"Prepare the horxbrid and wagon, fetch my trunk, dress yourself in the dark blue Firschnian monk robes, and meet me on the lawn in forty-five minutes. We depart this very afternoon" -- Shrue in The Guiding Nose of Ulfänt Banderōz von Dan Simmons 2009

Diese Sommerepisode ist vollgepackt mit Büchern, Spielen, einem Film und zwei Wanderungen. Flo und Micz treffen sich, um Episode 111 (Schnapszahl) aufzunehmen und erwandern sich ganz entspannt die Stimmung, die den Claim „Beim Laufen reden und laufend reden“ begründete: beim Wandern ohne Hintergedanken mal alles raushauen, was einen gerade so beschäftigt. Micz beginnt mit seinem gefährlichen Halbwissen über Quantenphysik und Quantenfeldtheorie um sich zu werfen und Flo hammert die Bälle mit vollem Elan auf die Tribüne. So ist allen geholfen und das Niveau der Sommerfolge abgesteckt. Verlinkt in den Shownotes sind neben den Quantenschmökern „In Search of Schrödinger's Cat“ von John und Mary Gribbin aus dem Jahr 1984 und Adam Beckers „Was ist real? Das ungelöste Problem der Quantenphysik“ von 2018 auch Elizabeth Grosz und „Jacques Lacan. A Feminist Introduction“ aus dem Jahr 1990. Außerdem landet mit Georg Hermanns „Kubinke“ ein älterer Roman auf der Leseliste, diesmal nicht nur als gedrucktes Buch, sondern auch als Hörfassung: Peter Schiff liest „Kubinke“ für ARD Sounds. Micz kramt immer noch einen Dan Simmons aus. Diesmal „The Guiding Nose of Ulfant Banderoz“ aus dem Jahr 2012. Brett- und Kartenspiele sind „Quarto!“ für zwei Personen, Zank-Patience, „Cabo“, dessen Regeln im verlinkten Erklärvideo anzuschauen sind. Und schließlich „Durak“, ein traditionelles russisches Kartenspiel, auf Deutsch „Dummkopf“. Der Film: „Evil Does Not Exist“ von Ryusuke Hamaguchi aus dem Jahr 2023. Und weil diese Folge nicht nur geredet, sondern auch erlaufen wurde: die Hochrieshütte auf 1569 Metern und der Meraner Höhenweg verlinkt. Let the sun shine on me (and you and you and you).

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:06
Man bewegt ja bestimmte Körperpartien, die man sonst nicht im Alltag bewegt.
0:00:07–0:00:11
Also nicht in Berlin, hier gibt es keine Steigung. Man kriegt dann halt an komischen
0:00:11–0:00:14
Stellen Muskelkater, wie zum Beispiel ein Schienenbein.
0:00:22–0:00:25
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast.
0:00:26–0:00:29
Der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:30–0:00:36
Diesmal wieder in Kreuzberg, unserem Kiez, wo wir ganz oft durch und drüber
0:00:36–0:00:37
und nebenher gelaufen sind.
0:00:40–0:00:47
Und heute haben wir, naja, diese Episode hat eine Besonderheit, nämlich mit...
Micz Flor
0:00:48–0:00:54
Es ist die Schnapszahl. Und wie die Primzahlen ist es die letzte Schnapszahl.
0:00:54–0:00:58
Die Abstände werden jetzt nicht immer höher, aber die nächste Schnapszahl nach der 111...
0:00:59–0:01:02
ist 111 Folgen von dieser entfernt.
Florian Clauß
0:01:02–0:01:05
111, sind das immer 111, bis wir dann in die Tausender-Folgen gehen?
Micz Flor
0:01:06–0:01:07
Genau, und dann wird es noch schwieriger.
Florian Clauß
0:01:07–0:01:11
Immer 111. Wir haben noch ein paar Schnapszahlen vor uns.
0:01:13–0:01:18
Ein paar Dekaden-Podcasts mit Schnapszahlen. Die Unendlichkeit.
Micz Flor
0:01:19–0:01:24
Sozusagen die Voyager-Zone. Wir haben jetzt die Schnapszahlen verlassen und
0:01:24–0:01:29
sind jetzt so hinten raus und haben jetzt wirklich 100, nach dieser Folge 111 Folgen Schnaps zahlt.
Florian Clauß
0:01:30–0:01:33
Ja, und ihr merkt schon, wir haben auch diesmal kein Thema.
Micz Flor
0:01:33–0:01:36
Also auch diesmal kein Thema? Das letzte Mal hatten wir ein Thema.
Florian Clauß
0:01:36–0:01:42
Ja, aber manchmal, nein, das war vielleicht jetzt keine geschickte Überleitung.
0:01:42–0:01:45
Ich wollte nur sagen, dass wir noch so im Urlaubsmodus sind.
0:01:45–0:01:49
Mitch ist am Freitag aus dem Urlaub wiedergekommen. Ich bin gestern aus dem
0:01:49–0:01:50
Urlaub wiedergekommen.
0:01:50–0:01:53
Und eigentlich hatten wir vor, den Donnerstag ausfallen zu lassen.
0:01:54–0:01:57
heimlich, aber Mitch hat mich vorhin angetextet und dann geschrieben,
0:01:58–0:02:02
ich habe ein Zeitfenster von 15.30 Uhr bis 16.30.
Micz Flor
0:02:03–0:02:05
Uhr. Und das wollen wir mal auskosten. Vor allen Dingen auch deshalb,
0:02:05–0:02:10
weil ich weiß von einigen da draußen unserer ZuhörerInnen, die schon Wetten
0:02:10–0:02:17
abschließen, bei welchem Sommerlochfenster wir dann irgendwann mal eine Folge ausfallen lassen.
Florian Clauß
0:02:17–0:02:18
Einknicken.
Micz Flor
0:02:18–0:02:22
Einknicken, genau. Haben wir noch nicht gemacht. Und ich gönne es euch nicht.
0:02:22–0:02:25
Ich gönne es euch nicht, diese Wette müsst ihr verlieren.
Florian Clauß
0:02:25–0:02:26
That's Competition Mitch.
Micz Flor
0:02:27–0:02:30
Jetzt sind wir gerade auf dem Weg Richtung Engelbecken.
0:02:31–0:02:34
Und hier war ja früher mal wirklich ein Kanal, wusstest du das?
Florian Clauß
0:02:36–0:02:40
Du meinst, da wo wir jetzt gerade durch diese Brücke durchgehen, war mal Wasser?
Micz Flor
0:02:41–0:02:42
Hier unten war Wasser, nicht unten?
Florian Clauß
0:02:42–0:02:46
Ja, aber die Brücke muss ja dann mal unter Wasser gestanden haben.
Micz Flor
0:02:46–0:02:51
Das war hier sogar, glaube ich, vorgesehen für Fahrten, also für Schiffe.
0:02:51–0:02:56
Da wurden Kohlen und sowas reingeliefert, aber es war ein stehendes künstliches
0:02:56–0:02:59
Gewässer und es stank wohl dermaßen, dass sie es irgendwann zugeschüttet haben.
0:03:00–0:03:06
Siehst du, das ist ein Sommerloch-Thema, oder? Das ist ein ZDF-Morgenmagazin.
Florian Clauß
0:03:06–0:03:08
Und weißt du noch, wann das war?
Micz Flor
0:03:08–0:03:09
Was ist Ihr Lieblingspesto?
Florian Clauß
0:03:11–0:03:12
Also,
0:03:14–0:03:17
zu welcher Zeit? War das so im 19. Jahrhundert?
Micz Flor
0:03:17–0:03:22
Da bildest du mir gerade eine Riesenrampe für diesen typischen Podcast-Satz.
0:03:22–0:03:25
Das packen wir alles in die Show. Das sieht so keiner an.
0:03:26–0:03:30
Ich glaube, das war Anfang des 20. Jahrhunderts, als das hier zugeschüttet wurde.
0:03:30–0:03:32
Vielleicht hat der Hitler was damit zu tun.
Florian Clauß
0:03:33–0:03:37
Nee, also das war, mir fällt, ich frage deswegen nach, weil das ist vielleicht
0:03:37–0:03:44
auch nochmal so ein Thema für diese Sendung. Was hast du denn für Bücher gelesen im Urlaub?
Micz Flor
0:03:44–0:03:49
Oh, interessant. Da müsste ich jetzt, ich habe die Titel nicht mehr ganz im
0:03:49–0:03:52
Kopf, aber ich habe zwei Bücher über Quantenphysik gelesen.
0:03:53–0:03:59
Und dann ein Dan Simmons Buch, angefangen, wo der Titel auch so schwierig ist,
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dass ich den auch in die Show Notes packen muss.
0:04:03–0:04:06
Und dann habe ich angefangen, auch,
0:04:09–0:04:13
einen feministischen Blick auf Lacan zu lesen.
Florian Clauß
0:04:13–0:04:16
Ach echt? Das ist ja interessant. Von Judith Butler?
Micz Flor
0:04:16–0:04:19
Nein, aber auch da habe ich die Autorin vergessen. Auch das muss ich jetzt alles,
0:04:19–0:04:23
was du, ich werde die Folge schneiden, die Show Notes schreiben.
0:04:23–0:04:27
Und du stickelst mich mit solchen Fragen an, was dann heißt,
0:04:27–0:04:30
entweder schneide ich es raus, was ich ja nicht tun werde, oder packst es halt
0:04:30–0:04:33
in die Shownotes. Jetzt muss ich das alles nochmal recherchieren.
0:04:33–0:04:36
Aber es war sehr spannend. Also mit der Quantenphysik habe ich gemerkt,
0:04:36–0:04:40
wir reden ja gerne mal drüber und ich verstehe überhaupt nichts darüber.
0:04:40–0:04:45
Aber es war wirklich interessant, da nochmal so ein bisschen mehr populärwissenschaftlich einzusteigen.
0:04:45–0:04:47
steigen und,
0:04:49–0:04:54
dann auch noch mal zu verstehen wie sehr kopenhagen und bohr aber auch so eine
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domain besetzt hatten vor dem hintergrund seiner bestimmten wissenschaftsphilosophie,
0:05:00–0:05:04
dass die zwar unfassbar gute werkzeuge,
0:05:05–0:05:11
mit unfassbarer präzision für diese ganzen quantenberechnungen bereitstellen konnten.
0:05:11–0:05:14
So Heisenberg und wie heißt der andere nochmal aus England?
Florian Clauß
0:05:14–0:05:15
Schrödinger.
Micz Flor
0:05:15–0:05:20
Schrödinger, nee, aber dann auch später der der dann auch die Wasserstoffbombe,
0:05:21–0:05:23
errechnet hat sozusagen.
0:05:23–0:05:30
Aber die waren vor dem Hintergrund einer positivistischen Wissenschaftsphilosophie
0:05:30–0:05:36
gar nicht, hatten gar keinen inneren Anspruch, diese physikalische Realität,
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das Weltbildleben anzupassen.
0:05:38–0:05:44
Also die Collapsing Wave Function, also dieses komische Artefakt,
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was auch in dem einen, boah, mein Hirn ist echt in dem Urlaub.
0:05:49–0:05:54
Nee, nee, ich hatte doch mal diesen Reader auch geschickt, von dem,
0:05:56–0:06:01
der die Kurzgeschichten geschrieben hat, wo auch Arrival gemacht wird.
Florian Clauß
0:06:01–0:06:02
Ted Chang.
Micz Flor
0:06:03–0:06:08
Und er hat eine wunderbare Kurzgeschichte über genau dieses Thema The Collapsing
0:06:08–0:06:09
Wave Function, wo ja wirklich dann,
0:06:09–0:06:15
von Bohr und Konsorten behauptet wird, die Beobachtung, es wird wirklich darüber
0:06:15–0:06:18
nachgedacht, was das dann ist, wenn jemand beobachtet.
0:06:18–0:06:21
Und Einstein hat dann ja auch mal gesagt, es kann ja nicht sein,
0:06:21–0:06:27
dass man beobachten muss, damit irgendwas im Universum wahr wird,
0:06:27–0:06:31
real wird sozusagen. Das eine Buch heißt auch, was ist real von,
0:06:31–0:06:32
ich glaube, Adam Becker oder ich weiß nicht.
Florian Clauß
0:06:32–0:06:36
Ja, das ist ja eh so, das ist ja eh der Mindfuck bei der Quantentheorie.
0:06:36–0:06:41
Also bei der Quantenphysik, dass in dem Moment, wenn man was beobachtet,
0:06:41–0:06:45
auf einmal das Ergebnis ein anderes ist.
0:06:46–0:06:52
Also mit diesem Doppelspaltexperiment zum Beispiel. Das hat mich schon immer
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total fasziniert. Und mir geht es da so wie dir.
0:06:56–0:07:02
Man denkt immer, man hat jetzt irgendwie so einen Funken, so einen Glimpse verstanden.
0:07:02–0:07:05
Aber in dem Moment, wenn du da mal greifst, ist es wieder so, hä?
Micz Flor
0:07:05–0:07:09
Ja, es war interessant, die Bücher. Ich kann es jetzt mal so ganz grob zusammenfassen,
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weil einerseits die Bücher sich auch beide aus unterschiedlichen Blickwinkeln
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damit auseinandergesetzt haben, was da eben so kulturell auch passiert ist in der Zeit.
0:07:18–0:07:22
Und das zweite Buch, Was ist real?
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Fand ich interessant, weil das wirklich nochmal drauf geguckt hat, eben auf diese...
0:07:27–0:07:30
Auf diese School-Bully-Art auch,
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wie halt gesagt wurde, wir müssen das Weltbild nicht den nachweislich funktionierenden
0:07:41–0:07:43
Algorithmen anpassen oder Berechnungen anpassen.
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Es stimmt einfach. Und dann hat halt irgendjemand gesagt so, shut up and calculate.
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Also stell keine Fragen mehr. Aber es gab in der Tat alternative Konzepte,
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in denen das Thema der Lokalität anders betrachtet wurde und auch diese Ambivalenz eben ist es.
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Ist es Particle oder ist es Wave Function? Und was bewirkt es denn,
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dass es sich entweder so oder so verhält?
0:08:09–0:08:13
Und da ist halt eben die Konstruktion des Experiments auch Teil davon und eben
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auch der Beobachter. Und Einstein hat ja die ganze Zeit gerade wegen der Lokalität
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wohl auch gemuckt, hat gesagt, das kann nicht sein, dass Dinge schneller als
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Lichtgeschwindigkeit, Informationen übertragen werden kann.
Florian Clauß
0:08:24–0:08:31
Ja, diese spuckhafte Fernwirkung. Wo dann schlagartig das eine Teilchen,
0:08:31–0:08:34
was dann halt mit einem anderen Teilchen verschränkt ist, wenn das die Richtung
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ändert, das andere das auch tut.
Micz Flor
0:08:37–0:08:42
Und er hat eben dann eben auch mit diesem Beobachten, das mit Te-Chang möchte
0:08:42–0:08:43
ich nur abschließen, weil es ein tolles Buch ist,
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hat Einstein eben auch irgendwo in einem Brief jemandem auch gesagt,
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was passiert denn, wenn eine Maus zuguckt?
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Du hattest ja auch bei der einen Folge diese Blindside, das Froschsehen,
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also das Nicht-Conscious und es gab in der Tat wohl auch so viele metaphysische Überlegungen.
Florian Clauß
0:09:09–0:09:14
Was dann das Beobachten ist. Du kannst ja irgendwie alles, was so ein phänomenologisches
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Bewusstsein hat, dann wird es sich verändern.
Micz Flor
0:09:17–0:09:20
Das ist genau das, was er sagt. Und bei der Ted-Chang-Folge geht es auch darum,
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dass jemand hat seinen Job verloren und dann kriegt er so einen anderen Job
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von einem Freund angeboten und kann eigentlich machen, was er will,
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hat so ein bisschen Forschungsgelder und dann fängt er an mit dem Doppelspaltexperiment an.
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Und dann hat Ted-Chang so ein paar von diesen Experimentkonstruktionen so.
0:09:35–0:09:40
beobachten, im Brief vorher reinschreiben und dann Brief aufmachen,
0:09:40–0:09:42
aber noch nicht angucken oder dann doch angucken.
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Und irgendwann fängt er auch an, dann irgendwie einen Frosch hinzustellen,
0:09:45–0:09:46
eine Maus hinzustellen.
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Und das geht dann total eben aus dem Ruder in dieser Kurzgeschichte,
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weil er irgendwann auch merkt, es gibt manche Menschen, wenn die sich das Experiment
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angucken, dann kollabst die Wave-Function auch nicht.
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dann wird halt sein Experiment auf einmal eben von der Religion okkupiert,
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von der Politik okkupiert und man hat halt irgendwie Sorge, dass auf einmal
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eben so eine neue Form des Rassismus entsteht, aus dem, wer kann die Wave-Function
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kollapsen lassen und wer nicht.
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Das ist ja abgefahren. Das ist eine ganz tolle Kurzgeschichte.
Florian Clauß
0:10:18–0:10:20
Oh wow, das fällt mir wirklich, also
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ich habe tatsächlich heute darüber nachgedacht, weil wir fahren ja auch,
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Im Oktober wieder im Urlaub, traditionell nach Portugal, zum Wandern und Familienbesuch.
Micz Flor
0:10:30–0:10:34
Wir fahren auch im Oktober, traditionell in die Alpen, zum Wandern,
0:10:34–0:10:35
aber keinen Familienbesuch.
Florian Clauß
0:10:36–0:10:37
Nein, wir fahren September.
Micz Flor
0:10:37–0:10:41
Wir fahren September, stimmt. Ja, aber September ist der neue Oktober.
Florian Clauß
0:10:41–0:10:46
Ist der neue Oktober. Und dann hatte ich mir auch so, ja, dann habe ich Zeit.
0:10:46–0:10:50
Und dann, weil ich, das letzte Jahr habe ich mir in so einem Antiquariat,
0:10:50–0:10:55
das habe ich glaube ich schon erzählt, so ein Digest Readers oder wie das heißt.
Micz Flor
0:10:55–0:10:55
Readers Digest.
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Das ist der precise opposite. Ich habe ein bisschen Lacan gelesen.
Florian Clauß
0:11:04–0:11:09
So ein Best of Science Fiction Novellen oder Kurzgeschichten von,
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ich glaube es war 1984 oder so.
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Das habe ich in so einem total schönen Dorf, was dann halt so ein Turidorf ist
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mit einer Stadtmauer und so weiter.
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Und da gab es halt irgendwie so einen Buchladen und da gab es halt immer so
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die verschiedenen Ecken für die unterschiedlichen Sprachen. Und in der Deutschen
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Ecke habe ich halt dieses Buch gefunden. Das war dann halt so meine Ferienliteratur.
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Und dann hatte ich irgendwie das Gefühl, das war super Geschichten drin.
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Und dann hatte ich auch jetzt die Vorstellung, was mache ich jetzt?
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Wenn ich wieder nach Portugal fahre, dann würde ich gerne ein Ted Chiang-Buch lesen.
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Und das ist jetzt so anders. Mitsch, du musst mir das Buch geben.
Micz Flor
0:11:51–0:11:54
Ja, habe ich schon mal. Hast du? Ich hatte, ich hatte,
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ich weiß gar nicht, ich wollte das sogar auf GitHub stellen und zwar hatte ich
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einfach recherchiert Dinge, die
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im Netz gratis an Kurzgeschichten verfügbar sind, so ein Blogpost,
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manchmal in mehreren Teilen und ich wollte ein Skript schreiben,
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wenn man das ausruft, dann kriegt man EPUB mit. Sehr gut.
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Und das kann ich dir mal schicken, weil es nämlich eben auch komplett ausruft.
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Frei verfügbare Geschichten waren, zumindest, als es wieder was abkommt.
Florian Clauß
0:12:21–0:12:25
Ja, ich meine, Ted Chiang ist ja auch ein Gewinner des Hugo Awards.
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Das ist auch immer eine ganz gute Quelle, wenn man nach einem neuen Buch schaut,
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im Science-Fiction-Bereich, dann geht man halt die Gewinner oder Gewinnerinnen des Hugo Awards durch.
Micz Flor
0:12:35–0:12:39
Oder Nebula Award, und du musst mir das mal helfen. Welcher ist Publikumspreis?
Florian Clauß
0:12:40–0:12:41
You got me, you got me.
Micz Flor
0:12:41–0:12:45
Nee, weil einer von beiden, ich glaube, Hugo Awards sind Publikumspreis.
Florian Clauß
0:12:45–0:12:49
Ah ja, okay. Siehst du, da weißt du mehr als ich. Interesting.
Micz Flor
0:12:50–0:12:52
Gefährliches Halbwissen.
Florian Clauß
0:12:52–0:12:55
Das hast du jetzt alle gelesen. Eine, also Ted Chiang Kurzgeschichte.
Micz Flor
0:12:55–0:12:57
Nee, die habe ich vor sieben Jahren gelesen.
Florian Clauß
0:12:57–0:13:03
Ach so, ich dachte jetzt, sieben Jahre. Und du erinnerst das noch so genau. Oh, Brainy Mitch.
Micz Flor
0:13:04–0:13:08
Warte, genug über mich. Wie gefällt dir mein Haarschnitt?
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Was ist denn?
Florian Clauß
0:13:15–0:13:17
Oh ja.
Micz Flor
0:13:17–0:13:21
Nee, was hast du? Du bist erholt. Ich bin überhaupt nicht erholt, aber es ist quasi so.
Florian Clauß
0:13:21–0:13:23
Ich bin zu erholt.
Micz Flor
0:13:24–0:13:25
Reiner Stress.
Florian Clauß
0:13:26–0:13:30
Willst du über den Urlaub reden? Nein. Aber ich wollte noch abschieben.
Micz Flor
0:13:30–0:13:31
Woher weißt du das?
Florian Clauß
0:13:32–0:13:33
Reiner Stress.
Micz Flor
0:13:33–0:13:34
Reinhard?
Florian Clauß
0:13:34–0:13:38
Nee, Reinhard Stress. Mit Reinhard fahren wir dann in den Urlaub.
Micz Flor
0:13:38–0:13:42
Genau. Da sind wir am 9. jetzt los. Für die, die es interessiert.
Florian Clauß
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Und ich nehme die Aufnahmegeräte mit. Ich würde gerne, ich würde tatsächlich
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gerne, also wir machen eine Hüttentour mit Reinhardt.
0:13:52–0:13:57
Und Reinhard zeltet aber. Reinhard ist, glaube ich, echt ein Pro, was Berge anbelangt.
0:13:58–0:14:01
Und er wird sein Zelt mitnehmen. Wir machen den Meraner Höhenweg.
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Und ich habe jetzt mal geguckt, wir machen, also es gibt dann der Meraner Höhenweg,
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es sind zwei Teile geteilt, der untere, man macht das so in sieben, acht Tagesetappen.
