„Der Traum ist aus, zu dieser Zeit. Doch nicht mehr lange - mach dich bereit für den Kampf ums Paradies. Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Angst. Es ist unsere Zukunft, unser Land. Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.“ Rio Reiser

In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm „Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau. Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs, Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken, billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen haben, wenn man Kreuzberg liebt!

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Egal wer du bist, egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
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hat in dem Film. Was ich auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
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speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist. Also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast.
0:00:22–0:00:25
Und du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
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Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
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Das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Kulane.
Micz Flor
0:01:04–0:01:07
So, raus aus dem Kino, rein in Altstrahlau.
Florian Clauß
0:01:08–0:01:10
Rein in Altstrahlau.
Micz Flor
0:01:10–0:01:16
Schon ein interessanter Double-Take. Wir sind gerade Kino Zukunft und ohne zu
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wissen, haben wir einen Film gesehen,
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in dem auch ein Teil eines Interviews direkt hier vor der Tür im Kino Zukunft,
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vor dem Kino Zukunft aufgenommen wurde.
0:01:26–0:01:28
Das war crazy.
Florian Clauß
0:01:28–0:01:34
Ja, es war so ein Metaclash. Wenn sich dann die Erde auf sich selbst faltet.
Micz Flor
0:01:34–0:01:34
Ja.
Florian Clauß
0:01:35–0:01:38
Aber es war ein Heimatfilm, Mitch, oder?
Micz Flor
0:01:38–0:01:45
Willkommen zu eigentlich Podcast. Dem Podcast, bei dem wir laufend reden und beim Laufen reden.
0:01:46–0:01:50
Jetzt habe ich es falsch gesagt. Bei dem wir beim Laufen reden und laufend reden. So rum ist richtig.
0:01:51–0:01:52
Rechts neben mir läuft Flo.
Florian Clauß
0:01:53–0:01:53
Hallo.
Micz Flor
0:01:53–0:01:57
Ich bin Mitch und wir haben heute so eine Sommerfolge, wie wir es das letzte
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Mal, glaube ich, beim Deutschen Theater gemacht haben.
0:02:00–0:02:05
Mit Teweleit, wo wir einfach was gucken, aufnehmen und dann anfangen zu reden und gar.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:07
Nicht so viel vorbereitet haben.
Micz Flor
0:02:07–0:02:08
Zum Schluss wird ein Schuh draus.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:15
Wir laufen dann auch hier Richtung Altstrahlau, direkt von der Zukunft und drängen.
Micz Flor
0:02:15–0:02:16
Uns hier durch.
Florian Clauß
0:02:16–0:02:21
Ein wahnsinns Nadelöhr. Ein Nadelöhr war schon immer hier, obwohl ich auch eine
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starke Verbindung zu Altstrahlau habe.
Micz Flor
0:02:24–0:02:27
Ja, ich verbinde das auch alles hier irgendwie mit dir. Alles,
0:02:27–0:02:33
was jenseits Ostkreuz ist, ist Flo-Country.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:38
Wir sind gerade aus dem Kino gekommen, aus Zukunft, und haben den Film,
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Scherbenland, geguckt.
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Ein Dokumentarfilm, der, wie aus dem Titel ableitbar,
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über mit den Turnsteinscherben und eigentlich ist es, also ich meinte schon
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ein Heimatfilm, im Prinzip ist dieser eine Quadratkilometer um seinen Wohnsitz,
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ist der Schauplatz dieses Filmes.
Micz Flor
0:03:00–0:03:06
Ja, das war wirklich alles in Kreuzberg, sowohl das historische Material,
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wobei, nee, das stimmt nicht ganz, Aber am Anfang wurde das wirklich etabliert.
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Es ging ja auch um Totschein Scherben, Rio Reiser, Rio Reiser Platz.
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Ich fand es ganz elegant, dass sie es nicht explizit benannt haben.
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Aber eine der ersten Szenen war ja auch dieses 70er-Jahre-Kind auf so einem Rennrad.
Florian Clauß
0:03:24–0:03:30
Was er da herangefährt. Hinter der Häuserwand, die auch total grau und vergammelt braun.
Micz Flor
0:03:30–0:03:33
Und vorher hat es nur strecks auf den Rio Reiser Platz zu, aber die Kamera macht
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einen Schnitt, kurz bevor man den dann sehen konnte.
Florian Clauß
0:03:36–0:03:42
Eigentlich war es ein Porträt, ein Musikfilm. Ein Musikfilm hat mehr oder weniger
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drei Gruppen porträtiert und eigentlich war es auch so eine Liebeserklärung an Kreuzberg.
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Den größten, den meisten Platz hat die Gruppe, kanntest du die? R-A-P-K?
Micz Flor
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Nee, ich habe nachher bloß gesehen bei Columbia Records, wenn ich es richtig
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gelesen habe. Also es fühlte sich so ein bisschen an wie so ein Promotion-Video für diese Rap-K.
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So ein Lied, was irgendwie in gefühlt sieben unterschiedlichen Szenen irgendwie
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nochmal so aufgeführt wurde.
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Die haben auf alle Fälle, glaube ich auch, beim Abspann hat man gesehen,
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die haben doppelt so viele Lieder gespielt wie, wie hieß die?
Florian Clauß
0:04:18–0:04:19
Maike Rosa.
Micz Flor
0:04:19–0:04:20
Vogel.
Florian Clauß
0:04:20–0:04:24
Vogel, genau. Das war eine Liedermacherin.
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Also es war so ganz gut kontrastiert. Die Rapgruppe hat dann immer vor Publikum performt.
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Und man ist denen gefolgt, man hat deren Kindergeschichten gehört,
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die haben in irgendwelchen Hinterhöfen dann gesessen und die Niedermacherin,
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Ja, die war immer so alleine auf der Bühne, ihre Songs. Und die war auch sehr
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ergreifend, ja, so von den Texten. Kanntest du die auch?
Micz Flor
0:04:53–0:04:56
Ich kannte die gar nicht, aber ich fand die wirklich sehr gut.
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Ich fand auch ihre Stimme und wie sie gesungen hat, passte wirklich dann sehr gut zu Rio Reiser.
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Also irgendwie das Gefühl, dass gesungen wird, ohne dass man darüber nachdenkt
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oder ohne dass man es merklich tut. Sondern es ist einfach so.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:16
Ja, es ist halt so was ein bisschen Schnoddriges, dieses aber auch was total
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Herzliches und was auch sehr kraftvoll ist.
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Also diese Kraft in der Stimme, die auch bei Rio Reiser, wenn der dann so knarzt.
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Und das ist ja das Unglaubliche von die Stimme von Rio Reiser.
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Tonstein Schermann hat gar nicht so viel Platz in dem Film eingenommen,
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wie ich ursprünglich erhofft habe, muss ich ehrlich sagen.
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Ich dachte dann, es kommt noch mehr historisches Material vor.
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Und ich hätte neulich auf Arte...
Micz Flor
0:05:44–0:05:48
Machst du Fotos ganz kurz? Machst du Fotos oder ich? Weil auf der Webseite unter
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den Blogposts zu den einzelnen Episoden auch immer,
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Bildgalerien.
Florian Clauß
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Und den Track, wo wir lang gelaufen sind, findet ihr da auch.
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Wir kommen jetzt an die Rummelsburger Bucht, an die Buchtzunge und laufen jetzt
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entlang von Altstralau, die Insel, Halbinsellinien entlang.
Micz Flor
0:06:06–0:06:10
Ja, und wir wollen jetzt diesen Film besprechen und ich war skeptisch.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:14
Das war jetzt vielleicht nochmal anders angefangen. Wir sind im Sommer mehr.
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Wir haben dann eben auch unabhängig voneinander Ferien.
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Du fährst weg, ich fahr weg. Und da haben wir ein bisschen gesagt,
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was machen wir denn? Und möglichst mit wenig Vorbereitung kam halt die Idee,
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wir gehen zusammen ins Kino.
Micz Flor
0:06:28–0:06:32
Wir gucken uns Scherben dann an und lernen von Rap K, dass wir einfach hier
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rumlaufen und sagen, guck mal hier, da saß ich, ich hab mal Eis gegessen.
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Da drüben hab ich auch ein Eis gegessen. Oder eine Zigarette gerucht.
Florian Clauß
0:06:38–0:06:39
Ich rauch nicht mehr.
Micz Flor
0:06:39–0:06:43
Das war früher. Hier die Tür, die war mal auf. Heute ist sie zu.
Florian Clauß
0:06:43–0:06:49
So war das halt. Da ist schon eine kleine Kritik. an den Akteuren.
Micz Flor
0:06:51–0:06:54
Ich werde das nachher noch ein bisschen framen, aber ich fand es trotzdem einfach interessant.
Florian Clauß
0:06:54–0:06:58
Du warst sehr skeptisch. Ich musste dich ein bisschen hinschubsen zu dem Film.
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Ich habe tatsächlich das ganze Kinoprogramm angeguckt. Wir sind beide irgendwie
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auf einen Anonalfilm gekommen.
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Wir haben nicht Ingeborg-Machmann geguckt. Und wir haben nicht Ingeborg-Machmann.
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Und irgendwie schien mir das hier so sehr passend, weil Tonstein-Scherben kam
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schon mal vor in den vergangenen Folgen.
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Kreuzberg ist quasi unser Chorkis, wo wir die meisten Tracks gelaufen sind und
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Deine Heimat, dann warst du aber immer noch so, ich weiß nicht,
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ich suche nochmal andere Filme raus.
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Ja, aber jetzt, wenn ich dann jetzt hier so aus dem Film komme und das mit dir
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zusammen gesehen habe, irgendwie passt es so für mich.
Micz Flor
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Das war ein gutes Freund.
Florian Clauß
0:07:37–0:07:40
Irgendwie verpatzt.
Micz Flor
0:07:40–0:07:42
Ja, dann erzähl mal.
Florian Clauß
0:07:43–0:07:48
Ich habe mich tatsächlich noch mal so ein bisschen in die Stadtgeschichtsentwicklung
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von Kreuzberg, in die ganzen Episoden des Stadtteils,
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aus den 60ern, 70ern, was hat sich da so entwickelt für eine alternative Szene,
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warum hat sich die entwickelt,
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bis jetzt dann über Maueröffnung, dann Nullerjahre, Zehnerjahre und letztendlich
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haben wir ein Porträt aus den 20ern, also aus mehr oder weniger zeitgenössisch.
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Von Kreuzberg gesehen. Das habe ich halt nicht erwartet.
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Ich muss sagen, ich dachte, das wäre viel mehr historisch.
Micz Flor
0:08:20–0:08:22
Viel mehr Dokumentarfilm.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Viel mehr historisch. Ja, es war ein Dokumentarfilm. Also es war,
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wie nennt man das, ein Musikfilm oder Musikdokumentation.
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Und ich hatte das Gefühl, es wird so ein bisschen die Klammer geschaffen über
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Kreuzberg, über den Ort.
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Aber die Frage, die sich jetzt auch beim Anschauen bei mir dann so aufgekommen
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ist, ist inwieweit eben so die Musiker, die da dargestellt waren,
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also diese politischen Botschaften, was die jetzt dann noch bedeuten.
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Und gerade die Jetzt-Zeit in Form von dieser Hip-Hop-Gruppe, ja.
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Und ich fand, das war so ein bisschen verlaufen dann.
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Irgendwo wurde ja so ein Kreuzberg gezeigt, wo diese Utopie der Gesellschaft,
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wo wir quasi so eine multikulturelle, diverse Gesellschaft, die irgendwo auch,
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zusammenlebt, ja, und wo bestimmte politische,
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Ideale dann verwirklicht waren. Das schien ja so ein bisschen,
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aber gleichzeitig wurde dann so eine Layer draufgelegt.
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Wo man dann auch so die Ungerechtigkeiten, eben auch diese Mietverhältnisse
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in Kreuzberg, Wohnraum, alternativer Raum und so weiter, das wurde alles so
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angerissen, aber es wurde nicht weiter irgendwo verfolgt.
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Ich fand das so ein bisschen stecken geblieben und diese politische Haltung,
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die sich da in diesem alten mit Tonstein und Scherben sich noch viel krasse ausgedrückt hat.
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Diese Konfrontation mit der Polizei, die sich dann auch bei den Bildern von
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der Räumung der Mainzer Straße.
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Und ja gut, das war dann halt der Ostteil der Stadt, wo sich dann halt noch
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viel mehr dann so diese Ungerechtigkeit dann halt auch gezeigt hat.
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Das fand ich, also das war vielleicht auch bewusst, dass man dann halt so ein
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harmonisches Kreuzbergbild zeichnet am Ende. So ein befriedetes Kreuzberg.
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Aber da hat mir irgendwie so dieser politische Kampf dann oder die politische
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Attitüde gefehlt, weil das, was dann halt diese Band, Hip-Hop-Band dann so performt hat, das war,
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ja, es war eher so ein gefühlte,
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so ein Lebensgefühl, was dann natürlich zu dieser, wie soll man sagen,
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Identity Property von Kreuzberg gehört.
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Dass du dich dann so die Attitüde, wir sind dann halt auf dem Malzdach und machen
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dann direkt da in der Oranienstraße Musik ja und alle kennen die Texte und können
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sich damit konzentrieren.
Micz Flor
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Das ist so ein Lifestyle-Ding, so wie halt Berlin, du bist so wunderbar,
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das war ja Kinowerbung früher immer. Also ich möchte das jetzt gar nicht kleiner
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machen, weil ich muss sagen, weil die ganze Zeit, als ich während des Films
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schon darüber nachdachte, darüber zu reden,
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habe ich gedacht, ich muss im Abspann schauen, ob ich irgendjemanden kenne,
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weil ich möchte niemandem Unrecht tun. Aber ich kannte auch niemanden vom Team.
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Deshalb fühle ich mich da so ein bisschen befreit. Aber ich möchte trotzdem niemandem Unrecht tun.
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Also ich sage das alles auch jetzt aus meiner, ich habe die Lyrics nicht ganz
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im Kopf, auch wenn es für alles jetzt so englische Untertitel gab,
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die man da hat lesen dürfen.
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Also der Film auch gleich angelegt war, dass er über Berlin,
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über das Deutsche hinausgeht. Also der Film strahlt schon mit englischen Untertiteln
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und zeigt sich aber super homey am Rio Reiserplatz.
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Ich kannte niemandem erklären, was dieser Film sagen will.
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Wenn wir uns jetzt vorstellen, da pitcht jemand. Jemand geht hin und sagt,
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ich muss das jetzt pitchen, ich muss das verkaufen, ich brauche die Kohle.
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Ich würde nicht draufkommen, was diese Person erzählt. Oder es war eine Lüge,
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die vielleicht wirklich erzählt hat. Ja, wir wollen unterschiedliche Perspektiven,
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unterschiedliche Dekaden.
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Aber alles ist in einem Ort. Das ist dieses Berlin. Und wir zeigen,
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wie die Geschichte in Layern übereinander steht. Und hat sich überhaupt was
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verändert? Was hat sich verändert?
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Und dann hat jemand geklatscht und sagt großartig. Und schmeißt einen Scheck
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hin und sagt, mach das Ding. Und danach hat aber keiner mehr drauf geguckt.
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Ich entschuldige mich, wenn ich jetzt falsch liege. Aber wir müssen das nochmal
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aufsuchen. Diese Wasserwerfer mit den grünen Polizisten.
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Historisch kann ich es nicht genau einordnen. Ich schätze mal 70er,
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80er Jahre Westberliner Polizei mit drei Wasserwerfern. Weißt du,
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als sie reinkamen, während Rio Reiser am Klavier saß und nur mit Klavier gesungen hat?
Florian Clauß
0:12:54–0:12:55
Das war die Mainzer Straße.
Micz Flor
0:12:55–0:12:56
Dieses Land ist es nicht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:01
Das war die Mainzer Straße, die Räumung der Mainzer Straße 1990 oder 91.
Micz Flor
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War das?
Florian Clauß
0:13:02–0:13:02
Ja.
Micz Flor
0:13:02–0:13:03
Okay.
Florian Clauß
0:13:03–0:13:04
Das haben die auch gezeigt.
Micz Flor
0:13:04–0:13:10
Also es gab einmal das, was später war, wo die auch dann hochgefahren sind mit den Leitern.
Florian Clauß
0:13:11–0:13:13
Das war die Liebigstraße.
Micz Flor
0:13:13–0:13:14
Liebigstahl, ja.
Florian Clauß
0:13:16–0:13:18
2021 wurde die gewollt.
Micz Flor
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Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die,
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Räumungspolizeimaterial aus den 70er, 80er Jahren verschnitten haben mit dem
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Konzert von Rio Reiser 1988 in Ostberlin.
Florian Clauß
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Boah, weißt du, dass es Ostberlin noch voll Mauerfall war?
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Es gab diese Zeit, wo Westkünstler, Künstlerinnen auch so rüber konnten.
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Rio Reiser hat ein Konzert auch gegeben in Ostberlin.
Florian Clauß
0:13:45–0:13:49
Also ich dachte, das wäre quasi nach Mauerfall, weil dieses Konzert war dann
0:13:49–0:13:55
tatsächlich Also auch mit einem Material nach Mauerfall, dann kam das ja quasi.
Micz Flor
0:13:55–0:13:59
Okay, und ich hatte in Erinnerung nur, dass dieses Konzert verschnitten war,
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eben mit einem 70er-Jahre-Polizei-Dings.
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Ja, das fände ich halt irgendwie so verwirrend, weil dieses Konzert ist schon in Anführungszeichen,
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weil ich bin jetzt auch nicht so drin, dass ich das wirklich behaupten kann,
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aber es ist insofern legendär, als er ein Lied gespielt hat,
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was er auch gesagt hat, zu eines seiner ersten Lieder, und das fiel ihm so ein,
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hat er gesungen, und es altert nicht.
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Und dann hat er halt 1988, in der DDR hat er es zum ersten Mal gelesen,
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da war eben schon in der DDR die Stimmung auch so, dass nicht mehr klar war,
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wie soll das weitergehen, kann das noch weitergehen, wird sich da was verändern,
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wie kann sich was verändern?
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Und er singt dann halt eben diese Zeilen, ich glaube,
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Dieses Land ist es nicht. Und das klingt dann in dem. Und alle singen dann mit.
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Er singt es viermal oder fünfmal.
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Und das war halt so ein Moment, der irgendwie in dieser Bewegung in der DDR
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wohl eine Rolle gespielt hat. Ich kann das nicht aus erster Hand.
Florian Clauß
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Ich habe das wirklich anders weitgenommen. Ich glaube auch nicht,
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dass es dieses Konzert in der DDR war.
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Es war ja quasi so dieser Utopieraum, der sich nach Mauerfall dann auch,
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in Ost-Berlin geöffnet hat, wo dann auch diese ganze Hausbesetzer-Szene,
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die sich in den 70ern und 80ern in Kreuzberg entwickelt hat,
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dann quasi den Leerstand auch in Ost-Berlin aufgegriffen hat.
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Und da auch quasi diese Häuser besetzt wurden in der Mainzer Straße,
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in der Riga-Straße, in der Liebigstraße. Also diese legendären besetzten Häuser.
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Und diese Räumung wurde dann dagegen geschnitten. Also es war dann eher so,
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dass dieser Utopieraum, der Nachfall von der DDR,
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der nach dem Fall davon, der sich dann aufgetan hat, dass der dann zusammengebrochen ist.
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Und so habe ich es gesehen. Ich hatte nicht jetzt irgendwie den Eindruck,
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dass es wirklich in der DDR dann aufgenommen wird. Das hätten die,
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glaube ich, stärker rausgearbeitet.
Micz Flor
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Die haben doch gar nichts rausgearbeitet.
Florian Clauß
0:15:56–0:15:57
Ja, doch.
Micz Flor
0:15:57–0:16:01
Du weißt doch nicht mal, wann, weil, wie gesagt, das Wrangelcafé war auf,
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dann war das Wrangelcafé zum Verkauf und zu.
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Ich finde, da gab es gar keinen Anker irgendwie.
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Jetzt kann man halt eben beim Pitch sagen, genau das möchte man,
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schaffen, dass man eben nicht mehr quasi linear durch die Zeit geht,
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wie so ein klassischer langweiliger Dokumentarfilm, sondern dass man alles in
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Layern übereinander legt, wie Pettersons Geburtstagspfannkuchen für Findus.
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Und dann schneidet man so durch und alles passiert am gleichen Ort.
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Kann man ja irgendwie alles machen, aber ich fand wirklich, ich fühlte mich
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nicht angemessen wertgeschätzt als Publikum. Ich fühlte mich in die Irre geführt.
Florian Clauß
0:16:36–0:16:40
Ich fühle mich irgendwie ein bisschen wie bei Lola rennt, dass man dann halt
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so, wenn sie dann rennt und auf einmal in die nächste Ecke einbiegt und eben
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noch in Kreuzberg war und dann auf einmal in Wedding kommt, da fühle ich mich
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komplett verarscht von dem Film.
Micz Flor
0:16:51–0:16:56
Von Bonadentity, gleiches Problem. Da rennt die Friedrichstraße lang und dann ist er mal nix.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Du lebst da in Kreuzberg und ich kann das schon verstehen, dass sich das aufbringt,
0:17:02–0:17:05
wenn da Cafés gezeigt werden, die schon lange, lange zu haben.
Micz Flor
0:17:06–0:17:10
Ja, aber es wird ja eine Geschichte dann doch erzählt. Natürlich ist jeder Dokumentarfilm
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auch Fiktion und erzählt eine Geschichte.
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Und wenn die Geschichte fertig ist, und die funktioniert ja auch,
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dann ist der Dokumentarfilm auch okay.
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Und da gehört vielleicht natürlich auch dazu, dass man manchmal irgendwelche
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Aufnahmen von 2012 verschneidet mit Sachen von 2018, weil es halt irgendwie,
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die Geschichte erzählt, die man erzählen will.
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Aber wenn es halt nicht funktioniert, wenn es ein bisschen auseinanderfällt
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oder ich weiß nicht, hättest du es besser gefunden, wenn da Jahreszahlen eingeblendet
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gewesen wären für die Einzelne?
Florian Clauß
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Nee, dafür hat der einfach zu wenig historisches Material geliefert.
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Also das ist so unbedeutend, um da Jahre zu...
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Also es ging eher, also was der Film schon geschafft hat, ist so ein Gefühl zu vermitteln.
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So ein Gefühl, das Tonstein und Scherben in dieser Musik.
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Und das war auch dann die anfangs, also eine der ersten Szenen,
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wo man Frau Vogel kennengelernt hat, wo sie von einer Ferienfahrt erzählt hat,
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als sie das erste Mal mit 15 Tonsteinen und Scherben gehört hat.
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Und tatsächlich ist es für mich auch in meiner Biografie, ich kann mich genau
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daran erinnern, wann ich das erste Mal der Traum ist ausgehört habe.
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Und das war für mich auch ein unglaublich prägendes Lied in meiner Teenie-Phase.
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Also es ist echt interessant, das Tonsteinen und Scherben, einfach mit Rio Reiser.
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Und es gibt diese Keine-Nacht-Macht-für-Niemand, ist es einfach,
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diese Platte hat total geprägt mich in den 80ern.
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Ich weiß nicht, ob du dich an den Moment erinnern kannst, wo du das erste Mal,
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Tonstein-Schermen gehört hast.
Micz Flor
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Ich habe das nicht so bewusst gehört, hatte auch keine Platte davon.
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Also es war so eher was, was so, ich war dann eher schon, sag ich mal,
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in das, wo dann die Neudeutsche Welle,
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Tonscheinscherben auch so abgehängt hatte. Also ich war dann eher schon auf
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dieser Kommerzialisierung, so später 70er, Anfang 80er.
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Dann war ich halt irgendwie so selber mit der Band zum ersten Mal 1983 aufgetreten,
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mit 13 oder mit 12 oder so. Knallrot.
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Genau, knallrot Musik gemacht. Und da war ich halt dann irgendwie so,
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da habe ich so nach vorne geguckt immer. Was machen die denn jetzt gerade so? Wo geht das denn so hin?
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Das war erst später und ich kann dir nicht sagen, wann es bewusst war.
0:19:30–0:19:38
Und ich finde aber, es ist eine unglaubliche Stimme.
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Das ist, glaube ich, wirklich das, was das trägt. Man hat das Gefühl,
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dass die Musik ist so, also gerade bei den frühen Sachen ist die Musik immer so, die funktioniert.
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Man merkt auch, dass die viel geübt haben, dass die auch quasi sich erlauben,
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am Rande ihrer Fähigkeiten zu sein. Also die geben alles.
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Aber die Stimme könnte auch auf etwas ganz anderem funktionieren.
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Ich finde einfach, die Stimme ist wirklich dieses, das ist halt eine Theaterstimme.
0:20:04–0:20:06
Es ist keine Singstimme.
Florian Clauß
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Ja, stimmt.
Micz Flor
0:20:08–0:20:12
Der kommt ja auch ursprünglich aus, ja er kommt nicht aus dem Theater,
0:20:12–0:20:16
er war ja sehr, sehr jung, aber als er nach Berlin gekommen ist er auch so eine
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Theatergruppe mit Lehrlingen oder sowas machen wollen.
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Und die ersten Lieder waren auch Lieder, die eigentlich in Theaterstücken,
0:20:25–0:20:30
die er mit seinen zwei Brudern irgendwie zusammen gebastelt hatte, herkommen.
0:20:30–0:20:34
Und ich glaube auch, macht kaputt, was euch kaputt macht, war auch,
0:20:34–0:20:37
oder das mit dem, ich will nicht mein Vater sein, oder wie das heißt,
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oder eins von denen war auch aus diesen frühen Theaterdingen so.
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Und daraus entstand dann diese Band. Und die Stimme von ihm,
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finde ich, hat halt irgendwas, was eher Theater ist.
0:20:50–0:20:53
Irgendwas passiert, was anderes. Da ist keiner, der versucht,
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etwas zu spielen, sondern da ist jemand, der versucht zu vermeiden,
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irgendwas zu spielen. Und das macht es, finde ich, so unfassbar intensiv.
Florian Clauß
0:21:05–0:21:06
Ja, intens, ja.
Micz Flor
0:21:06–0:21:08
Oder unvermittelt vielleicht.
Florian Clauß
0:21:08–0:21:14
Unvermittelt. Und in dem einen Ausschnitt, wo dann Rio Reiser bei einem Interview
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damit konfrontiert hat, dass er total banale Texte hat, wo er erst mal sagt,
0:21:17–0:21:22
so ja, und dann aber auch so stutzt und das, nein, das sind nicht banal.
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Das auch, also natürlich war das dann so diese,
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öffentlich-rechtlichen Medien, die dann versucht haben, das irgendwie einzuordnen,
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und dann auch damit einzuverleiben, sage ich mal, die Musik,
0:21:36–0:21:38
weil die ja erstmal was Bedrohliches hat, wenn,
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man die dann so hört und gegen das Establishment geht.
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Und deswegen, es ist ja ein banaler Text und dann so, nee, er will halt mit
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einfachen, klaren Sätzen dann auch die Arbeiter, diese Idee der Arbeiterklasse
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war noch so stark. Und das ist interessant.
Micz Flor
0:21:57–0:22:00
Weil das genau so ein Moment war, glaube ich, wo er sich zum ersten Mal,
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weil eine Kamera lief und so ein bisschen auch so eine Identitäts-Meltdown hatte.
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Was bin ich gerade oder spiele ich gerade? Die hatten ja dieses Manifest auch
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geschrieben, Musik ist eine Waffe und da steht eben dann auch drin,
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es gibt diesen Satz, der etwa geht, so, dass Musik kann eine Waffe sein, wenn du,
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auf der Seite deines Publikums bist. Also wenn die alle zusammen quasi singen.
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Und in diesem kurzen Moment, den du gerade auch so geschildert hast,
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da passiert, finde ich, genau das. Also er spricht mit diesem Fernsehtyp und
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dann ist er halt irgendwie quasi der Typ vor der Kamera.
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Und dann wird ihm halt gesagt, er sagt halt ja zuerst in dem Zitat sowas wie, ja,
0:22:41–0:22:44
unsere Texte sind für Leute, die eigentlich, unsere Lieder sind für Leute,
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die jünger sind, 15 bis vielleicht 22, die sind weniger für Schüler und mehr
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für Lehrlinge Und dann sagt er, ach so, und deshalb sind die auch so banal?
0:22:53–0:22:57
Und dann sagt er, ja. Und dann springt er aber eben wieder zurück auf die Seite
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seines Publikums. Sagt so, wenn sie sagen banal, dann heißt das doch,
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man müsste banal reden mit diesen Lehrlingen. Das ist nicht der Fall.
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Das sind nur einfach die Worte, die auf dieser Seite des Zauns,
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dass es dann eben wieder zurückkommt auf sein eigenes Manifest,
0:23:12–0:23:17
auf dieser Seite des Zauns sind die real, echt.
Florian Clauß
0:23:17–0:23:22
Also diese Stimme, wir waren ja gerade bei der Stimme von Rio Reiser und ich
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habe vorhin das mit so einer Schnottrigkeit, aber auch mit so einer unglaublichen Klarheit. Und ich.
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Also ist erst mal so dieser Sound der 70er Jahre, also wenn du dann auch,
0:23:35–0:23:38
keine Ahnung, dir dann Dokumentation von,
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jetzt fällt mir nur so Oskar Schilly, der dann halt als RAF-Anwalt dann auch,
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die Anwälte da vertreten hat.
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Also hast du auch gesehen, diese Dokumentation, wo dann diese Anwälte,
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also in den 70ern, die RAF und Schilly dann auch mit so einer Unglaubigkeit,
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klaren Stimme, dann auch dieser Sound.
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Dann weiß man nicht, ob es Mikrofon ist oder ob das wirklich diese Art Tonalität
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von damals war, um seine Sachen dann auch quasi nach außen zu bringen,
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also an so einem agitatorischen Ton, der dahinter steht.
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Während auch die Maike Vogel dann auch so eine ganz klare Stimme hat. Das fand ich auch gut.
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Und die Jungs dann von dieser Hip-Hop-Band, die hatten alle sehr klare Musikerstimmen.
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Das war dann so, auch wenn sie dann inhaltlich mal mehr und mal weniger geredet
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haben, hatten die doch dann immer eine sehr betonte Stimme. Und das war vielleicht,
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das, was dann halt auch die so ein bisschen zusammengebracht hat in ihrer Art.
Micz Flor
0:24:48–0:24:51
Ja, ich finde es interessant, ich meinte ja vorhin schon, ich möchte mal so
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ein bisschen reframen, weil ich glaube, dass ich, also wir sind ja auch Zugezogene,
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also ich bin jetzt, ja wir sind beide knapp über 30 Jahre jetzt in Berlin wahrscheinlich.
Florian Clauß
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Ja, also ich bin 93,
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nach Berlin, also.
Micz Flor
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Ja, ich auch so um den Drehen, da war ich nochmal kurz weg und dann war ich
0:25:11–0:25:15
jetzt ganz hier seit vielen Jahren. Ja, Maike Vogel, ich habe den Namen jetzt
0:25:15–0:25:16
nicht noch so mitgebracht.
Florian Clauß
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Maike Rosa Vogel.
Micz Flor
0:25:18–0:25:23
Ist aus frankfurt ja in hessen du bist aus hessen ich bin aus hessen also wir sind.
Florian Clauß
0:25:23–0:25:29
Da versuchst immer so eine aus so einer identität über lokalität rio reiser
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ist aus hessen nach berlin gekommen ich bin nicht so lange ich war wirklich
0:25:32–0:25:34
nur so acht jahre genau du willst du.
Micz Flor
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Willst nicht so.
Florian Clauß
0:25:34–0:25:39
Richtig ich will nicht so summiert werden ja aber so handkäse mit musik geht
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halt auch also damit identifizieren grüne soße und so eine Soße auf jeden Fall.
Micz Flor
0:25:43–0:25:50
Der Gitarrist von Tonsteinscherben, der kannte Rio Reiser noch aus Kindergarten,
0:25:51–0:25:53
aus Rottgau oder irgendwie in der Nähe, keine Ahnung, wie Rottgau,
0:25:53–0:25:56
Monotons, Flatsch, Badesalz, also irgendwie aus dieser Ecke.
0:25:56–0:26:01
Das heißt, Frau Vogel und Herr Reiser sind nach Berlin gegangen.
0:26:02–0:26:06
Ich glaube, das ist, glaube ich, total wichtig in dem Film, das sich nochmal klarzumachen.
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Die anderen drei von Rap K, die sind da geboren. Bei einem sehen wir sogar die
0:26:10–0:26:14
Stelle auf dem Teppich, wo die Nabelschnur durchgeschnitten wurde.
Florian Clauß
0:26:14–0:26:16
Was hast du jetzt dazu gesprochen?
Micz Flor
0:26:17–0:26:18
Das wurde irgendwie im Klei.
Florian Clauß
0:26:18–0:26:21
Sein Vater hat gesagt, auf diesem Teppich wurdest du geboren.
Micz Flor
0:26:22–0:26:25
Und ich finde es aber, dass man das irgendwie, finde ich, nochmal so festhalten
0:26:25–0:26:30
muss, weil die, die nach Berlin gekommen sind und Maike Vogel sagt das ja explizit,
0:26:30–0:26:33
dass sie da auch sich, das war wie so ein Calling, also sie hat sich da,
0:26:34–0:26:37
gerufen und berufen gefühlt, um da hinzugehen.
Florian Clauß
0:26:37–0:26:37
Ja.
Micz Flor
0:26:38–0:26:42
Und diese Rap-Kalor, die sind halt von da. Ja.
0:26:42–0:26:45
Für die ist es dann eher so, die sind halt eigentlich die Einheimischen.
0:26:46–0:26:48
Die Einheimischen, die entschließen, irgendwie Musik zu machen.
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Und die haben aber keinen ungelösten Konflikt, mit dem sie nach Berlin kommen,
0:26:54–0:26:55
um den da irgendwie aufzulösen.
0:26:56–0:26:59
Sondern die sitzen halt dann so da und erzählen dann halt, okay,
0:26:59–0:27:02
als ich in der Grundschule war, haben wir Mercedes-Sterne abgebrochen.
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Später saßen wir auf der Treppe, sind da unten, die anderen haben da ein bisschen gekickt.
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Also es ist halt komplett banal, aber so ist es halt.
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Es war wahrscheinlich, wenn man von außen drauf guckt,
0:27:15–0:27:21
Bei Frau Vogel und bei Herrn Reiser oder Südhessen war es halt wahrscheinlich
0:27:21–0:27:26
genauso banal. Bloß die haben sich da nie rausentwickelt. Die wollen gar nicht
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woanders hin. Die sind jetzt so da drinnen.
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Man hat so das Gefühl, denen fehlt auch so ein bisschen, wie du sagst, das Politische.
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Und warum möchte man denen das überhaupt andichten? Warum möchte man das von
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denen haben? Die sind halt so da.
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So ein bisschen wie wenn man jetzt nach Südfrankreich fährt und am Hafen sitzen
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dann in der siebten Generation Leute, die halt da sitzen und Kaffee trinken.
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Man guckt sie so an und erwartet von denen, seid ihr auch so interessiert an
0:27:52–0:27:55
diesem Hafen wie ich, an diesem Azurblauen Meer?
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Möchtet ihr die Faszination, möchtet ihr nicht auch was verändern?
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Möchten die nicht, die sind da einfach hineingewachsen.
Florian Clauß
0:28:00–0:28:03
Die sind da, die sind wie die Fische am Dorf, am Meer.
Micz Flor
0:28:04–0:28:10
Und der Vater, das ein Rap-K-Typen, der da geboren wird auf dem Teppich,
0:28:10–0:28:13
wir sind mit der Kamera in dem Zimmer mit dem Teppich und dem Sohn,
0:28:13–0:28:17
der seinen Vater mit dem Kamerateam überrascht, sagt Überraschung, dann gehen die rein.
0:28:18–0:28:22
Und der Vater erzählt dann hier, ja, Eigenbedarf, Kündigung.
Florian Clauß
0:28:22–0:28:25
Wie kommt denn so ein politischer Spin?
Micz Flor
0:28:25–0:28:27
So ganz kurz wird halt einfach über die Not...
Florian Clauß
0:28:27–0:28:29
Wir besetzen das auch, wir besetzen.
Micz Flor
0:28:29–0:28:33
Und du merkst aber natürlich, der Vater ist, ich glaube, der ist Franzose, kann das sein?
Florian Clauß
0:28:33–0:28:34
Ja, der hat gesagt, der ist Franzose.
Micz Flor
0:28:34–0:28:37
Hat sehr gut Deutsch gesprochen, aber der Sohn hat das vorher,
0:28:37–0:28:38
glaube ich, auch schon mal erzählt.
0:28:39–0:28:43
Und du merkst halt, dass der Vater da irgendwie der Gast ist,
0:28:43–0:28:46
der in Anführungszeichen der Fremdere ist oder so. Und der Sohn geht halt so
0:28:46–0:28:49
durch und sagt halt, naja, es hat Eigenbedarf, naja, ist halt so und geht raus
0:28:49–0:28:53
auf den Balkon und guckt sich nochmal die Straße an, in der er kommt.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:58
Wo man das in der Flucht des Betanien sieht. Das ist Kreuzberg als so ein...
0:28:59–0:29:03
Was ich mir schon meinte, so als Identitätsproperty. Das ist halt ein Wert,
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der über die Dekaden dann so als ein Corporate-Bezirk dann so geformt hat.
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Ich weiß nicht, ich kann mich auch daran erinnern, ich kann mich nicht nur daran
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erinnern, wie ich den ersten Don't Lieber in Schermann bin, sondern ich kann
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mich auch daran erinnern, wie ich dann halt wirklich so, das ist Kreuzberg,
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das ist erst mal ein Kreuzberg, dann halt ausgestiegen bin auf Klassenfahrt.
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Das war irgendwie 87, ich bin dann ein Kreuzberg gewesen. Und das war halt wirklich
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so ein, yeah, jetzt bin ich in Kreuzberg, was machen wir jetzt?
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Und dann sind wir auch erstmal in so einen Comicladen gegangen,
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weil wir wussten, okay, hier gibt es Comics und hier gibt es Fanscenes. Das waren die 80er.
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Man hatte noch so Fanscenes. Guck mal, die haben im Internet gedrucktes Internet.
Micz Flor
0:29:43–0:29:45
Sowas gibt es sonst nur im Internet.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:47
Nein, das gab es noch nicht, das Internet.
Micz Flor
0:29:47–0:29:50
Eben, aber so heute würde man sagen, das ist gedrucktes Internet.
Florian Clauß
0:29:50–0:29:54
Ja, und das war halt so, das war halt wirklich so wie so ein Vorhang.
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Du kommst in so einen dichten, narrativen Ort, von dem du Geschichten hörst,
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von dem du Songs hast und so weiter und siehst ihn erwartet.
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Jetzt passiert auf einmal was,
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aber es ist banal. Das ist halt irgendwie genau das, was du schreibst.
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Sagst, das ist der Hinterhof, da bin ich aufgefahren. Also für diejenigen,
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die da sowieso groß geworden sind.
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Aber es ist halt immer so diese Erwartungshaltung, die man dann auch hat als
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jemand, der dann wirklich so aufgeladen ist von dem Ort.
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Und das ist halt so ein bisschen, das ist der Teppich in dem ganzen Film.
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Kreuzberg, Kreuzberg, so dieses Land Kreuzberg.
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Ist das, wie, ich weiß nicht genau, ich erinnere mich ganz im Text, im Refrain.
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Das ist ja das Land Kreuzberg, was dann halt auch diese Gruppe da singt,
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wo dann sich für alle so dieses Identifizierende bildet.
