"Oh, and sing of me, O Muse, poor born-again-against-his-will Hockenberry" Ilium, Chapter 1 The plains of Ilium

Was sind schon 3000 Jahre mehr oder weniger, wenn man über die großen Geschichten der Menschheit spricht? Das mag Dan Simmons gedacht haben, bevor er Homers Trojanischen Krieg (Iliad) von vor etwa 3000 Jahren nahm und diesen 1:1 in circa 3000 Jahren auf dem Mars von selbsternannten Göttern neu inszenieren ließ. Das ist einer der drei Handlungsstränge in Simmons‘ Buch „Ilium“, über den wir in dieser Episode sprechen werden. Gleichzeitig feiern genmanipulierte Menschen auf der Erde dank „Farcaster“-Teleportation und dienender Servix-Roboter ein lustvolles Leben. Im dritten Strang brechen Moravecs von den äußeren Planeten des Sonnensystems auf, um den bedrohlichen Quantenfluktuationen auf dem Mars auf den Grund zu gehen. Diese KI-Androiden wurden einst von den Menschen der Erde als Forscher ausgesandt und haben sich seit vielen Jahrhunderten vollständig autonom auf den Monden des Jupiters weiterentwickelt und vermehrt. In Simmons‘ Space Opera gibt es eigentlich keine Menschen mehr wie uns. Und gerade deshalb ist es ein Buch über die Menschlichkeit. Inspiriert von einem Essay im „New Yorker“ der frühen 1990er Jahre, in dem ein Scholar reflektiert, ob wir uns heute wirklich mit den Akteuren in Homers „Iliad“ identifizieren und verbinden können, verlegt Simmons diese Geschichte in eine Zukunft, in der selbst die Götter diese Geschichte nicht zu verstehen scheinen. Deshalb beleben sie den PhD-Gelehrten Hockenberry aus dem frühen 21. Jahrhundert wieder, um zu berichten, ob das, was auf dem Mars geschieht, wirklich dem Original entspricht. Die Menschen auf der Erde können nicht lesen und leben im Delirium der täglichen Lust, bis Harman sich das Lesen selbst beibringt. Es sind zwei Moravecs, die miteinander über Shakespeares Sonette und Proust reden, die noch am ehesten die Kulturgeschichte der Menschheit leben. Alle drei Stränge nähern sich einander an und treffen in einem furiosen, gewaltvollen Finale aufeinander. Unbedingt lesenswert. 10 von 10. Auch weil Simmons so unglaublich liebevoll und virtuos mit Sprache umgehen kann.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
Erzähler
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:01
Läuft es schon?
Florian Clauß
0:00:01–0:00:02
Ist.
Micz Flor
0:00:02–0:00:03
Alles abgerissen jetzt?
Florian Clauß
0:00:03–0:00:08
Ja. Leider. Leider, leider.
Micz Flor
0:00:09–0:00:12
Wollen wir... Achso, klatschen.
0:00:16–0:00:21
Jetzt wäre die Frage, soll ich einfach mal was vorlesen vorher in Englisch,
0:00:21–0:00:24
was wir später als Einstieg nehmen, oder wollen wir erst Hallo sagen?
0:00:24–0:00:28
Immer erst Hallo. Okay, gut. Aber dann sagst du oder ich.
Florian Clauß
0:00:29–0:00:37
Du. Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast Episode 45.
0:00:39–0:00:45
Wir sind der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und laufend reden. Neben mir läuft Mitch.
Micz Flor
0:00:45–0:00:46
Hallo.
Florian Clauß
0:00:46–0:00:53
Und er wird auch gleich unser Thema, sein Thema vorstellen. Und ich bin Flo.
0:00:55–0:01:02
Und wie ihr an den Nebengeräuschen hört, laufen wir entlang einer Straßenbahnstrecke.
0:01:03–0:01:05
Wir sind hier in Mitte unterwegs.
0:01:07–0:01:14
Und die Eigenschaft von unserem Podcast ist, dass wir während der eine dem anderen ein Thema vorstellt,
0:01:14–0:01:20
wir eine Strecke laufen, einen Spaziergang machen, machen, weil der ganze Podcast
0:01:20–0:01:26
ist so geboren aus unseren Hüttenwanderungen, bei denen wir auch immer wieder
0:01:26–0:01:28
irgendwelche Themen gewälzt haben.
0:01:28–0:01:32
Und wir dachten, wir machen ein Format draußen, einen Podcast.
0:01:32–0:01:36
Und sind jetzt schon bei Episode 45.
0:01:36–0:01:39
Ich finde es unglaublich, dass wir schon so viele Episoden haben.
0:01:39–0:01:43
Ja, bald zwei Jahre, Mitch. Das ist ja echt eine Zeit.
0:01:45–0:01:49
Ja, ich bin gespannt, was du mitgebracht hast.
Micz Flor
0:01:49–0:01:50
Ja, ich habe mitgebracht.
0:01:52–0:01:53
Weißt du Bescheid?
Florian Clauß
0:01:53–0:01:57
Hast du mir was erzählt? Du hast mir was gesagt darüber. Du hast das Thema auch
0:01:57–0:01:59
schon in deiner letzten Folge etwas angesprochen.
0:02:00–0:02:02
Und ich glaube, du machst eine Serie draus.
Micz Flor
0:02:03–0:02:07
Ja, ich mache mir eine Serie draus. Und habe jetzt beim ersten Mal einfach angefangen,
0:02:07–0:02:10
beim zweiten Mal versucht, mich so ein bisschen vorzubereiten.
0:02:10–0:02:11
Und dann entsteht gleich so ein Leistungsdruck.
0:02:13–0:02:18
Aber den kann ich vielleicht wieder abschütteln, weil ich versuche einfach,
0:02:18–0:02:23
mich dann frei zu bewegen. Es gibt aber so zwei, drei Sachen,
0:02:23–0:02:27
die ich als Text mitgebracht habe und die ich dann vielleicht auch vorlesen werde.
0:02:27–0:02:30
Es geht weiter um Dan Simmons.
Florian Clauß
0:02:31–0:02:33
Ah, der Autor Dan Simmons.
Micz Flor
0:02:33–0:02:37
Der Autor Dan Simmons. Und für die zweite Folge habe ich mir jetzt vorgenommen,
0:02:37–0:02:44
dass wir über das, über Ilium sprechen.
0:02:44–0:02:48
Das ist ein 800-Seiten-Roman, den ich dir geschenkt habe.
0:02:48–0:02:51
Und wo du eben beim letzten mal auch schon so ein paar sachen so
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toll erzählt hast habe ich gedacht das ist doch ganz gut denn so weil bei denen
0:02:57–0:02:59
die dann später kommen da bin ich wahrscheinlich mehr am alleine erzählen aber
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hier ist die hoffnung dann dass du mich noch so ein bisschen begleitet und ich
0:03:03–0:03:09
auch noch an sachen aus diesem sehr komplexen aber wirklich fesselnden finde großartigen,
0:03:12–0:03:14
roman erinnerst und die einen bringen kannst.
Florian Clauß
0:03:14–0:03:19
Ja okay ich muss mal gucken was ich noch erinnern kann diese.
Micz Flor
0:03:19–0:03:26
Krake zum beispiel hat es zum letzten mal wessen nicht gehört hat folge 43 die
0:03:26–0:03:30
krake ganz vielleicht noch mal erzählen und die kleinen grünen männchen und
0:03:30–0:03:33
so weiter und so fort und eine,
0:03:34–0:03:39
Und eine Sache, die ich sehr stark mit diesem Buch auch verbinde, ist,
0:03:39–0:03:47
ich hatte das Buch schon länger so auf dem E-Reader und dann habe ich irgendwann
0:03:47–0:03:50
einfach mal angefangen zu lesen.
0:03:50–0:03:54
Und dann hat es mich immer mehr gefesselt.
0:03:55–0:04:00
Und beim E-Reader hat man dann unten die Möglichkeit, sich anzuzeigen,
0:04:00–0:04:06
wie viele Prozente oder wie viele Seiten des Buches oder des Kapitels oder so.
0:04:06–0:04:09
Also unterschiedliche Formen, wie man das sich anzeigen kann.
0:04:09–0:04:13
Und ich hatte dann immer nur eingestellt, wie lange ich noch im Kapitel bin.
0:04:13–0:04:15
Noch vier Stunden, 17 Minuten im Kapitel.
Florian Clauß
0:04:16–0:04:17
Ach, du hast Zeit eingestellt?
Micz Flor
0:04:17–0:04:19
Nee, das macht er automatisch.
Florian Clauß
0:04:19–0:04:19
Okay.
Micz Flor
0:04:20–0:04:24
Und dann habe ich irgendwann mal umgestellt auf das Buch.
0:04:24–0:04:27
Also wie viel Prozent des Buchs habe ich schon gelesen. Und dann habe ich schon
0:04:27–0:04:31
ewig mich in diese Welt hineingelesen. War total begeistert.
0:04:31–0:04:35
Und dann war es so bei 12 Prozent, 17 Prozent. Und dann habe ich auf einmal
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gedacht, wie soll ich das alles noch?
0:04:38–0:04:42
Das ist ja riesig. Das ist ja wirklich gigantisch. Das würde ich alles noch lesen.
0:04:44–0:04:46
Und interessanterweise war ich dann immer so gefesselt, als es dann irgendwann
0:04:46–0:04:51
bei 80 Prozent durchgeht, oh ne, bitte nie aufhören. Ich würde wirklich.
Florian Clauß
0:04:53–0:04:59
Du hast mir das ja als Taschenbuch geschenkt, das ist ja auch mindestens fünf Zentimeter dick.
0:04:59–0:05:01
Das ist wahnsinnig schwer.
Micz Flor
0:05:01–0:05:05
Ja, das war auch das Verrückte, weil ich nämlich, das ist im Kontrast zum eReader,
0:05:05–0:05:10
als ich dir das dann irgendwie auf irgendwo online gebraucht, erstanden habe,
0:05:11–0:05:15
dann habe ich mir das angeschaut und gedacht, hätte ich das als so ein Buch
0:05:15–0:05:18
in der Hand gehabt, ich hätte nie angefangen das zu lesen.
0:05:18–0:05:22
Das ist einfach wirklich so gigantisch.
0:05:23–0:05:29
Also wenn du dann halt diese 800 Seiten in der Hand hast, das ist schon eine Hausnummer.
Florian Clauß
0:05:29–0:05:37
Das ist eine Hausnummer, eine Masse. Das ganze Buch ist auch mehr oder weniger,
0:05:37–0:05:39
hat verschiedene Storystränge,
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die es dann so auffällt und ich weiß auch noch, dass ich so,
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also man mag ja dann immer bestimmte Storylines und andere nicht so,
0:05:48–0:05:52
dass ich bei denen, die ich nicht so mochte, dann immer vorgeblendet habe und
0:05:52–0:05:54
gucke, wie lange dauert es noch?
Micz Flor
0:05:55–0:06:00
Da bin ich mal gespannt, welche du nicht so gut findest und welche du gut findest.
Florian Clauß
0:06:00–0:06:01
Aber ich fange mal an.
Micz Flor
0:06:01–0:06:06
Jetzt einfach vorzustellen. Ich habe gleich was zum Lesen mitgebracht.
0:06:06–0:06:11
Und auch wenn wir laufend reden und reden beim Laufen.
Florian Clauß
0:06:11–0:06:12
Und auch vorlesen manchmal.
Micz Flor
0:06:13–0:06:16
Laufend lesen ist schwieriger. Da müssen wir vielleicht kurz.
Florian Clauß
0:06:16–0:06:20
Stehen. Ja, da bleiben wir hier stehen. Wir sind jetzt gerade hier in der Dürksenstraße.
0:06:20–0:06:25
Und hier gibt es eine gute Möglichkeit, auch sich mal irgendwo unterzustellen.
0:06:26–0:06:29
Und ein Stück aus dem Roman vorzulesen.
Micz Flor
0:06:29–0:06:30
Ja, die ersten zwei.
Florian Clauß
0:06:30–0:06:31
Wir können das hier mit Hall machen, oder?
Micz Flor
0:06:32–0:06:32
Hall. Ja, okay.
Florian Clauß
0:06:33–0:06:34
Hei. Mal gucken, ob ich das in.
Micz Flor
0:06:34–0:06:34
Tritt sehe.
0:06:37–0:06:43
Und zwar sind das wirklich die ersten Zeilen des Romans.
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Und ich finde die aber ganz toll, weil mir jetzt erst klar geworden ist,
0:06:47–0:06:50
wie schön die so schon alles öffnen, was da so passiert.
0:06:51–0:06:53
Und ich muss das jetzt ein bisschen pathetisch machen.
Florian Clauß
0:06:53–0:06:53
Gerne.
Micz Flor
0:06:54–0:07:02
Rage. Sing, O Muse of the Rage of Achilles and Peleus' son, murderous man-killer, fated to die.
0:07:02–0:07:09
Sing of the rage that cost the Archaeans so many good men and sent so many vital
0:07:09–0:07:13
hearty souls down to the dreary house of death.
0:07:14–0:07:19
And while you're at it, oh Muse, sing of the rage of the gods themselves,
0:07:19–0:07:25
so petulant and so powerful here on the new Olympus.
0:07:25–0:07:30
And of the rage of the post-humans, dead and gone, though they might be,
0:07:30–0:07:36
and of the rage of those few true humans left, self-absorbed and useless,
0:07:36–0:07:38
though they may have become.
0:07:39–0:07:45
While you are singing, O Muse, sing also of the rage of those thoughtful,
0:07:46–0:07:52
sentient, serious, but not so close to human beings out there dreaming under the ice of Europa.
0:08:14–0:08:22
Das sind die ersten Zeilen in Ilium. Chapter 1.
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Und ich finde es halt so toll, weil eben diese Stränge und alles,
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also man liest es und man weiß gar nicht, worum es hier geht.
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Was sind Post-Humans, was sind die neuen Götter, was ist Olympus auf Mars?
0:08:34–0:08:37
Aber es macht eben einfach diese ganzen Handlungsstränge schon auf.
0:08:37–0:08:44
Und rückblickend ist es so ein bisschen so wie, ich weiß gar nicht,
0:08:44–0:08:51
irgendwie so das Gefühl, als ob man da doch schon eben den Teppich ausgerollt bekommt.
0:08:51–0:08:56
Auch wenn man das Gefühl hat, dass man nicht weiß, worum es geht.
0:08:56–0:08:58
Aber worum geht es? Rage. Es geht um Rage.
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Es geht um Achilles und Peleus. Es geht um die Iliad von Homer.
0:09:04–0:09:10
Das ist ein ganz, ganz tragender Teil des ersten Drittels auf alle Fälle,
0:09:10–0:09:13
um da wirklich auch so reinzukommen.
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Es geht um die Götter, in Anführungszeichen Götter, die halt eben auch in der
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Iliad vorkommen, die ja mit sich selbst auch dann immer so gegenseitig versuchen,
0:09:27–0:09:30
irgendwie Zeiten zu beziehen im Krieg um Troja.
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Und die allerdings in diesem Buch nicht diese Götter sind, das werden wir dann später noch erfahren.
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Aber es sind halt irgendwie neue Götter, von denen man gar nicht so du genau
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weißt, wo kommen die her, was machen die da, was ist da irgendwie los.
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Dann singen über die Post-Humans.
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Es gibt Humans und es gibt Post-Humans. Aber diese Post-Humans,
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die werden die ganze Zeit gesetzt, über die wird gesprochen,
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aber wir erleben die gar nicht, im ganzen Buch nicht. Und das steht hier auch schon drin.
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Du verbringst lange Zeit in dem Buch, damit zu sagen, diese Post-Humans möchte
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ich jetzt endlich mal kennenlernen.
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Aber hier steht es ja schon, post-humans dead and gone, though they might be.
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Wir wissen, wir haben keine Beweise für ihre Existenz, da steht es schon.
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Und trotzdem hat man 800 Seiten lang darauf gewartet.
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And the rage of those true humans. Dann gibt es also noch wahre Menschen.
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Es gibt also Götter, es gibt diese griechischen Kämpfer, es gibt Post-Humans, es gibt wahre Menschen.
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Und dann gibt es dieses Sentient, also diese sich selbstbewussten,
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serious but not so human beings.
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Das sind die Moravex, das sind Roboter, biotechnische Entitäten,
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die sich selbst fabrizieren in den Jupiter, im Jovian System.
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Da weißt du dann wieder mehr.
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Das steht aber dann auch schon da.
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Also ich, der Erzähler, bin wiedergeboren, heiße Hockenberry.
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Poor dad Thomas Hockenberry, PhD. Ich bin also Doktorand. Ich habe einen Doktor.
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Thomas Hockenberry, der Hockenbusch
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von seinen Freunden, die auch alle schon tot sind, genannt wird.
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Und die alle von einer Welt kommen, die ist quasi quasi turned to dust on a
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world long since left behind. Also diese Welt gibt es sowieso nicht mehr.
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Das heißt, wir haben jetzt quasi hier diese ganzen Handlungsstränge auch schon
0:11:57–0:11:59
irgendwie so aufgefächert.
0:11:59–0:12:04
Und nicht nur das, sondern wir haben auch, und ich kann das vielleicht nicht
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so gut rüberbringen, aber wir haben halt auch eine Sprache, und das finde ich ja bei Dan Simmons,
0:12:10–0:12:15
der hat unglaublich tolle Sprache, der kann einfach ganz toll schreiben.
0:12:15–0:12:19
Und ich finde halt dieses Sing, O Muse of the Rage of Achilles und so,
0:12:19–0:12:23
da ist halt so ein Rhythmus drin, wo man wirklich denkt, das ist halt so große,
0:12:23–0:12:27
bombastische, pathetische Literatur eben.
0:12:28–0:12:30
Iliad irgendwie, was ja auch Gesänge sind eigentlich.
0:12:33–0:12:37
Und dann aber auch diese Frage, was...
0:12:39–0:12:42
Wer spricht da mit mir? Du willst ja wissen, wer ist Erzähler oder Erzählerin.
0:12:42–0:12:45
Was ist diese Stimme, mit der ich angesprochen werde als Lesender?
0:12:46–0:12:48
Und das bricht dann hinten so weg.
0:12:49–0:12:54
Eben heißt es noch, Dreaming under the eyes of Europa, Dying in the sulfur ash of Io.
0:12:55–0:12:58
Und dann kommt halt so, Oh, when sing of me, oh muse, Poor born again against
0:12:58–0:13:02
his will, Hockenberry, poor dead, Thomas Hockenberry, Ph.D., Hockenbusch.
0:13:02–0:13:06
Ich merke jetzt irgendwie halt dieses Jambische oder was auch immer. Total zerbröselt.
0:13:06–0:13:10
Und das finde ich halt auch so großartig, weil genau das auch irgendwie dann
0:13:10–0:13:16
schon ein Stage-Setting ist für die Sprache, die Simmons dann in diesem Buch auch benutzt.
0:13:17–0:13:20
Und das wollte ich jetzt hier erstmal so in die Welt stellen.
Florian Clauß
0:13:20–0:13:25
Ja, sehr schön. Also ein bisschen wie bei Monty Python,
0:13:25–0:13:30
bei Flying Circus gibt es ja dann auch immer diese Zwischenspiele,
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die so Trickfilm-Ästhetik, aber so viktorianisch aufgeblasen mit irgendwelchen
0:13:35–0:13:38
komischen Accessoires und Details,
0:13:39–0:13:46
ja, und die dann halt auch so woop woop woop, dann läuft irgendeine Zunge weg oder so.
Micz Flor
0:13:46–0:13:48
Kupferstiche und nachkollorierte Sachen.
Florian Clauß
0:13:50–0:13:58
Kann ich nachvollziehen. Und ja, der Hockenberry, oder wie heißt der? Thomas Hockenberry.
0:13:59–0:14:03
Der ist in irgendeiner Form wiederbelebt worden,
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also er ist ja aber auch gleichzeitig so ein ganz fühlendes wesen er war dann
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ist er gegen klo ich weiß nicht genau.
Micz Flor
0:14:14–0:14:19
Also es ist so ich werde jetzt ganz kurz für die die vielleicht sogar diesen
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podcast hören weil sie was über ilium lernen wollen was sie nicht woanders schon
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gehört oder gelesen haben möchte ich eine hypothese in den raum stellen die
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ich so noch noch nicht gefunden habe,
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die ich aber irgendwie, die sich mir so aufdrängt.
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Also es ist ja dann so oft geht es jetzt ja nicht darum, was will der Autor
0:14:38–0:14:43
uns sagen und erzählen, sondern was macht das mit uns oder welche Blickwinkel auf diesen Stoff,
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uns ein interessantes Rätsel auf. Und da finde ich das interessant,
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dass in dieser Einleitung auch wir schon hören, worum es geht.
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Es geht also um Charaktere aus Iliad von Homer.
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700 oder 800 Jahre vor Christus geschrieben, gilt als einen der wichtigsten.
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Literaturprodukte der Menschheit, was ich auch wiederum interessant finde,
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weil halt nach Expanse, was wir schon gemacht haben, wo ja auch dann Ganymede
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und Io und Europa so vorkommen,
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was ich eh finde, dass halt Expanse und Ilium so Parallelen haben,
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dass halt diese Erde als Zentrum der Kultur und einziger Ort der Kultur dann
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sich irgendwie auf einmal so komisch anfühlt.
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Iliad, okay, Homer. mehr aber die
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sind drin das sind keine echten menschen das sind figuren von
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homer beschrieben oder erfunden oder aufgegriffen so das zweite jetzt müssen
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wir mal gucken es halt dass ich noch mal richtig durchgehen also da haben wir
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charaktere die in dem buch vorkommen die keine Menschen sind.
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Also diese Götter, die auch darin vorkommen, wirklich als Charaktere von diesen
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Göttern, die sind alle auf dem Planeten Mars,
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weil die sind ja im Olymp und wo ist in unserem Sonnensystem Olymp?
0:16:24–0:16:30
Auf dem Mars, Mount Olympus. Das ist doch, glaube ich, der größte Berg in unserem Sonnensystem.
Florian Clauß
0:16:31–0:16:35
Ja, ich glaube, der ist jetzt 20 Kilometer hoch oder so.
Micz Flor
0:16:35–0:16:43
Genau, und auf diesem Olymp wohnen die Götter. Die alten Götter aus.
0:16:46–0:16:50
Und diese Götter sind natürlich keine Menschen. Wir wissen nicht genau,
0:16:50–0:16:53
was es sind. Also es wird halt irgendwie dann auch so diskutiert, die sind größer.
0:16:54–0:16:57
Aber wir erfahren nicht wirklich, was das ist in diesem Buch,
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aber es sind auch keine Menschen.
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Dann diese Posthumans, die sind ja im Namen nach schon keine Menschen mehr.
0:17:09–0:17:14
Das heißt, die eh nicht vorkommen, über die aber gesprochen wird.
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Die sind keine Menschen. Und dann gibt es aber auch noch diese True Humans,
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die paar, die noch da sind, von denen wir aber auch relativ schnell erfahren,
0:17:22–0:17:27
dass es nicht wirklich Menschen in unserer Art sind, sondern zum Beispiel sind
0:17:27–0:17:32
das Menschen, die jetzt auf so einer kulturellen Ebene einfach alles losgelassen haben.
0:17:32–0:17:37
Die können nicht mehr lesen, die sind auch genetisch modifiziert zum Beispiel,
0:17:37–0:17:43
haben die Teile von Motten-Genen in ihren Körpern, was dazu führt,
0:17:43–0:17:48
dass die Frau den Samen von ganz vielen Männern aufnehmen kann und später kann
0:17:48–0:17:51
sie dann selber entscheiden, wer der Vater ihrer Kinder wird.
0:17:51–0:17:55
Also es ist so Motten-Gene-Grimm. Das heißt, diese True-Human sind auch genetisch
0:17:55–0:18:02
manipuliert, die werden genau 100 Jahre alt Und danach ziehen sie dann zu diesen
0:18:02–0:18:04
Post-Humans angeblich auf zwei Ringe.
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Das gibt so zwei Ringebene, die die Erde umkreisen, die auch sichtbar sind.
0:18:09–0:18:14
Das heißt, genau 100 werden ist jetzt auch nicht unbedingt eine menschliche
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Qualität, die wir als menschlich wahrnehmen würden.
Florian Clauß
0:18:18–0:18:20
Die feiern dann immer ihren Dekadengeburtstag.
Micz Flor
0:18:20–0:18:26
Genau, alle 20 Jahre kriegen sie so einen Fix-Up. da gehen sie dann auch einfach
0:18:26–0:18:30
da werden sie einfach nur mal wieder regeneriert in einer gewissen form die.
Florian Clauß
0:18:30–0:18:32
Altern auch nicht nur.
Micz Flor
0:18:32–0:18:38
Die alter nicht also und das ist dann auch so ein bisschen einer von diesen
0:18:38–0:18:44
nicht macguffins aber einer von diesen,
0:18:48–0:18:51
Jetzt sind wir gleich am Alex, das ist ganz grob. Das heißt,
0:18:51–0:18:55
das, was hier als True Humans benannt wird, ist auch nichts, was wir irgendwie...
0:18:56–0:19:00
Die sind am Anfang noch so ein bisschen langweilig, aber da werden wir auch
0:19:00–0:19:01
gleich noch darauf zu sprechen kommen.
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Und dann gibt es auch noch die Not-So-Human, werden sie genannt,
0:19:06–0:19:08
die du schon benannt hast.
0:19:08–0:19:19
Also Orpho of Io und Mahnmut von Europa. Europa, das sind die beiden Moravex,
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so heißen die, benannt nach dem Erfinder der Moravex.
0:19:23–0:19:31
Das waren ganz früher mal Androiden, so biotechnische Wesen oder eigentlich
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wirklich eher Androiden, es wurden dann Wesen.
0:19:33–0:19:43
Die wurden ins Sonnensystem von der Erde rausgeschickt, um das äußere Sonnensystem zu erkunden.
0:19:46–0:19:50
Sind dann aber da irgendwie so ansässig geworden, haben sich selber hergestellt.
0:19:50–0:19:55
Also die basteln sich so selbst und sind eben auch KI-mäßig die,
0:19:56–0:20:02
die in gewisser Weise noch vieles Menschliche weitertragen, als ob die die Forscher
0:20:02–0:20:03
der Menschlichkeit sind.
0:20:03–0:20:06
Das sind eben diese beiden, die ich jetzt angesprochen habe,
0:20:06–0:20:12
die du beim letzten Mal schon erwähnt hast, dass die über Proust und Shakespeare's
0:20:12–0:20:15
Sonnette sich unterhalten, die ganze Zeit angekriegt.
0:20:17–0:20:21
Die sehen allerdings dann zum Beispiel Aufruhr auf IO.
0:20:22–0:20:24
Das ist halt so eine Maschine, sieht ein bisschen aus wie eine Krabbe,
0:20:24–0:20:27
wiegt glaube ich sechs Tonnen oder so, wird auch so beschrieben.
0:20:27–0:20:35
Und das ist der Proust, Proust Skola oder sowas.
0:20:35–0:20:39
So, und das sind so die Charaktere. Und dann haben wir eben noch diesen Erzähler,
0:20:39–0:20:46
den wir da hören, Thomas Hockenberry, der im frühen 21.
0:20:47–0:20:52
Jahrhundert an Krebs gestorben ist. Ich glaube, die Zahl wird sogar genannt,
0:20:52–0:20:53
das Jahr, aber das habe ich jetzt nicht mehr im Kopf.
0:20:55–0:21:00
Und der dann wieder zum Leben erweckt wird. Also wir haben, um jetzt meine These
0:21:00–0:21:04
ein bisschen voranzutreiben, wir haben hier, was haben wir denn hier?
0:21:04–0:21:06
Alex gerade noch Gesang.
0:21:08–0:21:11
Wo gehen wir lang? Einfach an der S-Bahn erstmal lang, oder?
0:21:17–0:21:22
Diese Personen, diese Charaktere, die uns jetzt begleiten werden,
0:21:22–0:21:24
sind alle nicht menschlich.
0:21:25–0:21:31
Und das Ganze spielt, wird nicht genau benannt, spielt aber irgendwie so was
0:21:31–0:21:33
wie 3000 Jahre in der Zukunft.
0:21:35–0:21:38
Und da hatte ich dann auf einmal so gedacht, das ist ja interessant,
0:21:38–0:21:44
weil, wenn man jetzt mal guckt, wir sind heute, lesen dieses Buch heute,
0:21:44–0:21:50
vor etwa 3000 Jahren wurde Iliad von Homer geschrieben und das Ganze,
0:21:50–0:21:52
was wir jetzt sehen, spielt in 3000 Jahren.
0:21:53–0:21:57
Also irgendwie ist da so eine Symmetrie drin. Das heißt, der entwirft jetzt
0:21:57–0:22:00
ein Bild und sagt dann, okay, wir gucken auf die Iliad, Was ich im Interview
0:22:00–0:22:03
gefunden habe, war das auch für ihn ein Auslöser.
0:22:03–0:22:09
Der hat schon 1993, ich weiß nicht mehr genau, aber 2002,
0:22:09–0:22:14
2003 erschien das Buch, aber 1993 hatte er wohl im New Yorker einen Artikel
0:22:14–0:22:20
gelesen, in dem jemand beschrieben hat, wie er als Erwachsener nochmal wieder an die Uni gegangen ist.
0:22:22–0:22:25
Und ich weiß gar nicht mehr warum, das wird ihm mittlerweile nicht gesagt,
0:22:26–0:22:29
aber dort eben die Iliad dann auch nochmal gelesen hat und es hat ihn sehr berührt.
0:22:29–0:22:34
Und er hat gemerkt, wie wenig er sich eigentlich mit diesen fast 3000 Jahre
0:22:34–0:22:37
alten Charakteren dann doch irgendwie verbünden kann.
0:22:37–0:22:41
Ja, also wie weit weg das dann irgendwie doch ist.
0:22:42–0:22:47
Und dann habe ich, wenn das für ihn so ein Auslöser war, angefangen zu recherchieren
0:22:47–0:22:51
und sich einen Plot zu überlegen, dachte ich, Dan Simmons hat vielleicht wirklich auch gedacht,
0:22:51–0:22:55
okay, wie sieht es denn in 3000 Jahren aus, wenn die Leute auf uns gucken,
0:22:55–0:22:59
auf unsere Kultur und kommt dann darauf, dass halt die Humans vielleicht halt
0:22:59–0:23:04
nur noch 100 Jahre alt werden, immer regeneriert, selber gar nicht mehr lesen können.
0:23:04–0:23:07
Und dieses nicht lesen können ist ja gar nicht mehr so weit weg.
0:23:08–0:23:11
Wir haben ja natürlich kannst du lesen, aber wir haben ja immer diesen Running
0:23:11–0:23:12
Gag, dass du nicht mehr liest.
0:23:13–0:23:16
Ja, was ja auch so nicht stimmt. Du liest ja immer noch sicherlich irgendwelche
0:23:16–0:23:28
manuale aber jetzt muss ich kurz pause machen das wird nämlich sehr laut wir sind am anfang,
0:23:30–0:23:34
Flo macht ein Foto von einem Panda von hinten.
0:23:34–0:23:41
Also in gewisser Weise sind wir gerade an so einem verrückten kulturellen Implosionsrad,
0:23:42–0:23:51
wo gerade alles zusammenfällt mit Musik, mit Bärenkostüm, mit der Weltuhr heißt die auch, ne?
Florian Clauß
0:23:51–0:23:55
Ja, Weltzeituhr. Das war ja mal der klassische Treffpunkt im Osten,
0:23:56–0:23:59
weil die Weltzeituhr am Alex.
0:23:59–0:24:06
Wo man keine Telefone hatte und dann noch verbindliche Treffpunkte und Zeiten ausmachen musste.
0:24:07–0:24:09
Das war hier immer ganz gut gegeben.
Micz Flor
0:24:10–0:24:12
Fühlt sich auch an wie 3000 Jahre her.
Florian Clauß
0:24:13–0:24:15
Ja, 30 Jahre.
Micz Flor
0:24:18–0:24:24
Also das ist so eine Hypothese oder so ein Blick darauf, so dieses Menschliche
0:24:24–0:24:28
und das Verständliche zu konstruieren. Also wir gucken 3000 Jahre zurück auf
0:24:28–0:24:31
die Iliad, wir gucken 3000 Jahre in die Zukunft, das ist ein hypothetischer Blick.
0:24:31–0:24:37
Und in 3000 Jahren der Zukunft gibt es eben alle, die nicht mehr menschlich
0:24:37–0:24:43
sind, unter anderem auch diese Götter, die auf Mars, Olympus leben.
0:24:44–0:24:52
Und die diesen Thomas Hockenberry, der auch wieder von Simmons,
0:24:53–0:24:57
ist ein realer Mensch wohl, erzählt das im Interview.
0:24:58–0:25:00
Ich muss hier auch noch mal ganz kurz, das war eine Sache, die ich mir auch
0:25:00–0:25:02
noch mal rausgeholt hatte.
0:25:08–0:25:15
Der, mit dem er, glaube ich, auf der Uni war. Und das war so sein Gegenspiel, in Anführungszeichen.
0:25:16–0:25:20
Der einzige andere, ich finde es jetzt gerade nicht, der einzige andere Schreiber,
0:25:20–0:25:22
Writer, the only other Writer.
0:25:23–0:25:30
Und der wurde wohl kurz nach seinem Abschluss umgebracht, ermordet.
0:25:30–0:25:36
Wird auch nicht genau erklärt, was. Ich weiß aber, dem wollte er da mit Hockenberry,
0:25:36–0:25:40
mit dem Namen, irgendwie ein bisschen kein Denkmal setzen, aber ihn zumindest
0:25:40–0:25:42
irgendwie so im Leben erhalten.
0:25:42–0:25:53
Aber die Götter erwecken Thomas Hockenberry, der als PhD-Schola die Iliad auch
0:25:53–0:25:56
erforscht hat, wieder zum Leben.
0:25:56–0:26:02
Und er hat diesen absurden Auftrag zu beobachten in diesen realen Kämpfen, die da abgehen.