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Der südliche Teil ist dann halt so für okay.
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Und der nördliche Teil ist dann halt schon sehr alpin.
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Und ich glaube, wir machen den nördlichen Teil.
Micz Flor
0:14:19–0:14:19
Ja.
Florian Clauß
0:14:20–0:14:21
Also teilweise den Teil.
Micz Flor
0:14:21–0:14:24
Ich bin mir nicht ganz sicher. Er meinte zumindest, also südlich,
0:14:24–0:14:27
nördlich kann ich jetzt nicht sagen, aber wir sind eher an den Südseiten.
0:14:27–0:14:30
Er meinte, das ist eigentlich immer vom Wetter auch recht.
Florian Clauß
0:14:30–0:14:34
Also wir sind an den Süd hängen von den Bergen, aber wir gehen,
0:14:34–0:14:39
glaube ich, quasi, wir gehen einen Teil von dem südlichen Teil und machen dann
0:14:39–0:14:42
oben den nördlichen Teil des Weges.
0:14:42–0:14:47
Aber ich habe da totales Vertrauen, weil Reinhard ist ja dann auch Dozent beim
0:14:47–0:14:50
Alpenverein und das heißt, er wird uns alle sichern.
Micz Flor
0:14:50–0:14:52
Der wird uns auf jeden Fall sichern.
Florian Clauß
0:14:52–0:14:57
Und ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich weiß nicht, wie die Witterungsverhältnisse
0:14:57–0:14:59
sind. Wenn es schneit...
0:15:00–0:15:05
dann muss ich nochmal anders packen. Aber wir schauen mal. Und auf jeden Fall
0:15:05–0:15:09
wollte ich dann gerne, wenn das für dich okay ist und auch für Reinhard,
0:15:11–0:15:13
dass wir dann eine Episode aufnehmen.
0:15:13–0:15:19
Und auch, weil Reinhard war ja hier schon mal zweimal Gast in unserem Podcast über Body Horror.
0:15:19–0:15:24
Zwei Folgen hat er mitgemacht. Und da hat er ja auch schon gesagt,
0:15:24–0:15:25
dass er ein Buch schreibt.
0:15:26–0:15:29
Das Buch ist mittlerweile erschienen. und das ist...
Micz Flor
0:15:29–0:15:31
Ist es wirklich erschienen?
Florian Clauß
0:15:31–0:15:32
Naja, ich weiß...
Micz Flor
0:15:32–0:15:36
Also wir müssen ein bisschen zurückhalten. Wir müssen den Titel auch nicht nennen
0:15:36–0:15:37
und auf den Auto noch nicht nennen.
Florian Clauß
0:15:37–0:15:39
Auf den Autor haben wir noch genannt.
Micz Flor
0:15:39–0:15:40
Ja, nur den Vornamen.
Florian Clauß
0:15:40–0:15:45
Also auf jeden Fall, wenn sich die Dinge fügen, würde ich gerne dann,
0:15:46–0:15:47
dass wir zu dritt über das Buch reden.
Micz Flor
0:15:48–0:15:50
Aber als als,
0:15:53–0:15:57
als wie heißt das, chronische Plot-Spoiler sind wir natürlich...
0:15:58–0:16:00
Also müssen wir echt aufpassen, kann man ja vielleicht dann doch schneiden,
0:16:03–0:16:04
dass wir das genügend anteasern.
Florian Clauß
0:16:04–0:16:05
Das machen wir.
Micz Flor
0:16:05–0:16:09
Ja, fände ich spannend. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich jetzt mich,
0:16:09–0:16:11
der ist jetzt auch weg schon in Italien.
Florian Clauß
0:16:11–0:16:12
Ja, der ist schon weg.
Micz Flor
0:16:12–0:16:17
Dass ich dann mein Feedback zu seinem Buch erst geben kann, wenn wir uns dann
0:16:17–0:16:18
in den Alpen wiedersehen.
0:16:19–0:16:22
Ah, ja. Passt ja irgendwie auch, finde ich, zu dem Buch.
Florian Clauß
0:16:22–0:16:26
Das passt super, das passt super. Ich freue mich drauf.
0:16:29–0:16:33
Ich habe noch zwei Sachen. Die eine Sache, ich wollte dann noch erzählen,
0:16:33–0:16:36
was ich gehört habe als Buch und nicht gelesen.
0:16:37–0:16:45
Ich bin ja immer ein großer Fan, obwohl ich das von der Infrastruktur verurteile.
0:16:45–0:16:54
Nämlich ARD-Sounds, die halt den ganzen freien Podcast-Distributoren komplett das Wasser abgraben.
Micz Flor
0:16:55–0:16:57
Aber woran liegt das, dass sie das tun?
Florian Clauß
0:16:58–0:17:04
Indem sie dann selber ein Monopol aufbauen von Podcasts. Also es ist so eine
0:17:04–0:17:08
geschlossene Plattform, wo du überhaupt nicht mehr nach draußen gehen musst.
0:17:08–0:17:12
Du bist komplett versorgt über dieses ARD-Sounds. Du brauchst eine App,
0:17:13–0:17:16
da werden nur die Podcasts von den öffentlich-rechtlichen,
0:17:18–0:17:22
ausgestrahlt und wiederholt und zur Verfügung gestellt.
0:17:23–0:17:28
und das untergeht natürlich die ganze freie Podcast Distribution,
0:17:28–0:17:32
weil du da als freier Podcast reinkommst. Das ist ähnlich wie bei Spotify.
Micz Flor
0:17:32–0:17:35
Aber ist das andersrum nicht so? Also ich meine mich zu ändern,
0:17:35–0:17:39
vielleicht nur in einzelnen Fällen, dass ich die Sachen, die bei ARD Sounds
0:17:39–0:17:43
liegen, aber auch von denen in anderen Podcasts irgendwie mit,
0:17:44–0:17:47
so Omnibus-Sachen, wo die dann ihre ganzen Hörspieler reinpacken.
0:17:48–0:17:53
Das heißt, die sind auch in diesem offenen Raum komplett,
0:17:53–0:17:58
präsent, aber in ihrem Sounds-Teil wird alles nochmal gespiegelt.
Florian Clauß
0:17:59–0:18:08
Genau. Also das heißt, du kannst die normal abonnieren, auch über die normalen Podcast-Plattformen.
Micz Flor
0:18:08–0:18:08
Ja.
Florian Clauß
0:18:08–0:18:12
Und dann haben die halt diese hermetische, also dieses All-in-One.
0:18:13–0:18:17
Du hast dann sowohl Inhalte wie auch den Player und so weiter.
0:18:17–0:18:20
Wir laufen gerade hier. Das ist ganz toll. Wir waren nämlich hier in diesem Kraftwerk.
0:18:21–0:18:23
Wir kreuzen die Köpenicker Strafe.
0:18:24–0:18:29
Und hier ist dieses alte Kraftwerk und vor einer Woche waren wir mit Familienbesuch
0:18:29–0:18:33
hier in diesem Kraftwerk, da hatten die nämlich die Halle auf und das war so
0:18:33–0:18:36
ein bisschen wie Tate Modern, halt aber unrenoviert.
0:18:37–0:18:42
Riesen, Riesen, Riesenhalle. Und du kannst es auch meten. Es wird von der Tresorgesellschaft
0:18:42–0:18:48
mit irgendwie betrieben oder so instand gehalten.
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Ist ja auch ein schöner Biergarten davor.
0:18:51–0:18:56
Hardwax, der Plattenladen gibt es auch da. Das heißt, es ist wirklich ein toller
0:18:56–0:18:58
Ort. Wenn der auf hat, hat nicht immer auf.
0:18:58–0:19:02
Aber absolute Empfehlung. Das war auch das Prinzip, dass man da drin absolute
0:19:02–0:19:09
Stille, nicht reden, kein Handy in die Hand und einfach nur achtsam sein.
0:19:10–0:19:15
Wir schweigen jetzt ein bisschen. Und hören, wenn das Tolle ist an den Bergen,
0:19:15–0:19:17
ich komme nämlich auch gerade aus den Bergen, habe ich das schon gesagt?
Micz Flor
0:19:18–0:19:18
Nee.
Florian Clauß
0:19:18–0:19:22
Ich hatte nämlich eine Hütten-Tour mit meinen Kindern und Karin gemacht.
0:19:22–0:19:24
Das ist so eine traditionelle...
0:19:27–0:19:31
Das sind traditionelle Ferien, Familien, Anlöfnis.
Micz Flor
0:19:31–0:19:32
Ihr habt ganz viele Ferien, oder?
Florian Clauß
0:19:33–0:19:34
Überhaupt nicht.
0:19:36–0:19:39
Ich hab ganz wenig. Ich hab nur 25 Urlaubstage.
Micz Flor
0:19:39–0:19:44
Ach so, nee, aber ich hatte das Gefühl, dann scheinst du die ganz gut zu splitten.
0:19:44–0:19:47
Ich hab das Gefühl, dass du viel unterwegs bist. Portugal hast du gerade erwähnt.
0:19:47–0:19:48
Nee, ich komm nach Portugal.
0:19:48–0:19:51
Du kommst nach Portugal, du warst auf der Hütten-Tour, wir machen noch eine
0:19:51–0:19:54
Woche. Also da hatte ich das Gefühl, dass du einfach...
Florian Clauß
0:19:54–0:19:56
Das hat sich gerade so ein bisschen, das verdichtet sich gerade.
0:19:57–0:19:59
Aber davor hatte ich die ganze Zeit nichts gemacht.
0:20:01–0:20:01
Und dann,
0:20:04–0:20:06
wollte ich dich nochmal fragen, weil das wirklich so eine Beobachtung ist.
0:20:06–0:20:11
Es gibt wenig Plätze auf der Welt, wo man keine Autos hat. Und wenn man in den
0:20:11–0:20:16
Bergen ist, ist eines davon, wenn nicht der Hüttenwirt oder die Wirtin dann,
0:20:17–0:20:18
ihre Straße direkt vor der Tür haben.
Micz Flor
0:20:19–0:20:19
Kann man in der Hütte?
Florian Clauß
0:20:20–0:20:26
Zum Beispiel. Aber es ist halt wirklich toll. Du bist da oben in den Bergen
0:20:26–0:20:28
und du hast kein Geräusch.
0:20:28–0:20:34
Also auch die Tiere sind nicht so laut, da gibt es also über der Waldgrenze, also wir waren jetzt...
Micz Flor
0:20:34–0:20:36
Ab 10 Uhr ist da eine Hütte Uhr.
Florian Clauß
0:20:36–0:20:38
Hast du halt nichts gehört? Ich habe nur mal einen Tinnitus gehört.
Micz Flor
0:20:39–0:20:40
Oh nee. Hast du einen Tinnitus?
Florian Clauß
0:20:40–0:20:47
Ja, das ist normal. Jetzt nicht schlimm, aber halt immer so ein Pfeifen, mehr oder weniger.
Micz Flor
0:20:47–0:20:53
Kann dir, mein Vater hat mal ein Gerät entwickelt, um Tinnitus zu behandeln.
Florian Clauß
0:20:53–0:20:56
Gegenfrequenz, da sind wir wieder bei dir.
Micz Flor
0:20:56–0:21:01
Ja, genau, das ist, glaube ich, du stellst die Lautstärke und die Tonhöhe ein.
Florian Clauß
0:21:01–0:21:05
Und dann macht der quasi so eine Gegen... Aber bei mir ist es wirklich nicht
0:21:05–0:21:08
schlimm, es ist, glaube ich, so völlig im normalen Bereich, wo alle Menschen
0:21:08–0:21:12
auch so ein bisschen pfeifen halt, haben die zu viel Techno gehört haben früher.
Micz Flor
0:21:12–0:21:13
Ja, okay.
Florian Clauß
0:21:15–0:21:16
Was hast du gesagt?
Micz Flor
0:21:17–0:21:20
Wieder die komplementäre Bassfrequenz ganz oben.
Florian Clauß
0:21:22–0:21:27
Ja, und also ich meine, gut, es gibt Inseln, wo keine Autos zugelassen sind
0:21:27–0:21:30
oder fahren, zum Beispiel Hittensee.
0:21:30–0:21:34
Das ist eine Insel ohne Autos. Aber das ist wirklich auffällig.
0:21:34–0:21:38
Du läufst da lang und irgendwas... Ja, was ist denn? Es ist keine Geräusche.
Micz Flor
0:21:38–0:21:39
Irgendwas fehlt.
Florian Clauß
0:21:40–0:21:44
Ja, es fehlt, aber dann ist es auch total schön. Und das ist auch so die andere
0:21:44–0:21:47
Beobachtung, die ich gemacht habe bei Wanderungen.
0:21:48–0:21:55
Wir haben die Chiemgauer Alpen. Das ist jetzt wirklich so die erste Faltung der Alpen.
0:21:56–0:21:59
Wir waren dann auf der Hochrieshütte. und du bist dann halt wirklich an den
0:21:59–0:22:02
Kamm und kannst dann halt so unglaublich weit ins Land sehen, ja.
0:22:03–0:22:07
Das ist da bei Kufstein quasi, also bei Prien am Chiemsee, Chiemgauer Alten,
0:22:08–0:22:12
Aschau und die Hochrisshütte, dann siehst du halt München in der Ferne,
0:22:12–0:22:15
du siehst Rosenheim, du siehst den ganzen Karwendelkamm, ja.
0:22:16–0:22:20
Unglaublich beeindruckend und es war halt morgens, sind wir aufgestanden und
0:22:20–0:22:25
hatten die so unglaubliche Gesicht und was wollte ich erzählen?
Micz Flor
0:22:26–0:22:27
Autos.
Florian Clauß
0:22:27–0:22:33
Naja, es ist nicht hoch. Also es ist wirklich da, du kommst nicht mal auf 2000 Meter Höhe.
0:22:34–0:22:36
Also es ist so ein bisschen wie das Carvendel.
0:22:37–0:22:40
Du guckst dich, drehst dich dann um, dann siehst du halt irgendwie ein Großglöckner
0:22:40–0:22:43
und dann siehst du alle anderen, die dann halt hochgehen.
Micz Flor
0:22:43–0:22:45
Carvendel hat, glaube ich, 27.
Florian Clauß
0:22:45–0:22:50
Ja, die Birka-Spitze kommt, glaube ich, auf 28. Ja, 28, nicht 29.
0:22:50–0:22:54
Ja, also da wird es, aber die erste, der erste Faltenkranz dann quasi,
0:22:55–0:23:02
der ist Das ist noch so, wie wenn du halt Wäsche zusammenlegst, so ungefähr.
0:23:06–0:23:12
Genau, das war jetzt auch nicht anstrengend oder so, also es war schon anstrengend, aber das,
0:23:13–0:23:17
was so toll ist, wir haben uns dann, weil dann kein Bus fuhr,
0:23:18–0:23:21
sind wir ins Taxi gestiegen in Prien und haben uns dann halt quasi da,
0:23:22–0:23:26
hinfahren lassen, wo wir dann den ersten Startpunkt hatten und waren dann sofort
0:23:26–0:23:30
im Wald, das hatten wir auch schon mal bei einer Tour, wo wir uns halt ausgesetzt
0:23:30–0:23:33
und wir waren sofort im Wald und hatten halt irgendwie 30 Prozent Steigung.
0:23:36–0:23:39
Du hast halt auch einen Weg, der so ein bisschen technisch anspruchsvoller ist,
0:23:39–0:23:44
weil die Erde ist feucht, du hast überall diese Wurzeln und du bist auf einmal
0:23:44–0:23:47
so voll in diesem Hochgehen,
0:23:47–0:23:52
super anstrengend irgendwie diesen Aufstieg dann halt durchziehen.
0:23:54–0:24:00
Aber du bist so total fixiert auf dem Weg und das ist für mich eine totale Entspannung.
Micz Flor
0:24:00–0:24:03
Obwohl 30 Prozent...
Florian Clauß
0:24:04–0:24:12
Und du bist halt total im Jetzt, in dem Moment, weil du musst dich konzentrieren und es ist toll, also,
0:24:14–0:24:20
wirklich so ein ganz schneller Shortcut, um dann mal so in Ferienstimmung zu kommen.
Micz Flor
0:24:21–0:24:24
Und wir machen jetzt das Gegenprogramm, weil hier sind ja nur Autos gerade.
0:24:24–0:24:29
Wir laufen hier über die Brücke, wer ist das? Die Michael-Kirch-Straße.
Florian Clauß
0:24:29–0:24:32
Ja, und die Chiemgauer Alpen sind ja dann noch,
0:24:34–0:24:38
auf deutscher Seite, direkt an der österreichischen Grenze.
0:24:40–0:24:44
Und wir hatten ja diese eine Wanderung auch im Kaisergebirge gemacht.
0:24:44–0:24:48
Das ist ja quasi direkt ums Eck des Kaisergebirges.
Micz Flor
0:24:50–0:24:54
Aber es ist irgendwie so, ich weiß nicht, wie es dir so geht,
0:24:54–0:24:57
aber Urlaub allgemein, ich habe das jetzt auch wieder mal gemerkt,
0:24:58–0:25:01
es ist irgendwie so eine Form von seinen Körper wiederentdecken.
0:25:02–0:25:06
Also du hast gerade gesagt 30 Prozent Steigung, kleine Schritte,
0:25:06–0:25:08
versuchen irgendwie das Herz nicht zu hoch geht,
0:25:09–0:25:14
schwitzen, irgendwie in den Tunnel kommen, auch nicht mehr viel denken und wir
0:25:14–0:25:18
waren jetzt an der Atlantikküste und hatten so ein Glamping,
0:25:18–0:25:21
Also ein Zelt mit Kühlschrank und so ein Ding.
0:25:21–0:25:26
Hatten aber auch diese Sache auf dem Campingplatz morgens Zelt auf, Kinder raus.
0:25:27–0:25:29
Und du bist immer auch unter Leuten, dass irgendwie immer Kontakt da ist,
0:25:29–0:25:30
wie es auf der Hütte auch ist.
0:25:31–0:25:34
Und ich finde das einfach, ich habe da dieses Mal zum ersten Mal so ein bisschen
0:25:34–0:25:37
darüber nachgedacht, was ist es eigentlich, was man da tut?
0:25:37–0:25:43
Und es fühlte sich so ein bisschen für mich an wie so eine, wie der Erschließung von so einem Körper.
0:25:43–0:25:47
Also nicht nur endlich mal ausschlafen, das ist ja auch fahrgwürdig,
0:25:47–0:25:52
ob das wirklich geht. Ich habe das Gefühl gehabt, zum Schluss war ich noch müder als am Anfang.
0:25:52–0:25:56
Aber auch eben das rausgehen, mal barfuß sein, irgendwie sich anders zu bewegen.
0:25:58–0:26:01
Ich glaube zumindest für mich ist das so das zentrale Thema.
0:26:01–0:26:05
Weil auf dem Rückweg sind wir dann mit dem Zug über Paris gefahren, musste noch umsteigen.
0:26:06–0:26:09
Und da habe ich in Paris nochmal gedacht, ich würde glaube ich nie Stadturlaub
0:26:10–0:26:13
machen können. Vielleicht, weil ich eben auch aus Berlin komme.
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Ich möchte jetzt keine Stadt höher stellen. Aber dieses Gefühl generell,
0:26:19–0:26:24
dass man von einem Stadturlaub angezogen ist, das kann ich nur ganz schwer verstehen.
0:26:26–0:26:31
Und das ist mir, als wir überlegt haben, über was reden wir heute noch so durch
0:26:31–0:26:32
den Kopf gegangen, dieses Gefühl da.
0:26:35–0:26:38
So auf dem Campingplatz, wie auch in der Hüttenwanderung, so eine schöne Mischung
0:26:38–0:26:42
zu haben, aus alleine sein und mit anderen verbunden sein. Die kleine Gruppe,
0:26:42–0:26:45
die man mitbringt, aber auch so eine größere Gruppe auf der Hütte oder auf dem Campingplatz.
0:26:46–0:26:48
Aber auch eben manchmal diese Momente, wo du ganz allein bist,
0:26:48–0:26:55
wo du bei 30 Prozent Anstieg oder jetzt hier Atlantikwind am Strand.
0:26:55–0:26:58
Und du gehst halt Muscheln suchen, weil man hat ja nichts anderes zu tun.
0:26:58–0:27:00
Dann bist du so ganz allein in so einem Tunnel.
Florian Clauß
0:27:01–0:27:09
Aber bist du, also ich finde, wenn man sich langweilen kann im Urlaub,
0:27:10–0:27:12
dann ist man wirklich im Erholmodus.
0:27:13–0:27:16
Also hast du dich gelangweilt in dem Urlaub?
Micz Flor
0:27:16–0:27:20
Ja, ich habe schon viel auch gelesen. Man könnte sogar sagen aus Langeweile,
0:27:20–0:27:23
weil ich wollte andere Sachen lesen und habe mich dann aber dem verschlossen.
0:27:23–0:27:25
Und dann war mir aber langweilig, dann habe ich doch was gelesen,
0:27:25–0:27:28
aber nicht das, was ich hätte lesen müssen.
0:27:28–0:27:32
Das gehört auf alle Fälle dazu. Ich finde Langeweile ganz, ganz wichtig.
0:27:33–0:27:36
da mit meiner Tochter auch drüber gesprochen, weil,
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dann ich irgendwie so aus so einer anderen Zeit erzählt habe.
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Also eben natürlich nicht die Zeit, wo man ein Handy hat oder wo,
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wo ich auch, habe ich ja auch, kann ich mich dann auch nicht wirklich von meiner,
0:27:50–0:27:54
Tochter irgendwie, ich kann die nicht wirklich überzeugen, weil ich sie auch natürlich nutze und so.
0:27:54–0:27:59
Aber dieses Gefühl von Langeweile, wenn man vom kleinen Dorf kommt Und wenn
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man irgendwie nichts zu tun hatte und dann hat man halt irgendwie mit elf Jahren
0:28:04–0:28:07
dann angefangen schweißen zu lernen, mit zwölf Jahren sich mit der Flex fast
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den Finger abgeschnitten, mit 13
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Jahren mit der Band das erste Mal Musik gemacht auf der Bühne und so was.
0:28:12–0:28:17
Irgendwie so diese Idee, dass man da so, man musste sich Dinge herstellen,
0:28:18–0:28:21
von denen man sich gewünscht hätte, dass es die schon gäbe.
0:28:21–0:28:23
Das ist für mich so eine Form von Langeweile.
Florian Clauß
0:28:23–0:28:29
Ja, interessant. Ja, und jetzt mit dem Handy das Fenster zur Welt, da gibt es ja alles.
0:28:30–0:28:32
Und in einer hohen Perfektion.