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Und das ist auch stark. Ich finde, das ist halt so dieser ...
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Emotionale Momente. Musiker müssen jetzt nicht unbedingt so reflektierend sein wie Rio Reiser.
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Es geht vielmehr um so ein Gefühl, was sich dann über die Musik transportiert.
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Die Beats von der Gruppe fand ich schon ganz mitreißend. Es war schon sehr elektronisch.
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Die haben ja auch Mood Selector Sample gehabt.
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Von Apparat, wo das New Arrow, diese Baseline da reinkommt.
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Das ist halt so das, das ist voll das, das Ding, was man halt wirklich sofort
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als Wiedererkennung hat. Das fand ich schon ganz gut.
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Das kann ich auch verstehen, dass dieses Konzert in der Columbia Halle,
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wo dann auch total alle mitgerissen waren.
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Also das war ja schon sehr, sehr stark in dem Moment.
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Und bei der Maike Vogel, Sängerin, Liedermacherin, da waren die Texte auch so.
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Also es klang irgendwie alles ein bisschen gleich so, aber man hat ja dann noch,
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Stücke von ihr gehört, die produziert waren, da war es halt nicht ganz so gleich.
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Diese Alternativkultur, die sich auch mit Kreuzberg so entwickelt hat.
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Also das ist ja das war, was dann auch in den 70ern dann auch entstanden ist,
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oder früher noch in den 60ern, wenn die Studenten aufruhen.
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Und da war ja auch Kreuzberg so ein Zentrum.
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Und da sind ja eben Turnstern und Scherben groß geworden und haben sich in dieser
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Hausbesetzerszene dann auch etabliert.
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Und das ist ja auch nochmal von der Stadtentwicklung her ganz interessant,
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was da passiert ist in dieser der totalen Insel von Kreuzberg,
0:32:31–0:32:36
aber das kam halt nicht mehr so raus, das war jetzt das haben sie kurz mal erwähnt.
Micz Flor
0:32:36–0:32:40
Wo er am Tisch sagt, ja haben sie uns erklärt, das war der letzte Schnipsel
0:32:40–0:32:44
so von Berlin und das war wirklich nicht mehr,
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Und er hat es ja selber gesagt, es gibt ja noch so die Ossis,
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die Wessis und so, aber das ist es unklar, wie viel, also von dem,
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was sie sagten, ist es unklar, wie viel Einfluss das noch hat aufs Denken und
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aufs Miteinander umgehen,
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aber es sind eher Geschichten aus der Vergangenheit.
Florian Clauß
0:33:02–0:33:08
Das war ja total konstituierend für diese Hausbesetzer-Szene,
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für diese politische Kultur, für diesen Aktivismus, der dann in Kreuzberg entstanden ist.
0:33:13–0:33:16
Ganz viele selbstorganisierte Projekte sind daraus entstanden.
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Diese Studentenbewegung, die sich dann auch, wo dann irgendwann der Schwenk
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kam, also von diesem Aktivismus, außerparlamentarische Organisation,
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dann irgendwann das Privat ist, das Politische.
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Das ist ja dann auch so von einer feministischen Bewegung nach vorne.
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Also dass so wie man lebt auch entsprechend einfach ein politisches Statement
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hat oder eine politische Person ist, ein politisches Subjekt ist.
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Und dann kam ja so auch aus diesem Gedanken heraus, dass eben nicht das Familienmodell
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das sein muss, wie man Kinder großzieht.
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Wie man dann quasi lebt und Beziehungen dann auch flechtet, sondern dass es
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auch andere, alternative Formen gibt.
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Das ist jetzt auch das Kinderladen als Organisationsform, ja,
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dann die anti-autoritäre Erziehung.
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Das waren ja alles so Bewegungen. Da war ja eben der Schmelztiegel, war ja in Kreuzberg.
0:34:18–0:34:23
Das war ja so das Bild, was sich da so entwickelt hat. Und dann die Hausbesetzer-Szene,
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also da, wo sich dann auch tatsächlich so Eigentumsverhältnisse auch an der
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Frage aufgetan haben. Wem gehört das?
0:34:32–0:34:37
Da ist dann, glaube ich, nochmal die Geschichte von Kreuzberg interessant, weil...
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Eingeschlossen eben von der Mauer gab es ganz viele Nischen,
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das waren so die Mietskaserne, die noch aus dem vorherigen, also aus dem 19.
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Jahrhundert gebaut wurden.
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Die wurden ja quasi dem Verfall preisgegeben, um dann irgendwann die Leute rauszubekommen,
0:34:53–0:34:54
um dann neue Sachen hinzubauen.
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Das war genau diese Zeit der 70er, wo dann auch die meisten Häuser damals in Berlin besetzt wurden.
0:35:04–0:35:08
Also es waren über 100 in Kreuzberg, die besetzt wurden, um diesen Verfall dann
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nicht diesen Kreuzern preiszugeben.
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Und wo dann diese starke Bewegung überhaupt entstanden ist.
0:35:14–0:35:18
Und dann hat auch die Politik ja eingeschränkt. Also das heißt,
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sie haben dann nachgegeben. Es gab dann auch entsprechende städtebauliche Maßnahmen.
0:35:22–0:35:27
Also das Kotti, also diesen Neubau, dieses Prägende, was wir da gesehen haben,
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das ist ja dann in den 70ern entstanden.
Micz Flor
0:35:29–0:35:33
Da ist doch vor ein paar Jahren auch irgendwie ein Dokumentarfilm über den Architekten
0:35:33–0:35:36
oder Planer oder sowas, den können wir vielleicht auch noch mal gucken.
Florian Clauß
0:35:36–0:35:42
Wir hatten ja auch schon mal im Rahmen von unseren letzten gemeinsamen Kinoerlebnissen,
0:35:43–0:35:48
das war ja zur Berlinale, dann sind wir ja zur Schwangeren ausgegangen.
0:35:49–0:35:53
Haben wir ja so ein bisschen über diese Interbau 1957, das dann halt quasi so
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als Architektenveranstaltung oder so ein bisschen Free Speech und so weiter
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etablieren wollte im Westen als Gegenpol,
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zum Osten, als diese ganzen großen Bauten entstanden, die dann halt so diese
0:36:06–0:36:08
Dominanz des Ostens auch zeigen sollten.
0:36:08–0:36:13
Ja, also Stalinallee und so weiter. Da war Interbau, wo dann halt das Hansaviertel
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entstanden ist, das schwangere Ostern.
0:36:14–0:36:20
Und es gab dann 20 Jahre später, also näher 30 Jahre später,
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die Interbau oder die, ich hieß glaube ich, ich weiß nicht, 57,
0:36:26–0:36:27
Weltausstellung, Weltbau.
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Und das, was dann in Kreuzberg passiert war, das ist dann 87.
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Sind die Bauprojekte vorgestellt worden in Kreuzberg, wo es dann mehr so integrativer wurde.
0:36:41–0:36:46
Wo dann auch zum Beispiel nachhaltiger saniert wurde, wo dann auch Sanierungsprogramme,
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die dann eben die Wohnform, die vorher besetzt hat und eingeschlossen haben.
0:36:52–0:36:57
Das kam ja dann so, als so einen versöhnlichen Weg kam das ja dann raus.
0:36:58–0:37:02
Das war ja auch letztendlich auch dann eine Frage von,
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Dass man da wieder zusammenkommt. Während man in so einer Gegenkultur guckt,
0:37:09–0:37:11
ich will nicht mit denen zusammenarbeiten, den Staat.
0:37:12–0:37:17
Das ist ja der Feind auf der anderen Seite. Heraus zum revolutionären 1. Mai.
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Es hat lange gedauert, bis Berlin eine andere 1. Mai-Politik gefahren hat,
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also mit den Straßenkampfen.
0:37:24–0:37:27
Hatte ja auch dann irgendwie eine Art von Sport. Ich weiß nicht,
0:37:27–0:37:30
ob du die Maifeste der 90er dann so mal mitgemacht hast?
Micz Flor
0:37:30–0:37:34
Ja, so ein bisschen. Aber es fühlte sich für mich immer ein bisschen aufgesetzt
0:37:34–0:37:36
an und schon sehr touristisch auch.
0:37:36–0:37:41
Also dann kam halt, natürlich kam einerseits die Polizei aus allen anderen Bundesländern,
0:37:41–0:37:45
wurden mit rangefahren. Das sieht man auch im Film, da steht ja immer so, als ob die Teams sind.
Florian Clauß
0:37:45–0:37:47
Ja, im NRW. Ja, genau.
Micz Flor
0:37:49–0:37:52
Aber andererseits gab es dann einfach natürlich auch unfassbar viele Touris,
0:37:52–0:37:57
die für den ersten Mal nach Berlin gekommen sind, die dann da so mitmachen wollten.
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Wo ich nicht das Gefühl hatte, als ich hier ankam in den frühen 90ern.
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Dass das noch, also ich habe da keine Wurzeln gespürt.
Florian Clauß
0:38:07–0:38:10
Ich war erstaunt, also wie du das beschreibst, das war dann irgendwie ritualisiert.
0:38:11–0:38:16
Ja, also dann haben sich alle so drauf gefreut und es war auch ziemlich brutal.
0:38:16–0:38:21
Also es wurde von beiden Seiten, wurde da relativ stark draufgehauen.
0:38:21–0:38:24
Aber es war dann wie so ein Schalter, so zack, jetzt geht's los.
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Und es war für alle so, wir proben Straßenkampf. Also ich meine,
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macht man ja nicht oft die Erfahrung, wo kriegt man halt irgendwie Straßenkampferfahrung.
0:38:34–0:38:35
Und ich meine, das ist halt auch so.
Micz Flor
0:38:35–0:38:38
Hast du das gemacht? Hast du Straßenkampf geprobt?
Florian Clauß
0:38:38–0:38:44
Nee, das war mir auch zu krass. Aber ich war schon so nah dran, sagen wir mal.
0:38:45–0:38:47
Also ich habe nicht inhaliert.
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Aber es war dann schon im Osten so. Also ich habe das ja, da waren ja dann,
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ging es natürlich auch in Britannien und so weiter, das war ja auch mit dabei.
Micz Flor
0:38:57–0:39:02
Ich weiß noch, Ende der 90er-Jahre war das, glaube ich, da war irgendein Kette-Kollwitz-Platz,
0:39:03–0:39:06
Da war das alles schon nicht mehr so wild, aber dann hatte die Polizei wirklich
0:39:06–0:39:13
eine ganz neue Schikane gegen die Gewaltbereiten.
0:39:13–0:39:18
Und zwar anstatt, dass die Polizei da stand, vermummt in Uniform,
0:39:18–0:39:24
spielte am Geltekolbettsplatz am späten Nachmittag das Swingorchester der Berliner Polizei.
Florian Clauß
0:39:25–0:39:27
Das hat Schilds immer wieder gehört.
Micz Flor
0:39:27–0:39:30
Ich fand das einfach so genial, das ist so eine psychologische Kriegsführung.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ja, dann machst du die schon wild, die ganzen.
0:39:34–0:39:38
Ja, ich meine, auch die Autonomen, also das wurde ja nicht so differenziert,
0:39:38–0:39:41
also in dem Film jetzt, ich rede jetzt wieder im Dokumentarfilm,
0:39:42–0:39:47
aber die Autonomenbewegung kam ja dann auch aus der Hausbesetzerszene ganz stark davon geprägt.
0:39:49–0:39:53
Und die haben zum Beispiel dann sich immer gegen alle Angebote gestellt,
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die dann halt quasi von politischer Seite gemacht wurden.
0:39:56–0:40:00
Dann eben so diese genossenschaftliche Transformation der besetzten Häuser,
0:40:00–0:40:02
was dann halt auch im Osten passiert ist.
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Aber die Autonomen waren dann schon immer so, nein, Freiräume müssen dann auch staatsfrei bleiben.
0:40:09–0:40:14
Also das finde ich halt auch bei Herr Lehmann, bei den Romanen so schön beschrieben,
0:40:14–0:40:17
dieses Kreuzberg, was dann halt wirklich umschlossen ist.
0:40:17–0:40:23
Und es gibt diese vier Seiten von dem Stadtbezirk, wo drei dann einfach so Nischen
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waren, wo die Mauer. Das kann man sich, glaube ich, nicht vorstellen.
Micz Flor
0:40:26–0:40:28
Du konntest nicht durchfahren.
Florian Clauß
0:40:28–0:40:32
Du konntest nicht durchfahren. Du hattest ganz viele so tote Ecken,
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wo keiner mehr hingekommen ist.
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Du hattest auch billigen Wohnraum. Da hattest du einen hohen Migrationsanteil,
0:40:39–0:40:43
der dann in der Bevölkerung war, weil viele ja dann im Rahmen von,
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also dieses Prinzip, das ist ja so quasi die Schattenseite oder so das Windloch
0:40:51–0:40:53
von dem Wirtschaftswunder Deutschland.
0:40:53–0:41:00
Also da sind die ganzen migrantischen Bewohner, weil dann Deutschland so billige
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Arbeitskräfte gesucht hat, dann da hingezogen, wo es halt billige Wohnungen gab.
0:41:05–0:41:11
Und die ganzen Fahnenflüchtigen, die halt keinen Bock hatten auf Zivildienst, sind auch nach Berlin.
Micz Flor
0:41:11–0:41:12
Fahnenflüchtige.
Florian Clauß
0:41:12–0:41:16
Ja, ja, so hieß das. Die sind dann auch nach Berlin gekommen.
0:41:17–0:41:22
Die ganze Schwulen- und Lesbenszene hat sich ja dann auch in den 80ern da so ausgeprägt.
0:41:22–0:41:29
Also das heißt, es gab einen unglaublichen Pott von verschiedenen Kulturen.
0:41:30–0:41:35
Und das, was wir jetzt in diesem Film aus der heutigen Zeit,
0:41:35–0:41:38
war ja dann so die Moulange, wenn alles zusammengemischt ist.
0:41:38–0:41:42
Das war ja dann schon so, was sich früher eher separiert hat oder vielleicht
0:41:42–0:41:46
auch nicht und dann schon Ansätze des Zusammenlebens entwickelt hat.
0:41:46–0:41:50
Und ich glaube, das ist halt so der Jetztstand von jetzt sowieso.
0:41:51–0:41:54
Aber ich glaube, auch politisch ist da jetzt nie mehr viel drin,
0:41:55–0:42:04
außer quasi eine gewisse Ungerechtigkeit empfinden, weil man ja eben hier auch in eines der ärmsten,
0:42:04–0:42:06
Viertel von Berlin wohnt.
0:42:07–0:42:13
Ungerechtigkeit und Drogen- und Obdachlosigkeit ist ja super präsent.
Micz Flor
0:42:14–0:42:21
Ja, auf jeden Fall. Ja, ich glaube, dass dann, wenn man jetzt die MusikerInnen aus dem Film als,
0:42:23–0:42:27
Zeitzeugen vielleicht auch der gegenwärtigen Geschichte sieht, dann,
0:42:28–0:42:35
ist es schon irgendwie, dass die Frau Marie Vogel hat ja dann in gewisser Weise
0:42:35–0:42:39
das Ende der Welt, weil der Kapitalismus gesiegt hat, besungen.
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Also die 70 Euro, die ihr Kind zusammenkratzt, damit man vielleicht jemanden
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bezahlen kann, der Welt mal zu erklären, wie Klimawandel funktioniert.
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Das ist sehr dystopisch und traurig und endet natürlich dann doch irgendwie,
0:42:51–0:42:56
naja, vielleicht nicht ich, aber meine Kinder können Happy End noch erleben. Ähm...
0:42:58–0:43:01
Und da ist natürlich der Blick von draußen auf das System, auf die Verteilung
0:43:01–0:43:05
und das, was Rap-K, ich nenne jetzt Rap-K.
Florian Clauß
0:43:05–0:43:09
Ich weiß nicht mehr. Ich weiß nicht, ob die R-P-K oder Rap-K,
0:43:09–0:43:12
also ja, ich bin mir auch unsicher.
Micz Flor
0:43:12–0:43:16
Ja genau, also die dürfen mich auch falsch nennen, ich bin okay with it.
Florian Clauß
0:43:16–0:43:17
Der Miets?
Micz Flor
0:43:17–0:43:22
Genau, Miets, ich bin Miets. Die hatten ja dann weniger eben diesen Blick von
0:43:22–0:43:24
draußen auf das ganze System, sondern den Blick von drinnen eben,
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weil die wieder von da kamen und haben dann so kurz gesagt, ja so Gang,
0:43:27–0:43:28
ne, ist ja schon. schon so.
0:43:28–0:43:31
Aber bei uns war es eigentlich immer, wenn es irgendwie passt,
0:43:31–0:43:32
dann wird die Gänge auch größer.
0:43:33–0:43:38
Das fand ich eher so ganz deutlich so auf einem sozialen, gegenwärtigen Gefühl
0:43:38–0:43:41
von Inklusion und Interesse aneinander.
0:43:41–0:43:49
Das fand ich so ein Gegenentwurf, der aber natürlich dann die Marie-Vogel-Texte nicht aushebeln kann.
Florian Clauß
0:43:49–0:43:49
Maike.
Micz Flor
0:43:50–0:43:56
Maike, Entschuldigung. Maike Vogel. Und das bleibt dann irgendwie so offen.
0:43:56–0:44:00
Aber auch da fand ich es wieder interessant, Und eben die, die da geboren sind,
0:44:01–0:44:04
die sind da nicht hingegangen, um was zu bewegen oder was zu erleben,
0:44:04–0:44:07
sondern die sind einfach da geboren, sind da geblieben.
0:44:07–0:44:11
Vielleicht sogar, wie du sagst, schwache Infrastruktur in dem Gebiet,
0:44:11–0:44:16
dann bleibt man halt irgendwie da, hat dann die Wohnung und machen was damit.
0:44:17–0:44:21
Und das ist ja auch der totale Gegenentwurf, als der eine erzählt,
0:44:22–0:44:24
dass ein Vater aus Norwegen kommt. Ich habe den Namen jetzt, das...
Florian Clauß
0:44:25–0:44:25
Gus.
Micz Flor
0:44:25–0:44:26
Gus?
Florian Clauß
0:44:26–0:44:27
Gustav war das...
Micz Flor
0:44:27–0:44:28
Ja genau, Gustav.
0:44:28–0:44:35
Und der erzählt, wie am 1. Mai er sich vorgenommen hat, da mit einem Meilswagen,
0:44:36–0:44:41
direkt ans Ende dieser Brücke, Eisenbahnstraße, direkt vor der Spree aufzuschlagen.
0:44:42–0:44:46
Dann kommt er an, da sind ja schon zwei Bühnen, die aufgebaut werden.
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Er ist so früh dran und die Bühnen, und er hat wahrscheinlich den Kollegen schon
0:44:49–0:44:50
gesagt, das klappt nicht.
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Und jetzt kommt halt dieser perverse Twist, den ganzen.
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Und dann ist die Polizei sein Freund und Helfer und Retter.
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Dann kommt die Polizei auch schon früh und checkt die Lage und sieht, dass die da aufbauen.
0:45:02–0:45:07
Und wie er es dann sagt, ich kann es nur paraphrasieren, aber es war wie so
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ein Geschenk. Dann haben die einfach so Rabatts gemacht, alles abgenommen,
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waren die weg. Dann habe ich die gleich angerufen und gesagt,
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hey, es kann doch stattfinden.
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Und ich habe aufgebaut. Also die Rolle der Polizei in dem Ganzen ist dann nicht
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mehr Gegner, sondern es ist einfach nur eine Form der Kraft.
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Es ist wie so eine Tai-Chi, Aikido-Idee. Wir müssen mit diesen Kräften umgehen.
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Und dann war es halt die Polizei, die uns Gold macht. Hätte auch was anderes sein können.
Florian Clauß
0:45:31–0:45:35
Ja, ich meine, das war auch so, was in dem Film, was ich jetzt irgendwie so
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diese paar Kritiken, die ich gelesen habe, da wurde ja auch schon versucht,
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dann so quasi so diese übergreifenden, die kartenübergreifenden Themen dann zu spinnen.
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Und dann geht es um Polizeigewalt. Ich meine, klar, Polizeigewalt siehst du
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natürlich in der Räumung der besetzten Häuser.
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Aber die Polizeigewalt ist dann eine andere, das Beispiel, was du genannt hast,
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als jetzt irgendwie so in den 70ern.
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Da ist es, glaube ich, noch viel spaltender, noch viel mehr auseinander.
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Also ich glaube, das war dann wirklich viel weniger. Also jetzt ist es ja so, im Kodi ist das… Ja.
Micz Flor
0:46:08–0:46:10
Aber es ist ja auch eine andere Situation.
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Was Maike Vogel singt, wo sie das eine Lied singt, wie das ist,
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mit Kind und Arbeit und Geld verdienen und sich mit dem Vater des Kindes die
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Klinge in die Hand geben, dann muss der wieder arbeiten, um das irgendwie alles zusammenzuhalten.
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Und am Ende des Monats ist nichts übrig, so in der Art, was sie singt.
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Das ist dann so dieses Bild, vor dem man dann vielleicht irgendwie in der Hausplätze
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denkt, hey, das Haus steht leer, ich wohne jetzt hier. What's the fucking problem?
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Also dann ist es viel existenzieller, als wenn du am 1. Mai in der Wrangelstraße
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ein Kaipis verkaufen willst und die Bullen sagen, hey, mach dich vom Acker.
0:46:48–0:46:50
Und du gehst zweimal um die Ecke und dann stehst du wieder da.
0:46:50–0:46:54
Also ich glaube, die Dringlichkeit ist eine andere. Also deshalb meine ich.
Florian Clauß
0:46:54–0:46:58
Das ist... Also existenzieller Druck.
Micz Flor
0:46:58–0:47:02
Es ist in beiden Fällen ein System, also systembehaftet. Es hat in beiden Fällen
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mit Kapitalismus zu tun.
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Und es ist in beiden Fällen aber eine ganz andere Form des Kapitalismus,
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die da so wirkt. Und der eine hat ja auch ganz, fand ich vielleicht den schönsten
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Satz, wo er gesagt hat, ja Gang kommt ja von Gangster, aber wir waren eher so Gauner.
Florian Clauß
0:47:16–0:47:17
Ja, das fand ich auch super.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Und das ist nicht irgendwie ganz gut, weil das auch schon so gut eintaktet,
0:47:19–0:47:23
worum es jetzt hier geht. Also wir haben nicht die großen Fronten,
0:47:24–0:47:27
aber wir lassen nicht alles mit uns machen und wir finden unseren Weg.
Florian Clauß
0:47:27–0:47:31
Ja, ja. Also ich glaube, das ist auch, glaube ich, schon so dieser Street-Pressure,
0:47:31–0:47:35
den du da hast, wenn du da aufwächst, vielleicht, weiß ich nicht,
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du hast ja noch, du bist ja da noch mehr connected.
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Deine Kinder wachsen ja da auf in dem Bezirk, sie brechen ja auch schon die Mercedes Sterne.
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Können sie ja nicht mehr abbrechen, weil es die gar nicht mehr gibt.
Micz Flor
0:47:46–0:47:47
Können sie nicht, ja.
Florian Clauß
0:47:47–0:47:51
Aber ich fand diese eine Sache, wo er dann auch sagt, ja genau,
0:47:51–0:47:54
so Gang von Gauna und wir waren sehr offen, ja, und das sagt ja auch,
0:47:55–0:47:59
Meike Vogel, dann eben, dass Berlin immer, egal wer du bist,
0:48:00–0:48:03
egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
0:48:08–0:48:12
hat in dem Film, was ja auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
0:48:12–0:48:17
speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist, also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast und
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du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
0:48:42–0:48:50
Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
0:48:52–0:48:57
Also das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Collage.
Micz Flor
0:48:57–0:49:04
Und das meine ich halt. Ich glaube, dass das, was vielleicht im Pitch als Thema
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ausgegeben wurde, ich habe da nicht viel mitgenommen.
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Ich fand, dass der im Schnitt entstanden ist, der Film. Und dass der ziemlich
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clever geschnitten wurde, wer auch immer die Sache montiert hat.
0:49:15–0:49:20
Aber die Montage des Films irgendwie ein Versucher was zu retten,
0:49:20–0:49:22
was irgendwie das Material nicht
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mehr hergegeben hat. Also mir fehlte mir fehlte zum Schluss ein Satz.
Florian Clauß
0:49:27–0:49:32
Ja, verstehe ich, aber ich hatte das Gefühl, dass zum Beispiel Rap-K,
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die Band, ganz anders gefilmt war als das,
0:49:36–0:49:40
Frau Vogel und dann natürlich die historischen Aufnahmen von Turnstein Scherben.
0:49:40–0:49:43
Ich glaube, das sind unterschiedliche Kameramänner, Frauen gewesen,
0:49:44–0:49:45
die das aufgenommen haben.
0:49:45–0:49:49
Und ich glaube auch, also ich habe in irgendeiner Kritik gelesen,
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dass der, der dann auch die Regie geführt hat, der ist Jahrgang 2003,
0:49:55–0:50:00
war im Prinzip so oder ist jetzt so an dieser Web-K-Geschichte dran gewesen.
0:50:01–0:50:05
Und es kann wirklich sein, dass der dann halt so in dieser Pitch,
0:50:05–0:50:08
dann müssen wir noch ein bisschen mehr reinbringen, damit sich das nochmal so
0:50:08–0:50:11
ein bisschen politischer dann halt so auflädt.
Micz Flor
0:50:12–0:50:15
Also da führte sich an, ich habe nicht gesehen, nur darüber gelesen,
0:50:15–0:50:18
aber so ein bisschen wie der Habeck-Film, wo man halt dann irgendwie so einen
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Politiker verfolgt und das Ganze wird dann öffentlich-rechtlich noch gezahlt
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und hergestellt und es geht sich irgendwie nicht so aus, aber man durfte mal so da zugucken.
0:50:28–0:50:30
Ich hatte wirklich das Gefühl, dass diese,
0:50:31–0:50:34
Die jüngste Band, ich will das gar nicht mehr Herr und Frau und sonst was sagen,
0:50:34–0:50:37
aber die jüngste Band halt irgendwie, der so am meisten Credits bekommen hat
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und irgendwie sich so legitimieren durfte und man aber gleichzeitig im Material
0:50:41–0:50:44
auch ein bisschen suchen musste, dass da genügend Zeit,
0:50:45–0:50:50
reinkommen kann, dass da wirklich genügend Interessantes auch gesagt wird,
0:50:50–0:50:51
wenn ich mal so frech sein darf.
Florian Clauß
0:50:52–0:50:57
Ja, das stimmt. Das war ja auch viel so Momentaufnahmen und es war eben eine Hommage an Kreuzberg.
0:50:58–0:51:03
Es war eigentlich so wie du in meinen Cafés genau an den Orten sitzt und arbeitest.
0:51:03–0:51:09
Ich habe jetzt nur gewartet, dass du irgendwo da bist oder wir dann die Aufnahme
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machen. Also irgendwie war es jetzt nicht so fern, weil es hätte passieren können.
Micz Flor
0:51:13–0:51:16
Das war auch ein bisschen verwirrende Sache, weil ich hatte diesen Effekt bei
0:51:16–0:51:22
Lola Rent oder bei Born Identity, dass die Schnitte mich wirklich verwirrt haben in der Mitte.
Florian Clauß
0:51:22–0:51:22
Ich auch.
Micz Flor
0:51:24–0:51:28
Der Film wurde auseinandergerissen für mich. Und da war es jetzt eher anders,
0:51:28–0:51:29
so wie ich mir das vorstelle.
0:51:30–0:51:34
Ich komme halt eben auch aus einem kleinen Dorf in Südhessen und für mich war
0:51:34–0:51:37
die große Stadt, oder Filme, die in großen Städten spielen, hatten halt immer
0:51:37–0:51:38
die große Stadt nur als Hintergrund.
0:51:39–0:51:42
Und jetzt fand ich es auch interessant, mal zu sehen, weil es ein Dokumentarfilm
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war, ist die Storyline nicht so zerrissen, aber diese ganzen Orte zu sehen.
0:51:47–0:51:51
So, dass das Hirn, weil man alles kennt, das Hirn so kurz so rauszoomt und wieder
0:51:51–0:51:55
reinzoomt in die Karte. Und jetzt ist es hier und jetzt hier und jetzt hier. Und das kenne ich doch.
0:51:56–0:51:59
Das fand ich schon ganz interessant. Und wo man manchmal sogar die Kamera nach
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links drehen wollte und nach rechts drehen wollte. Ist da nicht links? Geht es nochmal rüber?
0:52:05–0:52:08
Da fühlte es sich schon sehr heimatlich an. Klar, aber das ist natürlich dann
0:52:08–0:52:13
auch eine Folklore, die kein Thema mitbringt.
Florian Clauß
0:52:13–0:52:17
Ja, wir wollten noch mal so einen Satz nachschieben von der jüngsten Band,
0:52:18–0:52:21
weil wir das so ein bisschen despektierlich behandelt haben.
0:52:21–0:52:23
Aber man muss schon sagen, dass es total sympathische Jungs sind.
0:52:23–0:52:28
Also es sind irgendwie so, ich habe die letzte Dokumentation,
0:52:28–0:52:32
die ich halt über so eine Rap-Band oder einen Rapper gesehen habe, war Haftbefehl.
0:52:32–0:52:38
Das war halt so diese Netflix-Depotenz, der sich so kurz vor dem Abnippeln weggeguckt.
Micz Flor
0:52:38–0:52:40
Ja, habe ich auch gesehen, weil ich das nicht darüber gehört habe.
Florian Clauß
0:52:40–0:52:43
Und das war halt schon, ja genau, müssen wir nicht drüber reden,
0:52:45–0:52:51
aber der war so unsympathisch einfach. Der hatte schon was total Verletzliches,
0:52:51–0:52:54
Nahhaftes, aber der war halt so weit weg, ja.
0:52:54–0:52:57
Und die Jungs waren das halt wirklich so die Jungs von der Ecke und man kann
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halt irgendwie so quatschen und so high und so. Ja, das stimmt.
0:53:00–0:53:02
Und das fand ich halt irgendwie, das muss man nochmal sagen,
0:53:02–0:53:05
diese Nahbarkeit von den Leuten und das finde ich schon super.
Micz Flor
0:53:07–0:53:10
Ja, die haben total gut funktioniert und die waren, glaube ich,
0:53:10–0:53:14
auch nicht, also die waren halt irgendwie ganz normal und trotzdem besonders
0:53:14–0:53:17
und du hast auf der Bühne auch gemerkt, dass die da Spaß haben und connecten können.
0:53:17–0:53:21
Das, ja, auf jeden Fall. Es hat auch funktioniert und auch dieses eine Lied
0:53:21–0:53:25
mit Berlin, das kriege ich jetzt auch nicht mal richtig aus dem Kopf,
0:53:25–0:53:26
aber ich kriege es auch nicht richtig rein.
Florian Clauß
0:53:26–0:53:29
Ja, die Velocity, diese Wiko-Geschichte.
Micz Flor
0:53:29–0:53:31
Ja, das hat gut funktioniert.
0:53:31–0:53:34
Und manchmal war es dann halt trotzdem so ein bisschen Kiffer-Talk, weißt du?
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Es kommt so nicht so ganz unten runter, weißt du, wo der Typ dann von Sophia
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halt irgendwie erzählt, hier, ich muss aufpassen, ich darf jetzt nicht mehr die Tische, ne?
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Die Tische tragen oben schon rüber, die Füße unten, genau bis zu dieser Linie,
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sonst kommen die Ordnungsamt.
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Und ich habe mir jetzt schon so eine elektrische Schwertsäge gekauft bei Lidl
0:53:54–0:53:59
oder was weiß ich. Und wenn die kommen, muss ich dann die Tische absägen. Und der eine dann so...
0:54:00–0:54:04
Der ist klug, er ist vorbereitet. Und das war so ein bisschen,
0:54:04–0:54:07
er hat recht, mit dem er sagt, es war auch nett, dazu gehört das Gespräch.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:09
Ja, aber das ist halt so ein Blub.
Micz Flor
0:54:09–0:54:12
Und er hat es so gesagt und hat es aber so quasi abgebunden.
0:54:12–0:54:15
Er hat gesagt, fragt mich bitte nicht mehr, ich habe den Anfang schon wieder vergessen.
0:54:17–0:54:21
So war es alles irgendwie so eingefasst. Also da kamen halt die Sachen immer
0:54:21–0:54:23
so raus, es ging nicht mehr als zwei Sätze.
Florian Clauß
0:54:23–0:54:28
Ja, genau, wo sie dann halt auch über diese Musik von Rio Reiter gesprochen
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haben. Ich glaube, es war so eine Interviewsituation.
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Die wurden uns präsentiert und die waren alle so ein bisschen nervös,
0:54:33–0:54:38
weil sie jetzt was Gehaltvolles sagen mussten. Und es ist halt nicht so richtig
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was Gehaltvolles rausgekommen.
Micz Flor
0:54:39–0:54:40
Ja, ich glaube gar nicht, dass sie nervös waren.
Florian Clauß
0:54:40–0:54:44
Doch, die haben total nervös geguckt. Also ich glaube, die waren dann ja,
0:54:44–0:54:47
okay, jetzt muss ich was irgendwie was Diebes sagen.
Micz Flor
0:54:48–0:54:51
Ja, das war so ein bisschen, der eine hat ja angefangen, hat sich das angehört.
0:54:51–0:54:53
Die haben es scheinbar vorgespielt bekommen. Da hat er gesagt,
0:54:54–0:54:56
ja, es war, kann ich unterschreiben.
0:54:56–0:54:58
Warum kannst du es unterschreiben?
0:54:59–0:55:04
Also dann war es wirklich so, dass man das Gefühl hatte, dass es inhaltlich
0:55:04–0:55:06
nirgendwo angebunden war, aber es fühlte sich gut an.
Florian Clauß
0:55:06–0:55:09
Wahrscheinlich war das halt nochmal so reingeschrieben, wir müssen in dem Pitch
0:55:09–0:55:12
zu, ja dein Sohn heißt doch Rio Reiser, komm doch mal kurz runter.
0:55:13–0:55:16
Oder dein Sohn heißt Rio, nach Rio Reiser, komm doch mal kurz zu.
0:55:16–0:55:19
Und dann halt so, ja jetzt sag doch mal, was zu der Musik hören.
0:55:19–0:55:22
Das war dann halt so der Kitsch zwischen den einzelnen.
0:55:23–0:55:26
Ich wollte noch mal erwähnen, ich hatte ja auch vor kurzem erst eine Dokumentation,
0:55:26–0:55:29
auch Dekadenmusik, deutsche Musik.
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Und das war, glaube ich, auf HD Mediathek. Und die hatten ziemlich viele Originalaufnahmen
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von auch in Kreuzberg und dann ging es Berlin Musik und so weiter.
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Und da kam auch viel Tonstein Schärmen vor. Also deswegen war ich schon so ein
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bisschen, war auch tolles Material einfach von Kreuzberg da auch, von Berlin.
0:55:51–0:55:57
Ich fand es interessant von der Entwicklung der Band, dass die auch in diesen
0:55:57–0:55:59
alternativen Hausprojekten gewohnt haben,
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und die dann mit aufgebaut haben, aber dann waren da so Momente,
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dass die halt total unter Druck die ganze Zeit standen, weil die durften kein Geld machen.
0:56:08–0:56:12
Die mussten sich immer so, also man hat halt gemerkt, wenn wir spielen,
0:56:12–0:56:15
dann werden wir gebucht, dann müssen wir aber diese Soli-Veranstaltung und noch
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das unterstützen und wir dürfen nicht kommerziell wirtschaften und so.
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Und die waren halt, die hatten nie Geld. Also man hatte so ein bisschen das
0:56:23–0:56:24
Gefühl, die waren halt schon so,
0:56:25–0:56:31
diese Frontband, die sich auch gut hat verkaufen lassen, wo halt viele hingekommen
0:56:31–0:56:35
sind, aber konnten halt einfach aufgrund von ihrer Ideologie kein Geld so machen.
0:56:36–0:56:39
Und da gab es halt so Situationen, das war ganz interessant,
0:56:39–0:56:44
wo die dann so ein bisschen Backstage gefolgt, wo es dann halt um diese Soli-Geschichten
0:56:44–0:56:47
ging und so, um das Ideologische, was da hinterhing.
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Und dann sind die ja komplett aus Berlin weg und haben ja dann irgendwo so ein...
0:56:53–0:56:55
Fresenland, Fresenland, glaube ich. Ja, da irgendwie an der Küste.
0:56:55–0:56:59
Bei der dänischen Grenze. Ja, haben die da Musik gemacht. Also das heißt,
0:56:59–0:57:02
dann haben die dieses Kollektive weg von der Großstadt.
0:57:02–0:57:04
Und das wurde auch so ein bisschen begleitet, nochmal erklärt.
Micz Flor
0:57:05–0:57:07
Und das ging vor allen Dingen auch sehr schnell. Ich glaube,
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75 sind die raus und 70 ging es irgendwie erst los.
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Also in den ersten fünf Jahren nach Thunstein-Scherben-Konzerten gab es dann
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immer auch von Reiseaufrufe, so von wegen zum Beispiel das Rauchhaus.
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Also da, wir müssen jetzt unterstützen und dann sind alle direkt vom Konzert
0:57:23–0:57:26
eingeladen, da hinzugehen, weil die Bullen kommen sonst. Das heißt,
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da wurden dann Häuser besetzt nach den Konzerten. Das war sozusagen das Entree für die Hausbesitzung.
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Das weiß ich jetzt nicht. So hatte ich es aber irgendwie so ein bisschen gehört.
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Und da kam natürlich dann rückwärts fast schon die religiöse Jesusanspruch.
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Also die sind dann die sind dann so heilig in diesem linken,
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Genre, dass die halt dann wirklich das, wie würde man religiös sagen,
0:57:52–0:57:56
päpstlich als der Papst, sagt man. Und die dürfen dann kein Geld damit verdienen.
Florian Clauß
0:57:56–0:57:56
Ja, genau.
Micz Flor
0:57:57–0:58:00
Und das war wohl wirklich so, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das erzählt hat,
0:58:00–0:58:04
ich glaube sogar Philipp oder so, das war wirklich dann bei einem Soli-Konzert,
0:58:04–0:58:06
wo sie dann endgültig entschieden haben zu gehen, weil,
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sie hatten alles aufgebaut, alles hochgeschleppt, alles hingestellt und dann
0:58:10–0:58:13
sollten sie noch einen Soli-Betrag abgeben für die Schmalzstullen auf dem Tisch.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:17
Ja, genau, ich glaube, das war tatsächlich die Szene, die ich dann auch in dieser
0:58:17–0:58:18
Dokumentation gesehen habe.
Micz Flor
0:58:18–0:58:20
Sie wahrscheinlich, also wir wissen beide nicht 100 Prozent.
Florian Clauß
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Aber das war so, genau, das ist das Gefühl, wir haben alles gemacht,
0:58:23–0:58:27
alles hergegeben und weil du dann halt so im Rampenlicht stehst,
0:58:27–0:58:30
musst du halt irgendwie noch 180 Prozent mehr geben.
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Ja gut, das kam jetzt da gar nicht so zur Sprache, das war jetzt auch nicht so.
Micz Flor
0:58:35–0:58:37
Nee, genau, ich hatte auch ein bisschen mehr damit gerechnet,
0:58:37–0:58:41
dass das zeitlich noch ein bisschen einsortiert wird, dass es vielleicht solche
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Strecken von Kreuzberg gibt, das Kreuzberg der 70er Jahre, das Kreuzberg der
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90er Jahre, das Kreuzberg der 20er Jahre. Dass es sowas vielleicht gegeben hätte.
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Also ich war jetzt gerne in dem Film.
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Ist auch irgendwie schön im Kino, weil man nicht zappen kann.
0:58:56–0:59:00
Und ich bin kein Second-Screen-Typ. Bloß eine Sache muss ich noch kurz eintippen,
0:59:00–0:59:03
weil ich vergessen habe, jemandem abzusagen, dass hier noch ein Schlüssel vorbeibringt.
Florian Clauß
0:59:03–0:59:05
Ach so, okay. Ich habe mich schon gewundert, ob du dir Notiz machst.
Micz Flor
0:59:06–0:59:10
Nee, das war ganz wichtig, weil die Person sonst auf den Schlüssel gewartet hätte.
0:59:11–0:59:15
Aber ist ja wirklich auch schön, wenn man gezwungen wird, was zu gucken.
0:59:15–0:59:18
Also man kann die Geschwindigkeit nicht verändern, man kann nicht durchskippen,
0:59:18–0:59:21
weil den Doku über Haftbefehl, da habe ich dann irgendwann wirklich geskippt,
0:59:21–0:59:24
weil ich fand es total spannend.
Florian Clauß
0:59:24–0:59:26
Ja, aber es hat sich immer wiederholt.
Micz Flor
0:59:26–0:59:30
Also muss man Scherbenland gesehen haben.
Florian Clauß
0:59:32–0:59:36
Also ich glaube, wenn man einen Bezug zu Kreuzberg hat und...
0:59:37–0:59:42
Also es ist schon, wie ich sagte, eine Hommage an den Stadtteil.
0:59:43–0:59:48
Und ich glaube, dann macht es halt Spaß. Also ich würde mich halt nochmal interessieren
0:59:48–0:59:52
für jemanden, der dann halt wirklich sich so mit dieser jüngsten Band so gut
0:59:52–0:59:54
identifizieren kann oder die mag halt.
0:59:55–0:59:59
Wahrscheinlich ist es dann halt wirklich ein Mast, das zu sehen.
1:00:00–1:00:02
Weil die werden ja schon stark porträtiert.
Micz Flor
1:00:02–1:00:08
Einfach ja politisch fand ich das halt irgendwie für mich ich muss es mir dann
1:00:08–1:00:13
irgendwie schön trinken indem ich sage okay die sind hier geboren, die dürfen alles,
1:00:14–1:00:18
die bleiben das sind die, die geblieben sind, die sind nicht gekommen die sind
1:00:18–1:00:21
nicht gegangen, die sind einfach geblieben und da ist es wahrscheinlich ein
1:00:21–1:00:26
anderer Blick auf jeden Stein den du schon ewig kennst und wie auch der,
1:00:28–1:00:34
Gas Gussi, gesagt hat, ach guck mal da oben noch ein altes Bild von mir.
Florian Clauß
1:00:36–1:00:40
Ich wusste aber, ich konnte die jetzt so vom Alter nicht einordnen.
1:00:40–1:00:43
Ich weiß nicht, ob die jetzt wahrscheinlich so Ende 20 oder so.
1:00:44–1:00:50
Und diese ganze Dent-Geschicht, was dann halt auch bei Haftbefehl dann auch
1:00:50–1:00:54
nur so kompliziert wird, dann halt viel passiert, wenn du auf einmal dann halt
1:00:54–1:00:55
so hochkatapultiert wirst.
1:00:56–1:00:58
Wahrscheinlich sind die jetzt auch die haben nicht viel Geschichte.
Micz Flor
1:00:58–1:01:03
Die sind ja Mitte 20 hätte ich jetzt gedacht aber ist klar, ich meine,
1:01:03–1:01:06
das ist halt das Verblüffende an Zeit 2019 quasi.
Florian Clauß
1:01:06–1:01:12
Wo die bekannt geworden sind weiß ich nicht, würde ich mal nachschauen wollen ja.
Micz Flor
1:01:12–1:01:17
Aber es ist natürlich auch interessant das Zeit, diese Zeitgefühl,
1:01:17–1:01:25
das Thema wenn dir dann klar wird dass die Fahrradfahren gelernt haben,
1:01:25–1:01:29
zum Zeitpunkt, wo dieses Buch, was du letzte Woche gefunden hast,
1:01:30–1:01:34
Das war da, als du das Buch gekauft hattest und seitdem immer wieder denkst,
1:01:34–1:01:39
ach, bald lese ich es mal und auf einmal ist der schon Rapper.
Florian Clauß
1:01:39–1:01:42
Ja, aber dann dreht man sich um und der ganze Bezirk ist rentifiziert.
1:01:44–1:01:51
Ich meine, das war so die Zeit, also ich meine, diese intensive Erlebnisphase
1:01:51–1:01:57
von ausgehen, feiern, tanzen, Stadt erleben, das war ja auch einfach die 90er für mich.
1:01:58–1:02:05
Und dann waren die 2000er, das ist arm aber sexy, das war ja auch der Startschuss,
1:02:06–1:02:07
für die Identifizierung.
Micz Flor
1:02:08–1:02:14
Was der Film da ganz gut hingekriegt hat, es gab ein Video, wo die sich beim
1:02:14–1:02:18
Lied geschnitten haben und auch Berlin im Hintergrund war, wo man den Alex gesehen hat.
1:02:18–1:02:22
Aber auch hier das neue Amazon-Gebäude an der Warschaustraße und ein paar andere
1:02:22–1:02:26
Fassaden, wo unklar bleibt, ob das jetzt für die Symbole der Stadt sind,
1:02:26–1:02:28
in der sie wohnen. Das kennt man.
1:02:29–1:02:32
Oder ob sie dazu eine Distanz oder einen Bezug aufbauen wollen.
1:02:32–1:02:36
Das wurde nicht klar. Aber im Schnitt des Films selbst fand ich es eigentlich
1:02:36–1:02:40
schon, dass diese neuen Fassaden, die jetzt überall drumherum entstehen.
Florian Clauß
1:02:40–1:02:42
Und die City da und die Verandorgebäude.
Micz Flor
1:02:42–1:02:46
Das wurde, fand ich, relativ konsistent und gut geschnitten.
1:02:46–1:02:50
Dass man wirklich auf einmal, auch als jemand, der hier wohnt und zum Beispiel
1:02:50–1:02:54
dieses ganze Gebiet um den Ostbahnhof herum, Was sich sukzessive verändert.
1:02:54–1:02:57
Auf allem macht es Snap und du denkst, oh, wann ist das alles passiert?
1:02:58–1:03:03
Und das war in dem Film irgendwie ganz gut festgehalten, dass man ein Gefühl hat von,
1:03:03–1:03:09
wie immer und wow, ganz anders. Und dieser Sprung war im Bildmaterial fand ich ganz gut gemacht.
Florian Clauß
1:03:09–1:03:12
Ja, wo er dann auch meinte, dahinter ist so tote Landschaft.
1:03:14–1:03:18
Aber in dieser Stadt hat es sehr gut eingefangen. Weil wir hatten ja auch da,
1:03:19–1:03:21
eine Berlinale-Folge vor zwei Jahren.
1:03:21–1:03:26
Ich referenziere auf unsere Folge. Da sind wir ja auch bei der Kälte rausgegangen aus dem Film.
1:03:26–1:03:29
Und haben dann aufgenommen. Und es war wirklich so, wo du dann halt in so einem
1:03:29–1:03:32
Cut-Zeichenprogramm dann als Punkt dann dann gehst.
1:03:33–1:03:35
Und es war ein Tod, es war einfach Tod.
Micz Flor
1:03:35–1:03:38
Ja, wo man selber schaut, ob die meinen Schatten berechnet haben oder nicht.
Florian Clauß
1:03:39–1:03:41
Und das ist schon, ja, das ist schon...
Micz Flor
1:03:41–1:03:44
Er meinte auch so, da sind da auch keine Menschen. Oder da sind schon Menschen,
1:03:44–1:03:45
aber die sind ja auch gar nicht da.
1:03:47–1:03:50
Der wahr ist, aber der auch irgendwie schnell aufhören muss.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:55
Ja, also Poetry Slam. Ja, gut. Okay, ich glaube, jetzt haben wir lang genug
1:03:55–1:03:57
über Scherbenland geredet.
Micz Flor
1:03:57–1:04:00
Mehr kriegen wir aus dem südhessischen Handkäse nicht ausgepresst.
Florian Clauß
1:04:01–1:04:02
Mit dem Zwiebeln.
Micz Flor
1:04:02–1:04:05
Vor uns läuft auch schon jemand, der gerade ein YouTube-Video aufnimmt,
1:04:05–1:04:07
wo wir hinten drauf sind. Mal schauen.
1:04:08–1:04:12
In drei Jahren wird uns die KI uns finden können auf YouTube,
1:04:12–1:04:16
wo wir jetzt gerade hier unter einer kleinen Trauerweite laufen.
1:04:18–1:04:20
Danke auch für die schöne Tour, Flo.
Florian Clauß
1:04:20–1:04:22
Ja, das ist hier quasi Homerun.
Micz Flor
1:04:22–1:04:23
Es ist Homerun.
Florian Clauß
1:04:23–1:04:29
Früher war das mein Laufturf. Aber ich laufe ja nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend.
Micz Flor
1:04:30–1:04:33
Ja, ja. Exoskelette. Bald kommen sie.
Florian Clauß
1:04:33–1:04:34
Nein.
Micz Flor
1:04:34–1:04:35
E-Bikes der Beine.
Florian Clauß
1:04:36–1:04:38
Mache ich mit dem Fahrrad.
Micz Flor
1:04:39–1:04:45
Gut, dann vielen Dank fürs Zuhören. Ja, wir dachten, wir hätten es uns leicht
1:04:45–1:04:46
gemacht, diesen Film zu gucken.
1:04:46–1:04:50
Aber an mir nagt es noch. Ich möchte jetzt eigentlich Salzgeber mal anschreiben,
1:04:50–1:04:51
ob die noch mal klären können,
1:04:52–1:04:57
ob dieses verschnittene Material zwischen den Wasserwerfern und Rio Reiser,
1:04:57–1:05:03
ob das 10 bis 15 Jahre auseinander lag und das eine in der noch DDR war und
1:05:03–1:05:05
das andere West Berlin. Das war mein Gefühl.
1:05:06–1:05:09
Da hast du mir schon einen anderen Blick darauf gegeben. Aber für mich ist es
1:05:09–1:05:11
noch nicht geklärt. Ich will das noch wissen.
Florian Clauß
1:05:11–1:05:15
Ihr werdet es erfahren in einer der nächsten Folgen. Nein, ich glaube nicht.
1:05:16–1:05:22
Mehr Material findet ihr auf eigentlich-podcast.de, da findet ihr auch die Map,
1:05:22–1:05:27
wo wir langgegangen sind und das war jetzt tatsächlich noch eine Leerstelle, die wir noch nicht,
1:05:28–1:05:33
mit einem unserer Touren erschlossen haben, aber wir haben uns hier aus das schon mal gestriffen.
Micz Flor
1:05:34–1:05:35
Gestritten?
Florian Clauß
1:05:35–1:05:38
Gestriffen. Wir streiten uns nicht mit.
Micz Flor
1:05:38–1:05:41
Gestreift. Also gestreift oder gestritten?
Florian Clauß
1:05:42–1:05:43
Ich meine geschnitten.
Micz Flor
1:05:44–1:05:44
Ah.
Florian Clauß
1:05:46–1:05:51
Okay, also dann bis zum nächsten Mal, macht's gut, tschüss.

