"Ein Tonkondensator ist im Prinzip nichts anderes als ein frequenzabhängiger Widerstand." -- Das Rockinger-Manual

In dieser Episode geht es um Tonabnehmer (im englischen: Pickups) und die Frage, ob wissenschaftlich belegt werden kann, dass handgewickelte -- bzw. „scatter wound“ -- Tonabnehmer angeblich besser klingen als maschinell gefertigte. Die Antwort ist: Ja, den gibt es und er hat mit der Kapazität zu tun, die einer Spule innewohnt, die parasitäre Kapazität. Fast jede E-Gitarre hat mindestens einen Kondensator fest verbaut, der mit seiner Kapazität für die Veränderung der Klangfarbe (Tone) genutzt wird. Deshalb beginnt Micz mit einer bildhaften Erklärung zu veranschaulichen wie Kondensatoren funktionieren. Und im Anschluss darain die Kapazität einer Spule zu erklären -- und wie diese den Klang beschneidet. Dass es sich dabei um die "parasitäre Kapazität" handelt, die weiter unten im Blog erklärt wird, findet er erst später heraus. Doch bevor wir ins Detail gehen, beginnen wir diese Episode am Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg und plaudern über die 1990er Jahre, die Walpurgisnacht am Helmholtzplatz und Kollwitzplatz und die Swing-Band der Polizei. Eine Verzögerungstaktik von Micz, der Flo nicht wieder mit E-Gitarren langweilen will? Auf der Tour gelangen wir schließlich in den Mauerpark, wo wir reichlich Anschauungsmaterial für Tonabnehmer bei Gitarren finden -- von Danelectro Lipstick Pickups über Piezo und Coils -- die dort beim Busking aktiv sind. Die Tour endet am Gesundbrunnen. Und beginnt inhaltlich jetzt erst für die, die "Play" drücken, um zu erfahren wie die Kapazität in Spulen und Kondensatoren das Klangbild ihrer E-Gitarren beeinflusst.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
Erzähler
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Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:02
Ich werfe alles wieder an.
0:00:14–0:00:15
Okay, läuft.
Micz Flor
0:00:18–0:00:20
Wir sind richtig gut im Klatschen heute.
Florian Clauß
0:00:21–0:00:22
Also, aufwärts zu lassen.
Micz Flor
0:00:23–0:00:25
Läuft, also, hast du beide Mikros gecheckt?
Florian Clauß
0:00:25–0:00:28
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast. Podcast,
0:00:28–0:00:35
der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und laufend reden und meistens auch in Berlin laufen.
0:00:37–0:00:41
Einige Strecken haben wir auch in Brandenburg gelaufen, aber wir sind,
0:00:41–0:00:47
wir wohnen in Berlin, deswegen treffen wir uns immer alle 14 Tage und gehen
0:00:47–0:00:52
ein Thema durch, was der eine dem anderen vorträgt und das ist eigentlich Podcast.
0:00:52–0:00:55
Und wir sind ein Sammelsurium aus verschiedenen Themen.
0:00:56–0:01:01
Die letzten beiden Folgen, die ich, Flo, bestritten habe, haben sich um Biologie
0:01:01–0:01:03
und Tiefsee und so weiter gedreht.
0:01:03–0:01:05
Aber meistens machen wir doch Film.
Micz Flor
0:01:06–0:01:09
Ja, meistens machen wir Film, aber wir hatten ja auch immer meine Buchserie.
0:01:09–0:01:13
Ich hatte jetzt ja meine Dan Simmons Serie und dann zwischendrin auch noch mal
0:01:13–0:01:17
The Expanse über die letzten drei Bücher, die nicht verfilmt wurden.
0:01:17–0:01:17
Dann hatte ich ja auch eine Folge.
0:01:18–0:01:20
Aber das ist jetzt alles abgeschlossen.
Florian Clauß
0:01:20–0:01:23
Das ist abgeschlossen. Und wenn wir einen Medienberater hätten,
0:01:23–0:01:28
marketingmäßig, der würde sagen, ihr seid so unspezifisch vom Profil,
0:01:28–0:01:34
ihr müsst euch doch mal überlegen, was ihr richtig machen wollt. Würde uns fragen.
Micz Flor
0:01:34–0:01:38
Was wollt ihr eigentlich machen? Genau so haben wir uns dann ja auch gegründet.
0:01:38–0:01:39
Worum geht's eigentlich?
0:01:40–0:01:44
Was ist eigentlich? Weißt du was eigentlich? Also das war ja ein bisschen auch
0:01:44–0:01:45
die Idee vom Namen eigentlich.
Florian Clauß
0:01:45–0:01:51
Genau, eigentlich. Also ich bin eigentlich Flo und neben mir läuft Mitch.
Micz Flor
0:01:51–0:01:54
Mit und wie gesagt.
Florian Clauß
0:01:54–0:02:01
Wir erscheinen alle 14 Tage in diesem Format, laufen eine Strecke ab und manchmal
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reißen wir uns aus der Geschichte raus, um irgendwelche Phänomene auf der Strecke zu besprechen,
0:02:08–0:02:10
die uns irgendwie interessieren.
0:02:11–0:02:17
Und jetzt sind wir auch wieder im Prenzlauer Berg und gucken mal,
0:02:17–0:02:20
wie weit wir kommen. Wir wollen in Richtung Humboldthain laufen.
0:02:20–0:02:21
Humboldthain hatten wir auch schon
0:02:21–0:02:25
mal belaufen. Das ist einer der letzten stehenden Flak-Türme von Berlin.
0:02:25–0:02:28
Das ist Humboldthain obendrauf. Da
0:02:28–0:02:33
hatten wir mal eine Geschichte über die Fuchsgeister in Japan besprochen.
0:02:33–0:02:34
Das ist jetzt schon über ein Jahr her.
Micz Flor
0:02:34–0:02:35
Das ist schon lange her, ja.
0:02:38–0:02:42
Vielleicht schaffen wir es aber bis da. Wobei, je nachdem, wie schnell ich bin oder wie langsam.
Florian Clauß
0:02:42–0:02:48
Ja, wir schauen mal. Wir lassen uns Zeit. Heute, Mitch, hast du was mitgebracht.
0:02:48–0:02:49
Ich bin gespannt. Du hast mir nichts erzählt.
0:02:49–0:02:53
Manchmal erzählt der eine dem anderen, worum es geht.
0:02:53–0:02:59
Und dann kann sich der andere auch entsprechend vorbereiten oder was dazu beitragen.
0:02:59–0:03:01
Aber heute bin ich nackig.
Micz Flor
0:03:01–0:03:07
Ja, stimmt. Gut, dass wir ein Podcast sind und kein Video. Jo,
0:03:07–0:03:09
nee, er ist nicht nackig.
0:03:09–0:03:12
Ja, ich habe was vorbereitet, wo ich, also mir ging es so ein bisschen,
0:03:12–0:03:16
dass ich gar nicht so viel vorbereiten konnte, weil ich mich die ganze Zeit
0:03:16–0:03:22
mit Dingen beschäftigen muss und alle meine freie Zeit mich mit etwas anderem beschäftigt habe.
0:03:23–0:03:26
Und dann irgendwann entschieden habe, na, dann mache ich doch dieses andere,
0:03:26–0:03:29
nicht das berufliche, aber dieses andere, dieses Hobby-mäßige,
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was ich mir da jetzt so gerade sowieso reingeschaufelt habe.
0:03:32–0:03:37
Und dann geht es aber leider wieder um, du weißt schon, worum es geht.
Florian Clauß
0:03:37–0:03:38
Um Tonabnehmer.
Micz Flor
0:03:38–0:03:43
Ja, mein Lieblingsthema. Ja, genau.
0:03:44–0:03:47
Also wenn ihr jetzt wiederum ein Video hättet, dann könnt ihr sehen,
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wie neben mir, um auf seine letzte Folge zu referieren, gerade der Herzschlag
0:03:51–0:03:54
von Flo langsamer wird, die Augen sich schließen.
0:03:54–0:04:01
Und der einfach jetzt mich als seinen parasitären Kollegen als Audio-Guide benutzt
0:04:01–0:04:05
und einfach neben mir herdattelt, die Augen glasen zu wie der Grönlandhai.
Florian Clauß
0:04:06–0:04:12
Und ich meinen Rekord im Pulsschlag beim Gehen aufstelle, nämlich wie tief kann ich gehen.
Micz Flor
0:04:13–0:04:18
Ja, aber es ist wirklich, insofern habe ich gedacht, ich mache das jetzt einfach
0:04:18–0:04:20
mal vielleicht aber auch ein bisschen für mich, um jetzt mal zu gucken,
0:04:21–0:04:22
ob es danach auch wirklich kleben bleibt.
0:04:22–0:04:25
Weil ich kenne das von mir, vielleicht kennst du es von dir oder von mir auch,
0:04:25–0:04:29
dass es immer so Projektideen gibt, die so kreisen, kreisen, kreisen und dann...
0:04:31–0:04:36
Irgendwie doch nie was draus. Meistens genau dann, wenn man dachte,
0:04:36–0:04:39
ich mach das jetzt wirklich und dann investiert man in irgendwas und danach
0:04:39–0:04:44
fällt das Ganze wieder vom Tisch und man ist irgendwo anders wieder interessiert.
Florian Clauß
0:04:44–0:04:47
Aber es gibt Artefakte, es gibt ja schon Artefakte aus deinem Projekt,
0:04:47–0:04:50
nämlich den Kuckuckaster, oder?
Micz Flor
0:04:50–0:04:53
Ja, das ist ja nicht direkt Tonabnehmer, aber ich hab genau,
0:04:53–0:04:55
das war auch so ein bisschen der Hintergrund, weil ich gemerkt hab,
0:04:55–0:05:01
ich hatte dieses Kuckuckaster-Projekt, da geht's darum, dass man die am meisten hergestellte,
0:05:01–0:05:04
Gitarrenformen in immer wieder leichten Variationen hernimmt,
0:05:04–0:05:06
die wirklich jeder kennt.
0:05:06–0:05:10
Diese Eric Clapton Gitarre oder wer auch immer. Also diese Gitarre kennt wirklich
0:05:10–0:05:13
diese Form hat man immer irgendwo schon mal gesehen.
0:05:13–0:05:18
Und die Cuckoo Caster war dann die Idee, dass man da alles wegschneidet,
0:05:18–0:05:21
was einem nicht gefällt, beziehungsweise konstruktiv gedacht da drinnen eine
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Form findet, wie so ein Kuckuck in einem Vogelnest.
0:05:26–0:05:30
Da ist der Cuckoo Caster in every Stratocaster. Also man kann da einfach Dinge
0:05:30–0:05:33
wegnehmen und bekommt dann eine neue Form, die in sich selbst aber auch wieder
0:05:33–0:05:35
natürlich begrenzt ist,
0:05:35–0:05:41
aber in sich aber auch geschlossen, dass man da wirklich was Eigenes schafft.
Florian Clauß
0:05:41–0:05:44
Aber nochmal ganz kurz, Sidekick zur letzten Folge. Wir wissen,
0:05:44–0:05:49
dass der Kuckuck auch eine symbiotische Lebensform betreibt, nämlich Parasitismus.
0:05:49–0:05:53
Also das heißt, ein Kuckuck, der wirft ja alle Jungvögel aus dem Nest.
0:05:53–0:05:57
Das ist die Frage, was wird da aus dem Nest von der Gitarre geworfen?
Micz Flor
0:05:59–0:06:06
Ja, wenn es eine parasitäre Sache zwischen mir und der Stratocaster ist,
0:06:06–0:06:09
ja, ich weiß gar nicht genau.
0:06:09–0:06:11
Also ich hatte schon das irgendwie so, ich hatte schon gedacht,
0:06:12–0:06:15
ich arbeite gerne an E-Gitarren, ich hatte keinen Bock mehr,
0:06:16–0:06:17
Gitarren von Grund auf zu bauen.
0:06:17–0:06:21
Ich hatte eine eigene Gitarre und dann war es so ein bisschen vielleicht auch
0:06:21–0:06:23
eine Möglichkeit für mich,
0:06:23–0:06:26
das leichter zu machen mit gitarren
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arbeiten zu dürfen neues herzustellen ohne dass man alles
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herstellen muss man kann einfach sachen wegnehmen kannst du müssen umbauen ich
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hatte dann diesen workshop das war letztes jahr im november und ich
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habe immer noch drei roh gitarren die auf der webseite noch nicht wirklich dokumentiert
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sind weil die einfach nicht fertig werden ich habe nicht zeit dafür ich habe
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nicht die werkstatt dafür wirklich zu bauen ich habe es dann immer gemacht wenn
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ich bei meinen eltern war mein vater in der werkstatt ging das aber ich Ich habe gemerkt,
0:06:52–0:06:54
ich möchte mit Gitarre zu tun haben,
0:06:54–0:06:57
diese Idee von Kuckuck Caster wird bleiben,
0:06:57–0:07:01
aber ich kann das nicht wirklich so machen,
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dass es mich glücklich macht.
0:07:05–0:07:07
Also ich kriege es einfach weder räumlich noch zeitlich.
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Und dann bin ich irgendwie so ein bisschen abgedriftet und habe dann irgendwann
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gemerkt, dass ich mich gerade wirklich eben für dieses, du hast Tonabnehmer
0:07:15–0:07:18
gesagt, was ich interessant fand. Ich dachte, du sagst Stromgitarre.
Florian Clauß
0:07:18–0:07:18
Ja.
Micz Flor
0:07:19–0:07:23
Überbegriff, weil das war die Serie. Aber es waren ja in der Tat diese Tonabnehmer-Dinge,
0:07:23–0:07:24
die mich so sehr beschäftigt haben.
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In der einen Stromgitarren-Folge hatte ich das ja auch schon mal versucht,
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so ein bisschen darzustellen, wie das funktioniert und so weiter.
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Die Faszination ist auf dich nicht übergesprungen?
Florian Clauß
0:07:36–0:07:42
Du hast mich auch gerügt neulich, zu meinem Geburtstag hatte ich dich ja eingeladen
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ins Museum, da waren wir im Hamburger Bahnhof und da war so eine Installation aufgebaut,
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wo dann so sämtliche Instrumente oder Seiten, eher einzelne Seiten im Raum aufgespannt waren.
0:07:56–0:08:00
Und wenn du dann gezupft hast, dann hast du über den Lautsprecher das Zupfen
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gehört in der Verzerrung und dann hast du mich gerügt, wo ich dann gesagt habe,
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da muss doch irgendwo ein Tonabnehmer sein und man hat aber dieses Metallflättchen nicht gesehen,
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beziehungsweise das Magnetfeld und man meinte so, nee, nee, da ist ein Mikro hinter.
0:08:17–0:08:19
Du weißt doch, wie das funktioniert, oder?
Micz Flor
0:08:19–0:08:25
Aber das Ding ist, unter der schwingenden Seite war einfach kein Tonabnehmer.
0:08:25–0:08:28
Bei der E-Gitarre, für die, die zumindest Bock haben, sich ein bisschen mit
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reinzudenken, eine E-Gitarre funktioniert so, also eine elektrische Gitarre,
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in der Regel funktioniert sie so, dass die Stahlseite der Gitarre schwingt.
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Unter dieser Stahlseite sind die Tonabnehmer, die bestehen aus Magneten und einer Spule.
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Und die schwingung der stahlseite verändert
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das magnetfeld und die veränderung des magnetfeldes wiederum
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die generiert dann einen wechselstrom in
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der spule und dieser wechselstrom bildet einfach die seitenschwingung ab und
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so kann man ohne ein mikrofon also ohne akustische wellen kann man aus der schwingenden
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seite ein signal erzeugen was das ist was man auf der gitarre spielt.
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Aber man braucht eben nicht die Luft als Medium.
Florian Clauß
0:09:13–0:09:20
Ja, ganz kurz. Hier Laufstrecke, Ausstieg. Ich habe hier eben dieses Gebäude fotografiert.
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Und hier hat in den 90ern der Film Sommer vom Balkon gespielt.
Micz Flor
0:09:27–0:09:28
Ah, echt? Ja.
Florian Clauß
0:09:29–0:09:31
Von? Dresen. Dresen, genau.
Micz Flor
0:09:31–0:09:33
Aber den fand ich nicht so gut.
Florian Clauß
0:09:33–0:09:37
Ich fand den super. Das war ja so das erste, also in den 90ern, das erste so.
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Es gab ja dann Und dann die halbe Treppe, das war so das Dresen-Gefühl,
0:09:41–0:09:45
das 90er-Jahre-Gefühl Berlin.
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Ja, das ist ja Frankfurt, oder? Aber was so sehr stark dieses Zeitgefühl so eingefangen hat.
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Und ich fand, Sommer vom Balkon hat auch so ein typisches Berlin-Feeling der 90er konserviert.
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Ich weiß nicht, ich müsste den nochmal sehen.
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Ich habe den, glaube ich, wirklich nur damals gesehen und nicht noch einmal. Ja.
Micz Flor
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Wir sind jetzt am Helmholtzplatz.
Florian Clauß
0:10:09–0:10:10
Wir sind am Helmholtzplatz, richtig.
Micz Flor
0:10:11–0:10:14
Da gab es auch, um jetzt noch in der Tour gleich zu bleiben,
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ich erinnere mich, auch in den 90er Jahren gab es hier so eine kollaborative Think Tank Idee,
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dass man die Neugestaltung des Helmholtzplatzes doch den Leuten in Auftrag gibt,
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die auch davon Nutzen haben.
0:10:29–0:10:34
Und dann wurden hier so Workshops gemacht. Und dann war aber zum Schluss der
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Wunsch, dass eben auch Obdachlose, die den Platz hier benutzen, dass die dann,
0:10:38–0:10:41
die waren einfach, die wurden wohl an die Wand geredet von allen anderen Leuten,
0:10:41–0:10:48
die jetzt dafür gesorgt haben, dass hier das Café ist mit koffeinfreiem Latte
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Macchiato und das war quasi.
Florian Clauß
0:10:51–0:10:55
Das Epizentrum der Gentrifizierung ist hier in Neuenahr-Kreuz.
Micz Flor
0:10:55–0:10:59
Es ging so ein bisschen los, ja. Und das war wohl so ein frühes Zeichen davon,
0:10:59–0:11:07
dass die Leute, die einfach hier auch Teilhabe suchten, dass die in den Kommunikationsformen,
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die man bedienen musste, um mitreden zu dürfen,
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nicht gut aufgehoben waren und auch niemand sich scheinbar die Mühe gemacht
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hat, andere Formen bereitzustellen.
Florian Clauß
0:11:18–0:11:23
Ja, also man muss aber auch sagen, wir sind ja gerade so im Frühling,
0:11:23–0:11:29
also jetzt ist einer der ersten Frühlingstage von Berlin, wo die Leute draußen hängen.
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Das ist kurz vor Mai und ich weiß noch, dass auch in den 90ern neben dem Oranienplatz
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oder dem Bethanien hier in der Walpurgisnacht die ganzen Krawalle losgegangen sind.
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Helmholtzplatz war immer auch so ein erster Mai, Tanzende Mai Risiko und wo
0:11:51–0:11:55
dann halt noch die Berliner Polizei keine Deeskalationstaktik gefahren ist,
0:11:55–0:11:58
sondern wo es ganz schön heiß herging damals.
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Ja, jetzt müssen wir wieder zur schwingenden Seite zurück.
Micz Flor
0:12:05–0:12:09
Die schwingende Seite, the swinging string, erinnert mich das einmal,
0:12:09–0:12:14
glaube ich, das war aber nicht hier, sondern wie heißt noch der andere Platz am 1.
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Mai? Ne, Walpurgisnacht, der Platz, da war auch dieses besatzte Haus,
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ein Café und eher Eberswalder Straße da vorne.
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Das ist vergessen, wie der heißt. Aber da war das wohl so, dass die als Deeskalationsstrategie
0:12:27–0:12:32
aus diesem, weil Purgisnacht mal versucht hatten, dann einfach so ein Familienfest zu machen.
0:12:32–0:12:35
Es ging nachmittags los mit der Swingband der Polizei.
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Und das hat wohl wirklich funktioniert. Also das hat einfach die Swingband der
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Polizei das Ganze, um wieder beim Swinging und Schwingen zu bleiben,
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die ganze Atmosphäre in bestimmte Schwingungen versetzt hat,
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die dann die Leute, die jetzt für eine andere Form des Feierns kamen,
0:12:51–0:12:54
vielleicht schon vertrieben hat. Und die waren dann vielleicht alle.
Florian Clauß
0:12:54–0:13:01
Hier am Herbst. Das ist das Ungutste, was du sagen kannst. Ich war bei der Big Band der Polizei.
Micz Flor
0:13:02–0:13:05
Ich glaube, Thüringer Würstchen, die waren echt gut. Doch, glaub mir.
0:13:07–0:13:10
Gut, aber zurück zu meinem Thema. Also wir sind eben im Sommer,
0:13:10–0:13:16
deshalb sind wir einfach so ein bisschen am Quatschen. Aber ich habe mir vorgenommen,
0:13:16–0:13:19
jetzt mal so zu tun, als ob es wirklich wahr wird, dieses Projekt.
0:13:19–0:13:23
Und habe gedacht, ich werde nicht mehr in diese Kuckuck-Caster-Sache so einsteigen,
0:13:23–0:13:25
dass ich da wirklich Workshops und sonst was anbiete.
0:13:25–0:13:30
Ich hatte ja den einen im November im Kindl Berlin mit dem Art Critics Orchestra.
0:13:32–0:13:37
Da war ich auch quasi parasitär, weil das ACO war eingeladen oder wir waren eingeladen.
0:13:37–0:13:40
Ich habe dann einfach die Kuckuck-Caster da mit ins Boot geholt.
Florian Clauß
0:13:40–0:13:46
Aber du hast auch da so eine Prominenz aus der Musikgeschichte.
0:13:46–0:13:51
Ich habe ein Bild gesehen von dir und dem Sänger von VEHLFARBEN.
Micz Flor
0:13:51–0:13:59
Ja, genau. Der war Gast. Von dem haben wir auch gespielt, Herrn Reiter und People
0:13:59–0:14:00
Get the Power war sein Wunschsong,
0:14:02–0:14:07
Das stimmt, das war zum Abschluss am Live-Konzert. Aber jetzt ist es so,
0:14:07–0:14:10
dass ich dann diese Gitarre so ein bisschen hinter mir lasse und jetzt aber
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mir fest vorgenommen habe, ich sage es jetzt mal einfach hier,
0:14:12–0:14:15
ich werde jetzt Tonabnehmer herstellen.
0:14:15–0:14:17
Die Idee ist jetzt nicht nur einfach darüber zu wissen.
Florian Clauß
0:14:18–0:14:19
Stückproduktion, wie viel im Jahr.
Micz Flor
0:14:19–0:14:23
Das ist nämlich die andere Frage, aber es wird wohl so sein,
0:14:23–0:14:26
ich habe auch schon ein Design im Kopf, das kann ich mir nicht verraten.
Florian Clauß
0:14:26–0:14:29
Das ist ein Betriebsgeheimnis.
Micz Flor
0:14:29–0:14:36
Betriebsgeheimnis aber ich habe vielleicht schon namen und zwar weil wir wie
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expanse die ganze zeit hatten und irgendwie hatte ich dann free expense,
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free expense weil der es gibt ja single
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coil und hamburger pickups mit ist hier kann man der anderen folge nach mit
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zwei spulen die dafür sorgen sollen sich gegenseitig zu helfen die die nebengeräusche
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zu unterdrücken und mein design hat drei spulen aber,
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es gibt schon drei spulen im design aber das ist jetzt noch mal anders und ich
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habe nicht gefunden ich wunderte es würde mich wundern wenn es nicht schon gibt
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aber vielleicht gibt es wirklich noch nicht und ich habe es einfach noch nicht gefunden und.
Florian Clauß
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Die aber ist es so dass mehr mehr bringt.
Micz Flor
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Das Oder.
Florian Clauß
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Kriegst du nicht, wenn du drei Dinger hast, zu starke Indifferenzen oder Störungen rein?
Micz Flor
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Ja, es ist so, dass die Spulen, also es gibt unterschiedlichste Designs.
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Das hatte ich auch schon mal gesagt.
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Das einfachste Design ist wirklich, dass es so eine Schleife ist,
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in der ein Magnet drin hängt.
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Und da wird unglaublich wenig Strom nur erzeugt, weil das wirklich nur eine
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Umrundung macht und ein Magneten drumherum.
Florian Clauß
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Ja, das hatten wir, das kann man nachhören.
Micz Flor
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In Alumitone. In der Alumitone heißt der Tonabnehmer die Technik und da ist
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es so, bei allen Systemen geht es ja immer darum,
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dass man ein relativ geringes Signal dann groß genug macht,
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dass man das mit einer Leitung ein bisschen verstärker bringen kann.
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Da gibt es unterschiedliche Wege und in der Regel kann man das eben so transformieren wie ein Trafo.
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Und so haben die das dann auch gemacht, dass die dann einfach nur eine Schleife haben.
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Die hat in sich keine Störgeräusche, weil es eben nicht so viele Windungen sind,
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die da offen liegen, um alle möglichen Radiofrequenzen, alles mögliche aufzusammeln,
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sondern der Trafo, der dieses Signal hochrechnet,
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der kann einfach gut verpackt mit an der Seite.
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Werden. Und der ist gut geschildert und der nimmt eben keine Radiowellen auf.
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Nur das minimale Signal, was durch diese eine Schleife kommt,
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wird dann halt hochgeboostet und hat dann im Endeffekt auch wieder die Möglichkeit,
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dass man das passiv, also ohne eigenen Verstärker, ohne Batterie,
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ohne Stromversorgung, dass das passiv von der Seite über diese eine Schleife
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durch den Trafo bis in den Stecker, im Verstärker, dann diese Seite abbildet,
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das Schwingen abbildet.
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Aber ich hatte gedacht, ich nehme mir heute mal so einen Teil raus,
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den ich selber ein bisschen besser verstehen wollte.
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Und zwar geht es dabei um den Kondensator.
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Der Kondensator. Und wie komme ich auf diesen Kondensator?
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Es gibt eben, wenn man sich mit diesem Wickeln von Tonabnehmern beschäftigt,
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dann gibt es immer diese Möglichkeit.
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So selbst gewickelte tonabnehmer also hand hand war
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und heißt es dann was nicht heißt dass man jetzt diese
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8000 umdrehungen selber mit der hand darum rum legt sondern dass
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man die hand die führung die führung des drahts von rechts nach links auf so
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einer wickelmaschine dass man das alles mit der hand macht und also eben sehr
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unregelmäßig nicht so maschinell sortiert dass jede schicht quasi gleich ist
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und übereinander liegt so dass wir das getter war und heißt es auch.
Florian Clauß
0:17:56–0:17:57
Also dass es so ein bisschen.
Micz Flor
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Durcheinander geht. Und angeblich sei es halt so, dass das besser klingt als
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maschinengeführte Sachen.
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Und es gibt dann angeblich eben auch diesen Beweis, weil Fender,
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wo auch die Stratocaster herkommt, haben diese Single-Coil-Tonabnehmer und die
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wurden bis Fender als Brand an CBS verkauft wurde.
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Erst dann wurde umgestellt von Scatterwound auf Machinewound.
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Und da hat man dann einfach eine deutliche Veränderung der Qualität des Sounds
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wahrgenommen und hat das Gefühl, früher war das alles lebendiger irgendwie,
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obertonreicher, klang irgendwie besser und so richtig erklären konnte man sich das aber anfangs nicht.
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Und da habe ich mich dann so ein bisschen reingelesen und kam dann eben auf
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dieses Thema des Kondensators.
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Und zwar ist es so, dass wenn ich eine Spule habe,
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dann ist diese Spule eben nicht nur einfach etwas, wo Strom durchläuft,
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sondern, und da sind wir dann eben in diesem Feldthema drin, da entsteht ein Feld.
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Dadurch, dass in der Spule Magnetfelder entstehen, wenn Ströme durchfließen
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und da drin irgendwas wirkt.
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Dass es nicht so ist wie Wasser, was durch einen Schlauch geht.
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Und das erste Mal, als mir das irgendwie so anschaulich klar wurde,
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war ich noch viel zu klein, um das zu kapieren. Das war noch in der Grundschule.
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Aber ich möchte es gerne anekdotenhaft erzählen. Ich sprach vorhin schon von
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einem Werkzeugkeller bei meinen Werkstätten, bei meinen Eltern.
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Jetzt bin ich auf der Terrasse bei meinen Eltern.
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Da hat dann mein Vater, und ich glaube, es war der Onkel Willi,
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die haben beide Elektrotechnik studiert.
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Die haben eine große, schwere Maschine zum Steinplatten schneiden und Steine schneiden besorgt.
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Diese Maschine hatte noch so einen normalen 220 Volt Anschluss,
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aber hat unglaublich viel Leistung gezogen.
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Und was dann passiert ist, wenn die beiden Elektroingenieure dann die Fliesen
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schneiden wollten, dann haben die das Gerät in die Steckdose gesteckt,
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dann haben sie den Schalter, du konntest auch nichts irgendwie regulieren,
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du musst das Ding anmachen und immer wenn sie es angemacht haben,
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flog sofort die Sicherung raus.
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Das heißt, bei dem die Sicherung, bei dem Sicherungskasten bei meinen Eltern,
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die war einfach so sensibel, dass in dem Moment, wenn dieses Gerät,
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also dieser Motor anlaufen wollte,
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hat er einfach so viel auf einmal gezogen, dass die Sicherung dachte es ist
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ein kurzschluss da ist gar kein gerät dazwischen und dann flog.
Florian Clauß
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Die sich ja das ist das problem dass damals die haushaltschlüsse auch nur auf
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kaffee oder so ausgelegt sind.
Micz Flor
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Weiß ich nicht genau auf jeden fall war es so dass meine standen die beiden
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haben sich am kinn gekratzt und hat mein vater gesagt weißt du was ich habe
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eine idee und ging los und ich guckte halt so als junge zu was wir vielleicht
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zu achten haben die ein zweites verlängerungskabel geholt,
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und dann haben die aus dem zweiten Kabel einfach so groß wie eine Schallplatte,
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so im Kreis, 30 Zentimeter Durchmesser,
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dann 20 Meter Kabel gelegt, also eine Spule gemacht und dann haben sie das wieder
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eingesteckt und ich stand halt so davor und hatte keine Ahnung von irgendwas und dann ging es,
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dann ging es halt wirklich und ich weiß auch noch so, dass ich total baff war, weil ich gedacht habe,
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also wie man jetzt dieses Verlängerungskabel hinlegt, es muss doch egal sein,
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Aber was halt da drin passiert hat, mein Vater hat gesagt, ja,
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wenn wir eine Spule machen, das ist Wechselstrom, dann schluckt diese Spule
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erstmal diese Initialenergie auf.
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Also es ist wie so ein weicher Start, wenn man die Kupplung langsam kommen lässt
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und dann die Mutter nicht abwirkt, um das mal als Bild darzustellen.
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Und das war das erste Mal, wo ich gedacht habe.
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Passieren ja Dinge, die wirklich funktionieren, aber die halt nicht sichtbar
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sind oder die nicht nachvollziehbar sind.
Florian Clauß
0:22:06–0:22:07
Ja, Elektrotechnik, ne?
Micz Flor
0:22:07–0:22:08
Ja, das war super.
Florian Clauß
0:22:09–0:22:12
Hoffentlich, dass man so Schaltpläne und so weiter daraus ableiten kann.
Micz Flor
0:22:14–0:22:18
Und da ist es halt so, dass es eben diese klassischen Spulen gibt,
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die in so Single Coils gedreht werden, wo man dann irgendwie sagt,
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wenn die roh gewickelt werden, so mit der Hand und dann ungenau gewickelt werden,
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Was dann passiert ist, dadurch, dass sie nicht so eng zusammenliegen,
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haben die eine andere Kapazität.
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Manche sagen dann, die sind luftiger oder wie auch immer.
Florian Clauß
0:22:36–0:22:38
Das hast du schon mal in deiner einen Folge erwähnt.
Micz Flor
0:22:40–0:22:43
Ja, aber ich habe mich da noch nicht mit dem Kondensator auseinandergesetzt.
Florian Clauß
0:22:43–0:22:45
Okay, nee, ist richtig.
Micz Flor
0:22:45–0:22:46
Weil die Sache.
Florian Clauß
0:22:46–0:22:46
Das ist Luft.
Micz Flor
0:22:47–0:22:50
Ich will so ein bisschen mehr Wissenschaft reinbringen, obwohl ich die Wissenschaft noch nicht genau...
Florian Clauß
0:22:50–0:22:53
Aber du willst ja dein Business aufbauen. Das heißt, du hast jetzt schon so
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ein Dorf in Vietnam angemietet, die die ganze Zeit entwickeln.
Micz Flor
0:22:59–0:23:07
Nein, aber ich bin kurz davor eine umgebaute Nähmaschine aus dem Internet von
0:23:07–0:23:10
jemandem abzukaufen, der scheinbar aufhört, damit Tonabnehmer zu wickeln.
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Kann auch gut sein, dass ich die dann in ein paar Wochen wieder weitergebe. Du kennst das Problem.
Florian Clauß
0:23:15–0:23:18
Und die hat auch eine Ungenauigkeit drin, die Nähmaschine?
Micz Flor
0:23:18–0:23:22
Die Nähmaschine, also Nähmaschinen sind wohl nicht unüblich für Tonabnehmer
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wickeln, weil du dann halt so eine Fußregel hast, da kannst du die Geschwindigkeit
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einstellen. und die alten Nähmaschinen auf alle Fälle, die haben ja auch immer
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noch diesen Teil, der raussteht, der sich dreht, den man auch mit der Hand drehen
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kann, um die Nadel runterzumachen.
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Und da wird dann einfach das Plastik oder der Bobben halt dran geflanscht und
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dann kann man den da drauf aufmachen.
Florian Clauß
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Das erinnert mich ein bisschen an ein Projekt, das wir zusammen gemacht haben,
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wo wir eine Tätowiermaschine gebaut haben.
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Aus dem Klingelmotor von deiner Haustürklingel in der Wollener Straße.
Micz Flor
0:23:54–0:23:55
Ja genau, das stimmt.
Florian Clauß
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Und dann haben wir Cyber Tattoo. Das verbindet uns ja auch in den 90er.
0:24:01–0:24:02
Können wir in die 90er packen.
Micz Flor
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Our award winning internet project.
Florian Clauß
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Dafür haben wir auch einen Internetpreis für Kunst im Internet gewonnen.
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Damals von Extension, von der Kunsthalle Hamburg ausgeschrieben.
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Und ja, wir haben im Prinzip eine Maschine, die dann über so einen kleinen Art-Plotter,
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das hat funktioniert wie ein Plotter, dann diesen Klingelmotor draufgesetzt
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und über so ein Interface vom Computer angesteuert und dann mit primitiven,
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programmatischen Mitteln konnte man dann quasi hoch, runter,
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diagonal den ganzen Schlitten fahren.
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Und ich habe dann die Logos von Netscape und Mosaik,
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Das habe ich dann als Tätowiervorlage bearbeitet.
Micz Flor
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Ja, das war das Vektorenbild. Also an dem Rechner war noch ein DOS-Programm,
0:24:53–0:24:55
glaube ich. Da waren einfach Relais dran und die waren an und aus.
Florian Clauß
0:24:55–0:24:57
Die hast du dann gekauft bei Konrads oder so.
Micz Flor
0:24:57–0:25:01
Ja, genau. Und damit konnte man dann eben so eine Kontrolldatei schreiben,
0:25:01–0:25:05
die gesagt hat, dieses Relais anmachen und wie lange man es anmacht.
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Und dann haben wir es halt ausprobiert. Wer es uns nicht glaubt,
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auch im Link nicht glaubt, der darf in die Hamburger Kunsthalle fahren,
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weil damals haben wir, was wir dann bei der öffentlichen Vorführung tätowiert
0:25:17–0:25:19
haben, auf einem Stück Kunstleder.
0:25:19–0:25:22
Der Wortwitz in der Kunsthalle ist mir erst später aufgefallen,
0:25:22–0:25:25
aber wir hatten Kunstleder und hatten darauf dann, glaube ich,
0:25:25–0:25:27
ein Netscape-Logo gemacht.
0:25:27–0:25:30
In der Sammlung des Kupferstichkapps.
Florian Clauß
0:25:30–0:25:33
Und wir haben eine Vernissage bei dir in der Wohnung gemacht,
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wo wir dann tatsächlich auf so Schenkel tätowiert haben, die wir vom Metzger geholt.
Micz Flor
0:25:38–0:25:42
Ja, ja, das war, da warst du, da warst du ein bisschen federführend,
0:25:42–0:25:43
das weiß ich noch. Kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:25:43–0:25:47
Ja, ich hab die dann beim Metzger geholt und ich hab dann dem Metzger erklärt,
0:25:47–0:25:51
ich bräuchte irgendwas, wo noch ein Stückchen Haut dran ist, damit das möglichst...
0:25:52–0:25:55
Ja, also an die Füße. Ja, die waren dann bei.
Micz Flor
0:25:55–0:25:59
Mir im Kühlschrank. Ich war zu damaligen Zeiten nicht Vegetarier,
0:25:59–0:26:00
aber das war schon so vielleicht...
Florian Clauß
0:26:00–0:26:03
Ja, aber es hat funktioniert. Also es hat funktioniert.
0:26:03–0:26:08
Das war der erste Effekt von dir, den ich auch gerade beschrieben hast. Es funktioniert.
0:26:09–0:26:11
Krass. Wusste ich, hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das funktioniert.
Micz Flor
0:26:15–0:26:19
Und wir hatten, glaube ich, war das in Hamburg oder in Cardiff oder ich weiß nicht mehr.
0:26:19–0:26:22
Irgendwann war mal so ein, das war irgendwo im Englischsprache,
0:26:22–0:26:25
ich glaube so ein Stage Manager für die Bühne, wo wir es vorgeführt haben,
0:26:25–0:26:28
der gesagt hat, er würde sich das gerne auf Sicht drauf.
Florian Clauß
0:26:28–0:26:30
Das war, glaube ich, war das nicht in Chicago?
Micz Flor
0:26:30–0:26:31
Das kann sein.
Florian Clauß
0:26:32–0:26:33
Ich weiß es nicht mehr.
Micz Flor
0:26:33–0:26:35
Aber ich glaube, es war Englisch. Und dann hat er aber gesehen,
0:26:35–0:26:37
wie die Nadel mit dem Kunstleder umgeht.
Florian Clauß
0:26:37–0:26:42
Ja, das war in Hamburg, glaube ich, das war, okay.
Micz Flor
0:26:44–0:26:49
Aber auf jeden Fall ist es so, dass da ja auch, klar, das war der Klingelmotor,
0:26:49–0:26:52
das ist eine Spule, da ist ein Magnet drin, wenn man dann,
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Spule anmacht, dann zieht, also nee, kein Magnet drin, sondern eine Spule macht
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man an, um Eisenkern drumherum dann entsteht beim Klingeldrücken entsteht ein Magnetfeld.
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Das Magnetfeld zieht dieses Stückchen Metall an, dass dann auf die Klingel geht
0:27:10–0:27:16
und gleichzeitig unterbricht dieses den Kontakt und dadurch schwingt das wieder in der Feder zurück.
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Aber weil ich unten immer noch drücke, kriegt es dann wieder Strom,
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macht wieder und genauso funktioniert die Tätowiermaschine dann.
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Also das haben wir ausgebaut dann die Tätowiermaschine eingebaut.
Florian Clauß
0:27:26–0:27:32
Das ist so quasi als Trichter für die Tinte, da hast du so einen Kuli genommen, ne?
Micz Flor
0:27:33–0:27:38
Ja, es hat funktioniert, aber es wurde nie an Menschen erprobt.
Florian Clauß
0:27:39–0:27:42
Okay, aber du machst es mit einer Nähmaschine?
Micz Flor
0:27:42–0:27:46
Jetzt habe ich eine Nähmaschine, das ist aber nicht mehr ohne Nadel und Faden.
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Und was mich dann irgendwie interessiert
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das ist eben dieses thema der kapazität was passiert denn da
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und das fand ich insofern
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interessant weil wirklich in diesem in diesem
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raum wo die seite
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schwingt das magnetfeld ist diese lose
0:28:06–0:28:10
übereinander gelegten kabel eine andere
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kapazität erzeugen als wenn die
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maschinell nebeneinander gelegt sind und wenn die nebeneinander gelegt sind
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alle in die gleiche richtung schauen sozusagen und wirklich dann ist es wohl
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so dass durch den fluss da ein effekt des kondensators entsteht der dafür sorgt
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dass hohe frequenzen nicht gut durchkommen,
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weil das ganze würde.
Florian Clauß
0:28:37–0:28:40
Bis heute stehen und du sagst alle in die gleiche richtung schauen dann habe
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ich so dieses von meinem cosmos elektrobau kasten wo wo das Elektron quasi als
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zur Veranschaulichung so ein Gesicht hat.