0:26:02–0:26:06
Also diese ganzen Charaktere aus der L-Jet sind da vor Ort und er kann sich
0:26:06–0:26:12
mittels Crazy-Technologie oder Magie oder wie man es auch nennen möchte, ich glaube, Arthur C.
0:26:12–0:26:18
Clarke hat mal gesagt, alles, was man sich nicht erklären kann,
0:26:18–0:26:21
muss wie Magie wirken, auch wenn es Technik ist oder so eine Art,
0:26:21–0:26:24
hat, kann er sich dann verwandeln,
0:26:24–0:26:28
kann andere Rollen annehmen, kann in andere Leute schlüpfen.
0:26:28–0:26:33
Und seine Aufgabe von den Göttern ist es, zu beobachten, ob die Iliad genau
0:26:33–0:26:39
so abläuft, wie es vor dann inzwischen schon 6000 Jahren geschrieben wurde.
Florian Clauß
0:26:39–0:26:45
Ich habe in Klappentext gelesen, er wird als Kriegsberichterstatter, Bestatter.
Micz Flor
0:26:45–0:26:46
Kriegsberichterstatter,
0:26:49–0:26:52
Er muss aufbauen.
Florian Clauß
0:26:52–0:26:57
Dass es genauso wie tradiert dann auch passiert.
Micz Flor
0:26:58–0:27:05
Ja, er soll herausfinden, ob es Unterschiede gibt. Und das ist wohl extrem wichtig.
0:27:06–0:27:11
Aber warum, weiß keiner. Und warum die Götter, die ja in der Iliad vorkommen,
0:27:11–0:27:15
die jetzt auf dem Mars leben, Und wir wissen gar nicht, was da unten für Menschen
0:27:15–0:27:18
in Anführungszeichen rumlaufen. Die müssen ja auch irgendwie hergestellt worden sein.
0:27:19–0:27:22
Und die laufen jetzt mit diesem Iliad-Programm in sich ab.
0:27:22–0:27:26
Und die Götter wollen jetzt wissen, ob die genau so ablaufen,
0:27:26–0:27:33
wie das damals vor 3000 Jahren ein PhD-Doktorand.
0:27:37–0:27:40
Der es studiert hat, irgendwie sagt. Also es ist so völlig verdreht,
0:27:40–0:27:46
völlig ineinander komisch verschraubt und du weißt nicht, warum die diese Welt geschaffen haben.
0:27:46–0:27:56
In der also die Iliad sind glaube ich 51 Tage in diesem Krieg und die gehen
0:27:56–0:27:59
auch nicht bis zum trojanischen Pferd und sowas, sondern die gehen nur,
0:28:00–0:28:05
in Homers Schreibung jetzt nur quasi bis nach dem Tod Hektors.
0:28:07–0:28:17
Und Hector wird von Achilles getötet und wird dann aber nicht rausgegeben.
0:28:17–0:28:19
Das heißt, es kann keine Trauerfeier stattfinden.
0:28:19–0:28:24
Und Homers Erzählung endet allerdings dann mit der Zeit,
0:28:24–0:28:35
in der Achilles von einem Trojaner überredet wird oder gut gestimmt wird,
0:28:35–0:28:44
den toten Leib, toten Körper von Hector rauszugeben und dann wird dann bestattet.
0:28:45–0:28:47
So, und dann ist die Iliad zu Ende.
0:28:48–0:28:52
Und ich weiß auch gar nicht mehr genau, ob Ilium dann zu Ende ist,
0:28:52–0:28:55
aber es ist eben auch der erste Teil von zwei Büchern.
0:28:56–0:29:00
Aber weil man bei Dan Simmons manchmal ein bisschen auf die Schnauze fällt,
0:29:00–0:29:04
weil man hofft, dass das zweite Buch dann genauso gut und eben auch...
Florian Clauß
0:29:05–0:29:07
Also von Ilium gibt es noch ein zweites Buch?
Micz Flor
0:29:08–0:29:09
Olympos heißt es.
0:29:11–0:29:12
Und Olympos ist auch super.
0:29:15–0:29:20
Es ist auch crazy super. Crazy und super, man kann das auch nicht so gut...
0:29:20–0:29:22
Also ich habe auch über Plot Spoiler nachgedacht.
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Man kann die Bücher finde ich auch irgendwie... Man kann nicht so richtig Plot
0:29:26–0:29:28
spoilern, weil das ist eher so...
0:29:32–0:29:38
Kurt Vonnegut hat mal wohl als Tipp gesagt, für Menschen, die Bücher schreiben,
0:29:38–0:29:43
hat gesagt, fang so nah wie möglich am Ende an.
0:29:44–0:29:47
Also start as close to the end as possible.
0:29:50–0:29:54
Und das ist sehr interessant, weil man dann wirklich weiß als erstes,
0:29:54–0:29:59
okay, das ist das Ende meines Buchs und wo fange ich an?
0:29:59–0:30:02
Wo denkt man zurück? Weil ich finde, bei Dan Simmons ist es oft so,
0:30:02–0:30:03
wie es mir da ging mit dem Buch.
0:30:03–0:30:09
Ich wollte dann nach 12 Prozent, habe ich gedacht, oh Gott, wie soll ich das alles lesen?
0:30:09–0:30:12
Nach 80 Prozent habe ich gedacht, ich will einfach, dass es nie aufhört.
0:30:12–0:30:16
Das Ende war dann nicht mehr wichtig. Ich finde, bei ihm ist Plot Spoiler nicht
0:30:16–0:30:19
so ein Thema, weil man irgendwie einfach an diesen ganzen Erzählungen so dranhängt,
0:30:20–0:30:24
oder ich zumindest dranhängen kann, dass es einfach Spaß macht zu lesen. Das ist wie.
Florian Clauß
0:30:24–0:30:26
Wandern. Warst du jetzt schon bei deiner These?
Micz Flor
0:30:27–0:30:28
Ja, meine These ist?
Florian Clauß
0:30:30–0:30:31
Diese Zeitachse.
Micz Flor
0:30:31–0:30:38
Genau, wir haben also diese Situation, in der Ilium fast schon wie so ein Test-Environment
0:30:38–0:30:43
ist für die Frage, Frage, können wir Menschlichkeit oder was heißt,
0:30:43–0:30:44
bedeutet Menschlichkeit?
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Können wir das irgendwie einfangen? Können wir das irgendwie festhalten?
0:30:46–0:30:47
Können wir das irgendwie beschreiben?
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Und Simmons dann deshalb irgendwie gesagt hat, okay, vor 3000 Jahren die Iliad,
0:30:54–0:30:57
jetzt in 3000 nochmal Iliad.
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Die Götter wissen es noch weniger als alle anderen.
0:30:59–0:31:06
Und wir heute können ja auch nur spekulieren, aber wir sind scheinbar das Beste,
0:31:06–0:31:11
was die auch in 3000 Jahren finden könnten, um jemanden wiederzubeleben.
0:31:11–0:31:13
Es gibt noch einen zweiten Forscher, da habe ich den Namen jetzt vergessen,
0:31:14–0:31:18
Knighton irgendwas, der auch da wiederhergestellt wurde.
Florian Clauß
0:31:18–0:31:20
Und der auch über die, über den,
0:31:21–0:31:22
dann.
Micz Flor
0:31:22–0:31:26
Ja, auch im Berichterstatter, die treffen sich zufällig. Vielleicht gibt es
0:31:26–0:31:28
noch mehr, das wissen wir nicht, aber die beiden treffen sich auf alle Fälle
0:31:28–0:31:30
und können sich so enttarnen.
Florian Clauß
0:31:30–0:31:35
Ich glaube, du beschreibst es ganz gut als eben so ein Versuchslabor.
0:31:35–0:31:40
Man hat das Gefühl, man ist dann in irgendeinem Inside-Machine und irgendwas
0:31:40–0:31:47
läuft da so ein Programm ab, das bestimmte Sachen rauszufinden versucht.
0:31:49–0:31:52
Und dann aber so ganz komische zutaten drin
0:31:52–0:31:55
hat ja ja es ist eine simulation von irgendwas
0:31:55–0:31:58
und gleichzeitig ist
0:31:58–0:32:01
auch sehr lebendig erzählt also die welt
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nimmt man so ab ja es ist ja auch eine kunst so ich glaube was du was relativ
0:32:07–0:32:12
einfach zu nehmen das heißt einfach aber nehmen wir jetzt mal bei der expanse
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ist dann eben dieses diese skalierung von mir fiction ist ja dann so ein bisschen
0:32:18–0:32:21
so Also diese Plausibilität,
0:32:21–0:32:22
die man entwickelt,
0:32:22–0:32:26
um halt Zukunft und eine Zukunftswelt zu erschaffen, die man irgendwie dem mal
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folgt, wenn der mal sagt, okay, kann ich mir vorstellen. Und es ist aber noch relativ nah.
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Ich weiß noch damals, es gibt ja in den 70ern gibt es ja auch solche,
0:32:39–0:32:47
Science-Fiction-Filme wie 2785, als das und das.
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Und dann dachte ich damals als Kind, mein Gott, das ist ja unglaublich weit weg.
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Wie kann man darüber einen Science-Fiction-Film machen? Wie kann man sich irgendwie
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vorstellen, was jetzt in 800 Jahren ist?
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Gleichzeitig kriegt man man ja auch irgendwie so einen relativ anderen Zugang zu Zeit.
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Dimensionen. Und jetzt zurückblickend auf 800 Jahre hat man schon eine Griffigkeit
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und kann man sagen, okay, was war vor 800 Jahren?
0:33:21–0:33:26
Da war irgendwie Mittelalter und so weiter. Also man hat ja irgendwie eine Vorstellung
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von dem, was vor 800 Jahren ist.
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Und jetzt auf so einer Zeitachse von 3000 Jahren finde ich das schon mal ziemlich,
0:33:33–0:33:39
ziemlich raffiniert, was er dann irgendwie für ein Setting entwirft.
0:33:40–0:33:51
Und wie das eben so mit Simulationen ist und Leben finde ich gelungen einfach bei ihm.
Micz Flor
0:33:51–0:33:58
Wir sind jetzt bei diesem einen Strang bei den Göttern und weil du sagst,
0:33:59–0:34:05
in der Iliad die Götter sind ja Teil dessen was wir da lesen wenn wir das lesen
0:34:05–0:34:09
oder irgendwie besprechen In der Iliad sind ja die Götter mit drin,
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die sich gegenseitig auch irgendwie versuchen,
0:34:14–0:34:17
Beine zu stellen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.
0:34:17–0:34:20
Und es gibt dann eben die Halbgötter oder die Kinder von Göttern,
0:34:20–0:34:21
die dann irgendwie mitkämpfen.
0:34:23–0:34:27
Also es gibt so ganz viele Motivationen. Und in der Iliad ist eben auch Rage,
0:34:28–0:34:32
das sagt er ja auch, eine Zorn, ist halt so ein ganz, ganz wichtiges Thema.
0:34:32–0:34:36
Es geht ja so ganz viel um Zorn. immer wieder wird
0:34:36–0:34:39
er so weitergegeben und erst zum
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schluss dann mit der herausgabe des toten kapers
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von hektor und der beistattung kommt dann irgendwie so ein bisschen moment der
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ruhe rein der krieg ist nicht zu ende aber das ist dann das ende der ideen hat
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und jetzt gucken wir halt in dieses buch hinein indem das von vor 3000 in die
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zukunft kommt man dadurch nicht.
Florian Clauß
0:35:01–0:35:02
Aber ich glaube.
Micz Flor
0:35:02–0:35:02
Ich denke.
Florian Clauß
0:35:02–0:35:05
Es ist besser, nicht an der Straße lang zu laufen. Ja, wir.
Micz Flor
0:35:05–0:35:09
Probieren ja mal hier so ein paar Nebenstraßen. Gerade war schon irgendwie Feuerwehr
0:35:09–0:35:11
oder Notarzt. Es ist ein bisschen laut hier.
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Das heißt, Simmons nimmt jetzt Iliad und setzt sie in die Zukunft.
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Er verändert auch die Sprache, auch wenn er jetzt sein Buch selber mit so pathetischen
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Sachen anfängt. Es wird conversational irgendwie.
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Es wird so ein bisschen gestelzt, aber es ist umgangssprachlich,
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wie die miteinander reden.
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Und projiziert also das von vor 3000 Jahren in 3000 Jahre Zukunft.
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Und wir schauen uns genau irgendwie das Gleiche nochmal an.
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Und dahinter passiert aber dann eben diese neue Geschichte, dass wir nochmal
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so anders auf diese Götter gucken.
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Diese Götter haben das alles hergestellt und inszeniert, was man ja auch von
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Göttern irgendwie erwartet.
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Das ist ja so unser Bild, Gott macht die Erde.
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Am Anfang war das Wort oder was auch immer.
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Und und er als autor schreibt es in zukunft rein wir
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gucken mal genau auf die götter die waren sonst immer so gesetzt mama
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und papa stellt man nicht in frage und jetzt gucken wir mal an und dann
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stellt sich halt bei denen raus die kochen auch nur mit wasser die haben dann
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auch so komische technik die haben dann bestimmte zum beispiel die die chariots
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also diese wagen mit denen sie die dann am Himmel entlang fliegen, auch für alle sichtbar.
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Die sind, wenn man genau hinguckt, was halt dann Hockenberry irgendwann kann,
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weil er da näher rankommt, da sieht man, dass das teilweise eben auch Raketenbetriebe
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sind. Also sie sind halt da bloß teilweise versteckt.
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Die haben dann so bestimmte Technik, also einfach Technologien,
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mit denen sie einen Knopf drücken können, sich teleportieren woanders hin und so.
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Und das sind einfach Sachen, die sie dann halt eben göttlich scheinen lassen
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und vor allen Dingen auch göttlich scheinen lassen vor diesen künstlich hergestellten,
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für uns schon 3000 Jahre alten Charaktere,
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die wir schon gar nicht mehr, so eben dieses eine Essay, das Dan Simmons auch
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mitmotiviert hat, da mal rein zu gucken, mit denen wir uns schon gar nicht mehr
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so gut innerlich verbinden können.
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Dieses Menschliche aus der damaligen Zeit ist irgendwie festgehalten,
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aber es ist ganz schwer, das irgendwie.
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An sich ranzulassen.
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Bei Dan Simmons' Ilium gucken wir also genauso, wie wir heute auf die alte Iliad
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gucken, gucken wir auf dessen.
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Wir sind einfach diese, wir wollen es auch wissen, was ist denn los,
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was motiviert den und so weiter.
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Also wir sind genauso Publikum, wie für die alte Iliad von Homer.
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Und gleichzeitig sind die Götter aber auch irgendwie Publikum für diese Puppen,
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die sie selber selber erschaffen haben, die das jetzt so abspulen, das Ganze.
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Und zwar wirklich eben auch in der gleichen Geschwindigkeit abspulen.
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Und dann ist es aber wiederum auch, finde ich, wenn es um die Frage Menschlichkeit
0:38:01–0:38:06
geht, dann ist es auch so, alles sind halt irgendwie Anteile von dieser Menschlichkeit.
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Und die Götter sind halt irgendwie welche, die halt irgendwie so ein bisschen
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die hässlichsten Anteile auch so darstellen.
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Die sind verschwenderisch und gebietend und umgangssprachlich würde man dieses
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komische Wort Hinterfotzig benutzen, weil die sich gegenseitig versuchen,
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immer so ein Dolch in den Rücken zu stoßen und sich da irgendwie immer gegenseitig...
Florian Clauß
0:38:28–0:38:33
Aber die sind ja auch so rein klassisch ganz gut übertragen.
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So werden ja auch die Götter dargestellt.
Micz Flor
0:38:36–0:38:39
Ja, also diese Götter auf jeden Fall. Die haben das auch.
0:38:39–0:38:43
Und jetzt kommen wir aber mit Hockenberry als Erzähler ziemlich nah ran.
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Der zieht sich dann eben auch so einen Helm des Hades, heißt es glaube ich,
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zieht er sich auf und dann ist er unsichtbar und dann schleicht er sich da auch mal hin.
Florian Clauß
0:38:52–0:38:58
Der hat das dann von Aphrodite, oder? Hat er doch den Helm bekommen und er ist
0:38:58–0:39:06
dann quasi bei ihr so ein bisschen in der Anstellung, dass er da für sie bestimmte Sachen rausfindet.
Micz Flor
0:39:06–0:39:09
Genau, er ist Spion. Spion.
0:39:11–0:39:15
Vor allen Dingen, das ist sozusagen seine direkte Vorgesetzte.
0:39:15–0:39:17
Ich weiß nicht mehr, wer es ist. Da weißt du jetzt mehr als ich.
Florian Clauß
0:39:17–0:39:25
Ich glaube, es war die Aphrodite oder es war oder wie heißt die Frau von Joyce?
Micz Flor
0:39:26–0:39:32
Das wäre die das wäre die nicht Helena, ist es? Helena.
Florian Clauß
0:39:33–0:39:34
Doch. Ja, ich glaube, es war Helena.
Micz Flor
0:39:34–0:39:41
Aber Helena ist ja auch die Helen of Troy ist ja auch die Schwägerin von Agamemnon,
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die von Paris entführt wurde, weshalb es den ganzen Krieg überhaupt gab.
0:39:45–0:39:47
Aber ich glaube, nee, Hera ist die.
Florian Clauß
0:39:47–0:39:51
Hera. Hera, genau. Hera ist die Frau von Zeus.
Micz Flor
0:39:51–0:39:55
Und ich kenne mich aber mit dieser Mythologie jetzt nicht so gut aus,
0:39:55–0:40:00
weil das ist natürlich für die von ein paar Reviews, die ich gelesen habe,
0:40:00–0:40:04
waren eben auch Leute, die das wegen Iliad gelesen haben.
0:40:04–0:40:10
Weil das scheint im amerikanischen Raum wirklich auch noch mal anders gesetzt zu sein.
0:40:10–0:40:13
Vielleicht hat sich das inzwischen auch ein bisschen geändert,
0:40:14–0:40:17
wo viel in Bibliotheken verschwindet, in Schulen und Colleges.
0:40:17–0:40:22
Aber das war damals, habe ich öfter gelesen, ich wollte es unbedingt lesen,
0:40:22–0:40:26
als ich erfahren habe, dass es sich da um Homer, das ist so lange her,
0:40:26–0:40:28
dass ich das damals in der Schule hatte oder im College.
0:40:29–0:40:33
Also dann, das ist für viele so ein Aufhänger gewesen. Aber ich habe damit nicht
0:40:33–0:40:37
viel zu tun gehabt, muss ich zugeben. In der Schule war das kein Thema bei uns.
0:40:39–0:40:41
Weißt du nicht, habt ihr das in der Schule gemacht, sowas?
Florian Clauß
0:40:43–0:40:43
Ähm, nee.
Micz Flor
0:40:44–0:40:44
Nee, ne.
0:40:48–0:40:51
Ja, aber das ist der eine Block.
0:40:51–0:40:54
Und die Götter zum Beispiel auch, und damit kommen wir zum zweiten Strang,
0:40:56–0:41:04
sind eben, wie ich sagte, so die, irgendwie so das Schlechtere oder das egozentrische
0:41:04–0:41:08
oder egomanische oder selbstsüchtige so an dieser Menschlichkeit,
0:41:09–0:41:14
dass die eben einfach auch ohne Rücksicht auf Verluste so auf diese Knöpfe drucken
0:41:14–0:41:17
und hier und da und dort und hier ihr Ding durchziehen, was dazu führt,
0:41:17–0:41:22
und das bringt uns zu den Moravex bei Jupiter,
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dass die Moravex von außen messen,
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dass vom Mars besorgniserregende Quantenfluktuationen zu messen sind.
0:41:34–0:41:37
Da sind wir auch wieder ein bisschen bei Expanse. Das erzählt ja von diesem
0:41:37–0:41:42
einen Neutronenstern, der in so einem System quasi als Mausefalle aufgebaut wurde.
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Also da gibt es dann in diesen Quantenfeldern innen um Mars herum, das ist irgendwie...
0:41:49–0:41:54
Kritisch, das ist für mich jetzt nicht mal Wikipedia-Plausibility,
0:41:54–0:41:58
sondern einfach, das ist Fiction, also kritische Quantenfluktuation,
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was dazu führen könnte, dass halt da in der Gegend wirklich ein Loch,
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also wie die Moravex das formulieren wird, ein Loch in den Zeitraum kontinuiert ist.
Florian Clauß
0:42:08–0:42:13
Die sind so eine Art von gleichberechtigter Abstimmungsgruppe,
0:42:13–0:42:17
die schicken dann lieber als Expedition los. Ja.
Micz Flor
0:42:18–0:42:22
Ich glaube, es werden insgesamt vier losgeschickt, aber nur zwei überleben.
0:42:22–0:42:25
Die werden dann über Maas nämlich abgeschossen. Das war vielleicht ein kleiner Plot-Spoiler.
0:42:26–0:42:30
Aber du hast ja mit der Krake und dem Absturz schon erzählt, was da so ist.
0:42:32–0:42:35
Aber die Moravex sind auf alle Fälle die, wo man das Gefühl hat,
0:42:35–0:42:37
das hat am meisten noch mit uns zu tun.
0:42:37–0:42:42
Die bilden Diskussionsgruppen, die beraten, die wägen ab.
0:42:42–0:42:46
Vielleicht ist es aber auch ein idealisiertes Bild von uns und wir sind den
0:42:46–0:42:54
Göttern doch irgendwie näher, die einfach nur vor sich hin leben und Müllberge
0:42:54–0:42:55
hinter sich zurücklassen.
Florian Clauß
0:42:55–0:43:00
Aber die Moravex sind ja auch eher, die haben ja nicht wirklich so Körper,
0:43:00–0:43:05
die haben ja alle so ganz komische Körper, die sind ja alle so zusammengepatcht.
Micz Flor
0:43:05–0:43:11
Die sind für etwas geschaffen, also die haben eine eingebaute Funktion und dadurch
0:43:11–0:43:16
sind sie natürlich in gewisser Weise auch bestimmt, also in gewisser Weise auch bestimmten Freiheiten,
0:43:18–0:43:22
bleiben ihnen verwehrt, weil die Körper nur bestimmte Sachen tun können.
0:43:22–0:43:26
Aber gleichzeitig scheint es so zu sein, dass diese Beschränkung sie zumindest
0:43:26–0:43:30
geistig nicht unfrei macht, weil das sind dann die, die eben,
0:43:31–0:43:35
Proust und Shakespeare so nette studieren, lesen und reflektieren,
0:43:35–0:43:38
darüber diskutieren. Sie.
Florian Clauß
0:43:38–0:43:43
Bringen ja weil hier ist menschliche Kultur gut dann wieder so in so einem Diskussionsstadium.
0:43:44–0:43:46
Also das heißt, die ist diskursfähig.
Micz Flor
0:43:47–0:43:51
Und das ist dann eben auch wieder dieser Twist, was ich meinte mit dieser Hypothese,
0:43:51–0:43:54
das ist ja nochmal eine andere Linse. Ja, dann sind wir ja auch die Moravex,
0:43:55–0:44:00
die sich die Menschlichkeit angucken, das ist ja für die auch wesensfremd.
0:44:00–0:44:04
Aber die versuchen es zu begreifen, die sind sogar ergriffen davon.
0:44:04–0:44:14
Aber sie kommen natürlich sehr von so einem KI, es ist weniger ein emotionaler
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Raum, wobei die auch sehr viel Emotion dann irgendwie zeigen.
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Also in diesem Aufruf Ayo und Mahnmut sind dann im Kampf, ist der eine verwundet,
0:44:24–0:44:26
ich weiß gar nicht mehr wer und der andere will ihn halt
0:44:26–0:44:29
dann irgendwie retten und lügt ihn sogar an, dass er sagt, nee,
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nee, nee, es sind nur noch 10 Minuten, aber in Wahrheit ist alles viel, viel dramatischer.
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Aber er will, weil der andere dann sagt, du, ich bin nur noch dead weight, lass mich liegen.
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Und er will ihn aber mitnehmen und versucht ihn dann zu überreden,
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indem er lügt. Und du merkst da ganz viel Emotionalität zwischen den beiden.
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Was ja nicht so das Androide ist, was man so allgemein beschreiben würde.
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Aber die sind auch Wir sind auch wieder Beobachter von Menschlichkeit.
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Die diskutieren über die Sonette, über Prust, wie hängt das zusammen, worum geht es.
0:45:02–0:45:06
Also bei Prust geht es generell darum,
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dass Menschlichkeit an seinem biografischen Leben irgendwie versucht,
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das zu erfassen oder zu generalisieren, zu beschreiben, zu verstehen und so.
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Und das heißt, da sind wir dann auch wieder verknüpft mit Nicht-Erzählern der Geschichte.
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Wir gucken schon auf die Moravex drauf. Auch Hockenberry erzählt uns das nicht.
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Also wir gucken quasi mit einem anderen Erzähler auf die drauf.
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Aber die wiederum erleben wir als welche, die versuchen, über diese Kunst der
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Menschen das Menschliche irgendwie auch zu verstehen.
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Und die Moravex, das ist der zweite Strang, die gehen dann eben los,
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werden losgeschickt um Komme-Was-Wolle.
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Sie sollen dafür sorgen, dass diese Quantenfluktuation aufhört,
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weil es einfach eine Gefahr für das ganze Sonnensystem darstellt.
0:46:03–0:46:04
Das ist der zweite Strang.
Florian Clauß
0:46:04–0:46:18
Und wo sind diese menschenähnlichen, diese hedonistische Hippie-Gemeinschaft einzuordnen?
Micz Flor
0:46:18–0:46:20
Die sind der dritte Strang.
0:46:23–0:46:29
Die sind auf der, in Anführungszeichen, Erde, die aber wohl auch wieder umgeformt
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wird. Da leben zum Beispiel wieder Dinosaurier drauf.
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Es gibt exakt eine Million Menschen auf der Erde.
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Es gab wohl mal so eine Art Seuche und nach dieser Seuche wurde aber, wie auch immer,
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das so hergestellt, dass auf dieser Erde immer nur exakt eine Million Menschen leben.
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Es gibt da auch so eine art teleporting struktur so ein bisschen wie so telefonzellen
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stelle ich mir das vor so kleine tore dann gehst du durch und dann sprichst.
Florian Clauß
0:47:09–0:47:13
Du wie bei harry potter diese port schlüssel.
Micz Flor
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Und in hyperion was ich
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auch noch auf jeden fall vorstellen möchte wird das ist es
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auch schon drin also das ist so eine simmons sache und da
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spielte dann zum beispiel hyperion auch damit dass man
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als privatmensch wenn man richtig richtig reich
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ist kann man als privatmensch sich zum beispiel ein haus bauen indem man diese
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fahrkasten die glaube ich also nicht broadcast oder fahrkasten distanz du kannst
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du dein haus bauen wurde dann wenn du dich eine tür gehst dann bist du auf einem
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auf einem anderen planeten im anderen system und dann ändert sich also also Also diese Idee,
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dass das Raum dann über diese Fahrkaste wirklich nochmal was ganz anderes bedeutet.
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Und die Idee, dass du ein Haus hast mit vier Zimmern und alle vier Zimmer sind
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in einem anderen Sonnensystem, aber du lebst halt da drin, finde ich schon auch
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ein schönes Gedankenspiel.
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Das haben die auch auf der Erde und dann gehen die so hin und her und feiern
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und haben halt irgendwie so Sex.
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Und wir lernen halt verschiedene Charaktere da kennen.
Florian Clauß
0:48:14–0:48:22
Das hat mich so ein bisschen von der Ausstattung erinnert an diesen Woody Allen,
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der Schläfer, das ist doch der Science-Hitchhiker.
Micz Flor
0:48:25–0:48:30
Ja, okay, ja. Ja, ich fand da immer diese Logan's Run, kennst du den noch?
Florian Clauß
0:48:30–0:48:30
Ja, ja, ja.
Micz Flor
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Weil da ja auch diese, die sterben mit 30 und es gibt quasi kein wirkliches,
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es gibt keine wirkliche Erklärung, keinen Griff hinter die Fassade,
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aber innerhalb dieser Bühne, in der alle leben bei Logan's Run,
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wird man halt 30 und danach fliegt man diese Pyramide hoch und stirbt,
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wird abgeschossen und ähnlich, finde ich, ist das Setting da auch.
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Explizit wird es auch so ein bisschen verglichen mit HG Wells Zeitmaschine mit
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den Eloy, die einfach so dröge vor sich so hinvegetieren.
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Und es gibt aber einen, Harman heißt er, der ist dann schon 98,
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also zwei Jahre bevor er dann in die Ringe hochkommt,
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die die Erde umkreisen, der von sich aus lesen gelernt hat.
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Überall stehen Bücher, aber niemand liest.
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Und er hat an Lesen gelernt und andere wollen dann auch von ihm lesen lernen.
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Also irgendwas passiert da.
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Diese genetisch mutierten, manipulierten...
Florian Clauß
0:49:31–0:49:36
Ja, man hat das Gefühl, er baut sich irgendwo in jedem Strang so ein Glitsch auf. Ja.
Micz Flor
0:49:36–0:49:41
Und das ist auch so ein bisschen, ich habe dann, also das würde mich dann auch
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nochmal interessieren, in Bezug auf dein Thema, dieses Hyperlink-Cinema.
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Also diese Idee, ob du da so eine Art des Geschichtens reinnehmen würdest.
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In diesem Fall sind es aber bei Hyperion sind es noch mehrere Sachen,
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mehrere Geschichten, die hier zusammenkommen.
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Aber in diesem Fall halt diese drei Stränge, die sich dann am Anfang gar nicht
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so sehr berühren, aber zum Schluss halt irgendwie so zusammenkommen.
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Ja, ich habe es ja nicht bis zum Schluss gelesen.
Florian Clauß
0:50:09–0:50:09
Ja.
Micz Flor
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Das kann ich sagen. Aber ich hatte so das Gefühl, dass das vielleicht so eine
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Form des Geschichtenerzählens ist, die halt so 90er, Nullerjahren vielleicht
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auch, also Hyperion zum Beispiel war Ende 80er,
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dass das vielleicht einfach sowohl filmisch als auch in der Literatur damals
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so ein bisschen experimentiert wurde.
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Aber egal, das ist jetzt nicht unser Thema jetzt. Du hast es nicht fertig gelesen.
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Und bis zur nächsten Aufnahme wirst du die zweiten 400 Seiten auch nicht lesen.
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Ja.
Florian Clauß
0:50:41–0:50:42
Vielen Dank, Mitch.
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War recht spannend.
Micz Flor
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Wir hören jetzt bei Seite 400 auf. Bis hier war Flo.
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Was auf der Erde was auf der auf der in Anführungszeichen Erde ist,
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ist halt die Geschichte, die da losgeht, ich finde das schon auch irgendwie
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toll, wo halt diese Party,
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geplant ist und über Fahrkasten kommen da alle irgendwie her und der eine geht
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dann, glaube ich, pinkeln oder so.
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Das ist so ein kleiner, pummeliger Typ. Alle kennen ihre Mutter,
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aber keiner kennt seinen, ihren Vater.
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Weil eben wegen diesen Motten gehen und der ist dann irgendwie irgendwie draußen
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und dann wird er vom Dinosaurier gefressen.
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Dann kommt er aber in der nächsten Szene schon wieder. Wenn sowas passiert,
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dann werden die Leute halt sofort wieder hergestellt.
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Ach, sehr cool, da gehen wir ja hinten rum, wir gehen über die Brücke gerade in der Spree.
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Dann können wir nochmal kurz da
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hinten diese Runge Straße, diese kleine Schleife gehen, die mag ich ganz.
Florian Clauß
0:52:00–0:52:05
Gut. Ja, da wo die Seabase ist.
Micz Flor
0:52:05–0:52:06
Genau, wo die Seabase ist.
Florian Clauß
0:52:06–0:52:08
Ja, da können wir auch nochmal reingehen. Jetzt kommen wir auch.
Micz Flor
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Schon langsam zum Ende für diesen Non-Plot-Spoiler-Un-Teaser-Buchbesprechung von Ilium.
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Und was dann passiert, also um diesen Momentum der einzelnen Stränge so ein
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bisschen darzustellen,
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es gibt auch noch die kleinen grünen Männchen, LGMs ist die Abkürzung,
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Little Green Men, auf dem Mars. die gibt es auch noch.
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Die bauen die ganze Zeit so diese Osterinselköpfe und stellen die halt dann an der Küste des Mars ab.
0:52:41–0:52:45
Im Mars, der wurde mal Terraforming-mäßig umgebaut, da gibt es dann halt so
0:52:45–0:52:49
Seen und die bauen halt an der Küste immer wieder neue, neue, neue.
Florian Clauß
0:52:49–0:52:51
Woher kommen die? Das.
Micz Flor
0:52:51–0:52:55
Wird nicht erklärt. Ich weiß gar nicht mehr wer, aber irgendjemand,
0:52:55–0:52:59
vielleicht ist es sogar Mahnmut oder auch Frau Feier, versucht mit denen irgendwie Kontakt aufzunehmen.
0:53:00–0:53:04
Das Problem ist bloß, die sterben, wenn sie dir Informationen geben.
0:53:05–0:53:13
Das heißt, für die ist es dir etwas mitzuteilen, es ist das Ende ihres Lebens.
0:53:14–0:53:15
Das muss wohlgewehrt sein.
Florian Clauß
0:53:15–0:53:20
Ein bisschen wie bei den Fraggles. Die Fraggles, wo dann auch diese ganzen,
0:53:20–0:53:26
die Construction Workers die ganze Zeit diese Höhlen weiter ausbauen,
0:53:26–0:53:27
aber die ganze Zeit so mürrisch sind.
0:53:29–0:53:31
Weißt du? Hast du die gesehen? Das ist super.
Micz Flor
0:53:31–0:53:33
Da müssen wir auch eine Folge drüber machen, ehrlich gesagt.
Florian Clauß
0:53:33–0:53:36
Ich habe die auch geliebt, aber die hat mich immer ein bisschen verwirrt.
