:09:27–0:09:30
Also da ist so dieses ganz perfide, diktatorische drin.
0:09:30–0:09:34
Wir machen doch das Beste für euch. Und dieser Singh ist auch so tief davon
0:09:34–0:09:39
überzeugt und in seinen Gedanken auch irgendwie so kindlich,
0:09:39–0:09:44
naiv überzeugend, dass man so ein bisschen Gefühl dafür kommt, wie das so sein kann,
0:09:44–0:09:48
exekutiv in so einer Hierarchie drin zu sitzen und zu sagen,
0:09:48–0:09:50
ich will doch nur das Beste für alle.
0:09:50–0:09:54
Und dann entsteht natürlich diese Situation der Bestrafung, wo man auch sagt,
0:09:54–0:09:58
du weißt schon, warum ich dich jetzt bestrafen muss.
0:09:58–0:10:03
Das ist irgendwie so seine Haltung. Er wird dann aber, weil natürlich die Belter
0:10:03–0:10:06
und diese Mixed Bag von Leuten auf Medina Station nicht einfach alle so mitmachen
0:10:06–0:10:07
und das genauso sehen wie er,
0:10:08–0:10:16
wird er dann Zeuge wie einer seiner Kollegen ins Gesicht geschossen wird und er vor ihm,
0:10:16–0:10:20
also er ist wie traumatisiert davon und fängt dann an so eine ganz harte Linie
0:10:20–0:10:24
zu ziehen, was nur noch dazu führt, dass immer mehr Widerstand kommt.
0:10:24–0:10:27
Der untergrund organisiert sich und da gehört jetzt
0:10:27–0:10:30
die komplette rossinanzi irgendwie auch wieder mit dazu auch holden
0:10:30–0:10:33
naomi die eigentlich raus sind was so ein bisschen auch ein problem wird weil
0:10:33–0:10:36
alle holten wieder als chef sehen und bobby draper wollte eigentlich chef sein
0:10:36–0:10:45
ist es dann aber nicht so richtig gathering storm oder the tempest ist ein großes
0:10:45–0:10:49
magentas da heißen Das ist ein Magenta-Class-Schiff,
0:10:49–0:10:53
die fliegen gleich weiter Richtung Sol System, also Erde-Mars-Alliance.
0:10:53–0:11:00
Und da stellt dann Draper quasi alles, was sie an Feuerpower kriegen kann,
0:11:00–0:11:02
dem Schiff gegenüber auf.
0:11:03–0:11:11
Es kommt auch zur Konfrontation, aber auch da ist es so, dass dieses eine The
0:11:11–0:11:16
Tempest fast schadlos, bloß mit kleinen Verletzungen sozusagen,
0:11:17–0:11:24
gegen dieses komplette Aufgebot der Mars-Earth-Alliance überstehen kann.
0:11:24–0:11:30
Was aber in dem Moment passiert ist, es gibt so, es heißt so Timeskip und das ist ganz wichtig.
0:11:30–0:11:35
Es beginnt sowas, wo dann auf einmal alle für fast 20 Minuten,
0:11:35–0:11:39
glaube ich, wie sich geistig in Moleküle auflösen.
0:11:39–0:11:43
Also alles wird irgendwie so hippie-Drogen-mäßig überhöht.
0:11:43–0:11:46
Das wird auch sehr schön beschrieben, wie man da einfach auf einmal so zwischen
0:11:46–0:11:49
den Molekülen durchgucken kann und so und sich irgendwie auflöst.
0:11:49–0:11:52
Aber sein Bewusstsein ist noch da. Ja.
0:11:54–0:12:00
Es ist, ja, also die Expanse hatten wir auch jetzt in der letzten Folge mit Shrike und so.
0:12:00–0:12:03
Also es gibt so, glaube ich, ein Universum von Bildern, die man dann so abrufen kann.
0:12:03–0:12:08
Und je besser man die zusammenmixt, desto fesselnder wird das,
0:12:08–0:12:14
obwohl man jetzt auch nicht neue Bilder bekommt, aber neue Narrative zu den Bildern.
0:12:15–0:12:20
Der Underground und Medina Station, die planen jetzt einfach dann die Revolution
0:12:20–0:12:25
und versuchen irgendwie so rauszukriegen, wie können wir jetzt die...
0:12:27–0:12:32
Vor Ort ist nur noch Gathering Storm, The Tempest ist gleich weiter geflogen
0:12:32–0:12:36
und ein neues Super Magenta Ship von Laconia ist auf dem Weg.
0:12:36–0:12:39
Das braucht aber noch irgendwie zwei Wochen, bis es da ist.
0:12:39–0:12:42
Und die haben jetzt also noch limitiert Zeit, um quasi was zu verändern,
0:12:42–0:12:45
bevor diese andere Super-Dings da durch das Gate durchkommt.
0:12:46–0:12:53
Das heißt, die planen jetzt, Gathering Storm lahmzulegen und dann mit den Schiffen
0:12:53–0:12:54
einfach abhauen zu können.
0:12:55–0:13:00
Und gleichzeitig kommen sie bei dem Versuch, sich da irgendwie so reinzuhacken,
0:13:00–0:13:05
Sachen rauszuholen, kommen sie dann an einen Plan,
0:13:06–0:13:10
der irgendwie zeigt, dass es möglich ist, ganz zentral all diese Power-Armer
0:13:10–0:13:14
von dem lakonischen Militär lahmzulegen.
0:13:14–0:13:17
Also es gibt so einen zentralen, also das ist in der Hierarchie der Befehlsführung,
0:13:17–0:13:21
ist es da quasi naheliegend zu sagen, wenn ich diesen Knopf drücke,
0:13:21–0:13:25
dann sind alle wie eingefroren. Naomi Nagata ist ja auch eine Hackerin,
0:13:25–0:13:28
die baut dann in der Software, wo es möglich ist, alle einzufrieren.
0:13:29–0:13:33
Das wird dann Teil des Plans.
0:13:35–0:13:43
Wir frieren alle ein, wir müssen die Gathering Storm ausschalten und dann können alle wegfliegen.
0:13:43–0:13:46
Und in diesem, ohne ins Detail zu gehen,
0:13:46–0:13:57
ist es so, dass Bobby Draper und Amos schweißen sich durch diese selbst heilende
0:13:57–0:13:59
Haut von der Gathering Storm, kommen dann da drin an.
0:13:59–0:14:09
Dann, parallel dazu, sind Naomi und andere auf dem Weg, Informationen aus so
0:14:09–0:14:11
einer Self-Sustained-Zelle zu kriegen.
0:14:12–0:14:16
Und da sind die Sensoren, also was überwachungsmäßig irgendwie zusammengeführt
0:14:16–0:14:18
wird, soll da ausgeschaltet werden.
0:14:18–0:14:22
Da geht was schief, woraufhin Holden entscheidet, als ein Alarm losgeht oder
0:14:22–0:14:23
wahrscheinlich losgeht,
0:14:23–0:14:27
dass er einfach überall rumrennt durch die Gänge und überall Sachen kaputt macht,
0:14:27–0:14:31
dass überall Alarme losgehen, in der Hoffnung, dass so viel Alarm einfach losgeht,
0:14:31–0:14:35
dass der eine Alarm dann untergeht.
0:14:35–0:14:37
Also in diesem Ganzen der Kakophonie.
0:14:38–0:14:44
Da wird Holden dann aber gefangen genommen und dann auch gleich eingesperrt.
0:14:47–0:14:51
Bobby und Amos kommen in die Gathering Storm rein.
0:14:51–0:14:54
Das Ganze ist ein bisschen wie die Rossi, weil es ja auch Mars-Tech ist,
0:14:54–0:14:55
aber eben mit Protomolekülen.
0:14:55–0:14:59
Also richtig checken sie es nicht. Und sie merken aber vor allen Dingen auch,
0:14:59–0:15:01
dass sie total unterbesetzt ist. Und anstatt das Ding lahmzulegen,
0:15:01–0:15:03
übernehmen sie einfach die Gathering Storm.
0:15:03–0:15:08
Die haben dann eins von diesen Raumschiffen und kommen dann irgendwie auch mit der Navigation klar.
0:15:10–0:15:15
Clarissa und Naomi. Clarissa ist ja die, die diese Superdrüsen hat,
0:15:15–0:15:16
mit denen sie diese Powerkräfte in
0:15:16–0:15:21
sich so, die von Amos aus diesem Hochsicherheitsgefängnis befreit wurde.
Florian Clauß
0:15:22–0:15:26
Wie hat die die Nummer bekommen, diese Dosis? Das hat sie sich selber einbauen lassen.
Micz Flor
0:15:27–0:15:32
Weil sie war die Schwester von der Ersten Befallenen und die Tochter von dem,
0:15:32–0:15:36
der alles ja... Die wollte sich an Holden eigentlich rächen.
0:15:36–0:15:41
Und dieses sich rächen an Holden, das drehte sich dann um, weil Holden...
0:15:42–0:15:45
Dann war sie gefangen auf der Medina Station.
0:15:48–0:15:52
Ja, und ist dann nicht konvertiert, aber wurde dann einfach Teil des Teams.
0:15:53–0:15:57
Amos und Clarissa hatten dann eben auch so eine geschwisterliche Liebe schon
0:15:57–0:16:01
fast, soweit es bei beiden möglich war. Der hat sie ja dann befreit.
0:16:02–0:16:05
Die, der ging es immer schlechter und diese Drüsen konnte man nicht ausbauen,
0:16:05–0:16:08
aber jedes Mal, wenn sie die aktiviert hat, hat sie immer noch drunter gelitten.
0:16:10–0:16:17
Und bei der ist es dann so, dass sie in dem Moment, wo die auf einmal in eine Falle laufen,
0:16:17–0:16:23
sie zum letzten Mal die Drüsen so aktiviert, alle sechs den Verräter und die
0:16:23–0:16:30
fünf vom Laconia alle ausschaltet und danach in Naomis Armen stirbt.
0:16:32–0:16:35
Ja, dann haben wir also die Gathering Storm, Bobby und Amos,
0:16:36–0:16:45
Alex wird dann auch Teil davon und dann hauen alle aus dem Underground in unterschiedlichste,
0:16:45–0:16:48
also die hauen jetzt einfach alle ab.
0:16:48–0:16:53
Das Sensory System, also das sie jetzt tracken könnte, wurde ausgeschaltet.
0:16:53–0:17:00
Und das Einzige, was jetzt halt eben passiert, ist, dass Holden im Gefängnis
0:17:00–0:17:02
dort nicht befreit werden kann.
0:17:02–0:17:05
Der wird auf ein Schiff gesetzt und wird nach Laconia geflogen.
0:17:05–0:17:09
Und der Typ, wiederum Singh,
0:17:09–0:17:15
der nach diesem Angriff dann entscheidet, irgendwie ein Drittel der ganzen Medina
0:17:15–0:17:18
Station Leute, die noch da sind, umzubringen, um ein Exempel zu statuieren,
0:17:18–0:17:23
der wird dann wiederum von seinem untergeordneten Sicherheitsoffizier,
0:17:23–0:17:26
der wiederum von Duarte höchstpersönlich die Anweisung hat, wenn der sowas machen
0:17:26–0:17:30
sollte, bringst du ihn um, weil so sind wir dann doch nicht.
0:17:30–0:17:35
Wir können nicht alle vereinen, wenn wir das nur so machen. und dann wird er
0:17:35–0:17:39
umgebracht und das ist das ende des buchs nummer sieben es.
Florian Clauß
0:17:39–0:17:41
Ist das erste von den drei.
Micz Flor
0:17:41–0:17:46
Reihen genau dann kommt hier mats rath ich weiß nicht was tier matt ist habe ich jetzt nicht.
0:17:48–0:17:52
Da sind wir jetzt nochmal vier Jahre weiter in der Zukunft. Holden ist auf Laconia
0:17:52–0:17:59
und Christian Avasarala ist gestorben.
0:18:00–0:18:04
Auf dem Mond gestorben, aber Duarte, der Chef vom Mars, der alles aus Laconia
0:18:04–0:18:08
zusammenzieht, der versucht da wirklich so ein Brut, wie du schon sagst,
0:18:08–0:18:11
Brut-Architecture auch.
0:18:11–0:18:17
Also Laconia ist so ein Concrete-Tempel für Macht, in dem jetzt alles angesiedelt
0:18:17–0:18:22
wird. Der holt sie dann nach Laconia und dann wird sie da bestattet.
0:18:22–0:18:28
Und da sind dann auch irgendwie andere wie Kamina Drama sind da auch zugegen.
0:18:28–0:18:32
Aber alle müssen quasi sich nur flüstern und unterhalten, weil was da so scheinbar
0:18:32–0:18:36
möglich ist, dass Holden als Gast auf dieser Beerdigung ist,
0:18:36–0:18:41
er ist immer noch Gefangener, er wurde gefoltert und ist auch weiterhin einfach Gefangener.
0:18:41–0:18:48
Aber irgendwie wird so inszeniert, so eine Form von benevolentem sozialen Leben
0:18:48–0:18:50
auf Laconia unter Duatis Führung.
0:18:51–0:18:54
Ist so nicht, ne? Dann kannst du dich an Elvi Okoye noch erinnern.
0:18:54–0:19:00
Die war bei diesem ersten, ich habe vergessen, wie das System hieß, aber beim ersten Mal,
0:19:00–0:19:06
als sie diese ganzen Artefakte mit Miller noch, diese Artefakte aktiviert haben
0:19:06–0:19:09
auf diesem einen Planeten, wo Holden auch gelandet ist mit Team.
0:19:09–0:19:13
Und dann kamen, dann waren schon ein paar Leute vor Ort und es kam dann noch
0:19:13–0:19:17
so eine Firma dazu, die die Rechte erworben hatte, dazu, dazu,
0:19:17–0:19:20
weißt du, wo wir sind und lang müssen?
Florian Clauß
0:19:20–0:19:23
Also wir sind hier, glaube ich, auch schon auf der Höhe.
Micz Flor
0:19:23–0:19:24
Ah ja, okay.
Florian Clauß
0:19:25–0:19:25
Bleibschutzwasser.
Micz Flor
0:19:27–0:19:31
Und auf jeden Fall war das die Wissenschaftlerin, die dann selber auch...
0:19:32–0:19:41
Die dann selber auch einmal in diesem Höhlensystem Kontakt hatte mit denen hinter
0:19:41–0:19:45
den Protomolekülleuten,
0:19:46–0:19:50
also diese Dark Gods oder wie die heißen, also die, die quasi die Feinde waren
0:19:50–0:19:54
oder die die Leute, die das Protomolekül gebaut haben, ausgeschaltet haben.
0:19:55–0:19:58
Also warum diese Tech immer noch da war, ist ja ein bisschen wie bei 2001.
0:19:58–0:20:03
Das war einfach da, das Protomolekül, aber es gab niemanden mehr,
0:20:03–0:20:05
der das wirklich erschaffen hat.
0:20:05–0:20:07
Es gab niemanden mehr, der da eine Richtung vorgibt.
0:20:07–0:20:11
Die versuchen ja, reverse engineering-mäßig das alles zu verstehen.
0:20:11–0:20:20
Und in diesem Buch oder in dieser Staffel gab es den Kontakt mit denen dahinter.
0:20:20–0:20:25
Und Elvie Okoye war eine Extraterrestrial Biologist,
0:20:25–0:20:33
die dann da eingestiegen ist und jetzt von Laconia mehr oder weniger zu verdonnert
0:20:33–0:20:36
wurde, zu forschen, um rauszufinden,
0:20:36–0:20:42
wie denn während die Protomolekülwesen alle ausgestorben sind,
0:20:43–0:20:45
sind das die anderen nicht.
0:20:45–0:20:50
Weil man vermutet, dass dieses Going Dutchman damit zu tun hat,
0:20:50–0:20:58
dass die irgendwie in dieser Slow Zone oder in den Gates irgendwie von Mächten
0:20:58–0:21:00
dahinter noch abgezogen werden.
0:21:01–0:21:04
Und man weiß aber nicht genau, wohin. Duarte hat dann diese Idee,
0:21:04–0:21:11
dass er jetzt in so einer Art behavioristischem Experiment herausfinden möchte,
0:21:11–0:21:15
ist das wirklich nur Mechanik oder ist dahinter Intelligenz?
0:21:15–0:21:20
Das heißt, wenn wir etwas tun, verändern wir dann das Verhalten oder nicht.
0:21:20–0:21:25
Das heißt, er entscheidet dann, wir machen es so. Die Frau Elvie Okoya geht
0:21:25–0:21:26
jetzt rum, forscht so viel sie kann.
0:21:26–0:21:29
Wenn wir ein leeres System finden, dann machen wir da ein Exempel.
0:21:30–0:21:36
Und dann werden wir ein Schiff so bereitstellen, dass das Dutchman in dieses
0:21:36–0:21:38
andere Universum oder wo auch immer hingeht.
0:21:38–0:21:41
Und das ist voll mit Antimaterie, die dann explodieren muss.
0:21:41–0:21:45
Und dann gucken wir mal, ob das eine Reaktion hervorruft. oder nicht.
0:21:47–0:21:51
Und genau, das wird dann auch passieren. Es gibt auch den Katalyst.
0:21:51–0:21:57
Der Katalyst ist das, in dieser einen Folge, Herr Staffel, in der Mille auftauchte,
0:21:58–0:22:02
hatten die ja in der Rosinante ein bisschen Protomolekül rumkleben.
0:22:02–0:22:06
Und das war einfach schon strahlend genug, in Anführungszeichen,
0:22:06–0:22:08
dass diese ganzen Artefakte aktiviert wurden.
0:22:08–0:22:13
Der Katalyst ist ein ehemaliger Mensch, die mit Protomolekülen injiziert wurde
0:22:13–0:22:19
und irgendwie am Leben erhalten wurde, aber dann ist eher nur noch so ein Protomolekül-Kühlschrank
0:22:19–0:22:22
oder ist so halblebendig.
0:22:22–0:22:26
Also die wird dann immer rausgeholt und damit aktiviert sie dann die Artefakte
0:22:26–0:22:29
und dann wird geforscht, was da irgendwie passiert.
0:22:32–0:22:36
Sie fliegen zu diesem Arthrosystem, was ich das letzte Mal schon erwähnt habe,
0:22:36–0:22:38
wo sie einen Stern gefunden hatten.
0:22:38–0:22:41
Und dieser Stern, den hatten sie im letzten Buch, glaube ich,
0:22:41–0:22:44
schon gefunden, dieser Stern ist ein Riesendiamant so groß wie der Jupiter und
0:22:44–0:22:48
vermutet wird, dass darin, wie auf einer Festplatte, alles eingeschrieben ist.
0:22:48–0:22:56
Dann holen sie den Katalyst raus und Elvie misst dann auch so Dinge,
0:22:56–0:22:59
die irgendwie auf so eine Symmetrie hinschließen lassen, Was ist denn das im
0:22:59–0:23:02
Katalyst-Hirn, was ähnliches passiert wie das, was man auch im Diamanten messen kann?
0:23:02–0:23:10
Also irgendwie scheint da wirklich eine Form von Zusammenhalt möglich zu sein.
0:23:13–0:23:20
Naomi ist dann im Untergrund und möchte auf politischer Ebene das Problem lösen.
0:23:20–0:23:24
Bobby ist im Solsystem mit dem Gathering Storm und möchte,
0:23:25–0:23:30
auf militärische Weise Laconia schlagen, wo Naomi sagt das ist nicht möglich,
0:23:30–0:23:33
Bobby sagt ja, aber es ist wichtig, dass wir es versuchen, sonst haben wir alles
0:23:33–0:23:38
verloren und die kommen aber zu keiner Einigung und trennen sich dann in einem
0:23:38–0:23:39
kurzen Meeting, das sie haben,
0:23:41–0:23:45
dann kommt dieser Neutronenstar den hatte ich auch schon das letzte Mal erwähnt
0:23:45–0:23:51
dass sie ins System kommt, wo nichts ist, das Das ist absolutes Vakuum und ein Neutronenstar,
0:23:51–0:23:55
der sich schnell dreht und der in so einer kritischen Masse ist,
0:23:55–0:23:57
dass er fast explodiert.
0:24:01–0:24:05
Und der guckt mit seinem Nordpol genau auf das Ringate.
0:24:06–0:24:11
Und wie sich dann eben herausstellt, war das eine Falle, die die Protomolekülwesen
0:24:11–0:24:18
erstellt haben, dass sie eine Möglichkeit bekommen, auf mögliche Angriffe von dieser anderen,
0:24:19–0:24:23
Instanz, die sie noch gar nicht verstehen bis jetzt, zu reagieren.
0:24:24–0:24:29
Dieses System ist halt komplett tot und als Elvi sagt, ja hier gibt es nichts
0:24:29–0:24:30
zu forschen, nichts zu holen.
0:24:30–0:24:32
Möchtest du dir einen Kaffee holen, wie viel Uhr haben wir denn?
Florian Clauß
0:24:32–0:24:38
Wir haben jetzt 14.35 Uhr. Geht das noch?
Micz Flor
0:24:39–0:24:39
Ja, ja.
Florian Clauß
0:24:39–0:24:42
Wenn es zu knapp wird, dann müssen Sie sich verabreden.
Micz Flor
0:24:43–0:24:48
Ja, ich rede einfach mal weiter, mal gucken. Also das ist dann das System,
0:24:48–0:24:51
in dem Duartes Experiment stattfindet.
0:24:52–0:25:02
Und die lassen dann ein Dutchman-Antimaterie-Schiff da durch das Gate abtauchen sozusagen.
0:25:03–0:25:07
Und damit ist es weg. Die Anti-Meta-Explosion, das kriegt man alles gar nicht mit.
0:25:07–0:25:11
Aber was auf einmal passiert ist, dass in diesen Quantenfeldern so viel Aktivität
0:25:11–0:25:14
passiert, so viel Energie auf einmal spürbar wird, dass Materie entsteht.
0:25:14–0:25:26
Diese Materie lädt quasi das leere Universum oder dieses leere Sonnensystem mit Materie auf.
0:25:26–0:25:29
Da entstehen Protonen, Neuronen, Neutronen, Star.
Florian Clauß
0:25:33–0:25:39
Ich nehme Karte, ja. Flatbike? Ja, 3,30.
0:25:39–0:25:44
Für mich auch, bitte. Auch? 6,60. Ich gebe dir nachher zurück. Ja, klar.
Micz Flor
0:25:46–0:25:51
Und während die dann mit dem Forschungsschiff auf das Gate zufliegen,
0:25:51–0:25:55
merken die, dass sich der Raum eben mit Materie auflädt und der Neutronenstrahl
0:25:55–0:26:00
anfängt instabil zu werden und dann explodiert, gerade als sie auf der anderen Seite in Deckung sind.
0:26:00–0:26:04
Und dann schießt eben da aus dem Nordpol direkt durch das Gate und durch ein
0:26:04–0:26:10
anderes Gate durch, beide Gates werden geschlossen und direkt im Anschluss daran,
0:26:10–0:26:13
also insofern du hattest Experiment, hat ein Wissen gebracht,
0:26:13–0:26:18
weil direkt im Anschluss daran ist in diesem Ringspace passiert auch wieder
0:26:18–0:26:20
so ein Skip-Event, wie es heißt,
0:26:20–0:26:25
also wo alle so in ihrem Bewusstsein auf einmal anders werden und die sehen
0:26:25–0:26:29
dann wie so dunkle, raupenhafte,
0:26:30–0:26:35
was Wesenshaftes, was durch dieses sowieso schon molekularisierte Bild irgendwie
0:26:35–0:26:39
das Wahrnehmen so durchgeht und was wirklich auch Materie zerstört.
0:26:39–0:26:44
Also Raumschiffe, danach ist Medina Station weg, es ist fast alles kaputt.
0:26:45–0:26:50
Elvie konnte irgendwie so einen Notknopf noch drücken und flog dann raus nach
0:26:50–0:26:57
Laconia. Sie selbst hat so einen Golfball-großen Teil aus der Wade rausgefressen bekommen.
0:26:57–0:27:01
Ihr Mann hat ein Bein verloren und das ist, finde ich, ganz schön beschrieben,
0:27:01–0:27:05
wie wirklich das so etwas ist, was zwischen den Welten kommt,
0:27:06–0:27:07
das kommt aus dem Dazwischen, also.
0:27:09–0:27:12
Das Schiff geht weg, explodiert, wir kriegen nichts davon mit.
0:27:12–0:27:16
Dann wärmt sich aber alles irgendwie auf und dann kommt auf einmal so der Gegenschlag gleich.
0:27:16–0:27:20
In einer Form, die uns völlig wesensfremd ist, die wir wahrnehmen können,
0:27:20–0:27:24
aber die nicht von diesem Universum ist. Das ist ganz gut beschrieben eigentlich.
Florian Clauß
0:27:24–0:27:28
Das ist das dritte, das zweite Buch von den letzten dreien.
Micz Flor
0:27:29–0:27:33
Und Medina Station ist danach weg, also alles ist irgendwie weg.
0:27:33–0:27:37
Nach diesem Timeskip ist ganz interessantes Duarte, also der Führer von Laconia,
0:27:37–0:27:39
der ist wie in so einem Wachkoma.
0:27:39–0:27:44
Der sitzt nur rum, der ist total pillepalle, weil der halt ist schon so viel Protomolekül,
0:27:45–0:27:51
dass das, was das andere Wesenshafte gegen das Protomolekül eingesetzt hat,
0:27:52–0:27:55
das hat bei ihm gewirkt. Bei den Menschen aber so nicht.
0:27:56–0:28:01
Die Menschen sind nicht so sensibel. Das ist quasi die Hypothese von Elvie, verkürzt gesagt.
0:28:01–0:28:05
Aber Duarte selbst ist wie in so einem Koma, daddelt so vor sich hin,
0:28:05–0:28:14
wie in der Kantine im Altersheim, wenn man wartet, bis die Windel gewechselt
0:28:14–0:28:15
wird. Er ist einfach irgendwie abgetreten.
0:28:16–0:28:18
Er hat eine Tochter, die heißt Teresa.
0:28:19–0:28:24
Und Teresa wird von ihm so ein bisschen herangezogen, dass sie dann irgendwann
0:28:24–0:28:28
die Führung mit übernehmen kann.
0:28:28–0:28:30
Mit deshalb weil er plant eigentlich nie
0:28:30–0:28:34
sterben zu müssen mit dem protomolekül muss er vielleicht ja nicht mehr sterben sie
0:28:34–0:28:38
ist natürlich dann jetzt in der pubertät und irgendwie so ein bisschen also
0:28:38–0:28:42
kurz vor der pubertät aber so sehr dagegen sie flüchtet immer und sie hat einen
0:28:42–0:28:46
freund in anführungszeichen der heißt timothy und jetzt ein kleiner potzbeuler
0:28:46–0:28:51
der timothy der in den wäldern wohnt oder auch so ein hügel wohnt Ein kleiner Plotzbeutel.
Florian Clauß
0:28:51–0:28:52
Machst du die ganze Zeit nur?
Micz Flor
0:28:52–0:28:58
Nur geplatzt Beutel, ich raste jetzt durch. Das ist Amos. Amos hat eine Taschen-Nuklearbombe
0:28:58–0:29:02
mitgenommen und ist auf Geheimmission Laconia und wartet auf den richtigen Moment
0:29:02–0:29:03
alles in die Luft zu jagen.
0:29:04–0:29:07
Und sie hat sich ja mit Timothy angefreundet.
Florian Clauß
0:29:07–0:29:08
Hallo, zweimal fährt weit.
Micz Flor
0:29:11–0:29:14
Schleicht sich dann irgendwie raus, dann kommt man ihr aber auf die Spur und
0:29:14–0:29:17
dann wird ein Security hinterher geschickt, dann kommt sie zu einer Schießerei
0:29:17–0:29:24
und Amos will sie noch schützen, er sagt nicht Baby zu ihr,
0:29:24–0:29:27
er sagt so Kid oder so was, Little oder Kleines oder so,
0:29:27–0:29:30
schau jetzt weg, das willst du nicht sehen.
0:29:30–0:29:33
Und dann wird halt quasi losgeschossen und er wird tödlich
0:29:33–0:29:36
verletzt und dann wird sie mitgenommen er wird liegen gelassen und
0:29:36–0:29:39
stellt sich dann aber raus dass die repair droids die
0:29:39–0:29:42
haben ihn dann auch mitgenommen haben ihn repariert also es kommt zurück
0:29:42–0:29:45
und hat dann auch schwarze augen und
0:29:45–0:29:48
ist irgendwie er sagt dann von sich selber
0:29:48–0:29:52
ich weiß so viel ich weiß er ist
0:29:52–0:29:58
dann brutto molekülisiert genau bobby zerstört
0:29:58–0:30:01
dann tempest das ist noch ganz wichtig gathering storm
0:30:01–0:30:09
kriegt zum zulieferer der tempest erreichen soll was sie am sol system ist den
0:30:09–0:30:12
fangen die ab und kriegen halt mit anhand dessen was hingeschickt wird das ist
0:30:12–0:30:19
für mich hafer wenn es gibt und die nehmen diesen diesen Zulieferer,
0:30:19–0:30:21
finden darin Antimaterie.
0:30:22–0:30:26
Diese Antimaterie wird halt quasi magnetisch irgendwie davon abgehalten,
0:30:26–0:30:29
irgendwas zu berühren. Und sie wissen aber, okay, hier haben wir was Hochexplosives.
0:30:30–0:30:34
Und sie finden aber auch so Sensoren und wissen also, dass jetzt bei dem Angriff
0:30:34–0:30:40
der Mars Earth Alliance auf Tempest bestimmte Sensoren zerstört wurden.
0:30:40–0:30:41
Und dann hat das so einen blinden Fleck.
0:30:42–0:30:45
Und das ist quasi die einzige Hoffnung. Und so ist es dann auch.
0:30:45–0:30:48
Alex und Gathering Storm machen Scheinangriff.
0:30:48–0:30:52
Und Bobby und eine Pilotin fliegen mit so einem ganz kleinen Schiff von der
0:30:52–0:30:54
Seite in diesen blinden Fleck drauf zu.
Florian Clauß
0:30:54–0:30:57
Das klingt wirklich wie die Serie. Also ich habe da so Bilder im Kopf.
0:30:58–0:31:02
Das ist Wahnsinn. Eigentlich müssen die das verfilmen, oder?
Micz Flor
0:31:04–0:31:08
Und dann ist es so, dass natürlich durch so PDC-Rounds, die immer so geschossen
0:31:08–0:31:10
werden, wird die Pilotin zerschossen.
0:31:10–0:31:14
Bobby merkt, sie schafft es alleine nur, wenn sie jetzt im Wax-Suit,
0:31:14–0:31:18
also sich quasi aus dem Raumschiff raus, Dann düst die in diesem blinden Flex
0:31:18–0:31:24
sich nach vorne, dann wird sie auch noch erschossen, aber hat sich so auf Weg gebracht,
0:31:24–0:31:30
dass sie quasi mit diesen zwei Ladungen Antimaterie die Seite der Gathering Storm,
0:31:30–0:31:35
der Tempest erreicht und dann explodiert.
0:31:35–0:31:37
Ist das jetzt Kuh oder Hafer?
Florian Clauß
0:31:40–0:31:41
Ich habe es bekommen, nicht du.
Micz Flor
0:31:41–0:31:46
Sehr gut. Und dann geht Tempus in die Luft mit so einem Blitz.
0:31:46–0:31:50
Also es ist quasi der größte Blitz.
0:31:52–0:31:53
Kannst dir vorstellen.
Florian Clauß
0:31:54–0:31:54
Supernova.
Micz Flor
0:31:55–0:31:56
Ja, Anti-Matter.
Florian Clauß
0:31:56–0:31:57
Anti-Matter, super.
Micz Flor
0:31:59–0:32:02
Auf Laconia ist es so, dass Holden ja so ein bisschen zwar gefangen ist,
0:32:02–0:32:04
aber so frei rumläuft und auch weiß, alles ist auf Videosache.
0:32:05–0:32:09
Und weiß auch, diese Theresa, die darf alles absehen, weil die ja Chefin ist. Vielen Dank.
0:32:10–0:32:17
Und er führt eine Unterhaltung und wenn er sie dann mal so im Garten trifft,
0:32:17–0:32:19
dann sagt er, schau dir das mal an.
0:32:19–0:32:23
Und dann schaut sie sich eine Unterhaltung an, die er mit dem Cortosa,
0:32:24–0:32:29
das ist dieser, der auch in der Serie vorkommt, dieser verrückte, psychopathische,
0:32:29–0:32:38
ich sage jetzt psychopathisch nicht als Psychotherapeut, sondern als ehemaliger Twitter-Mensch.
Florian Clauß
0:32:39–0:32:42
Psychopath, der also kein Wissen.
Micz Flor
0:32:42–0:32:47
Also der Wissen, aber kein Gewissen hat. Und da schlägt doch Holden vor,
0:32:48–0:32:49
um Duarte wieder hinzukriegen.
0:32:49–0:32:51
Vielleicht kann man ja an seiner Tochter Experimente machen.
0:32:52–0:32:55
Und dann lässt Cortezar so ein bisschen durchblicken, dass er es keine schlechte
0:32:55–0:32:59
Idee findet. Und er würde die auch gerne umbringen. Dann hätte er mehr Macht.
0:33:00–0:33:04
Und dann Teresa geht zu ihrem Vater und versucht dem klarzumachen,
0:33:04–0:33:05
die wollen mich umbringen.
0:33:06–0:33:11
Und er hat dann aber das irgendwie scheinbar gar nicht wahrgenommen,
0:33:11–0:33:13
aber in einem Meeting später, was dann passiert,
0:33:13–0:33:18
da steht Duarte dann kurz auf, geht zu Cortosa so rüber und macht irgendwie
0:33:18–0:33:29
so mit seinen Händen und dann zerfliegt die Brust und so von Cortosa zerfliegt in feinsten Biostaub.
0:33:29–0:33:30
Also das ist so schön beschrieben.
0:33:30–0:33:36
Er wird quasi auf so einer fast schon subatomaren Ebene, wird er von innen so
0:33:36–0:33:42
zerlegt, aber auf einer molekularen Ebene, weil diese rote, es wird so beschrieben,
0:33:42–0:33:43
er wird so ein roter Staub.
0:33:43–0:33:50
Als dann The Tempest zerstört ist, im Slowzone alles zerstört ist,
0:33:50–0:33:57
wagt sich Naomi mit 400 Rebel Ships Laconia anzugreifen.
0:33:57–0:34:01
Allerdings tun sie so, als wollen sie direkt angreifen, aber in Wahrheit wollen
0:34:01–0:34:04
sie nur die ganzen Werkzeuge zerstören.
0:34:04–0:34:07
Also vor allen Dingen eben diese Plattform, mit der man Schiffe herstellen kann,
0:34:07–0:34:09
Antimaterie herstellen kann.
0:34:09–0:34:15
Das schaffen sie dann auch und sie schaffen sogar noch Holden und Teresa und Amos mit einzusammeln,
0:34:15–0:34:22
weil die Teresa die Koordinaten durchgegeben hat und sie hat einfach keinen
0:34:22–0:34:26
Bock mehr jetzt bei ihrem dementen Vater und diesem fürchterlichen System zu
0:34:26–0:34:27
sein und die haut dann damit ab.
0:34:29–0:34:38
Ja, das war Buch 8, was damit endet, dass Amos und Holden haben so ein Gespräch.
0:34:38–0:34:41
Und Holden hat ja auch einmal, als er in der Ringstation war,
0:34:41–0:34:44
diese Erfahrung von diesen anderen Welten, ein bisschen wie bei 2001.
0:34:45–0:34:49
Und Amos sagt dann, dass er jetzt halt eben so Dinge weiß, wo er gar nicht weiß, warum er die weiß.
0:34:49–0:34:53
Aber eine Sache, die er weiß, ist, dass sie werden uns alle umbringen.
0:34:53–0:34:54
Und Holden sagt, ich weiß.
0:34:55–0:34:57
Das ist das Ende des Anflussbuches.
Florian Clauß
0:34:57–0:35:03
Wow, Mitch, du bist gerade hier so über den Plot von zwei Büchern gesprungen.
0:35:03–0:35:03
Ich bin gleich gesprungen.
0:35:04–0:35:06
Wahnsinn. Jetzt schaffen wir noch das dritte Buch.
Micz Flor
0:35:06–0:35:12
Auf jeden Fall, in fünf Minuten. Und zwar, Duarte heilt langsam von innen heraus
0:35:12–0:35:14
selber, aber auf einer höheren Ebene.
0:35:14–0:35:18
Der ist jetzt irgendwie mächtiger. Der ist mehr noch mit dem Protomolekül verbunden
0:35:18–0:35:22
und merkt auch im Laufe des Buches, dass die Tatsache,
0:35:22–0:35:30
dass die ProtomolekülerfinderInnen, sage ich jetzt mal,
0:35:30–0:35:35
im internationalen Gendergebrauch, in der transplanetarischen Gendergebrauch,
0:35:35–0:35:43
dass die durch ihre Vernetzung in alle Systeme hinein, also so eine Hive Mind waren,
0:35:43–0:35:48
und das bestätigt sich dann auch durch die Forschung von Elvi,
0:35:48–0:35:52
da komme ich gleich drauf dass die dass die
0:35:52–0:35:55
mehr widerstand leisten konnten weil
0:35:55–0:35:59
die alle sozusagen am gleichen an der
0:35:59–0:36:02
gleichen in die gleiche richtung zogen und er will jetzt so eine art heim einherstellen
0:36:02–0:36:10
da hören wir gleich später noch mal mehr darüber was wir auch erlebt haben im
0:36:10–0:36:13
letzten buch war ja dass es diesen skip event gab noch ein paar andere skip
0:36:13–0:36:17
events und Und die werden irgendwie erforscht und man kommt irgendwie dahinter,
0:36:17–0:36:20
dass das eben mit dieser Macht zu tun hat,
0:36:20–0:36:29
die hinter der Auslöschung des Protomoleküls steht und dass die in der Lage sind.
0:36:29–0:36:36
Eben zeitgleich, also die Lichtgeschwindigkeit auszuhebeln, zeitgleich solche
0:36:36–0:36:38
Skip-Events überall herstellen zu können.
0:36:38–0:36:43
Also die verändern zeitgleich sozusagen die physikalische Gesetzmäßigkeit.
0:36:44–0:36:50
Die tun irgendwas, genauso wie Duarte diese Antimaterie rausgeschickt hat,
0:36:50–0:36:55
tun die auch irgendwas und versuchen rauszufinden, wie kriegen wir es hin, dass diese Wesen...
0:36:58–0:37:01
Aussterben. Also wie kriegen wir die tot? Wie kriegen wir das tot?
0:37:01–0:37:02
Ohne dass sie genau wissen, was es ist.
0:37:02–0:37:06
Und die versuchen das wirklich, indem sie zeitgleich überall im Universum die
0:37:06–0:37:09
Gegebenheiten, die Gesetzmäßigkeiten verändern können.
0:37:10–0:37:14
Und was da auch drin ist, ist, finde ich, dadurch, dass es immer diese Bilder gibt von dem, von dem,
0:37:15–0:37:18
von der bewusstseinsverändernden Wirkung dieser Skip Events,
0:37:18–0:37:22
so ein bisschen das, was wir über der KI-Folge auch hatten, mit diesen micro
0:37:22–0:37:28
tubes also das ist vielleicht sowas bei den panpsychik theorien dass es was wie ein,
0:37:28–0:37:31
allumfassendes bewusstsein gibt und das ist nicht heißt dass eine
0:37:31–0:37:34
speziell so komplex wird dass die bewusstsein entwickelt
0:37:34–0:37:40
sondern dass eine speziell so komplex wird dass sie in der lage ist sich mit
0:37:40–0:37:43
dem bewusstsein zu verbinden das ist ja diese alternative idee die wir in der
0:37:43–0:37:48
ki folge hatten und so ähnlich finde ich wird es da auch dargestellt das halt
0:37:48–0:37:51
in dem moment wenn diese Wenn diese zeitgleichen Skip-Events entstehen,
0:37:51–0:37:53
dann sind das Consciousness,
0:37:53–0:37:55
also Bewusstseinserfahrung.
0:37:55–0:38:00
Dann wird alles irgendwie aufgelöst, dann wird eine große, vielleicht buddhistische
0:38:00–0:38:05
Einsicht, da werden Teilchen gesehen, wo vorher Objekte waren und so weiter.
0:38:05–0:38:09
Da werden Farben gesehen, wo vorher keine waren. Also das ist wie so ein Blick,
0:38:10–0:38:14
als ob eben das,
0:38:14–0:38:20
was diese dritte Entität, diese Meta macht, sage ich mal, was die tut,
0:38:20–0:38:25
ist irgendwie in dieses alles verbindende Bewusstsein zu tappen und darüber
0:38:25–0:38:28
versuchen, das alles auszulöschen.
0:38:30–0:38:35
So, jetzt geht das dritte Buch los. Das war noch ein bisschen Hintergrund.
0:38:35–0:38:43
Das erste ist das Trejo der Militärführer vom Laconian System,
0:38:43–0:38:50
der jetzt als erster Mann des Staates eine andere Offizierin,
0:38:50–0:38:56
Tanaka, die lernen wir im siebten Buch schon kennen, aber die war nicht so wichtig
0:38:56–0:38:57
für die Handlung, dass ich sie da erwähnt habe.
0:38:57–0:39:01
Die bekommt jetzt den Auftrag, Duarte zu finden, weil wir wissen nicht, wo der ist.
0:39:02–0:39:07
Die kriegt also den Auftrag und Clearance für alles, was sie irgendwie braucht.
0:39:07–0:39:08
Sie ist quasi beyond the law.
0:39:10–0:39:16
Dann gibt es diese Fraktion von Elvi, von der wir wissen, die ist Forscherin.
0:39:16–0:39:19
Die forscht diese ganzen toten Systeme, hat den Diamanten gefunden.
0:39:20–0:39:24
Und die nimmt die beiden Kinder, Kara und Xan, mit.
0:39:25–0:39:30
Kara ist die ältere Schwester. Die sind beide jetzt auch schon viele Jahrzehnte
0:39:30–0:39:33
alt, aber immer noch wie Kinder vom Äußerlichen her.
0:39:33–0:39:38
Die nimmt sie jetzt mit und möchte mit denen diesen Diamanten nochmal mehr erforschen.
0:39:38–0:39:43
Die machen auch mehrere Bewusstseinsreisen hinein. Cara macht das,
0:39:43–0:39:45
Xan wird abgeschirmt von dem Ganzen.
0:39:45–0:39:52
Obwohl Amos, der ja auch inzwischen von diesen Repair Droids instand gesetzt
0:39:52–0:39:55
wurde, die haben alle so eine Bewusstseinsverbindung auch.
0:39:55–0:39:58
Also dahinter, die tauschen miteinander
0:39:58–0:40:01
Dinge aus, ohne es zu wissen oder doch zu wissen oder zu ahnen.
0:40:01–0:40:07
Da ist so eine Verbindung eben über so eine Bewusstseinsebene. keine
0:40:07–0:40:11
kommunikationstechnik und
0:40:11–0:40:14
cara berichtet und dann
0:40:14–0:40:17
kommt halt so langsam die genese von diesen wesen hervor
0:40:17–0:40:20
in diesem ganzen diamanten wird also klar das waren sehr
0:40:20–0:40:24
kleine sehr kleine
0:40:24–0:40:27
wesen in einem see oder in einem
0:40:27–0:40:30
meer auf einem planeten und in
0:40:30–0:40:34
diesem meer haben die über licht miteinander kommuniziert Diese Kommunikation
0:40:34–0:40:38
miteinander über Licht war natürlich dann auch sehr schnell und die konnten
0:40:38–0:40:44
dann miteinander wie Ameisen so eine Art Hive Mind entwickeln und dieses Hive
0:40:44–0:40:49
Mind ist dann eben auch in Anführungszeichen grenzenlos.
0:40:49–0:40:53
Und das ist allerdings immer noch an die Lichtgeschwindigkeit gebunden und die
0:40:53–0:40:57
Kommunikation aber auch, wie sich dann so herausstellt von diesem Hive Mind,
0:40:57–0:41:02
von den Protomolekülerfindern, das wurde dann eben auch über diese Ring Station
0:41:02–0:41:06
konnten die miteinander in die Systeme hinein.
0:41:07–0:41:14
Reden. Die Rocinante hat ja Theresa mit an Bord und die fliegen jetzt einfach so erstmal rum,
0:41:14–0:41:18
wissen nicht wohin damit und finden dann aber eine entfernte Cousine von Duarte
0:41:18–0:41:23
oder so, die auf New Egypt in einem System eine Boarding School hat und das
0:41:23–0:41:25
sollte versteckt genug sein, um die dahin zu bringen.
0:41:26–0:41:30
Aber Tanaka, der nicht blöd ist, hat genau den gleichen Schluss gemacht auch.
0:41:30–0:41:32
Um Duarte zu finden, müssen wir seine Tochter finden.