Micz Flor
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Sarkarius und Baktus.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:56
So ähnlich, waren sehr ähnlich. Aber die hatten auf jeden Fall,
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war so eine Kugel mit Arm und Bein und die konnten dann alle in eine Richtung fließen.
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Und dann haben sie sich gefreut, wenn sie geflossen sind.
Micz Flor
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Genau, die fließen und es ist so, dass man die sich auch wie so einen Schlauch
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vorstellen kann, wo du jetzt zum Beispiel Tischtennisbälle drin hast.
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Voller Tischtennisbilder, Elektronen in diesem Schlauch. Und wenn du auf der
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einen Seite einen Elektron reinschiebst, dann ploppt auf der anderen Seite eins raus.
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Und das ist in der Tat auch so, dass die Elektronen gar nicht Lichtgeschwindigkeit
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haben, aber trotzdem ein sehr, sehr schnelles Signal weitergegeben wird,
0:29:32–0:29:33
weil das genauso funktioniert.
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Du drückst auf der einen Seite den Elektron rein, wenn du den Schalter anmachst,
0:29:36–0:29:39
und dann passiert auf der anderen Seite gefühlt,
0:29:40–0:29:44
Aber das ist nicht das, was du vorne reingetan hast, sondern das ist halt das, was hinten dran liegt.
Florian Clauß
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Und das ist eine Welle und kein Teilchen, ne?
Micz Flor
0:29:46–0:29:50
Es ist genau, das ist so ein bisschen auch das Paradox und das wird uns gleich
0:29:50–0:29:56
in meiner Versuch der Anschaulichkeit noch begleiten.
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Wir fangen jetzt nämlich mal bei einem anderen Kondensator an.
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Also diese Idee, dass es da etwas gibt, was irgendwie mit einem Feld und Strom,
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der sich nicht berühren kann, dann irgendwelche sachen aufbaut die
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dann dafür sorgen dass bestimmte schwingungen aus einer wechselstrom
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sache ausgefiltert werden das wird
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in der gitarre ganz explizit auch benutzt und
0:30:19–0:30:24
zwar gibt es die möglichkeit bei einer gitarre mit einem knopf bei den meisten
0:30:24–0:30:30
minimal mit einem knopf die lautstärke hoch und runter zu drehen mit dem zweiten
0:30:30–0:30:38
knopf wenn der auf 10 steht dann dann ist das komplette Klangspektrum des Tonabnehmers verfügbar.
0:30:39–0:30:42
Und wenn man den runterdreht bis 0, dann wird das immer dumpfer.
0:30:42–0:30:46
Also die höheren Frequenzen, die werden da gekappt immer mehr.
Florian Clauß
0:30:46–0:30:47
Okay.
Micz Flor
0:30:47–0:30:51
Und um das herzustellen, wird eben auch ein Kondensator benutzt.
0:30:51–0:30:55
Ein Kondensator wird so eingesetzt, dass wenn der auf 10 ist,
0:30:56–0:30:58
dann wird der quasi nicht genutzt.
0:30:59–0:31:06
Wenn man den aber dann in diesem Potentiometer auf 0 dreht, dann ist es so, dass der Kondensator,
0:31:08–0:31:15
Der geht nicht zurück in den Kreislauf, sondern der hat die Möglichkeit,
0:31:15–0:31:20
der Kondensator ist dann mit Masse verbunden und kann etwas ableiten.
0:31:20–0:31:25
Er kann also etwas von diesen Schwingungen ableiten gegen Masse und damit wird
0:31:25–0:31:28
es dann nicht mehr als Signal wirksam.
0:31:28–0:31:34
Aber dieses Ableiten über den Kondensator funktioniert eben so,
0:31:34–0:31:38
dass nur die hohen Frequenzen abgeleitet werden.
0:31:38–0:31:42
Die tiefen Frequenzen kommen durch den Kondensator nicht durch,
0:31:42–0:31:47
weil nämlich eigentlich nichts durch den Kondensator durchkommt,
0:31:47–0:31:48
was ich gleich nochmal erklären werde,
0:31:48–0:31:54
sondern die hohen Frequenzen abzuleiten, diese Möglichkeit kann man mit diesem
0:31:54–0:31:57
Tonregler immer mehr einstellen.
0:31:57–0:32:02
Und der Kondensator, der Wert des Kondensators bestimmt dann in gewisser Weise,
0:32:02–0:32:06
welcher Frequenzraum maximal dann noch betroffen ist.
Florian Clauß
0:32:06–0:32:10
Muss der kondensator immer masse haben für.
Micz Flor
0:32:10–0:32:13
Diese einstellung hat der kondensator immer masse ja
0:32:13–0:32:15
weil du kannst du brauchst ihn
0:32:15–0:32:19
aber nicht wenn du diesen diesen diese klanglichen verändern ich benutze nie
0:32:19–0:32:24
zum beispiel also diese klanglich veränderung manche wollen das vielleicht aber
0:32:24–0:32:28
ich habe das gefühl dass ich mache alles immer also lautstärke auf 10 und des
0:32:28–0:32:33
ton mache ich eigentlich gar nicht aber es gibt es halt schon ewig kommt eben
0:32:33–0:32:34
vielleicht auch noch aus Das ist eine Zeit,
0:32:35–0:32:38
wo viel von der Toneinstellung wirklich an der Gitarre passierte und weniger
0:32:38–0:32:43
über Effektgeräte oder Post-Production, wo man das dann irgendwie noch sich
0:32:43–0:32:47
aussuchen kann, wie es dann klingt, sondern man muss das ja in Echtzeit dann machen können.
0:32:48–0:32:50
Wenn dann jemand Solo gespielt hat und ein bisschen Begleitung,
0:32:50–0:32:52
dann haben die es vielleicht einfach so ein bisschen zurückgedreht.
0:32:52–0:32:57
Aber ja, also für mich bräuchte es diesen Volumenregler nicht mehr.
0:32:57–0:32:59
Wir sind jetzt gerade gleich am...
Florian Clauß
0:33:00–0:33:02
Hier ist eine kleine Völkerwanderung.
Micz Flor
0:33:02–0:33:02
Ja, ist Wahnsinn.
Florian Clauß
0:33:02–0:33:05
Wir sind jetzt hier am Friedrichsjahn.
Micz Flor
0:33:08–0:33:10
Beziehungsweise am Mauerpark Flohmarkt.
Florian Clauß
0:33:10–0:33:18
Wir gehen jetzt zum Mauerpark, was wahrscheinlich für diese Zeit keine gute Idee war.
Micz Flor
0:33:18–0:33:23
Aber meinst du, dass das hier auch schon vielleicht 1. Mai-Touristen sind?
Florian Clauß
0:33:23–0:33:25
Das sind alles, alles ist hier.
Micz Flor
0:33:26–0:33:27
Auf alle Fälle Wochenende.
Florian Clauß
0:33:28–0:33:32
Wir müssen mal gucken, dass wir vielleicht einen etwas ablegigen Weg in den Mauerpark finden.
0:33:34–0:33:36
Da kommt man nicht hoch, ne?
Micz Flor
0:33:36–0:33:36
Nee.
Florian Clauß
0:33:37–0:33:44
Und dann, vielleicht noch mal eine kleine Information zur Strecke.
0:33:44–0:33:49
Wir werden dann Richtung Max-Schmeling-Halle laufen. Max-Schmeling-Halle wurde
0:33:49–0:33:54
auch, ich glaube, in 2000 dann fertig gebaut, oder? Ist noch nicht so alt.
Micz Flor
0:33:55–0:33:57
Genau. Ist es so spät? Ich hätte schon...
Florian Clauß
0:33:58–0:34:01
Vielleicht gab es die auch früher. Weißt du, auf jeden Fall hier zum...
0:34:01–0:34:08
Das habe ich nochmal im Internet gelesen. zu unserem Ludwig-Jan-Sport-Park.
0:34:10–0:34:14
Das war auch eine Leinheit-Kradition, dieser Park.
0:34:14–0:34:20
Das war hier nämlich ein Feld, was in den 1840er Jahren, also Mitte des 19.
0:34:20–0:34:26
Jahrhunderts, von Preußischen her als Exerzierplatz benutzt wurde.
0:34:27–0:34:32
Und dann irgendwann, das war hier noch völlig abgelegen, hier das Feld,
0:34:32–0:34:35
Und die haben hier dann irgendwie keine Ahnung, die haben hier Kampfübungen
0:34:35–0:34:38
gemacht und Sportübungen und so weiter und irgendwann,
0:34:39–0:34:43
wurde das hier mehr und mehr umbaut und dann war es für das Heer nicht mehr
0:34:43–0:34:48
interessant und wir haben es dann abgegeben und hier ist der älteste,
0:34:51–0:34:56
Der Fußballplatz, der durchgängig gespielt wird in der Bundesrepublik.
Micz Flor
0:34:56–0:34:56
Ah, okay, wirklich?
Florian Clauß
0:34:57–0:35:03
Ja, also durchgängig. Das heißt, hier war erst im Tempelhof der erste Fußballplatz
0:35:03–0:35:04
von Berlin und hier war der zweite.
0:35:05–0:35:09
Aber hier wird er quasi seit dieser Zeit, das war glaube ich so kurz vor der
0:35:09–0:35:11
Jahrhundertwende, also 18.
0:35:11–0:35:15
Bis 19. Jahrhundert, nee, 19. bis 20. Jahrhundert, wo der dann auch in Betrieb
0:35:15–0:35:18
war und durchweg von Vereinen bespielt wird.
0:35:19–0:35:21
Okay, kurz eine Information zur Strecke.
Micz Flor
0:35:22–0:35:25
Das ist total gut. Also jeder hat so seine Themen, bei dir ist es Fußball.
Florian Clauß
0:35:25–0:35:31
Nicht so tief, aber es ist vor allen Dingen immer so diese Exerzierplätze in
0:35:31–0:35:32
Berlin, das finde ich schon ganz spannend.
Micz Flor
0:35:33–0:35:35
Polizei und Militär.
Florian Clauß
0:35:35–0:35:35
Ja.
Micz Flor
0:35:38–0:35:40
Wollen wir uns einfach hier oben langleiern.
Florian Clauß
0:35:40–0:35:42
Da unten ist immer ein Schick. Ich dachte, wir gehen eher so schräg rüber,
0:35:42–0:35:44
weil dann kommen wir zu der Schmelinghalle.
Micz Flor
0:35:45–0:35:50
Ja. Ja, also wir kamen gerade an einer Sängerin vorbei, die eine Dan-Elektro-Gitarre
0:35:50–0:35:54
gespielt hat, die einen berühmten Lipstick-Tonabnehmer haben.
Florian Clauß
0:35:54–0:35:55
Hast du die jetzt gehört?
Micz Flor
0:35:55–0:35:56
Ja, die habe ich gesehen.
Florian Clauß
0:35:58–0:36:00
Hast du geschmeckt?
Micz Flor
0:36:00–0:36:06
Der Lipstick-Tonabnehmer wurde wirklich in Metallhülsen, die für Lippenstifte
0:36:06–0:36:07
hergestellt wurden, verbaut.
Florian Clauß
0:36:08–0:36:12
Und die waren dann wahrscheinlich so industriell so verfügbar.
0:36:12–0:36:17
Das war dann wahrscheinlich einfach von der Produktion her billig, die Dinger zu nehmen.
Micz Flor
0:36:17–0:36:21
Ich glaube, die wurden wirklich einfach so direkt von der Firma gekauft.
0:36:21–0:36:25
Man könnte da wahrscheinlich auch, keine Ahnung, damals vielleicht so alte Medikamentendosen
0:36:25–0:36:26
aus Metall noch nehmen oder so.
0:36:28–0:36:33
Aber da sind Spulen drin, auch in diesem Lipstick und auch in dem Lautsprecher natürlich.
0:36:33–0:36:38
Lautsprecher sind ja im Prinzip das gleiche wie Tonabnehmer, zumindest die.
Florian Clauß
0:36:38–0:36:42
Jetzt machen wir eine kurze Musikpause. Wir sind hier im Atrium von ...
Micz Flor
0:36:42–0:36:46
Wir gehen einfach schnell, das ist jetzt nicht ... Wir müssen nicht GEMA zahlen,
0:36:46–0:36:49
weil das ist jetzt ein Zitat. Das ist ja gerade ...
Florian Clauß
0:36:55–0:36:56
Das ist ja diese ...
Micz Flor
0:37:08–0:37:10
Bitteschön!
0:37:25–0:37:29
Ja, Zitat vorbei ist lustig, weil auf so einer Metaebene ist die Folge genauso
0:37:29–0:37:31
wie mein Umgang mit den Kuckuckas.
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Ich möchte da irgendwie so vorwärts kommen, aber dann irgendwas lenkt immer
0:37:35–0:37:36
ab, irgendwas kommt immer dazwischen.
0:37:38–0:37:44
Oder jetzt haben wir hier wieder eine Box. Und hier wird auch total viel gebaut,
0:37:44–0:37:46
das ist auch so ein bisschen absurd.
0:37:46–0:37:49
Das heißt, alle Menschen werden eigentlich hier in so eine Schneise gepackt.
0:37:49–0:37:52
Man kann sich gar nicht irgendwo ausbreiten oder hinsetzen. Ich würde sagen,
0:37:52–0:37:53
wir hier so durchziehen.
Florian Clauß
0:37:53–0:37:58
Ja, hier ist wahrscheinlich auch die chemikalische Belastung im Boden sehr hoch,
0:37:58–0:38:02
durch die ganzen Drogen von den Wochenenden. Das ist als hätte man 2000.
Micz Flor
0:38:02–0:38:08
Zu DDR-Zeiten dachte ich mal. Gut, also der Kondensator, den ich gerade beschrieben
0:38:08–0:38:12
habe, der soll uns so ein bisschen helfen, dieses Feld zu verstehen, in dem dann so eine Spule,
0:38:13–0:38:18
herumgeistert, der scheinbar aber dann irgendwie anders funktioniert als der Kondensator selbst.
0:38:19–0:38:26
Was wir gerade vor zwei Musik-Breaks, was haben wir jetzt hier noch?
0:38:27–0:38:33
Weißt du, jetzt haben wir hier noch einen Magier. Wir sind jetzt in diesem kleinen Atrium.
0:38:37–0:38:43
Dieses kleine Atrium am Mauerpark.
0:38:49–0:38:51
Ich habe das noch nie so voll gesehen.
0:38:57–0:38:59
Gibt es eigentlich noch diese großen Schaukeln?
0:39:02–0:39:08
Ja, es gab ja mal ganz oben diese Schaukeln, die so ins Nichts schaukeln, Infinity-Schaukeln.
Florian Clauß
0:39:11–0:39:15
Aber du hast ja hier um die Ecke gewohnt, das war ja quasi dein Kiezplatz.
Micz Flor
0:39:15–0:39:22
Ja, da war die, genau, in der Straße war die Cyber Tattoo Klingel ausgebucht.
Florian Clauß
0:39:26–0:39:29
Deswegen waren wir relativ oft in den 90ern hier.
Micz Flor
0:39:31–0:39:34
Ich bin mal gespannt, ob wir irgendwelche Rückmeldungen kriegen,
0:39:34–0:39:40
was stärker hängen blieb von unserer Tour hier. Die Tour oder das Thema.
Florian Clauß
0:39:40–0:39:48
Wir laden uns wieder auf. Wir laden uns wieder mit der Erzählungskraft, der Energie.
Micz Flor
0:39:48–0:39:54
Du hattest mit der 51. Folge noch so einen guten Start in die zweiten 50er und
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jetzt daddel ich jetzt ein bisschen rum.
0:39:57–0:40:00
Aber wie gesagt, auf einer Metaebene ist das genauso das Problem.
0:40:00–0:40:02
Ich habe dann irgendwelche Ideen und dann doch keine Zeit hier und da und dort.
0:40:03–0:40:08
Und es ist immer so perforiert. Es entsteht quasi keine Konzentration oder um
0:40:08–0:40:11
bei der Tiefsee zu bleiben, nicht dieser Druck, den man da manchmal braucht,
0:40:11–0:40:12
um so Sachen durchzupuschen.
0:40:14–0:40:17
Aber deshalb habe ich auch gedacht, Tonabnehmer wickeln ist vielleicht keine
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schlechte Idee, weil das ist so überschaubar und das Produkt ist irgendwas,
0:40:24–0:40:29
was für mich schon auch emotional aufgeladen ist.
0:40:29–0:40:34
Ich freue mich total drauf, aber es ist nicht notwendig. Eine Gitarre muss ich
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so zersägen, dass ich von unten die Tonabnehmer einfach reinschieben kann,
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damit ich dann die Soundsample alle mal so abnehmen kann.
0:40:42–0:40:46
Weil das ist eben auch noch so ein Thema, was bei Tonabnehmern wichtig ist.
0:40:50–0:40:54
Diese Wiederherstellbarkeit oder die Wiederholbarkeit oder wie die,
0:40:56–0:41:00
um es hier in Berlin zu sagen, die mechanische Reproduzierbarkeit.
0:41:00–0:41:07
Wenn wir sagen, ein Scatterwound Hand Pickup ist einzigartig und klingt viel
0:41:07–0:41:09
besser als ein maschinell gewickelter,
0:41:10–0:41:13
dann wissen wir auf alle Fälle eins, nämlich der maschinell gewickelte klingt
0:41:13–0:41:16
immer genauso, wie er klingt, weil die Maschine immer das Gleiche macht.
0:41:16–0:41:23
Und wenn die Materialien von Magnet oder Drahtdicke sich nicht ändern,
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oder auch die Höhe oder Abstand zwischen Magneten, dann wissen wir,
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dass die eigentlich immer sehr ähnlich klingen.
0:41:30–0:41:34
Aber wenn die handgewickelten alle deutlich anders klingen, wie kann ich das
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dann so machen, dass die auch wiederum gleich gut klingen immer?
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Und das ist jetzt bei so modernen Tonabnehmer-Wickeln schon,
0:41:41–0:41:42
ich habe auch schon gefunden,
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es gibt so Arduino-Projekte, Raspberry Pi noch nicht, obwohl ich da einen rumliegen
0:41:46–0:41:48
habe, wo ich das vielleicht dann selber auch mal probiere,
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wo man das machen kann, dass man
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die Wicklung selbst, den kompletten Wickelprozess, als Pfeil hinterlegt.
0:41:58–0:42:02
Ein bisschen wie bei Cyber-Tattoo. Dann sagt er halt nach rechts,
0:42:02–0:42:04
links, jetzt wieder so und jetzt so schnell, so langsam.
Florian Clauß
0:42:04–0:42:12
Du hast dann so einen Mikrocontroller, der dann die Wicklung je nach Geschwindigkeit dann steuert.
Micz Flor
0:42:13–0:42:15
Aber auch wiederholbar macht.
Florian Clauß
0:42:15–0:42:16
Das heißt, du könntest dann theoretisch.
Micz Flor
0:42:16–0:42:20
Ich weiß noch nicht genau, wie man das gut aufnehmen kann, also in so einer
0:42:20–0:42:24
Vektor-Idee, wie viele Zeitpunkte man braucht, um sowas dann auch als Aufnahme abzubilden.
0:42:25–0:42:29
Aber die Idee ist dann, du könntest eine Reihe von Tonabnehmern wickeln mit
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unterschiedlichen Mustern, in denen du den Draht führst.
0:42:33–0:42:39
Wie sieht es zum Beispiel aus, wenn du bei so einem Stratocaster-Pickup-Single-Coil,
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sind es so 8.000, 8.100 Wicklungen.
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Was auch an Single-Coil-Tunnelabnehmer sehr populär ist, der P90 von 1947 von Gibson.
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Der hat so um die 10.000 Wicklungen. Das heißt schon relativ viel.
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Und dann kann man sich ja überlegen, wie sieht es denn aus, wenn ich zum Beispiel
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den Draht zuerst mal nur nach links mache, dann nur nach rechts mache und zum
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Schluss in der Mitte und dann die letzten quasi kreuz und quer.
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Also diese Idee, diesen Draht anders zu wickeln und dann mal zu gucken,
0:43:08–0:43:12
was dann sich wahrscheinlich gar nicht mathematisch vorhersehen lässt,
0:43:12–0:43:13
was in diesem Fuss passiert.
Florian Clauß
0:43:13–0:43:15
Das wollte ich auch gerade anmerken, das lässt sich wahrscheinlich überhaupt
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nicht berechnen. Es gibt verschiedene Messwerte.
Micz Flor
0:43:18–0:43:25
Die man da versucht, also um Tonabnehmer zu messen, die aber in der Regel nichts
0:43:25–0:43:27
wirklich über den Klang aussagen.
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So, und hier kannst du mal ein Foto machen. Da haben wir jetzt...
Florian Clauß
0:43:33–0:43:37
Können wir jetzt mal live gucken, welche Tonarten hier drin sind?
Micz Flor
0:43:38–0:43:43
Ja, also links haben wir einen Telecaster. Ich weiß nicht, ob es ein Original oder eine Kopie ist.
0:44:04–0:44:07
Das eine war glaube ich eine Squire, das andere war eine Fender,
0:44:07–0:44:11
aber es war keine Stratocaster,
0:44:11–0:44:16
es war glaube ich eine Paranormal, da gab es mal so hybride Formen und ich glaube
0:44:16–0:44:21
das war eine Mischung, muss ich noch mal nachgucken, zwischen Mustang und Stratocaster.
Florian Clauß
0:44:25–0:44:30
Und die Frage ist, wie kriegt man dann die Qualität der Wicklung irgendwie dann
0:44:30–0:44:35
reproduziert, Also zumindest erst mal bewertet, bevor du es reproduzierst.
Micz Flor
0:44:35–0:44:38
Ja, es gibt die Möglichkeit, das zu messen.
0:44:38–0:44:43
Es gibt verschiedene, also genauso wie ein Klangkörper von einer akustischen Gitarre,
0:44:43–0:44:52
gibt es dann so ein Resonanzprofil, mit welcher Frequenz der gewickelte Tonabnehmer
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am besten harmoniert. Zum Beispiel.
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Was haben wir hier? Hier haben wir jetzt auch zwei Leute, die mit Gitarren spielen.
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Und da ist es jetzt so, ich habe gerade ein Foto gemacht. Der Linke,
0:45:23–0:45:24
wenn man unter dem Blogpost schaut,
0:45:24–0:45:27
auf eigentlich-podcast.de, der hat einen
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tonabnehmer mit magnet und spule das
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hat jetzt nicht gesehen aber ich nehme mal an das ist der
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von simon duncan der wo die das ist ein tonabnehmer den
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man in das schallloch macht der andere
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hat er wahrscheinlich ein piazzotonabnehmer oder
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was ähnliches der dann eher wie normales mikrofon
0:45:47–0:45:50
funktioniert im sinne von der braucht
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luft er ist nicht also auf
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piazzotonabnehmer man es so da entsteht durch den druck entsteht eine spannung
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und die spannung wird dann verstärkt sieht man oft auch dass es dann ebenso
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einen kleinen equalizer und ein batteriefach gibt an der seite von diesen akustischen
0:46:07–0:46:12
gitarren ja okay das war jetzt das anschauungsmaterial unter dem blog post schön.
Florian Clauß
0:46:12–0:46:13
Wie sich das so gerade.
Micz Flor
0:46:13–0:46:16
Gefühlt zurück zurück zum kondensator
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also wenn wir den kondensator wenn
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wir versuchen zu erklären was es eigentlich ist dann
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kann sich jeder das ganz gut vorstellen wenn man
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eine fotokamera hat mit blitz dann ist
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es so dass ein kondensator verbaut ist und der saugt
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sich erst mal von der batterie ganz viel spannung speichert die und wenn man
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dann den blitz anmacht dann wird diese ganze schlagartig das eben freigesetzt
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im kondensator und löst den blitz aus das ist zum beispiel ein einsatzbereich von kondensatoren.
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Der Kondensator in so einem Kreislauf ist im Prinzip wie ein Reservoir.
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Wir sagen also erstmal, ich versuche das jetzt alles bildlich darzustellen,
0:47:02–0:47:05
wir sagen also erstmal, das ist wie ein Eimer.
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Das ist nicht ganz wie ein Eimer, wie wir später lernen werden,
0:47:07–0:47:10
aber es ist so, ich habe so einen Strom, den lege ich an.
0:47:10–0:47:14
Das ist so ein bisschen wie Wasser in den Eimer, in der Sauna zum Beispiel.
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Und dann nach dem Saunabad ziehe ich an der Leine und das ganze Ding kippt auf
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mich drauf. Dann kommt dieser Blitz raus und das ganze Ding ist wieder leer.
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Also da läuft Strom rein, dann steht eine Spannung drin, die Spannung,
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wenn man den nach abschneidet, die Spannung wird halt gehalten da drin.
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Spannung wird ja auch oft eben mit Fallhöhe verglichen, das heißt ganz oben
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hängt dann dieser volle Eimer, der so langsam vollgepumpt wurde.
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Braucht ja auch immer ein bisschen Zeit, man Man hört das ja manchmal auch, wie lange der Blitz...
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Und wenn das Signal erst eine gewisse Tonhöhe hat, dann weiß man,
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jetzt kann ich den Blitz wieder auslösen.
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Und dann fällt eben das Wasser aus der Fallhöhe runter, alles auf einmal.
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Das ist bei Gleichstrom, also wie bei einer Batterie, wo immer Plus Plus ist,
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immer Minus Minus ist, ist das die Art, wie ein Kondensator funktioniert.
Florian Clauß
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Sorry, ich glaube, wir müssen... Hier ist eine Mauer, wir kommen nicht hier
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drüber, wir müssen doch den Parallelstraßen weg. Ah, okay.
Micz Flor
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Jetzt sind wir ganz am Norden vom Dead End hier.
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Es war gerade so schön ruhig, aber zurück in die Wüste!
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Ein kondensator ist aber kein eimer
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sondern ein kondensator kann von beiden seiten betrachtet werden und in der
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mitte ist aber eine trennung also es ist da kann die strom durchfließen beim
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gleichstrom ist oder kommt der
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strom wird darin gespeichert oder fließt da nicht durch ja ist ist ein,
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ja, das ist voneinander getrennt. Lassen wir es einfach mal so stehen.
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Das Spannende ist allerdings, und da wird es dann eben immer schwieriger,
0:48:57–0:49:03
sich auch mit dieser Wassermetapher auseinanderzusetzen, wenn man den Kondensator
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jetzt in einem Wechselstrom einsetzt.
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Also im Gleichstrom, haben wir jetzt gerade gelernt, dann lädt er sich auf.
0:49:09–0:49:11
Wenn er voll ist, ist er voll.
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Wenn man den im Wechselstrom einsetzt, den Kondensator, dann passiert das,
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was ich bei der Gitarre schon vorhin beschrieben habe, je nachdem,
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was das für ein Kondensator ist.
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Scheinbar für manche Frequenzen durchlässig, obwohl ja angeblich kein Strom durchfließen kann.
0:49:31–0:49:35
Aber er ist scheinbar durchlässig, weil er konnte ja, wie ich vorhin erklärt
0:49:35–0:49:39
habe, wenn man den Kondensator zwischen das Signal und die Masse schaltet,
0:49:40–0:49:43
dann zieht der Kondensator die hohen Frequenzen alle ab.
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Also bestimmte Frequenzen konnten dann scheinbar abfließen.
0:49:47–0:49:50
Aber die fließen eben nicht ab, sondern was da passiert,
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und das finde ich ganz interessant, ist dass diese elektronen also
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ich bleibe jetzt mal in diesem wasser ding wir konnten uns
0:49:58–0:50:01
bei gleichstrom noch vorstellen dass das das wasser
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in einen eimer fließt und dann runter platzt aber
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wir müssen uns das anders vorstellen wenn wir uns einen wechselstrom vorstellen
0:50:08–0:50:13
da müssen wir uns ein bisschen vorstellen wie sie ein reservoir so vielleicht
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so ein bisschen wie zwei luftballons ja die miteinander nicht verbunden sind
0:50:17–0:50:20
aber von der einen seite kommt immer
0:50:20–0:50:23
ein bisschen den Luftballon Wasser reingepumpt, der andere wird leerer,
0:50:23–0:50:27
weil es abfließt, dann geht es wieder zurück. So schwappt das quasi hin und her.
0:50:27–0:50:32
Das ist dann dieses Reservoir und die scheinen miteinander zu harmonisieren
0:50:32–0:50:38
in dieser Wechselstrom-Idee, ohne dass die wirklich einen Durchfluss haben.
0:50:38–0:50:40
Aber es ist für bestimmte Fragen.
0:50:42–0:50:44
Ähnlich wie ein Durchfluss, weil es eben nicht mehr darum geht,
0:50:44–0:50:49
dass das Wasser irgendwo ankommt, sondern dass die Energie abgeleitet wird.
0:50:49–0:50:52
Die Energie von bestimmten Frequenzen wird dann gegen Masse abgeleitet.
0:50:52–0:50:56
Und solange das schwingen kann, auch wenn kein Strom durchfließen kann,
0:50:57–0:50:59
in diesen Frequenzen, dann kann es abgeleitet werden.
0:51:00–0:51:04
Und ich habe überlegt, was man so ein Bild machen könnte, wenn man sich überlegt,
0:51:04–0:51:09
aber warum funktioniert das nur für bestimmte Frequenzen und für andere wiederum
0:51:09–0:51:13
nicht. und dann ist mir das Beste, was mir eingefallen ist, wenn du dir vorstellst, du hast so.
0:51:15–0:51:21
Einfach so wie so ein kleines Flussbett und da läuft nicht viel Wasser drüber, so kleine,
0:51:22–0:51:25
Wellen irgendwie, weil es irgendwie ein bisschen windet, ist wenig Wasser drin
0:51:25–0:51:28
und dann kommst du mit dem Spaten und nimmst halt einfach so mittendrin mal
0:51:28–0:51:31
so einen Schacht auf und das Wasser, was von links kommt,
0:51:31–0:51:35
muss über diesen Spaten dann so drüber, aber während das Wasser,
0:51:35–0:51:38
der während diese Tiefe sich auflädt,
0:51:38–0:51:40
hören dann auch die Wellen auf in dem Moment.
0:51:41–0:51:42
Also dieses Reservoir ist für
0:51:42–0:51:46
diese hochfrequenten Schwingungen von dieser Wasseroberfläche sehr lang.
0:51:47–0:51:49
Aber das ist nicht sehr gut, oder?
Florian Clauß
0:51:49–0:51:51
Ne, ich kann das sehr schön vorstellen.
Micz Flor
0:51:51–0:51:54
Weil die zweite Vorstellung ist halt eben, und dann ist das Flussbrett voll
0:51:54–0:51:59
und es sind hohe Wellen und dann ist dieser kleine Spatengraben unten einfach,
0:51:59–0:52:00
macht keinen Unterschied.
0:52:00–0:52:04
Das heißt diese grobe, in Anführungszeichen, große Welle, eine andere Frequenz hat,
0:52:05–0:52:08
die wäscht dann einfach drüber weg und
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das ist einfach macht macht nicht so einen unterschied wie
0:52:11–0:52:14
für die kleine welle die durch die neue untiefe wirklich dann
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einfach entsorgt wird in gewisser weise und
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da haben wir natürlich wieder dieses phänomen verloren
0:52:21–0:52:27
dass da nichts wirklich durch fließen kann weil der konservator nicht fließen
0:52:27–0:52:31
kann aber wir können uns vielleicht so etwas vorstellen wo eben mit diesen beiden
0:52:31–0:52:35
ballons oder pumpen oder sowas in diese Diese Blase geht was rein und raus und
0:52:35–0:52:40
in einer bestimmten Frequenz ist dieses Rein-Raus wie Fließen von außen betrachtet.
0:52:41–0:52:43
Und wenn man diese Frequenz trifft, dann ist es in der Tat so,
0:52:43–0:52:47
dass die Energie für diese Frequenz auch gegen Masse abgeführt werden kann,
0:52:47–0:52:49
obwohl kein Strom fließt.
0:52:49–0:52:53
Aber die Schwingung und die Energie der Schwingung wird quasi abgeflossen,
0:52:53–0:52:58
bevor die dann mit dem Signal rausgegeben wird an den Verstärker.
0:52:58–0:53:00
So funktioniert das.
Florian Clauß
0:53:00–0:53:01
Ja, schönes Bild, ja.
Micz Flor
0:53:01–0:53:06
Und der Kondensator und der Tonabnehmer selbst ist halt mit diesem Scatterwound
0:53:06–0:53:14
auch so, dass wenn ich die Seite anstoße und dadurch das Magnetfeld beeinflusse,
0:53:14–0:53:18
was in der Spule durch Induktion eine Spannung erzeugt,
0:53:19–0:53:24
dann ist, ähnlich wie oder verwandt mit dem, was mein Vater da mit diesem Steinschneider
0:53:24–0:53:28
gemacht hat in dem Moment, wenn diese hohen Schwingungen dann irgendwie ankommen,
0:53:29–0:53:35
und bei einer gewissen Form wenn das Ding halt zu maschinell parallel gewickelt ist,
0:53:38–0:53:42
parallele Wicklung scheinbar, maschinelle Wicklung, das funktioniert wie ein
0:53:42–0:53:49
Kondensator, der dann eben diese hohen Frequenzen in sich selbst aufnehmen kann,
0:53:49–0:53:52
in sich selbst ausgleicht und sozusagen nicht mehr weitergibt.
0:53:53–0:53:56
Weißt du, was ich meine? Also der schwingt quasi der Kondensator,
0:53:56–0:54:00
das ist ein Kondensatoreffekt in der Spule selbst,
0:54:00–0:54:05
der die hohen Schwingungen, die indiziert werden, einfach schluckt und gar nicht
0:54:05–0:54:08
mehr weitergibt eben an den Rest und auch nicht zum Schluss an den verstärker.
Florian Clauß
0:54:08–0:54:09
Okay ja das.
Micz Flor
0:54:09–0:54:11
Ist das ist.
Florian Clauß
0:54:11–0:54:14
Das ist und das alles geht wieder aufs klangbild.
Micz Flor
0:54:14–0:54:17
Das geht alles wieder aufs klangbild und.
Florian Clauß
0:54:17–0:54:24
Und da ist wieder so eine magie drin die du aber nicht so richtig auflösen kannst ja.
Micz Flor
0:54:24–0:54:27
Das finde ich ebenso wenn man mal drüber guckt um
0:54:27–0:54:29
es gerade noch rot wenn man noch mal drüber guckt die
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die situation in
0:54:33–0:54:36
der beschreibung eben ist halt auch wenn man so vorn liest dann
0:54:36–0:54:40
ist es halt wirklich magisch ja 1954 und da
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war das alles noch mit der hand und so weiter dann gibt es aber auch für gibson
0:54:44–0:54:48
gibson die schon immer mit maschinen gearbeitet haben die hatten aber dann trotzdem
0:54:48–0:54:56
da wurden in den in den auf den pickups wurden dann in initialen noch vermerkt
0:54:56–0:54:59
werden gewickelt hat und welchem jahr und so was das heißt da ist es dann auch
0:54:59–0:55:00
so dass es dann wohl eine wie.
Florian Clauß
0:55:00–0:55:07
Die münz prägung dann auch immer so wo das jahr ist und dann noch mal buchstaben
0:55:07–0:55:08
für die stadt wo das geprägt.
Micz Flor
0:55:08–0:55:14
So in der art genau da ist es dann unter den unter den geeks ist es dann so
0:55:14–0:55:19
dass wenn man von einer gewissen so und so aus dem 52 53 da hat die einfach
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wenn man das nach muss hat er einfach den fuß ein bisschen länger auf der nähmaschine weniger.
0:55:23–0:55:27
Und dann hat es ein paar Wicklungen mehr gemacht und dadurch hat das Ding eher
0:55:27–0:55:32
so ein bisschen mehr so ein mehr Mitten und so ein bisschen mehr Rums als die anderen.
0:55:32–0:55:36
Das heißt aber, da wird dann eben geguckt wirklich auch, wie der Mensch da nochmal
0:55:36–0:55:41
reingerechnet wird in dieser in dieser Wahrnehmung. Also nicht nur,
0:55:41–0:55:42
dass wir es hören sollen.
Florian Clauß
0:55:42–0:55:45
Aber du sagst eben, du hast angesetzt, wenn man den Fohlen glaubt,
0:55:45–0:55:47
dann denkt man, da ist eine Magie drin, aber...
Micz Flor
0:55:48–0:55:50
Ja, aber es ist natürlich so, dass,
0:55:53–0:55:58
Bei den Kondensatoren gibt es generell auch eine Magie, weil da angeblich bestimmte
0:55:58–0:56:05
Kondensatoren andere Einflüsse haben.
0:56:05–0:56:08
Du kannst dir vorstellen, wie bei der Spule von meinem Vater da unten,
0:56:08–0:56:11
wenn ich jetzt eine Spule mit 10 Windungen mache, mit 50 Windungen,
0:56:11–0:56:14
mit 100 Windungen, das muss doch irgendeinen Unterschied machen,
0:56:14–0:56:16
wenn keine Windung auch einen Unterschied macht.
0:56:16–0:56:20
Und ähnlich wird dann auch da argumentiert, dass bestimmte Materialien bei bestimmten
0:56:20–0:56:25
Sachen, dass die halt dann irgendwie anderen Attack haben, mehr in der Lage
0:56:25–0:56:27
sind, schneller was aufzunehmen oder eben nicht aufzunehmen.
0:56:28–0:56:35
Aber wenn man das wirklich dann mit den Ohren misst und es gibt einen Podcast,
0:56:36–0:56:40
von einem Gitarrenbauer auch, kann ich mal verlinken in einer Episode,
0:56:40–0:56:43
wo er erklärt, der hat mal für seine Kunden so ein Gerät gebaut,
0:56:43–0:56:48
wo man so einen Knopf dreht und der schaltet unterschiedliche Kondensatoren
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ein. Und dann kann man gucken, ob man einen Unterschied hört.
Florian Clauß
0:56:51–0:56:54
Aber es ist ein Relais, es ist kein stufenloser.
Micz Flor
0:56:54–0:56:56
Nee, es ist manuell, es ist mal klick, klick, klick, klick.
Florian Clauß
0:56:57–0:56:59
Du kannst sagen, was klingt besser.
Micz Flor
0:57:00–0:57:04
Und da meinte er, haben die Leute keinen Unterschied gehört.
0:57:04–0:57:09
Aber es ist auch eben wieder das Paradox, Also meine erste E-Gitarre,
0:57:09–0:57:12
die ich hatte, die habe ich ja selber gebaut aus einem Gitarrenhals,
0:57:12–0:57:19
von dem mir aus dem Musikhaus Cruzius einer geschenkt hat. Der liegt hier rum, kannst du haben.
0:57:19–0:57:22
Und das war auch eine Telecaster-Kopie dann quasi.
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Und habe ich dann halt einfach einen Körper mit der Stichsäge ausgesägt,
0:57:30–0:57:32
das rangeschraubt und dann war es meine erste Gitarre.
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Und dann meinte der von Cruzius, meinte er, und das ist mir so stecken geblieben.
0:57:35–0:57:38
Irgendwann so, naja, aber ich kann jetzt auch nicht sagen, ob das eine gute
0:57:38–0:57:40
Gitarre ist oder nicht oder so.
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Aber es ist ja auch irgendwie egal, weil entweder jemand kann gut spielen,
0:57:42–0:57:45
dann klingt es auf einer Scheißgitarre gut oder kann halt nicht gut spielen,
0:57:45–0:57:46
dann klingt auch die beste Gitarre scheiße.
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Und irgendwo dazwischen ist ja auch noch eine Wahrheit.
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Ist es jetzt wirklich relevant, dass wenn du eh alles auf 10 hast,
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dass der Kondensator, den du da verlötest, kein 5-Cent-Kondensator aus China
0:58:00–0:58:04
ist, sondern ein 50-Dollar-Kondensator aus Michigan oder sowas.
0:58:05–0:58:10
Oder ist es irgendwie nicht auch interessant, wie gut du spielen kannst und
0:58:10–0:58:13
was du für einen Verstärker dahinter hast, in welchem Raum du spielst,
0:58:13–0:58:14
mit welchem Mikro du es abnimmst.
0:58:14–0:58:17
Also da gibt es halt eben viele Punkte, an denen...
Florian Clauß
0:58:17–0:58:23
Ja, ich glaube, es hat sich so aus, es ist so ein Biotop für Geeks dann in den 70ern.
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Und da haben sich ganz viele irgendwie so wahrscheinlich das mehr oder weniger
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halbwissenschaftlich untersucht.
0:58:29–0:58:33
Und dann sind halt so Kombinationen hängen geblieben. Und je nachdem,
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wie tief du dann in der Materie bist oder warst, kannst du damit was anfangen.