0:28:33–0:28:34
Das heißt, so richtig muss man sich ja
0:28:34–0:28:38
nicht mehr bewegen, um irgendwas herzustellen. Es ist ja schon alles da.
Micz Flor
0:28:38–0:28:41
Ja, oder wenn du was herstellen willst, dann guckst du halt,
0:28:41–0:28:44
wie es hergestellt wird. Guckst es halt an. Also bis hin zum,
0:28:44–0:28:49
wie baue ich mir eine klassische Gitarre. Kannst du auf irgendeinem YouTube-Kanal
0:28:49–0:28:50
in 17 Stunden dir anschauen.
Florian Clauß
0:28:50–0:28:53
Oder du kannst jetzt wieder Werbung machen für deinen Workshop.
Micz Flor
0:28:53–0:28:57
Nein, du möbelst den gar nicht. Der ist ja auch nicht auf YouTube.
0:28:59–0:29:05
Nee, aber kannst du damit was anfangen? So einen Körper zurückgewinnen?
Florian Clauß
0:29:05–0:29:11
Ja, also vielleicht ist es die Hütten-Tour nicht unbedingt, weil das ist ja
0:29:11–0:29:13
wirklich auch dann eine Herausforderung.
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Man bewegt ja bestimmte Körperpartien, die man sonst nicht im Alltag bewegt.
0:29:19–0:29:21
Also nicht in Berlin, hier gibt es keine Steigung.
0:29:21–0:29:26
Man kriegt dann halt an komischen Stellen Muskelkater, wie zum Beispiel ein Schienenbein.
Micz Flor
0:29:27–0:29:28
Stimmt.
Florian Clauß
0:29:28–0:29:30
Und ich merke halt auch,
0:29:30–0:29:34
Das, diese Belastung, das gehört ja dazu.
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Man sitzt dann abends in der Hütte und isst halt was Leckeres.
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Und dann auch noch die zweite Beobachtung, neben dass kein Auto da ist.
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Zweite Sache, es gibt wenig Orte, wo dann abends alle Tische spielen.
0:29:53–0:30:00
Wirklich so, es war eine knallvolle Hütte und jeder Tisch hatte irgendein Spiel. Und,
0:30:03–0:30:05
wir haben ja immer Durak gespielt. Kennst du Durak?
Micz Flor
0:30:06–0:30:06
Nee.
Florian Clauß
0:30:06–0:30:10
Das heißt Arschloch. Und dann haben wir uns ein bisschen in die Haare gekriegt.
0:30:11–0:30:13
Und dann haben wir es nicht mehr gespielt.
0:30:14–0:30:18
Weil das ist so ein bisschen, du kannst halt, du musst.
Micz Flor
0:30:19–0:30:22
Ich will gar nicht wissen, wie das Spiel geht. Erzähl mir, wie man sich in die Haare kriegt.
Florian Clauß
0:30:22–0:30:24
Ja, das war wirklich so.
0:30:25–0:30:32
Da ist ganz viel, wo man dann noch Karten abwerfen kann, den anderen verarschen kann.
0:30:32–0:30:39
Was du sagst, das ist auch verrückt, weil du kannst dann halt bestimmte Farben
0:30:39–0:30:42
hinlegen oder auch Werte.
0:30:43–0:30:46
Und du musst die dann verteidigen, die Karten.
0:30:47–0:30:50
Und du musst dann halt die so verteidigen, dass du halt zum Beispiel über einen
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gewissen Wert, also wenn eine 8 liegt, Kreuz 8, dann musst du halt eine Kreuz
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9, kannst du es so verteidigen.
0:30:55–0:30:58
oder alles, was drüber geht, ein Kreuzass oder sowas.
0:30:59–0:31:03
Aber das Verrückte ist, man darf dann halt, sobald dann wieder ein Kreuzass
0:31:03–0:31:06
gelegt hat, darf der andere wieder ein Kreuzass, also da darf er Esser legen,
0:31:06–0:31:09
dann musst du die Esser verteidigen und es gibt eine Trumpffarbe.
0:31:09–0:31:11
Ich will es dir gar nicht groß erklären, aber das Ding ist halt,
0:31:13–0:31:15
du kannst halt auch alle anderen Karten hinschmeißen und eigentlich darfst du
0:31:15–0:31:19
nur von zwei Seiten angegriffen werden, aber andere können dich auch angreifen.
0:31:19–0:31:22
Und wenn du halt so, es ist halt so ein besoffenes Spiel, Wenn du halt dann
0:31:22–0:31:26
nicht mehr merkst, dass dann halt der Dritte dann dir eine Karte hingelegt hat
0:31:27–0:31:30
und dann ist es keine Acht oder so, sondern eine Vier oder es ist halt irgendwie,
0:31:31–0:31:32
was immer gut funktioniert, sechs, neun.
0:31:33–0:31:35
Da liegt eine Neun und eigentlich darfst du keine sechs spielen,
0:31:35–0:31:37
aber da liegt die Kontrolle und bist dann so fixiert darauf,
0:31:37–0:31:41
dass du gar nicht wahrnimmst, dass das halt irgendwie eine korrekt gespielte Karte ist.
0:31:41–0:31:44
Das ist schon ganz interessant, das hat so eine Dynamik in das Spiel.
Micz Flor
0:31:44–0:31:49
Und das ist eingepreist, das steht auch in der Anleitung drin?
0:31:50–0:31:52
Versuchen Sie mal Ihr Gegenüber.
Florian Clauß
0:31:53–0:31:58
Also ich glaube die Anleitung Die ist mehr oder weniger Eine Straßenanleitung,
0:31:59–0:32:03
Wie man das halt irgendwie Besoffen spielt In einer kleinen Gruppe.
Micz Flor
0:32:05–0:32:10
Es gibt ja diese Idee von Blöffen Die ist ja in manchen Spielen drin Das ist
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aber jetzt nicht vorgesehen Doch doch Ich glaube schlechte Laune Weil du Einfach
0:32:17–0:32:19
übergriffig gespielt hast Ja.
Florian Clauß
0:32:19–0:32:21
Nee, der Punkt war, dass ich,
0:32:22–0:32:28
Ich dann einem Kind, ich will es nicht näher benennen, ich war dann quasi in
0:32:28–0:32:32
der Angreiferposition und das Kind hat dann heimlich dann auch angegriffen.
0:32:33–0:32:37
Und ich habe sie dann aber, oder er, ihn dann zurückgewiesen und gesagt so, nee.
0:32:38–0:32:43
Und damit war es dann sauer, dass ihre Karte nicht losgeworden ist oder seine. Und,
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dann wurde ich beschimpft und dann war ich eingeschnappt. Aber das haben wir
0:32:51–0:32:53
gut gelöst. Wir haben es halt nicht mehr gespielt.
Micz Flor
0:32:54–0:32:56
Ja, das ist ein guter Abwehrmechanismus.
Florian Clauß
0:32:56–0:33:01
Ja, und wir haben stattdessen dann Cabo gespielt. Kennst du das?
0:33:01–0:33:03
Das ist auch ein interessantes Spiel.
Micz Flor
0:33:03–0:33:08
Ja, das hatte, als ich mit Elsa wandern war, im Sonnsteingebirge auf der anderen
0:33:08–0:33:10
Seite, wo nicht Sonnsteingebirge ist.
Florian Clauß
0:33:10–0:33:14
Ja, wo die Hütten dann, wo du da nicht so Wertmarken einmieten kannst.
Micz Flor
0:33:14–0:33:18
Super. Und da hatten wir in zwei Nächten die gleichen Leute wieder getroffen,
0:33:18–0:33:21
da hat sie dann glaube ich mitgespielt. Da muss man auch irgendwie so,
0:33:22–0:33:23
Sich seine eigenen Karten merken.
Florian Clauß
0:33:23–0:33:28
Genau, das ist super. Das ist so eine ganz komische Ästhetik.
0:33:29–0:33:33
Das ist ein sehr strategisches Spiel, obwohl dann halt nicht alles offen gespielt wird.
0:33:34–0:33:37
Und du musst dann halt deine Karten merken. Du kannst dann halt bestimmte Karten abwerfen.
0:33:38–0:33:43
So ein bisschen eine Kombination aus dem Gedächtnisspiel, Strategie und dann
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halt auch natürlich Glück.
0:33:45–0:33:51
Aber Cabo fand ich richtig gut. Das wird, glaube ich, jetzt Durak ablösen.
0:33:51–0:33:54
auf unseren nächsten Wanderungen werden wir dann immer Cabot spielen.
Micz Flor
0:33:54–0:33:57
Ja, ich habe es nicht mitgespielt, aber Elsa hat beim ersten Mal neben denen
0:33:57–0:34:00
gesessen, hat sie zugeguckt, zweitem Mal, als wir die getroffen haben,
0:34:00–0:34:03
hat sie da mitgespielt und dann hat sie auf dem Heimweg gesagt,
0:34:03–0:34:06
das wünsche ich mir zum Geburtstag. Ich habe es aber selber noch nicht gespielt.
Florian Clauß
0:34:06–0:34:10
Du kannst es mit allen Karten spielen, also brauchst du noch nicht mal ein spezielles Kartenspiel dafür.
Micz Flor
0:34:10–0:34:12
Aber ich fand die Ästhetik interessant.
Florian Clauß
0:34:12–0:34:16
Ach so, deswegen sagst du Ästhetik. Ich kenne gar nicht die offiziellen Cabot-Karten.
Micz Flor
0:34:16–0:34:17
Ah, okay.
Florian Clauß
0:34:17–0:34:20
Wir haben das einfach mit Rommikarten gespielt.
Micz Flor
0:34:20–0:34:27
Ja, das finde ich ja eh immer am besten. Ja, ich habe jetzt auch das Kartenspiel,
0:34:27–0:34:30
was ich gerne und immer gespielt habe, ist die Streitpassion.
0:34:30–0:34:33
Das hatten wir ja auch schon mal drüber. Ich bin ja auch nicht auf dem Moten.
Florian Clauß
0:34:33–0:34:34
Räuber-Rommi zu spielen.
Micz Flor
0:34:34–0:34:37
Nein, ich... heißt das Räuber-Rommi?
Florian Clauß
0:34:37–0:34:41
Räuber-Rommi. Bei meiner Oma kommt sie und sagt, nein, wir spielen nicht Räuber-Rommi.
Micz Flor
0:34:41–0:34:44
Aber das heißt doch nicht Räuber-Rommi. Das mit diesen verdeckten Karten,
0:34:44–0:34:47
also ein bisschen wie eine Passions, wo man gegeneinander spielen kann.
Florian Clauß
0:34:47–0:34:49
Ja, nee, ich verstehe.
Micz Flor
0:34:50–0:34:54
Die haben wir nicht spielen können, war irgendwie kein Anlass.
0:34:54–0:34:57
Ich wollte sagen, es war nicht genügend Zeit, aber es ist ja Quatsch im Urlaub.
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Da war keine Lust dafür da, aber unser Freund Sarel aus deiner Geburtstagsfolge
0:35:06–0:35:11
auch verewigt, der hatte mich dann angeschrieben und gesagt, wie hieß das nochmal?
0:35:11–0:35:15
Ich versuche gerade das Ziel, die Regeln zu erklären, aber ich komme nicht mehr drauf.
Florian Clauß
0:35:16–0:35:17
Nicht, dass man Gemini hätte.
Micz Flor
0:35:18–0:35:22
Nee, er hat das erst dann halt irgendwie, ich hab's ja gefunden halt auf Wikipedia.
0:35:22–0:35:25
Und dann hat er's dann irgendwie eine Woche später mit seiner Mutter auch nochmal
0:35:25–0:35:28
gespielt und hat mir dann zurückgeschickt, ob ich denn auch diese Regeln bei
0:35:28–0:35:32
verdeckten Karten nutzen würde oder die. Also dann gab's gleich die Flavors,
0:35:32–0:35:35
so regionale Flavor, die dann so reinkommen.
Florian Clauß
0:35:35–0:35:38
Das ist dann wie Doppelkopf, ne? Also ich glaub, das ist auch so,
0:35:38–0:35:43
Passionslegen ist ja so, glaub ich, das ist eines der verbreitetsten Kartenspiele,
0:35:43–0:35:45
die man so hat im europäischen Raum.
Micz Flor
0:35:47–0:35:52
Ein Spiel, also auf dem Campingplatz, wo wir waren, gab es dann an einem Abend,
0:35:52–0:35:54
da gab es immer so natürlich Bespaßung auch so ein bisschen,
0:35:55–0:35:58
aber so eher, sag ich mal, ökig alternativ.
0:35:58–0:36:05
Und eins davon waren, da waren so ganz viele Holzspiele, also Sachen zum Beispiel,
0:36:05–0:36:09
wo du so Disks mit so einem Gummi so dir durch ein Loch gegenüber zuschießt.
0:36:09–0:36:12
Und wenn du dann alle auf der anderen Seite hast, hast du gewonnen,
0:36:13–0:36:16
dann so Geduldsspiele auf dem Campingplatz. Aber die waren alle so groß,
0:36:17–0:36:21
also wirklich so wie so Tischgroß, wo man dann an den Sachen so spielen konnte.
0:36:21–0:36:23
Und ein Spiel konnten wir nicht spielen, weil es belegt war.
0:36:24–0:36:29
Aber ich habe das dann versucht, mir als Muscheln nachzusuchen und dann mal zu spielen.
0:36:29–0:36:31
Fand ich die Regeln ganz interessant, ich habe den Namen vergessen.
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Packen wir alles in die Show.
0:36:33–0:36:39
Aber du hast im Prinzip vier Eigenschaften. Die sind quasi Null und Eins.
0:36:40–0:36:44
Also du hast dann zum Beispiel große und kleine Steine, eckige,
0:36:44–0:36:47
runde, helle, dunkle und welche mit Ornamenten oder ohne.
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Und dann kriegst du halt eben 16 Steine raus. Jeder ist einzigartig.
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Und dann gibt es ein Spielbrett, das ist 4x4.
0:36:57–0:37:01
Und du kannst den Stein, den du in der Hand hast, hinstellen, wo du willst.
0:37:02–0:37:05
Und wer es zuerst schafft, eine Reihe zu schaffen, in der ein Attribut,
0:37:05–0:37:11
zum Beispiel dunkel oder groß, erfüllt ist, hat gewonnen. Das ist ja wie viel Gewind.
Florian Clauß
0:37:11–0:37:13
Aber nur noch mit mehr Dimensionen.
Micz Flor
0:37:13–0:37:17
Mit mehreren Dimensionen, genau. Es ist eine vielfach zweidimensionale Welt.
Florian Clauß
0:37:17–0:37:18
Krass, so wie 3D-Schock.
Micz Flor
0:37:18–0:37:22
Und die einzige Regel, die es gibt, ist, dass die Person auf der anderen Seite,
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dir den Stein aussuchen muss, den Stein, den du dann legen musst.
Florian Clauß
0:37:27–0:37:29
Ah, das ist alles geil.
Micz Flor
0:37:30–0:37:31
Das ist irgendwie ganz einfach.
Florian Clauß
0:37:31–0:37:34
Das ist einfach, aber ein geiles Prinzip.
Micz Flor
0:37:34–0:37:38
Vielleicht können wir das mal da oben in der Hütte spielen. Wir werden berichten, am 9.
Florian Clauß
0:37:38–0:37:39
September geht es los.
Micz Flor
0:37:40–0:37:43
Aber das fand ich so einfach. Und am nächsten Tag, das war der letzte Tag,
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den wir hatten, bevor wir los mussten, habe ich dann,
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nochmal gesucht nach Muscheln. Und zwar gibt es da diese schwarzen Muscheln und die roten Muscheln.
0:37:52–0:37:55
Da habe ich gesagt, ich nehme die schwarzen Muscheln und die roten Muscheln.
0:37:55–0:37:59
Dann nehme ich die einmal hellschwarz, also eher grau, einmal tiefschwarz.
0:37:59–0:38:03
Dann nehme ich die geriffelt, also mit Streifen oder nicht mit Streifen und
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groß und klein. Und dann habe ich mir quasi auch mir so ausgedacht und habe
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dann irgendwann gemerkt, ey, das ist jetzt viel zu nerven.
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Ich bin schon die 17 Kilometer am Strand in der Glauben, um dann eine kleine,
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hellschwarze, getiegelte Muschel zu finden.
Florian Clauß
0:38:19–0:38:25
Ja, du musst so ein Exosheet pflegen und dann gleich der Liegenmitte.
0:38:25–0:38:29
Claude befüttert und sagen, kann ich die jetzt noch einreihen?
Micz Flor
0:38:29–0:38:36
Ja. Aber ich fand die Idee einfach so simpel, ich mag das, wenn es dann einfache
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Idee ist, einfache Spülbrett und muss mal gucken, probieren wir es mal aus.
Florian Clauß
0:38:40–0:38:43
Probieren wir es aus, ja, das klingt spannend. So, haben wir noch,
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haben wir noch, ich habe noch eine Sache, die habe ich, das kam mir vorhin im Engelbecken.
Micz Flor
0:38:50–0:38:50
Ja.
Florian Clauß
0:38:50–0:38:51
Und zwar,
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habe ich ein Hörbuch, das war nämlich der Einstieg zu dem ARD Sounds, ein Hörbuch.
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Ich höre halt total gerne von Sounds dann die Hörbücher, weil da gibt es eine extra Kategorie.
0:39:06–0:39:11
Und kann man eigentlich, wenn man ein Hörbuch hat, dann sind die meistens so
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lang, dass ich dann halt irgendwie so, weiß ich nicht, zwei bis vier Wochen daran höre.
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Und dann ist meistens wieder ein gutes anderes, dass man weiterhört.
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Wir haben eine ganz gute Auswahl.
0:39:21–0:39:27
Und da habe ich jetzt von Georg Herrmann Kubinke gehört. Und das ist halt so
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ein super Berliner Roman. Das ist Wahnsinn.
Micz Flor
0:39:32–0:39:33
Kanntest du den vorher?
Florian Clauß
0:39:34–0:39:36
Kubinke? Nee, den Herrmann kannte ich überhaupt nicht vorher.
0:39:38–0:39:39
Kennst du Herrmann? Das ist halt so ein Klassiker.
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Der ist, glaube ich, in den 1870ern geboren.
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ist Schriftsteller dann geworden und mit Kubinke ist die Figur so ein Friseur
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der dann die Oberquadra abgeschlossen hat, also die hohe Schule und hat dann,
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aber er spielt halt so ein total,
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so ein Arbeitermilieu oder den Servicemilieu mit den,
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Dienstmädchen und Kubinke ist halt so Friseur und kommt dann nach Berlin und
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wird dann bei so einem Geschäft aufgenommen und es zählt mehr oder weniger dann über,
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fängt dann mit dem Frühling an, wenn es halt irgendwie gerade so der Schnee
0:40:25–0:40:27
schmilzt und hört dann am Ende im November auf.
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Ja, spielt dann halt mehr oder weniger also einen Jahreszyklus durch und er
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lässt sich dann halt mit lauter Dienstmädchen ein, aber ist ein total schüchterner
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Typ, der, wo es erstmal nicht klappt.
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Ich bin hier rechts und.
Micz Flor
0:40:48–0:40:49
Also er lässt sich ein, aber es klappt nicht.
Florian Clauß
0:40:49–0:40:52
Ja, nein, eigentlich, weil es klingt jetzt gerade so, als ob er dann so derjenige
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wäre, der dann halt irgendwie so, und er ist eigentlich total schüchtern und,
0:40:57–0:41:01
es klappt aber dann, die Kapitel sind dann nach den einzelnen Dienstmädchen,
0:41:01–0:41:04
ich war die benannt, Emma,
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Hedwig und dann Paulina. Und das ist das Tolle.
Micz Flor
0:41:08–0:41:13
Mit zwei Nachfahren der Dienstmädchen sind die Nachfahren des Autors immer noch im Rechtsstreit.
Florian Clauß
0:41:14–0:41:23
Ja, aber tatsächlich geht es dann so auch um diese Konsequenzen,
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wenn einem der Frühling durch die Glieder fährt.
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So ein bisschen in die Richtung. Aber was total super an dem Roman ist,
0:41:33–0:41:37
oder vor allen Dingen auch, wie es gelesen ist, in dem Hoverbuch, ist dieses Milieu.
0:41:37–0:41:40
Und dann dachte ich echt so, das ist so...
0:41:41–0:41:45
Also es hat dann auch so eine Nähe. Ich meine, diese 20er-Jahre-Beschreibung,
0:41:45–0:41:49
10er-Jahre-Berlin, diesen Stil, den kriegt man ja, den hat man ja hier auch
0:41:50–0:41:52
mit 30 Jahren wohnen in Berlin.
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Kriegst du ja das so mit, liegt ja auf der Straße.
0:41:55–0:42:02
Und das ist so aktuell dann noch so, Das war so toll. Es hat so Spaß gemacht, das dann auch zu hören.
0:42:02–0:42:08
Und der hat auch immer so unglaublich blumig und ausschmücken geschrieben.
0:42:09–0:42:16
Die Szenen und so weiter. Also der Georg Herrmann. Und das ist jetzt so meine Romanempfehlung.
0:42:16–0:42:22
Hörbuchempfehlung. Kann man bei AD Sounds, kann man sich das mal anhören. Macht Spaß.
Micz Flor
0:42:22–0:42:26
Und ist wahrscheinlich sogar als EPUB für E-Reader gratis verfügbar.
0:42:26–0:42:27
Ist das schon alt genug dafür?
Florian Clauß
0:42:27–0:42:36
Super alt. Der Autor hat natürlich auch das Frauenbild zeitgenössisch, also,
0:42:38–0:42:40
nicht mehr so, wie man es irgendwie vermitteln würde.
0:42:41–0:42:49
Und der Autor selber ist dann auch im Deutschen Schriftstellerverband,
0:42:49–0:42:52
war er dann Vorsitzender oder hat den auch mitgegründet.
0:42:52–0:42:57
Ich kriege es nicht mehr ganz zusammen, ich habe nur kurz mal den Wikipedia-Artikel überflogen.
0:42:57–0:43:03
Aber jüdische Abstammung und wurde dann tatsächlich, nachdem er schon ausmigriert
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ist, in den 30ern nach Holland, nach Niederlande, ist er dann aber doch in Auschwitz umgekommen.
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als 70-Jähriger ermordet worden.
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Im KZ, ja. Das ist ein bisschen tragisch, aber auf jeden Fall eine Institution.
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Die hat viel veröffentlicht. Ist mir dann nochmal aufgefallen.
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Ja, das war für mich eine Entdeckung, die ich jetzt auch in den letzten Wochen gemacht habe.
Micz Flor
0:43:33–0:43:35
Ach nee, ich kriege jetzt keine gute Exel.