0:41:32–0:41:36
Das ist das einzige, wofür er sich noch zu interessieren scheint
0:41:36–0:41:39
in dieser welt was sie auch gemerkt haben als
0:41:39–0:41:42
er eben diesen korte zerlegt hat in diesem einen
0:41:42–0:41:46
meeting obwohl er geistig um nachtet schien und
0:41:46–0:41:49
dann kommt sie auch darauf von allen
0:41:49–0:41:52
möglichen orten wäre das vielleicht eine hohe
0:41:52–0:41:55
wahrscheinlichkeit die fliegen dann da also hin und es
0:41:55–0:41:58
und holden nach der landung der
0:41:58–0:42:01
rossi auf diesem planet new egypt wollen die
0:42:01–0:42:04
zu boarding school bringen dann ist tanaka auf einmal vor
0:42:04–0:42:07
ihnen hinter ihr sieht amos dann dass da
0:42:07–0:42:10
auch leute irgendwie scharfschützen mäßig auf den dächern liegen
0:42:10–0:42:13
es sind noch ferien so dass die high school
0:42:13–0:42:19
noch kein wirkliches publikum hat das ist ein bisschen absurd und in dem moment
0:42:19–0:42:26
bricht dann halt irgendwie der kampf aus mit der folge dass im endeffekt holden
0:42:26–0:42:31
tanaka Tanaka durchs Gesicht schießt,
0:42:31–0:42:34
allerdings sie damit nicht umbringt und sie wird dann wieder ein bisschen hergestellt,
0:42:34–0:42:36
muss aber quasi auch wieder zusammenwachsen.
0:42:36–0:42:40
Amos von hinten von Tanaka angeschossen wird,
0:42:40–0:42:43
sodass ihm die ganze Brust explodiert, der sich dann später aber wieder aufgrund
0:42:43–0:42:49
dieser Protomolekül-Substrats selber zusammensetzen kann und auch unverändert
0:42:49–0:42:52
aus dieser Hinrichtung vorgeht.
0:42:54–0:43:00
Und Theresa ist dann wieder auf dem Schiff Rossinante und die fliegen dann da wieder weg.
0:43:01–0:43:05
Tanaka weiß jetzt aber, dass Theresa und Holden und Naomi und Amos,
0:43:05–0:43:10
also alle Feinde des Laguna Systems quasi vereint sind auf diesem einen Schiff.
0:43:10–0:43:16
Wir hatten im letzten Buch ja die Gathering Storm von Bobby Draper und Alex flog da auch mit.
0:43:17–0:43:24
Und die haben in dem Freehold-System,
0:43:24–0:43:27
das war das System, wo Naomi zum Schluss mit allen hingeflogen ist,
0:43:28–0:43:31
wo sie ja ursprünglich im siebten Buch den Chef abgeholt hatten,
0:43:32–0:43:35
um zu umgehen, dass sie drei Jahre lang abgesperrt wurden.
0:43:35–0:43:39
Da sind sie sie hingeflogen um sich dort zu verstecken in freehold
0:43:39–0:43:42
so heißt das system fliegt haben die die
0:43:42–0:43:48
gathering storm auf einem planeten versteckt und oder auf einem planeten versteckt
0:43:48–0:43:52
da fliegt dann die orsinante hin weil die wollen sich da wieder aufladen also
0:43:52–0:43:57
sie wollen auf dritter station wo in der gathering storm ist wollen sie dann
0:43:57–0:44:00
eben neue energie neue sachen so weiterholen aber die.
0:44:02–0:44:05
Blöd und hat über den
0:44:05–0:44:08
über das netzwerk der lakonischen truppe wurde
0:44:08–0:44:14
ein lakonisches schiff was in freehold ist hat dann den drive klum heißt es
0:44:14–0:44:19
immer also diese diese abgase entdeckt von der rossi nannte hat das gemeldet
0:44:19–0:44:25
tannaker kommt und ist dann in draper station und hat diesen Armorsuit an und die,
0:44:25–0:44:29
es kommt zum Shootout sozusagen.
0:44:29–0:44:36
In dem Shootout ist noch jemand anders involviert.
0:44:36–0:44:41
Jemand, die von Freehold ist und die Freehold retten möchte und deshalb zwischenzeitlich
0:44:41–0:44:42
die Rocinante-Crew einsperrt.
0:44:43–0:44:47
Dann aber merkt, das war ein Riesenfehler und dann die wieder frei lässt.
0:44:47–0:44:52
Die schaffen es noch auf die Rocinante und die Person selbst schafft das auf
0:44:52–0:44:54
die Gathering Storm, fliegt mit der Gathering Storm los.
0:44:55–0:44:59
Bobby Draper ist ja schon tot, wie wir wissen vom letzten Buch und sie ist mit
0:44:59–0:45:04
ihrer kleinen Crew jetzt auf Kollisionskurs mit dem einen Schiff,
0:45:04–0:45:05
was die Rocinante entdeckt hat.
0:45:06–0:45:11
Das kann es auch kaputt machen, sodass die Rocinante fliehen kann,
0:45:12–0:45:15
weil Tanaka muss abgeholt werden
0:45:15–0:45:19
von dem zweiten Laconian Ship und bis
0:45:19–0:45:22
die da gebremst haben und die eingeladen haben hat die
0:45:22–0:45:25
rossinante so viel vorsprung zum soul gate und halt
0:45:25–0:45:28
eben diese theresa mit an bord die tochter von duarte wo
0:45:28–0:45:35
sie nicht riskieren können einfach darauf zu schießen so dass diese selbstmordkommando
0:45:35–0:45:40
dazu geführt hat dass die rossi noch fliehen konnte obwohl sie eigentlich quasi
0:45:40–0:45:45
kurz vor der vernichtung standen dann Dann passiert etwas ganz Neues,
0:45:45–0:45:48
und zwar ein Schiff, auf dem von Alex,
0:45:48–0:45:54
dem Piloten, der Rossi, der Sohn mit seiner Frau und seinem Kind in ein neues
0:45:54–0:45:57
System reingehen will, die kommen auch in diesen Rings.
0:45:59–0:46:03
Und dieser Ringspace ist inzwischen völlig überfüllt, weil da keiner mehr irgendwie
0:46:03–0:46:07
Ordnung macht und die ganze Zeit man bedroht ist, dass man so Dutchman gehen könnte.
0:46:07–0:46:12
Und dieses Schiff goes Dutchman. Also die lösen sich auch dann wieder auf.
0:46:12–0:46:15
Das können auch alle sehen. Aber dann auf einmal, wie von magischer Hand,
0:46:16–0:46:18
setzt sich das wieder zusammen und ist wieder da.
0:46:19–0:46:26
Und mit diesem sich wieder zusammensetzen dieses einen Schiffs entstehen ganz komische Effekte.
0:46:26–0:46:32
Dass alle Menschen im ganzen System beginnen, die Gedanken und Gefühle anderer
0:46:32–0:46:35
Menschen, teilweise auch in Sprachen, die sie gar nicht verstehen,
0:46:35–0:46:38
zu erleben und trotzdem alles verstehen.
0:46:38–0:46:41
Also irgendwie sind Grenzen aufgehoben.
0:46:41–0:46:47
Und es stellt sich dann irgendwie raus, dass Duarte mit einem Escape Pod auf
0:46:47–0:46:49
die Ringstation geflogen ist.
0:46:49–0:46:54
Weil er so viel Protokollmolekül ist, hat er dadurch dieses Artefakt aktiviert.
0:46:54–0:46:59
Das hat ihn reingelassen und er wurde dann da drinnen verschaltet von den Entitäten,
0:46:59–0:47:04
diesen Maschinen, halb Maschinen, halb, also diese, du kannst dich vielleicht
0:47:04–0:47:06
erinnern, die kommen ja auch in der Serie schon vor.
0:47:07–0:47:12
Und da drinnen wird er dann mit Schläuchen reingelegt und angelegt und hat dann
0:47:12–0:47:16
über die Ringstation die Möglichkeit, einfach alle zu bestrahlen,
0:47:16–0:47:19
zu besenden, mit allen in Kontakt zu treten.
0:47:19–0:47:22
Und will dann eben in seiner großen Vision aus den Menschen auch so ein Hive
0:47:22–0:47:28
Mind machen, das er dann anführt, damit sie überhaupt überleben können.
0:47:30–0:47:33
Das kriegen dann alle irgendwie mit, alle erleben das auch so.
0:47:33–0:47:37
Tanaka geht dann zu einem Psychiater und lässt sich alle Medikamente,
0:47:38–0:47:40
antipsychotischen Medikamente geben, die sie so finden kann.
0:47:42–0:47:45
Antipsychotika, die dann dafür sorgen, dass sie diese anderen Gedanken zumindest
0:47:45–0:47:47
einigermaßen eindämmen können.
0:47:47–0:47:51
Weil das betrifft wirklich alle naomi und
0:47:51–0:47:54
laconia die arbeiten jetzt zusammen gegen duarte um
0:47:54–0:47:58
das irgendwie hinzukriegen und dann kommen
0:47:58–0:48:04
also lakonische schiffe und auch rebellen schiffe kommen gleichzeitig da an
0:48:04–0:48:10
in diesem ring space alle so gemäß langsam aber es kommt dann immer mehr die
0:48:10–0:48:13
gar nicht mehr auf funk reagieren weil sie es auch nicht machen müssen weil
0:48:13–0:48:15
nämlich Duarte alles irgendwie so ein bisschen schon im Griff hat,
0:48:16–0:48:18
sodass die alle miteinander schon Hivemind-mäßig verknüpft sind.
0:48:19–0:48:26
Und das macht es unglaublich schwierig für Naomi dann auch ihre Truppen irgendwie so zu führen,
0:48:26–0:48:33
dass die sich nicht diesem Hivemind in so Fallen tappen, wo die einfach kontrolliert
0:48:33–0:48:40
miteinander gegen die Rebellen und die wenigen Laconia-Schiffe angehen können.
0:48:41–0:48:47
Auf der Ringstation ist dann auch The Falcon, das ist das Forschungsschiff,
0:48:47–0:48:49
in dem Elvie unterwegs ist, und die Rocinante.
0:48:50–0:48:55
Die sind miteinander verbunden, um auch zu zeigen, dass jetzt Laconia und Rebellen zusammenarbeiten.
0:48:58–0:49:01
Die kommen aber nicht in die Ringstation und dann macht der Holden,
0:49:01–0:49:11
wie er halt ist, Das macht halt einfach etwas, was erstmal irreversibel und seltsam anmutet.
0:49:11–0:49:17
Er geht zum Catalyst, der ja voller Protomoleküle ist, zieht eine Syringe auf
0:49:17–0:49:23
und zieht dem Protomoleküle aus dem Körper mit einer Spritze und injiziert die in sich.
0:49:24–0:49:27
Und dann fliegen und dann sieht er sofort Miller wieder. Miller ist wieder da.
0:49:28–0:49:31
Und dann fliegen die auf die,
0:49:33–0:49:39
also Theresa, Tanaka und Holden fliegen zusammen auf die Ringstation und Miller
0:49:39–0:49:42
ist halt irgendwie auch dabei. Den Holden jetzt immer sehen kann.
0:49:43–0:49:47
Nicht nur, wenn andere abwesend sind, sondern er kann auch mit Miller reden,
0:49:47–0:49:50
deshalb denken die von Anfang an, er ist total durchgedreht,
0:49:50–0:49:52
während er bei Tanaka und Theresa ist.
0:49:55–0:49:59
Weil Holden Protomolekül drin hat, genauso wie Duarte, öffnet sich der Ring Space,
0:49:59–0:50:03
die kommen da auch rein und dann graben die sich, und da wird es ein bisschen
0:50:03–0:50:07
langwierig ehrlich gesagt, dann graben die sich durch die Gänge durch,
0:50:07–0:50:12
zum Schluss ist es halt so, dass Tanaka Duarte zurückholen soll.
0:50:13–0:50:16
Der Versuch ist, dass Teresa ihren Vater beschwichtigen kann,
0:50:16–0:50:19
deshalb war Teresa ja so zentral auch in der Suche,
0:50:20–0:50:23
Theresa versucht auch mit dem Vater zu sprechen, der hat aber irgendwie kein
0:50:23–0:50:27
großes Interesse sich da irgendwie umstimmen zu lassen, weil er muss halt über
0:50:27–0:50:29
dieses Hive Mind den Feind abwehren.
0:50:30–0:50:34
Theresa wird dann, inzwischen ist sie Teenager, 16 glaube ich,
0:50:34–0:50:38
wird dann super sauer und stürzt sich dann auf ihren Vater und reißt an diesen
0:50:38–0:50:39
Schläuchen rum, um ihren Vater zu,
0:50:40–0:50:46
woraufhin Duarte auch sichtlich schmerzt und entkoppelt wird von diesem System.
0:50:47–0:50:52
Und Tanaka geht dann nochmal ein obendrauf mit ihrem Kampfanzug,
0:50:53–0:50:57
sprengt mit dem Kampfanzug diese ganzen Entitäten, diese Maschinen weg,
0:50:57–0:50:59
um Zugriff auf Duarte zu haben.
0:50:59–0:51:02
Mit ihren bloßen Händen zerlegt sie dessen Körper, greift rein.
0:51:03–0:51:05
Also es wird nicht explizit gesagt, aber es ist so ein bisschen,
0:51:05–0:51:08
als ob sie ihm das Herz aus dem Leibe reißt.
0:51:09–0:51:15
Während das passiert, wird sie allerdings auch von den anderen Maschinen umgebracht und stirbt dann.
0:51:16–0:51:21
Und obwohl sie Holden so hasst, muss sie dann zusehen, wie er überlebt und sie stirbt.
0:51:22–0:51:25
Holden schließt sich dann an diese Schläuche an,
0:51:25–0:51:29
weil in dem Moment, wo Duata tot ist, kommen auf einmal diese Entitäten aus
0:51:29–0:51:37
diesem Paralleluniversum rein und fangen an, die die Raumschiffe in der Slow Zone zu zerstören.
0:51:37–0:51:40
Er schließt sich da irgendwie an und redet dabei mit Holden,
0:51:40–0:51:44
kontaktiert Amos, als ob die so ein Intercom hätten, weil jetzt alle Protomoleküle und so.
0:51:45–0:51:49
Sagt Amos, die sollen sich alle fertig machen, abzureisen, so schnell wie es
0:51:49–0:51:50
geht, aus der Slow Zone raus.
0:51:51–0:51:55
Er soll aber noch auf Theresa warten. Dann pickt jeder sein Ziel.
0:51:55–0:51:59
Alex will unbedingt zu seinem Sohn in das System.
0:52:00–0:52:03
Naomi und die Elvi und so wollen zu Sol System.
0:52:04–0:52:08
Alle verlassen langsam die Slow Zone und Holden, wenn er sich da verkoppelt
0:52:08–0:52:12
mit Protokoll und Molekül sieht, was Sache ist. Und zwar sieht er,
0:52:12–0:52:13
dass halt diese Station,
0:52:14–0:52:20
Diese Ringstation mit diesen Gates, die ist quasi wie ein Splitter in einem
0:52:20–0:52:24
anderen Universum, was da so drin steckt. Also den Raum gibt es eigentlich nicht.
0:52:25–0:52:29
Den gibt es irgendwie zwischen den Universen und in beiden Universen ist er irgendwie sichtbar.
0:52:30–0:52:34
Und deshalb ist diese Ringstation auch der Ort, an dem diese Durchbrüche von
0:52:34–0:52:36
dem anderen Universum wieder kommen.
0:52:36–0:52:41
Und er kann mit seiner Kraft gerade so noch diese ganzen, wie so ein Zelt,
0:52:41–0:52:42
das so aufrechterhalten.
0:52:43–0:52:46
Und dann sagt er allen jetzt, okay, entscheidet euch, wo ihr hingeht.
0:52:47–0:52:51
Danach bricht hier alles zusammen und ihr müsst euch ein System aussuchen,
0:52:51–0:52:52
wo ihr für immer sein werdet.
0:52:54–0:53:02
Und dann sagt Miller ihm noch so, naja, da warst du immer der,
0:53:02–0:53:04
der sagt, jeder darf alles für sich selbst entscheiden.
0:53:04–0:53:08
Jetzt entscheidest du für die gesamte Menschheit, dass du das hier implodieren lässt.
0:53:08–0:53:11
Und er sagt ja so ist es und lässt los
0:53:11–0:53:14
und dann implodiert alles und dieser
0:53:14–0:53:17
splitter der eben das andere
0:53:17–0:53:20
universum so kratzt dass die immer
0:53:20–0:53:22
wieder angreifen wird damit aus dem
0:53:22–0:53:25
anderen universum gezogen bildlich gesprochen und das
0:53:25–0:53:29
ganze implodiert und dann ist gut damit ist es eigentlich dann auch zu ende
0:53:29–0:53:35
und das ist dann so ein bisschen so wo ich dann weiß ich meinte die die bücher
0:53:35–0:53:39
7 und 8 die fand ich echt spannend zu lesen das öffnet noch mal so ganz viel
0:53:39–0:53:44
neues auf einer ganz großen skala und diese drei qualitäten von newtonscher physik,
0:53:48–0:53:53
mit der alles losgeht, dann so eine Form der Quantenphysik, in der allerdings
0:53:53–0:53:56
Lichtgeschwindigkeit immer noch ein Thema und eine Grenze ist,
0:53:56–0:54:01
die das Protomolekül bringt und dann eben diese auf einer Bewusstseinsebene.
0:54:05–0:54:10
Translokale Wirksamkeit von dieser anderen Universität, weil ich sage mal,
0:54:10–0:54:16
wir gerade in der UDK sind, Universum. Und das fand ich, das passt irgendwie
0:54:16–0:54:20
ganz gut zusammen, so eine Hierarchie. Das fand ich sehr spannend.
0:54:20–0:54:23
Aber zum Schluss, wenn du dann halt so ein Showdown hast, wo dann irgendwie
0:54:23–0:54:28
so ein verrückter Hitler an Schläuchen angeschlossen ist und dann symphonisch
0:54:28–0:54:31
seine ganze Menschheit regiert, dann wird das schon fast, finde ich, wieder ein bisschen,
0:54:32–0:54:35
ja, hat mir nicht so gut gefallen.
0:54:35–0:54:44
So, das ist quasi mein Fazit. Mein Fazit ist, es ist alles gelöst und auch,
0:54:44–0:54:49
wie wir ja mal gesagt haben, Wikipedia-Plausibility irgendwie gut genug erklärt,
0:54:49–0:54:51
dass man sagt, ja, passt schon,
0:54:51–0:54:54
aber es ist so ein bisschen anti-climatic.
0:54:54–0:55:04
Also so, es gibt so einen Satz, den finde ich beispielhaft dafür,
0:55:04–0:55:07
dass es anti-climatic ist, weil die dann, steht dann irgendwie so drin,
0:55:07–0:55:10
when holden let go,
0:55:10–0:55:14
also das ist jetzt, ich paraphrasiere, ich weiß nicht mehr genau. Äh.
0:55:16–0:55:23
An energy blast went through the universe that was only met by the,
0:55:23–0:55:26
that was only surpassed by the Big Bang itself.
0:55:26–0:55:30
Also so irgendwie, also wo du dann versuchst dramatisch zu werden,
0:55:30–0:55:35
indem du es sagst, aber nicht indem du es, ja es gibt ja die Sache show don't tell.
0:55:35–0:55:39
Und wenn man jetzt sagt, das ist jetzt das Dramatischste, was es jemals gab,
0:55:39–0:55:45
heißt das ja auch in gewisser Weise, man muss das sagen, weil man konnte es narrativ nicht zeigen.
Florian Clauß
0:55:45–0:55:50
Ja, aber vielleicht ist es auch immer so, dass woran dann die großen Erzählungen
0:55:50–0:55:54
scheitern, das irgendwie in so einen Plausibilitätspunkt zu bringen.
0:55:54–0:55:59
Das Ende, was dann halt nochmal irgendeinen Showdown einlöst, der nie da war.
0:55:59–0:56:04
Und wir haben ja einige, einige von diesen E-Pen.
Micz Flor
0:56:05–0:56:09
Ja, das ist aber natürlich auch eine wichtige Frage, weil wir hatten jetzt in
0:56:09–0:56:12
der letzten Folge gerade Hyperion oder Ilium, beides Bücher,
0:56:12–0:56:15
die ich sehr schätze, die eben mit dem Offenen bleiben.
0:56:15–0:56:20
Bei Ilium beginnt der Kampf der Götter gegen die Menschen mit der Hilfe der Moravex.
0:56:21–0:56:27
Bei Hyperion laufen sie Richtung Zeitgräber, ohne dass wir wissen,
0:56:27–0:56:28
was als nächstes überhaupt passieren könnte.
0:56:29–0:56:31
Das heißt, der Cliffhanger macht das Ganze dann irgendwie befriedigend,
0:56:31–0:56:34
was ja absurd ist, weil man sollte denken, es sei unbefriedigend.
0:56:34–0:56:40
Aber in dem Moment, wenn es wirklich zu Ende geführt wird, dann sind wir in
0:56:40–0:56:45
so einem Heldenzyklus, so wie Herr der Ringe oder so. Und zum Schluss dann alle
0:56:45–0:56:46
auf die Schiffe steigen und wegfahren.
0:56:47–0:56:50
Ja, und das ist dann oft anti-climatic.
0:56:51–0:56:55
Das war bei Herr der Ringe auch so, dass du zum Schluss denkst, ach ja, jetzt gehe ich.
0:56:57–0:57:01
Ich gehe auch. Ich komme auch mit.
0:57:02–0:57:05
Müsst ihr wirklich gehen? Ja, wir müssen wirklich gehen.
Florian Clauß
0:57:05–0:57:08
Ja, aber dann muss man halt irgendwie so einen zurücklassen,
0:57:08–0:57:09
der die Geschichte aufschreibt.
0:57:10–0:57:16
Das ist der Sam, der wird dann quasi wieder der Hobbit, der der Erzähler ist und tradiert.
0:57:17–0:57:22
Ja, ich bin aber wirklich beeindruckt von der Detailgenauigkeit der Geschichte,
0:57:23–0:57:29
die du jetzt alles irgendwie so aus dem Kopf erzählt hast und in deiner Geschwindigkeit.
Micz Flor
0:57:29–0:57:30
Genau, das ist dann...
Florian Clauß
0:57:31–0:57:34
Jetzt irgendwie, also mächtig beeindruckend.
Micz Flor
0:57:34–0:57:36
An unserem Publikum, spot the mistakes.
0:57:39–0:57:42
Ja, das war so ein bisschen der Elevator-Pitch für den längsten Elevator der Welt.
Florian Clauß
0:57:43–0:57:47
Genau, der Elevator, der ins Weltall geht. Raumschule, Raum,
0:57:47–0:57:51
Raum, Space-Fahrstuhl.
Micz Flor
0:57:51–0:57:57
Ja, das war ja von Arthur C. Clarke. Arthur C. Clarke hat das als Konzept entwickelt.
Florian Clauß
0:57:57–0:58:00
Und die Piratenpartei hat das ins Programm mit aufgenommen.
Micz Flor
0:58:00–0:58:01
Ah, wirklich?
Florian Clauß
0:58:01–0:58:01
Ja, ja.
Micz Flor
0:58:01–0:58:06
Und das ist ja auch bei dem Ilium, bei dem Ring Space, das heißen die glaube
0:58:06–0:58:11
ich auch was immer, diese Earth Space, Rings, Earth Rings, dass genau das dann
0:58:11–0:58:14
irgendwie da auch nochmal Anwendung findet.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:20
Ja Mitch, vielen Dank für diese Episoden, Zusammenfassungen.
Micz Flor
0:58:20–0:58:21
Nichts zu danken.
Florian Clauß
0:58:21–0:58:29
Ich bin ja nicht viel zu Wort gekommen, außer dass ich irgendwie eben lautmalerisch
0:58:29–0:58:31
deine Erzählungen ausgeschmückt habe.
Micz Flor
0:58:31–0:58:35
Du warst mein stiller Dirigent, du warst mein Duarte. An deiner Reaktion habe
0:58:35–0:58:38
ich immer gemerkt, ob ich zu schnell bin oder zu langsam, ob ich dich verloren
0:58:38–0:58:39
habe oder noch bei dir bin.
0:58:40–0:58:42
Und weil ich ja auch bei vielen Folgen nicht mehr schneide.

Mehr

"Was mich wie die anderen gemacht hat, ist zerstört worden. Ich war wie alle anderen mit vielen Fehlern. Du hast mich anders gemacht, indem du mich aus der natürlichen Ordnung der Dinge herausgenommen hast." Pietros Geständnis

Es ist Februar, es ist Berlinale Zeit. Auch in diesem Jahr wollen wir einen Film von der Berlinale besprechen: "The Visitor" von Bruce LaBruce. Eigentlich wollten Flo und Micz den gemeinsam sehen und frisch mit den Eindrücken aus dem Kino den Film besprechen, das hat aber nicht geklappt. Insofern treffen wir uns eine Woche später vor dem Berlinale Palast, um die nicht mehr ganz so frischen Eindrücke zu verarbeiten. Flo hat den Film auch ausgesucht, weil er damit auch weiter über sein Lieblingsthema erzählen kann: über die Nouvelle Vague. Denn "The Visitor" ist ein Remake des Filmes "Teorema - Geometrie der Liebe" von 1968 von Pierre Paolo Pasolini. Pasolini gilt wohl als einer der streitbarsten und konsequentesten Regisseure des neuen italienischen Films. Pasolini ist 1975 nach seinem Skandalauslösenden Film "Salo - die 120 Tage von Sodom" ermordet worden. Pasolini war Autor, Kommunist und Filmemacher, lebte offen seine schwule Sexualität aus und inszenierte tabuisierte Themen in einer eigenen Filmsprache. Auch Bruce LaBruce bricht mit seinen Filmen gerne gesellschaftliche Tabus, so auch in seinem diesjährigen Berlinale Beitrag "The Visitor". Hier werden explizite pornographische Szenen gezeigt. LaBruce gilt als Erfinder und Vertreter des Queer Cinemas, dreht mit wenig Budget genreübergreifende Low-Budget-Filme, die internationales Aufsehen auslösen. Dabei steht auch seine politische Haltung im Vordergrund. Mit "The Visitor" macht er auf die Situation und Zuschreibungen von Flüchtlingen aufmerksam. Für ihn bedeutet Auslebung der Sexualität eine Art von Befreiung aus den bürgerlichen Denkmustern. Bei Pasolinis Film "Teorema" steht auch die Zerstörung der bürgerlichen Familie im Vordergrund. Von der Struktur hat sich LaBruce sehr dicht am Original orientiert: eine großbürgerliche Familie wird in ihren konsumistischen Verhalten präsentiert, ein Gast trifft ein, der eine unwiderstehliche sinnliche Anziehungskraft auf alle Familienmitglieder ausübt. Modellhaft werden alle Stationen absolviert und durchgespielt: Zunächst die Verführungen durch den Gast, dann die Geständnisse oder Bekenntnisse und am Ende die Transformationen der Protagonist:innen. Wir steigen in dieser Episode am Berlinale-Palast mit "The Visitor" ein, schweifen im Tierpark immer wieder in Richtung Pasolini ab, vergleichen die beiden Filme und die politische Haltungen der Regisseure, sprechen dann ausführlicher über Pasolinis Biografie und Filmsprache, über die geheimnisvolle Figur des Gastes und den Schicksalen der einzelnen Figuren in "Teorema".

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:03–0:00:05
Also Folge 46.
Micz Flor
0:00:06–0:00:09
Mal klatschen.
0:00:12–0:00:12
Gut,
0:00:16–0:00:24
hallo, willkommen zu Eigentlich Podcast, dem Podcast, bei dem wir laufend reden
0:00:24–0:00:25
und beim Laufen reden. reden.
0:00:25–0:00:30
Rechts neben mir ist Flo und links neben Flo ist Mitch.
0:00:31–0:00:41
Und wir sind hier direkt am Potsdamer Platz und stehen vor dem Berlinale Palast
0:00:41–0:00:43
oder laufen gerade noch auf dem Berlinale Palast zu.
0:00:44–0:00:53
Diese Episode ist die Episode Nummer 46 und Flo wird uns mit einem Thema beglücken,
0:00:54–0:00:57
vielleicht sogar fordern, vielleicht fördern.
0:00:57–0:01:01
Auf jeden Fall hat er das bestimmt pädagogisch gut aufgearbeitet. Ich bin sehr gespannt.
0:01:01–0:01:05
Ich weiß ja schon, was es ist diesmal und bin trotzdem sehr gespannt,
0:01:05–0:01:07
weil ich wenig darüber weiß.
0:01:07–0:01:13
Und soviel kann ich vielleicht sagen. Ich habe das ganze Suchvorlauf mir noch reingezogen.
Florian Clauß
0:01:14–0:01:19
Ja, also das heißt, du hast es angekündigt, es geht um einen Film,
0:01:19–0:01:22
passend zum Berlinale und das
0:01:22–0:01:26
Ganze und die ganze Episode wollte ja auch einen anderen Anfang nehmen.
0:01:26–0:01:29
Vielleicht willst du da noch mal kurz drüber erzählen?
Micz Flor
0:01:29–0:01:33
Der Anfang war, wir wollten zusammen in einen Film gehen in der Berlinale,
0:01:33–0:01:40
der eben sich an diesen Film anlehnt oder den irgendwie Nachspiel von Bruce LaBruce, The Visitor.
0:01:41–0:01:45
Und das ging dann aber wegen Krankheit in der Familie, konnte ich das nicht machen.
0:01:45–0:01:49
Wir haben das verpasst. Wir hatten es ja einmal schon bei Oppenheimer gemacht.
0:01:49–0:01:52
Es war irgendwie so ganz schön, weil man fühlt sich auch so ein bisschen überfordert
0:01:52–0:01:56
und es macht aber auch Spaß, mal so ohne Badehose ins Wasser zu steigen.
0:01:57–0:01:58
Im übertragenen Sinne natürlich.
0:02:00–0:02:07
Aber jetzt musst du aus der Konserve heraus nochmal einsteigen.
0:02:07–0:02:08
Fängst du mit dem Film an?
Florian Clauß
0:02:08–0:02:13
Ja, ich fange mit dem Film an und passe ja zu dem roten Teppich hinter uns.
0:02:14–0:02:18
Wir werden, also das nochmal vorab, wir sind der Podcast, bei dem wir im Laufen
0:02:18–0:02:20
reden und laufend reden, ja.
0:02:20–0:02:24
Und werden jetzt eine Strecke wahrscheinlich durch den Tiergarten gehen.
0:02:24–0:02:31
Und die ganzen Strecken-Tracks könnt ihr dann auf unserer Webseite eigentlich-podcast.de
0:02:31–0:02:35
sehen und auch Zusatzinformationen. Wir haben recht ausführliche Texte,
0:02:35–0:02:37
wir nehmen uns sehr viel Zeit für die Texte.
0:02:38–0:02:43
Epische Zusammenfassungen, die manchmal irgendwie von einer generativen EI unterstützt werden.
Micz Flor
0:02:44–0:02:47
Ja, manchmal ist es so. Inzwischen ist es so.
Florian Clauß
0:02:47–0:02:55
Und das ganze Transkript findet ihr auch auf der Seite oder auf den Podcast-Player eures Vertrauen.
0:02:55–0:02:59
Podcast-Catcher sozusagen. Okay, also du hast es schon gesagt.
Micz Flor
0:02:59–0:03:02
Aber ich muss jetzt noch eine Fußnote machen mit der KI, mit den Texten.
0:03:02–0:03:05
Das stimmt so. Ich versuche das so wenig wie möglich zu machen.
0:03:05–0:03:09
Manchmal schmeiße ich Stichpunkte rein. Es fühlt sich immer scheiße an.
0:03:09–0:03:10
Ich finde, man riecht es sofort.
0:03:10–0:03:13
Man will es eigentlich gar nicht lesen. Es fühlt sich an wie Zuckerwatte.
0:03:14–0:03:17
Die ersten Texte, zumindest bei mir, die sind immer ich.
0:03:18–0:03:22
Ich weiß nicht, ob das bei dir so ist, aber irgendwann trailt es dann so off in mir.
Florian Clauß
0:03:22–0:03:27
Ne, das merkt man schon vom Stil her. Also immer wenn gleichmäßige Absätze erscheinen
0:03:27–0:03:29
und Zwischenüberschriften, dann ist das ChatGPT.
Micz Flor
0:03:31–0:03:33
Und Emoticons wie Sektflaschen.
Florian Clauß
0:03:36–0:03:40
Okay, du hast es schon erwähnt, The Visitor, Bruce LaBruce.
0:03:41–0:03:47
Und anders war so ein bisschen, ja ich meine, das ist ein Wagnis,
0:03:47–0:03:53
dann aus einem Film von der Berlinale frisch mit Eindrücken eine Rezeption zu schreiben.
0:03:53–0:03:57
Erstmal, ob der Film überhaupt gut ist, ob es sich lohnt, darüber eine Episode zu machen.
0:03:57–0:04:03
Und dann das Ganze auch so glückt.
0:04:03–0:04:05
Deswegen habe ich mir schon von Anfang an eine Brücke gebaut,
0:04:06–0:04:10
weil ich werde diesen diesen Film als Einstieg zu meinem Thema wählen, nämlich,
0:04:12–0:04:14
The Visitor ist ein Remake.
Micz Flor
0:04:14–0:04:16
Ich habe ein Foto von der Brücke gemacht, auf der du gesagt hast,
0:04:16–0:04:20
Brücke gebaut. Die hängt dann unten auch auf dem Block in der Galeriethe.
Florian Clauß
0:04:21–0:04:28
The Visitor ist ein Remake. Und der Regisseur passt dann wieder sehr gut in
0:04:28–0:04:29
meine Reihe. Novel Vague.
0:04:30–0:04:39
Man kann ihn so als weiteren Vertreter im weiteren Sinne, im weiteren Kreise der Novel Vague sehen.
Micz Flor
0:04:39–0:04:43
Das finde ich jetzt aber interessant, weil du hattest ja diese 90er Jahre Sache.
0:04:43–0:04:46
Und das fand ich auch interessant, dass ich zuerst dachte, das ist wieder eine
0:04:46–0:04:53
Folge, wo es die 90er Jahre Strömungen, die dich so im Positiven geformt und erwischt haben.
0:04:53–0:05:01
Und da passt jetzt The Visitor natürlich in dem Anführungszeichen Remake nicht rein, weil es jetzt ist.
0:05:01–0:05:06
Aber auch die Herkunft ist ja deutlich vor den 90er Jahren. Aber war es vielleicht
0:05:06–0:05:10
etwas, was in den 90er Jahren nochmal einen neuen Aufhänger bekommen hat und du es.
Florian Clauß
0:05:10–0:05:14
Deshalb erlebt hast? Wenn du mir auf meinen Folgen zugehört hättest,
0:05:14–0:05:20
wovon ich natürlich ausgehe, weißt du, dass ich auch zuletzt immer wieder die
0:05:20–0:05:23
Nouvelle Vague als Referenz angeführt habe.
Micz Flor
0:05:23–0:05:27
Ja, du hast sie ja sogar vorgelesen. Trotzdem war da eine Reihe,
0:05:27–0:05:30
die du gemeint hast, weil du gesagt hast, Nouvelle Vague-Reihe.
0:05:30–0:05:33
Die Reihe war ja die 90er Jahre-Referenz. Ja, das war ein Aufhänger.
Florian Clauß
0:05:33–0:05:35
Ghost in the Shell war ja auch im
0:05:35–0:05:38
Prinzip, wie sich die Nouvelle Vague im asiatischen Raum ausgeprägt hat.
0:05:38–0:05:41
Jetzt ist es Pier Paolo Pasolini.
0:05:42–0:05:49
Das ist der legendäre Regisseur, der 1922 geboren ist und ermordet wurde 1965.
0:05:51–0:05:54
Und da gibt es, glaube ich, auch von mir und von dir...
Micz Flor
0:05:54–0:05:54
75.
Florian Clauß
0:05:55–0:05:58
75, habe ich 65 gesagt? Richtig, 75.
0:05:59–0:06:02
Da gibt es von mir und von dir eine Lieblingsszene aus einem Film,
0:06:03–0:06:05
und den haben wir uns, glaube ich, gegenseitig erzählt, ein 90er-Jahre-Film.
0:06:06–0:06:09
Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnerst, und zwar wie,
0:06:09–0:06:13
so ein bisschen halb dokumentarisch, halb erzählerisch, dieser Film,
0:06:13–0:06:14
ein italienischer Regisseur.
Micz Flor
0:06:15–0:06:17
Mein liebes Tagebuch.
Florian Clauß
0:06:17–0:06:18
Wie der mit der Vespa rumfährt.
Micz Flor
0:06:18–0:06:20
Mein liebes Tagebuch. Mein liebes Tagebuch.
Florian Clauß
0:06:20–0:06:21
Willst du die Szene kurz erzählen?
Micz Flor
0:06:21–0:06:25
Die Szene ist, also das ist der, mein Liebes, das ist ein ganz toller Film.
0:06:25–0:06:28
Das ist ein Filmkritiker, glaube ich, der aber eben auch Filme gemacht hat.
0:06:28–0:06:30
Ich habe den Namen jetzt nicht abrufbereit.
0:06:31–0:06:35
Aber der hat einen Episodenfilm, möchte ich sagen, drei Episoden gemacht.
0:06:35–0:06:39
Und ich glaube schon der erste ist das, wo der mit der Vespa rumfährt. Oder der dritte?
0:06:40–0:06:42
Zweite ist aber das mit den Inseln.
0:06:43–0:06:46
Aber ich weiß nicht mehr. Aber auf jeden Fall fährt er einfach durch,
0:06:46–0:06:51
die Kamera folgt ihm, wie er auf einer Vespa durchfährt und der monologisiert oben drüber.
0:06:51–0:06:57
Und er kommt zum Schluss, wie heißt das denn, Ostria?
Florian Clauß
0:06:57–0:07:04
Ostia. Ostia, das ist ein Vorort von Rom, der an der Mündung,
0:07:04–0:07:11
deswegen Ostia, das ist dann auch so Mündung des Tibers, liegt der dann ins Meer, mündet.
Micz Flor
0:07:11–0:07:17
Und endet dann eben auch damit, dass dort Pasolini wohl irgendwie eine Falle
0:07:17–0:07:20
gestellt oder wurde dahin Und man weiß es bis heute nicht.
0:07:20–0:07:24
Es gibt Vermutungen und es wurde auch wieder aufgegriffen. Es wurde dann in
0:07:24–0:07:26
irgendwelche rechten Gruppierungen.
0:07:29–0:07:34
Zugeschrieben. Ich habe das nicht wirklich, aber er wurde brutal.
Florian Clauß
0:07:34–0:07:39
Ja, da gibt es ganz viele Gerüchte drumrum und Spekulationen.
0:07:39–0:07:42
Es gibt eine Art Dokumentation, die das nochmal aufgerollt hat.
0:07:42–0:07:46
Es gibt einen Zeitzeugen, der aber auch in den 2000ern gestorben ist.
0:07:46–0:07:51
Also das kreuzt sich über Stricherjunge, Strichermilieu,
0:07:51–0:07:55
rechte Schlägertruppen, dann aber auch Pasolini, der angeblich dann für eine
0:07:55–0:08:03
Recherche von dem national national eigenem Erdölkonzern EPI dann Dokumente übergeben sollte,
0:08:04–0:08:07
wo dann irgendwelche Korruptionsskandale nachgewiesen wurden,
0:08:07–0:08:11
wo er gerade einen Artikel darüber geschrieben hat. Alles überläuft sich.
0:08:11–0:08:14
Deswegen will ich da auch gar nicht mehr dran aufregen. Aber ich fand das so
0:08:14–0:08:21
ganz leise erzählt in dem Liebes-Tagebuch, wo er einfach so rumfährt und dann
0:08:21–0:08:24
siehst du, wie er dann wendet. Und dann, hier wurde Pasolini erworben.
0:08:24–0:08:29
So ganz aus dem Off. Und so dieses Periphere, das periphere Rom,
0:08:29–0:08:33
das spielt bei Pasolini in seinen Filmen immer eine ganz tragende Rolle.
0:08:33–0:08:39
Zumindest in den ersten. Pasolini hat eine Zeit lang auch in Friul,
0:08:39–0:08:45
das ist dann in dem ostnördlichen Teil von Italien, das Landleben.
0:08:45–0:08:49
Da haben seine Großeltern gewohnt, hat er dann immer in den Ferien mitbekommen.
0:08:49–0:08:52
Und er hatte immer so eine Liebe zum Land, zu den einfachen Leuten,
0:08:52–0:08:57
zu den Proletariern. Die hat er entwickelt und seine ersten Filme handeln vor
0:08:57–0:09:00
allen Dingen von dieser peripheren Sicht.
0:09:01–0:09:05
Bevor wir jetzt aber in Pasolini da reingehen mit seiner Geschichte,
0:09:06–0:09:10
mit seinem Leben, möchte ich nochmal kurz zu Bruce LaBruce und der Rezeption,
0:09:10–0:09:12
weil Bruce LaBruce mit The Visitor.
0:09:14–0:09:18
Referenziert den Film. Also es ist explizit ein Remake von Theorema.
0:09:18–0:09:23
Theorema hat übrigens den Untertitel Die Geometrie der Liebe.
0:09:24–0:09:28
Und wir können auch nochmal ein bisschen nachher über was ist ein Theorem sprechen.
0:09:28–0:09:30
Ja, Geometrie der Liebe.
0:09:30–0:09:36
Und es gibt jetzt noch ein zweites Remake. Das habe ich mir aber leider nicht
0:09:36–0:09:38
angeguckt. Ich weiß nicht, ob du das gesehen hast.
0:09:38–0:09:41
Das ist ein japanisches Remake von Takeshi Miike.
0:09:43–0:09:49
Visitor Q. was auch so eine recht verstörende Verfilmung ist.
0:09:50–0:09:51
Ich hätte die, glaube ich, gerne gesehen.
Micz Flor
0:09:51–0:09:52
Du hast sie gesehen?
Florian Clauß
0:09:52–0:09:54
Nee, habe ich nicht gesehen. Das habe ich erst nachher erfahren.
0:09:55–0:09:57
Bruce LaBruce, ich war alleine.
0:09:58–0:10:00
Mein Platz neben mir war frei. Nein, es war völlig überfüllt.
0:10:01–0:10:05
Es war ausverkauft, weil Bruce LaBruce ist wirklich ein kanadischer Regisseur, der schon,
0:10:06–0:10:10
also ich glaube, der ist in den 60ern geboren, hat in den 80ern eine Filmhochschule,
0:10:10–0:10:15
seine Ausbildung fertig gemacht und hat vor allen Dingen das ganze Queer- und
0:10:15–0:10:19
Gay-Independent-Cinema so mitgegründet und aufgebaut.
0:10:19–0:10:26
Also in den 80ern waren seine ersten Filme, ist quasi so ein Punk unter den Filmemacherinnen.
0:10:27–0:10:31
Das heißt, er hat eine sehr punkige Attitüde, bricht Tabus,
0:10:31–0:10:37
ist auch immer sehr low budget seine Filme, arbeitet mit Laiendarstellern und
0:10:37–0:10:42
Darstellerinnen, ist auch eine sehr charismatische Figur, also es ist einfach ein cooler Typ.
Micz Flor
0:10:43–0:10:43
War jetzt da auch?
Florian Clauß
0:10:44–0:10:47
Der war da, genau. Und die Handlung
0:10:47–0:10:50
ist das können wir auch mehrfach durchgehen ja
0:10:50–0:10:54
die handlung ist es kommt ein visitor ein
0:10:54–0:10:58
besucher von außen in eine großbürgerliche familie
0:10:58–0:11:01
es geht um das bourgeoisie es geht um diese und ein
0:11:01–0:11:08
reichtum ja und fängt mit jeder mit ihrem familienmitglied und auch mit angestellten
0:11:08–0:11:15
des hauses also eine angestellten ein liebesverhältnis an und verlässt dann
0:11:15–0:11:19
schlagartig die Familie und darauf beginnt die Familie,
0:11:20–0:11:23
die einzelnen Mitglieder, so auseinanderzufallen.
0:11:23–0:11:28
Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Es gibt erstmal Geständnis gegenüber,
0:11:28–0:11:30
dass jetzt was passiert ist, als er weg ist.
0:11:31–0:11:38
Das Gestehen und dann aber auch der Zusammenbruch, die Zerstörung,
0:11:38–0:11:41
die Zerstörung der Institution Familie bzw.
0:11:41–0:11:51
Des Bourgeoisen Großbürgertum. Der Film von Bruce LaBruce setzt andere Schwerpunkte als der von.
0:11:52–0:11:58
Pasolini. Bruce LaBruce, dem geht es vor allen Dingen auch um einen politischen Aspekt.
0:11:59–0:12:04
Man sieht am Anfang die Hauptrolle, der Besucher, wird gespielt von Bishop Black.
0:12:05–0:12:10
Das ist ein gebürtiger Engländer, in London groß geworden, ein Schwarzer,
0:12:10–0:12:18
der hier in Berlin wohnt und eigentlich ein Performance-Künstler ist und ein Pornodarsteller.
0:12:18–0:12:24
Und ab und zu in dem Ballhaus in der Naunienstraße auftritt und auch hier schon
0:12:24–0:12:26
eine relativ große Kultfigur ist in Berlin.
0:12:27–0:12:32
Und auch als Pornodarsteller ist er einer der renommiertesten Pornodarsteller
0:12:32–0:12:35
in dem ganzen schwulen Milieu. Der spielt die Hauptrolle.
0:12:36–0:12:43
Der Film ist sehr explizit. Also natürlich setzt Bruce LaBruce auf explizite Sex-Szenen.
0:12:44–0:12:47
Was ich so in dieser Form im Kino mit anderen noch nicht so geguckt habe.
0:12:48–0:12:54
War schon ein bisschen, hat sich komisch angefühlt, aber hat auch ganz gut funktioniert,
0:12:54–0:12:56
weil der hat viel Humor, der Film.
0:12:57–0:13:00
Also der macht sich sehr lustig über sich selber,
0:13:00–0:13:08
über die ganzen Zuschreibungen und hat Momente, die sind dann auch ein bisschen
0:13:08–0:13:14
schwer zu ertragen, aber ist doch irgendwie unterhaltsam in seiner Leichtfüßigkeit.