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Also ich kann mir auch vorstellen, dass da viel irgendwie so up to 11.
Micz Flor
0:58:43–0:58:47
Ja, und das ist halt das Interessante, weil die andere Folge,
0:58:48–0:58:51
die ich dann hier noch wahrscheinlich verlinken könnte, wo ich da nochmal mehr
0:58:51–0:58:53
über die unterschiedlichen Entwicklungen und Typen und sowas komme.
0:58:54–0:58:57
Das Interessante, da finde ich jetzt diese Reproduzierbarkeit und da gibt es
0:58:57–0:59:04
halt eben dann auf dieser magischen Ebene jetzt die Möglichkeit,
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du kannst es nicht reverse engineeren, du kannst jetzt nicht sagen,
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ich wickele den ab und bei jeder der 8000 Umdrehungen gucke ich,
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wo das Kabel anfangs war und dann Ende ist, das messe ich und dann wickele ich
0:59:15–0:59:17
es nach. Ja, könnte man theoretisch vielleicht auch machen.
Florian Clauß
0:59:17–0:59:23
Kann man mal nehmen, eine Mühlemaschine auf anderen Kurs und dann so ein Raspberry
0:59:23–0:59:26
Pi mit einer Thermalkamera.
Micz Flor
0:59:27–0:59:30
Irgendwie so, aber dann sind die Dinge halt auch noch in Wachs getaucht.
Florian Clauß
0:59:30–0:59:32
Ah ja, okay, dann hast du recht.
Micz Flor
0:59:32–0:59:35
Das ist schwierig, aber auf jeden Fall, oder manche sind auch mit Epoxidharz
0:59:35–0:59:36
wirklich eingeleimt, die neueren.
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Aber man kann es andersrum machen. Man kann eben jetzt anfangen und kann natürlich
0:59:41–0:59:46
mit Maschinen auch diesen Verlauf des Aufspulens kann man dann irgendwie aufzeichnen,
0:59:46–0:59:50
kann den dann auch reproduzieren und kann halt da gucken, wenn ich die gleichen Materialien einsetze.
0:59:51–0:59:54
Ich habe jetzt mal zehn gemacht. Welcher klingt am besten? Welches Wickel?
Florian Clauß
0:59:54–0:59:55
Hast du schon?
Micz Flor
0:59:56–0:59:58
Nee, nee, ich habe nicht. Das war jetzt ein fiktiver Mensch,
0:59:58–0:59:59
der sagt, ich habe mal zehn gemacht.
1:00:01–1:00:06
Und da kann man es reproduzieren. Das andere, was jetzt von der Firma Fishman
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heißen, was die gemacht haben.
1:00:09–1:00:12
Die gehen einen anderen Weg. Die haben gesagt, okay, wir müssen das kontrollieren,
1:00:12–1:00:13
was wir kontrollieren können.
1:00:14–1:00:21
Und das Wickeln kontrollieren die insofern, als dass die das auf Platinen haben.
1:00:21–1:00:25
Die haben dann keine Spule mehr so mit Kupfer und Magneten gewickelt,
1:00:25–1:00:27
sondern die haben eine Platine.
1:00:27–1:00:30
Diese Platinen haben ganz, ganz, ganz dünne Schichten.
1:00:31–1:00:35
Und auf jeder Platine ist ein Ring von so einer Spule. Dann geht es nach oben, nach unten.
1:00:36–1:00:39
Dann wird oben drüber die Spule auf der nächsten Platine, unten drunter die
1:00:39–1:00:41
Spule auf der anderen Platine mit verbunden.
1:00:42–1:00:48
Eine absolute Kontrolle über die Platine haben, die de facto vielleicht die
1:00:48–1:00:53
langweiligste, maschinellste Spule ist, die man so herstellen kann.
1:00:54–1:00:57
Aber dadurch, dass die es so herstellen, wissen die immer genau,
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mit was für einem Signal die arbeiten.
1:01:00–1:01:04
Und die sind dann so einen modernen Weg gegangen und hängen dann hinten dran
1:01:04–1:01:09
wiederum so neuere technische Möglichkeiten im Vorverstärker,
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wo man dann unterschiedliche Klangqualitäten reinrechnen kann.
1:01:13–1:01:16
Die nennen es dann Voice 1 und Voice 2.
1:01:16–1:01:22
Also sie haben dann zwei beziehungsweise bei manchen Tonabnehmern drei voreingestellte Soundprofile.
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Und die werden eben aus diesen ultrakontrollierten Platinspulen gepaart mit
1:01:29–1:01:36
einem perfektioniert für diese Spule hergestellten Algorithmus als Signal ausgegeben.
1:01:37–1:01:40
Ich weiß nicht, wie viel digital, wie viel analog ist. Ich denke schon,
1:01:40–1:01:44
dass da digitale Effekte mit drin sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ohne geht.
1:01:44–1:01:47
Aber das ist dann so eine Möglichkeit, den Sound zu kontrollieren.
1:01:47–1:01:51
Der andere wäre eben zu sagen, ich möchte diese künstlerische Hand von der Frau
1:01:51–1:01:56
von 1953 aus der Gipsenfabrik irgendwie nochmal nachmachen.
1:01:57–1:01:59
Und wenn ich dann endlich einen habe, der genauso klingt, dann habe ich endlich
1:01:59–1:02:03
auch aufgezeichnet, wie viel Windung und wie die halt geführt wurden.
1:02:03–1:02:07
Und das dritte, was ich halt immer noch meinte, fand ich halt interessant.
1:02:07–1:02:15
Diesen, diesen Aluminium Tonabnehmer, der anders gemacht, der sagt hat,
1:02:15–1:02:18
wir haben eine komplett kontrollierte Trafo Wicklung.
1:02:18–1:02:22
Das sind also ein Trafo und Transformator sind auch einfach nur zwei Schwingkreise
1:02:22–1:02:29
und verbunden eben mit einem mit einem Stahlring quasi, der durchgeht.
1:02:30–1:02:31
Und wenn du dann in einem.
1:02:33–1:02:37
Also sie sind dann symmetrisch, wenn du in einer Seite mit wenig Energie ankommst,
1:02:37–1:02:40
kommt auf der anderen Seite viel Energie raus oder umgekehrt.
1:02:40–1:02:44
Wenn du mit viel ankommst, mit wenig raus, kannst du reduzieren oder stärker machen.
1:02:44–1:02:48
Und die arbeiten halt damit, dass sie das Ding kontrolliert maschinell reinstellen
1:02:48–1:02:56
und dann auch eben nur diese eine Schleife aus Aluminium mit dem Magneten hergestellt haben,
1:02:56–1:03:00
um dieses Initialsignal komplett zu kontrollieren.
1:03:00–1:03:07
Und diese Tonabnehmer, ich wollte mal einen auch im Internet günstig gebrauchter
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steigern, aber dann habe ich eben auch wieder gedacht, ach, muss das sein?
1:03:12–1:03:15
Aber was ich halt spannend daran finde, ist auch da der Versuch,
1:03:15–1:03:20
das zu optimieren, was man kann und das andere zu standardisieren.
1:03:20–1:03:24
Zu sagen, ich kann immer diese Trafo-Spule maschinell hergestellt bekommen.
1:03:24–1:03:27
Ich muss jetzt gucken, dass ich diese erste Bindung und den Magnet,
1:03:27–1:03:29
dass ich das halt so einstelle,
1:03:29–1:03:34
dass ich das Ding dann wirklich auch reproduzierbar herstellen kann und diesen
1:03:34–1:03:39
magischen Faktor minimiere.
1:03:40–1:03:45
Das sind so die drei Dinge, die mir dazu einfallen. Ja, diese Dinge beschäftigen mich gerade.
1:03:45–1:03:51
Ich möchte anfangen, auch selber welche herzustellen. Ich habe eine Idee für
1:03:51–1:03:53
einen 3-Spulen-Tonabnehmer.
Florian Clauß
1:03:54–1:03:57
Und diese Schaltpläne, die auf der Netzseite sind, die hat aber,
1:03:57–1:03:59
das hat jetzt nichts da in der Karte?
Micz Flor
1:03:59–1:04:06
Ne, ne, das sind die ersten Sachen. Also es gibt, ich hatte da eher so Schaltungen
1:04:06–1:04:07
nochmal veranschaulicht, weil ich halt,
1:04:07–1:04:12
es gibt ganz viele Menschen, die einfach ins Netz gehen und sich dann irgendwelche
1:04:12–1:04:16
Schaltungen, wie kann ich zum Beispiel Hamburger Out of Face machen oder Single
1:04:16–1:04:20
Coil Toner mit Out autoface schalten und das dann halt zusammen löten und dann
1:04:20–1:04:22
klick klick machen und dann klingt es auch irgendwie anders dann,
1:04:24–1:04:29
Und ich hatte versucht, jetzt auf meiner Webseite so ein bisschen das nicht
1:04:29–1:04:32
wirklich zu animieren, aber dass man diese unterschiedlichen Positionen,
1:04:32–1:04:35
dass so ein bisschen den Fluss, den Signalfluss,
1:04:36–1:04:40
wie der mit der Schaltung verändert wird, dass du den so ein bisschen darstellst.
1:04:41–1:04:44
Ich mag das sehr. Also das ist auch wie so ein Rubik's Cube.
1:04:45–1:04:49
Du hast einerseits diese Bilder von Strom und Eimern und so weiter und so fort.
1:04:49–1:04:51
Da kann man sich so einen Kreislauf ganz gut vorstellen. aber auf der
1:04:51–1:04:55
anderen seite gibt es dann eben die notwendigkeit mit mechanischen
1:04:55–1:05:01
schaltern so bestimmte situationen herzustellen wo man komplexe um
1:05:01–1:05:06
verdrahtungen mit relativ einfachen schaltern hinkriegen muss was dann auch
1:05:06–1:05:11
dazu führt dass man da muss man ganz schön hirnschmalz rein drücken das habe
1:05:11–1:05:16
ich so ein bisschen vorgebaut aber ich denke auch ich denke auch dass ich diesen
1:05:16–1:05:20
tonabnehmer also ich bin natürlich dann auch ein bisschen eitel wenn er total scheiße klingt.
Florian Clauß
1:05:20–1:05:20
Dann mache ich es nicht.
Micz Flor
1:05:20–1:05:26
Aber die Idee finde ich ganz gut. Ich habe und wenn das irgendwie präsentabel
1:05:26–1:05:31
ist, dann werde ich das wahrscheinlich auch open sourcen, weil ich werde sicherlich nicht die,
1:05:32–1:05:38
wahrscheinlich hängen erstens sowieso 100.000 Patente an irgendwelchen Schwingungskreis
1:05:38–1:05:43
Sachen, aber das andere ist halt, ich würde mich halt freuen,
1:05:44–1:05:49
wenn es gemacht wird und die Idee, dass ich jetzt dann in den wenigen Wenn.
Florian Clauß
1:05:49–1:05:53
Du nochmal was dabei beitragen kannst, das reicht dir dann.
Micz Flor
1:05:53–1:05:57
Ja, das würde mich irgendwie freuen, wie wenn du ein Lied singst und jemand
1:05:57–1:05:59
findet es gut und singt es auch.
1:06:00–1:06:03
Dann kann man sich entweder ärgern, weil es sein eigenes Lied ist,
1:06:03–1:06:04
oder sich freuen, dass es jemand gefällt.
Florian Clauß
1:06:06–1:06:09
Ja, spannend. Also, Mitch, vielen Dank.
1:06:11–1:06:18
Ich habe mich bemüht, dran zu bleiben. Hat es geklappt? Ja, ich finde es auch spannend.
Micz Flor
1:06:19–1:06:19
Ja, ich werde.
Florian Clauß
1:06:19–1:06:20
Mal auf der.
Micz Flor
1:06:20–1:06:22
Website auch Votings machen.
1:06:24–1:06:27
Anwar Flo von 0 bis 10. 10 heißt...
Florian Clauß
1:06:27–1:06:30
Ich glaube, ich habe schon die richtigen Nachfragen gestellt.
1:06:33–1:06:36
Die Bilder finde ich auch so sehr
1:06:36–1:06:40
gefügig und ich habe glaube ich auch ein bisschen was verstanden davon.
1:06:41–1:06:47
Zumindest möchte ich dir danken für die offene und ehrliche Art,
1:06:47–1:06:50
für die Insights in deiner Werkstatt.
1:06:52–1:06:58
Das Verraten deiner Business-Ideen. Nein, aber ich finde es echt spannend,
1:06:58–1:07:01
auch wenn ich das nicht immer so ausgestrahlt habe.
1:07:01–1:07:07
Aber ich bin dran und ich freue mich, wenn wir das erste Konzert auf eigentlich Podcast.
Micz Flor
1:07:07–1:07:09
Mit dem Three Expands.
Florian Clauß
1:07:09–1:07:13
Ja, dann gehen wir nochmal in den Mauerpark und dann stellst du dich da hin
1:07:13–1:07:17
und dann ist deine Folge einfach nur so ein paar von den Stücken.
1:07:18–1:07:20
Und die sind wahrscheinlich total metamäßig.
Micz Flor
1:07:21–1:07:25
Ich kann da hingehen. klingt schon ganz gut was du machst aber ich habe mal
1:07:25–1:07:28
was mitgebracht das ist mal probieren und nein ist nichts zum rauchen sondern
1:07:28–1:07:33
für deine gitter also mauerpark kompatibel.
Florian Clauß
1:07:33–1:07:43
Okay das war eigentlich podcast episode 52 und mehr erfahrt ihr dann auf eigentlich-podcast.de
1:07:43–1:07:51
Da wird Mitch auch seine KUKU-Caster-Projekte verlinken und einiges mehr passt zu dieser Folge noch.
Micz Flor
1:07:52–1:07:56
Okay, ich sage Tschüss, bis in 14 Tagen. Tschüss.

Mehr

"Evolution is a process of constant branching and expansion." Stephen Jay Gould

Während wir durch den grünen Weg vom Velodrom zum Prenzlauer Berg flanieren, reflektieren wir über die Entstehung unseres Podcasts und die Verbindung unserer Laufstrecken zu unseren Themen. Dann stellt Flo sein Thema vor, ihn hat die Tiefsee vom letzten Mal nicht losgelassen. Doch bevor wir in die obskure Welt der symbiotischen Beziehungen in der Tiefsee absteigen, möchte Flo als Mindset für diese Folge die Arbeit des Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould mitgeben: Der Begriff der Evolution impliziert nicht zwangsläufig einen Fortschritt. In der Natur gibt es keine Entwicklung vom Niederen zum Höheren. Stattdessen sind alle Phänomene gleichwertig. Gould verwendet in diesem Zusammenhang das Bild eines Busches, der sich in alle Richtungen ausbreitet. Flo präsentiert in dieser Podcast-Folge drei Beispiele für symbiotische Gemeinschaften in der Tiefsee. Als erstes Beispiel wird der Anglerfisch genannt, der mit biolumineszenten Bakterien zusammenlebt, welche ihm helfen, Beute anzulocken. Dies stellt ein wunderbares Beispiel für Mutualismus dar. Im Anschluss erfolgt ein Exkurs über Sexualdimorphismus, der sich in signifikanter Weise beim Anglerfisch ausgeprägt hat. Hierbei verwachsen die Männchen mit dem 10-fach größeren Weibchen und fungieren lediglich als hormonell gesteuerte Samenspender. Das zweite Beispiel sind Bartwürmer, die in einer symbiotischen Beziehung mit chemoautotrophen Bakterien leben. Die Bakterien stellen die komplette Energie bereit, die die Bartwürmer zum Überleben benötigen. Der Bartwurm selbst hat keinen Mund mehr. Die Fundorte dieser speziellen Bartwurmart sind hydrothermale Quellen, sogenannte „Schwarze Raucher”, von deren Ausstoß sich die Bakterien ernähren. Diese Quellen werden als Ursprung des Lebens auf der Erde diskutiert. Schließlich thematisiert Flo eine parasitäre Beziehung zwischen dem Grönlandhai und dem Ruderfußkrebs Ommatokoita elongata. Der Grönlandhai ist eines der Tiere, die das höchste Alter aller bekannten Tiere erreichen. Er wird über 500 Jahre alt, was vor allem auf seinen verlangsamten Stoffwechsel zurückzuführen ist. Es wurde festgestellt, dass nahezu 99 % der gefangenen Grönlandhaie von diesem Parasiten im Auge befallen sind, der den Hai mit der Zeit erblinden lässt. Aufgrund dieser hohen Befallquote wird jedoch in jüngster Wissenschaft die Frage aufgeworfen, ob die Beziehung tatsächlich parasitär ist oder welche Vorteile der Grönlandhai von dem Krebs haben könnte, der die Augenflüssigkeit absaugt. Die Beispiele dienen der sinnhaften Veranschaulichung der unterschiedlichen Ausprägungen und Intensitäten der Verbindung in symbiotischen Beziehungen. Unsere Laufroute endet auf der Prenzlauer Allee, wobei wir das Planetarium um eine Querstraße verfehlt haben. Dies kann jedoch Gegenstand einer anderen Podcast-Episode sein.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Das Beste ist beim Podcast, wenn man dann erstmal über Bilder spricht und die
0:00:04–0:00:07
nicht beschreibt und wenn man dann noch was isst.
Micz Flor
0:00:10–0:00:14
Die Leute können auch Lippen lesen. Hallo meine Damen und Herren,
0:00:14–0:00:17
willkommen wieder zu Eigentlich Podcast Folge 51.
0:00:19–0:00:24
Die Jubiläumsfolge haben Flo und Mitch vor zwei Wochen gut hinter sich gebracht.
0:00:24–0:00:27
Was sie vergaßen euch mitzuteilen.
0:00:27–0:00:35
In 50 Episoden sind sie nun insgesamt 216 Kilometer gelaufen und insgesamt 68 Stunden.
0:00:37–0:00:40
Heute ist Flo wieder dran mit einem Thema und wir sind alle gespannt.
0:00:40–0:00:45
Wir wissen ja, Tiefsee bekam er von JetGPT zugesteckt. Mal schauen,
0:00:45–0:00:48
ob er diesmal allein auf ein Thema kam. Flo, was ist es?
Florian Clauß
0:00:48–0:00:51
Wolltest du gerade eine künstliche Stimme simulieren?
Micz Flor
0:00:52–0:00:52
Ja.
Florian Clauß
0:00:52–0:00:55
Ja, das ist dir gut gelungen hallo auch
0:00:55–0:00:59
von mir herzlich willkommen bei eigentlich podcast der podcast
0:00:59–0:01:02
bei dem wir im reden laufen und laufend reden
0:01:02–0:01:09
heute führt uns unsere tour durch den grünen welt von brenzlauer berg und das
0:01:09–0:01:14
ist der grüne streifen an der s-bahn entlang wir haben uns mannsberger allee
0:01:14–0:01:18
getroffen und ich habe feedback aus der hörerschaft die dann noch mal gesagt
0:01:18–0:01:21
hat bitte erklärt doch mal, wo ihr seid, in welcher Stadt.
0:01:21–0:01:26
Wir reden die ganze Zeit, wir gehen hier zum Humboldtheim, wir machen das und hier.
0:01:26–0:01:34
Und ja, wir senden aus Berlin und meistens laufen auch unsere Laufstrecken durch
0:01:34–0:01:36
die Berliner Stadtlandschaft.
Micz Flor
0:01:36–0:01:43
Oder Brandenburg, aber vielleicht machen wir dieses Jahr auch eine erste Aufnahme aus den Alpen.
Florian Clauß
0:01:44–0:01:48
Aus den Alpen, genau. Genau, wir planen nämlich eine Hütten-Tour und das war
0:01:48–0:01:51
ja der initiale Auslöser für diesen Podcast,
0:01:51–0:01:56
weil wir damals, vor fast zehn Jahren, haben wir auch gemeinsam eine Hüttenwanderung
0:01:56–0:01:59
gemacht und sind die Birka-Spitze von der anderen Seite hochgeschoben.
0:02:01–0:02:07
Bikarspitze, durch das Gerollfeld und haben uns dann gemeinsam abgelenkt mit
0:02:07–0:02:09
Alternativlos, den großartigen Podcast.
Micz Flor
0:02:10–0:02:11
War Folge 42.
Florian Clauß
0:02:11–0:02:16
Von Folge 42 mit Joscha Bach. Genau, und daraus ist diese Idee des Podcasts entstanden.
0:02:17–0:02:21
Lass uns doch mal was senden, weil wir auch viele Themen einfach beim Laufen
0:02:21–0:02:26
besprochen haben und durchgewälzt haben und im Dialog, im Laufen dann immer
0:02:26–0:02:27
wieder neue Perspektiven aufgekommen sind.
0:02:28–0:02:34
Und das haben wir so ein bisschen kultiviert und manchmal ein bisschen überspezifiziert,
0:02:35–0:02:37
dass ganze Vorträge draus werden.
0:02:38–0:02:41
Ich glaube, wir haben uns ganz gut jetzt schon so in das Format gefunden,
0:02:41–0:02:44
würde ich mal behaupten. Über die Zeit.
0:02:44–0:02:49
Danke für die charmante Einleitung, Mitch. Ich, der Ideenlose,
0:02:49–0:02:53
lässt sich von Chatschibiti Themenvorschläge zuspielen.
Micz Flor
0:02:54–0:02:57
Das war jetzt nur, um die Hörerschaft zu binden, weil du hast es das letzte Mal so gesagt.
0:02:58–0:03:00
Und da habe ich gedacht, du kennst doch diese, Ich wollte diese Stimme sein
0:03:00–0:03:05
aus solchen 90er- oder 80er-Jahre-Dating-TV-Shows.
0:03:05–0:03:12
Wer ist ihr Herzblatt? Ist es Flo, der sich seine Themen von Chatty Petit zuspielen
0:03:12–0:03:18
ließ, aber insgesamt über 216 Kilometer und 68 Stunden Podcast aufgenommen hat?
Florian Clauß
0:03:19–0:03:23
Sind das wirklich so die Statistiken? Hast du nochmal nachgeguckt?
0:03:23–0:03:27
Ja, ja. Sehr gut. Hast du auch nochmal validieren können, dass wir niemals an
0:03:27–0:03:33
der Stelle waren, und fest zweimal behauptet dass wir die gekreuzt haben hast
0:03:33–0:03:36
du das hast du das geguckt ich.
Micz Flor
0:03:36–0:03:37
Habe wir haben ja müssen immer noch die.
Florian Clauß
0:03:37–0:03:40
Menschen wir schieben es auf die menschen können wir.
Micz Flor
0:03:40–0:03:42
Diese wäsche ab karten mit cpt machen dann geht es doch.
Florian Clauß
0:03:42–0:03:46
Das wasser eigentlich bei,
0:03:50–0:03:54
Wir sind hier in der, ich mache ein Foto und ihr könnt diese Fotos auch auf
0:03:54–0:03:56
unserer Netzseite auf...
Micz Flor
0:03:56–0:04:00
Da hinten als Tipp für wegen grünes Berlin, da hinten ist der Prenzlauer Bergpark.
0:04:00–0:04:03
In Friedrichshain kennen ja alle Prenzlauer Berge, vielleicht sollte ich es auch gar nicht sagen.
0:04:03–0:04:06
Sonst wird ja auch so bevölkert und hat so viele Bomberspiele.
Florian Clauß
0:04:06–0:04:12
Nach deinem Publikumsburner, Hyperion und weiter.
0:04:13–0:04:17
Und hier ist die Schwimmhalle, hier fehlt das H von der Schwimmhalle,
0:04:17–0:04:21
Nämlich hier ist die Sport- und Sprunghalle Landsberger Allee.
0:04:22–0:04:25
Und hinten, wir sehen nur die Spitze von dem Velodrom.
0:04:25–0:04:29
Ich habe auch, also das ist vielleicht, wenn wir ab und zu mal aus der Geschichte
0:04:29–0:04:31
aussteigen, dann hat das einen
0:04:31–0:04:34
Grund, nämlich weil wir auch dann auf die Strecke dann referenzieren.
0:04:34–0:04:40
Und da so ein bisschen was uns auffällt und was wir berichtenswert finden.
0:04:40–0:04:42
Das hier ist ein Areal, was entstanden ist.
Micz Flor
0:04:42–0:04:45
Ach ganz kurz, darf ich dich fragen, ist das Thema der Grünstreifen?
0:04:45–0:04:50
Nee, nee. Ach so, okay, siehst du, ich als Publikum von der heutigen Folge war
0:04:50–0:04:56
jetzt einfach dabei zu denken, ach das ist doch schön, da kann man einfach über Grünes plaudern. Ja.
0:04:56–0:05:00
Also es gibt ein Thema, das heißt der Grünstreifen ist der Hintergrund,
0:05:00–0:05:03
auf dem du dein Thema buchstäblich breittrittst.
Florian Clauß
0:05:04–0:05:08
Breittreten, beziehungsweise ich wollte so diese parallelen Stränge in unserem
0:05:08–0:05:09
Podcast nochmal aufweiten.
0:05:09–0:05:13
Der eine Strang ist eben unsere Laufstrecke und der andere Strang ist der Themenstrang.
0:05:13–0:05:17
Selten kreuzen sich diese also wir hatten glaube ich auch schon mal eine folge wo wir dann direkt,
0:05:18–0:05:22
referenzieren zum beispiel meine peter behrens folge auf der strecke wo wir
0:05:22–0:05:26
uns befinden aber meistens ist dann wirklich so abgekoppelt voneinander wir
0:05:26–0:05:31
sind hier beim velodrom gehen richtung velodrom möchten nur ganz kurz bevor
0:05:31–0:05:34
ich in das thema einsteigen das auch wirklich vorstelle,
0:05:35–0:05:38
hier noch ein paar Worte, Sätze zu verlieren.
0:05:38–0:05:45
Das ist ein Areal, was gebaut wurde kurz bevor eben Berlin nicht den Zuschlag
0:05:45–0:05:48
für die Olympiade 2000 bekommen hat.
0:05:48–0:05:53
Berlin hat sich 1996 bei der Ausschreibung beworben. Ich weiß gar nicht,
0:05:53–0:05:54
wer hat es bekommen? Sydney, oder?
0:05:55–0:06:01
Sydney hat den Zuschlag bekommen. Ich weiß noch, ich war damals auf den Anti-Olympiade-Demos in Berlin.
Micz Flor
0:06:01–0:06:04
Den kenne ich auch noch, aber ich habe es mir nicht... Ich war ja auch gar nicht,
0:06:04–0:06:06
2000 war ich ja gar nicht in Berlin.
Florian Clauß
0:06:07–0:06:09
Da warst du in Manchester, oder?
Micz Flor
0:06:09–0:06:10
Nee, da war ich in Wien.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:15
Ach, da warst du in Wien. Aber 96, da warst du in Berlin. 96 waren noch die
0:06:15–0:06:16
ganzen Demos gegen diese.
0:06:17–0:06:22
Und das ist hier von einem, glaube ich, kanadisch-französischen Architekten,
0:06:22–0:06:27
ich habe den Namen nicht parat, gebaut worden. Das Interessante an dem Velodrom, dass es...
Micz Flor
0:06:27–0:06:30
Das musst du jetzt erklären, kanadisch-französisch. Das konnte er sich nicht
0:06:30–0:06:32
entscheiden und das ist ein doppeltes Staatsbürgerschaftsstaat.
Florian Clauß
0:06:32–0:06:37
Das schneide ich raus. Also das ist hier, man sieht nur die Spitze des Daches
0:06:37–0:06:42
darunter. Das ist, glaube ich, so die Idee der Architektur, dass der ganze Korpus,
0:06:42–0:06:46
die Fassade quasi versenkt ist in einem grünen Feld.
0:06:46–0:06:51
Und hier ist im Velodrom eine Radrennbahn drin.
0:06:52–0:06:57
Traditionell hat das verschiedene andere Radrennbahnen in Berlin abgelöst.
0:06:57–0:07:01
Und hier sollten die Radrennen, also hier finden Radrennen statt,
0:07:01–0:07:06
aber hier sollte natürlich die Olympia-Radrennen stattfinden,
0:07:06–0:07:09
wenn Berlin den Zuschlag bekommen hätte.
0:07:09–0:07:13
Also so viel und wir gehen so ein bisschen weiter an der Strecke.
0:07:13–0:07:17
Ich weiß nicht, du kennst ja dann, mal gucken, wie weit wir es schaffen.
0:07:17–0:07:21
Aber vielleicht schaffen wir es noch bis zum Planetarium.
0:07:23–0:07:27
Also, mein Thema letztes Mal, ich habe ja über die Tiefsee berichtet,
0:07:27–0:07:31
über meine kindliche und jugendliche Faszination über das Thema.
0:07:32–0:07:38
Da vor allen Dingen über die erste deutsche Expedition der Valdivia.
0:07:39–0:07:43
Und wir hatten uns das vor Ort angeschaut im Naturkundemuseum,
0:07:43–0:07:45
was da für Exponate rausgefischt wurden.
0:07:46–0:07:48
Und so ein bisschen auch allgemein über die Tiefsee gesprochen.
0:07:48–0:07:52
Und da sind so ein paar Begriffe gefallen, die ich heute noch mal ein bisschen
0:07:52–0:07:56
aufgreifen möchte und zum Thema machen möchte.
0:07:56–0:08:01
Das ist vor allen Dingen die symbiotischen Beziehungen in der Tiefsee.
0:08:01–0:08:04
Wir hatten uns über den Begriff Symbiose kurz unterhalten, da möchte ich nochmal
0:08:04–0:08:09
ein bisschen tiefer einsteigen, was Symbiose in der Biologie bedeutet.
0:08:09–0:08:13
Und bevor wir aber in das Thema reingehen, möchte ich auch nochmal ein,
0:08:13–0:08:21
weil das hatte ich so auch erwähnt, dass ich ja vorhatte, damals Biologie zu studieren und ich war,
0:08:22–0:08:25
das habe ich so als Teenager, ich weiß nicht, ob du den auch gelesen hast,
0:08:25–0:08:28
als Teenager habe ich total gerne von,
0:08:29–0:08:34
Der heißt Steven. Steven J. Gold. Hast du von dem was gelesen?
Micz Flor
0:08:35–0:08:35
Nee, kann ich nicht.
Florian Clauß
0:08:36–0:08:40
Das ist ein populärwissenschaftlicher Autor, Evolutionsbiologe gewesen.
0:08:41–0:08:44
Hat Bücher geschrieben, wie das Zebra, das zu seinen Streifen kam.
0:08:46–0:08:51
Oder der falsch vermessene Mensch. Also war auch da in diesem Umfeld unterwegs.
0:08:52–0:08:54
Ich glaube, das hatte ich mal in einer Folge erwähnt.
0:08:54–0:08:59
Dass in der Wissenschaftsgeschichte bestimmte Annahmen auch dazu geführt haben,
0:08:59–0:09:02
dass da so die Messergebnisse unbewusst gefälscht wurden.
0:09:02–0:09:08
Also die hat dann aufgedeckt, dass eben weiße Ärzte im 19.
0:09:08–0:09:13
Jahrhundert mit der Motivation nachzuweisen, dass halt aufgrund von ethnischen
0:09:13–0:09:16
Unterschieden die Menschen mehr oder weniger intelligent sind.
0:09:17–0:09:20
Und haben dann das Gehirnvolumen mit Erbsen ausgemessen und festgestellt,
0:09:20–0:09:24
dass dann halt der Schwarze weniger Gehirnvolumen hat.
0:09:24–0:09:28
Aber er konnte dann halt aufgrund dieser ganzen Aufträge nachweisen,
0:09:28–0:09:33
dass die einfach bewusst Rechenfehler reingebracht haben, damit das Ergebnis dann rauskommt.
0:09:33–0:09:38
Da hat er so viele anekdotische Geschichten auch sehr populärwissenschaftlich zusammengetragen.
0:09:38–0:09:42
Und das hat ihn auch so seinen Ruf als Populärwissenschaftler.
0:09:42–0:09:44
Er war dann in der Harvard-Universität.
Micz Flor
0:09:45–0:09:48
Aber Populärwissenschaft klingt jetzt erstmal negativ, ist aber so nicht gemeint.
Florian Clauß
0:09:48–0:09:54
Nee, populärwissenschaftlich heißt, dass es im Sinne von Wissenschaftskommunikation ist.
0:09:54–0:09:58
Also Populärwissenschaft, dass du einen komplexen wissenschaftlichen Zusammenhang
0:09:58–0:10:05
so erklärst und auch den Absatz findest, dass es halt ein breites Publikum erreicht.
0:10:05–0:10:11
Also jetzt nicht irgendwelche Fake-Fakten, sondern richtige Fakten dargelegt.
0:10:11–0:10:14
Das war falsch vermessen im Mensch.
0:10:17–0:10:25
Er hatte dann noch als Biologe eine Professur in der Harvard-Universität und ist 2002 gestorben.
0:10:25–0:10:29
Also ich habe viele Bücher von ihm gelesen.
0:10:30–0:10:34
Eine Sache von ihm, die ihm so ganz wichtig war, ist, dass er auch gegen die
0:10:34–0:10:37
Kreationisten gearbeitet hat.
0:10:38–0:10:46
Das ist so ein bisschen das Mindset für meine Folge das Illusion von Fortschritt
0:10:46–0:10:51
in der Evolution also das ist halt so diese Vorstellung,
0:10:51–0:10:57
was dann auch immer so von Biologie als kreationistischer Ansatz, das heißt es gibt ein.
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Höherer Geist der dann diese Evolution treibt und was dann die Illusion immer
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als Fortschritt verstanden wird, dass hinten raus dass der Mensch quasi die
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Krone der Schöpfung ist.
0:11:09–0:11:16
Es ist ein Bild, was immer noch irgendwo propagiert wird, gerade im Kontext von Glauben.
0:11:17–0:11:22
Was aber evolutionsbiologisch und auch in der Geschichte von Evolution überhaupt
0:11:22–0:11:23
nicht nachweislich ist.
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Evolution kann man sich so vorstellen wie so ein wilder Busch.
0:11:27–0:11:29
Da passieren halt ganz viele Dinge.
0:11:29–0:11:33
Die sind aber nur durch Zufall und durch Statistik getrieben.
0:11:33–0:11:39
Ja und was dann hinten raus kommt ist absolut vorhersehbar und absolut gesteuert
0:11:39–0:11:44
ja und das ist so das ist so dass was man sich immer vor augen halten muss weil
0:11:44–0:11:48
man als mensch immer den wunsch hat dass es irgendwie eine weiterentwicklung
0:11:48–0:11:50
gibt das ist was hören was.
0:11:51–0:11:57
Aber man muss sagen, das erfolgreichste Lebewesen der Evolution ist immer noch
0:11:57–0:11:59
das Einfachste, nämlich die Bakterie.
0:12:00–0:12:03
Also die sind quasi die erfolgreichsten. Ich weiß auch nicht,
0:12:03–0:12:06
ich wollte das nochmal vorher nachschlagen.
0:12:06–0:12:10
Ich glaube, auch die größte Biomasse bringen Bakterien auf die Waage,
0:12:10–0:12:14
wenn du halt alles Leben dann zusammenpflanzt. Und Bakterien sind halt überall.
0:12:14–0:12:20
Die können sogar im Tiefseeboden noch irgendwie 30 Meter nach der Bohrung immer
0:12:20–0:12:24
noch Bakterien. Du findest überall Leben, du findest überall Bakterien.
0:12:24–0:12:29
Das ist schon sehr faszinierend. Da gehst du auch mit, dieser Ansatz.
Micz Flor
0:12:29–0:12:34
Ja, das Interessante ist halt, der Mensch, der aus dieser Evolution entstanden
0:12:34–0:12:39
ist, ist halt sozusagen ein sehr komplexes Lebewesen, was ein unendliches Bedürfnis
0:12:39–0:12:41
nach Glauben und Ursachen hat.
0:12:41–0:12:47
Und deshalb muss alles irgendwie in diesen Parametern verstanden werden.
0:12:47–0:12:50
Und dann wird halt unsere Komplexität, unsere Fähigkeit, wird halt irgendwie
0:12:50–0:12:51
als Fortschritt wahrgenommen.
0:12:51–0:12:56
Also je komplexer, desto fortschrittlicher, desto mehr die Krone der Evolution.
0:12:57–0:13:01
Aber diesen Zusammenhang gibt es nicht. Also die Evolution per se hat kein Ziel.
0:13:02–0:13:05
Der Mensch braucht immer sozusagen Ziel, Zielerreichung. Und ich denke,
0:13:05–0:13:09
das ist halt das Paradoxe in dem Ganzen. Wir sind Teil von etwas,
0:13:09–0:13:11
das nicht das ist, was wir darin sehen.
0:13:12–0:13:15
Also wir können allerdings auch oft immer so Vordergrund, Hintergrund unterscheiden.
0:13:15–0:13:19
Wir haben so ganz viele Begrenzungen, wo uns das unmöglich ist.
0:13:19–0:13:24
Und auch natürlich in dem Zusammenhang die Möglichkeit, Interdependenzen wahrzunehmen.
0:13:24–0:13:27
Du wirst wahrscheinlich darauf kommen, wenn du über Symbiosen sprichst.
0:13:27–0:13:31
Das ist so, der Mensch tendiert dazu zu wissen zu wollen, ja was ist denn die
0:13:31–0:13:32
Ursache, als ob es so eine gibt.
0:13:33–0:13:36
Dass man so gleichzeitig sich aber auch mal ein Bein brechen kann und Husten hat.
0:13:37–0:13:41
Wie kann das sein, dass mir der Fuß wehtut und ich und die Bronchien.
0:13:41–0:13:42
Vielleicht haben sie zwei Dinge.
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Aber man möchte immer das eine wissen, den einen. Und in dieser Linearität ist
0:13:47–0:13:51
natürlich dann auf einmal unten und oben sowas wie schlecht und gut.
0:13:51–0:13:53
Aber dass es so interdependent ist.
0:13:55–0:13:59
Das so hippie-mäßig, we are stardust-mäßig ja schon mal angeklungen ist,
0:13:59–0:14:02
alles miteinander verwoben ist, was natürlich auch eine Realität ist,
0:14:04–0:14:08
auch über die Entstehung oder die Entwicklung auf der Erde hinweg.
0:14:08–0:14:12
Der Anteil des Sauerstoffs in der Luft hat halt früher bei Insekten dazu führen
0:14:12–0:14:17
können, dass sie sehr groß wurden, weil die Tracheenatmung dann mit viel Sauerstoff
0:14:17–0:14:19
besser funktioniert als mit weniger.
0:14:19–0:14:23
Das heißt, all diese Parameter spielen mit rein in die Entwicklung und jetzt sind wir halt dran.
0:14:23–0:14:27
Wer weiß, wenn die Komoid nicht auf die Dinosaurier gefallen wäre,
0:14:28–0:14:34
dann würden jetzt hier zwei Echsen oder Vögel ähnliche Tiere laufen mit Ansteckmikros.
Florian Clauß
0:14:35–0:14:41
Ja, also was du sagst, dass bestimmte physikalische einfache Umstände auf einmal
0:14:41–0:14:46
zu einer Gestalt führen, die, wenn man von außen betrachtet,
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das ist ja Wahnsinn, wie funktioniert denn das?
0:14:49–0:14:56
Also, ein anderes Beispiel dafür ist, habe ich neulich in dem Podcast methodisch inkorrekt gehört.
0:14:56–0:15:00
Ganz interessant, die suchen sich dann immer zwei Studien aus der Wissenschaft
0:15:00–0:15:02
draus und stellen die vor.
0:15:02–0:15:06
Und eine davon war diese Termitenbauten.
0:15:06–0:15:11
Das knüpfen wir auch wieder an so einer Folge von uns an, nämlich die Ameisen.
Micz Flor
0:15:11–0:15:13
Das sind ja keine Ameisen, das habe ich von dir gelernt.
Florian Clauß
0:15:13–0:15:15
Weil die Termiten sind näher verwandt.
0:15:15–0:15:18
Weißt du noch, mit welchem Tier die Termiten näher verbunden sind?
Micz Flor
0:15:18–0:15:19
Ich glaube mit Spinnen.
Florian Clauß
0:15:19–0:15:22
Nee, fast. Das waren Datteln, wollte ich schon sagen. Schaben.
Micz Flor
0:15:23–0:15:24
Schaben, naja, ja. Schaben.
Florian Clauß
0:15:24–0:15:27
Also Datteln sehen ja auch so ein bisschen aus wie Schaben. Sie sind aber auch
0:15:27–0:15:30
eine eusoziale Lebensform.
0:15:30–0:15:35
Das heißt, sie bilden Stämme, sie bilden soziale Gemeinschaften und Arbeitsteilung.
0:15:35–0:15:38
Und das, was man bei Termiten nie so richtig verstanden hat,
0:15:38–0:15:43
wie kommen diese unglaublichen Architekturbauten zustande?