Micz Flor
0:53:36–0:53:39
Ja, ja, es war irgendwie so. Es gab ja auch, da hatte ich auch mit Chris,
0:53:40–0:53:44
hallo Chris, hatte ich auch mal diese Sache, wo wir so ganz am Anfang vom Internet
0:53:44–0:53:46
und was wird das jetzt und wie soll das?
0:53:46–0:53:50
Und also so dieses Ding, so wow, einerseits großartig, andererseits,
0:53:50–0:53:53
was sind die Hierarchien, was ist die Ordnung und sowas?
0:53:53–0:53:58
Und dann hat Chris dann gesagt so, das ist ein bisschen so wie die große allwissende
0:53:58–0:54:00
Müllhalle von den Fraggles.
Florian Clauß
0:54:00–0:54:05
Ja, so wird ja auch Wikipedia, wurde ja auch immer so genannt in den Anfangsjahren,
0:54:05–0:54:09
die allwissende Müllhalde, weil jeder was raufkippen konnte.
Micz Flor
0:54:10–0:54:14
Gut, aber zurück zu diesem tollen Buch. Nichts lenkt mich ab.
0:54:14–0:54:15
Ich bleibe hier auf diesem,
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Fahrradwegstreifen und balanciere weiter aufs Ziel zu. Luke Skywalker.
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Auf der Erde ist es so, dass Haman fängt an zu lesen und,
0:54:30–0:54:35
ach so, eine ganz wichtige Sache vom Setting auch, finde ich so großartig,
0:54:35–0:54:37
es gibt, wie heißt die nochmal,
0:54:37–0:54:47
Servix und es gibt noch so, also Dienender, Serv irgendwas und Tron.
Florian Clauß
0:54:47–0:54:55
Bei den Menschen. Bei den Menschen, genau. Aber das waren so am ehesten so Service-Roboter, ne?
Micz Flor
0:54:55–0:54:58
Ja, es gibt diese Service-Roboter und es gibt noch die Voynix.
0:54:58–0:55:01
Das sind auch solche Roboter, wo ich jetzt aber gar nicht weiß,
0:55:01–0:55:05
ob die im ersten Teil Ilium oder erst in Olympos eine Rolle spielen.
0:55:06–0:55:09
Aber das ist zumindest ein Twist, den ich gerne erzählen möchte,
0:55:09–0:55:10
weil der ist so großartig.
0:55:11–0:55:15
Weil wir wissen inzwischen, wie bei allem, wir wissen nicht,
0:55:15–0:55:19
woher es kommt, wir wissen nicht, wer es implementiert hat, wir wissen nicht, wozu es da ist.
0:55:19–0:55:22
Diese logik ist uns nicht klar aber es
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gibt diese roboter die dienen die dienen
0:55:26–0:55:29
die ganze zeit die bringen halt dann hier und das essen und da die
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sind einfach sind aber roboter die machen das einfach so das hat so ein ding
0:55:31–0:55:35
keiner denkt darüber nach und auch dann zwischendrin gibt es auch mal so ein
0:55:35–0:55:39
dialog so ja wo kommen die eigentlich her und dieser typ der vom dinosaurier
0:55:39–0:55:46
gesprochen gefressen wurde so der sagt dann warum ist mir egal also wurscht
0:55:46–0:55:47
auch wieder so eine Menschlichkeit.
Florian Clauß
0:55:47–0:55:48
Die.
Micz Flor
0:55:48–0:55:54
Sind wie Luft, die ist einfach da. Und die Voynixer, die sind auch irgendwie einfach da.
0:55:54–0:55:57
Ich weiß gar nicht mehr genau, aber ich glaube, die sind im ersten Teil schon
0:55:57–0:56:00
aktiv und deshalb kann ich dann vielleicht irgendwie schon sagen,
0:56:01–0:56:07
dass es irgendwann wie so ein Schalter umgelegt wird und die Voynixer aus dem
0:56:07–0:56:10
Nichts heraus versuchen in Heerscharen alle Menschen umzubringen.
0:56:12–0:56:15
Also das geht einfach los und es ist einfach so,
0:56:15–0:56:18
auf einmal sind die da und die kommen durch den wald und die müssen irgendwie
0:56:18–0:56:23
so und und wie du sagst irgendwie passiert da was in diesen strengen diesen
0:56:23–0:56:27
einen stand passiert hat haben fängt an zu lesen bücher lesen fängt an fragen
0:56:27–0:56:32
zu stellen fängt an mathematik zu lernen auch zu vermitteln das gibt also eine
0:56:32–0:56:36
kleine gruppe ebenso hippie mäßig aus so eine schule die lernen dann metall,
0:56:36–0:56:40
verarbeitung und so sachen also die sind da passiert irgendwas verändert sich
0:56:40–0:56:46
und auf einmal bricht dann dieses so als ob auch die irgendwie ein experiment sind was,
0:56:48–0:56:55
das ist ein wohnraum wahrscheinlich sind gerade hier war doch früher war nicht ein.
Florian Clauß
0:57:01–0:57:04
Wir kommen jetzt auf die Köpi, Köpi-Nika.
0:57:05–0:57:15
Und hier auf dem hier, das ist so das Gelände, also hier sind so diese Superreichen.
Micz Flor
0:57:17–0:57:21
Genau, das ist quasi der Ring, was im Ilium, dieser Ring der Post-Humans.
Florian Clauß
0:57:21–0:57:28
Ja, ihren Wohnraum, so Gläser und so Schaustellen, wo man denkt, wow.
0:57:29–0:57:35
Und da hinten war das Architekturzentrum. Das ist ja auch schon so diese Club-Route, ne?
Micz Flor
0:57:35–0:57:36
Ja.
Florian Clauß
0:57:36–0:57:40
Hier war Praxis Dr. McCoy, weißt du, früher in einem Club drin.
Micz Flor
0:57:40–0:57:42
Wo wir immer mit Gideon drin waren.
Florian Clauß
0:57:43–0:57:47
Ne, das war ja diese Bar am Wasser.
0:57:48–0:57:53
Wie hießen die noch? ja das war gegenüber von von kater ja.
Micz Flor
0:57:53–0:57:57
Ich habe sehr viele clubs besucht immer wieder weil das.
Florian Clauß
0:57:57–0:57:58
Wahrheit ich war ein teil von.
Micz Flor
0:57:58–0:58:03
So leuten wie dir und dann war ich immer wieder auf den clubs aber ich kann
0:58:03–0:58:04
mich jetzt an den namen so nicht erinnern.
Florian Clauß
0:58:04–0:58:13
Ja und hier ist der tresor hingezogen in das gebäude ja da war ich drin das weiß.
Micz Flor
0:58:13–0:58:14
Ich aber das wurde doch dann jetzt.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:21
Dahin aufgelöst ja den gibt es glaube ich nicht mehr aber.
Micz Flor
0:58:21–0:58:23
Das ist doch jetzt diese große halle radialsystem.
Florian Clauß
0:58:23–0:58:32
Die radiale ist hier noch weiter und das hier da ist und das lustige ist der
0:58:32–0:58:37
sieht wirklich genauso aus wie früher also das ist echt was sie denn naja was
0:58:37–0:58:43
die letzte vor sieben jahren sechs sieben mit dem Wattenfall.
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Du kommst da hinten so rein und dann kommt da das alte Walfisch und der KitKat Club.
Micz Flor
0:58:50–0:58:53
Kann man eigentlich auch Videos bei uns unterbringen auf der Webseite?
Florian Clauß
0:58:53–0:58:54
Hier ist der Eintritt von uns.
Micz Flor
0:58:54–0:58:59
Der Eingang vom Tresor. Weil ich möchte das kurz filmen, weil ich weiß nicht,
0:58:59–0:59:00
ob es Kunst ist oder nicht, aber,
0:59:04–0:59:16
Wir sind direkt vor dem Wattenfallkomplex und diese blinkenden Straßenlaternen sind,
0:59:16–0:59:22
finde ich, keine gute Werbung für die Stromversorgung der Stadt.
Florian Clauß
0:59:28–0:59:34
Wenn auch irgendwelche Botschaften, die wir wieder nicht verstehen, gesendet.
Micz Flor
0:59:35–0:59:41
Das sind die Little Green Men der Berlins. Gut, und was erwartet uns noch?
0:59:41–0:59:47
Also natürlich erwartet uns, dass die auf der Erde im Prinzip dieses Paradies,
0:59:47–0:59:50
in Anführungszeichen, das wäre vielleicht eine mögliche Utopie.
0:59:50–0:59:54
Ach, im Garten Eden, das gibt noch Dinosaurier, ist das scheinbar auch lange
0:59:54–1:00:00
her. und man braucht nichts tun, außer Wein, Weib, Gesang, Mann zu genießen.
1:00:02–1:00:08
Aber es ist dann irgendwann doch die Menschlichkeit wieder, die dazu führt,
1:00:08–1:00:16
dass eine kleine Gruppe aufbricht, um die Ringe um die Erde zu erreichen.
1:00:17–1:00:21
Um da mal zu gucken, was passiert denn da alle 20 Jahre, wo fahren wir denn da hin?
Florian Clauß
1:00:21–1:00:25
Aber nochmal ganz kurz, ich will nochmal eine Geschichte,
1:00:25–1:00:29
die ich noch im Kopf habe, aber die ist so richtig auf, dann gibt es halt diesen,
1:00:29–1:00:35
der weit 100 wird, der ist so ein bisschen der spirituelle Führer innerhalb
1:00:35–1:00:39
von dieser Gruppe und dann schließen sich so ein paar an und der will irgendwo
1:00:39–1:00:44
in so einem total abseitigen Gebiet, will er sich dann hin teleportieren,
1:00:44–1:00:47
der will laufen und alle sagen, du kannst doch nicht da hinlaufen.
1:00:49–1:00:50
Kriegst du das noch zusammen? Ja.
Micz Flor
1:00:51–1:00:55
Es gibt diese, die suchen, die finden dann die, ich habe den Namen vergessen,
1:00:56–1:01:02
das ist die, also das ist nicht mein Begriff, aber die ewige Jüdin oder die Wanderjüdin.
1:01:03–1:01:07
Es gibt original eigentlich nur in der männlichen Version, aber da ist es eine Frau.
1:01:07–1:01:15
Naja der tresor genau und das
1:01:15–1:01:20
ist das ist eine person
1:01:20–1:01:24
die glaube ich so was sie ist so kommt aus der mittelzeit ist 1200 jahre alt
1:01:24–1:01:27
die hat die meiste zeit sind wirklich ein ganz tief gekühlten kühlschränken
1:01:27–1:01:32
zugebracht und die wohnt auch in einem ganz entfernten bereich und die kommen
1:01:32–1:01:35
dann irgendwie auf die spur das hat er vielleicht ein buch gelesen weiß nicht
1:01:35–1:01:36
mehr da Da kommen die irgendwie auf die Spur,
1:01:36–1:01:39
indem die halt gucken, dieses Farcaster-System,
1:01:39–1:01:41
was uns alle irgendwie verbindet.
1:01:41–1:01:45
Wo gibt es denn etwas, was so weit weg ist, dass wir uns fragen müssen,
1:01:46–1:01:48
warum ist da überhaupt so ein Farcaster-Tor?
1:01:48–1:01:49
Und mit dieser logischen Frage
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kommen die zu dieser einen Station und finden die dann auch in der Tat.
1:01:55–1:01:58
Und die hat dann auch so Technologie, die sie halt so beherrschen kann,
1:01:58–1:02:03
wo die anderen denken, das ist doch wirklich in Anführungszeichen Zauberkraft.
1:02:05–1:02:12
Und die ist die Wanderjüdin, Wandering Jew.
1:02:14–1:02:24
Was auch so ein ganz seltsames Bild ist, was ich jetzt auch nicht für mich so
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richtig erfassen konnte.
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Ich glaube, das habe ich sogar schon mal in einer anderen Folge auch beschrieben.
1:02:33–1:02:35
Ich glaube, in Contact war es sogar in der allerersten Folge.
1:02:35–1:02:44
Es gibt dieses Bild in Ilium, was dann erst in Olympus, im zweiten Teil,
1:02:44–1:02:48
nochmal angeschaut wird und total ausgehebelt.
1:02:48–1:03:01
Und dieses Bild ist, dass in Israel gibt es ein Licht, der senkrecht von der Erde weggeht.
1:03:02–1:03:05
So ein, ja, was würde man sagen, Lichtskulptur.
Florian Clauß
1:03:05–1:03:06
Natürlich nicht nur Licht. Projektion, oder?
Micz Flor
1:03:06–1:03:09
Es ist einfach so, das steht so da, das steht, also es ist wie so eine Lichtsäule.
1:03:10–1:03:13
Die geht so einfach unendlich, wie so ein leuchtender Schornstein.
1:03:13–1:03:19
Und da drin sind, wenn ich mich recht erinnere, 500 oder 800,
1:03:19–1:03:22
ich weiß nicht mehr, aber vielleicht was für eine Zahl, die irgendwas bedeutet,
1:03:22–1:03:28
die ich nicht kenne, aber Juden, Jüdinnen drin.
1:03:28–1:03:31
Die sind dematerialisiert also sind
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quasi teleportiert aber die
1:03:35–1:03:38
wurden nie wieder manifestiert das heißt sie sind als informationen in dieser
1:03:38–1:03:44
säule geblieben und ich weiß nicht was das ein bild ist also aber es ist ein
1:03:44–1:03:49
sehr mächtiges bild und vor allen dingen auch eine frage die man sich in helium
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irgendwie stellt oder ich mir gestellt habe aber da muss man doch mal wissen, wo das hin leuchtet.
1:03:55–1:03:57
Was ist da auf der anderen Seite von dieser Säule?
1:03:57–1:04:02
Wo kommt dieses Licht an? Was wird da anvisiert? Das ist so die Frage,
1:04:02–1:04:03
die ich mir gestellt habe.
Florian Clauß
1:04:04–1:04:12
Naja, also ich bin ganz grob assoziiert, wenn das aus Israel kommt und Jüdinnen und Juden,
1:04:14–1:04:21
materialisiert hat. Das ist ja so eine Erinnerungsskulptur.
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Das ist ja dann Yad Vashem, was auch Archiv hat und ganz viel Recherchenarbeit
1:04:27–1:04:33
macht, um die ganzen Schicksale der einzelnen Jüdinnen und Juden zu archivieren.
1:04:33–1:04:36
Das würde mir jetzt so dazu einfallen.
Micz Flor
1:04:36–1:04:37
Ja,
1:04:38–1:04:42
Es geht mir auch so, aber ich weiß so wenig darüber, dass ich das Gefühl habe,
1:04:42–1:04:44
dass es schwer ist, das jetzt dann wirklich zu parallelisieren.
1:04:44–1:04:49
Aber es sind auch so Assoziationen, die bei mir halt so aufgerufen werden.
1:04:49–1:04:54
Aber ich bin nicht der Autor und er hat dazu so nichts gesagt.
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Zumindest nicht, was ich gefunden habe.
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Und das Interessante ist, im zweiten Teil wird das ein bisschen so ausgehebelt,
1:05:01–1:05:03
weil da wird diese Säule nochmal angesprochen.
1:05:03–1:05:08
Und diese monolithische Bild, dass sie so senkrecht von unten nach oben ins
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Universum strahlt und man sich fragt, wohin eigentlich,
1:05:11–1:05:14
wird dann halt beschrieben von außen drauf, geguckt auf die Erde,
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die sich dreht halt in 24 Stunden um die eigene Achse und um die Sonne fliegt und sowas.
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Und das ist sowieso nicht am Äquator, sondern so ein bisschen weiter oben ist
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diese Säule halt wie so eigentlich wie so ein Autoalarm, was das Auto so überall
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blinkt, weil das dreht sich halt und eiert sich durch.
1:05:30–1:05:37
Das gibt nichts am anderen ende und das fand ich noch mal echt tollen twist so für dieses eine bild,
1:05:40–1:05:44
weil ja so beginnt mehr oder weniger das zweite buch und da denkt man wirklich
1:05:44–1:05:50
okay jetzt fängt noch mal was neues an es ist hier sie weiß wie.
Florian Clauß
1:05:50–1:05:53
Es ist da hinten ja.
Micz Flor
1:05:53–1:06:03
Jetzt ist es spät also ich Ich habe so das Gefühl gerade, ich habe dir das Buch
1:06:03–1:06:07
geschenkt und es wird noch ganz viele Dan Simmons-Folgen geben.
1:06:07–1:06:12
Aber ich wollte natürlich auch so mitreißen und begeistern und jetzt habe ich
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hier niemanden außer dir.
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Du hast das Buch irgendwann mal weggelegt.
Florian Clauß
1:06:16–1:06:19
Der ist nicht so richtig begeistert. Doch, ich fand es auch toll.
Micz Flor
1:06:19–1:06:21
Schön erzählt. Aber es war irgendwie so.
Florian Clauß
1:06:22–1:06:25
Dann irgendwann ein C und dann irgendwie wieder ein Einstieg.
Micz Flor
1:06:25–1:06:29
Nee, aber jetzt die Folge, weißt du, du bist ja mein erstes und einziges Publikum.
Florian Clauß
1:06:29–1:06:34
Mit dem ich hervorheben kann. Wenn du dir jetzt überlegst, war das motivierend.
Micz Flor
1:06:34–1:06:34
Das Buch?
Florian Clauß
1:06:34–1:06:41
Ja, auf jeden Fall, weil es ist ähnlich wie in deiner Folge zuvor über Denzel,
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hast du auch wieder so angerissen, so völlig abstruse Sachen,
1:06:46–1:06:50
wo man denkt so, what the fuck, ich will wissen, was da los ist.
1:06:50–1:06:57
Und das ist glaube ich so wie so ein kleiner Advertiser und für alle die,
1:06:57–1:07:00
die da tiefer in die Welt einsteigen wollen,
1:07:01–1:07:08
weil ich glaube, der jetzt noch dabei ist oder diejenigen, die sind da wirklich daran interessiert.
1:07:10–1:07:20
Also ich finde, es macht schon Lust, da nochmal tiefer einzusteigen, weil es so abstrus ist.
1:07:21–1:07:24
Und ich glaube, da kann man sich auch lange mit beschäftigen.
Micz Flor
1:07:26–1:07:29
Ja, und ich danke, das tut gut.
1:07:29–1:07:32
Du hast so gut gesagt, mir geht es wieder besser. Mir geht es immer gut.
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Alles okay. Aber ich war jetzt gerade nicht so, weil dann waren wir mit Tresoren rausgekommen.
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Plätschert. Aber ich möchte abschließend noch eine Sache sagen,
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weil ich halt so ein paar Interviews, die ich dann auch verlinken werde,
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gelesen habe mit Dan Simmons.
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Und Anfang der Nullerjahre war wohl, glaube ich, für ihn so innerlich so ein richtiger Hochpunkt.
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Er spricht in dem Interview auch sehr selbstbewusst davon, dass die Hyperion,
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seine Hyperion-Reihe jetzt komplett schon option wurde.
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Also jemand hat da quasi so einen Deckel draufgelegt, ihm wohl auch Geld gezahlt,
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dass die verfilmt werden.
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Und er meinte, eine der Top Five Directors of Our Time ist da an dem Projekt beteiligt.
1:08:17–1:08:22
Und ich weiß nicht mehr, noch irgendein anderes Buch, was auch gerade irgendwie,
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also du hast das Gefühl, er freut sich regelrecht in diesen Interviews zum Launch
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von Helium auch mal zu zeigen, Leute, ey, da passiert gerade richtig viel.
1:08:33–1:08:34
Ich gehe gerade sowas von ab.
Florian Clauß
1:08:35–1:08:35
Und.
Micz Flor
1:08:35–1:08:38
Das ist dann aber nicht wirklich passiert. Das war ja auch was ich in der letzten
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Folge gesagt habe. Es ist so dieses, da ist so was irgendwie rutscht, ist immer dabei.
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Vielleicht auch weil es teilweise solche Bilder sind, wo man die nur implodieren können.
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Ja, Bilder, die so grafisch sich anfühlen, aber die vielleicht nur literarische
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Bilder sind, die sich jeder selber vorstellen muss.
Florian Clauß
1:08:54–1:09:03
Aber warte mal ab Mitch, bis bis unsere generative AI soweit ist,
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um halt dann wirklich mal so richtig Videos raus zu generieren.
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Und ich glaube, den Sim wäre einer davon, wo man dann genau diese Sachen bekommt,
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die dann auch so mindblowing sind.
Micz Flor
1:09:23–1:09:28
Und besser noch jeder kriegt seinen eigenen film ja.
Florian Clauß
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Auch auf auf so ein learning model von den zellen und ich glaube ja dann dann
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braucht man auch keine drogen mehr nehmen oder.
Micz Flor
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Aber interessanter noch wenn wir jetzt dann wirklich weiter denken wenn es dann
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wirklich so wäre die leute gucken sich deine spotify listen an und deine playlisten
1:09:45–1:09:49
an und video listen an und meiner und so weiter wir sehen dann beide das gleiche
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denn simmons buch was sich generiert Und es ist aber die gleiche Geschichte,
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aber völlig anders inszeniert für dich und für mich, sodass aber für uns der
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gleiche Eindruck entsteht. Weißt du, was ich meine?
Florian Clauß
1:10:02–1:10:02
Ja, ja.
Micz Flor
1:10:02–1:10:06
Also das heißt, das muss dann jeder, kriegt seinen individuellen Film.
1:10:07–1:10:12
Und die Idee ist allerdings so, dass es so sein muss, damit wir alle das Gleiche erleben.
Florian Clauß
1:10:12–1:10:16
Ja, das ist eine universelle Sprache, die sich aber nur auf molekularer Ebene
1:10:16–1:10:18
dann auch nachweisen lässt, Das heißt, dass du die gleichen Eindrücke gehabt
1:10:18–1:10:24
hast und dann wahrscheinlich die Quantenstruktur deiner Moleküle.
1:10:25–1:10:28
Wenn die dann so und so miteinander interagieren, dann wissen wir,
1:10:28–1:10:29
okay, das war der gleiche Eindruck.
1:10:30–1:10:36
Das ist ein bisschen wie diese Ameisenkolonie rund um die Küste von Europa,
1:10:37–1:10:43
wo dann eine Ameise 500, 5000 Kilometer weiter genau die gleiche Ameise,
1:10:43–1:10:48
den gleichen Eindruck hat und verpflanzt werden kann, ohne dass sie von der
1:10:48–1:10:49
Kolonie rausgeworfen wird.
Micz Flor
1:10:49–1:10:52
Genau, aber eben nicht gleich, sondern es ist alles unterschiedlich.
1:10:52–1:10:55
Ist so, dass wenn zwei Leute sich treffen und sagen, kennst du dieses Lied?
1:10:56–1:11:01
Und die andere Person sagt ja und beide sagen dann, ey, ist das mein Lieblingslied, meins auch.
1:11:01–1:11:04
Dann ist es aber nicht das gleiche Lied. Aber wenn die Lieder unterschiedlich
1:11:04–1:11:09
sind, nur dann ist es überhaupt möglich, dass es vielleicht das gleiche Lied ist. Ja.
Florian Clauß
1:11:09–1:11:12
Das ist ja irgendwie so gelebte Diversität.
Micz Flor
1:11:12–1:11:14
Ja, und jetzt sind wir direkt unter der...
Florian Clauß
1:11:14–1:11:19
Wir hören, der Streik ist zu Ende. Die S-Bahn rollen wieder, heute 18 Uhr.
1:11:20–1:11:22
Hätte ich auch nie mit dem Fahrrad kommen müssen.
1:11:24–1:11:30
Also Mitch, ich glaube, wir sind jetzt mehr oder weniger am Ende unserer Episode.
1:11:31–1:11:37
Das war Folge 45 von Eigentlich Podcast mit Dan Sim.
1:11:37–1:11:40
Ich bin gespannt, ob wir noch eine weitere Serie aus der Reihe finden.
1:11:41–1:11:44
Eine weitere Episode aus der Reihe hören.
1:11:46–1:11:47
Die.
Micz Flor
1:11:47–1:11:48
Kurze Antwort ist yes.
Florian Clauß
1:11:48–1:11:52
Yes, yes, yes, Dan Sim. Das ist der Dan Sim Podcast.
Micz Flor
1:11:53–1:11:57
Wir waren mal ein Film-Podcast, aber so lange Dan Sim ist nicht mehr Film-Podcast.
Florian Clauß
1:11:58–1:12:03
Eigentlich minus Dan, minus Sim, nein, eigentlich minus Podcast.de.
1:12:03–1:12:06
Da könnt ihr sehen, wo wir langgelaufen sind. Es war ein bisschen laut.
1:12:06–1:12:13
Ich weiß nicht, wie Mitch mit Auphonic umgeht und die Hintergrundgeräusche dann
1:12:13–1:12:17
rausfiltert oder ob er es alles so lässt, wie es war.
1:12:17–1:12:23
Ja, dann begleitet ihr uns auf jeden Fall auf einem Freitagabendspaziergang
1:12:23–1:12:28
durch die Mitte von Berlin, die auch laut und leise sein kann.
1:12:28–1:12:32
Alles zu sehen unter eigentlich-mit-jens-podcast.de.
Micz Flor
1:12:32–1:12:33
Und zu hören.
Florian Clauß
1:12:33–1:12:42
Und zu hören. Die Fotos sind auch da. Und zu lesen, was Mitch noch an Material zusammen trägt. Und.
Micz Flor
1:12:42–1:12:46
Was die KI aus unseren gesprochenen Worten für Texte generiert.
Florian Clauß
1:12:46–1:12:49
Die Zusammenfassung, die wir dann auch nicht mehr selber schreiben,
1:12:49–1:12:53
weil wir laufen ja, wir schreiben ja nicht mehr.
1:12:54–1:12:58
Das ja, also vielen Dank, macht's gut.
Micz Flor
1:12:58–1:13:01
Bis bald. Tschüss. Ciao.
1:13:04–1:13:08
So, long, long term kick off. Ja, ich wollte Stop machen, woher kam das?

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„Wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß.“ Loriot, 1977

Flo hat ein Thema mitgebracht, das ihn schon seit seiner frühsten Jugend begleitet. Täglich gab er sich dieser Leidenschaft auf der letzten Bank im Schulbus zusammen mit zwei anderen Mitschülern hin: Skat! Um das Thema dieser Episode einzuführen, singt Flo sogar eine Ode an den Skat. Skat ist ein urdeutsches Spiel und wurde 2016 von der UNESCO in das immaterielle Kulturerbe aufgenommen. Schätzungsweise spielen 20 - 25 Millionen Deutsche Skat. Damit ist Skat als Sport verbreiteter als Fußball. Das Spiel „Skat“ wurde das erste Mal 1813 in einer Spielkladde von Hans Karl Leopold von der Gabelentz erwähnt. Skat wurde in einem Altenburger Spielzirkel erfunden, es leitete sich aus den Spielen Wendischen Schafkopf, L’hombre und dem Tarock ab. Das Spiel verbreitete sich zunächst unter Studenten an den mitteldeutschen Universitäten und dann durch alle sozialen Schichten im ganzen Land. Als aus den zersplitterten Teilen des Heiligen Römischen Reich deutscher Nation das Deutsche Reich gegründet wurde, bestand auch im Skat das Bedürfnis die Regeln zu vereinheitlichen. Dazu trug der erste Deutsche Skatkongress im Jahre 1886 bei. Skat spielte also eine wesentliche Rolle im "Nationbuilding". Auch während des 1. Weltkrieges fiel Skat eine zentrale Bedeutung zu: die Soldaten vertrieben sich die Zeit im sogenannten "Schützengrabenskat". Die Spielkartenindustrie wurde zur kriegswichtigen Industrie erklärt. Hierbei setzte sich auch das Zahlenreizen gegenüber dem Altenburger Farbreizen durch. Während wir der Geschichte des Skats nachgehen, begegnen wir den großen historischen Sehenswürdigkeiten Berlins: wir laufen von der Jannowitzbrücke über die Fischerinsel ins Nikolaiviertel. Wir streifen dabei die historische Grenze zwischen Berlin und Cölln und spekulieren über die Genese des Nikolaiviertels. Wir schreiten über den Schlüterhof durch das Humboldtforum und flanieren im Lustgarten am Dom vorbei zur Alten Nationalgalerie. Teilweise schlürfen wir über das Pflaster, weil es witterungsbedingt sehr glatt ist und Micz einen weiteren Rippenbruch vermeiden möchte. Als wir die Friedrichsbrücke queren, erzählt Flo von seinen Vorlesungen mit Raucherpause bei Friedrich Kittler in der Theologischen Fakultät, die direkt an der Ecke zum Dom liegt. Schließlich landen wir im Mombijoupark, wo Micz im Stegreif aus dem Kopf das Reizen mit Spitzen erklären kann. Micz gibt auch den klassischen Sketch von Loriot zum Skatspiel zum Besten; Loriot ist in ähnlicher Weise mit der deutschen Seele verankert wie das Skatspielen. Wie ist Flo auf das Thema gekommen? Er hat zwischen den Jahren den 37. Chaos Communication Congress in Hamburg besucht und am 1. Skatturnier des Congresses teilgenommen. Das Turnier mit einleitendem Vortrag wurde von Segal organisiert. Segal hat auch seine Folien zur Verfügung gestellt, die wir hier referenzieren. Vielen Dank dafür!

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:00
46?
Florian Clauß
0:00:01–0:00:03
Nee, 44. Ah, stimmt.
Micz Flor
0:00:03–0:00:09
Ich mach jetzt nochmal die Einleitung. Okay. Machst du mal Stopp? Nee.
Florian Clauß
0:00:09–0:00:11
Ich guck nochmal, ob es läuft.
Micz Flor
0:00:11–0:00:15
Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast, dem Podcast,
0:00:15–0:00:19
bei dem wir laufend reden und beim Reden laufen. Rechts neben mir ist.
Florian Clauß
0:00:19–0:00:21
Flo, hallo.
Micz Flor
0:00:21–0:00:26
Und hier ist Mitch. Ich stelle Flo vor, weil der heute ein Thema vorbereitet hat.
0:00:27–0:00:30
Diese Idee Das ist die Idee des Podcasts für die, die zum ersten Mal hier sind.
0:00:30–0:00:32
Wir haben früher während der
0:00:32–0:00:36
Corona-Zeit viel Spaziergänge gemacht im Freien und einfach so geredet.
0:00:36–0:00:40
Und hatten dann irgendwie, nachdem Corona vorbei war, gedacht,
0:00:40–0:00:43
wir machen jetzt einen Podcast, damit wir wieder laufen dürfen und reden dürfen.
0:00:44–0:00:47
Und das machen wir jetzt schon über ein Jahr. Weißt du.
Florian Clauß
0:00:47–0:00:53
Mitch, was mir heute aufgefallen ist? Dass wir ungefähr vor zwei Jahren unsere
0:00:53–0:00:55
nullte Episode aufgenommen haben.
Micz Flor
0:00:55–0:00:59
Den Trailer? Ja. das.
Florian Clauß
0:00:59–0:01:02
Ist echt wahnsinn wie schnell die zeit vergeht.
Micz Flor
0:01:02–0:01:02
Und wir.
Florian Clauß
0:01:02–0:01:04
Sind jetzt auch bei episode,
0:01:06–0:01:07
44 und.
Micz Flor
0:01:07–0:01:10
Manchmal sagen wir
0:01:10–0:01:13
uns ja was wir machen vielleicht weil wir auch ein bisschen unsicher
0:01:13–0:01:16
sind ob wir das alleine stemmen können und die andere person soll wenigstens
0:01:16–0:01:21
wissen worum es geht manchmal sagen wir es uns nicht weil wir die andere person
0:01:21–0:01:25
überraschen wollen und ich hatte flo im vorfeld gefragt sag mal willst du mir
0:01:25–0:01:33
sagen was wir heute besprechen das gesagt nee aber ich weiß dass du was darüber sagen kannst ja.
Florian Clauß
0:01:33–0:01:37
Und da bin ich mir sehr sicher und
0:01:37–0:01:42
es ist auch nicht umsonst dass wir diese gute laufen also wir zeichnen dann
0:01:42–0:01:47
werden wir reden und sind guter auf wir haben uns ja noch mit getroffen und
0:01:47–0:01:54
laufen jetzt richtung schleuse fischerinsel und wollen dann ins Nikolai-Viertel gehen.
0:01:55–0:01:58
Auch ein historisch sehr besetzter Platz.
Micz Flor
0:01:58–0:02:00
Aber hier waren wir noch nie zusammen.
Florian Clauß
0:02:00–0:02:03
Hier waren wir noch nie. Ich weiß auch, wir waren schon überall,
0:02:03–0:02:04
aber hier waren wir noch nie.
0:02:05–0:02:09
Und wir werden dann auch irgendwie so mal gucken, wie wir weiter dann langlaufen.
0:02:09–0:02:14
Das könnt ihr dann auf eigentlich-podcast.de könnt ihr dann die einzelnen Episoden
0:02:14–0:02:19
und Lauftracks euch anschauen und Informationen dazu runterladen.
Micz Flor
0:02:19–0:02:22
Kann man eigentlich halbautomatisch so eine Webseite irgendwie bauen,
0:02:22–0:02:27
wo man so Mashup-mäßig alle unsere Routen mal so reinzieht, dass man so Berlin
0:02:27–0:02:30
sieht, wo wir schon gelaufen sind, damit wir selber mal gucken, wo wir sind? Ja.
Florian Clauß
0:02:30–0:02:32
Das kann man einfach machen. Das.
Micz Flor
0:02:32–0:02:33
Kann so schwer nicht sein, oder? Nee.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:36
Schwer ist das nicht. Da haben schon andere Sachen gemacht.
Micz Flor
0:02:37–0:02:38
Genau. Okay.
Florian Clauß
0:02:38–0:02:40
Ich komme zu meinem Thema.
Micz Flor
0:02:40–0:02:41
Ja, ich bin gespannt.
Florian Clauß
0:02:41–0:02:44
Du bist gespannt. Okay, ich habe drei Einstiege.
0:02:48–0:02:50
Angst auch. Ich habe auch ein bisschen Angst. gerne vorlesen.
0:02:50–0:02:53
Der heißt, wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß.