0:13:14–0:13:19
Also er stellt tatsächlich, hatte ich ja schon gesagt, Szenen eins zu eins nach
0:13:19–0:13:24
und auch die Abfolgen der Szenen, wie die Figuren sich bewegen.
0:13:25–0:13:28
Aber man macht das nur mit so einem Augenzwinkern. In einem Interview,
0:13:28–0:13:30
wo ich es dann noch gehört habe.
Micz Flor
0:13:31–0:13:36
Dieses Augenzwinkern mit dem nachstellenden Augenzwinkern, das würde mich jetzt interessieren.
0:13:37–0:13:39
Augenzwinkern gegenüber denen, die das Original kennen.
Florian Clauß
0:13:40–0:13:45
Ja, aber es wirkt auch für sich als Slapstick. Also ich will eine Szene nacherzählen,
0:13:45–0:13:51
wo der Gast, also der wird in dem Theorema-Film, wird er von Terrence Stamp gespielt.
0:13:51–0:13:58
Der Gast sitzt in einem Gartenstuhl im Garten dieses Hauses, was dann halt in dem...
Micz Flor
0:13:58–0:13:59
Großartiges Haus, oder?
Florian Clauß
0:13:59–0:14:03
Ja, das Haus, das ist toll. Also in einem italienischen Film ist das wirklich
0:14:03–0:14:06
so eine Villa, ein Riesengarten.
0:14:06–0:14:09
Und sitzt der so manspreading, sitzt der halt so da.
0:14:10–0:14:15
Und du siehst die Hausangestellte, wie sie die ganze Zeit um ihn rumschleicht.
0:14:15–0:14:17
Erstmal schneidet sie halt irgendwelche Sachen.
0:14:17–0:14:22
Und dann schleicht sie um ihn rum und geht dann, rennt ins Haus wieder zurück und rennt wieder raus.
0:14:22–0:14:25
Macht irgendwas im Haus, hat ständig so Überschwung. Man merkt,
0:14:25–0:14:29
dass diesen Charme, dieses Charisma von der Figur total unterliegt.
0:14:29–0:14:35
Weiß damit nicht, sich umzugehen. Und das ist im anderen, in dem Bruce-La-Bruce-Film,
0:14:35–0:14:38
The Visitor, da ist auch so ein, aber alles viel moderner.
0:14:38–0:14:42
Da hast du auch so eine Villa, die aber dann britisch-modern aufgezogen ist.
0:14:42–0:14:47
Dann siehst du, wie er dann halt auch dieses Manspreading total überhöht. Also das ist klar so.
0:14:48–0:14:54
Und dann rennt die Angestellte, die von einem Mann gespielt wird,
0:14:54–0:15:00
der rennt dann wieder rein. Nein, wird dann aber so in schneller abgedreht.
Micz Flor
0:15:00–0:15:01
So Bloody Hill mäßig, oder?
Florian Clauß
0:15:02–0:15:07
Ja, genau so. Und er rennt wieder raus, rennt wieder rein, macht irgendwas, geißelt sich dann, ja.
0:15:07–0:15:11
Er geißelt sich, dann zieht sich aus, also macht dann halt so eine Sadomaso-Action.
0:15:12–0:15:18
Und dann kommt eben der Besucher und das muss man ja sagen, es ist ein,
0:15:18–0:15:22
also ein Wesen nicht von dieser Welt, ja.
0:15:22–0:15:26
Also es wird in verschiedenen Repetitionen, auch jetzt im Alten,
0:15:26–0:15:28
wird dann gesagt, es ist halt ein Gott.
0:15:28–0:15:33
Es könnte etwas Göttliches sein, es könnte ein Held sein. Er hat eine unglaubliche Anziehungskraft.
0:15:34–0:15:39
Was ich in dem Originalfilm auch echt gut umgesetzt finde.
0:15:39–0:15:44
In dem anderen, in Bruce LaBruce, ist es dann so, dass es dann in so eine Sexualität
0:15:44–0:15:51
abgleitet, wo er dann aus seinen Augen, die werden so weiß, milchig weiß von dem Besucher.
0:15:52–0:15:58
Und das heißt, dann hat er diesen sexuellen Körper angenommen und es wird dann
0:15:58–0:16:00
eben Geschlechtsverkehr.
Micz Flor
0:16:01–0:16:02
Ah, okay, interessant. Interessant.
Florian Clauß
0:16:02–0:16:05
Ja, also das ist das Sexuelle.
Micz Flor
0:16:05–0:16:07
Also da wird dann wirklich der Körper verändert sich.
Florian Clauß
0:16:07–0:16:10
Der Körper, also das heißt, die Augen von ihm verändern sich,
0:16:10–0:16:14
werden dann eben so explizite Szenen gezeigt werden, kommen auch immer so Zwischentitel,
0:16:14–0:16:19
es kommt eine ziemlich starke Technomusik dazu und Zwischentitel wie zum Beispiel,
0:16:21–0:16:24
Kolonialisiere den Kolonialisierer, also Colonizer.
0:16:25–0:16:31
Und solche Zwischentitel werden eingeblendet mit so einem, also das meine ich
0:16:31–0:16:35
mit Augenzwinkern, Oder es dann wieder so ein bisschen gebrochen wird in dieser Explicitität.
0:16:36–0:16:39
Also das heißt, das ist eigentlich ertragbar. Und das fand ich irgendwie so
0:16:39–0:16:42
ganz interessant als Beobachtung. Das ist natürlich.
0:16:42–0:16:48
Und es geht auch jetzt nicht um diese klassischen Porno, sondern es sind schon andere Darstellungen,
0:16:49–0:16:53
die dann in diesem ganzen queeren Umfeld und so weiter als Ausdrucksformen,
0:16:53–0:16:57
wo ich mich halt jetzt nicht so auskenne, aber so als Ausdrucksformen entwickelt wurden.
0:16:57–0:17:03
Und wie gesagt, der hat eine unglaubliche Authentizität, in dem Bereich und auch ein Auftreten.
0:17:04–0:17:09
Und ja, also es ist halt schon trashig, das muss man sagen. Es ist trashig,
0:17:09–0:17:11
es sind Leihendarsteller, merkt man schon.
0:17:12–0:17:17
Aber es war jetzt doch nicht so, wo ich dann dachte, oh, das war jetzt vertane Zeit.
Micz Flor
0:17:17–0:17:20
Das hattest du eine Befürchtung?
Florian Clauß
0:17:20–0:17:23
Ich hatte so ein bisschen. Ich meine, du hattest es ja auch so.
Micz Flor
0:17:23–0:17:27
Ich hatte das irgendwie auch gedacht. Ich muss auch zugeben,
0:17:27–0:17:29
dass ich schon dann auch dachte, Ich dachte, es wird schwer,
0:17:30–0:17:33
darüber zu sprechen, weil, wie du auch schon sagst, der Diskursraum,
0:17:35–0:17:40
Einfach etwas ist, in dem ich mich nicht gut bewegen kann.
Florian Clauß
0:17:40–0:17:48
Ja, also wir als alte, alte weiße Männer bemächtigen uns dann jetzt zu einem Diskurs.
0:17:48–0:17:52
Ja, aber irgendwie finde ich das auch legitim, da einfach sich in dem Raum zu
0:17:52–0:17:59
bewegen und das sich anzugucken und auch die Darstellungsformen einfach auch so wahrzunehmen.
0:18:00–0:18:05
So ganz objektiv gesprochen. Also der Busler Bus hat eben seit 80er Jahren immer
0:18:05–0:18:09
wieder Filme gemacht, auch war glaube ich viermal auf der Berlinale als ein
0:18:09–0:18:11
gern gesehener Gast im Panorama.
0:18:12–0:18:15
Tritt jetzt natürlich mit diesem Film in einem Teddy Award an,
0:18:15–0:18:18
also dem schwulen Film im Bereich der Berlinale.
0:18:19–0:18:27
Sein letzter Film ging es um eine feministische Utopie, heißt von 2017 The Misan
0:18:27–0:18:33
Driss. ist die Frage auch bei dem Film, diese Befreiung der Figuren durch Sexualität.
0:18:33–0:18:37
Das ist halt die Zerstörung durch den Gast, die Befreiung, Zerstörung.
0:18:37–0:18:42
Das sind so ein Gegensatzpaar, was dann bei dem The Visitors Film,
0:18:42–0:18:45
bei dem jetzigen dann eher in Richtung Utopie entschieden wird.
0:18:46–0:18:51
Also es geht um wirklich eine utopische Darstellung der Situation.
0:18:51–0:18:57
Und das wird sich so ein bisschen abheben von Pasolini. Also das,
0:18:57–0:19:03
was Bruce LaBruce auch mit seinen Szenen, mit dem Sex, mit der Sexualität so
0:19:03–0:19:06
zeigen will, ist auch so eine Befreiung.
0:19:07–0:19:11
Er sucht dann auch nicht den perfekten Körper, sondern er stellt einfach so dar.
0:19:12–0:19:19
In der Form, wie sich Menschen, also wie sich vielleicht diese Charaktere,
0:19:19–0:19:23
die Figuren vor laufender Kamera auch zeigen möchten. Also ich glaube.
Micz Flor
0:19:23–0:19:27
Kann ich kurz da einhaken, so Gedanken, die bei mir gerade dann auftauchen,
0:19:27–0:19:32
einfach nur so kurze Bullet-Points-Ideen, weil das eine ist eben,
0:19:32–0:19:38
dass die Augen sich da so verfärben, das hat mich sehr irritiert,
0:19:38–0:19:42
weil das natürlich in dem Pasolini-Film gar nicht der Fall ist.
0:19:42–0:19:45
Ist also der Körper des Visitors ändert sich nicht.
0:19:47–0:19:50
Und da ändert er sich aber scheinbar. Da passiert was mit den Augen.
0:19:50–0:19:53
Da habe ich gedacht, was macht das mit mir, wenn ich das denke?
0:19:53–0:19:53
Die Augen verändern sich.
0:19:54–0:19:56
Die Assoziation, die ich dann habe, ist natürlich andererseits der Blick der
0:19:56–0:20:02
Begierde, also der Blick auf das Andere, wo dann der andere Körper auch zum Objekt werden kann.
0:20:02–0:20:08
Und auf der einen Seite, dass das nicht zugelassen wird, dass das ein Objekt
0:20:08–0:20:13
ist, an dem man sich, dass man begehrt, sondern dadurch, dass die Augen durch
0:20:13–0:20:15
die Blindheit, gibt es den Blick nicht.
0:20:15–0:20:19
Das ist das eine. Das andere ist aber auch dann die Frage Blindheit gegenüber.
0:20:21–0:20:32
Dem anderen, also dass Diversität dort als Konzept gar nicht diskutiert werden muss,
0:20:32–0:20:38
weil in der Blindheit wird das andere jetzt nicht erkannt.
0:20:38–0:20:42
Weißt du, was ich meine? Also dass die Blindheit auch dafür sorgt,
0:20:42–0:20:47
dass diese Lust, diese Begierde so Darkroom-mäßig passiert. Das ist ja im Dunkeln
0:20:47–0:20:51
insofern einfach wirklich das Körperliche steht dann über dem,
0:20:51–0:20:53
was dann eben das Politische wäre.
Florian Clauß
0:20:53–0:20:57
Ja, also tatsächlich hat auch der Bischof Black in diesem Interview dann gesagt,
0:20:58–0:21:03
dass er als schwarzer Traum zu einer Projektionsfläche wird im Akt.
0:21:04–0:21:08
Das heißt, es würde so ein bisschen so, er ist Objekt in der,
0:21:08–0:21:13
aber gleichzeitig ist er sehr progressiv in dem, wie er fortschreitet.
0:21:13–0:21:18
Ja, er wird erstmal so aufgenommen in die Familie, aber er wird dann überhaupt
0:21:18–0:21:19
nicht in Frage gestellt.
0:21:19–0:21:23
Also es gibt auch eine Szene, die dann ja so ein bisschen von Salo entnommen wird.
0:21:23–0:21:27
Und das ist die erste Szene, nämlich wenn er reinkommt, wird er von der Markt
0:21:27–0:21:29
empfangen, von der Hausangestellten.
0:21:30–0:21:34
Und das erste, was er macht, er pisst in die Suppe und kackt auf den Teller.
0:21:34–0:21:38
Und das wird der Familie dann zu essen gegeben.
0:21:38–0:21:42
Und in dem Moment, also bei Salo ist es ja auch so, dass dann die,
0:21:42–0:21:49
also Salo muss man ja vorweg sagen, es ist, glaube ich, einer der umstrittensten
0:21:49–0:21:51
Filme der Filmgeschichte.
0:21:51–0:22:01
Die Pasolini hat den 1975 gedreht und Salo soll, hebt die Erzählung von Marquis de Sade aus dem 18.
0:22:07–0:22:11
Jahrhundert faschistische Republik, die sich gegründet hat in den 40ern und
0:22:11–0:22:14
es wird eine Diktatur ausgeübt.
0:22:14–0:22:19
Also es ist dann auch so eine uniformierte Männer und Frauen,
0:22:19–0:22:25
die dann junge auch Männer und Frauen gefangen halten und foltern.
0:22:25–0:22:29
Also es wird auch sehr explizit dargestellt in dem Film und da gibt es auch
0:22:29–0:22:35
eben die Szene, wo dann die Gefangenen eben ihre eigenen Instrumente essen müssen.
0:22:35–0:22:37
Auch alles so dargestellt.
0:22:38–0:22:43
Und es war damals, war der Film, er ist noch heute in einigen Ländern verboten.
0:22:43–0:22:48
Also auch hier hat sich Bruce LaBruce am Original orientiert.
0:22:48–0:22:54
Also das ist jetzt nicht, dass er dann die Explizität, hat auch Pasolini schon
0:22:54–0:22:55
immer in seinen Filmen gehabt.
Micz Flor
0:22:55–0:23:01
Aber dann im Original im Sinne von der Haltung und nicht vom Film per se, meinst du.
0:23:01–0:23:04
Also im Original am Autoren Pasolini.
Florian Clauß
0:23:07–0:23:13
Autor am Film, also direkt an den Bildern auch. Also die Bilder eins zu eins
0:23:13–0:23:15
übernommen. Oder was war jetzt der Punkt?
Micz Flor
0:23:15–0:23:19
Mit dem Kacken auf den Teller, das ist jetzt ja nicht in Theorema, sondern das ist...
Florian Clauß
0:23:19–0:23:20
Nee, das ist aber in Salo.
Micz Flor
0:23:20–0:23:25
Genau, also das heißt, der hat das Werk, Pasolinis Werk übernommen in seiner
0:23:25–0:23:28
Gänze und sich nicht nur an das...
Florian Clauß
0:23:28–0:23:33
Aber es geht darum, dass diese Explizität auch bei Pasolini so vorkommt.
0:23:33–0:23:40
Das war dann nämlich eine Frage aus dem Publikum nach dem Film und wo eine Zuschauerin
0:23:40–0:23:47
dann sagte, ja, soweit sie sich erinnert, war das jetzt nicht so explizit bei Pasolini.
0:23:47–0:23:50
Aber es gibt auch genau die Szene, wo dann der Sohn des Hauses,
0:23:50–0:23:56
nachdem er eben der Gast die Familie verlassen hat und er sich dann in diesem
0:23:56–0:24:01
Zustand der Findung, dieser Verwirkungsphase, wird er Künstler.
0:24:01–0:24:05
Und er malt ein Bild in Blau und dann pisst er auf das Bild.
0:24:05–0:24:09
Und das war auch in dem Film so. Und das war schon so, wow, wow.
0:24:10–0:24:14
Das heißt, Pasolini hat uns da auch nichts erspart.
0:24:14–0:24:19
Und insofern finde ich das durchaus konsequent, den Film in so einer Form dann halt auch zu drehen.
Micz Flor
0:24:19–0:24:23
Ja, und ich finde aber auch natürlich die Frage, ob es das Gleiche ist.
0:24:23–0:24:25
Das ist natürlich auch nochmal interessant, wie der kulturelle Hintergrund sich
0:24:25–0:24:30
verändert hat, sodass das Gleiche im Vordergrund, vor dem kulturellen Hintergrund
0:24:30–0:24:34
dann vielleicht doch vergleichbar ist. Weißt du, was ich meine?
Florian Clauß
0:24:34–0:24:39
Ja, aber es ist eine ganz andere Filmsprache, es ist eine ganz andere Herangehensweise.
0:24:39–0:24:45
Ich meine, natürlich hat Pasolini durch seine Art zu ästhetisieren und auch eine eigene Sprache.
0:24:45–0:24:50
Er hat das Buch, das Kino und die Poesie geschrieben.
0:24:50–0:24:54
Er ist überhaupt ein sehr schriftstellerisch veranlagter Mensch.
0:24:54–0:24:59
Also es gibt auch ein Buch, Theorema, das er dann geschrieben hat,
0:24:59–0:25:03
ich glaube sogar im Nachhinein, wo er dann auch einige Sachen mehr aus- und
0:25:03–0:25:06
erklärt hat, als es im Film ausgeführt ist.
0:25:09–0:25:13
Er hat eine eigene Filmsprache entwickelt. Das hebt ihn, glaube ich,
0:25:13–0:25:15
auch nochmal so besonders hervor.
0:25:15–0:25:19
Und das ist zu der Zeit, deswegen sagte ich ja im weiteren Kreis der Nouvelle Vague.
0:25:20–0:25:24
Und ich weiß nicht, ob dir das jetzt bei dem Film, bei dem Schnelldurchlauf
0:25:24–0:25:26
gucken von Theorema aufgefallen ist.
0:25:27–0:25:31
Was ich absolut faszinierend finde, auch von Pasolini schon immer,
0:25:31–0:25:34
ist, dass er so ganz straight erzählt.
0:25:34–0:25:40
Er hat so eine Art von Stationstheater, wo ganz genau klar ist,
0:25:40–0:25:49
jede Figur handelt in einem ganz geradlinigen Weg und es ist so ein modellhaftes
0:25:49–0:25:51
Durchspielen von etwas.
0:25:51–0:25:53
Aber ich krieg das was Künstlerisches. Oder was Künstlische.
0:25:54–0:25:58
Künstlerisches, weißt du, was ich meine? Also es ist auch sehr frontal immer gefilmt.
0:25:58–0:26:02
Das heißt, dieses Zögern und Zaudern sind alles so Gesten und Mimiken,
0:26:03–0:26:07
die jetzt nicht zwischen den Figuren passieren,
0:26:07–0:26:12
sondern in der Figur selber so durchgespielt wird und sehr geradlinige,
0:26:12–0:26:15
zielweise Struktur daraus ableitet.
0:26:15–0:26:20
Was dann auch immer mit so einem Schuss, Gegenschuss, fast so in die Kamera
0:26:20–0:26:23
guckend, was wir ja schon gelernt haben, was verboten ist,
0:26:24–0:26:30
in dem Kino, in dem Hollywood-Kino, wo ein kohärenter Raum geschaffen wird.
0:26:31–0:26:36
Also das ist auch nochmal so bezugnehmend. Es gibt eine Hausarbeit, die sich mit.
0:26:38–0:26:42
Der Filmsprache von Pasolini auseinandersetzt und die in Beziehung setzt,
0:26:43–0:26:46
Buch, das Bewegungsbild und das Zeitbild.
0:26:47–0:26:49
Ich weiß nicht, ob du die Abhandlung kennst.
Micz Flor
0:26:49–0:26:49
Nee.
Florian Clauß
0:26:50–0:26:58
Das Bewegungsbild ist eine Beschreibung, die das zeitgenössische Hollywood-Kino angeguckt.
0:26:58–0:27:04
Und das geht so ein bisschen wie dieses, was wir in der Episode von Das Fest
0:27:04–0:27:06
hatten, nämlich die mise en scène.
0:27:06–0:27:11
Man schafft einen kohärenten Raum, der für den Zuschauer so dargestellt ist
0:27:11–0:27:17
in den Blickachsen, in der Aktion-Reaktion, also deswegen das Bewegungsbild,
0:27:17–0:27:20
dass es als echt wahrgenommen wird.
0:27:20–0:27:25
Dass dieser Raum quasi ein fiktionaler Raum ist, wo eine echte Physik herrscht,
0:27:25–0:27:29
die ich auch, also jetzt Physik auch im Sinne von sozialem Zusammenspiel,
0:27:29–0:27:31
die ich auch übertragen kann auf mein Jetzt.
0:27:32–0:27:35
Und dann gibt es halt so diese Action-Szenen und so weiter, die dann eben als
0:27:35–0:27:39
als authentisch wahrgenommen werden, weil es keine Brüche gibt innerhalb der
0:27:39–0:27:43
Kausalität von Raum, die auf der Leinwand erschaffen werden.
0:27:44–0:27:49
Und er setzt dagegen das Zeitbild, was dann genau diese Brüche,
0:27:49–0:27:51
was die Nouvelle Vague eingeführt hat.
0:27:52–0:27:57
Das heißt, die Zeit springt auf einmal. Es gibt andere Blickachsen der Kamera und so weiter.
0:27:57–0:28:03
Und diese Brüche hat Pasolini auch in seinen Filmen drin. Und er hat in seiner
0:28:03–0:28:11
theoretischen Schrift das Kino und die Poesie auch seine Filmsprache beschrieben.
0:28:12–0:28:17
Und die geht von sogenannten, aber ich kriege das jetzt nicht so zusammen,
0:28:17–0:28:22
es gibt so IM-Zeichen, also IM-Zeichen und es gibt dann auch eine gewisse Symiotik.
0:28:22–0:28:26
Also er leitet auch so einen literarischen Konzept von, also Poesie,
0:28:26–0:28:30
leitet er eben auch seine Bildsprache ab, die aber gleichzeitig auch so ein
0:28:30–0:28:34
bisschen mit Archetypen arbeitet. Also das haben wir ja auch bei...
0:28:35–0:28:42
Jung, die Archetypen. Das heißt, es gibt Zeichen, die sich dann eher durch Träume
0:28:42–0:28:45
und so erschließen, die aber nicht so erklärbar sind.
0:28:45–0:28:49
Da gibt es zum Beispiel bei La Ricotta, das hatten wir auch schon mal erwähnt,
0:28:49–0:28:53
den Film, der Weichkäse-Kurzwilm von Pasolini, wo es um eine Kreuzigung geht.
0:28:54–0:28:55
Ich finde den Film großartig.
Micz Flor
0:28:55–0:28:56
Haben wir den erwähnt?
Florian Clauß
0:28:56–0:29:00
Wir haben den in einer der ersten Folgen, ich glaube, ich habe den tatsächlich
0:29:00–0:29:05
bei meiner ersten Folge erwähnt, als ich über über Gurusawa gesprochen habe,
0:29:05–0:29:11
wo dann ein Laiendarsteller, es war eine Kreuzigungsszene, Orson Welles ist
0:29:11–0:29:14
der Regisseur, es soll eine Kreuzigungsszene nachgestellt werden und die,
0:29:15–0:29:19
rekrutieren lauter Landschauspieler und die haben halt kein Geld und der eine
0:29:19–0:29:22
hat halt so Hunger und hat dann so einen riesen Ricotta,
0:29:23–0:29:27
das findet der auf so einem Buffet und stopft da sich halt wie blöde rein und
0:29:27–0:29:33
dann fängt aber der Dreh an und dann wird der halt ans Kreuz gehangen,
0:29:33–0:29:37
Ja, und da verschluckt er sich so, weil er sich so schnell gegessen hat und
0:29:37–0:29:39
stirbt dann tatsächlich in dem Kreuz.
0:29:40–0:29:43
Und dann passiert auf einmal eine echte Kreuzigung.
0:29:44–0:29:48
Und da ist halt einer der frühen Filme, wo er auch viel mit kleinen Darstellern,
0:29:48–0:29:55
Pasolini arbeitet, also so mit diesen italienischen Landbauern und dem Proletariat,
0:29:55–0:29:59
ja, wo er auch so eine ganz emotionale Verbindung hat, ja.
0:29:59–0:30:04
Ja, also Pasolini geht in so eine Schicht rein, ja, und er hat auch so eine
0:30:04–0:30:07
Abneigung gegen das Bourgeoisie, ja.
0:30:07–0:30:10
Er hat eine absolute Abneigung gegen die Konsumgesellschaft, ja.
0:30:10–0:30:14
Er lässt sich da überhaupt nicht einordnen, ne. Das ist ein absoluter Freigeist.
0:30:14–0:30:17
Ich habe leider nicht die Biografie gelesen, aber es wäre total interessant,
0:30:17–0:30:20
weil der sich da wirklich in keine Schublade ein...
0:30:20–0:30:24
Und ich glaube, der hat sich auch nichts sagen lassen von irgendjemandem und
0:30:24–0:30:27
hat dadurch aber auch so eine Freiheit in der Filmsprache entwickelt,
0:30:27–0:30:31
entwickelt, wie halt nur wenige Regisseure dann halt das auch entwickeln konnten.
Micz Flor
0:30:32–0:30:36
Ja, ich denke jetzt so ein bisschen an Schlingensief Theater und da wird das
0:30:36–0:30:40
so schön was mit Laiendarstellern, die dann eben eine eigene Kraft und eine eigene Ästhetik auch,
0:30:41–0:30:45
auf die Leinwand oder auf die Bühne bringen, da muss ich jetzt irgendwie assoziativ
0:30:45–0:30:47
dran denken. Ich weiß nicht, ob das...
Florian Clauß
0:30:47–0:30:48
Naja, nee, Schlingensieb ist
0:30:48–0:30:53
ja auch so ein, der dann gleichzeitig von so einer Religiosität erzählt,
0:30:53–0:30:57
weil er selber ein Katholik und sehr religiös aufgewachsen ist,
0:30:57–0:31:04
aber auch total der Heretiker ist und Atheist, ja, und Pasolini genauso.
0:31:04–0:31:09
Also es gibt immer wieder dieses, dieser Bezug.
0:31:10–0:31:17
Ich glaube, du bist in Italien unausweichlich mit der Geschichte der Kirche konfrontiert.
0:31:17–0:31:20
Also in keinem anderen Land ist das ja so verflochten.
Micz Flor
0:31:20–0:31:23
Ja, das ist eben auch was, was ich meinte, halt der kulturelle Hintergrund,
0:31:23–0:31:26
vor dem du Bilder entwirfst, dass die Bilder eine Wirkung haben,
0:31:26–0:31:29
die man wirklich nur vor dem Hintergrund, glaube ich, gänzlich umfassen kann
0:31:29–0:31:32
und das erleben kann und dann auch wieder jeder andere.
0:31:32–0:31:37
Und wenn du dann das Gleiche erzeugen möchtest in einer anderen Kultur,
0:31:37–0:31:41
von einem anderen kulturellen Hintergrund, musst du den Vordergrund anders assoziieren.
0:31:41–0:31:46
So meinte ich dann auch über die Jahrzehnte hinaus, dass der Film jetzt in der
0:31:46–0:31:50
Tat wahrscheinlich ganz anders war bei Bruce Laboose, aber dann eben trotzdem,
0:31:53–0:31:56
das Erleben weiter inszeniert hat.
Florian Clauß
0:31:56–0:32:01
Also was bei Bruce Laboose sehr wichtig ist, dass er sehr politisch sein möchte.
0:32:01–0:32:05
Er möchte, der Film fängt an, dass ein Koffer an der Themse,
0:32:05–0:32:07
am Themseufer angeschwemmt wird.
0:32:07–0:32:11
Und aus diesem Koffer kommt dann The Visitor, Bishop Black und der macht dann
0:32:11–0:32:16
halt auch so eine Tanz-Performance, also wie er sich dann aus diesem Koffer
0:32:16–0:32:17
schält, das ist schon beeindruckend.
0:32:18–0:32:21
Und dann siehst du halt auch an anderen Orten von London, wie dann halt dieser Koffer da ist.
Micz Flor
0:32:21–0:32:24
Das wollte ich sagen, das ist auch nochmal ein großer Unterschied von dem,
0:32:24–0:32:29
was ich gelesen habe, dass bei Bruce LaBouche The Visitor ein Phänomen ist und nicht nur eine Person.
0:32:30–0:32:32
Also es heißt ja nicht The Visitors, also es ist kein Plural,
0:32:32–0:32:36
dass jeder Einzelne ist ein Visitor, sondern...
0:32:37–0:32:42
The Visitor ist eher ein Phänomen, was aber dann ganz viel gleichzeitig auftritt.
Florian Clauß
0:32:42–0:32:48
Genau. Und er will explizit da auf die Refugee-Situation hinweisen.
0:32:48–0:32:52
Also hat er gesagt, Refugees sind Flüchtlinge, die suchen hier.
0:32:52–0:32:57
Und es ist ihm ganz wichtig, dass die dann auch integriert werden in die bürgerliche
0:32:57–0:33:00
Familie. Und dass die auch so ein Selbstbewusstsein bekommen.
0:33:00–0:33:05
Also das ist ja auch das, was er dann so entwickelt. Also er will politische
0:33:05–0:33:11
Akzente setzen. Und bei dem Original-Theorema 1968 spielt es zu der Hochzeit
0:33:11–0:33:15
der Studentenbewegung, also wo sich dann eh die Gesellschaft so politisiert hat.
0:33:15–0:33:20
Gleichzeitig ist es aber eher eine dystopische Sicht von, also es ist keine
0:33:20–0:33:23
utopische Sicht, es ist eher eine dystopische Sicht.
0:33:23–0:33:28
Und da möchte ich dir nochmal eine Passage von Pasolini aus dem Buch Theorema
0:33:28–0:33:34
vorlesen, wo ein bisschen klarer wird, wie er diese revolutionäre Potenzial
0:33:34–0:33:36
von den Studenten und Studentenbewegungen ansieht.
0:33:37–0:33:42
Und er schreibt da, diese Bürgerkinder seien mäßig mürrische Demokraten,
0:33:43–0:33:47
überzeugt, dass nur die wahre Demokratie die Falsch zerstört.
0:33:47–0:33:52
Anarchistische blonde Jungen, die treuherzig das Dynamit mit ihrem guten Sperma
0:33:52–0:33:58
verwechseln und als Störenfriede haufenweise mit großen Gitarren durch Straßen
0:33:58–0:34:00
ziehen, die falsch wie Kulissen sind.
0:34:01–0:34:06
Piros der Hochschule, die das Auditorium Maximum besetzen und die Macht fordern,
0:34:06–0:34:09
statt ein für alle Mal darauf zu verzichten.
0:34:10–0:34:14
Revolutionäre mitsamt ihren Revolutionärinnen, die beschlossen haben,
0:34:14–0:34:18
dass Schwarze sind wie Weiße, aber Weiße vielleicht doch nicht sind wie Schwarze.
0:34:18–0:34:24
Sie alle, alle bereiten nichts anderes vor, als die Ankunft eines neuen Gottes
0:34:24–0:34:28
der Ausrottung, sind in Unschuld gezeichnet mit dem Hakenkreuz.
0:34:29–0:34:33
Und werden doch die Ersten sein, die mit den echten Krankheiten und echten Lumpen
0:34:33–0:34:37
am Leib in die Gaskammer kommen. Ist nicht das, was sie wollen?
0:34:38–0:34:44
Da sieht man schon, also ein bisschen merkt man das Salo auch dahinter,
0:34:44–0:34:52
weil die Gefangenen sehen auch aus wie eben so Studentinnen und Studenten aus dieser Bewegung.
0:34:52–0:34:54
Und es werden wahrscheinlich auch, wird dann referenziert, die,
0:34:54–0:35:00
die dann eben sich auf die Barrikaden setzen und dann von den Anhängern des
0:35:00–0:35:02
Faschismus eingenommen werden, ja.
0:35:02–0:35:06
Und gleichzeitig ist es auch die bürgerliche Familie, weil es gibt ja auch bei
0:35:06–0:35:09
Theorema dann eben der Sohn, der studiert, ne.
0:35:10–0:35:13
Und da merkst du auch so ein bisschen diese Studentenkulisse dahinter.
0:35:13–0:35:14
Die Tochter ist noch eine Schülerin.
Micz Flor
0:35:15–0:35:16
Ja.
Florian Clauß
0:35:16–0:35:22
Aber da merkt man so die Richtung, in die Pasolini da einschlägt, ne.
0:35:22–0:35:26
Und das ist halt so der Freigeld, also er hat schon so diese...
0:35:28–0:35:32
Dieses revolutionäre Potenzial, vielleicht muss man nochmal einen Schritt so
0:35:32–0:35:36
ein bisschen in die Biografie zurück von Pasolini, um auch zu verstehen,
0:35:36–0:35:39
warum er da so eine gewisse Frustration aufgebaut hat.
0:35:40–0:35:47
Aufgebaut hat, das ist so, dass er war dann während des Krieges in dieser friolischen
0:35:47–0:35:50
Gemeinde Lehrer geworden. Und er war wohl ein sehr guter Lehrer.
0:35:51–0:35:58
Ich glaube, er war durchweg so ein total sympathischer Typ, der dann auch eben
0:35:58–0:36:02
in der Didaktik mit seiner Authentizität,
0:36:03–0:36:06
mit seiner Direktheit dann auch die Kinder so begeistern konnte.
0:36:06–0:36:10
Da wird auch so, wird dann in einem Absatz beschrieben, die Konzepte,
0:36:10–0:36:12
die er da so angewandt hat,
0:36:12–0:36:15
also Kinder selbst zu ermutigen, Sachen zu schaffen und dann halt auch wirklich
0:36:15–0:36:20
so zu moderieren, dass das eher so in den 70ern, also 15 Jahre später,
0:36:20–0:36:24
20 Jahre später dann in der Pädagogik diese Konzepte Einzug gehalten haben.
0:36:24–0:36:26
Und die hat er schon praktiziert so.
0:36:26–0:36:32
Und er war auch offen schwul. Also er hat das dann halt auch jetzt nicht irgendwie
0:36:32–0:36:33
versucht zu verheimlichen.
0:36:33–0:36:39
Und er wurde dann von drei Schülern angeklagt, dass das sehr übergriffig geworden
0:36:39–0:36:43
ist, was ihm aber nicht stimmte, sondern das war dann halt ein Coup gegen ihn,
0:36:43–0:36:45
um ihn da rauszuhaben aus der Schule.
0:36:45–0:36:48
Und er wurde dann auch aus seiner aus
0:36:48–0:36:52
der kommunistischen partei ausgeschlossen später auch gerade
0:36:52–0:36:56
deswegen also er war halt einfach nicht einordnbar und er war dann irgendwie
0:36:56–0:37:01
ein totaler outlaw der gesellschaft und zusammen mit seiner mutter ist er dann
0:37:01–0:37:06
also er ist in bologna geboren eher in norditalien ist dann nach rom gezogen
0:37:06–0:37:12
das war dann so 1950 und hat dann da Da müsste man wirklich,
0:37:12–0:37:14
glaube ich, mal seine Biografie lesen, weil mich das echt,
0:37:15–0:37:17
also weil mich schon interessiert, wie er so als.
0:37:18–0:37:21
In dieser Gesellschaft überlebt hat. Er hat dann halt viele,
0:37:21–0:37:26
er hat dann so seine literarischen Ambitionen weiter ausgebildet,
0:37:26–0:37:28
hat einen Roman geschrieben,
0:37:28–0:37:35
hat Bücher geschrieben, hat dann auch in der Peripherie von Rom dann seine Figuren
0:37:35–0:37:37
aufgebaut, die Mama Roma hatte.
0:37:38–0:37:41
Das ist dann ein Film von 1962, einer der ersten Filme, die er gedreht hat.
0:37:41–0:37:47
Er hat Artikel geschrieben, hat dann auch bei Drehbüchern mitgeschrieben.
0:37:47–0:37:52
Zum Beispiel auch von Luis Trenker und Fellini.
0:37:52–0:37:59
Also das sind so die anderen großen Regisseure, also einmaligen Regisseure.
0:37:59–0:38:06
Federico Fellini und Antonioni und Pasolini, das sind glaube ich so diese großen
0:38:06–0:38:09
Regisseure, die man da der Nouvelle Vague anrechnen könnte.
0:38:10–0:38:14
Die das Kino in den 50ern und 60ern so maßgeblich in Italien geprägt haben und
0:38:14–0:38:21
in den 70ern. Und in dem Oeuvre, also irgendwann, kam dann Pasolini zum Filmemachen.
0:38:21–0:38:24
Das frage ich mich auch, wie ist das dann irgendwie so, mache ich jetzt Filme?
0:38:24–0:38:28
Er hat, glaube ich, dann versucht, auch dass Fellini seine Filme mitproduziert,
0:38:28–0:38:31
aber das hat nicht geklappt oder er wollte nicht.
0:38:31–0:38:35
Also deswegen sage ich, man müsste nochmal die Biografie lesen und gucken, was da passiert ist.
0:38:35–0:38:42
Er hat mit relativ wenig Budget, es kamen, glaube ich, 61 Akatone raus oder
0:38:42–0:38:46
60 und dann 61 oder 62 der Mama Roma,
0:38:46–0:38:52
die auch, also das ist auch wieder so archaische Filme, so authentisch archaisch
0:38:52–0:38:54
und spielende Milieu sind es ja auch wirklich so.
0:38:54–0:38:59
Und das ist diese Unmittelbarkeit von Aktionen, die dann halt wahrscheinlich
0:38:59–0:39:05
in der höchsten Ausbreitung von Sexualität auf der Leinwand dargestellt wird.
0:39:05–0:39:11
Was gibt es denn Expressiveres, als das so darzustellen?
0:39:11–0:39:16
Aber so eine Archark da reingebracht in seinen Bildern, die,
0:39:16–0:39:22
glaube ich, kein anderer als Pasolini so entwickelt hat als Filmsprache.
0:39:22–0:39:25
Und das merkt man seinen Film an.
0:39:26–0:39:32
Ich habe das ja so ein bisschen versucht zu beschreiben, gerade wie er den Gast
0:39:32–0:39:35
aufgebaut hat, diese unglaubliche Anziehungskraft,
0:39:35–0:39:41
die jetzt, ich weiß nicht, wie du das erlebt hast bei dem Film,
0:39:41–0:39:46
als der Gast ankommt und alle sich so, er ist so ein Magnet,
0:39:46–0:39:52
er muss nicht viel machen, er ist dann halt so ein unglaubliches Objekt der Begierde.
0:39:53–0:39:55
Also irgendwas, es ist so ein Kraftwerk,
0:39:56–0:40:04
wo alle drumherum so aufschmelzen und nicht anders können, als mit ihm in Verbindung einzugehen.
0:40:05–0:40:09
Ja, wie so ein Gott eben, so ein bisschen wie bei Ilium, dass die Götter einfach
0:40:09–0:40:11
dann machen können, sie sind da,
0:40:12–0:40:15
und drumherum sind alle anderen wie Marionetten und sie können sich dann halt
0:40:15–0:40:20
einfach so frei durch den Äther bewegen und alles richtet sich nach denen aus.
0:40:21–0:40:24
Und so wird der auch eingeführt und dargestellt.
Micz Flor
0:40:24–0:40:29
Ich finde es, gerade in Bezug auf Ilium, ich finde es halt schon total anders eigentlich.
0:40:29–0:40:33
Ich kann es verstehen, weil es ist was Machtvolles dabei, was Machtvolles.
0:40:33–0:40:37
Aber in Ilium, die Götter sind ja eigentlich eher welche, die sich im Kleinen
0:40:37–0:40:39
und Kleinen miteinander verzanken und ausspüren.
0:40:39–0:40:43
Die sind nicht einfach mal sich entspannen in ihrer Macht.
Florian Clauß
0:40:43–0:40:47
Ja, das stimmt. Nicht ganz der Vergleich. Aber das wollte ich sagen.
Micz Flor
0:40:47–0:40:52
Das ist genau diese Macht, die dieser Visitor bei dem Pasolini-Film mitbringt.
0:40:52–0:40:54
Ist, dass er einfach total entspannt ist.
0:40:54–0:40:59
Und wenn er entspannt ist, alle anderen gehen ja durch absolut absurde,
0:40:59–0:41:00
komische Übersprunghandlungen.
0:41:00–0:41:04
Das Erste, die Haushalte, wie gesagt, die um ihn rum, glaube ich,
0:41:04–0:41:07
zusammenrechten, dann zu ihm hingeht und ihm dann so kurz an der Hose was wischt
0:41:07–0:41:10
und dann rennt sie das erste Mal rein, hat ihn aber schon berührt,
0:41:10–0:41:13
dann raus und dann nochmal rein, dann will sie sich gleich umbringen, dann kommt er rein.
0:41:14–0:41:19
Und das ist jetzt eine Assoziation, die ich hatte, die würde ich jetzt einfach
0:41:19–0:41:27
mal sagen, wenn der Visitor dann bei allen eigentlich, bevor die sich dann sexuell vereinen.
0:41:29–0:41:32
Ist da immer so ein Blick, so von, hey, es ist okay, es ist okay,
0:41:32–0:41:34
entspann dich, es ist so gut.
Florian Clauß
0:41:34–0:41:40
Das ist für die Mercury. Da habe ich nämlich das Zitat.
Micz Flor
0:41:40–0:41:41
Da hatte ich es schon mal.
Florian Clauß
0:41:41–0:41:42
Da hatte ich es schon mal erwähnt.
Micz Flor
0:41:42–0:41:46
Wo er einem das ausstrahlt, dass da jetzt so etwas absolut weirdes auf der Bühne
0:41:46–0:41:50
passiert, aber es gibt einem das Gefühl, es ist okay, mach einfach mit und dann befreit das.
0:41:50–0:41:55
Und woran ich denken musste, und ich weiß nicht, wie das zusammenhängt,
0:41:55–0:41:58
ist die Szene aus Drive, kannst du dich an den Film noch erinnern?
Florian Clauß
0:41:59–0:42:00
Ja, ja, mit Ryan Gosling.
Micz Flor
0:42:01–0:42:04
Genau, und Ryan Gosling und der Typ in der Werkstatt, die haben ja diesen Kampf.
0:42:05–0:42:08
Und er schneidet dem ja dann die Pulsadern durch. Ja.
0:42:09–0:42:12
Und er schneidet ihm die Pulsadern durch, dann hält er ihm die Hände fest und sagt so, es ist vorbei.
0:42:13–0:42:15
Ja. Kannst du dich an die Szene erinnern?
Florian Clauß
0:42:15–0:42:15
Nicht mehr so richtig.
Micz Flor
0:42:15–0:42:20
Es gibt diese sehr brutale Szene mit dem Schädel zertreten. Da ist so richtig brutale Zerstörung.
0:42:20–0:42:25
Und mit diesen Pulsadern, da ist nicht mal Schmerz, aber der wird jetzt verbluten. Es ist vorbei.
0:42:25–0:42:29
Und er sagt ihm das auf so eine Art, die wirklich beschwichtigend auch ist.
0:42:29–0:42:36
Und die diese ganze Dramatik und dieses Todesnahe auch irgendwie so weich macht.
0:42:36–0:42:43
Und das fand ich irgendwie von der Haltung ähnlich wie diese Sexualität oder, sag ich mal, Erotik.
0:42:43–0:42:46
Also jetzt nicht Sexualität, also reiner Körperakt.
0:42:46–0:42:53
Wie der Visitor das irgendwie diesen Raum öffnet, sagt, jetzt gib dich hin, also diese Hingabe.
0:42:53–0:42:56
Und das passt ja dann auch ein bisschen zu dem Text, den du gerade vorgelesen
0:42:56–0:43:01
hast, wo es immer um Grenzen geht. Die Revolution, also die Antwort auf etwas,
0:43:01–0:43:04
das Umstrukturieren, das schon Bestehende. Da geht es immer um die Grenzen,
0:43:04–0:43:06
die schon da sind, die Hierarchien, die schon da sind.
0:43:06–0:43:09
Man muss das irgendwie umdrehen, aber es ist wie so ein Nullsummenspiel.
0:43:09–0:43:11
Es bleibt immer verkrampft und
0:43:11–0:43:17
das zeigen alle in dem Film, die dann irgendwie von ihm angezogen sind.
0:43:17–0:43:21
Und in dem Moment, wenn sie sich da einmal loslassen und sich da hingeben,
0:43:22–0:43:25
danach hat sich deren Leben irgendwie verändert.
0:43:25–0:43:27
Das ganze Zusammenleben ist nicht mehr möglich. Es ist irgendwie absurd,
0:43:27–0:43:29
dass dann alle individuell miteinander,
0:43:30–0:43:34
also in sich wachsen, also alle verändern sich innerlich, aber in der Kommunikation
0:43:34–0:43:38
mit anderen, in der Verbindung mit anderen sind sie abgeschnitten,
0:43:38–0:43:40
ganz komisch. Das habe ich nicht so richtig verstanden.
Florian Clauß
0:43:40–0:43:46
Das stimmt. Also ich möchte nochmal, was du gesagt hast, richtig,
0:43:46–0:43:50
also diese Götter bei Elium, die sind ja in ihren Kriegen dann mit drin,
0:43:50–0:43:54
aber diese Widerstandslosigkeit, ich glaube, das ist, was dieses Feld erzeugt.
0:43:55–0:44:00
Widerstandslosigkeit ist erstmal, wenn du quasi in so Machtgefälle als derjenige,
0:44:00–0:44:05
der diese Macht inne hat, als so ein Feld, dann schmilzt halt alles in diesem
0:44:05–0:44:10
Feld dahin und das ist erstmal so durchwartbar, ohne dass man dann großen Widerstand spürt.
0:44:10–0:44:13
Und das finde ich so ganz schön inszeniert bei Theorema.