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"Oh, the sound is thin and the sound is cheap. Like a tin can falling on a dead-end street. Fender Stratocaster" Jonathan Richman 1989

Diese Folge ist anders als alles, was Flo erwartet hat. Micz trägt Liedtexte des Singer-Songwriters und Proto-Punkers Jonathan Richman vor, speziell "Fender, Fender, Fender" und "The Fender Stratocaster". Die wahrscheinlich bekannteste und beliebteste E-Gitarre ever, inzwischen über 70 Jahre alt (1954), beschreibt Richman passend: "Everythin’ your parents hated about rock ’n’ roll (...) Wangin’ and a twangin’, sounding so tough (...) And the kids in my corner, they can’t get enough. Fender Fender Fender". In dieser Episode reden wir darüber, wie Fender unter neuem Leadership ihre Community verstört, und über das vielleicht wichtigste "Gitarrenurteil" des Jahres. Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass die Korpusform der Fender Stratocaster als urheberrechtlich geschütztes Werk der angewandten Kunst gelten kann. Konkret ging es um einen chinesischen Hersteller, der Strat-Kopien über AliExpress in die EU verkauft hatte – der jedoch gar nicht vor Gericht erschienen ist. Das Urteil ist also ein "Versäumnisurteil", zu einer Verhandlung kam es nicht. Dabei kommen wir nicht umhin, einen Blick auf die Geschichte von Fender zu werfen. Legende Leo Fender verkaufte das Unternehmen bereits 1965. Heute gehört es mehrheitlich zur Servco-Gruppe, die während des Corona-Lockdowns massiv vom weltweiten Gitarrenboom profitierte. Wir diskutieren die Frage, ob die Branche die außergewöhnliche Nachfrage der Pandemie möglicherweise überschätzt hat und ob die aktuelle juristische Offensive auch vor dem Hintergrund eines schwächeren Marktes nach dem Boom betrachtet werden sollte (ausdrücklich eine Hypothese, keine belegte Tatsache). Fragt man die Kund:innen und die Gitarren-Community, dann gibt es zwar Verständnis dafür, gegen eindeutige Plagiate vorzugehen, aber auch viel Unmut über das rabiate Vorgehen mit Abmahnungen gegen kleine Hersteller:innen, Drohungen im sechsstelligen Euro-Bereich und Aufforderungen, Gitarren zu zerstören. Gehört die Stratocaster wirklich Fender allein – oder ist diese Gitarre nach 70 Jahren längst Gemeingut?

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:02–0:00:07
Die Vermutung ist eher, dass während des Lockdowns dann die relativ neue Firma,
0:00:07–0:00:13
die es 2020 übernommen hat, gesagt, ey, das läuft ja wie geschnitten Brot, kauft Lagerräume,
0:00:14–0:00:21
produziert Gitarren in Mexiko, in Indonesien und dann haben die die Lager vollgebaut,
0:00:21–0:00:24
vollgemacht und werden das Zeug jetzt nicht los.
0:00:31–0:00:34
Ja, du sagst an, oder?
Florian Clauß
0:00:34–0:00:39
Ja. Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast Episode 107.
0:00:40–0:00:41
Kann das sein? Das stimmt.
0:00:42–0:00:51
107, genau. Letzte Episode hat Mitch uns noch mal vertieft über Marc Solms und,
0:00:51–0:00:56
seine Gedanken zu Bewusstsein erläutert.
0:00:56–0:01:01
Und wir hatten auch schon einen kleinen Ausblick gehört, dass heute Marc Solms
0:01:01–0:01:02
und, ich habe den Namen vergessen.
Micz Flor
0:01:02–0:01:03
Carl Fristen.
Florian Clauß
0:01:03–0:01:05
Carl Fristen, genau.
Micz Flor
0:01:05–0:01:06
Fristen.
Florian Clauß
0:01:06–0:01:11
Fristen zusammen gedacht werden und ich guck mal, ich hätte so eine Tour geplant.
Micz Flor
0:01:11–0:01:13
Aber der Mariannenplatz ist doch direkt da vorne.
Florian Clauß
0:01:13–0:01:14
Wollen wir da hingehen?
Micz Flor
0:01:14–0:01:15
Ja, das habe ich gedacht, wir gehen da hin.
Florian Clauß
0:01:15–0:01:18
Ich dachte, wir stimmen jetzt nochmal Turnstein und Schärmen an, aber...
Micz Flor
0:01:18–0:01:20
Das können wir ja machen, aber du kannst nochmal sagen jetzt.
Florian Clauß
0:01:21–0:01:27
Wir beginnen unsere tour marianplatz aber lass mich doch das so ich finde das
0:01:27–0:01:29
völlig okay ich muss nicht,
0:01:35–0:01:35
ja mit,
0:01:38–0:01:44
ich meinte ja schon dass durch die letzten episoden wir haben das ja das Bewusstsein,
0:01:44–0:01:49
aus verschiedenen philosophischen und spirituellen.
Micz Flor
0:01:49–0:01:53
Da brechte ich ganz kurz, was unsere Hörer schon wissen. Du weißt es noch nicht,
0:01:53–0:01:57
aber die haben die Überschrift gelesen. Wir haben heute ein anderes Thema.
0:01:58–0:02:00
Und die Hörer wissen, was es ist, aber du weißt es noch nicht.
0:02:01–0:02:05
Und deshalb fange ich jetzt einfach mal an.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:08
Mein Freund Mensch fange ich jetzt einfach mal an.
0:02:09–0:02:12
Guck mal, da ist ein großes Loch, aber das siehst du noch nicht.
0:02:12–0:02:14
Das ist Speedart. Probier das mal aus.
Micz Flor
0:02:17–0:02:19
Ich fange einfach mal an, du musst dich da ein bisschen reinschauen,
0:02:19–0:02:21
aber ich glaube, als Thema wird es dich auch interessieren.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:27
Oh, du machst jetzt auch so einen Sprung ins Schwimmbecken mit kaltem Wasser.
Micz Flor
0:02:27–0:02:31
Mit kaltem Wasser, genau. Rein mit dir kennst du Jonathan Richman.
Florian Clauß
0:02:31–0:02:32
Nee.
Micz Flor
0:02:33–0:02:38
Das ist so ein, könnte man sagen, Singer-Songwriter, so Punk, Post-Punk.
0:02:38–0:02:45
Der hat immer so auch so niedliche Lieder gemacht wie I'm a little dinosaur.
Florian Clauß
0:02:45–0:02:46
Ja, das kenne ich.
Micz Flor
0:02:49–0:02:53
Er schaut sich solche Dinge an und beschreibt sie dann eigentlich.
0:02:53–0:02:55
Zum Beispiel auch Pablo Picasso.
0:02:56–0:02:59
Jetzt werden wir gerade von hinten angesprochen, den lassen wir mal vorbeigehen.
0:03:03–0:03:08
Dann sagt er zum Beispiel über Pablo Picasso Well, some people try to pick up
0:03:08–0:03:11
girls and get called assholes.
0:03:11–0:03:14
This never happened to Pablo Picasso.
0:03:14–0:03:19
He could walk down your street and girls could not resist his stare.
0:03:19–0:03:24
And so Pablo Picasso was never called an asshole. Das ist quasi sein Text.
0:03:24–0:03:28
Also du merkst, das ist so sehr deskriptiv, so sehr an der Oberfläche mit so
0:03:28–0:03:31
Twists und Gedanken. Also er ist schon spürbar, was er so denkt,
0:03:32–0:03:33
aber es ist immer so deskriptiv.
0:03:34–0:03:37
Oder I'm a little airplane, da wird es noch fast schon naive Kunst,
0:03:37–0:03:40
wenn er sagt Well, I'm a little airplane, nioh,
0:03:41–0:03:45
I'm a little airplane, nioh, nioh, I'm a little airplane, nioh Ich sing es jetzt
0:03:45–0:03:48
nicht, aber es sind immer so einfache Rock'n'Roll-Sachen,
0:03:50–0:03:55
Wangety-wang, wangety-wang, I'm a little airplane, nioh, I fly in the dark over
0:03:55–0:04:00
the baseball park I fly at night, I got a little red light, wangety-wang,
0:04:00–0:04:02
wangety-wang, I'm a little airplane, you know,
0:04:03–0:04:08
Ist auch da wieder so ein Airplane, Dinosaur, Pablo Picasso und jetzt kommen
0:04:08–0:04:11
wir, weshalb ich den nehme, in unser Thema hinein ganz langsam.
0:04:12–0:04:16
Soll ich dir vorhin sagen, dass es sich hier um eine Stromgitarren-Folge handelt?
Florian Clauß
0:04:17–0:04:18
Nein, wirklich?
Micz Flor
0:04:19–0:04:22
Ich konnte dem nicht widerstehen, das Wetter ist so Stromgitarik.
0:04:22–0:04:24
Auch wenn Chris nicht hier ist.
0:04:25–0:04:30
Aus dem Jahr 1989, John Anderson Richmond, Fender Stratocaster.
0:04:31–0:04:36
Aus aktuellem Anlass. Es wird nachher um Copyright gehen, um die Frage,
0:04:36–0:04:38
was ist Kunst, was ist Marke.
0:04:38–0:04:41
Und ich glaube, dass es dich auch als Thema interessieren wird.
Florian Clauß
0:04:41–0:04:46
Du unterbrichst unseren Bewusstseins-Stream und kommst jetzt so quergeschossen
0:04:46–0:04:48
mit einer Stromgitarren-Folge.
Micz Flor
0:04:48–0:04:52
Ja, aber das ist ja diese Marc-Solm-Sache. In dem Moment, wenn so quasi von
0:04:52–0:04:56
unten fast schon sowas wie die Blase oder der Hunger drückt.
Florian Clauß
0:04:57–0:04:59
Was machen wir jetzt mit Friston und Marc-Solm?
Micz Flor
0:04:59–0:05:00
Der kommt noch.
Florian Clauß
0:05:00–0:05:01
Der kommt nächste Folge.
Micz Flor
0:05:01–0:05:05
Aber auf jeden Fall. Jonathan Richmond, The Fan der Stratocaster.
0:05:05–0:05:08
Ich kann das jetzt auch nicht singen, weil er singt auch so ein bisschen,
0:05:08–0:05:11
wie ich das vorhin versucht habe. Aber ich lese es einfach mal sofort.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:15
Ja, aber ich kann nicht nur kurz eine Bebilderung machen von dem,
0:05:15–0:05:16
was ich jetzt gerade gehört habe.
0:05:16–0:05:23
Das klingt für mich wie so ein Indie-Strichzeichen-Comic. So einfachen Strichen
0:05:23–0:05:28
und so schlechten, also so ein bisschen wie Hab-mich-lieb-Charakter.
0:05:28–0:05:35
Die sind dann so ganz einfach und ein bisschen schmutzig, aber irgendwie sehr, sehr klar in der...
0:05:36–0:05:37
In der Richtung, sag ich mal.
Micz Flor
0:05:37–0:05:41
Ja, Jonathan Richmond ist den meisten vielleicht noch bekannt aus dem,
0:05:42–0:05:47
wie heißt das nochmal, A Girl Called Mary oder sowas mit Cameron Diaz.
Florian Clauß
0:05:47–0:05:50
Ja, nee, aus den 90ern.
Micz Flor
0:05:50–0:05:51
Ja, ja, ja.
Florian Clauß
0:05:51–0:05:54
War das, na, das war nicht A Girl Called Mary.
Micz Flor
0:05:54–0:05:56
Something About Mary.
Florian Clauß
0:05:56–0:06:02
Nein, nein, nein, nein. Okay, gut. Nein, der hieß ja anders. und dann gibt es immer so,
0:06:04–0:06:08
Zwischenspiele, wo dann halt so eine Band dann halt so singt oder.
Micz Flor
0:06:08–0:06:09
So ein Typ mit der.
Florian Clauß
0:06:09–0:06:10
Gitarre im Baum sitzt genau.
Micz Flor
0:06:10–0:06:15
Genau, genau das ist Jonathan Richmond das ist quasi sein Claim to Fame für den größeres Publikum,
0:06:16–0:06:19
und ich bin jetzt auch kein Jonathan Richmond Experte aber er kommt halt schon
0:06:19–0:06:24
aus so einer Punk Attitüde, weißt du aber eben nicht laut, sondern eher so Folk
0:06:24–0:06:28
Punk vielleicht, keine Ahnung steht da mit seiner Wandergitarre da und singt,
0:06:30–0:06:33
Und das Schöne bei ihm ist, dass er wirklich,
0:06:33–0:06:38
also er wirkt so völlig unberührt von der Tatsache, dass er auf einer Bühne
0:06:38–0:06:40
ist, aber gleichzeitig ist es schon irgendwie klar und spürbar,
0:06:40–0:06:41
dass er ein Künstler ist.
0:06:41–0:06:45
Aber wie du sagst, das sind so Strichzeichnungen, das ist wirklich so.
0:06:45–0:06:47
Und er sagt über die Fender Stratocaster, sagt er.
0:06:49–0:06:53
Born in the 50s, looking so bold, Fender Strattocaster.
0:06:54–0:06:57
Everything your parents hated about Rock'n'Roll, the Fender,
0:06:57–0:07:00
Fender, Fender. Ich singe jetzt doch ein bisschen.
0:07:00–0:07:05
Wanging and twanging, sounding so tough, Fender Strattocaster.
0:07:05–0:07:09
And the kids in my corner, they can't get enough, Fender, Fender, Fender.
0:07:10–0:07:13
Und dann singt er so weiter. Und da unten noch so ein bisschen Like,
0:07:13–0:07:15
also diese Beschreibung. Er versucht ja so Analogien zu finden,
0:07:15–0:07:18
wofür die Fender Strattocaster steht.
0:07:18–0:07:23
Like gasoline in the sand Fender Stratocaster Like a motorcycle at the hot dog
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stand Fender Fender Fender Oh and the sound so,
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thin It's barely there Like a bitchy girl who just don't care Fender Stratocaster,
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Well that's something about that sound Like woo woo Ginsburg At the jukebox
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joint You hear the sound and you get the point,
0:07:42–0:07:46
Wow Also irgendwie Das ist eine Hymne Ja es ist ein Monolith für diese Gitarre
0:07:46–0:07:49
Und natürlich, wenn er das singt, ja, und er merkt halt einfach,
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die Gitarre ist so da und die Fender Stratocaster,
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ich weiß gar nicht, 54 oder 55 wurde die entwickelt von Leo Fender.
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Es gibt zum Beispiel diesen tollen Podcast 500 Songs von Andrew Hickey.
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Und in diesem Podcast Five Funnels Songs, da gibt es auch eine Folge,
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die beschreibt, wie auch in den 50er Jahren jemand von einer damals berühmten
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britischen Band darauf wartet, dass endlich die Fender Stratocaster,
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über den großen Teich, wie wir in Deutschland sagen, kommt.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Ja, willst du nochmal für unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht sagen,
0:08:26–0:08:30
Stromgitarre, Fender, Stratocaster, also ein kurzes Recap machen?
Micz Flor
0:08:31–0:08:35
Ich bin ja gerade mitten da drin, oder? Was es ist, soll ich die Gitarren nochmal erklären?
Florian Clauß
0:08:35–0:08:40
Ja, nochmal kurz erklären, weil manche konnten das vergessen haben oder auch nicht wissen.
Micz Flor
0:08:41–0:08:46
Also die Fender Stratocaster kam damals aus Amerika, entwickelt von Leo Fender.
0:08:47–0:08:51
Und es gab schon E-Gitarren vorher, aber so the cool kid on the block in der
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Zeit 50er Jahre war dann auf einmal Leo Fender. Vor allen Dingen auch deshalb,
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weil der hat Gitarren hergestellt, wo die Hälse an den Körper angeschraubt wurden mit vier Schrauben.
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Oder später mal drei, dann wieder vier und bei anderen ja heutzutage fünf, das ist nicht unüblich.
0:09:08–0:09:12
Und die war relativ straight, also einfach so ein Brett und ein Hals.
0:09:12–0:09:15
Dann konntest du zusammenschrauben und dann gab es halt so andere Firmen,
0:09:15–0:09:18
wie zum Beispiel die Gibson, die hatten ein Modell Les Paul.
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Les Paul war auch ein Musiker, nachdem war das genannt. Heute kennen mehr Leute
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das Gibson Les Paul Modell, den Musiker kennen die Leute nicht mehr so.
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Verlinke ich einmal in die Shownotes vielleicht.
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Und die zum Beispiel wäre so gebaut, dass der Hals eingeleimt war.
0:09:35–0:09:40
Und oben der Kopf, wo die Seiten aufgezogen werden und gestimmt wird,
0:09:40–0:09:44
der war so schräg und die war so ein bisschen fragil. Es gibt immer wieder mal
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so, dass der Kopf abbricht, weil die umfällt.
0:09:47–0:09:50
Das heißt, dann musstest du irgendwie alles in Anführungszeichen wegschmeißen
0:09:50–0:09:52
oder leimen lassen. Das kriegst du nicht mehr so richtig hin.
0:09:52–0:09:57
Und die Fender konntest du einfach mit einem Schraubenzieher vier Schrauben
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öffnen, einen neuen Hals dann machen, zuschrauben, fertig.
0:10:00–0:10:02
Und vom Sound her?
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Der Sound der Zeit war anfangs erst mal der Single Coil Sound,
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wer möchte kann dann irgendwie...
Florian Clauß
0:10:10–0:10:14
Auch hier unten rechts seht ihr die verlängten Episoden.
Micz Flor
0:10:14–0:10:16
Da haben wir ganz viel gemacht.
Florian Clauß
0:10:16–0:10:20
Das Single Coil, Humbucking-Effekt und so weiter. Abonniert unseren Kanal auf YouTube.
Micz Flor
0:10:24–0:10:28
Ursprünglich gab es die Esquire, das war eine der ganz frühen Telecaster-Modelle,
0:10:29–0:10:32
die hatte nur ein Pickup drin und dann gaben die Telecaster,
0:10:32–0:10:34
die hat der zweite, das ist jetzt ein bisschen vereinfacht gesagt,
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weil Namen dann sich irgendwie immer wieder auch nicht nach den Pickups richteten,
0:10:40–0:10:43
aber es gab dann die Telecaster und dann später auch die Stratocaster.
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Und die Stratocaster hat da so ein paar besondere Twists.
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Eine Sache, die sie hat zum Beispiel, ist sie hat drei Single-Coil-Tonabnehmer.
Florian Clauß
0:10:54–0:10:57
Warum heißt es Single-Coil, wenn drei das?
Micz Flor
0:10:58–0:10:58
Genau.
Florian Clauß
0:10:59–0:11:00
Drei-Coil.
Micz Flor
0:11:00–0:11:06
Ja, Single-Coil, das stimmt. Also du konntest jeden Einzelnen ansteuern,
0:11:06–0:11:09
weil der Sound von der...
0:11:10–0:11:12
Also es ist interessant, weil wir machen jetzt so eine Basics-Folge draus.
0:11:12–0:11:16
Das ist eigentlich eher so, ich dachte, du bist ja schon ein bisschen weich. Ich bin aber ganz vorne.
0:11:18–0:11:22
Ich sage jetzt, ich mache es mal so, ich sage mal eher, warum die Pinderstrette-Kaste
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besonders ist und ich nehme eine Folge mit dir.
Florian Clauß
0:11:25–0:11:28
Ich meine, das ist vier Jahre her, dass du mir darüber was erzählst.
Micz Flor
0:11:28–0:11:29
Dass du mir nicht zugehört hast.
Florian Clauß
0:11:30–0:11:37
Nein, dass du mir darüber... Das ist halt auch alles so gleich abzurufen. Kostet Energie.
Micz Flor
0:11:37–0:11:38
Kostet Energie.
Florian Clauß
0:11:38–0:11:39
Weißt du, weil Max war es.
Micz Flor
0:11:39–0:11:46
Was wir wissen müssen ist, es ist eine neue Gitarre, eine neue Erfindung,
0:11:46–0:11:49
hat so ein paar extra Tweaks drin.
0:11:51–0:11:55
Ganz praktisch, man kann den Hals abschrauben. Sie hat auch so einen Hebel unten
0:11:55–0:11:58
dran, also ein Tremolo, was immer auch Vibrato genannt wird,
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wo man so draufdrücken kann und gehen die Seiten runter in der Stimme.
Florian Clauß
0:12:03–0:12:05
Das habe ich mir gemerkt.
Micz Flor
0:12:06–0:12:10
Und dann gibt es diesen, ich glaube sogar am Anfang war es ein Three-Way-Switch,
0:12:10–0:12:15
wo man die Single-Cost einzeln einstellen konnte, den ganz hinten.
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Da, wo die, also ganz am Ende der Saiten, der klang so am schärfsten,
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weil die Saiten da relativ wenig schwingt. Also es ist nicht viel Dynamik,
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da ist eher so ein An-Off-Gefühl, das ist so ein sehr beißender Sound.
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Und dann vorne am Hals, das ist dann der dritte, da ist eher so ein offener, blusiger Sound.
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Und dann gab es noch diesen Middle-Pick-Up, der, ja, klingt in der Tat so ein
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bisschen wie dazwischen.
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Also der hat so einen guten Punch, aber ist jetzt nicht so super hart.
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Und dann war interessanterweise so eine Weiterentwicklung von Fender,
0:12:50–0:12:52
ja, Listen to the Customer, da hat das viele,
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GitarristInnen dann gemerkt haben, wenn man diesen Drei-Positions-Schalter so
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in die Mitte stellt, dann gibt es so einen Punkt, wo dann zwei Tonabnehmer gleichzeitig an sind.
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Und das hat nochmal so einen besonderen Sound gegeben.
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Und das haben viele dann so eingesetzt, um halt die Bandbreite,
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das haben sie noch ein bisschen zu erweitern. Und das wurde dann auch von Fender
0:13:13–0:13:15
übernommen, das haben die dann damit reingebaut.
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Und haben dann auch noch angefangen.
0:13:21–0:13:26
Diese Wicklung der Tonabnehmer so zu gestalten, dass du diesen Middle Positions,
0:13:26–0:13:30
also wenn du den ganz hinten und Mitte hast oder ganz vorne und Mitte gleichzeitig
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ein hast, dass du da diesen Humbucking-Effekt bekommst.
0:13:33–0:13:36
Also dass die nicht so brummen, wenn du auf der Bühne stehst.
0:13:36–0:13:39
Das hatte der Defender dann auch noch mit hinein entwickelt.
Florian Clauß
0:13:40–0:13:44
Ganz kurz zur Verortung. Wir gehen jetzt in die Adelbertstraße.
0:13:44–0:13:50
Da hinten ist ein ganz leckeres Restaurant, also die haben auch eine Abendkarte,
0:13:50–0:13:51
kann ich sehr empfehlen.
Micz Flor
0:13:52–0:13:55
Aber wir werden nicht bezahlt, dass die Leute denken, wir fangen jetzt langsam
0:13:55–0:13:57
an hier Werbung einzuschleifen.
Florian Clauß
0:13:58–0:14:00
Aber die haben ein super geiles Humus.
Micz Flor
0:14:01–0:14:02
Ja, die haben leckere Sachen.
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Und ich finde es auch ganz schön gestaltet, weil das ist so ein Raum,
0:14:08–0:14:10
wo man auf den ersten Blick denkt, da kriegst du keine Gemütlichkeit hin.
0:14:10–0:14:14
Das haben sie auch nicht wirklich gemütlich gemacht, aber es bleibt irgendwie
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funktional, aber es ist sehr angemündigt.
Florian Clauß
0:14:16–0:14:20
Die haben das gelöst mit diesem Schaumstoff in der Decke und dann,
0:14:20–0:14:23
weil das auch ein sehr großer Raum ist, du hast nicht das Hallige.
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Das haben die ganz gut da rausgenommen, dass man sich dann halt auch irgendwie
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so an Tischen noch ordentlich unterhalten kann. Und die haben so eine Kompostiermaschine.
Micz Flor
0:14:32–0:14:34
Ja, die habe ich auch schon gesehen.
Florian Clauß
0:14:34–0:14:34
Bertha.
Micz Flor
0:14:35–0:14:42
Ja, stimmt. Dicke Bertha. Ein bisschen martialische Analogie, aber lustig.
Florian Clauß
0:14:42–0:14:47
Guck mal, hier sind die Zeichen neu gemalt. Das müssen wir auch dokumentieren. So, jetzt weiter.
Micz Flor
0:14:48–0:14:52
Ja, weiter im Text. Also jetzt wissen wir ein bisschen.
Florian Clauß
0:14:52–0:14:55
Wie diese... Danke, Mitch, für die Erinnerung. Wir streifen jetzt wirklich vier
0:14:55–0:14:57
Jahre Stromgitarrenfolge.
Micz Flor
0:14:57–0:15:04
Ja, du bist auch gleich drin und erzählst uns, wie man Restaurants mit Decken
0:15:04–0:15:07
abhängt. Also dieses Soundthema greifst du gleich auf.
Florian Clauß
0:15:07–0:15:12
Ja, stimmt, das ist mir gar nicht aufgefallen. Aber danke, dass du mich so als Kooperativ warst.
0:15:12–0:15:16
Und nicht wieder wegläufst und mit dir alleine redest.
Micz Flor
0:15:16–0:15:19
Was auch schon für die, die es nicht wissen. das auch mal passiert,
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weil wir mussten fertig werden und Flo hat gesucht, wo der Weg lang ist und
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ich habe einfach einen Monolog gehalten.
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Jetzt, wo ihr es wisst, könnt ihr mal, schreibt uns mal, wenn ihr rausfindet, wo das wohl war.
Florian Clauß
0:15:32–0:15:34
Ja, in Lichtenberg.
Micz Flor
0:15:36–0:15:40
Und diese Fender, wie gesagt, die war sehr, sehr beliebt. Buddy Holly ist zum
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Beispiel jemand, der die gespielt hat.
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Der ist fast ikonisch auch mit dieser Gitarre verbunden.
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Und in England, wie ich vorhin schon angedeutet habe, ich glaube,
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es waren die Yardbirds, aber ich glaube nicht.
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Ich weiß es nicht mehr. Aber irgendein Gitarrist hat dann so drauf gewartet.
0:15:56–0:16:00
Und dann hat man in England darauf gewartet, dass die erste Fender Stratocaster,
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die Musikszene aufmischt.
0:16:03–0:16:09
Leute wie Eric Clapton haben dann auch aus Amerika sich Fender Stratocasters mitgebracht.
0:16:10–0:16:12
Und das finde ich auch irgendwie interessant, so in diesem Zeitgefühl,
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dass dann so eine Gitarre aus den 50ern, späten 50ern, die wurde dann Anfang
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der 60er schon als früher so umgebaut, zusammengebaut.
0:16:23–0:16:26
Und das war halt nicht mal so zehn Jahre her, so wie wenn ich jetzt eine Gitarre
0:16:26–0:16:27
von vor zehn Jahren kaufen würde.
0:16:28–0:16:32
Da würde ich nie das Gefühl haben, das ist schon eine alte. Aber wenn man von heute in diese,
0:16:32–0:16:35
Zeit reinguckt, dann ist eben die ganz frühe Entwicklung von diesen Gitarren,
0:16:35–0:16:40
die haben noch andere Pickups, die sind anders gewickelt, manchmal stärker gewickelt
0:16:40–0:16:43
und dann wurde auch immer wieder so ein bisschen angepasst.
Florian Clauß
0:16:43–0:16:45
Ja, das ist ja interessant, weil das wirklich so, glaube ich,
0:16:45–0:16:50
bei allgemeinen Technologieentwicklungen, wenn dann eine neue Technologie,
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dann gibt es halt ganz viele kleine Start-ups, die dann halt irgendwie so versuchen,
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dann die Idee zu entwickeln und zu diesem Global Player zu werden.
0:16:58–0:17:01
Und das filtert sich ja dann erst nach fünf bis zehn Jahren.
0:17:01–0:17:02
Dann bleiben halt die Einzigen übrig.
0:17:03–0:17:06
Und dann kommen wahrscheinlich noch mal so irgendwelche spezielleren Sachen,
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die dann halt damals entwickelt wurden. Wie jetzt zum Beispiel Dreamcast dann.
0:17:11–0:17:15
In der Spielkonsole. Die hatten ja nur eine Spielkonsole.
0:17:15–0:17:18
Und sind ja nie irgendwo. Dann haben die den Markt aufgemischt.
0:17:18–0:17:20
Aber gleichzeitig kriegt das wieder so ein Kultobjekt.
Micz Flor
0:17:20–0:17:27
Ja. Die Fender Stratocaster. wie viele dinge aus der zeit wurden die halt einfach
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verkauft und diese idee von markenrecht schützen und,
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und design schützen und so dass das wurde nicht so ernst genommen.
Florian Clauß
0:17:36–0:17:42
Ja und das ist eines meiner lieblings wir,
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gucken jetzt wirklich in die flucht zum koti auf der adelwald straße ich habe
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gerade ein foto gemacht und an diesem haus das dann halt dieses diesen kott
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das Conti umrahmt, steht er nur mit nervösen Buchstaben in der Uhr. A, B, H, S.
Micz Flor
0:17:57–0:18:00
Ja, das ist aber schon ewig.
Florian Clauß
0:18:00–0:18:05
Das ist, glaube ich, eines der heiligen Graffitis, die niemals übermalt werden,
0:18:05–0:18:07
weil alle das total respektieren.
Micz Flor
0:18:07–0:18:11
Ja, und jetzt keiner mehr aufs Dach kommt, als die Türen ausgetaucht wurden.
0:18:12–0:18:15
Warum spreche ich jetzt gerade über Fender?
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Weil Fender hat vor, wenn ihr das hört, wahrscheinlich zwei,
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drei Monaten, ein Gerichtsverfahren in Düsseldorf, Deutschland gegen eine chinesische Firma geschlossen.
0:18:30–0:18:32
Gewonnen, in Anführungszeichen.
Florian Clauß
0:18:32–0:18:36
Aber das ist nicht dieser Kraftwerkstreit, der war da auch neulich so,
0:18:36–0:18:38
wo die dann angeblich eine Einigung hatten.
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Oder so einen, so einen, weiß ich nicht, so einen,
0:18:43–0:18:47
Ballermann-DJ, ist ein bisschen abwertend, aber der hat auch ein Sample von
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Kraftwerk genommen. Dieser Gerichtsstreit über Copyright ist auch jetzt irgendwie 20 Jahre alt.
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Man dachte, man hätte jetzt eine Einigung, aber es ist wieder gekippt worden.
0:18:56–0:18:59
Also weil du gerade Copyright gesagt hast. Aber erzähl weiter.
Micz Flor
0:19:02–0:19:07
Die hatten ein Gerichtsverfahren, haben geklagt gegen chinesische Firma,
0:19:07–0:19:10
die Kopien dieser Gitarre herstellt.
0:19:10–0:19:14
Und soweit ich weiß, ich habe das Original jetzt nicht gelesen,
0:19:14–0:19:18
soweit ich weiß, war das ein Hersteller, der wirklich eben auch das Logo oben
0:19:18–0:19:22
auf dem Kopf mit kopiert hat. Der wirklich quasi One-to-One-Copies,
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also Fakes sozusagen hergestellt hat.
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Und diese chinesische Firma ist aber zum Gerichtstermin nicht erschienen und
0:19:29–0:19:30
hat sich auch nicht verteidigt.
0:19:31–0:19:35
Und was ich auch nicht wusste, vielleicht wusstest du das, wenn man nicht erscheint,
0:19:36–0:19:39
dann kann das Gericht ein Versäumnisurteil erlassen. Das heißt,
0:19:39–0:19:43
in dem Fall heißt es, Fender hat in allen Punkten wohl Recht bekommen.
0:19:44–0:19:46
Obwohl einfach nur die Gegenpartei nicht erschienen ist.
Florian Clauß
0:19:47–0:19:50
Das ist interessant, weil du das jetzt gerade ansprichst mit Fender,
0:19:50–0:19:53
weil ich habe mich gefragt, ob Fender eine deutsche Firma ist,
0:19:53–0:19:57
Weil das irgendwie, warum wird das jetzt in Düsseldorf ausgefochten, aber,
0:19:58–0:20:01
wenn da ist eine amerikanische Firma, davon können wir glaube ich ausgehen aufgrund
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der Historie von der Gitarren, die sie da mitbringt.
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Aber in Deutschland, in Düsseldorf ist nämlich...
0:20:11–0:20:16
Das renommierteste Gericht für Patent- und Markenrechtsstreitigkeiten.
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Und deswegen werden da viele Prozesse, solche Prozesse geführt.
Micz Flor
0:20:20–0:20:21
Ah, okay, das wusste ich auch nicht.
Florian Clauß
0:20:21–0:20:28
Ja, das ist mir neulich auch begegnet in anderen Konstellationen, aber ja.
Micz Flor
0:20:29–0:20:35
Also der Hintergrund ist der, dass die einmal in Amerika bei dem Versuch,
0:20:35–0:20:41
Defender Stratocaster, die Körperform, die Korpusform für sich zu sichern und
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dass sie die sozusagen lizenzieren könnten.
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Da wurde geurteilt, dass das jetzt so viele Jahrzehnte her ist,
0:20:51–0:20:52
das war glaube ich Anfang der Nullerjahre,
0:20:53–0:20:58
dass einfach, wenn jemand sagt E-Gitarre, dann wird die gemalt.
0:20:58–0:21:02
Die ist quasi sozusagen auf einer, in Anführungszeichen, symbolischen Ebene,
0:21:02–0:21:05
sowas wie Public Domain. das ist einfach das Bild einer Gitarre,
0:21:05–0:21:07
die können das jetzt nicht mehr nach Jahrzehnten machen.
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Und es ist auch wirklich so, dass es ein unfassbar großer Markt ist,
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Stratocaster-Kopien herzustellen.
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Du kennst ja vielleicht mal ein Projekt noch Kuckuckaster, wo ich so ganz viele
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Anleitungen, die ich jetzt auch aufgrund des Anlasses nochmal so ein paar rausposte,
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weil ich es so lustig finde.
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Mein eigenes Projekt finde ich lustig, ja so ist es. Es ist lustig,
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schaut es euch an auf Instagram.
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Weil Kuckuckassa ist halt, okay, schneide einfach, weil ich fand die Stratokasse
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immer hessig, schneide einfach Sachen weg und dann kommt innen drin was Schönes zum Fortschreiben.
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Und jetzt ist es absurde, dass Fender angefangen hat, nach diesem gewonnenen
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Urteil in Düsseldorf, so Seas and Desist, also so Abmahnungen an alle möglichen
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kleinen Gitarrenhersteller zu schicken.
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Und inzwischen auch in Amerika und inzwischen auch großen Konkurrenten,
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Konkurrentinnen, muss man das bei Firmen sagen, weiß ich nicht.
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Weil die denken, jetzt haben wir dieses Urteil und ich habe auf Instagram auch
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mal einen deutschen Gitarrenbauer dann gesagt, okay, hier ist es und hältst
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du in die Kamera, Fender hat mir geschrieben,
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500.000 Euro Strafandrohung, wenn ich nicht sofort aufhöre, diese Gitarren herzustellen.
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Wenn ich nicht alle Gitarren, die ich noch in Stock habe, vernichte.
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Und sie wünschen sich, dass ich auch die Liste der Kunden rausgebe,
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damit die ihre Gitarren von mir gekauft auch zurückgeben müssten.
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Das ist total over the top.
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Und der rechtliche Hintergrund ist auch, es wird sehr spekuliert,
0:22:45–0:22:49
ob ein Säumnisurteil, was nur, weil die Gegenseite nicht da kam,
0:22:49–0:22:50
dass das wirklich so eine Macht hat.
0:22:50–0:22:57
Aber natürlich, wenn du Fender gegen dich hast und die dann so auf dich drauf
0:22:57–0:23:01
crunchen, da möchtest du ja, du kriegst dann wahrscheinlich gleich erstmal eine
0:23:01–0:23:04
Rechnung über 2000 Euro für die Rechtsansatzkosten.
0:23:04–0:23:06
Das heißt, du bist dann sofort mit dem Rücken zur Wand.
0:23:10–0:23:15
Und es ist interessant, es ist jetzt aber gerade relativ frisch.
0:23:15–0:23:17
Also wenn man es hört, ist es wahrscheinlich auch schon durch.
0:23:17–0:23:19
Vielleicht kann ich es dann auch noch unten verlinken.
0:23:20–0:23:27
Aber es gibt PRS, das ist auch einer der großen Big Player aus Amerika im E-Gitarrenmarkt.
0:23:27–0:23:34
Die haben eine Stratocaster Body Copy, der Kopf ist unterschiedlich,
0:23:34–0:23:39
aber die ist qualitativ so hochwertig und zuverlässig, weil bei Fender hört
0:23:39–0:23:40
man immer wieder auch mal,
0:23:41–0:23:46
dass dann die Gitarren, die da ankommen, manchmal auch einfach so nicht gut eingestellt sind.
0:23:46–0:23:50
Oder dann ist so eine typische Sache, so eine Montagsgitarre,
0:23:50–0:23:52
die läuft dann nicht so gut, die im Donnerstag sind die Besten so.
0:23:53–0:23:58
Und bei PRS ist halt wohl immer Top Standard, Top Innovation, perfekter Sound.
0:23:58–0:24:03
Und die ist gerade die beliebteste Stratocaster, weil Musikern,
0:24:03–0:24:06
die sich Dinge über 2000 Euro leisten können.
0:24:07–0:24:11
Und Fender versucht jetzt das irgendwie wieder zurückzuholen.
Florian Clauß
0:24:11–0:24:15
Dieses Top-Level, das rechts unten Modell, wie man so sagt. Aber das macht ja
0:24:15–0:24:16
die Firma nicht sehr sympathisch.
Micz Flor
0:24:16–0:24:20
Das ist dieses super Backlash, was gerade rum geht. Also wenn ich mal so eine
0:24:20–0:24:23
Skizze mache, was ich heute vorstellen wollte, ist genau das.
0:24:23–0:24:25
Das eine ist halt diese Fender Stratocaster Innovation.
0:24:26–0:24:30
Dann hatten die und das ist finde ich auch interessant hatten die einfach ein
0:24:30–0:24:34
geiles produkt der body war nicht geschützt über jahrzehnte wird es halt einfach
0:24:34–0:24:37
populär alle wollen sowas haben du kannst sie dann,
0:24:38–0:24:45
billig anbieter so ab 49 euro auch kaufen und jahrzehnte später kommen die um
0:24:45–0:24:48
die ecke sagen und jetzt wollen wir es zurück haben.
Florian Clauß
0:24:48–0:24:54
Die ja in investorengruppe die da gerade investiert hat und hat geguckt wo kriegen wir jetzt das geld.
Micz Flor
0:24:55–0:24:58
Es ist wirklich so, wie du sagst, es sind Investoren jetzt drin.
0:24:58–0:25:03
Also zehn Jahre lang oder über zehn Jahre hat Leo Fender die Firma selbst geführt
0:25:03–0:25:10
und dann, so hatte ich es im Artikel gelesen, hatte er von einem Arzt so gesagt bekommen,
0:25:12–0:25:17
dass er tödlich erkrankt sei und hat dann die Firma verkauft an CBS.
0:25:17–0:25:21
Und CBS hat 13 Millionen US-Dollar dafür gezahlt und er war raus.
Florian Clauß
0:25:21–0:25:23
Das ist ja eigentlich nicht vielen, oder?
Micz Flor
0:25:24–0:25:28
Ja, ich weiß nicht, man muss doch immer so Investitionen sporadieren und E-Gitarren
0:25:28–0:25:29
mag, das ist irgendwie schwer.
Florian Clauß
0:25:29–0:25:36
Aber man ist irgendwie so diese Milliarden Übernahmen von irgendwelchen Softwareunternehmen
0:25:36–0:25:39
gewohnt und dann denkst du, die machen Hardware, das ist überall in der Welt.
Micz Flor
0:25:39–0:25:41
13 Millionen kriegen wir so.
Florian Clauß
0:25:41–0:25:45
Als ob die einen Druckschalter erfunden haben. Das ist halt gerade mal so am
0:25:45–0:25:46
Wannsee eine Villa oder so was.
Micz Flor
0:25:46–0:25:48
Ja, genau, das stimmt.
0:25:48–0:25:52
20 Jahre lang hatte CBS das und die hatten dann versucht, das irgendwie zu zeigen.
0:25:52–0:25:53
Aber das war so ein bisschen wie Apple.
Florian Clauß
0:25:53–0:25:55
Okay, das war vor 20 Jahren.
Micz Flor
0:25:55–0:26:02
20 Jahren, 65, von 65 bis 85 hatten die das. Und das war so ein bisschen dieser Effekt, so wie...
Florian Clauß
0:26:02–0:26:05
Inflationsbereinigt ist ja dann total viel, 13 Millionen. Ich dachte,
0:26:05–0:26:06
das ist dann jetzt gewesen.
Micz Flor
0:26:08–0:26:12
Und so ein bisschen wie, du erinnerst dich an Apple, als Steve Jobs wegging.
0:26:13–0:26:16
Das ist genau das Gleiche, was da auch passiert ist. Also diese Gitarren aus
0:26:16–0:26:19
der Zeit, da wurden dann teilweise so Dinge rumgebaut, wo dann
0:26:19–0:26:22
ein Gitarrenkopf für eine zwölfseitige Gitarre, der so lang ist,
0:26:22–0:26:26
der wurde dann halt mit einem Body geschraubt, dann haben sie ein bisschen rumgespielt
0:26:26–0:26:29
und dann wollten sie auch Hamburger Pickups machen, aber die liefen nicht.
0:26:29–0:26:34
Also es war so eine Zeit, wo dann teilweise auch die Qualität nicht so gut war,
0:26:34–0:26:38
die Ideen nicht so gut waren, aber natürlich auch trotzdem einige dieser
0:26:38–0:26:41
Sachen, von denen dann wirklich nur 200 Stück gebaut wurden,
0:26:41–0:26:44
heute sehr viel wert sind, einfach weil es so Unikate sind.
Florian Clauß
0:26:45–0:26:47
Wenn man mit Apple vergleicht, das war ja die Zeit, wo dann halt auch Apple
0:26:47–0:26:52
dann quasi die Hardware rausgegeben hat. Und dann konnte UMAX oder so auf einmal
0:26:52–0:26:56
Apple dann Rechner herstellen, die viel günstiger waren.
0:26:57–0:27:00
Ich weiß nicht, ob das noch erinnert ist. Aber das war dann halt so,
0:27:00–0:27:03
da hat sich jeder diesen UMAX, oder ich glaube, die hieß den UMAX,
0:27:03–0:27:07
hat sich das dann halt geholt, weil der dann halt irgendwie besser von der Hardware war.
0:27:08–0:27:11
Aber die Mac-Software lief drauf, das Betriebssystem.
0:27:12–0:27:16
Aber es sah halt ganz schlimm aus. Es ging gar nicht.
Micz Flor
0:27:16–0:27:17
Es gab sogar mal.
Florian Clauß
0:27:17–0:27:19
Und dann hat man halt dieses,
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OSX, das 10er-System dann.
Micz Flor
0:27:24–0:27:29
Ja, ich glaube, es gab sogar mal einen Acer-Laptop oder so, wo man OSX draufsteht.
Florian Clauß
0:27:29–0:27:35
Ja, ich meine, gut, diese, nee, wir wollen jetzt nicht in eine Wecklohn-Geschichte einsteigen.
Micz Flor
0:27:36–0:27:39
Aber wir haben ähnlichen Effekten. Und dann gab es von Bill Schulz,
0:27:39–0:27:44
der früher bei Fender gearbeitet hat, 1985 den Buyout. Der hat sich quasi das
0:27:44–0:27:46
Produkt wieder zurückgeholt.
0:27:47–0:27:51
Aber seit 2020 ist eine neue Firma, die heißt Surfco.
0:27:52–0:27:57
Surfcore gehört jetzt Fender und das ist wohl ein hawaiianischer Familienkonzern,
0:27:58–0:28:01
keine Ahnung, wie das irgendwie dazu gekommen ist.
0:28:02–0:28:05
Aber das ist quasi der eine Teil, du hast so Innovationen am Anfang,
0:28:06–0:28:11
dann einfach gute Produkte herstellen, Produkte verkaufen, diese Idee von Copyright, also so.
0:28:13–0:28:16
Virtueller Besitz, also wie Marktgerecht, so ist nicht so ein Thema.
0:28:16–0:28:17
Die Marke wird dann verkauft.
0:28:17–0:28:22
Fender war dann übrigens nicht todkrank, hat die Firma verkauft und hat dann
0:28:23–0:28:26
wieder erfolgreich eine zweite Firma mitbegründet, Music Man,
0:28:26–0:28:30
die vor allen Dingen auch für Music Man Bässe sehr berühmt geworden ist.
0:28:30–0:28:38
Und dann hat er mit G&L, das ist ein Kollege Fullerton, George Fullerton,
0:28:38–0:28:42
glaube ich G, und L für Leo Fender, die haben dann zusammen auch noch eine Gitarrenfirma
0:28:42–0:28:43
gebaut, haben auch wieder,
0:28:45–0:28:47
viele Innovationen betrieben.
0:28:47–0:28:52
Ich habe so eine Reihe von Artikeln aus unterschiedlichen Quellen im Netz runtergeladen,
0:28:52–0:28:58
wo ich dann auch mal gehört habe, wie Leo Fender so ein bisschen was mit den Ohren hatte.
0:28:58–0:29:04
Und da hat die Sounds immer super grell gemacht, als ob er so hohe Frequenzen hier so gut gehört hat.
0:29:04–0:29:07
Das war öfter so, dass wenn er dann so Prototypen gezeigt haben.
0:29:07–0:29:13
Ja, ist toll, aber nicht so viel. Die Höhen runter. Und dann haben sie es gemacht.
0:29:13–0:29:17
Aber kurz bevor es in die Produktion ging, hat dann Leo nochmal wieder hingegangen
0:29:17–0:29:21
zum Conveyor Belt und hat gesagt, weißt du was, hier, nimm die, nimm die Tonabnehmer.
0:29:23–0:29:26
Also er hat dann aber eben auch so Dinger, ich glaube, das hat D&L,
0:29:26–0:29:31
die zum ersten Mal, du kannst dich erinnern, Hamburger Single Coil, die Diskussion.
0:29:31–0:29:37
Single Coil sind quasi einfach nur eine Kupferspule, vielleicht 8.000 Wicklungen,
0:29:38–0:29:45
um ein Magnet drumherum oder um kleine Magnetstäbchen.
0:29:45–0:29:49
Und wenn die Saite drüber schwingt, dann kommt da hinten eine Schwingung raus,
0:29:49–0:29:50
die wird verstärkt als der Gitarren-Sound.
0:29:51–0:29:55
Ein Single-Coil hat einfach einen sehr klaren, offenen, dynamischen Sound.
0:29:55–0:29:59
Du schlägst wenig an, kommt wenig raus, schlägst viel an, kommt viel raus.
0:29:59–0:30:02
Problem ist nur, Radio und alles brummt.
0:30:03–0:30:06
Und dann kam jemand auf die Idee, wir machen den Hamburger, wir nehmen zwei
0:30:06–0:30:11
von diesen Single-Coils, wo die Magnete genau gegenteilig sind und auch die
0:30:11–0:30:12
Wicklung genau andersrum ist.
0:30:13–0:30:17
Und dann ist es so, wenn ein Signal jetzt dann oder wenn ein Signal hergestellt
0:30:17–0:30:22
wird mit der schwingenden Seite, dadurch, dass die Spulen gegenläufig sind und
0:30:22–0:30:23
die Magnete gegenläufig sind,
0:30:24–0:30:31
ist es so, dass der Sound sich nicht gegenseitig auflöst, also nicht so Welle
0:30:31–0:30:35
auf Tal und sowas fällt, sondern der Sound bleibt bestehen.
0:30:35–0:30:40
Aber das Brummen durch diesen Flip von Magnet und Spule, das läuft gegen sich
0:30:40–0:30:41
selbst und löscht sich aus.
Florian Clauß
0:30:42–0:30:43
Das ist mal ganz schön,
0:30:45–0:30:49
plastisch beschrieben mit dem Bild von den Wellen, die dann so leicht...
0:30:50–0:30:52
Mit so einem Schüsselrand schwappen?
Micz Flor
0:30:52–0:30:54
Nein, das waren die Kondensatoren.
Florian Clauß
0:30:54–0:30:55
Ah ja, okay.
Micz Flor
0:30:56–0:30:57
Das war eine Folge.
Florian Clauß
0:30:57–0:31:02
Die war ein Mauerpark. Genau, das ist mir noch so im Gedächtnis geblieben,
0:31:02–0:31:04
weil das sehr plastisch war, das Bild.
Micz Flor
0:31:06–0:31:12
Hier ist es jetzt eher so, dass es geht darum, dass halt die eine Spule erzeugt
0:31:12–0:31:15
ein Signal, die andere Spule erzeugt auch ein Signal.
0:31:15–0:31:19
Und die Signale, wenn die sich mischen, sollen sich nicht gegenseitig auslöschen.
0:31:20–0:31:21
Was man ja bei so Kopfhörungen...
Florian Clauß
0:31:22–0:31:23
Ja, das Prinzip ist klar, ja.
Micz Flor
0:31:23–0:31:28
Und so wurden dann die Hamburger entwickelt. Und dann gab halt das Problem,
0:31:28–0:31:33
der Single-Coy, der hat halt so einen schönen Verlauf, so einen klaren Sound,
0:31:33–0:31:37
ist so offen und spricht so gut an auf wenig oder viel Anschlag.
0:31:37–0:31:41
Der Hamburger wiederum ist so gut, dass er nicht brummt. Und dann war es,
0:31:41–0:31:43
glaube ich, Leo Fender, der auch dann als erster die Idee hatte,
0:31:44–0:31:47
Ich habe eine Idee, wir machen so, wir machen die drei obersten Seiten,
0:31:47–0:31:51
kriegen eine Spule, die drei untersten Seiten, kriegen eine Spule, dann flippen wir die,
0:31:52–0:31:56
und dann haben wir quasi einen Humbug-Effekt, aber jede einzelne Seite schwingt
0:31:56–0:31:58
nur über eine Single-Coil-Spule.
0:31:59–0:32:02
Also solche Kniffe, die irgendwie, wenn man sie erstmal gehört hat,
0:32:02–0:32:04
dann denkt man, ah, ja, ganz einfache Idee.
0:32:05–0:32:08
Aber das waren Sachen, die dann Leo Fender immer so mit an den Tisch gebracht hat.
0:32:10–0:32:15
Also das war diese frühe Zeit, dann wurde Buyout, Leo Fender hat andere Sachen
0:32:15–0:32:19
gemacht und Leo Fender hat aber in diese Company von G&L, diese Company,
0:32:19–0:32:21
die jetzt inzwischen auch,
0:32:22–0:32:25
ja nicht pleite gegangen ist, aber die quasi aufgekauft wird,
0:32:26–0:32:31
in den Prozess pleite zu gehen, Konkurs anzumelden, von der gleichen Firma,
0:32:31–0:32:34
der auch schon Fender gehört.
0:32:34–0:32:41
Also die haben jetzt nicht nur Fender von CBS und dann so diese Firma übernommen,
0:32:41–0:32:47
sondern sie haben von G&L eben auch noch Rechte,
0:32:48–0:32:50
muss ich jetzt sagen, weiß nicht genau, was es ist, Rechte, aber Urheber und
0:32:50–0:32:54
sowas von Lio Fender, der Fender gegründet hat, mit.
0:32:54–0:32:57
Also sie haben jetzt quasi das Komplettpaket und auch die restlichen,
0:32:57–0:33:01
die Werkbänke und alles möglich von Leo Fender, alles jetzt mit eingekauft.
0:33:01–0:33:05
Sind scheinbar nicht sehr, so sagt zumindest die Tarren-Community,
0:33:05–0:33:10
sind nicht sehr nett damit umgegangen, haben seinen Arbeitsplatz quasi in den Müll geschmissen.
0:33:11–0:33:15
Wollten aber halt dieses ganze Intellectual Property, IP, das wollten die halt haben.
0:33:16–0:33:19
Und haben dann jetzt in Düsseldorf geklagt, wahrscheinlich eben auch,
0:33:19–0:33:25
wie du gesagt hast, weil das ein wichtiger Ort ist für die Klage europäischer Ort.
0:33:25–0:33:28
Europa ist auch ein Drittel des E-Gitarren-Markts.
Florian Clauß
0:33:28–0:33:33
Ja, und wahrscheinlich, also auch nur Spekulationen, aber wenn das gegen China
0:33:33–0:33:38
lief, kann ich mir vorstellen, dass da jetzt Austragungseuropa für so einen
0:33:38–0:33:42
Markenrechtsstreit wahrscheinlich neutraler ist als in Amerika.
0:33:42–0:33:46
Ja, deswegen haben wir das wahrscheinlich danach in den Südorf verlegt.
Micz Flor
0:33:47–0:33:50
Das weiß nicht. Ich meine, ich kann aber mit zu tun haben, dass die,
0:33:51–0:33:56
das ist ja ein bisschen anders, das Urheberrecht zum Beispiel ist ja anders
0:33:56–0:33:58
in Amerika als in Europa.
0:33:58–0:34:03
Ich glaube, in Europa kannst du dein Copyright, dein Urheberrecht niemandem verkaufen.
Florian Clauß
0:34:03–0:34:04
Das bist du einfach.
Micz Flor
0:34:05–0:34:08
Du kannst dann zum Beispiel Publishing Rights verkaufen. Du kannst das Buch
0:34:08–0:34:09
schreiben, das ist Copyright.
0:34:10–0:34:14
Du verkaufst die Publishing Rights für dein Buch an einen Verlag und die vertreiben
0:34:14–0:34:17
das dann. Vielleicht hat es auch damit zu tun.
Florian Clauß
0:34:17–0:34:18
Vielleicht,
0:34:20–0:34:21
ja.
Micz Flor
0:34:21–0:34:23
Nein, den nächsten. Wenn das Ganze dann weiter Wellen schlägt,
0:34:23–0:34:24
dann kann ich da nochmal reingucken.
Florian Clauß
0:34:24–0:34:25
Wir spekulieren.
Micz Flor
0:34:27–0:34:34
Das Ding ist, dass Fender schon geklagt hatte in Amerika und da das auch zurückgewiesen
0:34:34–0:34:39
wurde und was jetzt zum Beispiel Patent angeht, die Sachen aus den 50er Jahren
0:34:39–0:34:40
sind auch einfach so durch.
0:34:41–0:34:48
Markenrecht hatten sie nicht angemeldet für den Körper, es geht nicht um Geschmacksmuster,
0:34:48–0:34:50
weil das gibt es ja schon ewig auf dem Markt.
0:34:50–0:34:56
Und jetzt geht es halt über das Urheberrecht nach europäischem Recht und weil
0:34:56–0:35:01
die jetzt, so war mein Verständnis davon, weil die jetzt über G&L auch diese ganze Fender,
0:35:02–0:35:06
also diese Linie, man muss dann glaube ich diese Linie beweisen,
0:35:06–0:35:10
dass Leo Fender Fender gegründet hat, dann G&L und jetzt kaufen wir G&L auch
0:35:10–0:35:16
noch und damit haben wir diese durchgängige Linie von Fenders,
0:35:18–0:35:23
Entwicklungen bis heute und melden jetzt an und das war wohl eben auch dieser Kniff daran,
0:35:24–0:35:28
nicht irgendein Patent oder sowas sondern wir melden an, dass die Form,
0:35:30–0:35:34
Die Body-Form der Gitarre ist quasi ein Kunstwerk.
Florian Clauß
0:35:34–0:35:35
Okay.
Micz Flor
0:35:35–0:35:42
Sie argumentieren wohl, dass ein weiblicher Korpus, also eine abstrakte weibliche
0:35:42–0:35:44
Frau, die eine Hand hebt und so was. Echt?
Florian Clauß
0:35:45–0:35:49
Ja, vielleicht ist es ja wirklich, du musst eine Story dazu erzählen,
0:35:49–0:35:53
damit du das schützen kannst. Dann brauchst du halt irgendwie so eine Idee.
Micz Flor
0:35:53–0:35:57
Und die Situation ist halt eben, dass die Gegenpartei nicht erschienen.
0:35:57–0:36:02
Das hat keiner hinterfragt. Es gab kein Gegenargument und somit ist es jetzt erstmal durch.
0:36:03–0:36:07
Und jetzt kommt halt diese Welle von Cease and Desist, also von Abmahnung und
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was halt in der Community passiert ist. und das finde ich ziemlich interessant
0:36:11–0:36:18
ist, dass Fender sich halt irgendwie total ins Upside gespielt hat.
0:36:18–0:36:23
Es gibt viele Leute, die sagen, ja, also wenn Fender jetzt vorgeht gegen Leute,
0:36:23–0:36:25
die eins zu eins Kopien herstellen mit Logo und allem drohendran,
0:36:26–0:36:27
ja klar, das sollte man nicht machen.
0:36:28–0:36:34
Aber wenn ein anderer Gitarrenhersteller sich diese Körperform nimmt und dann
0:36:34–0:36:37
Innovation betreibt, ob die Fender einfach nicht hinkriegt.
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Und das ist auch ein großes Argument, dass gesagt wird, wenn Fender einfach
0:36:41–0:36:46
nicht die Gitarren baut in der höheren Preisklasse, die die Leute kaufen wollen,
0:36:46–0:36:50
sondern wenn das andere Hersteller machen, weil die einfach zum gleichen Preis
0:36:50–0:36:51
besser Qualität liefern,
0:36:52–0:36:56
dann sollen die sich einfach irgendwie Arschpacken zusammenkneifen und bessere Gitarren herstellen.
0:36:56–0:36:58
Warum dann diesen Streit entfachen?
Florian Clauß
0:36:58–0:36:59
Naja, wahrscheinlich nicht.
Micz Flor
0:36:59–0:37:01
Es gibt noch einen zweiten Twist dahinter
0:37:01–0:37:04
und den habe ich so ein bisschen mitbekommen während des Lockdowns.
0:37:05–0:37:10
War es so, dass weltweit eben der Verkauf von Elektrogetallen total hoch ging.
0:37:12–0:37:16
Nicht nur bei Fender, aber vor allem auch bei Fender, weil Fender parallel dazu
0:37:16–0:37:20
wohl auch noch so eine Plattform aufgebaut hat zum Online Musik,
0:37:20–0:37:24
Gitarre lernen und sowas, einfach generell Musik lernen, aber eben auch Gitarre.
0:37:24–0:37:27
Und die haben sie während des Lockdowns quasi freigeschaltet.
0:37:27–0:37:28
Du musstest dich nur registrieren.
0:37:28–0:37:32
Dann konnte jeder, der sich eine Gitarre gekauft hat, gratis diese ganzen Stunden
0:37:32–0:37:34
machen. Und die haben unfassbar viele Fender-Gitarren verkauft.
0:37:34–0:37:40
Und vor nicht allzu langer Zeit, als ich dieses Kuckuckaster-Projekt auch noch
0:37:40–0:37:46
hatte und für so einen Workshop für unser Band-Jubiläum da im Kindl.
Florian Clauß
0:37:46–0:37:47
Ja, in dieser Bauerei.
Micz Flor
0:37:47–0:37:50
Ja, da hatte ich so einen Workshop zum Kuckuckaster getan.
0:37:51–0:37:55
Da war es wirklich so, dass du halt für 25 oder 30, dann konntest du so eine
0:37:55–0:37:57
billige Fender-Strat-Kopie kaufen.
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Jetzt nicht von Fender, aber du hast einfach gemerkt, ganz viele Leute haben
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sich Haustiere gekauft.
0:38:04–0:38:09
Oder E-Gitarren gekauft, wenn es Lockdowns und die Haustiere ausgesetzt und
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die E-Gitarren auf Kleinanzeigen verkauft.
Florian Clauß
0:38:10–0:38:14
Ja, deswegen gibt es jetzt halt auch da, der Markt ist wahrscheinlich dann so
0:38:14–0:38:20
wieder zusammengebrochen und die müssen halt gucken, dass die ihre Investkurve nach oben halten.
Micz Flor
0:38:20–0:38:23
Ja, und vor allen Dingen, und das ist wohl das Ding, die haben,
0:38:23–0:38:27
so wird vermutet, also man weiß nicht von innen, man spekuliert,
0:38:27–0:38:34
Es werden jetzt auch gerade bei Fender Massenentlassungen gemacht und da ist also viel in Bewegung.
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Und vor allen Dingen war es wohl so, dass zu Lockdown...
Florian Clauß
0:38:39–0:38:40
Wegen der KI.
Micz Flor
0:38:40–0:38:46
Ja, das ist eben die Idee. Also wie viel KI hängt in der Produktion drin.
0:38:46–0:38:51
Aber die Vermutung ist eher, dass halt während des Lockdowns dann die relativ
0:38:51–0:38:55
neue Firma, die es 2020 übernommen hat, gesagt hat, das läuft ja wie geschnitten
0:38:55–0:38:57
Brot, kauft Lagerräume,
0:38:58–0:39:05
produziert Gitarren in Mexiko, in Indonesien, in Korea. in...
Florian Clauß
0:39:06–0:39:08
Ja, da war noch mal eine totale Marktverzerrung.
Micz Flor
0:39:08–0:39:14
Und dann haben die die Lager vollgebaut, vollgemacht und werden das Zeug jetzt nicht los.
0:39:15–0:39:19
Und das ist so, auch weil jetzt eben viele Entlassungen bei Fender sind und
0:39:19–0:39:22
das wird nicht so sein wie in Softwarebranchen wie LinkedIn oder so,
0:39:22–0:39:27
sondern da ist noch, glaube ich, genug handwerklicher Anteil drin,
0:39:28–0:39:33
dass es irgendwie ein bisschen darauf deutet, dass da was total schiefläuft.
0:39:34–0:39:38
Wir haben es 2020 übernommen, haben richtig Kohle reingezogen,
0:39:38–0:39:43
haben rein investiert und jetzt gibt es keinen Return of Investment und dann
0:39:43–0:39:45
gehen die halt jetzt den letzten Weg noch.
0:39:45–0:39:51
Okay, wir kaufen alles, was Leo Fender gehört hat und jetzt gehen wir nach Düsseldorf
0:39:51–0:39:55
of all places, verklagen die Chinesen, sind froh, wenn die nicht kommen,
0:39:55–0:39:58
vielleicht haben sie sogar gebribed, dass die nicht kommen, keine Ahnung,
0:39:59–0:40:01
und sind jetzt einfach richtig hart so am Pushen.
0:40:02–0:40:06
Es gibt diese eine Top-Level-Gitarre, also Top-Chef-Gitarre da von PRS,
0:40:06–0:40:13
die von dem Gitarristen John Mayer, der heißt quasi der Brand-Name da drauf.
0:40:14–0:40:19
Und Fender geht die jetzt ganz gezielt auch an. Und das ist jetzt nochmal was
0:40:19–0:40:21
anderes. Und da gucken jetzt gerade alle drauf.
0:40:22–0:40:24
Es ist einfach so gerade interessant zu sehen, was passiert.
0:40:24–0:40:30
Weil PRS, wurde auch von anderen Firmen schon verklagt wegen Copyright Infringement
0:40:30–0:40:32
und so und haben das bis jetzt wohl immer gewonnen.
0:40:33–0:40:40
Nicht von Fender, sondern von Gipsen, glaube ich, auch. Und wenn du jetzt eben so eine kleine Firma.
0:40:42–0:40:46
Die, was weiß ich, zwei Gitarren im Monat herstellen, so nebenher,
0:40:46–0:40:49
und sonst Gitarren reparieren, und wenn du die halt irgendwie angehst,
0:40:50–0:40:51
so, das ist ja auch ein bisschen Apple-Parallel.
0:40:51–0:40:55
Kannst du dich daran erinnern, als Apple sein Apfel-Logo so verklagt hat und
0:40:55–0:41:00
irgendein Hamburger Kindergarten den Apfel im Logo hatte, hat dann so eine Rechtsanwaltesgriff gekommen?
Florian Clauß
0:41:00–0:41:01
Hast du dich erinnert? Nee.
Micz Flor
0:41:01–0:41:03
Ich soll gucken, ob ich das noch finde, weil das glaubt sein.
0:41:05–0:41:07
Aber so fühlt sich das so ein bisschen an.
Florian Clauß
0:41:08–0:41:12
Ja, nee, das ist so diese Haifisch-Mentalität, die dahinter steht.
0:41:12–0:41:15
Ja, interessant. Das war deine Geschichte heute.
Micz Flor
0:41:15–0:41:16
Das war meine Geschichte heute.
Florian Clauß
0:41:17–0:41:20
Ich fühle mich so ein bisschen erinnert an Geschichten aus der Geschichte.
0:41:20–0:41:22
Aber trotzdem spannend.
Micz Flor
0:41:23–0:41:25
Ja, ich habe es jetzt so ein bisschen auch so reingeschoben,
0:41:25–0:41:28
wie gesagt, weil wir haben im Sommerloch immer Gitarrenfolgen.
Florian Clauß
0:41:28–0:41:32
Ja, das ist ja völlig okay. Wenn euch die Episode gefallen hat,
0:41:32–0:41:38
dann liked uns auf einer Plattform eurer Wahl.
0:41:39–0:41:42
Wie gesagt, Informationen findet ihr unter eigentlich-podcast.de,
0:41:42–0:41:44
wo wir langgelaufen sind.
0:41:44–0:41:47
Ich mache noch ein Bild, hier auch ganz klassisch am Samstag,
0:41:47–0:41:52
Markthalle 9. Da gibt es immer ganz lecker Zeug.
0:41:53–0:41:54
Und wir essen jetzt auch nochmal eine Falafel.
Micz Flor
0:41:54–0:41:55
Genau. Macht's gut.
Florian Clauß
0:41:55–0:41:56
Bis dahin. Tschau.
Micz Flor
0:41:56–0:41:57
Tschüss.