0:15:44–0:15:51
Termitenbauten können bis zu 8 Meter hoch werden und sind von der ganzen Architektur
0:15:51–0:15:56
innen drin dann so ausgeklügelt gebaut, dass die halt ein komplettes Belüftungssystem haben.
0:15:57–0:16:01
Termiten haben so einen ganz weichen Körper, das heißt, sie sind sehr sensibel
0:16:01–0:16:07
gegenüber Austrocknung und wenn eben nicht eine gewisse Luftfeuchtigkeit in dem Bau herrscht,
0:16:07–0:16:12
dann sterben die, weil die halt einfach sehr anfällig gegenüber Hitze sind.
0:16:13–0:16:18
Und bisher dachte man, dass die Termiten irgendwie diese Krümmung wahrnehmen können.
0:16:18–0:16:22
Also es ist halt so, wenn die bauen, dann haben die halt irgendwie so ein bisschen
0:16:22–0:16:24
Sand oder ich weiß nicht, Brösel im Mund.
0:16:25–0:16:29
Und mischen die dann halt mit Speichel oder was auch immer, mit Sekret und bauen
0:16:29–0:16:30
dann halt irgendwo was hin.
0:16:30–0:16:34
Und dann wusste man nicht so, wie können die denn checken, wo die das hinbauen.
0:16:35–0:16:37
Dann ist man halt von außen, die nehmen halt so Krümmung wahr.
0:16:37–0:16:40
So wie die Ameise dann auch einen Schrittzähler hat,
0:16:40–0:16:43
hatten wir auch vorgestellt in dem Beispiel, dass die dann halt so okay so eine
0:16:43–0:16:48
mathematische aber jetzt haben sie festgestellt dass nämlich an den krummungen
0:16:48–0:16:53
an den stellen wo es am meisten gekrümmt wird dass da die verdunstungsrate am höchsten ist.
0:16:54–0:16:58
Dass da eben sich diese ganzen Salzkristalle dann abbilden, weil dann eben die
0:16:58–0:16:59
Verdunstung so stark ist.
0:16:59–0:17:02
Und das, was die halt am besten wahrnehmen können, ist die Verdunstung.
0:17:03–0:17:05
Und das ist das Einzige, was die machen. Die sehen halt irgendwie,
0:17:05–0:17:09
sie nehmen dann halt diese Verdunstung und sehen halt, oh, hier ist ganz schnell
0:17:09–0:17:12
irgendwie alles weg an Luftfeuchtigkeit.
0:17:12–0:17:14
Hier baue ich mal was dran, damit das gehalten wird.
0:17:14–0:17:17
Und deswegen ist es halt wieder so ein ganz primitiver Mechanismus,
0:17:17–0:17:21
so ein Ameisenalgorithmus, der im Prinzip einfach nur so, okay,
0:17:22–0:17:25
hier Verdunstung, ich baue was dran und schmeiße, Und dann, wenn das halt so
0:17:25–0:17:28
ein bisschen weniger verdunstet als die Nachbarstelle,
0:17:28–0:17:32
dann ist das halt schon besser. Und dann kommen halt diese Bauten raus.
0:17:32–0:17:34
Und das finde ich halt so wieder so phänomenal. Und ich glaube,
0:17:34–0:17:39
das ist so ein bisschen stellvertretend für das Bild der Evolution, so als Busch.
0:17:39–0:17:43
Auf einmal ist was da, ja, und du fragst dich, wie ist das entstanden?
0:17:43–0:17:47
Da kann doch nur jemand, ein Erschaffer dahinter sein, der das gesteuert hat.
0:17:47–0:17:52
Aber es ist, glaube ich, ganz viel bottom-up. Weil ganz viel ist irgendwie so,
0:17:53–0:17:56
wir gucken, dass es halt funktioniert und treten so lange drauf,
0:17:56–0:17:58
wie wir es können, dass es funktioniert.
0:17:58–0:18:01
Also so, ne? Ganz, ganz übertrieben gesprochen.
0:18:01–0:18:05
So, das war so ein bisschen so meine Einleitung zu dem Mindset.
0:18:07–0:18:12
Und wir waren ja da stehen geblieben bei der Frage, ne, wir waren nicht stehen
0:18:12–0:18:15
geblieben, aber wir hatten uns gefragt, so was genau Symbiose ist, ne?
0:18:16–0:18:18
Und da wollte ich, ich wollte, also mein Thema ist,
0:18:19–0:18:23
drei Beispiele für symbiotische Gemeinschaften in der Tiefsee nochmal gebe,
0:18:24–0:18:29
wofür wir auch mindestens eins angesprochen haben, aber die ich nochmal so ein
0:18:29–0:18:33
bisschen ausgeweizt habe, weil das ist natürlich auch alles anekdotisch.
0:18:33–0:18:40
Das heißt, ich bin kein Biologe, ich bin nur faszinierter Wissenschaftsbegeisterter
0:18:40–0:18:44
und kann dann halt so bestimmte Sachen zusammentragen, die mich halt irgendwie
0:18:44–0:18:47
total interessieren und spannend finden. Aber das würde ich gerne nochmal mit dir teilen.
0:18:48–0:18:55
Als Ansatz eben die Form von Symbiosen, weil Symbiosen sind natürlich in der Biologie omnipräsent.
0:18:55–0:18:59
Ohne Symbiosen würden, ja, es gibt glaube ich kaum ein Lebewesen,
0:18:59–0:19:01
was keine Symbiose in irgendeiner Form eingeht.
0:19:02–0:19:05
Ja, also bis auf Bakterien am Ende.
Micz Flor
0:19:06–0:19:08
Und bei Menschen ist es ja auch ganz wichtig in der Psychologie,
0:19:08–0:19:12
die Mutter, also oft Mutter-Kind-Symbiose.
0:19:12–0:19:16
Oder es gibt oft eine Bezugsperson, die für einen frisch geborenen Säugling
0:19:16–0:19:21
verantwortlich ist, bis der oder die dann sich besser auch für sich selbst sorgen kann.
0:19:22–0:19:26
Da spricht man ja auch von einer symbiotischen Beziehung oder einem Symbiosekomplex,
0:19:26–0:19:28
in dem da Störungen entstehen können.
Florian Clauß
0:19:29–0:19:32
Ist aber ein anderer Begriff von Symbiose als in der Biologie, oder?
Micz Flor
0:19:33–0:19:36
Ich denke schon, aber wir können ja mal abklopfen.
Florian Clauß
0:19:36–0:19:40
Ja, ich kenne ja mal die Begriffsdefinition. Also man kann Symbiose in verschiedene
0:19:40–0:19:43
Metriken einteilen, um dann so ein bisschen so eine Vorstellung zu bekommen.
0:19:43–0:19:45
Ich habe jetzt, das ist auch mehr oder weniger jetzt Wikipedia,
0:19:46–0:19:49
was ich vortrage, aber ich finde das ganz interessant, die Herangehensweise.
0:19:49–0:19:55
Das ist erstmal, die erste Frage ist, wie locker eine Symbiose sein kann.
0:19:55–0:20:01
Die lockerste Form oder so, was man da unterscheidet, ist zwischen Mutualismus,
0:20:01–0:20:04
also bei dem beide Partner profitieren.
0:20:05–0:20:10
Dann haben wir Komendialismus, bei dem ein Partner profitiert,
0:20:10–0:20:13
aber der andere nicht davon beeinflusst wird.
0:20:13–0:20:17
Und die dritte Form ist dann Parasitismus. Also hatten wir ja auch schon erwähnt,
0:20:17–0:20:20
dass der eine profitiert zulasten des anderen.
0:20:22–0:20:27
Das ist erst mal eine Metrik. Und dann kann man aber auch unterscheiden zwischen
0:20:27–0:20:31
dem Grad der Abhängigkeiten der einzelnen Lebewesen voneinander.
Micz Flor
0:20:32–0:20:38
Also Grad der Abhängigkeit bedeutet, wie sehr braucht das eine Lebewesen das den anderen.
Florian Clauß
0:20:38–0:20:44
Genau, ich gebe gleich nochmal ein Beispiel. Also die lockerste Form der Symbiose
0:20:44–0:20:48
ist die Protokooperation, die Allianz.
0:20:48–0:20:53
Das heißt, die beiden Arten profitieren voneinander, wenn sie zusammenleben,
0:20:53–0:21:01
aber sind auch eben ohne eine Gemeinschaft lebensfähig.
0:21:01–0:21:09
Als Beispiel, es gibt Spinnen, eine Vogelspinnenart, in Peru wurde die entdeckt,
0:21:09–0:21:11
die mit Fröschen zusammenleben.
0:21:11–0:21:17
Und die Frösche, die produzieren ein Sekret und man geht davon aus,
0:21:17–0:21:21
dass eben der Frosch davon profitiert, dass eben die Vogelspinne so kleinere
0:21:21–0:21:26
Fressfeinde des Frosches fernhält, also Schlangen und Echsen und so weiter.
0:21:27–0:21:30
Die Vogelspinne profitiert eben von dem Sekret, was giftig ist,
0:21:30–0:21:36
von dem Frosch, dass eben der das absondert und die Eier, die Brut der Spinne
0:21:36–0:21:39
wird dadurch geschützt, weil dann keine Ameisen kommen, die das wegfressen.
0:21:40–0:21:44
Obwohl man ja davon ausgehen könnte, okay die Vogelspinne isst auch gerne Frösche.
0:21:44–0:21:46
Aber irgendwie scheint sich das zu dem Vorteil.
Micz Flor
0:21:46–0:21:49
Ich dachte auch wieder an die Ameisenfolge mit Ameisen und Läusen.
0:21:49–0:21:52
Das ist ja auch sowas, das muss nicht, aber beide wollen das eigentlich.
0:21:53–0:21:55
Die Läuse kriegen Schutz, die Ameisen kriegen Rausch.
Florian Clauß
0:21:55–0:22:01
Genau, das ist auch eine Form. Genau, das ist auch ein Beispiel, was genau da reinragt.
0:22:01–0:22:04
Also das heißt, kommen wir auch nochmal gleich darauf zu sprechen.
0:22:05–0:22:12
Symbiosen, um Fressfeinde quasi abzuschrecken, um Ernährung dann auch zu gewährleisten.
0:22:13–0:22:19
Das sind solche Sachen von symbiotischen Beziehungen. Also pro Kooperation,
0:22:19–0:22:24
dann haben wir noch den Mutualismus, den hatten wir auch schon vorher,
0:22:24–0:22:26
wo es ein bisschen stärkere in diesem Zusammenhalt gibt.
0:22:26–0:22:30
Und das, was am stärksten quasi eine symbiotische Beziehung beschreibt,
0:22:30–0:22:34
ist die Eusymbiose. Also Eusumbiose
0:22:34–0:22:38
bedeutet, dass das eine nicht mehr lebensfähig ist ohne das andere.
0:22:38–0:22:42
Und das Beispiel hatten wir dann auch schon mal in der Ameisenfolge.
0:22:42–0:22:45
Das ist zum Beispiel bei den Blattschneiderameisen der Pilz.
0:22:45–0:22:51
Die Blattschneiderameisen sind so stark auf diesen Pilz evolutioniert,
0:22:51–0:22:53
dass sie sich von nichts mehr anders ernähren können.
0:22:53–0:22:58
Und der Pilz würde ohne diese Kultivierung der Blattschneiderameisen gar nicht
0:22:58–0:23:03
existieren können. Also das ist so die stärkste Form der Zusammenarbeit.
0:23:03–0:23:07
Und eine andere, also jetzt nur so um verschiedene Metriken,
0:23:07–0:23:12
eine andere Form wäre auch die Unterscheidung der räumlichen oder körperlichen
0:23:12–0:23:15
Beziehungen. Das heißt, es gibt die Endosymbiose.
0:23:16–0:23:21
Das bedeutet, dass eben die symbiotische Beziehung, das eine schluckt das andere.
0:23:22–0:23:27
Also ganz klassisch beim Mensch sind das die ganzen Bakterien im Darm,
0:23:27–0:23:33
die dann natürlich die Verdauung und so weiter im Darm dann steuern.
Micz Flor
0:23:33–0:23:37
Sehr interessanterweise sogar auf Zelllevel immer noch die Diskussion,
0:23:37–0:23:41
inwieweit die Mitochondrien der Zellkern, inwieweit das Teil da sind,
0:23:41–0:23:46
weil Mitochondrien eine eigene simple DNA auch haben, dass eine Zelle andere
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Zellen mal geschluckt hat, ohne sie zu verdauen.
0:23:49–0:23:53
Und die insofern könnte man fast argumentieren, dass in einer gewissen Form,
0:23:53–0:24:00
sollte diese Theorie stimmen, jede Zelle in sich auch schon eine solche Symbiose ist.
Florian Clauß
0:24:00–0:24:00
Okay.
0:24:03–0:24:06
Weiß ich nicht, ob das wissenschaftlich haltbar ist, aber könnte man mal so
0:24:06–0:24:12
sagen, wenn das dann eben jetzt keine Funktionseinheit der Zelle ist.
0:24:12–0:24:17
Es geht ja darum, dass es ja so Lebensbausteine sind, die zusammen sich organisieren.
Micz Flor
0:24:18–0:24:21
Ja, das ist halt die Frage. Jetzt ist es natürlich so, jede Zelle hat das.
0:24:22–0:24:25
Und es ist aber natürlich so, wenn du, das geht jetzt vielleicht woanders hin,
0:24:25–0:24:31
aber zum Beispiel ist halt über die Mitochondrien immer die DNA der Mutter bei Menschen zum Beispiel.
0:24:31–0:24:38
Weil immer das Ei mit Mitochondrien kommt und das Sperma einfach nur mit DNA kommt.
Florian Clauß
0:24:38–0:24:40
Ja, die Stammzellen quasi, ne?
Micz Flor
0:24:40–0:24:47
Und insofern ist halt diese Abfolge, wenn man über die Mitochondrien-DNA geht, das hat keine.
Florian Clauß
0:24:47–0:24:49
Ahnung was für eine... Also ich glaube, diese Einverleibung,
0:24:49–0:24:55
also diese Funktionsgrundbausteine in der Biologie, das ist dann auch Evolution, ne?
0:24:55–0:25:01
Die Frage ist nur, ob du das dann als symbiotische System beschreibst oder ist es nicht dann so,
0:25:01–0:25:06
dass es dann halt soweit dann wieder eine eigene Funktionseinheit dann rausfällt,
0:25:06–0:25:12
die dann als nicht mehr unterscheidet zwischen den übernommenen Funktionen.
Micz Flor
0:25:12–0:25:17
Ne genau, es ist ja nichts, was sich sozusagen im Verlauf bildet,
0:25:17–0:25:20
sondern was immer schon gegeben ist, sobald sich die Zelle teilt,
0:25:20–0:25:21
ist es schon wieder gegeben.
Florian Clauß
0:25:22–0:25:28
Also die Notwendigkeit von dem Bakterienstamm zur Verdauung,
0:25:28–0:25:32
ich meine, das wird ja auch so weit, dass eben bei der Geburt, dadurch,
0:25:32–0:25:43
dass dann das Kind quasi in den Kontakt des Bakterienstamms der Mutter, dadurch,
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dass der Kontakt mit dem After bei der Geburt entsteht, wird ja so ein Fingerprint schon mitgegeben.
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Deswegen gibt es auch Untersuchungen, dass Kinder, die dann geboren werden durch
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Kaiserschnitt, dass denen dann halt auch sowas künstlich mitgegeben wird. Ein anderes Thema.
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Andere Formen der räumlichen symbiotischen Beziehung sind die Exosymbiosen.
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Exosymbiose bedeutet, dass halt irgendwie was auf was anderes wächst.
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Also da werden halt so Flechten als Beispiel genannt.
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Und die dritte Form ist dann die Ektosymbiose. Das heißt, die Partner der Symbiose
0:26:22–0:26:24
sind räumlich voneinander getrennt.
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Und da wird auch mal als Beispiel angeführt, ist eben diese Bestäubung der Bäume.
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Das heißt, die Blüten und Blätter von den Bäumen werden durch Insekten bestäubt.
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Insekten fliegen weiter und tragen somit auch den Pflanzensamen weiter. Das ist so.
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Oder man hat dieses Find-it-Nemo-Bild der Clownfisch und die Seeanemone,
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wo dann auch die miteinander eben sich einen Lebensraum teilen,
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aber nicht im direkten Kontakt stehen.
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So, wir sind jetzt hier.
Micz Flor
0:26:56–0:26:59
Genau, kurz zur Tour. Total schöne Idee von dir.
Florian Clauß
0:27:00–0:27:00
Beim,
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Der wurde erst vor kurzem renoviert. Der war wohl in den 90ern,
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der wurde irgendwie so von 70er bis 90er Jahre, wurde der halt so komplett allein
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gelassen. Keiner hat sich drum gekümmert.
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Und hier hat sich wohl so ein Biotop entwickelt, was dann halt so völlig verwildert war.
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Und dann war man bei der Renovierung des Parks ein bisschen unentschieden,
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weil man so eine verwilderte Stadtlandschaft, also hat man normalerweise nicht.
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Aber jetzt haben die halt so nach und nach hier den Park ausgebaut und es ist ganz schön.
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Es ist wirklich so ein kleiner Streifen mit Spielplatz und ein bisschen so zum
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Trainieren kann man hier hin und her.
Micz Flor
0:27:44–0:27:47
Wollen wir noch einen weiter nördlich gehen? Also da, wo wir jetzt gerade sind,
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gibt es drei Eingänge und einer ist dann eher an der S-Bahn lang.
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Da hat man vielleicht ein bisschen Ausblick nochmal nach Norden raus.
Florian Clauß
0:27:52–0:27:55
Ja, das können wir machen, aber das müsste gleich hier vorne sein.
Micz Flor
0:27:55–0:27:56
Ist schon direkt hier, ja.
Florian Clauß
0:27:57–0:28:02
Sonst könnten wir auch in den Park da rein. Nochmal zuletzt die Unterscheidung
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nach Symbioseformen, also welche Arten von Nutzen entstehen aus einer Symbiose.
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Das hat man auch kurz erwähnt, das ist jetzt nur der Vollständigkeit.
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Also Fortpflanzungssymbiose zum Beispiel ist dann halt mit Bienen und Blüten,
0:28:16–0:28:19
dann Symbiose zum Schutz vor Fressfeinden.
Micz Flor
0:28:19–0:28:22
Aber das Interessante finde ich da, da hatte ich vorhin schon drüber nachgedacht,
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es gibt ja immer zwei Gründe. bei Bienen und Blüten, dann ist es so,
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dass die Blüten sind in manchen Fällen 100 Prozent darauf angewiesen,
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dass sie bestäubt werden, sonst können die sich nicht fortpflanzen.
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Das heißt, da ist es wirklich lebensnotwendig. Für die Bienen ist es natürlich der Honig.
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Also die kriegen ja dann eher was zu essen, was sie auch brauchen.
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Ich weiß nicht, ob die ohne Bestäubung auch überleben könnten,
0:28:46–0:28:51
aber dann ist es für die, also die Fortpflanzung ist ja bei den Bienen nicht
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direkt gekoppelt an den Honig. Indirekt vielleicht schon.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:58
Es ist nicht so stark an die Art gebunden. Natürlich brauchen die Bienen irgendwie
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Blutenstaub, aber ob die das jetzt aus dem Klee holen oder von der Linde,
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ist denen egal. Deswegen ist es so eine lose Verbindung.
Micz Flor
0:29:07–0:29:11
Ich kam nämlich vorhin drauf, wo ich auch überlegt habe, sollte man das Symbiose
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nennen zwischen den Läusen und den Ameisen, dann ist es so, für die Läuse ist
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es ein Vorteil, weil sie beschützt werden, also wirklich ein Vorteil der Erhaltung der Art.
0:29:20–0:29:24
Aber für die Ameisen ist es ein Rausch, wenn ich mich richtig erinnere.
0:29:24–0:29:27
Für die ist es jetzt nicht so, dass sie dadurch...
Florian Clauß
0:29:27–0:29:31
Für die Läuse ist es ein Rausch. Die picken sich dann einfach in die Kapillaren
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von einem Pflanzenstiel ein und saugen sich einfach so fett.
Micz Flor
0:29:34–0:29:34
Die Läuse?
Florian Clauß
0:29:35–0:29:36
Die platzen einfach.
Micz Flor
0:29:36–0:29:37
Und was kriegen die Ameisen?
Florian Clauß
0:29:37–0:29:40
Die Ameisen kriegen die Milch, weil die halt so fest gesaugt sind.
0:29:40–0:29:44
Also die kriegen halt wirklich so das reingepumpt, diesen süßen Saft von der Pflanze.
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Und deswegen sind die so dick. Und die Ameisen melken diese Blattläuse und die
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kriegen halt dieses klebrige Zeug, also diesen Zuckersaft, von dem die sich dann halt ernähren.
0:29:53–0:29:56
Und die Läuse sind quasi nur so dicke Früchte, die hängen da.
0:29:58–0:30:00
Und die sind voll im Rauschen. Ich glaube, die gehen das an.
Micz Flor
0:30:00–0:30:02
Ich jetzt andersrum in Erinnerung.
Florian Clauß
0:30:02–0:30:05
Genau, und also wir hatten jetzt eben die Schutz vor Fressfeinden.
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Und die letzte Form ist eben die Ernährung.
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Also Fortpflanzung, Fressfeinde, Schutz und Ernährung. Das sind so die drei Arten.
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Genau, das war nochmal so der Überbau.
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Bevor wir jetzt in die einzelnen Beispiele einsteigen. Und ich will auch immer
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so einen kleinen Exkurs bei den Beispielen machen. Also, wo wir dann auch nochmal
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auf andere, und ich fange auch gleich mit dem Exkurs an, nämlich das erste Beispiel,
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was ich hier nennen will, ist der Anglerfisch.
Micz Flor
0:30:34–0:30:37
Das haben wir in der letzten Folge auch angesprochen.
Florian Clauß
0:30:37–0:30:44
Der Anglerfisch, der eine Remiose mit diesen kleinen fluoreszierenden.
Micz Flor
0:30:44–0:30:47
Heißt das dann, Einzellern, Mehrzellern, weiß nicht mehr was,
0:30:47–0:30:52
aber der hat die Möglichkeit, kleinere Lebewesen dazu zu bringen,
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zu leuchten oder nicht zu leuchten.
Florian Clauß
0:30:54–0:30:59
Genau, das ist diese sogenannte Biolumineszenz. Also die Biolumineszenz ist
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ein ganz wesentlicher Bestandteil, wo auch ganz viele Arten der Tiefsee eine
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symbiotische Beziehung mit eingehen.
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Und die werden dann in sogenannten Leuchtorganen kultiviert.
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Also das heißt, es gibt auch hier so zwei verschiedene Unterschiede zwischen Biolumineszenz.
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Das eine ist eben, dass die intrinsische, intrinsischer, das dann halt das Tierchen
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selber die Dinger dann lumissieren lässt und das andere ist,
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also das sind dann halt die Bakterien,
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die die Fähigkeit haben und das andere ist die symbiotische Beziehung und der
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Anglerfisch hat eben so eine symbiotische Beziehung, der hat dann die sogenannte
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Eska, Eska ist dieses Organ,
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Leuchtergan, was diese Angel beschreibt, der Anglerfisch, ich weiß nicht,
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hat wahrscheinlich jeder ein Bild im Kopf,
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also er hat dann diese eine Rute,
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wo am Ende der Rute dann dieses Organ hängt, was aber auch wohl ein sehr komplexes
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Organ ist, was neben diesen ganzen Leuchtbakterien dann aber auch noch Drüsen und so weiter enthält.
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Wo dann Pheromone und so produziert werden können.
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Und das dient nicht nur eben des Räuberns, also der Nahrungsaufnahme,
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sondern auch um den partner zu den sexualpartner zu finden dafür ist auch also
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aber da wird nicht da werden eben nicht lichtsignale ausgeschickt sondern es
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werden dann halt darüber pheromone gebildet man dachte auch hat man angenommen
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dass eben auch das männchen des anglerfisches,
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angezogen wird von eben dieser eska durch leuchtsignale leuchtsignale aber dem
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ist Ist nicht so, die werden klassisch mit Pherämonen gezogen.
Micz Flor
0:32:39–0:32:42
Okay, nicht, dass da die rote Laterne im Fenster steht.
Florian Clauß
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Bio-Lumineszenz ist ja schon so ein unglaubliches, also das ist schon so ein
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Phänomen, was faszinierend ist.
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Man fragt sich, wie können so Tiere leuchten?
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Und jetzt nochmal so ganz kurz ein chemischer Exkurs, wie das passiert.
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Es gibt in der Bio-Lumineszenz, ist es im Prinzip eine exogene chemische Reaktion.
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Also man hat in den meisten Fällen ein organisches Substrat,
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das Luziferin heißt es. Nicht Luzifer, sondern Luziferin.
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Und das wird durch ein Enzymen, der Luziferase, wird das angeregt,
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mit Sauerstoff zu oxidieren.
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Und in diesem angeregten Zustand kann es eben ein Photon imitieren,
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indem es wieder zurückfällt.
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So funktioniert das. Und das ist halt durch organisches Material gesteuert.
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Und in diesem Leuchtergarn ist eben diese, das hatten wir auch das letzte Mal,
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wo wir uns gefragt haben, wie passiert das eigentlich, dass dann eben so Sichtsignale
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bewusst ausgeschüttet werden.
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Also das kontrolliert der Wirt über Sauerstoffzufuhr oder eben Unterbindung.
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Darüber kann das leuchten oder die Leuchtsequenz steuern.
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Und was auch interessant ist, und das ist so, wovon man ausgegangen ist in der Evolution,
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dass die Luminiszenz mehr oder weniger ein Abfallprodukt ist,
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nämlich, dass diese Methode, diese Oxidationsmethode, haben die Zellen entwickelt,
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um eben freie Radikale zu binden.
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Also um die einzufangen, um die dann eben, weil freie Radikale haben eben eine
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zerstörerische Kraft im Zellkern.
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Und dann haben die Zellen eben Mechanismen entwickelt, um diese Energie dann
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irgendwie zu neutralisieren.
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Und das ist die Theorie. Und dass dann erst später in der Evolution sich das
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als ein gewisser Vorteil, dieses Leuchten, erwiesen hat, ist es halt in anderen
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Kombinationen aufgetreten.
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Dann war es nicht mehr der Primärzweck, eben freie Radikale zu neutralisieren,
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sondern eben das Leuchten.
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Das ist auch wieder so Evolution, was da passiert.
Micz Flor
0:35:00–0:35:03
Ja, man würde ja auch eher annehmen, dass es nachteilig ist, wenn man leuchtet.
0:35:03–0:35:06
Also dass irgendwelche Fressfeinde dich so gar nicht sehen, so im Sinne von
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hier Three-Body-Problem, der dunkle Wald.
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Also in dem Moment, wenn du jetzt hier in so einen Baum guckst oder so als Vogel
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so in die Bäume reinschaust und du siehst dann das Leuchtwürmchen und die anderen
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Würmchen nicht, dann ist es ja nicht unbedingt von Vorteil zu leuchten.
Florian Clauß
0:35:21–0:35:22
Genau.
Micz Flor
0:35:22–0:35:26
Also ich hätte jetzt auch mich gewundert, dass es evolutionär irgendwie ein
0:35:26–0:35:28
Nebenprodukt wäre, wenn das...
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Doch dann eher dafür sorgen würde, dass die Art nicht weiterkommt.
Florian Clauß
0:35:33–0:35:38
Also ja, da sprichst du nämlich auch nochmal einen Teil an von dem Thema,
0:35:38–0:35:44
nämlich warum, was hat das in der Tiefsee für Vorteile eben so leuchtend,
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wofür wird das eingesetzt?
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Es hat nicht immer Vorteile, weil zum Beispiel, das finde ich ganz interessant,
0:35:49–0:35:54
es gibt eben ganz viele Lebensformen der Tiefsee, die eben transparent,
0:35:54–0:35:56
also keine Pigmentierung der Haut mehr haben.
0:35:56–0:36:01
Also weil sich in der Tiefsee eben auch, wenn du Leuchtest oder Leuchtorgane
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hast, dann so eine Pigmentierung natürlich dazu führen kann,
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dass das Licht irgendwo gefiltert oder geblockt wird.
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Deswegen geht man davon aus, dass eben diese transparenten Lebewesen sich eben
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dadurch entwickelt haben, dass die halt Licht besser ausstrahlen können.
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Aber es gibt zum Beispiel Räuber, die dann biolumineszente Lebewesen fressen,
0:36:26–0:36:32
dass bei denen eine erhöhte Pigmentierung in den Verdauungsorganen festgestellt wurde.
0:36:32–0:36:36
Also der Magen und der Darm haben wieder Pigmente entwickelt.
0:36:36–0:36:43
Und das ist genau dieses dunkle Wandding, was wir bei den drei Sonnen haben.
0:36:43–0:36:48
Nämlich eben nicht von außen irgendwie zu erkennen geben, was die Strategie von innen ist.
0:36:48–0:36:53
Dass nämlich da die Tiere gefressen werden, dass die nicht abgeschreckt werden.
0:36:53–0:36:56
Also das ist wirklich so auch so phänomenal.
0:36:56–0:37:00
Also es ist zum einen, es ist halt eben die...
Micz Flor
0:37:00–0:37:04
Aber es ist ja auch interessant evolutionär, wenn man jetzt mal wieder simplifiziert
0:37:04–0:37:09
eine Ursache annimmt, dann gibt es einerseits, nicht leuchten könnte vom Vorteil
0:37:09–0:37:11
sein, weil man da nicht gefressen wird, weil man nicht gesehen wird.
0:37:11–0:37:15
Aber andererseits ist es dann so, nicht leuchten kann vom Vorteil sein,
0:37:15–0:37:18
weil einen dann auch das eigene Essen nicht sieht.
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Ja, genau. Jetzt ist es ja genau andersrum.
Florian Clauß
0:37:21–0:37:27
Also es wird invertiert, ja. Richtig. Also das Licht ist eben zur Tarnung und
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Täuschung, kann dann eingesetzt werden.
0:37:29–0:37:34
Also es ist halt auch so, dass du häufig dann so Gegenblitze hast, ja.
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Ja, also das heißt, wenn du dir den Tiefsee vorstellst oder nee,
0:37:38–0:37:42
wenn du dir das Flachersee, wird das beobachtet, dass nämlich die Pigmentierung
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von Fischen von oben eher dunkel ist, von unten hell.
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Das heißt, wenn du als potenzielles Opfer dann irgendwo schwimmst gegen die
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helle Oberfläche, ist natürlich vom Vorteil, wenn du nicht dunkel bist,
0:37:55–0:37:59
also keinen Kontrast erzeugst zur Oberfläche, wenn eben der Fressfeind von unten kommt.
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Gleich ist es von oben, dass du eher so einen Dunkel wirkst.
0:38:02–0:38:07
Aber es gibt auch andere Strategien, dass du so genannte Gegenblitze abfeuerst.
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Ich habe eine Dissertation gefunden, die ging halt auch um die Untersuchung
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der Leuchtergarne von Krill.
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Und die hat eine ganz gute Einleitung über dieses maritime Lumineszenz gegeben.
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Deswegen habe ich da ein paar Beispiele, will ich jetzt auch nicht alle vortragen,
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aber das ist nochmal so zusammengefasst.
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Aber das ist halt dieses Gegenlicht, diese Gegenblitze, die werden auch bei
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einem Krill beobachtet.
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Zur Verwirrung, wenn dann der Feind angreift, dann kommt man zur Blitze und
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damit tarnen die sich. Also quasi so ein Mimese-Effekt.
Micz Flor
0:38:38–0:38:42
Und weil wir ja ein Filmpodcast sind, bei welchem Alfred-Hitchcock-Film wird
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das denn auch eingelebt?
Florian Clauß
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Ja, aber dann wird es eher zur Blendung. Aber vielleicht ist der Blitz auch eher eine Blendung.
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Wir reden natürlich von das Fenster zum Hof, wo dann die Waffe quasi die Kamera
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wird. Was dann auch wieder so eine millionentheoretische Ausprägung hat.
Micz Flor
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Genau, der Hauptdarsteller mit seinem behindert erigierten Bein,
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der immer voyeuristisch in die anderen Fenster reinguckt, wo dann ein wirklich
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wahrer Mann auf ihn zutritt, den umbringen will,
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der dann mit dem voyeuristischen Gerät, also der Kamera, dann eben die Blitze immer austauscht.
Florian Clauß
0:39:22–0:39:26
Genau, also das ist wirklich dann Erzeugung von Gegenlicht, das ist die Vertreibung
0:39:26–0:39:29
und Abschreckung. Wir haben Licht zur Tarnung und Täuschung,
0:39:29–0:39:34
wir haben Licht, das Leuchten für die Kommunikation, also da wird auch untereinander
0:39:34–0:39:36
kommuniziert zwischen den einzelnen Individuen.
Micz Flor
0:39:36–0:39:40
Das ist ganz kurz, das ist ein Sprung eben zu The Expanse auch,
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wenn die herausfinden, wer diese, wer es noch nicht gehört hat, war glaube ich Folge 48.
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Die Spezies, die diese ganzen Portale gebaut hat, stellte sich dann eben heraus
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in diesem planetengroßen Diamanten, in dem alles gespeichert ist von dieser
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Spezies, ist, dass die ursprünglich auch von einem Unterwasserlebewesen kommen,
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was sich über Licht miteinander verständigt.
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Und die deshalb relativ schnell, wohl Kommunikation war essentiell,
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und es sind relativ simple, eher so eine Schwarmintelligenz,
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wie die sich dann miteinander verkoppeln.
Florian Clauß
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Ah, okay, ne, habe ich gar nicht mehr.
Micz Flor
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Und die sind dann eben, die sind dann, ja, egal.
Florian Clauß
0:40:21–0:40:25
Ja, ja, gut, aber du hast natürlich dann zur Kommunikation, aber auch eben zu
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Revieransprüchen und so weiter, oder dass dann halt Reviere darüber markiert werden.
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Und zur Orientierung, also gerade in der Tiefsee ist es so, dass du,
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wenn du da irgendwo was glimmern siehst, dann denkst du, okay,
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hier kann es lang gehen, um irgendwas zu finden oder sowas.
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Und es gibt noch eine andere Form, die fand ich so ganz interessant,
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nämlich es gibt eine, ich glaube, das ist der Drachenfisch,
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der dann unter dem Auge hat der ein Leuchtorgan, was dann in einer gewissen
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Frequenz von Licht imitiert, womit er sich dann eichen kann.
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Damit kann er dann quasi die Umgebung, das Umgebungslicht anpassen.
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Also wie bei einer Kamera kann er dann halt so sehen, okay jetzt ist das dieser Lichtraum.
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Also ich meine Biolumineszenz, das ist ja auch immer nur so in bestimmten Frequenzen
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wird dann auch Licht gesendet. Das unterscheidet sich natürlich auch die Nanometer
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von Frequenz, die dann die einzelnen Bakterien ausstoßen können.
Micz Flor
0:41:20–0:41:24
Da kommt jetzt eine Fußnote für einen anderen Podcast,
0:41:25–0:41:29
Kennst du den? Ein Kinder-Podcast mit Checker Tobi, Checker Can und Checker...
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Ich weiß nicht, wie die alle heißen.
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Und da war eine über Piraten. Und da gibt es wohl eine Theorie,
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die sagt, warum werden Piraten immer mit Augenklappe dargestellt?
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Weil die eine Augenklappe getragen haben, damit die schnell zwischen Überdeck
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und Unterdeck wechseln konnten.
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Die haben dann die Klappe umgedreht. Das eine Auge war eben immer ans Dunkle gewöhnt.
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Und dann konnten die schneller reagieren, wenn die halt rohend runter mussten.
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Wenn du überfällst und dann irgendwie runtergehst und du kommst du unten es ist.
Florian Clauß
0:41:55–0:41:56
Dunkel und.
Micz Flor
0:41:56–0:41:58
Die die es finde ich eine plausible.
Florian Clauß
0:42:05–0:42:10
Abgefahren genau das wäre jetzt mal so gut eben der exkurs in richtung biologischen
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und jetzt kommen anglerfischen also die anglerfische kannst du eigentlich in
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allen wert weltmeeren unter 300 Meter antreffen.
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Also die sind sehr verbreitet, Anglerfische, als Prinzip, ja.
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Ich möchte jetzt nochmal, also die Art und Weise, also vielleicht hier diese
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Symbiose zwischen den Bakterien, zwischen den Leuchteorganen und dem Anglerfisch
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ist eben, dass der Anglerfisch dadurch den Kot,
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simuliert von einem anderen Tier. Und davon fühlen sich dann halt so kleine
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Krebs und so weiter, fühlen sich dadurch angezogen.
0:42:45–0:42:50
Das ist so quasi das, wo er die Fressfeinde und so weiter bekommt.
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Die denken, es ist halt jetzt irgendwie so, da ist jetzt so was Leckeres im Wasser.
Micz Flor
0:42:55–0:42:59
Was anderes, zumindest wahrscheinlich überhaupt vor dem Hintergrund. Es ist was anderes da.
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Es ist ja nicht wie die Motten das Licht, weil die Motten ja versuchen,
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die fliegen ja auf die Lampen zu, weil sie sich eigentlich am Mond orientieren
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wollen nachts Und gerade fliegen, aber weil das Licht eben nicht unendlich,
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gefühlt unendlich entfernt ist, sondern relativ nah entstehen diese konzentrischen Kreise.
0:43:14–0:43:17
Und das kann jetzt ja in der Tiefsee nicht das Thema sein. Das heißt,
0:43:17–0:43:21
die steuern dann wirklich wahrscheinlich darauf zu, weil sie denken, da ist was.
Florian Clauß
0:43:21–0:43:26
Genau. Und wovon die sich ernähren, ist eben dem, also das, was sie erkennen,
0:43:26–0:43:33
ist quasi der Kot von anderen Fischen, die aber auch so Bakterien,
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die leuchten, enthalten.
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Deswegen leuchtet der Kot. Das wird quasi simuliert von dem Anglerfisch.
0:43:40–0:43:44
Also dachte ich mir auch, hey, so ein schönes Organ.
Micz Flor
0:43:44–0:43:45
Geld stinkt nicht.
Florian Clauß
0:43:46–0:43:49
Aber es ist nichts anderes als Scheiße.
0:43:51–0:43:55
So genau, das ist so diese symbiotische Lebensform.
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Aber ich will jetzt hier auch nochmal einen anderen Exkurs aufhalten,
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der mich total fasziniert. Und den habe ich auch bei Stephen Gold das erste
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Mal so gelesen habe, nämlich es geht um Sexualdimorphismus.
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Kennst du wahrscheinlich auch den Begriff, oder?
Micz Flor
0:44:11–0:44:14
Ja doch, wahrscheinlich nicht als Begriff.
Florian Clauß
0:44:14–0:44:18
Aber der bedeutet einfach, dass die unterschiedliche Ausprägung von Männchen
0:44:18–0:44:21
und Weibchen innerhalb einer Art oder Frauen, Mann.
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Also allein beim Mann oder beim Menschen, der Sexualdimorphismus schlägt sich
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dann in den Geschlechtsorganen, in der Statur und der Beharrung zum Beispiel nieder.
Micz Flor
0:44:33–0:44:37
Muss man jetzt natürlich sagen, wir sprechen jetzt über Biologie,
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nicht über Gender und nicht über Geschlechtsdysphorie und sowas,
0:44:40–0:44:42
sondern wir sprechen über die Biologie.
Florian Clauß
0:44:42–0:44:44
Genau, Biologie, ja. Was auch
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interessant ist, ist, dass je größer die Art werden kann in der Biologie,
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Das heißt, es fängt dann, glaube ich, bei einem Meter an oder so.
0:44:59–0:45:05
Desto mehr ist es verbreitet, dass das Männchen größer ist als das Weibchen.
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Und je kleiner, kürzt sich das genau um.
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Also das heißt, so Echsen und so weiter, da sind meistens Weibchen oder Schildkröten,
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da sind meistens Weibchen oder Fische, sind meistens Weibchen die größeren Tiere, Individualtiere.
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Und es gibt dann halt so diese extremen Formen von Sexualdimorphismus,
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die absolut der Hammer sind.
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Nämlich eine Form ist, also ich fange mit dem Extremsten an, was es gibt.
0:45:28–0:45:34
Ich glaube, das ist so auch ein Wurm in der Tiefsee, der hat ein Weibchen.
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Und dann ist es so, dass die Männchen
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in dem Gebärmutter, also in dem Geschlechtsorgan des Weibchen leben.
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Also sie sind quasi so klein, dass sie fast so wie so Einzelner drin leben und
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dann halt auch reguliert werden von dem ganzen chemischen Haushalt des Wurmes.
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Ja, das ist die extremste Form.
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Also das musst du dir mal vorstellen.
Micz Flor
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Ja, die Männchen haben oft große Angst, verlassen zu werden.