0:44:13–0:44:18
Dieses dahin und ja, wie du sagst, alles ist okay, wir können es machen und
0:44:18–0:44:19
hier habe ich nochmal ein Zitat.
0:44:21–0:44:24
Aus einer Kritik, die ein Satz, wo ich glaube ich nochmal,
0:44:24–0:44:30
dass die Verbindung ganz gut hergestellt wird, nämlich das Sexuelle als gesellschaftliche
0:44:30–0:44:36
Triebfeder lässt eben keine Theoreme im Sinne von Normen, Regeln und Konventionen zu.
0:44:37–0:44:39
Trotz aller Jahrhunderte alten Doppelmoral.
0:44:39–0:44:44
Also dieses Sexuelle, was in dem Moment der Sexualität passiert,
0:44:45–0:44:47
ist halt jenseits von einem.
0:44:47–0:44:51
Das ist halt so dieses total Erfüllende, was nicht mehr irgendwie gedeckelt
0:44:51–0:44:54
werden kann oder irgendwie ausge... Und das ist, glaube ich,
0:44:54–0:44:56
der Zugang, den sie auch nur so erfahren.
0:44:57–0:45:05
Diese unglaubliche Selbstzerrüttung, dieses Geständnis und dann Transformation, die dann passiert.
0:45:05–0:45:10
Das kann nur durch eine sexuelle Handlung von ihm ausgelöst werden,
0:45:10–0:45:14
weil damit fliegt das ganze Konstrukt auseinander.
0:45:14–0:45:20
Und das ist ja das, was er auch inszenieren wollte, die bourgeoise Familie als
0:45:20–0:45:28
eine Familie, die in bestimmten Riten und Strukturen lebt, die aber total hohl sind.
0:45:28–0:45:33
Einfach nur Fassade, alles ist da relative Fassade. Also auch wie der Gast sich
0:45:33–0:45:37
dann bewegt, ist ja auch nicht weiter irgendwie erklärt.
0:45:37–0:45:38
Der hat einen relativ freien Zugang.
0:45:38–0:45:44
Es ist dann irgendwie egal, wenn Vater und Tochter draußen sitzen,
0:45:44–0:45:46
dann flirtet der mit beiden so.
0:45:46–0:45:52
Also es wird auch diese Aufbegehren sagen, das geht nicht.
0:45:52–0:45:57
Keiner macht das in seiner Anwesenheit. Und keiner verteidigt dann noch das
0:45:57–0:46:03
bourgeoise Regelwerk, sondern das fliegt einfach so, es faltet sich so zusammen.
0:46:04–0:46:07
Und das ist, glaube ich, ganz interessant, was am Anfang des Filmes passiert.
0:46:08–0:46:10
Ich weiß nicht, ob du das so mitbekommen hast, dieser Patriarch.
Micz Flor
0:46:11–0:46:12
Das Interview, wo die Interviewszene...
Florian Clauß
0:46:12–0:46:16
Genau, die Interviewszene. Und du hast den aber original geguckt,
0:46:16–0:46:18
oder hast du dann doch dir die...
Micz Flor
0:46:18–0:46:23
Ich habe die Untertitel runtergeladen, wollte überlegen, mir die noch als Text
0:46:23–0:46:26
durchzulesen oder zu überfliegen, weil so viel Text ist ja da gar nicht in der
0:46:26–0:46:30
Summe. Das habe ich dann aber nicht mehr gemacht, beziehungsweise nicht mehr
0:46:30–0:46:32
gemacht, war jetzt ein bisschen Selbstdefamierung.
0:46:32–0:46:34
Ich habe es nicht mehr geschafft zeitlich.
Florian Clauß
0:46:34–0:46:40
Nee, alles gut. Also das, was da passiert ist, dass der Patriarch des Hauses,
0:46:40–0:46:49
der Fabrikbesitzer, der heißt Paolo, der schenkt den Arbeitern seine Fabrik.
0:46:49–0:46:57
Also er heißt, das, was dann halt auch eben den Kapitalismus so ausmacht, die Produktionsmittel,
0:46:59–0:47:05
Aber dann zurückgegeben. Das heißt, er nimmt damit auch die ganze revolutionäre
0:47:05–0:47:07
Kraft des Arbeitertums.
0:47:07–0:47:11
Das heißt, das nimmt ihn weg. Und das ist so der Einstieg in den Film,
0:47:11–0:47:15
wo man natürlich sich fragen kann, nur weil er eben diesen Schritt gegangen
0:47:15–0:47:20
ist und dann halt so sein Mittel des Kapitalereigners dann aufgegeben hat,
0:47:21–0:47:24
dass dann erst überhaupt der Gast ankommen kann.
0:47:24–0:47:32
Das ist erst so der spirituelle Teppich gelegt ist, damit der Gast überhaupt empfangen werden kann.
Micz Flor
0:47:33–0:47:37
In einer Villa, die auf generationsübergreifenden Wohlstand hindeutet.
0:47:40–0:47:42
Er gibt ja nicht alles weg.
Florian Clauß
0:47:43–0:47:49
Ja, natürlich. Das heißt, er gibt nicht alles auf, sondern es ist halt eine Geste.
0:47:49–0:47:53
Aber die erstmal diese ganze, ich glaube, es ist auch wieder so ein zeitgenössischer Kommentar.
0:47:54–0:47:59
Dass eben diese revolutionären Ambitionen der 68er dann halt irgendwie für den Arsch sind.
0:48:00–0:48:06
Ja, das ist halt so, ja, okay, dann verpufft es halt einfach in dieser Geste.
0:48:06–0:48:08
Und das finde ich halt auch irgendwie auch so einen guten Einstieg.
0:48:08–0:48:13
Und die großbürgerliche Familie wird gesprengt durch seine Präsenz, ja.
0:48:13–0:48:19
Und nach und nach erliegen eben alle Familienmitglieder seiner sinnlichen Faszination.
0:48:19–0:48:24
Als erstes hast du schon beschrieben, Emilia, das Hausmädchen,
0:48:24–0:48:30
dann der Sohn Pietro und schließlich die Frau des Hauses, Lucia.
0:48:31–0:48:36
Und am Ende Paolo, der Patriarch. Und dann, so wie der Gast beim Essen,
0:48:37–0:48:38
also das ist halt auch wieder so,
0:48:38–0:48:44
die höchst rituellen Formen des sozialen Zusammenlegens, das ist immer der Tisch,
0:48:44–0:48:47
der Essenstisch, da kommt am Anfang, kommt dann eben,
0:48:48–0:48:56
die Einladung, ein Gast kommt vorbei, das ist ein Telegramm und genau in der Hälfte des Filmes,
0:48:56–0:49:00
das ist wirklich, ich hab nochmal auf die Minuten geguckt, Genau in der Hälfte
0:49:00–0:49:06
des Filmes bekommt dann eben der Gast das Telegramm, das er abreisen muss.
Micz Flor
0:49:06–0:49:08
Morgen, ich muss gehen. Morgen.
Florian Clauß
0:49:09–0:49:15
Das heißt, diese Erfüllung, die er in allen Familienmitgliedern ausgelöst hat,
0:49:17–0:49:23
die verpufft da auch in dem Moment, wo er diese Information bekommt und hinterlässt
0:49:23–0:49:28
halt so eine Leere, wo dann auch erstmal alle dann gestehen,
0:49:28–0:49:29
das ist die Phase des Geständnisses,
0:49:30–0:49:32
dass jetzt was passiert ist.
0:49:32–0:49:37
Und das durch ihn, oder es ist jetzt nicht nur verbal, sondern auch nonverbal.
0:49:38–0:49:41
Also du siehst die Tochter zum Beispiel, wie sie dann eben diese Bilder,
0:49:41–0:49:45
die sie von ihm gemacht hat, im Garten.
Micz Flor
0:49:46–0:49:50
Sie vermisst ja auch den Garten, aber sie versucht irgendwie mit dem Maßstab
0:49:50–0:49:53
auch fast nochmal berechnend zu verstehen, was da passiert ist.
0:49:53–0:49:58
Das ist dann diese Geometrie der Liebe sozusagen aus exerziert.
Florian Clauß
0:49:58–0:50:03
Die versucht dann irgendwie, also die holt einen Zollstock und misst dann im
0:50:03–0:50:06
Garten die Abstände der Liegestühle, wo er zuletzt gesessen hat.
0:50:06–0:50:12
Und nach diesem Geständnis, das dann auch jedes Familienmitglied für sich individuell
0:50:12–0:50:16
dann verfasst, gibt es diese Transformation.
0:50:16–0:50:21
Die Transformation der Figur, die dann aber in einem Zustand der...
0:50:22–0:50:27
Das nicht mehr sozial oder diskonform gilt.
0:50:27–0:50:31
Das heißt, die Tochter fällt in eine Stache.
0:50:31–0:50:35
Da hast du auch noch mal dieses Bild Fotografie. Sie wird selber zu einem Foto.
0:50:35–0:50:41
Sie fällt in einer Depression, hat die eine Hand immer zusammengedrückt zur
0:50:41–0:50:46
Faust und wird dann letztendlich abgeholt und in die Psychiatrie verlagert.
Micz Flor
0:50:46–0:50:48
Aber es ist keine Faust zum Schlagen. Es ist eher so eine Faust,
0:50:49–0:50:50
als ob sie was umklammert.
Florian Clauß
0:50:50–0:50:54
Ja, genau so. Also als ob wir was festhalten. Das stimmt. Also eine unglaubliche
0:50:54–0:50:56
Verkrampfung. Sie ist nicht mehr ansprechbar.
0:50:56–0:51:01
Sie verweigert das Essen. Sie wird dann abgeholt. Das ist ihre Transformation.
0:51:03–0:51:06
Diese Verführungsszene von der Lucia, der Frau des Hauses.
0:51:07–0:51:11
Auch von der Ästhetik ist dieser Film ja so großartig.
0:51:11–0:51:15
Also sie mit ihren unglaublich ausschweifenden Lidschatten gemalt,
0:51:15–0:51:18
die auch nie verwischen. Ja, auch wenn sie gerade aus dem Bett steigt,
0:51:18–0:51:21
hat sie diese Lidschatten immer wie so eine Maske.
0:51:21–0:51:29
Auch so eine ganz, ja, man hat am Anfang das Gefühl, dass sie so die ordnungsliebende Hausfrau ist.
0:51:30–0:51:35
Aber nach der Begegnung mit ihm, wo sie auch komplett auszieht und er auch im
0:51:35–0:51:41
Garten mit dem Hund spielt, ja, nur mit Unterhose angekleidet und dann gibt sie sich halt eben hin.
0:51:41–0:51:47
Und mit dem Punkt der Hingabe, also was sie dann nach ihrer Transformation,
0:51:48–0:51:56
sie wird dann immer irgendwelche Liebesverhältnisse mit fremden Männern eingeben.
Micz Flor
0:51:56–0:51:57
Jungen fremden Männern.
Florian Clauß
0:51:57–0:52:02
Jungs, genau. Sie sucht dann irgendwo auf der Straße, zwinkert einen zu und
0:52:02–0:52:04
die gehen dann in irgend so ein abgelegenes Haus.
0:52:04–0:52:10
Also es wird sehr ausufernd, es wird das sehr, sehr dargestellt.
0:52:12–0:52:19
Odetta war übrigens die Tochter. Der Sohn Pietro hat mir auch schon angedeutet,
0:52:19–0:52:22
der ist Student und er sucht dann seine Erfüllung in der Kunst,
0:52:22–0:52:24
die er aber auch nicht so richtig findet.
0:52:24–0:52:28
Er fängt dann an, so wie Pollock, blind rumzuspritzen, auf seine Bilder zu pissen
0:52:28–0:52:36
und dann irgendwelche Strukturen auf Plexiglas durchsichtig zu malen,
0:52:36–0:52:38
die dann über mehrere Schichten übereinander zu legen.
0:52:38–0:52:40
Aber er geht in so eine Sinnkrise rein.
0:52:41–0:52:46
Und das ist so, was ihn auch da so ein bisschen zerrüttet zurücklässt.
Micz Flor
0:52:47–0:52:50
Und der Patriarch, also der Paum.
Florian Clauß
0:52:50–0:52:53
Da gibt es diese Verführungsszene am Ufer.
0:52:53–0:52:57
Ich glaube, das ist schon auch der, spielt der in Rom?
0:52:58–0:53:01
Nee, der spielt, glaube ich, gar nicht in Rom. Der spielt in Mailand,
0:53:01–0:53:04
der Film. Also es muss irgendein männländischer Fluss sein.
0:53:05–0:53:14
Da beginnt ja am Ufer dann auch eben diese sinnliche Hingabe mit dem Gast.
0:53:16–0:53:20
Und was interessant ist, es gibt dann immer so Schwarz-Weiß-Szenen,
0:53:20–0:53:21
die dann zwischengeschnitten sind.
0:53:22–0:53:26
Der Film ist Farbe, aber die ersten Szenen in der Fabrik ist Schwarz-Weiß.
0:53:26–0:53:31
Kriegt dann so fast einen dokumentarischen Wert noch durch diese Schwarz-Weiß-Memorei.
0:53:32–0:53:37
Und was aber auch während der Gast schon da ist, immer wieder als Motiv dazu
0:53:37–0:53:45
kommt, ist die Wüste, eine Darstellung von der Wüstenlandschaft.
0:53:45–0:53:52
Und Paolo am Ende seiner Transformation sieht so aus, dass er an einem Bahnhof,
0:53:52–0:53:54
wahrscheinlich in Mailand,
0:53:54–0:54:00
dann fängt er sich an auszuziehen und einfach nackt dazustehen und schnitt und
0:54:00–0:54:03
du siehst ihn nackt durch die Wüste rennen,
0:54:03–0:54:10
also wie so ein Eremit und dann kommt auch so ein archaischer Schrei und damit ist der Film zu Ende.
0:54:11–0:54:16
Also es ist so, die Familie ist eben zerrüttet, zersplittert, aufgelöst.
Micz Flor
0:54:16–0:54:19
Ein archaischer Schrei, aber es kommt auch dieser Wind von vorne.
0:54:19–0:54:23
Also er läuft auch irgendwie so, er läuft auf etwas zu, so leicht bergauf in
0:54:23–0:54:25
so eine Düne oder so hinein.
0:54:26–0:54:29
Also ich habe schon das Gefühl, dass es nicht nur ein archaischer Schrei ist,
0:54:30–0:54:33
sondern er wird von etwas angezogen. Oder er weiß genau, wo er hinläuft.
0:54:33–0:54:37
Das vermittelt, finde ich, zumindest seine Körpersprache, dass für ihn jetzt
0:54:37–0:54:39
alles klar ist und er weiß, was sein Weg ist.
Florian Clauß
0:54:39–0:54:48
Ja, ich weiß nicht, aber es ist für mich auch so ein gewisses Bild der Hilflosigkeit.
0:54:48–0:54:55
Also die Wüste als Motiv hat ja auch eine gewisse Tradition bei dem,
0:54:57–0:55:02
Bei den italienischen Regisseuren. Also ganz, ganz, ganz spontan,
0:55:02–0:55:07
eben Zabriski Point von Antonioni ist ja auch in Death Valley das Ende.
0:55:07–0:55:09
Ich weiß nicht, ob du das noch im Kopf hast.
0:55:10–0:55:17
Großartig, ja. Da fängt in der Wüste auch, fängt dann alles an so so eine Explosion.
0:55:17–0:55:22
Und du siehst dann halt so die lauter Konsumgüter, wie die dann so in Zeitlupe
0:55:22–0:55:24
brennen, dann durch die Wüste fliehen.
Micz Flor
0:55:24–0:55:26
Ach doch, genau. Auch hier die Villa und alles.
Florian Clauß
0:55:26–0:55:30
Ich weiß nicht, ob eine Villa, aber ich habe immer noch so Bücher oder Puppen
0:55:30–0:55:33
oder irgendwas, also alles, was so Konsum repräsentiert.
0:55:33–0:55:37
Und das ist, glaube ich, so ein bisschen die Wüste oder Dali,
0:55:37–0:55:42
Buñuel, auch immer wieder die Surrealisten, die die Wüste als einen Projektionsraum
0:55:42–0:55:45
für das Void, für das Nichts, nehmen.
0:55:45–0:55:48
Und das ist auch in der philosophischen Betrachtung
0:55:48–0:55:51
die Wüste ist quasi die ist kein Raum
0:55:51–0:55:54
mehr der irgendwie mit der Natur verbunden ist
0:55:54–0:55:57
sondern das ist einfach ein Leerraum das ist einfach
0:55:57–0:56:01
ein Leerraum wo Projektionsfläche ist und wo nichts mehr ist und deswegen auch
0:56:01–0:56:09
immer dieses Suchen nach nichts ist dann immer so bei Eremiten die Wüste die
0:56:09–0:56:14
Wüste spielt dann auch das muss man auch nochmal sagen in der Filmgeschichte
0:56:14–0:56:15
in dem Filmschaffen von Pasolini.
0:56:16–0:56:19
Er hat das Matthäus-Evangelium verfilmt.
0:56:19–0:56:27
Und es ist einer der 45 Filme, die vom Vatikan als eine repräsentative Darstellung
0:56:27–0:56:29
der Bibel ins Archiv aufgenommen wurden.
0:56:31–0:56:37
Während Theorema anfangs von einem katholischen Filmdienst eben auch als besonders
0:56:37–0:56:41
sehenswert ausgelobt wurde, hat dann der Papst persönlich gesagt,
0:56:41–0:56:43
nee, nehmt den weg, der darf nicht.
0:56:44–0:56:49
Also das heißt, diese Ambivalenz von dem Schaffen von Pasolini ist auch total
0:56:49–0:56:52
schwankend und auch in der Rezeption, in der Küche. Siehst du ja auch selber.
0:56:54–0:56:58
Die interessanteste Transformation in dem Film, würde ich fest sagen,
0:56:58–0:57:04
die auch jenseits von irgendwelchen realen Darstellungen ist,
0:57:04–0:57:06
ist dann die Hausfrau Emilia.
0:57:06–0:57:10
Die erst mal so dann auch ihn nicht gehen lassen will, dann zusammen mit ihm
0:57:10–0:57:16
den Koffer, den Gast, wenn er abgeholt wird vom Taxi, schleppt sie dann so den Koffer mit.
0:57:16–0:57:19
Und sie geht dann zurück, und das ist glaube ich auch nochmal so,
0:57:19–0:57:21
sie geht dann zurück in das Dorf,
0:57:21–0:57:25
wo sie geboren wurde und bleibt auch draußen,
0:57:25–0:57:33
und setzt sich auf eine Bank und wird von allen anderen Dorfbewohnern so immer
0:57:33–0:57:37
beobachtet, aber auch als eine Art Heilige wahrgenommen.
0:57:37–0:57:40
Wir fangen dann an, Brennnesseln nur noch zu essen.
0:57:41–0:57:43
Und schafft dann Wunder. Also sie bringen dann halt so ein Kind,
0:57:44–0:57:48
das Kind hat lauter irgendwie so einen Ausschlag und dann gibt es irgendwie
0:57:48–0:57:51
Schnitt, Gegenschnitt, Schnitt, Gegenschnitt und immer weniger Ausschlag.
0:57:51–0:57:53
Du siehst sie dann halt als Bild und dann siehst du den Jungen,
0:57:53–0:57:58
wie er immer weniger Pickel oder Ausschlag hat und dann ist es so ein heilendes Kind.
0:57:58–0:58:02
Das ist halt ja auch der Brusler-Brus in einer Szene mit so einem Kind,
0:58:02–0:58:07
was im Rollstuhl sitzt und was sich dann halt auch dann so auf diese Hausangestellte,
0:58:07–0:58:13
die dann schwebt, ja, in dem Original, Das sehen wir dann halt in einem anderen Film von Pasolini.
0:58:13–0:58:16
Es ist auch so, dass sie dann irgendwie morgens stehen, die Dorfbewohner auf,
0:58:16–0:58:21
und dann schwebt die Auslandgestellte über ein Dach, über ein Haus.
0:58:21–0:58:26
Und am Ende, und das ist, glaube ich, so die mehrtürerischste Rolle,
0:58:26–0:58:31
die Frage ist, was geben denn die einen Personen dann der Gesellschaft wieder zurück?
0:58:31–0:58:36
Ja, dann macht keiner was. Also der eine ist weg, die andere vergnügt sich,
0:58:36–0:58:39
und die dritte ist eben in der Anstalt.
0:58:39–0:58:44
Und der Sohn, also die bewegen sich ja außerhalb von gesellschaftlichem Raum,
0:58:44–0:58:45
wo dann wieder irgendwie was...
0:58:45–0:58:54
Und sie als Heilige wird dann lebendig begraben und während sie begraben wird.
0:58:55–0:58:58
Entspringt aus ihren Augen, weil sie weint, ein Fluss.
0:58:58–0:59:01
Also sie bringt quasi der Stadt den Fluss.
0:59:01–0:59:05
So, das ist so ihre Position. Und das ist auch wieder so diese Besetzung des
0:59:05–0:59:11
Subproletariats, also des Periferen mit einer Heiligkeit,
0:59:11–0:59:16
die dann in dem Film wieder so, diese Anerkennung von Pasolini,
0:59:16–0:59:19
die sich da in dem Film auch wiederfindet, in dem Spiel.
0:59:19–0:59:22
Und das finde ich auch ein tolles Bild, einfach wirklich großartig.
Micz Flor
0:59:25–0:59:32
Ja, und diese andere alte Frau, die auch so Wortcharakter, die sie dann ja zubuddelt.
Florian Clauß
0:59:32–0:59:32
Genau.
Micz Flor
0:59:33–0:59:35
Ja, das ist auch so eine komische Allianz zwischen den beiden.
Florian Clauß
0:59:35–0:59:39
Ja, das ist wieder das Modellhaft. Das wird durchgespielt.
0:59:39–0:59:44
Es wird dann vielleicht in Frage gestellt, aber es ist klar, wir machen das jetzt so.
0:59:44–0:59:49
Das ist halt so dieses absolute Straight, was sich einfach von A nach B bewegt,
0:59:49–0:59:51
ohne abgelenkt zu werden, weil das ist so.
0:59:52–0:59:57
Und das finde ich halt diese starke Kraft. Es ist kein Zweifeln in der Sprache
0:59:57–1:00:01
oder in der Handlung, sondern es ist einfach so ein Durchgehen.
1:00:02–1:00:09
Und damit auch, ich will nicht sagen, was parabelhaft ist, aber da kommen wir zu dem Titel Theorema.
1:00:12–1:00:16
Theorem, da gibt es ja verschiedene Bedeutungen von Theorem.
1:00:17–1:00:23
Man kennt es aus der Mathematik, dass du einfach eine klar gesetzte Annahme
1:00:23–1:00:26
schaffst und auf der du was aufbaust an Beweisen.
1:00:27–1:00:34
In der Philosophie kann der Begriff allgemein für eine begründete Meinung oder
1:00:34–1:00:38
Hypothese stehen, die durch Überlegungen und Untersuchungen bestätigt wird.
1:00:39–1:00:46
Und im allgemeinen Gebrauch ist es eher so, dass der Begriff Theorema als Synonym
1:00:46–1:00:51
für eine gründlich durchdachte Meinung, Ansicht oder Erklärung verwendet wird.
1:00:51–1:00:58
Also das ist ein Theorem. Und was würdest du sagen, ist das Theorem oder das
1:00:58–1:01:00
Theorema in diesem Film?
Micz Flor
1:01:01–1:01:04
Also es ist, ich habe jetzt deine Frage nicht ganz verstanden,
1:01:04–1:01:05
weil wir gerade von rechts...
Florian Clauß
1:01:06–1:01:07
Also ich wiederhole sie nochmal.
Micz Flor
1:01:07–1:01:11
Ich wollte nur ganz kurz noch sagen, dass ich allerdings den Begriff des Theorems,
1:01:12–1:01:16
so allgemein ganz selten höre, so an Bushaltestellen oder sowas.
1:01:17–1:01:21
Dem Theorem nach ist dieser Bus jetzt sieben Minuten zu spät oder so.
1:01:21–1:01:24
Ich finde das schon ein sehr spezieller Begriff, wenn man sagt,
1:01:24–1:01:27
das ist ein allgemeiner Begriff.
1:01:28–1:01:30
Okay, aber frag noch mal.
Florian Clauß
1:01:31–1:01:35
Also du willst nur, dass ich jetzt gerade verwendet habe im allgemeinen Sprachgebrauch.
1:01:35–1:01:39
Also zweifelst, dass der im allgemeinen Sprachgebrauch angewendet wird.
1:01:39–1:01:43
Naja, gut, vielleicht kann man das jetzt im intellektuellen allgemeinen Sprachgebrauch.
1:01:43–1:01:48
Es ging ja erstmal darum, dass das Theorem aus der Mathematik da als gesetzter Begriff kommt.
1:01:48–1:01:52
In der Philosophie und das allgemeine Sprachgebrauch ist nicht vielleicht die
1:01:52–1:01:56
Bushaltestelle, sondern das ist eher so, wenn du dann deine Hausarbeit schreibst
1:01:56–1:01:57
und da Theorem verwendest.
1:01:57–1:02:00
Also so muss man das, glaube ich, kontextualisieren. Meine Frage war,
1:02:00–1:02:06
was meinst du, ist das Theorem oder Theorema in dem Film?
Micz Flor
1:02:07–1:02:11
Also was die Sätze sind sozusagen, die...
1:02:13–1:02:18
Was da gebaut wird, also die Hypothese, wenn ich bei dem Philosophen bleibe,
1:02:18–1:02:21
die plausible, begründete Hypothese.
1:02:25–1:02:30
Also ich sehe das als, was ich ja vorhin schon ein bisschen auch angedeutet
1:02:30–1:02:34
habe, die werden alle dann sehr individualisiert, also erreichen eine Form der
1:02:34–1:02:37
Autonomie, die sie aber gleichzeitig auch sehr einsam erscheinen lassen,
1:02:37–1:02:41
nachdem sie diese Erfahrung mit dem Besucher hatten.
1:02:41–1:02:51
Und vorher waren sie in diesem kleinen Universum der reichbürgerlichen Familie eingefangen.
1:02:51–1:02:53
Also entschuldige mich, ich fasse das jetzt nochmal zusammen.
1:02:53–1:02:56
Aber das ist ja quasi im Theorie Herleitung sehr notwendig.
1:02:56–1:03:00
Und wie du schon gesagt hast, gab es mitten im Film diesen Bruch.
1:03:00–1:03:04
Ich bin da, jetzt bin ich weg. Und danach gab es diese Offenbarung.
1:03:04–1:03:09
Also kurz bevor der gegangen ist, gab es irgendwie eine qualitative Verbesserung
1:03:09–1:03:15
dieses reichbürgerlichen Familienkonzepts oder als kleinen Sandkasten eines
1:03:15–1:03:16
Gesellschaftskonzepts,
1:03:16–1:03:20
in dem Sexualität gelebt wurde, aber verschwiegen wurde.
1:03:20–1:03:23
Und da war irgendwie alles so befriedet. Aber in dem Moment,
1:03:24–1:03:30
wenn dann der Mensch geht, so wie du es auch beschrieben hast,
1:03:30–1:03:33
gibt es diese Offenbarung oder diese Öffnung oder diese Wahrheit.
1:03:33–1:03:40
Also man zeigt sich dann auch damit und da zerfällt dann alles.
1:03:40–1:03:45
Und insofern hat es für mich schon was mit einem gesellschaftlichen Verstrickung
1:03:45–1:03:48
und Interdependenzen zu tun.
1:03:48–1:03:54
Und für mich ist es irgendwie nicht so klar, da habe ich keine richtige Theorie,
1:03:54–1:03:56
Theorem, Theo, Tralala dazu.
1:03:58–1:04:01
Also für mich ist der Besucher...
1:04:05–1:04:08
Ist eine Hingabe, ja, da entsteht eine Hingabe.
1:04:08–1:04:12
Und es ist eine Form, glaube ich, der Selbsterkenntnis, also eine Form,
1:04:12–1:04:15
nach innen sich auch hinzugeben. Nicht nur eben nach außen, dem anderen gegenüber.
1:04:16–1:04:20
Ich habe schon gesagt, ich habe die Sachen jetzt nicht durchweg in Suchverlauf geguckt.
1:04:20–1:04:24
Aber dieser Benny-Hill-Moment, der ja scheinbar in dem Neuen eingebaut ist,
1:04:24–1:04:26
den Benny-Hill-Moment hatte ich bei manchen Szenen schon.
1:04:26–1:04:30
Zum Beispiel die Szene, wo die Frau des Hauses, nenne ich es jetzt mal, die Hosen findet.
1:04:30–1:04:33
Der spielt mit dem Hund, sie zieht sich da nach und nach aus.
1:04:33–1:04:37
Das habe ich im Suchvorlauf so geguckt. Das ist ja auch einfach ein langer Zeitraum,
1:04:37–1:04:38
in dem das alles passiert.
1:04:38–1:04:41
Und da war das wirklich interessant, so zusammengestampft zu sehen.
1:04:43–1:04:47
Wie die, es fühlte sich alles an wie Übersprungshand. Jetzt gehe ich ziemlich
1:04:47–1:04:49
aus, dann schmeiße ich das runter, jetzt lege ich mich hin. Jetzt stehe ich
1:04:49–1:04:50
auf, jetzt kommt er. Oh, jetzt hat der Hund, der Hund ist hier.
1:04:50–1:04:53
Also die war die ganze Zeit in so einer, in dem Suchvorlauf in so einer inneren
1:04:53–1:04:56
Panik, bis er dann irgendwie gesagt, hey, ist das gut?
1:04:57–1:05:02
Komm, alles gut, ja. Und danach entsteht dann eben so eine Entdeckung nach innen.
1:05:02–1:05:05
Aber diese Entdeckung nach Indien muss halt dann geheim gehalten werden,
1:05:05–1:05:09
weil sonst führt es dazu, dass sie scheinbar komplett individualisiert werden.
1:05:10–1:05:14
Und gleichzeitig aber auch dieses Geheimnis, man hat nicht das Gefühl,
1:05:14–1:05:16
dass es nachhaltig gelebt werden könnte.
1:05:16–1:05:20
Dass der geht, ist auch stimmig, weil man muss noch einen Schritt weiter gehen.
1:05:21–1:05:25
Also da vorher mein Theorem, ich kann es nicht genau fassen,
1:05:25–1:05:33
wie Körper und Sexualität da oder Erotik auch zusammengehen,
1:05:33–1:05:40
aber dass die Gesellschaft in so einem Pendel steckt zwischen selbst,
1:05:40–1:05:45
ich benutze jetzt bewusst falsch den Begriff Kastration, also man muss sich
1:05:45–1:05:49
irgendwie immer in Anteilen zurückhalten, kann sich nicht ganz ausleben,
1:05:49–1:05:53
das ist notwendig in der Gesellschaft in einem Gefüge, damit das funktionieren kann.
1:05:53–1:05:57
Und wenn man entscheidet, sich ganz auszuleben, führt das auch dazu,
1:05:57–1:06:02
dass man so weit individualisiert oder Individuation durchläuft,
1:06:02–1:06:07
dass man auch zwar autonom,
1:06:07–1:06:09
aber auch alleine ist, vielleicht sogar einsam ist.
Florian Clauß
1:06:10–1:06:14
Und was wäre jetzt dann eben die begründete Annahme?
Micz Flor
1:06:14–1:06:20
Die begründete Annahme wäre, dass die Gesellschaft, der Film würde zeigen,
1:06:20–1:06:22
dass die Gesellschaft versucht,
1:06:23–1:06:30
diesen Balance herzustellen zwischen dem Ausleben eigener, oft eigener Wünsche,
1:06:30–1:06:36
die aber im größeren gesellschaftlichen Kontext alle auch geheim gehalten werden müssen.
Florian Clauß
1:06:36–1:06:40
Okay, könnte man so in dieser Form...
1:06:42–1:06:43
Explizieren, aber...
Micz Flor
1:06:43–1:06:45
Ich finde es jetzt auch nicht wirklich schlüssig.
Florian Clauß
1:06:45–1:06:50
Dass man mich so fragt. Ich glaube, das ist jetzt so, wenn man dann wirklich
1:06:50–1:06:55
den allgemeinen Sprachgebrauch nimmt von begründeter Annahme, also was Gesetztes, ja.
1:06:55–1:06:58
Das Gesetzte. Das Gesetzte ist ja das Bourgeoisie.
1:06:59–1:07:04
Das Bourgeoisie ist eigentlich das Theorema. Und das ist keine Begründung.
1:07:04–1:07:08
Das ist kein Fundament, was dieses Gesetzte irgendwie liefert.
1:07:08–1:07:12
Das ist ja diese Zersetzung, die passiert. Und Theorema ist eigentlich diese
1:07:12–1:07:16
bourgeoise Fassade, die zusammenbricht.
1:07:16–1:07:18
Und das ist das Theorem in dem Film.
1:07:19–1:07:23
So würde ich es zumindest interpretieren, beziehungsweise habe ich gelesen.
1:07:25–1:07:30
Und deswegen ist wieder dieser Titel Theorema, Geometrie der Liebe also das
1:07:30–1:07:35
Theorem ist halt auch durch Mathematik und so weiter, aber das Geometrische,
1:07:35–1:07:39
das Gesetzte das Aufgebaute, die Fassade das Herrschaftshaus,
1:07:39–1:07:43
was da gezeigt wird, ist ja eine unglaubliche Architektur,
1:07:45–1:07:51
das die Liebe ist ja genau der Akt der Liebe beziehungsweise der Sexualität
1:07:51–1:07:55
ist ja das was überhaupt nicht mehr das Theorem ist, sondern das ist ja quasi
1:07:55–1:07:59
diese Infragestellung, das Zusammenbrechen des Theorems.
Micz Flor
1:08:00–1:08:04
Jein, weil ich glaube natürlich ist der Akt auch notwendig, um überhaupt diese
1:08:04–1:08:08
transgenerationale Weitergabe am Laufen zu halten.
1:08:08–1:08:12
Also du brauchst ja Kinder, die dann wiederum Eltern und Großeltern werden,
1:08:12–1:08:14
damit das immer so weiterläuft.
Florian Clauß
1:08:14–1:08:21
Ja, aber das Theorem ist ja nicht die Geometrie der Liebe, sondern die Annahme
1:08:21–1:08:28
im Film ist ja, genau durch diesen subversiven Akt wird das Theorem ja zerstückelt.
1:08:29–1:08:35
Das ist ja so der Punkt. Natürlich im weiteren Bedeutungsbogen ist diese transgenerationale
1:08:35–1:08:38
Weitergabe und die Fortpflanzung und die Sexualität und so weiter.
1:08:39–1:08:41
Ja, das ist natürlich in einem anderen Kontext.
1:08:41–1:08:45
Damit die Kindererbe reich, Kinderbereich.
1:08:47–1:08:51
Das heißt, wir müssen natürlich das Bourgeoisie fortpflanzen,
1:08:51–1:08:54
damit es weiter bestehen bleibt. So, das ist ja das.
1:08:55–1:09:01
Ich glaube, es ist einfach auch offen, wie das interpretiert werden kann.
1:09:01–1:09:04
Aber es ist immer wieder so der deutsche Titel, der dann so ein bisschen daneben
1:09:04–1:09:06
liegt, meiner Ansicht nach.
Micz Flor
1:09:07–1:09:09
Ich fand es auch lustig, Geometrie der Liebe. Also ich fand,
1:09:09–1:09:12
da musste ich halt eben dann lachen, als sie einen Zollstock rausgeholt hat,
1:09:12–1:09:17
der natürlich dann immer auch so auf das fallische Hinweis, wenn man ihn so aufklappt.
1:09:17–1:09:24
Und sie vermisst ihn dann in der Landkarte und gleichzeitig vermisst sie auch irgendwie das... Ja.
Florian Clauß
1:09:28–1:09:35
Ja, wir sind jetzt hier am Berlin-Pavillon, dem berühmten Burger King.
1:09:35–1:09:40
Immer wenn man hier mit dem Fahrrad langfährt, kriegt man dann irgendwann so
1:09:40–1:09:45
einen ekeligen Fleischgeruch in die Nase, der nur so von so Fastfood-Ketten
1:09:45–1:09:47
fabriziert werden kann. Kennst du das?
Micz Flor
1:09:48–1:09:53
Nee, aber das kann ich mir gut vorstellen. Das passt jetzt irgendwie auch so zu diesem Film.
Florian Clauß
1:09:53–1:09:57
Ja, also ich glaube, das, was wir nochmal so akzentuieren können,
1:09:57–1:10:01
ist, dass Pasolini eben ein großer Gegner der Konsumgesellschaft war.
1:10:01–1:10:05
Also ich glaube, das ist halt auch das, was dann halt so das, ne, es gibt kein Leben.
Micz Flor
1:10:05–1:10:08
Das fand ich auch in der Bildsprache, das war was, was mich so begeistert hat,
1:10:08–1:10:14
war eben dieses Stadtbild, was er auch da gemalt hat in den 60er Jahren,
1:10:14–1:10:17
wo diese Bahnhöfe, es ist alles so leer, ja, auch als in Deutschland.
1:10:17–1:10:20
Es ist so leer und es ist so beruhigend für die Seele, finde ich.
1:10:20–1:10:22
Also diese Abwesenheit von Menschen meine ich jetzt nicht so,
1:10:22–1:10:25
oh Gott sei Dank ist da niemand. man, aber es war einfach so wenig,
1:10:25–1:10:29
auch die Szene am Bahnhof zum Schluss, wo der sich dann auszieht und wenn er
1:10:29–1:10:31
weggeht, das ist einfach, man möchte an diesem Bahnhof sein,
1:10:31–1:10:34
weil man denkt, so, so, so wäre es schön.
1:10:35–1:10:39
Und demgegenüber man natürlich auch in seiner eigenen Lebenszeit mitbekommen
1:10:39–1:10:43
hat, wie bestimmte Bahnhöfe vollgepackt werden mit Automaten,
1:10:43–1:10:46
wo man sich dann irgendwie seine Cola noch schnell ziehen kann oder diese kleinen,
1:10:48–1:10:52
Kaffee, Cappuccino und belgische Waffelläden, weißt du, also diese Diese,
1:10:52–1:10:57
gerade die Bahnhöfe, die sind ja inzwischen so vollgepackt einfach mit Orten,
1:10:57–1:11:00
an denen man konsumieren kann, damit man dann hinten noch einen Kaffee trinken
1:11:00–1:11:03
kann, wenn man eine letzte Zigarette raucht, bevor man in den Zug steigt.
1:11:03–1:11:08
Das ist alles so überladen und das fand ich total schön, einfach da so ein bisschen
1:11:08–1:11:15
fest ist, dass man die menschliche Infrastruktur auf das Wesentliche reduziert.
1:11:15–1:11:18
Das fand ich total hübsch. Nicht hübsch, schuldigen Blödes.
Florian Clauß
1:11:18–1:11:21
Niedlichen Wortes. Es hat mich sehr beruhigt.
Micz Flor
1:11:21–1:11:26
Ich habe gemerkt, dass es Seilbei, Balsam, ne Balsam, vielleicht auch Seilbei für meine Seele war.
Florian Clauß
1:11:26–1:11:28
Seilbei und Balsam für die Seele.
Micz Flor
1:11:29–1:11:30
Seilbahn für meine Seele.
Florian Clauß
1:11:31–1:11:34
Einmal in die Höhenmeter von einem Kopf hochfahren.
1:11:36–1:11:41
Okay, ich überlege nochmal so, um so einen zeitgenössischen Link zu machen, dass vielleicht,
1:11:41–1:11:44
es gibt gerade eine,
1:11:44–1:11:48
es wäre vielleicht auch eine eigene eigentlich folge
1:11:48–1:11:51
eigentlich es gibt gerade so einige serien und
1:11:51–1:11:55
filme die so dieses motiv der
1:11:55–1:11:58
super reichen aber das hatte ich glaube ich auch schon mal erwähnten anderen
1:11:58–1:12:06
folgen also das heißt die super reichen als eine kaste von figuren ensemble
1:12:06–1:12:12
wo wo so ein bisschen diese Eat the Rich Fantasien ausgelebt werden.
1:12:12–1:12:16
Und vor allen Dingen, was vom Titel her auch vielleicht so ein bisschen da mit
1:12:16–1:12:24
reinragt, ist der Film vor zwei Jahren, hat glaube ich irgendwas gewonnen, Triangle of Sadness.
1:12:25–1:12:30
Der ist großartig, wo es dann halt auch so eine Schiffsreise geht,
1:12:31–1:12:42
die dann strandet und auf einmal sich das ganze Gesellschaftsbild so umdreht
1:12:42–1:12:43
in eine völlig andere Richtung.
1:12:43–1:12:48
Nämlich, dass dann halt die ganzen Bediensteten und so, die auf dem Schiff dann
1:12:48–1:12:53
eben auch Migrantinnen sind, dann das Sagen übernehmen auf der Insel.
1:12:53–1:12:57
Und sich dann die Herrschaftsverhältnisse umkehren.
1:12:57–1:13:06
Toller Film, große Empfehlung. Dann gibt es diese auch großartige Serie White Lotus in zwei Staffeln,
1:13:06–1:13:12
wo es um Superreiche geht, die dann sich auf so einen Sparurlaub einmal in Hawaii
1:13:12–1:13:18
und einmal irgendwo da, wo du neulich warst, Capri, auf dieser Insel.
1:13:18–1:13:22
Und da auch wieder so die Herrschaftsverhältnisse werden so ein bisschen zerrüttet,
1:13:22–1:13:27
aber jedes Mal aus diesem Urlaub kommen die halt als völlig neu aufgebaute und
1:13:27–1:13:30
wieder voll etablierte Figuren raus.
1:13:30–1:13:33
Oder The Menu, ich weiß nicht, ob du das gesehen hast.
1:13:34–1:13:40
The Menu, das ist auch so eine Einladung zu einem Menü, was dann halt so einer
1:13:40–1:13:47
existenziellen Horror, nicht Horror, sondern eher so ein Slasher Plot funktioniert.
1:13:47–1:13:50
Auch großartig im Setting.
1:13:50–1:13:53
Und The Glass Onion kam auch nett.
1:13:55–1:13:59
Jahr Weihnachten oder vorletztes Jahr Weihnachten gelaufen, ist auch so eine
1:13:59–1:14:03
super reichen, also es gibt so dieses Eat the Riches gerade,
1:14:03–1:14:05
glaube ich, so und das fand ich halt auch wieder der,
1:14:06–1:14:10
um da nochmal jetzt zum Anfang zu kommen, The Visitors, glaube ich,
1:14:10–1:14:14
auch ganz gut draufgeschlagen, einfach diese Zerstörung und ich glaube, das ist so eine,
1:14:15–1:14:19
allgemeine Stimmung gerade, das ist gerade so ein Mindset, man will halt irgendwie
1:14:19–1:14:22
so, die Welt, zwei Deutsche besitzen,
1:14:23–1:14:26
so viel Geld wie die 45 Millionen Deutsche.
1:14:27–1:14:32
Das ist halt so dieses Ungleichgewicht von Reichtum, was dann eben auch zu diesen
1:14:32–1:14:37
Schere führt und auch zu diesem Gerechtigkeitssinn.
1:14:37–1:14:39
Warum kann man das nicht für alle gut verteilen?
1:14:40–1:14:43
Und warum kann man dann nicht solche Themen wie Klimawandel und warum kann man
1:14:43–1:14:45
dann nicht Projekte fördern, die dagegen angehen?
1:14:45–1:14:50
Also das ist so ein bisschen der Schrei nach Gerechtigkeit, der sich dann auch
1:14:50–1:14:52
in solchen Filmen dann vielleicht wieder zeigt.
Micz Flor
1:14:54–1:14:56
Jetzt sind wir dann bei Utopie wieder.
Florian Clauß
1:14:56–1:15:01
Ja, Utopie, Utopie, aber vielleicht muss man auch was zerstören,
1:15:01–1:15:05
um was dann halt wieder neu aufbauen zu können, weil, also ich finde das halt
1:15:05–1:15:11
schon bemerkenswert, dass Pasolini als letzten Film so eine Dystopie entworfen hat,
1:15:11–1:15:16
danach umgebracht wurde, irgendwie wo sich dann wieder das künstlerische Schaffen
1:15:16–1:15:20
mit seinem realen Leben so auf so eine magische Weise verwoben hat,
1:15:20–1:15:25
ja, das ist schon echt auch teilweise ein bisschen erschreckend.
1:15:28–1:15:29
Gut, Mitch, also ich glaube.
Micz Flor
1:15:29–1:15:31
Ich habe noch so.
Florian Clauß
1:15:31–1:15:35
Wie du vielleicht in einer Episode schon mal erwähnt hast, man hat das Gefühl,
1:15:35–1:15:40
man redet die ganze Zeit und denkt, mehr als die Hälfte dazu noch mehr Sachen.
1:15:40–1:15:43
Und habe das Gefühl, irgendwas ausgelassen zu haben. Aber ich glaube,
1:15:43–1:15:46
das ist jetzt erstmal so ein ganz guter Roundwork.
Micz Flor
1:15:46–1:15:53
Ich finde es total super. Es ist so viel auch im positiven Sinne. Vielfältig.
Florian Clauß
1:15:55–1:15:56
Vielfältig, ja.
Micz Flor
1:15:56–1:15:59
Ich möchte eine Sache noch ablegen, einfach bevor, weil ich nicht weiß,
1:15:59–1:16:01
ob ich es hier mal überlegen kann.