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"Gee, I wish I could do that, but I’d need a third hand!" -- Clarence White (Gitarrist, ca. 1967, 1968)

In dieser späten Sommerloch-Episode zum Thema Stromgitarren reden wir über "StringBender". Bei diesem auch "Pull-String" genannten Gadget kann man die Tonhöhe einzelner Saiten verändern. "Bending" (englisch für "biegen") bedeutet üblicherweise beim Gitarrenspiel, eine Saite auf dem Griffbrett nach oben oder unten zu ziehen, wodurch der Ton höher wird. Der "StringBender" tut das und erlaubt gleichzeitig die Tonhöhe genau festzulegen. Wir sprechen über die Geschichte des Gadgets und seine Wurzeln im Pedal-Steel Country und neuere Modelle. Am weitesten verbreitet ist der sogenannte B-Bender, der die H-Saite um einen Ganzton anhebt, gefolgt vom G-Bender, der die G-Saite in der Regel um einen Halbton nach oben zieht. Die technische Umsetzung erfolgt meist über den Gurtpin am Hals, der durch Ziehen am Gitarrengurt aktiviert wird. Alternativ gibt es Systeme mit einem oder mehreren Hebeln hinter der Brücke, sogenannte "Palm Bender". Ein weiterer Player auf dem Markt ist der "HipShot Bender", der über einen Hebel an der Hüfte ausgelöst wird. Darüber hinaus existieren Systeme, bei denen Hebel parallel zu den Saiten nach oben gezogen oder über den Unterarm der Schlaghand bedient werden. Um den Bending-Effekt hörbar zu machen, stimmen Micz und Flo eine große Terz und beenden diese dann auf eine kleine Terz herunter. Ein Wow-Moment für Flo. Angereichert ist die Folge mit Sound-Beispielen, und im Blogpost findet ihr eine Liste von Modellen inklusive vieler DIY-Videos im Netz.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
avatar
Florian Clauß