Florian Clauß
0:43:35–0:43:40
Nee, aber ich habe noch einen Punkt, wo du Glamping gesagt hast,
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weil mir da ist eingefallen, dass ich neulich auch einen tollen Film gesehen
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habe, einen japanischen, wo auch Glamping,
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Glamping ist ein Kofferwort aus Glamour und Camping, also quasi hochversorgtes Camping mit Luxus,
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von dem Regisseur, der auch Drive My Car gemacht hat, Es ist so,
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ich würde mal sagen, im japanischen Independent-Bereich ansiedeln.
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Aber der hat schon ganz gute Preise abgeräumt.
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Und der hat, sein letzter Film heißt Evil Does Not Exist. Und da wird in einer
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so ursprünglichen Gemeinde, wird dann auch von so einer Marketingfirma,
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will dann so einen Glamping-Bereich ansiedeln.
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Und der ist ganz toll, der Film.
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Also er hat so eine ganz tolle Stimmung. Er wird auch nach einer Viertelstunde
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das erste Mal gesprochen.
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Ist ganz wirklich so, ich würde schon sagen, dass es der im Slow Cinema zuzuordnen.
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Also ganz langsam erzählt, aber es gibt so Sprünge, die sind so eruptiv.
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Und teilweise ist es halt krass. Und wo die Geschichte dann so Wort,
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dann so Sprünge bekommt.
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Aber hat so wirklich eine ganz tolle Ästhetik auch.
Micz Flor
0:45:00–0:45:01
Wie heißt der nochmal?
Florian Clauß
0:45:01–0:45:02
Evil does not exist.
Micz Flor
0:45:02–0:45:05
Evil does not exist. Dass ich ihn in die Shownotes packen kann.
Florian Clauß
0:45:05–0:45:11
Ja, das ist es genau. Ja, wir sind jetzt hier in der Singerstraße, Ecke Koppenstraße.
Micz Flor
0:45:12–0:45:15
Und ich meine, wir hätten uns ja auch hier schon mal gekreuzt.
0:45:17–0:45:22
Das klingt jetzt ... Also nachdem, das denke ich gerade, ob es denn auch ein
0:45:22–0:45:24
Kapitel mit meinem Namen gibt in deinem Buch.
Florian Clauß
0:45:28–0:45:29
Genau, Mendel Mitsch.
Micz Flor
0:45:31–0:45:31
Nein,
0:45:34–0:45:35
gekreuzt.
Florian Clauß
0:45:35–0:45:37
Ich meine, du weißt das.
Micz Flor
0:45:37–0:45:38
Ich glaube, oder es war hier.
Florian Clauß
0:45:39–0:45:44
Als wir uns am Ostbahnhof getroffen haben und dieses Experiment gemacht haben.
0:45:44–0:45:48
Du hast aufgenommen und ich habe aufgenommen, ohne dass wir uns dann,
0:45:48–0:45:53
also fünf Minuten bevor wir uns getroffen haben, dann sind wir zusammengekommen,
0:45:53–0:45:57
und haben das dann aus zwei Perspektiven zusammengeschnitten.
0:45:58–0:46:02
Und dann haben wir über die Berlinale, habe ich drei chinesische Filme auf der
0:46:02–0:46:05
Berlinale, habe ich dann berichtet.
0:46:05–0:46:09
Das war vor mittlerweile vier Jahren, drei, vier Jahre her.
Micz Flor
0:46:10–0:46:11
Ja, so lange.
Florian Clauß
0:46:11–0:46:12
Time is running, Michi.
Micz Flor
0:46:12–0:46:18
Damit endet unsere Schnaps-Folge 111. Es ist 11.11 Uhr auf der Uhr.
0:46:18–0:46:23
Wir müssen getrennte Wege gehen. Wir haben uns viel gekreuzt und bekreuzigt.
0:46:24–0:46:30
Die ganzen Shownotes von der Welt findet ihr auf eigentlich-podcast.de Da sind
0:46:30–0:46:36
auch ein paar Fotos von der Tour, von allen Touren. Da sind auch alle anderen gratis verfügbar.
0:46:36–0:46:43
Solltet ihr uns auf ARD Sounds suchen, sorry. Ihr findet uns aber sonst wahrscheinlich überall.
0:46:43–0:46:51
Wir sind dann auch mit schlechtem Gewissen irgendwann sogar bei Spotify eingestiegen. Aber ja,
0:46:53–0:46:54
da sind auch die ganzen Touren.
Florian Clauß
0:46:55–0:46:58
Wir haben auch eine interaktive Karte.
Micz Flor
0:46:59–0:47:03
Eine interaktive Karte gemacht, das ist jetzt im Menü drin. Die Webseite überarbeiten
0:47:03–0:47:10
wir irgendwann mal, Wenn wir eine Kombination aus Lust mal Zeit größer 5 haben,
0:47:10–0:47:11
dann fangen wir damit mal an.
Florian Clauß
0:47:13–0:47:17
Okay, dann sagen wir Tschüss, bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Macht's gut. Tschüss.

Eine Korrektur zur Episode: die Geschichte, die ich im Podcast Ted Chiang zuschreibe, war nicht von Chiang, sondern von Ted Kosmatka und heißt „Divining Light“ (Asimov’s Science Fiction, 2008). Darin bekommt ein Physiker nach einer schweren persönlichen Krise eine zweite Chance durch einen Bekannten. Er kann in einem Forschungslabor arbeiten, ohne direkten Auftrag. Er wendet sich dem Doppelspaltexperiment zu, um die „Collapsing Wave Function“ und den „Collapse“ durch den:die Beobachter:in zu erforschen. Mit tierischen und menschlichen Probant:innen entdeckt er einen Zusammenhang zwischen bewusster Beobachtung und einer Eigenschaft, die nur Menschen zu haben scheinen. ABER NICHT ALLE!!!

Den Ted Chiang Reader, den ich anspreche, den wollte ich dennoch nicht vorenthalten. Aber was vor sieben Jahren noch frei verfügbar war, konnte ich nicht mehr alles finden. Hier die Liste der Kurzgeschichten:

Online lesen:

Folgende Geschichten lassen sich im Netz finden:

  • Understand (1991)
  • Seventy-Two Letters (2000)
  • What’s expected of us (2005)
  • The Merchant and the Alchemist’s Gate (2007)
  • The Lifecycle of Software Objects (2010)

Inzwischen nicht mehr frei verfügbar:

  • Catching crumbs from the table (2000)
Mehr

„Wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß.“ Loriot, 1977

Flo hat ein Thema mitgebracht, das ihn schon seit seiner frühsten Jugend begleitet. Täglich gab er sich dieser Leidenschaft auf der letzten Bank im Schulbus zusammen mit zwei anderen Mitschülern hin: Skat! Um das Thema dieser Episode einzuführen, singt Flo sogar eine Ode an den Skat. Skat ist ein urdeutsches Spiel und wurde 2016 von der UNESCO in das immaterielle Kulturerbe aufgenommen. Schätzungsweise spielen 20 - 25 Millionen Deutsche Skat. Damit ist Skat als Sport verbreiteter als Fußball. Das Spiel „Skat“ wurde das erste Mal 1813 in einer Spielkladde von Hans Karl Leopold von der Gabelentz erwähnt. Skat wurde in einem Altenburger Spielzirkel erfunden, es leitete sich aus den Spielen Wendischen Schafkopf, L’hombre und dem Tarock ab. Das Spiel verbreitete sich zunächst unter Studenten an den mitteldeutschen Universitäten und dann durch alle sozialen Schichten im ganzen Land. Als aus den zersplitterten Teilen des Heiligen Römischen Reich deutscher Nation das Deutsche Reich gegründet wurde, bestand auch im Skat das Bedürfnis die Regeln zu vereinheitlichen. Dazu trug der erste Deutsche Skatkongress im Jahre 1886 bei. Skat spielte also eine wesentliche Rolle im "Nationbuilding". Auch während des 1. Weltkrieges fiel Skat eine zentrale Bedeutung zu: die Soldaten vertrieben sich die Zeit im sogenannten "Schützengrabenskat". Die Spielkartenindustrie wurde zur kriegswichtigen Industrie erklärt. Hierbei setzte sich auch das Zahlenreizen gegenüber dem Altenburger Farbreizen durch. Während wir der Geschichte des Skats nachgehen, begegnen wir den großen historischen Sehenswürdigkeiten Berlins: wir laufen von der Jannowitzbrücke über die Fischerinsel ins Nikolaiviertel. Wir streifen dabei die historische Grenze zwischen Berlin und Cölln und spekulieren über die Genese des Nikolaiviertels. Wir schreiten über den Schlüterhof durch das Humboldtforum und flanieren im Lustgarten am Dom vorbei zur Alten Nationalgalerie. Teilweise schlürfen wir über das Pflaster, weil es witterungsbedingt sehr glatt ist und Micz einen weiteren Rippenbruch vermeiden möchte. Als wir die Friedrichsbrücke queren, erzählt Flo von seinen Vorlesungen mit Raucherpause bei Friedrich Kittler in der Theologischen Fakultät, die direkt an der Ecke zum Dom liegt. Schließlich landen wir im Mombijoupark, wo Micz im Stegreif aus dem Kopf das Reizen mit Spitzen erklären kann. Micz gibt auch den klassischen Sketch von Loriot zum Skatspiel zum Besten; Loriot ist in ähnlicher Weise mit der deutschen Seele verankert wie das Skatspielen. Wie ist Flo auf das Thema gekommen? Er hat zwischen den Jahren den 37. Chaos Communication Congress in Hamburg besucht und am 1. Skatturnier des Congresses teilgenommen. Das Turnier mit einleitendem Vortrag wurde von Segal organisiert. Segal hat auch seine Folien zur Verfügung gestellt, die wir hier referenzieren. Vielen Dank dafür!

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:00
46?
Florian Clauß
0:00:01–0:00:03
Nee, 44. Ah, stimmt.
Micz Flor
0:00:03–0:00:09
Ich mach jetzt nochmal die Einleitung. Okay. Machst du mal Stopp? Nee.
Florian Clauß
0:00:09–0:00:11
Ich guck nochmal, ob es läuft.
Micz Flor
0:00:11–0:00:15
Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast, dem Podcast,
0:00:15–0:00:19
bei dem wir laufend reden und beim Reden laufen. Rechts neben mir ist.
Florian Clauß
0:00:19–0:00:21
Flo, hallo.
Micz Flor
0:00:21–0:00:26
Und hier ist Mitch. Ich stelle Flo vor, weil der heute ein Thema vorbereitet hat.
0:00:27–0:00:30
Diese Idee Das ist die Idee des Podcasts für die, die zum ersten Mal hier sind.
0:00:30–0:00:32
Wir haben früher während der
0:00:32–0:00:36
Corona-Zeit viel Spaziergänge gemacht im Freien und einfach so geredet.
0:00:36–0:00:40
Und hatten dann irgendwie, nachdem Corona vorbei war, gedacht,
0:00:40–0:00:43
wir machen jetzt einen Podcast, damit wir wieder laufen dürfen und reden dürfen.
0:00:44–0:00:47
Und das machen wir jetzt schon über ein Jahr. Weißt du.
Florian Clauß
0:00:47–0:00:53
Mitch, was mir heute aufgefallen ist? Dass wir ungefähr vor zwei Jahren unsere
0:00:53–0:00:55
nullte Episode aufgenommen haben.
Micz Flor
0:00:55–0:00:59
Den Trailer? Ja. das.
Florian Clauß
0:00:59–0:01:02
Ist echt wahnsinn wie schnell die zeit vergeht.
Micz Flor
0:01:02–0:01:02
Und wir.
Florian Clauß
0:01:02–0:01:04
Sind jetzt auch bei episode,
0:01:06–0:01:07
44 und.
Micz Flor
0:01:07–0:01:10
Manchmal sagen wir
0:01:10–0:01:13
uns ja was wir machen vielleicht weil wir auch ein bisschen unsicher
0:01:13–0:01:16
sind ob wir das alleine stemmen können und die andere person soll wenigstens
0:01:16–0:01:21
wissen worum es geht manchmal sagen wir es uns nicht weil wir die andere person
0:01:21–0:01:25
überraschen wollen und ich hatte flo im vorfeld gefragt sag mal willst du mir
0:01:25–0:01:33
sagen was wir heute besprechen das gesagt nee aber ich weiß dass du was darüber sagen kannst ja.
Florian Clauß
0:01:33–0:01:37
Und da bin ich mir sehr sicher und
0:01:37–0:01:42
es ist auch nicht umsonst dass wir diese gute laufen also wir zeichnen dann
0:01:42–0:01:47
werden wir reden und sind guter auf wir haben uns ja noch mit getroffen und
0:01:47–0:01:54
laufen jetzt richtung schleuse fischerinsel und wollen dann ins Nikolai-Viertel gehen.
0:01:55–0:01:58
Auch ein historisch sehr besetzter Platz.
Micz Flor
0:01:58–0:02:00
Aber hier waren wir noch nie zusammen.
Florian Clauß
0:02:00–0:02:03
Hier waren wir noch nie. Ich weiß auch, wir waren schon überall,
0:02:03–0:02:04
aber hier waren wir noch nie.
0:02:05–0:02:09
Und wir werden dann auch irgendwie so mal gucken, wie wir weiter dann langlaufen.
0:02:09–0:02:14
Das könnt ihr dann auf eigentlich-podcast.de könnt ihr dann die einzelnen Episoden
0:02:14–0:02:19
und Lauftracks euch anschauen und Informationen dazu runterladen.
Micz Flor
0:02:19–0:02:22
Kann man eigentlich halbautomatisch so eine Webseite irgendwie bauen,
0:02:22–0:02:27
wo man so Mashup-mäßig alle unsere Routen mal so reinzieht, dass man so Berlin
0:02:27–0:02:30
sieht, wo wir schon gelaufen sind, damit wir selber mal gucken, wo wir sind? Ja.
Florian Clauß
0:02:30–0:02:32
Das kann man einfach machen. Das.
Micz Flor
0:02:32–0:02:33
Kann so schwer nicht sein, oder? Nee.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:36
Schwer ist das nicht. Da haben schon andere Sachen gemacht.
Micz Flor
0:02:37–0:02:38
Genau. Okay.
Florian Clauß
0:02:38–0:02:40
Ich komme zu meinem Thema.
Micz Flor
0:02:40–0:02:41
Ja, ich bin gespannt.
Florian Clauß
0:02:41–0:02:44
Du bist gespannt. Okay, ich habe drei Einstiege.
0:02:48–0:02:50
Angst auch. Ich habe auch ein bisschen Angst. gerne vorlesen.
0:02:50–0:02:53
Der heißt, wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß.
0:02:56–0:02:56
Okay.
Micz Flor
0:02:56–0:02:57
Ja, okay.
Florian Clauß
0:02:57–0:03:00
Und hast du schon eine Ahnung, worum es geht? Ernst.
Micz Flor
0:03:00–0:03:04
Spielt Macht das keinen Spaß? Nikolai Viertel? Nein.
Florian Clauß
0:03:06–0:03:08
Komm mal nochmal auf. Das ist ein Zitat.
Micz Flor
0:03:09–0:03:10
Ja, das kann ich mir vorstellen.
Florian Clauß
0:03:10–0:03:13
Ein Zitat von einem der bekanntesten deutschen Komiker.
Micz Flor
0:03:14–0:03:19
Wenn man nicht von einem der Lebenden oder Nicht mehr Leben.
Florian Clauß
0:03:19–0:03:19
Nicht.
Micz Flor
0:03:19–0:03:22
Mehr Lebend. Und Berliner in?
Florian Clauß
0:03:22–0:03:24
Auch nicht Berliner.
0:03:26–0:03:30
Okay, komm mal, jetzt zweiter Einstieg? Ja. 18.
Micz Flor
0:03:32–0:03:39
18. Das ist die Abkürzung für A-H und wird deshalb oft gern...
Florian Clauß
0:03:40–0:03:43
20. Skat. Ja.
Micz Flor
0:03:44–0:03:47
Okay, danke. Skat jetzt halt.
Florian Clauß
0:03:47–0:03:53
Skat. Und jetzt, weil ich das so toll fand, dass du das letzte Mal gesungen
0:03:53–0:03:58
hast, vor zwei, drei Episoden wollte ich jetzt aussingen.
Micz Flor
0:03:59–0:03:59
Okay.
Florian Clauß
0:04:00–0:04:02
Und zwar eine Ode.
Micz Flor
0:04:03–0:04:05
Die hast du jetzt selber geschrieben oder musst.
Florian Clauß
0:04:05–0:04:08
Du die erkennen? Die ist historisch überliefert. Da werden auch noch mal so
0:04:08–0:04:14
zwei, drei Aspekte, die Skat betreffen in der Geschichte, werden da auch mit vertont, vertextet.
0:04:15–0:04:18
Ich muss jetzt probieren. Ich bin aufgeregt.
0:04:19–0:04:25
Hier ist auch keiner. Okay. Skat, du bist die große Kette,
0:04:26–0:04:36
die die Spielerwelt umfängt Sie wie alles um die Wette sich zu deinen Freuden
0:04:36–0:04:40
drängt Deinem Zauber weicht die Mauer,
0:04:40–0:04:50
die der Kastengeist ersann Skat spielt Pastor mit dem Bauernbürger, mit dem Edelmann,
0:04:52–0:04:57
eine Ode an die Freude, eine Ode an die Freude des Gartspielens.
0:04:57–0:05:03
Und das ist tatsächlich ein Text, der ist so, ja wahrscheinlich im Mitte des 19.
0:05:03–0:05:07
Jahrhunderts wurde man aufgefordert, den als Spieler zu singen.
Micz Flor
0:05:08–0:05:14
Okay. Und das sind jetzt alles Hinweise auf eine Person?
Florian Clauß
0:05:14–0:05:18
Nein, nein, das ist einfach mal eine Einleitung. Ich will mit dir über Skat
0:05:18–0:05:21
sprechen. Das ist dramaturgisch.
Micz Flor
0:05:21–0:05:25
Ich komme mir gerade vor wie in so einem Escape Room, wo ich jetzt drei Rätsel
0:05:25–0:05:26
habe, die ich lösen muss.
0:05:26–0:05:29
Aber eins habe ich schon gelöst, deshalb sind wir schon ein Level weiter.
Florian Clauß
0:05:29–0:05:35
Ja, genau. Es geht noch weiter. Also, das heißt, ich habe das Thema auch mitgebracht.
0:05:35–0:05:41
Ich war ja zwischen den Jahren auf dem 37C3, auf dem Chaos Communication Kongress in Hamburg.
0:05:42–0:05:48
Und da fand das erste Skat-Turnier des Kongresses statt.
Micz Flor
0:05:48–0:05:49
Oh nein, echt?
Florian Clauß
0:05:49–0:05:56
Ja, war großartig. Also man musste sich vorher in eine Liste einschreiben und wurde dann zum Turnier.
Micz Flor
0:05:57–0:06:00
Wie ist das eigentlich, fällt mir jetzt spontan natürlich ein,
0:06:00–0:06:05
weil ich denke bei Skat immer gleich an den L'Oreal-Sketch. Spielen Sie Skat? Im Moment nicht.
0:06:06–0:06:08
Und es ist ja so ein Männerding. Und dann denke ich jetzt gerade,
0:06:09–0:06:13
der CCC, wie ist das da bei so einem Skat-Turnier? Ist das 50-50, Männer, Frauen?
Florian Clauß
0:06:13–0:06:15
Nee, aber da komme ich auch nochmal
0:06:15–0:06:18
auf die Geschlechter, wann Frauen dann zugelassen wurden bei Turnieren.
0:06:19–0:06:22
Kann ich auch später nochmal erwähnen in der Geschichte des Skats.
0:06:23–0:06:25
Tatsächlich war das so ungefähr ein oder zwei Dörfer.
0:06:25–0:06:30
Also das ist noch sehr männlich besetzte Domäne, würde ich behaupten.
0:06:30–0:06:39
Aber es waren auch einige Spielerinnen dabei. Und das Ganze hat sich mit einem Vortrag eingeläutet.
0:06:39–0:06:43
Der, der das veranstaltet hat, heißt Segal.
0:06:44–0:06:47
Und von dem habe ich auch jetzt noch mal den Foliensatz bekommen.
0:06:47–0:06:51
Ich habe ihn noch mal angeschrieben, ob er mir den Foliensatz schicken kann.
0:06:51–0:06:54
Er ist so eine Einleitung über was es gab, ein bisschen Geschichte,
0:06:55–0:06:58
die Regeln und so weiter. Das werde ich jetzt so ähnlich mit dir durchgehen.
0:06:59–0:07:02
Hat noch ein bisschen was ergänzt, aber im Prinzip ist das mehr oder weniger
0:07:02–0:07:04
Wikipedia in Form abgeschrieben.
0:07:05–0:07:07
Also die Artikel sind da auch überall verlinkt.
Micz Flor
0:07:08–0:07:12
ChatGPT macht das dann in PowerPoint. Make me PowerPoint.
Florian Clauß
0:07:13–0:07:19
Also ja, er hat, also Sega hat im Prinzip dann erstmal so ein Grundding erklärt, erzählt.
0:07:19–0:07:24
Und dann um 19 Uhr fing das Turnier an. Man musste eben auf dieser Liste sein.
0:07:24–0:07:30
Es hatten sich 80 Leute dann eingefunden. 48 konnten mitspielen. die war eben von.
Micz Flor
0:07:30–0:07:31
Oben nach unten.
Florian Clauß
0:07:31–0:07:35
Ich war auch einer der Letzten, die da noch reingekommen sind.
0:07:36–0:07:39
Und man hat dann eben Vierertische gebildet.
Micz Flor
0:07:39–0:07:40
Du warst mit dabei im Turnier?
Florian Clauß
0:07:40–0:07:44
Ja, ja. Vierertische gebildet. Also zwölf.
Micz Flor
0:07:44–0:07:47
Das ist ja noch, also sag jetzt nicht, wie es ausgegangen ist.
0:07:47–0:07:48
Ich sag es nicht, weil das ist.
Florian Clauß
0:07:48–0:07:50
Ja auch nicht spannend. Nee, das ist überhaupt nicht spannend.
0:07:50–0:07:54
In der ersten Runde war ich, also man hat dann quasi... Das war spannend.
Micz Flor
0:07:56–0:07:59
Aber jetzt ist es nicht mehr spannend. Du bist so ein bisschen und dann raus.
0:08:01–0:08:04
Jetzt habe ich so das Gefühl, es ist gar nicht spannend, die erste Runde,
0:08:04–0:08:05
also du bist relativ schnell dann irgendwie rausgekommen.