1:16:01–1:16:06
Diese Tatsache, dass da Sätze eingeblendet waren in den Bruce-La-Bruce-Filmen,
1:16:06–1:16:12
das fand ich ganz interessant, weil das dann so Kopfkino ist.
1:16:12–1:16:16
Also in dem Moment, wenn der Körper sich dem hingibt, sich da irgendwie erfassen
1:16:16–1:16:22
zu lassen von Erotik und Sexualität, Wenn dann so was kommt, was man lesen muss,
1:16:22–1:16:27
dann ist das, und das kann ich noch ganz kurz erzählen, ich musste einmal so
1:16:27–1:16:30
ein Seminar halten, war super schlecht vorbereitet, wusste aber,
1:16:30–1:16:32
es wird schon irgendwie gut gehen, weil es so einen Moment gab,
1:16:32–1:16:36
der einfach enorm umwerfend ist.
1:16:36–1:16:39
Es ging um Biofeedback und diese uralt Biofeedback-Dinge, die man so um den
1:16:39–1:16:43
Finger gewickelt hat, die dann eben den Hautwiderstand gemessen haben. Ja.
1:16:43–1:16:47
Und mein Aha-Moment für alle war halt, dass ich relativ am Anfang in meinem
1:16:47–1:16:52
schlecht vorbereiteten Seminar einfach jemand aus dem Seminar hat sich dann
1:16:52–1:16:54
hingesetzt und die hat dann das Ding um den Finger gewickelt.
1:16:54–1:16:58
Und dann habe ich einfach ihr so ein paar Sachen vorgelesen,
1:16:58–1:16:59
so ein paar Fragen gestellt.
1:17:00–1:17:02
Und dann habe ich sie gefragt, was ist 17 mal 3?
1:17:03–1:17:07
Und alle außer ihr haben gesehen, dass ihr Hautwiderstand komplett.
1:17:08–1:17:11
Also sich einfach komplett verändert hat. Also in dem Moment,
1:17:11–1:17:16
wenn du kognitive Leistung machst, wird das Blut abgezogen, ändert dein Hartwirkstand.
1:17:16–1:17:21
Und da musste ich jetzt gerade nochmal dran denken, dass so eine Idee von so
1:17:21–1:17:24
einem Film, der eben auch so körperlich mit den Säften arbeitet,
1:17:24–1:17:29
dann auf einmal so was zu lesen ist, dass der eine ja auch komplett raushauen muss.
1:17:29–1:17:33
Und warum das, oder ob das so gedacht war oder nicht.
Florian Clauß
1:17:33–1:17:37
Ja, ich glaube, das ist ein schöner Vergleich. weil ich glaube,
1:17:37–1:17:39
es ist tatsächlich, also jetzt nicht so gedacht,
1:17:39–1:17:45
aber schon so bewusst durchbrochen, um auch so ein bisschen Respekt,
1:17:45–1:17:50
es geht halt nicht um diesen Porn-Aspekt dabei, sondern es geht halt um die Darstellung,
1:17:50–1:17:52
aber es geht jetzt nicht ums Pornografische.
1:17:52–1:17:56
Es ist auch ein Bruch in der Erzählweise
1:17:56–1:18:00
und gleichzeitig eine neue Informationsebene, die da reinkommt.
1:18:00–1:18:04
Und es ist vor allen Dingen auch immer ganz gut gemacht, also der war von Sounddesign,
1:18:04–1:18:07
war der auch toll, Weil es fing dann immer so, du wusstest an,
1:18:07–1:18:11
du wusstest, sobald dann halt so eine bestimmte Melodie, so eine Techno-Melodie,
1:18:12–1:18:16
ein bisschen wie der Darkroom im Club, da kommt immer diese Bum,
1:18:16–1:18:21
Bum, Bum und dann geht's los und dann geht's halt, ja zack, dann geht's halt rein und los.
1:18:21–1:18:26
Und ich meine, da haben nicht nur das eben alle mit dem Visitor geschlafen,
1:18:27–1:18:31
die haben dann auch alle untereinander dann halt ein großes Gruppensex-Erlebnis gehabt.
1:18:31–1:18:34
Also das heißt, die Familie, die sich selber halt irgendwie...
1:18:34–1:18:38
Ja, und da waren halt diese Zwischensitel, das war halt auch lustig.
1:18:38–1:18:43
Wurde schon gelacht im Kino. Und dann später wurde auch in der Abmoderation
1:18:43–1:18:50
gesagt, ja, wir hatten andere Bruce-la-Bruce-Filme, wo viel mehr Leute aus dem Kino gegangen sind.
1:18:50–1:18:54
Und ich glaube, die haben unter Publikum ganz gut erzogen, was die da eben erwartet.
1:18:54–1:18:58
Und ja, also es war auf jeden Fall Erlebnis.
1:19:01–1:19:05
Ja, und nicht unbedingt empfehlenswert. Okay, aber das ist, glaube ich,
1:19:05–1:19:09
so der Punkt, wo wir aus der Geschichte aussteigen können, aus der Episode.
1:19:10–1:19:14
Eigentlich 46 mit ganz frisch kriegen wir das auch auf die Spur.
1:19:15–1:19:17
Eine Woche nach der Berlinale werden wir veröffentlicht.
Micz Flor
1:19:18–1:19:24
Wahnsinn. Das machen wir doch alles selber. Werden wir veröffentlicht. I like it. I like it.
Florian Clauß
1:19:24–1:19:25
I like it, genau.
Micz Flor
1:19:25–1:19:30
Sie veröffentlichen uns die alle. Vielen Dank, dass ihr zugehört habt.
1:19:30–1:19:32
Unsere Tour, die so ein bisschen durcheinander ist.
1:19:32–1:19:36
Ich weiß jetzt, wo wir sind, aber ich weiß nicht mehr, wie wir gelaufen sind. Aber so soll es sein.
1:19:37–1:19:42
Ist alles auch auf unserer Webseite eigentlich-podcast.de zu finden.
1:19:44–1:19:47
Und immer noch denke ich, dass wir irgendwann mal eine Karte machen,
1:19:47–1:19:48
wo wir alle draufschmeißen.
1:19:48–1:19:51
Dass wir selber auch noch mal blinde Flecken finden, wo wir mal hinfahren können,
1:19:51–1:19:54
um die Stadt zu erkunden. Ja, macht's gut.
1:19:55–1:19:58
Und letzter Hinweis für die, die immer noch jetzt zuhören.
1:19:58–1:20:05
Das, was Flo vorgelesen hatte mit diesen Revolutionen aus diesem Buch von Pasolini
1:20:05–1:20:07
hat mich erinnert an das Shrike,
1:20:07–1:20:11
an diesen neuen Gott der Zerstörung, der alles nochmal so tabula rasa mäßig
1:20:11–1:20:18
hinmacht und das, was das genau bedeutet, könnt ihr in der nächsten Folge erfahren, wenn ich,
1:20:18–1:20:20
erzähle und Flo hinterfrag Oh.
Florian Clauß
1:20:21–1:20:26
Ihr spürt den eisigen Wind am Rande des Cliffs Ja, das ist ein Cliffhanger selten
1:20:26–1:20:29
so gut vorgebaut von Mitch wie anderswo.
1:20:31–1:20:33
Also macht's gut und bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
1:20:34–1:20:34
Tschüss.

Mehr

"Als blickten wir in einen Spiegel, bleibt das, was wir sehen, verschwommen."

Der Anime GHOST IN THE SHELL von 1995 ist ähnlich bahnbrechend in der SciFi-Welt eingeschlagen wie der Film MATRIX vier Jahre später. GHOST IN THE SHELL schafft durch seine starken visuellen Effekte eine dichte atmosphärische Spannung. In Action eingehüllt erörtert der Film in einer dystopischen Zukunft tiefe philosophische Fragen über den Ursprung von Existenz und Leben. Doch bevor wir ausführlicher auf den Film zu sprechen kommen, liefert Flo etwas kinogeschichtlichen Überbau zu dem dritten Teil seiner Podcast-Reihe "Die großen Filmbewegungen in den 1990er Jahren, die das Kino revolutionierten". Dieses Mal stellt Flo die Asian New Wave Bewegung vor. Die Nouvelle Vague aus Europa - vornehmlich Frankreich - beeinflusste auch in verschiedenen asiatischen Ländern das Filmschaffen: in Hongkong, Japan und Korea gab es unterschiedliche Ausprägungen, die als New Asian Wave zusammengefasst werden. Flo schlägt dann doch noch mal einen Bogen in eine etwas andere Richtung: wir werfen einen Blick auf eine spezielle Filmgattung, die sich besonders in Japan entwickelte, da kulturell in der Kunstgattung Ukiyo-e verankert: dem Zeichentrickfilm oder Anime. Der erste Trickfilm stammt aus Japan aus dem Jahre 1907. Schon früh hat sich in Japan eine starke Trickfilm-Industrie aufgebaut und seit den 80ern weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Heute ist die aus der internationalen Popkultur nicht mehr wegzudenken. GHOST IN THE SHELL hat uns beide damals mächtig beeindruckt und obwohl Micz den Film seit knapp 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, kann er sich noch sehr genau an seine drei Lieblingsszenen erinnern. Der Hauptcharakter Kotono Kusanagi ist ein weiblicher Cyborg, der komplett aus synthetischem Material gebaut ist, aber sehr menschlich im Auftreten und Emotionen wirkt. Kotono arbeitet als Officer in der Einheit Sektion 9, die für Anti-Terror und Cyberkriminalität zuständig ist. Sie sind auf der Jagd nach dem sogenannten Puppet-Master, der sich in Menschen wie Cyborgs hacken kann und sie als „Shell“ benutzt. Wie sich herausstellt ist der Puppet-Master ein generiertes Geschöpf einer anderen Einheit, der Sektion 6. Diese hat mit dem Projekt 2501 den Puppet-Master geschaffen, um ihn für Spionage und Kriegszwecke einzusetzen. Der Puppet-Master befreit sich selbst und beantragt politisches Asyl, dafür verwendet er die verschiedene „Shells“. Er wird allerdings als Terrorist eingestuft und entsprechend verfolgt. Kotono Kusanagi entwickelt in dieser Verfolgung eine Beziehung zu dem Puppet-Master und findet im Dialog mit ihm Antworten auf ihre existentiellen Fragen. Wir stellen in diesen Fragestellungen eine Verbindung zum heutigen Diskurs zur künstlichen Intelligenz fest. Wir gehen auch der Frage nach, inwieweit Intelligenz einen Körper haben muss, um sich selbst zu begreifen oder zu reflektieren. Unsere Route führt uns diesmal durch den alten Kern von Westberlin: wir treffen uns am U-Bahnhof Spichernstraße, laufen die Pariser Straße entlang, um dann zum Kurfürstendamm zur Schaubühne zu stoßen. Wir setzen nach Charlottenburg über und verweilen noch etwas peripher im Schlagschatten des Schienenwaldes rund um den S-Bahnhof Berlin Charlottenburg.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:03
Also, ich sag schon mal hallo. Hier ist Flo.
Micz Flor
0:00:03–0:00:06
Hallo, jetzt mit. Und zu meiner Linke steht Mitch, genau.
Florian Clauß
0:00:06–0:00:09
Ich kündige dich an. Achso, ja. Ja, aber ich will nur hallo sagen.
0:00:09–0:00:11
Ich will jetzt nur mal die Strecke kurz vorstellen. Willkommen. Okay.
Micz Flor
0:00:12–0:00:16
Kommen Sie eigentlich minus podcast.de. Da kann man das auch sehen.
0:00:16–0:00:20
Und jetzt stellt Flo die Strecke vor. Denn, weil wir sind die beiden,
0:00:20–0:00:24
die podcasten und beim Reden laufen und laufend reden. Jetzt du.
Florian Clauß
0:00:25–0:00:29
Wir haben uns in der Spichernstraße getroffen, also wirklich in der Spichernstraße.
0:00:29–0:00:34
Und werden jetzt hier raus Richtung Fasanenstraße laufen.
0:00:34–0:00:40
Und dann werden wir am Oliverplatz vorbeikommen und dann so ein bisschen über den Platz laufen.
0:00:41–0:00:47
Und wir machen einen Abschlecher zur Schaubühne und gehen dann in Richtung Wilmersdorfer
0:00:47–0:00:52
Straße und wollen uns nochmal so selber ein bisschen Weihnachtsessen gönnen, oder?
0:00:53–0:00:55
Auf jeden Fall. Wieder zu Good Friends.
Micz Flor
0:00:55–0:00:57
Zum Beispiel zu Good Friends.
Florian Clauß
0:00:57–0:00:59
Ja, weil das passt ja zu uns.
Micz Flor
0:01:00–0:01:04
Ja, hallo, hier ist eigentlich Podcast, wir sind schon angekündigt. Folge?
0:01:05–0:01:10
Also, wir sind jetzt bei Folge 42 und ich erinnere mich erst jetzt,
0:01:11–0:01:14
dass du mir mal einen kurzen Hinweis geschickt hattest, was du machst,
0:01:14–0:01:15
aber ich habe es total vergessen.
Florian Clauß
0:01:15–0:01:19
Worum geht es denn heute? Du hast es vergessen. Du kommentierst überhaupt nicht
0:01:19–0:01:20
mehr, was ich dir schicke.
0:01:20–0:01:24
Das hat mich auch so ein bisschen zunehmend ein bisschen traurig gemacht,
0:01:24–0:01:28
um das ganz unemotional zu formulieren.
0:01:29–0:01:34
Nein, ich mache heute den dritten Teil meiner Serie. Du erinnerst dich an meine Serie?
Micz Flor
0:01:34–0:01:41
Ja, die besten Filmtrends der 1990er Jahre. Genau.
0:01:41–0:01:45
Und dieses Mal hatten wir schon Dogma, wer das noch nicht gehört hat.
0:01:46–0:01:49
Festen und Idiotes hatten wir.
0:01:49–0:01:55
Dann hatten wir den Hyper, das Hyperlink Cinema in deiner letzten Folge.
0:01:55–0:01:59
Da ging es dann vertiefend auf um Magnolia.
0:02:00–0:02:02
Und jetzt geht es um Mumblecore.
Florian Clauß
0:02:04–0:02:05
Nein, Mumblecore hatten wir schon.
Micz Flor
0:02:06–0:02:08
Wir haben nur drüber gesprochen, wir haben nicht besprochen.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:14
Ja, aber doch, wir haben schon besprochen, als so ein Side-Genre von Dogma.
0:02:14–0:02:22
Nein, ich will heute über die Asian New Wave, aber eigentlich so ein Unterableger.
0:02:22–0:02:26
Das war so mein Schwenk in Richtung Nouvelle Vague auf Asiatisch.
0:02:27–0:02:34
Da gibt es auch einige Länderunterschiede. Also wenn man von Asian New Wave
0:02:34–0:02:39
spricht, dann spricht man da von verschiedenen neuen Wellen in asiatischen Ländern.
0:02:39–0:02:42
Ich habe mir jetzt mal ganz grob, ich will wieder so einen kleinen,
0:02:44–0:02:49
kinogeschichtlichen Überbau schaffen, bevor wir dann in den Film abtauchen.
0:02:50–0:02:57
Aber der Film kann sich nicht wirklich da so in den Novellwags von Asien finden.
Micz Flor
0:02:58–0:02:59
Moment. Moment.
0:03:00–0:03:03
Du biegst jetzt dein Thema zurecht, dass du über einen Film sprechen kannst,
0:03:04–0:03:05
über den du gerne sprechen möchtest.
0:03:05–0:03:10
Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ein Genre, über das du gerne sprechen
0:03:10–0:03:12
möchtest und das nicht so ganz passt.
Florian Clauß
0:03:12–0:03:16
Ja, aber ich hatte ja noch einen Untertitel zu meiner Reihe. Gut, dass du es sagst.
0:03:16–0:03:21
Nämlich die großen revolutionären Filmbewegungen der 90er.
0:03:21–0:03:25
Und dazu habe ich natürlich die Eisigen gewaved. Und dann der Untertitel ist,
0:03:25–0:03:29
was mich wirklich damals in den 90ern emotional bewegt hat.
0:03:30–0:03:32
Und das ist halt, dann passt es wieder.
0:03:32–0:03:36
Aber ich will trotzdem so ein bisschen, weil das ein interessanter Schwenk ist.
0:03:37–0:03:43
AC New Wave ist natürlich auch inspiriert von der französischen Nouvelle Vague,
0:03:43–0:03:44
haben wir ja auch besprochen.
0:03:45–0:03:52
Die Nouvelle Vague in Frankreich hat vor allen Dingen, ja, kam so aus dem Bereich der Kritiker.
0:03:52–0:03:58
Wir erinnern uns, Truffaut, Godard waren alles Kritiker in der renommierten Filmzeitschrift,
0:03:58–0:04:02
in der französischen, und haben sich dann quasi auf das Filmemachen eingelassen
0:04:02–0:04:07
und ganz neue Erzählstrukturen entwickelt und so weiter und Kameratechniken
0:04:07–0:04:11
und das Autorenkino unter anderem geschaffen.
0:04:11–0:04:16
Und wenn ich jetzt von der Asian New Wave spreche, dann möchte ich vor allen
0:04:16–0:04:18
Dingen so zwei Länder, vielleicht noch ein drittes dazu nehmen,
0:04:18–0:04:21
nämlich Hongkong als Land.
0:04:22–0:04:26
Also China, aber Hongkong ist vor allen Dingen verstärkt in dieser,
0:04:26–0:04:32
wenn man unter Asian New Wave googelt, dann kommt Hongkong und Japan.
0:04:32–0:04:37
Das sind so die zwei Schwerpunktländer und so ein bisschen Korea.
0:04:37–0:04:43
Korea spielt eine Sonderrolle, weil in Hongkong unterscheidet man zwischen zwei
0:04:43–0:04:47
Wellen, die sich da so in den Jahren ergeben haben.
0:04:47–0:04:50
Einmal zwischen den, ja das war so.
0:04:52–0:04:56
50er, 60er. Und Hongkong hat ja, hatten wir auch in anderen Folgen,
0:04:56–0:05:01
eine besondere Position in der Wirtschaft von China, nämlich es war nach wie
0:05:01–0:05:05
vor unter britischer, wie sagt man das,
0:05:05–0:05:07
Kronherrschaft oder Kolonie.
0:05:08–0:05:13
Es war keine Kolonie mehr, aber es hatte auf jeden Fall wirtschaftliche Sonderverträge
0:05:13–0:05:21
und in China natürlich eine komplett andere wirtschaftliche Position dadurch geschaffen.
0:05:22–0:05:26
Der Austausch mit dem Westen war da auch entsprechend träge angelegt.
0:05:27–0:05:32
Das heißt, viele Filmschaffende kamen dann auch nach Hongkong,
0:05:32–0:05:35
also aus dem Westen und haben da bestimmte Stile geprägt.
0:05:35–0:05:41
Gleichzeitig gibt es diese Verbundenheit von Hongkong-Kino zu Material Arts,
0:05:41–0:05:45
also da auch so eher so ein traditionelles chinesisches Genre.
0:05:46–0:05:50
Aber durch diesen Austausch haben sich so neue Erzählformen entwickelt. entwickelt.
0:05:50–0:05:55
Und dann das, was für uns vielleicht interessant ist und auch noch ein bisschen
0:05:55–0:06:01
präsenter ist, die zweite Welle, wo eigentlich dann nochmal so eine gewisse, ja,
0:06:01–0:06:07
so ein bisschen etabliert aus der ersten Welle eigene Filmstudios hervorgegangen sind.
0:06:07–0:06:14
Und in der zweiten Welle, Gerade in den 90ern haben wir dann auch die.
0:06:14–0:06:22
Da rechnet man zum Beispiel John Woo oder Wong Kar Wai mit Chunking Express.
0:06:22–0:06:28
Das war, glaube ich, so das, was ganz sinnbildlich für Hongkong-Kino,
0:06:28–0:06:32
China-Kino dann halt auch in den 90ern uns aufgefallen ist.
0:06:32–0:06:36
Und John Woo, ich weiß nicht, Better Tomorrow von 89, hast du den gesehen?
Micz Flor
0:06:37–0:06:37
Nee. Nee.
Florian Clauß
0:06:37–0:06:44
Das war ja so ein... Ja, John Woo hat sich ja so an der Grenze zwischen epischem
0:06:44–0:06:47
Actionfilm mit wie epischer,
0:06:49–0:06:53
Ja, hat er sich so ein bisschen etabliert, ist dann aber auch in den Westen
0:06:53–0:06:56
gegangen, hat einen Teil von Mission Impossible gedreht.
Micz Flor
0:06:58–0:07:00
Den schlechtesten, wenn ich das sagen darf. Ich finde den nicht gut.
Florian Clauß
0:07:01–0:07:02
Der ist nicht so cool.
Micz Flor
0:07:02–0:07:08
Also er hat halt so, ikonisch ist natürlich dieses auf dem Vorderrad Motorrad fahren.
0:07:09–0:07:15
Aber irgendwie, Faceoff fand ich super, aber ich habe mich sehr darauf gefreut
0:07:15–0:07:17
damals, Mission Impossible.
Florian Clauß
0:07:17–0:07:20
Aber hat nicht so richtig einen Pay-Off gehabt, finde ich auch.
0:07:21–0:07:25
Also genau, dieses Hongkong-China ist vor allen Dingen eben durch den wirtschaftlichen
0:07:25–0:07:29
Ausschwung, den eben Hongkong noch vorher als China durch die Verbindung in
0:07:29–0:07:32
den Westen erlebt hat, geprägt.
0:07:34–0:07:37
Und natürlich auch durch eine lockerere Zensur.
0:07:38–0:07:43
Also da ist sogar ein Zensator wie ein anderer in China, jetzt im Rest des Landes.
0:07:43–0:07:49
Das war halt nicht so ausgeprägt. Noch andere Filme der zweiten Welle,
0:07:49–0:07:53
ich weiß nicht, also Better Tomorrow, der ist von 86, ich habe 89 gerade gesagt, das ist von 86.
0:07:54–0:08:00
Rouge habe ich nicht gesehen von Stanley Kwan. City of Fire zum Beispiel von 87.
0:08:01–0:08:09
Dann Peking Opera Blues von Tsui Hark, den hört man auch, der oft als Produzent immer noch auftritt.
0:08:09–0:08:12
Und Junking Express ist 94. 90.
Micz Flor
0:08:14–0:08:17
Ich weiß gar nicht, ob du den irgendwie einordnen kannst oder willst,
0:08:17–0:08:21
aber als du Hongkong gesagt hast, ich weiß nicht warum, aber das erste,
0:08:21–0:08:26
was in den Kopf kam bei mir war Kung Fu Soccer. Kannst du dich an den Film noch erinnern?
Florian Clauß
0:08:26–0:08:32
Kung Fu, ja, das ist großartig. Das ist ein späterer Film, das ist von Kung Fu Hustle heißt der.
0:08:32–0:08:36
Und er hat noch aber auch einen Soccer-Film gemacht.
0:08:36–0:08:41
Der ist Wahnsinn. Der ist Wahnsinn. Ich habe den Namen jetzt gerade vergessen.
0:08:42–0:08:43
Aber der macht unglaublich Spaß.
Micz Flor
0:08:43–0:08:46
Ist das auch Hongkong? Das ist Hongkong.
Florian Clauß
0:08:46–0:08:51
Aber jetzt schon die dritte Welle. Oder es ist auf jeden Fall in den 2000er
0:08:51–0:08:53
gedreht worden, die Handbutters.
0:08:55–0:08:59
Der ist so filigran von den ganzen Choreografien.
0:08:59–0:09:04
Es gibt, glaube ich, keinen anderen Hongkong-Film oder Material-Arts-Film,
0:09:04–0:09:09
der so verspielt ist, so lustig und so absurd. Also der, absolute Empfehlung.
0:09:11–0:09:18
Fuhassl. Gucken wir nach Japan. Also Japan ist die Welle in Japan.
0:09:18–0:09:25
Nouvelle Vague war auch so 50er, 60er, also ein bisschen früher als die in Hongkong.
0:09:25–0:09:33
Und Japan war vor allen Dingen dadurch geprägt, dass sie durch den Krieg,
0:09:33–0:09:36
durch den Zweiten Weltkrieg, natürlich im Clinch mit Amerika,
0:09:36–0:09:39
dann aber erobert wurden von Amerika.
0:09:39–0:09:44
Es gibt in Japan in den 50ern einen unglaublichen amerikanischen Einfluss.
0:09:46–0:09:49
Einmal natürlich, weil die als Besatzer da aufgetaucht sind,
0:09:49–0:09:53
aber dann aber auch, weil die die ganze Kultur damit geprägt haben.
0:09:54–0:09:59
Japan hat sich dadurch auch stark in Richtung Westen geöffnet.
0:10:00–0:10:06
Das hat ja dann auch Kurosawa mit der Adaption von Shakespeare,
0:10:06–0:10:10
hatten wir ja auch in einer der frühen Folgen besprochen,
0:10:10–0:10:19
die Adaption von Shakespeare-Werken in traditionellen japanischen Settings hat
0:10:19–0:10:20
Kurosawa so groß gemacht.
0:10:20–0:10:27
Das heißt, Auch da gibt es diesen Austausch zwischen Westen und asiatischer Welt.
0:10:28–0:10:33
Und Kurosawa gilt aber dann noch schon als etabliert. Also wir haben in Japan
0:10:33–0:10:40
ein ganz starres Studiosystem, das durch die Nouvelle Vague aufgebrochen wurde.
0:10:40–0:10:44
Also es wurden kleinere Studios geschaffen.
0:10:44–0:10:51
Es wurde auch eine andere Filmförderung mit aufgebaut. Es wurde auch viel,
0:10:51–0:10:55
dass dann eben westliche Produktionen mitgefordert haben.
0:10:55–0:11:00
Also so einen Austausch, einen Kulturaustausch, Kulturförderungsaustausch gab es.
0:11:01–0:11:05
Also auch, wo sich auch die französische Nobelwerk so ein bisschen profiliert
0:11:05–0:11:08
hat, war ja in den Studentenunruhen in Paris, ja.
0:11:10–0:11:13
Algerienkrieg 50er Jahre und so weiter, wo sich das auch so ein bisschen politisiert
0:11:13–0:11:16
hat, die Bewegung. Und ähnlich war es in Japan.
0:11:16–0:11:21
Da gab es einen sogenannten, warte mal, das habe ich mir aufgeschrieben.
0:11:22–0:11:30
Und zwar hat Japan und Amerika haben dann zusammen eine Zusammenarbeit.
0:11:30–0:11:36
The Treaty of Mutual Cooperation and Security, was dann letztendlich auch Amerika
0:11:36–0:11:44
dazu, also die konnten dann eben auch Truppen auf japanischem Gebiet stationieren.
0:11:44–0:11:50
Und das hat aber auch, also es gab so Studentenunruhen in Japan zu der Zeit gegen diesen Akt.
0:11:50–0:11:55
Und da hat sich auch so ein bisschen diese Nouvelle Vague so positioniert,
0:11:55–0:11:58
die neue Welle. Und Filme sind da rausgekommen.
Micz Flor
0:11:59–0:12:02
Ich wollte eine Sache noch, ich muss noch mal gucken, es gibt diesen großartigen
0:12:02–0:12:09
Podcast Five Hundred Songs, der sich so mit der Entstehung des Rock'n'Roll und des Rock,
0:12:11–0:12:20
Und da gibt es auch eine amerikanische Künstlerin, die sozusagen die erste Big in Japan war,
0:12:20–0:12:24
die in den 50er Jahren schon in Amerika eigentlich keine Platten mehr verkauft
0:12:24–0:12:28
hat, aber in Japan wieder erwarten, ganz groß rauskam, wo dann die Lieder auch gecovert wurden.
0:12:29–0:12:32
Und vielleicht können wir die verlinken, weil da ist es auch ganz gut beschrieben
0:12:32–0:12:37
und auch so eben in Soundbarspielen, wie dann da Rock'n'Roll-Lieder teilweise
0:12:37–0:12:41
in Englisch und dann wieder eine Strophe Japanisch und so gesungen wurden.
0:12:41–0:12:44
Also das war, wie du geschrieben hast, diese Öffnung auch.
Florian Clauß
0:12:44–0:12:49
Ja, also es gibt auch da Filme, die ich habe mal vor ein paar Jahren auf der Berlinale,
0:12:50–0:12:54
ich weiß nicht mehr genau von welchem Regisseur das war, aber das war dann halt
0:12:54–0:12:58
auch so in den 50ern und es war ein Farbfilm, es hatte genau diese Ästhetik
0:12:58–0:13:02
von so Cinemascope-Filmen und die sind die ganze Zeit immer nur essen gegangen.
0:13:03–0:13:07
Also sieht man ja eh in asiatischen Filmen, aber es war so total europäisch
0:13:07–0:13:10
und amerikanisch geprägt. Die waren immer in so einem Dresscode,
0:13:10–0:13:11
Armkleidung und so weiter.
0:13:11–0:13:16
Also auch dieser Übertrag von westlichen Werten hatte dann auch zur Folge,
0:13:16–0:13:21
dass eine gewisse freiere Sexualität oder so eine Beziehung dazu sich entwickelt hat.
0:13:21–0:13:27
Und dass dann auch eben was in der japanischen Gesellschaft an tabuisierten
0:13:27–0:13:32
Themen da über so eine Form dann auch gelockert werden konnte.
0:13:32–0:13:37
Und die Regisseure der Nouvelle Vague, also der New Wave in Japan,
0:13:37–0:13:41
waren schon ein bisschen so an diesem Studiosystem wieder gebunden.
0:13:41–0:13:45
Das heißt, die haben auch da entsprechend freiere Studios aufgebaut,
0:13:45–0:13:51
aber die waren jetzt nicht komplett auf der Straße, so wie in Frankreich teilweise.
0:13:51–0:13:56
Also Sexualität, verändernde Frauenrollen, Rassismus, das waren so die Themen,
0:13:56–0:13:59
die auch die Erzählstrukturen geprägt haben.
0:14:00–0:14:05
Genau, das war so der Punkt in Japan.
0:14:08–0:14:11
Also vielleicht noch mal so ein paar Filme aus der Zeit.
0:14:12–0:14:20
Das ist The Cruel Story of Youth von 1960 von Oshima. Kennt man, glaube ich, nicht.
0:14:20–0:14:25
Also es geht um Jugendliche in der Nachkriegszeit, die so ein bisschen sozialkritisch
0:14:25–0:14:28
im Milieu und so weiter beschrieben werden. Ich bin hause quasi.
0:14:29–0:14:34
Sowas in der Art oder halt irgendwie so wie, ja, mir fallen die italienischen.
0:14:34–0:14:39
Aber es ist ja dann eher so Neorealismus. Tokio Drifter, den habe ich gesehen
0:14:39–0:14:44
von 66, das ist von Seijun Suzuki,
0:14:45–0:14:48
Onibaba ist von Shindo,
0:14:48–0:14:55
ist so ein bisschen in diesem Horror und also es gibt auch eben so diese Tradition
0:14:55–0:15:00
von japanischen Horrorfilmen, Haus ist auch nochmal so ein anderer,
0:15:00–0:15:04
wo so Geistergeschichten sich mit Horrorelementen und so weiter verbinden.
0:15:06–0:15:08
Und ja, ich glaube, die anderen, die kennt man jetzt nicht so sehr.
0:15:09–0:15:13
Ja, zum Schluss noch mal kurz Korea. Korea hat nochmal eine Sonderposition,
0:15:13–0:15:19
weil Korea war ja bis Anfang 80er mehr oder weniger eine Diktatur.
0:15:19–0:15:21
Man hat sich dann erst geöffnet.
0:15:22–0:15:29
Und war aber auch sehr schnell mit westlichen Einflüssen da.
0:15:29–0:15:36
Also weil ja eh Südkorea dann eigentlich so eine amerikanisch gestützte Diktatur war gegen Nordkorea.
0:15:36–0:15:40
Aber dann war die Verbindung schon da und das heißt auch, das war sehr offen westlich gegenüber.
0:15:41–0:15:43
Und was da nochmal unterschiedlich war, dass die zum Beispiel,
0:15:43–0:15:47
es gab jetzt nicht so eine freie Wirtschaftsfilmförderung,
0:15:47–0:15:51
sondern es wurde von der Wirtschaft, also es gab ganz viel, dass dann Samsung
0:15:51–0:15:56
oder so auch dann in die Filmförderung eingestiegen sind und da so diese Studios
0:15:56–0:15:58
damit aufgebaut haben und die Regisseure.
0:15:58–0:16:04
Ja, also das heißt, da war das auch schon wieder dann so in so einer Institution da mit drin.
0:16:04–0:16:07
Ich meine, das kennt man ja ähnlich wie im Kunstmarkt. Dann ist es ja auch so,
0:16:08–0:16:14
dass in Korea gibt es eigentlich keine so freien Künstler, sondern meistens
0:16:14–0:16:18
werden die dann gesponsert von irgendwelchen Industrieunternehmen.
0:16:19–0:16:24
Das hatte man ja auch in den 90ern. Das war ja eigentlich hier in Europa eher unüblich.
0:16:24–0:16:27
Aber wenn du ein Kurierer Künstler bist und keine Industrie,
0:16:27–0:16:31
eine große Company im Nacken hast, dann bist du erfolglos.
0:16:32–0:16:40
Und ja, also in Korea haben sich auch diese Blockbuster dann so eingeführt.
0:16:40–0:16:44
Auch dieses amerikanische Vorbild, dass man da wirklich so Straßenpfleger hatte,
0:16:44–0:16:47
die dann die ganzen Leute in die Kino gebracht hat und dass halt auch dieser
0:16:47–0:16:51
Aufbau von Kinos, das die ganze Wirtschaft angetrieben hat und so weiter,
0:16:51–0:16:54
hatte schon auch einen wirtschaftlichen Faktor.
0:16:55–0:17:03
Genau, also das wären jetzt mal so diese drei Länder, die ich jetzt so benannt haben wollte.
0:17:05–0:17:10
Und generell kann man sagen, dass sich dadurch neue Erzählstrukturen und so weiter eingeführt,
0:17:11–0:17:17
dass sich auch so junge Regisseurinnen und Regisseure, wobei dann eher Regisseure,
0:17:17–0:17:22
also männliche Filmemacher, dann aktiv waren und sich das in den verschiedenen
0:17:22–0:17:24
Ländern unterschiedlich ausgeprägt hat,
0:17:24–0:17:27
aber doch so eine Bewegung.
0:17:27–0:17:30
Also man kann sagen, so alle 20 Jahre passiert dann halt sowas.
0:17:30–0:17:32
Dann muss ich das Kino ein bisschen neuer finden.
0:17:34–0:17:40
Jetzt wollte ich zu dem Seitengenre gehen. Vielleicht ist dir jetzt wieder eingefallen,
0:17:40–0:17:44
über welchen Film ich heute was erzählen möchte.
0:17:45–0:17:48
Immer noch nicht, Mitch. Du hättest die Möglichkeit gehabt.
Micz Flor
0:17:49–0:17:54
Wie lange? Also ich hätte jetzt diese halbe Stunde, hätte ich das mir erschließen können.
Florian Clauß
0:17:54–0:17:58
Ja, hättest du das einfach nachlesen können in unserem Signal-Chat.
Micz Flor
0:17:58–0:18:02
Nein, wir reden ja laufend. Wie soll ich ans Handy?
0:18:02–0:18:07
Ich meine, laufen beim Reden und laufend reden. Nee, reden beim Laufen.
Florian Clauß
0:18:07–0:18:13
Okay, dann taften wir uns mal an mein Thema heran. Und ich erzähl dir was, also ganz kurz.
Micz Flor
0:18:13–0:18:16
Ich muss jetzt den Film beraten. Bist du dir sicher, dass du den Film kennst?
0:18:16–0:18:19
Du hast mir das geschickt, das ist jetzt schon ein paar Wochen her. Ich hab's gelesen.
0:18:20–0:18:22
Ich hab jetzt nicht mal mehr in Erinnerung, ob ich es überhaupt kannte.
Florian Clauß
0:18:24–0:18:29
Den kennst du. Wenn du nicht sogar ein Tattoo von dem Film irgendwo auf deinem Körper hast.
Micz Flor
0:18:30–0:18:34
I'm totally tattoo-free. Tattoo und Patu.
Florian Clauß
0:18:35–0:18:38
Also dann nähern wir uns mal so schrittweise dem Film.
0:18:39–0:18:44
Ich möchte kurz, bevor wir da jetzt... Also in Japan gibt es ja nochmal diese
0:18:44–0:18:49
Besonderheit der Nähe zum Comic, also des Mangas.
0:18:49–0:18:57
Und daraus hat sich ja auch das Anime als ein Genre herauskristallisiert.
0:18:57–0:19:02
Anders als in Amerika, wo das ja eigentlich erst,
0:19:02–0:19:06
ja gut, es gibt natürlich die Familienfilme von Disney, die gibt es ja schon immer,
0:19:06–0:19:16
aber der Zeichentrickfilm ist in dem westlichen Kulturgebäude eigentlich immer
0:19:16–0:19:21
eher so in der Etage von den Kindern drin und hat sich jetzt so zum Familienfilm
0:19:21–0:19:24
und durch Pixar und so weiter ein bisschen etabliert.
0:19:24–0:19:30
Aber in Japan war es schon immer so, dass Comic, also ganz früher auch...
Micz Flor
0:19:30–0:19:34
Wobei ich da ganz kurz, es gab von Disney einen, so einen Propagandafilm während
0:19:34–0:19:39
des Zweiten Weltkrieges, wo irgendein, ich weiß gar nicht, ob es ein General
0:19:39–0:19:41
war oder ein Berater des Militärs, der hatte diese Position,
0:19:42–0:19:44
man müsse die Luftwaffe irgendwie ausbauen.
0:19:44–0:19:51
Und Disney hat das auch gedacht und hat dann quasi das transportiert über einen Animationsfilm.
0:19:51–0:19:54
Also ich glaube, der war featurelänger fast. Oder war ein richtig langer Film.
0:19:54–0:19:57
Mal gucken, ob der auf YouTube ist. Weil das fand ich ziemlich interessant,
0:19:57–0:20:02
weil es wirklich so ist, dass man immer an so lustige Kurzfilme denkt.
0:20:03–0:20:07
Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob das damals wirklich immer Kinderfilme
0:20:07–0:20:09
waren. Gerade weil es ja auch aus dem Kino kommt.
0:20:10–0:20:13
Und das war ja nicht immer, das war ja eher für Erwachsene anfangs, glaube ich.
Florian Clauß
0:20:14–0:20:19
Ja, es kann natürlich sein, dass sich da so in bestimmten Rändern und Botschaften,
0:20:19–0:20:22
die sich dann halt auch den Zeichentrickfilm angenommen haben.
0:20:22–0:20:25
Aber ich rede jetzt wirklich so vom Massenmarkt.
0:20:26–0:20:29
Und der Massenmarkt war es halt nicht. Der ist jetzt erst so dann,
0:20:29–0:20:34
und es war immer quasi dann so Familienfilm, also so, dass halt irgendwie die
0:20:34–0:20:36
Eltern lachen können und auch die Kinder über bestimmte Witze,
0:20:36–0:20:38
aber nicht immer über die gleichen.
0:20:38–0:20:48
Während sich in Japan kulturell verankert, eben diese Zeichenkunst aus dem 17.
0:20:48–0:20:55
Und 18. Jahrhundert dann stark auch an Erwachsene gerichtet hat und sich der
0:20:55–0:21:03
Manga als Comic-Element und Anime als Bewegt-Film und auch speziell an Erwachsene gerichtet hat.
0:21:07–0:21:10
In Japan auch den Ausdruck,
0:21:12–0:21:19
von Ukiyo-e das ist tatsächlich auch ein Modell was man zum Rendern bei Midjourney
0:21:19–0:21:22
nehmen kann also das ist so dieses typische,
0:21:23–0:21:29
diese japanische Welle diese Figuren die dann halt auch wie Holzschnitte und Zeichnung,
0:21:30–0:21:39
Tuschezeichnung und Ukiyo das setzt sich zusammen aus Ukiyo also Ukiyo und E
0:21:39–0:21:41
Ukiyo heißt das irdische vergängliche,
0:21:41–0:21:43
die irdische vergängliche Welt
0:21:43–0:21:47
hat dann nochmal so auch diese Nähe zum Buddhismus da und E heißt Bild,
0:21:49–0:21:54
also das ist so dieser Stil, der dann in Japan sich entwickelt hat und ich wollte
0:21:54–0:22:00
nur noch sagen der erste wirklich nachgewiesene wahrscheinlich datierte von 1907,
0:22:02–0:22:03
Zeichentrickfilm ist halt auch ein japanischer.
0:22:04–0:22:08
Und dann siehst du, das kann man auf Wikipedia sich nochmal anschauen,
0:22:08–0:22:16
wie so ein Junge in Matrosenanzug sich umdreht und an einer Tafel das japanische
0:22:16–0:22:19
Wort für bewegte Bilder schreibt.
Micz Flor
0:22:19–0:22:20
Das ist ja lustig.
Florian Clauß
0:22:20–0:22:25
Und in den 80ern, ich will jetzt nicht lange über Animes und so weiter,
0:22:25–0:22:30
in den 80ern haben wir natürlich diesen Aufstieg von Studio Ghibli.
0:22:30–0:22:36
Wo dann die ersten Filme aus dem Studio von dem Regisseur da publiziert werden
0:22:36–0:22:41
und wo der weltweite Durchbruch von Ghibli war eigentlich mehr oder weniger
0:22:41–0:22:47
dann Prinzessin Mononoke und Chiyos Reise, wo es dann wirklich so weltweit,
0:22:47–0:22:52
ich habe auch Mononoke damals auf der Berlinale gesehen und Jürgen Buttgereit im Forum gesehen.
0:22:53–0:22:57
Und dann habe ich kurz mit ihm über den Film geredet, weil ich kannte ja noch
0:22:57–0:22:58
Jürgen Butgereit von der Horrorfilm-Ausstellung.
0:22:59–0:23:04
Und wir haben ein Bein von ihm bekommen, das er für seinen Film Schramm hat fertigen lassen.
0:23:05–0:23:08
Und das war bei ihm im Keller. Da haben wir es bei Butgereit im Keller abgeholt.
0:23:08–0:23:15
Und ja, also das war auch für mich so ein Wahnsinnserlebnis in diesem Film, diesen Film zu gucken.
0:23:15–0:23:18
Also so habe ich dann halt auch noch nie Zeichentrickfilme vorher gesehen.
0:23:18–0:23:25
Ja, und in den Nullerjahren und so weiter, dann gibt es halt diese Megaproduktionen,
0:23:25–0:23:28
diese Serien, die über hunderte von Folgen laufen.
0:23:28–0:23:36
Also wie jetzt hier auch zuletzt von Netflix verfilmt, wie heißt das noch, One Piece und Naruto.
0:23:36–0:23:42
Und One Piece wurde jetzt real verfilmt von Netflix, also ist eher so mäßig, aber Pokémon.
0:23:42–0:23:47
Also es diversifiziert sich in alle Richtungen, in alle Genres und so weiter. habe.
0:23:47–0:23:54
Das hat mich aber, also bringt mich zu diesem Film, über den ich mit dir reden
0:23:54–0:24:00
will, der mich halt wirklich völlig geflasht hat und immer noch beschäftigt.
Micz Flor
0:24:00–0:24:04
Lola Rennt. Ach ne, der japanische Film. Hongkong oder Japan?
Florian Clauß
0:24:04–0:24:09
Naja, ich habe jetzt Animes gerade. Hörst mir nicht zu, oder?
Micz Flor
0:24:09–0:24:13
Doch, genau, aber das kann ja trotzdem sein, dass du woanders hinsprichst.
Florian Clauß
0:24:13–0:24:14
Nein, nein, nein, ich habe ja gesagt...
Micz Flor
0:24:14–0:24:19
Ich hatte irgendwie in Erinnerung, also der koreanische Film per se ist ja auch
0:24:19–0:24:20
was, was dich sehr greift.
0:24:20–0:24:23
Und ich habe gedacht, du hast Korea dann noch mit dazu genommen,
0:24:23–0:24:27
damit du dann für deinen Film nach Korea springen kannst.
Florian Clauß
0:24:27–0:24:32
Nein, nein, nein, ich wollte jetzt über einen Anime-Film sprechen.
0:24:33–0:24:36
Und zwar von 1995 ist der.
0:24:37–0:24:45
Und der meiner Ansicht nach so ganz viele Technologien und Visionen vorweggenommen
0:24:45–0:24:50
hat, die heute immer noch so eine Tragweite haben und gerade heute in der Zeit,
0:24:51–0:24:56
wissenschaftlicher Intelligenz und large language models nochmal eine ganz andere Dimension bekommen.
0:24:56–0:25:01
Und wirklich faszinierend ist, wie in diesem Film auch diese philosophischen,
0:25:01–0:25:04
also wirklich tiefgründigen Auseinandersetzungen geführt werden.
0:25:04–0:25:05
Jetzt darfst du es sagen.
Micz Flor
0:25:06–0:25:09
Ja, also ich sage einfach meine drei Lieblingsszenen, an die ich mich irgendwie
0:25:09–0:25:12
erinnere. Das hatte ich bei Magnolia ja auch so gemacht.
0:25:12–0:25:15
Vielleicht können die Leute ja mitraten, die es doch jetzt irgendwie noch nicht
0:25:15–0:25:20
gehört haben. Und das eine war, wie in so einem CCTV gucken sie sich einfach
0:25:20–0:25:24
so an, wie so ein paar Leute in den Fahrstuhl reingehen, wieder rausgehen und
0:25:24–0:25:26
die suchen halt irgendwie den Androiden oder sowas.