0:02:56–0:02:56
Okay.
Micz Flor
0:02:56–0:02:57
Ja, okay.
Florian Clauß
0:02:57–0:03:00
Und hast du schon eine Ahnung, worum es geht? Ernst.
Micz Flor
0:03:00–0:03:04
Spielt Macht das keinen Spaß? Nikolai Viertel? Nein.
Florian Clauß
0:03:06–0:03:08
Komm mal nochmal auf. Das ist ein Zitat.
Micz Flor
0:03:09–0:03:10
Ja, das kann ich mir vorstellen.
Florian Clauß
0:03:10–0:03:13
Ein Zitat von einem der bekanntesten deutschen Komiker.
Micz Flor
0:03:14–0:03:19
Wenn man nicht von einem der Lebenden oder Nicht mehr Leben.
Florian Clauß
0:03:19–0:03:19
Nicht.
Micz Flor
0:03:19–0:03:22
Mehr Lebend. Und Berliner in?
Florian Clauß
0:03:22–0:03:24
Auch nicht Berliner.
0:03:26–0:03:30
Okay, komm mal, jetzt zweiter Einstieg? Ja. 18.
Micz Flor
0:03:32–0:03:39
18. Das ist die Abkürzung für A-H und wird deshalb oft gern...
Florian Clauß
0:03:40–0:03:43
20. Skat. Ja.
Micz Flor
0:03:44–0:03:47
Okay, danke. Skat jetzt halt.
Florian Clauß
0:03:47–0:03:53
Skat. Und jetzt, weil ich das so toll fand, dass du das letzte Mal gesungen
0:03:53–0:03:58
hast, vor zwei, drei Episoden wollte ich jetzt aussingen.
Micz Flor
0:03:59–0:03:59
Okay.
Florian Clauß
0:04:00–0:04:02
Und zwar eine Ode.
Micz Flor
0:04:03–0:04:05
Die hast du jetzt selber geschrieben oder musst.
Florian Clauß
0:04:05–0:04:08
Du die erkennen? Die ist historisch überliefert. Da werden auch noch mal so
0:04:08–0:04:14
zwei, drei Aspekte, die Skat betreffen in der Geschichte, werden da auch mit vertont, vertextet.
0:04:15–0:04:18
Ich muss jetzt probieren. Ich bin aufgeregt.
0:04:19–0:04:25
Hier ist auch keiner. Okay. Skat, du bist die große Kette,
0:04:26–0:04:36
die die Spielerwelt umfängt Sie wie alles um die Wette sich zu deinen Freuden
0:04:36–0:04:40
drängt Deinem Zauber weicht die Mauer,
0:04:40–0:04:50
die der Kastengeist ersann Skat spielt Pastor mit dem Bauernbürger, mit dem Edelmann,
0:04:52–0:04:57
eine Ode an die Freude, eine Ode an die Freude des Gartspielens.
0:04:57–0:05:03
Und das ist tatsächlich ein Text, der ist so, ja wahrscheinlich im Mitte des 19.
0:05:03–0:05:07
Jahrhunderts wurde man aufgefordert, den als Spieler zu singen.
Micz Flor
0:05:08–0:05:14
Okay. Und das sind jetzt alles Hinweise auf eine Person?
Florian Clauß
0:05:14–0:05:18
Nein, nein, das ist einfach mal eine Einleitung. Ich will mit dir über Skat
0:05:18–0:05:21
sprechen. Das ist dramaturgisch.
Micz Flor
0:05:21–0:05:25
Ich komme mir gerade vor wie in so einem Escape Room, wo ich jetzt drei Rätsel
0:05:25–0:05:26
habe, die ich lösen muss.
0:05:26–0:05:29
Aber eins habe ich schon gelöst, deshalb sind wir schon ein Level weiter.
Florian Clauß
0:05:29–0:05:35
Ja, genau. Es geht noch weiter. Also, das heißt, ich habe das Thema auch mitgebracht.
0:05:35–0:05:41
Ich war ja zwischen den Jahren auf dem 37C3, auf dem Chaos Communication Kongress in Hamburg.
0:05:42–0:05:48
Und da fand das erste Skat-Turnier des Kongresses statt.
Micz Flor
0:05:48–0:05:49
Oh nein, echt?
Florian Clauß
0:05:49–0:05:56
Ja, war großartig. Also man musste sich vorher in eine Liste einschreiben und wurde dann zum Turnier.
Micz Flor
0:05:57–0:06:00
Wie ist das eigentlich, fällt mir jetzt spontan natürlich ein,
0:06:00–0:06:05
weil ich denke bei Skat immer gleich an den L'Oreal-Sketch. Spielen Sie Skat? Im Moment nicht.
0:06:06–0:06:08
Und es ist ja so ein Männerding. Und dann denke ich jetzt gerade,
0:06:09–0:06:13
der CCC, wie ist das da bei so einem Skat-Turnier? Ist das 50-50, Männer, Frauen?
Florian Clauß
0:06:13–0:06:15
Nee, aber da komme ich auch nochmal
0:06:15–0:06:18
auf die Geschlechter, wann Frauen dann zugelassen wurden bei Turnieren.
0:06:19–0:06:22
Kann ich auch später nochmal erwähnen in der Geschichte des Skats.
0:06:23–0:06:25
Tatsächlich war das so ungefähr ein oder zwei Dörfer.
0:06:25–0:06:30
Also das ist noch sehr männlich besetzte Domäne, würde ich behaupten.
0:06:30–0:06:39
Aber es waren auch einige Spielerinnen dabei. Und das Ganze hat sich mit einem Vortrag eingeläutet.
0:06:39–0:06:43
Der, der das veranstaltet hat, heißt Segal.
0:06:44–0:06:47
Und von dem habe ich auch jetzt noch mal den Foliensatz bekommen.
0:06:47–0:06:51
Ich habe ihn noch mal angeschrieben, ob er mir den Foliensatz schicken kann.
0:06:51–0:06:54
Er ist so eine Einleitung über was es gab, ein bisschen Geschichte,
0:06:55–0:06:58
die Regeln und so weiter. Das werde ich jetzt so ähnlich mit dir durchgehen.
0:06:59–0:07:02
Hat noch ein bisschen was ergänzt, aber im Prinzip ist das mehr oder weniger
0:07:02–0:07:04
Wikipedia in Form abgeschrieben.
0:07:05–0:07:07
Also die Artikel sind da auch überall verlinkt.
Micz Flor
0:07:08–0:07:12
ChatGPT macht das dann in PowerPoint. Make me PowerPoint.
Florian Clauß
0:07:13–0:07:19
Also ja, er hat, also Sega hat im Prinzip dann erstmal so ein Grundding erklärt, erzählt.
0:07:19–0:07:24
Und dann um 19 Uhr fing das Turnier an. Man musste eben auf dieser Liste sein.
0:07:24–0:07:30
Es hatten sich 80 Leute dann eingefunden. 48 konnten mitspielen. die war eben von.
Micz Flor
0:07:30–0:07:31
Oben nach unten.
Florian Clauß
0:07:31–0:07:35
Ich war auch einer der Letzten, die da noch reingekommen sind.
0:07:36–0:07:39
Und man hat dann eben Vierertische gebildet.
Micz Flor
0:07:39–0:07:40
Du warst mit dabei im Turnier?
Florian Clauß
0:07:40–0:07:44
Ja, ja. Vierertische gebildet. Also zwölf.
Micz Flor
0:07:44–0:07:47
Das ist ja noch, also sag jetzt nicht, wie es ausgegangen ist.
0:07:47–0:07:48
Ich sag es nicht, weil das ist.
Florian Clauß
0:07:48–0:07:50
Ja auch nicht spannend. Nee, das ist überhaupt nicht spannend.
0:07:50–0:07:54
In der ersten Runde war ich, also man hat dann quasi... Das war spannend.
Micz Flor
0:07:56–0:07:59
Aber jetzt ist es nicht mehr spannend. Du bist so ein bisschen und dann raus.
0:08:01–0:08:04
Jetzt habe ich so das Gefühl, es ist gar nicht spannend, die erste Runde,
0:08:04–0:08:05
also du bist relativ schnell dann irgendwie rausgekommen.
Florian Clauß
0:08:05–0:08:08
Ja, es war dann wirklich so, dass auch einige dann gegangen sind,
0:08:08–0:08:09
weil es geht halt sehr lange.
0:08:09–0:08:15
Es fing um 19 Uhr an, um 18 Uhr war der Vortag, 19 Uhr dann das Turnier und das geht fünf Stunden.
0:08:15–0:08:18
Also wir waren dann halt zwanzig und die zweite Runde...
Micz Flor
0:08:18–0:08:22
Und du hast deshalb gewonnen, weil du als Einziger nicht aufs Klo gehen musstest.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:28
Also die erste Serie, wie das heißt, beim Turnier haben wir zu viert an einem
0:08:28–0:08:32
Tisch gespielt und 10 Runden, also 40 Spiele gemacht.
0:08:32–0:08:37
Und die zweite, die waren 3 Runden, also 9 Spiele, das war nur noch zu dritt.
0:08:37–0:08:39
Und dann waren nur noch 28 Spiele übrig.
0:08:40–0:08:44
In der ersten habe ich an meinen Tisch die Punkte reingeholt, da war ich Tisch 1.
0:08:45–0:08:49
Aber in der zweiten Serie habe ich total verkackt. Da bin ich irgendwie 21.
0:08:50–0:08:53
Geworden und habe dann irgendwie eine Tasse mit Untersetzer bekommen.
0:08:53–0:08:58
Kommen, als konnte ich mir noch das vom Tisch wegnehmen, was übrig geblieben ist.
Micz Flor
0:08:58–0:09:02
Das war in mir gerade interessanter Worldbuilding, als du das gesagt hast.
0:09:03–0:09:06
Ich habe dann eine Tasse bekommen und dann dachte ich, da ist kein Vierer-Club,
0:09:06–0:09:08
dann habe ich halt irgendwie so, Entschuldigung, das ist ja der alte Titel.
0:09:09–0:09:14
Und dann habe ich halt so Billo-Tische und alles so Makeshift-mäßig gesehen.
0:09:15–0:09:19
Und dann war diese Tasse, habe ich eine Tasse und dann war diese Tasse sofort
0:09:19–0:09:24
eine von diesen Mensa-Tassen. Diese geraden Runden, die so klonk auf dem Tisch
0:09:24–0:09:27
stehen mit Untertasse. Da hast du Untertasse gesagt.
0:09:27–0:09:29
Dann habe ich innerlich in meinem Worldbuilding versucht, eine Untertasse unter
0:09:29–0:09:31
diese gerade Tasse zu schieben.
0:09:31–0:09:35
Das hat nicht gepasst und jetzt bin ich ein bisschen lost, wie diese Tasse aussieht.
0:09:35–0:09:37
Ist das eine Tasse, die so konisch zuläuft?
Florian Clauß
0:09:37–0:09:41
Nein, das ist nicht konisch. Das ist ja auch gerade. Das ist komisch.
0:09:41–0:09:48
Und es ist so, dass da diese Untertasse ist nichts anderes als ein kleines Silikonfeld,
0:09:48–0:09:50
was man dann drunter aufziehen kann.
0:09:50–0:09:54
Also das ist nicht wegrutscht vom tisch aber das
0:09:54–0:09:58
ist glaube ich nicht so interessant für mich war es ein kugelschreiber
0:09:58–0:10:02
bekommen das ist ja auch das klassische was man dann bei solchen sachen bekommt
0:10:02–0:10:08
also es hat echt spaß gemacht und ja also ich wollte jetzt mit dir noch mal
0:10:08–0:10:15
so ein bisschen was ist denn eigentlich skat ja also wir können ich dachte jetzt
0:10:15–0:10:17
vom aufbau wir reden erstmal allgemein über Skat,
0:10:17–0:10:21
dann rede ich etwas länger über die Geschichte von Skat und dann können wir
0:10:21–0:10:27
durch die Regeln gehen und nochmal über Spielkarten sprechen und über verschiedene Varianten,
0:10:29–0:10:34
So, also ein Skat ist ein Kartenspiel für drei Personen.
Micz Flor
0:10:34–0:10:35
Oder vier.
Florian Clauß
0:10:36–0:10:42
Ja, also aktiv spielen drei Personen. Es gibt immer zu viert,
0:10:42–0:10:44
das heißt, einer gibt und die anderen drei spielen.
0:10:44–0:10:48
Das ist auch üblich bei Turnierspielen, dass es dann an Vierertischen spielt.
0:10:49–0:10:50
Dann setzt der, der gibt, aus.
0:10:51–0:11:00
Und Skat ist ein Strategiespiel mit sogenannter imperfekter Information. Ja, so.
Micz Flor
0:11:00–0:11:01
Wie Poker.
Florian Clauß
0:11:02–0:11:08
Ja, Imperfekt heißt, dass es eine Zufallskomponente gibt, die nicht ersichtlich ist.
0:11:10–0:11:14
Also es gibt perfekte Informationen, so etwas wie Schach oder Go,
0:11:14–0:11:16
wo alles quasi sichtbar ist.
0:11:17–0:11:21
Spiele mit perfekter Information und Imperfekt, da bedeutet das eben die Spieler,
0:11:21–0:11:23
dass ihre Karten verdeckt halten.
0:11:24–0:11:28
Und je mehr Karten abgelegt werden, desto klarer ist die Information.
0:11:29–0:11:30
Welche noch fehlen und welche da sind.
0:11:32–0:11:37
Das Blatt hat 32 Karten, mit denen man spielt.
Micz Flor
0:11:38–0:11:39
Und hinten scheißt die End.
Florian Clauß
0:11:41–0:11:46
Da kommen wir noch drauf. Und jeder Spieler kriegt 10 Karten.
0:11:47–0:11:50
Die werden auch nach einer ganz strengen Reihenfolge ausgeteilt.
0:11:51–0:11:56
Nämlich 3, dann wird das Guard abgelegt, dann 4 und dann wieder 3.
0:11:58–0:12:05
Und das heißt, jeder hat zehn Karten und in der Mitte der Spieler liegt ein sogenannter Skat.
Micz Flor
0:12:05–0:12:07
Darf ich dich was fragen?
Florian Clauß
0:12:07–0:12:07
Gerne.
Micz Flor
0:12:08–0:12:13
Dieses 3-4-3-Austeilen, das ist sowas, dass wenn man in der Schule ist,
0:12:13–0:12:17
erstmal Skat mitspielt bei Älteren oder sowas, dann, ich weiß gar nicht,
0:12:17–0:12:20
ob heute noch in der Schule Skat gespielt wird, aber egal,
0:12:20–0:12:23
dann ist das sowas, dass man das gleich so eingetrichtert bekommt.
0:12:25–0:12:28
Man macht das dann immer so, drei, vier, drei, das ist halt einfach so, so gehört sich das.
0:12:28–0:12:32
Und jetzt hast du es nochmal gesagt und zum ersten Mal, wie mit der Tasse vorhin,
0:12:32–0:12:37
beim Worldbuilding frage ich mich dann, ist es so, dass wenn jemand zwei,
0:12:37–0:12:39
zwei, zwei, zwei, zwei austauscht, dass es dann nicht gilt?
0:12:40–0:12:43
Oder ist es, okay, aber warum?
Florian Clauß
0:12:43–0:12:46
Weil das unterliegt den Skatregeln.
Micz Flor
0:12:47–0:12:50
Aber angenommen, jemand würde beim Schachspiel sagen, man muss zuerst die Bauern
0:12:50–0:12:54
aufstellen und dann von außen nach innen und den König zuletzt.
0:12:54–0:12:56
Ansonsten darf man nicht spielen. Das wäre doch absurd.
Florian Clauß
0:12:57–0:13:02
Aber das ist ja auch ein Unterschied, weil je nachdem wie die Karten ausgeteilt
0:13:02–0:13:06
werden, also bei Bauern ist es ja quasi, da ist ja keine verdeckte Komponente.
Micz Flor
0:13:06–0:13:07
Das stimmt, aber das ist ja gemischt.
Florian Clauß
0:13:07–0:13:09
Aber in dem Moment.
Micz Flor
0:13:09–0:13:10
Wenn ich anders austeile.
Florian Clauß
0:13:10–0:13:13
Dann kriegt ja der andere Spieler potenziell andere Karten.
Micz Flor
0:13:13–0:13:18
Aber das würde ja davon ausgehen, dass eine höhere Macht vorher die Karten sich anschaut. Ja.
Florian Clauß
0:13:18–0:13:23
Wir kommen nochmal zu dem Punkt, warum da eine gewisse vereinheitliche und auch
0:13:23–0:13:26
eine ganz strenge Ordnung in dem Spiel drin ist.
0:13:26–0:13:31
Das hat auch Gründe, dass das so gemacht wird.
0:13:32–0:13:37
Skat, also warum der heißt der Skat, es gibt dann so diese Theorie,
0:13:37–0:13:45
dass sich das nach dem italienischen Verb skatare ableitet, das heißt das Weggelegte.
0:13:46–0:13:50
Nach dem Geben wird im Prinzip erstmal, also das Skat besteht aus zwei Phasen,
0:13:50–0:13:51
dem Reizen und dem Spielen.
0:13:51–0:13:54
Reizen kann man auch dann nachher nochmal ausführlicher erklären.
0:13:55–0:13:59
Das Reizen bestimmt derjenige, der alleine spielt, gegen zwei andere.
0:14:00–0:14:04
Und untereinander dürfen die Gegenspieler, also die jetzt gegen den Alleinspielenden
0:14:04–0:14:07
spielen, dürfen sich nicht absprechen.
0:14:07–0:14:11
Also ist auch in der Skatordnung festgelegt.
Micz Flor
0:14:11–0:14:16
Ja, jetzt bin ich kurz interessiert, du erklärst diese Sachen,
0:14:16–0:14:19
um dann auf eine Meta-Ebene zu springen, in der es wichtig war,
0:14:20–0:14:22
dass wir das alles nochmal Revue passieren haben lassen.
Florian Clauß
0:14:23–0:14:24
Du zielst jetzt worauf ab?
Micz Flor
0:14:25–0:14:28
Naja, weil entweder wir, wir werden jetzt ja niemandem Skatball bringen,
0:14:28–0:14:33
aber du erklärst jetzt die Regeln ganz genau, was ist Ramschen und so weiter und so fort.
0:14:34–0:14:37
Und da kommen wir dann, du sagst ja eben gerade schon, da kommen wir dann nochmal
0:14:37–0:14:41
drauf, warum. Also es gibt doch noch so eine zweite Ebene dahinter.
Florian Clauß
0:14:41–0:14:46
Naja, ich meine, es gibt einmal diese Geschichte von Regelwerk,
0:14:46–0:14:48
da kann man gucken, wie tief man da reingeht.
0:14:48–0:14:51
Das wird auch sicher ein bisschen trocken und langweilig und da kann man auch
0:14:51–0:14:53
sagen, nee, ist jetzt nicht interessant.
0:14:53–0:14:57
Die andere Sache ist, es gibt bestimmte, also wie du jetzt sagst,
0:14:57–0:15:01
man könnte doch mal ganz anders austeilen, was ist denn jetzt da, warum denn so.
0:15:01–0:15:07
Dann gibt es aber bestimmte Bedingungen historisch, die zu dieser Regel geführt
0:15:07–0:15:14
haben. ja und das ist ein verweis auf dem teil wo ich ein bisschen mehr in die geschichte.
Micz Flor
0:15:14–0:15:18
Ich finde es auch gerade ganz interessant weil du hast ja gesagt es gab 32 karten
0:15:18–0:15:20
aber in wahrheit 33 karten,
0:15:22–0:15:25
einen Karte, die vorne das Deckblatt ist, ist auf der Rückseite,
0:15:25–0:15:28
auf dieser einen Karte, sind die Regeln komplett drauf.
0:15:29–0:15:33
Und gleichzeitig ist immer so, wenn jemand, der noch nie Skat gespielt hat,
0:15:33–0:15:37
wenn man möchte, dass der mitspielt, dann kann man eben das so geben und hinlegen.
0:15:38–0:15:43
Aber es ist einfach unmöglich, das dann ohne Erfahrung spielen zu können.
0:15:43–0:15:45
Du musst angeleitet werden.
0:15:45–0:15:49
Also es ist irgendwie so rein aus den Regeln heraus und ohne,
0:15:49–0:15:53
dass sich jemand mitnimmt oder mitreißt, Und schon gar nicht,
0:15:53–0:15:57
wenn es auf so einer Skat-Kartenrückseite runtergebrochen ist in 4PT,
0:15:57–0:16:00
kann man Skat wirklich erlernen.
0:16:00–0:16:04
Allein das Reizen schon ist unglaublich einfach, wenn man es kann,
0:16:04–0:16:08
aber unglaublich schwierig zu vermitteln, finde ich.
Florian Clauß
0:16:08–0:16:11
Also dieses mit den 33 Karten ist nicht immer so.
0:16:12–0:16:15
Das ist wahrscheinlich so ein Standard, der sich dann so eingeführt hat mit
0:16:15–0:16:21
den Altenburger Spielkarten. Aber ja, das ist so wie die Spielkarten designt
0:16:21–0:16:26
sind und was die dann darstellen, das ist auch immer so der Zeitunterlegen.
Micz Flor
0:16:26–0:16:27
Ja, da bin ich auch gespannt.
Florian Clauß
0:16:28–0:16:32
Also es wird im Prinzip reihrum gespielt, es werden Stiche gemacht,
0:16:32–0:16:35
es gibt einen Trumpf und derjenige, der über, also die Partei,
0:16:35–0:16:41
der Alleinspielende oder die beiden anderen, die über 60 Punkte kommen, also mehr als 61,
0:16:41–0:16:44
mehr oder gleich 61 Punkte haben, die haben gewonnen.
0:16:45–0:16:51
Und es werden dann dementsprechend Punkte gut geschrieben, entweder negativ oder positiv.
0:16:51–0:16:54
Da gibt es auch verschiedene Systeme von Wertung.
Micz Flor
0:16:54–0:16:58
Genau. Und diese Zählsysteme sind ja dann auch so ein bisschen entstanden,
0:16:58–0:17:03
dass man es attraktiver macht, mal Risiko einzugehen oder sowas.
0:17:03–0:17:07
Also so ein bisschen wie beim Fußball auch irgendwann die Punktvergabe geändert wurde,
0:17:07–0:17:14
dass man drei Punkte bei Sieg hat, null Punkte bei Verliert Und ein Punkt,
0:17:14–0:17:18
wenn man unentschieden spielt, was einfach das Team oder die Strategie eben
0:17:18–0:17:21
bevorzugt, ein bisschen mehr Risiko zu haben.
Florian Clauß
0:17:23–0:17:28
Also in Turnierskatt hat sich jetzt die sogenannte Fabian-Segers-Regel durchgesetzt.
0:17:28–0:17:33
Das heißt, derjenige, der gewinnt, bekommt 50 Punkte.
0:17:34–0:17:39
Und wenn die Gegenpartei gewinnt, bekommen die 30 oder 40, je nachdem,
0:17:39–0:17:42
ob die an 3 zu 3 oder zu 4 spielen.
0:17:43–0:17:46
Und wer verliert, bekommt halt die entsprechenden negativen Punkte.
0:17:46–0:17:52
Damit ist es nicht nur so, dass die Punkte, die beim Reizen dann hinten raus
0:17:52–0:17:56
entstehen, entscheidend sind, sondern auch, wie viele Spiele du gespielt hast und gewonnen hast.
0:17:57–0:18:00
Also es geht darum, da noch einen Reiz zu setzen, zu spielen.
0:18:00–0:18:07
Weißt du, dass hier auch eine Stelle ist, wo sich die zwei Städte treffen?
0:18:08–0:18:10
Hier ist auch das Stadtmuseum von Berlin.
0:18:11–0:18:14
Hier trifft sich die Stadt Berlin mit der Stadt Köln.
0:18:15–0:18:21
Das ist hier die Stadtgrenze. Das ist Köln, was dann jetzt quasi von unten kommt
0:18:21–0:18:25
und Berlin, was dann von der Spandauer Vorstadt gewachsen ist.
Micz Flor
0:18:26–0:18:28
Das Stadtmuseum meinst du da hinten, was in der Küche ist? Ne.
Florian Clauß
0:18:28–0:18:32
Das ist das Stadtmuseum. Ganz spannend, wenn man hier so lokal so ein bisschen
0:18:32–0:18:33
Geschichte verfolgen möchte.
0:18:35–0:18:37
Die Geschichte des Garths. Gute Überleitung.
Micz Flor
0:18:37–0:18:38
Oder? Genau. Genau.
Florian Clauß
0:18:39–0:18:42
Also das Gartspiel... Oh, jetzt hier wieder Kopfsteinpflaster, tödlich.
0:18:44–0:18:49
Also das Gart ist so zur Zeit der napoleonischen Kriege entstanden.
0:18:50–0:19:01
Das heißt, so um 1810 wird gesagt, dass sich aus dem wendischen Schafskopf das
0:19:01–0:19:03
Gart mitentwickelt hat.
0:19:03–0:19:06
Also das Gart generiert sich aus verschiedenen Spielen.
0:19:07–0:19:09
Es ist einmal der Schafkopf.
Micz Flor
0:19:10–0:19:11
Schafkopf oder Schafskopf?
Florian Clauß
0:19:13–0:19:20
Dann ist es das Laombre und Tarok. Das sind so diese historischen Wurzeln von Skat.
0:19:21–0:19:27
Skat hat sich so zwischen 1810 und 1818 in der Stadt Altenburg,
0:19:28–0:19:31
sich im Prinzip dann so, ist das entstanden.
0:19:32–0:19:39
Also es gab in Altenburg mehrere Spielclubs, die dann auch regelmäßig zusammengekommen
0:19:39–0:19:41
sind, um Karten zu spielen.
0:19:41–0:19:44
Und da gab es tatsächlich einige Köpfe dahinter, die sich überlegt haben,
0:19:45–0:19:47
okay, wir machen jetzt mal so und so und überlegen uns ein anderes Spiel.
0:19:47–0:19:49
Und daraus ist Skat entstanden.
0:19:49–0:19:56
Die erste urkundliche Erwähnung von Skat ist von Karl Leopold von der Gabel Nenz.
0:19:57–0:20:02
Und der hat in einer Klatte, eine Klatte ist im Prinzip so ein kleines loses
0:20:02–0:20:10
Notizheft, eine Spielklatte, wo er seine Spiele, die ganze Zeit Gewinn und Verlust über,
0:20:10–0:20:18
ich glaube der hat 1796 angefangen und 1813 gibt es da eben dieser Eintrag Skat
0:20:18–0:20:23
der Legendäre, wo er dann die ersten Punkte da drin vermerkt.
Micz Flor
0:20:23–0:20:24
Wie haben die gezählt damals?
Florian Clauß
0:20:25–0:20:30
Das weiß ich nicht. Es gab das Altenburger Blatt, das ist das sogenannte Farbenreizen.
0:20:31–0:20:39
Das wird anders gezählt als das Punktereizen und das wird nach Farben sortiert.
0:20:39–0:20:44
Und Farben sind im, das Karo 1 zählt, Herz 2.
0:20:45–0:20:49
Das ist ein bisschen wie bei Doppelkopf, dass du am Anfang der Runde fragst,
0:20:49–0:20:52
ja, wer hat 1, wer hat 2, wer hat 3?
0:20:53–0:20:57
Und so leiten sich auch die Punkte aus dem Farbenreizen ab.
Micz Flor
0:20:58–0:21:03
Ich bin gerade so ruhig geworden, weil ich so rumgerutscht bin.
0:21:03–0:21:07
Und der aufmerksame Hörer oder die aufmerksame Hörerin erinnert sich an die
0:21:07–0:21:09
Folge über meinen Rippenbruch.
0:21:11–0:21:20
Genau ein jahr her und deshalb wurde es gerade so still angst erfüllt still altenburg.
Florian Clauß
0:21:20–0:21:22
Ist ja auch ein begriff nur.
Micz Flor
0:21:22–0:21:26
Altenburger ja also ich weiß nicht genau warum das so eine hochburg altenburg
0:21:26–0:21:30
hochburg für kartenspiele war aber das gibt ja heute noch diese altenburger
0:21:30–0:21:33
karten auch da hatten wir ja auch nur beim wandern irgendwann hatte ich die
0:21:33–0:21:38
mitgenommen weil unser freund und Und Kollege Sarrell,
0:21:38–0:21:44
mit dem ich auch mal hier zu Flo's Geburtstag eine Episode gemacht habe,
0:21:45–0:21:47
der wollte lieber mit altdeutschem Blatt spielen.
0:21:48–0:21:51
Und ich wollte und Flo lieber mit französischem Blatt spielen.
0:21:51–0:21:57
Und Altenburg hatten damals so eine Edition rausgebracht, wo die obere Hälfte bzw.
0:21:57–0:22:00
Die untere Hälfte jeweils das andere Blatt war.
0:22:00–0:22:05
Sodass dann wer wollte, konnte mit altdeutsch spielen oder französisch.
0:22:05–0:22:06
Das hat aber überhaupt nicht geklappt.
0:22:07–0:22:10
Das hat irgendwie, fand ich, nicht gut funktioniert, dieses Spiel.
0:22:10–0:22:11
Kannst du dich daran erinnern?
Florian Clauß
0:22:11–0:22:13
Ich kann mich nie mehr so richtig daran erinnern.
Micz Flor
0:22:13–0:22:14
Ja, es ist so schlecht.
Florian Clauß
0:22:14–0:22:21
Also Altenburg hat eben diese Kartenmacher-Tradition über 500 Jahre.
0:22:22–0:22:26
Es gab auch die, ich weiß nicht, ob das eine Zunft war, aber es gab die Kartenmacher.
0:22:26–0:22:30
Die haben tatsächlich dann früher die Karten gemalt.
0:22:30–0:22:34
Ja, dann irgendwann kam das Medium Kupfersticht dazu,
0:22:34–0:22:38
dann wurden die gedruckt und es ist ein eigener,
0:22:38–0:22:43
also das heißt, es gibt dann pro Stadt nur eine Handvoll, größere Stadt eine
0:22:43–0:22:46
Handvoll Kartenmacher und Altenburg hat da einen Kartenmacher und das ist dann
0:22:46–0:22:50
halt so von Generation zu Generation weitergegeben worden.
0:22:51–0:22:55
Insofern ist es sehr traditionsbewusst und Altenburg hat sich so als dieses Kartenmacher,
0:22:56–0:23:00
aufgebaut. In Altenburg gibt es auch ein Skat-Museum.
0:23:01–0:23:05
Es gibt ein Skat-Brunnen. Das sind die ersten Kongresse.
0:23:06–0:23:11
Die Skat-Kongresse fanden auch in Altenburg statt. Und diese große Spielefirma.
Micz Flor
0:23:11–0:23:19
Ich habe mal auf Ebay mir eine Jubiläumsschrift ein kleines Buch,
0:23:20–0:23:24
was zu irgendeinem Jahrhundert-Jubiläum in Altenburg extra gedruckt wurde.
0:23:24–0:23:29
Hätte ich wenigstens mal durchblättern können, dann hätte ich brillieren können
0:23:29–0:23:30
mit ein bisschen Information. Habe ich jetzt nicht gemacht.
0:23:31–0:23:33
Musst du. Ja, gut. Du brillierst.
Florian Clauß
0:23:33–0:23:35
Du brillierst auch ohne Information.
Micz Flor
0:23:35–0:23:38
Ich mache active listening. Are you sure?
Florian Clauß
0:23:41–0:23:45
Genau, und 19, also 1813, wie gesagt, wurde es so erfunden.
0:23:45–0:23:50
Dann hört man etwas länger nichts in der ganzen Skathistorie,
0:23:50–0:23:57
die man so finden kann im Internet. Und dann irgendwann so um 1870,
0:23:57–0:24:00
dann kommen immer mehr Ereignisse dazu.
0:24:00–0:24:04
Also man kann davon ausgehen, dass sich dann wirklich so in der Mitte des 19.
0:24:04–0:24:09
Jahrhunderts sich dann so diese ganze, dieses Gardeuphorie übers Land verbreitet hat.
0:24:09–0:24:13
Und da ist nochmal entscheidend, also wir befinden uns in einer Zeit,
0:24:13–0:24:19
wo das Heilige Reich deutscher Nationen noch geherrscht hat.
0:24:19–0:24:24
Das heißt, eine Zersplitterung übers Land.
0:24:24–0:24:29
Also deswegen gibt es da auch wenig Einheitlichkeit. Jeder macht dann halt sein
0:24:29–0:24:32
eigenes Blatt. Jeder macht seine eigenen Regeln.
0:24:33–0:24:34
Und das läuft so ein bisschen auseinander.
0:24:35–0:24:37
Und da bestand natürlich irgendwann Bestrebung.
0:24:38–0:24:43
So zu vereinheitlichen, ja. Und auf der einen Seite war auch das,
0:24:44–0:24:47
weiß ich nicht, ob ich es so explizit gefunden habe in den Quellen,
0:24:47–0:24:54
aber natürlich hast du so ein Nation Building zu der Zeit, als sich das Deutsche
0:24:54–0:24:56
Reich dann so konstituiert,
0:24:56–0:25:01
ist natürlich Skat eine ganz große Größe, weil das ist so das urdeutsche Spiel.
0:25:01–0:25:06
Es grenzt sich von den französischen Spielen ab Und Skat ist das,
0:25:06–0:25:09
was auch die deutsche Seele so ausmacht.
0:25:10–0:25:12
Und deswegen wird Skat immer so hochgehalten.
0:25:13–0:25:15
Und diese Ode, die ich am Anfang gesungen habe...
Micz Flor
0:25:15–0:25:18
Ja, das wollte ich gerade sagen. Die muss ja etwa aus der Zeit auch gewesen sein.
Florian Clauß
0:25:18–0:25:18
Genau.
Micz Flor
0:25:18–0:25:22
Das kommt aus der Zeit. Dass da auch dieser hierarchieübergreifende Handshake,
0:25:23–0:25:25
irgendwie so mit angelegt war.