Transcript

0:00:00–0:00:05
Die Serie, die niemals schläft. Die Serie in der Serie.
0:00:05–0:00:07
Ja, die sie im Sommer nochmal so richtig ausholt.
0:00:10–0:00:18
So, okay, dann das hab ich. Und hier zu Dump. Dump der Freude zum Nennt.
0:00:18–0:00:19
Mr. Dump.
0:00:22–0:00:27
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast Episode 88.
0:00:27–0:00:32
Eigentlich Podcast, der Podcast bei dem wir im Laufen reden und laufend reden
0:00:32–0:00:37
wir haben schon vor vier Wochen angekündigt beziehungsweise Mitch hat gesagt
0:00:37–0:00:46
er wird jetzt eine zweite Folge zu den Stromgitarren Sommerfolge Special 25 machen,
0:00:48–0:00:54
und er hat das auch schon beschrieben jetzt wird es ein bisschen handfester
0:00:54–0:00:57
jetzt geht es ums Mitmachen und mitschmecken.
0:00:58–0:01:01
Du musst das mit mir singen, wenn ich das dann alles versuche so ein bisschen darzustellen.
0:01:01–0:01:05
Um's mitschmachen. Aber was hast du gebastelt in der Zwischenzeit?
0:01:06–0:01:13
Ich habe mit einem alten Bixby Vibrato oder Trimolo das habe ich auseinandergenommen
0:01:13–0:01:15
und habe da Hebel reingeschraubt.
0:01:16–0:01:25
Ich habe einen von Göldo einen Multi, ich weiß nicht mehr genau,
0:01:25–0:01:28
wie er heißt, ein Multibänder, also wo auch so mit zwei Hebeln drin ist.
0:01:28–0:01:29
Warum zwei Hebel, erkläre ich gleich.
0:01:29–0:01:30
Okay.
0:01:30–0:01:35
Und ich habe mit einem, äh, kennst du die noch, diese uralten,
0:01:35–0:01:38
das war jetzt nicht Fischertechnik, ich habe vergessen, das habe ich auf, äh,
0:01:39–0:01:43
habe ich auf, ähm, Kleinanzeigen geschossen und zwar so einen alten,
0:01:43–0:01:46
wo noch so metallene Sachen, die man mit Schrauben und so.
0:01:46–0:01:49
Äh, also diese uralten Teile. Ja, doch, doch, das waren, ähm,
0:01:50–0:01:56
nicht Fischertechnik, sondern das war, doch, sah aus, als ob es direkt im Krieg produziert wurde.
0:01:57–0:02:01
Also ich hatte das als Kind nie, aber es fühlte sich immer so ein oder zwei
0:02:02–0:02:03
Generationen weiter weg an.
0:02:04–0:02:07
Und ich habe dann immer so rumgeguckt, wie man das halt so macht,
0:02:07–0:02:09
wenn man denkt, ich baue mir das mal von scratch und gucke mal an, ob,
0:02:10–0:02:14
dass ich dann irgendwie im Internet, Ebay und sonst wo geguckt habe.
0:02:14–0:02:18
Aber das Einfachste war dann für 10 Euro so einen alten, verrosteten Kasten
0:02:18–0:02:21
zu holen und du hast dann irgendwelche Wellen drin, irgendwelche Schrauben drin.
0:02:22–0:02:24
Hast du dir geholt? Ja, ja. Echt nein.
0:02:25–0:02:25
Genau.
0:02:25–0:02:27
Echt? Das war dann dein Bastelsetup?
0:02:27–0:02:31
Das ist das Bastelsetup. Aber das war nicht ganz so erfolgreich.
0:02:32–0:02:35
Aber du hast gleich mehr und wo ich das einbauen möchte, das ist dann auch gleich.
0:02:36–0:02:41
Also ich hätte ja schon gesagt es ging die es nicht gehört haben,
0:02:41–0:02:44
den sage ich jetzt die anderen wussten es vielleicht schon, haben es gemerkt
0:02:44–0:02:50
es geht darum, es gibt seit späten 60er Jahren gibt es für,
0:02:51–0:02:54
hauptsächlich Elektrogitarren, geht aber auch für Akustik aber macht,
0:02:54–0:02:57
finde ich, da nicht so viel Sinn lass mich vielleicht auch mal anders überzeugen
0:02:57–0:03:01
aber für Elektrogitarren die Möglichkeit dass man mechanische,
0:03:02–0:03:04
Veränderungen vornimmt sodass es
0:03:04–0:03:10
einem erlaubt, an der Gitarre eine Seite anzuspannen oder zu entspannen.
0:03:11–0:03:15
Das heißt, du kannst dadurch natürlich die Tonhöhe verändern.
0:03:16–0:03:20
Wenn du die Spannung einer Seite erhöhst, indem du oben zum Beispiel am Kopf
0:03:20–0:03:21
in der Mechanik drittst, dann geht der Ton hoch.
0:03:22–0:03:25
Wenn du sie lockerer machst, dann geht der Ton runter.
0:03:26–0:03:30
Und da stimmt man seine Gitarre, um dann zu spielen. Und wenn ich jetzt aber
0:03:30–0:03:36
etwas spiele, dann kann ich natürlich durch die Tonhöhe auch Änderungen in dem,
0:03:36–0:03:37
was ich spiele, vornehmen.
0:03:37–0:03:40
Weil das ist ja genau das, was ich mache, wenn ich auf ein Griffbett greife.
0:03:40–0:03:43
Und durch diese mechanische, das ist, man muss sich das vorstellen,
0:03:43–0:03:47
ganz grob gesprochen, erst mal wie so ein Hebel, an dem man zieht und dann geht
0:03:47–0:03:52
eine Seite in Halbton hoch oder runter.
0:03:52–0:03:55
Es gibt aber auch solche Gitarren, die diesen Hebel haben.
0:03:55–0:03:59
Ja, genau. Und das, was du jetzt meinst, das ist zum Beispiel ein Bixby,
0:03:59–0:04:00
den ich jetzt gerade auseinandergenommen habe.
0:04:01–0:04:05
Es gibt diese Vibrato heißen, oder Tremolo, wird immer so, immer so benannt.
0:04:05–0:04:09
Da kannst du alle Seiten so runterdrehen. Das ist halt so aus dem...
0:04:11–0:04:17
Das ist halt der... Du kannst quasi den ganzen Sound irgendwie abkippen.
0:04:17–0:04:19
Man hört schon jetzt das Feel von meiner Soundarbeit.
0:04:22–0:04:23
Das ist gut. Ich habe viele Fragen aufgelassen.
0:04:23–0:04:28
Aber ich gebe mir Mühe. Da ist es so, dass du einfach mit dem Drücken des Hebels
0:04:28–0:04:35
in Richtung Gitarre die aufhängende Seite nach vorne drückst und nach vorne kippst.
0:04:35–0:04:38
Dadurch werden alle Seiten schlaffer
0:04:38–0:04:42
und der Sound geht rasend schnell einfach in die Knie. Ist er weg.
0:04:44–0:04:50
Und da ist es so, das ist ein cooler Effekt, aber du kannst den nicht wirklich gezielt einsetzen.
0:04:50–0:04:55
Erstens, was alle Seiten betrifft, also du kannst jetzt keine Melodie daraus so richtig machen.
0:04:55–0:05:01
Und zweitens, weil du auch die Schritte, es ist ein Halbtonschritt,
0:05:01–0:05:04
ein Ganztonschritt oder mehr als ein Ganztonschritt, das kannst du irgendwie
0:05:04–0:05:06
auch nicht gut abstimmen.
0:05:06–0:05:12
Und diese Sounds, die sich alle auch so vielleicht ein bisschen vorstellen können,
0:05:12–0:05:16
wenn sie schon mal gehört haben, was eine Lab-Steel-Gitarre ist,
0:05:16–0:05:23
die kommen aus einer Zeit ganz früher, wo gerade in Amerika in so Country und
0:05:23–0:05:26
Folk wurde dann so eine E-Gitarre auf den Tisch gelegt.
0:05:26–0:05:31
Oder es gab auch spezielle Gitarren, die dann unten so Beine dran hatten,
0:05:31–0:05:33
dass man die wie einen Tisch vor sich hatte.
0:05:33–0:05:38
Dann hatten die, wenn sie rechtshänder waren, in der linken Hand ein Bottleneck
0:05:38–0:05:41
oder ein Messingring oder sowas, mit dem sie über alle Seiten,
0:05:41–0:05:43
die sie da drauf gelegt haben.
0:05:43–0:05:47
Und mit der rechten Hand haben sie dann gezupft oder gespielt mit dem Plektrum.
0:05:47–0:05:51
Und wenn du dann diesen Bottleneck hin und her schiebst, dann machst du...
0:05:54–0:05:58
Also du kannst halt quasi diese Töne so ziehen.
0:05:58–0:06:02
Aber das war dann quasi auch in deinem Musikstil so aufgehangen.
0:06:02–0:06:03
Also es hat dazu gepasst.
0:06:03–0:06:07
So wie dann, als du die erste Stromgetarren-Folge gemacht hast,
0:06:07–0:06:10
hast du ja auch über diese Banjo-Pfanne da gesprochen.
0:06:11–0:06:12
Ja, stimmt. Da kannst du dich dran erinnern.
0:06:12–0:06:13
Klar.
0:06:13–0:06:14
Ich bin richtig gerührt, oder?
0:06:15–0:06:23
Ich vergesse nie, was du sagst mit. und da war das ja so eng verwoben mit der
0:06:23–0:06:26
Musik, mit dem Gefühl es war ja so eine,
0:06:29–0:06:35
stilistisch prägende Soundprofil, was sich da so und das, was du jetzt beschreibst
0:06:35–0:06:39
das muss ja dann auch in dem Stil in der Musikart dann auch so festgelegt sein,
0:06:39–0:06:43
damit man da überhaupt so arrangiert ja.
0:06:44–0:06:47
Also ich kann es halt immer nur nachmachen, aber jeder kennt das glaube ich,
0:06:54–0:06:56
Also diese, ich weiß nicht,
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Da war es halt so, dass die Dinger wurden natürlich auch umgebaut.
0:07:01–0:07:05
Ursprünglich war es einfach nur eine Gitarre und man hat dann mit dem Bottleneck so hinher geschoben.
0:07:05–0:07:10
Aber dann kam jemand eben auf die geniale Idee, das Ding steht ja eh schon da, wie beim Klavier.
0:07:10–0:07:12
Ich mache da unten so Pedale dran und wenn ich auf ein Pedal drücke,
0:07:13–0:07:17
dann geht bei der H-Seite zum Beispiel, die geht einfach einen Ganston höher
0:07:17–0:07:21
oder die G-Seite geht einen Halbton runter oder so.
0:07:21–0:07:26
Das heißt, während du dann was angeschlagen hast und hochgezogen hast,
0:07:26–0:07:30
konntest du gleichzeitig noch auf dem Fuß irgendwo drauf treten und es war dann
0:07:30–0:07:32
wie bei einer Flöte vielleicht wie so ein Trillern oder sowas.
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Und da kam dann noch ein Effekt mit rein.
0:07:35–0:07:37
Das sind so ganz softe Übergänge.
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Wenn du mit so einer Lapse-Deal-Gitarre gespielt hast, dann waren sowieso meistens
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alle Töne auch so schon verzogen.
0:07:48–0:07:53
Aber das Verrückte ist, wenn du auf einer E-Gitarre, wo du ja an den Bünden
0:07:53–0:07:57
die Seiten runterdrückst, also immer diese Halbtonsprünge hast und gar nicht
0:07:57–0:08:01
diese freien Schiebungen von einem Ton zum nächsten.
0:08:03–0:08:06
Mit diesen G-Bänder oder B-Bänder, warum die so heißen, sag ich gleich,
0:08:07–0:08:10
hast du halt so kleine Hebel, die du drücken kannst oder es gibt unterschiedliche
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Mechaniken, auch das werde ich gleich nochmal besprechen.
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Da kommen dann die, kommen dann nur diese Wechsel von einzelnen Seiten oder
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werden die so verändert.
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In dem, was ich jetzt gemacht habe geht es bei allen geht es bei allen halbton hoch,
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Bei dem, was ich gemacht habe. Also Halbton oder Ganzton hoch.
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Aber dann entsteht in dem ganz normalen Gitarrenspiel immer wieder mal so ein
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Effekt, wo man denkt, naja, den könnte man fast auch herstellen,
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indem man eine Saite zieht.
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Man kann sich auch einfach eine Saite so hochschieben auf dem Griffbrett und dann geht die auch hoch.
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Aber es ist eben doch noch was anderes, wenn du drei Seiten anschlägst und dann
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diesen Hebel drückst und eine, nur eine von diesen drei Tönen geht hoch.
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Dann hast du auf einmal so einen schwimmenden Effekt, wo es einen Mollton, einen Durton wird.
0:09:03–0:09:08
Das erinnert, also wenn ich das mal so in eine Kameraarbeit übersetzen möchte,
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dann erinnert mich das ein bisschen wie so eine Kamerafahrt auf einen Dolly,
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wo dann quasi so ein Porträt ist von, das wurde glaube ich oft bei Hitchcock
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gemacht, in der Mitte wird jemand gefilmt und der Dolly bewegt sich auf die
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Person zu und gleichzeitig wird aber auch der,
0:09:30–0:09:31
wird reingezoomt.
0:09:31–0:09:31
Ja.
0:09:32–0:09:32
Also das heißt...
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Also dass der Hintergrund weggeht.
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Ja, dass du dann halt diesen Zooming-In-Effekt hast und du hast aber das Gefühl,
0:09:39–0:09:41
die Person bewegt sich nicht.
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Ja.
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Weil du gleichzeitig diese Dolly-Fahrt nach vorne hast.
0:09:44–0:09:44
Ja.
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Weil du zoomst raus und...
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Bei der weiße Hai ist es ja auch dieser eine Shot, wo der Hai ist und der guckt
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so in die Kamera und hinter ihm gibt es halt diesen Effekt, wo alles so wegfliegt
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und er steht so mitten im Bild.
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Das heißt, du hast so eine Bewegung, aber gleichzeitig einen Stillstand.
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Das ist ein gutes Beispiel, weil genau das passiert auch so.
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Oder dass man vielleicht sagen würde, man würde nur eine Farbe aus dem Bild rausnehmen.
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Man würde nur das Grün aus dem Wald rausnehmen und gucken, was passiert.
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Oder nur das Himmelblau weiß machen oder so. Also alles andere bleibt gleich.
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Es ist echt erstaunlich, wie du mit zwei, dreimal von diesen Sachen beim Spielen,
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wenn du es einsetzt, was ganz Fremdes, Vertrautes herstellst,
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was sich dann wirklich rätseln lässt, wie machen die das?
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Und ich bin da irgendwie auch so drauf gekommen, es war irgendwie so ein Zufalls-YouTube-Fund,
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wo ich wusste gar nicht, dass es das gibt.
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Da hat sich das Universum so ein bisschen vor mir ausgebreitet und viele Sachen
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habe ich dann gemerkt, dass es das schon ewig gibt.
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Ja.
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Dass sich viele Leute damit beschäftigen, aber es war dann trotzdem halt dieses typische Rabbit Hole.
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Wenn wir jetzt mal in die Genese dieser Systeme gucken,
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dann ist es so, um eine Seite anzuspannen oder zu entspannen,
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musst du ja entweder oben links an diesem Stimmenwirbel drehen oder,
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und so haben die es bei den LabSteel-Pedal-Gitars gemacht,
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Du hast einfach dann ein so eingestelltes Fußpedal, dass wenn ich das runterdrücke,
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dann wird die Seite so angezogen, dass sie genau einen ganzen Ton höher ist
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und wenn ich loslasse, dann geht sie wieder zurück auf das, wie sie vorher war.
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Und so kann ich dann wirklich auch mitten im Spiel durch das Drücken etwas genaues
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herstellen, was ich mit diesen klassischen, weil du es vorhin gemeint hast,
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Vibrato-Trimmende Sachen so
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nicht hinkriege, weil das alle Seiten betrifft und nicht nur eine davon.
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Und das heißt, das muss da einfach eine Form von Hebel geben,
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die an der Seite ziehen oder die Seite entlasten und das Ganze auch wieder rückgängig machen können.
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Und das älteste System dazu war wirklich das hinten an der Aufhängung,
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was angebaut wurde, was da dran ziehen konnte an der Seite.
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Und dann wurde in der Gitarre ein ganz komplexes, also es gibt zwei Systeme,
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ein ganz komplexes Stangensystem so verbaut,
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dass du in dieser Urversion konntest du entweder deinen Gitarrengurt an so einem
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Hebel dranhängen und wenn du den dann runtergedrückt hast vorne,
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also das heißt, du hast durch das Bewegen, nach unten Bewegen des Instruments,
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Jetzt hat der Hebel sich dann anhand deines Gurts, der über die Schulter geht,
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hochgedreht und damit hast du dann die Tonhöhe verändert.
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Das heißt, du musstest dann spielen und dann hast du die Gitarre nach unten gedrückt.
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Das war dann entweder so ein Hebel, der wirklich hinten da rauskam,
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wo der Hals an den Korpus angeschraubt ist.
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Später wurde es dann noch ein bisschen komplizierter und gleichzeitig einfacher.
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Einfach in der Handhabung, aber komplizierter in der Technik innen drin.
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Du hast ja zwei Punkte, wo der
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Gitarrengurt aufgehängt ist. Das eine ist vorne, da wo es zum Hals geht.
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Das ist meistens ein bisschen oberhalb vom Hals.
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Manchmal aber eben auch, wie vorhin schon gesagt, direkt da,
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wo der Hals den Korpus trifft. und das andere ist auf der rechten Seite,
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wenn man die Gitarre gegen die Wand lehnt, am untersten Punkt der Gitarre.
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Und da hatten wir es dann so gebaut, dass an dem linken Punkt,
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also der oben da ist in der Nähe vom Hals,
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dass man da nicht mehr diesen Hebel hat, den man runterdrückt,
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sondern da ist so ein bisschen reingeschnitten und du drückst die Gitarre runter
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und die zieht dann an diesem oberen Hebel rum und dann geht es echt über zwei oder drei Ecken,
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wird es dann in der Gitarre bis nach hinten gebracht, sodass dieses Runterdrücken
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diese eine Seite dann entspannt oder anspannt. Ich glaube anspannt,
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das weiß ich jetzt gerade gar nicht.
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Aber du kannst es dann pro Seite?
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Nur mit einer Seite, das ist das Absurde daran.
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Ach so.
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Und das macht meistens aber schon genau den Unterschied aus.
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Es ist wirklich so wie das Pfefferminzblättchen bei Monty Python,
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Wenn er so viel isst und dann sagt er irgendwann, ich bin voll,
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ich kann nichts mehr essen, die nur noch ein Pfefferminzplätzchen und das nimmt
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dann den Mund und explodiert.
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Was ähnliches ist auch nur diese eine Seite und dieser halbe Ton und nur zweimal
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während das Lied brrr und brrr.
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Gibt dem Ganzen komplett anderes Flair. Ich kann ja vielleicht noch mal ein
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paar Soundbeispiele auch dann zu dieser Folge hochladen oder verlinken aus YouTube.
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Aber es ist so ein bisschen, wie du sagst, man hat nur eine Seite und diese Konstruktion, die,
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erfordert, dass du deine Gitarre innen, also von hinten komplett auffräst,
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sodass da ein Stangensystem von oben links bis hinten Aber wie.
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Kriegst du denn den Zug um die Ecke? Das ist dann quasi Ja.
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Es ist wirklich alles mechanisch. Es ist kein Bautentuch, es sind so Winkel, also Gelenke drin.
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Gelenke, okay. Und das wolltest du nachbauen?
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Nein, das ist halt so eine alte Version. Und diese alte Version kostet,
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machen heute auch noch welche, weil die Gitarre von vorne halt genau identisch aussieht.
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Was ich gemacht habe, da hast du dann vorne eben so Palm-Bänder,
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heißen die, also wie so Löffel drauf. Aber wenn du das hast,
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kostet das 1.000 Dollar, so im Schnitt, um das einbauen zu lassen,
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um diesen halben Ton da zu verändern.
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Wahnsinn.
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Und das ist ziemlich teuer, aber viele wollten den Sound auch haben.
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Und ich bin jetzt dann zufälligerweise drauf gestoßen, erst mal als ich gesehen
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habe, dass es was Erschwinglicheres gibt.
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Das heißt, was ich zuerst gesehen habe, war von Zertano. Das ist eine Firma, die es hergestellt hat.
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Das heißt G-Bänder und B-Bänder. Also G-Bänder und B-Bänder,
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das sind die beiden H- und G-Seite auf der Gitarre.
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Und die sind nicht unwichtig für diesen Effekt, weil wenn du mit den beiden
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Seiten arbeiten kannst, kriegst du ziemlich viel hin von dem,
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was diesen Lab-Steel-Feeling-Sound so ausmacht.
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Die B-Bänder, die B-Seite ist die H-Seite im Deutschen, die wird einen ganzen
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Ton nach oben gestimmt, also zwei Halbtonschritte.
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Und die G-Seite, die wird einen halben Ton nach oben gestimmt.
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Und ich weiß nicht, ob wir zweistimmig singen können. Ich habe irgendwie Sorge,
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dass wir das ausprobieren.
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Okay, dann müssen wir das jetzt ausprobieren.
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Müsst du es ausprobieren?
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Ja.
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Ich sage, dass wir es ausprobieren.
0:16:32–0:16:32
Okay.
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Müsst du es ausprobieren?
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Ja. Kommt drauf an, was das ist.
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Dann mach mal ein DUN LA, mach mal ein DUN LA.
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Jetzt bin ich so runter auf die kleine Terz gegangen, dann wird aus dem Dur-Ton ein Moll-Ton.
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Wenn man also einen Halbton hin und her schieben kann, dann kommst du von Dur auf Moll.
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Und bei diesen beiden Seiten ist es so, dass du, also ich könnte jetzt machen,
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mach du nochmal deinen Ton.
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Weißt du, dein Ton bleibt und ich würde halt das machen, dann würde ich in der
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Harmonie, dann klingt es eben so dass man das nicht so leicht mit der Gitarre
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hinkriegt, man kann das auch mit einem Finger irgendwie so bänden,
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aber es klingt dann eben doch anders.
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Da gibt es bestimmt irgendwelche Freaks, die das auch mit Fingern hinbekommen haben bestimmt.
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Ja, also ich glaube, dass das viele so Effekte so gemacht werden,
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aber da, es ist, es fühlt sich einfach anders an.
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Aber was dann, was dann bei der Recherche, was dann eben mir auffiel,
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was es halt gibt, ist, du musst dir den Hebel jetzt so vorstellen,
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dass du zwei Hebel hast, die von hinten, da wo die Seiten aufgehängt sind,
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an der rechten Hand, wenn du Rechtshänder bist,
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stehen die so ein bisschen über die Seiten drüber und wenn du die runterdrückst,
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dann ist das so, dass die Seite hinten da, wo alle Seiten aufgehängt sind,
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ist diese Seite noch mal fünf Zentimeter weiter hinten aufgehängt,
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nämlich genau am Ende des Hebels.
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Und wenn du den vorne runterdrängst, dann ziehst du den hinten raus und dann geht's hoch.
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Und mit zwei Schrauben kannst du dann einstellen, wie bei einer Fahrradbremse auch.
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Von wo bis wo, so Gangschaltung, da gibt es ja auch immer. Bei den alten früher,
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ich weiß nicht, wie das heute so ist, was man hinten bei der Gangschaltung auch einstellen konnte.
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Egal, wie ich meinen Bautenzug jetzt einstelle, Ich darf nie weiter als so und nie weiter als so.
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Ja, das ist nochmal ein Rädchen zum Drähen.
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Und diese beiden Rädchen gibt es da auch, sodass du den genau einstellen kannst.
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Das ist der Hebel, hat zwei Punkte, wo er mit diesen Schräubchen justiert wird.
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Und dann, wenn du die Seite aufziehst und dann die Schräubchen justierst,
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dann hast du eben genau diesen Effekt, dass du mit Drücken das lösen kannst.
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Und da war halt das Verrückte, das hatte ich auch noch nie vorher gesehen,
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es gibt so ein ganz klassisches Tremolo-System, das heißt das Big Speed Tremolo.
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Das ist wirklich so ein Klassiker, weil den schraubst du einfach auf die Gitarre
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drauf, hängst die Saiten rein und kannst auf den Hebel drücken.
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Das kostet doch keine 1000 Euro. Nee, kostet in China 16 Euro und,
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aber auch deutlich mehr dafür ausgeben.
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Und das hast du dir jetzt gebaut.
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Genau, bei dem Bixby ist es nämlich so, das ist eigentlich gleichzeitig eine
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sehr schöne, aber auch so eine sehr unschöne Lösung, weil diese Ästhetik von
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Bixby, die kennt irgendwie jeder, der so Gitarre spielt.
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Das ist halt so ein klassisches Vibratorsystem, das hängt da hinten so drauf
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wie so ein Stierkopf, das ist so richtig klobig festgeschraubt, hat zwei so,
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Stangen so mit drin und diesen fetten Hebelarm dran.
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Es gibt ganz viele Trimmonosysteme, die meisten versuchen das zu verstecken,
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aber das Ding ist einfach richtig fett.
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Und es hat halt zwei, weil es halt erstens leichter wird, wenn du es kleiner
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bauen kannst und zweitens ist es dann halt irgendwie nicht so im Weg.
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Ästhetisch gesehen, ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll,
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so ein bisschen fällt mir gar kein Beispiel ein.
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Es ist so, ja, vielleicht, wie wenn Leute Motorrad haben und dann irgendwie
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die Schutzbleche abmachen und so große, fette Schutzbleche, wo es aussieht,
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als ob sie nur Offroad fahren, so dran schrauben.
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So irgendwie ist es gut. Es ist quasi wie das Gitter von der Wärmepumpe bei deinem Eigenhaum.
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Ich weiß nicht. Da kann ich nichts zu sagen.
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Guck mal, wir haben jetzt gerade einen wunderbaren Blick auf den Fernsehturm.
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Hier fangen schon die Grillen an zu zirpen.
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Wir sind hier irgendwie so gerade in so einem Hybrid, oder?
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Wir laufen aber in der Sackgasse, die aussieht wie eine Fasse.
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Ja, wir müssen aber jetzt gleich rechts.
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Wir treffen sich heimlich die Container, wenn keiner hinguckt.
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Wollen wir mal aufnahmen? Ne, das passt nicht. Ich glaube, wir kommen hier rechts rein.
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Meinst du, wir kommen da durch?
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Ich guck mal auf die Karte.
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So, und warum ist das schön und gleichzeitig unschön? Das Schöne daran finde
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ich, dass es halt wirklich so aussieht wie selbst gemacht, was es ja dann auch letztendlich ist.
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Es wurde allerdings teilweise auch in Serie hergestellt, ich glaube in den 80er
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Jahren auch noch von der Bixby Firma selbst.
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Es gab dann auch noch eine andere Version, ich weiß gar nicht,
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muss noch nicht direkt drüber sprechen, Aber da ist es dann so,
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dass du im Prinzip dieses ganze Vibratorsystem erstmal lahmlegst und diese Bolzen,
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es gibt quasi ganz hinten, zum Ende hinter der Gitarre gibt es eins,
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wo so festgeschraubt wird.
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Das ist so ein Metallriegel mit Löchern zum Festschrauben.
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Dann gibt es eine Stange davor, die ein bisschen höher ist.
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Da werden jetzt dann diese B- und G-Bänderhebel so draufgefädelt.
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Und dann gibt es noch weiter vorne eine zweite Stange, unter der die Seiten
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durchgeführt werden, damit die auch tief sitzen, damit die dann eben auf der
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Brücke der Gitarre auch nicht schnarren oder so.
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Und auf diese zweite Schiene, die da noch ist, da kommen die Schrauben drauf,
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die einstellen, wie weit ich den Hebel runterdrücken kann.
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Und ganz hinten auf den Teil, der festgeschraubt ist, kommen die Schrauben drauf,
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wo ich einstellen kann, wie weit der Zug nachlässt, wenn ich den Hebel wieder loslasse.
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Und dann hast du halt so was, was da drauf sitzt, so ein bisschen wie so ein Facehugger aus Alien.
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Das ist einfach riesig, mit so riesen langen Armen.
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Die sind wirklich, also ich müsste mal messen, zwölf Zentimeter oder so.
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Also es ist einfach sehr klobig alles. Aber genau dadurch sieht es halt wirklich
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auch so aus, als ob das jemand unbedingt wollte.
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Es ist egal, wie es aussieht. Das muss einfach passieren. Und dadurch,
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finde ich, hat es eigentlich irgendwie auch eine ganz schöne Ästhetik.
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Ist aber finde ich in der Handhabung, im Original ist es auch so,
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du kannst die Hebel nicht wegbiegen, das heißt,
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immer mit diesen Hebeln auf der Gitarre spielen. Und das ist insofern blöd,
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weil man ganz oft bei der E-Gitarre auch mit dem Handballen auf der rechten
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Hand die Seiten so ein bisschen dämpft, wenn man was spielt.
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Und das kannst du nicht machen, wenn diese Hebel da so reingucken.
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Bei anderen Systemen ist es dann so, dass eben nochmal eine Schraube angebracht
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ist auf halber Strecke, sodass diesen Teil, der normalerweise über die Seiten
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drüber steht, den kannst du dann abklappen und so ein bisschen aus dem Weg räumen.
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Du schreibst das ja sehr genau.
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Ja, es ist aber auch wichtig.
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Das ist wichtig?
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Das ist schon wichtig, ja.
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Warum?
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Weil es einen riesen Unterschied macht, wenn du dich für diese archaische Bixby-Version entscheidest,
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dann ist diese Gitarre einfach auch doch sehr festgelegt in dem,
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was du mit ihr machen kannst.
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Okay, verstehe.
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Wenn du die Möglichkeit hast, das Ding so ein bisschen zur Seite zu schieben,
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Dann kannst du, keiner würde ja auch so ein normales Vibrato,
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was du vorhin erwähnt hast am Anfang, immer einsetzen.
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Dass man einfach bei jedem Akkord, boah, boah, boah, boah, boah.
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Können Sie mal versuchen.
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Ich mache psychedellischen Krautrock.
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Das ist mein Stil.
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Man kann das immer machen.
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Man erkennt mich sofort.
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Sondern, dass du halt das ab und zu einsetzt. Und bei dem Ding finde ich es
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auch gut, wenn man das so wegmachen kann. Dann bleibt die Gitarre auch noch eine normale Gitarre.
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Ganz kurz zu dir. Kennst du die Gegend?
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Es ist schon erstaunlich, dass wir hier durch ein ganzes Viertel gelaufen sind,
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wo alles so neu und neu gebaut aussieht.
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Ist das hier Richtung Moritzplatz?
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Ja, wir sind quasi jetzt hier.
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Ja, das ist irre, weil ich auch
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noch weiß, hier wo diese ganzen Häuser stehen, das war auch mit der...
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Mit der Transmediale, vor vielen, vielen Jahren, als Steven Kovac noch künstlerische
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Leitungen hatte, da gab es diese ganzen Häuser. Hier war so ein Riesenfeld.
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Und da hatten wir so eine, oder die so eine Eröffnungsfeier für die Transmediale
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geplant, so ein kurzes Vorfest.
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Und da war damals, kannst du dich vielleicht auch noch erinnern,
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diese Digitaluhr, wo so Leute hochgeführt sind.
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Ja, das war da.
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Das war hier.
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Ah, das gibt es auch als tatsächlich.
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DVD, ne?
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DVD und es gibt tatsächlich auch, dass du als Uhr nehmen kannst für dein,
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als Widget oder so im Hintergrund laufen eine echte Computeruhr,
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aber das stimmt, ich meine, die ganzen Häuser sehen aus, also die orientieren
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sich ja schon so ein bisschen an diese Berliner,
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Häuser, der also aber gleichzeitig noch eine Variation, so von der Decken,
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also an den Berliner Altbauten orientiert sich das ja zumindest von der Trauführung
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von der Fassade, aber halt noch viel neuer, ne?
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Ja, es ist auch so eine Mischung zwischen edel und affordable, glaube ich.
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Ich dachte halt, das wäre da hinter dem Hauptbahnhof gemacht worden, auf dem Feld.
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Ne, das war hier, also dieser ganze Bereich, jetzt wo auch der Lidl kommt,
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wo wir jetzt laufen, auf eigentlich mit Podcast.de seht ihr unsere Route auch,
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die ist embedded im Block.
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Und da war das halt so, das Verrückte, da gab es halt eben diese Uhr im Hintergrund,
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wurde die dauernd immer umgeschraubt.
0:26:54–0:26:57
Das waren dann wirklich so Menschen, die quasi eine Digitaluhr,
0:26:57–0:27:00
diese Balken, immer so umgebaut haben, sodass die Zeit da lief.
0:27:00–0:27:04
Genau, das heißt für jede Minute haben die die umgeschraubt.
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Genau, und die mussten dann eben auch in Schichten das machen,
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um da 24 Stunden zu machen. Das war halt so eine Performance.
0:27:09–0:27:09
Glaube ich.
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Und direkt nebenan hatte die Transmediale, da mit Steven Kovac,
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hat er halt so ein bisschen aufgebaut. Und das war alles so hüfthohe Grasfelder,
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wo du so platt treten musstest.
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Es war im Nichts, es war absolut verwachsenes Nichts. Und das ist ja nicht so lange her.
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Wir reden ja immer wieder mal darum, wie schnell sich eine Skyline von London
0:27:29–0:27:31
oder eben ein Feld in Berlin ändert.
0:27:33–0:27:38
Und zur gleichen Zeit hatte ich im Proberaum, wo ich mit der Band war,
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war auch eine andere Band, wo der eine war Architekt.
0:27:41–0:27:45
Und die hatten mal spaßenshalber, ich habe dem davon erzählt,
0:27:45–0:27:51
und der meinte, ja ist ja lustig, wir haben spaßenshalber mal die Berlin-Karte auf so eine Styropor.
0:27:51–0:27:55
Habe ich schon mal erzählt? Nur um den geografischen, nee, um den Schwerpunkt.
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Schwerpunkt, ja, also wo kann man die ganze Berlin, und der meinte,
0:27:59–0:28:03
das Verrückte ist, das ist halt genau die Mitte von Berlin, war genau dieses Feld.
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Ach echt? Okay.
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Und genau in diesem Feld, also in der Mitte der Hauptstadt Deutschlands, war halt nur Gras.
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Das ist schon kaum Vorstand.
0:28:13–0:28:16
Gut, aber hier haben wir noch den Mauerstreifen, das müssen wir noch sagen.
0:28:16–0:28:17
Das ist die Sebastianstraße.
0:28:17–0:28:25
Das ist hier direkt, ich mach ein Bild, dann sehen wir auf der Prinzenstraße
0:28:25–0:28:29
den Mauerstreifen mit Kopfsteinpflaster markiert.
0:28:30–0:28:36
Hier ist die Sebastianstraße. Hier auch noch ein Fun-Fact, wenn du runter gehst,
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wenn wir weiter runter gegangen wären zum Moritzplatz,
0:28:39–0:28:44
Da ist ja auch dieses, wo unten der Just Music drin war, so dieses große Kaufhaus drin gewesen, ne?
0:28:46–0:28:47
Äh, ja, ja, ja.
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Da ist auch jetzt ein Dance und...
0:28:49–0:28:49
Ja, ja, ja.
0:28:50–0:28:53
Und dieses Kaufhaus gab es wirklich als Kaufhaus natürlich.
0:28:54–0:28:59
Und ich weiß nicht genau, wann es eröffnet wurde, aber auf jeden Fall hat der,
0:28:59–0:29:03
die oder die Gruppe von diesem Kaufhaus so gesagt, wir machen dieses Kaufhaus
0:29:03–0:29:06
und wir eröffnen es, aber da muss da auch eine U-Bahn-Station hin.
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Der Moritzplatz hat deshalb eine U-Bahn-Station bekommen. Deshalb quietscht
0:29:10–0:29:13
bis heute die Bahn immer so, weil das war so nicht geplant.
0:29:15–0:29:18
Eigentlich sollte die über den Döblinplatz, wo wir jetzt hinlaufen,
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Sebastianstraß lang, da vorne ist der Döblinplatz, Kotti, Döblinplatz,
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Heinrich-Heinestraße, dann wäre das fast eine gerade Linie gewesen.
0:29:25–0:29:30
Aber es quietscht so am Moritzplatz, weil damals jemand mit Geld in der Tasche
0:29:30–0:29:34
erzwungen hat, dass die U-Bahn nochmal umgelegt wird.
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Damit sich das mit dem Kaufhaus da auch nicht... Okay, hätten wir das Quietschen
0:29:37–0:29:42
am Moritzplatz auch? Ich frage mich nur, warum dann halt die U2 die ganze Zeit so quietscht?
0:29:42–0:29:43
Ja, genau.
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Wir hatten da den Geldscheinen gezückt.
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Zumindest nicht die Leute, die die U2 entwickelt haben.
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Gut, jetzt wieder einsteigen.
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Wieder einsteigen, zurück, quietschen. Quietschen.
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Es gibt eben diese, ich habe ja eine Telecaster damit umgebaut und es gibt für
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unterschiedliche Modelle von Gitarren dann auch unterschiedliche Lösungen.
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Für die Telecaster ist es so ganz schön, weil eine Telecaster ist so gebaut,
0:30:12–0:30:16
oft im Standard eben, dass direkt da wo die Seiten aufgehängt sind,
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ist sowieso schon so Zigarettenschachtel groß, eine Metallplatte,
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wo so ein Tonabnehmer drin ist.
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Das heißt, dass du ganz gut Halt mit drei oder fünf Schrauben ist das eh schon verschraubt.
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Und da gibt es halt für Telecaster die B- und G-Bänder, die eben die H- und G-Seite verändern,
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indem die einfach die komplette Brücke austauschen und dann nach hinten raus
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nochmal ein bisschen mehr Metall dran ist, wo diese Halterungen für zwei Hebel drin sind.
0:30:44–0:30:48
Der Bixby, was du vorhin gesagt hattest, eben dieser Vibrato,
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der geht halt immer für alle sechs Seiten. Der ist halt groß und klobig,
0:30:51–0:30:52
aber das ist ein bisschen eleganter.
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Und das ist dann auch so gelöst, dass man da eben die Sachen wirklich seitlich wegfalten kann.
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Und ich habe mich jetzt selber aber für ein System von Göldo entschieden,
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ich glaube Multibänder heißt das, weil da sind auch zwei Hebel mit dabei,
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aber die kannst du theoretisch über die komplette, also da kannst du dich selber
0:31:12–0:31:15
entscheiden, welche Seiten du damit verändern möchtest.
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Und das ist eigentlich eine ganz nette Variation, falls man irgendwann mal denkt,
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ich möchte mal was mit den tiefen Seiten probieren oder so.
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Und dann gibt es auch noch von Düsenberg.
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Lustigerweise sind die Hebel für die Systeme sehr, sehr ähnlich,
0:31:30–0:31:32
wenn nicht sogar gleich, soweit ich das sehen konnte.
0:31:33–0:31:37
Und Düsenberg hat auch einen Multibänder. Das ist aber das einzige System,
0:31:37–0:31:46
wo du entscheiden kannst, ob du beim Drücken, ob die Gitarre eine Seite hoch geht oder runter geht.
0:31:46–0:31:50
Bei allen Systemen geht sie eigentlich hoch, weil die Seite zieht den Hebel ran.
0:31:51–0:31:55
Wenn ich den Hebel runter drücke, dann drücke ich nach hinten die Seite raus,
0:31:55–0:31:58
dann geht die Seite höher.
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Wenn ich es andersrum machen würde, wenn ich runter drücke und die Seite wird
0:32:03–0:32:07
lascher, dann geht das natürlich auch. dann kann ich mir einfach vorstellen,
0:32:07–0:32:12
dass die Seite nicht hinten unten, sondern ein bisschen oberhalb von diesem Kipppunkt anstelle.
0:32:13–0:32:18
Aber warum sollte die jemals wieder zurückgehen, wenn die einfach nur lascher wird?
0:32:18–0:32:22
Heißt ja nur, ich brauche eine Feder, die den Hebel von sich aus wieder dagegen
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drückt, sodass der Hebel wird dann von einer Feder weggedrückt.
0:32:30–0:32:34
Und gegen diesen Federdruck kannst du die Seite entspannen. Und das System habe
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ich nur gesehen bei Düsenberg.
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Jetzt kommt es quasi zur Produktbeschreibung hinten raus.
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Dann gibt es diesen Zertano B-Bänder, G-Bänder.
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Und, und das war eben das, was ich mit dem Fischertechnik-Ding,
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wenn man es sich erst mal genauer angeguckt hat, dann kann man es im Prinzip
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auch leicht selber bauen.
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Du brauchst einfach einen Hebel. Im Prinzip langt es auch mit einem geraden
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Ding. Das ist so leicht schräg.
0:33:00–0:33:06
Das steht also quasi Richtung, also von den Seiten, da steht es halt über,
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steht dann so ein bisschen hoch.
0:33:09–0:33:11
Von unten zieht die Seite durch, wenn du oben drauf drückst,
0:33:11–0:33:12
wird die Seite angespannt.
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Du musst dann nur diese beiden Punkte einstellen können, dass es halt nicht
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weniger als so viel Spannung hat und nie mehr als so viel Spannung hat,
0:33:19–0:33:21
um halt genau dieses Intervall abzustimmen.
0:33:22–0:33:27
Aber das ist relativ leicht auch dann herzustellen, wenn du erstmal verstanden
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hast, muss ich die Seite jetzt 5 cm ziehen oder nur einen halben Millimeter
0:33:32–0:33:34
ziehen? Also was ist es denn, was ich als Spiel habe?
0:33:34–0:33:40
Das ist ja das größte Problem. Was heißt es denn, eine Haarseite einen Ganzton hochzuziehen?
0:33:40–0:33:44
Ist das wirklich jetzt 2 mm mehr oder ist das 1 cm mehr?
0:33:45–0:33:48
Und deshalb muss ich halt erstmal gucken, dass ich es verstehe oder nachmessen
0:33:48–0:33:50
kann bei so einem professionellen System.
0:33:50–0:33:54
Und jetzt ist halt dann der Plan, dass ich eben mit diesem Fischertechnik-ähnlichen
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Baukasten, der halt auch so richtig archaisch, 60s, 50s aussieht, das nachbaue.
0:34:00–0:34:05
Weil ich habe einmal die selbst gebaute Telecaster aus meiner Teenager-Zeit.
0:34:06–0:34:13
Da lasse ich das Göldo-System drauf. Und dann habe ich noch eine andere Telecaster-ähnliche Gitarre.
0:34:13–0:34:17
Das ist eine Jolana, also eine tschechische Gitarre.
0:34:17–0:34:21
Und die hatte ich mal gekauft, relativ günstig. Da hatte jemand schon den Lack
0:34:21–0:34:25
und alles abgeschmückt. Dieser so rein Holz und gewachs, das ist eigentlich ganz schön gemacht.
0:34:25–0:34:33
Und da wollte ich dann dieses System draufbauen mit dem selbstgemachten Fischertechnik-Bänder-System.
0:34:34–0:34:34
Ja, ja, cool.
0:34:35–0:34:40
Für die G- und die H-Seite. Und ich glaube, dass es ästhetisch auch ganz gut
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passt, weil diese Jolana ist auch eben so von der Form und von allem,
0:34:45–0:34:50
fühlt die sich auch so ein bisschen an wie aus einer Zeit, in der man noch sehr
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mechanisch unterwegs war.
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Der große Bruder der Gitarre, die ich habe, ich habe Vicon, das Modell mit einem Tonabnehmer.
0:35:00–0:35:05
Iris hieß das Modell mit zwei Tonabnehmern und da war es wirklich so schön,
0:35:05–0:35:10
dass du oben links, wo man auch den Gitarren gut dran hängen kann,
0:35:10–0:35:16
da konntest du dran schrauben und Und dann schraubtest du an diesem Knopf,
0:35:16–0:35:19
wo eigentlich der Gitarrengurte drin hängt, so einen kleinen Schraubenzieher raus.
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Den konnten du so rausschrauben und damit konntest du dann eine Gitarre nachjustieren
0:35:22–0:35:23
und dann konntest du dir so wieder reinschrauben.
0:35:24–0:35:30
Und das war so ein ganz liebevolles Detail von Julana, was ich auch immer sehr gemocht habe.
0:35:30–0:35:34
Ich hatte mal eine, ich habe die dann irgendwann verkauft und es ist auch okay,
0:35:35–0:35:37
weil ich muss jetzt noch mehr verkaufen.
0:35:38–0:35:42
Ganz viele. Ich parke mich jetzt langsam auf diesen beiden Gitarren.
0:35:42–0:35:47
Okay, aber zumindest können wir vielleicht,
0:35:48–0:35:51
bald von dir auch entsprechende Sound.
0:35:52–0:35:54
Ja, ich muss dann gucken, ob ich die dann, also auf alle Fälle,
0:35:55–0:35:59
natürlich YouTube Beispiel, aber mal gucken, ob ich selber was auch schon dann mit auf den,
0:36:01–0:36:07
Blogpost unserer Webseite eigentlich-podcast.de hochlade, warum eigentlich das?
0:36:07–0:36:12
Ja, super. Und dann machst du ja bestimmt auch eine Fotodokumentation von dem Umbau.
0:36:13–0:36:18
Das heißt, da kannst du auch ein paar Bilder teilen. Ja, nee, das ist kein Problem.
0:36:18–0:36:18
Die habe ich schon.
0:36:20–0:36:25
Ah ja, okay, super. Ja, Mensch, Mitch, das war doch mal was Handfestes.
0:36:25–0:36:27
Nicht irgendwas mit Dr. Hamburger.
0:36:29–0:36:35
Es gibt doch diesen einen Dings mit Steve Martin, wo er der rosa-rote Panther
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und der Inspektor Kloseau.
0:36:38–0:36:41
Ich weiß nicht, Inspektor, wo er so, er spricht eigentlich Französisch,
0:36:41–0:36:46
sondern Englisch. Ich sage, I like to have a hamburger. Kennst du das?
0:36:50–0:36:55
Das ist so, dass man ihn so einen Akzent nicht hört. Das ist so lustig.
0:36:55–0:37:06
I like to have to have to have to have a hamburger. Hamburger.
0:37:10–0:37:13
Gut. Vielen Dank fürs Zuhören.
0:37:13–0:37:21
Und jetzt das Das war Eigentlich Podcast Episode 88 und Mitch hat schon gesagt.
0:37:21–0:37:25
Ihr findet das Material auf der Eigentlichen Podcast.de, da seht ihr auch.
0:37:25–0:37:31
Wo wir langgelaufen sind und dann sagen wir erstmal Tschüss aus den Special
0:37:31–0:37:36
Sommerfolgen Stromgetarren Episoden.