0:25:27–0:25:31
Und das sieht alles ganz normal aus auf dem Bild, aber die haben dann sozusagen
0:25:31–0:25:35
einen Second Screen und dann war dann, bei den zwei Leuten, die da reingegangen
0:25:35–0:25:38
sind, wurde das Gewicht gemessen von einer halben Tonne oder sowas.
0:25:38–0:25:40
Dann wusste man, ah, einer von den beiden.
Florian Clauß
0:25:40–0:25:45
Ja, und das war auch der White Man, der Weiße, und der war halt eine halbe Tonne schwer.
0:25:46–0:25:49
Und das ist dieser, das kommt wahrscheinlich in eine zweite Lieblingsszene,
0:25:49–0:25:51
wo der dann halt so eine Tastatur... Die Finger. Genau.
Micz Flor
0:25:51–0:25:53
Ja, das ist die zweite Lieblingsszene, wo er sich dann hinsetzt,
0:25:53–0:25:56
weil der will dann in diese Hauptperson,
0:25:56–0:25:59
sag ich mal, ich weiß jetzt gar nicht, ob man Frau sagen würde oder Mann oder
0:25:59–0:26:03
wie auch immer, aber er setzt sich so ans Keyboard und spreizt die Hände und
0:26:03–0:26:06
auf einmal geht jeder Finger so klack auseinander und dann hat er nicht nur
0:26:06–0:26:10
zehn Finger, sondern 20 Finger und kann damit selber hacken.
0:26:11–0:26:16
Und jetzt merke ich aber auch erst, dass die, das ist wirklich scheinbar die
0:26:16–0:26:18
Szene, die hängen geblieben ist,
0:26:18–0:26:22
weil nämlich genau danach dann diese dritte, dieses dritte Bild kommt,
0:26:23–0:26:28
wo er hackt halt mit den Fingern in diese Person hinein und die Person hängt
0:26:28–0:26:31
ja da so an der Wand und guckt ihn halt so an und bewegt nichts,
0:26:31–0:26:34
aber hackt halt innerlich die ganze Zeit dagegen,
0:26:34–0:26:37
versucht also innerlich so einen Riesenkampf, Ja. Das finde ich total super.
0:26:37–0:26:40
Erinnert mich jetzt gerade so ein bisschen wie Mission Impossible,
0:26:40–0:26:44
ich weiß nicht mehr welche Folge, wo die die Hasenpfote oder sowas aus diesem
0:26:44–0:26:45
Glasgebäude holen müssen.
0:26:45–0:26:50
Und dann sind alle, warten so und planen irgendwas und dann springt Tom Cruise
0:26:50–0:26:54
aus dem Flugzeug und rammt oben in dieses Gebäude rein.
0:26:56–0:26:59
Und dann siehst du aber nichts. Dann siehst du nur, wie die draußen sitzen.
0:26:59–0:27:02
Und genau so diese, zeigt es mir, zeigt es mir.
0:27:02–0:27:05
Das fand ich bei dem Film halt so wirklich irre, wie du siehst,
0:27:05–0:27:10
wie voller Energie zwei Kräfte gegeneinander kämpfen, aber es bewegt sich gar nichts.
Florian Clauß
0:27:10–0:27:12
Und die Hasenbote ist ein?
Micz Flor
0:27:14–0:27:15
Ach so, MacGuffin.
Florian Clauß
0:27:15–0:27:19
Ja, dann haben wir ja auch den Link nochmal zusammengebracht.
Micz Flor
0:27:19–0:27:22
Siehst du, eigentlich habe ich doch eigentlich was gelernt.
Florian Clauß
0:27:23–0:27:27
Manchmal höre ich eigentlich auch zu. Also die Charaktere von,
0:27:28–0:27:32
jetzt aber, wir haben noch nicht den Titel gesagt, also wir reden natürlich über Ghost in the Shell.
0:27:33–0:27:37
Und gleich mal zu Anfang eine philosophische Frage.
0:27:37–0:27:43
Ja, aber eigentlich ist es ziemlich naheliegend, was du mit Ghost in the Shell verbindest.
Micz Flor
0:27:44–0:27:51
Ghost in the Shell, ja, also ich habe mir so darüber jetzt noch keine Gedanken
0:27:51–0:27:53
gemacht, aber ich finde halt,
0:27:53–0:27:57
ich glaube, das hatte ich in irgendeiner Gestalttherapie-Ausgabe vielleicht
0:27:57–0:28:06
mal von uns, aber der Begriff des Leibes, also der Leib, der früher eben als beseelter Körper ist.
0:28:07–0:28:12
Der Körper war traditionell die Materie des lebenden Menschens,
0:28:12–0:28:16
aber wenn er lebendig war und beseelt war, dann war es kein Körper,
0:28:16–0:28:20
sondern Leib. Und Körper hat sich aber durchgesetzt, weil es eben so dieser
0:28:20–0:28:21
medizinische Ansatz ist.
0:28:21–0:28:24
Man kann alles aufschneiden, alles irgendwie mit Chemikalien.
0:28:24–0:28:25
Insofern denke ich, dass der
0:28:25–0:28:33
Ghost und Shell einfach diese spirituelle und materielle Komponente sind.
Florian Clauß
0:28:33–0:28:37
Ja, genau. Also Ghost ist der Geist und Shell ist der Körper.
0:28:37–0:28:42
Ghost in the Shell hat natürlich auch so diese Hacker-Dimensionalität drin.
0:28:42–0:28:49
Shell ist ja auch immer das Terminal, womit man dann halt Direktiven direkt
0:28:49–0:28:53
auf ziemlich ohne große Nutzeroberfläche,
0:28:55–0:28:59
Programme oder Befehle einem Computer mitgeben kann.
0:29:00–0:29:07
Shell. Und ja, also das ist genau dieser, dieser ganze, die ganze Dimension,
0:29:07–0:29:13
die der Film so ausmacht und auch in allen möglichen Breiten dann auch diskutiert.
Micz Flor
0:29:13–0:29:19
Ja, und ist aber dann schon auch angeknüpft eben an diese Frage,
0:29:19–0:29:21
ab wann ist ist eine Maschine auch beseelt.
0:29:22–0:29:25
Und das ist ja dann, finde ich, in dem Film, also ich habe den jetzt nicht mehr
0:29:25–0:29:29
gesehen, ich habe von der Handlung ja keine gute Erinnerung dran,
0:29:29–0:29:34
aber dieser Turing-Test, also wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist,
0:29:34–0:29:35
den Unterschied wahrzunehmen,
0:29:35–0:29:39
hat man dann den Turing-Test bestanden und würde das aber dann in der Wahrnehmung
0:29:39–0:29:43
bedeuten, dass diese andere Person auf einmal beseelt ist, einfach nur deshalb,
0:29:43–0:29:45
weil sie als solche behandelt wird?
Florian Clauß
0:29:45–0:29:49
Ja, ich würde sagen, das ist schon beyond der Film hinter dieser Turing-Test-Frage,
0:29:49–0:29:54
Weil der Hauptcharakter ist Makoto Kunagasi.
0:29:54–0:30:01
Das ist ein Cyborg, der sowohl im Prinzip einen komplett künstlichen Körper
0:30:01–0:30:02
wie auch ein künstliches Gehirn hat.
0:30:02–0:30:09
Es gibt noch so ein paar biologische Teile im Gehirn, aber wird komplett selber
0:30:09–0:30:10
produziert, hergestellt.
0:30:11–0:30:18
Und sie hat eine Seele. Also das heißt, sie wird auch als so ein explizit fühlendes
0:30:18–0:30:22
Wesen dargestellt und völlig menschlich behandelt.
0:30:22–0:30:26
In der ersten Szene...
Micz Flor
0:30:26–0:30:28
Wurde der nicht nochmal neu verfilmt mit Scarlett Johansson?
Florian Clauß
0:30:28–0:30:30
Ja, der wurde dann nochmal neu verfilmt. Hast du den gesehen?
0:30:30–0:30:36
Den habe ich auch nochmal gesehen, aber ist wirklich auch nicht so gut.
Micz Flor
0:30:36–0:30:38
Okay, Entschuldigung, ich habe dich überbrechen. Das heißt aber,
0:30:38–0:30:40
diese Person ist beseelt?
Florian Clauß
0:30:41–0:30:45
Naja, sie wird als eine ganz normale Person dargestellt und sie lässt sich durch
0:30:45–0:30:50
eigentlich nichts Oberflächliches, vielmehr noch ihr Kollege Batu.
0:30:51–0:30:55
Denen sieht man noch mehr seine Cyborg-Implantate an. Der hat diese komischen Augen.
0:30:55–0:31:02
Also wir sind in einer Welt, ja, das ist natürlich so die eine Blaupause des
0:31:02–0:31:04
Cyberpunk, die der Film auch visuell umsetzt.
0:31:04–0:31:08
Und ich glaube, das ist halt so das, was den halt auch so stark macht.
0:31:09–0:31:14
Erstmal von den Ideen her und dann aber auch von der visuellen Umsetzung.
0:31:15–0:31:22
Cyberpunk, ja das Genre, maßgeblich von Neuromancer, Sterling und Gibson geprägt.
0:31:23–0:31:34
Dann natürlich Blade Runner hat das auch so im Film umgesetzt und die Ästhetik geschaffen.
0:31:34–0:31:40
Also wir haben es in Cyberpunk mit so einer hochtechnologisierten,
0:31:40–0:31:42
meistens dystopischen Gesellschaft zu tun.
Micz Flor
0:31:42–0:31:48
Es gibt dann immer so High-Tech and Low-Life, also auf der einen Seite eine
0:31:48–0:31:54
hochtechnologisierte Umwelt, auf der anderen Seite eben prekäre Verhältnisse.
Florian Clauß
0:31:55–0:31:56
Was ist dann halt dieser Punk, ne?
Micz Flor
0:31:57–0:32:00
Ist ja auch so ein bisschen so Next Blade Runner, Next Generation.
0:32:01–0:32:05
Da liegen ja dann auch irgendwie diese 25 Jahre dazwischen. aber wo ja auch
0:32:05–0:32:06
eben dann mit der Philip K.
0:32:06–0:32:13
Dick Geschichte dieses Thema Androiden, künstliche Intelligenz,
0:32:13–0:32:15
aber ab wann wird es dann wirklich auch beseelter Körper?
0:32:16–0:32:19
Und ich finde, das war für mich damals im Kino auch so ein Gefühl,
0:32:20–0:32:21
dass es daran angeknüpft hat.
Florian Clauß
0:32:21–0:32:28
Ja, wir haben viel diese Neon-Licht-Ästhetik, also dieses Film-Noir-Element.
0:32:29–0:32:33
Also deswegen passt, glaube ich, diese Folge auch ganz gut zu deiner letzten Folge.
0:32:34–0:32:39
Gesprochen hat, weil Expanse natürlich auch ganz viele, gerade in dem Delta-Bereich,
0:32:39–0:32:43
ganz viele Cyberpunk-Ästhetiken dann auch so mit aufgenommen hat.
Micz Flor
0:32:45–0:32:49
Ich kam auch zu Blade Runner, mit dem hast du gesagt, dass er andererseits übertechnologisiert
0:32:49–0:32:54
und trotzdem irgendwie auch unterentwickelt, also diese Straßen-Regen-Ästhetik da.
Florian Clauß
0:32:55–0:32:59
Genau, dieser Schmutz und dieser Dreck, man hat dann irgendwie ab einer gewissen
0:32:59–0:33:04
Höhe dass dann die ganzen Leuchtreklamen, diese Hologramme, die dann in die
0:33:04–0:33:07
Stadtlandschaft projiziert werden.
0:33:07–0:33:10
Und dann, wenn du halt weiter unten auf der Straße bist, dann regnet es,
0:33:10–0:33:14
es ist schmutzig, du kriegst halt irgendwie schlechtes Essen und irgendwie Schrott
0:33:14–0:33:16
von irgendwelchen Robotern liegt dann halt in der Ecke.
0:33:16–0:33:22
Also es ist halt so dieser Kontrast, diese Ambivalenz in der Welt.
0:33:22–0:33:27
Und meistens gibt es in diesen Cyberwelten dann auch immer irgendwelche Mega-Corporations.
0:33:27–0:33:32
Das heißt, der Staat, der dann auch gar nicht mehr so in der Ausprägung als
0:33:32–0:33:35
ausführender Staat existiert,
0:33:35–0:33:39
sondern meistens irgendwelche Mega-Corporations dann die Macht übernommen haben
0:33:39–0:33:44
und da ihr Interesse und ihr Ziel verfolgen.
0:33:45–0:33:50
In dieser Welt spielt ja auch dann der Film Ghost in the Shell.
0:33:51–0:33:57
Cotonou, die Hauptdarstellerin, der Hauptcharakter, ist in Section 9.
0:33:58–0:34:03
Das ist so eine Einheit, ja eine Polizeieinheit kann man sagen,
0:34:03–0:34:08
die Cyberkriminalität bekämpft, beschäftigt.
0:34:08–0:34:13
Und, das muss man auch sagen, der Film fängt halt, der geht halt,
0:34:13–0:34:18
der wirft dich so direkt rein, Der hat so eine knallharte Action,
0:34:18–0:34:22
wo der auch einfach so sehr komprimiert eine Geschichte erzählt.
0:34:23–0:34:29
Wahrscheinlich, die im Manga nochmal viel, viel detailreicher und länger dann ausgebreitet wird.
0:34:29–0:34:32
Aber der Film wirft dich halt so rein. Du kommst in den Dialog und dann kommen
0:34:32–0:34:33
so die ganzen Informationen.
0:34:34–0:34:38
Du musst die ganze Zeit erstmal dich dann am Anfang orientieren,
0:34:38–0:34:43
um überhaupt zu verstehen, was hier Sache ist. Ja, also im Prinzip grob zusammenfassend
0:34:43–0:34:48
kann man es sagen, dass es gibt eben Section 9 und Section 6.
0:34:49–0:34:55
Das sind zwei verschiedene Departments. Das eine, 9, ist dann eben für Cyberkriminalität
0:34:55–0:35:01
und für Terrorismusbekämpfung zuständig und die sind auf der Jagd nach dem sogenannten Puppet Master,
0:35:01–0:35:07
was dann eben so ein nicht näher definierbares Programm oder Ghost ist,
0:35:07–0:35:11
der sich in verschiedene Menschen und Maschinen einhacken kann und die dann
0:35:11–0:35:14
zu Besitz nehmen kann, die jagen den.
0:35:16–0:35:21
Und Section 6 taucht dann auch gleich auf, am Anfang der ersten Szene.
0:35:21–0:35:23
Die haben damit auch was zu tun.
0:35:24–0:35:27
Also das heißt, die versuchen den auch irgendwie unschädlich zu machen.
0:35:27–0:35:30
Dann kommt das aber später, erzähle ich dann nachher nochmal,
0:35:30–0:35:34
wie dann so der Konflikt zwischen diesen beiden Sektionen ist.
0:35:35–0:35:38
Du siehst in der ersten Szene, ich weiß nicht, ob du dich daran erinnern kannst,
0:35:38–0:35:42
es sind ja auch so tolle Technologien, die da so präsentiert werden.
0:35:42–0:35:47
So was wie ein Kamouflageanzug, wo sie dann auf der, also sie steht auf dem
0:35:47–0:35:50
Dach von dem Gebäude und sagt, I'm going in.
0:35:50–0:35:55
Und dann zieht sie den Kamouflageanzug über und verschwindet quasi mit der Stadtlandschaft.
0:35:56–0:36:00
Und dann siehst du im nächsten Schnitt, wie dann von außen aus dem Fenster dann
0:36:00–0:36:04
auf einmal so ein Kugelhagel fällt und sie, wie sämtliche Diplomaten,
0:36:04–0:36:06
die in einem Raum sind, dann umnietet.
0:36:06–0:36:12
Und sie, in dem Fall, in der Szene wurde zum Beispiel Section 9 dann für die
0:36:12–0:36:15
schmutzige Arbeit quasi instrumentalisiert.
0:36:16–0:36:22
Weil die Section 6 ist dann noch näher, das ist nämlich die Vertretung vom Außenministerium,
0:36:22–0:36:25
der für die diplomatischen und politischen Beziehungen zuständig,
0:36:25–0:36:29
aber eine Art Geheimdienst ist, um die Stabilität des Staates aufrechtzuerhalten.
0:36:30–0:36:34
Und die können halt, also die sind da in Verhandlungen mit irgendwelchen Diplomaten,
0:36:34–0:36:35
Gedeckte Verhandlungen.
0:36:35–0:36:39
Und du kommst halt in so eine Welt rein, da gibt es halt einen Hacker,
0:36:39–0:36:46
der dann bei dem Diplomaten Asyl beantragt hat und die wollen ihn aber nicht gehen lassen.
0:36:47–0:36:51
Also das heißt, Hacker sind auch jetzt so, oder Programmierer sind dann so Ware,
0:36:52–0:36:56
die man dann halt austauscht wie Gefangene, die halt ein unglaubliches Wissen
0:36:56–0:37:03
haben, um dann ja auch entsprechend so die ganzen Sachen bauen zu können.
0:37:03–0:37:07
Also ich finde auch, das ist eigentlich so ein generischer Hackerfilm.
0:37:07–0:37:11
Kann man schon so dem Genre Hackerfilm, ist ja so ein bisschen ein künstliches
0:37:11–0:37:14
Genre, was jetzt nicht so bewusst, aber mit Thron und so weiter.
0:37:14–0:37:20
Aber Ghost in the Fischel ist für mich ein ganz generischer und elementarer Hackerfilm.
0:37:22–0:37:29
Genau, also auf jeden Fall, sie hat in der ersten Szene diese Konfrontation
0:37:29–0:37:33
mit der anderen Sektion, mit den Diplomaten, das wird dann nochmal aufgelöst
0:37:33–0:37:35
und dann siehst du halt im Vorspann, was auch passiert.
0:37:37–0:37:42
Toll ist an dem Film, ist der Soundtrack, ja, der heute auch 30 Jahre später,
0:37:43–0:37:48
höre ich den ab und zu mal in irgendwelchen Mixe, also elektronischen Music-Mixen,
0:37:48–0:37:51
der wird immer noch verwendet, der ist immer noch so, ich weiß nicht,
0:37:51–0:37:54
ob du den noch im Ohr hast, es gibt so ein Kinderchor,
0:37:55–0:37:59
der wechselt dann so mit einer Staccato- Musik ab und mit so einem Trommeln
0:37:59–0:38:03
und so einem deepen Rhythmus und der Soundtrack ist,
0:38:04–0:38:08
großartig, funktioniert noch immer sehr, sehr gut und Und diese ganze politische
0:38:08–0:38:16
Ästhetik, der Trailer mit den Namen, die sich einblenden, ist auch genauso.
0:38:16–0:38:19
Und das haben sich halt die Wachowski-Geschwister abgeguckt,
0:38:19–0:38:23
nämlich mit diesem, was dann bei Matrix nochmal verwendet wurde.
0:38:23–0:38:27
Also diese grüne Schrift, grüne LED-Schrift auf schwarzem Grund,
0:38:27–0:38:34
wie sich dann halt so aus diesem Schriftgewürde dann einzelne Letter rausperlen.
0:38:34–0:38:38
Das haben die sich auch explizit abgeguckt, haben sie auch zugegeben.
0:38:38–0:38:39
Das haben wir von größten Schell.
0:38:39–0:38:44
Also der ist stilprägender Film.
0:38:46–0:38:51
In der Szene, wo dann eben die Namen laufen nach diesem ersten Einsatz,
0:38:52–0:38:55
siehst du eigentlich die Geburtsszene von Cotono.
0:38:55–0:39:00
Da siehst du die Geburtsszene, wie sie aus, also immer gegengeschnitten,
0:39:00–0:39:04
so ein künstliches Gehirn, dann ein Scan vom richtigen Gehirn,
0:39:04–0:39:07
Dann kommt sie aus einer Paste heraus,
0:39:07–0:39:11
wird dann hoch aus einer Flüssigkeit heraus, wird sie dann hochgezogen und dann
0:39:11–0:39:14
blättert so die Haut, die zweite Haut von ihr ab.
0:39:14–0:39:18
Du siehst sie dann fast in so einer embryonalen Stellung, wie sie dann halt
0:39:18–0:39:19
auch wieder so gescannt wird.
0:39:20–0:39:26
Sie schlägt dann nach dieser Zusammensetzungsszene, also eigentlich ist es eine
0:39:26–0:39:33
Geburtsszene, schlägt sie die Augen auf in so einem dunklen Raum und ist quasi damit in der Welt da.
0:39:35–0:39:43
Und das ist genau diese Frage von Leben und Existenz, die sie sich auch immer wieder stellt.
0:39:44–0:39:49
Also sie hat dann mit Barto, ihrem Kollegen, der dann eben auch schon so einige
0:39:49–0:39:53
Prothesen hat, aber noch überwiegend menschlich ist, stellt sie auch immer wieder
0:39:53–0:39:58
dann diese Fragen, was macht Leben aus, was macht meine Existenz aus?
0:39:58–0:40:05
Barto vertritt eher die Ansicht, diese klassische Descartes-Ansicht, ich denke also bin ich.
0:40:05–0:40:10
Und Maschinen, das ist halt vorausgesetzt, sie können denken,
0:40:10–0:40:14
sie können formulieren, sie können Gefühle ausdrücken.
0:40:14–0:40:17
Also sind sie, also die Existenz ist da.
0:40:17–0:40:21
Und es wird keinen Unterschied gemacht zwischen existierenden,
0:40:21–0:40:26
ob das jetzt künstliche Lebewesen sind oder echte Lebewesen.
0:40:26–0:40:27
Das wird nicht unterschieden.
0:40:27–0:40:33
Ich habe jetzt so verschiedene Teile gestriffen. Es war einmal diese Cyber-Bank-Ästhetik,
0:40:33–0:40:41
dann die Frage nach, was ist denn jetzt in dem Film für eine Technologie gesetzt.
0:40:41–0:40:46
Der hat ja ganz viele Impulse an Technologie, die der Film erzählt.
0:40:47–0:40:52
Und eine davon ist auch diese Cyber-Brains, die Prothesen.
0:40:52–0:40:55
Dann gibt es halt auch diese Hologramme, diese 3D-Bildschirme.
0:40:55–0:40:58
Also ich meine, das gab es schon in echt, das haben wir ja schon bei Mission
0:40:58–0:41:02
Impossible und so weiter. James Bond früher gesehen, aber was ich auch so toll
0:41:02–0:41:04
fand, diese Tracking-Geschichten.
0:41:04–0:41:08
Das sind halt so, die Fahrzeuge werden dann getrackt und du siehst einen Stadtplan
0:41:08–0:41:13
in 3D als Hologrammbild, wo die sich da befinden und wer wo ist.
0:41:13–0:41:18
Also es ist viel mit diesen Wegen in der Stadtlandschaft, die da inszeniert werden.
0:41:19–0:41:24
Es gibt dann eben auch diese Gedankenübertragung, die bewusst gemacht werden
0:41:24–0:41:26
können für diejenigen, die die Fähigkeit haben.
0:41:26–0:41:35
Also der Puppetmaster kann eben seine Shell wechseln, irgendwo anders einbringen.
0:41:35–0:41:41
Er kann manipulieren, also das, was wir heutzutage so als Social Hacking,
0:41:41–0:41:45
dass der Puppetmaster Erinnerungen injizieren kann.
0:41:45–0:41:49
Da gibt es einen Müllmann, der dann seinem Kollegen zeigt, guck mal hier,
0:41:49–0:41:52
meine Tochter, ich bin so stolz auf meine Familie, meine Tochter.
0:41:52–0:41:57
Und der war aber jetzt infiziert von dem Puppetmaster, hat dann immer den Kontakt
0:41:57–0:42:02
des Müllautos durchgegeben, um dann halt wieder den Wirt zu wechseln.
0:42:02–0:42:07
Dann verhören die den später und meinen halt so, ja, also wenn du einmal quasi
0:42:07–0:42:13
davon im Sitz genommen wurdest, dann besteht wenig Chancen auf Regeneration,
0:42:14–0:42:16
dein Gehirn ist kaputt und dann zeigen sie ihm noch mal das Bild,
0:42:16–0:42:20
was er seinem Kollegen, wo er seine Tochter drauf vermutet hat und da war halt
0:42:20–0:42:23
er selber nur drauf, der dann halt in die Kamera guckt.
0:42:24–0:42:29
Also so eine Gedankenprojektion, Cybersecurity, also diese ganze Cybersecurity,
0:42:29–0:42:32
also diese Cybersicherheit, was du jetzt eigentlich erst so,
0:42:32–0:42:36
jetzt kommt das in so einer, oder ja gut, schon ein bisschen länger,
0:42:36–0:42:41
aber ganz lange, Der Film ist zu einer Zeit gedreht worden, wo das Internet
0:42:41–0:42:43
so in den Kinderschuhen gesteckt hat.
0:42:43–0:42:53
Aber auch diese Infiltrierung von Netzwerksystemen oder von irgendwelchen IoT-Things,
0:42:53–0:42:56
die dann halt irgendwo drin hängen in diesem Netz und quasi besetzt werden können
0:42:56–0:42:58
für einen Hack oder ein Virus.
0:42:58–0:43:02
Also diese Szenarien, die dann viel später erst real eingetreten sind,
0:43:02–0:43:09
wurden da immer schon so gedanklich vorweggenommen. Also sehr stark von der Ideenwelt her.
0:43:09–0:43:12
Also finde ich sehr vorausschauend. Das hat mich wirklich...
0:43:12–0:43:18
Auch im Nachhinein ist der Film vielleicht so ein bisschen etwas spröde heute
0:43:18–0:43:20
anbunden in der Ästhetik.
0:43:20–0:43:25
Weil du hast dann halt auch sehr statische Szenen manchmal drin,
0:43:25–0:43:28
wo du dann zwei Charaktere im Fahrstuhl sitzen.
0:43:28–0:43:31
Dann siehst du halt irgendwie den Hintergrund die ganze Zeit,
0:43:31–0:43:34
die Hochhäuser langfahren und die unterhalten sich dann.
0:43:34–0:43:38
Da geht eine Dialogszene so über eine Minute, ja, also es ist jetzt nicht so,
0:43:38–0:43:44
aber es gibt aber ganz großartige Momente in dem Film, wo auch so Ruhepunkte
0:43:44–0:43:49
geschaffen werden, wo dann nochmal so was ganz anderes noch mit erzählt wird.
Micz Flor
0:43:49–0:43:53
Ja, ich fand das auch interessant damals, dass das sich eigentlich alles sehr
0:43:53–0:43:59
realistisch angefühlt hat, auf eine komische Art, ne, also da ist man wieder dabei,
0:44:00–0:44:04
Da sind wir wieder an dem Punkt, was glaubt man? Hatten wir bei Expanse ja auch schon.
0:44:05–0:44:13
Also was schafft man bei der Dramaturgie, damit das Publikum alles glaubt? Wie stellt man das her?
0:44:14–0:44:19
Und irgendwie fand ich bei Ghost in the Shell, das fühlte sich fast grundsolide an.
0:44:19–0:44:24
Also da fand ich gar nicht mal beim Schauen, dass das so sehr ins Spekulative gesprungen ist.
Florian Clauß
0:44:25–0:44:30
Glaubwürdigkeit wird durch so ein immanentes System quasi so stabilisiert.
0:44:30–0:44:35
So was du auch in der letzten Episode von Wikipedia wirst wissen,
0:44:35–0:44:42
wenn es wie ein Artikel in Wikipedia klingt, dann ist das eine zuverlässige
0:44:42–0:44:45
Kausalität, die man da erfährt.
0:44:45–0:44:50
Das finde ich auch so. Ja gut, okay, Öppstein-Antrieb, gebombt.
Micz Flor
0:44:50–0:44:53
Nee, aber bei Ghost in the Shell, weil du gerade meintest, Cybersecurity,
0:44:53–0:44:56
diese Sachen, ich erinnere mich dann schon irgendwie eben daran,
0:44:56–0:45:01
dass ich bei einem Film dachte, dass das natürlich großes Thema war und bei Shell,
0:45:02–0:45:06
also dass man sich mit Terminal von Knoten zu Knoten hackt und dann die Spur
0:45:06–0:45:10
verwischen kann und so, das sind Sachen, die natürlich auch vor dem World Wide
0:45:10–0:45:13
Web schon Realität waren.
0:45:14–0:45:18
Und fand es großartig inszeniert, aber es war jetzt gar nicht mal so,
0:45:18–0:45:23
wo eine neue Welt erfunden wurde, sondern nur die bestehende Welt,
0:45:23–0:45:26
die wir da schon hatten, einfach weitergerechnet wurde.
Florian Clauß
0:45:27–0:45:32
Ja, also ich, wie gesagt, für mich war das dann doch irgendwie so,
0:45:32–0:45:35
natürlich, weil ich mich damals mit den Themen auch so beschäftigt habe,
0:45:36–0:45:41
dann aber auch schon eine extreme visionäre Kraft, die der Film da aufgetan hat.
0:45:41–0:45:48
Also wir haben in dem Film diese sehr actiongeladenen Momente und dann aber
0:45:48–0:45:50
auch diese sehr reflexiven Momente,
0:45:51–0:45:57
wo die Hauptdarstellerin dann auch über ihre eigene Existenz grübelt und auch
0:45:57–0:46:02
das so in der Außendarstellung dann wieder aufgenommen wird.
0:46:03–0:46:08
Es gibt dann, nachdem sie, ich hatte diese Szene mit dem Müllauto schon angeschnitten,
0:46:08–0:46:10
also das kommt dann so auch am relativen Anfang,
0:46:10–0:46:15
da gibt es halt noch so eine Verfolgungsszene, wo sie auch einen von diesen
0:46:15–0:46:24
Würten dann jagt und das spielt dann so in so einer Häuserschlucht so mit knietiefem
0:46:24–0:46:29
Wasser und wo sie ihn dann auch stellt und er dann so wie verrückt um sich schießt
0:46:29–0:46:30
und du siehst die Kugeln,
0:46:30–0:46:32
wie die dann ins Wasser einschlagen,
0:46:33–0:46:37
nur so eine Silhouette dann von Motoko darstellen.
0:46:38–0:46:40
Und sie ihn dann halt so fertig macht.
0:46:41–0:46:44
Ich wollte noch sagen, was wirklich so nochmal, weil du gefragt hast,
0:46:44–0:46:51
Das ist jetzt mit Scarlett Johansson die Verfilmung von 2017, 2016 der Unterschied.
0:46:51–0:46:57
Also was ganz krasses bei dieser Geburtsszene und auch immer wieder taucht sie
0:46:57–0:47:05
mit nacktem Ohrkörper auf und sie ist ein absolut, sie strahlt so eine Sexualität aus.
0:47:05–0:47:09
Also ganz am Anfang allein durch die irrigierten Brustwarzen,
0:47:09–0:47:09
die dann halt auch so extra.
0:47:11–0:47:15
Bei welchem bist du jetzt? Ich bin bei Ghost in the Shining im Anime.
0:47:15–0:47:25
Also diese, da wird schon so eine Sexualität vermittelt, in dieser Figur, die sehr explizit ist.
0:47:26–0:47:30
Bei Scarlett Johansson ist es genau umgekehrt. Da hat sie halt so einen Anzug,
0:47:30–0:47:31
wo alles so glatt gemacht wird.
0:47:32–0:47:38
Ich glaube, das haben die wegen der Zensur, aber es macht in dieser ganzen Geschichte.
0:47:39–0:47:44
Baut die sich auch dadurch so so zurück, weil es geht genau bei diesem Charakter
0:47:44–0:47:48
darum, diese philosophische Frage von Leben aufzulösen.
0:47:48–0:47:50
Und das ist Sexualität.
0:47:52–0:47:56
Und das ist genau diese Schlussszene auch von Ghost in the Shell,
0:47:57–0:48:03
von dem Anime, nämlich die Frage, wie kann Fortpflanzung stattfinden?
0:48:04–0:48:09
Und das beantwortet der Film auch in einer neueren Stufe.
0:48:09–0:48:12
Und das finde ich halt irgendwie Bei dem Ghost in the Shell,
0:48:12–0:48:17
mit dieser Nachverfilmung, da ist es so, dass er die Entität der Individualität
0:48:17–0:48:20
dann letztendlich bei ihr in der Figur gestärkt wird.
0:48:20–0:48:24
Sie ist dann eine von uns und sie kämpft. Sie ist dann halt irgendwie integriert
0:48:24–0:48:33
als Individualität, aber eher in so einer Menschlichkeit, was eigentlich überhaupt
0:48:33–0:48:34
kein philosophischer Konflikt mehr ist.
0:48:35–0:48:40
Das ist halt so der Unterschied zwischen den beiden Filmen. Und deswegen ist
0:48:40–0:48:44
der halt auch viel schwächer, würde ich sagen, von wie er das Thema behandelt,
0:48:44–0:48:47
von günstiger Intelligenz, Leben und Existenz.
0:48:47–0:48:52
Ich will jetzt nochmal kurz so zusammenfassen, was so der Konflikt ist.
0:48:52–0:49:00
Also es kommt dann irgendwann raus, dass der Puppet Master instanziert wurde von Section 6.
0:49:01–0:49:08
Und das hier heißt dann auch das Project 2501. Das ist dann die Kennzahl von
0:49:08–0:49:10
dem Project und so ein bisschen wie bei Akira.
0:49:10–0:49:15
Akira ist ja auch einer der stilprägendsten Filme aus den 80ern in dem Anime-Bereich,
0:49:15–0:49:22
wo auch dann die ganzen Kinder, die parapsychische oder paranormale Fähigkeiten haben,
0:49:22–0:49:26
dass die so Nummern in sich tragen, also die als Tätowierung.
0:49:26–0:49:29
Und das sind dann auch immer so die Nummern der Experimente.
0:49:29–0:49:36
Ja, und das bei 2501 ist wahrscheinlich quasi das geglückte Experiment des Puppet Masters.
0:49:39–0:49:43
Das ist so der Grundkonflikt der Film. Also das heißt, Section 6 hat eben so
0:49:43–0:49:50
eine Cyberwaffe geschaffen im Puppet Master mit dem Ziel, dass der überall Informationen
0:49:50–0:49:53
zusammenkehrt, sich dann eben in so Netze hacken kann,
0:49:54–0:49:56
Industrie-Spionage betreiben kann,
0:49:56–0:49:58
geheimdienstliche Operationen ausführen kann.
0:49:58–0:50:02
Dafür haben sie halt diese Cyberwaffe geschaffen.
0:50:02–0:50:07
Und was der macht, und deswegen wird er als Terrorist, er befreit sich quasi
0:50:07–0:50:13
aus diesen Fesseln, Und will in Form von, dadurch, dass er immer andere Körper
0:50:13–0:50:15
annimmt, will er politisches Asyl beantragen.
0:50:15–0:50:20
Und da jetzt genau dieser Konflikt, er hat offiziell einen Antrag gestellt auf
0:50:20–0:50:23
politisches Asyl und er wird aber nicht akzeptiert.
0:50:23–0:50:28
Also er wird dann halt gejagt. Deswegen wird Section 9 eingeschaltet,
0:50:28–0:50:33
um halt diese Asylfrage dann zu klären, indem sie den lahmlegen.
0:50:33–0:50:40
Deswegen Section 6, die dann halt auch mit dem Hacker da kommen und mit diesem
0:50:40–0:50:45
Typen, der eine Tonne schwer ist oder eine halbe Tonne, die wollen den halt wieder zurück haben.
0:50:45–0:50:49
Die wollen ihn wieder einfangen als Entität und für sich weiter dann halt aktiv machen.
0:50:50–0:50:55
Das ist so der quasi die Storyline, die da im Untergrund oder im Hintergrund
0:50:55–0:50:58
in den Dialogen auch getragen wird.
0:50:58–0:51:02
Und dann aber eigentlich viel stärker als diese Storyline, das ist ja genau
0:51:02–0:51:07
diese Frage von Motoko, was sie als Leben ausmacht, was sie als Existenz ausmacht.
0:51:08–0:51:12
Das ist vielleicht auch noch interessant, diese Body, diese Cyber-Bodies werden
0:51:12–0:51:16
auch von einer Company hergestellt, die heißt Megatech.
0:51:17–0:51:23
Ja, Megatech ist im Prinzip, also nur die können diese hochentwickelten Cyborgs
0:51:23–0:51:28
dann auch bauen. Und es gibt halt mehrere von denen.
0:51:28–0:51:34
Da gibt es eine Szene, wo dann halt die Hauptdarstellerin fährt dann mit so
0:51:34–0:51:36
einer Fähre durch den Kanal, guckt.
0:51:36–0:51:42
Also das ist halt auch so diese Reflektion von Bildern. Also als so ein philosophisches
0:51:42–0:51:48
Thema spielt auch im Film visuell eine tragende Rolle, dass sie reflektiert
0:51:48–0:51:51
sich in Scheiben, sie taucht gerne, reflektiert sich in der Wasseroberfläche.
0:51:52–0:51:55
Also es gibt deswegen auch die Frage, ob sie Mensch ist oder nicht Mensch.
0:51:55–0:51:59
Also sie ist schon so, dass sie auch so bestimmte Vorlieben hat,
0:52:00–0:52:03
wie Tauchen. Das mag sie halt total gerne, da kommt sie zur Ruhe.
0:52:03–0:52:09
Und Barto unterstützt sie und nimmt sie aber auch als vollwertige Person wahr.
0:52:09–0:52:14
Also es ist auch dann wieder so, die Asimovschen Gesetze, dass dann auch eine
0:52:14–0:52:19
liberalere und diverse Gesellschaft auch gezeigt wird, in dem diese Absinthanz da ist.
0:52:19–0:52:23
Es ist ja keine Gefahr da, sondern es ist ja eigentlich eher so ein Tool.
0:52:24–0:52:30
Es führt ja für alle zu einer besseren Gesellschaft, der Einsatz von solchen Prothesen.
0:52:30–0:52:33
Aber diese Herstellung von diesen Körpern.
0:52:34–0:52:39
Obliegt halt nur einer Firma und wo auch dann Section Six da auch die Finger im Spiel hat.
0:52:39–0:52:45
Und dann sieht sie sich dann auch selber quasi als in einer anderen Situation
0:52:45–0:52:48
auf der Straße, wie sie dann halt einen Kaffee trinkt in irgendeiner.
0:52:49–0:52:51
Nicht Kneipe, sondern in so einem Café.
0:52:51–0:52:56
Und dann sieht sie sich durch die Scheibe und das könnte der gleiche Body sein,
0:52:56–0:53:02
aber gleichzeitig ist sie das ja auch. Sie geht dann vorbei an so Schaufensterpuppen
0:53:02–0:53:04
und dann auch diese Frage, was, ne?
0:53:04–0:53:11
Also was, wenn das die äußerliche Form von Figuren hat, ist es dann schon Leben?
0:53:11–0:53:14
Ist es dann schon eine Existenz? Ja, ist es dann schon irgendwie?
0:53:14–0:53:18
Und dann natürlich in dem Medium Anime, in so einem Zeichentrick,
0:53:18–0:53:21
ist ja auch dann wieder ein Abstraktionslevel, der da reingezogen wird.
0:53:21–0:53:26
Also ich will jetzt gar nicht so viel mehr über den Film erzählen, eine Handlung.
0:53:26–0:53:34
Er dann so zum Ende, wo sich aus ihrem philosophischen Dilemma so ein Ausweg,
0:53:34–0:53:38
weil sie fragt sich dann immer, also sie macht diese Einsätze,
0:53:38–0:53:39
sie jagt den Puppet Master,
0:53:39–0:53:42
ist da aber auch irgendwie im Dialog mit ihm.
0:53:42–0:53:45
Also das heißt, er beantwortet dann auch ihre Fragen, ja.
0:53:46–0:53:52
Und es gibt diese unglaubliche letzte Szene, also wo dann der Puppet Master,
0:53:52–0:53:56
der wurde dann gefangen genommen, wurde gehackt, aber der konnte dann entfliehen
0:53:56–0:54:04
mithilfe von anderen aus dieser Zelle, wo er von Section 6 dann quasi entschlüsselt werden sollte.
0:54:04–0:54:11
Und die verfolgen ihn dann in die Altstadt von dieser Megastadt.
0:54:12–0:54:15
Es gibt ein Altstadtviertel, was dann halt vor Jahren geflutet ist und da gibt
0:54:15–0:54:16
es noch so ein Naturkundemuseum.
0:54:16–0:54:20
Und in diesem Naturkundemuseum findet ihr dann Unterschlupf und da gibt es halt
0:54:20–0:54:22
so eine, quasi so der Endgegner.
0:54:23–0:54:28
Ja, die Form, deren der Puppetmaster sich bedient, ist ein Panzer,
0:54:28–0:54:29
der die Form hat von einer Spinne.
0:54:30–0:54:38
Und dann halt so mit massiven Feuerkraft dann in diesem Naturkundemuseum die
0:54:38–0:54:44
Hauptdarstellerin bekämpft, die dann über so ein Backdoor in dieses Gebäude einsteigt.
0:54:44–0:54:49
Und dann hast du halt diese ein bisschen episch übertriebenen Szenen,
0:54:50–0:54:59
wo du dann siehst, wie diese ganzen Säulen von den Kugelhagel zersplittert werden.
0:54:59–0:55:04
Und dann gibt es dann in diesem Museum diesen Stammbaum des Lebens.
0:55:04–0:55:09
Und du siehst dann halt so an der evolutionären Spitze den Homo sapiens sapiens.
0:55:09–0:55:13
Und dann perlt halt so ein Kugelhagel über diesen Lebensstand,
0:55:13–0:55:15
wo dann halt die ganzen Abzweigungen sind.
0:55:16–0:55:19
Also es ist halt so, und gleichzeitig so eine intensive Ambient-Musik,
0:55:20–0:55:27
was dann halt so eine unglaubliche Ruhe dann zwischen diesen Kugelgeräuschen dann passiert.
0:55:27–0:55:33
Also das ist so ziemlich stark erzählt. Und sie schafft es dann,
0:55:33–0:55:40
diesen Panzer zu knacken und das aber auch unter massiven Einsatz,
0:55:40–0:55:42
wo dann ihr Körper so anfängt zu splittern.
0:55:42–0:55:49
Ich habe die Szene noch in Erinnerung gehabt, die zieht dann diese Luke vom
0:55:49–0:55:54
Panzer auf und so eine Kraft aufwendet, dass dann ihr Knochen,
0:55:54–0:56:02
ihr ganzer künstlicher Körper zerspringt und gleichzeitig sie als so ein Torso da liegt.
0:56:02–0:56:06
Und der Puppet Master selber ist halt auch in so einem Torso recht baugleich
0:56:06–0:56:11
zu ihr, er hat zuletzt eine Diplomatin angenommen.
0:56:11–0:56:15
Und dann findet dieser letzte Dialog statt, dass dann vorgeschlagen wird, okay.
0:56:17–0:56:22
Um mich jetzt weiterzuentwickeln, ja, Kopien, also das ist auch so klar,
0:56:22–0:56:26
du kannst natürlich als technisches Programm unendliche Kopien von dir anfertigen,
0:56:26–0:56:30
aber dann geht es genau in diese Frage, was ist Leben, was ist Existenz?
0:56:30–0:56:35
Existenz ist natürlich auch eine künstliche Intelligenz, das funktioniert in der Existenz.
0:56:35–0:56:39
Aber Leben bedeutet eben Diversität und Leben bedeutet Fortpflanzung.
0:56:39–0:56:41
Das heißt, er kann nicht sich kopieren.
0:56:42–0:56:47
Er muss es dann halt den Genen gleich tun, indem er sich fusioniert.
0:56:47–0:56:49
Und das ist halt so der Deal.
0:56:49–0:56:53
Dann siehst du auch gleichzeitig, es werden so Helis angefordert,
0:56:53–0:56:55
die nehmen ihn dann ins Visier.
0:56:55–0:56:59
Du siehst hier über dieses Naturkundemuseum, was dann auch so eine gläserne
0:56:59–0:57:03
Kuppel hat, siehst du dann diese Heli schweben und die nehmen ins Visier,
0:57:03–0:57:06
die schießen ab und in dem Moment switcht er quasi in ihrem Body.
0:57:07–0:57:13
Sie wird auch eben durch diesen Beschuss verletzt und die letzte Szene ist dann,
0:57:13–0:57:20
wo Barto, also ihr Kollege, sie dann quasi mit so neuen prothetischen Elementen,
0:57:20–0:57:22
die sieht dann aus wie ein Kind.
0:57:22–0:57:26
Ja, also es wurde dann halt so, was er aufgetrieben hat, er meinte so,
0:57:26–0:57:29
sorry, ich habe nichts anderes aufgetrieben, aber sie ist dann eine verjüngte
0:57:29–0:57:33
Version von sich selber als Kind, auch wieder so sehr sinnbildlich nach der Fusion.
0:57:34–0:57:36
Und dieser letzte Dialog ist halt auch so.
0:57:38–0:57:43
Um erleben zu können, um für was Neues dann, um auch genau diese Variation oder
0:57:43–0:57:48
diese Diversität und diese, also jetzt nicht reine Kopie, sondern das war dann
0:57:48–0:57:51
auch das, was den Puppet Master zu ihr geführt hat, weil sie die einzige,
0:57:51–0:57:56
er hat ja verschiedene Shells ausprobiert, hat mit denen dann halt irgendwie,
0:57:56–0:57:58
hat gemerkt, der kommt dann nicht weiter,
0:57:58–0:58:03
das war halt so und sie war dann halt so diejenige, wo sie auch dann diese Fusion
0:58:03–0:58:09
dann eingehen kann mit ihm und dadurch dann halt halt ein neues Leben erschaffen kann.