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Und dann ziehen die gleich ein.
Florian Clauß
0:45:59–0:46:04
Und jetzt kommen wir zum Sexual-Demorphismus. Das ist aber auch noch gut.
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Beim Anglerfisch ist es so, dass die Weibchen, also sie können dann halt irgendwie
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so zwischen 6 cm und 1,2 m werden.
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Das ist so die Größe von Anglerfischen von den verschiedenen Arten beim Weibchen.
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Und die Männchen betragen nur 5 bis 10 % von der Körpergröße des Weibchens.
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Also das heißt, es gibt wirklich das kleinste lebende Wirbeltier,
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ist das Männchen von einer Anglerfischart, die nur so zwei Millimeter,
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sechs Millimeter groß ist.
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Und dann, was passiert, wenn das Männchen auf das Weibchen trifft,
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dass die miteinander verwachsen.
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Also die bilden, die haben einen gemeinsamen Blutkreislauf, das Männchen wird
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komplett ernährt durch das Weibchen und wenn das Leifchen stirbt,
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dann ist das Männchen auch,
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Also das heißt, die verschmelzen miteinander und das finde ich absolut krass.
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Und das heißt, das Weibchen kann auch eben den Samen aus dem Männchen über die
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Pheromone und über den eigenen Hormonausstoß regulieren.
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Das heißt, wenn dann das Weibchen Lust auf Sex hat, dann zack,
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wird ein bisschen was eingeschossen in den Blutkreislauf vom Männchen und dann
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ejakuliert das Männchen und dann gibt es halt Fortfahren. Ist praktisch, ja.
Micz Flor
0:47:27–0:47:28
Auch ein bisschen einsam.
Florian Clauß
0:47:28–0:47:31
Ja, nee, aber ich meine, die sind dann halt für immer zu sein.
0:47:31–0:47:36
Und man hat wirklich bei, also ich glaube so bei den Fischen hat man eigentlich
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ganz oft, über 80 Prozent oder 90 Prozent der Fälle ist dann ein Männchen wirklich
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angewachsen beim Anglerfisch.
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Und es gibt dann aber auch Formen, wo dann halt mehrere Männchen sind.
0:47:48–0:47:52
Das Höchste, was beobachtet wurde, waren acht angewachsenen Männchen.
0:47:53–0:48:00
Also das heißt, hier kann auch wieder eine gewisse Variation nochmal von Spermien gesteuert werden.
0:48:01–0:48:07
Das ist total spannend. Also das wollte ich jetzt auch nochmal an der Stelle dann teilen.
Micz Flor
0:48:07–0:48:11
Wir haben jetzt die, wenn wir jetzt, wir sind nicht in der Tiefsee,
0:48:11–0:48:15
aber wenn wir jetzt auch hier in Schichten denken, sind wir jetzt an der dritten
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großen Straße, Losging-Landsberger Allee.
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Dann war Greifswalder, oder? Nee, das hier ist Greifswalder.
Florian Clauß
0:48:22–0:48:23
Das ist jetzt Greifswalder hier.
Micz Flor
0:48:23–0:48:25
Wie war die dazwischen? Wie hieß die nochmal?
Florian Clauß
0:48:25–0:48:29
Wir sind dann von der Landsberger zu Greifswalder. Also dazwischen gab es keine...
Micz Flor
0:48:29–0:48:33
Wir sind doch über die eine große drüber gelaufen. Ich habe bei Podcasts immer
0:48:33–0:48:36
das Problem, wenn wir aufnehmen, dass ich gar nicht so richtig mitkriege, wo wir sind.
Florian Clauß
0:48:36–0:48:40
Du kannst mir ja nochmal die Strecken auf unserer Netzseite angucken.
0:48:41–0:48:47
Und wir gehen jetzt rüber von dem Anton-Sefko-Park zum Ernst-Hillmann-Park.
Micz Flor
0:48:47–0:48:52
Ja. Der wurde ja heiß diskutiert vor ein paar Monaten, glaube ich,
0:48:52–0:48:55
ob ein Thema wirkliches wert sei.
0:48:55–0:48:58
Naja, wir müssen da unten, ist die Thema Büste.
Florian Clauß
0:48:58–0:49:00
Aber willst du, wolltest du zur Büste gehen? Ja, können wir machen.
Micz Flor
0:49:01–0:49:02
Willst du hier oben durchgehen, da weiter? Das ist egal.
Florian Clauß
0:49:03–0:49:09
Wir können einfach hier durch den Komplex. Also hier besteht ja auch die Erzählung, dass ganz viele,
0:49:10–0:49:13
hier haben wir diese Plattenbauten, das ist auch eine kleine Siedlung für sich,
0:49:13–0:49:19
dass ganz viele DDR-Kader dann hier gewohnt haben, also SED-Funktionäre.
0:49:19–0:49:24
Und dass hier auch irgendwie, habe ich neulich gehört, dass sich keiner getraut
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hat, hier dieses Gebiet zu renovieren, weil dann auch die alten Seilschaften quasi gewirkt haben.
0:49:29–0:49:33
Weiß nicht, ob das jetzt irgendwie Verschwörung ist, aber wurde erzählt.
Micz Flor
0:49:33–0:49:37
Weiß ich auch nicht, aber ich fand den Zimmernpark jetzt nicht politisch,
0:49:37–0:49:40
aber so landschaftsarchitektonisch ganz spannend, weil das ist ja wirklich so
0:49:40–0:49:41
ein ganz spannender Grünstreifen.
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Aber manchmal haben die das irgendwie geschafft, glaube ich,
0:49:44–0:49:48
noch zu DDR-Zeiten Wege so anzulegen, dass mit so leichten Biegungen,
0:49:48–0:49:50
dass du immer nicht den Horizont siehst.
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Du hast manchmal bei diesen kleinen Parks keine große Sichtlinie,
0:49:53–0:49:56
sondern verfädelst dich da so rein.
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Und dann hat man manchmal das Gefühl, dass man wirklich mitten im Park ist.
0:50:00–0:50:04
Einfach auch, weil man das Ende nicht sehen kann. Du kannst immer nur das Biegung sehen.
Florian Clauß
0:50:05–0:50:08
Also ich weiß nicht, du warst ja auch sicher schon mal in so einem Plattenbauten drin.
0:50:08–0:50:11
Und was interessant ist, Von außen sehen die ja ziemlich gleichförmig aus,
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aber innen drin sind die so verschachtelt, die Treppenhäuser und so weiter,
0:50:15–0:50:21
haben so viele kleine Nischen, dass dieses Wuchtige von außen aus der Fassade
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überhaupt nicht im Innenraum so erlebt wird.
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Okay, kommen wir zur nächsten symbiotischen Beziehung, die ich auch gleich wieder
0:50:31–0:50:33
mit einem Exkurs starten möchte.
0:50:33–0:50:43
Mein zweites Beispiel sind die Bartwürmer und die Chemoautophebakterien.
Micz Flor
0:50:44–0:50:46
Bartwürmer und was war das?
Florian Clauß
0:50:46–0:50:50
Und Chemo-Autrophe-Ernährung, Bakterien. Bartwürmer sind diejenigen,
0:50:50–0:50:54
das hatten wir das letzte Mal auch schon berichtet, das sind diejenigen,
0:50:55–0:50:58
die sich an diesen schwarzen Rauchern festsetzen.
0:50:58–0:51:02
Und bevor ich dann was über die Bartwürmer erzähle, möchte ich nochmal kurz
0:51:02–0:51:09
über diese hydrothermalen Quellen, also hydrothermal, das heißt unter Wasser, thermale Quellen.
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Ich halte das fälschlicherweise im Zusammenhang mit Vulkanismus,
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Vulkanismus erwähnt, letzte Folge,
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aber es ist nicht unbedingt im Vulkanismus so, sondern es bedeutet wie auch
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Thermen quasi oberirdisch, also Oberwasser, die durch heiße Gesteinsschichten sich aufwärmen.
0:51:27–0:51:34
Also was du auch hier in Island hast oder in Brandenburg, wo dann halt einfach
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heißes Wasser rauskommt.
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Und diese schwarzen Raucher entstehen dann auch eben in so Feldern,
0:51:41–0:51:46
wo dann diese Gesteinsschichten ganz heißes Wasser ausstoßen und das wird dann
0:51:46–0:51:51
eruptiv, weil das natürlich durch diesen extremen Druck unter Wasser und diese
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Kontraste zwischen heiß und kalt,
0:51:53–0:51:57
also zwei Grad kaltes Wasser trifft auf über,
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also es gibt auch verschiedene Abstufungen, es geht bis 300 Grad heißes Wasser, was dann austritt.
0:52:02–0:52:08
Ja, es gibt dann auch so von 300, 200, 100, da gibt es so auch Begriffe dafür,
0:52:08–0:52:12
wie die einzelnen Thermalquellen dann bezeichnet werden.
0:52:12–0:52:16
Da entsteht aber so ein Effekt,
0:52:16–0:52:23
dass diese heißen Quellen extrem viel Sedimente und Mineralien und Sulfite und
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so weiter mit sich bringen und dass dann daraus dieser Rauch ausflockt.
0:52:28–0:52:31
Es gibt schwarze Raucher, es gibt weiße Raucher und das ist dann immer auf diese
0:52:31–0:52:35
mineralische Beschaffenheit zurückzuführen, ob das jetzt ein schwarzer Raucher
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ist oder ein weißer Raucher.
0:52:36–0:52:41
Aber der schwarze Raucher ist so derjenige, wo auch viel, also Schwefel,
0:52:41–0:52:45
gebundener Schwefel da mit im Spiel ist sozusagen.
0:52:45–0:52:48
Und so ein Feld kann recht groß sein.
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Verlinke ich dann noch mal in die Show noch. Es gibt dann so bekannte Felder,
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das heißt eine ist irgendwie, das heißt dann Lokis Schloss oder sowas.
0:53:00–0:53:04
Lokis Castle. Und die haben so ganz abgefahrene Namen. Ich weiß gar nicht, woher die kommen.
0:53:04–0:53:10
Und das sind so Felder, die sich über eine große Ausdehnung dann ziehen.
0:53:11–0:53:15
Allerdings die aktiven Raucher, die da entstehen, die sind dann meistens recht kurzlebig.
0:53:16–0:53:20
Also zwischen ein und zwanzig Jahren oder sowas. Und irgendwann,
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wenn die dann eben so dieses ganze Sedimente abstoßen, dann irgendwann verschließen die sich,
0:53:25–0:53:29
weil die bauen sich immer höher auf und dann irgendwann verpfropfen die dann
0:53:29–0:53:33
quasi, fallen die zusammen und dann entsteht irgendwo anders wieder so auf diesem
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Feld dann so ein Raucher.
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Und natürlich, das hatten wir auch das letzte Mal schon gesagt,
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dass dann so ganz viele Tierarten, das ist natürlich Energie,
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die da ist, und da kommt dieses Chemo-Autotrophe.
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Also kennst du vielleicht den Begriff?
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Also Autotroph bedeutet eben Zellen, Lebewesen, die ohne organische Substanz
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von außen lebensfähig sind.
0:54:01–0:54:05
Bekannt ist das natürlich Foto-Autotroph, das heißt Photosynthese.
0:54:05–0:54:11
Also Pflanzen können ja ihre Energie einfach durch Licht und Chlorophyll gewinnen.
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Und Chemoautotroph ist so ein anderer Mechanismus, wo dann über eine chemische
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Reaktion die Energie gewonnen werden kann.
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Und das können diese Bakterien, die chemoautotrophen Bakterien.
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Und dafür sind diese Sulfide.
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Die machen dann nämlich eine chemische Reaktion aus so einem Schwefelsubstrat
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und gewinnen dadurch eben so ein Energieteilchen.
0:54:37–0:54:42
Und die Bartwürmer, die wir da haben an diesen Quellen, die nutzen das aus.
0:54:43–0:54:46
Die haben nämlich extra Organe.
Micz Flor
0:54:46–0:54:52
Lustig, das kam so, die nutzen das aus. Diese gemeinen Bartwürmer.
Florian Clauß
0:54:52–0:54:52
Nein, nein.
Micz Flor
0:54:53–0:54:54
Von meinem Parkplatz.
Florian Clauß
0:54:54–0:54:59
Das ist aber auch wieder so eine ganz, wie soll man sagen, eine sehr feste Verbindung
0:54:59–0:55:04
von Symbiose, weil natürlich willst du derjenige, der dich ernährt,
0:55:04–0:55:08
dem willst du auch richtig lieb daherkommen, also den willst du ja auch nicht verärgern.
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Deswegen haben die tatsächlich das ganze Blutsystem, also erstmal werden diese
0:55:13–0:55:18
Bakterien in einem extra Organ gehalten, was im Verdauungstrakt liegt.
0:55:18–0:55:24
Also die haben ein sogenanntes Trophosom und in diesem Trophosom werden diese Bakterien kultiviert.
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Und der Blutkreislauf von diesen Würmern hat sich dann auch so adaptiert,
0:55:29–0:55:34
dass die, so eine Hämoglobin, so eine eigene Hämoglobinart hat sich entwickelt,
0:55:35–0:55:40
was dann quasi das Sauerstoff und das Schwefelteilchen so voneinander trennt,
0:55:40–0:55:41
dass sie nicht oxidieren können.
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Das heißt, die Bakterien kriegen das dann halt so direkt durch den Blutkreislauf
0:55:47–0:55:50
hingeworfen, ohne noch diesen Sauerstoff dazu.
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Weil die Oxidation müssen wir selber machen.
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Deswegen wollen die ja nicht oxidierte Teilchen haben, sondern das wird schon
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getrennt, wird schon bereitet, aufbereitet.
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Finde ich auch total abgefahren. Und das Interessante ist, die haben halt irgendwie keine Münder mehr.
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Die Würmer. Die Würmer haben keine Münder. Die leben wirklich nur von Licht und Energie.
0:56:13–0:56:16
Nein, von heißer Suppe.
Micz Flor
0:56:17–0:56:20
Aber die leben von Einzellern, die das für die tun.
Florian Clauß
0:56:20–0:56:22
Genau, das sind die Bakterien.
Micz Flor
0:56:22–0:56:24
Wie kommen die Einzeller in die hinein?
Florian Clauß
0:56:24–0:56:29
Die werden, glaube ich, auch mit der Larve, wird so ein Bakterienstamm quasi
0:56:29–0:56:32
in den Troposom angelegt.
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Also es wird schon initial...
0:56:36–0:56:37
Das ist quasi der Pilz.
Micz Flor
0:56:37–0:56:38
Der Blattschneider ab.
Florian Clauß
0:56:38–0:56:41
Genau, der wird dann halt direkt mitgegeben, du brauchst das.
0:56:41–0:56:43
Und die Larven sind auch erstmal freistimmend.
0:56:44–0:56:46
Das heißt, die können sich auch dann, das ist auch eine Frage,
0:56:46–0:56:50
was man nie so richtig beobachtet hat, aber wie die dann sich verbreiten.
0:56:50–0:56:53
Wenn irgendwo anders eine Raucherquelle auftaucht,
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dass die dann da hinkommen, ist ja dann, zum einen gibt es die Vermutung,
0:56:58–0:57:01
dass teilweise die Individuen, die dann sich irgendwo niedergelassen haben,
0:57:01–0:57:04
auf eine Raucherquelle, dass die dann halt so wandern können,
0:57:04–0:57:08
dahin springen, obwohl die natürlich da extremst eingeschränkt sind.
0:57:08–0:57:12
Und eine andere Sache ist halt, dass die, zum Beispiel von den Bartwürmern,
0:57:12–0:57:16
dass die Larven dann halt da hinschwimmen oder dann lassen sie sich irgendwann niedern.
0:57:16–0:57:20
Diese Röhre, die wird dann eben durch ein eigenes Sekret gebildet.
0:57:20–0:57:24
Das ist dann so über Chitin, das was man dann halt auch von Schnecken und so
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weiter kennt, dass die darüber dann so ein Außenskelett bauen.
0:57:28–0:57:31
Aber ich finde diese Vorstellung, das erinnert mich dann wieder so an,
0:57:31–0:57:35
keine Ahnung, Dune nicht, weil dieser Wüstenbohm hat natürlich einen Riesenmaul.
0:57:35–0:57:39
Aber irgendwie finde ich das total abgefahren. Das ist ein Lebewesen,
0:57:40–0:57:44
was dann nur aus sich selbst heraus dann ernährt und gar keine Ausschaltungsorgane mehr braucht.
0:57:44–0:57:47
Also ich glaube, die dunsten dann schon was über die Haut aus.
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Die müssen ja irgendwie auch dieses Chitin bilden.
0:57:50–0:57:54
Aber dass die keinen Mund haben, dass das Verlauungssystem sich komplett umgestellt hat.
Micz Flor
0:57:55–0:57:58
Ja, die Frage, die sich für mich dahinter auch noch stellt, ist halt so,
0:57:58–0:58:08
dann schon der Wurm nutzt also etwas, was direkt, also der nutzt einen Einzeller in sich.
0:58:08–0:58:13
Und dieser Einzeller gewinnt Energie eigentlich aus diesem Schornstein.
0:58:13–0:58:21
Aber im Körper wird der Schornstein emuliert. und deshalb zieht der Wurm Energie von dem Einzelnen.
0:58:21–0:58:23
Der Schornstein ist dann gar nicht mehr so wichtig, oder wie?
Florian Clauß
0:58:23–0:58:29
Also die Bartwürmer, die eben an diesen Rauchern auftreten, sind auch in ihrer Art die längsten.
0:58:29–0:58:32
Also die können bis zu zwei Meter werden. Normalerweise sind Bartwürmer nur
0:58:32–0:58:33
wenige Zentimeter groß.
0:58:34–0:58:38
Aber die können richtig groß werden. Also die müssen ja auch diese Hitze irgendwie aushalten.
0:58:38–0:58:43
Also ich glaube, die sind dann schon irgendwo in der direkten Beziehung zu dieser
0:58:43–0:58:47
thermalen Quelle stehen die schon. schon insofern, dass die dann halt irgendwie
0:58:47–0:58:49
physikonomische Anpassungen haben.
0:58:49–0:58:53
Aber die Energiegewinnung läuft quasi über dieses Bakterium.
Micz Flor
0:58:53–0:58:59
Und das Bakterium ist also irgendwie im Austausch noch mit diesem eruptiven, heißen...
Florian Clauß
0:59:00–0:59:06
Genau, diese Sulfide, die kommen eben aus den gelösten Sedimenten und die werden
0:59:06–0:59:09
wahrscheinlich, ja, die werden irgendwie von diesem Bartwurm...
0:59:09–0:59:14
Natürlich, stimmt, der muss die aufnehmen und der muss hier einen Blutkreislauf
0:59:14–0:59:16
überführen, damit das Spektrum das nutzen kann.
0:59:16–0:59:20
Also die Bartwürmer, dieser Begriff kommt daher, dass die halt so Fransen haben, also Barte.
0:59:20–0:59:26
So quasi wie so Haare, die aber auch dann irgendwie unterschiedlich ausgeprägt sein können.
0:59:26–0:59:29
Die können auch miteinander verwachsen sein oder so einzelne.
Micz Flor
0:59:31–0:59:34
Die Frage dahinter, die sich mir stellt, ist natürlich dann wieder die Frage,
0:59:34–0:59:35
wo kommt das Leben her im Endeffekt?
0:59:35–0:59:39
Weil ich dann so denke, okay, der Bartwurm, der kommt vielleicht dann sogar
0:59:39–0:59:40
von der Oberfläche und ist dann so abgesackt.
0:59:41–0:59:44
Und der hat sich dann da unten was gesucht, damit er überhaupt überleben kann.
0:59:44–0:59:46
So evolutionär hat das dann irgendwie so gepasst.
0:59:46–0:59:51
Oder man könnte anders argumentieren, dass natürlich wirklich da unten Leben entstanden ist.
0:59:51–0:59:57
In dem hohen Druck, mit den extremen Temperaturen, die aufeinanderstoßen,
0:59:57–1:00:00
mit den extremen Dichten, mit denen Dinge aufeinandergepresst werden.
1:00:00–1:00:07
Und auch der Reichhaltigkeit eben von den Stoffen, die da ausgespült werden aus der Erde.
1:00:07–1:00:11
Und dass dann im Prinzip das Leben von unten nach oben kam oder das Leben von
1:00:11–1:00:13
oben nach unten. Und vielleicht es aber auch beides war.
1:00:13–1:00:15
Aber dann hatte ich irgendwo mal gelesen, dass man davon ausgeht,
1:00:15–1:00:17
dass es eine Urzelle gab, die sich dann geteilt hat.
1:00:17–1:00:20
Und wo ist die entstanden? War die jetzt wahrscheinlich im Meer,
1:00:20–1:00:22
aber ganz tief oder ganz oben?
Florian Clauß
1:00:23–1:00:27
Aber das ist genau der Punkt, den du ansprichst. Es ist nämlich alles.
1:00:27–1:00:30
Es ist genau alles. ist und dann kann man es nicht mehr trennen.
1:00:30–1:00:34
Und das ist da, wo wir wieder den Schluss von vorne machen, nämlich dass die
1:00:34–1:00:35
Evolution ein Busch ist.
1:00:35–1:00:41
Das heißt, du hast an solchen Quellen hast du dann wirklich so ein Stack von Evolutionslebewesen,
1:00:42–1:00:45
die dann ganz früh entstanden sind und sich nicht weiter verändert haben und
1:00:45–1:00:48
andere, die dann halt irgendwie Biolumineszenz entwickelt haben,
1:00:48–1:00:52
von oben wieder runtergekommen sind und du hast aber alle gleichwertig daneben stehen.
1:00:52–1:00:55
Und das finde ich halt so, es ist nicht das eine ist besser als das andere,
1:00:55–1:00:57
sondern die sind immer alle gleich da.
1:00:57–1:01:01
Und das finde ich so abgefahren. der Stelle. Die Wissenschaft geht zu einem
1:01:01–1:01:07
ganz hohen Prozentsatz davon aus, dass sich eben in solchen hydrothermalen Quellen,
1:01:07–1:01:11
wir haben ja zum Beispiel Jupitermonde, die dann auch so aufgebaut sind,
1:01:11–1:01:15
dass sich da Leben entwickelt hat.
1:01:15–1:01:20
Es werden solche Raumfahrtprogramme geplant, wo dann geguckt wird in diesem
1:01:20–1:01:25
einen Ozean, also dieser eine Mond, der dann quasi nur aus Ozean besteht,
1:01:25–1:01:28
wo dann halt auch so Eruptionen sind von heißen Quellen.
1:01:29–1:01:32
Da geht man davon aus, man trifft diese irgendwelche Formen von Leben.
Micz Flor
1:01:33–1:01:34
Weißt du noch, welche das ist?
Florian Clauß
1:01:34–1:01:40
Das ist einmal der Jupitermond Europa, da ist es, oder den Enceladus von Saturn.
Micz Flor
1:01:41–1:01:44
Gibt es auch irgendeine Aethelik Clark Geschichte?
Florian Clauß
1:01:45–1:01:47
Europa, ja. Oder? Das ist doch in Europa.
Micz Flor
1:01:47–1:01:49
Wo dann so irgendwie so Lebewesen.
Florian Clauß
1:01:49–1:01:49
Ja, das ist doch 2001.
1:01:50–1:01:56
Das war 2001, der Monolith, der dann halt quasi den Jupiter zur Fusion bringt.
Micz Flor
1:01:56–1:01:58
Vielleicht, ich hatte ja mal so ein bisschen über die Fortsetzung gelästert.
1:01:58–1:02:01
Vielleicht war das aus irgendeiner Fortsetzung, wo das dann möglicherweise untersucht wurde.
Florian Clauß
1:02:01–1:02:02
2010, ja.
Micz Flor
1:02:03–1:02:05
War das 2010 oder 2300?
Florian Clauß
1:02:05–1:02:09
Ich meine, ich habe den Film, glaube ich, damals gesehen. Das war 2010,
1:02:10–1:02:13
wo sich dann der Monolith um Jupiter verdichtet ganz viel.
1:02:13–1:02:18
Und dann wird quasi der Jupiter dadurch zu einer Fusion angeregt.
1:02:18–1:02:24
Und dann entsteht quasi eine Sonne für diesen Mond Europa, wo sich dann das
1:02:24–1:02:28
Leben dadurch, dass dann Jupiter eine aktive Sonne ist, dann entwickeln kann.
1:02:28–1:02:32
Das ist so das Ende von 2001, 2010, aber es gibt dann nochmal irgendwie,
1:02:32–1:02:34
glaube ich, noch eine Fortsetzung davon.
1:02:35–1:02:38
Genau, also das war jetzt mein zweites Beispiel. Jetzt noch ein letztes Beispiel,
1:02:38–1:02:40
das mache ich auch ein bisschen kürzer.
1:02:40–1:02:45
Das ist eine Symbiose, aber wir wollen jetzt mal in diese parasitäre Richtung
1:02:45–1:02:51
gehen. Und dann brechen wir da auch so ein paar Rekorde, die aus der Tiefsee kommen, auf.
1:02:52–1:02:57
Nämlich der Grönenanteil hat eine parasitäre Beziehung, bzw.
1:02:57–1:03:04
Er ist Wirt für einen Parasiten, dem sogenannten Ommatokiota elongata.
1:03:04–1:03:11
Das ist ein langes Irgendwas. Ja, genau. Das ist ein langes Irgendwas und zwar ist das eine Krebsform.
1:03:12–1:03:19
Die sich ins Auge des Grönlandhaies reinzeckt. Ja, Krebs.
Micz Flor
1:03:19–1:03:21
Also kein Ruderkrebs.
Florian Clauß
1:03:22–1:03:25
Ruderkrebs, also auch so eine Tiefseeform, keine Ahnung.
1:03:25–1:03:31
Aber die zeckt sich dann quasi in die Hornhaut des Auges von dem Grönlandhai,
1:03:31–1:03:33
zwackt sich da immer so ein bisschen Gewebeflüssigkeit ab.
1:03:34–1:03:37
Hier haben wir auch einen ganz krassen Sexualdiemorphismus.
1:03:37–1:03:41
Also die Weibchen sind das und die Männchen sind auch wieder irgendwie Pupsis,
1:03:41–1:03:44
hier oben schon und die zecken
1:03:44–1:03:46
sich da rein und saugen dann davon ab und dann
1:03:46–1:03:50
wechseln die immer wieder so die stellen weil dann irgendwann die
1:03:50–1:03:53
quelle für den für fürs auge versiegt ist und
1:03:53–1:03:56
dann wollen wir woanders und die ist es ich habe
1:03:56–1:03:58
da so ein youtube-video gesehen hat dann halt irgendwie der wissenschaftler
1:03:58–1:04:03
das dann dazu ich kann ihnen das zeigen wie das aussieht hat eine scheibe gesehen
1:04:03–1:04:07
und hat also was sie liegen genommen und das ist wenn der krebs das erste mal
1:04:07–1:04:10
zu sticht schon hat er immer mehr was die punkte auf die scheibe gemalt und
1:04:10–1:04:13
irgendwann Das ist ganz schmierig. Also es führt zu einer Erblindung.
1:04:13–1:04:18
Das Grönlandhai ist ja, der Grönlandhai, da wollte ich jetzt auch wieder die
1:04:18–1:04:21
Welt der Extremen rekordieren, der Tiefsee.
1:04:21–1:04:24
Grönlandhai ist das älteste Tier, was es gibt auf der Erde. Also das,
1:04:24–1:04:26
was am ältesten werden kann.
1:04:26–1:04:32
Nämlich, man hat Exemplare, die kann man dann halt auch bestimmen von über 500 Jahren gefunden.
1:04:33–1:04:37
Krass. 500 Jahre, die sind dann so zwischen 5 und 6 Meter groß.
1:04:38–1:04:41
Bäume der Lebewesen. Die sind wahnsinnig. Wenn du dir überlegst,
1:04:42–1:04:44
so ein Tier, 500 Jahre, da war halt Mittelalter.
1:04:45–1:04:52
Da wurde noch nicht mal, also das ist schon abgefahren. Die werden mit 150 Jahren erst geschlechtsreif.
1:04:53–1:04:55
Also das heißt... Das ist ein Trend.
Micz Flor
1:04:55–1:04:58
Der bei den Menschen jetzt auch langsam einsetzt. In Japan hat man Schlänger
1:04:58–1:05:03
beobachtet, aber auch in Europa. Das Lustige ist, wenn du dann das.
Florian Clauß
1:05:03–1:05:09
Auf BPM umrechnest, ist die Anzahl der Herzschläge bis zur Geschlechtsreife,
1:05:09–1:05:13
dann ist das Konkurrent zum Menschen.
1:05:13–1:05:18
Nämlich, man geht davon aus, dass ein Kind hat einen Herzschlag von so 100,
1:05:18–1:05:23
120 und es wird dann ein bisschen weniger zum Ende hin, aber mit der Geschlechtsreife
1:05:23–1:05:26
und so weiter. Und der Hai hat einen Herzschlag von 10.
1:05:26–1:05:33
Also quasi ein Zehntel von dem vom Menschen. Und wenn du das mal 15 nimmst,
1:05:33–1:05:35
dann bist du halt auch bei der Geschlechtsreihe von Menschen.
1:05:36–1:05:39
Vergleichst mit 150, also insofern ist das alles im Lot.
Micz Flor
1:05:43–1:05:47
Aber ist das ein Maß mit dem BPM-Kontext von Lebenslängern?
Florian Clauß
1:05:47–1:05:49
Nein, nein, das habe ich mir jetzt, ich habe es nur mal in einem anderen Zusammenhang
1:05:49–1:05:51
habe ich mir das mal ausgedacht.
1:05:51–1:05:54
Aber es gibt ein anderes Phänomen, was vielleicht aber auch so,
1:05:54–1:05:58
das hat diesen, wie heißen diese lustigen Nobelpreise?
1:05:58–1:06:05
IG, IG irgendwas. Da gab es mal so eine Untersuchung und dann wurde halt irgendwie
1:06:05–1:06:08
geguckt, wie lange brauchen Tiere zum Kacken. Und das war dann halt bei allen gleich.
1:06:10–1:06:14
Egal ob es eine Maus war oder ein Elefant, aber es skaliert halt.
1:06:14–1:06:17
Man denkt halt, eine Maus wird länger oder kürzer.
1:06:18–1:06:26
Man sagt ja immer, Herzschläge sind ja auch ein Indikator, wie alt ein Lebewesen werden kann.
1:06:27–1:06:32
Bei Insekten oder sowas, das ist ja nicht ein Herz, aber wie dann eben das Blut
1:06:32–1:06:37
pulsiert, ja, sehr schnell die Frequenz und die Lebensdauer ist nicht so lang.
1:06:37–1:06:43
Also man kann generell sagen, je kälter die Umgebung, desto langsamer der Stoffwechsel.
1:06:44–1:06:48
Und das beim Grönlandhai, der ist halt so ganz, der wird auch glaube ich so
1:06:48–1:06:53
sleepy, irgendwas Schlafhai genannt in anderen, weil der so ganz langsam ist.
1:06:53–1:06:58
Und man hat lange davon, ist man davon ausgegangen, dass der Grönlandhai sich
1:06:58–1:07:01
von Aas ernährt, weil der einfach überhaupt nicht jagen kann.
1:07:01–1:07:05
Aber jetzt Und jetzt haben die festgestellt, dass der doch aktiver Jäger ist
1:07:05–1:07:08
und sich vor allen Dingen von schlafenden Robben ernährt.
Micz Flor
1:07:10–1:07:13
Oh Mann, echt? Aber dann kommt der wirklich so weit nach oben auch? Der ist nicht tief?
Florian Clauß
1:07:13–1:07:19
Nee, der kann dann irgendwie so variieren. Der kann bis zu 2.000-3.000 Meter,
1:07:19–1:07:23
also ich glaube das Höchste, was man gemessen hat, waren 3.000 Meter.
1:07:24–1:07:27
Aber wird meistens so zwischen 300 und 700 Metern angetroffen.
1:07:28–1:07:32
Und es gibt dann auch so Beobachtungen, dass es rapide, also was ist erstmal
1:07:32–1:07:34
in der Beschreibung, dass irgendwas schnell geht.
1:07:35–1:07:39
Ja, dass es so rapide Abtauchungsaktionen von einem Hai gibt in die Tiefsee.
1:07:40–1:07:44
Also die sind auch alles völlig unerforscht. Man weiß es nicht,
1:07:44–1:07:47
also man hat den auch auf die Liste der geschützten Arten gesetzt.
1:07:47–1:07:52
Also man kennt nicht viel von den Verhaltensweisen und von den Gewohnheiten des Tieres.
1:07:52–1:08:02
Nochmal so ein Side-Fact, nämlich die haben festgestellt, dass 98,8% der gefangenen
1:08:02–1:08:06
Grönlandhaie diesen Parasiten im Auge hatten.
1:08:06–1:08:09
Und deswegen geht auch jetzt die neuere Forschung davon aus,
1:08:09–1:08:14
dass wenn das so ein hoher Anteil ist, dann kann das nicht eine parasitäre Beziehung sein.
1:08:15–1:08:19
Ja, weil das einfach so ist. Jetzt geht man davon aus, was ist der Nutzen?
1:08:19–1:08:25
Und man vermutet, dass es auch eine biolumineszente Aktivität des Krebses gibt
1:08:25–1:08:28
und dass das wieder der Orientierung hilft,
1:08:28–1:08:33
das heißt, also das heißt, er hat dann da wahrscheinlich einen Orientierungsvorteil
1:08:33–1:08:38
oder eben bei der Suche nach Essen,
1:08:38–1:08:41
nach Nahrung, dass es eben einen Vorteil dafür gibt.
1:08:41–1:08:45
Finde ich auch abgefahren. Das ist so ein bisschen wie so quasi so Körpererweiterung
1:08:45–1:08:49
in irgendeinem Anime, wo dann halt irgendwie so am Anfang siehst du,
1:08:49–1:08:53
tropfst du dir halt irgendwie so eine Extension aufs Auge, auf den Augapfel,
1:08:53–1:08:56
dann siehst du alles total hell und alles total klar, aber je länger du mit
1:08:56–1:08:59
dem Ding, dann bist du, bist du so milchiger.
Micz Flor
1:09:00–1:09:00
Protomolekül.
Florian Clauß
1:09:01–1:09:03
Ja, so ein Protomolekül. Ja, also das ist erstmal so ein Kick,
1:09:03–1:09:09
so, geil, ich habe jetzt die, ich habe jetzt die, die Flussruderkrebs-Extension und dann zack.
Micz Flor
1:09:12–1:09:14
Ja, spannend. Vielleicht ist es aber auch so ein bisschen wie bei Ratatouille.
1:09:14–1:09:16
Das war das Bild, was ich hatte.
1:09:16–1:09:19
Ratatouille, wo die Ratte dann oben unter der, weil wir sind ja auf dem Filmpodcast,
1:09:19–1:09:24
weil die Ratte unter der Chefmütze dann halt so die Strippen zieht,
1:09:24–1:09:25
damit er kochen kann, wie so eine Marionette.
1:09:25–1:09:30
Und dass die Krabbe diesen schlafenden Hai immer so weckt. Hey,
1:09:30–1:09:31
das ist eine Robbe, das ist eine Robbe. Mensch, wach, wach, wach.
1:09:32–1:09:37
Dann du wirst wissen, hey, iss was. Und dann isst er die Robbe.
1:09:37–1:09:38
Also vielleicht ist es wirklich...
1:09:40–1:09:43
Weckt die den schlafenden Hai auf? Nein, okay.
Florian Clauß
1:09:43–1:09:46
Ja, weiß ich nicht. Ja, vielleicht. Oder es ist halt so wie bei Find and Nemo,
1:09:46–1:09:50
dass die Robbe, sobald sie dann so was Schummerndes sieht, dann am Auge von
1:09:50–1:09:54
dem Hai und denkt so, oh, ich bin jetzt so müde und schläft ein.
1:09:54–1:09:59
So wie dann Dörri dann halt von diesen Quallen dann so hypnotisiert wird.
1:09:59–1:10:03
Nee, vom Anglerfisch. Das ist so eine super Szene da. Wo die dann sagt.
Micz Flor
1:10:03–1:10:05
Das ist so schön.
Florian Clauß
1:10:05–1:10:10
Dieses Leuchten, das ist so beruhigend. Und dann siehst du im Hintergrund dieses
1:10:10–1:10:12
Riesenmaul vom Anglerfisch kommt.
1:10:13–1:10:19
Ja, also Mitch, wir sind hier an der Trenzauallee, haben quasi die dritte Sternstraße
1:10:19–1:10:22
gestriffen. von unserer Wanderung.
Micz Flor
1:10:22–1:10:25
Du wolltest es vielleicht bis zum Planetarium schaffen, hast du gesagt.
Florian Clauß
1:10:25–1:10:29
Ja, wir sind über das Planetarium hinausgelaufen. Wir sind nämlich den anderen
1:10:29–1:10:32
Weg hier runtergelaufen. Das Planetarium ist da oben.
1:10:32–1:10:36
Jetzt haben wir diese Abzweigung nicht geschafft. Also wir sind beim Planetarium
1:10:36–1:10:41
angekommen, aber nur nicht direkt, sondern ein bisschen verfehlt.
1:10:42–1:10:45
Ja, das war jetzt mal eine Fortsetzung.
Micz Flor
1:10:46–1:10:50
Ja, total spannend. Also ich fände Das ist auch die Verknüpfung zu der anderen
1:10:50–1:10:54
Folge eben, dass man dann, dass du mit der Tiefsee halt so buchstäblich so eine
1:10:54–1:10:57
Art Teppich aufgemacht hast, ein Ozean, und dann kann man sich jetzt so ein
1:10:57–1:11:01
bisschen reinlegen und dann bestimmte Teilaspekte ausleuchten.
1:11:02–1:11:04
Ich fand es total spannend. Ich habe dir auch sehr gerne zugehört.
1:11:06–1:11:10
Die Wanderung fand ich auch cool, weil das alles so, wie das in Berlin der Leben
1:11:10–1:11:12
ist, wo man so einzelne Punkte kennt, einzelne Anschlüsse kennt,
1:11:13–1:11:14
aber dann die Strecken dazwischen manchmal nicht.
1:11:14–1:11:17
Weil diese Stichstraßen, diese rausgehen.
1:11:17–1:11:20
Und ich habe gedacht, vielleicht ist das wiederum was für die Zukunft.
1:11:20–1:11:25
Ich hatte irgendwann mal vor langer, langer, langer Zeit irgendwas gelesen darüber,
1:11:26–1:11:30
wie dieses berlin sehr grüne stadt
1:11:30–1:11:36
ist über die ganze parkplanung oder sowas das kam auch irgendwie hitler drin
1:11:36–1:11:42
aber ich weiß nicht mehr warum aber das fände ich das dachte ich nehme ich werde
1:11:42–1:11:47
zuerst ein thema dass wir hat da irgendwas abgelaufen stadtplanung und grün strecken.
Florian Clauß
1:11:47–1:11:51
Deswegen nicht so lange eingestiegen aber ich wollte einfach nur diese ich bin
1:11:51–1:11:54
das ein paar mal auch mit einem Rad lang gefahren hier.
1:11:54–1:11:58
Ich finde es einfach schön, dass du wirklich so von Friedrichshain bis nach
1:11:58–1:12:01
Prenzlauer Berg eigentlich auch mit einem grünen Streifen mehr oder weniger laufen kannst.
1:12:01–1:12:04
So ein bisschen wie dieser Pankeweg, den wir das letzte Mal gemacht haben.
Micz Flor
1:12:04–1:12:04
Ja, genau.
Florian Clauß
1:12:05–1:12:08
Also diese verdeckten grünen Inseln von Berlin.
1:12:09–1:12:18
Okay, also ihr könnt Informationen auf unserer Netzseite eigentlich-podcast.de nachhören, nachlesen.
1:12:18–1:12:23
Ich habe noch einige show notes da reingepackt also links mit weiterführenden
1:12:23–1:12:27
besprechung zum thema soweit von mir und.
Micz Flor
1:12:27–1:12:31
Das wird wahrscheinlich absolute top folge
1:12:31–1:12:36
weil die clickbait ist natürlich enorm du hast alles du hast nicht nur sex und
1:12:36–1:12:42
parasiten du hast sogar noch haifische also ich meine das ist ja so da können
1:12:42–1:12:46
wir haifisch geschichten mit sex und parasiten ich glaube da haben wir Aber
1:12:46–1:12:48
du hast Hitler gesagt. Ich habe Hitler gesagt, ja.
Florian Clauß
1:12:48–1:12:49
Das kann man alles.
Micz Flor
1:12:49–1:12:53
Klammer auf. Noch nicht Hitler, diese Folge. Klammer zu.
1:12:55–1:13:04
Ja. Danke, Flo. Großartig. Eine wirklich würdige Öffnung in unseren nächsten 50 Episoden.