0:25:26–0:25:31
Wer sich da am Tisch begegnet. Das waren ja unterschiedliche Gilden,
0:25:31–0:25:33
unterschiedliche Hierarchien. unterschiedlich.
Florian Clauß
0:25:33–0:25:38
Genau, also es war ein Spiel, was so eine kleine Utopie, also das heißt es wurde
0:25:38–0:25:43
kein sozialer Status, es wurde in allen gesellschaftlichen Schichten gespielt
0:25:43–0:25:46
und das hat auch Skat ausgezeichnet.
0:25:47–0:25:53
Es wurde vor allen Dingen dann von den Studenten gespielt und da hat es sich auch weitergetragen.
0:25:53–0:25:57
Du hast den Arzt, du hast den Richter, du hast Bauern am gleichen Tisch und
0:25:57–0:25:59
man unterhält sich über das Spiel. Das Lustige ist.
Micz Flor
0:25:59–0:26:03
Dass es jetzt so gendermäßig alles männlich aber es war wahrscheinlich zu der
0:26:03–0:26:07
damaligen Zeit adäquat zu sagen Studentin, weil Studierende war ja wahrscheinlich
0:26:07–0:26:10
an den Unis sowieso nicht. Es gab keine Studierenden, Studierenden.
Florian Clauß
0:26:10–0:26:13
Studentinnen. Damals kann man ja spielen.
0:26:13–0:26:19
Also es war geschlechterübergreifend, wo das Spiel tatsächlich erst 1930,
0:26:19–0:26:23
wo das dann auch zugelassen war, dass dann Frauen… Frauen sogar.
0:26:24–0:26:28
Jaja, das ist wieder nach der deutschen Skatordnung, dass auch Frauen im Spiel
0:26:28–0:26:30
mit teilnehmen können und dürfen.
0:26:30–0:26:32
Also das ist natürlich die Turniergeschichte, die dahinter steht,
0:26:33–0:26:36
aber da konnten dann Frauen teilnehmen.
0:26:38–0:26:42
So, ich guck gerade mal. Hier ist nämlich das eine Ziel, was ich ansteuern wollte.
Micz Flor
0:26:42–0:26:43
Ja, ich glaube, ich weiß noch, was es ist.
0:26:46–0:26:47
Weißt du, dass ich weiß, was es ist?
Florian Clauß
0:26:48–0:26:50
Ja, ich weiß, weil wir schon mal zusammen hier waren.
Micz Flor
0:26:50–0:26:52
Und da war es aber zu, oder?
Florian Clauß
0:26:53–0:26:57
Ich glaube, wir waren drin, aber es war dann doch nicht so spannend wie erwartet.
Micz Flor
0:26:57–0:27:00
Ich habe mir damals dann aber da ein Rommelblatt gekauft.
Florian Clauß
0:27:01–0:27:05
Vielleicht ist es im nächsten Abschnitt von den Gebäuden hier.
Micz Flor
0:27:05–0:27:06
Ja, ich glaube auch.
Florian Clauß
0:27:07–0:27:11
Also für die Hörer und Hörerinnen, wir gehen jetzt zu...
Micz Flor
0:27:12–0:27:13
Alle Hörenden.
Florian Clauß
0:27:13–0:27:15
Das ist Grand Hunt, oder? Der Laden? Das weiß ich nicht.
0:27:16–0:27:23
Das ist nämlich hier ein Berliner Laden für Karten und wo natürlich alle möglichen
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Formen von Kartenblättern und so weiter zu kaufen sind.
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Und denen statten wir jetzt einen Besuch ab, mitten in unserer Episode.
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Sehr investigativ, wie wir das heute machen.
Micz Flor
0:27:37–0:27:40
Weißt du noch irgendwas über das Nikolai-Viertel dazu oder so?
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Weil ich kann jetzt nichts wirklich historisch Fundiertes sagen
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nur dass es halt eine kuriose mischung ist
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als irgendwie alten bauten und vielem was
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wieder nach wahrscheinlich nämlich an weiß
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ich gar nicht genau zerstörung zweiten weltkrieg von der damaligen ddr seite
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noch wieder hergestellt wurde und was dann beides ist einerseits irgendwie so
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historisiert und andererseits aber eben auch so platten bauten Stil.
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Ja, da ist der Rohrhand.
Florian Clauß
0:28:17–0:28:25
Oh, der hat zu leider. Krankheitsbedingt hat der Schade. Machen wir hier ein Foto.
Micz Flor
0:28:26–0:28:29
Das ist Beweis. Ja, es ist wirklich ein sehr liebevoller Laden.
Florian Clauß
0:28:29–0:28:39
Wappen von Altenburg, das Gartwappen und eine Menge von Schachspielen im Vorschaufenster.
0:28:39–0:28:43
Zu deiner Frage, also was ich jetzt hier im Nikolai-Viertel noch mitgenommen
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habe, ist, haben hier so eine Altstadt um die Nikolai-Kirche aufgebaut,
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die sich, die so eine Art von,
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traditionell simuliert, auch mit Fachwerk und so weiter. Aber das ist komplett
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nach der Bauweise von den ganzen Plattenbauten aufgebaut.
Micz Flor
0:29:03–0:29:06
Ja, das mache ich ja. Man sieht es auch, wenn man da vorne ist.
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Wenn du unten guckst, siehst du diese Gewölbe.
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Und wenn du aber hoch guckst, dann sieht es halt aus wie so Lochfassaden,
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die zusammengesteckt wurden irgendwo.
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Ich weiß nicht, wie die Maße sind drin.
Florian Clauß
0:29:17–0:29:21
Ja, ich glaube, das war auch nochmal so architektonisch von
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der Stadtentwicklung so als gegenpol zu palast der republik und wo dann noch
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irgendwie aus tourismus gründen und anderen nostalgischen gründen hier nochmal
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so ein gegenpol geschaffen werden sollte mit einer altstadt die aber trotzdem
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dann in der architektur da noch konsistent zum palast der republik aber.
Micz Flor
0:29:39–0:29:42
Es gibt ja schon noch so diesen kern hat die kirche im nikolai kirche und so
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ein paar vereinzelte gebäude genau ich.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:49
Glaube das ist alles alles neu aufgebaut ist tatsächlich nur die nikolai kirche
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die traditionell ist und.
Micz Flor
0:29:51–0:29:54
Was ich interessant finde ist ich hatte ja hier über meine
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zeit mit sourcefabrik prag berlin da kamen
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immer wieder auch mal irgendwie kollegen kollegin aus osteuropäischen ländern
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nach berlin und da war das so dass wirklich das nikolai viertel einfach sehr
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bekannt war also das heißt diese diese reiseführer noch zu zeiten des kalten
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krieges haben natürlich auch berlin abgebildet aber eben nur ostberlin und bei.
Florian Clauß
0:30:18–0:30:19
Denen dann im Die.
Micz Flor
0:30:19–0:30:23
Wollten dann alle zum Nikolai-Viertel, obwohl das dann auch schon wieder viele Jahre her war.
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Aber weil man auch das immer wahrscheinlich schon als Kind gehört hat,
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wenn man mal in Berlin ist, muss man hier hin.
Florian Clauß
0:30:28–0:30:36
Also 1885, da tritt der Karl Buhle mit seinem Buch auf den Plan.
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Nämlich der will die Grundlagen für das erste Modell einer einheitlichen Skatordnung schaffen.
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Und auch in diesem Jahr oder ein Jahr später,
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verfasste der dann Skat-Aufgaben in der Zeitschrift Die Gartenlaube.
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Das ist auch ganz interessant.
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Ich habe da so zwei, drei Links auf Wikisource gefunden, wo dann aus der Gartenlaube
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dann diese Skat-Aufgaben drin sind.
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Das ist ganz lustig. Da wird auch von, also Kreuz, der Kreuz,
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ich komme dann nachher nochmal zu den Farben, Kreuz ist dann so dieses schwarze Kleeblatt.
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Aus dem Französischen heißt es Trefflé. Und es wird noch ganz häufig mit Treff
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eingedeutscht, wird das besprochen. Kennst du auch, oder?
Micz Flor
0:31:25–0:31:29
Treff? Ja, kenne ich auch. Aber ich weiß nicht, warum Treff.
Florian Clauß
0:31:29–0:31:33
Ja, ich habe es dir ja gerade gesagt. Weil es aus dem Französischen Trefflé ist.
Micz Flor
0:31:33–0:31:35
Das Kleber. Und.
Florian Clauß
0:31:35–0:31:42
Das ist dann eingedeutscht mit Treff. 1886 fand dann der erste deutsche Skatkongress statt.
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Und das auch in Altenburg. Und Skat-Kontest ist natürlich dann auch eine Institution,
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um eine gewisse Vereinheitlichung auszulösen.
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Zu dieser Zeit muss man auch sagen, dass Skat schon so einen Geschmack von Spießertum bekommt.
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Also das heißt, es wird auch bei den jungen Studenten und Studentinnen,
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oder gibt es ja nicht damals, aber bei den jugendlichen Leuten,
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die wollen sich bewusst absetzen gegenüber Skat, weil das für die so das Biedertum ist.
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Und das finde ich auch ganz interessant, dass es damals schon so...
Micz Flor
0:32:22–0:32:23
Was spielen die denn? Atari?
Florian Clauß
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Nicht mehr so stark ist dieses Skat, das Skatspiel in der Jugend verankert.
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Glaube ich, so der, wo sich das nochmal ausprägt an der Stelle.
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Und 1899 ist der dritte Skat-Kongress, der wurde umnummeriert in Halle.
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Das ist ja im Prinzip der Gründungstag oder das Gründungsjahr von dem DSKV,
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der Deutsche Skatverein, wird da gegründet.
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Und was auch interessant ist in dem über den ganzen, dass Skat,
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wird auch von den ganzen Auswanderern, wir haben ja auch in den 1880ern und
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90ern und so war eine riesen Auswanderwelle aus Deutschland,
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aus Europa und die nehmen natürlich auch die Spiele mit.
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Das heißt, Skat findet dann Abwandlungen, vor allen Dingen in Amerika, in Brasilien und.
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Argentinien gibt es Varianten von Skat und da gibt es auch wirklich so internationale
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Kämpfe, weil ich auf der Auf der einen Seite eben der deutsche Skatverein mit
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der deutschen Skatordnung gegründet hat.
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Auf der anderen Seite gibt es halt auch so internationale Regeln und hat sich
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dann auch irgendwann konkurriert.
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Und dazu hat sich dann so ein internationaler Verband gegründet.
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Und die lagen die ganze Zeit im Clinch.
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Die haben sich die ganze Zeit bekriegt, bis sie dann irgendwann,
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ich glaube, ich habe das irgendwo aufgeschrieben, die Zahl, bis sie sich dann
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irgendwann zusammengefunden haben und das dann wieder auch vereinheitlicht.
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Also es war immer so ein Ding von, es gibt unterschiedliche Einheiten,
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unterschiedliche Regeln. und wir holen die Regeln zurück und wollen dann wieder vereinheitlichen.
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Was ganz spannend ist. Also erst mal dieses Nation Building.
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Und da habe ich auch eine Arbeit gefunden, eine Doktorarbeit,
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die sich mit der Spieleindustrie und Kriegswirtschaft auseinandersetzt.
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Also welche Funktion Spiele zu Zeiten des Krieges haben.
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Und wie da auch ich würde jetzt gerne hier durch das schloss gehen das.
Micz Flor
0:34:27–0:34:30
Ist so glatt gucken wir die rutschen da alle auf dem,
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Ich habe gerade gedacht, das ist so ein Architektentraum, dieses hübsche geschlossene
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Kopfsteinpflaster. Aber es ist einfach ein Paradies für Hüft-OPs.
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Wir können mal gucken, ob das geht. Vielleicht gibt es so wie hier so einen Weg, der nicht...
Florian Clauß
0:34:50–0:34:57
Und diese Verbindung von wie bestimmte Feindbilder über Spiele geschaffen wird.
0:34:57–0:35:02
Also das heißt, Spiele werden in Kriegszeiten auch immer zu einer Kriegs-,
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wie sagt man das, fördernden, kriegsstabilisierenden Industrie.
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Also im Ersten Weltkrieg war das dann signifikant, das legt dann diese Doktorarbeit
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dann auch mit Zahlen und Statistiken auf,
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dass dann diese Industrie, die Wirtschaft im Bereich der Spieleindustrie extrem hochgegangen ist.
Micz Flor
0:35:22–0:35:26
Ja, also mir fällt dazu ein,
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ich weiß aber gar nicht, wo ich das gehört oder gelesen habe,
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es kann auch irgendwie ein Roman gewesen sein, aber das Bild ist geblieben und
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zwar, dass es während des Irakkrieges wohl auch Pokerkarten gab, die ausgeteilt wurden,
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in denen alle Verdächtigen oder Targets als Foto abgebildet waren.
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Beim Kartenspielen, die Soldaten und Soldatinnen...
Florian Clauß
0:35:49–0:35:51
Dass sie damit trainiert wurden?
Micz Flor
0:35:51–0:35:53
Nein, dass sie einfach beim Kartenspielen immer diese Bilder hatten.
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Dadurch, dass die Karten dabei waren, konnten die dann irgendwie Menschen identifizieren,
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indem sie einfach ein Kartenspiel rausgeholt haben oder haben es dabei gesehen.
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Aber wie gesagt, es kam mir gerade bei Kartenspielen Krieg und ich weiß aber
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nicht, ob das wahr ist oder ob das Teil von einem Roman ist.
Florian Clauß
0:36:12–0:36:18
Also diese Verbindung von eben Krieg und Spiel und das hat sich ganz massiv
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dann auch in den sogenannten, das ist wirklich so ein feststehender Begriff,
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in den Schützengraben Skat im ersten Weltkrieg dann niedergeschlagen.
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Skat hatte dann eine stabilisierende Wirkung, das heißt, Das heißt,
0:36:33–0:36:37
die Soldaten waren beschäftigt.
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Es hatte so einen gemeinschaftlichen Sinn, dass sie zusammen was gemacht haben.
0:36:42–0:36:47
Und das war natürlich in so einer Situation wie einem Schützengrabenkrieg.
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Das war natürlich extrem wichtig, dass die da auch solche Sachen machen konnten.
0:36:52–0:36:59
Das ist ganz interessant. Und damit auch hat sich quasi das Punktereizen durchgesetzt, sagt man so.
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Da war immer noch dieser Krieg zwischen, also das heißt Krieg,
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aber die Konkurrenz zwischen dem Altenburger Farbenreizen und dem Punktereizen.
0:37:09–0:37:14
Und mit dem Ersten Weltkrieg hat sich das Punktereizen so festgesetzt.
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Also wurde das jetzt so eigentlich dann in die Skatordnung 1827,
0:37:20–0:37:26
wurde das mehr oder weniger dann überführt, dass das Zahlenreizen jetzt als
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das Kernreizen dann genommen wird.
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Und 1932 war dann der 13. Kongress in Altenburg und da gab es halt so ein paar
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Neuerungen, die reiche ich jetzt erstmal nacheinander auf, damit man ungefähr
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weiß, wann welche Regel wo auch passiert ist.
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Also Nullspiele werden mit den heutigen Werten dann festgelegt.
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Der Grundwert für den Grand auf 24 statt 36 wie bisher verlorene Handspiele
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werden nicht mehr doppelt berechnet und bei offenem Spiel müssen alle 10 Karten offengelegt werden.
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Das klingt für uns völlig selbstverständlich,
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aber man kann sich kaum vorstellen, dass es mal anders war.
0:38:10–0:38:14
Ich weiß nicht, wo hast du eigentlich Skatspielen gelernt?
Micz Flor
0:38:14–0:38:17
In der Schule, in Albert-Einstein-Gymnasium in Großbiberau.
Florian Clauß
0:38:19–0:38:20
Und von wem?
Micz Flor
0:38:20–0:38:24
Ich habe vergessen, wie der hieß. Der war, der hat dann auch,
0:38:25–0:38:32
das war im Raum der Schülervertretung und hieß damals so, SchülerInnenvertretung.
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Habt ihr schon SchülerInnenvertretung gemacht? Ne, ne, eben,
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aber die Schülervertretung ist mir gerade eingefallen.
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Und da haben wir, da gab es dann keine Ahnung,
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zuerst haben wir Skat gespielt und dann irgendwann wurde ich dann so ein bisschen
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tiefer eingeführt in die Mystik, des Odenwälder Kartenspiels.
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Und dann habe ich, wie hieß das nochmal?
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Sauranze. Sauranze, das ist ein anderes Spiel, was eher dann so wieder fast
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so wie italienisch war, wo man dann halt so unglaublich viele Möglichkeiten
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hatte, doch noch zu gewinnen, wenn man eigentlich schon auch so ein Stichspiel, keine Ahnung.
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Aber zuerst habe ich dort Skat gelernt und,
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Und dann habe ich, glaube ich, wirklich eigentlich nur in der Schule Skat gespielt.
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Und dann später, ich weiß gar nicht mehr, irgendwie schon immer mal,
0:39:27–0:39:30
aber es war hauptsächlich in der Schule.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ich hatte das tatsächlich von meiner Mutter gelernt. Wir haben dann nachmittags
0:39:34–0:39:39
immer, wenn ich aus der Schule kam, Skat gespielt zu dritt mit meiner Schwester,
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bis sie dann irgendwann keinen Bock mehr hatte.
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Und ich habe vor allen Dingen immer im Bus gespielt, auf der letzten Busreihe,
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weil ich war ja auch ein bisschen außerhalb von Kassel und hatte so eine 20-minütige Busfahrt.
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Und das war dann so das morgendliche und das mittagliche Ritual,
0:39:56–0:40:00
sich auf die Bank zu setzen und Skat zu spielen.
Micz Flor
0:40:00–0:40:03
Und du hattest dann zwei, mit denen du auch in der Schule warst?
Florian Clauß
0:40:03–0:40:06
Genau, die da bei mir im nächsten Dorf gewohnt haben.
Micz Flor
0:40:08–0:40:10
Und das schon mal gemischt?
Florian Clauß
0:40:10–0:40:13
Ja, es war dann halt Jan Mütter und Oliver Speck.
Micz Flor
0:40:14–0:40:16
Seid gegrüßt, ihr beiden.
Florian Clauß
0:40:16–0:40:20
Und mit denen haben wir dann immer Skat gespielt. Sehr prägend.
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Und dann habe ich, ich war ja im Kinoclub von der Humboldt-Uni,
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wo wir quasi in Sicht seiten.
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Das fotografiere ich gerade. Und da ist der Studentenclub.
Micz Flor
0:40:33–0:40:34
Ganz oben war das, ne?
Florian Clauß
0:40:35–0:40:37
Nee, der Studentenclub ist unten, da im Hauptgebäude.
Micz Flor
0:40:37–0:40:41
Wie hieß denn das Café oben? Krähenfuß oder irgend sowas?
Florian Clauß
0:40:41–0:40:47
Ja, das weiß ich gar nicht. Nee, das war wirklich unten in den Seitenflügel und da haben wir,
0:40:48–0:40:54
immer nach der Kinovorführung, die wir gemacht haben, haben wir dann Skat gespielt
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und das war fast das Beste am Kinoclub. Ich hab's so genossen,
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Und das ist auch so der Studentenclub der Humboldt in den 90ern,
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da ist halt so noch so eine böhmische Bauart, da ist so Holz vertefelt.
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Man sitzt dann halt quasi so im Mittelgang und hat dann halt so Sitzbänke gegenüber.
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Das war großartig, ich habe es sehr genossen.
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Wir machen hier voll die historische Stadttour und gehen gerade am Dom vorbei,
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kommen an die neue Nationalgalerie und sind noch beim Skatspielen.
Micz Flor
0:41:27–0:41:28
Wir.
Florian Clauß
0:41:28–0:41:33
Sind jetzt 1937. Willst du auf der Straße langgehen?
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Ist der 14. Skat-Kongress in Altenburg zur Hochzeit der Nazis, ja.
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Und das ist auch tatsächlich der erste Kongress, wo dann Frauen mitspielen dürfen.
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Und aber, und da kommt wieder so diese nationalistisch oder die nationalprägende
0:41:51–0:41:56
Phase, Also das heißt, Juden wird das Skatspielen strikt verboten.
Micz Flor
0:41:56–0:41:58
Ich wollte gerade sagen, Frauen dürfen mitspielen, aber...
Florian Clauß
0:41:58–0:42:03
Naja, und ich will das mal auch hier zitieren. Das ist dann auch wieder so das
0:42:03–0:42:04
schwarze Kapitel der Skatordnung.
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Da stand, da im Dritten Reich alle Nicht-Arier, in Klammern Juden,
0:42:10–0:42:14
keinen Anteil an der Volksgemeinschaft haben, ist es eine Selbstverständlichkeit
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geworden, dass Skatspieler, die Juden sind,
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Das war Festschrift vom 14. Deutschen Skatkongress 1937.
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Und auch nochmal so ein Side-Fact, was ganz lustig ist, das nationalsozialistische
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Regime ordnete die Vermeidung von nicht-deutschen Begriffen an.
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Das heißt, Grand, Auvers und Pic und sowas durfte nicht verwendet werden.
Micz Flor
0:42:52–0:42:54
Wie haben die dann so gesagt?
Florian Clauß
0:42:54–0:42:55
Das weiß ich nicht.
Micz Flor
0:42:55–0:42:58
Das ist auch so ein geheimer Code, wenn man sich irgendwo in der Kneipe trifft
0:42:58–0:43:01
und man sagt da nicht Grand, sondern man sagt Großreich.
Florian Clauß
0:43:01–0:43:07
So wie bei Inglourious Basterds die amerikanische und die europäische.
0:43:09–0:43:14
Oh, ich kann meine Hände nicht bewegen. So im Zweiten Weltkrieg hat natürlich
0:43:14–0:43:17
auch das Skatspiel unter Soldaten, aber es kriegt niemals in den familiären
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oder sozialen Kontext so eine große Bedeutung.
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Dann haben wir die Teilung natürlich 1950 zwischen Deutschland.
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Und da entwickelt sich das auch so ein bisschen parallel, aber es wird relativ
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genau drauf geschaut, dass dann auch nicht die Regeln sich wegbewegen.
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Es gibt quasi so ein Interims-Skatergericht, nämlich in Bielefeld.
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Das Skatergericht ist eine Institution, die eben auch recht spricht.
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Und das war jetzt eine Eingangsfrage, warum darf man nicht und kann man nicht doch das?
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Nein, für genau solche, weil es eben ein Turnierspiel, tatsächlich ein Sportspiel
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ist, gibt es ein Gericht, was heute auch noch bei strittigen Fragen entscheidet.
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Und da werden ganz bestimmte Sachen festgelegt.
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Und das leitet sich natürlich immer auch aus dem Turnierkontext ab.
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Also es wird tatsächlich wie ein Sport, wie Schach und so ähnlich gehandhabt,
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das Kartenspiel, was dann auch nicht üblich ist.
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Wir haben ja so zwei Stränge.
0:44:15–0:44:18
Wir haben einmal das Glücksspiel, was dann halt auch mit Geld verdient und so
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weiter. und auch mit der höheren Wahrscheinlichkeit oder dass eben der Gewinn
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von Glück von Zufall abhängt.
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Und Skat hat immer wieder gesagt, nein, wir sind kein Glücksspiel,
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obwohl eben eine zufällige Komponente im Teilen der Karten drin ist.
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Das ist auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite hängt es eben von dem
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Geschick des Spielers ab, ob er tatsächlich auch spielen kann und das überwiegt
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eben diese zufällige Komponente.
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Deswegen, da haben die sich auch immer wieder so gegen gelehnt,
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eben nicht als Glücksspiel eingeordnet zu werden.
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Hat natürlich dann auch wieder so steuerrechtliche Geschichten.
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Weil sobald du Glücksspiel bist, dann bist du eher in einem Bereich,
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wo du auch entsprechend höhere Steuern abführen musst und so weiter.
Micz Flor
0:45:03–0:45:07
Aber ich meine mich zu erinnern, weil du das gerade sagst mit Steuern, das war glaube ich im 19.
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Jahrhundert, stand dann irgendwie diese Jubiläumsschrift drin,
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dass wirklich von der damaligen Obrigkeit,
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ich weiß jetzt nicht genau auf welcher Ebene, aber das Steuern,
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also dass das nicht gerne gesehen war, das Skat-Spiel und dass das sehr hoch
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besteuert wurde, die Karten selbst, also wenn du Karten gekauft hast.
Florian Clauß
0:45:24–0:45:28
Also es kann sein, dass ich weiß, bei Skat habe ich das jetzt nicht so gelesen.
0:45:28–0:45:32
Ich habe es im Kontext von anderen Kartenspielen, weil auch Kartenspiele,
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so die historische Genese war auch so, dass es eher aus dem Glücksspiel-Kontext
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kam und dass es deswegen auch ziemlich geächtet wurde teilweise und verfolgt.
0:45:46–0:45:50
Auf der anderen Seite war es dann auch wieder eine höfische Tradition,
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eine höfische Kultur, Dass man wirklich da, ja die Karten, die Karten konnten
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sich dann halt auch wirklich nur Fürsten leisten, wenn die Hand bemalt waren und so weiter.
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Das heißt, es war dann halt so ein Zeitvertreib auf dem Hof.
0:46:04–0:46:09
Also es gab so Unterschiede, aber generell kann man sagen, es gab sowohl eben,
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dass es als Glücksspiel verfolgt wurde, aber auch, dass es eben so komplett
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in der Gesellschaft dann verankert war.
0:46:18–0:46:23
Es gibt so verschiedene Strömungen, würde ich mal behaupten.
Micz Flor
0:46:23–0:46:25
Ja, und es ist natürlich auch interessant,
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Ich weiß nicht, was die Mittel waren, um jetzt sowas selber zu zeichnen,
0:46:30–0:46:35
aber natürlich ist es Open Source-mäßig immer auch möglich, sich selber Spielkarten.
Florian Clauß
0:46:35–0:46:37
Zu zeichnen. Ich habe das.
Micz Flor
0:46:37–0:46:42
Früher auch als Kind gemacht, erinnere ich mich noch. Spielkarten zeichnen? Ja, so Karten erfunden.
Florian Clauß
0:46:43–0:46:49
Ja, das macht schon Spaß, so Karten erfinden und Karten zeichnen.
0:46:49–0:46:53
Das Schwierigste war dann immer, die gleiche Größe von Karten hinzubekommen
0:46:53–0:46:57
beim Ausschneiden. Man wusste dann immer, okay, das ist die Karte, weil da fehlt eine Ecke.
Micz Flor
0:46:57–0:47:00
Oder wenn die geknickt sind, dann beim Wandern sowieso.
Florian Clauß
0:47:01–0:47:05
Aber nochmal zu dem Punkt, tatsächlich ist es so, was ich gelesen habe,
0:47:05–0:47:12
ist, dass in der DDR, anfänglich in den 50ern, Skatspielen dann auch eben als,
0:47:13–0:47:20
wie soll man sagen, weil eben da Versammlungen im Privaten durchspielen stattgefunden
0:47:20–0:47:23
haben, wurde es dann eben auch verfolgt. Also es wurde nicht gern gesehen.
0:47:24–0:47:28
Und es hat sich dann wirklich erst so in den 60ern so ein bisschen dann regeneriert,
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dass es wieder so akzeptiert wurde von der Obrigkeit, von der Staatsherrschaft.
0:47:35–0:47:39
Das erste offizielle deutsch-deutsche Skaturnier war dann 1990.
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1990 und dann fing auch so ein bisschen an, dass man sich dann quasi vernetzt
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hat, nicht am Tisch, sondern in einem anderen Netzwerk.
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Also es war BTX, hatte da eine Rolle gespielt in den 90ern und dann natürlich das Internet.
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Es gab einen Schachcomputer, einen Skatcomputer, der ist 1980 auf den Markt gekommen,
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der wurde aber ziemlich schnell wieder vom Markt genommen, weil der nicht offen
0:48:13–0:48:14
spielen konnte, also er konnte nicht zeigen.
0:48:15–0:48:20
Ein paar Moves konnte er einfach nicht machen und dann war das auch kein Erfolg
0:48:20–0:48:21
und den haben sie wieder vom Markt genommen.
Micz Flor
0:48:22–0:48:24
Das ist bestimmt sehr, sehr wertvoll.
Florian Clauß
0:48:24–0:48:28
Also das Skatgericht hat sich tatsächlich am 1.
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Dezember 2001 in Altenburg gegründet und 2002 war dann auch wieder die Rückverlegung
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von dem Hauptsitz des Skatgerichtes nach Altenburg.
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Und jetzt noch mal eine wichtige Jahreszahl.
0:48:48–0:48:57
2016 wurde Skatspielen zum UNESCO-immateriellen Weltkulturerbe ernannt.
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Man Weltkulturerbe. Das ist ja auch eine Motivation. Und ich lese jetzt nicht
0:49:06–0:49:08
den Auszug aus dem UNESCO-Bericht vor.
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Also der letzte internationale Skat-Kongress hat dann nochmal in der Skat-Ordnung Folgendes geändert.
0:49:17–0:49:21
Ein Gegenspieler darf nur dann offen spielen, wenn der Alleinspieler unabhängig
0:49:21–0:49:29
von der Spielführung selbst und nicht abkürzenden Gegenspieler keinen Stich mehr erhalten kann.
0:49:29–0:49:33
Also du darfst erst offen spielen, wenn du halt wirklich keinen Stich mehr hast.
0:49:35–0:49:38
Andernfalls gehören die Reststiche alle den Alleinspieler.
0:49:39–0:49:45
Es ist ja so, dass man macht ja häufig dann so, okay, der Rest hier, ich spiele auch hier.
0:49:45–0:49:50
Und dann aber wenn dann noch ein noch ein Stich dann irgendwo anders, dann gehört alles.
Micz Flor
0:49:50–0:49:51
Hätte passieren können. Ja.
Florian Clauß
0:49:51–0:49:55
Das ist es. Aber es sind so Kleinigkeiten, ne? Das ist halt auch so ein bisschen
0:49:55–0:49:58
wie das Turnierskart versus Kneipenskart.
0:49:58–0:50:04
Da gibt's auch ganz unterschiedliche Blüten, Ja, insofern, das war so die kleine
0:50:04–0:50:05
Geschichte des Gartspielens.
0:50:07–0:50:11
Und wir sind auch hier, ich habe es schon gesagt, in historischer Kulisse.
0:50:12–0:50:14
Ich finde, das passt gut zum Thema, oder?
Micz Flor
0:50:14–0:50:18
Ja, super. Ich weiß auch nicht genau, warum, muss ich zugeben.
0:50:18–0:50:22
Aber es passt einfach sehr gut zu der Stimmung, zu dem Abend,
0:50:22–0:50:25
zu der Tour, die du ausgesucht hast. Und.
Florian Clauß
0:50:25–0:50:31
Weißt du was? Wir sind jetzt vor der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität
0:50:31–0:50:36
und hier am zweiten Stock ist der Hörsaal.
0:50:36–0:50:41
Und da hatte ich mal eine Vorlesung in den 90ern in Kulturwissenschaft bei Friedrich Kittler.
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Die waren hier, man hatte immer den Blick auf den Dom. Und Kittler war der einzige Dozentlehrer,
0:50:48–0:50:56
der dann in der Vorlesung nach 45 Minuten eine Raucherpause gemacht hat und alle konnten rauchen.
0:50:57–0:51:03
Ich habe dann immer hier in dem Hörsaal geraucht mit Kittler zusammen.
0:51:06–0:51:10
Okay, so viel. Und jetzt, ich weiß nicht, wie du noch frisch bist,
0:51:10–0:51:14
aber du kannst gerne nochmal so ein bisschen in das Spiel einsteigen.
0:51:14–0:51:22
Und ich werfe dir mal so ein paar Begriffe zu, um die Regeln nochmal für diejenigen
0:51:22–0:51:25
Zuhörerinnen und Zuhörer, die dann das Spiel nicht so kennen,
0:51:26–0:51:29
so vielleicht nochmal so ein bisschen interaktiver zu erklären.
Micz Flor
0:51:29–0:51:32
Also du wirfst mir Regeln zu und was soll ich dann tun?
Florian Clauß
0:51:32–0:51:33
Nein, nein, nein, Begriffe, nicht Regeln.
Micz Flor
0:51:33–0:51:35
Begriffe, okay. Du sollst die Regeln noch erklären.
Florian Clauß
0:51:35–0:51:36
Das wird sicher noch getestet.
Micz Flor
0:51:37–0:51:41
Ich bin gar nicht mehr frisch. Ich finde, wir sollten... Vielen Dank fürs Zuhören.
0:51:41–0:51:43
Ich halte... Okay, versuch's.
Florian Clauß
0:51:43–0:51:44
Also, Spieler.
Micz Flor
0:51:45–0:51:46
Spieler 3.
Florian Clauß
0:51:47–0:51:53
Sehr gut. Was kann man noch über die Spieler sagen? Also in Bezug auf Teilen und Reizen.
Micz Flor
0:51:54–0:51:59
Teilen und Reizen. Ach so. Geben, hören, sagen. Das heißt, wer austeilt,
0:51:59–0:52:05
wenn man zu dritt spielt, der rechtsum im Uhrzeigersinn der Nächste hört und dann der Dritte sagt.
0:52:05–0:52:11
Das heißt, wenn man reizt, dann muss als Erstes wie linksrum geben,
0:52:11–0:52:13
hören, sagen. Uhrzeiger.
0:52:14–0:52:18
Wie war es rechtsrum? Achso, die Uhr dreht sich so rechtsrum.
0:52:19–0:52:24
Also es geht ja so rechtsrum. Das heißt, vom Gebenden auf rechte Hand ist die
0:52:24–0:52:28
Person, die vom Gebenden aus linker Hand als Erstes irgendwie reizt.
Florian Clauß
0:52:31–0:52:35
Und daraus leiten Sie auch Mittelhand, Vorhand und Hinterhand ab?