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"On the solo to Bohemian Rhapsody, I've got the neck pickup working out of phase with the center pickup. (...) This setting produces a very sweet harshness." -- Brian May, QueenConcerts 23.05.2005

Wieder eine Sommerloch-Episode zum Thema Stromgitarren – diesmal, um ein für alle Mal zu erklären, was Humbucking und Out-of-Phase eigentlich miteinander zu tun haben und was nicht. Der Humbucking-Effekt entsteht rein technisch durch zwei Spulen mit entgegengesetzter Wicklungsrichtung, die nahe beieinanderliegen und dadurch Brummgeräusche auslöschen – völlig unabhängig von der Magnetpolung. Erst wenn es darum geht, wie das eigentliche Gitarrensignal (also die Saitenschwingung) durch beide Spulen geleitet wird, kommt die Magnetpolarität ins Spiel. Dann entscheidet sich, ob der Klang voll und durchsetzungsstark („in Phase“) oder dünn und nasal („out of phase“) klingt – und dabei kann der Brumm immer noch unterdrückt sein oder nicht, je nach Kombination von Wicklung und Magneten. Klingt kompliziert? Deshalb erklärt Micz es Flo. Denn wenn Flo es kapiert hat, dann können es wirklich alle verstehen.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Micz Flor
avatar
Florian Clauß

Transcript

0:00:00–0:00:03
Check, check. Check läuft.
0:00:04–0:00:05
Ich war auch, ja.
0:00:08–0:00:11
Du fängst an. Ah, Track.
0:00:15–0:00:16
Die Radfahren sind ja gar nicht.
0:00:18–0:00:22
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast. Der Podcast,
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bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
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Und wir sind mitten im Sommer in Berlin. 20, 25 bei der Folge 86.
0:00:34–0:00:37
Kann das sein? Ja, Wahnsinn, oder? Wahnsinn.
0:00:38–0:00:39
Drei Jahre bis zum Mauerfall.
0:00:40–0:00:42
Wieso drei Jahre bis zum Mauerfall?
0:00:42–0:00:43
89.
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Ach so. Ich dachte eher so 14 bis zu 100.
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Ja, auch noch.
0:00:50–0:00:53
Das schaffen wir im Jahre 26, oder?
0:00:54–0:00:54
Ja.
0:00:54–0:00:58
Die 100 zu durchbrechen. Dann machen wir einen ganz großen Event.
0:00:58–0:01:02
Ganz groß. Dann machen wir wirklich auf Fahrradgeschwindigkeit.
0:01:03–0:01:06
Laufen wir, bis der Doktor kommt. Oder die DoktorInnen.
0:01:06–0:01:11
Ja, die Folge ist jetzt, also Sommerloch. Ich muss gerade mal gucken.
0:01:11–0:01:12
Wieso Sommerloch?
0:01:13–0:01:19
Ich muss da noch mal kurz auf mein Handy gucken. Und zwar haben wir ja eine
0:01:19–0:01:22
Folge, die ich mit Chris auch als Sommerloch-Folge gemacht habe.
0:01:22–0:01:22
Ja.
0:01:23–0:01:26
Über die Fender Thinline-Telekarren.
0:01:26–0:01:27
Die ist ja total abgegangen, die Folge.
0:01:28–0:01:31
Ja, die war irgendwie immer in den Top Ten mit drin.
0:01:31–0:01:35
Und jetzt hatte ich dann gerade nochmal geguckt in Vorbereitung zu dieser Folge,
0:01:35–0:01:39
um dir Argumente zu unterbreiten, warum es doch irgendwie eine gute Idee ist,
0:01:40–0:01:41
über diese Gitarren-Sachen zu sprechen.
0:01:42–0:01:47
Du musst mich immer wieder... Du, ich bin bei dir. Ich bin gar nicht gegen dich.
0:01:47–0:01:49
Ich kann nur nicht inhaltlich immer dazu was sagen.
0:01:49–0:01:53
Auf Platz 10, wenn man so über den letzten Monat guckt, ist die Effektgeräte
0:01:53–0:01:59
für Gitarre. Also wo Chris über wie entstehende Effektgeräte spricht.
0:01:59–0:02:02
Das habe ich gedacht, das ist doch mal Argument genug, dass man das irgendwie
0:02:02–0:02:03
nochmal mit reinnehmen kann.
0:02:06–0:02:10
Ja, und worüber ich jetzt sprechen wollte, was auch ein gutes Sommerlochthema
0:02:10–0:02:15
ist, ich wollte dieses In-Phase, Out-of-Phase-Thema, was ich bei dieser einen Folge...
0:02:17–0:02:22
Über die Jaguar-Pickups und die Dummy-Coil.
0:02:23–0:02:27
Du guckst dich schon so glasig an, das geht schon gut los. Aber ich hatte da
0:02:27–0:02:29
so ein paar Rückfragen auf Instagram bekommen, da habe ich gedacht,
0:02:29–0:02:32
ich muss das jetzt mal klarstellen, weil ein paar Leute da ein paar Sachen auch
0:02:32–0:02:33
miteinander vertauschen.
0:02:34–0:02:37
Und da habe ich gedacht, wenn ich es dir erklären kann, dann können das jetzt
0:02:37–0:02:39
vielleicht auch alle sich anhören, können alle verstehen.
0:02:40–0:02:45
Also wir reden darüber, was ist Humbucking, wie funktionieren Humbucker,
0:02:45–0:02:50
Warum ist zum Beispiel ein Telecaster auch ein Humbucking-Gitarre,
0:02:50–0:02:51
obwohl sie doch nur Single-Coils hat?
0:02:52–0:02:55
Und vor allen Dingen gucken wir uns auch noch mal ganz genau an,
0:02:55–0:03:03
was der Unterschied zwischen In-Face, Out-of-Face und Humbucking oder kein Humbucking ist.
0:03:03–0:03:11
Und da habe ich mir dann gedacht, wie großartig ich das mit dem Kondensator
0:03:11–0:03:13
erklärt habe, wie so große Wellen einfach durchrauschen.
0:03:13–0:03:17
Rauschen, aber kleine Wellen dann in diesen Unwuchten so versinken.
0:03:17–0:03:19
Jetzt habe ich auch noch das Bild im Kopf.
0:03:19–0:03:22
Siehst du, Bilder erzählen mehr als 1000 Episoden.
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Mit dem Wasser.
0:03:24–0:03:30
Und jetzt habe ich gedacht, erkläre ich nochmal genau, wie das mit dem Hum-Bucking funktioniert.
0:03:31–0:03:37
Darf ich, bevor du jetzt einsteigst in die Gitarrenphysik, wir sind jetzt hier im Potsdamer Platz.
0:03:38–0:03:43
Im Potsdamer Platz, also bei Eigentlich Podcast könnt ihr auch auf eigentlich-podcast.de
0:03:43–0:03:45
immer schauen, wo wir langgelaufen sind.
0:03:45–0:03:48
Da sind die Routen dann auf der Karte dargestellt.
0:03:48–0:03:51
Und den Potsdamer Platz haben wir schon ein paar Mal gestriffen.
0:03:51–0:03:53
Oder sogar als Ausgangspunkt.
0:03:54–0:04:03
Eine frühe Folge von mir, First Cow, von Kelly Reichert und eine aus seinem Simmons-Imperium.
0:04:04–0:04:05
Da sind wir auch hier langgelaufen.
0:04:06–0:04:07
Aber welche war das?
0:04:07–0:04:13
Das war Hyperion. Da sind wir nämlich von dem Friedhof, wo merkwürdigerweise
0:04:13–0:04:16
jetzt mit drei Leuten erzählt haben, dass sie neulich bei diesem Friedhof waren
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und ich jedes Mal gesagt habe, da ist aber ETH auf meiner Geramte.
0:04:19–0:04:20
Zufall.
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Und dann hatten die so was? Ja, nein, doch. Chris war auch da.
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Wer hat die Kekse aus der Dose?
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Genau. Und ich glaube, wir haben auch nochmal Bruce La Bruce. Habe ich doch auch hier.
0:04:35–0:04:37
Ja, da sind wir aber dann gleich in den Park rauf.
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Da haben wir im Norden angefangen. Also Potsdamer Platz ist ein Knotenpunkt
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des eigentlich Podcasts, kann man so sagen.
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Ist ja auch irgendwie, finde ich, ein imposanter Ort, hat auch viel Geschichte und ist so zugebaut.
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Wir hatten ja neulich bei deiner Episode über New York, Manhattan,
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London und so gesprochen.
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Und hier ist ja schon in den 90er Jahren irgendwie so ein neues Skyline-Empfond.
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Ja, die keiner verstanden hat. Wo meine ganzen Freunde das doof fanden, nur ich gut.
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Ja, ich fand es aber irgendwie auch, ich fand es schon auch,
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es war irgendwie so eine irre Zeit, wo dann dieser komische,
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wie hieß denn nochmal dieser, gibt es ja auch diesen Film dazu,
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wie dieser Raum so um 90 Grad gedreht wurde. Wie heißt der Raum nochmal?
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Weiß jetzt auch nicht mehr. Okay, aber zurück. Die Leute wollen jetzt ja über
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Gitarren. Wir reden über Gitarren.
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Wir reden über Gitarren und wir reden über Humbucker.
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Und ich hatte in dieser Folge eben dieses Humbucking-System anhand von zwei Single-Coil erklärt.
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Und habe jetzt gedacht, ich fange nochmal ganz anders an. Wieder mit so einem
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Bild, wie mit den Wellen, große Wellen, kleine Wellen.
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Das Bild jetzt, stell dir eine Uhr vor, die wir an die Wand schrauben.
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Und die geht rechts rum.
0:05:58–0:06:01
Genau, die geht rechts rum. Wir gucken jetzt nur auf den Stundenzeiger.
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Das heißt, der Stundenzeiger braucht zwölf Stunden, um einmal rundherum zu gehen.
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Und jetzt stell dir eine Uhr vor, die identisch ist, aber die links rum geht.
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Wir gucken nur auf den Stundenzeiger.
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Und jetzt hängen wir die nebeneinander Und wir hätten jetzt quasi eine Funktion, die wir plotten,
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in der wir die Distanz der Spitzen des Stundenzeigers zur vertikalen Achse,
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also wenn du nur zwischen 6 und 12...
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Aber die gehen beide, sind die gespiegelt quasi?
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Es ist genau gespiegelt. Genau gespiegelt. Das heißt, wir gucken uns zwei Uhren an.
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Der frühen Zeiger geht nach rechts und der andere geht nach links und wir messen,
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die Distanz von dem Ende des Stundenzeigers bis zu dieser Achse.
0:06:57–0:07:00
So dass der rechts ist der quasi im Plus und links ist der Minus.
0:07:01–0:07:04
Und wenn wir uns jetzt quasi den Zeitraffer vorstellen, also das geht dann einfach
0:07:04–0:07:11
so rum, wenn wir die Werte hochaddieren, dann kommt an jedem Punkt welche Zahl in der Addition raus.
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Also hier geht es so rum und wir messen zu dieser Achse.
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Also das ist Plus und das ist Minus. Dann muss ja Null rauskommen.
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Kommt immer Null raus, genau. Genau. Und so einfach ist dieses Humbucking auch schon erklärt.
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Aber wir müssen es jetzt nur von der Uhr weg in so ein elektromagnetisches Feld hier reinstellen.
0:07:28–0:07:30
Okay, da kommt aber kein Sound raus.
0:07:30–0:07:35
Da kommt noch, genau, das ist ja auch der Wunsch daraus. Und zwar gibt es ja
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auch so andere Dinge über zum Beispiel sichtgebende Verfahren,
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wenn man jetzt so neurophysiologische Bilder macht,
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wo die dann irgendwie einen Stimulus setzen und dann so Fotos machen,
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genau wissen, wann der Stimulus gesetzt wurde und dann von, keine Ahnung,
0:07:49–0:07:52
20.000 Aufnahmen, die alle übereinanderlegen,
0:07:52–0:07:54
sodass sich alle Sachen, die zufällig sind,
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rausrechnen, aber nur die Sachen, die wirklich inhaltlich mit dem Stimulus verbunden
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sind, dann irgendwie sichtbar werden.
0:08:01–0:08:04
Also die Möglichkeit, oder wenn du, das hatte ich gesehen, als ich,
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haben wir auch neulich drüber gesprochen, London, England, Manchester,
0:08:07–0:08:11
ich in Manchester war, hat einer bei mir im Haus, hat Fotografie studiert und
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der hatte so ein Foto gemacht von einer Shopping Mall, wo er ein Glas eingerußt
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hat und das hat er vor die Kamera gestellt,
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dann die Kamera aufgebaut und dann einfach sechs Stunden aufgelassen und danach
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das Bild belichtet, also es war selbst belichtet,
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es war dann jetzt nicht über eine Drogerie oder so, hat das alles zu Hause gemacht
0:08:30–0:08:33
und dann war halt diese Shopping mal komplett leer,
0:08:33–0:08:36
weil alle Menschen, die halt so rauf und runter liefen, über die sechs Stunden
0:08:36–0:08:38
sich so ausgenullt haben.
0:08:38–0:08:42
Und bei dem, wenn wir über Humbugging sprechen, ist es ein ähnlicher Effekt,
0:08:42–0:08:44
wir haben wie bei dieser Uhr, die Summe ist immer null.
0:08:45–0:08:50
Und warum habe ich diese beiden Uhren genommen? Weil in diesen Pickups,
0:08:50–0:08:57
in den Gitarren, sind ja solche Coils, also Spulen, die dann teilweise 8000
0:08:57–0:09:00
Wicklungen haben oder sowas ganz dünnes Kabel.
0:09:01–0:09:08
Die sind ja notwendig und dafür zuständig, dass das Gitarrensignal dann in Verstärker
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geht. Also diese Spulen.
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Und in einem Hamburger gibt es zwei Spulen. Und die eine geht wie die Uhr rechts
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rum, die andere geht wie die Uhr links rum.
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Und die sind miteinander quasi so zusammengeschaltet, das sollte man da jetzt
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quasi einen Strom durchschicken.
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Dann geht der in der einen Seite rechts rum und dann geht er wieder links rum
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oder umgekehrt. Ist egal, aber auf jeden Fall sind die genau...
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Was heißt das für das elektromagnetische Feld?
0:09:33–0:09:36
Jetzt noch nicht mal für das Feld, aber wenn wir uns jetzt vorstellen,
0:09:36–0:09:38
dass du irgendein Störsignal hast.
0:09:39–0:09:41
Wir sind jetzt ja hier gerade am Deutschen Spionagemuseum.
0:09:42–0:09:47
Das ist hier quasi Technik, das passt eigentlich ganz gut, diese Abhörgeräte und sowas.
0:09:47–0:09:50
Wenn du jetzt ein Störgerät hättest, was einfach, keine Ahnung,
0:09:51–0:09:57
ein Mixer oder sowas, ein Küchenmixer, der halt irgendwie, wo ein Motor drin
0:09:57–0:10:01
ist, wo die Funken fliegen, da hast du dann dieses Brummen.
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Das finde ich so lustig, das hier Untertitel von dem Deutschen Spionagemuseum, Capital of Spice.
0:10:08–0:10:14
Wir müssen noch ein bisschen referenzieren auf die DDR-Geschichte.
0:10:14–0:10:15
Dass die diese grüne,
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Farbe halt so da in den Vordergrund gestellt haben, finde ich auch irre.
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Und wir gucken jetzt erstmal nur auf die Spule, noch ohne Gitarre,
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ohne irgendwas, weil wenn du zum Beispiel ein Signal jetzt auch mit dem Radio
0:10:33–0:10:34
oder einem anderen Gerät,
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wenn du etwas herstellen willst, was dir hilft, auf das Wesentliche zu gucken und alle umzusetzen.
0:10:43–0:10:46
Elektrischen, elektromagnetischen Signale drumherum auszulöschen,
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dann funktionieren diese Spulen genauso.
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Das sind eine Spule in die Richtung, die andere Spule in den Gegensatz der Richtung.
0:10:52–0:10:57
Das heißt, wie die beiden Uhren sind, diese Amplituden, die da rauskommen, löschen sich immer aus.
0:10:58–0:11:01
Das heißt, die löschen sich aus und dadurch,
0:11:03–0:11:09
ist das wie man das jetzt oft bei so Kopfhörern hat, wenn die Umgebungsgeräusche
0:11:09–0:11:13
so weggedrückt werden und dann irgendwie hier aufs Wesen oder beim Telefonieren ausmachen.
0:11:13–0:11:15
Okay, verstanden.
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Ja, und jetzt gehen wir nochmal zurück auf diese beiden Uhren und stellen uns
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das mal vor, wir haben, wir machen die beiden Uhren einfach an mit den Stundenzeigern,
0:11:25–0:11:27
dann dauert es ja zwölf Stunden, bis die einmal rumgehen.
0:11:27–0:11:31
Dann haben wir die Minutenzeiger, da dauert es 60 Minuten, bis die einmal rumgehen,
0:11:31–0:11:36
und die Sekundenzeiger, da dauert es nur eine Minute, bis der einmal rumgegangen ist.
0:11:37–0:11:41
Wenn wir jetzt diese Uhren gleichzeitig anschalten, Und hier haben wir ganz
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viele Umgebungsgeräusche. Keine Ahnung, ob die hörbar sind oder nicht.
0:11:45–0:11:48
Wir sind gerade direkt am Protze.
0:11:48–0:11:52
Nee, wir sind hier am Pariser Platz. Pariser Platz, Leipziger.
0:11:53–0:11:55
Wie heißt der Platz hier?
0:11:55–0:11:56
Ich glaube Leipziger Platz.
0:11:56–0:11:57
Leipziger Platz.
0:11:59–0:12:03
Und wenn du dir jetzt diese beiden Uhren vorstellst und du machst die gleichzeitig
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an, dann ist es mit diesen zwölf Stunden relativ wahrscheinlich,
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dass diese Abweichung von null minimal sein wird. weil die kann man ganz gut kontrollieren.
0:12:12–0:12:15
Aber wenn du jetzt beide wirklich gleichzeitig anstellen müsstest,
0:12:15–0:12:19
im Sinne von Batterie reindrücken, dann wäre es so, dass wahrscheinlich der Sekundenzeiger,
0:12:20–0:12:24
der würde vielleicht nicht auf Null rauskommen, weil du dann bei dem einen die
0:12:24–0:12:27
Batterie dann doch ein bisschen früher reingedrückt hast und zwei Sekunden weiter und so.
0:12:27–0:12:32
Das heißt, das ist auch schon mal ein wichtiger Hinweis für dieses Humbucking,
0:12:32–0:12:42
dass eben Signale, die langsam frequent sind, leichter rauszufiltern sind als so flirrige Signale.
0:12:43–0:12:48
Das heißt, beim Sekundenzeiger wäre es halt so, auch wenn die gleich losgehen,
0:12:48–0:12:51
die Uhren, wenn da jetzt nur zwei Sekunden Unterschied sind,
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dann ist es nie null. Dann hast du immer quasi ein Hintergrund.
0:12:56–0:13:00
Bei Humbucking-Effekt für Gitarre ist dieses Hintergrundrauschen eben irgendeine
0:13:00–0:13:04
elektromagnetische Unruhe, die so passiert. Radiofrequenzen,
0:13:06–0:13:09
keine Ahnung, was dann irgendwie von der PA noch rüberschwappt,
0:13:09–0:13:11
Lautsprecher, keine Ahnung, alles Mögliche.
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Und das wird dann über diese beiden Spulen rausgenommen.
0:13:16–0:13:19
Bis jetzt haben wir aber immer noch kein Signal von der Gitarre.
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Aber es ist schon mal wichtig zu sagen, dieser Humbucking-Effekt ist schon gegeben.
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Auch ohne Magnete, ohne alles.
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Und darf ich nochmal das Bild so weit weiter stecken? Du hast gerade mit den
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Sekunden, Minuten, Stundenzeiger gearbeitet.
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Ist das jetzt quasi die Anzahl der Wickelungen auf den Hamburger,
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die das dann wieder präsentieren?
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Das heißt, wenn ich drei Wickelungen habe, habe ich einen Sekundenzeiger.
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Wenn ich dann halt 300 habe, dann habe ich einen Minutenzeiger und mal 3000.
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Stundenzeiger also je mehr wicklungen du hast desto mehr störgeräusche werden aufgenommen so.
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Das heißt es genau umgekehrt.
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Aber dass das war jetzt so gar nicht gemeint sondern diese diese waren eher
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die störsignale die reinkommen tiefe störsignale keine ahnung 50 herzbrummen
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oder 60 herzbrummen ist quasi der stundenzeiger und den kann man relativ gut rauskriegen.
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Das ist das Frequenzband, das heißt Höherfrequente.
0:14:19–0:14:20
Ja, genau, so war das eher gedacht.
0:14:21–0:14:26
Und der Sekundenzeiger, in welcher Frequenz würde der dann liegen?
0:14:27–0:14:38
In der Frequenz weiß ich jetzt nicht, aber wenn du jetzt, wenn du zum Beispiel so die,
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das so höhere Brummen und Rauschen, das wäre dann wahrscheinlich so bei 2 Kilohertz bis 6 Kilohertz.
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Das ist dann im hörbaren Bereich.
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Es geht ja nur um hörbare Seil. Und wenn du,
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diese beiden Spulen hast und die sind beide gleich gewickelt und liegen auch
0:14:59–0:15:03
sehr nah beieinander, dann kannst du dir jetzt natürlich auch schon vorstellen,
0:15:03–0:15:08
dass die Distanz zwischen diesen beiden Spulen auch einen großen Unterschied macht.
0:15:09–0:15:12
Also wenn wir jetzt, du nimmst eine Spule, ich nehme eine Spule,
0:15:12–0:15:17
ich gehe auf die andere Seite, dann hat meine Spule völlig andere elektromagnetische
0:15:17–0:15:20
Schwingungen, die da irgendwie drauf einwirken, als die auf dieser Seite der Straße.
0:15:21–0:15:26
Sodass es natürlich klar ist, dass es nie perfekt ist, dass es nie das absolut gleiche Signal ist.
0:15:27–0:15:32
Aber je näher, dass sie zusammen sind, desto mehr wird eben genau das ausgefiltert,
0:15:32–0:15:33
was da irgendwie an Störsignalen reinkommt.
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Das ist erstmal die Erkenntnis aus der Radiotechnologie und die wurde jetzt
0:15:41–0:15:43
dann eben für die Gitarrentechnik genutzt.
0:15:45–0:15:52
Und der Hamburger Tonabnehmer ist einfach ein sehr schlichtes, elegantes Design.
0:15:53–0:15:58
Ich möchte jetzt, ich verlinke das dann hier in die ältere Folge über die Unterschiede
0:15:58–0:16:01
im Sound zwischen Hamburger und Single Coil. Da möchte ich gar nicht so sehr drauf eingehen.
0:16:02–0:16:06
Aber das Design ist halt wirklich, ich finde es einfach sehr simpel und schön.
0:16:07–0:16:12
Du hast also diese beiden Spulen und dann hast du jetzt in der Urversion hast
0:16:12–0:16:17
du jetzt in der einen hast du Schrauben drin und in der anderen hast du Slugs.
0:16:17–0:16:20
Also das sind einfach so Metallstäbe, die sind selber nicht magnetisch.
0:16:20–0:16:24
Aber wo die unten aus den Spulen rauskommen, die beiden Spulen sind meistens
0:16:24–0:16:27
so auf Plastik aufgewickelt und da werden die reingesteckt.
0:16:27–0:16:35
Und unten, wo die beiden Screws und Poles rauskommen, dann kommt da so ein Magnet rein.
0:16:35–0:16:40
Und der Magnet ist halt so länglich, die Tonabnehmer sind ja auch eher länglich,
0:16:40–0:16:46
also sagen wir mal, er ist vielleicht so 8 cm lang und vielleicht so 2 bis 3 cm breit.
0:16:47–0:16:54
Und dann ist Nord und Süd quasi zu diesen langen Enden hin.
0:16:54–0:17:01
Also nicht, wie soll ich das sagen, die Legs sind unten dann rein zwischen diese
0:17:01–0:17:08
beiden, also die Screws und Slugs und dann wird daraus wie so ein Hufmagnet.
0:17:08–0:17:13
Dann ist auf der einen Seite Nordpol, weil das Magnetfeld sich dann eben in
0:17:13–0:17:16
diese beiden Eisenteile entfaltet.
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Auf der einen Seite ist Nordpol, auf der anderen Seite ist Südpol.
0:17:20–0:17:26
Das heißt, du hast dann wie so ein Hufeisen, das nach oben geht und solange
0:17:26–0:17:31
da jetzt keine Gitarrenseite drüber schwingt, hat das Magnetfeld auch keine wirkliche Wirkung.
0:17:31–0:17:31
Okay.
0:17:31–0:17:34
Das ist einfach so da. Ja. Und.
0:17:36–0:17:39
Die Erklärung, was dann da jetzt genau physikalisch passiert,
0:17:39–0:17:44
wenn die Gitarrenseite reinkommt, da gibt es dann auch immer unterschiedliche Beschreibungen.
0:17:45–0:17:51
Das eine ist halt, dass da ein magnetisches Feld entsteht aufgrund dieser Schrauben
0:17:51–0:17:58
und Slacks und dieses Feld wird von der Seite, die selber eben auch Anteile hat,
0:17:58–0:18:00
dass sie magnetisch aktiv ist,
0:18:00–0:18:04
also dass sie quasi das Magnetfeld durch ihre Schwingung verändert und diese
0:18:04–0:18:05
Veränderung wird aufgegriffen.
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In anderen Beschreibungen liest sich dann,
0:18:08–0:18:19
dass das Magnetfeld die Seite magnetisiert im Feld und die Schwingung der Seite,
0:18:19–0:18:22
weil die dann magnetisch ist, dann das Magnetfeld stört.
0:18:23–0:18:28
Das ist jetzt, weiß ich nicht, in der Theorie und Praxis, in der Praxis ist
0:18:28–0:18:31
es relativ wurscht, in der Theorie ist es wahrscheinlich ein riesiger Unterschied,
0:18:31–0:18:33
aber die Idee ist einfach zu sagen,
0:18:34–0:18:39
dieser Humbucking-Effekt kommt nicht dadurch, dass das Magnetfeld auf der einen
0:18:39–0:18:42
Seite Süden oben hat, auf der anderen Seite Norden, sondern es kommt einfach
0:18:42–0:18:43
über diese beiden Spulen.
0:18:44–0:18:45
Okay.
0:18:45–0:18:48
Das ist das erste Wichtige. Und dann ist es aber...
0:18:48–0:18:50
Können wir ganz kurz nochmal einen
0:18:50–0:18:54
Punkt machen. Hier, ich wollte hier die Aufmerksamkeit auf dieses Gebäude.
0:18:54–0:18:55
Sieht aus wie Prag immer.
0:18:55–0:19:02
Ne? Ja, das ist nämlich die tschechische Botschaft. Ich finde die immer wunderschön vom Design her.
0:19:02–0:19:03
Sieht halt wirklich aus wie Prag.
0:19:03–0:19:04
Ja, die sieht echt aus wie Prag.
0:19:05–0:19:07
Ganz viele von diesen sozialistischen Architekten.
0:19:07–0:19:10
Und hier die Straße wurde jetzt auch umbenannt, ne?
0:19:10–0:19:11
Ja?
0:19:11–0:19:14
Ja, weil die Mohrenstraße ist doch jetzt umbenannt worden.
0:19:14–0:19:17
Ach so, okay, das ist die Mohrenstraße, gut. Und wie heißt sie jetzt?
0:19:17–0:19:21
Ich weiß es nicht mehr, aber vielleicht sehen wir gleich die U-Bahn-Haltestelle,
0:19:22–0:19:28
wo das dann auch schon ausgetauscht wurde. Ich glaube, da um die Ecke ist die U-Bahn-Haltestelle.
0:19:30–0:19:31
Gleich mal gucken. Machen wir
0:19:31–0:19:35
noch eine kurze Pause. Und ich fange aber trotzdem schon mal wieder an.
0:19:35–0:19:39
Nee, total. Oder? Ich wollte jetzt nicht. Nein, nein, nein.
0:19:39–0:19:41
Ich finde es gut. Ich versuche das jetzt gerade abzuteilen.
0:19:41–0:19:42
Ich wollte jetzt nicht das Magnetfeld.
0:19:42–0:19:45
Du weißt ja, ich möchte ja nicht schneiden. Deshalb kann man so dead air ist
0:19:45–0:19:46
dann immer so ein großes Problem.
0:19:47–0:19:52
Guck mal hier, da ist die U-Bahn-Handestelle, aber das Namenchild ist einfach rausgenommen.
0:19:53–0:19:58
Das wollte ich auch noch mal kurz als Ergänzung zu der Fotoarbeit,
0:19:58–0:20:04
die du gerade von deinem Mitbewohner berichtet hast.
0:20:04–0:20:10
Es gibt, du kennst bestimmt auch diese, es gibt einen sehr berühmten japanischen Fotografen,
0:20:11–0:20:22
der aus Autokinos aufgenommen hat, und zwar über einen langen Belichtungszeitraum.
0:20:24–0:20:29
Und du siehst dann halt einfach, dass die Leinwand der Film lief und die Leinwand
0:20:29–0:20:34
ist halt ganz weiß und der Rest ist dann halt so leicht beleuchtet.
0:20:35–0:20:38
Aber es ist auch so eine ganz tolle Arbeit. Kennst du das?
0:20:38–0:20:42
Genau so sieht es hier gerade aus. Ich weiß, warum du da draufkommst.
0:20:42–0:20:47
Nee, ich dachte an die Shopping Mall, die du gerade gesagt hast.
0:20:47–0:20:48
Ja genau, aber das hier sieht ja auch so aus.
0:20:48–0:20:49
Ja, das sieht auch so aus.
0:20:49–0:20:55
Wenn man auf dem Blogpost unten jetzt auf die Fotos guckt, in der Fotogalerie
0:20:55–0:20:56
auch unten, dann sieht man das Bild.
0:20:56–0:20:59
Und hier, hier, aber da steht noch der Name, der alte Name.
0:21:00–0:21:01
Gehen wir in die Richtung?
0:21:01–0:21:06
Wir gehen in die Richtung, ja. Okay, weiter geht's.
0:21:06–0:21:09
Weiter im Text. So, jetzt ist noch ein paar Sachen wichtig, diese physikalisch
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wichtig, weil jetzt ist es ja so, dass man dann das Gefühl hat,
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man muss dann immer so ganz doll aufpassen, dass wenn man die Spule umdreht,
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dann ist das, dann ist es vielleicht out of face und hinterher.
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Also wenn du diese beiden, wenn du einen Hamburger Pickup vor dir hast,
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so, und du guckst da von oben drauf, dann kannst du den, solange oben oben ist,
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kannst du den drehen und wenden, wie du willst.
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Also kannst du nicht wenden, wahrscheinlich nicht, aber drehen.
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Es ist jetzt egal, ob du die Screws in zum anderen oder die Slugs hast, das ist relativ egal.
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Es gibt dann von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, was Nordpol,
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was Südpol ist, auch unterschiedlich,
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Ob dann, wenn du die splitterst, das kann ich vielleicht nachher noch mal kurz
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erklären, welche man dann miteinander verkoppeln muss, ob man dann Slugs und
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Coils und Screws oder Screws und Screws, das kann unterschiedlich sein.
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Aber du kannst auf jeden Fall, wenn dir ein Hersteller zwei in die Hand drückt
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und die gehören quasi zusammen, dann kannst du die reinlegen, wie rum du willst.
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Das macht keinen wirklichen Unterschied, hat keinen Einfluss auf das Handbacke.
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Wie ein Widerstand. Ist ja auch wurscht, in welche Richtung ich den Strom heiße.
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Genau. Oder das Bild wieder von den beiden Uhren. Wenn ich die Uhren mit der
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Aufgabe den Abstand messen, wenn ich die auf dem Kopf hänge.
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Ist es auch egal. Ja, dass die Ziffern auf dem Kopf stehen.
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Was noch wichtig ist, das sind aber Kleinigkeiten. Sorry. Das ist alles gut.
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Eine Kleinigkeit dann nochmal. Es ist bei den Herstellern heute,
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also früher war es so, dass man halt Masse hatte.
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Masse kam dann ein Kabel raus. Masse war dann meistens so ein Metallgewebe um
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den Hot, also um den, wo das Signal ist.
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Um dieses Metallgewebe, das war quasi die Schirmung und die lötest du dann einfach
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irgendwo dran, wo die dann eben auf Masse geht und das Signal war innen hot.
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Also dann kam auch aus einem Hamburger mit zwei Spulen, kamen dann nur zwei
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Sachen raus. Hot heißt, da ist das Signal.
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Und Masse heißt, das geht quasi gegen Masse.
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Gegen Erdung.
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Ja, genau.
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Hot heißt einfach, da ist Strom drauf.
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Das Hot ist das, was quasi in Verstärker in der Mitte reingeht.
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Und was drumherum ist, ist das, was alles abschirmt.
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Ah, okay. Ist auch dafür ein Bild?
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Ich will dich nicht überstrafizieren. Das ist quasi wie eine Abwasserleitung.
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Wenn mir das einfällt, dann reiche ich das gleich noch nach.
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Du kennst mich. Diesen japanischen, muss ich auch gleich sagen,
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wegen Shownotes, den musst du mir suchen.
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Das ist mir jetzt irgendwie was gegeben.
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Das weiß Karin, das frage ich sofort den Namen.
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Sehr gut. Hallo Karin, danke für deine Hilfe. Also,
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aber wichtig nochmals für modernere Hamburger, da ist es so,
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dass die nicht mehr einfach nur Masse und Hot haben, Sondern wenn du dir jetzt
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diese beiden Spulen vorstellst.
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Dann hast du einmal für die eine Spule zwei Kabelenden sozusagen und für die andere Spule auch.
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Und oft ist es auch so oder kann so sein, dass beim Hamburger die zweite Spule
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gar nicht andersrum gewickelt ist.
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Die ist auch genauso rumgewickelt, aber die sind halt bloß intern so verlötet,
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dass das Signal rechts rum geht.
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Und bei dem anderen haben sie die Pole vertauscht, sodass es dann eben links
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rum geht. Weil man muss den nicht wirklich andersrum wickeln.
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Wichtig ist nur, dass halt, wenn das Ding dann verlötet ist,
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dass halt die eine Seite so rum geht, die andere Seite so rum.
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Und heutzutage kann man eben bei einem Hamburg oft auch noch andere Effekte machen.
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Man kann eben zum Beispiel, und da geht es ja gleich darum, man kann eben auch
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selber von diesen vier Kabeln, die da rauskommen, kann man sich über das hinwegsetzen,
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was der Hersteller sagt, als so ist es der richtige Humbucking-Effekt.
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Und man kann die dann einfach flippen und dann hat man nämlich einen Out-of-Face-Sound.
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Hast du einen Out-of-Face-Sound, in dem eben nicht mehr diese zweite Spule genau
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entgegengesetzt gewickelt ist und auch entgegengesetzt magnetisch gepult ist.
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Das muss ich jetzt gleich nochmal kurz erklären.
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Warum Out-of-Face?
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Genau, das hatte ich dann beim letzten Mal erklärt, das muss ich nochmal wiederholen,
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damit das jetzt diesmal auch ein für allemal ist. du.
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Könntest einfach nur auf die Folge referenzieren dann muss ich das selber.
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Nachvollziehen aber wer das jetzt hört dann muss man das,
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Outerface ist die Folge wir haben jetzt einen Humbucker wir gucken mal nur auf
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einen weil im Prinzip dieser Humbucker der zwei Spulen hat der ist im Prinzip
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auch genau das gleiche wie die Gitarre,
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die zwei Single Coils hat da sind die dann bloß ein bisschen weiter auseinander,
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wenn du zwei Single Coils hast,
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du aber nicht mehr die Situation wie im Hamburger, wo unten ein Magnet.
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Dafür sorgt es automatisch, dass die Screws und die Slugs entgegengesetzte magnetische Richtung haben.
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Und das ist für den Humbugging-Effekt aber wichtig, weil wir haben zwei Spulen,
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die entgegengesetzt sind.
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Und die blockieren oder da vor allen Dingen tiefe Frequenzen,
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aber auch hohe Frequenzen werden da gelöscht oder unterdrückt.
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Die schwingende Seite, wenn die über dem Hamburger schwingt,
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dann entsteht aber durch die invertierte magnetische Polung von dem einen im
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Verhältnis zum anderen keine Löschung der Seite.
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Also da entsteht was Elektromagnetisches, was eben genau wieder andersrum ist
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als das, was als natürliche elektromagnetische Störung kommt.
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Und dadurch, dass das einmal so rum, einmal so rum gepolt ist,
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wird das nicht gegenseitig ausgelöscht.
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Das ist dann so ein bisschen, als ob wir eben eine der Uhren flippen.
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Und dann haben wir nicht mehr, dass die sich gegenseitig, also von vorne nach hinten flippen.
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Dann haben wir nicht mehr, dass sich die auslöschen auf null,
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sondern in dem Fall sogar im Gegenteil würden die sich dann verstärken bei diesen Uhren.
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Ja.
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Das ist der springende Punkt. Also wenn ich jetzt so einen Hamburger Tonabnehmer
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habe und ein Magnet drin, das Feld ist wie in einem Hufeisenmagneten,
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einmal Norden oben, einmal Süden oben.
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Die Spulen sind einmal rechts, einmal links rumgewickelt, dann habe ich den
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perfekten Hambucking-Pickup und die Gitarrenseite, die drüber schwingt,
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lässt in jeder Spule ein Signal entstehen, was fast identisch ist.
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Die Abstände von den beiden Spulen sind ja sehr eng, nicht sehr weit, fast identisch ist.
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Genau entgegengesetzt, sodass der Humbucking-Effekt da nicht greift.
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Das ist kein Störsignal, das ausgelöscht wird, sondern es ist quasi absichtlich
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falschrum in die eine Spule reingeflossen.
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Soweit bist du noch dabei?
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Ja, ich überlege gerade, das Schwingen der Seite, hat das noch eine Relevanz
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in der Stimulierung des Feldes?
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Die Schwingung der Seite und das Magnetfeld, da gibt es dann auch ganz viele
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Diskussionen drum. Auch zum Beispiel, wenn ich ein höheres Signal haben will,
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dann muss ich ja die Seite näher ans Magnetfeld bringen.
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Aber weil dann die Schwingung, also mehr elektromagnetische,
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also dann umgewandlerweise die Ton, also einfach mehr Amplitude erzeugt.
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Und gleichzeitig aber das Problem ist, dass dann auch die Magneten die Seite
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eher anziehen, sodass die schneller aufhört zu schwingen. Ja,
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weil die quasi dann durch den Magnet ja festgehalten wird in gewisser Weise.
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Das ist das Thema. Aber wenn du jetzt dir das so vorstellst,
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jetzt wird es nicht nur verbal, sondern ich muss jetzt auf den Boden gucken,
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aber ich versuche es zu erklären, dass die Leute das sehen.
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Also wir haben jetzt hier, sagen wir mal, wir haben hier einen Hamburger.
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Wir gucken gerade auf so eine quadratische Fliese.
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So, jetzt haben wir, hier sind diese Gitarrenseiten aufgehängt und gehen nach
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oben, quer durch unsere Fliese bis hier oben. Da wird oben gestimmt.
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Das heißt, wenn ich jetzt hier so davorstehe, dann gehen die von links nach
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rechts oder von rechts nach links liegen die Seiten über dem Hamburger.
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Und wenn ich die anschlage, dann schwingen die.
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Sozusagen, also horizontal scheinen die zu liegen, dann schwingen die nach oben und unten.
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Und jetzt habe ich hier im Hamburger aber da und da, also genau in rechtem Winkel,
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habe ich die beiden Spulen.
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Das heißt, wenn die Seite schwingt und die Spulen relativ eng zusammen sind,
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dann ist es fast das gleiche Schwingungssignal, was auf beide Spulen.
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Du hast natürlich in der Seite, wenn du die Zeitlupe siehst,
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siehst du auch die Welle.
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Und dann hast du ja schon so einen Höhendifferenzunterschied,
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der von den Spulen, je nachdem wie weit die auseinander sind,
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dann als Differenz wahrgenommen werden kann.
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Genau, wenn du nämlich zum Beispiel, und da kommen wir bis zum Out-of-Face,
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wenn du diese Idee nimmst, also wenn wir jetzt diese beiden Spulen auseinander
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nehmen, dann fällt ja unser Magnet unten ab, weil der hat ja beide quasi eine
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Nord-, eine Süd polarisiert.
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Das heißt, wir ziehen die jetzt mal auseinander, sodass die wie bei einer Telecaster-Gitarre
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vielleicht so 25 cm auseinander sind.
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Okay.
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Und da haben wir dann immer noch einen Humbucking-Effekt. Er ist aber nicht
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mehr so gut, wie wenn die ganz nah aneinander sind.
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Aber wenn wir die Magnete auch getrennt haben, wir müssen jetzt einen zweiten
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Magnet mit anbringen, dann hätten wir jetzt auch die Möglichkeit,
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zum Beispiel bei dem einen zu sagen, weißt du was, wir drehen jetzt mal den
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Magnet um. Jetzt gucken wir beide nach Norden.
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Das heißt, dann haben wir eine Spule, die rechts rum geht, eine Spule,
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die links rum geht. Und beide sind aber magnetisch gleich.
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Und wenn wir dann die Seite anschlagen, dann wird die genauso ausgelöscht,
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wie jedes andere, was reinkommt, weil durch das Magnetfeld, was jetzt in die
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gleiche Richtung zeigt, sind die Signale in die Spulen eingegeben.
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Die sind jetzt quasi entgegengesetzt, weil die Spulen entgegengesetzt gewickelt sind.
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Du bist jetzt mein Publikum. Ich will das endlich mal in der Insta-Crowd erklären.
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Ja, ich gebe mir Mühe.
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Das heißt, ich wiederhole es nochmal, Wir haben den Humbucker,
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eine rechts rum, eine links rum und die waren im Original bei einem Norden oben,
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beim anderen Süden oben.
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Jetzt ziehe ich die auseinander und drehe die Magneten.
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Das heißt, es sind jetzt zum Beispiel beide Nordpol oben und die sind aber entgegengesetzt gewickelt.
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Der eine rechts rum, der eine links rum und dann entsteht die Situation,
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in der ich Humbucking-Effekt habe und die Seite auch mit diesem Humbucking-Effekt
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gelöscht wird. Aber eben nicht hundertprozentig.
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Durch den Magnetflip haben wir jetzt nicht mehr die Situation, dass die Seite,
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Also quasi invertiert wird, je nachdem, welche Spule du aufgreifst,
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sondern das ist identisch, weil die Pulle gleich sind.
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Aber weil das so weit auseinander ist und wir schlagen die Seite an,
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dann entsteht, wird üblicherweise beschrieben, so ein nasaler Sound.
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Da fehlt so ein bisschen mit der Wumms und sowas. Das ist genau das,
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was ich am Anfang meinte.
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Die Sekundenzeige, diese hohen Frequenzen, die sind eher unterschiedlich.
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Und je weiter die auseinander sind bei der schwingenden Seite,
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desto mehr unterscheiden sie aufeinander. Und da werden die tiefen Frequenzen,
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wo die Schwingungen einfach langsamer sind, die sind sich nicht so unterschiedlich
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und werden eher ausgelöscht.
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Okay.
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Und jetzt haben wir eine Situation von einem Humbucking. Also wenn wir uns das
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jetzt vorstellen würden als eine Gitarre, wo ich umschalten kann,
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ich will nur den einen Tonabnehmer, der an der Seitenaufhängung ist, an der Brücke.
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Da ist der Anschlag immer ein bisschen knackiger.
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Der andere Position ist nur der, der am Hals vorne ist.
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Da schwingen die Seiten ein bisschen größer, sind ein bisschen mehr besser drin,
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ist ein bisschen weicher, der Sound.
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Und dann gibt es eine Mittelposition, wo ich die beiden zusammenschalte.
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Und dann ist es egal, dachte ich gerade, ob es in Serie oder parallel ist,
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aber das ist eine eigene Ebene.
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Schalte ich die beiden zusammen. Und in dem Moment, in dem ich sie zusammenschalte, dann klingen sie nasal.
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Wenn ich den einen Magnet wieder umflippe, dann klingt es wieder so wie ein
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Hamm... Also dann kriegst du es halt humbuggen.
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Und die Einzelpositionen sind davon aber nicht betroffen.
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Wenn ich jetzt nur den einen Tonabnehmer anhab, dann ist dem egal,
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ob Süden oben ist oder Norden oben ist, sondern der kriegt halt das Signal und macht daraus was.
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Hat aber keinen humbugging-Effekt, weil es nur ein Single-Coil ist.
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Das war bei dem Jaguar, war das quasi die Claw. da gibst du diesen,
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da ist der embedded, ist in so ein Metallding embedded, was zusätzlich versucht
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nur von der Seite die Radiowellen und sowas abzuschirmen.
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Okay.
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Also gut, ich mache jetzt hier,
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Versuche das nochmal nicht zusammenzufassen, sondern zu sagen, was wir jetzt haben.
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Wir haben jetzt einen Humbucker, wo wir bei einem den Magnet umgedreht haben
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und dann haben wir Out-of-Face.
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Aber wir haben Humbucking intakt.
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Störgeräusche werden unterdrückt, aber unser Sound ist, weil die Magnete in
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die gleiche Richtung sagen, ist halt so nasal. Das ist ein Out-of-Face-Sound.
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Wir könnten jetzt das auch andersrum machen. Wir könnten die Magneten unterschiedlich lassen.
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Das heißt, der eine ist Norden nach oben, der andere Süden nach oben.
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Und wir tauschen aber die Richtung der einen Spule aus, sodass beide rechts rumgewickelt sind.
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Wenn beide Spulen rechts rumgewickelt sind, gibt es dann noch den Humbucking-Effekt,
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ja oder nein? Frage ich jetzt Flo.
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Ich habe mir 50 Prozent schon.
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Also wir gucken nur auf die Spulen, beide sind in die gleiche Richtung gewickelt.
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Nee, eigentlich darf das nicht sein.
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Dann ist kein Humbucking-Effekt, genau. Das Signal, die da reinkommen,
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werden so, also man könnte sich jetzt ja auch im Extrem vorstellen,
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ich stelle die einfach übereinander.
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Das gibt es nämlich auch. Es gibt Hamburger, wo die nicht nebeneinander sind,
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sondern übereinander. Und die gehen in eine Richtung, gehen in die andere Richtung.
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Aber wenn ich einfach quasi doppelt so viel Wicklungen in eine Richtung mache
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und die sind übereinander, ist kein Hamburger Effekt.
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Das heißt, das Ding brummt.
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Wenn ich da nicht gut abgeschirmt habe. und dadurch, dass die Magnete aber Norden und Süden,
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vertauscht haben, gibt unser Signal jetzt wieder einen Out-of-Face-Sound.
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Es gibt einen Out-of-Face-Sound, weil es quasi in eine Spule wegen Süden oben
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so rum und in eine andere Spule wegen Norden oben andersrum reinkommt.
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Das heißt, da wird dann auch wieder ausgelöscht und wir haben dann quasi,
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es sei denn ein Marxian-Sound, the worst of both worlds.
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Wir haben keinen Hamburg-Effekt, weil Spulen in gleiche Richtung und wir haben
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aber einen Out-of-Face-Sound, den manche einfach auch wollen und deshalb rede
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ich darüber, weil wenn man es erstmal kapiert, dann kann man sich überlegen,
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was man da macht, da komme ich gleich drauf.
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Wir haben Out-of-Face-Sound, weil
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die Magnete trotzdem beide Richtungen zeigen. Das heißt, es brummt und,
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Der Gitarren-Sound ist nasal.
0:36:30–0:36:30
Genau.
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Das wird wahrscheinlich keiner so richtig wollen. Sondern dann würde ich ja
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sagen, Moment, ich will den Out-of-Face-Sound.
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Aber da mache ich das lieber so, dass der Humbugging-Effekt immer noch ist.
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Die Windung in den gegensätzten Richtungen. Aber die Magnete sind andersrum
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getauscht. Und das kann man auch machen.
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Das wäre auf alle Fälle auch eine cleanere Version.
0:36:53–0:36:58
Und das Problem dabei ist nur, wenn du jetzt über eine elektrische Schaltung
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einen Schalter einbaust und eine Gitarre,
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wo du zum Beispiel einfach so flippst und mit dem Flip laufen auf einmal von
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der einen Spule, wenn die Pole umgetauscht,
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dann kannst du mit so einem Kippschalter sehr viel besser Out-of-Face herstellen,
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als wenn du mechanisch diesen Magneten umklickst.
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Und es gibt jetzt auch noch keine E-Gitarre, wo man immer eine 9-Volt-Batterie
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dran hat, um den Magneten quasi aktiv zu machen.
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Das gibt es nicht. Das heißt, diese Idee, Humbucking und Out-of-Face bedeutet
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in der Regel, du musst was mit dem Magneten verändern.
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Und dann ist es sehr schwer, diesen Effekt wieder loszukriegen.
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Okay. Der Magnet ist dann quasi das trägste Element in dem ganzen System.
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Das mechanischste vor allen Dingen, das kann man nicht einfach umpolen,
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es sei denn, das magnetische Feld würde auch elektrisch hergestellt werden,
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aber das ist mir zumindest nicht bekannt.
0:37:55–0:37:59
Und jetzt ist es dann so, was passieren kann, ist,
0:38:00–0:38:05
du hast ein Humbucking, also du hast ein Humbucker rechtsrum,
0:38:05–0:38:08
also wo so zwei Spulen direkt aneinander kleben,
0:38:08–0:38:12
rechtsrum gewickelt, linksrum gewickelt, Norden und Süden sind,
0:38:13–0:38:16
bei rechtsrum gewickelt ist Norden und linksrum gewickelt ist Süden.
0:38:16–0:38:20
Und bei dem anderen, der sieht genauso aus, aber da ist der Magnet umgedreht,
0:38:21–0:38:25
dann ist rechtsrum gewickelt und linksrum gewickelt die andere Polarität.
0:38:26–0:38:30
Das heißt, da ist es genauso wie bei den Single-Coil-Turnabnehmern.
0:38:30–0:38:32
In sich selbst klingen die beide völlig okay.
0:38:34–0:38:37
Aber auch zwei Hamburger-Turnabnehmer, von denen man erst mal denkt,
0:38:38–0:38:40
ach, die sind doch in sich geschlossen, das ist aber genäht,
0:38:40–0:38:42
Norden, Süden, einmal rechts rum, einmal links rumgewickelt.
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Wenn ich die hintereinander schalte, kann ja nichts schief gehen,
0:38:45–0:38:47
weil da sind ja alle Kombinationen abgedeckt.
0:38:47–0:38:51
Aber dem ist nicht so. Man könnte sich ja vorstellen, dass man einfach in einem
0:38:51–0:38:55
der beiden, die aufeinander abgestimmt sind, gleich gewickelt, gleiche Polarität,
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der Magnet unten umdreht, dann sind die immer noch gleich gewickelt,
0:38:59–0:39:03
aber rechts rum ist bei dem einen Norden, beim anderen Süden und links rum ist
0:39:03–0:39:06
bei dem einen Süden und bei dem anderen Norden.
0:39:06–0:39:12
Und dann entsteht ein nasaler Out-of-Face-Effekt mit zwei Hamburgern.
0:39:12–0:39:16
Und das ist eine Option, das habe ich vorhin schon angedeutet,
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die manche auch wirklich wünschen.
0:39:18–0:39:23
Also, dass die wünschen, dass ich in zwei bei einer Les Paul oder so eine Gitarre,
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wo eben zwei Humbucker drauf sind, dass die den Bridge Sound haben,
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den Neck Sound haben, fett wie immer.
0:39:31–0:39:35
Und in dieser Middle Position wollen die dann nicht beide zusammen haben,
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weil das ist jetzt nicht so anders, sondern die wollen dann genau den nasalen
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Sound haben, um so ein bisschen mehr funky, ohne Bässe, ohne Mitten spielen zu können.
0:39:44–0:39:48
Und das wird dann am besten hergestellt, indem du wirklich einen Tonabnehmer
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öffnest, den Magnet umdrehst, wieder schließt und wieder einbaust.
0:39:53–0:39:57
Weil dann hast du diese Humbucking-Sache überhaupt nicht verändert.
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Du hättest sonst ruckzuck mit Umlöten, hättest du den einen andersrum polarisieren
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können, die Pole einfach umdrehen können.
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Aber dann hättest du halt den Humbucking-Effekt verloren.
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Beziehungsweise ja doch und wenn du den einen Magneten aber umdrehst, dann ist es so, dass du,
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Humbucking komplett intakt hast, in dieser Mittelposition, aber immer den nasalen Sound.
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Und das ist quasi die safeste Version, wie man das herstellen kann.
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So, also was war der Take-away von
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dieser kurzen Sommerloch-Episode über Humbucking und Face, Out-of-Face.
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Dass zwei Spulen miteinander Humbucking sind, hat überhaupt nichts damit zu
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tun, wie rum die Magnete gepolt sind, sondern nur die Wicklung der Spule.
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Und kannst du dazu noch mal so Künstlerinnen nennen, die da mitarbeiten?
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Ich habe nur einmal, weil du sagst nach Künstler, Künstlerin,
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ich habe einmal ein Interview gesehen mit, Ich weiß nicht mehr genau, wie der heißt.
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Ich glaube Mark Hammond oder so was von Metallica, der Lead-Gitarrist.
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Und der hatte seine Les Paul-Gitarre dabei und der hat dann irgendwie erklärt.
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You know, I really like it.
0:41:15–0:41:20
But in the middle position, it's got this crazy sound. I don't know how it's doing.
0:41:20–0:41:24
Und er stellt es dann halt so irgendwie vor. Und er hat dann scheinbar eine
0:41:24–0:41:29
Gitarre irgendwie sich geholt, in der diese Tonabnehmer nicht richtig aufeinander
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abgestimmt waren, sodass die magnetische Polarität bei einem geflippt war.
0:41:33–0:41:34
Und er hatte genau diesen Effekt.
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Und er fand es super, aber es ist jetzt gerade auch der Einzige, der mir dazu einfällt.
0:41:40–0:41:46
Aber für so einen Out-of-Face-Sound, das ist schon nicht unüblich so.
0:41:46–0:41:50
Es ist einfach wirklich eine Möglichkeit, wenn du jetzt zum Beispiel Fotobearbeitung hast.
0:41:50–0:41:53
Du kannst dann halt unterschiedlich dramatisch, dramatisch warm,
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dramatisch kalt oder schwarz-weiß. Ups, wo sind wir? Danke.
0:41:58–0:42:02
Wir sind jetzt in der Unterführung zwischen da.
0:42:02–0:42:03
Das ist runter.
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Runter, genau.
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Wir sind Mono. Alles in 3D hier, der Sound.
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Aber bei uns dann Mono.
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Ein bisschen unangenehm ist es schon, oder?
0:42:23–0:42:27
Ja, es ist ein bisschen wie aus einem Film, wo dann alles schief geht.
0:42:30–0:42:34
Und jetzt verlassen wir die Kunst, die Kunst am Bau.
0:42:36–0:42:37
Interesting.
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Also wenn du es jetzt in Fotografien nimmst, ist es halt so wie zum Beispiel
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Sepia oder Schwarz-Weiß.
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Das ist einfach ein extremer Effekt, der einfach dem Bild nochmal was Neues abgewinnt.
0:42:47–0:42:50
Wo du dann versuchst, dass vielleicht eher ein bisschen das bläuliche rötigen.
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Und dann kannst du dann sagen Schwarz-Weiß. Und ähnlich ist das mit diesem Out-of-Face-Effekt.
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Der wird dann auch, das habe ich ganz am Anfang, glaube ich,
0:42:57–0:42:59
in einer der ersten Folgen, Es wird auch teilweise so gemacht,
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dass man den Out-of-Face-Effekt jetzt relativiert, dass zum Beispiel die Spulen
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so gewickelt sind, dass eine nicht ganz die gleiche Spulenanzahl hat,
0:43:09–0:43:13
sondern vielleicht nur die Hälfte davon, sodass ein bisschen Humm gebackt wird
0:43:13–0:43:17
und das Ganze weniger rauscht oder brummt, aber gleichzeitig dann noch ein bisschen
0:43:17–0:43:20
mehr von der Dynamik von einem Single-Call-Tonabnehmer hat.
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Aber da möchte ich das geistetief reingehen.
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Ja, das war meine kurze Folge.
0:43:27–0:43:32
Hier von Dr. Hammacker. Professor Dr. von Hammacker.
0:43:32–0:43:39
Grüße gehen raus in Ali Hacke live, dass ich das vielleicht auch mal anhören
0:43:39–0:43:42
möchte mit den ganzen Gitarrensachen.
0:43:43–0:43:45
Habt ihr euch ja lustig gemacht über mich. Jetzt hast du den Salat.
0:43:46–0:43:51
Nein, überhaupt nicht. Nein, das war ja über mein Verständnis von Herrn Hambacher.
0:43:52–0:43:52
Ja.
0:43:52–0:43:59
Ja, genau, das ist der erste Teil der Sommerfolge 25 Stromgetar.
0:44:00–0:44:04
Und jetzt, so viel sei gesneakt, in vier Wochen geht es weiter mit dem zweiten
0:44:04–0:44:08
Teil. Willst du uns schon verraten, was dann Thema ist?
0:44:09–0:44:13
Ja, das ist interessant, weil in vier Wochen werde ich schon in der Hand haben
0:44:13–0:44:17
können. Und jetzt gerade ist es alles noch in meinem Kopf. Also wenn ich jetzt...
0:44:17–0:44:19
Was hast du vor in den Filien?
0:44:19–0:44:21
Wenn ich jetzt schon drüber rede, dann weiß ich noch nicht genau,
0:44:22–0:44:23
ob ich es richtig darüber sage.
0:44:23–0:44:28
Aber es geht um einen Effekt, den man auf E-Gitarren machen kann,
0:44:28–0:44:32
der diesen, weißt du, was Lab-Steel-Gitarren sind?
0:44:32–0:44:32
Nein.
0:44:32–0:44:37
Das sind diese, die auf dem Tisch quer liegen, wo man dann mit so einem Bottleneck so...
0:44:40–0:44:42
Achso, okay. Also keine Zitter, sondern...
0:44:42–0:44:44
Eine E-Gitarre, die einfach auf den Tisch liegt und du machst so...
0:44:46–0:44:50
Das mag ich. Das ist wie so ein Lineal, was man dann...
0:44:50–0:44:54
Ja genau, das ist der gleiche Effekt. Das ist ja quasi ein Glyssandro, was da so durchgeht.
0:44:55–0:44:59
Und es gibt für diese Lab-Stil-Guitars, gab es dann auch Pedals.
0:45:00–0:45:03
Du konntest dann unten so Sachen drücken und wenn du dann drauf gedrückt hast
0:45:03–0:45:07
mit dem Fuß, dann wurde zum Beispiel eine Seite so ein bisschen hoch gezogen
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oder runter gezogen, sodass der Akkord dann auf einmal aus dem Dur-Akkord,
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dem Moll-Akkord wurde und umgekehrt. Das waren so Special Effects, so der,
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Und das gibt es auch seit,
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Seit eigentlich ein bisschen länger, als ich auf der Erde bin,
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gibt es es auch für Elektrogitarren.
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Und da bin ich gerade auf zwei Ebenen dran und das möchte ich dann beim nächsten
0:45:34–0:45:35
Mal erzählen, damit zu basteln.
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Das eine ist quasi eine gekaufte Lösung auszuprobieren, das andere ist eine
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selbst gebastelte Lösung auszuprobieren.
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Ah ja, spannend. Okay, Mitch, vielen Dank für diese gewickelten und gespulten Einsichten.
0:45:53–0:45:58
Du hast mich als Instagram-Publikum bei der Spule gehalten.
0:45:59–0:46:03
Ja, und das nächste in vier Wochen wird, glaube ich, wirklich ein bisschen einfacher,
0:46:03–0:46:05
auch wenn ich gerade schon gemerkt habe, dass es schwer ist,
0:46:05–0:46:09
diese Töne nachzumachen, wenn man nicht gleich sieht.
0:46:09–0:46:12
Es sei denn, du machst mit mir Harmonien und wir können das dann...
0:46:12–0:46:23
Ich kann die zweite Stimme machen. Okay, das war eigentlich Podcast-Episode 86 und dann bei Folge 88.
0:46:24–0:46:29
Dann hört ihr, wie es weitergeht mit Mitch Sommergitarren.
0:46:30–0:46:33
Stromgitarren. Sommer der Stromgitarren.
0:46:33–0:46:35
Sommer der Stromgitarren. Sommer der Stromgitarren.
0:46:36–0:46:37
Macht's gut.
0:46:37–0:46:38
Tschüss.