Florian Clauß
0:08:05–0:08:08
Ja, es war dann wirklich so, dass auch einige dann gegangen sind,
0:08:08–0:08:09
weil es geht halt sehr lange.
0:08:09–0:08:15
Es fing um 19 Uhr an, um 18 Uhr war der Vortag, 19 Uhr dann das Turnier und das geht fünf Stunden.
0:08:15–0:08:18
Also wir waren dann halt zwanzig und die zweite Runde...
Micz Flor
0:08:18–0:08:22
Und du hast deshalb gewonnen, weil du als Einziger nicht aufs Klo gehen musstest.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:28
Also die erste Serie, wie das heißt, beim Turnier haben wir zu viert an einem
0:08:28–0:08:32
Tisch gespielt und 10 Runden, also 40 Spiele gemacht.
0:08:32–0:08:37
Und die zweite, die waren 3 Runden, also 9 Spiele, das war nur noch zu dritt.
0:08:37–0:08:39
Und dann waren nur noch 28 Spiele übrig.
0:08:40–0:08:44
In der ersten habe ich an meinen Tisch die Punkte reingeholt, da war ich Tisch 1.
0:08:45–0:08:49
Aber in der zweiten Serie habe ich total verkackt. Da bin ich irgendwie 21.
0:08:50–0:08:53
Geworden und habe dann irgendwie eine Tasse mit Untersetzer bekommen.
0:08:53–0:08:58
Kommen, als konnte ich mir noch das vom Tisch wegnehmen, was übrig geblieben ist.
Micz Flor
0:08:58–0:09:02
Das war in mir gerade interessanter Worldbuilding, als du das gesagt hast.
0:09:03–0:09:06
Ich habe dann eine Tasse bekommen und dann dachte ich, da ist kein Vierer-Club,
0:09:06–0:09:08
dann habe ich halt irgendwie so, Entschuldigung, das ist ja der alte Titel.
0:09:09–0:09:14
Und dann habe ich halt so Billo-Tische und alles so Makeshift-mäßig gesehen.
0:09:15–0:09:19
Und dann war diese Tasse, habe ich eine Tasse und dann war diese Tasse sofort
0:09:19–0:09:24
eine von diesen Mensa-Tassen. Diese geraden Runden, die so klonk auf dem Tisch
0:09:24–0:09:27
stehen mit Untertasse. Da hast du Untertasse gesagt.
0:09:27–0:09:29
Dann habe ich innerlich in meinem Worldbuilding versucht, eine Untertasse unter
0:09:29–0:09:31
diese gerade Tasse zu schieben.
0:09:31–0:09:35
Das hat nicht gepasst und jetzt bin ich ein bisschen lost, wie diese Tasse aussieht.
0:09:35–0:09:37
Ist das eine Tasse, die so konisch zuläuft?
Florian Clauß
0:09:37–0:09:41
Nein, das ist nicht konisch. Das ist ja auch gerade. Das ist komisch.
0:09:41–0:09:48
Und es ist so, dass da diese Untertasse ist nichts anderes als ein kleines Silikonfeld,
0:09:48–0:09:50
was man dann drunter aufziehen kann.
0:09:50–0:09:54
Also das ist nicht wegrutscht vom tisch aber das
0:09:54–0:09:58
ist glaube ich nicht so interessant für mich war es ein kugelschreiber
0:09:58–0:10:02
bekommen das ist ja auch das klassische was man dann bei solchen sachen bekommt
0:10:02–0:10:08
also es hat echt spaß gemacht und ja also ich wollte jetzt mit dir noch mal
0:10:08–0:10:15
so ein bisschen was ist denn eigentlich skat ja also wir können ich dachte jetzt
0:10:15–0:10:17
vom aufbau wir reden erstmal allgemein über Skat,
0:10:17–0:10:21
dann rede ich etwas länger über die Geschichte von Skat und dann können wir
0:10:21–0:10:27
durch die Regeln gehen und nochmal über Spielkarten sprechen und über verschiedene Varianten,
0:10:29–0:10:34
So, also ein Skat ist ein Kartenspiel für drei Personen.
Micz Flor
0:10:34–0:10:35
Oder vier.
Florian Clauß
0:10:36–0:10:42
Ja, also aktiv spielen drei Personen. Es gibt immer zu viert,
0:10:42–0:10:44
das heißt, einer gibt und die anderen drei spielen.
0:10:44–0:10:48
Das ist auch üblich bei Turnierspielen, dass es dann an Vierertischen spielt.
0:10:49–0:10:50
Dann setzt der, der gibt, aus.
0:10:51–0:11:00
Und Skat ist ein Strategiespiel mit sogenannter imperfekter Information. Ja, so.
Micz Flor
0:11:00–0:11:01
Wie Poker.
Florian Clauß
0:11:02–0:11:08
Ja, Imperfekt heißt, dass es eine Zufallskomponente gibt, die nicht ersichtlich ist.
0:11:10–0:11:14
Also es gibt perfekte Informationen, so etwas wie Schach oder Go,
0:11:14–0:11:16
wo alles quasi sichtbar ist.
0:11:17–0:11:21
Spiele mit perfekter Information und Imperfekt, da bedeutet das eben die Spieler,
0:11:21–0:11:23
dass ihre Karten verdeckt halten.
0:11:24–0:11:28
Und je mehr Karten abgelegt werden, desto klarer ist die Information.
0:11:29–0:11:30
Welche noch fehlen und welche da sind.
0:11:32–0:11:37
Das Blatt hat 32 Karten, mit denen man spielt.
Micz Flor
0:11:38–0:11:39
Und hinten scheißt die End.
Florian Clauß
0:11:41–0:11:46
Da kommen wir noch drauf. Und jeder Spieler kriegt 10 Karten.
0:11:47–0:11:50
Die werden auch nach einer ganz strengen Reihenfolge ausgeteilt.
0:11:51–0:11:56
Nämlich 3, dann wird das Guard abgelegt, dann 4 und dann wieder 3.
0:11:58–0:12:05
Und das heißt, jeder hat zehn Karten und in der Mitte der Spieler liegt ein sogenannter Skat.
Micz Flor
0:12:05–0:12:07
Darf ich dich was fragen?
Florian Clauß
0:12:07–0:12:07
Gerne.
Micz Flor
0:12:08–0:12:13
Dieses 3-4-3-Austeilen, das ist sowas, dass wenn man in der Schule ist,
0:12:13–0:12:17
erstmal Skat mitspielt bei Älteren oder sowas, dann, ich weiß gar nicht,
0:12:17–0:12:20
ob heute noch in der Schule Skat gespielt wird, aber egal,
0:12:20–0:12:23
dann ist das sowas, dass man das gleich so eingetrichtert bekommt.
0:12:25–0:12:28
Man macht das dann immer so, drei, vier, drei, das ist halt einfach so, so gehört sich das.
0:12:28–0:12:32
Und jetzt hast du es nochmal gesagt und zum ersten Mal, wie mit der Tasse vorhin,
0:12:32–0:12:37
beim Worldbuilding frage ich mich dann, ist es so, dass wenn jemand zwei,
0:12:37–0:12:39
zwei, zwei, zwei, zwei austauscht, dass es dann nicht gilt?
0:12:40–0:12:43
Oder ist es, okay, aber warum?
Florian Clauß
0:12:43–0:12:46
Weil das unterliegt den Skatregeln.
Micz Flor
0:12:47–0:12:50
Aber angenommen, jemand würde beim Schachspiel sagen, man muss zuerst die Bauern
0:12:50–0:12:54
aufstellen und dann von außen nach innen und den König zuletzt.
0:12:54–0:12:56
Ansonsten darf man nicht spielen. Das wäre doch absurd.
Florian Clauß
0:12:57–0:13:02
Aber das ist ja auch ein Unterschied, weil je nachdem wie die Karten ausgeteilt
0:13:02–0:13:06
werden, also bei Bauern ist es ja quasi, da ist ja keine verdeckte Komponente.
Micz Flor
0:13:06–0:13:07
Das stimmt, aber das ist ja gemischt.
Florian Clauß
0:13:07–0:13:09
Aber in dem Moment.
Micz Flor
0:13:09–0:13:10
Wenn ich anders austeile.
Florian Clauß
0:13:10–0:13:13
Dann kriegt ja der andere Spieler potenziell andere Karten.
Micz Flor
0:13:13–0:13:18
Aber das würde ja davon ausgehen, dass eine höhere Macht vorher die Karten sich anschaut. Ja.
Florian Clauß
0:13:18–0:13:23
Wir kommen nochmal zu dem Punkt, warum da eine gewisse vereinheitliche und auch
0:13:23–0:13:26
eine ganz strenge Ordnung in dem Spiel drin ist.
0:13:26–0:13:31
Das hat auch Gründe, dass das so gemacht wird.
0:13:32–0:13:37
Skat, also warum der heißt der Skat, es gibt dann so diese Theorie,
0:13:37–0:13:45
dass sich das nach dem italienischen Verb skatare ableitet, das heißt das Weggelegte.
0:13:46–0:13:50
Nach dem Geben wird im Prinzip erstmal, also das Skat besteht aus zwei Phasen,
0:13:50–0:13:51
dem Reizen und dem Spielen.
0:13:51–0:13:54
Reizen kann man auch dann nachher nochmal ausführlicher erklären.
0:13:55–0:13:59
Das Reizen bestimmt derjenige, der alleine spielt, gegen zwei andere.
0:14:00–0:14:04
Und untereinander dürfen die Gegenspieler, also die jetzt gegen den Alleinspielenden
0:14:04–0:14:07
spielen, dürfen sich nicht absprechen.
0:14:07–0:14:11
Also ist auch in der Skatordnung festgelegt.
Micz Flor
0:14:11–0:14:16
Ja, jetzt bin ich kurz interessiert, du erklärst diese Sachen,
0:14:16–0:14:19
um dann auf eine Meta-Ebene zu springen, in der es wichtig war,
0:14:20–0:14:22
dass wir das alles nochmal Revue passieren haben lassen.
Florian Clauß
0:14:23–0:14:24
Du zielst jetzt worauf ab?
Micz Flor
0:14:25–0:14:28
Naja, weil entweder wir, wir werden jetzt ja niemandem Skatball bringen,
0:14:28–0:14:33
aber du erklärst jetzt die Regeln ganz genau, was ist Ramschen und so weiter und so fort.
0:14:34–0:14:37
Und da kommen wir dann, du sagst ja eben gerade schon, da kommen wir dann nochmal
0:14:37–0:14:41
drauf, warum. Also es gibt doch noch so eine zweite Ebene dahinter.
Florian Clauß
0:14:41–0:14:46
Naja, ich meine, es gibt einmal diese Geschichte von Regelwerk,
0:14:46–0:14:48
da kann man gucken, wie tief man da reingeht.
0:14:48–0:14:51
Das wird auch sicher ein bisschen trocken und langweilig und da kann man auch
0:14:51–0:14:53
sagen, nee, ist jetzt nicht interessant.
0:14:53–0:14:57
Die andere Sache ist, es gibt bestimmte, also wie du jetzt sagst,
0:14:57–0:15:01
man könnte doch mal ganz anders austeilen, was ist denn jetzt da, warum denn so.
0:15:01–0:15:07
Dann gibt es aber bestimmte Bedingungen historisch, die zu dieser Regel geführt
0:15:07–0:15:14
haben. ja und das ist ein verweis auf dem teil wo ich ein bisschen mehr in die geschichte.
Micz Flor
0:15:14–0:15:18
Ich finde es auch gerade ganz interessant weil du hast ja gesagt es gab 32 karten
0:15:18–0:15:20
aber in wahrheit 33 karten,
0:15:22–0:15:25
einen Karte, die vorne das Deckblatt ist, ist auf der Rückseite,
0:15:25–0:15:28
auf dieser einen Karte, sind die Regeln komplett drauf.
0:15:29–0:15:33
Und gleichzeitig ist immer so, wenn jemand, der noch nie Skat gespielt hat,
0:15:33–0:15:37
wenn man möchte, dass der mitspielt, dann kann man eben das so geben und hinlegen.
0:15:38–0:15:43
Aber es ist einfach unmöglich, das dann ohne Erfahrung spielen zu können.
0:15:43–0:15:45
Du musst angeleitet werden.
0:15:45–0:15:49
Also es ist irgendwie so rein aus den Regeln heraus und ohne,
0:15:49–0:15:53
dass sich jemand mitnimmt oder mitreißt, Und schon gar nicht,
0:15:53–0:15:57
wenn es auf so einer Skat-Kartenrückseite runtergebrochen ist in 4PT,
0:15:57–0:16:00
kann man Skat wirklich erlernen.
0:16:00–0:16:04
Allein das Reizen schon ist unglaublich einfach, wenn man es kann,
0:16:04–0:16:08
aber unglaublich schwierig zu vermitteln, finde ich.
Florian Clauß
0:16:08–0:16:11
Also dieses mit den 33 Karten ist nicht immer so.
0:16:12–0:16:15
Das ist wahrscheinlich so ein Standard, der sich dann so eingeführt hat mit
0:16:15–0:16:21
den Altenburger Spielkarten. Aber ja, das ist so wie die Spielkarten designt
0:16:21–0:16:26
sind und was die dann darstellen, das ist auch immer so der Zeitunterlegen.
Micz Flor
0:16:26–0:16:27
Ja, da bin ich auch gespannt.
Florian Clauß
0:16:28–0:16:32
Also es wird im Prinzip reihrum gespielt, es werden Stiche gemacht,
0:16:32–0:16:35
es gibt einen Trumpf und derjenige, der über, also die Partei,
0:16:35–0:16:41
der Alleinspielende oder die beiden anderen, die über 60 Punkte kommen, also mehr als 61,
0:16:41–0:16:44
mehr oder gleich 61 Punkte haben, die haben gewonnen.
0:16:45–0:16:51
Und es werden dann dementsprechend Punkte gut geschrieben, entweder negativ oder positiv.
0:16:51–0:16:54
Da gibt es auch verschiedene Systeme von Wertung.
Micz Flor
0:16:54–0:16:58
Genau. Und diese Zählsysteme sind ja dann auch so ein bisschen entstanden,
0:16:58–0:17:03
dass man es attraktiver macht, mal Risiko einzugehen oder sowas.
0:17:03–0:17:07
Also so ein bisschen wie beim Fußball auch irgendwann die Punktvergabe geändert wurde,
0:17:07–0:17:14
dass man drei Punkte bei Sieg hat, null Punkte bei Verliert Und ein Punkt,
0:17:14–0:17:18
wenn man unentschieden spielt, was einfach das Team oder die Strategie eben
0:17:18–0:17:21
bevorzugt, ein bisschen mehr Risiko zu haben.
Florian Clauß
0:17:23–0:17:28
Also in Turnierskatt hat sich jetzt die sogenannte Fabian-Segers-Regel durchgesetzt.
0:17:28–0:17:33
Das heißt, derjenige, der gewinnt, bekommt 50 Punkte.
0:17:34–0:17:39
Und wenn die Gegenpartei gewinnt, bekommen die 30 oder 40, je nachdem,
0:17:39–0:17:42
ob die an 3 zu 3 oder zu 4 spielen.
0:17:43–0:17:46
Und wer verliert, bekommt halt die entsprechenden negativen Punkte.
0:17:46–0:17:52
Damit ist es nicht nur so, dass die Punkte, die beim Reizen dann hinten raus
0:17:52–0:17:56
entstehen, entscheidend sind, sondern auch, wie viele Spiele du gespielt hast und gewonnen hast.
0:17:57–0:18:00
Also es geht darum, da noch einen Reiz zu setzen, zu spielen.
0:18:00–0:18:07
Weißt du, dass hier auch eine Stelle ist, wo sich die zwei Städte treffen?
0:18:08–0:18:10
Hier ist auch das Stadtmuseum von Berlin.
0:18:11–0:18:14
Hier trifft sich die Stadt Berlin mit der Stadt Köln.
0:18:15–0:18:21
Das ist hier die Stadtgrenze. Das ist Köln, was dann jetzt quasi von unten kommt
0:18:21–0:18:25
und Berlin, was dann von der Spandauer Vorstadt gewachsen ist.
Micz Flor
0:18:26–0:18:28
Das Stadtmuseum meinst du da hinten, was in der Küche ist? Ne.
Florian Clauß
0:18:28–0:18:32
Das ist das Stadtmuseum. Ganz spannend, wenn man hier so lokal so ein bisschen
0:18:32–0:18:33
Geschichte verfolgen möchte.
0:18:35–0:18:37
Die Geschichte des Garths. Gute Überleitung.
Micz Flor
0:18:37–0:18:38
Oder? Genau. Genau.
Florian Clauß
0:18:39–0:18:42
Also das Gartspiel... Oh, jetzt hier wieder Kopfsteinpflaster, tödlich.
0:18:44–0:18:49
Also das Gart ist so zur Zeit der napoleonischen Kriege entstanden.
0:18:50–0:19:01
Das heißt, so um 1810 wird gesagt, dass sich aus dem wendischen Schafskopf das
0:19:01–0:19:03
Gart mitentwickelt hat.
0:19:03–0:19:06
Also das Gart generiert sich aus verschiedenen Spielen.
0:19:07–0:19:09
Es ist einmal der Schafkopf.
Micz Flor
0:19:10–0:19:11
Schafkopf oder Schafskopf?
Florian Clauß
0:19:13–0:19:20
Dann ist es das Laombre und Tarok. Das sind so diese historischen Wurzeln von Skat.
0:19:21–0:19:27
Skat hat sich so zwischen 1810 und 1818 in der Stadt Altenburg,
0:19:28–0:19:31
sich im Prinzip dann so, ist das entstanden.
0:19:32–0:19:39
Also es gab in Altenburg mehrere Spielclubs, die dann auch regelmäßig zusammengekommen
0:19:39–0:19:41
sind, um Karten zu spielen.
0:19:41–0:19:44
Und da gab es tatsächlich einige Köpfe dahinter, die sich überlegt haben,
0:19:45–0:19:47
okay, wir machen jetzt mal so und so und überlegen uns ein anderes Spiel.
0:19:47–0:19:49
Und daraus ist Skat entstanden.
0:19:49–0:19:56
Die erste urkundliche Erwähnung von Skat ist von Karl Leopold von der Gabel Nenz.
0:19:57–0:20:02
Und der hat in einer Klatte, eine Klatte ist im Prinzip so ein kleines loses
0:20:02–0:20:10
Notizheft, eine Spielklatte, wo er seine Spiele, die ganze Zeit Gewinn und Verlust über,
0:20:10–0:20:18
ich glaube der hat 1796 angefangen und 1813 gibt es da eben dieser Eintrag Skat
0:20:18–0:20:23
der Legendäre, wo er dann die ersten Punkte da drin vermerkt.
Micz Flor
0:20:23–0:20:24
Wie haben die gezählt damals?
Florian Clauß
0:20:25–0:20:30
Das weiß ich nicht. Es gab das Altenburger Blatt, das ist das sogenannte Farbenreizen.
0:20:31–0:20:39
Das wird anders gezählt als das Punktereizen und das wird nach Farben sortiert.
0:20:39–0:20:44
Und Farben sind im, das Karo 1 zählt, Herz 2.
0:20:45–0:20:49
Das ist ein bisschen wie bei Doppelkopf, dass du am Anfang der Runde fragst,
0:20:49–0:20:52
ja, wer hat 1, wer hat 2, wer hat 3?
0:20:53–0:20:57
Und so leiten sich auch die Punkte aus dem Farbenreizen ab.
Micz Flor
0:20:58–0:21:03
Ich bin gerade so ruhig geworden, weil ich so rumgerutscht bin.
0:21:03–0:21:07
Und der aufmerksame Hörer oder die aufmerksame Hörerin erinnert sich an die
0:21:07–0:21:09
Folge über meinen Rippenbruch.
0:21:11–0:21:20
Genau ein jahr her und deshalb wurde es gerade so still angst erfüllt still altenburg.
Florian Clauß
0:21:20–0:21:22
Ist ja auch ein begriff nur.
Micz Flor
0:21:22–0:21:26
Altenburger ja also ich weiß nicht genau warum das so eine hochburg altenburg
0:21:26–0:21:30
hochburg für kartenspiele war aber das gibt ja heute noch diese altenburger
0:21:30–0:21:33
karten auch da hatten wir ja auch nur beim wandern irgendwann hatte ich die
0:21:33–0:21:38
mitgenommen weil unser freund und Und Kollege Sarrell,
0:21:38–0:21:44
mit dem ich auch mal hier zu Flo's Geburtstag eine Episode gemacht habe,
0:21:45–0:21:47
der wollte lieber mit altdeutschem Blatt spielen.
0:21:48–0:21:51
Und ich wollte und Flo lieber mit französischem Blatt spielen.
0:21:51–0:21:57
Und Altenburg hatten damals so eine Edition rausgebracht, wo die obere Hälfte bzw.
0:21:57–0:22:00
Die untere Hälfte jeweils das andere Blatt war.
0:22:00–0:22:05
Sodass dann wer wollte, konnte mit altdeutsch spielen oder französisch.
0:22:05–0:22:06
Das hat aber überhaupt nicht geklappt.
0:22:07–0:22:10
Das hat irgendwie, fand ich, nicht gut funktioniert, dieses Spiel.
0:22:10–0:22:11
Kannst du dich daran erinnern?
Florian Clauß
0:22:11–0:22:13
Ich kann mich nie mehr so richtig daran erinnern.
Micz Flor
0:22:13–0:22:14
Ja, es ist so schlecht.
Florian Clauß
0:22:14–0:22:21
Also Altenburg hat eben diese Kartenmacher-Tradition über 500 Jahre.
0:22:22–0:22:26
Es gab auch die, ich weiß nicht, ob das eine Zunft war, aber es gab die Kartenmacher.
0:22:26–0:22:30
Die haben tatsächlich dann früher die Karten gemalt.
0:22:30–0:22:34
Ja, dann irgendwann kam das Medium Kupfersticht dazu,
0:22:34–0:22:38
dann wurden die gedruckt und es ist ein eigener,
0:22:38–0:22:43
also das heißt, es gibt dann pro Stadt nur eine Handvoll, größere Stadt eine
0:22:43–0:22:46
Handvoll Kartenmacher und Altenburg hat da einen Kartenmacher und das ist dann
0:22:46–0:22:50
halt so von Generation zu Generation weitergegeben worden.
0:22:51–0:22:55
Insofern ist es sehr traditionsbewusst und Altenburg hat sich so als dieses Kartenmacher,
0:22:56–0:23:00
aufgebaut. In Altenburg gibt es auch ein Skat-Museum.
0:23:01–0:23:05
Es gibt ein Skat-Brunnen. Das sind die ersten Kongresse.
0:23:06–0:23:11
Die Skat-Kongresse fanden auch in Altenburg statt. Und diese große Spielefirma.