Micz Flor
0:52:36–0:52:42
Weil der geben, der nächste kommt raus, das heißt, das ist auch eine Frage,
0:52:42–0:52:44
dass die dann beim Reizen, wenn man so auf die Karten guckt,
0:52:45–0:52:46
kommt die dann irgendwann oft so,
0:52:46–0:52:49
wer kommt denn raus, weil das schon wichtig ist, vor allen Dingen,
0:52:49–0:52:52
wenn man ein bisschen wackeliges Gart hat, wenn man selber rauskommt,
0:52:52–0:52:53
kann man mehr mitentscheiden.
0:52:54–0:52:57
Wenn man, und ansonsten, wenn man ganz hinten sitzt, ist auch noch ganz gut,
0:52:57–0:53:02
aber wenn man der mitte sitzt kann das schon im ersten zug kann.
Florian Clauß
0:53:02–0:53:06
Es ist in der mühle wenn du dann halt du musst mal gucken was je nachdem was
0:53:06–0:53:13
du spielst und wie du rauskommst gehen hören sagen vorhand mittelhand hinterhand
0:53:13–0:53:18
hinterhand dann haben wir die farben das hat auch relativ lange gedauert bis
0:53:18–0:53:21
ich das verstanden habe bei den karten was farben sind ja.
Micz Flor
0:53:21–0:53:26
Was farben sind ist Es ist so, dass ich neulich mit meiner Tochter zusammen
0:53:26–0:53:29
versucht habe, die noch nicht so viel Kartenspielerfahrung hat, auch zu teilen.
0:53:30–0:53:32
Da habe ich gemeint, du lass uns einfach mal, jeder macht jetzt,
0:53:32–0:53:34
du machst die Roten, ich mache die Schwarzen.
0:53:34–0:53:39
Und dann hat sie halt dann Herz und Karo, beziehungsweise Herz und Schellen,
0:53:39–0:53:44
aber bei dem klassischen französischen Platz, das waren für sie alles rote Karten,
0:53:44–0:53:45
das sind ja alle rote Karten.
0:53:45–0:53:49
Und ich wollte halt, dass sie die Herz und die Karo trennt, damit wir schnell
0:53:49–0:53:52
mal zählen können, ob das Spiel vollständig ist. aber sie hat dann eben einfach
0:53:52–0:53:54
alle roten zusammen mit mir alle schwarzen gegeben.
Florian Clauß
0:53:55–0:54:01
Genau, das ist genau der Punkt, aber Farben sind in Karten, die bezeichnen die
0:54:01–0:54:03
Symbole und nicht die Farben der Karten.
Micz Flor
0:54:03–0:54:06
Und es gibt ja auch das Gartenspiel, da gibt es ja dann, ich weiß gar nicht
0:54:06–0:54:07
mehr, da gibt es ja auch Grüne.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:12
Grün und Orange. Das ist das Turnierblatt, das wurde, glaube ich,
0:54:12–0:54:14
schon in den 60ern oder 70ern eingeführt.
Micz Flor
0:54:14–0:54:15
Hast du mal damit gespielt?
Florian Clauß
0:54:15–0:54:17
Ja, das habe ich jetzt auch zuletzt gespielt.
Micz Flor
0:54:18–0:54:21
Jetzt auch, weil ich hatte das, glaube ich, auch mal beim wandern mit und wir
0:54:21–0:54:24
hatten auch da irgendwie keinen spaß dran auch.
Florian Clauß
0:54:24–0:54:28
Das kann ich behaupten ich finde das eigentlich ganz gut das blatt
0:54:28–0:54:31
also wo ich keinen spaß daran habe
0:54:31–0:54:36
und das ist halt auch immer also bei bei das ist die diskriminierung der linkshänder
0:54:36–0:54:41
dass du teilweise wenn du dich wenn ich bin ja linkshänder nicht fächer dann
0:54:41–0:54:46
halt die karten dann immer entgegen gesetzt aus den rechtshändern und es gibt
0:54:46–0:54:49
einige kartenspiele wurde das symbol und quasi nur oben links hast,
0:54:50–0:54:52
aber nicht oben rechts und dann sehe ich das halt nicht.
0:54:53–0:54:56
Und da fühle ich mich diskriminiert als Linkshänder.
0:54:56–0:55:01
Und deswegen, also dieses Turnierblatt, das zeigt sowohl die Farben,
0:55:01–0:55:07
also die Symbole in einzelnen Farben an, wie auch immer links und rechts ist
0:55:07–0:55:08
das Symbol auch nochmal zu sehen.
0:55:10–0:55:11
Okay, Gart.
Micz Flor
0:55:11–0:55:18
Das Gart besteht aus zwei Karten und wird nach der ersten Runde von 3-3-3 von
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dem Austeilenden auf die Mitte des Tisches gelegt, ohne dass jemand reingucken darf.
Florian Clauß
0:55:22–0:55:24
Und was bringt das Gart?
Micz Flor
0:55:26–0:55:31
Der Skat sind die zwei Zusatzkarten, die dem Alleinspielenden,
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wenn je 13 gewinnt, aufnehmen darf.
0:55:36–0:55:40
Und im Gegenzug dazu dann zwei Karten auch wieder verdeckt ablegen darf,
0:55:40–0:55:41
sodass die anderen das nicht sehen.
0:55:42–0:55:45
Der Vorteil ist, dass man seine Karten potenziell ein bisschen aufpimpen kann.
0:55:45–0:55:52
Und bestimmte Karten, zum Beispiel wenn man eine blöde Karte hat,
0:55:52–0:55:54
wo man leicht überstochen wird, die kann man ablegen.
0:55:54–0:55:59
Oder man kann auch fette Karten, die man hat, viel Punkte in den Skat wegdrücken,
0:55:59–0:56:03
weil der wird später noch dazugezählt, wie so ein kleiner Bunker.
0:56:04–0:56:08
Aber es kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn man ein bisschen risikohaft
0:56:08–0:56:11
reizt und dann auf einmal den Skat aufnimmt und merkt, oh nee,
0:56:11–0:56:13
shit, ich hatte gehofft, ich könnte die Farbe drücken.
0:56:13–0:56:17
Aber dann hat man auf einmal drei davon und dann geht es nicht mehr so leicht.
Florian Clauß
0:56:17–0:56:20
Oder man findet auch einen Buben drin und hat sich überreizt.
Micz Flor
0:56:20–0:56:21
Das ja genau, aus dem Klassiker.
Florian Clauß
0:56:21–0:56:25
Kommen wir gleich zum Reizen, aber wir sollten noch mal kurz den Punkten sagen.
0:56:25–0:56:32
Also insgesamt zählen in dem Spiel 7, 8, 9 nichts, haben keine Punkte.
0:56:33–0:56:39
Dann die 10 zählt 10, das Ass zählt 11, der Bube zählt 2, Dame 3 und König 4.
0:56:39–0:56:43
Und insgesamt sind dann so bei 32 Karten 120 Punkte.
0:56:44–0:56:49
Und derjenige, der eben wie gesagt über 60 Punkte kommt, hat gewonnen.
0:56:50–0:56:54
Und wenn 60 Punkte erreicht sind, dann heißt es so gespaltener Arsch und das
0:56:54–0:56:57
geht zu Ungunsten des Alleinspielers aus.
Micz Flor
0:56:57–0:57:01
Ne, also da würde ich jetzt gerne nochmal an Bielefeld im Skatverband anrufen,
0:57:01–0:57:02
weil ich glaube, es heißt Arschgespalten.
Florian Clauß
0:57:02–0:57:06
Ja, das gibt es auch, das steht sogar in der Wikipedia. Arschspalt,
0:57:06–0:57:12
das ist die eher nicht so verbreitete Variante von gespaltener Arsch.
0:57:13–0:57:20
Das kannst du in Wikipedia-Artikeln nachlesen. Aber ja, man hat halt irgendwie
0:57:20–0:57:24
regionale Unterschiede, das ist ja auch völlig okay. Kann man ja zustehen.
0:57:27–0:57:34
Die Farben sind Kreuz, Pik, also Pik ist so traditionell, woraus leitet sich das ab?
0:57:35–0:57:37
Das Kreuz hatten wir ja schon aus dem Kleeblatt, das Pik ist,
0:57:37–0:57:39
glaube ich, einfach ein Blatt.
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Dann haben wir das Herz und das Karo.
0:57:45–0:57:51
Und die haben auch jeweils unterschiedliche Werte. Man spricht immer von Punkten oder von Augen.
0:57:52–0:57:56
Das ist immer so das, was als erstes... Du sagst, wenn du Punkte meinst,
0:57:56–0:57:58
dann meinst du eigentlich Augen und umgekehrt.
0:57:58–0:58:01
Also das bringt man immer durcheinander. Aber wir sind da jetzt nicht so genau.
Micz Flor
0:58:02–0:58:05
Ja, das ist auch so eine Sache. Da würde ich gerne mal ein bisschen reingucken.
0:58:06–0:58:11
Kreuzpik, Herz, Karo. es gibt ja dann im englischen gibt's Club.
0:58:11–0:58:14
Jetzt weiß ich nicht mehr, ob Club Peak ist oder Kreuz.
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Der Grund, weshalb ich das aber interessant finde, nochmal nachzugucken,
0:58:19–0:58:21
ist, weil die italienischen Karten, die kennst du ja auch, ne?
0:58:21–0:58:25
Da gibt's ja die Sonne, die Münzen, glaube ich, ne?
0:58:25–0:58:29
Bei Sonne, Münzen, den Knüppel eben und das Schwert.
Florian Clauß
0:58:29–0:58:30
Oder was? Ja, ja, genau.
Micz Flor
0:58:30–0:58:37
Schwert gibt's Und Club heißt Knüppel im Englischen und wenn jetzt Club Peak ist, dann ist das Peak,
0:58:38–0:58:42
wo wir nicht genau wissen, was es ist, vielleicht über das italienische Knüppel-Ding
0:58:42–0:58:47
zu verstehen und irgendeine Form von Waffe.
0:58:47–0:58:49
Aber ich weiß es gerade.
Florian Clauß
0:58:49–0:58:51
Nicht. Das sind auch unterschiedliche Symbole. Ich meine, das,
0:58:51–0:58:54
wonach wir spielen, ist meistens das französische Blatt.
0:58:54–0:58:58
Das hat sich tatsächlich auch in Deutschland so ziemlich zweigeteilt.
0:58:58–0:59:03
Es gibt dann irgendwie so eine imaginäre Grenze, die so im Süden des Landes,
0:59:03–0:59:09
also über Baden-Württemberg, Bayern, nach Thüringen, teilweise Sachsen,
0:59:09–0:59:11
die spielen nach dem deutschen Blatt.
0:59:11–0:59:14
Ja, Altenburg liegt in Thüringen, also Altenburg ist ganz traditionell dem deutschen
0:59:14–0:59:18
Blatt. Und auf der anderen Seite ist halt das französische Blatt,
0:59:18–0:59:21
was mit Dame, König, Bube geht.
0:59:21–0:59:25
Und das deutsche Blatt hat eben auch andere Symbole.
0:59:25–0:59:31
Nämlich, wir haben für das Kreuz die Eichel. Für das Pik haben wir...
0:59:33–0:59:35
Was ist für das Pik?
Micz Flor
0:59:35–0:59:39
Du, ich bin jetzt gerade total raus. Von hinten haben wir die Schelle für Caro.
0:59:39–0:59:42
Wir haben Herz für Herz. Herz und Pik ist.
Florian Clauß
0:59:42–0:59:45
Glaube ich, das Blatt. Ja, ich glaube, im Deutschen ist es Blatt.
0:59:45–0:59:50
Ja, und dann gibt es auch keine Dame, sondern es gibt einen Oberer und Unterer.
Micz Flor
0:59:50–0:59:51
Unter und Ober, ja.
Florian Clauß
0:59:52–0:59:58
Und Oberer ist der Bube. Die Funktion des Bubens und der Unterer die Funktion der Dame.
Micz Flor
0:59:58–1:00:01
Nee, andersrum. Ober ist Dame. Unter, Ober, König.
Florian Clauß
1:00:02–1:00:10
Du merkst, ich bin nicht, ich spiele nicht nach deutschem Blatt. Und was ist der König?
Micz Flor
1:00:11–1:00:13
Ich spiele jetzt auch raus König, oder?
Florian Clauß
1:00:13–1:00:15
Ist da auch noch ein König dabei?
Micz Flor
1:00:18–1:00:19
Und der Oberkönig, ja.
Florian Clauß
1:00:19–1:00:23
Ja, genau so ist es. Also wir haben... Nur Männer.
1:00:24–1:00:28
Das Ziel des Spiels ist es eben zu gewinnen, klar, irgendwie.
1:00:28–1:00:33
Die Wertung haben wir auch gerade schon angesprochen, wie sich die einzelnen
1:00:33–1:00:35
Punkte und so weiter errechnen.
1:00:35–1:00:41
Und jetzt kommen wir zu dem, was dann viele Anfänger immer so ein bisschen zurückschrecken
1:00:41–1:00:46
lässt vor Skat, nämlich das sogenannte Reizen. Das ist jetzt quasi die erste
1:00:46–1:00:48
Spielphase des Spiels, ist das Reizen.
1:00:49–1:00:54
Und Mitch, kannst du aus dem Stand das Reizen erklären?
1:00:56–1:00:57
Also vielleicht...
Micz Flor
1:00:57–1:00:58
Ich kann es versuchen.
Florian Clauß
1:00:58–1:01:01
Vielleicht, was ein ganz guter Begriff dazu ist, ist, weiß ich nicht,
1:01:01–1:01:02
ob du... Ich bin total aufgeregt.
Micz Flor
1:01:02–1:01:06
Das ist wie so eine Prüfung. Die Spitzen. Mündliche... Genau.
Florian Clauß
1:01:06–1:01:12
Mündliche Skat-Prüfung. Halten Sie das Blatt links rum. und jetzt tauschen Sie
1:01:12–1:01:14
das Deutsche gegen das Französische aus.
Micz Flor
1:01:15–1:01:19
Die Spitzen, also ich kann jetzt nicht, ich weiß nicht, Spitzen kann ich jetzt
1:01:19–1:01:21
nicht sagen, aber wie ich Reizen erklären würde.
Florian Clauß
1:01:21–1:01:28
Aber der Begriff Spitzen, Spitzen ist quasi die zusammenhängende Folge oder
1:01:28–1:01:32
die fehlende Folge der einzelnen, und das nennt man Spitzen,
1:01:32–1:01:35
also wie so eine, also entweder du hast fehlende Spitzen.
Micz Flor
1:01:35–1:01:39
Das ist eines der Dinge, was unglaublich schwer eben eben auf diesem 4-PT-Rückseite
1:01:39–1:01:41
bei den Skatenblättern.
Florian Clauß
1:01:41–1:01:43
Das Reizen, das ist dann genau 4-Pt-Rückseite.
Micz Flor
1:01:43–1:01:48
Also man muss sagen, die Buben sind, Buben eben beim französischen Blatt sind,
1:01:49–1:01:53
oder die unter sind, beim altdeutschen Blatt sind, die Trümpfe.
1:01:54–1:02:00
Und die Reihenfolge der Farben von oben nach unten, die wertvollste ist Kreuz, dann Pik, Herz und Karo.
1:02:00–1:02:03
Und beim Reizen guckt man einfach mal, was habe ich denn für Buben.
1:02:04–1:02:08
Angenommen man hat alle vier Buben oder man hat gar keinen Buben,
1:02:09–1:02:16
dann darf man entweder sagen, mit vier plus eins ist fünf, was diese Zahl fünf
1:02:16–1:02:17
bedeutet, sage ich gleich.
1:02:17–1:02:23
Man dürfte aber auch sagen, ohne vier plus eins ist fünf, was immer sehr erstaunlich
1:02:23–1:02:26
ist. Das heißt, wenn ich alle Buben habe, die Trümpfe sind, oder keinen,
1:02:27–1:02:28
ich kann genauso hoch reizen.
1:02:28–1:02:33
Denn diese Zahl, und warum das kompliziert ist mit dem Reizen, kommt dann gleich.
1:02:33–1:02:38
Die ist der Multiplikator, den ich verwende.
1:02:39–1:02:45
Angenommen, ich habe ganz viele Herzkarten und vier Buben, dann kann ich sagen, wow, cool.
1:02:45–1:02:52
Mit vier, plus eins ist fünf, mal Herz, und die Farbe Herz ist zehn.
1:02:52–1:02:55
Und dann kann ich also bis 50
1:02:55–1:03:01
hoch reizen bis 50 punkt
1:03:01–1:03:06
das erste mal das eine ist andere wäre eben zum beispiel ohne 4 plus 1 ist auch
1:03:06–1:03:10
fünf mit herz gehe auch bis 50 hoch reizen und dann kann aber das passieren
1:03:10–1:03:17
was flo gerade schon angesprochen hat dann 30 so hoch neben den skat und dann
1:03:17–1:03:19
ist da auf einmal der Kreuzbube drin,
1:03:19–1:03:22
was ein toller Bube ist, weil es der stärkste Bube ist von allen Vieren.
1:03:22–1:03:28
Aber dann habe ich auf einmal beim Reizen mich überreizt, denn dann habe ich
1:03:28–1:03:30
den Kreuzbuben und sonst keinen mehr.
1:03:30–1:03:37
Das hieße zum Beispiel mit 1 Spiel 2, also plus 2, der Faktor ist dann 2,
1:03:37–1:03:39
und dann hätte ich nur bis 20 reizen dürfen.
1:03:42–1:03:46
Und diese Multiplikate-Zahl ergibt sich eben aus dem, was scheinbar Spitzen
1:03:46–1:03:49
heißt, was mir gar nicht klar war. Das heißt, man zählt immer von oben.
1:03:49–1:03:55
Mit 1, wenn man drei Buben hat, Kreuzbube, aber den Pikbuben nicht.
1:03:55–1:04:00
Da hat man zwar drei Buben, darf aber trotzdem nur sagen mit 1 von oben gezählt, die Spitze 1.
1:04:01–1:04:05
Und umgekehrt, man hat drei Buben und hat den Kreuzbuben nicht, dann hat man ohne 1.
1:04:06–1:04:09
Und obwohl man dann drei Buben hat, darf man auch nicht so weit reizen.
1:04:10–1:04:13
Das sind erstmal so die so würde ich das jetzt.
Florian Clauß
1:04:13–1:04:17
Hier genau ich würde ja danke sehr gut setzen,
1:04:19–1:04:23
schwitzen das war bei den spitzen noch mal dazu kommt das war mir doch gar nicht
1:04:23–1:04:28
so klar weil ich jetzt selten gespielt hat aber auch nach skat ordnung deutscher
1:04:28–1:04:32
skat ordnung ist es so dass dann eine folge hast also wenn du dann die vier
1:04:32–1:04:35
buben hast und das peak ass und du willst peak spielt,
1:04:35–1:04:38
dann hast du mit 5 spielt 6.
1:04:38–1:04:43
Wenn du die Herz, wenn du die Pik 10 dazu hast, dann hast du quasi mit 6 spielt 7.
1:04:44–1:04:49
Und deswegen Spitzen. Also es ist die Aneinanderreihenfolge von Trümpfen,
1:04:49–1:04:51
auf die du reizt. Das heißt.
Micz Flor
1:04:51–1:04:55
Wenn man Grand spielen will, dann kann man maximal mit mal 5 machen.
Florian Clauß
1:04:55–1:05:00
Genau, beim Grand maximal 5 und bei allen anderen kannst du maximal,
1:05:00–1:05:02
ja, 10 halt. 10 spielt 11.
1:05:02–1:05:07
Aber du kommst es niemals, weil der Grand in der Grundwertung 24 Punkte hat,
1:05:07–1:05:13
kommst du niemals mit den ganzen Spitzen irgendwie in die Nähe von den Punkten von einem Grand.
1:05:14–1:05:19
Also es lohnt sich immer, den Grand zu spielen. Aber das nochmal so zur Information,
1:05:19–1:05:24
dass wenn du vier Buben hast und ein Herz hast oder du willst Herz spielen,
1:05:24–1:05:27
hast du mit fünf spielt sechs. Also 60.
Micz Flor
1:05:27–1:05:30
Und daraus ergibt sich dann eben eine Reihe. Kann man sagen,
1:05:30–1:05:36
wir haben zum Beispiel neun mindestens ist es immer der doppelte Wert der Farbe.
1:05:36–1:05:38
Neun ist Karo. Das heißt, das Mindeste ist,
1:05:40–1:05:45
Mit 1 oder ohne 1, Karo, Spiel 2 ist 2 mal 9 ist 18.
1:05:45–1:05:51
Das nächste wäre 20, 22 und 24.
1:05:52–1:05:58
Und da kommt jetzt dieser Sprung, weil man kann auch noch, also Skat hat auch
1:05:58–1:06:02
noch unterschiedliche Spielformen eingebaut.
1:06:03–1:06:09
Und man kann zum Beispiel auch 0 spielen. Und das wäre dann zum Beispiel 23.
1:06:10–1:06:11
Das liegt so dazwischen.
Florian Clauß
1:06:12–1:06:13
Wie es dazu kam.
Micz Flor
1:06:13–1:06:14
Weiß ich gar nicht, das musst du jetzt alles.
Florian Clauß
1:06:14–1:06:19
Erklären. Genau, das wollte ich gerade ergänzen. Null hat sich so auch ergeben,
1:06:19–1:06:24
weil wenn du ganz niedrige Karten hast, 7, 8, 9,
1:06:31–1:06:35
8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass, ist dann die Reihenfolge.
1:06:35–1:06:40
Das heißt, es gab Situationen, wo du halt sehr schlechte Karten hast,
1:06:40–1:06:45
also eben nur diese, und trotzdem nicht spielen kannst, weil du nur auf Trumpf
1:06:45–1:06:48
gehst. Deswegen haben die das Null eingeführt.
1:06:48–1:06:53
Und Null ist die Herausforderung, keinen Stich zu bekommen, wenn du Alleinspielender
1:06:53–1:06:55
bist, dass du keinen Stich bekommst.
1:06:57–1:07:01
Verschiedene Formen des Nulls, dass du eben den Skat aufnimmst oder nicht. Das ist Null Hand.
1:07:02–1:07:05
Es gibt auch eine andere Form des Nulls, wo du offen spielst.
Micz Flor
1:07:06–1:07:07
Null Auvert.
Florian Clauß
1:07:07–1:07:12
Und es gibt dann eben mit 59 Punkten zählt der Null Hand Auvert.
1:07:13–1:07:15
Das ist das Höchste, was du im Null spielen kannst.
1:07:15–1:07:18
Und das heißt, wenn du offen spielst, können sich natürlich die Spieler nicht
1:07:18–1:07:22
absprechen, aber sie sehen deine Karten und können entsprechend deine Schwachstellen.
1:07:23–1:07:26
Also wenn du jetzt zum Beispiel bei den ganzen 7, 8, 9, 7, 8,
1:07:26–1:07:34
9, 7, 8, 9, 7 hättest, dann wäre das ein klassisches Blatt für ein Null-Hand-Auvert offen.
1:07:36–1:07:37
Oder.
Micz Flor
1:07:37–1:07:41
Wenn du 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass hast und dann noch 2,
1:07:41–1:07:43
7, dann kannst du das auch spielen.
Florian Clauß
1:07:44–1:07:50
Es gibt keine Trümpfe. Ich weiß nicht, wie spannend das ist mit den Regeln,
1:07:50–1:07:51
aber ich glaube, man muss das Spiel
1:07:51–1:07:55
einfach spielen. dann kriegt man die Faszination mit und den Spaß, ja.
1:07:56–1:07:59
Also man muss ernst spielen, damit es Spaß macht.
1:07:59–1:08:05
Das ist übrigens von Loriot, das ist von 1977. Genau dieser eine Skatsketch, den du da auch...
Micz Flor
1:08:05–1:08:06
Da kommt es drin vor?
Florian Clauß
1:08:07–1:08:11
Nein, das sagt er nicht, aber zu der Zeit, der ist auch aus den 70ern,
1:08:11–1:08:16
der Skatsketch, genau zu der gleichen Zeit, wo er diesen Spruch gemacht hat.
1:08:16–1:08:22
Und Loriot als deutsche Institution und Skatspielen, als deutsche Institution.
1:08:23–1:08:25
Das geht auch gut zusammen. Wie man dann halt irgendwie auch...
Micz Flor
1:08:25–1:08:29
Ja, der Sketch, ich weiß gar nicht, findet man sicher auf YouTube,
1:08:29–1:08:31
können wir den noch verlinken, weil der ist schon sehr, sehr schön.
1:08:31–1:08:35
Es gibt so ein paar Sachen zum Skatspiel, die finde ich da drin ganz toll.
Florian Clauß
1:08:35–1:08:36
Das eine ist zum Beispiel.
Micz Flor
1:08:37–1:08:42
Dass er einen Stich macht mit der Herz 9 und der Stich hat 0 Punkte und er hat
1:08:42–1:08:44
auch einfach noch gar nicht seine Karten richtig sortiert.
1:08:44–1:08:48
Er hat einfach Herz drauf geworfen. Dann sagt jemand, das ist ihr Stich.
1:08:48–1:08:51
Und dann guckt er so, So, sieben? Ah, Sie spielen.
1:08:54–1:08:58
Herzneun draufgewarnt. Zack, die Herzneun, der gehört mir, das ist mein Stich.
1:08:58–1:09:04
Sie dachten schon, sie könnten da mit der Acht, aber nein, ich, zack, mit der Herzneun.
1:09:04–1:09:07
Und dann, jetzt können wir weiterspielen, sagt dann einer und dann sagt Doriot,
1:09:09–1:09:13
beim Skat will jeder Stich gut überlegt sein.
1:09:16–1:09:19
Und das ist sehr schön, das sind so ein paar Klassiker. Und das andere sind
1:09:19–1:09:22
halt die letzte Zeile aus diesem Sketch, der da ist.
1:09:26–1:09:32
Jeder merkt sich eine Karte, aber nicht laut sagen. Weil er dann irgendwie Skat
1:09:32–1:09:33
nicht mehr spielen möchte.
1:09:33–1:09:36
Und dann fragt er, kennen Sie Schnippschnapp? Das ist auch ein Spiel zu drehen.
1:09:37–1:09:41
Und zum Schluss gibt es dann diese Sache, wo er sagt, die Herren mal bitte kurz
1:09:41–1:09:43
weggucken. Kannst du dich erinnern? Ja.
Florian Clauß
1:09:43–1:09:44
Ganz klar.
Micz Flor
1:09:44–1:09:48
Und dann guckt und dann geht die Kamera wieder auf ihn. Und man sieht,
1:09:48–1:09:50
wie er die Skatkarten in der Mitte faltet.
1:09:50–1:09:56
Und dann so Hütchen aufstellt. dass jeder sich eine Karte merken, aber nicht laut sagen.
Florian Clauß
1:09:58–1:10:02
Das tut weh. Ja, sehr gut.
1:10:03–1:10:07
Ja, Mitch, ich meine, wir könnten jetzt noch ewig über diese Regeln sprechen,
1:10:07–1:10:12
aber ich glaube, dann verlieren wir noch die zwei Zuhörerinnen, die wir jetzt schon...
Micz Flor
1:10:12–1:10:13
Die noch nicht eingeschlossen sind.
Florian Clauß
1:10:14–1:10:15
Ich glaube, das macht jetzt wenig...
Micz Flor
1:10:15–1:10:19
Aber es passt irgendwie auch so vom Spannungsbogen. Wir gingen da durch so eine
1:10:19–1:10:24
sehr sehr menschenleere, dunkle Stadt, jetzt sind wir irgendwie so von der Museumsinsel
1:10:24–1:10:29
runter, sind hier wieder im Trubel, gehen jetzt in Kleinigkeit essen. Was denkst du?
Florian Clauß
1:10:29–1:10:30
Ja, können wir gerne machen.
Micz Flor
1:10:31–1:10:31
Ja, fände ich super.
Florian Clauß
1:10:32–1:10:32
Ja, gut.
Micz Flor
1:10:32–1:10:36
Also. Und ich bedanke mich bei dir, Flo, ein sehr spannendes Thema und,
1:10:38–1:10:43
Schade, dass wir nur zu zweit sind, weil Offizierskart ist ja immer dieses Skat,
1:10:43–1:10:45
was man zu zweit spielen kann, aber das macht einfach keinen Spaß.
1:10:46–1:10:51
Weil nämlich genau dieser Faktor, was du schon gesagt hast, diese Mischung aus
1:10:51–1:10:54
Strategie und Glücksspiel, bei Offizierskart ist das irgendwie zu viel Glück
1:10:54–1:10:57
und zu wenig Strategie. Spaß ist nicht der gleiche.
1:10:57–1:10:59
Das stimmt. Aber ich hätte jetzt Lust Skat zu spielen.
Florian Clauß
1:10:59–1:11:02
Aber es gibt auch so verschiedene, das hatte ich mir auch nochmal aufgeschrieben,
1:11:03–1:11:09
falls wir noch mehr hätten reden können, wollen, Varianten, die man zu zweit spielt.
1:11:09–1:11:11
Da gibt es zum Beispiel auch eine Variante, die kannte ich überhaupt nicht.
1:11:12–1:11:18
Nämlich, das war die Mittelsmann-Variante. Also du teilst dann quasi aus, wie zu dritt.
Micz Flor
1:11:18–1:11:21
Und der eine ist Lorion, der ziehst immer eine Karte und legt sie hin. Ja.
Florian Clauß
1:11:21–1:11:24
Sowas in der Art. Ich weiß nicht genau, wie es geht, aber es ist so eine Art
1:11:24–1:11:28
von... Ich habe früher auch dann, wenn wir zu zweit gespielt haben,
1:11:28–1:11:31
dann immer dieses Offizierskart. Das ist relativ langweilig.
Micz Flor
1:11:31–1:11:36
Das andere ist wahrscheinlich entstanden nach diesem Skat-Computer der 80er Jahre.
1:11:37–1:11:41
Der fühlte sich so an, warum spielt der jetzt das? Das kann doch nicht sein.
Florian Clauß
1:11:43–1:11:49
Ja gut, also danke fürs Zuhören. Ich hoffe, es hat einigermaßen Spaß gemacht.
1:11:49–1:11:50
Wir waren auch sehr ernst.
Micz Flor
1:11:50–1:11:52
Wir waren sehr ernst, genau.
Florian Clauß
1:11:53–1:11:58
Und nach den ganzen Filmen, die ich zuletzt besprochen habe und Büchern,
1:11:58–1:12:02
jetzt mal ein ganz anderes Thema, Spiele wäre eine eigene Kategorie auf unserer Netzseite.
1:12:02–1:12:07
Können wir vielleicht aufmachen, wenn Mitch das das von der Taxonomie her zulässt. Ja.
1:12:07–1:12:13
Okay, also das war eigentlich Podcast, eigentlich-podcast.de.
1:12:13–1:12:18
Den Track, den wir gelaufen sind, könnt ihr da auch einsehen und alle anderen
1:12:18–1:12:21
Informationen über die Geschichte des Skatspielen, über die Regeln des Skatspielen
1:12:21–1:12:24
und über die lokalen Gruppen in eurer Nähe.
1:12:25–1:12:28
Nein, das habe ich nicht verlinkt. Also macht's gut.
Micz Flor
1:12:29–1:12:33
Gibt es das? Du siehst so eine Art Skat-Tinder oder sowas.
Florian Clauß
1:12:35–1:12:37
Nur für 50 plus.
Micz Flor
1:12:40–1:12:44
Spiel 3 plus 1 mal Herz.
1:12:48–1:12:51
Okay, macht's gut. Das war's. Punkt. Aus.
Florian Clauß
1:12:51–1:12:51
Tschüss.

Mehr

"Some places are too evil to be allowed to exist. Some cities are too wicked to be suffered. Calcutta is such a place." Dan Simmons in Song of Kali (1985)

Heute wandern wir durch das düstere Charlottenburg, entlang der Küste des Lietzensees und auf den literarischen Spuren des US-amerikanischen Genre-Wandlers Dan Simmons. Zwei sonderliche Horror-Stories bilden den Kern unseres laufenden Redens: "Song of Kali" (1985) und "Drood" (2009). Simmons' erstes Buch "Song of Kali" folgt dem amerikanischen Schriftsteller Robert Luczak, der mit Frau und Kleinkind nach Indien reist, um das Manuskript eines mysteriösen Dichters zu finden. Was in der schnucklig-schmuddeligen Redaktion eines nordamerikanischen Literaturmagazins der 1970er noch wie ein inspirierendes Abenteuer klingt, verfärbt sich in Kolkata schlagartig ins düstere, abtraumhafte und transzendente eines totgeglaubten Kults, der mit Hilfe der Göttin Kali den totgewussten, legendären Dichter M. Das wieder unter die Lebenden zu bringen glaubte. Mit seinem subtilem, low-fi Horror-Debut kassierte Dan Simmons 1986 den World Fantasy Award ein. Dann tauchen wir in die schattenhafte Welt von "Drood" ein, der uns in die dunklen Tiefen des viktorianischen Londons entführt. Die Geschichte dreht sich um Charles Dickens und seine mysteriöse Begegnung mit der rätselhaften Figur namens Drood, dem er nach einem schrecklichen Eisenbahnunglück 1985 begegnet. Während Dickens sich in die unheimlichen Bereiche des Okkulten und einer Geschichte wie von Opium verursachten Halluzinationen vertieft, wird er in ein Netz übernatürlicher Schrecken verstrickt, die jede Erklärung trotzen. Erzähler der Geschichte ist Dickens' Kollege und Freund Wilkie Collins, dessen Bewunderung und Hass gegenüber Dickens ihn ebenso unglaubwürdig erscheinen lassen wie seine Abhängigkeit vom Opiat-Mix "Laudanum". Doch in diesem faktischen Fiction-Horror ist unwichtig, was wahr ist und was Illusion. Dies ist die erste Folge einer kleinen Serie über den vielseitigen US-amerikanischen Schriftsteller Dan Simmons, der 1948 in Peoria, Illinois geboren wurde und der zahlreiche Romane und Kurzgeschichten verfasste, die sich in und zwischen den Genres Science-Fiction, Horror und Fantasy bewegen.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Micz Flor
Erzähler
avatar
Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:00
Ich muss.
Micz Flor
0:00:00–0:00:05
Laufen, weil ich brauche doch ein bisschen vorneweg für den Konfekt.