1:13:05–1:13:11
Wir sehen uns in 14 Tagen wieder, wenn ich versuche, das zu toppen.
Florian Clauß
1:13:12–1:13:13
Ich bin gespannt. Das ist die Top.
Micz Flor
1:13:13–1:13:18
Entschuldigung, überhaupt nicht Top. Wir sehen uns in 14 Tagen wieder. Macht's gut.
Florian Clauß
1:13:18–1:13:19
Macht's gut. Tschüss.

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"Nina was going to take credit for the death of that Beatle, John." -- Melanie in Carrion Comfort

Den Horrorroman "Carrion Comfort" stellen wir in der vierten Episode unserer kleinen Dan-Simmons-Serie vor, nachdem Micz noch einen Nachtrag zur Folge 48 über Expanse liefert. Simmons' Monsterwerk (inhaltlich und vom Umfang her) erschien 1989, im selben Jahr wie ein weiterer Bestseller – "Hyperion" – und ein Jahr vor "The Fall of Hyperion" (1990). Es war also eine intensive und erfolgreiche Zeit des damals Anfang 40-jährigen amerikanischen Autors. "Carrion Comfort" ist komplex, episch, gigantisch und wieder einmal unfassbar gut geschrieben. Um keine Plots zu spoilern, beschränken wir uns auf die Appetizer-Kapitel 1 und 3 des Buchs, die schon 1983 als Novelette im großartigen OMNI-Magazin erschienen waren und auch online zu finden sind. Dort lernen wir Melanie kennen, eine vornehme, charakterstarke ältere Dame und vielleicht mächtigste unter den Mind-Vampiren, die jung bleiben, indem sie mit ihrer Fähigkeit Menschen übernehmen und kontrollieren. Dabei passiert das "Feeding", das die Vampire jung hält. Nina, eine Freundin aus der Kindheit, und Willi Borden, Nazi und nach seiner Flucht in die USA Filmproduzent, treffen sich jährlich, um ihre "Feedings" zu vergleichen und die besten zu prämieren. Doch wegen Melanies Verweigerung zerbricht das Bündnis und endet in einem Battle of the Minds (pardon my joke). In dieser Folge sprechen wir natürlich auch über Gerard Manley Hopkins' "Carrion Comfort" (1885) sowie über das OMNI-Magazin und Kathy Keeton, über "Marathon Man", "American Psycho", "Bill & Ted's Excellent Adventure", "Die drei Sonnen" von Liu Cixin, über Kurt Vonnegut und Jeff Noon.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Micz Flor
Erzähler
avatar
Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:01–0:00:05
Okay, läuft. Und ich nehme dann...
0:00:08–0:00:11
Klatsche, achso genau. Ups, im Regenschirm.
Florian Clauß
0:00:14–0:00:17
Hallo und herzlich willkommen bei eigenem Podcast.
0:00:18–0:00:22
Ein Podcast, bei dem wir im Reden laufen und laufend reden.
0:00:23–0:00:27
Und heute haben wir ein kleines Jubiläum.
0:00:27–0:00:33
Und da bin ich gespannt, was Mitch vorbereitet hat, nämlich wir haben heute die 50.
0:00:33–0:00:37
Folge, 50 eigentlich Folgen hinter uns.
0:00:37–0:00:40
Ich bin überrascht.
Micz Flor
0:00:40–0:00:41
Dass es so viel ist.
Florian Clauß
0:00:41–0:00:46
Dass wir da so kontinuierlich und die ganze Zeit, alle zwei Wochen,
0:00:46–0:00:48
seit fast zwei Jahren daran gearbeitet haben.
Micz Flor
0:00:49–0:00:53
Ja, ich habe mir auch ganz viele Gedanken gemacht. Ich habe in ChatGPT,
0:00:53–0:00:56
ne Quatsch habe ich nicht, kleine Referenz auf die letzte Folge.
0:00:56–0:01:01
Da kommt JetGPT in der Themenfindung vor, für die, die es noch nicht gehört haben.
0:01:02–0:01:06
Wir sind auch in der Verlängerung von der letzten Folge. Wir laufen jetzt an der Panke entlang.
0:01:06–0:01:12
Wir sind gerade bei der Panke Gallery im Wedding, ist es glaube ich,
0:01:12–0:01:18
und laufen jetzt einfach die Panke lang. Mal gucken, wo wir hinkommen und vor
0:01:18–0:01:20
allen Dingen, wie wir wieder zurückkommen.
0:01:20–0:01:24
50. Episode. Also was ich mir überlegt habe, ist ehrlich gesagt nicht viel sondern
0:01:24–0:01:29
ich möchte einfach sozusagen ein bisschen zwei episoden in einer machen und,
0:01:29–0:01:32
zwar werde ich am anfang noch ein bisschen auf die
0:01:32–0:01:38
folge 48 referieren die noch ein bisschen feiern damit wir da noch so möchte
0:01:38–0:01:42
noch ein haken dahinter machen habe ich vergessen irgendwie in dieser sehr betriebenen
0:01:42–0:01:47
folge über die expanse zu ende erzählt wo wir die letzten oder wo ich die letzten
0:01:47–0:01:50
drei bücher noch mal so runter gerattert habe werden müssen zeitdruck und,
0:01:51–0:01:54
Das war gut, dadurch wurden wir auch fertig, aber andererseits habe ich eine
0:01:54–0:01:56
Sache vergessen, die möchte ich nochmal machen.
Florian Clauß
0:01:56–0:01:57
Okay.
Micz Flor
0:01:57–0:02:00
Und danach geht es dann weiter mit der letzten oder wahrscheinlich letzten Folge
0:02:00–0:02:06
in der Dan Simmons Miniserie mit dem Buch Carrying Comfort von 1989,
0:02:06–0:02:11
was im Deutschen, glaube ich, die Kraft des Bösen heißt.
0:02:11–0:02:14
Das ist die eigentliche Folge, aber weil wir zum 50.
0:02:14–0:02:20
Einfach so viel aus dem Füllhorn schütten, fange ich einfach nochmal kurz an mit The Expanse.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:25
Das ist auch eine der Folgen, die sich echt gut downloaden lassen.
0:02:25–0:02:27
Du suchst nur irgendwie nach deinen Keywords.
Micz Flor
0:02:29–0:02:34
Ich kann es ja hier nochmal verlinken. Da geht es nämlich darum,
0:02:34–0:02:36
in der letzten Folge, ohne jetzt
0:02:36–0:02:39
tief einzusteigen, dann müsste man jetzt einfach, kann man ein Chapter,
0:02:39–0:02:42
wir machen ein Chapter nach vorne skippen, wen es nicht interessiert oder wer
0:02:42–0:02:45
nicht die Vorgeschichte weiß, weil ich werde es nicht mehr erklären.
0:02:45–0:02:52
Aber auf jeden fall gibt es ja die die die ring bilder vernichtet haben und
0:02:52–0:02:57
jetzt auch im letzten buch ganz massiv versuchen die menschheit komplett aus
0:02:57–0:03:01
der galaxie zu entfernen und eine sache die
0:03:01–0:03:06
tun können und das lässt sich natürlich wissenschaftlich nicht erklären aber
0:03:06–0:03:12
diesem kleinen die expanse universum ist ein spannender twist die können gleichzeitigkeit
0:03:12–0:03:16
herstellen die es halt so einfach in unserem Universum nicht gibt,
0:03:16–0:03:21
wo die Lichtgeschwindigkeit in unserem Verständnis einfach immer noch eine Grenze
0:03:21–0:03:22
ist, auch für die Informationen.
0:03:22–0:03:23
Das heißt, Informationen von A
0:03:23–0:03:30
nach B zu bringen, muss eben auf so einem Partikelwellendenken passieren.
0:03:30–0:03:33
Aber das haben die nicht mehr. Die können gleichzeitig, wo man dann erst später
0:03:33–0:03:38
merkt, dass es eben gleichzeitig bei den unterschiedlichsten Enden des Universums etwas bewirkt.
Florian Clauß
0:03:38–0:03:42
Da will ich da ganz kurz einflechten, weil ich jetzt auch öfter zitiert,
0:03:42–0:03:51
dieses Buch The Three Body Problem also Drei Sonnen auf Deutsch das wurde ja
0:03:51–0:03:52
jetzt verfilmt von Netflix,
0:03:53–0:03:58
ich habe die Serie jetzt durchgeguckt bin so mäßig,
0:03:58–0:04:04
aber die ersten vorhin sind toll und da ist mir das nochmal auch wieder in den
0:04:04–0:04:11
Sinn gekommen wie dann halt die Aliens mit der Erde kommunizieren, die sind ja 400 Jahre weg
0:04:12–0:04:17
und macht sich ja die Raumschiff-Flotte macht sich ja auf den Weg und was die
0:04:17–0:04:19
gemacht haben ist halt so ein,
0:04:20–0:04:26
Photon, einen Photon dann so aufzurüsten. Das wird ganz gut dargestellt in der Serie.
0:04:26–0:04:32
Das wird aber auch ganz gut beschrieben in dem Buch, wie das Photon dann quasi so maximiert wird,
0:04:33–0:04:37
mit Technologien, die man geht halt und dann wird halt alles mögliche an super
0:04:37–0:04:42
Technologie in dieses Photon eingebaut und dann wird es wieder zu einem Photon minimiert.
Micz Flor
0:04:42–0:04:45
Zusammengefallen. Das ist ja auch im Hörspiel, im Buch habe ich nicht gelesen.
Florian Clauß
0:04:45–0:04:48
Im Hörspiel kommt das ja auch vor. Das ist mehrere Dimensionen.
0:04:48–0:04:51
Genau, dieses mehrdimensionale dieser Hack.
0:04:51–0:04:55
Und dann werden halt zwei von diesen Dingern losgeschickt. Die haben immer einen
0:04:55–0:04:57
speziellen Namen, den ich jetzt nicht mehr erinnere.
0:04:57–0:05:02
Und da, wie die halt kommunizieren, ist über die spukhafte Fernwirkung,
0:05:02–0:05:04
nämlich die Quantenverschränkung von Photonen.
0:05:04–0:05:07
Und das finde ich halt so ganz gut. Darüber können die halt kommunizieren,
0:05:07–0:05:10
weil die zwei da behalten haben und zwei losgeschickt haben.
0:05:10–0:05:13
Und darüber können die halt so schnell als Lichtgeschwindigkeit kommunizieren.
0:05:14–0:05:16
Also sofort, instantan.
Micz Flor
0:05:16–0:05:19
Also quasi dieses entangled particle Genau.
Florian Clauß
0:05:19–0:05:24
Das fand ich einen ganz guten Hack, um das nochmal so zu plausibilisieren.
Micz Flor
0:05:25–0:05:29
Ja, und wie eben diese Information zwischen entangled particles kommuniziert,
0:05:29–0:05:30
das weiß man ja auch nicht.
0:05:30–0:05:33
Das vermutet man, spekuliert man, untersucht man, aber zumindest,
0:05:34–0:05:37
keine Ahnung, wahrscheinlich weiß man es inzwischen. Ich weiß nicht, dass man es weiß.
Florian Clauß
0:05:37–0:05:38
Nee, das weiß man nicht. Dann weiß man.
Micz Flor
0:05:38–0:05:40
Es auch nicht. Wenn ich die Augen zumache, sieht mich keiner.
Florian Clauß
0:05:40–0:05:43
Genau, wenn du das nicht weißt, wer soll es sonst wissen?
Micz Flor
0:05:44–0:05:52
Aber diese zerstörende Kraft, diese intelligente, ja wir wissen ja nicht,
0:05:52–0:05:55
was es ist, die die Ringbilder getötet haben, die können es halt eben tun.
0:05:56–0:06:03
Sie können also Dinge in unserer Welt bewirken, die wir für unmöglich halten.
0:06:03–0:06:06
Und was ich vergessen habe da zu sagen, das fand ich nämlich wirklich eigentlich
0:06:06–0:06:09
ein sehr schönes, weil ich habe das so ein bisschen fertig gemacht,
0:06:09–0:06:13
das dritte Buch im Vergleich zu den vorletzten beiden, wo du es dann noch gerettet
0:06:13–0:06:17
hast. Aber ist das nicht immer so, dass wenn man alles lösen muss, dass es schwierig ist?
0:06:17–0:06:21
Es gab aber natürlich auch ganz viel Schönes drin und eins war halt so dieses Bild.
0:06:23–0:06:29
In The Expanse kann man ja durch diese Gates dann von A nach B kommen,
0:06:29–0:06:34
ohne dass man überhaupt genau weiß, wie A und B räumlich miteinander verbunden sind.
0:06:34–0:06:37
Das heißt, das kann ganz irgendwo anders im Universum sein.
0:06:39–0:06:42
Und diese Entitäten, die die Ring-Builder umgebracht haben, die haben dann eben
0:06:42–0:06:45
auch da versucht, experimentell versucht, wie können wir die Menschheit umbringen.
0:06:47–0:06:57
Und was sie dann, die haben es dann geschafft, dass sie in einem dieser Sonnensysteme
0:06:57–0:07:00
oder Systeme, wir müssen ja alle irgendwie Sonne haben,
0:07:00–0:07:04
haben die dann alle Lebewesen umgebracht.
0:07:05–0:07:07
Aber das heißt, sie haben jetzt quasi den Schlüssel gefunden,
0:07:08–0:07:10
die Menschheit umzubringen, aber haben irgendwie nicht kapiert,
0:07:10–0:07:11
dass sie es geschafft haben.
0:07:11–0:07:15
Das heißt, die Zeit tickt, deshalb muss dann auch alles irgendwie mit Gas irgendwie,
0:07:15–0:07:18
also dann mit Gas geben, muss alles gelöst werden.
0:07:20–0:07:22
Weil eigentlich haben die schon gefunden, wie es ist.
0:07:23–0:07:26
Und dann wird halt beschrieben, so ganz kurz und eben so laienhaft natürlich,
0:07:26–0:07:29
damit jemand wenigstens auch versteht, was die gemacht haben.
0:07:29–0:07:32
Und die haben einfach die Physik verändert. Wir haben damit experimentiert,
0:07:32–0:07:36
die Physik leicht zu verändern, die Lichtgeschwindigkeit leicht zu verändern
0:07:36–0:07:40
in einem bestimmten Teil unseres Universums.
0:07:40–0:07:44
Und das finde ich so eine ganz, ganz tolle Idee, dass die halt die Möglichkeit
0:07:44–0:07:49
haben, die physikalischen Gesetze leicht zu verändern, zu gucken,
0:07:49–0:07:50
welche Auswirkungen das hat.
0:07:50–0:07:56
Und was es dann halt in diesem Fall war, war, dass durch diese leichte Veränderung
0:07:56–0:08:03
von bestimmten physikalischen Parametern war es so, dass die an den Nervenzellen
0:08:03–0:08:05
der Menschen die Weiterleitung,
0:08:05–0:08:11
das sind Kanäle, ich habe jetzt vergessen, wie die heißen, aber die außen an
0:08:11–0:08:14
den Nerven langlaufen, wo dann so ein Ionenaustausch stattfindet,
0:08:14–0:08:18
der das dann halt zulässt, dass halt diese Signale sprunghaft weitergeleitet
0:08:18–0:08:20
werden von Kanal zu Kanal zu Kanal.
0:08:21–0:08:26
Und die unterschiedliche Geschwindigkeit der Leitfähigkeit auch mit dem Abstand
0:08:26–0:08:31
dieser Punkte, wo das Lang springt, zusammenhängt.
0:08:31–0:08:37
So haben wir zum Beispiel, Schmerz und Hitze werden unterschiedlich schnell transportiert.
0:08:37–0:08:42
Und die haben durch eine minimale Veränderung diese Ionenkanäle erzeugt.
0:08:44–0:08:49
Einfach quasi verstopft. Diese Idee von dem Ionenaustausch, diese Balance,
0:08:49–0:08:55
die da hergestellt ist in dieser Jahrmillion von Evolution, die haben die durch
0:08:55–0:08:57
diesen einfachen Kniff verändert.
0:08:58–0:09:03
Dadurch war die Nervenleitfähigkeit nicht mehr gegeben und dadurch sind dann
0:09:03–0:09:05
einfach die Lebewesen, die Nerven benutzen, alle gestorben.
0:09:06–0:09:09
Und halt eben andere auch, die diese Ionenkanäle brauchen.
Florian Clauß
0:09:09–0:09:10
Aber die pflanzen nicht.
Micz Flor
0:09:11–0:09:14
Ja, das weiß ich nicht. Das muss ich mich jetzt irgendwie ganz klein halten.
Florian Clauß
0:09:14–0:09:16
Einfolge, dass die Pflanzen dann halt...
Micz Flor
0:09:16–0:09:22
Ja, aber vielleicht haben die Pflanzen, benutzen auch Ionen für irgendwelche Signale.
0:09:22–0:09:25
Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Aber keine Nervenzellen.
0:09:25–0:09:29
Die haben keine Nervenzellen in dem Sinn. Aber wer weiß, ob die sich auch...
Florian Clauß
0:09:29–0:09:31
Das müsstest du nochmal nachrecherchieren.
Micz Flor
0:09:32–0:09:36
Genau. Dann machst du diesmal meine...
Florian Clauß
0:09:36–0:09:40
Dann gibst du mir immer Aufgaben für die Shownotes. Ja, das lesen wir dann.
Micz Flor
0:09:42–0:09:50
Ja, das ist die Folge 48. Damit schließe ich dann jetzt diese Folge ganz ab
0:09:50–0:09:55
und komme in die Folge 50, unsere Jubiläumsfolge.
0:09:55–0:10:01
Und mit der werde ich sicherlich jetzt keinen Preis mitgewinnen,
0:10:01–0:10:04
der dem Jubiläumsdatum irgendwie würdig wäre.
0:10:05–0:10:08
Wir haben ja Dan Simmons uns unterschiedliche Sachen schon angeschaut.
0:10:09–0:10:11
Und gerade in den...
Florian Clauß
0:10:11–0:10:15
Darf ich sagen, dass ich jetzt das Buch zu Ende gelesen habe?
Micz Flor
0:10:15–0:10:16
Auf jeden Fall.
Florian Clauß
0:10:16–0:10:17
Ja, und das...
Micz Flor
0:10:17–0:10:19
Das musst du sagen. Das ist ganz wichtig. Ich weiß es ja schon.
0:10:19–0:10:22
Ich habe ein Foto bekommen von dir von der letzten Seite auf deinem E-Reader.
Florian Clauß
0:10:22–0:10:29
Du hast mich mehrere Jahre bekniet, bestochen, dieses Buch zu Ende zu lesen.
0:10:30–0:10:35
Das war natürlich die Anschaffung des E-Readers, der mich dann wieder so zum Lesen gebracht hat.
0:10:37–0:10:42
Ich habe Ich habe Ilium zu Ende gelesen.
0:10:45–0:10:49
Leseempfehlung. Obwohl, ja, ich meine, irgendwann am Anfang,
0:10:49–0:10:54
du wirst halt dieses Worldbuilding, Worldbuilding ist eh so ein neues Wort,
0:10:54–0:10:56
was man immer wieder jetzt verwenden kann.
0:10:56–0:11:02
Du wirst da so reingeworfen und die ersten 200 Seiten sind so eine Orientierung.
0:11:02–0:11:06
So langsam hast du ein Puzzlestück nach dem anderen und du kriegst...
0:11:06–0:11:10
Das finde ich schon echt toll von ihm, wie er das macht.
0:11:11–0:11:17
Der gibt halt diese völlig banalen Situationen, Die aber dann wie so ein Eisberg,
0:11:17–0:11:21
ja, dann irgendwie eine banale Situation und unten drunter liegt aber irgendwie,
0:11:22–0:11:28
acht Neuntel der Welt schon fertig, die erstmal so da ist, damit irgendwie oben
0:11:28–0:11:29
was Banales erzählt werden kann.
0:11:29–0:11:34
Und das wird einfach so suggestiv dann so ausgebreitet und du musst erstmal
0:11:34–0:11:38
gucken, wie kriege ich das andere so erstmal hin in meinen Kopf.
0:11:38–0:11:42
Und dann irgendwann kriegst du die Spur und wenn man, wie du so gesagt hast,
0:11:42–0:11:46
dann geht man da so durch und will nur noch das Ende, dann kommen die ganzen
0:11:46–0:11:47
Stränge irgendwie zusammen.
Micz Flor
0:11:47–0:11:51
Ja, ich finde es auch irre, weil wir hatten bei The Expanse diesen Begriff,
0:11:51–0:11:55
den die mal benutzt haben, die Autoren, für Wikipedia-Plausibility.
0:11:56–0:12:02
Also die Wissenschaft ist halt irgendwie gut genug, dass man das plausibel gestalten kann.
0:12:02–0:12:06
Und ich finde, dass das bei Dan Simmons eben auch so ist.
0:12:06–0:12:10
Durch dieses Worldbuilding entsteht was, wie du schon sagst,
0:12:10–0:12:13
da kann man von der Spitze was erzählen, aber die funktioniert nur,
0:12:14–0:12:17
die erzählung weil der rest irgendwie mit hinein wirken
0:12:17–0:12:20
und vielleicht in der wortwahl vielleicht im
0:12:20–0:12:24
akzent oder das ist und dann kann man dem auch nicht verzeihen
0:12:24–0:12:31
aber man kann halt irgendwie das kaliban da als als monster einführt aus shakespeare
0:12:31–0:12:35
universum muss dann irgendwie auch mit dem moravex um shakespeare geht das ist
0:12:35–0:12:39
schon irgendwie völlig okay man will dieses monster auch das ist ja auch gut
0:12:39–0:12:40
beschrieben man verbindet sich
0:12:40–0:12:44
auch mit dem man tut Da tut einem auch so ein bisschen leid ab und zu,
0:12:44–0:12:47
das ist echt finde ich schon irre und das ist so ein bisschen dann.
0:12:49–0:12:53
Um noch so zwei andere Sachen reinzugeben. Kurt Vonnegut hat mal gesagt,
0:12:53–0:12:58
beginne deine Geschichte so weit am Ende wie möglich.
0:12:58–0:13:02
Also so spät wie möglich soll die Geschichte beginnen.
0:13:02–0:13:07
Was natürlich auch eine interessante Frage ist. Er hat ja auch immer tolle Witze
0:13:07–0:13:10
gemacht. Was ist das Ende überhaupt?
0:13:11–0:13:15
Und dann hatten wir auch hier Jeff Noon schon öfter zitiert.
0:13:15–0:13:18
Und der hat auch ein Buch geschrieben, dessen Name mir gerade entfallen ist.
0:13:18–0:13:21
Aber es kam jetzt, als du das gesagt hast, nochmal hoch, wo er so ein bisschen
0:13:21–0:13:22
über das Schreiben selbst geschrieben hat.
0:13:23–0:13:30
Und er hat den Begriff des Ghost Text in diesem Schreiben als Hilfestellung gegeben.
0:13:30–0:13:33
Und Ghost Text ist Text, den du später löschst.
0:13:34–0:13:36
Vielleicht weißt du es sogar schon vorher und es ist später löschbar.
0:13:36–0:13:39
Du schreibst einfach Sachen von der Seele, die du vielleicht dann später alle löscht.
0:13:39–0:13:44
Aber es muss einmal im Text drin gewesen sein, als ob es dann auf alles so reinfärbt.
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Und das meine ich halt über Dan Simmons, das Worldbuilding, färbt da irgendwie rein.
0:13:49–0:13:52
Kurt Vonnegut sagt, so spät wie möglich beginnen. Das heißt,
0:13:52–0:13:55
vorne, das wirkt auch hinein. Das ist ja auch so diese Welt,
0:13:55–0:13:57
auf der die Geschichte dann sich ausrollt.
0:13:57–0:14:01
Und bei Jeff Noon, der schneidet dann halt mittendrin so Sachen raus.
0:14:01–0:14:05
Aber das finde ich halt einfach ein ganz tolles Bild, wo auch Dinge beschleunigt
0:14:05–0:14:07
werden, weil man nicht alles erklärt.
0:14:07–0:14:11
Und die Leute aber auch nicht für blöd verkauft und erklärt,
0:14:11–0:14:15
keine Ahnung, wie die Evox sich fortpflanzen und wie die Feuer machen.
0:14:15–0:14:20
Das muss man irgendwie alles wissen, damit man das Star Wars Universum vielleicht erzählen kann.
Florian Clauß
0:14:20–0:14:25
Aber man muss es nicht mit der Story. Genau, wenn es ein Zeichen würde, dann wäre es zu banal.
0:14:25–0:14:29
Aber du brauchst es halt, um irgendwie so eine Szene drauf aufsetzen zu können,
0:14:30–0:14:33
weil der dann halt irgendwie eine bestimmte Sache macht, von der man nicht weiß,
0:14:33–0:14:37
aber damit Und damit gewinnen die dann halt Wasser, die Ewoks.
Micz Flor
0:14:38–0:14:42
Genau. Und das finde ich halt bei dem Ilium auch so ganz toll.
0:14:42–0:14:44
Da wird schon einiges erklärt.
Florian Clauß
0:14:44–0:14:49
Aber ich würde noch mal ganz kurz zur Ergänzung, weil dieses Ghost Text,
0:14:49–0:14:53
dieses so nah am Ende wie möglich, was da noch dazu passt, das war halt auch
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irgendwie so eine der Grundregeln zum Drehbuchschreiben, die ich damals eingeimpft bekommen habe.
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Nämlich, wenn du eine Szene schreibst, dann geh so spät wie möglich in die Szene
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rein und so früh wie möglich raus.
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Das war immer genau dieses Ding. Also das heißt, die Szene muss einfach so verdichten.
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Und deswegen so spät wie rein. Und daran erkennst du auch, wenn wir jetzt so
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Slow Cinema haben, geht es nicht darum.
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Aber wenn du jetzt so diesen typischen, keine Ahnung, Marathon Man oder sowas,
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dann siehst du halt, dass die wirklich so diese 70er Jahre Thriller.
Micz Flor
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Das ist total absurd. Ich habe genau an Marathon Man gedacht,
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aber Marathon Man, diese Bar, also wirklich, als ich das gesagt habe,
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habe ich gedacht, diese Szene im Badezimmer, wo er im Bad liegt und dann geht
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irgendwann das Licht aus und dann hört er Geräusche und dann kriegt er Schiss
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und dann wird er ja auch irgendwie entführt.
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Dass diese Szene ja Suspense-mäßig auch deshalb so gut funktioniert,
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weil man so lange ihm zugucken darf, bis man beginnt zu verstehen,
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dass man zu lange geguckt hat.
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Also das ist so, ja, oder Bills & Teds Adventures, wo die durch dieses Loch
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fallen und dann fallen die im Dunklen und die schreien, weil sie halt fallen
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und nicht wissen, wo der Boden ist. Es ist dunkel, man sieht nicht.
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Und dann schreien die und die schreien und schreien und schreien und dann hören
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sie auf zu schreien, weil es irgendwie einfach vorbei ist mit Schreien.
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Und dann fangen sie wieder an zu schreien, Weil ich dann merke,
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oh Gott, es wird ja alles immer schlimmer. Es hört nicht auf.
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Also wo ist da der richtige Moment, wo man einsteigt? Aber okay,
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ich verstehe, was du meinst. Aber gerade lustig, dass du Marathon Man gesagt
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hast, wo ich dachte, hä, hast du meine Gedanken gelesen?
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Meine Shownotes gelesen.
Florian Clauß
0:16:31–0:16:33
Die Zukunft war ja schon die Shownotes.
Micz Flor
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Ja, jetzt haben wir ganz viel drumherum gerührt. Also die Begeisterung für die
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Literatur ist entfacht wieder.
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Und Dan Simmons was ich mir heute anschauen möchte oder erklären möchte kurz
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ist Carrion Comfort und das ist wirklich schon irre,
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weil das ist auch 1989 erschienen und das ist ein unglaublich fettes Buch,
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wir haben über Hyperion gesprochen das ist auch 1989 erschienen der zweite Teil
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von Hyperion, der auch fett ist ist,
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ein Jahr später erschienen 1985 ist dieses erste Buch veröffentlicht worden,
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Song of Kali, was wir kurz angesprochen haben.
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Also die Mitte bis Ende 80er Jahre muss Dan Simmons unglaublich viel geschrieben haben.
Florian Clauß
0:17:23–0:17:25
Aber wiederholt er sich dann auch irgendwann?
Micz Flor
0:17:26–0:17:29
Also es überschneiden sich manche Sachen, wie diese Fax Notes zum Beispiel.
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In der Science Fiction Welt von Illium kommt das vor und auch in Hyperion kommt das vor.
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Aber Carrying Comfort ist ein ganz anderes Metier.
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Das ist wirklich, ich denke mal, Horror. Musst du mir dann später sagen,
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ob es Horror ist oder nicht. Ich kenne mich mit diesen Genres nicht so aus.
Florian Clauß
0:17:48–0:17:52
Ja, aber du hast ja selber schon gesagt, dass Dan Simms so ein bisschen halt
0:17:52–0:17:56
auch gebasht wird, weil er nicht so richtig im Science-Fiction-Bereich sich
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ansiedeln lässt und nicht so richtig im Mystery-Bereich.
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Also er ist ja schon so ein Genre-Hopper.
Micz Flor
0:18:01–0:18:04
Auf jeden Fall und das ist dann auch, was wir in dem,
0:18:05–0:18:08
Hyperion, in der Folge, was ich da versucht habe, so ein bisschen Und zu zeigen
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ist halt diese Kurzgeschichten, in der er alles verwoben hat,
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wo eine eben auch deutlich vorher schon geschrieben wurde, die die letzte Erzählung ist in Hyperion.
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Dass er da immer unterschiedliche Genre genommen hat, so dann Military Science
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Fiction und dann teilweise eher Fantasy Elemente, dann so ein bisschen Noir
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Detective Story mit eingebaut hat.
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Das macht er sehr gut und auch in dem Carry & Comfort möchte ich nochmal betonen,
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wie unglaublich toll der schreiben kann, wenn man das liest.
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Ja, und das hält dann auch eine Drude, war glaube ich 2007, als es erschien.
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Und auch da ist die Sprache einfach so großartig, Dickensian,
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so wie man sich das zumindest vorstellt als Leser.
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Das ist jetzt keine Literaturwissenschaftsanalyse, aber einfach das Gefühl der
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Art der Sprache, über was wie gesprochen wird und was gesagt wird,
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was nur gedacht wird und dem Leser mitgeteilt wird, fand ich da ganz toll.
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Also der kann einfach richtig gut schreiben.
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Und bei carrying comfort ist es
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so dass ich mir überlegt habe ich möchte nicht plot spoilern und
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deshalb habe ich gedacht gucke ich mir einfach nur so einen ganzen so einen
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kleinen teil an weil es gibt auch da wieder die situation dass er das erste
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und dritte kapitel des buches sind sind
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zwei Teile einer Novelette, also eine kleine kurze Novelle,
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die in zwei Teilen auch in einem Magazin schon 1983 publiziert wurden.
Florian Clauß
0:19:41–0:19:47
Okay, Novelette. Ach genau, der hat auch andere schon mal so publiziert, ne? War das nicht bei...
Micz Flor
0:19:47–0:19:53
Ja, Remembering Ciri war halt die letzte Geschichte aus Hyperion,
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die der Konsul erzählt hat. Die hatte er auch schon vorher geschrieben.
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Die war vorher schon veröffentlicht worden. und da
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ist es so bei ich weiß
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nicht ob du das kennst aber 1983 wurde das
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veröffentlicht und das kann ich auch verlinken wer möchte kann nämlich
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einfach bevor man sich carrying comfort widmet online diese komplette novellette
0:20:16–0:20:24
die auch carrying comfort heißt lesen die ist nämlich in einem magazin erschienen
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das hieß omni ich weiß nicht hast du davon mal gehört omni magazine da.
Florian Clauß
0:20:28–0:20:32
Darf ich da mal unterbrechen? Hier, guck mal, auf der einen Seite dieses herrschaftliche
0:20:32–0:20:34
Gebäude, was wahrscheinlich eine Schule ist.
0:20:36–0:20:36
Großartig.
Micz Flor
0:20:36–0:20:37
Sieht aus wie Hogwarts.
Florian Clauß
0:20:38–0:20:41
Ja, und auf der anderen Seite hier, weißt du was, das ist ein Fabrikgebäude,
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was aber auch irgendwie so ein Kunstraum sein könnte.
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Ja, das sieht so ein bisschen aus wie dieses Gebäude da, was da an die Leibnizsee
0:20:54–0:20:57
hat, wo du deine erste Zen-Folge gemacht hast.
Micz Flor
0:20:57–0:20:59
Ja, das stimmt. Passt auch wieder gut dazu.
Florian Clauß
0:20:59–0:21:01
Aber was ist das denn hier für ein Gebäude?
Micz Flor
0:21:03–0:21:08
Ich weiß es nicht, aber es ist flach und lang.
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Sieht von der Architektur aus wie aus den 1920er und 30er Jahren.
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Es hat einen Schornstein.
Florian Clauß
0:21:22–0:21:30
Hier ist irgendwie die BVG-Hauptwerkstätten, aber es gibt auch einen Kaffee-Pförtner.
0:21:30–0:21:35
Ich habe die Frage, ob das jetzt der Kaffee-Pförtner von der BVG-Hauptwerkstatt ist.
0:21:37–0:21:42
Wenn sich die Pförtner da treffen, was ich denen gönne, ein eigenes Café zu haben.
Micz Flor
0:21:42–0:21:46
Ja, vielleicht können wir da auch noch einen Kaffee trinken gehen und ein Foto
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machen, was dann unten an unserem Blogpost dranhängt.
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Ich gehe jetzt zurück ins Thema, ist okay?
Florian Clauß
0:21:53–0:21:54
Gut.
Micz Flor
0:21:54–0:21:55
Ausnahmsweise.
Florian Clauß
0:21:55–0:21:58
Naja, wir reden ja auch beim Laufen. Man muss ja auch ein bisschen die Strecke ruhigen.
Micz Flor
0:21:58–0:22:00
Laufend, laufend reden.
0:22:05–0:22:13
Omni-Magazin ist, also es gibt seit, ich glaube, 83 bis 96 oder 97,
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weiß nicht genau, auf jeden Fall ist dann die Verlegerin auch gestorben.
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Die Verlegerin war die Frau von dem Verleger auch von Penthouse-Magazin.
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Die hat auch vorher schon als Verlegerin für Viva in den 70er Jahren gearbeitet.
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Das war eben auch so ein Women's Magazine, auch mit erotischen Geschichten, erotischen Bildern.
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Aus den 70er Jahren eben, was nach Penthouse gegründet wurde,
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das hat sie da mitgemacht.
0:22:40–0:22:45
Und dieses Omni-Magazin war so ein bisschen Science. Da wurden eben aber auch
0:22:45–0:22:47
Essays veröffentlicht, auch Wissenschaftsartikel.
0:22:47–0:22:49
Es wurden aber auch Science-Fiction-Geschichten.
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Es war wohl so eine Riesenerfolgsgeschichte aus den 80er-Jahren Publishing.
Florian Clauß
0:22:54–0:22:57
Das ist wie Peter Mosleiters.
Micz Flor
0:22:57–0:23:00
Nee, es ist großartig. Also auch die Kunst darin ist großartig.
0:23:00–0:23:01
Die Illustrationen sind großartig.
0:23:01–0:23:06
Und das weiß ich deshalb, weil ich mich da, das war so ein Rabbit Hole in der Recherche.
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Es gibt eine Seite, wo unglaublich viel eingescannt ist am Material.
0:23:10–0:23:15
Und da sind eben auch die beiden Teile, diese Novelette, Carry & Comfort,
0:23:15–0:23:16
komplett lesbar da drin.
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Und die Illustrationen dazu. Und es gibt noch eine andere Geschichte von Dan
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Simmons, die da auch lesbar komplett eingescannt ist.
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Auch eine Kurzgeschichte. Aber auf jeden Fall, Carry & Comfort,
0:23:31–0:23:37
die Novelette, die bildet das erste und dritte Kapitel von Carry & Comfort, dem Buch.
0:23:37–0:23:41
Und das Buch hat aber noch eine ganz andere Geschichte drumherum gewoben,
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die da nur so ein bisschen aufleuchtet.
0:23:44–0:23:49
Nämlich Nazi Germany und Holocaust. Das hat eine größere Rolle in Caring Comfort,
0:23:49–0:23:55
dem Buch, und es wird nur kurz bei einem Charakter in dieser Novelette angestoßen.
0:23:57–0:24:02
Worum geht es? In dieser Caring Comfort-Ausgabe, die zum 20.
0:24:02–0:24:07
Jubiläums erschienen hat, hat Dan Simonson Vorwort geschrieben über die Entstehung
0:24:07–0:24:08
des Buches und so weiter.
0:24:09–0:24:12
Und das geht halt damit los, dass er halt auch in seiner sehr schönen Sprache,
0:24:12–0:24:16
im Englischen, ich kann das jetzt nur paraphrasieren und im Deutschen irgendwie,
0:24:16–0:24:22
damit beginnt, sagt, ich muss euch enttäuschen, liebe Leser und Leserinnen, es gibt keine Vampire.
0:24:22–0:24:28
Ich habe überall geschaut. Ich war in den Karpaten, in dem Schloss XY und nicht
0:24:28–0:24:32
in dem Schloss YZ, wo alle immer die Leute hinschicken für die Touris.
0:24:32–0:24:35
Ich habe überall diesen, also hat alles irgendwie abgegrast.
0:24:35–0:24:39
Das Einzige, was es aber wirklich gibt und darüber davon handelt,
0:24:39–0:24:42
Carrying Comfort, ist mind vampires.
0:24:44–0:24:48
Mind vampires, die quasi an unseren Gedanken saugen.
Florian Clauß
0:24:48–0:24:49
Hast du das nicht schon mal erzählt?
Micz Flor
0:24:50–0:24:53
Kann sein, dass ich das mal erwähnt habe, weil ich dir ja schon mal gesagt habe,
0:24:53–0:24:56
dass ich das vielleicht auch noch machen wollte als viertes Buch.
Florian Clauß
0:24:56–0:24:59
Ja, das kommt mir so bekannt vor, oder?
Micz Flor
0:25:01–0:25:05
Und in dieser Vorgeschichte zur Ausgabe erzählt er auch ein bisschen,
0:25:05–0:25:10
wie ihm das zum ersten Mal als Bild in den Kopf kam, worum es da geht.
0:25:10–0:25:17
Und das Bild, was er hatte in einem Traum, war, dass er gesehen hat, wie eine alte,
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noch bewegliche, aber etwas zerbrechliche Dame, die rennt in so einem Dunkel
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im Wald, rennt die halt irgendwie und scheint zu fliehen.
0:25:27–0:25:30
Und dahinter ist ein Hubschrauber und dann der Hubschrauber versucht,
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mit dem Licht irgendwie den Wald zu beleuchten.
0:25:35–0:25:41
Und es kommt dann im Traum, wird ihm auf einmal klar, dass die alte Frau nicht
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vor irgendwas wegrennt, sondern dass die alte Frau das ist, was der Hubschrauber
0:25:48–0:25:49
versucht zu erschießen.
0:25:50–0:25:52
Also die ist das Böse, die ist dieses große Schlimme.
0:25:54–0:25:57
Und er konnte sich dieses Bild so, was ist das denn?
0:25:57–0:25:59
Also er fand das Bild unglaublich mächtig
0:25:59–0:26:02
und hat sich dann einfach diese Mind-Vampire-Geschichte drumherum gebaut.
0:26:03–0:26:08
Und in der Tat kommt auch in Carrying Comfort das Bild später vor,
0:26:08–0:26:12
dass sie heißt Melanie, kommt auch in der Novelette schon vor.
0:26:12–0:26:14
Es gibt drei Charaktere, die da drin sind.
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Melanie kommt später auch in dem Buch Carrying Comfort die Situation,
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dass sie vom Hubschrauber gejagt wird. Die versuchen sie umzubringen,
0:26:21–0:26:23
weil sie eben ein Mind-Vampire ist.
Florian Clauß
0:26:25–0:26:30
Aber es ist halt sehr visuell. Es ist halt so, wie du es so erzählt hast,
0:26:31–0:26:33
wie ich schon meinte, es kommt mir irgendwie bekannt vor.
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Es klingt echt so nach so einer, aber man hat das Gefühl, dass man es in irgendeinem
0:26:37–0:26:42
Horrorfilm schon mal so gesehen hat, diese Jagd, wo man erst mal überlegt,
0:26:43–0:26:46
wer ist jetzt der Gejagte und warum die?
Micz Flor
0:26:46–0:26:52
Ja, das ist im Prinzip die Szene, die du aus The Thing,
0:26:53–0:26:59
wo dieser Wolf auf diese Station zuläuft und die die ganze Zeit versuchen,
0:26:59–0:27:02
aus dem Hubschrauber den Wolf zu erschießen. Kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:27:03–0:27:03
Ja.