0:58:09–0:58:14
Und dann geht es halt in diese Stufe des Lebens und nicht mehr nur der Existenz.
0:58:14–0:58:20
Und das läutet dann am Ende so eine neue Ära ein, wo dann sie mit einem Rucksack
0:58:20–0:58:25
geschultert, dann, ja, jetzt geht es los, jetzt geht es ins Leben.
0:58:25–0:58:27
Also irgendwie so ein positives Ende in diesem Ganzen.
0:58:28–0:58:32
Genau, du hast nicht viel gesagt. Ich habe die ganze Zeit geredet.
0:58:32–0:58:36
Ich glaube, du hättest ihn vorher sehen sollen, den Film. Ja,
0:58:36–0:58:38
aber das wäre jetzt so mein Thema.
Micz Flor
0:58:38–0:58:41
Ja, das ist interessant, weil ich würde den Film sofort immer empfehlen.
0:58:41–0:58:43
Aber ich habe gemerkt, als du erzählt hast, dass ich wirklich...
0:58:44–0:58:47
Mann, das ist bald 30 Jahre her, ne? Ja.
0:58:48–0:58:51
Dass ich da wirklich den Plot so ein bisschen vergessen habe.
Florian Clauß
0:58:51–0:58:55
Ja, ich muss dir auch gestehen, ich war immer unglaublich fasziniert von dem
0:58:55–0:58:58
Plot. Aber ich habe es nie ganz verstanden in der Geschichte.
0:58:59–0:59:02
Und ich habe jetzt auch noch mal, als ich hierher gefahren bin,
0:59:02–0:59:05
wir dann die Untertitel gelesen auf Deutsch.
0:59:06–0:59:08
Das ist halt auch ziemlich geil, weil dann kann man nochmal gucken,
0:59:09–0:59:13
was der Film erzählt. Die deutschen Untertitel kannst du ja so weglesen.
Micz Flor
0:59:13–0:59:16
Ja, aber wo hast du die her? Du hast jetzt quasi nur die... Nein,
0:59:16–0:59:18
nein, ich hab den Film auch gesehen und ich hab dann auch geguckt.
0:59:18–0:59:20
Aber wo hast du die Untertitel?
Florian Clauß
0:59:20–0:59:23
Nein, die Untertitel kriegst du überall. Also Open Subtitles.
Micz Flor
0:59:24–0:59:26
Wo müssen wir lang? Ganz kurz?
Florian Clauß
0:59:26–0:59:28
Ja, wir müssen jetzt hier so über die Straße.
0:59:30–0:59:33
Und wir sind jetzt vor der Schaubühne. Also ich würde mal sagen,
0:59:34–0:59:38
wir haben so die Hälfte der Strecke geschafft, die wir uns vorgenommen haben.
0:59:39–0:59:48
Aber wir gehen jetzt hier über den Kurfürstendamm und dann queren wir die Straße
0:59:48–0:59:51
und biegen links ab und Richtung Lietzensee.
0:59:52–0:59:59
Ja, Mensch. Also ich meine, was mich dann nochmal so aufgewühlt hat in der ganzen
0:59:59–1:00:00
Auseinandersetzung ist halt
1:00:00–1:00:06
diese ganze Diskussion um künstliche Intelligenz, um Machine Learning.
1:00:06–1:00:10
Was ist Intelligenz? Also das knüpft auch an diese Episoden an,
1:00:10–1:00:14
die wir gemacht haben von biologischer Intelligenz.
1:00:14–1:00:21
Also die Frage von wann passiert Intelligenz, wann passiert Leben,
1:00:22–1:00:25
ist es gleichwertig, ist es irgendwie,
1:00:26–1:00:30
also das ist natürlich in so einer Science-Fiction-Blase dann erzählt,
1:00:30–1:00:34
aber trotzdem genau dieser Punkt,
1:00:34–1:00:41
wenn künstliche Intelligenz intelligent wird, dann ist es zu spät,
1:00:41–1:00:43
dass wir es merken, weil dann ist es schon vorbei.
1:00:44–1:00:48
Also das ist ja genau dieser Punkt, wo geht es drüber, wo kann sich was entwickeln,
1:00:48–1:00:50
was nicht mehr kontrollierbar ist.
1:00:51–1:00:55
Aber wenn es dann halt so eine gewisse Intelligenzform angenommen hat,
1:00:55–1:01:02
ist es dann auch eine Vernunftsform, die sich damit dann halt auch impliziert
1:01:02–1:01:06
und eben nicht bedrohlich ist, sondern reflexiv.
Micz Flor
1:01:08–1:01:14
Ja, ich glaube, bei dem Ghost in the Shell-Film ist ja schon dieses Leibthema,
1:01:14–1:01:16
also Shell und Ghost, wichtig.
1:01:16–1:01:24
Und man hängt sich so, finde ich, oft immer ein bisschen an diesem Ghost-Teil
1:01:24–1:01:25
und weniger an dem Shell-Teil dran.
1:01:26–1:01:30
Und gleichzeitig ist es so, wie du ja schon gesagt hast, die Hauptfigur taucht
1:01:30–1:01:32
unglaublich gern, das beruhigt sie so.
1:01:32–1:01:37
Und das ist natürlich dann genau diese pränatale Erinnerung,
1:01:37–1:01:44
die wir als Zuschauer sehen, wo sie aus diesem Trog gehoben wird und sich dann in die Welt kommt.
1:01:44–1:01:48
Das ist ja eine Form der Geburt, so mit GeburtshelferInnen.
1:01:48–1:01:51
Ich weiß nicht, wie das bei Maschinen genannt wird.
1:01:52–1:01:56
Und sie taucht gerne und weiß gar nicht genau, warum.
1:01:57–1:02:00
Das ist halt einfach was, was sie gerne macht, wird ja auch nicht wirklich reflektiert.
1:02:00–1:02:04
Aber das ist ja genau der Punkt, wo sich auch diese Seele und Körper verbinden,
1:02:04–1:02:07
dass man da wirklich so einen Rückblick noch mal hat auf diese eigene,
1:02:07–1:02:13
frühe, ja eben pränatale, in utero Flüssigkeitsfeeling.
1:02:14–1:02:18
Was selbst, was ja, wie du schon gesagt hast, was ja den Charakter auch unglaublich
1:02:18–1:02:24
menschlich macht, dass die sowas hat, dass sie sowas will, dass die gerne taucht.
1:02:24–1:02:26
Warum das denn? Und ich denke, dass so.
1:02:28–1:02:33
Und Sexualität hast du schon beschrieben und natürlich kommt dann in diesem
1:02:33–1:02:37
ganzen Thema irgendwie auch das Interpersonelle mit rein.
1:02:38–1:02:41
Man möchte, also man mag die Person.
1:02:41–1:02:45
Was wäre jetzt, wenn es einfach so wie, wenn man den gleichen Film machen würde
1:02:45–1:02:49
und diese Person sähe aus wie Wall-E, auch künstliche Intelligenz.
1:02:49–1:02:53
Du würdest nicht mit den gleichen Emotionen an diesem Kampf hängen.
1:02:53–1:02:57
Das wäre einfach anders. Das heißt, das Äußere ist total wichtig,
1:02:57–1:03:01
der Körper ist wichtig, auch in der Art, wie wir damit uns verbinden können,
1:03:01–1:03:04
auch bevor wir wissen, ob die Person jetzt menschlich ist oder Android.
1:03:04–1:03:09
Also wir verbinden uns einfach mit dem Bild und dann entsteht eine interpersönliche
1:03:09–1:03:13
Relation, eine Projektionsfläche, die wir dann auch irgendwie Hoffnung oder
1:03:13–1:03:17
Befürchtung haben, bevor wir die Person überhaupt erfassen können.
1:03:18–1:03:22
Und das meinte ich halt vorhin auch. Also es ist halt so, du brauchst natürlich,
1:03:23–1:03:29
Wally hat ja keinen Beobachter, obwohl dann da die Kamera steht und ihn filmt,
1:03:29–1:03:31
wie er diese ganzen Würfel macht aus Müll.
1:03:33–1:03:38
Aber es ist, denke ich, schon irgendwie Teil von diesem Identitätsthema,
1:03:39–1:03:43
ist ja auch gesehen zu werden. Ja, und Einsamkeit ist ja nicht von ungefähr ein großes Thema.
1:03:43–1:03:50
Also irgendwie in unserem Konzept von, was ist der Mensch, da wird nie davon
1:03:50–1:03:54
ausgegangen, dass es ein Plural ist, sondern es ist immer so,
1:03:54–1:03:55
okay, was ist der Mensch?
1:03:56–1:03:59
So ein bisschen wie du in der einen Folge beschrieben hast, dass der Wald,
1:03:59–1:04:03
da denkt man halt, das sind Bäume, sind der Wald, aber die Wahrheit ist,
1:04:03–1:04:04
die Bäume sind nur die Früchte vom Wald.
1:04:04–1:04:08
In der Wald ist dieses Gewebe unten drunter, diese Verbindung mit allem.
1:04:09–1:04:13
Und da finde ich das bei Ghost in the Shell schon so, die Person wirkt immer
1:04:13–1:04:21
ein bisschen einsam und gleichzeitig finde ich schon, dass es die ganze Zeit auch darum geht,
1:04:22–1:04:29
dass wir als Zuschauer uns verbinden wollen.
1:04:29–1:04:33
Also wir wollen weiter, die ist uns einfach unglaublich sympathisch.
1:04:33–1:04:38
Wir wollen, dass die gewinnt und so. Es ist jetzt wie ein Animationsfilm,
1:04:38–1:04:40
da kann die Person gestalten, wie man will.
1:04:40–1:04:44
Aber es gibt ja so Filme, wo man dann denkt, ja, ich kann mich mit dem Charakter
1:04:44–1:04:45
irgendwie nicht so verbinden.
1:04:45–1:04:50
Es interessiert mich einfach nicht, ob der jetzt irgendwie in der vierten Staffel
1:04:50–1:04:52
dann umgebracht wird oder nicht.
1:04:53–1:05:00
Aber bei diesem Thema Intelligenz und Leben und Sein und Leib und Körper und
1:05:00–1:05:03
Seele, da finde ich schon, dass das nicht so sehr um...
1:05:04–1:05:07
Künstliche Intelligenz per se geht, sondern du hast das ja auch schon gesagt,
1:05:07–1:05:10
es geht glaube ich wirklich um das Gefüge.
Florian Clauß
1:05:10–1:05:17
Also was für mich auch eine Frage ist, inwieweit wie weit kann sich überhaupt Form von,
1:05:19–1:05:24
intelligentem Leben ohne Körperlichkeit entwickeln, weil der Ghost ist ja so
1:05:24–1:05:30
einer, der dann halt hüpft von Körper zu Körper, aber irgendwie auch als Intelligenz, als Entität,
1:05:31–1:05:36
in so einem Netz leben kann oder zumindest existieren kann.
1:05:37–1:05:42
Aber diese Körpererfahrung, was jetzt sie als ein Cyborg hat,
1:05:43–1:05:49
macht sie ja so offen für so philosophische Fragen und Themen.
1:05:50–1:05:52
Also diese Körperlichkeit.
1:05:53–1:05:58
Und das ist halt so auch die Frage von überhaupt in diesem ganzen Diskurs,
1:05:58–1:06:05
wie sich dann Intelligenz ohne so eine Körperrückmeldung,
1:06:05–1:06:09
so ein Rückkopplungssystem durch Körper überhaupt existieren kann.
1:06:10–1:06:15
Also sei es jetzt irgendwie beim Tier, beim Menschen oder wo auch immer.
1:06:15–1:06:19
Aber irgendwo ist ja immer wieder so eine, zwischen Geist und Körper,
1:06:19–1:06:23
so eine Wechselbeziehung, die ja erstmal so etwas wie Leben dann ausmacht.
Micz Flor
1:06:23–1:06:28
Und die aber so selten diskutiert wird, natürlich. Wir hatten irgendwie,
1:06:29–1:06:31
das war lange vor eigentlich, ich weiß gar nicht, wann das war.
Florian Clauß
1:06:32–1:06:34
Wo du den Rippenbruch hattest.
Micz Flor
1:06:34–1:06:39
Nee, vor unserer Podcast-Venture.
Florian Clauß
1:06:39–1:06:45
Ach so. Nee, aber da hatten wir das ja auch mal so an, also dieses Leiden von Intelligenz.
Micz Flor
1:06:45–1:06:50
Das stimmt, ja. Das wurde dann zum Thema. Dieser Schmerz, der Schmerz.
Florian Clauß
1:06:51–1:06:51
Schmerzerfahrung.
Micz Flor
1:06:52–1:06:52
Schmerzerfahrung.
Florian Clauß
1:06:52–1:06:57
Ja, also man kann, glaube ich, jetzt so verschiedene Aspekte in diesem Film
1:06:57–1:07:03
so wunderbar diskutieren und hat da auch einfach so schöne Gedankenanstöße drin.
1:07:03–1:07:09
Deswegen, ja, und nach wie vor, die Faszination bei dem Film ist bei mir geblieben.
1:07:09–1:07:14
Ich finde das nach 30 Jahren knapp, jetzt gucken immer noch ganz stark.
1:07:15–1:07:17
Es gibt so Filme, die nicht altern.
1:07:18–1:07:22
Akira wäre, glaube ich, auch so ein Film, der natürlich auch ästhetisch gesehen,
1:07:25–1:07:30
da verzeiht man mehr, als bei irgendwelchen animierten Filmen, ne?
Micz Flor
1:07:32–1:07:32
Wieso meinst du?
Florian Clauß
1:07:33–1:07:37
Also Science-Fiction-Filme, wo dann zum ersten Mal CGI eingesetzt wurde,
1:07:37–1:07:42
aus den 90er Jahren anguckst, da gibt's ganz viel, was dann halt einfach nicht
1:07:42–1:07:44
gut alt hat, weil es halt nicht mehr gut aussieht.
1:07:44–1:07:47
Während bei so einer Anime-Geschichte, die funktioniert nicht immer,
1:07:47–1:07:51
also die Ästhetik kennt man ja auch noch aus den Vorabend-Serien,
1:07:51–1:07:53
die dann halt genau so etwas trashiger,
1:07:53–1:08:00
damals halt aufwendiger produziert sind, aber ja das funktioniert bei dem Film noch sehr gut.
Micz Flor
1:08:01–1:08:05
Also für mich ist jetzt 30 Jahre später die Diskussion, dass wir eben nicht
1:08:05–1:08:10
über das über die Action und das Hacken und sowas sprechen, sondern dass wir
1:08:10–1:08:16
über Leiblichkeit, Körper und Geist so reden, das ist für mich neu.
1:08:18–1:08:21
Künstliche Intelligenz Diskussion dann auch über den,
1:08:25–1:08:29
Wie sagt man das? Nur über meine Leiche gibt es doch diesen Spruch.
1:08:29–1:08:32
Und da ist ja auch der Körper drin und irgendwie dieses Gefühl,
1:08:32–1:08:36
dass die Diskussion eben nicht über eine Leiche geführt werden kann,
1:08:37–1:08:39
sondern dass Intelligenz und Körperlichkeit irgendwie zusammenhängen.
1:08:41–1:08:45
Raum, wahrscheinlich dann auch ein Thema, ist Räumlichkeit. Da sind wir dann
1:08:45–1:08:49
auch wieder bei laufend reden und beim Laufen reden,
1:08:49–1:08:57
weil wir ja auch diesen Raum einnehmen, so in der Stadt und uns damit dann auch irgendwie verbinden.
1:08:58–1:09:02
Wobei ich lustigerweise es gar nicht so sehr habe, dass unsere Podcast-Gespräche
1:09:02–1:09:04
mit Orten verbunden sind.
Florian Clauß
1:09:04–1:09:09
In mir geht es schon so. Also wenn ich dann irgendwann später mal wieder so
1:09:09–1:09:15
an eine Ecke von Berlin komme, dann denke ich, ach hier haben wir doch über Voyager gesprochen.
Micz Flor
1:09:16–1:09:18
Doch, das stimmt. Das habe ich im Südkreuz.
Florian Clauß
1:09:18–1:09:23
Ja, siehst du. Genau, das ist kognitive Mapping, was wir uns da hier erschließen.
1:09:23–1:09:28
Nach wie vor, was natürlich auch unsere ganz individuellen Erfahrungen sind,
1:09:28–1:09:33
aber wo wir dann so eine Ortsbeziehung entwickeln.
1:09:37–1:09:45
Ja, also ich würde sagen, mehr ist nicht zu sagen, also ich glaube,
1:09:45–1:09:51
wir haben das jetzt irgendwie so ganz ausführlich erörtert und ja,
1:09:51–1:09:54
ich kann auch noch mal den Appell starten,
1:09:55–1:09:59
kann man sich gut anschauen, ist auch noch nicht mal 90 Minuten lang.
1:09:59–1:10:04
Echt, ja? Ja, ist 82 Minuten lang, der Film. Gut, Mitch.
Micz Flor
1:10:04–1:10:07
Ja, danke auch für die Tour. Ich bin total gespannt, wo wir jetzt rauskommen.
1:10:08–1:10:10
Irgendwie sieht das so vertraut aus, aber...
Florian Clauß
1:10:10–1:10:14
Ist es nicht, ne? Es ist schon was anderes hier. Ich kenne das auch noch nicht,
1:10:14–1:10:17
muss ich ehrlich sagen. Wir gehen jetzt quasi unter die Brücke.
1:10:19–1:10:25
Unter die Brücke in Richtung Lietzensee. Mal schauen, wo uns das noch hinschwirrt.
1:10:25–1:10:27
Wir müssen ja nochmal jetzt gleich einkehren.
Micz Flor
1:10:27–1:10:31
Ja, ich möchte auf jeden Fall noch mit dir jetzt was essen. Ja, machen wir.
1:10:32–1:10:35
In diesem Sinne lassen wir jetzt einfach die anderen außen vor.
1:10:36–1:10:38
Vielen Dank fürs Zuhören, dass ihr dabei geblieben seid.
1:10:39–1:10:41
Es gibt wirklich nicht mehr so viel zu sagen.
1:10:42–1:10:44
Abschließend, ich habe das Gefühl, weil du vorhin gesagt hast,
1:10:46–1:10:49
getroffen, aber es hat mich dann irgendwie auf einmal so erschüttert.
1:10:49–1:10:52
Da habe ich nichts gesagt, aber es stimmt, ich habe dir zugehört.
1:10:52–1:10:56
Aber es war sehr schön. Es war sehr schön.
1:10:56–1:10:58
Ja, vielen Dank auch.
1:10:59–1:11:03
Wie immer unter eigentlich-podcast.de.
Florian Clauß
1:11:03–1:11:07
Könnt ihr dann die Informationen zu den folgenden Folgen abrufen,
1:11:07–1:11:11
den Track, den wir gelaufen sind, runterladen.
Micz Flor
1:11:11–1:11:12
Check the Track.
Florian Clauß
1:11:12–1:11:16
Und auch, du hast dieses Mal total viele Fotos gemacht. Nee,
1:11:16–1:11:17
so viel habe ich gar nicht gemacht.
1:11:17–1:11:21
Du warst dauernd mit dem Handy am Fotografieren. Ja, ich schickte die alle.
1:11:22–1:11:28
Wir veröffentlichen dann auch immer in der Episode die Fotos von den Straßen,
1:11:28–1:11:29
wo wir langgelaufen sind.
1:11:29–1:11:35
Das war eigentlich Podcast Episode 42.
1:11:36–1:11:42
Dann das nächste Mal übernimmt Mitch. Ich sage Tschüss, bis in zwei Wochen.
Micz Flor
1:11:42–1:11:45
Und ich sag Papa, Baba.

Mehr

"Never listen to what people say. Just watch what they do." (Chrisjen Avasarala, S02E01)

Unser Thema ist die Serie "The Expanse", eine Meisterleistung im World Building. Ursprünglich als Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) geplant, wurde sie später zu einer Streaming- und TV-Serie umgewandelt. Die letzte Staffel wurde gestreamt, und das letzte Buch wurde veröffentlicht. Es ist also an der Zeit, einen umfassenden Blick auf das Gesamtwerk zu werfen. Obwohl wir vor Plot-Spoilern warnen, kommen wir gar nicht dazu, da wir uns in unserer Begeisterung für die neun Romane, die zusätzlichen Novellen und die für das Fernsehen vom Syfy Network adaptierte Serie verstricken, die jedoch nach drei Staffeln abgesetzt wurde. (Amazon erwarb die Rechte und produzierte drei weitere Staffeln.) Die Handlung spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit das Sonnensystem kolonisiert hat. Der Konflikt zwischen der Erde, dem Mars und den "Belters" im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter eskaliert, als eine mysteriöse außerirdische Technologie namens Protomolekül auftaucht. Die Serie beginnt ohne große Einleitung und nimmt das Publikum mit auf eine Entdeckungsreise durch die Expanse-Welt. Wir hingegen versuchen einleitend eine Zusammenfassung, die jedoch immer wieder scheitert, denn das World Building von "The Expanse" ist ebenso umfassend und scheinbar endlos wie das von Star Wars. Auf einmal ist die Zeit schon um und wir haben kaum begonnen und doch schon zu viel gesagt! Worin wir uns einig sind: Cast, Technik, Locations und Plots begeistern genauso wie die Leichtigkeit, mit der die Welt immer größer wird und jedes Buch schon fast wie ein anderes Genre erscheint. Auch das Protomolekül entwickelt sich weiter: von einer Art Phage, die Zellen befällt, zu einer umfassenden verschollenen Alien-Kultur, die ganze Sonnensysteme in diamantene Festplatten umwandeln und fast-kollabierende Sterne zu Mausefallen umfunktionieren kann.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Micz Flor
Erzähler
avatar
Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:02
Und heute wird nicht geklatscht.
Florian Clauß
0:00:02–0:00:05
Doch, wir müssen nochmal klatschen. Warum? Für das Backup.
Micz Flor
0:00:06–0:00:08
Hä, das ist doch auch Stereo.
Florian Clauß
0:00:08–0:00:11
Nee, das ist ja, quasi jeder Sender nimmt ja einzeln auf.
Micz Flor
0:00:12–0:00:15
Ich dachte du nimmst, ach, im Sender ist die nicht eingefahren.
Florian Clauß
0:00:15–0:00:20
Ja, ja, ja, das war der Punkt, warum ich das Backup nicht eingefahren hab.
0:00:20–0:00:22
Also nee, das Firmware-Update, so rum.
0:00:23–0:00:26
Und erst als ich dann die Sender angeschlossen hab, hat der mir gesagt,
0:00:26–0:00:30
hier mach mal Firmware-Update. Und damit konnte ich dann halt gleich das Backup
0:00:30–0:00:32
machen. Also müssen wir klatschen.
Micz Flor
0:00:33–0:00:39
Gut. Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast.
Florian Clauß
0:00:40–0:00:46
Der Podcast, wo wir im Laufen reden und redend laufen. Oder sowas in der Art.
Micz Flor
0:00:46–0:00:47
Laufend reden.
Florian Clauß
0:00:47–0:00:55
Laufend reden. Und wir sind jetzt ganz schön hier gerade aus der Janowitzbrücke.
Micz Flor
0:00:57–0:01:00
Haben wir uns getroffen s bahnhof
0:01:00–0:01:05
janowitz brücke und laufen richtung wohin
0:01:05–0:01:13
laufen eigentlich wünscht also ich habe mich so ein richtiges ziel ist lustig
0:01:13–0:01:18
was ist unser ziel das da ist mein destination also was heißt das eine buch
0:01:18–0:01:20
was wir nachher referenzieren werden aber ich,
0:01:22–0:01:26
Ich weiß nicht genau. Wir hatten drüber gesprochen. Mein Wunsch war so ein bisschen,
0:01:26–0:01:34
dass wir rübergehen zum Kino International und dann die Straße langlaufen und irgendwie in so einem,
0:01:35–0:01:39
es ist nicht die Allee der Kosmonauten, aber irgendwie so ein Gefühl haben von
0:01:39–0:01:45
dieser Zeit, als man euphorisch dachte, man kann so den Mond und dann den Rest
0:01:45–0:01:50
des Sonnensystems erobern, wo die Architektur eben gerade hier auch natürlich...
Florian Clauß
0:01:50–0:01:52
Hat das irgendwas mit deinem Thema zu tun?
Micz Flor
0:01:52–0:01:54
Hat mit meinem Thema zu tun.
Florian Clauß
0:01:54–0:01:58
Und was ist dein Thema? Nachdem wir letzte Episode, ich hatte es ja angekündigt,
0:01:58–0:02:02
meinen Dreiteiler gemacht haben über Kinogeschichte der 90er,
0:02:03–0:02:05
ist jetzt natürlich spannend, was hast du?
0:02:05–0:02:10
Willst du dich wieder anschließen, mein Thema?
0:02:10–0:02:12
Oder willst du etwa ausscheren?
Micz Flor
0:02:13–0:02:16
Ich schere aus und ich wollte es mir leicht machen. Ich habe gemerkt,
0:02:16–0:02:17
das ist gar nicht so leicht.
0:02:17–0:02:21
Und für die, die jetzt noch nicht den Titel gelesen haben, singe ich jetzt was
0:02:21–0:02:24
dann kommt man vielleicht drauf weil ich finde das worüber wir sprechen was
0:02:24–0:02:32
sowohl eine buchserie als auch eine fernsehserie sagt man nicht mehr oder es ist eine tv show,
0:02:34–0:02:38
okay eine serie ist ich habe
0:02:38–0:02:41
dieses lied was ich schon lange kenne es hat mich irgendwie daran erinnert
0:02:41–0:02:45
und hin und her dass dabei etwas umgedichtet und es geht so fli me
0:02:45–0:02:48
to the moon and let me
0:02:48–0:02:53
rest amongst the stars let me
0:02:53–0:02:57
see what spring is like on jupiter
0:02:57–0:03:13
and mars in other words we a fan of the tv and book series the expanse also es geht um The Expanse.
0:03:13–0:03:16
Und ich habe jetzt einfach mal gesagt, wir sind beide Fans. Ich glaube,
0:03:16–0:03:19
das stimmt gar nicht so, weil du bist irgendwann ausgestiegen.
Florian Clauß
0:03:19–0:03:20
Nee, stimmt überhaupt nicht.
Micz Flor
0:03:21–0:03:24
Und ich wollte es mir irgendwie leicht machen, weil ich habe die Serie gesehen
0:03:24–0:03:27
und ich habe alle Bücher gelesen, bis auf das letzte.
0:03:27–0:03:30
Und diese Show wird auch voller Plot-Spoiler sein.
0:03:31–0:03:36
Weil, bis auf das, es sei denn, die komplette Story-Arc nicht,
0:03:36–0:03:37
weil das letzte Buch habe ich noch nicht gelesen.
0:03:37–0:03:40
Das heißt, da habe ich auch extra nicht geguckt, wo es da geht.
0:03:40–0:03:43
Und Plot Summary auch nicht gelesen.
Florian Clauß
0:03:43–0:03:45
Dann kann ich dich jetzt voll spoilern.
Micz Flor
0:03:45–0:03:46
Du weißt es schon.
Florian Clauß
0:03:46–0:03:48
Ich habe die letzte Serie geguckt.
Micz Flor
0:03:48–0:03:52
Die letzte Serie? Die sechste Serie von Amazon habe ich auch gesehen.
0:03:53–0:04:00
Aber das ist nicht das Ende der neuen... Es sind neun Bücher und es wurden nur
0:04:00–0:04:06
sechs Bücher verfilmt plus in der letzten Staffel noch eine Kurzgeschichte.
0:04:06–0:04:12
Es gab so ein paar Novellas, die zwischen den eigentlichen Büchern spielen und,
0:04:14–0:04:19
Davon wurden so ein paar Ideen dann auch im TV. Also bei Amazon ist es nicht
0:04:19–0:04:25
mehr TV, aber vorher bei Sci-Fi, die ersten drei Staffeln wurden von Sci-Fi produziert.
0:04:25–0:04:28
Da war es wahrscheinlich wirklich noch TV, oder?
0:04:29–0:04:32
Aber dann wurde das von Amazon Prime übernommen.
0:04:32–0:04:38
Und irgendwie, na doch, Amazon nennt sich auch TV, oder? Gibt es das?
Florian Clauß
0:04:38–0:04:44
Ja, also auf jeden Fall hat die ganze Serie ab der dritten Staffel einen extremen
0:04:44–0:04:47
Budget-Boost erfahren.
0:04:48–0:04:55
Das merkt man an den Spezialeffekten. Und ja, also es ist fast jede einzelne
0:04:55–0:04:59
Folge ist produziert wie ein Kinofilm, kann man schon so sagen.
Micz Flor
0:04:59–0:05:02
Zumindest du ja auch bei einer science fiction
0:05:02–0:05:05
serie immer wieder dieses in
0:05:05–0:05:09
diesem spagat machen muss zwischen was kostet
0:05:09–0:05:11
eine folge ja wie viel budget habe ich
0:05:11–0:05:20
für special effects und wieviel folgen muss ich jetzt noch machen ja das stimmt
0:05:20–0:05:24
und es ist auch irgendwie so ich weiß nicht wie es dir gegen rückblickend die
0:05:24–0:05:28
erste sie kennen vielleicht mal für die die noch gar nicht wissen worüber wir
0:05:28–0:05:30
jetzt gerade reden, weil wir steigen jetzt schon so ein bisschen an wie so,
0:05:32–0:05:37
David Topgeeks. Der hat gerade so ihren neuen The Expans.
Florian Clauß
0:05:39–0:05:43
Du bist ja auch einer, der immer die Bücher liest, so wie bei Jack Reacher.
0:05:44–0:05:48
Haben wir ja auch schon mal thematisiert. Alle Bücher gelesen und dann erst den Film geguckt.
0:05:48–0:05:52
So soll es sein. Harry Potter weiß ich nicht genau, warum du das gemacht hast.
Micz Flor
0:05:52–0:05:55
Ja, ist lustig, weil ich habe nämlich auch über das Lesen habe ich auch nachgedacht
0:05:55–0:05:58
und dieses Lied, was du mir mal gezeigt hast, kam glaube ich von dir.
0:05:59–0:06:06
Wo dieses, wie hieß die Nummer? Die, äh, die, äh, Lord of the Rings,
0:06:07–0:06:08
the book was probably better.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:15
The Awesome, Evil, nee, Axes of Awesome oder sowas. Axes of Awesome.
Micz Flor
0:06:16–0:06:20
He's called Geoffrey, not Joffrey. Nee, die andere und dann so.
0:06:20–0:06:24
Ja, da musste ich so dann denken, wo einer sich dann total aufregt über die
0:06:24–0:06:29
Leute, die dann die Singer im im Fernsehen gesehen haben und die Bücher nicht gelesen haben.
Florian Clauß
0:06:29–0:06:32
Und vor allen Dingen diejenigen, die die Bücher gelesen haben,
0:06:32–0:06:34
das schon vor 20 Jahren gemacht haben. Genau.
Micz Flor
0:06:34–0:06:37
I waited 15 years for the Dance of Dragons!
Florian Clauß
0:06:37–0:06:42
15 years for the Dance of Dragons! 15 years! Und jetzt Rage.
Micz Flor
0:06:42–0:06:48
Genau, Rage Against the Machine. Da musste ich auch wirklich an dich denken, weil es ist schon...
0:06:49–0:06:52
Interessant, du hast ja auch mit meinem Bruder Chris immer mal so folgendes
0:06:52–0:06:56
gesagt, und Chris und ich sind in unserer Dreiergruppe eigentlich plus auf Signal
0:06:56–0:06:58
sind wir ja dann so die, die sich,
0:06:59–0:07:01
über Bücher, also nicht, wir reden ja nicht über Bücher, weil wenn,
0:07:01–0:07:03
dann schreiben wir, wir schreiben auch nicht viel über Bücher,
0:07:03–0:07:06
aber trotzdem habe ich immer das Gefühl, das ist sowas, was,
0:07:07–0:07:12
dich so ein bisschen abtrennt eigentlich von mir, dass du gar nicht so ich hatte
0:07:12–0:07:14
dir ja sogar mal Nicht nur das, Mitch, nicht nur das.
Florian Clauß
0:07:16–0:07:19
Nicht nur oder ein E-Book drin in uns.
Micz Flor
0:07:20–0:07:25
Also, The Expanse. Das ist jetzt so ein bisschen formell. Da gehe ich mal so
0:07:25–0:07:27
durch, um mal so eine Fassung zu machen.
0:07:27–0:07:31
Und danach gehen wir wieder zurück in diesen Banter, wo wir uns einfach die Dinge so zuwerfen.
0:07:31–0:07:35
The Expanse ist sowohl eben eine Science-Fiction-Roman-Serie,
0:07:35–0:07:37
wie die entstanden ist, fand ich auch ganz spannend.
0:07:38–0:07:43
Das hat dann eben auch mit diesem Nerd-Wesen zu tun, weil es war ursprünglich
0:07:43–0:07:51
geplant, als als Online-Multi... Wie heißt das nochmal?
0:07:54–0:07:56
MMPORG oder wie heißt das nochmal?
0:07:59–0:08:04
MMORPG, genau. Massively Multiplayer Online Roleplaying Game. Das war die Uridee.
0:08:04–0:08:07
Hatte einer der beiden Autoren. Das ist quasi der Pen-Name.
Florian Clauß
0:08:07–0:08:11
Von welchem Jahr reden wir jetzt?
Micz Flor
0:08:11–0:08:19
Wir sind jetzt Anfang der Nullerjahre. Also das erste Buch erschien 2011,
0:08:19–0:08:23
also könnte man sagen, das ist so fast zehn Jahre in Entstehung,
0:08:23–0:08:31
in der Entwicklung von einem Rollenspiel-Weltensystem bis hin zum ersten Buch
0:08:31–0:08:32
sind fast zehn Jahre vergangen.
0:08:34–0:08:40
Das Ganze wurde als ursprünglich zwölf Bücher-Story-Arc angelegt und dann haben
0:08:40–0:08:43
die aber wohl zwischen drittem und viertem Buch, Buch habe ich im Interview
0:08:43–0:08:46
gehört, haben die so gemerkt, also alles weggeschmissen haben,
0:08:46–0:08:47
was sie dann doch nicht so gut fanden,
0:08:47–0:08:51
wurde das Ganze irgendwie auf neun Bücher beschränkt.
0:08:51–0:08:55
Und ich habe dann auch noch ein anderes Interview gehört, wo die dann auch noch
0:08:55–0:08:56
mal irgendwie so relativ,
0:08:58–0:09:04
relativ confident irgendwie so meinen, ja, wir haben auf alle Fälle die neun Bücher bereit.
0:09:04–0:09:08
Also wenn Amazon da mitmacht, wir haben genug Material.
0:09:09–0:09:12
Aber Amazon hat ja scheinbar dann nach der sechsten Staffel,
0:09:12–0:09:16
was auch mehr oder weniger das sechste Buch plus X ist, aufgehört.
Florian Clauß
0:09:17–0:09:23
Also das war jetzt, war das so eine Startup-Idee oder war das initiiert von Amazon?
Micz Flor
0:09:24–0:09:27
Wir machen jetzt erstmal ganz kurz das Intro für die, die Xpense noch gar nicht
0:09:27–0:09:31
kennen. Und dann rutsche ich genau in deine Fragen auch so ein bisschen mit rein.
0:09:32–0:09:36
Im Amerikanischen, wo es erschienen ist, oder im Englischsprachigen,
0:09:36–0:09:42
heißt der Pen Name, also das Pseudonym, James S.A. Corey. Im Deutschen aber nur James Corey.
0:09:43–0:09:47
Und das sind die beiden Autoren Daniel Abram und Ty Frank.
0:09:47–0:09:51
Und die sind auch, das wird auch in Interviews immer diskutiert,
0:09:51–0:09:55
wenn du die hörst, die haben leicht unterschiedliche Stimmen,
0:09:55–0:09:59
aber so inhaltlich und in der Attitude sind die sich wirklich sehr ähnlich.
0:09:59–0:10:02
Also man hat wirklich so ein Gefühl von einer Brüderschaft. und die sagen auch,
0:10:02–0:10:06
dass viele immer vermuten, wenn man zu zweit schreibt, dann muss man sich irgendwann verkrachen.
0:10:07–0:10:12
Aber die kennen das nicht, also die haben das nie erlebt, sondern im Gegenteil.
0:10:12–0:10:15
Die haben immer das Gefühl, dass wenn einer gerade bei der Filmproduktion ist
0:10:15–0:10:19
oder der andere gerade irgendwie bei einer Messe oder sowas,
0:10:19–0:10:21
dass der immer für beide sprechen kann.
0:10:22–0:10:26
Auf jeden Fall, die beiden haben eng zusammengearbeitet, haben etwas anderen
0:10:26–0:10:30
Hintergrund. Danny Abraham war schon Autor, hat schon eine Reihe von Büchern
0:10:30–0:10:34
geschrieben, 69 geboren beide, also sind jetzt 54.
0:10:35–0:10:46
Und Ty Frank wird auch eben als Novelist, aber hat eben diese Publikation, im Prinzip geht seine,
0:10:47–0:10:53
in Anführungszeichen, Karriere wirklich erst mit The Expanse los.
0:10:54–0:10:58
Und bei Danny Abraham ist es irgendwie ganz interessant, dass er auch so auf
0:10:58–0:11:05
seiner eigenen Wikipedia-Seite, da auf seiner Homepage, The Expanse immer so erst als zweites nennt.
0:11:05–0:11:08
Also ich glaube, er hat irgendwie schon so einen Wunsch, dass seine Erfolge
0:11:08–0:11:12
auch vor The Expanse best known for, gibt es ja immer sowas.
0:11:12–0:11:14
Und da hat er ein paar andere Sachen stehen, die ich nicht knowe.
0:11:15–0:11:19
Aber The Expanse, glaube ich, ist wahrscheinlich sein bekanntestes Werk.
0:11:21–0:11:28
Der erste Roman hieß Leviathan Awakes oder Leviathan erwacht und wurde 2011 geschrieben.
0:11:28–0:11:34
Und 2012 war der gleich für den Hugo Award als bester Roman nominiert.
0:11:34–0:11:39
Und 2017 war die gesamte Serie dann nochmal für den Hugo Award,
0:11:39–0:11:44
also neun Bücher, als beste Serie nominiert. Und gewann das dann auch im Jahre 2020.
0:11:46–0:11:50
Hugo Award ist insofern interessant, weil das ist, wenn ich mich recht erinnere, der Publikumspreis.
0:11:51–0:11:56
Da geht es also nicht darum, dass das irgendwie von der Jury vergeben wird,
0:11:56–0:12:00
sondern das ist wirklich ein Publikumspreis.
0:12:01–0:12:05
Also insgesamt sind es neun Romane und es gibt aber auch eben diese Novellen, kürzere Werke.
0:12:05–0:12:09
Teilweise sind es eher Kurzgeschichten, die aber auch richtig schön zu lesen
0:12:09–0:12:11
sind, auch wenn man die Serie nicht kennt.
0:12:12–0:12:19
Und Syfy, S-Y-F-Y Network, adaptierte das und hat das unter dem Titel The Expanse
0:12:19–0:12:20
auch ins Fernsehen gebracht.
0:12:21–0:12:27
Nach drei Staffeln aber abgesetzt. Amazon hat es dann erworben und produzierte
0:12:27–0:12:31
drei weitere Staffeln, die alle auf Amazon Prime Video erschienen sind.
0:12:31–0:12:34
Und ganz kurz noch zu den Autoren und dann kommen
0:12:34–0:12:38
wir nämlich auch in die Entstehungsgeschichte von The Expanse Reigns.
0:12:38–0:12:46
Daniel James Abram ist 1969 geboren im November und hat noch ein anderes Pseudonym, MLN Hannover.
Florian Clauß
0:12:48–0:12:48
Hannover?
Micz Flor
0:12:49–0:12:54
Hannover, ja. Er schreibt Romane, Comicbuchautor, Drehbuchautor und Fernsehproduzent
0:12:54–0:12:59
und die letzteren Dinge sind glaube ich aber auch eben The Expanse verschrieben.
0:13:02–0:13:10
Und Ty Frank, ist im Mai 69 geboren, der hat, und das fand ich so ganz interessant, der hat in seine,
0:13:10–0:13:18
der hat eben dieses Media Gaming Tabletop Ding irgendwie so da so mit reingebracht.
0:13:19–0:13:24
Also eigentlich ist er der, er ist eigentlich das Protomolekül für das Universum,
0:13:24–0:13:25
The Expanse auf eine Art.
0:13:25–0:13:28
Das fällt mir jetzt so als Analogie an und was das Protomolekül ist,
0:13:28–0:13:32
das werden wir dann auch gleich nochmal erklären müssen.
0:13:32–0:13:38
Aber der kommt aus so einem anderen Hintergrund und hatte zum Beispiel auch mit George R.
0:13:38–0:13:44
R. Martin, also wir haben gerade Dance of Dragons, also der die Game of Thrones
0:13:44–0:13:46
Bücher auch geschrieben hat.
Florian Clauß
0:13:46–0:13:48
Also es lief schon Feuer in Eis.
Micz Flor
0:13:48–0:13:53
Ja, er war dessen Assistent, hat als Assistent für den gearbeitet.
0:13:53–0:13:56
Das habe ich nochmal ein bisschen nachgegoogelt. Im Interview hat er das so erzählt.
0:13:57–0:14:01
Der wurde von einer Bekannten in so einer Writers Group, also einer Schreibgruppe,
0:14:01–0:14:05
darauf hingewiesen, dass Martin jemanden als Assistenten für die Multimedia-Sachen sucht.
0:14:07–0:14:11
Und dann war das wohl so ein ganz informelles Gespräch.
0:14:11–0:14:15
Also Martin hat dann irgendwie wohl zu ihm gemeint, so Melinda says I should
0:14:15–0:14:18
hire you. Also Melinda meint, ich sollte dich anstellen.
0:14:19–0:14:25
Und Ty Frank erzählt dann im Interview, yes and here's why, hätte er gesagt.
0:14:25–0:14:26
Und hat es dann alles irgendwie so groß erklärt.
0:14:27–0:14:29
Und am nächsten Tag ging es irgendwie los.
0:14:29–0:14:33
Und was ich dann auch lustig fand im Interview, ist auch so ein bisschen diese
0:14:33–0:14:36
Art von Humor und Geek-Humor.
0:14:37–0:14:43
Und zwar ist es ja, dass alle Leute immer sagen, dass George Martin schreibt
0:14:43–0:14:45
auf einem uralten DOS-Computer.
0:14:46–0:14:50
Mit der Software WordStar. Also da würde er halt das alles schreiben,
0:14:50–0:14:53
hätte halt kein Internet und nix und sowas. Und,
0:14:54–0:14:59
Und ich habe das jetzt so ins Deutsch übersetzt. Und Ty Frank sagt halt so,
0:14:59–0:15:00
nein, nein, nein, nein, nein.
0:15:00–0:15:04
Er schreibt tatsächlich nicht auf einem alten DOS-Computer.
0:15:04–0:15:08
Er hat auf einem alten DOS-Computer geschrieben. Und der ist dann aber kaputt gegangen.
0:15:09–0:15:13
Tatsächlich habe ich ihm den Computer gebaut, auf dem er jetzt schreibt.
0:15:13–0:15:17
Und der ist ein hochmodernes Gerät, auf dem DOS läuft und WordStar 4.
Florian Clauß
0:15:22–0:15:27
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich beim Textverarbeitungsprogramm von
0:15:27–0:15:33
dem C64 auf Pappe so eine Schablone ausgedrückt habe, die direkt über die Tastatur ging.
0:15:33–0:15:37
Und dann waren überall auf dieser Schablone so Beschreibungen,
0:15:38–0:15:43
welche Funktionen die Tasten haben. Das war so eine Art Mapping von,
0:15:43–0:15:47
welche Funktion ich aus dem Textverarbeitungsprogramm bedienen kann.
0:15:47–0:15:52
Und ich kann mir schon vorstellen, dass wenn der dann, tatsächlich hat der auch
0:15:52–0:15:53
in den 80ern angefangen,
0:15:54–0:15:59
das Lied von Feuer und Eis zu schreiben, dass er dann halt so auf dieses Mapping
0:15:59–0:16:06
von WordStar festgelegt ist, dass er dann halt auch wieder WordStar braucht im Jahre jetzt.
Micz Flor
0:16:06–0:16:09
Ja, das reibt sich halt auch so ganz tief ein. Ich hatte das irgendwie,
0:16:10–0:16:14
fällt mir gerade ein, also erstens arbeite ich beim Texteditieren immer noch
0:16:14–0:16:17
mit Bluefish, aber Bluefish ist quasi für mich schon das Neueste.
0:16:18–0:16:21
Das habe ich jetzt irgendwie seit genau 15 Jahren, aber ich habe Bluefish,
0:16:21–0:16:24
alles andere ist mir irgendwie, man möchte da nicht mehr rein.
Florian Clauß
0:16:25–0:16:26
Und Wim hat man nie gelernt.
Micz Flor
0:16:27–0:16:31
Ja, und das ist halt genau das, ich habe halt Wim gelernt. Und es gibt eine
0:16:31–0:16:37
Sache bei Bluefish, die mir immer wieder passiert ist, dass auf einmal zwei Ds im Text drin sind.
0:16:38–0:16:43
Der Grund ist eher, weil wenn man zweimal D drückt in Wim, dann heißt es Zeile löschen.
0:16:44–0:16:48
Und manchmal will man ja einfach so eine Zeile löschen komplett und dann kommt
0:16:48–0:16:49
doppelt D. Das ist so hängen geblieben.