0:00:05–0:00:11
Nee, vorneweg für das Zip, Zip, Zip, Zip, also für unsere Musik.
Florian Clauß
0:00:12–0:00:13
Das ist keine Musik.
Micz Flor
0:00:14–0:00:15
Was ist denn das? Wie willst du das nennen?
Florian Clauß
0:00:16–0:00:19
Rhythm. Das ist Rhythm. Also.
Micz Flor
0:00:19–0:00:21
Wacken und Klatschen.
Florian Clauß
0:00:26–0:00:27
Stellst.
Micz Flor
0:00:27–0:00:31
Du mich vor oder soll ich einfach anfangen du bist so.
Florian Clauß
0:00:33–0:00:39
Hallo und herzlich willkommen bei eigentlich podcast der kopf,
0:00:39–0:00:44
der gott papst der
0:00:44–0:00:48
podcast bei dem wir im laufen reden und
0:00:48–0:00:52
laufend reden heute mit mit folgen das
0:00:52–0:00:57
sind wir schon 43 43 43 und
0:00:57–0:01:01
ja unsere route führt uns hier an der
0:01:01–0:01:08
bahn ist das eine bahn ja das sind die bahnschienen hinter charlottenburg richtung
0:01:08–0:01:14
lietzensee entlang wir haben vor zwei wochen hier ausgesetzt sind wieder eingestiegen
0:01:14–0:01:19
weil wir unbedingt lietzensee umrunden wollten und Mitch,
0:01:20–0:01:25
ich bin gespannt, was du mir erzählen möchtest.
0:01:25–0:01:27
Ich weiß nicht, worüber du sprichst.
0:01:28–0:01:33
Du hast mir nichts gesagt und ich habe schon gesagt, wenn du mir nichts sagst,
0:01:33–0:01:34
dann geht es über Stromgitarren.
Micz Flor
0:01:36–0:01:41
Also die Versuche wären da, weil ich habe ja auch vor gar nicht allzu langer
0:01:41–0:01:45
Zeit so einen kleinen Workshop machen dürfen im Berliner Kendall,
0:01:45–0:01:52
wo wo ich aus alten Stratocaster-Kopien, Secondhand-Billig-Gitarren,
0:01:52–0:01:53
die aber alle gute Qualität haben,
0:01:54–0:01:59
im Kunstraum dann Unikate schnitzen durfte.
Florian Clauß
0:01:59–0:02:05
Und wer nicht weiß, was eine Stratocaster ist, der kann unsere vergangene Folge
0:02:05–0:02:08
hören, in dem du ganz genau erklärst...
Micz Flor
0:02:08–0:02:10
Du meinst die Stromgitarre-Folge?
Florian Clauß
0:02:10–0:02:11
Nein, die zweite. Die.
Micz Flor
0:02:11–0:02:12
Zweite.
Florian Clauß
0:02:12–0:02:14
Oder die dritte, ich weiß es nicht.
Micz Flor
0:02:14–0:02:20
Wo du beim Laufen eingeschlafen bist. Schlafend laufen und zuhören beim Reden.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:25
Also wie die Vögel beim Fliegen können ja auch einige Hörner heftig ausschalten.
Micz Flor
0:02:27–0:02:29
Ja, okay, aber darum geht es heute nicht. Es geht nicht ums Fliegen,
0:02:29–0:02:36
aber es ist trotzdem so ein bisschen, ich habe gerade so ein bisschen das Gefühl, Vater am Limit.
0:02:37–0:02:41
Ich bin gerade so ein bisschen erschöpft und mit allem so etwas hinterher und
0:02:41–0:02:43
habe dann gedacht, was mache ich denn jetzt, was mir so richtig,
0:02:45–0:02:46
Und dann vielleicht auch gedacht
0:02:46–0:02:52
so, okay, auch der Spirit von dem Podcast wieder zurück zu den Wurzeln.
0:02:52–0:02:56
Wir gehen einfach durch die Berge und wir sind voller Wissenslücken und voller
0:02:56–0:03:00
Begeisterung und möchten aus beidem zusammen irgendwie die andere Person mitreißen
0:03:00–0:03:01
und irgendwas erschaffen,
0:03:02–0:03:04
irgendwie die Person dazu zu
0:03:04–0:03:08
bewegen, einen Film zu gucken oder in meinem Fall jetzt ein Buch zu lesen.
0:03:08–0:03:12
Und zwar habe ich dann gedacht, dann werde ich endlich mal eine kleine Serie
0:03:12–0:03:14
anfangen. Wieso endlich?
Florian Clauß
0:03:15–0:03:16
Du hast doch schon so viele Seen.
Micz Flor
0:03:16–0:03:21
Nee, aber ich habe über diesen Autoren. Ach so. Der Autor heißt Dan Simmons.
Florian Clauß
0:03:22–0:03:23
Ach, Dan.
Micz Flor
0:03:25–0:03:26
Lass du, warum lass du?
Florian Clauß
0:03:26–0:03:27
Ja, nee, gut.
Micz Flor
0:03:28–0:03:29
Nee, sag es doch einfach.
Florian Clauß
0:03:29–0:03:31
Nein, nein, aber hatten wir den nicht schon mal irgendwie erwähnt?
Micz Flor
0:03:32–0:03:35
Wir hatten den auf alle Fälle erwähnt. Ich weiß aber nicht mehr, in welcher Folge.
0:03:35–0:03:40
Da ging es um die beiden Moravexer, glaube ich. Das ist eine Form von anderen
0:03:40–0:03:45
Iden-Robotern, Künstliche Intelligenz, die Office of IO und so,
0:03:45–0:03:49
die hatten wir, aber ich weiß nicht mehr, weißt du noch in welcher Episode das war?
Florian Clauß
0:03:49–0:03:51
Ja, wir hatten den, ja genau, aber ich muss jetzt auch sagen,
0:03:52–0:03:57
mich motivieren ein Buch zu lesen, da hast du mir von Bernd Simm Illium,
0:03:59–0:04:00
Illium.
Micz Flor
0:04:00–0:04:01
Ich weiß nicht wie es im Deutschen heißt.
Florian Clauß
0:04:02–0:04:09
Illium geschenkt und das musst du lesen das musst du und ich so ja,
0:04:09–0:04:12
das mache ich vielleicht auch. Hast.
Micz Flor
0:04:12–0:04:13
Du es auch im Urlaub mitgenommen?
Florian Clauß
0:04:13–0:04:15
Ich habe es im Urlaub mitgenommen, ich habe es auch angefangen zu lesen,
0:04:15–0:04:18
aber mich hat es nicht wirklich so gepackt.
0:04:18–0:04:25
Also wir hatten das in der Episode, wir haben auch dann über diese beiden Roboter,
0:04:25–0:04:28
nee, was sind das? Das sind so die.
Micz Flor
0:04:28–0:04:33
Heißen Moravex und das sind, würden wir sagen, beseelte Maschinen.
0:04:33–0:04:36
Also keiner weiß mehr, die stellen sich gegenseitig selber her inzwischen.
0:04:37–0:04:40
Also die die die Ursprünge so ein bisschen verschollen.
0:04:41–0:04:47
Wir würden sagen, es sind Androiden, aber eben nicht welche in unbedingt menschlicher
0:04:47–0:04:49
Form, wie sie oft so dargestellt,
0:04:50–0:04:54
sondern die immer in einer sehr funktionalen Form für das, wozu sie gebraucht werden.
0:04:55–0:05:00
Einer ist zum Beispiel, der steuert so ein Raumschiff und der ist einfach so
0:05:00–0:05:04
gebaut, dass er einfach super in dieses Raumschiff passt, egal wo vorne hin.
0:05:04–0:05:06
Aber weißt du noch, wo wir darüber gesprochen.
Florian Clauß
0:05:06–0:05:08
Haben? Ja, ich versuche gerade auch die ganze Zeit. Wir hatten auch ein bisschen
0:05:08–0:05:10
mehr darüber gesprochen.
Micz Flor
0:05:10–0:05:10
Ja.
Florian Clauß
0:05:10–0:05:12
Aber ich kriege es auch jetzt gerade
0:05:12–0:05:16
nicht mehr zusammen. Wir hatten auch erwähnt, dass der eine von denen,
0:05:16–0:05:20
die haben ja beide so ein Faible für Literatur,
0:05:20–0:05:27
Der eine über Shakespeare und während er vor einer Riesenkrake in irgendeinem,
0:05:27–0:05:30
ich weiß nicht, was für ein Mond, der aus Wasser besteht,
0:05:31–0:05:35
flieht, macht er noch so eine Analyse von so einem Shakespeare-Stück.
0:05:37–0:05:40
Und macht dann eher so nebenbei dann halt die ganzen, irgendwie so,
0:05:40–0:05:44
jetzt muss ich das machen, damit ich irgendwie in drei Kilometern die Beschleunigung
0:05:44–0:05:49
habe, damit der, wenn der mit seinen Tentakel ausholt, mich nicht in fünf Kilometern einholt.
0:05:49–0:05:53
Dann hat er diese ganzen Brechen im Hinterkopf laufen, macht eine Literaturanalyse
0:05:53–0:05:54
über Shakespeare im Vordergrund.
0:05:55–0:05:59
So fängt ja der Roman an. Den fand ich schon so ganz gut.
Micz Flor
0:05:59–0:06:02
Nee, das ist nicht der Anfang vom Roman. Da bist du schon ganz schön weit hinten drin.
Florian Clauß
0:06:02–0:06:05
Nee, das ist, also über 100 bin ich nicht gekommen.
Micz Flor
0:06:05–0:06:06
Ja, okay, aber...
Florian Clauß
0:06:06–0:06:12
Und der andere, der ist ja von Die Suche nach der verlorenen Zeit von Proust, ne?
0:06:12–0:06:16
Wo er dann auch, sie sich gegenseitig Proust und Shakespeare betteln.
Micz Flor
0:06:18–0:06:22
Ja, und du kannst ja, also das ist ja spannend, ich bin ja total berührt,
0:06:22–0:06:25
dass da so viel hängen geblieben ist, weil irgendwie war das so ein bisschen
0:06:25–0:06:29
wie, ich wusste gar nicht, dass du, obwohl wir das schon mal besprochen haben,
0:06:29–0:06:30
dass du da so viel mitgenommen hast.
Florian Clauß
0:06:31–0:06:33
Nee, ich fand das schon gut, ich fand das schon gut, aber mich hat es also nicht
0:06:33–0:06:37
so gepackt, aber ich fand es, also es war, es ist auf jeden Fall,
0:06:37–0:06:41
sind tolle, auch wieder tolle Ansätze drin, so von.
Micz Flor
0:06:42–0:06:45
Ja also ich fange einfach an dan simmons es
0:06:45–0:06:49
ist irgendwie so viel soll ich sagen vielleicht gibt
0:06:49–0:06:52
es irgendwie so ein lied noch so aus seiner jugend wo du
0:06:52–0:06:55
denkst ja das ist einfach nicht wirklich ein gutes lied und ich
0:06:55–0:06:59
bin vielleicht der einzige den so richtig ergreift aber ich finde es total super
0:06:59–0:07:02
aber ich kann es auch total verstehen wenn andere das nicht so gut finden oder
0:07:02–0:07:07
so irgendwie ist es mit den simmons für mich so ich finde den ganz ganz toll
0:07:07–0:07:14
und auch zum beispiel steven king sagt das ist halt der ist ganz ganz toll wenn.
Florian Clauß
0:07:14–0:07:15
Es die im ging.
Micz Flor
0:07:15–0:07:22
Gesagt dann hat er entweder sehr sehr viel geld bekommen oder meint es wirklich ein klappentext.
Florian Clauß
0:07:22–0:07:26
Oder den zimmer die wikipedia seite von steven king geschrieben.
Micz Flor
0:07:26–0:07:29
Aber es ist
0:07:29–0:07:33
gleichzeitig so und das ist auch so ein bisschen irgendwie kommen
0:07:33–0:07:36
die dinge nie zum schluss und ich habe gerade auch noch mal gemerkt war denn sie
0:07:36–0:07:39
ich finde er schreibt unglaublich schön
0:07:39–0:07:43
der schreibt ich habe richtig lust es zu lesen und werde ich
0:07:43–0:07:46
auf alle fälle in meiner serie auch noch besprechen ich weiß gar nicht heute
0:07:46–0:07:50
glaube ich nicht da komme ich gar nicht hin so viel zeit möchte ich gar nicht
0:07:50–0:07:59
drauf bringen aber ich finde den ja ich finde ihn irgendwie so richtig gut liest.
Florian Clauß
0:07:59–0:08:00
Ihn aber auch im Original.
Micz Flor
0:08:01–0:08:03
Ich lese im Original genau und auch die Jahreszahlen und alles.
0:08:03–0:08:06
Ich habe auch ein bisschen recherchiert. Das ist alles jetzt auf der englischen.
0:08:06–0:08:08
Ich weiß teilweise die deutschen Titel gar nicht.
0:08:09–0:08:13
Aber ja, ich hatte Dan Simmons das erste Mal in den,
0:08:15–0:08:19
99 vielleicht in der Hand. Da war das Buch Hyperion.
0:08:20–0:08:25
Hyperion war dann im Original 1989 erschienen. War dann auch schon wieder zehn Jahre alt.
0:08:26–0:08:28
Und ich habe damals irgendwie nicht so richtig Bock drauf gehabt,
0:08:28–0:08:32
weil Science Fiction, Das war irgendwie nicht so 90er-Jahren-Science-Fiction.
0:08:32–0:08:37
Klar, wir haben irgendwelche Anime-Filme, wir haben Matrix.
0:08:37–0:08:40
Wir hatten irgendwie schon so... Aber irgendwie war es nicht so...
Florian Clauß
0:08:40–0:08:45
Aber es war doch hier der Science-Fiction-Jeff Noon.
0:08:45–0:08:53
Das war doch für uns die 90er-Jahre-Entdeckung mit Wirt und Pollen. Ja.
Micz Flor
0:08:53–0:08:56
Das ist lustig. Ich wollte nämlich diese Brücke zu Jeff Noon auch später nochmal
0:08:56–0:09:00
schlagen, weil wer jetzt kein Dan Simmons lesen will, der oft auch über 800
0:09:00–0:09:04
Seiten hat, das gibt zwei Short Story Collection.
0:09:04–0:09:10
Eine heißt Worlds Enough und die andere heißt Time, beide von 2002, mit Kurzgeschichten.
0:09:10–0:09:17
Und die sind richtig gut und ich komme da drauf, weil du mal vor langer Zeit beim Wandern,
0:09:19–0:09:22
an meinem E-Reader saßt und Pixeljuice gelesen hast von Jeff Noon,
0:09:23–0:09:24
die Kurzgeschichten, kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:09:24–0:09:25
Ja, ja, klar.
Micz Flor
0:09:25–0:09:28
Hast dich entschieden, ich gehe jetzt nicht mehr raus, und hast gelesen.
0:09:28–0:09:30
Hat mich sehr gefreut, hat mein E-Reader bei dir auch.
Florian Clauß
0:09:31–0:09:35
Aber die habe ich ja auch damals quasi nicht als E-Reader. Da gab es noch keine
0:09:35–0:09:37
E-Reader, da habe ich Pixeljuice gelesen.
Micz Flor
0:09:37–0:09:40
Gab es E-Reader nur in Sci-Fi-Büchern.
Florian Clauß
0:09:40–0:09:40
Genau, da gab es nur...
Micz Flor
0:09:40–0:09:41
Da haben die noch vorweg geglaubt.
Florian Clauß
0:09:41–0:09:45
Da gab es diese, das ist doch hier die Fibel, die elektronische Fibel bei Snow Crash.
Micz Flor
0:09:46–0:09:46
Ja. Das.
Florian Clauß
0:09:46–0:09:48
Ist auch schon so ein E-Reader-Format.
Micz Flor
0:09:50–0:09:50
Fiebel.
Florian Clauß
0:09:51–0:09:56
Ich habe die Übersetzung gelesen. Ich lese es nicht um. Es ist Fiebel.
Micz Flor
0:09:58–0:10:02
Aber Hyperion, um diesen Spruch wieder zurückzumachen, möchte ich auf alle Fälle auch vorstellen.
0:10:02–0:10:06
Ich wusste nicht, dass das Auto Dan Simmons heißt und kam dann aber später über
0:10:06–0:10:16
einen Umweg noch mal da drauf, weil es gab einen unglaublich präsenten amerikanischen Autor,
0:10:16–0:10:20
der so 60er, 70er Jahre geschrieben hat, Harlan Ellison.
0:10:21–0:10:29
Und Harlan Ellison ist aber irgendwie auch nicht mehr, den Namen kennst du wahrscheinlich gar.
Florian Clauß
0:10:29–0:10:30
Nicht. Nee, den kenne ich nicht.
Micz Flor
0:10:32–0:10:39
Und es gibt einen Film, so einen Dokumentarfilm mit ihm, auch über ihn,
0:10:39–0:10:43
der heißt Dreams with Sharp Teeth, also Träume mit scharfen Zähnen.
0:10:43–0:10:47
Den habe ich auf youtube gesehen der ist auch immer noch auf youtube aber leider
0:10:47–0:10:53
jetzt irgendwie gesperrt für unsere geografische gegend also wer kein wer kein
0:10:53–0:10:56
vpn hat kommt kann sich das leider nicht mehr anschauen oder.
Florian Clauß
0:10:56–0:10:58
Oder vielleicht in amerika ist.
Micz Flor
0:10:58–0:11:06
Oder woanders ist das gehört genau und den fand ich ganz großartig und in dieser
0:11:06–0:11:10
dokumentation über harlan allison der zum beispiel so sagt er das selber,
0:11:10–0:11:16
Repent Harlequin said the TikTok Man, so heißt das glaube ich,
0:11:16–0:11:17
so eine Kurzgeschichte.
0:11:18–0:11:24
Die war wohl eine Zeit lang die am meisten publizierte Kurzgeschichte aller Zeiten.
0:11:25–0:11:29
Hat er aber selber gesagt, ich weiß gar nicht was da seine Quelle von sich selbst ist.
0:11:30–0:11:37
Und in dieser Dokumentation wird dann Dan Simmons erwähnt.
0:11:37–0:11:39
Der kommt aber gar nicht zu Wort, wenn ich mich recht erinnere.
0:11:40–0:11:44
Weil Harlan Ellison, ich möchte gar nicht so viel über den reden,
0:11:44–0:11:51
aber eine Sache, die er damals gemacht hat, ist, der hat so zwei Bücher herausgegeben
0:11:51–0:11:56
mit Kurzgeschichten und die hießen Dangerous Visions.
0:11:56–0:12:01
Und das zweite hieß More Dangerous Visions. und dann gab es noch eine dritte, glaube ich.
Florian Clauß
0:12:02–0:12:03
The most dangerous visions.
Micz Flor
0:12:03–0:12:06
Ja, und die kamen irgendwie so, ich weiß gar nicht mehr genau,
0:12:06–0:12:09
so 1970 oder so vielleicht, um den Drehraum raus.
0:12:09–0:12:14
Und der hatte zwei Dinge gemacht. Und das hat ihn damals wohl nochmal auf diesen
0:12:14–0:12:18
Podest auch gehoben, in dieser Szene.
0:12:19–0:12:24
Das eine ist, dass er da zwei Generationen zusammengeführt hat.
0:12:24–0:12:28
Also es sind dann in den Kurzgeschichten, glaube ich, Isaac Asimov noch mit dabei.
0:12:28–0:12:32
Ich weiß nicht, ob Arthur C. Clarke dabei ist oder nicht, aber auf jeden Fall
0:12:32–0:12:37
dann auch junge Autoren, Autorinnen, weiß ich jetzt gar nicht.
0:12:38–0:12:41
Das war das eine, dass er da so versucht hat, generationsübergreifend dieses
0:12:41–0:12:46
Genre SF, Science Fiction wird es normalerweise genannt.
0:12:46–0:12:49
Und er hat es dann aber auch, das war der zweite Knick, hat eben dieses SF auch
0:12:49–0:12:57
umgeschrieben, umeditiert und hat gesagt, es ist nicht Science Fiction, Speculative Fiction.
0:12:57–0:13:00
Also er wollte so ein bisschen weg von diesem Science-Begriff,
0:13:00–0:13:05
weil die alte Generation ja oft eben auch über, weniger über zum Beispiel gesellschaftliche
0:13:05–0:13:09
Utopien oder solche Science-Fiction wurde ja oft dann auch für.
0:13:11–0:13:15
Zum Beispiel haben wir erwähnt, The Moon is a Harsh Mistress in meinem letzten
0:13:15–0:13:17
The Expanse hatte ich kurz erwähnt.
0:13:17–0:13:21
Und da ist es zum Beispiel auch so von Robert Heinlein, wo so ganz auf dem Mond
0:13:21–0:13:26
so eine völlig andere Gesellschaft entsteht, wo alles nicht über,
0:13:27–0:13:31
zum Beispiel alles wird über Verträge geregelt, auch alle Ressourcen werden
0:13:31–0:13:32
über Verträge geregelt.
0:13:32–0:13:36
Du musst für alles zahlen, für Luft, für Wasser und so, was ja irgendwie auch
0:13:36–0:13:40
schon bei uns so angelegt ist. Aber es ist wirklich, auch Familien sind Verträge.
0:13:40–0:13:44
Das heißt, jede Ehe ist individuell, müssen nicht immer nur zwei sein.
0:13:45–0:13:49
Können auch andere, was dann auch ja ein bisschen in The Expanse reinkommt.
0:13:49–0:13:53
Die Familie von Holden, die ist ja auch, der hat ja vier Eltern.
0:13:56–0:13:57
Aber.
Florian Clauß
0:13:57–0:14:03
Das ist ja sowieso quasi noch diese Diversity, die sich da auch wieder so fändet.
Micz Flor
0:14:03–0:14:10
Ja, aber es war eben in der Zeit 1970 so um den Dreh rum, wo auch gesellschaftlich
0:14:10–0:14:13
viel passiert ist, wo Harlan Ellison gesagt hat, Speculative Fiction.
0:14:13–0:14:17
Es geht nicht um Science in dem harten Sinn von Wissenschaft,
0:14:17–0:14:20
sondern es geht Speculative Fiction. Was könnte denn sein?
Florian Clauß
0:14:20–0:14:27
Ist das so in so einem Hippie-Bereich dann auch eher? Also angesiedelt?
Micz Flor
0:14:28–0:14:33
Der sieht total, also ich glaube es, der sieht total schnittig aus,
0:14:33–0:14:38
also so, es ist glaube ich schwer zu sagen, ob da jetzt Hippie drin ist oder
0:14:38–0:14:40
nicht, von den Bildern her irgendwie nicht,
0:14:40–0:14:44
aber natürlich war das eine Zeit von Drogen und so weiter und so fort und er
0:14:44–0:14:48
war im Showbusiness drin,
0:14:48–0:14:52
auch wenn er Autor war und Herausgeber, war er im Showbusiness drin und der
0:14:52–0:14:55
hat eben in einem Workshop, den er geleitet hat, der Dan Simmons.
0:14:58–0:15:01
Also es ist halt so sein Ding, er hat den entdeckt. Lustigerweise... Und wann reden wir da?
Florian Clauß
0:15:01–0:15:03
Also ist es immer noch in den 70ern?
Micz Flor
0:15:03–0:15:06
Dieses, das muss, also Dan Simmons' erstes Buch, Song of Kali,
0:15:06–0:15:10
kam 1985 raus. Das habe ich auch gelesen, da fange ich vielleicht heute ein bisschen mit an.
0:15:11–0:15:15
Eigentlich möchte ich heute gar nicht erschöpfend über die Dinge reden oder
0:15:15–0:15:18
auch nicht Plot-Spoilern, sondern einfach die Leute vielleicht ein bisschen
0:15:18–0:15:19
bewegen, sich das mal anzugucken.
0:15:20–0:15:23
Und ich habe eine Begeisterung, ich bekenne mich jetzt zu Dan Simmons.
0:15:24–0:15:26
Auch wenn der wirklich Bücher geschrieben hat, wo ich denke,
0:15:26–0:15:29
denke, ey, das kann doch nicht wahr sein, es ist richtig schlecht.
0:15:29–0:15:30
Also manche Sachen, die sind so richtig.
Florian Clauß
0:15:30–0:15:33
Schlecht. Aber es ist so ein bisschen auch wie mit Philip K.
0:15:33–0:15:38
Dick, der dann auch unglaublich gute Ideen und Romane, Novellen geschrieben
0:15:38–0:15:41
hat und dann aber auch so trashige Sachen.
0:15:42–0:15:47
Und da gibt es ja immer die Geschichte dazu, dass er so, ja,
0:15:47–0:15:53
der war verschuldet, hatte so viele Frauen, war auch, glaube ich, Alkoholiker,
0:15:53–0:15:58
und am Ende hat er dann halt nur so für Alimente geschrieben und halt,
0:15:59–0:16:04
so recht schlechte Sachen auch teilweise, aber dann auch wieder so großartige.
Micz Flor
0:16:05–0:16:10
Ja, aber es waren ja hauptsächlich bei ihm auch Novellen und Kurzgeschichten.
0:16:10–0:16:17
Das war, glaube ich, der hat ja jetzt keine langen, großen Werke geschrieben, oder? Philipp K. Dick?
Florian Clauß
0:16:17–0:16:23
Doch, der hat schon ein paar Romane geschrieben. Aber die waren jetzt nicht so episch.
0:16:23–0:16:27
800 Seiten, das waren immer so zwischen 100 und 200 Seiten.
0:16:28–0:16:34
Und Zeit aus den Fugen ist zum Beispiel so. Das fand ich auch großartig, von der Grundidee.
Micz Flor
0:16:35–0:16:36
Hast du das Buch gelesen?
Florian Clauß
0:16:36–0:16:37
Ja.
Micz Flor
0:16:37–0:16:38
Wie alt warst du da?
Florian Clauß
0:16:39–0:16:41
Ich weiß es nicht, 90er.
Micz Flor
0:16:42–0:16:45
Wow. So zwischen deinen Kinogängen dann noch so.
Florian Clauß
0:16:45–0:16:48
Nee, ich habe immer sehr viel gelesen.
Micz Flor
0:16:48–0:16:50
Warum hast du aufgehört?
Florian Clauß
0:16:50–0:16:52
Ja, Ja, weil ich Podcasts höre.
Micz Flor
0:16:53–0:16:54
Und Filme und so entgucken.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Aber darf ich dir nochmal ganz kurz diese Grundidee von Zeit aus den Fugen erzählen?
0:17:01–0:17:03
Weil ich die so ganz toll finde.
Micz Flor
0:17:04–0:17:04
Es
Florian Clauß
0:17:04–0:17:13
Gibt so bestimmte Ideen in Science-Fiction-Romanen, die ich irgendwie so grandios finde.
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Dazu gehört auch eine von Snow Crash, die so ein bisschen diese ganze ja,
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jetzt ist es wieder überholt, weil jetzt hat man quasi die Bildgenerierungsprogramme,
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die dann halt automatisch bestimmte Sachen machen.
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Aber da war bei Snowcrash zum Beispiel so, dass es gibt diese Schauspieler,
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also eine bestimmte Schauspielerkaste, die daran erkannt hat,
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dass die überall so Punkte im Gesicht und im Körper so nicht tätowiert,
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aber die hatten so Reflektoren.
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Und es gab dann so Boxen, wo man dann im Prinzip sich so einwählen kann,
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Hand konnte in so einer Box, wenn du die gebucht hast und durch diese Punkte
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war halt so ein Vektorennetz.
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Also das, was wir halt bei Gollum dann zum ersten Mal so in der Breite dann
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halt auch in der Massenbreite dann gesehen haben.
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Aber es wurden dann immer so diese Charaktere drauf projiziert und diese.
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Schauspielerkaste, die hat dann quasi wie so ein Vektorsammlung hat dann halt
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durch die Bewegung von Mund und Gestik und Mimik wurden die halt für bestimmte
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Rollen dann so gerendert.
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Und das war halt so der Job und dann wurden die teilweise nur so für fünf Sekunden
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dann irgendwie und du bist der und der und du musst das jetzt sagen und dann
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wurde halt das so drauf und das fand ich schon irgendwie großartig so eine Idee
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zu haben damals mit Snow Crash und ich weiß gar nicht, wann war das geschrieben? War das 90?
Micz Flor
0:18:39–0:18:40
Ne, das war vorher glaube ich noch.
Florian Clauß
0:18:40–0:18:46
War noch vor, das ist der zweite Teil, ne? Und die andere Sache bei Zeit aus
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dem Fugen ist so ein bisschen so ähnlich, nämlich da geht es um so einen Typen, der so ein bisschen...
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Der hat die Angewohnheit, Kreuzworträtsel die ganze Zeit zu lösen.
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Und sitzt da an seiner Veranda und löst Kreuzworträtsel.
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Und trinkt dabei halt so lauwarmes Bier aus Dosen. Das ist so dieses 50er-Jahres-Setting.
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Und dann hat er irgendwann, hinterfragt er dann so seine Tätigkeit.
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Warum macht er dann immer so Kreuzworträtsel? Und dann kommt raus,
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dass die Art, wie er dann so diese Rätsel löst, gleichzeitig,
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daraus hat sich so ein ganzer Apparat von Defense,
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abgeleitet, nämlich er schafft es, weil die Erde ist gerade unter Beschuss von
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Aliens und durch seine Ergebnisse, die er dann beim Lösen von Kreuz schaffen,
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die halt da so eine Taktik abzuleiten, wie dann bestimmte Züge dann zu machen
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sind, um sich nicht von den Aliens dann überrollen zu lassen.
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Und deswegen hat er so eine Blase aufgebaut bekommt, wo er dann halt in so einem
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50er-Jahre-Setup lebt und jeden Tag diese Kreuzworte Rätsel löst,
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so ein bisschen wie bei Truman Show.
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Also der ist dann halt so eingeschwert in dieser Blase, muss die ganze Zeit
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dieses Rätsel lösen, gleichzeitig tobt halt so ein Alienkrieg draußen und seine
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Lösung von diesen Kreuzwort-Rätseln rettet halt die Welt, ja.
0:20:07–0:20:10
Bis er dann halt irgendwie dann sagt, nee, er macht nicht mehr und will dann halt aufhören.
0:20:10–0:20:17
Ich weiß nicht mehr genau, wie es dann weitergeht, aber Das ist eine großartige Idee. Okay, sorry.
Micz Flor
0:20:17–0:20:21
Das ist total super. Das ist interessant, weil ich muss halt natürlich gleich
0:20:21–0:20:24
auch an, ich glaube, Endless Game heißt das, zu denken.
0:20:24–0:20:29
Das ist, wo auch so Kinder in Anführungszeichen ausgebildet werden,
0:20:29–0:20:33
so in so einer Spieleumgebung und dann irgendjemand rauskommt,
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Dass eben auch so ein Krieg herrscht und was die Kinder da in dieser Spielumgebung
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haben, wird in Echtzeit dann aber auch wirklich im Krieg als Strategie gemacht.
0:20:43–0:20:48
Aber die Kinder werden geschützt davor, dass sie Tausende von Soldaten in den Tod schicken.
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Ich weiß nicht mehr genau, ich kann es nicht mehr genau zusammenreihen.
0:20:52–0:20:56
Ja, und dann Truman Show natürlich. und muss aber auch daran denken das war
0:20:56–0:21:05
das nicht so dass bei dem enigma crack in england dass die da auch leute rekrutiert
0:21:05–0:21:10
haben über kreuzfahrt rätsel also bestimmt gab es das,
0:21:11–0:21:14
war ein bisschen wie.
Florian Clauß
0:21:14–0:21:20
Jetzt quasi für als recruiting für die bundeswehr dann irgendwelche Shooter-Games publiziert werden.
Micz Flor
0:21:20–0:21:20
Ja, echt?
Florian Clauß
0:21:20–0:21:21
Ja.
Micz Flor
0:21:21–0:21:24
Das heißt.
Florian Clauß
0:21:24–0:21:28
Wenn du einen gewissen Punkt in diesem Shooter erreichst, können auch die Bundeswehr
0:21:28–0:21:30
bei dir anrufen und sagen, so wollen sie nicht mal.
Micz Flor
0:21:33–0:21:34
Ja,
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wir leben also in der Zukunft. Wir sind die Zukunft.
Florian Clauß
0:21:39–0:21:40
Wir sind.
Micz Flor
0:21:40–0:21:45
Die Gegenwart. Und wie komme ich jetzt zurück in meine eigene Episode?
Florian Clauß
0:21:45–0:21:48
Du warst jetzt bei der der Entdeckung von Dan Simmons.
Micz Flor
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Und bei dem Eichenroman. Und Dan Simmons spricht dann auch, also der schreibt
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auch in seine, der schreibt immer sehr schöne Vorwörter auch für seine Geschichten
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und bei einer Sache war es so, dass, also,
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Harlan Ellison sagt in der Dokumentation, sagt er, dass er halt diesen Workshop
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hatte und da war so ein älterer Herr,
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der hatte so ein Buch und Harlan Ellison hat gesagt, also sorry,
0:22:12–0:22:17
ich habe es gelesen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber sie werden nie veröffentlichen.
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Es ist ihr erstes Buch und der sagte dann wohl sowas wie, ich habe schon über
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70 Bücher geschrieben und ich werde auch weiterschreiben, weil das macht mir so viel Spaß.
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Auf der anderen Seite war dann irgendwie nach der Mittagspause,
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war dann irgendwie Dan Simmons dran und Harlan Ellison sagt so,
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ich hatte es nicht geschafft, das zu lesen. Das war eine Kurzgeschichte.
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Hab die dann schnell noch irgendwie gelesen, hab mir von irgendjemand einem
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Kurs den Ausdruck, die Kopie quasi genommen, damit ich es noch schnell lesen kann.
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Und war halt einfach total weggeblasen, wie großartig das war und hat dann zu
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Dan Simmons wohl irgendetwas gesagt, egal was Sie denken, Sie sind dazu verdonnert zu schreiben.