Micz Flor
0:23:11–0:23:19
Ich habe mal auf Ebay mir eine Jubiläumsschrift ein kleines Buch,
0:23:20–0:23:24
was zu irgendeinem Jahrhundert-Jubiläum in Altenburg extra gedruckt wurde.
0:23:24–0:23:29
Hätte ich wenigstens mal durchblättern können, dann hätte ich brillieren können
0:23:29–0:23:30
mit ein bisschen Information. Habe ich jetzt nicht gemacht.
0:23:31–0:23:33
Musst du. Ja, gut. Du brillierst.
Florian Clauß
0:23:33–0:23:35
Du brillierst auch ohne Information.
Micz Flor
0:23:35–0:23:38
Ich mache active listening. Are you sure?
Florian Clauß
0:23:41–0:23:45
Genau, und 19, also 1813, wie gesagt, wurde es so erfunden.
0:23:45–0:23:50
Dann hört man etwas länger nichts in der ganzen Skathistorie,
0:23:50–0:23:57
die man so finden kann im Internet. Und dann irgendwann so um 1870,
0:23:57–0:24:00
dann kommen immer mehr Ereignisse dazu.
0:24:00–0:24:04
Also man kann davon ausgehen, dass sich dann wirklich so in der Mitte des 19.
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Jahrhunderts sich dann so diese ganze, dieses Gardeuphorie übers Land verbreitet hat.
0:24:09–0:24:13
Und da ist nochmal entscheidend, also wir befinden uns in einer Zeit,
0:24:13–0:24:19
wo das Heilige Reich deutscher Nationen noch geherrscht hat.
0:24:19–0:24:24
Das heißt, eine Zersplitterung übers Land.
0:24:24–0:24:29
Also deswegen gibt es da auch wenig Einheitlichkeit. Jeder macht dann halt sein
0:24:29–0:24:32
eigenes Blatt. Jeder macht seine eigenen Regeln.
0:24:33–0:24:34
Und das läuft so ein bisschen auseinander.
0:24:35–0:24:37
Und da bestand natürlich irgendwann Bestrebung.
0:24:38–0:24:43
So zu vereinheitlichen, ja. Und auf der einen Seite war auch das,
0:24:44–0:24:47
weiß ich nicht, ob ich es so explizit gefunden habe in den Quellen,
0:24:47–0:24:54
aber natürlich hast du so ein Nation Building zu der Zeit, als sich das Deutsche
0:24:54–0:24:56
Reich dann so konstituiert,
0:24:56–0:25:01
ist natürlich Skat eine ganz große Größe, weil das ist so das urdeutsche Spiel.
0:25:01–0:25:06
Es grenzt sich von den französischen Spielen ab Und Skat ist das,
0:25:06–0:25:09
was auch die deutsche Seele so ausmacht.
0:25:10–0:25:12
Und deswegen wird Skat immer so hochgehalten.
0:25:13–0:25:15
Und diese Ode, die ich am Anfang gesungen habe...
Micz Flor
0:25:15–0:25:18
Ja, das wollte ich gerade sagen. Die muss ja etwa aus der Zeit auch gewesen sein.
Florian Clauß
0:25:18–0:25:18
Genau.
Micz Flor
0:25:18–0:25:22
Das kommt aus der Zeit. Dass da auch dieser hierarchieübergreifende Handshake,
0:25:23–0:25:25
irgendwie so mit angelegt war.
0:25:26–0:25:31
Wer sich da am Tisch begegnet. Das waren ja unterschiedliche Gilden,
0:25:31–0:25:33
unterschiedliche Hierarchien. unterschiedlich.
Florian Clauß
0:25:33–0:25:38
Genau, also es war ein Spiel, was so eine kleine Utopie, also das heißt es wurde
0:25:38–0:25:43
kein sozialer Status, es wurde in allen gesellschaftlichen Schichten gespielt
0:25:43–0:25:46
und das hat auch Skat ausgezeichnet.
0:25:47–0:25:53
Es wurde vor allen Dingen dann von den Studenten gespielt und da hat es sich auch weitergetragen.
0:25:53–0:25:57
Du hast den Arzt, du hast den Richter, du hast Bauern am gleichen Tisch und
0:25:57–0:25:59
man unterhält sich über das Spiel. Das Lustige ist.
Micz Flor
0:25:59–0:26:03
Dass es jetzt so gendermäßig alles männlich aber es war wahrscheinlich zu der
0:26:03–0:26:07
damaligen Zeit adäquat zu sagen Studentin, weil Studierende war ja wahrscheinlich
0:26:07–0:26:10
an den Unis sowieso nicht. Es gab keine Studierenden, Studierenden.
Florian Clauß
0:26:10–0:26:13
Studentinnen. Damals kann man ja spielen.
0:26:13–0:26:19
Also es war geschlechterübergreifend, wo das Spiel tatsächlich erst 1930,
0:26:19–0:26:23
wo das dann auch zugelassen war, dass dann Frauen… Frauen sogar.
0:26:24–0:26:28
Jaja, das ist wieder nach der deutschen Skatordnung, dass auch Frauen im Spiel
0:26:28–0:26:30
mit teilnehmen können und dürfen.
0:26:30–0:26:32
Also das ist natürlich die Turniergeschichte, die dahinter steht,
0:26:33–0:26:36
aber da konnten dann Frauen teilnehmen.
0:26:38–0:26:42
So, ich guck gerade mal. Hier ist nämlich das eine Ziel, was ich ansteuern wollte.
Micz Flor
0:26:42–0:26:43
Ja, ich glaube, ich weiß noch, was es ist.
0:26:46–0:26:47
Weißt du, dass ich weiß, was es ist?
Florian Clauß
0:26:48–0:26:50
Ja, ich weiß, weil wir schon mal zusammen hier waren.
Micz Flor
0:26:50–0:26:52
Und da war es aber zu, oder?
Florian Clauß
0:26:53–0:26:57
Ich glaube, wir waren drin, aber es war dann doch nicht so spannend wie erwartet.
Micz Flor
0:26:57–0:27:00
Ich habe mir damals dann aber da ein Rommelblatt gekauft.
Florian Clauß
0:27:01–0:27:05
Vielleicht ist es im nächsten Abschnitt von den Gebäuden hier.
Micz Flor
0:27:05–0:27:06
Ja, ich glaube auch.
Florian Clauß
0:27:07–0:27:11
Also für die Hörer und Hörerinnen, wir gehen jetzt zu...
Micz Flor
0:27:12–0:27:13
Alle Hörenden.
Florian Clauß
0:27:13–0:27:15
Das ist Grand Hunt, oder? Der Laden? Das weiß ich nicht.
0:27:16–0:27:23
Das ist nämlich hier ein Berliner Laden für Karten und wo natürlich alle möglichen
0:27:23–0:27:27
Formen von Kartenblättern und so weiter zu kaufen sind.
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Und denen statten wir jetzt einen Besuch ab, mitten in unserer Episode.
0:27:34–0:27:36
Sehr investigativ, wie wir das heute machen.
Micz Flor
0:27:37–0:27:40
Weißt du noch irgendwas über das Nikolai-Viertel dazu oder so?
0:27:40–0:27:43
Weil ich kann jetzt nichts wirklich historisch Fundiertes sagen
0:27:43–0:27:46
nur dass es halt eine kuriose mischung ist
0:27:46–0:27:49
als irgendwie alten bauten und vielem was
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wieder nach wahrscheinlich nämlich an weiß
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ich gar nicht genau zerstörung zweiten weltkrieg von der damaligen ddr seite
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noch wieder hergestellt wurde und was dann beides ist einerseits irgendwie so
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historisiert und andererseits aber eben auch so platten bauten Stil.
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Ja, da ist der Rohrhand.
Florian Clauß
0:28:17–0:28:25
Oh, der hat zu leider. Krankheitsbedingt hat der Schade. Machen wir hier ein Foto.
Micz Flor
0:28:26–0:28:29
Das ist Beweis. Ja, es ist wirklich ein sehr liebevoller Laden.
Florian Clauß
0:28:29–0:28:39
Wappen von Altenburg, das Gartwappen und eine Menge von Schachspielen im Vorschaufenster.
0:28:39–0:28:43
Zu deiner Frage, also was ich jetzt hier im Nikolai-Viertel noch mitgenommen
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habe, ist, haben hier so eine Altstadt um die Nikolai-Kirche aufgebaut,
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die sich, die so eine Art von,
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traditionell simuliert, auch mit Fachwerk und so weiter. Aber das ist komplett
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nach der Bauweise von den ganzen Plattenbauten aufgebaut.
Micz Flor
0:29:03–0:29:06
Ja, das mache ich ja. Man sieht es auch, wenn man da vorne ist.
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Wenn du unten guckst, siehst du diese Gewölbe.
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Und wenn du aber hoch guckst, dann sieht es halt aus wie so Lochfassaden,
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die zusammengesteckt wurden irgendwo.
0:29:15–0:29:17
Ich weiß nicht, wie die Maße sind drin.
Florian Clauß
0:29:17–0:29:21
Ja, ich glaube, das war auch nochmal so architektonisch von
0:29:21–0:29:26
der Stadtentwicklung so als gegenpol zu palast der republik und wo dann noch
0:29:26–0:29:30
irgendwie aus tourismus gründen und anderen nostalgischen gründen hier nochmal
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so ein gegenpol geschaffen werden sollte mit einer altstadt die aber trotzdem
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dann in der architektur da noch konsistent zum palast der republik aber.
Micz Flor
0:29:39–0:29:42
Es gibt ja schon noch so diesen kern hat die kirche im nikolai kirche und so
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ein paar vereinzelte gebäude genau ich.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:49
Glaube das ist alles alles neu aufgebaut ist tatsächlich nur die nikolai kirche
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die traditionell ist und.
Micz Flor
0:29:51–0:29:54
Was ich interessant finde ist ich hatte ja hier über meine
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zeit mit sourcefabrik prag berlin da kamen
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immer wieder auch mal irgendwie kollegen kollegin aus osteuropäischen ländern
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nach berlin und da war das so dass wirklich das nikolai viertel einfach sehr
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bekannt war also das heißt diese diese reiseführer noch zu zeiten des kalten
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krieges haben natürlich auch berlin abgebildet aber eben nur ostberlin und bei.
Florian Clauß
0:30:18–0:30:19
Denen dann im Die.
Micz Flor
0:30:19–0:30:23
Wollten dann alle zum Nikolai-Viertel, obwohl das dann auch schon wieder viele Jahre her war.
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Aber weil man auch das immer wahrscheinlich schon als Kind gehört hat,
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wenn man mal in Berlin ist, muss man hier hin.
Florian Clauß
0:30:28–0:30:36
Also 1885, da tritt der Karl Buhle mit seinem Buch auf den Plan.
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Nämlich der will die Grundlagen für das erste Modell einer einheitlichen Skatordnung schaffen.
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Und auch in diesem Jahr oder ein Jahr später,
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verfasste der dann Skat-Aufgaben in der Zeitschrift Die Gartenlaube.
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Das ist auch ganz interessant.
0:30:55–0:31:01
Ich habe da so zwei, drei Links auf Wikisource gefunden, wo dann aus der Gartenlaube
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dann diese Skat-Aufgaben drin sind.
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Das ist ganz lustig. Da wird auch von, also Kreuz, der Kreuz,
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ich komme dann nachher nochmal zu den Farben, Kreuz ist dann so dieses schwarze Kleeblatt.
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Aus dem Französischen heißt es Trefflé. Und es wird noch ganz häufig mit Treff
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eingedeutscht, wird das besprochen. Kennst du auch, oder?
Micz Flor
0:31:25–0:31:29
Treff? Ja, kenne ich auch. Aber ich weiß nicht, warum Treff.
Florian Clauß
0:31:29–0:31:33
Ja, ich habe es dir ja gerade gesagt. Weil es aus dem Französischen Trefflé ist.
Micz Flor
0:31:33–0:31:35
Das Kleber. Und.
Florian Clauß
0:31:35–0:31:42
Das ist dann eingedeutscht mit Treff. 1886 fand dann der erste deutsche Skatkongress statt.
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Und das auch in Altenburg. Und Skat-Kontest ist natürlich dann auch eine Institution,
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um eine gewisse Vereinheitlichung auszulösen.
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Zu dieser Zeit muss man auch sagen, dass Skat schon so einen Geschmack von Spießertum bekommt.
0:32:05–0:32:10
Also das heißt, es wird auch bei den jungen Studenten und Studentinnen,
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oder gibt es ja nicht damals, aber bei den jugendlichen Leuten,
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die wollen sich bewusst absetzen gegenüber Skat, weil das für die so das Biedertum ist.
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Und das finde ich auch ganz interessant, dass es damals schon so...
Micz Flor
0:32:22–0:32:23
Was spielen die denn? Atari?
Florian Clauß
0:32:23–0:32:28
Nicht mehr so stark ist dieses Skat, das Skatspiel in der Jugend verankert.
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Glaube ich, so der, wo sich das nochmal ausprägt an der Stelle.
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Und 1899 ist der dritte Skat-Kongress, der wurde umnummeriert in Halle.
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Das ist ja im Prinzip der Gründungstag oder das Gründungsjahr von dem DSKV,
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der Deutsche Skatverein, wird da gegründet.
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Und was auch interessant ist in dem über den ganzen, dass Skat,
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wird auch von den ganzen Auswanderern, wir haben ja auch in den 1880ern und
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90ern und so war eine riesen Auswanderwelle aus Deutschland,
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aus Europa und die nehmen natürlich auch die Spiele mit.
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Das heißt, Skat findet dann Abwandlungen, vor allen Dingen in Amerika, in Brasilien und.
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Argentinien gibt es Varianten von Skat und da gibt es auch wirklich so internationale
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Kämpfe, weil ich auf der Auf der einen Seite eben der deutsche Skatverein mit
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der deutschen Skatordnung gegründet hat.
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Auf der anderen Seite gibt es halt auch so internationale Regeln und hat sich
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dann auch irgendwann konkurriert.
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Und dazu hat sich dann so ein internationaler Verband gegründet.
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Und die lagen die ganze Zeit im Clinch.
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Die haben sich die ganze Zeit bekriegt, bis sie dann irgendwann,
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ich glaube, ich habe das irgendwo aufgeschrieben, die Zahl, bis sie sich dann
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irgendwann zusammengefunden haben und das dann wieder auch vereinheitlicht.
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Also es war immer so ein Ding von, es gibt unterschiedliche Einheiten,
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unterschiedliche Regeln. und wir holen die Regeln zurück und wollen dann wieder vereinheitlichen.
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Was ganz spannend ist. Also erst mal dieses Nation Building.
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Und da habe ich auch eine Arbeit gefunden, eine Doktorarbeit,
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die sich mit der Spieleindustrie und Kriegswirtschaft auseinandersetzt.
0:34:15–0:34:22
Also welche Funktion Spiele zu Zeiten des Krieges haben.
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Und wie da auch ich würde jetzt gerne hier durch das schloss gehen das.
Micz Flor
0:34:27–0:34:30
Ist so glatt gucken wir die rutschen da alle auf dem,
0:34:31–0:34:35
Ich habe gerade gedacht, das ist so ein Architektentraum, dieses hübsche geschlossene
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Kopfsteinpflaster. Aber es ist einfach ein Paradies für Hüft-OPs.
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Wir können mal gucken, ob das geht. Vielleicht gibt es so wie hier so einen Weg, der nicht...
Florian Clauß
0:34:50–0:34:57
Und diese Verbindung von wie bestimmte Feindbilder über Spiele geschaffen wird.
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Also das heißt, Spiele werden in Kriegszeiten auch immer zu einer Kriegs-,
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wie sagt man das, fördernden, kriegsstabilisierenden Industrie.
0:35:07–0:35:12
Also im Ersten Weltkrieg war das dann signifikant, das legt dann diese Doktorarbeit
0:35:12–0:35:15
dann auch mit Zahlen und Statistiken auf,
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dass dann diese Industrie, die Wirtschaft im Bereich der Spieleindustrie extrem hochgegangen ist.
Micz Flor
0:35:22–0:35:26
Ja, also mir fällt dazu ein,
0:35:26–0:35:29
ich weiß aber gar nicht, wo ich das gehört oder gelesen habe,
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es kann auch irgendwie ein Roman gewesen sein, aber das Bild ist geblieben und
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zwar, dass es während des Irakkrieges wohl auch Pokerkarten gab, die ausgeteilt wurden,
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in denen alle Verdächtigen oder Targets als Foto abgebildet waren.
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Beim Kartenspielen, die Soldaten und Soldatinnen...
Florian Clauß
0:35:49–0:35:51
Dass sie damit trainiert wurden?
Micz Flor
0:35:51–0:35:53
Nein, dass sie einfach beim Kartenspielen immer diese Bilder hatten.
0:35:54–0:35:58
Dadurch, dass die Karten dabei waren, konnten die dann irgendwie Menschen identifizieren,
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indem sie einfach ein Kartenspiel rausgeholt haben oder haben es dabei gesehen.
0:36:01–0:36:07
Aber wie gesagt, es kam mir gerade bei Kartenspielen Krieg und ich weiß aber
0:36:07–0:36:10
nicht, ob das wahr ist oder ob das Teil von einem Roman ist.
Florian Clauß
0:36:12–0:36:18
Also diese Verbindung von eben Krieg und Spiel und das hat sich ganz massiv
0:36:18–0:36:23
dann auch in den sogenannten, das ist wirklich so ein feststehender Begriff,
0:36:23–0:36:29
in den Schützengraben Skat im ersten Weltkrieg dann niedergeschlagen.
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Skat hatte dann eine stabilisierende Wirkung, das heißt, Das heißt,
0:36:33–0:36:37
die Soldaten waren beschäftigt.
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Es hatte so einen gemeinschaftlichen Sinn, dass sie zusammen was gemacht haben.
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Und das war natürlich in so einer Situation wie einem Schützengrabenkrieg.
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Das war natürlich extrem wichtig, dass die da auch solche Sachen machen konnten.
0:36:52–0:36:59
Das ist ganz interessant. Und damit auch hat sich quasi das Punktereizen durchgesetzt, sagt man so.
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Da war immer noch dieser Krieg zwischen, also das heißt Krieg,
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aber die Konkurrenz zwischen dem Altenburger Farbenreizen und dem Punktereizen.
0:37:09–0:37:14
Und mit dem Ersten Weltkrieg hat sich das Punktereizen so festgesetzt.
0:37:15–0:37:20
Also wurde das jetzt so eigentlich dann in die Skatordnung 1827,
0:37:20–0:37:26
wurde das mehr oder weniger dann überführt, dass das Zahlenreizen jetzt als
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das Kernreizen dann genommen wird.
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Und 1932 war dann der 13. Kongress in Altenburg und da gab es halt so ein paar
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Neuerungen, die reiche ich jetzt erstmal nacheinander auf, damit man ungefähr
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weiß, wann welche Regel wo auch passiert ist.
0:37:45–0:37:49
Also Nullspiele werden mit den heutigen Werten dann festgelegt.
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Der Grundwert für den Grand auf 24 statt 36 wie bisher verlorene Handspiele
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werden nicht mehr doppelt berechnet und bei offenem Spiel müssen alle 10 Karten offengelegt werden.
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Das klingt für uns völlig selbstverständlich,
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aber man kann sich kaum vorstellen, dass es mal anders war.
0:38:10–0:38:14
Ich weiß nicht, wo hast du eigentlich Skatspielen gelernt?
Micz Flor
0:38:14–0:38:17
In der Schule, in Albert-Einstein-Gymnasium in Großbiberau.
Florian Clauß
0:38:19–0:38:20
Und von wem?
Micz Flor
0:38:20–0:38:24
Ich habe vergessen, wie der hieß. Der war, der hat dann auch,
0:38:25–0:38:32
das war im Raum der Schülervertretung und hieß damals so, SchülerInnenvertretung.
0:38:33–0:38:35
Habt ihr schon SchülerInnenvertretung gemacht? Ne, ne, eben,
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aber die Schülervertretung ist mir gerade eingefallen.
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Und da haben wir, da gab es dann keine Ahnung,
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zuerst haben wir Skat gespielt und dann irgendwann wurde ich dann so ein bisschen
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tiefer eingeführt in die Mystik, des Odenwälder Kartenspiels.
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Und dann habe ich, wie hieß das nochmal?
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Sauranze. Sauranze, das ist ein anderes Spiel, was eher dann so wieder fast
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so wie italienisch war, wo man dann halt so unglaublich viele Möglichkeiten
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hatte, doch noch zu gewinnen, wenn man eigentlich schon auch so ein Stichspiel, keine Ahnung.
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Aber zuerst habe ich dort Skat gelernt und,
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Und dann habe ich, glaube ich, wirklich eigentlich nur in der Schule Skat gespielt.
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Und dann später, ich weiß gar nicht mehr, irgendwie schon immer mal,
0:39:27–0:39:30
aber es war hauptsächlich in der Schule.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ich hatte das tatsächlich von meiner Mutter gelernt. Wir haben dann nachmittags
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immer, wenn ich aus der Schule kam, Skat gespielt zu dritt mit meiner Schwester,
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bis sie dann irgendwann keinen Bock mehr hatte.
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Und ich habe vor allen Dingen immer im Bus gespielt, auf der letzten Busreihe,
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weil ich war ja auch ein bisschen außerhalb von Kassel und hatte so eine 20-minütige Busfahrt.
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Und das war dann so das morgendliche und das mittagliche Ritual,
0:39:56–0:40:00
sich auf die Bank zu setzen und Skat zu spielen.
Micz Flor
0:40:00–0:40:03
Und du hattest dann zwei, mit denen du auch in der Schule warst?
Florian Clauß
0:40:03–0:40:06
Genau, die da bei mir im nächsten Dorf gewohnt haben.
Micz Flor
0:40:08–0:40:10
Und das schon mal gemischt?
Florian Clauß
0:40:10–0:40:13
Ja, es war dann halt Jan Mütter und Oliver Speck.
Micz Flor
0:40:14–0:40:16
Seid gegrüßt, ihr beiden.
Florian Clauß
0:40:16–0:40:20
Und mit denen haben wir dann immer Skat gespielt. Sehr prägend.
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Und dann habe ich, ich war ja im Kinoclub von der Humboldt-Uni,
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wo wir quasi in Sicht seiten.
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Das fotografiere ich gerade. Und da ist der Studentenclub.
Micz Flor
0:40:33–0:40:34
Ganz oben war das, ne?
Florian Clauß
0:40:35–0:40:37
Nee, der Studentenclub ist unten, da im Hauptgebäude.
Micz Flor
0:40:37–0:40:41
Wie hieß denn das Café oben? Krähenfuß oder irgend sowas?