Florian Clauß
0:16:50–0:16:52
Okay, also sagen wir nicht Doppelpunkt.
0:16:54–0:16:57
Q-Strand steht für Exit und Quick.
0:16:57–0:17:01
Na gut, wir weichen aus, ja, wir schweifen ab, meine ich.
0:17:01–0:17:04
Ich wollte noch kurz nutzen, weil deine Idee war ja auch so ein bisschen hier
0:17:04–0:17:09
auf der Tour, wir sind gerade und ich habe gesehen, hier das Internationale, Kino International,
0:17:09–0:17:16
ein Kino, wo wir viele Filme gesehen haben und wo auch viele emotionale Erlebnisse
0:17:16–0:17:17
passiert sind im Film. Ganz viele.
0:17:17–0:17:22
Ganz viele, also auch die Räumlichkeiten im Film mit den Filmen zusammen und
0:17:22–0:17:25
die Räumlichkeiten. Jetzt zwischen uns. Zwischen uns auch.
0:17:25–0:17:27
Tiger and Dragon haben wir, glaube ich, da gesehen.
Micz Flor
0:17:27–0:17:28
Ja, du bist Tiger.
Florian Clauß
0:17:29–0:17:31
Nee, ich war der mit dem Schiff. Das hast du auch schon mal.
Micz Flor
0:17:31–0:17:32
Ja, aber das war Hero, glaube ich.
Florian Clauß
0:17:32–0:17:36
Naja, das war Hero. Nee, das war Tiger and Dragon. Egal.
0:17:36–0:17:41
Auf jeden Fall hier, direkt an der Karl-Marx-Allee, Kino International, feiert 60.
0:17:41–0:17:48
Geburtstag. Und wir gehen jetzt so in Richtung, in diese Plattenbausiedlung,
0:17:48–0:17:50
die sich aber so ein bisschen reformiert hat,
0:17:51–0:17:55
zwischen Platz der Vereinten Nationen und Karl-Marx-Allee und versuchen,
0:17:55–0:17:58
so eine kleine Kinotour zu machen.
0:17:58–0:18:00
Und auch an einem unserer Lieblingskinos,
0:18:02–0:18:03
vorbeizukommen.
Micz Flor
0:18:03–0:18:05
Wenn es das überhaupt noch gibt. Das gibt es.
Florian Clauß
0:18:05–0:18:07
Ich war neulich mit Tilwan zusammen.
Micz Flor
0:18:07–0:18:10
Ich liebe es immer noch, ich war aber ewig nicht mehr da.
Florian Clauß
0:18:10–0:18:14
Ich mag das auch voll gerne. Ihr könnt ja spoilern, das Tilsiter Lichtspiele.
0:18:15–0:18:22
Tilsiter, so viel auch sei auch gesagt, Tilsiter hängt dran an dem ganzen an
0:18:22–0:18:26
der die haben eine eigene Brauerei, die haben mehrere Kinos.
0:18:26–0:18:31
Die hatten jetzt auch zuletzt das Kino, was intimes in Friedrichshain stillgelegt
0:18:31–0:18:33
worden war, haben die aufgenommen.
0:18:33–0:18:37
Die haben Zukunft am Ostkreuz, ein Freilichtkino haben die noch.
Micz Flor
0:18:37–0:18:42
So wie du es aussprichst, schreibt man das Zug UMPFT.
Florian Clauß
0:18:42–0:18:48
Zukunft. In der Zukunft, aber die Transkription wird zeigen,
0:18:48–0:18:50
wie sich das ausgesprochen hat.
Micz Flor
0:18:50–0:18:51
Manchmal war es die AI.
Florian Clauß
0:18:52–0:18:56
Und die haben bei allen noch eine eigene Brauerei dran. Und das Tolle ist,
0:18:56–0:19:01
Das Tolle ist, es war noch mal so ein Filmgalaktiv.
0:19:01–0:19:02
Ich weiß nicht, ob die jetzt noch
0:19:02–0:19:05
immer Filme drehen, aber wir haben auf Beta-Folgen früher Filme gedreht.
0:19:05–0:19:12
Und einer von denen ist halt so, der hat Lagerhallen voll von diesem ganzen DDR-Interieur.
0:19:12–0:19:18
Und jede Kneipe, die jetzt zum Kino gehört, Intimis und jetzt hier auch diese
0:19:18–0:19:22
Lichtspiele, wenn du reingehst, die sind immer unglaublich ostig,
0:19:22–0:19:24
aber unglaublich toll eingerichtet.
0:19:24–0:19:28
Da gibt es noch diese Lampenschuhe, es gibt diese Stühle, es gibt diese Verkleidung,
0:19:28–0:19:30
also dieses ganze Originalmaterial.
0:19:30–0:19:33
Und das kommt halt von diesem einen Typen, der in diesem Kollektiv,
0:19:33–0:19:35
und der hat auch Filme ausgestattet.
0:19:36–0:19:43
Und ja, ich war mal, ich habe mal zusammen mit dem einen studiert und wir konnten
0:19:43–0:19:45
dann immer Filme gucken bei ihm im Kino.
0:19:45–0:19:50
Das war auch total super, als wir uns auf die Seminare vorbereitet haben. Das waren die 90er.
Micz Flor
0:19:50–0:19:52
Und in welchem Kino war das dann?
Florian Clauß
0:19:52–0:19:53
Es war ein Tösetag.
Micz Flor
0:19:54–0:19:55
In den Lichtspielen, wo wir jetzt hingekommen sind.
Florian Clauß
0:19:55–0:19:58
Ja, genau. Da haben wir uns dann immer Vormittag, Sonntag Vormittag getroffen
0:19:58–0:20:03
und hatten dann, ich weiß nicht mehr, auch dann irgend so ein Filmseminar.
0:20:04–0:20:06
Wir konnten dann halt direkt auf der Leinwand gucken.
Micz Flor
0:20:08–0:20:11
Also das ist so, wenn das noch auf hat und die Küche auch noch auf hat,
0:20:11–0:20:14
wenn wir da ankommen, dann machen wir kurz Pause.
0:20:16–0:20:22
Ein Liebespublikum. Und essen, ja, oder veganen Leberkäse. Ich weiß gar nicht,
0:20:22–0:20:23
was die inzwischen so haben.
Florian Clauß
0:20:24–0:20:26
Ja, die haben glaube ich nicht so, die haben nicht so eine gute,
0:20:26–0:20:30
also Zümpfe, ich will jetzt nicht. Okay, ich hab dich unterbrochen.
Micz Flor
0:20:30–0:20:31
Gut, das haben wir nicht gesagt.
Florian Clauß
0:20:33–0:20:33
Genau, schneiden.
Micz Flor
0:20:35–0:20:40
Nee, nicht schneiden. Schneiden tun die anderen. Also, wie ich vorhin schon
0:20:40–0:20:42
sagte, wir kommen jetzt in diesen Anfang.
0:20:42–0:20:46
Wie entstand das Ganze? Das war eben ursprünglich als Idee für Massively Multiplayer
0:20:46–0:20:50
Online Role Playing Game von Tai Frank geplant.
0:20:50–0:20:52
Und der hat das wohl in den Nullerjahren
0:20:52–0:20:59
einem chinesischen Web-Software gepitcht und es kam aber zu nix.
0:21:01–0:21:05
Und er hat dann aber und das ist was, da weißt du vielleicht mehr drüber,
0:21:05–0:21:08
über diese ganze Tabletop-Sache nicht, weil du es selber spielst,
0:21:08–0:21:13
aber vielleicht hast du mehr Geeks in deiner oder Nerds, ich weiß gar nicht
0:21:13–0:21:15
genau da ist ein großer Unterschied,
0:21:15–0:21:20
wie man die jetzt nennen würde, aber Menschen die diese Role-Playing-RPGs Sachen spielen,
0:21:20–0:21:24
weil es gab dann, was im Deutschen wohl Foren-RPG heißt,
0:21:24–0:21:28
oder Post-to-Play-RPG im Englischen,
0:21:29–0:21:32
wo man dann eben nicht am Tisch sitzt
0:21:32–0:21:35
mit so Role-Playing-Games sondern wo man das in einem Forum gemacht
0:21:35–0:21:38
hat das gibt es wohl seit den 90er Jahren ist ja auch irgendwie naheliegend und
0:21:38–0:21:41
man konnte das halt eben dann auch spielen so wie was das
0:21:41–0:21:46
Internet eben ganz gut kann Menschen zusammenzubringen um Dinge drumherum die
0:21:46–0:21:51
aber örtlich nicht zusammenkommen können und diese Tabletop-Idee ist das eine
0:21:51–0:21:57
aber diese erste Version von The Expanse war wohl von Ty Frank schon entwickelt
0:21:57–0:22:01
entwickelt als Storyworld für so ein RPG.
0:22:03–0:22:06
Und da war eben Abraham auch mit drin, der hat das mitgespielt.
0:22:06–0:22:10
Und irgendwann ist das wohl so ein bisschen ausgetrocknet und er hat dann aber
0:22:10–0:22:14
trotzdem Frank angesprochen und gemeint, du hör mal zu, irgendwo habe ich auch
0:22:14–0:22:19
das Zitat gelesen, ich glaube in Wikipedia sogar, dass er ihm gesagt hätte,
0:22:20–0:22:26
kein Autor hat so viel World Development.
0:22:27–0:22:32
Also diese Welten, die der da entwickelt hat, dass die wirklich unglaublich
0:22:32–0:22:34
gut sind. da könnte man doch ein Buch schreiben.
0:22:35–0:22:41
Und das haben die dann auch gemacht. Das erste Buch, Leviathan Wakes,
0:22:41–0:22:43
kam wie schon gesagt 2011 auf den Markt.
0:22:45–0:22:49
Ja, lustig, deshalb beim Recherchieren fallen einem immer Sachen ein,
0:22:49–0:22:50
die man noch nicht wusste darüber.
0:22:51–0:22:53
Es gibt jetzt natürlich dann eben wieder ein RPG.
0:22:54–0:22:59
Das war seit 2018 ein Kickstarter-Projekt, The Expanse Role-Playing Game.
0:22:59–0:23:05
Und da werden wir auch einen Link rausgeben, wo man PDF runterladen kann,
0:23:05–0:23:09
gratis und das Ding wurde dann irgendwie auch entwickelt und hat,
0:23:09–0:23:12
ich habe gerade auf Kickstarter geguckt, letztes Update am 1.
0:23:12–0:23:19
Februar 2023 hat das 402.000 Dollar eingenommen von Spenden,
0:23:19–0:23:24
um eben dieses RPG zu entwickeln, was in den Nullerjahren nie,
0:23:25–0:23:28
zustande kam aber da handelt es sich jetzt wirklich um ein,
0:23:31–0:23:33
Tabletop-Roleplaying-Game, wenn ich es verstanden habe. Also da gibt es auf
0:23:33–0:23:36
einem PDF, kann man runterladen, die Charaktere und so.
0:23:36–0:23:39
Es ist eine Welt, die ich nicht kenne. Ich weiß nicht, hast du da irgendwas
0:23:39–0:23:41
zu diesen Tabletop-RPG?
Florian Clauß
0:23:41–0:23:44
Naja, ich habe das ja jetzt irgendwie durch Luke, meinem Sohn,
0:23:44–0:23:48
der war ja so ein bisschen in diesem Warhammer 40k-Universum verfallen.
0:23:49–0:23:52
Und da habe ich das so mitbekommen. Und da gab es ja immer so zwei Stufen,
0:23:52–0:23:59
dass man auf der einen Seite dann eben diese ganzen Figuren sich kauft, völlig überteuert.
0:23:59–0:24:03
Ja, auf der anderen sondern die zusammenklebt, weswegen die alle abhängig werden,
0:24:03–0:24:05
die Kinder. Schnüffeln.
0:24:06–0:24:10
Und deswegen wollen die immer mehr Modelle bauen und dann halt anmalen,
0:24:10–0:24:13
was unglaublich wirklich eine filigrane Arbeit ist.
0:24:15–0:24:19
Und Luke da auch sehr viel Zeit drauf verwendet hat. Und dann gibt es halt die
0:24:19–0:24:22
andere Phase, wo du halt mit den Dingern anfängst zu spielen.
0:24:22–0:24:26
Da gibt es halt so ein Rolebook, was dann auch jedes Jahr neu rauskommt und
0:24:26–0:24:29
unglaublich viel Geld kostet. Ja, das ist ein Fehler.
Micz Flor
0:24:29–0:24:34
Aber das ist eben das Spannende, finde ich, auch daran, dass es halt eben immer so ein Regelwerk gibt.
0:24:34–0:24:40
Und dieses Regelwerk ist der Teil, der dann wiederum die Charaktere in so Korridore einschränkt.
0:24:40–0:24:44
Und ich glaube, da wird es dann erst spannend. Auf der einen Seite gibt es Charaktere,
0:24:44–0:24:48
die sind aber irgendwie auch belanglos, wenn die ihre Regeln nicht kriegen.
0:24:49–0:24:52
Sie müssen dann bestimmte Sachen können, können bestimmte Sachen nicht.
0:24:52–0:24:56
Und dann ist es halt eben so ein Game-of-Thrones-Universum auch.
0:24:57–0:25:00
Was kann ein Drache? Wie alt muss er sein, damit er was kann?
0:25:00–0:25:03
Oder Pokémon-mäßig. Das sind alles so Sachen, die...
0:25:03–0:25:05
Ich muss zugeben, ich hatte immer so...
0:25:06–0:25:11
Ist ja auch hier Stranger Things, die spielen ja auch diese Tabletop-Sachen.
0:25:12–0:25:17
Dungeons & Dragons. Und das war immer so eine Sache, wo ich eigentlich gerne,
0:25:19–0:25:20
Interesse für entwickelt hätte, aber es ist nie passiert.
Florian Clauß
0:25:21–0:25:25
Ja, ich hätte auch ein paar Sessions damals in später 80er, Anfang 90er,
0:25:25–0:25:30
wo auch dann ein, du brauchst halt einen Spielemaster, der dann halt irgendwie das aufbaut.
0:25:30–0:25:34
Und ich war halt total aufgeregt und hab dann meinen Charakter auch gezeigt.
0:25:34–0:25:40
Und dann war das erste Spiel und das war halt irgendwie voll scheiße gelaufen
0:25:40–0:25:44
und dann haben die sofort das Interesse verloren. Das war echt so.
0:25:44–0:25:48
Aber ich glaube, wenn man sich da so rein rettet, ist das echt super.
0:25:49–0:25:54
Und vor allen Dingen, du musst so viel wissen. Das ganze Regelwerk ist halt
0:25:54–0:25:57
so komplex und da kommen wir ja wieder zu Expanse.
0:25:57–0:26:02
Expanse ist ja ein politisches Universum. Was ich da auffalte,
0:26:02–0:26:06
wer mit wem, welche Liga, welche Waffenklassen-Typen, wie sie sich dann halt
0:26:06–0:26:11
gegenseitig politisch dann irgendwie so in Angriff nehmen.
0:26:11–0:26:14
Und das ist ja bei Expanse ganz, ganz stark so.
0:26:16–0:26:20
Und das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das aus diesem RPG-Kontext,
0:26:20–0:26:23
Tabletop-Spielen und so weiter sich entwickelt hat.
0:26:23–0:26:26
Also ist nachvollziehbar. Ich kannte jetzt die Vorgeschichte nicht dazu.
Micz Flor
0:26:27–0:26:30
Nee, wusste ich auch nicht. Bin jetzt auch erst bei der Recherche irgendwie untergekommen.
0:26:31–0:26:36
Und macht gleichzeitig irgendwie Sinn, weil ich weiß noch, als ich die erste
0:26:36–0:26:39
Staffel angefangen habe, ich habe es auch nicht zuerst gelesen,
0:26:40–0:26:40
sondern später gelesen,
0:26:43–0:26:48
wie schnell man so ein Star Wars Gefühl hat.
0:26:48–0:26:50
Also das Gefühl hat, dass hinter diesem bisschen Geschichte,
0:26:50–0:26:53
was man mitbekommen hat, also das Narrativ, was erzählt wird,
0:26:53–0:26:58
dass das mit einer Sicherheit erzählt wird, die nur entstehen kann, wenn,
0:26:59–0:27:04
hinter dem Ganzen einfach alles durchdacht ist.
Florian Clauß
0:27:04–0:27:11
Ja, wenn ganz viel so, wenn nur so die Eisspitze und hinter liegt der Eisberg
0:27:11–0:27:14
darunter und hat ganz viel Inhalt.
Micz Flor
0:27:15–0:27:20
Und das ist dann wirklich auch das, wo du, also wir können ja mal ganz kurz umreißen, um es geht.
0:27:20–0:27:23
Das ist irgendwie, keine Ahnung, ein paar hundert Jahre entfernt von uns.
0:27:23–0:27:25
Es gibt inzwischen einen Epstein Drive.
0:27:26–0:27:29
Epstein Drive ist damit kann man sehr schnell
0:27:29–0:27:34
fliegen das ist quasi so ein bisschen die prämisse von von diesen apps dann
0:27:34–0:27:39
greift und dazu auch noch so ein interview schnipsel den ich ganz spannend fand
0:27:39–0:27:45
und zwar also der erste teil davon der zweite teil macht später erst in der
0:27:45–0:27:48
sich den ersten wo die meinten.
0:27:52–0:27:56
Sie wollten eine Welt schaffen, die halt so ein bisschen zwischen Apollo 13,
0:27:56–0:27:59
also der Mission, die dann auch mit Tom Hanks verfilmt wurde,
0:27:59–0:28:05
glaube ich, und Buck Rogers, das ist so Ende 70er Jahre, so eine TV-Serie,
0:28:05–0:28:08
also so ein 70er Jahre einfach, so ein 70er Jahre Feeling schaffen.
0:28:08–0:28:13
Also wo alles aber wirklich noch und das ist dann auch so ein bisschen wie die
0:28:13–0:28:16
alten folgen die wir manchmal so versucht haben so ganz aus dem fenster zu lehre
0:28:16–0:28:19
alles noch in so einer newtonischen welt.
0:28:21–0:28:25
Verbandelt ist weiß das wird noch verbrannt das wird noch energie irgendwie
0:28:25–0:28:31
so raus also es wird keine keine die technik ist unglaublich fortgeschritten
0:28:31–0:28:34
und dennoch bewegt es sich nicht nicht im Quantenraum, sozusagen.
0:28:35–0:28:40
Es wird halt unglaublich viel gebrannt, es entsteht Hitze, die Hitze muss abgeführt werden.
0:28:41–0:28:44
Und die haben halt gesagt, die haben so bestimmte Prämissen geschaffen,
0:28:44–0:28:47
die man einfach akzeptieren muss und die aber sich auch irgendwie so vertraut
0:28:47–0:28:50
anfühlen müssten, dass man dann was sagt, okay, das kann ich glauben.
0:28:50–0:28:55
Und dieses Epstein Drive, das kann halt unglaublich schnell fliegen und das
0:28:55–0:28:59
ist gut genug erklärt und sie nennen das halt so Wikipedia Plausibility.
0:28:59–0:29:05
Also sowas wie so ein Wikipedia-Eintrag, wo man was über Chemie liest oder Physik oder irgendwas.
0:29:05–0:29:08
Und was auf Wikipedia ist, das ist gut genug.
0:29:08–0:29:15
Die beiden Autoren verbindet noch eine Sache, so in einem wissenschaftlich-akademischen
0:29:15–0:29:20
Rahmen, ist, dass sie beide ein Degree in Biologie gemacht haben.
0:29:21–0:29:25
Und das war wohl auch irgendwie so eine Online-Rezeption, die jemand noch vorgelesen
0:29:25–0:29:30
hat, als sie beiden bei Google eingeladen waren. Das war nach dem vierten Buch, glaube ich.
0:29:31–0:29:36
Und in dieser Rezension war es auch wirklich so, dass jemand gemeint hat,
0:29:36–0:29:40
ja, es ist natürlich alles ein bisschen crazy mit diesem Weltraumflug und sowas,
0:29:40–0:29:44
aber auf jeden Fall, die Biologie haben sie ziemlich gut dargestellt.
0:29:45–0:29:51
Oder didn't mess up the biology war glaube ich das Englische und das ist so
0:29:51–0:29:55
diese Epstein Drive und deshalb können die das Sonnensystem bevölkern, das ist quasi die Grenze,
0:29:56–0:30:01
und da gibt es eben ein Buch, The Stars My Destination was,
0:30:03–0:30:09
auch als Referenz angelegt wird, was noch so aus einer anderen Generation kommt,
0:30:09–0:30:14
ich habe die Zahlen jetzt gerade nicht im Kopf aber was dann eher so so ein 2001,
0:30:15–0:30:19
also so aus einer anderen Dekade, eine andere Art von Science-Piction,
0:30:19–0:30:21
wo es aber auch eben um diesen Hintergrund geht,
0:30:22–0:30:25
dass die Menschheit als Gesellschaft das Sonnensystem besiedelt hat.
0:30:25–0:30:31
Und bei, also Ty Frank hat dieses Stars Modestination als Referenz mit angegeben.
0:30:32–0:30:35
Und hier ist es jetzt so, dass wir im Prinzip drei...
0:30:37–0:30:41
Ja, wie möchte man sagen, Gruppen, drei Typen, was willst du das nennen?
0:30:41–0:30:43
Oder man hat drei Gesellschaften vielleicht.
0:30:44–0:30:50
Das eine ist natürlich die Erde, die ist der Ausgangspunkt und hat immer noch
0:30:50–0:30:55
die größte Bevölkerung.
0:30:56–0:31:01
Das zweite ist der Mars, der wurde eben besiedelt, der wurde auch angefangen
0:31:01–0:31:04
mit Terraforming, aber es ist noch nicht abgeschlossen.
Florian Clauß
0:31:04–0:31:07
Und die dritte sage ich
0:31:07–0:31:10
jetzt eben gesellschaft ist ist in
0:31:10–0:31:16
dem astroiden gürtel der belters genau eine asteroid belt die heißen der belters
0:31:16–0:31:24
und die sind ja wie würdest du beschreiben ja das sind ja so diese auf der einen
0:31:24–0:31:29
seite hat diese diese outlaws ja und auf der anderen seite so ein ein bisschen so diese Piraten,
0:31:30–0:31:34
aber gleichzeitig auch so diese eher so ein Stimmen organisiert,
0:31:34–0:31:40
weil natürlich aufgrund der physikalischen Größe von so von den einzelnen Asteroiden ja,
0:31:40–0:31:46
da nur auch eine Handvoll Leute sich niederlassen können und deswegen sind die
0:31:46–0:31:52
auch so in so Tribals dann organisiert und haben auch so entsprechend so Codes untereinander,
0:31:52–0:31:57
also das heißt, da geht es viel so wer kann mit wem und es ist so so ein bisschen
0:31:57–0:32:03
so in dieser ganzen Piraten, was man auch so vom Piratenfilm kennt,
0:32:03–0:32:05
in dieser Form gezeigt.
Micz Flor
0:32:07–0:32:12
Ja gut, und politisch, wirtschaftlich sind die sehr, sehr wichtig.
0:32:14–0:32:19
Die bringen Wasser, Rohstoffe, alles was aus dem Asteroid Belt,
0:32:19–0:32:23
was da verfügbar ist, das wird von denen geharvestet oder abgebaut.
0:32:24–0:32:27
Aber wirtschaftlich werden die halt immer unterdrückt und sind natürlich extrem
0:32:27–0:32:33
abhängig und sind auch immer in einer großen Gefährdung, weil es nirgends da
0:32:33–0:32:35
wo sie sind zum Beispiel einfach Sauerstoff gibt.
0:32:37–0:32:43
Extrem darauf angewiesen auch immer, dass man kann den buchstäblichen harn zu drehen.
Florian Clauß
0:32:43–0:32:48
Ja, gleichzeitig sind sie aber für den ganzen Abbau der Ressourcen,
0:32:48–0:32:53
also sind da auch wieder so diese Ölbohrinseln, dass sie die Ressourcen quasi
0:32:53–0:32:58
ran schaffen für den Rest und da bestimmte Elemente auch ran holen,
0:32:58–0:33:00
die die anderen nicht zur Verfügung haben.
0:33:01–0:33:06
Also die sind in so einer Abhängigkeit drin. Also das ist auch so ein bisschen
0:33:06–0:33:10
die Kolonialisierung, also sie selber kolonialisieren, aber gleichzeitig sind
0:33:10–0:33:12
sie diejenigen, die ausgebeutet werden.
Micz Flor
0:33:14–0:33:21
Und da beginnt dann quasi auch das erste Buch oder eben auch die erste Serie,
0:33:21–0:33:28
weil sich da in der Gruppe der Belters langsam ein Widerstand,
0:33:28–0:33:29
revolutionärer Widerstand bildet.
0:33:29–0:33:34
Und das wird irgendwie versucht von den Innerplanets, also die inneren Planeten
0:33:34–0:33:39
Mars und Erde, die allerdings auch nicht direkt verfeindet sind,
0:33:39–0:33:43
aber verfeindet genug, dass man sich nicht mehr über den Weg traut.
0:33:44–0:33:46
Es ist aber jetzt kein Krieg zwischen denen.
0:33:48–0:33:55
Und das verbindet aber Mars und Erde, dass sie dafür sorgen müssen,
0:33:55–0:34:00
dass die Beltas halt jetzt nicht versuchen, sich da Unabhängigkeit anzustreben
0:34:00–0:34:01
oder zu erkämpfen oder so.
0:34:02–0:34:05
Und das ist dann, finde ich, so ein bisschen eine Referenz zu Robert Heinleins
0:34:05–0:34:11
Buch The Moon is a Harsh Mistress, aus dem, glaube ich, so ein paar Sachen inspiriert
0:34:11–0:34:13
sind, die später auch in die Expanse kommen.
0:34:13–0:34:16
Da geht es bei The Moon is a Harsh Mysteries darum, dass er...
0:34:16–0:34:20
Sehr interessantes Buch.
0:34:24–0:34:28
Wo auch wirklich eine andere Form von Gesellschaft, Familienkonzept und so was,
0:34:28–0:34:30
Gerichtssprechen, so was vorgestellt wird.
0:34:30–0:34:33
Ziemlich interessant, teilweise auch sehr witzig.
0:34:34–0:34:37
Es geht darum, dass eben der Mond genau das ist, was die Belters,
0:34:37–0:34:40
was wir gerade erklärt haben, sind. Da wird irgendwie angebaut,
0:34:40–0:34:42
abgebaut und immer zur Erde geschickt.
0:34:42–0:34:49
Und die wollen unabhängig werden und drohen der Erde, was die Erde erstmal lächerlich findet.
0:34:49–0:34:54
Weil was will der Mond uns drohen? Die haben ja nichts. und dann passiert das,
0:34:54–0:35:00
was dann auch später in der, ich glaube, im fünften Buch, muss ich auch nochmal gucken, genau,
0:35:01–0:35:05
passiert, dass bei Moon is a Harsh Mistress schon diese Idee kam,
0:35:05–0:35:08
dass man ja einfach am Mond nur Gesteinsbrocken in die Erdumlaufbahn bringen
0:35:08–0:35:12
muss und mit so einem ganz kleinen Raketchen, also einem Thruster,
0:35:12–0:35:16
kann man die dann irgendwie so antippen, dann fällt die auf die Erde runter.
0:35:17–0:35:22
Das heißt, der Aufwand vom Mond, die Erde zu bombardieren, ist deutlich geringer
0:35:22–0:35:25
als für die Erde, den Mond anzugreifen und den Mond zu bombardieren.
0:35:26–0:35:30
Also es gibt so ein paar Inspirationen, wo sich dann diese The Expanse schon
0:35:30–0:35:36
auch an solchen Dingen anlehnt, aber es ist trotzdem, finde ich, was Neues.
0:35:36–0:35:39
Es ist irgendwie was Neues, hat irgendwie so dieses Star Wars Feeling von die
0:35:39–0:35:44
Welten sind dermaßen durchdacht, dass man das Gefühl hat, man kann einfach wirklich
0:35:44–0:35:50
in so einem Role-Playing-Game einfach mal eine Tür aufmachen und kommt irgendwo raus.
0:35:50–0:35:52
Das ist wirklich sehr gut entwickelt.
Florian Clauß
0:35:53–0:35:58
Also ich finde auch, was ich wirklich bei der Serie, auch die ersten Seasons,
0:35:58–0:36:00
die dann relativ günstig noch produziert waren,
0:36:00–0:36:05
wo die sich total viel Mühe gegeben haben, um das irgendwie ordentlich darzustellen,
0:36:05–0:36:09
war eben diese ganze Physik dahinter.
0:36:09–0:36:15
Das heißt, erstmal ist dieser eppstein antrieb ziemlich genial dargestellt dass
0:36:15–0:36:20
ich bin dann die ich viel richtig gemacht in der visuellen umsetzung und dann
0:36:20–0:36:27
ist auch zum die belters die dann auch eben dadurch dass die halt viel weniger schwerkraft aus.
0:36:28–0:36:32
Haben die ihren ganzen Knochenbau und so weiter, ihre ganze Physiknomie des
0:36:32–0:36:36
Körpers umgestellt und können gar nicht mehr so ohne weiteres auf der Erde leben.
0:36:36–0:36:41
Und die werden ja auch so als so sphärenhafte Wesen beschrieben.
0:36:41–0:36:44
Die sind auch so gecastet, die Schauspielerinnen und Schauspieler,
0:36:44–0:36:49
dass die sehr lange Glieder haben, dass die so langgezogen sind.
0:36:49–0:36:53
Also das heißt, diese Schwerkraft, die den Körper dann halt so auch verändert,
0:36:53–0:36:56
die fehlende Schwerkraft, die den Körper verändert hat.
0:36:56–0:36:59
Da gibt es auch eine Szene, wo, wenn die sich halt so im Schwerkraftfeld nähern,
0:36:59–0:37:03
dann müssen die Tabletten nehmen und dann müssen die halt medikamentös bearbeitet
0:37:03–0:37:06
werden, damit die halt überhaupt das aushalten können, ja.
0:37:06–0:37:12
Und da hat der Film extrem viele solche Sachen, also das betrifft ja wieder
0:37:12–0:37:17
die Biologie, ne, die sind sehr toll durchdacht und, aber auch die Physik und
0:37:17–0:37:21
wo dieses erste Battle stattfindet in der Schwerelosigkeit.
0:37:21–0:37:25
Und du siehst die ganze Zeit so ein bisschen wie bei Gravity,
0:37:25–0:37:29
dass du diese rotierenden Kugeln hast, dass du auch irgendwo eine Anziehung
0:37:29–0:37:34
zwischen den kleinen Körpern hast, dass du siehst, wie die Gewehrkugeln oder
0:37:34–0:37:36
diese Fader-Dinger, die dann abgeschossen werden,
0:37:36–0:37:41
dann halt so ständig rotieren und man muss dann wieder ausweichen den Kugeln,
0:37:41–0:37:42
die man abgeschossen hat.
0:37:42–0:37:45
Also sie sind nicht irgendwie weg, so wie bei Star Wars, wieder Fade oder Wutsch,
0:37:46–0:37:49
sondern es ist auf einmal so ein ganzer Kosmos von...
Micz Flor
0:37:49–0:37:51
Das ist bei Gravity in der Atomkraft.
Florian Clauß
0:37:51–0:37:54
In der Gravity oder auch bei dem. Also es gibt ja so ein Duell,
0:37:55–0:37:59
wo die dann am Anfang, ich glaube, das kommt wirklich in der ersten Staffel vor,
0:38:00–0:38:05
wo die dann ständig mit diesem, da fällt, glaube ich, ein Antrieb aus und die
0:38:05–0:38:09
müssen halt die ganze Zeit gucken, wie sie dann in diesem Kampf dann wieder
0:38:09–0:38:10
eine Stabilität gewinnen.
0:38:10–0:38:14
Und das ist halt so sehr gut inszeniert, wo du merkst, okay,
0:38:14–0:38:19
das ist halt so Near Fiction, weil es dann so schon mit diesen physikalischen
0:38:19–0:38:21
Gesetzen irgendwie auch mitgeht.
Micz Flor
0:38:22–0:38:25
Ja, so Sachen werden auch immer wieder eingesetzt in einem Buch,
0:38:25–0:38:27
was dann zum ersten Mal auf,
0:38:29–0:38:33
Einem Planetenspiel, der nicht in unserem Sonnensystem ist, da entwickelt sich
0:38:33–0:38:38
die Geschichte dann hin, dass sie dann da in die Erdung,
0:38:38–0:38:41
also in der Umlaufbahn zum Planeten, dann an Höhe verlieren und nicht wissen,
0:38:41–0:38:45
weil sie den Drive nicht anschmeißen können,
0:38:45–0:38:51
nicht wissen, wie sie da wieder rauskommen und sich dann entschließen auch eben
0:38:51–0:38:54
mit diesen, das heißt PDCs, das ist auch wieder so ein Ding,
0:38:54–0:38:58
die sagen halt PDC, keine Ahnung, aber eben diese im Prinzip klassischen,
0:39:00–0:39:04
Pistolen, wo vorne was rauskommt und das dann eben als Rückstoß einsetzen und
0:39:04–0:39:09
einfach feuern, um sich dann wieder in eine höhere Umlaufbahn zu bewegen.
0:39:09–0:39:12
Also solche Ideen dann. Also wie kommen wir da raus? Das ist ganz viel schon
0:39:12–0:39:14
auch, wo man so mitdenkt, wie wollen die das jetzt lösen?
0:39:15–0:39:18
Und aber auch genießt, dass man weiß, dass es ausweglos erscheint,
0:39:18–0:39:20
aber die werden da schon was finden.
0:39:20–0:39:23
Das ist irgendwie schon echt irgendwie over the top.
0:39:24–0:39:28
Und gleichzeitig eben wirklich sehr, sehr gut durchdacht.
0:39:31–0:39:34
Was gar nicht gehen wird, glaube ich, in der Folge, weil wir auch schon ziemlich
0:39:34–0:39:39
weit hinten raus zeitlich sind, ist, dass wir wirklich so die Bücher durchgehen.
0:39:39–0:39:42
Ich habe nämlich auch gemerkt, das meinte ich ja ganz am Anfang,
0:39:42–0:39:44
ich wollte es mir einfach machen, aber ich habe gemerkt, es ist gar nicht einfach,
0:39:44–0:39:47
weil ich habe das alles gelesen, irgendwie ganz viel Intus.
0:39:47–0:39:51
Und dann kommen immer so Ideen hoch, so wie wenn man an seine eigenen,
0:39:51–0:39:55
keine Ahnung, Urlaube, Reisen oder sonst was denkt. Und man sagt,
0:39:55–0:39:56
ach ja, und dann war doch noch das und das.
0:39:57–0:40:02
Aber das ist es nichts, was man irgendwie wirklich katalogisch behalten kann,
0:40:02–0:40:06
finde ich. Also ich könnte jetzt nicht sagen, was passiert denn in der dritten Staffel.
0:40:06–0:40:10
Ich habe mir dann sogar noch von Heine Verlag, da ist das in Deutschland erschienen,
0:40:11–0:40:15
habe ich mir noch die Umschlagtexte irgendwie rausgezogen.
0:40:18–0:40:22
Um auch nicht zu plot spoilern. Trotzdem merke ich halt es ist total schwer,
0:40:24–0:40:28
für mich das so zu trennen. Und das Zweite, was halt auch total schwierig ist
0:40:28–0:40:31
für mich, weil ich habe kein gutes Namengedächtnis, sonst kommen halt unglaublich
0:40:31–0:40:33
viele Menschen mit unglaublich tollen Namen vor.
0:40:35–0:40:38
Aber wir haben diese drei Gesellschaften. Das Besondere ist auch noch,
0:40:38–0:40:41
dass halt die Belter haben eine eigene Sprache.
0:40:41–0:40:46
Das ist dann so ein bisschen vielleicht, keine Ahnung, wenn man sich das vorstellt,
0:40:46–0:40:50
Ja, wobei in Australien war ja früher mal eben auch,
0:40:51–0:40:57
gehörte zum englischen Königreich, war dann irgendwann unabhängig und irgendwie
0:40:57–0:41:00
sind viele dahin ausgewandert, die irgendwie ganz weit weg wollten,
0:41:00–0:41:02
weil sie irgendwie vielleicht was zu verstecken hatten.
0:41:02–0:41:05
Ist vielleicht ein Klischee, vielleicht ist da was dran, keine Ahnung.
0:41:05–0:41:11
Aber auf jeden Fall ist beim Beltas eben auch so, dass unglaublich viele Kulturen zusammenkommen.
0:41:11–0:41:16
Und wie du schon gesagt hast, es hat so Tribal Cultures, auch die ganzen revolutionären
0:41:16–0:41:24
Zellen, Anführungszeichen, haben eigene Titel und eigene Logos, Tattoos und so.
0:41:25–0:41:31
Und deshalb gibt es da diese Beltersprache, in der ganz viele unterschiedliche
0:41:31–0:41:32
Sprachen zusammenkommen.
0:41:32–0:41:38
Und das macht Spaß zu lesen, weil man wirklich beim Lesen teilweise auch nicht
0:41:38–0:41:41
erklärt bekommt, was da jetzt gerade passiert ist.
0:41:41–0:41:46
Und wenn man dann irgendwie auf Seite 12 Sasa gelesen hat und auf Seite 48 Sasa
0:41:46–0:41:50
nochmal gelesen hat, und dann hinten, dann hat man irgendwas so,
0:41:50–0:41:52
das muss sowas heißen wie oder was meinst du?
0:41:53–0:42:01
Stimmst du mir zu? Also man hat halt so bestimmte Sachen, die dann und das ist ganz schön gemacht,
0:42:01–0:42:05
das ist im Buch nicht so ein Riesenthema, aber die haben dann wohl für die Verfilmung
0:42:05–0:42:11
wirklich auch einen Linguisten eingestellt oder Linguistin, weiß ich nicht, der die das so weit
0:42:12–0:42:15
ausgearbeitet hat, dass das wirklich auch gesprochen werden kann von Schauspielern
0:42:15–0:42:17
und Schauspielerinnen.
0:42:19–0:42:23
Ja, so, das heißt, wir gehen jetzt mal den Anfang zurück, weil die Entstehungsgeschichte
0:42:23–0:42:30
war ursprünglich so, dass eben Abraham den Frank angesprochen hat und gemeint
0:42:30–0:42:32
hat, du, lass uns doch mal ein Buch schreiben.
0:42:33–0:42:36
Und hat dann so ein paar Regeln aufgestellt, weil er so ein bisschen penibel
0:42:36–0:42:40
ist mit dem Buchschreiben, hat gesagt, jedes Kapitel hat 3000 Worte und jedes
0:42:40–0:42:43
Buch hat nicht mehr als 53 Kapitel oder irgendwas in der Art.
0:42:43–0:42:47
Und dann haben die sich anfangs wohl wirklich einmal die Woche zum Schreiben
0:42:47–0:42:54
getroffen, jeden Mittwoch, und haben dann das fertige Kapitel dem anderen gegeben zum Redigieren.
0:42:55–0:42:58
Das wurde dann über die Woche redigiert und die haben dann scheinbar wohl,
0:42:58–0:43:03
so wie ich es verstehe, am Mittwoch wirklich ihre 3000 Worte runtergeschrieben.
0:43:03–0:43:07
Und so war nach einem Jahr das erste Buch fertig.
Florian Clauß
0:43:07–0:43:08
Ja.
Micz Flor
0:43:08–0:43:14
Und die, ist das offen? Nee, ist irgendwo am Parkplatz hängen geblieben.
0:43:20–0:43:23
Ich weiß jetzt nicht mehr, wer von beiden wen geschrieben hat,
0:43:24–0:43:28
aber anfangs sind das eigentlich so ein bisschen wie Game of Thrones.
0:43:29–0:43:34
Jedes Kapitel hat eine Überschrift und das eine ist Miller und das andere ist Holden.
0:43:35–0:43:39
Das ist im ersten Buch, sind das eigentlich die beiden, die miteinander sprechen.
0:43:40–0:43:42
Es gibt noch ein Präfix, also vorneweg.
0:43:44–0:43:47
Das ist also die
0:43:47–0:43:53
frau die vom und da kommen wir gleich zu protomolekül befallen wurde und es
0:43:53–0:43:59
gibt hinten auch noch ein letztes kapitel das ist wie hieß er noch mal der butcher
0:43:59–0:44:05
of anderson station der head of opa der eigentlich von der erde kam haben.
Florian Clauß
0:44:05–0:44:07
Ja, ja. Angel.
Micz Flor
0:44:10–0:44:15
Das geht schon los mit Namensgedächtnis. Aber ansonsten ist es wirklich in diesem
0:44:15–0:44:19
Buch, das ist später nicht mehr so wirklich, Miller Holden, Miller Holden,
0:44:19–0:44:22
Miller Holden, Miller Holden. Immer abwechselnd werden die Kapitel beschrieben.
0:44:22–0:44:25
Und Miller ist eine Person, die später auch noch auftaucht.
0:44:26–0:44:28
In den anderen Holden taucht immer auf Miller dann nicht mehr,
0:44:28–0:44:33
weil der eigentlich eigentlich schon im ersten Buch stirbt.
Florian Clauß
0:44:34–0:44:41
Das ist hier so eine Sportschule, wo meine Tochter immer Basketballtraining hat.
0:44:42–0:44:44
Das ist so eine doppelstöckige Sporthalle.
0:44:45–0:44:48
Unten waren immer so die Handballer, das ist so ein bisschen mit Arena.
0:44:48–0:44:53
Und oben drüber ist dann so ein Basketball, so riesengroß, so ein Sportgymnasium.
0:44:53–0:44:55
Das ist echt ganz interessant.
0:44:55–0:44:59
Dann alles immer mit irgendwie Abtrennung. Du kannst dann halt irgendwie verschiedene
0:44:59–0:45:01
Kombinationen von einem Raum machen.
Micz Flor
0:45:05–0:45:08
Riesig. Sieht so aus, als ob es so groß sein muss, weil die da drinnen alle
0:45:08–0:45:09
entweder so groß sind oder so schnell.
Florian Clauß
0:45:09–0:45:14
Das ist alles so groß rum. Das ist Pali, Pali, Pali Landenstraße sind wir jetzt hier.
0:45:17–0:45:21
Genau, also Miller, den würde man ja, also ich finde es klingt auch so,
0:45:22–0:45:24
es hat so was Film-Noir-mäßiges.
0:45:24–0:45:26
Ja, ja, es ist auch wirklich so. Also es ist halt so ein bisschen so.
Micz Flor
0:45:26–0:45:29
Das sagen im Interview auch, Noir war halt so der Hintergrund.
Florian Clauß
0:45:29–0:45:34
Ja, und das sieht man auch an der Figur. Und ja, es hat so was,
0:45:34–0:45:36
es hat was Blade Runner-mäßiges.
0:45:36–0:45:40
Aber Miller ist halt ein krasser Charakter. Also beide sind halt krass, ja.
0:45:41–0:45:44
Aber Miller ist so schon der Charakter, auf dem man so am meisten steht da.
Micz Flor
0:45:45–0:45:49
Also auch so Richard Chandler irgendwie, also es ist,
0:45:50–0:45:55
halt so ein Detektiv dieser Miller Strang und Holden die treffen sich natürlich,
0:45:55–0:45:57
der Miller Strang ist halt wirklich eher so ein,
0:45:58–0:46:04
50er Jahre Detektiv Geschichte in, keine Ahnung in Paris man hat wirklich so
0:46:04–0:46:11
das Gefühl und Miller ist einfach auch so in Anführungszeichen abgehaftet so
0:46:11–0:46:13
ein bisschen so über sein bestes Alter hinaus,
0:46:16–0:46:19
und arbeitet ja für eine form der
0:46:19–0:46:22
also was polizei ähnliches was halt
0:46:22–0:46:27
auf css ist es glaube ich ja da bist du mit deinem planeten wissen noch ein
0:46:27–0:46:33
bisschen wichtig gleich astroiden wissen sie es ja geht schon los und zwar gibt
0:46:33–0:46:37
es eben unterschiedliche himmelskörper die wir namentlich auch irgendwie kennen
0:46:37–0:46:41
zum beispiel eros bietet sich an also es ist ja auch toll dass eros halt halt der,
0:46:41–0:46:48
am Ende der ersten Staffel oder des ersten Buchs ist es halt so ein ganz wichtiger Asteroid.
Florian Clauß
0:46:48–0:46:54
Aber heißt nicht auch der Aeros Angel, der eine Charakter? Ha! Okay.
0:46:55–0:46:59
Weißt du den nicht mal? Der, nachdem du alle gefragt hast.
Micz Flor
0:47:00–0:47:02
Nee, nee, nee. Wie heißt der denn?
Florian Clauß
0:47:02–0:47:07
Also der, das Muskelpaket, was alle rausboxt.
0:47:09–0:47:15
Amos ist das. Amos, genau, Angel und Eros. Amos.
Micz Flor
0:47:15–0:47:17
We get it. Das ist die Zukunft.
Florian Clauß
0:47:18–0:47:21
Okay, das war hart.
Micz Flor
0:47:22–0:47:28
Also Ceres ist eine der ersten Stationen, die da besiedelt wurde.
0:47:29–0:47:34
Und die Schwerkraft auf Ceres ist 0,3 G.
0:47:34–0:47:37
Und zwar wurde das nur deshalb hergestellt,
0:47:38–0:47:47
weil die diesen Durchhalttechnik, eben auch so Newton'sche Physik kann man gar
0:47:47–0:47:48
nicht besser beschreiben,