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In Erinnerung an C.W.

In dieser Episode befassen wir uns mit dem schottisch-irischen anglikanischen Geistlichen, Dichter und Hymnenschreiber Henry Francis Lyte (1793–1847). Micz hat dieses Thema gewählt, weil er für die Beerdigung einer Kollegin und guten Freundin mit anderen „Abide with Me“ singt und einstudiert. (Ab ca. Minute 39 singt Micz die erste Strophe von „Abide with Me“ und interpretiert Text und Melodie.) Wir arbeiten uns anfangs durch viele Daten, Fakten und Zitate zum Leben, Glauben und Schaffen von Lyte. Dass Micz mit dieser Fülle an Fakten seine Emotionen der Trauer und Melancholie verdrängt, entdeckt Flo – der alte Psychotherapeut – bevor Micz draufkommt (ca. Minute 34, den Abwehrmechanismus könnten wir als Intellektualisierung oder Sublimierung benennen). Henry Francis Lyte wurde besonders bekannt durch seine Hymne „Abide with Me“, die er kurz vor seinem Tod 1847 verfasste. Lytes Kindheit war von familiären Umbrüchen und frühen Trennungen überschattet. Nach der Trennung seiner Eltern verließen diese ihn, und er lebte ab dem neunten Lebensjahr als Waise. Bereits in jungen Jahren begann Lyte, Gedichte zu schreiben, und zeigte außergewöhnliche sprachliche und geistige Begabung. Nach seinem Theologiestudium in Dublin und Cambridge trat Lyte in den kirchlichen Dienst ein und wirkte in mehreren Gemeinden, zuletzt über zwei Jahrzehnte lang in Brixham, Devon. Ein prägendes spirituelles Erlebnis am Sterbebett eines Mitbruders führte zu einer Vertiefung seines Glaubens und prägte seine spätere Theologie. Gesundheitlich war Lyte seit jungen Jahren angeschlagen. Seine Tuberkulose zwang ihn immer wieder zu Aufenthalten in wärmerem Klima – unter anderem in Südfrankreich und Italien. Er starb 1847 in Nizza, zuvor hatte er die letzte Version und Anmerkungen zu „Abide with Me“ nach England geschickt. Die Hymne vereint Lytes persönliche Glaubensgewissheit mit dem Wunsch göttlicher Nähe im Angesicht des Todes. Die Hymne wurde überkonfessionell bekannt, bei königlichen und staatlichen Trauerfeiern sowie Sportveranstaltungen gesungen und gehört bis heute zu den meistgeschätzten Kirchenliedern im englischsprachigen Raum. Schließlich finden wir noch zwei popkulturelle Referenzen, die von Lyte inspiriert scheinen: „Help“ von den Beatles und „Hey Hey, My My (Into the Black)“ von Neil Young.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:01
Okay, dann fängst du an.
0:00:06–0:00:09
Ist das eigentlich manchmal peinlich, hier anzufangen zu reden,
0:00:09–0:00:10
wenn so Leute um uns rum sind?
Florian Clauß
0:00:10–0:00:11
Nö, überhaupt nicht.
Micz Flor
0:00:12–0:00:14
Deshalb machst du es aber nicht so enthusiastisch, wirklich.
0:00:15–0:00:20
Wir haben den signifikanten Glockenturmschlag gerade verpasst.
Florian Clauß
0:00:21–0:00:29
Aber ich sag hallo und herzlich willkommen bei eigentlich Podcast Episode 76.
0:00:30–0:00:37
Mitch, weißt du das? In deiner nächsten Episode, 78, da werden wir drei Jahre alt.
Micz Flor
0:00:37–0:00:38
Wirklich?
Florian Clauß
0:00:40–0:00:44
78, dreijähriges Bestehen von eigentlich Podcast, der Podcast,
0:00:44–0:00:49
wo wir im Laufen reden und laufend reden. Oder so ähnlich.
0:00:50–0:00:53
Das wird immer besser in der 8 nach 76 Podcast.
Micz Flor
0:00:53–0:00:55
Wobei jeder macht ja die Hälfte.
Florian Clauß
0:00:55–0:01:00
Immer wieder laufe ich dagegen. Aber wir sind unterwegs hier,
0:01:01–0:01:05
ich sage jetzt, ich verrate den Ort, am Lausitzer Platz.
0:01:05–0:01:08
Wir sind ziemlich oft in Kreuzberg, muss ich sagen.
0:01:08–0:01:13
Am Lausitzer Platz haben wir uns getroffen. Mitch meinte, da möchte er gerne starten.
0:01:13–0:01:17
Unser Podcast funktioniert so, dass wir uns irgendwo in Berlin,
0:01:17–0:01:20
meistens Berlin, treffen, gemeinsam eine Strecke laufen.
0:01:21–0:01:26
Den könnt ihr dann auf eigentlich-podcast.de nachschauen, wie wir langgelaufen sind.
0:01:26–0:01:31
Die nehmen wir dann auch auf. und einer bringt dem anderen ein Thema mit,
0:01:31–0:01:33
das wir dann besprechen.
0:01:33–0:01:36
Wir haben jetzt in letzter Zeit ziemlich viele Gastfolgen gehabt.
0:01:36–0:01:44
Zum Beispiel hatte ich, letzte Folge, 75, Rolf Behringer dabei.
0:01:45–0:01:49
Die hatten wir aber auch schon vor einer Zeit aufgenommen. Ist jetzt released worden.
0:01:49–0:01:54
Und, so viel kann ich verraten, nächste Folge von mir wird wieder eine Gastfolge.
0:01:55–0:01:59
Nämlich mit Ali, Ali Hacke live, mit dem ich schon mal auf dem 34,
0:01:59–0:02:02
die 38 C3 zusammen eine Folge gemacht habe.
0:02:03–0:02:10
Der Ali hostet den Podcast auch interessant und ist war in Berlin oder ist noch in Berlin.
0:02:10–0:02:13
Und wir sind durch das Regierungsviertel gelaufen.
0:02:14–0:02:19
Ja, so viel Sneak. Vielleicht hast du auch eine Gastfolge in Aussicht.
Micz Flor
0:02:20–0:02:24
Ja, und wenn es soweit ist, also ich kann auch keine Nummer drauf geben,
0:02:24–0:02:27
aber es gibt in der Tat Planung für eine Gastfolge.
0:02:27–0:02:30
Aber ich hatte ja bis jetzt nur zwei Gäste, entweder meinen Bruder und der ist
0:02:30–0:02:34
gerade nicht in Berlin und dann wahrscheinlich eine Folge mit Anja Ullrich.
Florian Clauß
0:02:34–0:02:38
Ja, die ist auch sehr frequentiert und beliebt, die Folge, muss ich sagen.
Micz Flor
0:02:38–0:02:41
Ja, ja, ja. Was ist eigentlich systemische Therapie?
Florian Clauß
0:02:41–0:02:44
Ist auch super. Ich habe mir die sogar zweimal angehört.
Micz Flor
0:02:44–0:02:44
Echt?
Florian Clauß
0:02:44–0:02:45
Ich glaube, ja.
Micz Flor
0:02:45–0:02:47
Dann müssen wir mal einen Fragebogen rausgeben und gucken.
Florian Clauß
0:02:49–0:02:52
So funktioniert Psychotherapie.
Micz Flor
0:02:53–0:02:59
So und jetzt das neue also wie gesagt einer bereitet ein Thema vor das bin ich,
0:03:01–0:03:05
und manchmal wissen die anderen was das Thema ist, aber heute weiß Flo es nicht
0:03:05–0:03:13
und vielleicht wollte ich auch das ist glaube ich nicht so dein Lieblingsthema Gitarren ne,
0:03:13–0:03:18
diesmal geht es nicht um Gitarren aber es ist ja so dass eigentlich Podcast
0:03:18–0:03:19
manchmal unfassbar viel Arbeit ist.
0:03:20–0:03:23
Und jetzt bei mir ist irgendwie so viel zusammengekommen und halt eben auch
0:03:23–0:03:25
der Ort hier im Lausitzer Platz.
0:03:25–0:03:27
Und wir beginnen mit der Kirche.
0:03:28–0:03:30
Also es geht auch um kirchliche Themen.
0:03:32–0:03:36
Und da stehen wir jetzt vor der, die hast du gerade schon fotografiert zum Vorbeigehen,
0:03:36–0:03:37
aber ich mache nochmal ein großes Foto.
0:03:37–0:03:41
Da steht jetzt ein Text auf der Kirche.
Florian Clauß
0:03:41–0:03:43
Interessant, den habe ich tatsächlich noch nicht wahrgenommen,
0:03:43–0:03:50
bis zu diesem Moment, wo du jetzt dieses Thema vorgestellt hast.
0:03:50–0:03:51
Du hast noch kein Thema vorgestellt.
0:03:51–0:03:57
Auf dem Ikonenbild, wie heißt die Kirche?
Micz Flor
0:03:57–0:04:02
Das ist die Emaus-Gemeinde, Emaus-Ölberg-Gemeinde. Ich weiß gar nicht genau,
0:04:02–0:04:03
wie die Kirche wirklich heißt.
0:04:04–0:04:09
Aber da steht, wir sehen zwei Menschen oben in der Mitte.
0:04:10–0:04:12
Das ist Jesus, können wir vielleicht verraten.
Florian Clauß
0:04:12–0:04:13
Für die, die es nicht sehen. Drei Menschen.
Micz Flor
0:04:14–0:04:17
Insgesamt drei Menschen, genau, Jesus ist ein Mensch, da sind wir schon mitten im Thema.
0:04:19–0:04:23
Und unten drunter steht, wenn du das kurz vorlesen könntest.
Florian Clauß
0:04:23–0:04:27
Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden. Ja, genau.
0:04:28–0:04:33
Also ein typischer Bibel, hebräisches, aus dem Hebräisch übersetzt.
0:04:35–0:04:36
Da kommen die Fanfaren.
Micz Flor
0:04:40–0:04:43
Die andere, der Aufhänger, weil es so viele Aufhänger gibt.
0:04:44–0:04:51
Wir nehmen jetzt vor Ostern auf und es wird nach Ostern gesendet.
Florian Clauß
0:04:51–0:04:53
Eine Woche nach Ostern.
Micz Flor
0:04:53–0:04:57
Im Prinzip handelt es sich nämlich hier um etwas, was sehr eng mit Ostern verbunden ist.
0:04:58–0:05:07
Also am Karfreitag, da ist ja die Kreuzigung Jesu in Golgatha und das Begräbnis in einem Felsengrab.
0:05:08–0:05:12
Am Samstag, Ruhe im Grab, die Jünger trauern, keine Aktivitäten.
0:05:13–0:05:15
Und das ist der Tag des Schweigens.
Florian Clauß
0:05:16–0:05:19
Der höchste evangelische Feiertag.
Micz Flor
0:05:21–0:05:22
Der Karsamstag?
Florian Clauß
0:05:22–0:05:23
Nee, der Karsfreitag.
Micz Flor
0:05:23–0:05:24
Der Karsfreitag.
Florian Clauß
0:05:24–0:05:31
Und der Ostersonntag ist der höchste katholische Feiertag.
Micz Flor
0:05:31–0:05:36
Und an dem ist die Auferstehung Jesu. Früher Morgen, Frauen,
0:05:36–0:05:41
die Salben mitgebracht haben, um den Leichnam wahrscheinlich zu salben,
0:05:42–0:05:47
entdecken das leere Grab, Engel erscheinen und Jesu zeigt sich ersten Jüngern.
Florian Clauß
0:05:48–0:05:49
Das ist am Ostersonntag.
Micz Flor
0:05:49–0:05:53
Und jetzt wird es interessant, beziehungsweise auch wieder verwirrend,
0:05:53–0:06:04
weil am Ostermontag geht es dann darum, dass zwei Jünger nach E-Maus wandern, tief betrübt.
0:06:05–0:06:08
Und Jesus ist bei ihnen, aber sie erkennen ihn nicht.
Florian Clauß
0:06:09–0:06:12
E-Maus ist das, also du hast gerade gesagt, eine Stadt.
Micz Flor
0:06:13–0:06:15
Ein Ort. Ein Ort, ja, ich weiß nicht genau.
Florian Clauß
0:06:15–0:06:20
Aber der muss ja dann auch irgendwo da in der Nähe von Jerusalem sein, ne?
Micz Flor
0:06:21–0:06:23
Wenn man, ja, oder eben Golgatha.
Florian Clauß
0:06:23–0:06:30
Golgatha ist ja quasi das Tal vor Jerusalem. Ist doch am Ölberg, oder?
Micz Flor
0:06:30–0:06:33
Genau, eben aus Ölberggemeinde heißt es hier am Lausersalber.
0:06:33–0:06:35
Du kennst dich richtig gut aus.
Florian Clauß
0:06:35–0:06:44
Naja, ich war ja vor sieben Jahren da. War ich auf dem Ölberg und hab Jerusalem besucht.
0:06:46–0:06:49
Und ich habe das auch bildlich vor mir. Das ist alles nicht so weit.
Micz Flor
0:06:49–0:06:55
Okay, gut. Aber an diesem Tag, an dem Ostermontag, wie ich gerade vorgelesen
0:06:55–0:06:56
habe, so hatte ich es an einer Quelle gefunden.
0:06:57–0:07:02
Aber woanders hieß es, dass Lukas berichtet, also im Lukas Evangelium,
0:07:02–0:07:08
dass ein jünger Kleopas heißt, ja, mit jemand anderem, der anonym bleibt,
0:07:08–0:07:12
am gleichen Tag, also am Auferstehungssonntag wäre das dann,
0:07:12–0:07:16
in niedergeschlagene Stimmung von Jerusalem nach Emaus ging.
0:07:17–0:07:21
Und unterwegs treffen sie den auferstandenen Jesus, aber sie erkennen ihn nicht.
0:07:22–0:07:28
Und der so deshalb unbekannter Begleiter spricht mit ihnen auch über Spiritualität.
0:07:28–0:07:30
Es ist gar keine so lange Passage da.
0:07:31–0:07:36
Und wenn sie dann ankommen in Emaus, dann laden sie ihn ein,
0:07:36–0:07:40
nochmal mit hineinzukommen. Und das ist genau, den werden wir gleich nochmal
0:07:40–0:07:42
wörtlich, diese Passage hören.
0:07:43–0:07:46
Also das ist genau der Moment, den wir da gesehen haben. Also die beiden sprechen
0:07:46–0:07:50
Jesus an, den sie aber nicht erkennen, sind aber gut zu ihm und sagen,
0:07:50–0:07:53
es ist schon Abend, tritt doch ein oder bleib bei uns.
0:07:55–0:07:57
Und dann gibt es das Abendmahl.
0:07:59–0:08:00
Als Jesus das Brot bricht.
Florian Clauß
0:08:01–0:08:04
Also das ist das legendäre Abendmahl zu dem Zeitpunkt.
Micz Flor
0:08:04–0:08:07
Ja, ich denke, es ist das Abendmahl. Ich bin nicht so bibelfest.
Florian Clauß
0:08:08–0:08:11
Nee, das Abendmahl ist eigentlich vor der Kreuzigung.
Micz Flor
0:08:12–0:08:14
Okay, dann ist es einfach nur ein Abendmahl.
Florian Clauß
0:08:14–0:08:15
Ein Abendmahl, ja.
Micz Flor
0:08:15–0:08:21
Ach genau, das Abendmahl, dieses Bild, ja stimmt, da sind ja dann alle mit versammelt.
0:08:22–0:08:27
Weil Petrus ist ja noch in Golgatha und hat da sich auch verwundert dass das
0:08:27–0:08:33
Grab leer war, wie ich lesen konnte in der Lutherbibel Version 2017 heißt es im Deutschen,
0:08:33–0:08:37
bleibe bei uns denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt,
0:08:38–0:08:44
ich habe jetzt insgesamt glaube ich 13 Übersetzungen gefunden von diesem Abschnitt,
0:08:44–0:08:51
also ins Deutsche und es gibt diesen Begriff Herr den gibt es gar nicht,
0:08:51–0:08:55
weil der Begriff Herr erinnert mich eigentlich immer auch an Gott und nicht an.
Florian Clauß
0:08:55–0:09:00
Ja, das ist Elohim. Elohim ist das hebräische Wort für Herr und das Ding ist
0:09:00–0:09:08
halt die, also im Judentum darfst du ja nicht den Namen des Gottes sagen, was Jahwe ist.
0:09:09–0:09:14
Deswegen gibt es diese Punktierung im Hebräischen, die dann halt Jehova,
0:09:14–0:09:16
es sind die gleichen Wurzelbuchstaben.
Micz Flor
0:09:16–0:09:18
Also es ist die Konsonanten oder so sind.
Florian Clauß
0:09:19–0:09:22
Glaube ich, aber die Fülsel sind nicht. Aber die Punktierung,
0:09:22–0:09:27
die du im modernen Hebräisch nicht hast, die zeigen im Prinzip die Vokale und
0:09:27–0:09:31
deswegen ist Jahwe, also wenn das so geschrieben ist, ohne Punkte, sieht das gleich aus.
0:09:31–0:09:34
Und Jehova, da wird halt die Punktierung anders gesetzt.
0:09:34–0:09:38
Und das wird dann halt immer, Jehova wird dann ausgesprochen,
0:09:38–0:09:42
wenn dann Texte vorgelesen werden. Oder Elohim ist der Herr.
Micz Flor
0:09:43–0:09:48
Ja, siehst du, mit dir kann man über alles reden. Deshalb mache ich das so gerne mit dir.
Florian Clauß
0:09:48–0:09:49
Über alles kann man reden.
Micz Flor
0:09:50–0:09:52
Wie hat Hertha beim letzten Spieltag...
Florian Clauß
0:09:52–0:09:53
Nein, nicht über alles.
Micz Flor
0:09:55–0:10:02
Ja, warum beschäftigen wir uns damit? Im Englischen heißt dieses...
Florian Clauß
0:10:03–0:10:07
Wollen wir durch den Krater gehen?
0:10:07–0:10:10
Also wir sind jetzt hier am Gurley und stehen vor diesem Krater.
0:10:11–0:10:15
Hier war mal so ein Gurley-Tunnel. Weißt du darüber was?
Micz Flor
0:10:15–0:10:16
Wo ist der Tunnel?
Florian Clauß
0:10:16–0:10:19
Ich weiß nicht, ich habe es nur auf OpenStreetMap vorhin gesehen,
0:10:19–0:10:22
habe mich gefragt. Wahrscheinlich sind es...
Micz Flor
0:10:22–0:10:24
Auf OpenStreetMap war der eingezeichnet, oder was?
Florian Clauß
0:10:24–0:10:26
Ja, da stand Girlie Tunnel.
Micz Flor
0:10:26–0:10:28
Ja, das war wirklich ein Tunnel unten.
Florian Clauß
0:10:28–0:10:30
Ja, hier doch, da siehst du die Mauerwesten.
Micz Flor
0:10:30–0:10:33
Und wenn du da hinten rechts rausgehst, dann siehst du sogar noch den Eingang,
0:10:33–0:10:35
der halt inzwischen zu ist. Können wir gerne mal gucken.
Florian Clauß
0:10:35–0:10:36
Aber ist das jetzt ein Bombengrad?
Micz Flor
0:10:37–0:10:40
Das ist interessant, weil ich es auch nicht weiß. Aber hier war natürlich Girlie,
0:10:40–0:10:42
der Bahnhof, auch Zugstrecken.
0:10:43–0:10:45
Und ich weiß es nicht.
0:10:46–0:10:49
Vielleicht kannst du diese Sachen in die Shownotes packen.
0:10:49–0:10:54
Aber ich habe auch immer überlegt, ob es entweder hier ein angelegter Krater
0:10:54–0:10:56
ist, der so dann nochmal...
0:10:58–0:11:02
Verdeutlichen und festhalten wollte, dass hier Krieg war und dass hier natürlich
0:11:02–0:11:10
die Gleise wegen Munition und Abtransport in die Konzentrationslager bombardiert wurden.
0:11:10–0:11:14
Also hier Gleistreieck, das waren ja, oder auch hier Anhalter Bahnhof,
0:11:14–0:11:17
die waren ja schwer bombardiert.
0:11:18–0:11:22
Und ich weiß auch nicht, ob das hier entweder eine künstlerische Interpretation
0:11:22–0:11:26
ist, das festzuhalten, um zu sagen, was hier passiert ist, oder ob es wirklich
0:11:26–0:11:30
so geblieben ist und man dann einfach entschieden hat, das hier anders zu bauen
0:11:30–0:11:31
und es hier nicht zuzuschütten.
Florian Clauß
0:11:31–0:11:37
Ich würde vermuten, dass es also, dass es nicht beabsichtigt ausgehoben wurde,
0:11:37–0:11:39
sondern muss irgendwie was passiert sein.
0:11:40–0:11:43
Aber wir nehmen das mal so mit, weil wir werden bestimmt nicht das letzte Mal
0:11:43–0:11:43
durch den Görlitz gehen.
0:11:44–0:11:47
Letztes Mal, als wir hier durchgegangen sind, oder eines der letzten Male,
0:11:47–0:11:52
ich bin ja auch hier mit Rolf gegangen und der hat sich dann auch in den Görlitzer
0:11:52–0:11:55
Park, er wusste nicht, als Freiburger geht man da nicht, wenn es dunkel ist,
0:11:56–0:11:58
dass man so viel konnte. Aber wir sind dann durchgegangen.
Micz Flor
0:11:58–0:12:00
Auch beim Dunkeln?
Florian Clauß
0:12:00–0:12:03
Ja, es war dunkel. Es war mitten im Winter.
0:12:05–0:12:11
Es war aber die Trasse da hinten, die war ein bisschen dunkel.
0:12:11–0:12:16
Aber das letzte Mal, als wir da durchgegangen sind, das möchte ich mal referenzieren,
0:12:16–0:12:18
da sind wir ja von Maikäfern, Junikäfern angegriffen worden.
0:12:19–0:12:21
Aber war das da hinten? Das war hier. Das war hier, die Allee.
Micz Flor
0:12:22–0:12:23
Kapteurer Park?
Florian Clauß
0:12:23–0:12:29
Nee, aber hier gab es auch Das war so die Schlüpfphase, wo dann alle rausgekommen
0:12:29–0:12:32
sind und uns für Bäume gehalten haben.
Micz Flor
0:12:34–0:12:36
Wo wir uns einfach für im Weg gehalten haben.
Florian Clauß
0:12:37–0:12:42
Nein, die haben sich ja in die Haare so verfranst. Das ist halt so deren instinktives, ja, irgendwas.
Micz Flor
0:12:42–0:12:43
Irgend so was.
Florian Clauß
0:12:43–0:12:46
Im Mund reinkrabbeln und Eier legen durch die Nase.
Micz Flor
0:12:46–0:12:49
Das erinnert uns an die Folge von Drood. So, jetzt wie finde ich die Brücke
0:12:49–0:12:52
wieder zurück ins Thema.
0:12:52–0:12:59
Und zwar wollte ich jetzt erstmal die englische Version der King James Bibel vorlesen.
0:12:59–0:13:04
Von dem gleichen Text, die heißt But they constrained him saying,
0:13:04–0:13:09
abide with us, for it is toward evening and the day is far spent.
0:13:11–0:13:12
Also dieses ...
Florian Clauß
0:13:12–0:13:14
Was heißt constraint in dem Zusammenhang?
Micz Flor
0:13:15–0:13:17
Nein, die haben ihn festgehalten oder zurückgehalten.
Florian Clauß
0:13:17–0:13:20
Es ist immer recht übergriffig, die Formulierung.
Micz Flor
0:13:20–0:13:25
Es ist eine sehr direkte Ansprache. Da müssen wir durch, wieder raus jetzt.
Florian Clauß
0:13:25–0:13:28
Wir gehen jetzt einfach geradeaus die Straße runter.
Micz Flor
0:13:29–0:13:33
Und abide with us ist eben bleibe bei uns. Stay with us ist auch manchmal moderne.
0:13:33–0:13:35
Abide with us ist wohl so ein altenglisches.
0:13:36–0:13:40
Bleib bei uns. Also abide with me ist eigentlich das, wo ich hin will jetzt.
0:13:40–0:13:46
Weil es gibt ein Lied, also diese Verknüpfung mit der Emaus-Ölberg-Gemeinde
0:13:46–0:13:53
und dem Lied, was ich gerade singe mit ein paar Menschen für,
0:13:54–0:13:57
jetzt bleibt es so ein bisschen anonymer, du weißt ja, es ist die Beerdigung
0:13:57–0:13:58
nächste Woche am Mittwoch.
Florian Clauß
0:13:59–0:13:59
Ja.
Micz Flor
0:13:59–0:14:07
Und dafür singe ich mit ein paar anderen, die völlig unerwartet verstorbene
0:14:07–0:14:11
Kollegin, mit der wir auch privat, du kennst ja auch was auf der Weihnachtsparty und so,
0:14:12–0:14:15
da singen wir ein Lied und das heißt Abide With Me.
0:14:15–0:14:18
Und das ist so ein ganz schön englisches Lied und das ergreift mich auch sehr
0:14:18–0:14:20
und das hat mich einfach viel beschäftigt.
0:14:20–0:14:24
Und weil ich jetzt eine Folge machen möchte, aber auch eine Folge machen muss,
0:14:24–0:14:26
habe ich dann eben gedacht, ich nehme mir das mal, ich gucke mir das mal ein
0:14:26–0:14:32
bisschen genauer an. Und dann kam dieser Link halt zu Berlin über die Kirche,
0:14:32–0:14:35
wo wir gerade angefangen haben. Fand ich irgendwie, das passt so ganz gut.
Florian Clauß
0:14:35–0:14:40
Ah, okay. Also du hast dann auf dem, also das Wort Abide hatte ich ja noch.
Micz Flor
0:14:40–0:14:43
Abide with me. Und dann habe ich gedacht, als ich angefangen habe,
0:14:43–0:14:46
so jetzt möchte ich mal ein bisschen recherchieren zu dem Lied und ein bisschen
0:14:46–0:14:48
was darüber sagen. Vielleicht ist es ja eine Folge.
0:14:51–0:14:54
Dann kam ich halt in der Übersetzung drauf, Moment Mann, das kennst du doch
0:14:54–0:14:58
den Spruch. und dann bin ich halt eben nochmal hingegangen und hab's mir angeschaut
0:14:58–0:15:00
und hab gesagt, ach, das ist ja lustig, da können wir wirklich auch anfangen.
0:15:01–0:15:06
Das war wie so eine Bestätigung, dass ich darüber sprechen darf und Verifikation oder dass.
Florian Clauß
0:15:06–0:15:07
Das relevant ist. Wer erlaubt dir das?
Micz Flor
0:15:09–0:15:11
Die Stadt Berlin hat's mir erlaubt.
Florian Clauß
0:15:12–0:15:14
Der Vibe, der Vibe.
Micz Flor
0:15:15–0:15:21
Und das andere, was du gerade gesagt hast, hier mit, na, mit,
0:15:22–0:15:28
wo ich Drood gesagt hatte, wie kann man da gerade nochmal Du hattest irgendetwas Unheimliches?
Florian Clauß
0:15:31–0:15:34
Übergriffig oder meinst du das davor?
Micz Flor
0:15:34–0:15:39
Nee, hab's vergessen. Aber auf jeden Fall sprechen wir auch über die Zeit,
0:15:39–0:15:51
in der eben zum Beispiel Charles Dickens, den ich über die Folge Drood mal vorgestellt hatte, auch.
0:15:52–0:15:57
Das ist so diese Zeit, also so frühes, mittleres, spätes 19.
0:15:58–0:15:59
Jahrhundert in England.
Florian Clauß
0:15:59–0:16:05
Ja, das fällt mir auch, also Druid, das ist so, was ich zuletzt auch dann mit
0:16:05–0:16:09
Chris über Nosferatu besprochen habe, das Dread, das war mir als Ausdruck,
0:16:09–0:16:11
Dreadlocks und so weiter, das kennt man ja,
0:16:12–0:16:17
aber das ist halt so dieses morbide, das Wort, das ist auch in diesem Kontext
0:16:17–0:16:22
mit den Ramm Stokers, mit dem Dracula, ist das dann auch so verwendet worden.
Micz Flor
0:16:22–0:16:25
Genau, Dread ist so eine Art Schrecken, so ein tiefer Schrecken.
0:16:25–0:16:31
Also Drood wiederum ist benannt nach dem letzten unfertigen Roman von Charles Dickens.
0:16:31–0:16:36
Edwin Drood heißt er, die Hauptperson. Und da so kam es dann auf den Titel drauf.
0:16:36–0:16:39
Aber es sieht auch einfach gut aus. D-R-O-O-D ist echt einfach.
0:16:39–0:16:43
Du siehst es so und es ist irgendwie unheimlich. Wahrscheinlich wegen Dread.
0:16:46–0:16:49
Und dieser Schreiber, über den wir uns jetzt, der kommt aber aus einer anderen Richtung.
0:16:49–0:16:55
Der heißt Henry Francis Light, lebte von 1793 bis 1847,
0:16:56–0:17:05
ist also 54 Jahre alt geworden und hat viele Texte, Poems, Hymnen geschrieben.
0:17:05–0:17:09
Und Abide With Me ist auch eine Hymne, die, wie wir später noch herausfinden
0:17:09–0:17:16
werden, kulturell in England immer noch ganz, ganz, ganz zeitgemäß ist.
0:17:16–0:17:22
Also ganz viel gesungen wird, zum Beispiel bei jedem FA Cup Final oder bei jedem
0:17:22–0:17:27
Rugby Spiel der Liga wird halt dieses Abide With Me am Anfang gesungen als Lied.
0:17:27–0:17:35
Obwohl es ein sehr morbides Lied ist, einfach im Sinne von es geht um Sterben,
0:17:35–0:17:39
es geht um die Zeit kurz vor dem Tod.
0:17:40–0:17:47
Das ist eigentlich auch irgendwie ein Gebet. 1947 ist Henry Francis Light gestorben.
0:17:48–0:17:55
Und erst 16 Jahre nach einem Tod wurde dann dieser Text von einem Komponisten,
0:17:55–0:17:58
William Henry Monk, aufgegriffen.
0:17:58–0:18:03
Und der hat dann 1861 die Melodie Eventide, heißt das.
0:18:04–0:18:06
Das Wort Eventide kommt auch vor. Wir gucken uns nachher nochmal den Text an.
0:18:06–0:18:11
Da hat er eine Melodie geschrieben, die jetzt quasi eins zu eins verwoben ist
0:18:11–0:18:14
mit diesem Lied und auch so immer aufgeführt wird.
0:18:14–0:18:18
Ich habe in einer Quelle auch noch gefunden, dass William Henry Monk,
0:18:18–0:18:23
der als Komponist und aber auch als Redakteur, wo sie eine ganze Sammlung von
0:18:23–0:18:25
christlichen Hymnen gebastelt hat,
0:18:26–0:18:32
dass 1861 eine seiner Töchter dreijährig verstorben sei Und vielleicht,
0:18:32–0:18:37
dass auch dann die Melodie mit inspiriert hätte, beziehungsweise die Auseinandersetzung
0:18:37–0:18:38
mit dem Lied Abide With Me.
0:18:38–0:18:44
Weil das, was wir gerade genannt haben, bleibt bei uns, das will Abend werden oder so.
0:18:45–0:18:48
Und heißt in diesem Lied einfach Stay With Me in dem Moment,
0:18:48–0:18:51
in dem mich das Leben verlässt, in dem ich sterbe.
0:18:52–0:18:56
Und das eher vielleicht da war so meine Vermutung aufgrund von einem persönlichen
0:18:56–0:19:01
Schicksalsschlag, dass ich auch sehr tief mit verbinden konnte.
0:19:01–0:19:06
Aber ich habe das nur einmal gelesen und dann keine weitere Quelle dazu gefunden.
0:19:07–0:19:10
Ich lese mal kurz die ersten beiden Strophen vor.
Florian Clauß
0:19:10–0:19:11
Ja, gerne.
Micz Flor
0:19:11–0:19:14
In Englisch und dann so in einer deutschen Übersetzung.
0:19:17–0:19:24
Abide with me, fast falls the eventide. The darkness deepens, Lord, with me abide.
0:19:25–0:19:32
When other helpers fail and comforts flee, help of the helpless, oh, abide with me.
0:19:34–0:19:41
In Deutsch, bleib bei mir, schnell sinkt das Tageslicht, die Dunkelheit wächst, Herr, bleibe bei mir.
0:19:42–0:19:51
Wenn Trost versiegt oder eben die Helfer mich verlassen, hilft den Hilflosen, bleibt bei mir.
0:19:52–0:19:56
Help of the Helpless heißt eigentlich die Hilfe der Hilflosen,
0:19:56–0:20:00
aber ich habe es ja als hilft den Hilflosen übersetzt, weil ich dachte mir,
0:20:00–0:20:06
es ist vielleicht sinngemäßer, aber nicht wörtlich.
0:20:07–0:20:14
Die zweite ist wirklich sehr düster. Du kannst jetzt den Nosferatu-Stimmung irgendwie anmachen.
0:20:15–0:20:20
Das heißt Zwift to its close ebbs out life's little day.
0:20:20–0:20:28
Earth's joy grow dim, its glories pass away. Change and decay in all around I see.
0:20:29–0:20:32
O thou who changest not, abide with me.
0:20:33–0:20:38
Im Deutschen etwa rasch eilt dahin das Lebens kurzer Tag.
0:20:39–0:20:47
Die Erde glanzverblasst und die Glorie verstreicht.
0:20:49–0:20:54
Wechsel und Zerfall sehe ich in allem um mich herum.
0:20:55–0:21:01
O du, der du dich nicht änderst, abide with me. Also bleib bei mir.
Florian Clauß
0:21:02–0:21:07
Und das ist dann schon immer so eine göttliche Instanz angerufen?
Micz Flor
0:21:10–0:21:14
Ja, also ich weiß auch nicht genau, wie kurz oder lang die Folge wird und wo es genau hingeht.
0:21:14–0:21:17
Ich weiß bloß bei mir gerade, dass mich das richtig tief ergreift.
0:21:17–0:21:18
Ich bin einfach auch gerade in Trauer.
0:21:20–0:21:24
Und du weißt ja, ich bin jetzt nicht, ich bin aus der Kirche ausgetreten.
0:21:24–0:21:31
Ich bin kein Mensch, der betet oder in einer Religion irgendwie so sich,
0:21:31–0:21:37
ich wollte sagen, verfangen hat. Aber das ist schon bewertend.
Florian Clauß
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Aufgehoben fühlt.
Micz Flor
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Ja, oder sich dazugehörig fühlt oder so. Und gleichzeitig muss ich schon sagen,
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dass es so ist, dass ich in meinem Beruf als Psychotherapeut natürlich viel
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mit Menschen zu tun habe,
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wo aus all dem, was alle irgendwie so haben, auf einmal so ganz emergent etwas hochsteigt.
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Ein Zwang oder eine Angst oder es ist halt so, dass die Sachen manchmal neurophysiologische
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Hintergründe oder Substrate haben, aber oft wirklich auch stimmungsmäßig dieses Gefühl,
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dass Dinge entstehen, dass Dinge irgendwie entstehen und irgendwie diese Trauer,
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die einfach entsteht aus Sachen, die man benennen kann,
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Aber nichts von dem, was man benennen kann, was rundherum passiert,
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in der Summe lässt diese, also kann die Trauer beschreiben.
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Also wer nicht getrauert hat, weiß das auch nicht so.
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Und irgendwie ist es da so, dass mich das einfach gerade sehr begleitet,
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das Lied, weil wir es auch viel üben.
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Und dann entstehen halt so bestimmte Dinge, die so auch so ganz widersprüchlich
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sind. Und wenn du dann mit anderen Menschen zusammen singst und du dann irgendwie
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merkst, wow, wir werden da irgendwie wirklich eine Stimme.
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Es kommt so langsam zusammen und vielleicht singe ich auch noch ein bisschen was vor, ich weiß nicht.
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Aber weil die Stimme auch immer was so, die Melodie selbst auch ergreift in
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der Dramatik, finde ich.
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Und dann gibt es so Momente, wo man auf einmal lacht und sich freut,
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weil es einfach so ergreifend ist. und dann aber vor dem Hintergrund,
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warum wir das machen, dann eben die Trauer auch wieder durchkommt.
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Da entstehen so völlig widersprüchliche Emotionen in solchen Situationen.
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Und das ist ja auch nur alles sehr menschlich, aber es ist sehr emotional.
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Da wollte ich eben einfach mal so mich ein bisschen damit auseinandersetzen
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und kam dann dazu, dass ich daraus erste Folge mache.
Florian Clauß
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Ja, verstehe.
Micz Flor
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Ja, die kurze Einordnung so zeitlich, also Leid,
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Stab, so um die Zeit als Charles Dickens, ich glaube ein bisschen früher,
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Oder den Ebenezer Scrooge, wie heißt es nochmal,
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Christmas Carol, das Buch geschrieben hat.
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Was immer noch heute an Weihnachten von der Augsburger Puppenkiste oder irgendwelchen
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anderen noch vorgetragen wird, aufgeführt wird.
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Was als Zeichentrickfilm existiert. Also in der Zeit starb Light und geboren
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wurde er in der Zeit, als England gerade mit Frankreich im Krieg war.
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Da ging das quasi los und der Vater von Light war beim Militär und die wurden also immer versetzt.
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Geboren wurde er in Schottland und dann ist er aber viel umgezogen mit seiner
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Familie, Edinburgh, Newmarket, Manchester, Liverpool.
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Und dann schließlich sind sie nach Irland gekommen, weil Thomas Light,
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so hieß der Vater, da eben auch zum Einsatz kam.
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England hatte man große Angst, das Irland war, ich weiß gar nicht,
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was der politische Begriff ist, aber es wurde quasi von England regiert,
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obwohl es ein eigenes Parlament gab.
Florian Clauß
0:25:02–0:25:04
Sag nochmal bitte die Zeit.
Micz Flor
0:25:04–0:25:11
Das war 1793 und beim Lesen war es dann auch für mich ein bisschen so, dass ich schon.
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Es ist schon auch tragisch, so dessen Leben.
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Also irgendwie hat mich das auch nochmal ergriffen. Er hat dann irgendwie sehr
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früh seine Familie quasi verloren.
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Die ließen sich eben in Irland nieder.
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Und 1803, da war er dann neun Jahre alt, begann er in Annisgillen in Nordirland
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auf der Portora Royal School.
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Das hatte sein Vater wohl irgendwie noch eingefädelt für seinen älteren Bruder und ihn.
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Und dann hat er sich aber acht und eins schon von seiner Frau getrennt und hat
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dann die Familie verlassen.
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Da habe ich ein kurzes Zitat dazu von Evelyn Miller, die Henry Francis Light
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His Life and Times geschrieben hat.
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Und jetzt beginnt das Zitat. Kurz danach verließ er seine Familie und ging nach
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Jersey. Ich glaube, das ist die Insel, heißt es Insel Jersey.
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Henrys Bruder Thomas ist vielleicht mit ihm gegangen oder blieb möglicherweise
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in der Schule in Annisgillen.
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So oder so gibt es von diesem Zeitpunkt an keinen Hinweis mehr auf den Bruder.
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Anna Maria und ihr Sohn George kehrten nach England zurück, wo nach kurzer Zeit
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beide starben und Henry erfuhr nie, was mit ihnen geschehen war.
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Er fand sich im Alter von neun Jahren allein und ohne jegliche Unterstützung wieder.
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Ein bisschen, also auch wieder versuchen, eine wortliche Übersetzung zu machen.
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Und in dieser Schule fiel er aber schon sehr früh dem Herrn Boros auf.
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Der hat ja die Schulleitung, die ihn dann auch mit in seine Familie genommen
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hat. Können wir hier durchgehen? Ja.
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Hat ihn auch sehr unterstützt und hat auch bei ihm schon eben diese poetische Ader entdeckt.
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Der hat damals schon geschrieben und hat dann später, ging er dann aufs Trinity
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College nach Dublin und wollte dort zuerst Medizin studieren,
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aber hat sich dann für die Kirche entschieden.
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Und er hatte vorher aber auch schon wohl irgendwie Wettbewerbe gewonnen für
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Poetry und so und war da wohl sehr gut mit dabei.