Florian Clauß
0:40:41–0:40:47
Ja, das weiß ich gar nicht. Nee, das war wirklich unten in den Seitenflügel und da haben wir,
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immer nach der Kinovorführung, die wir gemacht haben, haben wir dann Skat gespielt
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und das war fast das Beste am Kinoclub. Ich hab's so genossen,
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Und das ist auch so der Studentenclub der Humboldt in den 90ern,
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da ist halt so noch so eine böhmische Bauart, da ist so Holz vertefelt.
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Man sitzt dann halt quasi so im Mittelgang und hat dann halt so Sitzbänke gegenüber.
0:41:12–0:41:14
Das war großartig, ich habe es sehr genossen.
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Wir machen hier voll die historische Stadttour und gehen gerade am Dom vorbei,
0:41:20–0:41:26
kommen an die neue Nationalgalerie und sind noch beim Skatspielen.
Micz Flor
0:41:27–0:41:28
Wir.
Florian Clauß
0:41:28–0:41:33
Sind jetzt 1937. Willst du auf der Straße langgehen?
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Ist der 14. Skat-Kongress in Altenburg zur Hochzeit der Nazis, ja.
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Und das ist auch tatsächlich der erste Kongress, wo dann Frauen mitspielen dürfen.
0:41:46–0:41:51
Und aber, und da kommt wieder so diese nationalistisch oder die nationalprägende
0:41:51–0:41:56
Phase, Also das heißt, Juden wird das Skatspielen strikt verboten.
Micz Flor
0:41:56–0:41:58
Ich wollte gerade sagen, Frauen dürfen mitspielen, aber...
Florian Clauß
0:41:58–0:42:03
Naja, und ich will das mal auch hier zitieren. Das ist dann auch wieder so das
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schwarze Kapitel der Skatordnung.
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Da stand, da im Dritten Reich alle Nicht-Arier, in Klammern Juden,
0:42:10–0:42:14
keinen Anteil an der Volksgemeinschaft haben, ist es eine Selbstverständlichkeit
0:42:14–0:42:17
geworden, dass Skatspieler, die Juden sind,
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Das war Festschrift vom 14. Deutschen Skatkongress 1937.
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Und auch nochmal so ein Side-Fact, was ganz lustig ist, das nationalsozialistische
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Regime ordnete die Vermeidung von nicht-deutschen Begriffen an.
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Das heißt, Grand, Auvers und Pic und sowas durfte nicht verwendet werden.
Micz Flor
0:42:52–0:42:54
Wie haben die dann so gesagt?
Florian Clauß
0:42:54–0:42:55
Das weiß ich nicht.
Micz Flor
0:42:55–0:42:58
Das ist auch so ein geheimer Code, wenn man sich irgendwo in der Kneipe trifft
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und man sagt da nicht Grand, sondern man sagt Großreich.
Florian Clauß
0:43:01–0:43:07
So wie bei Inglourious Basterds die amerikanische und die europäische.
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Oh, ich kann meine Hände nicht bewegen. So im Zweiten Weltkrieg hat natürlich
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auch das Skatspiel unter Soldaten, aber es kriegt niemals in den familiären
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oder sozialen Kontext so eine große Bedeutung.
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Dann haben wir die Teilung natürlich 1950 zwischen Deutschland.
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Und da entwickelt sich das auch so ein bisschen parallel, aber es wird relativ
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genau drauf geschaut, dass dann auch nicht die Regeln sich wegbewegen.
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Es gibt quasi so ein Interims-Skatergericht, nämlich in Bielefeld.
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Das Skatergericht ist eine Institution, die eben auch recht spricht.
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Und das war jetzt eine Eingangsfrage, warum darf man nicht und kann man nicht doch das?
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Nein, für genau solche, weil es eben ein Turnierspiel, tatsächlich ein Sportspiel
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ist, gibt es ein Gericht, was heute auch noch bei strittigen Fragen entscheidet.
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Und da werden ganz bestimmte Sachen festgelegt.
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Und das leitet sich natürlich immer auch aus dem Turnierkontext ab.
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Also es wird tatsächlich wie ein Sport, wie Schach und so ähnlich gehandhabt,
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das Kartenspiel, was dann auch nicht üblich ist.
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Wir haben ja so zwei Stränge.
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Wir haben einmal das Glücksspiel, was dann halt auch mit Geld verdient und so
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weiter. und auch mit der höheren Wahrscheinlichkeit oder dass eben der Gewinn
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von Glück von Zufall abhängt.
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Und Skat hat immer wieder gesagt, nein, wir sind kein Glücksspiel,
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obwohl eben eine zufällige Komponente im Teilen der Karten drin ist.
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Das ist auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite hängt es eben von dem
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Geschick des Spielers ab, ob er tatsächlich auch spielen kann und das überwiegt
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eben diese zufällige Komponente.
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Deswegen, da haben die sich auch immer wieder so gegen gelehnt,
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eben nicht als Glücksspiel eingeordnet zu werden.
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Hat natürlich dann auch wieder so steuerrechtliche Geschichten.
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Weil sobald du Glücksspiel bist, dann bist du eher in einem Bereich,
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wo du auch entsprechend höhere Steuern abführen musst und so weiter.
Micz Flor
0:45:03–0:45:07
Aber ich meine mich zu erinnern, weil du das gerade sagst mit Steuern, das war glaube ich im 19.
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Jahrhundert, stand dann irgendwie diese Jubiläumsschrift drin,
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dass wirklich von der damaligen Obrigkeit,
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ich weiß jetzt nicht genau auf welcher Ebene, aber das Steuern,
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also dass das nicht gerne gesehen war, das Skat-Spiel und dass das sehr hoch
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besteuert wurde, die Karten selbst, also wenn du Karten gekauft hast.
Florian Clauß
0:45:24–0:45:28
Also es kann sein, dass ich weiß, bei Skat habe ich das jetzt nicht so gelesen.
0:45:28–0:45:32
Ich habe es im Kontext von anderen Kartenspielen, weil auch Kartenspiele,
0:45:33–0:45:39
so die historische Genese war auch so, dass es eher aus dem Glücksspiel-Kontext
0:45:39–0:45:46
kam und dass es deswegen auch ziemlich geächtet wurde teilweise und verfolgt.
0:45:46–0:45:50
Auf der anderen Seite war es dann auch wieder eine höfische Tradition,
0:45:50–0:45:55
eine höfische Kultur, Dass man wirklich da, ja die Karten, die Karten konnten
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sich dann halt auch wirklich nur Fürsten leisten, wenn die Hand bemalt waren und so weiter.
0:45:59–0:46:04
Das heißt, es war dann halt so ein Zeitvertreib auf dem Hof.
0:46:04–0:46:09
Also es gab so Unterschiede, aber generell kann man sagen, es gab sowohl eben,
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dass es als Glücksspiel verfolgt wurde, aber auch, dass es eben so komplett
0:46:15–0:46:18
in der Gesellschaft dann verankert war.
0:46:18–0:46:23
Es gibt so verschiedene Strömungen, würde ich mal behaupten.
Micz Flor
0:46:23–0:46:25
Ja, und es ist natürlich auch interessant,
0:46:27–0:46:30
Ich weiß nicht, was die Mittel waren, um jetzt sowas selber zu zeichnen,
0:46:30–0:46:35
aber natürlich ist es Open Source-mäßig immer auch möglich, sich selber Spielkarten.
Florian Clauß
0:46:35–0:46:37
Zu zeichnen. Ich habe das.
Micz Flor
0:46:37–0:46:42
Früher auch als Kind gemacht, erinnere ich mich noch. Spielkarten zeichnen? Ja, so Karten erfunden.
Florian Clauß
0:46:43–0:46:49
Ja, das macht schon Spaß, so Karten erfinden und Karten zeichnen.
0:46:49–0:46:53
Das Schwierigste war dann immer, die gleiche Größe von Karten hinzubekommen
0:46:53–0:46:57
beim Ausschneiden. Man wusste dann immer, okay, das ist die Karte, weil da fehlt eine Ecke.
Micz Flor
0:46:57–0:47:00
Oder wenn die geknickt sind, dann beim Wandern sowieso.
Florian Clauß
0:47:01–0:47:05
Aber nochmal zu dem Punkt, tatsächlich ist es so, was ich gelesen habe,
0:47:05–0:47:12
ist, dass in der DDR, anfänglich in den 50ern, Skatspielen dann auch eben als,
0:47:13–0:47:20
wie soll man sagen, weil eben da Versammlungen im Privaten durchspielen stattgefunden
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haben, wurde es dann eben auch verfolgt. Also es wurde nicht gern gesehen.
0:47:24–0:47:28
Und es hat sich dann wirklich erst so in den 60ern so ein bisschen dann regeneriert,
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dass es wieder so akzeptiert wurde von der Obrigkeit, von der Staatsherrschaft.
0:47:35–0:47:39
Das erste offizielle deutsch-deutsche Skaturnier war dann 1990.
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1990 und dann fing auch so ein bisschen an, dass man sich dann quasi vernetzt
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hat, nicht am Tisch, sondern in einem anderen Netzwerk.
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Also es war BTX, hatte da eine Rolle gespielt in den 90ern und dann natürlich das Internet.
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Es gab einen Schachcomputer, einen Skatcomputer, der ist 1980 auf den Markt gekommen,
0:48:09–0:48:13
der wurde aber ziemlich schnell wieder vom Markt genommen, weil der nicht offen
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spielen konnte, also er konnte nicht zeigen.
0:48:15–0:48:20
Ein paar Moves konnte er einfach nicht machen und dann war das auch kein Erfolg
0:48:20–0:48:21
und den haben sie wieder vom Markt genommen.
Micz Flor
0:48:22–0:48:24
Das ist bestimmt sehr, sehr wertvoll.
Florian Clauß
0:48:24–0:48:28
Also das Skatgericht hat sich tatsächlich am 1.
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Dezember 2001 in Altenburg gegründet und 2002 war dann auch wieder die Rückverlegung
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von dem Hauptsitz des Skatgerichtes nach Altenburg.
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Und jetzt noch mal eine wichtige Jahreszahl.
0:48:48–0:48:57
2016 wurde Skatspielen zum UNESCO-immateriellen Weltkulturerbe ernannt.
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Man Weltkulturerbe. Das ist ja auch eine Motivation. Und ich lese jetzt nicht
0:49:06–0:49:08
den Auszug aus dem UNESCO-Bericht vor.
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Also der letzte internationale Skat-Kongress hat dann nochmal in der Skat-Ordnung Folgendes geändert.
0:49:17–0:49:21
Ein Gegenspieler darf nur dann offen spielen, wenn der Alleinspieler unabhängig
0:49:21–0:49:29
von der Spielführung selbst und nicht abkürzenden Gegenspieler keinen Stich mehr erhalten kann.
0:49:29–0:49:33
Also du darfst erst offen spielen, wenn du halt wirklich keinen Stich mehr hast.
0:49:35–0:49:38
Andernfalls gehören die Reststiche alle den Alleinspieler.
0:49:39–0:49:45
Es ist ja so, dass man macht ja häufig dann so, okay, der Rest hier, ich spiele auch hier.
0:49:45–0:49:50
Und dann aber wenn dann noch ein noch ein Stich dann irgendwo anders, dann gehört alles.
Micz Flor
0:49:50–0:49:51
Hätte passieren können. Ja.
Florian Clauß
0:49:51–0:49:55
Das ist es. Aber es sind so Kleinigkeiten, ne? Das ist halt auch so ein bisschen
0:49:55–0:49:58
wie das Turnierskart versus Kneipenskart.
0:49:58–0:50:04
Da gibt's auch ganz unterschiedliche Blüten, Ja, insofern, das war so die kleine
0:50:04–0:50:05
Geschichte des Gartspielens.
0:50:07–0:50:11
Und wir sind auch hier, ich habe es schon gesagt, in historischer Kulisse.
0:50:12–0:50:14
Ich finde, das passt gut zum Thema, oder?
Micz Flor
0:50:14–0:50:18
Ja, super. Ich weiß auch nicht genau, warum, muss ich zugeben.
0:50:18–0:50:22
Aber es passt einfach sehr gut zu der Stimmung, zu dem Abend,
0:50:22–0:50:25
zu der Tour, die du ausgesucht hast. Und.
Florian Clauß
0:50:25–0:50:31
Weißt du was? Wir sind jetzt vor der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität
0:50:31–0:50:36
und hier am zweiten Stock ist der Hörsaal.
0:50:36–0:50:41
Und da hatte ich mal eine Vorlesung in den 90ern in Kulturwissenschaft bei Friedrich Kittler.
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Die waren hier, man hatte immer den Blick auf den Dom. Und Kittler war der einzige Dozentlehrer,
0:50:48–0:50:56
der dann in der Vorlesung nach 45 Minuten eine Raucherpause gemacht hat und alle konnten rauchen.
0:50:57–0:51:03
Ich habe dann immer hier in dem Hörsaal geraucht mit Kittler zusammen.
0:51:06–0:51:10
Okay, so viel. Und jetzt, ich weiß nicht, wie du noch frisch bist,
0:51:10–0:51:14
aber du kannst gerne nochmal so ein bisschen in das Spiel einsteigen.
0:51:14–0:51:22
Und ich werfe dir mal so ein paar Begriffe zu, um die Regeln nochmal für diejenigen
0:51:22–0:51:25
Zuhörerinnen und Zuhörer, die dann das Spiel nicht so kennen,
0:51:26–0:51:29
so vielleicht nochmal so ein bisschen interaktiver zu erklären.
Micz Flor
0:51:29–0:51:32
Also du wirfst mir Regeln zu und was soll ich dann tun?
Florian Clauß
0:51:32–0:51:33
Nein, nein, nein, Begriffe, nicht Regeln.
Micz Flor
0:51:33–0:51:35
Begriffe, okay. Du sollst die Regeln noch erklären.
Florian Clauß
0:51:35–0:51:36
Das wird sicher noch getestet.
Micz Flor
0:51:37–0:51:41
Ich bin gar nicht mehr frisch. Ich finde, wir sollten... Vielen Dank fürs Zuhören.
0:51:41–0:51:43
Ich halte... Okay, versuch's.
Florian Clauß
0:51:43–0:51:44
Also, Spieler.
Micz Flor
0:51:45–0:51:46
Spieler 3.
Florian Clauß
0:51:47–0:51:53
Sehr gut. Was kann man noch über die Spieler sagen? Also in Bezug auf Teilen und Reizen.
Micz Flor
0:51:54–0:51:59
Teilen und Reizen. Ach so. Geben, hören, sagen. Das heißt, wer austeilt,
0:51:59–0:52:05
wenn man zu dritt spielt, der rechtsum im Uhrzeigersinn der Nächste hört und dann der Dritte sagt.
0:52:05–0:52:11
Das heißt, wenn man reizt, dann muss als Erstes wie linksrum geben,
0:52:11–0:52:13
hören, sagen. Uhrzeiger.
0:52:14–0:52:18
Wie war es rechtsrum? Achso, die Uhr dreht sich so rechtsrum.
0:52:19–0:52:24
Also es geht ja so rechtsrum. Das heißt, vom Gebenden auf rechte Hand ist die
0:52:24–0:52:28
Person, die vom Gebenden aus linker Hand als Erstes irgendwie reizt.
Florian Clauß
0:52:31–0:52:35
Und daraus leiten Sie auch Mittelhand, Vorhand und Hinterhand ab?
Micz Flor
0:52:36–0:52:42
Weil der geben, der nächste kommt raus, das heißt, das ist auch eine Frage,
0:52:42–0:52:44
dass die dann beim Reizen, wenn man so auf die Karten guckt,
0:52:45–0:52:46
kommt die dann irgendwann oft so,
0:52:46–0:52:49
wer kommt denn raus, weil das schon wichtig ist, vor allen Dingen,
0:52:49–0:52:52
wenn man ein bisschen wackeliges Gart hat, wenn man selber rauskommt,
0:52:52–0:52:53
kann man mehr mitentscheiden.
0:52:54–0:52:57
Wenn man, und ansonsten, wenn man ganz hinten sitzt, ist auch noch ganz gut,
0:52:57–0:53:02
aber wenn man der mitte sitzt kann das schon im ersten zug kann.
Florian Clauß
0:53:02–0:53:06
Es ist in der mühle wenn du dann halt du musst mal gucken was je nachdem was
0:53:06–0:53:13
du spielst und wie du rauskommst gehen hören sagen vorhand mittelhand hinterhand
0:53:13–0:53:18
hinterhand dann haben wir die farben das hat auch relativ lange gedauert bis
0:53:18–0:53:21
ich das verstanden habe bei den karten was farben sind ja.
Micz Flor
0:53:21–0:53:26
Was farben sind ist Es ist so, dass ich neulich mit meiner Tochter zusammen
0:53:26–0:53:29
versucht habe, die noch nicht so viel Kartenspielerfahrung hat, auch zu teilen.
0:53:30–0:53:32
Da habe ich gemeint, du lass uns einfach mal, jeder macht jetzt,
0:53:32–0:53:34
du machst die Roten, ich mache die Schwarzen.
0:53:34–0:53:39
Und dann hat sie halt dann Herz und Karo, beziehungsweise Herz und Schellen,
0:53:39–0:53:44
aber bei dem klassischen französischen Platz, das waren für sie alles rote Karten,
0:53:44–0:53:45
das sind ja alle rote Karten.
0:53:45–0:53:49
Und ich wollte halt, dass sie die Herz und die Karo trennt, damit wir schnell
0:53:49–0:53:52
mal zählen können, ob das Spiel vollständig ist. aber sie hat dann eben einfach
0:53:52–0:53:54
alle roten zusammen mit mir alle schwarzen gegeben.
Florian Clauß
0:53:55–0:54:01
Genau, das ist genau der Punkt, aber Farben sind in Karten, die bezeichnen die
0:54:01–0:54:03
Symbole und nicht die Farben der Karten.
Micz Flor
0:54:03–0:54:06
Und es gibt ja auch das Gartenspiel, da gibt es ja dann, ich weiß gar nicht
0:54:06–0:54:07
mehr, da gibt es ja auch Grüne.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:12
Grün und Orange. Das ist das Turnierblatt, das wurde, glaube ich,
0:54:12–0:54:14
schon in den 60ern oder 70ern eingeführt.
Micz Flor
0:54:14–0:54:15
Hast du mal damit gespielt?
Florian Clauß
0:54:15–0:54:17
Ja, das habe ich jetzt auch zuletzt gespielt.
Micz Flor
0:54:18–0:54:21
Jetzt auch, weil ich hatte das, glaube ich, auch mal beim wandern mit und wir
0:54:21–0:54:24
hatten auch da irgendwie keinen spaß dran auch.
Florian Clauß
0:54:24–0:54:28
Das kann ich behaupten ich finde das eigentlich ganz gut das blatt
0:54:28–0:54:31
also wo ich keinen spaß daran habe
0:54:31–0:54:36
und das ist halt auch immer also bei bei das ist die diskriminierung der linkshänder
0:54:36–0:54:41
dass du teilweise wenn du dich wenn ich bin ja linkshänder nicht fächer dann
0:54:41–0:54:46
halt die karten dann immer entgegen gesetzt aus den rechtshändern und es gibt
0:54:46–0:54:49
einige kartenspiele wurde das symbol und quasi nur oben links hast,
0:54:50–0:54:52
aber nicht oben rechts und dann sehe ich das halt nicht.
0:54:53–0:54:56
Und da fühle ich mich diskriminiert als Linkshänder.
0:54:56–0:55:01
Und deswegen, also dieses Turnierblatt, das zeigt sowohl die Farben,
0:55:01–0:55:07
also die Symbole in einzelnen Farben an, wie auch immer links und rechts ist
0:55:07–0:55:08
das Symbol auch nochmal zu sehen.
0:55:10–0:55:11
Okay, Gart.
Micz Flor
0:55:11–0:55:18
Das Gart besteht aus zwei Karten und wird nach der ersten Runde von 3-3-3 von
0:55:18–0:55:21
dem Austeilenden auf die Mitte des Tisches gelegt, ohne dass jemand reingucken darf.
Florian Clauß
0:55:22–0:55:24
Und was bringt das Gart?
Micz Flor
0:55:26–0:55:31
Der Skat sind die zwei Zusatzkarten, die dem Alleinspielenden,
0:55:31–0:55:35
wenn je 13 gewinnt, aufnehmen darf.
0:55:36–0:55:40
Und im Gegenzug dazu dann zwei Karten auch wieder verdeckt ablegen darf,
0:55:40–0:55:41
sodass die anderen das nicht sehen.
0:55:42–0:55:45
Der Vorteil ist, dass man seine Karten potenziell ein bisschen aufpimpen kann.
0:55:45–0:55:52
Und bestimmte Karten, zum Beispiel wenn man eine blöde Karte hat,
0:55:52–0:55:54
wo man leicht überstochen wird, die kann man ablegen.
0:55:54–0:55:59
Oder man kann auch fette Karten, die man hat, viel Punkte in den Skat wegdrücken,
0:55:59–0:56:03
weil der wird später noch dazugezählt, wie so ein kleiner Bunker.
0:56:04–0:56:08
Aber es kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn man ein bisschen risikohaft
0:56:08–0:56:11
reizt und dann auf einmal den Skat aufnimmt und merkt, oh nee,
0:56:11–0:56:13
shit, ich hatte gehofft, ich könnte die Farbe drücken.
0:56:13–0:56:17
Aber dann hat man auf einmal drei davon und dann geht es nicht mehr so leicht.
Florian Clauß
0:56:17–0:56:20
Oder man findet auch einen Buben drin und hat sich überreizt.
Micz Flor
0:56:20–0:56:21
Das ja genau, aus dem Klassiker.
Florian Clauß
0:56:21–0:56:25
Kommen wir gleich zum Reizen, aber wir sollten noch mal kurz den Punkten sagen.
0:56:25–0:56:32
Also insgesamt zählen in dem Spiel 7, 8, 9 nichts, haben keine Punkte.
0:56:33–0:56:39
Dann die 10 zählt 10, das Ass zählt 11, der Bube zählt 2, Dame 3 und König 4.
0:56:39–0:56:43
Und insgesamt sind dann so bei 32 Karten 120 Punkte.
0:56:44–0:56:49
Und derjenige, der eben wie gesagt über 60 Punkte kommt, hat gewonnen.
0:56:50–0:56:54
Und wenn 60 Punkte erreicht sind, dann heißt es so gespaltener Arsch und das
0:56:54–0:56:57
geht zu Ungunsten des Alleinspielers aus.
Micz Flor
0:56:57–0:57:01
Ne, also da würde ich jetzt gerne nochmal an Bielefeld im Skatverband anrufen,
0:57:01–0:57:02
weil ich glaube, es heißt Arschgespalten.