Micz Flor
0:27:03–0:27:08
Ja, da kommt ein französisch-kanadisches Team, glaube ich, was versucht, den Wolf zu erschießen.
0:27:08–0:27:11
Und die Amis, die da sitzen, wissen gar nicht, was die wollen.
0:27:11–0:27:15
Und dann stürzt der Hubschrauber irgendwie ab und der Wolf kommt dann eben da
0:27:15–0:27:17
rein. Und keiner weiß genau, warum ist der denn so böse.
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Der will doch gar nicht so ein liebes Tier. Und das ist im Prinzip genau diese
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Folge, also dieses Bild, was da wieder drin vorkommt.
Florian Clauß
0:27:27–0:27:31
Irgendwie ziemlich begeistert, dass sich so viele neue Orte entdecken.
Micz Flor
0:27:32–0:27:38
Diese Tour ist wirklich genial. Also wir sind wirklich in einer anderen Stadt. Ja, das ist komisch.
Florian Clauß
0:27:38–0:27:41
Weil man kennt halt immer die ganzen Straßen, wo man dann immer kreuzt.
0:27:42–0:27:46
Aber man kennt diesen Weg überhaupt nicht. Echt toll.
Micz Flor
0:27:47–0:27:52
In diesem Gebäude, aus dieser Kaffeeküche, lief gerade vor uns jetzt jemand im Weg.
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Stapfen im Hintergrund, der genau aussieht wie Dan Simmons auf dem Pressebuch.
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Spooky! Spooky! Also, Horror.
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Melanie, Nina und Willie sind die drei Charaktere, die in dieser Novelette vorkommen.
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Wir wissen natürlich, in der Novelette wissen wir gar nichts von dem Hintergrund
0:28:13–0:28:17
von der Geschichte. Wir wissen nicht, worum es geht. Und es ist total schön geschrieben.
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Diese Novelette setzt auch was Besonderes in dem Buch, was später entstanden
0:28:22–0:28:27
ist, weil wenn Melanie vorkommt in einem Kapitel, dann spricht sie als Ich, Ich-Erzählerin.
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Und wenn sie, also in anderen, dann ist es immer aus der dritten Person.
0:28:33–0:28:36
Das heißt, aber das gibt dem Ganzen auch nochmal so ein besonderes Flair,
0:28:36–0:28:42
weil du weißt am Anfang nicht wirklich, warum Melanie diese zentrale Rolle spielt.
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Mir ist es wirklich am Anfang nicht aufgefallen, wenn du zwischen Kapiteln rumspringst,
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weil alle Charaktere werden gut besprochen, aber nur Melanie erzählt das Ich.
0:28:50–0:28:54
Und Melanie, musst du dir vorstellen, ist eine vornehme, reiche,
0:28:54–0:28:56
ältere Dame aus Amerika,
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die halt irgendwie noch so ein bisschen Mayflower-Feeling von die,
0:29:02–0:29:06
die aus England übergesetzt sind, hatte so ein bisschen Aristokratie in sich,
0:29:06–0:29:08
ohne dass es Aristokratie gibt.
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Und die ist auch eher so, ist halt eher so ein Oma-Typ.
0:29:15–0:29:22
Und die hat aber dann irgendwie in dieser verpuderten Oma-Persona,
0:29:22–0:29:27
die sie da ist, hat sie eben auch eine völlige Respektlosigkeit inzwischen gegenüber
0:29:27–0:29:29
anderen Menschen und dem Tod anderer Menschen.
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Also irgendwie gibt es dann eine Szene, die später beschrieben ist,
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wo sie als Mind-Vampire dann einen,
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jetzt bin ich doch außerhalb der Novelette, aber sie greift quasi mit ihrer Ability,
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wie sie das nennt, also ihrer Fähigkeit, greift sie in so einen Chauffeur,
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ich weiß nicht, ob es ein Taxifahrer oder ein Chauffeur ist,
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greift sie rein und zwingt den, sie nach Atlanta zu fahren, weil sie von da wegfliegen möchte.
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Und dann später möchte sie halt ihre Spuren beseitigen und flüstert ihm dann
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noch irgendwie ins Ohr, er solle jetzt bitte auf den Ring Highway fahren und jedes Mal,
0:30:06–0:30:14
wenn eine Ausfahrt kommt, soll er zehn Meilen per Hour beschleunigen und zum
0:30:14–0:30:15
nächsten und so weiter immer zehn.
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Und wenn er es fünfmal gemacht hat, dann soll er die Augen schließen,
0:30:19–0:30:20
bis sie ihm sagt, die Augen wieder zu öffnen.
0:30:20–0:30:24
Also wie so eine Art Hypnose, aber natürlich halt als Mindvampire ist sie mit
0:30:24–0:30:27
ihm verbunden und zwingt ihn das zu tun.
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Also und das ist dann, wie sie das so beschreibt, das ist halt ihre Art,
0:30:31–0:30:34
dass sie den los wird, ohne dass er Spuren hinterlässt. Das wird halt einfach
0:30:34–0:30:35
nur ein Verkehrsunfall.
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Und wenn du diese Noveletten liest und gar nichts dazu verweist.
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Da kommt halt Melanie ist da, die hat eine Bedienstete.
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Nina kommt zu Besuch, auch eine ältere Frau, die sich aber sehr gut gehalten
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hat und immer so sportlich angezogen ist, die wohl auch eine Kolumne in einem
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Fashion Magazin hat und beide warten dann so ein bisschen auf Willy,
0:30:59–0:31:01
weil sie spielen dieses The Game.
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Und Nina platzt dann ganz am Anfang, glaube ich, sogar schon im ersten Absatz
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aber so raus, dass sie, sie ist verantwortlich für John Lennon,
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für diesen Beatle, dieser Beatle der.
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Und es geht dann darum, dass die drei älteren Menschen dann ihre Notizen vergleichen,
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wen sie denn in diesem Jahr, seit sie sich das letzte Mal gesehen haben,
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wen sie denn alles mit ihrer Ability umgebracht haben.
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Und dann geben sich gegenseitig Punkte. Und dann gibt es halt immer einer,
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der macht dann am meisten Punkte und die Person hat dann gewonnen,
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kriegt von anderen, glaube ich,
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von jeden tausend Dollar. Das ist so ein kleines Spiel, was sie spielen.
Florian Clauß
0:31:39–0:31:42
Und wird irgendwie erklärt, woher die diese Fähigkeit haben?
Micz Flor
0:31:42–0:31:47
Nee, das ist eben diese Vampire-Mythos-Idee. Das kommt von ganz lang.
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Es ist dann auch so, im Buch entfaltet sich das so ein bisschen,
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dass es auch andere gibt.
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Aber in dieser Novelette ist es sogar, glaube ich, explizit,
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dass sie gar nicht wissen, ob es andere gibt.
Florian Clauß
0:31:56–0:32:00
Und die Fähigkeit ist einfach, sich dann halt so in so einen Mind zu hacken. Ja.
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Also ein bisschen wie bei Ghost in the Shell, wo man dann so besetzt wird von irgendwann.
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Und ist dann noch das Bewusstsein da oder ist man dann in so einem Traumzustand?
Micz Flor
0:32:14–0:32:22
Manche haben mehr Resistance, also sie pushen zurück und da muss man dann richtig
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hart zugreifen, aber andere sind einfach so leer schon von vornherein,
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dass man die wie Marinetten nutzen kann.
Florian Clauß
0:32:29–0:32:33
Und ist das Zugreifen, ist das so eine Telekinese oder wie kann man sich das vorstellen?
Micz Flor
0:32:34–0:32:36
Es ist was, was so beschrieben wird, dass es eben auch über Distanz...
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Wenn sie dann nämlich mit dem, mit diesem Chauffeur verbunden ist,
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so, sie schließt dann die Augen, sie ist im Hotel, er fährt jetzt quasi beschleunigt
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immer mehr und sie spürt das noch.
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Sie meint, sie riecht noch das billige Leder vom Auto, sie sieht halt auch Flackern
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des Lichtes auf der regennassen Fahrbahn.
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Also sie bleibt da verbunden und als er dann die Augen zumacht,
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dann koppelt sie sich aber raus, damit sie diesen Crash irgendwie nicht mitträgen müsste.
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Wir sind jetzt ganz weit oben oder ist das die Seestraße hier schon?
Florian Clauß
0:33:15–0:33:17
Osloer Straße ist hier, ne?
Micz Flor
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Und es ist halt irgendwie Dan Simmons, das wird so einfach erzählt.
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Und die hat halt Bedienstete. Und wie sich dann aber später auch so Schritt
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für Schritt rausstellt, sind halt eigentlich die Bediensteten.
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Nina bringt Bedienstete mit, Melanie hat Bedienstete.
0:33:35–0:33:38
Und später kommt Willi, der hat auch noch zwei Bedienstete. dann stellt sich
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halt raus, dass das keine Bediensteten sind, sondern die werden auch von denen kontrolliert.
Florian Clauß
0:33:43–0:33:45
Und so seit Jahrzehnten.
Micz Flor
0:33:45–0:33:50
Also die sind nämlich auch Waffen und die werden dann noch als Waffen eingesetzt.
0:33:51–0:33:56
Und Willie Borden, wie er heißt, und das ist halt der Oberst von Borchardt,
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der nach dem Krieg geflohen ist.
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Und da wird halt eben nahegelegt, dass er auch Kriegsverbrechen begangen hat
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und dann Amerika nach dem Krieg neue Identität angenommen hat.
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Und dieser Teil wird dann noch mehr ausgebaut im Buch.
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Der hat zwei mit und einer von denen ist dann auch mal so zwischendrin ungehorsam,
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wo Willy dann rausgehen muss und muss ihm eine scheuern.
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Und was für die beiden anderen so ein bisschen peinlich ist,
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dass er seine Bediensteten nicht richtig im Griff hat.
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Und die Sache ist halt, du bist halt eben in dieser Ich-Erzählung von dieser
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älteren Dame drin, die ja dann irgendwie viel Geld hat.
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Und du merkst aber immer mehr, dass auch ihr Bediensteter ist eben von ihr seit
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Jahrzehnten einer, der nicht mehr raus durfte aus dieser Rolle.
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Der war da einfach so drin. Sie hat den einfach wie eine Marionette Heldideen.
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Und dann wird auch beschrieben, dass er sich dann über Nacht setzt,
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er sich auf den Stuhl und verbringt dort die Nacht.
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Und das macht sie alles. Und da wird es halt so richtig unheimlich in dem Moment,
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wenn du merkst, dass halt diese Melanie,
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der man einfach so nett zuhört, dass die permanent und immer,
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das ist nicht nur die Ausnahme, sondern die ist halt permanent über ihren Bediensteten
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immer in dieser Situation drin, dass sie die kontrolliert mit der Ability.
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Dann kommt in dieser Geschichte auch, finde ich total schön beschrieben,
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auch wieder ein ganz anderes Flair aus dieser Jugend,
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als sie noch nicht mal 18 war, wo sie Nina kennengelernt hat und Nina und sie
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waren dann befreundete Mädchen und die hatten auch BOS, also B-E-A-U,
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also so Jungs, die sie dann.
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Der eine, der halt ihr irgendwie verfallen war und der andere,
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der Nina verfallen war Und die kommen halt irgendwie da drauf,
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weil so eine Pistole rumliegt und Nina fragt, hä, warum hast du denn eine Pistole hier rumliegen?
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Und dann springt die Geschichte raus, in dem Melanie denkt, typisch Nina,
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dass sie die Pistole nicht erkennt.
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Und dann springt man halt eben zurück in diese Teenager-Zeit,
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wo Nina und Melanie zusammen zum ersten Mal entdeckten, dass sie diese Ability
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haben und dann damals als Teenager schon dafür gesorgt haben,
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weil sie fand es so aufregend,
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dass sie diese beiden Jungs dazu gebracht haben, sich gegenseitig zu duellieren.
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Sie konnte sich gar nicht mehr genau erinnern, was da der Auslöser war,
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weil es war ja eh alles irgendwie gestaged.
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Und sie kann sich aber nur noch erinnern, wie ihr Bo dann in diesen Tagen, bevor es zum Duell kam,
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irgendwie wie verrückt war, weil er dann weinen musste, weil er voller Liebe
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war, weil er selber irgendwie das Gefühl hatte, was mache ich hier eigentlich?
0:36:44–0:36:46
Wie konnte es dazu kommen?
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Also es ist völlig fremdgesteuert. Und sie beobachtet das auch so und Nina und
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sie gehen halt schon so lange auch gemeinsam zurück.
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Und Melanie hat aber in dieser Novelette eigentlich aufgehört,
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selber diese Morde zu vollbringen.
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Sie hat keinen einzigen Menschen ermordet mit ihrer Ability.
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Und die anderen beiden sind ein bisschen perplex, nehmen das aber irgendwie ganz gut hin.
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Aber da kommt eben auch raus, dass wenn man diese Ability nutzt,
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das nennen die dann auch Feeding.
0:37:25–0:37:31
Und Feeding heißt, man nimmt sich dann so ein bisschen wie bei der dunklen Kristalle,
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man nimmt sich diese Lebensenergie auch so ein bisschen raus.
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Nina zum Beispiel sieht deutlich jünger aus als Melanie, weil sie eben auch
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dieses Feeling immer noch macht und dann 30 Leute umgebracht hat in der Zeit mit der Ability.
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Und das verjüngt sie, das hält irgendwie jung, wenn man das macht.
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Wenn du dann beginnst, es zu begreifen, finde ich das auch total,
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wenn alles so ein bisschen unheimlicher wird, weil du auf einmal merkst,
0:37:57–0:38:02
diese Geschichte ist schon total zersetzt durch das, was ich langsam erst verstehe.
0:38:02–0:38:04
Das war die ganze Zeit schon vor meinen Augen.
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Ich weiß nicht, hast du American Psycho damals gelesen? Und bei American Psycho
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da musste ich dran denken, weil da hatte ich so einen ähnlichen Effekt,
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weil das wurde ja damals wegen Nekrophilie und Brutalität und diesem wurde der
0:38:17–0:38:18
so richtig hochgepeitscht, der Roman.
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Ich habe ja angefangen zu lesen und hatte so das Gefühl, dass die ersten 100
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Seiten kriege ich so gar nichts mit. Weißt du, es passiert ja eigentlich gar nichts.
0:38:26–0:38:30
Und dann kam aber so ein seltsamer Twist, wo man dann bestimmte Charaktere,
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die man schon kennengelernt hat von dem Erzähler und so, dass man merkt,
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dass er die teilweise schon umgebracht hat oder misshandelt hat.
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Also irgendwie kommt dann ganz viel raus von dem, was du vorher schon gehört
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hast, wo du anwesend warst, aber erst später wird dir von dem gleichen Erzähler
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verraten, was er eigentlich gemacht hat.
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Was er dir vorher nicht gesagt hat. Und das ist so ein bisschen wie in dieser Geschichte auch.
0:38:53–0:38:57
Das heißt, du liest dich da so rein und während du dich reinigst,
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wirst du so fast schon komplizenhaft.
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Bei American Psycho wirst du ein bisschen ertappt, dass du drangeblieben bist,
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weil du willst ja endlich Nekroveli oder wie kann das sein? Wovon reden alle?
0:39:08–0:39:14
Und bei dem ist es irgendwie auch so, dass man dann langsam da so reinrutscht
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und dann versteht, dass das alles, diese Ability so da ist.
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Und dann gibt es so zwei ganz kurze Szenen, wo einmal Willy dann die Melanie
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kurz am Bein berührt und du merkst aber schon beim Lesen, oh,
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das bedeutet was. Und dann auch Nina berührt sie noch mal so kurz am Bein.
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Und dann erzählen die sich auch nämlich gegenseitig, wie sie die Leute so...
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Wie sie die quasi übernehmen.
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Und da müssen sie halt Kontakt herstellen. Manchmal auch wiederholten Kontakt,
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manchmal auch körperlichen Kontakt herstellen.
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Und dann muss halt eben Willi auch kurz rausgehen. Und du weißt dann irgendwie
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in dem Moment, wenn beide gegangen sind, nachdem Melanie gesagt hat,
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sie hört jetzt auch auf mit diesem Feeding und macht das nicht mehr,
0:39:56–0:40:00
wie weit die beiden anderen schon plotten, was mit Melanie anzustellen.
0:40:00–0:40:04
Du weißt es wirklich nicht, wie diese Geschichte jetzt irgendwie so weitergeht.
0:40:06–0:40:10
Melanie selbst ist auch so ein bisschen alarmiert, weil sie perplex ist,
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dass Nina das so einfach so hingenommen hat und hat deshalb ihren Wächter eben für sich so als,
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das ist die Szene, wo sie schreibt, der sitzt dann einfach auf dem Stuhl und
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hält Wache die ganze Nacht.
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Also hat sie einfach da platziert.
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Hups, kommt Fahrrad, sehr gut.
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Ich musste sowieso jetzt mal kurz einen Schnitt machen, weil jetzt möchte ich
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kurz in was anderes reinspringen.
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Was sich mir nämlich gar nicht erschließt und was auch bis heute nicht wirklich
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eine Quelle zu gefunden habe, ist, warum das Buch Carry & Comfort heißt.
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Comfort, also Komfort, das Wort kennen wir und Carrying heißt eigentlich Arse,
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also Arse, so, also das ist Komfort für Arse.
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Und den Begriff kann ich mir halt so nicht so richtig erschließen,
0:41:09–0:41:15
aber es gibt und ich denke mal, weil Dan Simmons eben auch sehr viel Literaturwissen
0:41:15–0:41:19
immer mitbringt, wie wir bei Ilium Hyperion so ja schon irgendwie besprochen haben.
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Es gibt ein Gedicht, das heißt Caring Comfort von Gerard Manley Hopkins.
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Und dieses Gedicht kann ich nicht vortragen, weil das ist ein bisschen so aus
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der gleichen Zeit wie die Tiefsee-Expedition in der letzten Folge ist von 1885 bis 1887 entstanden.
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Da geht es viel um Despair, Verzweiflung auch und so Appell an Gott und so.
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Also irgendwas, was einfach schon ein bisschen weiter weg ist.
0:41:59–0:42:01
Und da habe ich gedacht, naja, vielleicht bezieht sich aber diese ganze Karen
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Comfort Sache auf dieses Gedicht und habe aber nicht wirklich verstanden,
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wie ich das so parallelisieren, erleiden könnte miteinander.
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Das einzige was mir aufgefallen ist es gibt
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in diesem gedicht gibt
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es den begriff der lion limb also das
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ist die löwen limb ist
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also arm beine sind limbs
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und lion limb ist halt quasi das bein
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des löwen okay und das wird
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so als begriffe eingeführt was in poetisches wort ist
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was es so irgendwie nicht so richtig gibt als bezeichnung und
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denn simmons nennt diese
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bediensteten die servants die alle übernommen wurden
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ja also deren geist quasi nicht mehr selbstbestimmt sondern fremdgelenkt arbeitet
0:42:50–0:42:58
die nennt melanie alle cats porro also katzen pfote sein ist ein löwen line
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limb und jetzt cats porro und da habe ich gedacht ja das ist vielleicht eine
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anspielung schon dass dass es miteinander zusammenhängt,
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weil Ketzbauer ist jetzt auch ein Fantasiewort,
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was aber irgendwie eine gewisse Affinität zu diesem Gedicht hat.
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Und was dann passiert im zweiten Teil der Novelette, die man lesen kann.
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Ist, dass es in der Tat zu einem Kampf kommt.
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Und es ist wirklich einfach lesenswert. Also das ist vielleicht sogar eine meiner Lieblings...
0:43:32–0:43:37
Von Dan Simmons Universum, diese Novelette, also diese beiden Kapitel.
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Finde ich vielleicht irgendwie das bestgeschriebenste.
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Also wo du eben auch in diesem ersten Teil, den ich schon erzählt habe,
0:43:47–0:43:50
auch so ein bisschen schon immer in diesen Hintergeschichten,
0:43:50–0:43:56
in diesem kurzen Text dann schon merkst, wie mächtig Melanie wirklich ist.
0:43:56–0:44:01
Melanie ist im Endeffekt auch in Caring Comfort die mächtigste wohl von diesen,
0:44:03–0:44:05
mit der Ability, diesen Mind Vampires.
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Du erahnst es schon, sie teilt dir das auch irgendwie mit und sie ist auch irgendwie
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so gelangweilt von allem, wie halt so alte,
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du musst dir das vorstellen, alte Dame, die schon alles gesehen hat,
0:44:14–0:44:17
einfach so gelangweilt ist die ganze Zeit und Nina und Willi erzählen dann noch,
0:44:17–0:44:21
damals weiß noch der Typ, der ein Buch schreiben wollte über meinen Vampire,
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wir wissen bis heute nicht, wo der die Quellen her hatte oder ob es das überhaupt
0:44:25–0:44:26
gibt oder nicht, auf jeden Fall,
0:44:26–0:44:31
streiten die sich dann, wer von den beiden den eigentlich umgebracht hätte und Melanie,
0:44:32–0:44:35
erzählt uns dann eben, als ich erzähle, so ja, ich höre da gar nicht richtig
0:44:35–0:44:39
zu, es hat mich erst gelangweilt, ich war es ja, der der ihn umgebracht hat.
0:44:41–0:44:45
Also wo sie, wo die anderen beiden das für sich dann reklamieren wollten,
0:44:45–0:44:48
aber sie hat es halt einfach so gemacht.
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Also sie ist irgendwie, da ist so ganz viel in dieser Melanie Charakter drin,
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der einerseits wirklich so ein,
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so eine Katzenoma ist, die halt irgendwie so in der Wolldecke vorm Feuer sitzt,
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eine Katze hat, einen Sherry trinkt, aber eben andererseits auch diese absolut kalte, mörderische.
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Egocentrische, das ist auch drin.
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Aber nicht mal bösartig, sondern es ist so ganz komisch, wie so eine nihilistische
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Notwendigkeit, die sie da so auslebt.
0:45:16–0:45:20
Und im zweiten Teil bewahrheitet sich dann, was sie befürchtet hat,
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dass eben sie angegriffen wird von den anderen beiden.
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Aber natürlich greifen die nicht selber an, sondern die greifen eben über andere
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Catspaws oder Leute, die sie übernommen haben, greifen sie dann an.
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Und als erstes ist es so, dass sich sogar ihr eigener, wenn ich mich richtig
0:45:38–0:45:44
erinnere, ihr eigener Bediensteter sich gegen sie wendet und sie muss dann möglichst
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schnell jemand anders einfach aus diesem Gemenge in dem sie ist,
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übernehmen der sich dann auf den stürzt um mit dem zu kämpfen,
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erinnert sich dann, dass Willi ja wirklich rausgegangen ist in die Küche und
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vielleicht hat er ihn da berührt und konnte ihn deshalb überhaupt übernehmen
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und dass sie da jetzt kurz off guard war und dann ist halt Melanie,
0:46:03–0:46:07
Dann wird er auch ein bisschen verletzt und muss sich dann zurückziehen, muss sich verstecken.
0:46:07–0:46:14
Und dann ist es so ein bisschen wie in solchen Star Wars.
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Die schmeißen dann halt einfach so normale Menschen aufeinander drauf.
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Der Kampf wird stellvertretend von anderen ausgeführt. Aber es ist so unglaublich gut geschrieben.
0:46:24–0:46:27
Es ist wirklich einfach sehr, sehr spannend. Und...
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Das ist jetzt schon fast das Ende unserer 50. Folge. Mir fällt erst gar nicht
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mehr so viel dazu ein, was ich noch sagen sollte.
Florian Clauß
0:46:38–0:46:43
Ja, also ich habe, während du erzählt hast, dann immer wieder so Bilder und
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denke immer wieder, ich habe es jetzt das ein oder andere Mal erwähnt,
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aber das habe ich auch schon mal irgendwo gesehen.
0:46:49–0:46:55
Es sind so wahrscheinlich dann irgendwo ins kulturelle Gedächtnis eingeflossen,
0:46:55–0:46:59
so Bilder, die Dan Sims da entwickelt hat.
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Was mich noch mal, also was ich so auf so einer Metaebene ganz interessant finde, ist ja,
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dass ja genau das die Aufgabe von so einem so einem Schriftsteller ist,
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sich dann halt so auch ja so quasi in das Gedächtnis rein zu fräsen.
0:47:20–0:47:23
Bei dir jetzt, also was du entdeckst. Ja, überhaupt irgendwie so,
0:47:23–0:47:28
um Bilder zu entwickeln, um halt so die Geschichte zu erzählen,
0:47:28–0:47:33
Und das dann genau an solchen Punkten, wenn es gut ist.
0:47:33–0:47:37
Und das ist dann wahrscheinlich wieder so ein Mental Vampire,
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der sich dann halt wirklich so reindrillt in den Kopf und diese Bilder pflanzt.
0:47:42–0:47:47
Und das ist dann auf dieser Meta-Ebene wahrscheinlich wieder der Schriftsteller,
0:47:47–0:47:55
der sich dann auch eben so als ein Vampir sieht, der dann diese Bilder erzeugt.
0:47:55–0:48:00
Und dass du als Leser quasi seinen Gedanken folgst. Das ist ja so.
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Auf dieser Ebene könnte man das mal vielleicht heben, wenn man diese Meta-Ebene reinbringen will.
Micz Flor
0:48:07–0:48:11
Ich finde, das mit diesen Bildern, was du beschreibst, das hatte ich ja bei,
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Und Ilium bei Hyperion irgendwie auch schon gesagt, dass es oft so ist,
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dass man wirklich das Gefühl hat, das kenne ich schon, ich fühle mich zu Hause in diesem Bild.
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Da hatten wir ja dann so ein bisschen diese Volksbühne-Theatersachen als Referenz,
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auch eine Schlingensief, so Bilder herstellen, die irgendwie eine Macht haben
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und die miteinander verknüpfen.
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Und wenn man jetzt bei Dan Simmons sagt oder wie ich es halt gesagt habe,
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dass der halt so unglaublich toll mit diesen unterschiedlichen Genres spielen
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kann, dann ist es ja in seiner Virtuosität schon mit angelegt,
0:48:43–0:48:46
dass er sich an Bestehendem bedient.
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Also er macht quasi so eine Chat-GBT-Sache, wenn man das so ein bisschen als
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Parallelität reinnehmen will.
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Er geht dann da rein und holt sich aus dem Fundus neue Dinge raus.
0:48:56–0:49:00
Aber man würde ja nie davon reden, dass er so toll zwischen den Genres wandelt,
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wenn er nicht diese Genres auch bedienen würde.
0:49:03–0:49:07
Sonst würde er einfach nur seine eigene Stimme haben.
0:49:07–0:49:10
Das ist vielleicht dann auch ein Vorwurf, den man immer wieder mal so liest
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in Kritiken. Das ist halt bei Dan Simmons, wo Leute dann sagen,
0:49:13–0:49:14
ja ich bin immer so hin und hergerissen.
0:49:15–0:49:22
Einerseits kann ich nicht aufhören zu lesen, aber andererseits haut es mich dann nie so richtig um.
0:49:22–0:49:25
Und die Bücher, die mir da am besten gefallen, sind ja auch immer die,
0:49:25–0:49:30
die nach hinten, Hinten, also Caring Comfort, das hört und Song of Kali auch, die hören auf.
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Drood eigentlich auch, aber der Weg ist das Ziel. Also der schreibt einfach
0:49:35–0:49:38
so toll. Das ist halt das, was wirklich fasziniert.
0:49:38–0:49:44
Und diese Bilder, ich glaube, das, was wirklich toll ist, ist halt,
0:49:44–0:49:48
dass man bei ihm nicht das Gefühl hat, das ist eine Queen-Cover-Band und der
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singt so gut wie Freddie Mercury oder fast so gut, weil,
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er ein Genre so gut imitiert, fast so gut wie das Original, sondern da finde
0:49:56–0:50:00
ich schon so, dass er diese Bilder nimmt.
0:50:02–0:50:07
Und die dann nochmal so richtig rausarbeitet, vielleicht so einen Sprung wie
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von Schwarz-Weiß dann in Farbe.
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Ich mache es in Farbe. Also irgendwie habe ich das Gefühl, dass er in seiner
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Art zu schreiben und auch in seiner Virtuosität sich da anzupassen,
0:50:16–0:50:20
wie eben auch in dieser Rolle von Melanie, einzige Ich-Erzählerin in dem Buch,
0:50:20–0:50:24
jedes Mal in dem Kapitel bist du trotzdem, du bist so tiefer dran an diesem
0:50:24–0:50:27
Mensch, weil du wirklich so in ihrem Kopf, in ihren Gedanken bist.
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Und du bist völlig überrascht von dem, wozu sie fähig ist.
0:50:33–0:50:38
Und die Virtuosität, mit der er schreiben kann, die ist einfach wirklich irre.
0:50:39–0:50:43
Das finde ich wirklich erstaunlich. Und das ist aber auch dann wiederum das,
0:50:43–0:50:46
was mich am meisten dahin zieht, nämlich wirklich das Lesen.
0:50:46–0:50:49
Ich will das lesen und ich will nicht wissen, wie es ausgeht.
0:50:50–0:50:55
Das ist dann oft nicht so wichtig, sondern die die Beschreibungen sind einfach so toll.
0:50:55–0:50:57
Es ist so ein bisschen wie Essen vielleicht.
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Bei Essen ist es ja auch so, man will ja nicht wissen, ich will endlich wissen, was Dessert ist.
0:51:02–0:51:07
Du willst ja im Essen in dem Prozess sein und das genießen und findest dafür
0:51:07–0:51:10
auch keine richtig guten Worte, wenn es gut lecker ist.
Florian Clauß
0:51:10–0:51:13
Irgendwann ist man halt satt, will man nicht mal weiter essen.
Micz Flor
0:51:14–0:51:16
Gut, wenn man dann einen E-Reader hat, wo man auch mitten in der Nacht nochmal
0:51:16–0:51:20
den Kühlschrank aufmachen kann und noch ein Kapitel lesen.
Florian Clauß
0:51:20–0:51:26
Ja, also ich weiß jetzt nicht, ob ich dann den Sims so gerecht werde,
0:51:26–0:51:31
aber wenn ich das jetzt mir bei Ilium angucke, wo kommt denn der Autor da als Figur vor?
0:51:32–0:51:36
Und dann würde ich sagen, ja, irgendwie ist er dieser Hockenberry.
0:51:37–0:51:40
Er ist ja irgendwie so, wie er dann die Person beschreibt.
0:51:41–0:51:45
Da hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, das ist der Autor.
0:51:46–0:51:49
Und gleichzeitig, und das kommt halt auch öfters in Ilium vor,
0:51:50–0:51:52
ist also dieser Umgang mit Frauen.
0:51:52–0:51:59
Und der ist schon so ein bisschen geprägt. Der stellt dann halt die Frauen häufig so als,
0:51:59–0:52:05
wie soll man sagen, diese Beziehung zwischen Helena und Hockenberry,
0:52:05–0:52:11
die absolute Traumfrau, die dann halt irgendwie mit dem Typen ins Bett geht.
0:52:11–0:52:16
Und das ist halt so ein bisschen auch so diese Fantasie von den Sims.
0:52:16–0:52:19
Würde ich Ihnen jetzt mal unterstellen. Ich weiß nicht, ob du das auch so...
Micz Flor
0:52:19–0:52:24
Es ist auf alle Fälle immer wieder auch ein Vorwurf in Kritiken,
0:52:24–0:52:27
dass er in den Frauenräumen bei Hyperion in der zweiten Geschichte,
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wo dieser in der Simulation,
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in der Kriegssimulation der Oberst, Kassad hieß er glaube ich,
0:52:34–0:52:39
dann einfach immer wieder diese Frau, die sich einfach auf seinen Schwanz setzt, irgendwie hat.
Florian Clauß
0:52:39–0:52:44
Ja, das hattest du da auch. Aber so ein bisschen diese feuchten Fantasien von
0:52:44–0:52:49
so einem unscheinbaren Nerd kommen da auch immer wieder vor.
Micz Flor
0:52:50–0:52:56
Ja, ich meine gerade bei Ilium ist zur Ehrenrettung, müsste ich das mal raussuchen
0:52:56–0:52:58
und vielleicht dann nochmal dazukleben.
0:53:01–0:53:06
Da schreibt er dann auch, dass Helen of Troy dann, nachdem die Sex hatten,
0:53:06–0:53:08
hält sie ihm das Messer an den Hals und sagt, wer bist du?
0:53:08–0:53:16
Und er hatte sich ja komplett eben als Paris, als Paris, aber sie hat ihn halt doch erkannt.
Florian Clauß
0:53:16–0:53:18
Ja klar, weil er...
Micz Flor
0:53:18–0:53:21
Das heißt, sie hat das dann irgendwie mitgemacht, hatte da Bock drauf und fand
0:53:21–0:53:23
das irgendwie gut und ist dann danach...
0:53:23–0:53:27
Und im zweiten Teil ist es auch so, dass die Frauen eine unglaublich zentrale
0:53:27–0:53:30
Rolle in dieser ganzen Kriegsführung und so weiter bekommen.
0:53:30–0:53:36
Und auch im ersten Teil ist es so, dass die Göttinnen in dem Fall wirklich auch
0:53:36–0:53:40
eine wichtige Rolle spielen. Zeus ist natürlich immer noch Chef.
Florian Clauß
0:53:40–0:53:48
Aber dieser Pulk um Helena, die sind ja dann auch so, die sich da so verschwören.
Micz Flor
0:53:50–0:53:55
Und dann kommen noch im zweiten Teil auch die Amazonen vor, die haben auch noch
0:53:55–0:53:58
eine ganz zentrale Rolle. Also vielleicht ist es eine Reaktionsbildung.
Florian Clauß
0:53:58–0:54:00
Das ist so krass, weil diese eine Szene, wo dann halt auch die eine,
0:54:00–0:54:04
die Frau von Hector, das Kind einfach so zermetzelt von denen,
0:54:04–0:54:06
um Hector dann aufzubringen gegen die Götter.
0:54:07–0:54:12
Das ist ja quasi so auch so ein völliger, also krass, wie weit die dann halt
0:54:12–0:54:15
irgendwie da in diese Geschichte eingreifen.
Micz Flor
0:54:15–0:54:20
Ja, und dann natürlich auch so ein typisch weibischer Plot, der halt irgendwie
0:54:20–0:54:25
so, eher so, könnte man auch stereotyp wieder unter dem,
0:54:25–0:54:31
so linkisch sind die Frauen und manipulieren die Männer.
Florian Clauß
0:54:31–0:54:36
Ja, würdest du aber in der Geschichte jetzt, würdest du da auch irgendwo diesen
0:54:36–0:54:38
Ich-Erzähler Dan Sims sehen?
Micz Flor
0:54:38–0:54:39
Bei Ilium?
Florian Clauß
0:54:39–0:54:43
Nee, bei der, die du jetzt erzählt hast, also Melanie als diejenige,
0:54:43–0:54:45
die dann die Geschichte präsentiert.
0:54:45–0:54:48
Siehst du da irgendwo Dan Simmons auch mit drin?
Micz Flor
0:54:48–0:54:57
Ich habe da überlegt, weil Hockenberry ist ja modelliert an einem Studienkollegen von Dan Simmons,
0:54:57–0:55:00
der auch wirklich Hockenberry hieß und der, das hatte ich in der Folge glaube
0:55:00–0:55:05
ich auch gesagt, der kurz nach der Uni dann irgendwie umkam, umgebracht wurde.
0:55:05–0:55:09
Das wird nicht im Interview, wo ich es gelesen habe, wurde es nicht genau erklärt.
0:55:10–0:55:13
Ich würde es so ein bisschen anders sehen. Ich habe eher so das Gefühl,
0:55:13–0:55:19
das wäre so ein bisschen wie wenn man fragen würde, und jetzt greife ich ganz
0:55:19–0:55:28
oben ins Regal, aber in den Disney-Filmen, welche Rolle ist Walt Disney?
0:55:30–0:55:35
Natürlich gibt es immer so Protagonisten, Antagonisten, aber ich habe bei Dan
0:55:35–0:55:38
Simmons das Gefühl, dass der eher so dieses Feld wirklich setzt.
0:55:38–0:55:42
Der baut die Spannung auf und auf dieser Bühne spielt sich das dann ab.
0:55:44–0:55:51
Und in seiner Auswahl von Setting, von Charaktere, da spiegelt er sich natürlich so wider.
0:55:53–0:55:58
Aber Melanie zum Beispiel ist auch sehr rassistisch.
0:56:01–0:56:06
Und ich vergebe ihm das aber irgendwie und ich würde das sicherlich nicht leichtfertig
0:56:06–0:56:09
vergeben, aber irgendwie werde ich da vielleicht auch schwach,
0:56:09–0:56:14
weil ich das Gefühl habe, das ist die Folge von dem Worldbuilding,
0:56:14–0:56:16
dass sich das jetzt so ausspielt.
0:56:16–0:56:18
So als ob man Play drückt.
0:56:18–0:56:26
Und deshalb erlebe ich ihn mehr im Setting selbst und in der Auswahl der Szenen
0:56:26–0:56:28
als in den Charakteren. Vielleicht kann ich es so beschreiben.
0:56:30–0:56:37
So, wir sind jetzt hier, Flutlicht, Flutlichtabend, Fußballfeld, irgendwo ein Pankow.
0:56:38–0:56:41
Wer hätte gedacht, dass unsere Jubiläumsfolge, die 50.
0:56:42–0:56:48
Genau hier ihr Ende findet, während hinter uns die S-Bahn vorbeirattert.
Florian Clauß
0:56:48–0:56:57
Also auf jeden Fall haben wir hier eine Strecke begangen, die den 50. Wert ist.
Micz Flor
0:56:57–0:56:58
Ja.
Florian Clauß
0:56:58–0:57:05
Wobei ich nicht deine Geschichte schmälern will, obwohl er so ein bisschen danach
0:57:05–0:57:07
klingt. Aber nein, vielen Dank.
0:57:07–0:57:11
Also jetzt haben wir die vierte Denzims-Folge von dir.
0:57:11–0:57:19
Jetzt ist dieser Geburtsimpuls für diesen Podcast. hast, hast du jetzt ausgelebt.
Micz Flor
0:57:20–0:57:21
War das so?
Florian Clauß
0:57:21–0:57:25
Nein, ich glaube, Dan Sims hat dich schon sehr beschäftigt und ich glaube,
0:57:25–0:57:31
das war jetzt so in dieser Art, das Thema loszuwerden, ist dem sehr gut getan.
0:57:33–0:57:36
Und ja, vielen Dank, Mitch.
0:57:36–0:57:46
Also ich habe in meiner Karriere des Lesens, da habe ich jetzt auf jeden Fall
0:57:46–0:57:49
Dan Sims, aber Hyperion habe ich auch angefangen,
0:57:50–0:57:52
und habe ich auf meinem E-Book wieder.
0:57:52–0:57:56
Also das heißt, ich mache vielleicht ein bisschen weiter.
0:57:56–0:58:01
Mal gucken, ob mir, also besser gesagt, der zweite Teil von Ilium ist nicht
0:58:01–0:58:03
unbedingt so, dass man das dann halt leben muss.
Micz Flor
0:58:03–0:58:03
Olympos.
Florian Clauß
0:58:04–0:58:09
Olympos, ja. Man will dann natürlich auch diese Schlacht, will man dann halt
0:58:09–0:58:11
auch wissen, wie es dann weitergeht.
Micz Flor
0:58:11–0:58:14
Aber das geht ja, es ist aber nicht so gut. Keine Ahnung.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:17
Man hat einfach auch die Charaktere ins Herz geschlossen.
Micz Flor
0:58:17–0:58:20
Wir können vielleicht dann eine, wenn du alles gelesen hast,
0:58:20–0:58:25
können wir dann eine Folge gemeinsam spielen über die zweiten Teile von Dan Simons Serie.
Florian Clauß
0:58:25–0:58:31
Genau, das ist die Anhangsserie. Wenn uns wirklich gar kein Thema mehr einfällt
0:58:31–0:58:36
und Chat-GPT auch nicht mehr, dann haben wir das.
0:58:36–0:58:42
Okay, also, das war Eigentlich Podcast Episode 50.
0:58:42–0:58:50
Jaha. Und das Ganze könnt ihr auf eigentlich-podcast.de nachhören, nachlesen.
0:58:50–0:58:53
Und wir haben ja tatsächlich für jede einzelne Folge Transkripte.
0:58:54–0:58:59
Das heißt, wer auch einen Podcast-Player hat, der Transkripte anzeigen kann,
0:58:59–0:59:00
das gibt es glaube ich auch nicht.
0:59:00–0:59:03
Jetzt hat es Apple als Standard eingeführt und es kann sein,
0:59:03–0:59:08
dass dann auch in Zukunft die Podcast-Player, dass das so standardisiert ist,
0:59:08–0:59:11
dass dann wirklich das Transkript die ganze Zeit, wenn man das dann hört,
0:59:12–0:59:15
auf dem Screen angezeigt wird. Wir wollen schauen.