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Er hat dann drei Jahre hintereinander eben diesen Chancellor's Prize for English Verse gewonnen,
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und im Jahre 1813 den ersten Platz unter 24 Studenten und gewann damit eben
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Stipendium aufs Trinity College nach Dublin.
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Nachdem er 1840 die Ordination, also sich auf die Ordination vorbereitet in Dublin,
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hat er so einige Orte, wo er dann als Geistlicher tätig war.
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Er war ein anglikanischer Geistlicher, was das genau bedeutet,
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weiß ich auch nicht. Man möge mir vergeben, wenn ich da ein bisschen unscharf bin.
Florian Clauß
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Aber ist es eventuell die anglikanische, ist es die Kirche, die dann irgendein
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englischer König gegründet hat, um sich von Maria Stuart scheiden zu lassen?
Micz Flor
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Ja, also es war so, dass Henry Francis Light ein anglikanischer Geistlicher
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war und von der hochkirchlichen Tradition der Church of England geprägt war.
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Und das war aber ein bisschen traditioneller, also legte großen Wert auf die
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Liturgie, auf die Sakramente und auf die klassische Theologie der anglikanischen Kirche.
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Nachdem er so zwei, dreimal umgezogen ist, traf er nämlich, und deshalb ist
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die Ausrichtung der Kirche jetzt dann doch Thema, traf er nämlich Anne Maxwell.
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Da habe ich nur ein kurzes Zitat. Also Anne Maxwell war wohl aus einer auch
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großen Familie, hatte auch genügend Geld, sodass er später seine Schulden abzahlen
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konnte, noch von der Ausbildung, was ihn wohl sehr stolz gemacht hat.
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Und die aber, die war sieben Jahre älter, hat ihn ein Leben lang unterstützt,
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und auch später, er hat dann irgendwann eine Lungenkrankheit gehabt,
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man nimmt an, es sei Tuberkulose gewesen, und hat ihn dann wohl auch lange gepflegt.
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Aber sie war Methodistin.
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Dadurch, dass es da wirklich eigentlich einen Konflikt gab zwischen den beiden
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auf dieser Glaubenshebung, die waren aber verheiratet, da habe ich nur einen
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ganz kurzen Ausschnitt von einem Text von Skinner von 1974.
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Und zwar, den muss ich jetzt kurz übersetzen, den habe ich noch nicht übersetzt.
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Oder ich lese mal in Englisch vor und dann in Deutsch. On Sunday mornings in
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Brixham, Brixham war der letzte Ort, also da hat er 25 Jahre allerdings als
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Geistlicher weiter tätig.
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On Sunday mornings in Brixham, Lyle would drive his wife, das war jetzt nicht
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mit dem Auto, das ist länger her.
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Also die hatten das dann scheinbar irgendwie gut hingekriegt,
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dass sie mit unterschiedlichen Glauben und unterschiedlichen Gemeinden auch zusammenkamen.
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Er war wohl auch in Brixham sehr beliebt, ist im Süden Englands, ich glaube in Devon,
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war 25 Jahre da und hatte allerdings immer wieder dann auch aufgrund seiner
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Lungenkrankheit die Notwendigkeit, England zu verlassen, in wärmere Gefilde
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zu gehen, an die Atlantikküste zu gehen.
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Oder ja, das wurde dann auch so eine Routine.
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Und da war es dann so oft so, dass eben seine Frau in Briggs & Bleep sich um
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alles gekümmert hat und er dann auf den Reisen war, wo er heilen sollte.
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In den 1830er bis 1847, in dieser Zeit, ging es los, dass er halt eine Lungenerkrankung
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hatte. Man vermutet heute sei Tuberkulose und das ist auch wieder so ein bisschen so ein Sprung.
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Du nennst dich vielleicht in die Folge Hyperion, ja, da war ja Kiez, der Poet Kiez.
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Das war jetzt allerdings 30, 40 Jahre vorher, der auch aufgrund seiner Erkrankung dann...
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Starb, sehr jung, starb und der hat Hyperion geschrieben. Das war ja dann irgendwie
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Namensgeber für diese andere Dan Simmons.
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Bevor er mit seiner Frau zusammenkam, gab es so einen Zwischenschritt und den
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wollte ich noch erwähnen, weil der für ihn wohl auch so, was diese Spiritualität
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angeht, so ein Wendepunkt war.
0:31:35–0:31:40
Und zwar war er da in Maratio und ich weiß nicht, wie man es ausspricht.
0:31:41–0:31:44
Das ist aber, glaube ich, auch schon in England, nicht mehr in Irland.
0:31:44–0:31:45
Da bin ich mir nicht ganz sicher.
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Es war während seiner Zeit in Maration, habe ich wieder übersetzt,
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das ist jetzt aus dem Oxford Dictionary of National Biography von 2004.
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Es war während seiner Zeit in Maration, dass Lyle eine spirituelle Erfahrung
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am Sterbebett eines benachbarten Geistlichen, Abraham Swan, machte.
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Lyle behauptete, dass diese Begegnung seine ganze Sicht auf das Leben verändert habe.
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Er ging daraus mit einem tiefen Glauben hervor und predigte mit neuer Lebenskraft.
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Und er hat woanders auch schon mal gesagt, dass er eben da diese,
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so eine Art spirituelle Wende erlebt hat.
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Und sich dann, vorher hat er sich manchmal auch so ein bisschen lustig gemacht
0:32:30–0:32:31
über Leute, die so predigten halt.
0:32:31–0:32:35
Das war nicht so ganz sein Ding, also er war jetzt auch nicht so ganz tief in dem Glauben drin.
0:32:35–0:32:41
Aber das, am Sterbe diesen Tod zu begleiten, da hat er sich danach wohl auch
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eher dieser Erlösungstheologie zugeschrieben, also diese Suche danach,
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wie man, das ist ja eine irre Strecke, die du gefunden hast.
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Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, wir rennen in Sackgassen rein,
0:32:53–0:32:54
aber irgendwie kommen wir dann doch immer wieder weiter.
Florian Clauß
0:32:55–0:32:59
Ja, es ist ganz spannend. Ich habe das Orex herausgesucht, diese Stelle.
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Die laufen jetzt parallel zu dem Kanal und treffen dann irgendwann oft.
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Die Weichselstraße.
Micz Flor
0:33:11–0:33:14
Gibt noch so den Hintergrund, dass er vielleicht in dieser Zeit schon dieses
0:33:14–0:33:17
Abide With Me in der ersten Fassung geschrieben hat.
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Das war jetzt auf Wikipedia, der Spectator in Magazinen schrieb 1925,
0:33:22–0:33:28
dass es damals geschrieben hätte und also fast drei Jahrzehnte vor seinem eigentlichen Tod.
0:33:29–0:33:33
Aber es lässt sich nicht wirklich belegen und ich habe das auch nur auf Wikipedia
0:33:33–0:33:35
gefunden, was mich wundert.
0:33:35–0:33:40
Aber es ist so, und das habe ich nachher noch mal als Text, das eben dieses
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Abide with me wohl wirklich erst kurz vor seinem Tod geschrieben wurde.
0:33:46–0:33:51
Ich lese das jetzt noch mal ganz kurz vor und dann gucke ich mal,
0:33:51–0:33:54
ob wir dann fertig sind oder ob dann noch irgendwas entsteht,
0:33:54–0:33:56
emergent aus unserem Gefüge heraus.
Florian Clauß
0:33:56–0:33:59
Du, so war die Folge angekündigt, ja.
0:33:59–0:34:04
Ich meine, du machst hier gerade einen Vortrag über die Lebensgeschichte und
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hast hier irgendwelche theologischen Strömungen drin, ja. Und sagst du,
0:34:08–0:34:10
ich will einfach mal frei reden.
Micz Flor
0:34:10–0:34:14
Ja, nee, es stimmt. Das ist vielleicht so ein bisschen, aber auch die Vermeidung,
0:34:14–0:34:17
sich damit nochmal auseinanderzusetzen, weil ich ja vorhin schon angedeutet
0:34:17–0:34:21
habe, ich habe einerseits sehr viele Emotionen, weshalb ich mich dafür so interessiert habe.
0:34:21–0:34:27
Und dann komme ich aber nicht anders an das Thema ran, als mich zu rechtfertigen.
0:34:27–0:34:28
Es ist ja sehr protestantisch.
0:34:29–0:34:36
Ich habe gute Arbeit geleistet und darf deshalb über das, was mich emotional berührt, reden.
0:34:39–0:34:43
Also bevor er abgefahren ist, hat er wohl eine Version von diesem Abide with me geschrieben.
0:34:43–0:34:50
Am 1. Oktober 1847, bevor er dann wieder in den Süden, er ist dann bis Nizza
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gekommen und ist dort am 20.
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November 1847 gestorben im Hotel de Angleterre.
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Ich kann das nicht so gut sagen.
Florian Clauß
0:35:02–0:35:04
Da war ich neulich.
Micz Flor
0:35:04–0:35:05
Wirklich?
Florian Clauß
0:35:05–0:35:11
Nein. Ich war in Nizza. Aber das war bestimmt eines von diesen Hotels, wo ich dann wobei ging.
Micz Flor
0:35:12–0:35:17
Es gab damals oder vielleicht, ich glaube immer noch sogar, diesen englischen
0:35:17–0:35:19
Friedhof, der Holy Trinity Church in Nizza.
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Und da ist er auch beerdigt am 22. November.
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Bevor er in der Südenreise hinterließ, er eine Kopie von seinem Text und der
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Musik. Es gibt auch Noten von ihm.
0:35:30–0:35:33
Davon habe ich aber nur irgendwie eine ganz schlechte Fotokopie gefunden.
0:35:33–0:35:38
Die stelle ich aber auch mit unten zu den Bildern ab, weil vielleicht kann irgendjemand
0:35:38–0:35:40
mit KI die Noten dann nur zusammenschrubben.
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Es sieht auf den ersten Blick jetzt auch vierstimmig aus und gar nicht so unähnlich
0:35:45–0:35:47
wie das, was dann später so berühmt wurde.
0:35:47–0:35:52
Aber gleichzeitig habe ich so das Gefühl, dass die Melodien,
0:35:52–0:35:56
die 16 Jahre später draufgeschrieben wurden, die haben wir, glaube ich,
0:35:56–0:35:58
das Ganze wirklich erst packend gemacht.
Florian Clauß
0:36:01–0:36:05
Guck mal, ich will mir aber deinen Blick auf dieses Gebäude lenken,
0:36:05–0:36:09
das finde ich so gerade überhaupt nicht so klar, was es ist.
0:36:10–0:36:12
Sieht aber auch aus wie eine Kirche, oder?
Micz Flor
0:36:13–0:36:16
Sieht nix? Nein, das sieht aus wie eine Brauerei oder sowas.
Florian Clauß
0:36:16–0:36:18
Brauerei, ja, so was Brauereien.
Micz Flor
0:36:19–0:36:23
Wasserwerk, irgendwie ein Reinigungsding. Ein hohes Gebäude,
0:36:23–0:36:24
das schon fotografiert für unsere...
Florian Clauß
0:36:24–0:36:29
Nee, ich hab noch nicht den guten Dinkel gefunden. Aber ...
Micz Flor
0:36:29–0:36:34
Das ist eine Korkenzieherweide, oder? Ist das eine Korkenzieherweide? Eine Pappe?
Florian Clauß
0:36:34–0:36:34
Ja.
Micz Flor
0:36:35–0:36:37
Und eine Korkenzieherweide und ein paar Kastanenbäume.
Florian Clauß
0:36:46–0:36:49
Ich glaube, hier kann ich ein Foto aufnehmen.
Micz Flor
0:36:51–0:36:51
Darfst du.
0:36:54–0:37:01
Ja, und Abide With Me ist halt in England zum Beispiel beim Begräbnis von King
0:37:01–0:37:04
George 1936 gesungen worden.
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Von Queen Mary wurde es 1953 gesungen.
0:37:13–0:37:18
Und interessanterweise steht Wikipedia auch, ich weiß nicht genau,
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wie ich das aussprich, Sun Yat-Zen 1925, das war ein chinesischer Revolutionär
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und er ist der Präsident der Republik China.
0:37:27–0:37:30
Bei seiner Beerdigung wurde das auch gesungen, also da passt das jetzt vielleicht.
Florian Clauß
0:37:31–0:37:35
Also es klingt ja auch so, wie das jetzt eingeleitet und vorgestellt ist,
0:37:35–0:37:39
es ist ja quasi so ein Requiem vom Stück her.
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Ich weiß nicht, ob das jetzt zu sehr auf Klassisch stand so formatiert ist,
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Requiem wird man das sagen da, aber so wie es auch jetzt eingesetzt wird mit
0:37:47–0:37:53
der Begräbnis Historie von anderen, könnte man das als Requiem.
Micz Flor
0:37:56–0:37:59
Ich weiß nicht, wie man Requiem definiert. Was ist eine Requiem?
Florian Clauß
0:38:00–0:38:04
Naja, das ist ja im Prinzip das Stück, was man zu seinem Sterben schreibt.
Micz Flor
0:38:05–0:38:09
Was jeder für sich zu seinem Sterben schreibt oder was man vorträgt, wenn jemand stirbt?
Florian Clauß
0:38:09–0:38:14
Ich glaube, Das ist dann halt was von den großen Komponisten.
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Das ist dann halt immer das eigene und das ist meistens auch das letzte Stück.
0:38:20–0:38:22
Ich rede völlig aus der hohlen Hand.
Micz Flor
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Nein, aber es war auf alle Fälle das letzte Stück. Also er hat dann,
0:38:26–0:38:28
ich weiß auch nicht genau, was mich so richtig, vielleicht weißt du es besser,
0:38:28–0:38:32
was mich da so richtig hinzieht zu dieser ganzen Geschichte.
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Aber es ist so, dass diese erste Strophe in sich selbst auch,
0:38:42–0:38:47
Schon, obwohl es die erste Strophe ist, finde ich, in gewisser Weise den Tod so vorweg nimmt.
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Das ist auch in der Melodieführung. Ich gehe da vielleicht gerade nochmal zu dem Text rein.
Florian Clauß
0:38:53–0:38:58
Aber ich fände es total schön, wenn du das jetzt singen würdest.
0:38:59–0:39:03
Das nimmt gerade so eine Form an, wo ich das jetzt auch gerne von der Melodie
0:39:03–0:39:06
her hören möchte. Machst du das?
Micz Flor
0:39:08–0:39:11
Ich singe die Bassstimme. Es ist nicht die führende Stimme, aber da kann ich
0:39:11–0:39:15
dann trotzdem vielleicht ein, ich versuch's mal.
0:39:15–0:39:18
Ich bin jetzt nicht eingesungen und wir sind hier auf dem öffentlichen Raum,
0:39:19–0:39:20
aber ich versuch's mal zu machen.
Florian Clauß
0:39:21–0:39:23
Okay, wir können uns da so ein bisschen beiseite stellen.
Micz Flor
0:39:23–0:39:28
Und zwar die erste Folge, Abide with me, fast falls the even tight.
0:39:28–0:39:31
The darkness deepens, load with me, abide.
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When other helpers fail and comforts flee.
0:39:35–0:39:39
Also dieses Flüchten, das ist auch so, wenn ich in einem Text so ein Drang,
0:39:39–0:39:43
ein Comforts Flee, also irgendwie verlässt es da alles, es haut alles so ab.
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Und dann Help of the Helpless, oh abide with me.
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Ich versuche es mal zu singen.
0:39:52–0:40:01
Also, abide with me, fast falls the eventide,
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the darkness deepens, Lord with me abide.
0:40:10–0:40:15
Und jetzt kommt halt dieses Drängen zu dem Flea und danach dann schon irgendwie der Tod so.
0:40:17–0:40:24
When other helpers fail and comforts flee,
0:40:25–0:40:34
help of the helpless, oh abide with me.
0:40:35–0:40:38
Eigentlich meh, aber so tief komme ich nicht runter.
Florian Clauß
0:40:38–0:40:40
Wow, ich habe schon so ein bisschen Shower.
Micz Flor
0:40:40–0:40:48
Und das ist dieses when other helpers fail and come da kommt so ein Synkopierand fail,
0:40:48–0:40:54
wie so ein Stolpern fail and comforts flee und dann wird es laut und dann hast
0:40:54–0:40:59
du auf einmal auch alle drei alle vier Stimmen so auf so einem Höhepunkt und
0:40:59–0:41:00
dann kommt dieser komische help,
0:41:01–0:41:06
help das ist eine große Sekunde über dem eigentlichen Ton vom Tenor,
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also du überrumpelst wobei, warte mal, es ist immer vielleicht muss ich nochmal
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gucken, aber es ist auf alle Fälle,
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ein dissonanter Ton, der da reingeschmissen ist so, help und dann denke ich
0:41:16–0:41:20
halt wirklich an die Bete so, help, I need somebody, help help,
0:41:21–0:41:27
I need somebody, help also irgendwie so dieses Rufen, so help of the helpless,
0:41:28–0:41:33
und dann kommt eine Atempause oh, abide with me und für mich sind diese letzten
0:41:33–0:41:37
beiden Teilen einfach auch so when others fail and come let's flee und dann
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help und dann ist der Moment auf der anderen Seite des Berges.
0:41:42–0:41:46
Also in dem Moment ist er eigentlich schon gegangen. Er weiß, ich sterbe jetzt.
0:41:47–0:41:49
Der Rest danach ist dann vielleicht eher so ein innerer Monolog.
0:41:50–0:41:56
Aber ich finde diese erste Strophe einfach wirklich ergreifend.
Florian Clauß
0:41:57–0:42:03
Ja, krass. Ich kann absolut nachvollziehen, dass sich das jetzt in der Trauer
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so auch dass du da auch so reingehst einfach.
0:42:11–0:42:18
Und das finde ich auch sehr ergreifend. Das habe ich gerade schon mal gesagt. Aber berührend.
Micz Flor
0:42:18–0:42:23
Es ist aber wirklich dann auch beim Singen diese Sache, dieses Glücksgefühl,
0:42:23–0:42:29
wenn es dann eben auch das erzeugt, was eigentlich das ergreifende Traurige ist.
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Also diese dieses erleben von diesen sehr sehr sehr unterschiedlichen emotionen ist erstaunlich und,
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Dass es möglich ist, gleichzeitig unvereinbare Gefühle zu erleben.
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Aber es ist nichts, was man im Alltag tut.
0:42:48–0:42:51
Oder ich habe jetzt vielleicht wirklich eine ganze Folge lang vorgetragen,
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um mich damit nicht so richtig auseinanderzusetzen.
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Und gleichzeitig, wenn es dann mal möglich ist, in solchen kurzen Momenten,
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finde ich, dann erlebt man sich auch viel lebendiger.
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Es ist einfach, man sagt ja berührend, man berührt sich dann auch selbst oder
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einen Teil von sich selbst, den man sonst nicht so leicht berühren kann.
Florian Clauß
0:43:08–0:43:15
Ja, ich meine, wir sind ja, oder du bist ja mit Ostern eingestiegen und das
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ist ja genau Karfreitag und Ostersonntag, das sind ja diese beiden Pfeiler von
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absoluter Trauer und absoluter Freude.
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Das ist ja genau dieses Komplimentäre, was innerhalb dieser Tage so erlebt wird.
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Was jetzt nicht gleichzeitig erlebt wird, aber es ist ein Teil der Prozession.
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Und klar geht es da im christlichen Sinne immer dieses Herr,
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es gibt eine Auferstehung und ich freue mich drauf.
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Also es ist ja dieses Versprechen, was da drin hängt.
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Gleichzeitig, wie du sagst, dass in dem Moment des Helps dann der Klimax des
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Berges überstiegen ist und du auf der anderen Seite bist.
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Also das heißt, dann ist der Sitz noch warm, aber du wirst schon weg.
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Also das ist so die Wärme, die noch so nachwirkt, aber die Person ist nicht mehr da.
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Eigentlich, das ist ja das, wenn man Sterben als Prozess dann sieht.
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Irgendwann gibt es dann halt, dass die Körperwärme entweicht.
0:44:20–0:44:26
Und ich glaube, das ist so dieser Moment eben, wo es halt so in der Welt ist.
Micz Flor
0:44:26–0:44:26
Ja.
Florian Clauß
0:44:27–0:44:31
Also das ist... Und ich würde... Ich weiß nicht, ob ich...
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Also ich hatte es ja selber überrascht, dass du dich da jetzt so mit dieser
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Lebensgeschichte so auseinandergesetzt hast.
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Was mir da noch als Assoziation einfällt, aber ich weiß nicht,
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ob du das dann so verwenden kannst, ist so ein bisschen wie.
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Ich kriege es auch nur noch fragmentarisch zusammen, aber es ist so wie der
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Film Drawing by Numbers von Peter Greenaway.
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Ich habe da auch nur noch so Snapshots im Kopf, wo ein Kind,
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Junge, dann eben bei den überfahrenen Tieren oder ich glaube, es sind tote Tiere,
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dann anfängt, da so bestimmte Nummern so einzuzeichnen und so ein bestimmtes Raster zu entwickeln.
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Und einen gewissen Überbau da drauf zu legen, um eben irgendwie mit diesem Tod
0:45:25–0:45:30
in irgendeiner fassbaren Form dann zurecht zu kommen.
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Und so ein bisschen denke ich, vielleicht ist es ja so,
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dass du hast dich damit auseinandergesetzt und hast dann dieses Wort gefunden,
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du hast dann in dem Wort eine Biografie gefunden und du bist in diese Biografie
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eingestiegen, du hast diesen Menschen kennengelernt und gleichzeitig ist das
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so dieses Nummernwerk drumherum um ein Ereignis, was einfach nicht beschreibbar ist.
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Und damit wird es irgendwie zu so einer Form, die dann wieder erlebbar wird
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und die eine gewisse Identifikation dann vielleicht auslösen kann.
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So habe ich jetzt einen Eindruck. Ich weiß nicht, ob du das irgendwie so...
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Also ich glaube, es ist aber auch so eine total natürliche Reaktion,
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weil dieses Unbegreifbare muss man ja irgendwo auch für sich irgendwo sortieren können.
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Und dafür sind dann halt solche Biografien, glaube ich, sehr stark.
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Also ich fand's wirklich,
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Also eine tolle Geschichte.
Micz Flor
0:46:37–0:46:41
Ja, also es ging auch beim Vortragen so wirklich, dass es so schwierig war,
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dann zwischen Zahlen und dem Versuch, das irgendwie einzuatmen,
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diesen Mensch zu zeigen.
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Sondern es blieb dann, glaube ich, auch ein Schritt davor für mich.
Florian Clauß
0:46:52–0:46:53
Ja, verstehe.
Micz Flor
0:46:56–0:47:00
Und es gab auch diese anderen Spuren. Ich hatte in der Tat mit Hyperion oder
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mit Root, mit Charles Dickens und so, hatte ich schon immer auch das Gefühl,
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da so in was reinzukommen, was nochmal ein anderes, morbides Gefühl ist.
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Also wo Morbidität, dann stirbt halt ein Kind mit drei Jahren,
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dann stirbt halt die Frau oder der Rektor früher.
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Das war einfach eine andere Zeit.
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Wie bei Nosferati auch, wo dann diese Schattenhand einfach eine ganze Stadt ergreift.
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Man wusste nicht, woher es kommt. Man hatte kein richtiges Verständnis davon,
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vielleicht von Giften noch mehr als von Bakterien und so weiter.
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Aber das war einfach eine Zeit, in der Tod noch viel anwesender war und auch
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immer in so Schüben dann so kam.
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Also wie bei Kiez oder eben bei Leit hier, dass die mit ihrer Tuberkulose,
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dann wurden da unterschiedlichste Sachen vorgenommen, die alle...
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Die jetzt heute nicht mehr unbedingt wissenschaftlich nachvollziehbar sind.
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Zum Beispiel wurde ja Kiez, wurde dann Adalas, hat er so viel Blut verloren,
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dass er es eigentlich dann gar nicht mehr schaffen konnte.
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Also da fehlte ihm eigentlich die Kraft, hatte ich ja in einer Quelle dann auch
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so vorgetragen, im heutigen Blick, und denke, das war genau nicht das, was gut hier war.
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Und diese Idee von so wissenschaftlichem Blick auf die Vergangenheit dreht sich dann auch immer reihum.
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Ich wollte jetzt noch einen Filmkurs mit reinnehmen und zwar kannst du dich
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an Highlander erinnern?
Florian Clauß
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Ja, also ich habe den vor Ewigkeiten, aber weil ich den Hauptdarsteller nicht mag Ah ja.
Micz Flor
0:48:44–0:48:48
Okay deshalb hast du ihn vor Ewigkeiten gesehen aber du kannst dich vielleicht
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noch an den in Anführungszeichen bösen,
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Highlander erinnern ne, ne, war nicht Highlander, aber einer von denen,
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ich weiß gar nicht wie die hießen der Kurgan dieser Rasierte,
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der dann quasi das letzte auch steht.
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Und der hat so eine Szene in der Kirche, wo er sagt so, I have something to say.
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Und dann ruft er einfach so, it's better to burn out than to fade away.
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Und das ist so ein Zitat aus dem Lied Hey, hey, my, my, into the black von Neil Young.
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Und dann glaube ich mal, hey, rock'n'roll is here to stay. it's better to burn out than to fade away.
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Und das ist dann auch so ein Satz, der hat es dann in Kurt Cobains Suicide Note geschafft.
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Also it's better to burn out than to fade away.
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Das steht halt so da. Und dann, man sagt ja auch manchmal so,
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ja gut, wenn man die Kerze an beiden Seiten ansteckt, dann brennt sie kürzer so irgendwie.
Florian Clauß
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Aber dafür heller. Ja, ist so ein bisschen das Rock'n'Roll-Versprechen.
Micz Flor
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Und ich fand es ganz lustig, das schon früh, als es mit seiner Krankheit losging,
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wo man ihm gesagt hat, so mit Ende 20, Anfang 30, mach mal langsam,
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mach mal langsam, dann hat er gesagt, also hier Light, hat gesagt,
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it's better to wear out than to rust out.
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Das ist so eine ganz milde Form, genau das gleiche Zitat. Better to wear out.
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Also es ist besser, sich abzunutzen, als zu verrosten.
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Also dass man tut und macht und arbeitet und nicht einfach nur verrostet.
Florian Clauß
0:50:22–0:50:27
Das ist so eine gläubige Variante, ne?
Micz Flor
0:50:28–0:50:29
So eine protestantische Sprache.
Florian Clauß
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Ja, man muss es halt schaffen.
Micz Flor
0:50:31–0:50:36
Ja, aber ich wollte ja, hatte ja versprochen, dass ich ein paar Pop-Trivia-Zitate anziehe.
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Das eine meine, eine Entdeckung ist eben, Better to wear out than to rust out,
0:50:42–0:50:44
ist quasi der Vorgänger von Neil Youngs.
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Und das andere war ja klar, das Help von den Beatles, ist auch in Light Abide with the.
Florian Clauß
0:50:54–0:50:59
Ja, das finde ich irgendwie schön, wie du das herausgearbeitet hast. Dieses Dissonante.
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Das war diese Harmonie und auf einmal dieses Herb.
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Ja, ich meine, klar, es geht halt, eins ist sicher, wir werden alle sterben.
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Jeden führt keinen Weg drumherum. Das heißt, wer kann.
Micz Flor
0:51:18–0:51:20
Darf aber in zwei Wochen wieder einschalten.
Florian Clauß
0:51:22–0:51:30
Gute Überleitung Das war eigentlich Podcast Epidone 76 Danke Mitch für diese,
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Teilnahme Anteilnahme Danke dir.
Micz Flor
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Dass du so ein bisschen mich gekitzelt hast dabei, dass ich dann wieder wie
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würde man sagen, den rechten Pfad gefunden habe Genau, den Gottespfad Dass ich
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mich nicht aus meiner eigenen Folge rausschneide,
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Ja.
Florian Clauß
0:51:53–0:51:59
Ihr könnt das Ganze, wo wir jetzt langgelaufen sind, könnt ihr dann auf eigentlich-podcast.de sehen.
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Und ich denke, Mitch, du wirst auch die Noten.
Micz Flor
0:52:03–0:52:07
Ja, ich habe das vielleicht noch für die, die selber mit Musik zu tun haben.
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Es gibt, wie heißt das, Gitarrtux für Gitarrensätzen. Es gibt Rose Garden und
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was ich gerade benutze, heißt Muse Score, also wie Muse und Score.
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Das sind Software, mit der man Noten setzen kann.
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Und ich lade die dann hoch, weil ich habe jetzt wirklich die vier Stimmen für
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unsere kleine Gesangsgruppe nochmal gesetzt.
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Und mich deshalb auch viel mit den Noten nochmal, also weil du musst dann wirklich
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ja jede Note nochmal einzeln setzen.
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So ein meditatives Verfahren wo du gleichzeitig aber auch nochmal drauf guckst
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und wirklich nochmal verstehst wie die gegenläufig arbeiten und welche Melodie wo erscheint also.
Florian Clauß
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Das heißt du veröffentlichst quasi jetzt die Noten zu dem die vier Stimmen zu dem.
Micz Flor
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Ja ne ich hab die nur nochmal quasi das sind die Originale von 1861 nicht von
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mir das steht auch so drauf aber die lade ich auch nochmal hoch wer Lust hat
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das sich nochmal irgendwie anzueignen und ja,
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durchzuschauen, kann das dann da auch machen.
Florian Clauß
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Ja, sehr schön. Also das finden wir auch auf unserer Seite. Ansonsten,
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Mitch hat es dann gesagt, das nächste Mal wieder in 14 Tagen.
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Da habe ich schon gesneakt mit Ali.
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Eine Runde, bis dahin, mach...

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