Florian Clauß
0:57:02–0:57:06
Ja, das gibt es auch, das steht sogar in der Wikipedia. Arschspalt,
0:57:06–0:57:12
das ist die eher nicht so verbreitete Variante von gespaltener Arsch.
0:57:13–0:57:20
Das kannst du in Wikipedia-Artikeln nachlesen. Aber ja, man hat halt irgendwie
0:57:20–0:57:24
regionale Unterschiede, das ist ja auch völlig okay. Kann man ja zustehen.
0:57:27–0:57:34
Die Farben sind Kreuz, Pik, also Pik ist so traditionell, woraus leitet sich das ab?
0:57:35–0:57:37
Das Kreuz hatten wir ja schon aus dem Kleeblatt, das Pik ist,
0:57:37–0:57:39
glaube ich, einfach ein Blatt.
0:57:41–0:57:44
Dann haben wir das Herz und das Karo.
0:57:45–0:57:51
Und die haben auch jeweils unterschiedliche Werte. Man spricht immer von Punkten oder von Augen.
0:57:52–0:57:56
Das ist immer so das, was als erstes... Du sagst, wenn du Punkte meinst,
0:57:56–0:57:58
dann meinst du eigentlich Augen und umgekehrt.
0:57:58–0:58:01
Also das bringt man immer durcheinander. Aber wir sind da jetzt nicht so genau.
Micz Flor
0:58:02–0:58:05
Ja, das ist auch so eine Sache. Da würde ich gerne mal ein bisschen reingucken.
0:58:06–0:58:11
Kreuzpik, Herz, Karo. es gibt ja dann im englischen gibt's Club.
0:58:11–0:58:14
Jetzt weiß ich nicht mehr, ob Club Peak ist oder Kreuz.
0:58:15–0:58:18
Der Grund, weshalb ich das aber interessant finde, nochmal nachzugucken,
0:58:19–0:58:21
ist, weil die italienischen Karten, die kennst du ja auch, ne?
0:58:21–0:58:25
Da gibt's ja die Sonne, die Münzen, glaube ich, ne?
0:58:25–0:58:29
Bei Sonne, Münzen, den Knüppel eben und das Schwert.
Florian Clauß
0:58:29–0:58:30
Oder was? Ja, ja, genau.
Micz Flor
0:58:30–0:58:37
Schwert gibt's Und Club heißt Knüppel im Englischen und wenn jetzt Club Peak ist, dann ist das Peak,
0:58:38–0:58:42
wo wir nicht genau wissen, was es ist, vielleicht über das italienische Knüppel-Ding
0:58:42–0:58:47
zu verstehen und irgendeine Form von Waffe.
0:58:47–0:58:49
Aber ich weiß es gerade.
Florian Clauß
0:58:49–0:58:51
Nicht. Das sind auch unterschiedliche Symbole. Ich meine, das,
0:58:51–0:58:54
wonach wir spielen, ist meistens das französische Blatt.
0:58:54–0:58:58
Das hat sich tatsächlich auch in Deutschland so ziemlich zweigeteilt.
0:58:58–0:59:03
Es gibt dann irgendwie so eine imaginäre Grenze, die so im Süden des Landes,
0:59:03–0:59:09
also über Baden-Württemberg, Bayern, nach Thüringen, teilweise Sachsen,
0:59:09–0:59:11
die spielen nach dem deutschen Blatt.
0:59:11–0:59:14
Ja, Altenburg liegt in Thüringen, also Altenburg ist ganz traditionell dem deutschen
0:59:14–0:59:18
Blatt. Und auf der anderen Seite ist halt das französische Blatt,
0:59:18–0:59:21
was mit Dame, König, Bube geht.
0:59:21–0:59:25
Und das deutsche Blatt hat eben auch andere Symbole.
0:59:25–0:59:31
Nämlich, wir haben für das Kreuz die Eichel. Für das Pik haben wir...
0:59:33–0:59:35
Was ist für das Pik?
Micz Flor
0:59:35–0:59:39
Du, ich bin jetzt gerade total raus. Von hinten haben wir die Schelle für Caro.
0:59:39–0:59:42
Wir haben Herz für Herz. Herz und Pik ist.
Florian Clauß
0:59:42–0:59:45
Glaube ich, das Blatt. Ja, ich glaube, im Deutschen ist es Blatt.
0:59:45–0:59:50
Ja, und dann gibt es auch keine Dame, sondern es gibt einen Oberer und Unterer.
Micz Flor
0:59:50–0:59:51
Unter und Ober, ja.
Florian Clauß
0:59:52–0:59:58
Und Oberer ist der Bube. Die Funktion des Bubens und der Unterer die Funktion der Dame.
Micz Flor
0:59:58–1:00:01
Nee, andersrum. Ober ist Dame. Unter, Ober, König.
Florian Clauß
1:00:02–1:00:10
Du merkst, ich bin nicht, ich spiele nicht nach deutschem Blatt. Und was ist der König?
Micz Flor
1:00:11–1:00:13
Ich spiele jetzt auch raus König, oder?
Florian Clauß
1:00:13–1:00:15
Ist da auch noch ein König dabei?
Micz Flor
1:00:18–1:00:19
Und der Oberkönig, ja.
Florian Clauß
1:00:19–1:00:23
Ja, genau so ist es. Also wir haben... Nur Männer.
1:00:24–1:00:28
Das Ziel des Spiels ist es eben zu gewinnen, klar, irgendwie.
1:00:28–1:00:33
Die Wertung haben wir auch gerade schon angesprochen, wie sich die einzelnen
1:00:33–1:00:35
Punkte und so weiter errechnen.
1:00:35–1:00:41
Und jetzt kommen wir zu dem, was dann viele Anfänger immer so ein bisschen zurückschrecken
1:00:41–1:00:46
lässt vor Skat, nämlich das sogenannte Reizen. Das ist jetzt quasi die erste
1:00:46–1:00:48
Spielphase des Spiels, ist das Reizen.
1:00:49–1:00:54
Und Mitch, kannst du aus dem Stand das Reizen erklären?
1:00:56–1:00:57
Also vielleicht...
Micz Flor
1:00:57–1:00:58
Ich kann es versuchen.
Florian Clauß
1:00:58–1:01:01
Vielleicht, was ein ganz guter Begriff dazu ist, ist, weiß ich nicht,
1:01:01–1:01:02
ob du... Ich bin total aufgeregt.
Micz Flor
1:01:02–1:01:06
Das ist wie so eine Prüfung. Die Spitzen. Mündliche... Genau.
Florian Clauß
1:01:06–1:01:12
Mündliche Skat-Prüfung. Halten Sie das Blatt links rum. und jetzt tauschen Sie
1:01:12–1:01:14
das Deutsche gegen das Französische aus.
Micz Flor
1:01:15–1:01:19
Die Spitzen, also ich kann jetzt nicht, ich weiß nicht, Spitzen kann ich jetzt
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nicht sagen, aber wie ich Reizen erklären würde.
Florian Clauß
1:01:21–1:01:28
Aber der Begriff Spitzen, Spitzen ist quasi die zusammenhängende Folge oder
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die fehlende Folge der einzelnen, und das nennt man Spitzen,
1:01:32–1:01:35
also wie so eine, also entweder du hast fehlende Spitzen.
Micz Flor
1:01:35–1:01:39
Das ist eines der Dinge, was unglaublich schwer eben eben auf diesem 4-PT-Rückseite
1:01:39–1:01:41
bei den Skatenblättern.
Florian Clauß
1:01:41–1:01:43
Das Reizen, das ist dann genau 4-Pt-Rückseite.
Micz Flor
1:01:43–1:01:48
Also man muss sagen, die Buben sind, Buben eben beim französischen Blatt sind,
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oder die unter sind, beim altdeutschen Blatt sind, die Trümpfe.
1:01:54–1:02:00
Und die Reihenfolge der Farben von oben nach unten, die wertvollste ist Kreuz, dann Pik, Herz und Karo.
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Und beim Reizen guckt man einfach mal, was habe ich denn für Buben.
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Angenommen man hat alle vier Buben oder man hat gar keinen Buben,
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dann darf man entweder sagen, mit vier plus eins ist fünf, was diese Zahl fünf
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bedeutet, sage ich gleich.
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Man dürfte aber auch sagen, ohne vier plus eins ist fünf, was immer sehr erstaunlich
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ist. Das heißt, wenn ich alle Buben habe, die Trümpfe sind, oder keinen,
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ich kann genauso hoch reizen.
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Denn diese Zahl, und warum das kompliziert ist mit dem Reizen, kommt dann gleich.
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Die ist der Multiplikator, den ich verwende.
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Angenommen, ich habe ganz viele Herzkarten und vier Buben, dann kann ich sagen, wow, cool.
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Mit vier, plus eins ist fünf, mal Herz, und die Farbe Herz ist zehn.
1:02:52–1:02:55
Und dann kann ich also bis 50
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hoch reizen bis 50 punkt
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das erste mal das eine ist andere wäre eben zum beispiel ohne 4 plus 1 ist auch
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fünf mit herz gehe auch bis 50 hoch reizen und dann kann aber das passieren
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was flo gerade schon angesprochen hat dann 30 so hoch neben den skat und dann
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ist da auf einmal der Kreuzbube drin,
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was ein toller Bube ist, weil es der stärkste Bube ist von allen Vieren.
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Aber dann habe ich auf einmal beim Reizen mich überreizt, denn dann habe ich
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den Kreuzbuben und sonst keinen mehr.
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Das hieße zum Beispiel mit 1 Spiel 2, also plus 2, der Faktor ist dann 2,
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und dann hätte ich nur bis 20 reizen dürfen.
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Und diese Multiplikate-Zahl ergibt sich eben aus dem, was scheinbar Spitzen
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heißt, was mir gar nicht klar war. Das heißt, man zählt immer von oben.
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Mit 1, wenn man drei Buben hat, Kreuzbube, aber den Pikbuben nicht.
1:03:55–1:04:00
Da hat man zwar drei Buben, darf aber trotzdem nur sagen mit 1 von oben gezählt, die Spitze 1.
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Und umgekehrt, man hat drei Buben und hat den Kreuzbuben nicht, dann hat man ohne 1.
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Und obwohl man dann drei Buben hat, darf man auch nicht so weit reizen.
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Das sind erstmal so die so würde ich das jetzt.
Florian Clauß
1:04:13–1:04:17
Hier genau ich würde ja danke sehr gut setzen,
1:04:19–1:04:23
schwitzen das war bei den spitzen noch mal dazu kommt das war mir doch gar nicht
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so klar weil ich jetzt selten gespielt hat aber auch nach skat ordnung deutscher
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skat ordnung ist es so dass dann eine folge hast also wenn du dann die vier
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buben hast und das peak ass und du willst peak spielt,
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dann hast du mit 5 spielt 6.
1:04:38–1:04:43
Wenn du die Herz, wenn du die Pik 10 dazu hast, dann hast du quasi mit 6 spielt 7.
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Und deswegen Spitzen. Also es ist die Aneinanderreihenfolge von Trümpfen,
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auf die du reizt. Das heißt.
Micz Flor
1:04:51–1:04:55
Wenn man Grand spielen will, dann kann man maximal mit mal 5 machen.
Florian Clauß
1:04:55–1:05:00
Genau, beim Grand maximal 5 und bei allen anderen kannst du maximal,
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ja, 10 halt. 10 spielt 11.
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Aber du kommst es niemals, weil der Grand in der Grundwertung 24 Punkte hat,
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kommst du niemals mit den ganzen Spitzen irgendwie in die Nähe von den Punkten von einem Grand.
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Also es lohnt sich immer, den Grand zu spielen. Aber das nochmal so zur Information,
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dass wenn du vier Buben hast und ein Herz hast oder du willst Herz spielen,
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hast du mit fünf spielt sechs. Also 60.
Micz Flor
1:05:27–1:05:30
Und daraus ergibt sich dann eben eine Reihe. Kann man sagen,
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wir haben zum Beispiel neun mindestens ist es immer der doppelte Wert der Farbe.
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Neun ist Karo. Das heißt, das Mindeste ist,
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Mit 1 oder ohne 1, Karo, Spiel 2 ist 2 mal 9 ist 18.
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Das nächste wäre 20, 22 und 24.
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Und da kommt jetzt dieser Sprung, weil man kann auch noch, also Skat hat auch
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noch unterschiedliche Spielformen eingebaut.
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Und man kann zum Beispiel auch 0 spielen. Und das wäre dann zum Beispiel 23.
1:06:10–1:06:11
Das liegt so dazwischen.
Florian Clauß
1:06:12–1:06:13
Wie es dazu kam.
Micz Flor
1:06:13–1:06:14
Weiß ich gar nicht, das musst du jetzt alles.
Florian Clauß
1:06:14–1:06:19
Erklären. Genau, das wollte ich gerade ergänzen. Null hat sich so auch ergeben,
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weil wenn du ganz niedrige Karten hast, 7, 8, 9,
1:06:31–1:06:35
8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass, ist dann die Reihenfolge.
1:06:35–1:06:40
Das heißt, es gab Situationen, wo du halt sehr schlechte Karten hast,
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also eben nur diese, und trotzdem nicht spielen kannst, weil du nur auf Trumpf
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gehst. Deswegen haben die das Null eingeführt.
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Und Null ist die Herausforderung, keinen Stich zu bekommen, wenn du Alleinspielender
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bist, dass du keinen Stich bekommst.
1:06:57–1:07:01
Verschiedene Formen des Nulls, dass du eben den Skat aufnimmst oder nicht. Das ist Null Hand.
1:07:02–1:07:05
Es gibt auch eine andere Form des Nulls, wo du offen spielst.
Micz Flor
1:07:06–1:07:07
Null Auvert.
Florian Clauß
1:07:07–1:07:12
Und es gibt dann eben mit 59 Punkten zählt der Null Hand Auvert.
1:07:13–1:07:15
Das ist das Höchste, was du im Null spielen kannst.
1:07:15–1:07:18
Und das heißt, wenn du offen spielst, können sich natürlich die Spieler nicht
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absprechen, aber sie sehen deine Karten und können entsprechend deine Schwachstellen.
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Also wenn du jetzt zum Beispiel bei den ganzen 7, 8, 9, 7, 8,
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9, 7, 8, 9, 7 hättest, dann wäre das ein klassisches Blatt für ein Null-Hand-Auvert offen.
1:07:36–1:07:37
Oder.
Micz Flor
1:07:37–1:07:41
Wenn du 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass hast und dann noch 2,
1:07:41–1:07:43
7, dann kannst du das auch spielen.
Florian Clauß
1:07:44–1:07:50
Es gibt keine Trümpfe. Ich weiß nicht, wie spannend das ist mit den Regeln,
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aber ich glaube, man muss das Spiel
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einfach spielen. dann kriegt man die Faszination mit und den Spaß, ja.
1:07:56–1:07:59
Also man muss ernst spielen, damit es Spaß macht.
1:07:59–1:08:05
Das ist übrigens von Loriot, das ist von 1977. Genau dieser eine Skatsketch, den du da auch...
Micz Flor
1:08:05–1:08:06
Da kommt es drin vor?
Florian Clauß
1:08:07–1:08:11
Nein, das sagt er nicht, aber zu der Zeit, der ist auch aus den 70ern,
1:08:11–1:08:16
der Skatsketch, genau zu der gleichen Zeit, wo er diesen Spruch gemacht hat.
1:08:16–1:08:22
Und Loriot als deutsche Institution und Skatspielen, als deutsche Institution.
1:08:23–1:08:25
Das geht auch gut zusammen. Wie man dann halt irgendwie auch...
Micz Flor
1:08:25–1:08:29
Ja, der Sketch, ich weiß gar nicht, findet man sicher auf YouTube,
1:08:29–1:08:31
können wir den noch verlinken, weil der ist schon sehr, sehr schön.
1:08:31–1:08:35
Es gibt so ein paar Sachen zum Skatspiel, die finde ich da drin ganz toll.
Florian Clauß
1:08:35–1:08:36
Das eine ist zum Beispiel.
Micz Flor
1:08:37–1:08:42
Dass er einen Stich macht mit der Herz 9 und der Stich hat 0 Punkte und er hat
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auch einfach noch gar nicht seine Karten richtig sortiert.
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Er hat einfach Herz drauf geworfen. Dann sagt jemand, das ist ihr Stich.
1:08:48–1:08:51
Und dann guckt er so, So, sieben? Ah, Sie spielen.
1:08:54–1:08:58
Herzneun draufgewarnt. Zack, die Herzneun, der gehört mir, das ist mein Stich.
1:08:58–1:09:04
Sie dachten schon, sie könnten da mit der Acht, aber nein, ich, zack, mit der Herzneun.
1:09:04–1:09:07
Und dann, jetzt können wir weiterspielen, sagt dann einer und dann sagt Doriot,
1:09:09–1:09:13
beim Skat will jeder Stich gut überlegt sein.
1:09:16–1:09:19
Und das ist sehr schön, das sind so ein paar Klassiker. Und das andere sind
1:09:19–1:09:22
halt die letzte Zeile aus diesem Sketch, der da ist.
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Jeder merkt sich eine Karte, aber nicht laut sagen. Weil er dann irgendwie Skat
1:09:32–1:09:33
nicht mehr spielen möchte.
1:09:33–1:09:36
Und dann fragt er, kennen Sie Schnippschnapp? Das ist auch ein Spiel zu drehen.
1:09:37–1:09:41
Und zum Schluss gibt es dann diese Sache, wo er sagt, die Herren mal bitte kurz
1:09:41–1:09:43
weggucken. Kannst du dich erinnern? Ja.
Florian Clauß
1:09:43–1:09:44
Ganz klar.
Micz Flor
1:09:44–1:09:48
Und dann guckt und dann geht die Kamera wieder auf ihn. Und man sieht,
1:09:48–1:09:50
wie er die Skatkarten in der Mitte faltet.
1:09:50–1:09:56
Und dann so Hütchen aufstellt. dass jeder sich eine Karte merken, aber nicht laut sagen.
Florian Clauß
1:09:58–1:10:02
Das tut weh. Ja, sehr gut.
1:10:03–1:10:07
Ja, Mitch, ich meine, wir könnten jetzt noch ewig über diese Regeln sprechen,
1:10:07–1:10:12
aber ich glaube, dann verlieren wir noch die zwei Zuhörerinnen, die wir jetzt schon...
Micz Flor
1:10:12–1:10:13
Die noch nicht eingeschlossen sind.
Florian Clauß
1:10:14–1:10:15
Ich glaube, das macht jetzt wenig...
Micz Flor
1:10:15–1:10:19
Aber es passt irgendwie auch so vom Spannungsbogen. Wir gingen da durch so eine
1:10:19–1:10:24
sehr sehr menschenleere, dunkle Stadt, jetzt sind wir irgendwie so von der Museumsinsel
1:10:24–1:10:29
runter, sind hier wieder im Trubel, gehen jetzt in Kleinigkeit essen. Was denkst du?
Florian Clauß
1:10:29–1:10:30
Ja, können wir gerne machen.
Micz Flor
1:10:31–1:10:31
Ja, fände ich super.
Florian Clauß
1:10:32–1:10:32
Ja, gut.
Micz Flor
1:10:32–1:10:36
Also. Und ich bedanke mich bei dir, Flo, ein sehr spannendes Thema und,
1:10:38–1:10:43
Schade, dass wir nur zu zweit sind, weil Offizierskart ist ja immer dieses Skat,
1:10:43–1:10:45
was man zu zweit spielen kann, aber das macht einfach keinen Spaß.
1:10:46–1:10:51
Weil nämlich genau dieser Faktor, was du schon gesagt hast, diese Mischung aus
1:10:51–1:10:54
Strategie und Glücksspiel, bei Offizierskart ist das irgendwie zu viel Glück
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und zu wenig Strategie. Spaß ist nicht der gleiche.
1:10:57–1:10:59
Das stimmt. Aber ich hätte jetzt Lust Skat zu spielen.
Florian Clauß
1:10:59–1:11:02
Aber es gibt auch so verschiedene, das hatte ich mir auch nochmal aufgeschrieben,
1:11:03–1:11:09
falls wir noch mehr hätten reden können, wollen, Varianten, die man zu zweit spielt.
1:11:09–1:11:11
Da gibt es zum Beispiel auch eine Variante, die kannte ich überhaupt nicht.
1:11:12–1:11:18
Nämlich, das war die Mittelsmann-Variante. Also du teilst dann quasi aus, wie zu dritt.
Micz Flor
1:11:18–1:11:21
Und der eine ist Lorion, der ziehst immer eine Karte und legt sie hin. Ja.
Florian Clauß
1:11:21–1:11:24
Sowas in der Art. Ich weiß nicht genau, wie es geht, aber es ist so eine Art
1:11:24–1:11:28
von... Ich habe früher auch dann, wenn wir zu zweit gespielt haben,
1:11:28–1:11:31
dann immer dieses Offizierskart. Das ist relativ langweilig.
Micz Flor
1:11:31–1:11:36
Das andere ist wahrscheinlich entstanden nach diesem Skat-Computer der 80er Jahre.
1:11:37–1:11:41
Der fühlte sich so an, warum spielt der jetzt das? Das kann doch nicht sein.
Florian Clauß
1:11:43–1:11:49
Ja gut, also danke fürs Zuhören. Ich hoffe, es hat einigermaßen Spaß gemacht.
1:11:49–1:11:50
Wir waren auch sehr ernst.
Micz Flor
1:11:50–1:11:52
Wir waren sehr ernst, genau.
Florian Clauß
1:11:53–1:11:58
Und nach den ganzen Filmen, die ich zuletzt besprochen habe und Büchern,
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jetzt mal ein ganz anderes Thema, Spiele wäre eine eigene Kategorie auf unserer Netzseite.
1:12:02–1:12:07
Können wir vielleicht aufmachen, wenn Mitch das das von der Taxonomie her zulässt. Ja.
1:12:07–1:12:13
Okay, also das war eigentlich Podcast, eigentlich-podcast.de.
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Den Track, den wir gelaufen sind, könnt ihr da auch einsehen und alle anderen
1:12:18–1:12:21
Informationen über die Geschichte des Skatspielen, über die Regeln des Skatspielen
1:12:21–1:12:24
und über die lokalen Gruppen in eurer Nähe.
1:12:25–1:12:28
Nein, das habe ich nicht verlinkt. Also macht's gut.
Micz Flor
1:12:29–1:12:33
Gibt es das? Du siehst so eine Art Skat-Tinder oder sowas.
Florian Clauß
1:12:35–1:12:37
Nur für 50 plus.
Micz Flor
1:12:40–1:12:44
Spiel 3 plus 1 mal Herz.
1:12:48–1:12:51
Okay, macht's gut. Das war's. Punkt. Aus.
Florian Clauß
1:12:51–1:12:51
Tschüss.


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