Micz Flor
0:59:15–0:59:17
Aber Apple macht das doch sicherlich selber.
Florian Clauß
0:59:17–0:59:24
Die machen, du kannst aber explizit sagen, dass du selber dein Transkript erstellt
0:59:24–0:59:27
hast und dann nimmt er dein eigenes Transkript.
Micz Flor
0:59:27–0:59:34
Und Apple mit all seiner KI-Power fragt dann einmal, are you sure, dass du dein eigenes...
Florian Clauß
0:59:34–0:59:37
Ne, die haben ja keine KI-Power, das ist der Jammer an Apple.
0:59:38–0:59:41
Jetzt müssen wir mal gucken, was bei der nächsten WWDC rauskommt.
0:59:41–0:59:46
Aber da ist Apple einfach gerade im Markt abgehangen, muss man so sagen.
0:59:46–0:59:53
Und die haben keinen Open AI, die sind dann nicht so wie Microsoft dann hinterhergezogen
0:59:53–0:59:54
und haben sich das irgendwie eingekauft.
0:59:55–0:59:59
Die hängen mit Siri rum und Siri kann immer noch nichts vorlesen.
0:59:59–1:00:02
Wobei es immer noch nichts, also anderes Thema.
1:00:03–1:00:08
Genau, wenn ihr uns bewerten wollt, dann macht das bei Apple auch oder bei anderen
1:00:08–1:00:09
Podcast-Distributoren.
1:00:10–1:00:13
Spotify geht auch, wir würden uns sehr freuen.
1:00:13–1:00:15
Und ja, das war's.
Micz Flor
1:00:15–1:00:19
Und zur fünfzigsten Folge haben wir nur einen Wunsch. Erzählt einer Person,
1:00:21–1:00:22
von unserem Podcast.
Florian Clauß
1:00:24–1:00:27
Empfehlt es so sehr, dass diese eine Person das hört?
Micz Flor
1:00:27–1:00:28
Naja, also einfach nur erzählen.
Florian Clauß
1:00:28–1:00:35
Das würde mir genügen. Wir sehen es in deinen Download-Zahlen. Zur fünftigsten.
Micz Flor
1:00:36–1:00:40
Ich bin total baff, dass Hyperion gerade so weit oben ist.
1:00:40–1:00:45
Also Encanto ist als dritte Folge überhaupt immer noch irgendwie in Top 5.
1:00:46–1:00:48
Ist glaube ich jetzt an dritter oder vierter Stelle.
1:00:49–1:00:53
Was erstaunlich ist, weil alle anderen sind sonst glaube ich über folge 40 oder
1:00:53–1:00:58
später so mehr aber im period ist er ziemlich weit nach oben geschossen gerade aus der.
Florian Clauß
1:00:58–1:01:03
Leistung da ist den zahlen der zeit wahrscheinlich ist gerade irgendwo auf netflix
1:01:03–1:01:08
plant jemanden reihe serie zu schreiben würde sich anbieten.
Micz Flor
1:01:08–1:01:13
Ja stimmt also das ist ja es soll der film soll gedreht werden mit bradley cooper
1:01:13–1:01:16
glaube ich der soll als produzent Hyperion drehen.
1:01:16–1:01:20
Das sollte eigentlich eine Miniserie werden und wird jetzt aber wohl als ein Film gemacht.
Florian Clauß
1:01:21–1:01:22
Kann sein. Okay.
Micz Flor
1:01:22–1:01:24
Hatte ich das nicht erwähnt in der Folge?
Florian Clauß
1:01:24–1:01:26
Kann sein, aber ich muss immer nachhören.
Micz Flor
1:01:26–1:01:28
Es ist Bradley Cooper, American Sniper, ja.
Florian Clauß
1:01:29–1:01:37
Ja. Weiß ich nicht. Okay. Das war eigentlich Podcast. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Tschüss.
Micz Flor
1:01:37–1:01:37
Tschüss.
Florian Clauß
1:01:42–1:01:44
Diese Aufnahme hat nicht so richtig funktioniert.
Micz Flor
1:01:45–1:01:47
Chachipuchi?
1:01:49–1:01:53
Äh, GPS?

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Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:02
Sind wir die ganze Zeit hier jetzt?
Florian Clauß
0:00:02–0:00:05
Nein, ich glaube, das ist nur so ein Aufschluss.
Micz Flor
0:00:05–0:00:07
Das wäre so lustig dann für die GPS-Map.
Florian Clauß
0:00:07–0:00:10
Achso, gut, das ist das. GPS.
Micz Flor
0:00:11–0:00:14
Das wäre dann also die GPS-Track, die den Flo immer aufnimmt.
Florian Clauß
0:00:15–0:00:19
Den kann man auch aufnehmen. Nee, machen wir mal ordentlicher einen.
0:00:19–0:00:23
Ist das super? Nee, jetzt nicht mehr.
Micz Flor
0:00:24–0:00:29
Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast, Podcast, dem Podcast,
0:00:29–0:00:37
bei dem wir beim Laufen reden und laufend reden und heute von einem ganz besonderen
0:00:37–0:00:42
Ort, den ich sehr schätze und trotzdem auch ein bisschen enttäuscht bin darüber,
0:00:42–0:00:44
wie er jetzt ist, was er ist.
0:00:44–0:00:48
Diese Folge hat Flo vorbereitet, der euch gleich sagt, wo wir sind und ich weiß
0:00:48–0:00:49
aber nicht, warum wir hier sind.
0:00:49–0:00:52
Ich weiß nicht, ob ihr euch das zeigen möchtet, ich bin sehr aufgeregt.
0:00:53–0:01:01
Und damit übergebe ich zu Flo. Hallo, es ist die Folge 49 und ja, worum geht's?
Florian Clauß
0:01:01–0:01:06
Hallo, auch von mir herzlich willkommen bei eigentlich-podcast.de.
0:01:06–0:01:11
Wir sind jetzt vor dem Tor der Welt im oberen Jura.
Micz Flor
0:01:12–0:01:12
Okay.
Florian Clauß
0:01:13–0:01:18
Und hinter uns haben wir auch ein Highlight dieser Ausstellung,
0:01:18–0:01:20
nämlich die Dinosaurier-Skelette.
0:01:21–0:01:26
Wir sind im Naturkundemuseum und wir sind, glaube ich, das zweite Mal in unserer
0:01:26–0:01:29
Geschichte des Podcasts in einem Museum.
Micz Flor
0:01:29–0:01:30
Das dritte Mal.
Florian Clauß
0:01:31–0:01:34
Das dritte Mal. Wo waren wir? Wir waren im Technikmuseum.
Micz Flor
0:01:34–0:01:41
Dann waren wir nochmal im Technikmuseum wegen dem Beute und jetzt sind wir hier im Naturkundemuseum.
Florian Clauß
0:01:42–0:01:47
Ja, zweimal Technik, einmal Naturkundemuseum. Das sind auch meine Lieblingsmuseen,
0:01:47–0:01:51
die ich oft besucht habe. Genau, ich habe dich heute hierher geführt,
0:01:51–0:01:54
weil es was mit meinem Thema zu tun hat.
0:01:55–0:02:01
Das ist gerade zu Zeiten des Archäopterics.
0:02:01–0:02:08
Hier links von uns, das ist die Asteroidensammlung, Steinsammlung.
0:02:09–0:02:12
Und da gibt es ja einige Exponate, die aus dem Weltall stammen.
0:02:12–0:02:24
Aber wir haben heute ein anderes Thema, nicht das Weltall, sondern wir invertieren quasi das Thema.
Micz Flor
0:02:24–0:02:31
Hollow Earth. Wie heißt das? Believer.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:46
Wir tauchen in eine Welt, die heute noch zu großen Teilen unerforscht ist, die es aber,
0:02:48–0:02:52
Also keine historische Welt, nicht die Welt der Dinosaurier.
0:02:52–0:02:59
Mein Thema heute ist, und ich glaube, weil ich mich damals schon so für begeistert
0:02:59–0:03:01
habe, mein Thema ist die Tiefsee.
Micz Flor
0:03:01–0:03:06
Ja, das habe ich jetzt dann auch schon gewusst mit solchen Sätzen wie Wir wissen
0:03:06–0:03:10
mehr über Planeten, die hunderte von Lichtjahren fährt sind,
0:03:11–0:03:14
als über die Tiefe des Ozeans.
0:03:15–0:03:17
James Cameron.
Florian Clauß
0:03:19–0:03:20
Kommen wir auch noch zu sprechen.
Micz Flor
0:03:21–0:03:23
Wir sind ja ein Filmpodcast.
Florian Clauß
0:03:23–0:03:27
Wir sind ein Filmpodcast und auch James Cameron hat nicht nur Spielfilme mit
0:03:27–0:03:31
The Abyss und was war der andere, über die Tiefsee gemacht.
Micz Flor
0:03:31–0:03:33
Titanic war ja irgendwie das Ding.
Florian Clauß
0:03:33–0:03:35
Das war nicht die Tiefsee.
Micz Flor
0:03:35–0:03:38
Aber da ist er dann auch runtergetaucht.
Florian Clauß
0:03:38–0:03:42
Und er hat auch viel für die Forschung getan. Wie bin ich zu dem Thema gekommen?
0:03:43–0:03:45
Das ist, glaube ich, so ein mannigfaltiges Thema.
Micz Flor
0:03:45–0:03:51
Ja, die Brücke ist relativ einfach. Filmpodcast 90er Jahre.
0:03:51–0:03:54
Film, den ich beeindruckt habe? Titanic. Schon sind wir da.
Florian Clauß
0:03:56–0:03:57
So, jetzt,
0:03:59–0:04:06
sind wir nämlich in diesem Raum, zu dem ich auch mit dir gehen wollte.
0:04:08–0:04:15
Nämlich hier haben wir sogenannte Feuchtpräparate. Und zwar massenhafte Feuchtpräparate.
0:04:16–0:04:20
Also ich hätte gehofft, aber auch so ein bisschen befürchtet,
0:04:20–0:04:24
dass wir jetzt nicht unbedingt genau das finden, was ich suche.
0:04:25–0:04:31
Ich möchte nämlich mit dir über die erste deutsche Tiefsee-Expedition sprechen, die Valdivia,
0:04:32–0:04:40
die 1898 bis 1899 den Atlantischen Ozean,
0:04:40–0:04:45
den Indischen Ozean befahren hat und die ganz viele von diesen Präparaten mitgebracht
0:04:45–0:04:47
hat, die eben auch hier zu sehen sind.
0:04:48–0:04:54
Vielleicht finden wir hier das eine oder andere Label an diesen Präparaten,
0:04:54–0:04:57
die halt auf die Herkunft schließen lassen.
0:04:58–0:04:59
Weil die wir...
Micz Flor
0:04:59–0:05:00
Kommt man eigentlich noch rein?
0:05:01–0:05:05
Nee, ich glaube, das ist wirklich so ein Raum, wo man nicht reinkommt.
0:05:05–0:05:08
Aber war es nicht früher möglich da drin?
Florian Clauß
0:05:08–0:05:13
Ja, nee, nee, nee. Hier bist du nicht reingekommen. Das ist wirklich nur diese Exponate.
Micz Flor
0:05:14–0:05:18
Also vielleicht ganz kurz für die, die den Raum nicht kennen und die einfach nur zuhören.
0:05:19–0:05:23
Es ist ein großer Raum, der wahrscheinlich, würde ich mal sagen,
0:05:25–0:05:32
bestimmt fast 30 Meter lang ist und vielleicht sieben Meter hoch, oder? Was denkst du?
Florian Clauß
0:05:32–0:05:34
Ja, sieben Meter kommt gut hin.
Micz Flor
0:05:35–0:05:40
Vor uns ist ein mit Glas verschlossenes Regalsystem.
0:05:40–0:05:45
Das Regalsystem ist aus Eisen gemacht, also hat so sehr so eine Ästhetik von Lagerraum.
0:05:47–0:05:51
Ist lackiert, ist nicht ganz billig, also es ist schön gemacht.
0:05:51–0:05:53
Das hat was von Filmkulisse.
0:05:53–0:05:55
Da drin sind Gläser, riesengroße Einmachgläser.
0:05:56–0:06:05
Und da drin wiederum sind eben ehemalige Lebewesen, die jetzt alle in Form alter
0:06:05–0:06:07
Hütte oder wie auch immer eingelegt sind.
0:06:08–0:06:09
Die gefunden wurden eben auf
0:06:09–0:06:13
Schall. Und das Ganze ist von hinten angeleuchtet. Es ist sehr dramatisch.
0:06:13–0:06:17
Also es ist wirklich so wie, es ist eigentlich wie aus so einem Hellboy-Film,
0:06:17–0:06:19
wenn die da irgendwie so ein Museum,
0:06:22–0:06:25
wo da nachts irgendwas passiert, wenn eigentlich niemand mehr da ist,
0:06:25–0:06:26
wo dann jetzt gleich eine Wand durchbrochen wird.
Florian Clauß
0:06:27–0:06:30
Dann fangen sie langsam an, die Deckel sich zu heben und Tiere sich zu bewegen.
0:06:30–0:06:35
Wir sind hier nämlich vor den Rochen, allen möglichen Fischen,
0:06:36–0:06:38
aber auch Hintenfische sind hier zu sehen.
0:06:38–0:06:45
Also es gibt noch ganz viel mehr in den Tiefen des Naturkundemuseums von Exponaten,
0:06:45–0:06:48
Präparaten, die dann von den Expeditionen mitgebracht wurden.
0:06:48–0:06:52
Auch Fotografien hat das Naturkundemuseum von der Valdivia.
0:06:53–0:07:00
Valdivia wurde geleitet von dem Zoologen Karl Kuhn.
0:07:00–0:07:05
Der wird aber geschrieben wie so fast chinesisch, also C-H-U-N,
0:07:05–0:07:07
wird aber Kuhn ausgesprochen.
0:07:08–0:07:11
Die haben unzählige Arten entdeckt. Das ist ja noch heutzutage so,
0:07:11–0:07:17
wenn irgendwo eine Tiefsee-Expedition ist, dann kommen auch ganz viele neue
0:07:17–0:07:19
Arten zum Forschern, immer noch.
0:07:19–0:07:25
Das hat die Tiefsee in so Ansicht, weil die noch ein relativ unerforschtes Gebiet ist.
0:07:25–0:07:31
Man sagt sogar, dass bestimmt eine Milliarde von Arten an Bakterien sind noch
0:07:31–0:07:32
nicht entdeckt worden in der Tiefsee.
0:07:33–0:07:38
Also eine immense Zahl, deswegen auch ein extremst wichtiger Lebensraum.
0:07:38–0:07:44
Und in Zeiten des Wandels, Klimawandel, Anthropozän.
0:07:46–0:07:51
Umso wichtiger, mehr über den Tiefsee zu kennen. Weil in der nächsten Zeit wird
0:07:51–0:07:56
auch dieser Ausbau von Bergbau und so weiter, Tiefsee-Bergbau wird sich ausweiten.
0:07:56–0:08:00
Das heißt, da werden auch die ganzen Ressourcengebiete und so weiter angezappt.
0:08:01–0:08:06
Und weil auch unglaublich viele Metallvorkommen in der Tiefsee zu bergen sind.
0:08:06–0:08:13
Deswegen ist dieser Schutz des Lebensraums und die Kenntnis darüber ist heutzutage so extrem wichtig.
0:08:13–0:08:22
Ich möchte dir jetzt von Carl Kuhn einen Ausschnitt vorlesen aus den Tiefen der Weltmeere.
0:08:22–0:08:26
Das ist das Buch, was er gleich im Anschluss nach der Expedition geschrieben
0:08:26–0:08:30
hat, kam dann auch gleich 1900 raus, war ein Bestseller damals.
0:08:30–0:08:32
Aber das gibt nochmal so ein bisschen
0:08:32–0:08:36
einen Eindruck, mit was für einem Forschungsschiff wir es da zu tun haben.
Micz Flor
0:08:36–0:08:45
Es ist auch mal eine Frage gewesen, wie tief war denn Tiefseetauchen vor 120 Jahren?
Florian Clauß
0:08:45–0:08:47
Ja, also es geht nicht ums Tauchen.
Micz Flor
0:08:48–0:08:54
Entschuldigung, TJ. Ich übergebe das Mikrofon wieder unserem Korrespondenten
0:08:54–0:08:56
aus dem späten 19. Jahrhundert.
Florian Clauß
0:08:58–0:09:04
Es geht vor allen Dingen um Tiefsee, lässt sich ziemlich genau dann auch lokalisieren.
0:09:04–0:09:09
Nämlich die Tiefsee kann so grob als Lebensraum definiert werden,
0:09:09–0:09:11
wo kein Licht mehr hinkommt.
0:09:11–0:09:17
Also wo keine Lebewesen oder keine Pflanzen, die halt auf Protosynthese basieren.
0:09:17–0:09:23
Das ist so bei 400 bis 600 Metern kann man das einorten.
0:09:23–0:09:31
Und Tiefsee ist im Prinzip dann auch dieser Graben, der sich an dem Schelfmeer befindet.
0:09:31–0:09:33
Also wenn du dir vorstellst, es gibt die Kontinentalplatten,
0:09:33–0:09:38
die liegen auf der Landkruste, auf der Kontinentalkruste.
0:09:38–0:09:43
Und dann gibt es einen großen Bereich, der dann so quasi absackt,
0:09:43–0:09:45
wo dann das Meer anfängt. Und das ist das Schelfmeer.
0:09:46–0:09:49
Und das Schelfmeer ist zum Beispiel hier in Europa, das ist die Nordsee,
0:09:49–0:09:52
ein ziemlich groß gestrecktes Schelfmeer, wo es dann halt wie auch so,
0:09:54–0:09:58
200-300 Kilometer rausgeht und Schelf ist dann so der Bereich so um die 200-300
0:09:58–0:10:01
Meter, auch Tiefmeter. Also nicht nur Kilometer.
0:10:01–0:10:07
Und dann gibt es dann halt diesen Kontinentalhang, da wo die ganzen Romane von
0:10:07–0:10:09
der Schwarm hier spielen.
Micz Flor
0:10:10–0:10:13
Und sie büßt also auch.
Florian Clauß
0:10:13–0:10:17
Genau, also da geht es halt runter. Und es geht halt wirklich so tief runter.
0:10:17–0:10:21
Und das Schelfmeer ist in Europa, in Europa ist es halt recht lang gesteckt.
0:10:21–0:10:25
Aber wenn du zum Beispiel in Kalifornien bist, In zwei, drei Kilometern,
0:10:25–0:10:31
wenn du rausschwimmst, fängt dann schon die Tiefsee an oder rausfährst oder wie auch immer.
0:10:31–0:10:36
Da geht es ziemlich schnell bergab und Tiefsee fängt dann so ab 500 Meter an.
0:10:36–0:10:41
Und es ist grob gesagt ein Lebensraum, wo eben kein Licht mehr hinkommt.
0:10:41–0:10:47
Das heißt, da auch die entsprechende Nahrungslage so ist, dass die Tiere sich
0:10:47–0:10:51
entweder nur untereinander essen können oder halt von Aas leben.
0:10:51–0:10:57
Aber natürlich gibt es auch so bestimmte Wanderungen, wo in vertikalen Wanderungen,
0:10:57–0:11:04
wo dann Plankton nach oben an die Meeresoberfläche dann in der Nacht schwimmt
0:11:04–0:11:05
und dann nachts wieder runter.
0:11:05–0:11:11
Das ist übrigens die größte tägliche Wanderung an Biomasse, die wir haben auf dem Erdbein.
0:11:11–0:11:16
Also das sind auch, man kann sich das nicht vorstellen, wie viele Waggons,
0:11:16–0:11:21
wahrscheinlich dreimal zum Jupiter und zurück oder so an Masse,
0:11:21–0:11:25
die sich dann jeden Tag hin und her bewegt. Also unglaublich.
Micz Flor
0:11:25–0:11:29
Aber es gibt doch auch Lebewesen da unten, die dann an irgendwelchen heißen
0:11:29–0:11:33
Quellen von Späten basiert sind, also die sich wirklich da unten auch ernähren
0:11:33–0:11:34
und da unten auch entstehen. Genau.
0:11:34–0:11:37
Also die wirklich komplett entkoppelt sind, weil von dem bisschen,
0:11:38–0:11:41
was ich weiß, gibt es ja auch eben Tiere, die davon leben, dass alles,
0:11:41–0:11:46
was dann stirbt, auch nach unten sinkt, Und auch Hunden am Ozeangraben.
0:11:46–0:11:48
Ich weiß halt nicht, wie es in der Tiefsee wirklich ist.
0:11:48–0:11:53
Aber auch da eben so Aasfresser sind, die halt alles, was runterkommt, dann zersetzen können.
0:11:53–0:11:56
Aber eben diese Kleinstlebewesen oder irgendwelche Shrimps auch,
0:11:56–0:12:03
die dann an kleinen Vulkanen nippeln und sich mit Schwefel ergötzen, wo wir uns mit...
0:12:06–0:12:07
Carbon ergötzen.
Florian Clauß
0:12:07–0:12:12
Das ist genau der Punkt, dass die sogenannten schwarzen Raucher,
0:12:12–0:12:17
nennt man das, das sind dann halt so unterirdische Magma-Ausstoßungen,
0:12:17–0:12:21
also da Vulkane, die auch nicht eine lange Lebenszeit haben.
0:12:21–0:12:26
Je nach Verschiebung dieser Ozeankruste dann, wenn du in der Tiefsee bist,
0:12:26–0:12:31
können dann halt solche Lava- Ausbuchtungen passieren und dann gibt es halt
0:12:31–0:12:35
auch so eine ganze Reihe von Lebewesen, die darauf spezialisiert sind.
0:12:35–0:12:41
Sehr schnellstwachsend sind, um dann halt auch diese kurze Blase an Energie,
0:12:42–0:12:44
die da entsteht, halt auch optimal ausnutzen zu können.
0:12:44–0:12:48
Das haben wir zum Beispiel mit den Röhrenwürmern da. Die siedeln sich dann auch
0:12:48–0:12:50
gerne an solchen Quellen nieder.
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Und dann ist es eine der schnellstwachsendsten Lebensformen, die es gibt.
0:12:55–0:12:58
Während eine andere Art von Rohrenwurm, der irgendwo in der Tiefsee abhängt,
0:12:59–0:13:01
wo es dann halt irgendwie so kontinuierlich gleichbleibende Bedingungen über
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Jahrmillionen sind, eines der langsam wachsenden Tiere ist.
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Also du hast dann auch da so einen Kontrast und dann gibt es auch solche unglaublichen
0:13:09–0:13:13
Phänomene, wie du kannst in dieser Lava, in diesem kochend heißen Wasser noch
0:13:13–0:13:17
immer Bakterien nachweisen, wo man nicht weiß, wie schaffen die das da zu überleben.
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Man sagt dann halt irgendwie so 120 Grad sind so die Lebensschwelle,
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also die Bedingungen, wo dann noch Bakterien leben können, aber darüber hinaus
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geht es halt irgendwie so, geht es halt nicht mehr.
0:13:29–0:13:33
Und das sind halt total spannende Plätze, das ist fast eine eigene Folge wert,
0:13:33–0:13:36
habe ich auch überlegt, nehme ich jetzt nicht so mit rein, aber das ist hier
0:13:36–0:13:40
absolut faszinierend, weil ja auch gesagt wird, dass an diesen Plätzen,
0:13:40–0:13:43
an diesen Orten dann das Leben entstanden sein könnte.
0:13:44–0:13:49
Also das ist eine Theorie, dass das Leben aus der Tiefsee kommt oder das kommt
0:13:49–0:13:54
sowieso aus dem Meer, das wissen wir, so viel ist sicher, aber dass es halt in solchen Spots war.
Micz Flor
0:13:54–0:13:57
Früher war natürlich dann diese Theorie, dass ja, da waren ganz viele Blitze
0:13:57–0:14:01
und ganz viele Vulkane und dann war das irgendwie, aber natürlich ist es naheliegend,
0:14:01–0:14:04
dass es an Orten, wo wirklich auch so hoher Druck entsteht, also ganz tief,
0:14:04–0:14:08
was ja gleichzeitig völlig exponiert, aber auch völlig geschützt ist.
0:14:11–0:14:14
Ja, jetzt sind wir auf der anderen Seite und jetzt sehen wir etwas,
0:14:14–0:14:16
was ein bisschen leckerer aussieht als die ganzen Wochen.
0:14:17–0:14:23
Und zwar sind wir hier vor einer ganzen Reihe von Heringen und anderen heringsähnlichen Fischen.
Florian Clauß
0:14:24–0:14:29
Wir haben die Tiefsee als einen Raum. Ich hatte es schon erwähnt,
0:14:29–0:14:34
über 70 Prozent der Masse der Erde wird von den Meeren bedeckt.
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Und davon ist über 60 Prozent Tiefsee.
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Also ab einer Tiefen von ungefähr 2.000 bis 3.000 Metern geht es halt runter.
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Das ist so die Tiefsee, der Bereich.
0:14:45–0:14:49
Dann gibt es auch die sogenannten Gräben, die Kanäle.
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Mariannenraben ist der tiefste Punkt der Erde mit 10.000, 8.000 und sonst was Metern.
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Also wo dann nochmal 2.000, nochmal einmal Höhenwanderung nach dem Mount Everest.
0:15:03–0:15:06
Ja, zwei Kilometer. Zwei Kilometer.
0:15:07–0:15:12
Ja, also es ist wirklich unvorstellbar, wie tief das ist.
0:15:12–0:15:20
Und von diesem ganzen Bereich kann man sagen, haben wir 0,01 Prozent überhaupt verprobt.
0:15:20–0:15:23
Verprobt im Sinne, dass wir da Informationen rausgeholt haben.
0:15:24–0:15:29
Von der auch eine Herausforderung in dem ganzen Bereich ist die Frage,
0:15:29–0:15:32
wie das zu kategografieren.
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Wie schaffe ich denn überhaupt so eine Landschaftskarte? Das war auch gerade motiviert.
0:15:40–0:15:44
Also die Erforschung der Tiefsee ist motiviert, ist eine Mediengeschichte mal wieder.
0:15:45–0:15:50
Also damals, zu der Zeit von Carl Kuhn, ist man davon ausgegangen,
0:15:50–0:15:55
dass es kein Leben unter 300 Meter Wasseroberfläche gibt.
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Das konnten die sich nicht vorstellen. Dann, als die ersten Tiefseekabel verlegt
0:16:00–0:16:04
wurden, also Telegrafie, also wir reden hier von Mitte des 19.
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Jahrhunderts, da haben die festgestellt, als die dann dieses Kabel geboren haben,
0:16:10–0:16:14
um Reparaturarbeiten zu machen, dass das Ganze überzogen war von irgendwelchen
0:16:14–0:16:16
Krustentieren, Muscheltieren und so weiter.
0:16:16–0:16:19
Und dann kam erst mal, okay, da gibt es ja doch Leben da unten.
Micz Flor
0:16:20–0:16:27
Das ist ja sehr menschlich, oder? Also diese Ferrero-Rochet-Verpackung,
0:16:27–0:16:31
die kann ich wegwerfen, die zersetzt sich ganz bestimmt, alles wird gut.
0:16:32–0:16:39
Also sehr humanistisch mit egozentrischem Touch.
Florian Clauß
0:16:43–0:16:47
Genau, dann wurde überhaupt erstmal da ein Augenmerk drauf gerichtet und dann
0:16:47–0:16:51
war es natürlich auch eine Frage von, und das fing dann so an mit,
0:16:52–0:16:57
ja wahrscheinlich erst so richtig, dass es exponiert wurde dann in den 40er,
0:16:57–0:17:01
50er Jahren des letzten Jahrhunderts, nämlich diese Erdöl-Zufe.
0:17:02–0:17:07
Dafür brauchst du auch bestimmte Vorstellungen, was dann ab einer gewissen Wassertiefe
0:17:07–0:17:10
ist, dafür brauchst du Karten, dafür brauchst du Informationen,
0:17:10–0:17:16
wie der Untergrund geschaffen ist, um das dann halt auch entsprechend abzutragen und die,
0:17:16–0:17:19
ganzen Ich habe eine kurze Frage.
Micz Flor
0:17:19–0:17:23
Weil wir sind ja immer noch in diesem großen Raum drin und ich habe das Gefühl,
0:17:23–0:17:26
dass hier viel Hall ist und jetzt denke ich, habe ich so ein bisschen diese
0:17:26–0:17:30
Podcast-Idee, dass der Ton vielleicht anstrengend zu hören ist und wenn wir
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ans Publikum denken, sollten wir das einfach so,
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mitnehmen als Inspiration und damit,
0:17:38–0:17:41
woanders weitersprechen, wo einfach vielleicht der Sound besser ist?
Florian Clauß
0:17:41–0:17:45
Ich würde, wir dribbeln hier noch so ein bisschen rum, vielleicht,
0:17:45–0:17:49
um nochmal so das Schild von der Valdivia zu finden.
0:17:49–0:17:52
Aber so richtig habe ich noch nichts gesehen.
Micz Flor
0:17:52–0:17:55
Ja, das Älteste, was ich bis jetzt gesehen habe, war...
Florian Clauß
0:17:55–0:17:58
Hier von Fromm, 1909.
Micz Flor
0:17:59–0:18:00
Nee, ich war bei 1908.
Florian Clauß
0:18:00–0:18:03
Also man riecht ja noch förmlich das...
Micz Flor
0:18:03–0:18:04
Was hast du gesagt, 1897?
Florian Clauß
0:18:05–0:18:09
1898. Also man riecht noch diesen Alkohol.
Micz Flor
0:18:10–0:18:13
Nee, das bin ich. Nee, Quatsch, ich trinke nicht.
0:18:17–0:18:17
Gießenalkohol.
Florian Clauß
0:18:19–0:18:21
Also was ich mir wirklich dann, aber ich dachte schon, das kriegen wir nicht
0:18:21–0:18:26
hin, nämlich es gibt eine berühmte Art, weil die wir auch gefunden haben,
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einen Tintenfisch, der dann Vampirius infinatis heißt, nämlich so der Vampirtintenfisch aus der Hölle.
Micz Flor
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Okay.
Florian Clauß
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Und wenn man den dann in der Abbildung sieht, das ist ein Tiefseetintenfisch,
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der so in 3.000, 4.000 Metern vorkommt.
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Und der ist auch recht klein.
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Also ich habe ein Foto gesehen, wo der auch in so einem Kolben hing.
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Und der hat dann quasi so seine acht Arme. Das ist so ein Übergangstierchen.
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Und dann mit den Armen, die sehen aus wie so ein Umhang.
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Die Arme sind nicht frei, sondern die haben dann quasi so Häute dazwischen.
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Und der stellt die dann so auf wie so ein Vampir, der dann halt so einen riesen
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Umhang hat und hat dann auch so spitze Klauen vorne und das hat dann erstmal
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so eine Höllengestalt bei denen dann so als Assoziation ausgelöst.
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Und der schwebt dann in der Tiefsee und der bewegt sich nicht aktiv,
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sondern er schwebt und ernährt sich von Schwebeteilen.
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Und das ist überhaupt nochmal ein total interessantes Phänomen, der Tiefsee.
Micz Flor
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Das ist interessant, weil diese Vampirsache hatte ich jetzt sofort aus Verhalten
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und nicht auf die Erscheinung bezogen.
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Ich habe gleich gedacht, der ernährt sich dann vampirhaft von vielleicht sogar
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anderen Tintenfischen.
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In Wahrheit war es jetzt dann, dass er sich benimmt wie ein Vampir.
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Also er sieht aus wie ein Vampir.
Florian Clauß
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Ich finde es insofern interessant, weil zu der Zeit sind ja auch die ganzen Romane rausgekommen.
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Also es war dann so Frankenstein, Vapir. Und dass dann auch so diese Expedition
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natürlich auch wieder so inspiriert war von solchen kulturellen,
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so popkulturellen Phänomenen, dass dann halt wieder in diese Artenbenennung reingeflossen ist.
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Ich schiebe das die ganze Zeit vor mir her, weil du gesagt hast, wegen des Sounds.
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Das ist richtig, wenn ich jetzt was vorlese, wäre vielleicht ein wenig heiliger Raum besser.
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Aber was ich nochmal sagen wollte hier an dieser Stelle, alle Exponate,
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Präparate, die hier auch dann aus der Tiefsee geborgen wurden,
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sind so auch sozusagen so Nullpräparate.
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Also es gibt eine Expedition, die war dann 30 Jahre vorher, die Challenger-Expedition.
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Das war die erste Tiefsee-Expedition von den Briten. Die ist dann 1870 ins Meer gestochen.
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Und ganz viele Exponate, die da rausgefischt wurden, gelten heute noch als.
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Referenzexponate, um überhaupt dann die Veränderung von Kieftee erforschen zu
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können, weil du musst ja gucken, wie haben sich, also du hast ja nur diese relativ zufällige,
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Funde, die man da rauszieht und das sind gleichzeitig aber so die Null-Exemplare,
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weil die waren zu dieser Zeit,
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später hat man, oder früher hat man ja nichts, man kann dann halt irgendwie
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auf Fossilien gehen oder so weiter, aber so So echte Tiere, die man jetzt hier
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so in Form all der Hit und Alkohol sieht, hat man da ja nicht rausgezogen.
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Das ist halt nochmal so dieses Wertvolle an dieser Sammlung,
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weil immer noch die Zoologen oder Artenbestimmer dann eben diese Altpräparate
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rausholen und gucken, was weicht davon ab.
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Das ist im Prinzip wie quasi der initiale Commit in so einem Git-Repository
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und dann werden da nur noch Diffs so abgezogen.
Micz Flor
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Ich denke eher an Google-Fonts, an deine Google-Fonts-Folge.
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Also wie subtil diese Riefenarten voneinander abweichen.
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Man gucken kann, wo kommt das denn alles her, also wie ist das verknüpft.
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Wobei diese Idee, dass jetzt in dieser relativ kurzen Zeit, dann geht es nicht
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um genetische Veränderungen, sondern wirklich um Artenbestimmung,
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also Familien zu finden.
Florian Clauß
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Es geht um die Artenbestimmung, es geht vor allen Dingen auch um den Einfluss
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von Klimaveränderungen.
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Ganz großes Thema in der Tiefsee ist auch die Übersäuerung der Meere durch den
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höheren CO2-Ausstoß. Das wird ja ganz massiv von den Meeren aufgenommen.
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Das führt zu einer Übersäuerung des Milieus.
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Anderes Thema ist, man findet auf dem Variantengraben auch schon Mikroplastik.
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Das war das, was James Cameron dann hochgetragen hat in seiner Challenger-Experiment.
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Der hat dann auch in Bodenproben genommen. Das war ja der Mensch,
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der am längsten, am tiefsten Punkt der Erde war, mit zwei Stunden.
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Und hat ja auch diesen Film gedreht. Auch absolut faszinierend, dass ich meine,
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dass dann Cameron neben großartigen Blockbustern dann noch in dieser Wissenschaftsgeschichte
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so eine tragende Rolle spielt und dann noch Bodenproben aus dem Mariannengraben holt.
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Als Kind war er total im Tiefsee und so kommt seine Faszination für das Gebiet.
Micz Flor
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Das ist halt Cameron, weil ich hätte jetzt eher gedacht, das ist Silvester Stallone,
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aber er ist vielleicht nicht reingekommen in das kleine Loch mit seinen Schuhen.
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Er war draußen, hat den Bohrer in die Tiefsee gerammt.
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Er hält ein Kabel fest und sagt, I'll get you out of here.
Florian Clauß
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Aber das sind so Sachen, Mikroplastik, alles, was auf den Lebensraum einwirkt, durch eben Menschen.
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Das kannst du natürlich dann ganz gut bestimmen, weil da hat sich wirklich auch
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neben diesen genetischen Veränderungen einfach auch ein Lebensraum verändert,
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der erstmal so voll abseitig ist.
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Man würde jetzt nicht die Idee haben, dass die Tiefsee sich dadurch irgendwie
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verändert durch unser Zutun.
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Aber trotzdem hat man diese Ausstrahlung, was eben so umso mehr den Druck erhöht,
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viel mehr über die Tiefsee herauszufinden.
Micz Flor
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Ich würde jetzt mal eine Brücke zu diesem Vampir-Oktopus, den du vorhin beschrieben
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hast, schlagen, weil da war ich ja vorhin erstaunt, dass dieser Vampir-Oktopus Vampir heißt,
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weil er sich so komisch benimmt und nicht, weil er in seinem Verhalten irgendwie Vampir-ähnlich ist.
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Und du meintest halt eben so Populärkultur, die dann halt auch in der Namensgebung reinkam.
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Und dem gegenüber steht jetzt dann hier vor uns ja, wie du sagst, wirklich ein,
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Wissensfundus. Also die Dinger hier sind benannt, kartografiert,
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miteinander in Bezug gesetzt und so.
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Und gleichzeitig sind wir natürlich jetzt in dem Museum, wo die alles andere als ein Archiv sind.
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Das ist ja nur noch die Illusion eines Archivs. Wenn der Blick dann nach oben
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geht zum Beispiel, dann wird es ja schnell sehr dünn.
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Also es ist irgendwie so auf Augenhöhe stehen halt so die,
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geilsten Dinge. Gerade wenn man reinkommt.
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Die Impulsartikel für Kinder liegen jetzt auf Kniehöhe.
Florian Clauß
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Oben gibt es die Chipsorten.
Micz Flor
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Die man nicht möchte. Aber das finde ich dann wiederum auch interessant,
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weil natürlich hier auch eine Form der Inszenierung passiert.
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Du sagst Mediengeschichte, aber auch was wir hier sehen, ist ja so, das soll uns ja,
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mehr ergreifen, als dass es sich uns erschließen soll.
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Und der Wunsch ist natürlich gleichzeitig, dass wir diese emotionale Reaktion,
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die wir hier für das kuratorische Werk haben,
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dass die uns wiederum mit den Lebewesen so tief verbindet, dass wir nachhaltig
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auch daran denken werden und unser Verhalten auch darauf abstimmen,
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dass es diesen Tieren oder deren Nachfahren, die nicht in formalitärem Blut geht.
Florian Clauß
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Also hier könnten wir ein Exemplar haben, was dann auch von der Valdivia entdeckt
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wurde, weil es auch sehr populär wurde, ein Anglerfisch, eine Art des Anglerfisches,
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die dann nach dem Kapitän benannt wurde, nämlich Krächi, Krachmann.
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Ich weiß nicht genau, ich habe jetzt nicht das Audio dabei, müssen wir uns merken,
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ich habe es fotografiert.
Micz Flor
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Wie hieß die Mission?
Florian Clauß
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Valdivia.
Micz Flor
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Hier vorne steht, kann ich durchlesen, steht Arcania.
Florian Clauß
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Arcania. Aber das ist das andere Regal.
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Du sagst so, es ist natürlich ein Ausstellungsraum, wo dann auch das inszeniert wird für das Publikum.
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Ich meine, wir haben jetzt für die 20 Minuten auch 11 Euro bezahlt.
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Also es muss ja sicher was bringen. Aber natürlich, hier wird immer noch Forschung gemacht.
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Also das hatte ich ja schon vorhin erwähnt. Mit einem riesen Fundus an Räumen
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hier, Käfersammlungen, irgendwelche anderen Artensammlungen,
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die hier noch in Schubladen vergraben sind.
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Also das ist noch nach wie vor für Biologen ein ganz zentraler Ort,
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um ihre Forschung zu machen.
Micz Flor
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Auf jeden Fall. Und das ist halt das Verwirrende daran, dass man halt so das
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Gefühl hat, Wer jetzt als Forscher hier reinkommt, der braucht eine Karte,
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um zu verstehen, was er wo finden oder was sie wo finden wird.
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Weil das hier eben so sortiert ist, dass es maximal einen Eindruck schenkt von außen.
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Wenn du drinnen bist, musst du dich wahrscheinlich neu orientieren.
Florian Clauß
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Ich glaube, das ist ein großes Feld der Bibliothekswissenschaften,
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dieses Erstellen von Taxonomien.
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Und ich glaube, das wird hier auch immer einfacher.
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Also weil wir entsprechende Hilfsmittel wie generative KI haben oder Fotografie,
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wo du dann einfach nur noch hier so drüber schwenken musst.
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Und du hast jetzt im Prinzip eine Gestaltserkennung, kannst du dann drüber laufen lassen.
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Dann hast du dann wahrscheinlich relativ schnell dein Archiv dann digital zusammengeklickt.
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Würde ich mal behaupten. Aber es ist ein anderes Thema.
Micz Flor
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Und Artefakte so, wenn ich hier reingucke, ich meinte ja vorhin,
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das sei sicherlich, ich meine mich zu erinnern, dass man nochmal rein kon