0:22:55–0:22:58
Sie werden den Rest, es tut mir leid, dass ich Ihnen das jetzt sagen muss,
0:22:58–0:23:02
weil Sie werden mich vielleicht dafür hassen, aber Sie müssen den Rest Ihres Lebens schreiben.
Florian Clauß
0:23:03–0:23:05
So ein Entdeckermythos.
Micz Flor
0:23:05–0:23:09
Ja, genau. Und den greift Dan Simmons von der anderen Seite auch noch auf Und
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in einem späteren Vorwort, glaube ich, sogar für die, also Harlan Ellison ist 2018 gestorben.
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Ich glaube, in dem Vorwort zu dem einen Kurzgeschichtenbuch,
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da schreibt Harlan Ellison über sich selbst auch.
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2002 war das oder so. Und dann sagt er, ja, inzwischen ist mir klar geworden,
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dass ich vergessen werde.
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Also man wird mich vergessen. Und das Größte, was ich vielleicht geleistet habe
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in meinem Leben, ist, Dan Simmons zu entdecken.
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Also dass er dann so der Stepping Stone war für jemanden, der nicht vergessen werden wird.
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Und das glaube ich aber nicht. Ich glaube, Dan Simmons wird auch vergessen werden,
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weil es ist einfach nicht...
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Ich finde es großartig und ich bekenne mich jetzt dazu. Ich finde vieles auch
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schlecht, das werde ich dann auch als solches beschreiben. aber,
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Es wird nicht bleiben. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen.
Florian Clauß
0:24:09–0:24:15
Echt? Aber du hast ihn jetzt gerade so aufgebaut, um selber einzuleiten,
0:24:15–0:24:16
dass du ihn vergessen wirst.
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Oder dass du ihn fürs Vergessen verdammst.
Micz Flor
0:24:20–0:24:25
Nee, es ist so ein bisschen vielleicht, wie du hast ihn erwähnt, Jeff Noon.
0:24:25–0:24:28
Also wo man auch dachte, als man es gelesen hat, wow, da hat jemand wirklich
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das ganze Genre neu erfunden.
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Das kann ja wohl nicht wahr sein. Es ist großartig. Das ist wirklich,
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wenn man Jeff Noon liest, dann hat man auch so, man sieht die Farben der 90er Jahre.
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Irgendwelche Philipp Boer Cover mit überzeichneten, nicht Neon,
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aber du weißt, was ich meine. Es ist alles so farblich.
Florian Clauß
0:24:47–0:24:52
Biologisch. Ja, ich meine, aber vielleicht, weil auch Jeff Noon irgendwie sehr
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stark in dieser Zeit drin hängt, oder?
Micz Flor
0:24:54–0:24:55
Jaja, auf jeden Fall.
Florian Clauß
0:24:55–0:25:02
Aber ich meine, ich würde jetzt, denn Sim, der ist schon durch seine mythologisch
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motivierten Themen und auch, also das,
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das ist ja schon so ein bisschen zeitlos, was er dann beschreibt.
0:25:12–0:25:17
Jeff Noon ist ja immer, ja, obwohl Pollen ist schon, aber es ist auch diese,
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ja, es ist diese Übergangsphase von die Welt und das Internet,
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was dann in dieser Übergangsphase sich dann halt so Jeff Noon...
Micz Flor
0:25:27–0:25:31
Ja, Jeff Noon ist halt irgendwie dann wirklich das Speculative Fiction in dem
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Sinne, dass man das Gefühl hat, es geht wirklich ganz wenig nur um Technik und um vieles andere.
0:25:35–0:25:39
Aber bei Dan Simmons denke ich, wie gesagt,
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ähnlich ich würde jetzt nun finde ich ganz großartig irgendwie kann ich mich
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da total mit vielem verbinden bei jeff nun mit dem letzten im eigenverlag erschienen
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glaube ich auch nur das ebook sind niederlande groove ist das glaube ich,
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das habe ich glaube ich nicht mehr fertig lesen können aber die anderen sachen
0:25:57–0:26:01
kann ich jederzeit immer wieder lesen und bei den simmons gibt es eben auch
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ein paar bücher hyperion gehört dazu und das ist nicht,
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Das war ja mein erstes von 89 und es ist aber dann gleichzeitig nicht von ungefähr,
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dass es eine Serie wurde.
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Und ich habe dann mich so auf das zweite gefreut und ich weiß gar nicht mehr,
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ob es drei oder vier gab, aber es wurde einfach immer platter.
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Ich konnte das dann nicht lesen. Das war ganz komisch. Das zweite Buch habe ich mich durchgequält.
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Und dann, ich weiß auf alle Fälle, dass es noch irgendwie ein drittes gab.
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Das hat mich einfach nur noch gelangweilt. Und da musste ich so ein bisschen an Arthur C.
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Clarke's 2001, 2010. 10 und was ist das dritte?
0:26:37–0:26:43
20 2200. Es gibt ja so mehrere Arthur C. Clarke Bücher und die sind einfach
0:26:43–0:26:44
auch, die werden immer langweiliger.
Florian Clauß
0:26:46–0:26:49
Es ist wahrscheinlich auch irgendwie wie mit alternen Schauspielern,
0:26:49–0:26:54
die mal so in Enterprise aufgetaucht sind und dann immer noch so auf der Comic
0:26:54–0:26:56
Con dann so ein bisschen Gage bekommen.
Micz Flor
0:26:57–0:27:01
Ja, aber bei Dan Simmons kommt ja dann immer wieder was Neues.
0:27:01–0:27:09
Es ist so, dass das Song of Kali das erste war 85, Hyperion war 1989 und dann
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was ich heute vorstelle auf alle Fälle ist Drude,
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also Song of Kali und Drude vielleicht machen wir die beiden zwei Bücher,
0:27:18–0:27:20
Song of Kali ist.
Florian Clauß
0:27:20–0:27:21
Relativ kurz Song.
Micz Flor
0:27:21–0:27:26
Of Kali ist relativ kurz und ich glaube es wird dir super gefallen es ist auch
0:27:26–0:27:30
eher im Horror Genre irgendwie angesiedelt 85,
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und hat 1986 den World Fantasy Award auch gewonnen das war sein erstes Buch,
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vorher nur Kurzgeschichten,
0:27:40–0:27:45
und es ist halt auch schon wieder, wie soll ich sagen, es ist wirklich so, was,
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ich an Dan Simmons auch mag, also die Sprache und der schafft einfach so Bilder
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also Bilder, die dann auch bleiben die genauso sind wie das,
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was du gerade vorhin getan hast so ein Dan Simmons Bild zu sagen, während dieser.
0:28:01–0:28:08
Dieser Android-Roboter, was auch immer, Moravec, mit einer riesen Tintenfisch-Tentakel
0:28:08–0:28:11
kämpft, reflektiert da irgendwelche Sonette von Shakespeare.
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Das ist halt so ein Bild, es gibt so ganz viele solche Dinge,
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wo ich dann immer wieder auch so reinkommen kann.
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Bei Song of Kali beginnt in Amerika,
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in den späten 70er Jahren, und ein Literaturwissenschaftler,
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Kritiker, keine Ahnung,
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der wird einfach von seinem Verleger oder Herausgeber angesprochen und wird
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gebeten, ob er nicht Interesse hätte, er ist frisch verheiratet,
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wir haben auch gerade ein kleines Kind bekommen,
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das wäre jetzt mal eine Zeit, dass er ein bisschen Urlaub macht und er könnte
0:28:46–0:28:48
doch mal nach Indien fahren, das wäre doch toll, Indien.
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Und das ist jetzt, in den 80er Jahren war Indien dann nicht mehr das,
0:28:53–0:28:55
was es irgendwie in den 70er Jahren war.
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Oder in den 60er Jahren, wo man da wirklich zu erleuchten ging.
0:28:59–0:29:00
Da war es schon ein bisschen...
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80er Jahre war schon irgendwie eine andere Zeit. Aber Amerika wird ja angeregt, da hinzugehen.
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Und es sei nämlich dort ein Manuskript aufgetaucht von einem eigentlich schon
0:29:19–0:29:22
verstorbenen Dichter, also Poet.
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Und er soll, der hieß M. Das, also M.
0:29:27–0:29:31
Das, mehr wissen wir darüber nicht. Aber er soll doch mal jetzt recherchieren,
0:29:32–0:29:33
wo das jetzt auf einmal herkommt.
0:29:33–0:29:36
Das fühlt sich irgendwie wohl echt an oder was das ist oder so.
0:29:36–0:29:41
Das heißt, denk dann gut vielleicht Familie, ich mache so eine Reise,
0:29:41–0:29:43
ich fahre nach Indien, ich gucke mir das irgendwie an.
0:29:44–0:29:50
Und es ist dann so ein bisschen wie, du kennst den Film, wenn die Gondeln Trauer
0:29:50–0:29:52
tragen, diesen Horrorfilm, der in Venedig spielt.
Florian Clauß
0:29:52–0:29:54
Ja, den hatten wir auch schon mal erwähnt.
Micz Flor
0:29:54–0:29:56
Haben wir auch schon mal erwähnt. Und da ist es ja auch so, dass man irgendwie
0:29:56–0:30:02
merkt, dieses in Venedig sein, da entgleitet dir deine eigene Geschichte.
0:30:02–0:30:05
Also du kannst nicht mehr deine eigene Geschichte bestimmen,
0:30:05–0:30:08
sondern das entgleitet dir. Und das passiert in gewisser Weise dann auch.
Florian Clauß
0:30:09–0:30:12
Aber wieso würdest du das jetzt auf Venedig dann so?
0:30:12–0:30:18
Weil die, gibt es da so diese historische Disposition oder ist das wegen der...
Micz Flor
0:30:18–0:30:21
Ne, der ist jetzt ja in Indien. Ich wollte nur so ein schnelles Bild reinwerfen.
0:30:21–0:30:25
Der fliegt ja nach Indien mit seiner Familie. Aber dieses Gefühl,
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dass mit diesen ganzen Kanälen und den Brücken, dass man, wir haben ja über
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Räumlichkeit hier so Podcasts und sowas, aber dass man... dass man da,
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gezwungen ist, zum Beispiel in Venedig auch, durch diese kleinen Brückchen und
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Gondeln und sowas, dass man einfach sich nicht so bewegen kann,
0:30:42–0:30:44
wie man es gewohnt ist. Leider verliert man so Zugriff.
Florian Clauß
0:30:45–0:30:49
Ja, also ein bisschen wie bei Naked Lunch. Ich weiß gar nicht, wo das da spielt.
Micz Flor
0:30:50–0:30:52
Ja, das weiß ich gar nicht.
Florian Clauß
0:30:52–0:30:53
In New York doch, oder? Aber auch.
Micz Flor
0:30:55–0:30:59
Aber auf jeden Fall passiert dem das in Indien. Der kommt dann da irgendwie
0:30:59–0:31:03
an und dann wird da so durchgereicht und so und dann gibt es dann irgendwie
0:31:03–0:31:08
die geschichte die ihr dann so hört dass da einer von den vorbeischwimmenden
0:31:08–0:31:14
aufgeblasenen kadavern wurde von zwei leuten in so eine sekte die eigentlich seit dem 18.
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Jahrhundert schon nicht mehr existiert aber dies dann wohl doch jetzt wieder
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gibt die dem kali dem gott kali der zerstörung und des zirkulären der wiederauferstehung,
0:31:28–0:31:31
machen wir eine kurze Pause, die Tour, dass immer wenn du so stehen bleibst,
0:31:31–0:31:37
dann unterbreche ich meine Story-Arc und folge deinem Blick und sehe, wie kam es denn?
Florian Clauß
0:31:37–0:31:39
Ich finde das so krass, das Gebäude, oder?
Micz Flor
0:31:39–0:31:41
Ja, wollen wir uns mal fotografieren?
Florian Clauß
0:31:41–0:31:43
Ja, also ich finde, also ich, sorry, dass ich dich jetzt unterbreche,
0:31:43–0:31:49
aber diese, diese, diese herrschaftlichen Gebäude, das ist am Lietzensee, das sieht aus wie so ein,
0:31:50–0:31:54
also ich ist, ich habe gerade die Stockwerke gezählt, das ist ja auch,
0:31:54–0:31:58
die Taufuhr ist ja viel höher als normal.
Micz Flor
0:31:59–0:32:02
Und oben auch dieses Oval, was da so durchschicht, das hat irgendwie gleich
0:32:02–0:32:04
was von Schloss und von Schiff.
Florian Clauß
0:32:04–0:32:08
Vorhin war das auch so ein Gebäude, als wir da eingestiegen sind zum Dietzensee.
0:32:08–0:32:12
Das war auch so ein bisschen wie diese Villa, wo du mir gezeigt hast,
0:32:12–0:32:16
als wir da auf der Zuse-Tour waren. Da hattest du ja auch...
Micz Flor
0:32:16–0:32:17
Ja.
Florian Clauß
0:32:17–0:32:21
Stimmt. Das ist echt krass. Okay, das ist herrschaftliches Berlin,
0:32:23–0:32:25
vor weihnachten ist ja.
Micz Flor
0:32:25–0:32:27
Ganz gut dazu dass wenn
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wir jetzt zum beispiel von diesen architektur und
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diesem park und lehrer und nix dann irgendwie so nach indien geschmissen
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werden da sind wir erstmal orientierungslos allein
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schon deshalb weil wir mit dem raum
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nicht so umgehen können wie wir das gewohnt sind auf jeden
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fall gibt es dann diese leute die er trifft und dann bekommst ganz viel backstory
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ist kriegt das auch gar nicht mehr alles so hin das sind so ganz viele bilder
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die aneinander kommen aber auf jeden fall steht dann im raum fährt von leuten
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das skript kriegt er gar nicht zu sehen,
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das wird ihm vorenthalten er weiß aber auch gar nicht warum und trifft dann,
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jemanden dem eben mitteilt dass es diese sekte die gott oder göttin kali verehrt,
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die es eigentlich seit dem 8. Jahrhundert nach Christus nicht mehr gibt,
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aber die jetzt irgendwie das, man kann es nicht so genau fassen,
0:33:23–0:33:28
und die haben aber eben eine aufgeblasene Leiche, die da so vorbeigespült wurde,
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dann Kali gebracht und Kali hat diese Leiche dann zum Leben erweckt und das
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war dann die Reinkarnation des Dichtes M. Das.
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Und so entstand dann dieses Manuskript. Das war nicht gefunden,
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sondern das ist neu geschrieben worden von einer Reinkarnation in einer aufgeblasenen Leiche.
Florian Clauß
0:33:49–0:33:50
Und.
Micz Flor
0:33:50–0:33:54
Da bist du dann halt irgendwie so drin, wo du denkst, immer noch mit diesem
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amerikanischen Blick, den er mitgebracht hat, so hä?
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Aber er selber recherchiert das dann und dann gibt es eben auch so eine Szene,
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wo er dann in diesem Raum ist, in dem dann nur diese Skulptur von Kali ist.
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Und das ist halt so das Ding bei Dan Simmons, Sachen, die als Bilder irgendwie
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nicht wirklich neu sind. Was ich dir gerade gesagt habe, ist nicht wirklich neu.
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Du kannst dir das gut vorstellen im Horrorfilm. Okay, da ist eine Statue und
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da kommt jemand rein, ist ganz allein, ist halb dunkel, vielleicht noch eine Fackel an der Wand.
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Aber er schafft es in Worten, das Bild so zu verdichten,
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dass es dann unheimlicher wird als alles, was du dem Bild zugetraut hättest
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und das kann man auch nicht wirklich wiedergeben, das muss man dann einfach so lesen und,
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das ist irgendwie Song of Kali.
Florian Clauß
0:34:47–0:34:50
Das war jetzt quasi schon so die Auflösung.
Micz Flor
0:34:50–0:34:57
Es geht dann irgendwie noch weiter ja also es geht dann auch so ein bisschen
0:34:57–0:35:00
in Anführungszeichen über die Dörfer über die Geschichte, über irgendwelchen
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Land und zum Schluss ist es dann aber so. Möchtest du jetzt wirklich den Schluss?
Florian Clauß
0:35:05–0:35:09
Nee, wirklich nicht. Ich finde nur gerade, wir sind hier in so einer,
0:35:11–0:35:15
Wir sind hier so in einer Umgebung, die passt irgendwie ein bisschen zu deiner Horrorgeschichte.
Micz Flor
0:35:15–0:35:16
Ja, irgendwie schon.
Florian Clauß
0:35:16–0:35:18
Das Lustige ist.
Micz Flor
0:35:18–0:35:21
Ich kenne die Umgebung aber auch, wenn Licht ist. Hier ist direkt links neben
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uns einer der besten Kinderspielplätze in Berlin.
Florian Clauß
0:35:25–0:35:25
Echt?
Micz Flor
0:35:25–0:35:27
Wenn ich das jetzt so sage, nehme ich den Horror ein bisschen weg.
Florian Clauß
0:35:28–0:35:32
Okay. Ich habe es nur im Augenwinkel gesehen, aber ich kenne es hier überhaupt nicht.
Micz Flor
0:35:32–0:35:37
Hier wurde gerade neu gebaut und hier ist so eine sehr, sehr schöne bepflanzte
0:35:37–0:35:40
Passage, die bis hoch zur Straße geht.
Florian Clauß
0:35:40–0:35:42
Horror am Lietzensieg.
Micz Flor
0:35:42–0:35:46
Horror am Lietzensieg. Ja, dann erzähle ich das Ende auch nicht.
0:35:46–0:35:48
Steht auf Wikipedia aber auch drin.
Florian Clauß
0:35:48–0:35:50
Also wer sich spoilen lassen will, dann auf...
Micz Flor
0:35:50–0:35:54
Das Verrückte an dem Ende ist halt, das ist aus diesem ganzen mystischen,
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das läuft auf so einen ganz banalen Ekel-Horror-Moment runter.
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Und irgendwie faltet das diesen ganzen Jahrtausende indische Mythologie umspannten
0:36:07–0:36:13
Raum halt wieder so so zusammen auf so was ganz Banales, Kriminelles und sowas.
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Und trotzdem, das ist quasi die Passage dann wieder zurück nach Amerika.
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Da wird es wieder zusammengefaltet, dann fliegt er so weg. Und das ist ganz,
0:36:22–0:36:24
ganz schlimm, ohne es genau zu sagen.
Florian Clauß
0:36:25–0:36:30
Aber wie bei Polanski, wo dann noch der Vampir hinten auf dem Schlitten sitzt.
Micz Flor
0:36:32–0:36:36
Ja, aber der sitzt... Echt? Nein, er sitzt nicht wirklich der Vampir auf dem Schlitten.
Florian Clauß
0:36:36–0:36:37
Aber er ist dann infiziert.
Micz Flor
0:36:37–0:36:42
Alles Geschehene ist halt irgendwie doch dann so verdichtet in dieses letzte Bild.
0:36:44–0:36:49
Also es ist halt eben so ein Horrorbuch und Horrorbuch ist jetzt nicht so richtig
0:36:49–0:36:53
mein Genre, aber es hat mich einfach nur interessiert und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.
Florian Clauß
0:36:54–0:37:00
Okay, ja. Aber merkt man die Zeit dann in dem Buch, also die 80er Jahre?
0:37:01–0:37:04
Also es ist so ein bisschen wie Friedhof der Kuscheltiere, da merkst du es ja auch so irgendwie.
Micz Flor
0:37:04–0:37:09
Ja, du merkst es schon, also eben allein schon diese Idee, dass jetzt jemand hinfliegen muss.
0:37:09–0:37:12
Ja, es ist so ein bisschen wie wenn man jetzt neue Horrorfilme,
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wo die Leute dann halt irgendwie,
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bei was war das nochmal, Drag Me To Hell, wo auf einmal das Handy,
0:37:20–0:37:24
der Akku ausgeht und so kurz die Hexe auf dem Handy zu sehen ist,
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weil man muss schnell herstellen, dass es keine Handys gibt,
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weil dann funktioniert Horror besser. besser.
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Und ähnlich ist es da so, die sitzen halt, du siehst halt innerlich in Amerika
0:37:34–0:37:40
so ein Schreibmaschinenbüro, wo die Literaturleute rumsitzen und die dann halt
0:37:40–0:37:44
über Zeitungen Literatur und einer wird halt weggeschickt, um sich das mal so.
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Aber du hast schon so ein Gefühl davon, dass es aus einer Zeit ist,
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in der man nicht überall verbunden ist, in der man auch mal total abgehängt sein kann.
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Das finde ich schon spürbar.
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Das fand ich ganz toll. Und dann gibt es aber jetzt Und Stephen King findet
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Dan Simmons ja auch ganz toll.
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Aber ich möchte jetzt ganz kurz noch einen kurzen Abstecher machen.
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Für mich völlig unlesbar war. Interessanterweise aber, wenn du so Reviews liest
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von so Fantasy-Horror-Sachen, ist dieses Buch, das heißt Summer of Night von 1991.
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Summer of? Summer of Night. Und das ist eigentlich der Versuch von,
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also ich habe das so gesehen, der Versuch von Dan Simmons,
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auf Stephen Kings Horror-Erfolg aufzusatteln und ein Buch zu schreiben,
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was sofort verfilmt wird. Das ist im Prinzip wie Ace.
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Das sind so kleine Kinder in einer kleinen Stadt in Amerika.
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Und hinter ganz vielen Respektpersonen in dieser Stadt zeigt sich auf einmal
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der ganze Horror von Dämonen und sowas.
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Und dann kommt es halt zu so Begegnungen, wo dann auf einmal
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irgendwie ein Lehrer oder ein tank
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war das dann auf einmal sich umdreht und dann den
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mund aufmacht und dann den und dann so ein riesen
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maul aber es ist diese klassischen bilder die man 80er 90er
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jahren film auch kennt und das ist so schlecht ich kann es ich konnte das nicht
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lesen ich habe es dann zweites mal versuchte aber wenn alle es so gut finden
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was habe ich nicht gesehen aber es funktioniert einfach nicht scheinbar ist
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in amerika dann noch mal eine andere form von halloween horror oder so Also, ja,
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und Stephen King, kann man sowas, finde ich, dann auch lesen.
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Aber ich wollte jetzt gleich nur mal das Pendel dagegen schwingen lassen und
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sagen, ich mag nicht alles.
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Und gerade nach diesem Horrorsong auf Kali, dann das andere wirkt dann eben wie so ein Chet G.P.T.
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Horrorskript. Was dann irgendwie aus irgendwelchen Filmen sich was zusammenmanscht.
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Total schade eigentlich.
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Also es ist nicht alles Gold, was der so schreibt.
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Und was ich, da hatte ich mit Chris, also mit dem du ja auch immer Podcasts machst.
Florian Clauß
0:40:03–0:40:04
Meinem Bruder.
Micz Flor
0:40:04–0:40:09
Mit dem habe ich mal irgendwie so drüber gesprochen und dem hatte ich dann das
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Buch, also es gibt drei, vielleicht vier Bücher, die ich wirklich gut finde
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und die werde ich alle irgendwann besprechen und das eine ist jetzt halt, das heißt Druid.
0:40:20–0:40:24
Hatten wir da auch drüber geschrieben? Warst du da in der Gruppe mit drin?
Florian Clauß
0:40:24–0:40:27
Drude. Ich heißt nur andere Gruppen.
Micz Flor
0:40:28–0:40:32
Ja, entweder habe ich es Chris direkt geschrieben oder mit dir in der Gruppe.
Florian Clauß
0:40:33–0:40:39
Warte mal ganz kurz, ich werde wieder abgelenkt hier. Das sind diese Baulückenerschließungen.
0:40:39–0:40:40
Das sieht auch aus wie so...
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Also das ist auch...
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Wie so ein...
Micz Flor
0:40:46–0:40:46
Gruselig.
Florian Clauß
0:40:46–0:40:48
Nee, aber irgendwie...
Micz Flor
0:40:48–0:40:53
Das sieht aus wie Eyes Wide Shut. Da könnte jetzt Tom Cruise reinlaufen,
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wenn man jetzt diesen LED-Rudolph weglässt.
Florian Clauß
0:41:03–0:41:09
Ich meine, das Interessante ist, du hast halt wirklich so Luxuswohnungen mit
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irgendwie keinem Vorhängen.
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Und dann gibt es in dieser Luxuswohnung, wo gerade jetzt irgendein Film läuft,
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daneben so ein LED von AliExpress, wo du auf dem Tisch stehst.
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Was ist das überhaupt so? Was für ein Stilbruch.
Micz Flor
0:41:27–0:41:32
Also gut also ich finde es jetzt das linke auch nicht so hübsch diese led band
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im stück drin ist schon auch.
Florian Clauß
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Die schattenleiste aber.
Micz Flor
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Schmerzlich es sieht auf jeden fall sehr reich aus.
Florian Clauß
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Sehr reich so So wie wir?
Micz Flor
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Reicht's? Reicht's. Es reicht.
Florian Clauß
0:41:49–0:41:50
Wie reicht's?
Micz Flor
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Also das Drude, Drude ist, möchte ich sagen, so ein historischer Horror vielleicht.
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Auch ein langes Buch, ich weiß nicht, wie viele Seiten.
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Er heißt im Deutschen auch Drude. Ist, was habe ich gesagt, 2009,
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glaube ich, erschienen.
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Und im Englischen, ich weiß nicht, wann es im Deutschen rauskam.
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Und beginnt im Jahr 1865 und Erzähler ist ein gewisser Wilkie Collins,
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der, wie sich dann herausstellt, zur damaligen Zeit ein sehr berühmter Schriftsteller
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war und der zusammen mit Charles Dickens auch schreibt.
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Und eigentlich geht es um Charles Dickens. Und Wilkie Collins als Erzähler,
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ich habe das irgendwo nochmal gelesen, das ist ein...
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Ein unglaubwürdiger Erzähler, ein nicht vertrauenswürdiger Erzähler.
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Da gibt es wohl so einen Begriff, ich weiß nicht, hast du das mal gehört?
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Ich hatte das vorher nie gehört, aber man kann dem einfach nicht so richtig glauben.
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Erstens, weil er halt Charles Dickens irgendwie hasst, obwohl er ihn irgendwie
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auch verehrt und irgendwie auch von ihm abhängig ist.
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Und aber zur damaligen Zeit, wenn man Wikipedia-Einträgen glauben darf,
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sogar in bestimmten punkten nicht der bekanntere aber der erfolgreichere,
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schriftsteller war oder theater plays geschrieben
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hat und das zweite
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was ihnen halt nicht vertrauenswürdig macht ist dass er im prinzip eine opium
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abhängigkeit hat da gab es wohl damals so ein schmerzmittel laudanum oder das
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war so ein tinktur eine mischung von irgendwas was er wie fanta trinkt obwohl
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obwohl man da nur so einen Fingerhut pro Tag nehmen sollte.
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Und er dann auch, also seine Erzählung, und weil der Erzähler ist und weil er
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selber aber auch dann immer wieder so Sachen rausrückt, über die er nicht gerne spricht.
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Zum Beispiel erfährst du relativ spät und auch so fast, als ob er sich verplappert
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hat, dass er, dass in seinem Haus, wo er ist, da gibt es noch eine Kopie von ihm.
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Und manchmal begegnet der Kopie auch meistens nachts. Dann sitzt er meistens,
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wenn er schreiben will, einfach und guckt ihn an, sitzt dann in so einem Stuhl drin und schaut ihn an.
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Und ganz schlimm ist es, wenn er da ins Bett geht und er nicht weiß,
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ob die Kopie von ihm jetzt vielleicht doch noch weiterschreibt.
Florian Clauß
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Das klingt immer noch so ein Absinndrausch.
Micz Flor
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Ja, genau. Und das ist halt das Tolle daran, diese Erzählung von diesem Typen,
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der dann immer in dem Haus,
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in dem er wohnt, weil er halt eben reich ist, weil er auch sehr erfolgreich
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war damals, hat er dann auch so ein Haus,
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in dem es geheime Gänge gibt für die Bediensteten, die dann aus solchen Tapetentüren
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heraustreten, um dir da einen Tee zu bringen und dann eben in diese Parallelwelt mit Treppen so,
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wo man direkt in die Küche kommt, wieder sich zurückziehen.
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Und in diesem Haus, in diesen Gängen wohnt eben auch so eine Frau mit grünen Zähnen.
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Über die redet er auch nicht so gern. Das macht ihm schon Angst.
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Das heißt, der Erzähler in dem Buch ist halt so rauschhaft, da kannst du ihm nicht alles glauben.
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Er findet die Person, über die er erzählt, total blöd, also Charles Dickens.
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Und hat aber selber auch noch so ein paar Dinge, die uns sowieso schon Glauben
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machen, dass er nicht immer die Wahrheit sieht.
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Charles Dickens. Es gibt dann immer, es gibt wirklich ganz viel,
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also es gibt Charles Dickens' Biografie und es gibt auch ein nicht vollendetes
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Werk von ihm, das heißt Drood.
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Ich habe den genauen Namen, es heißt nicht Drood, es ist The Life of Edward
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Drood, oder sowas in der Art.
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Das wurde nicht fertig geschrieben, das hat jemand anders dann später fertiggestellt.
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Das geht darum, dass Charles Dickens,
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1865 in einem Zugunglück in Staplehurst war er anwesend.
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Er hatte damals eine Geliebte, das musste geheim gehalten werden Und er war
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mit seiner Geliebten und deren Mutter in diesem Zug in der ersten Klasse.
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Und dann war eine Brücke nicht fertig gebaut und es gab aber keine Warnung.
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Und dann ist dieser Zug. Und das war wohl wirklich so. Das gab es wirklich.
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Und da war wohl wirklich, müsste ich jetzt selber mich sonst nochmal rauseditieren,
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aber dass Dickens da mit drin war.
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Und dann gibt es eben diesen Crash.
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Und Dickens, der auch von sich, und das schreibt halt Wilkie Collins,
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schreibt das immer, dass der halt so von sich so eingenommen ist,
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dass er sowieso alles kann, alles weiß und dann geht er halt sofort los mit
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seinem Zylinder, holt er Wasser und will die Verwundeten irgendwie dann versorgen.
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Und dann kommt eine Person, die nennt sich Drude, die hat so einen langen Umhang,
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man kann das Gesicht nicht so richtig sehen und.
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Der geht auch dann immer zu diesen fast Toten. Teilweise sind die Leute in der
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Mitte durchgetrennt und so.
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Und immer wenn Jude da war und dann weggeht, dann sind die tot.
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Und Charles Dickens hat dann irgendwann so ein bisschen dieses Gefühl,
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der saugt denen so die Seele aus.
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Wo kommt der denn auf einmal her? Und dann war der auch nicht auf der Passagierliste.
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Und dann stellt sich dann irgendwann später im Buch heraus, dass der mit einem
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Sarg aus Frankreich nach England geschmuggelt wurde oder ist das wirklich wahr
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oder wir wissen es nicht genau.
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Aber Charles Dickens sucht Drude, möchte diesen Drude treffen und Wilkie Collins
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und Charles, Wilkie Collins wird dann oft auch von Charles Dickens missbraucht
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als Alibi, wenn er seine Geliebte sehen will.
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Wilkie Collins macht sich darüber gleichzeitig lustig, ist aber auch wütend,
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wie einmal sein Freund Charles Dickens halt diese tolle Idee hatte,
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dass sie ein Stück schreiben über zwei Junggesellen auf der Wanderschaft, so wie wir jetzt gerade,
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und sich dann später herausstellt, dass er dann bis nach Nordengland gefahren
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ist ins Nichts und auf so einen Berg gekrabbelt ist, bloß damit Charles Dickens
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ein Cover hat, um seine Geliebte zu treffen.
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Der musste dann halt irgendwie im Hotel rumsitzen, während er sich vergnügt
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hat. Also, Wilkie Collins ist da auch ein bisschen angefressen immer.
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Diese Diese Geschichte von Drood ist so ein bisschen wie das ich bei Song of
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Kali auch gesagt habe, es gibt einfach so bestimmte Bilder.
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Die finde ich, da tauche ich auch immer wieder einfach so gerne ein.
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Und auch dieser Blick, den der Erzähler Wilkie Collins darauf hat,
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ist halt schon irgendwie total spannend.
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Also auf der Suche nach Drood nimmt Charles Dickens auch mit der Polizei Kontakt
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auf und er ist ja sowieso der absolute Star und hat dann auch überall Kontakte.
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Und mit der Polizei, dann gibt es halt so einen zwei Meter großen stämmigen
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Typ, der halt denen dann zur Seite gestellt wird, um die nachts dann durch die
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Slums von London zu führen.
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Wird dann auch so ein bisschen erzählt, wie das da riecht in London,
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wenn halt alle irgendwie die ganze Scheiße und alle Abfälle und aber auch Leichen
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einfach in die Temse geschmissen werden und so.
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Und der, ich habe den Namen jetzt vergessen, aber dieser Polizist bringt dann
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Charles Dickens und Wilkie Collins über so ein Kirchhof,
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auf dem auch ganz viele, also die Leichen einfach nur noch so verdeckt werden mit Erde.
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Das sind so Berge von verwiesenen Leichen, da ist immer Erde drauf,
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aber man weiß, da liegen schon vier Layer übereinander.
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Und in dieser Kirche gibt es einen Eingang in die Unterwelt unter London.
0:49:54–0:49:58
Und der Polizist kann nicht mitkommen, weil die ein Abkommen haben mit der Unterwelt,
0:49:58–0:50:01
dass die Polizisten nicht runtergehen und die kommen nicht von unten nach oben.
0:50:02–0:50:07
Und der gibt dann Wilkie Collins noch so sein Colt.
0:50:09–0:50:12
Und dann steigen die beiden da halt runter und kommen als erstes dann so ein
0:50:12–0:50:18
Opium-Den, wo alles so schon so halbtot an den Opium-Pfeifen schmauchen.
Florian Clauß
0:50:19–0:50:22
Das heißt, die steigen dann in die Unterwelt.
Micz Flor
0:50:22–0:50:23
Die steigen in die Unterwelt.
Florian Clauß
0:50:23–0:50:26
Aber dann ist es ja echt wie Pollen. Da gibt es ja auch dann,
0:50:26–0:50:28
wo die dann in die Unterwelt steigen.
Micz Flor
0:50:28–0:50:30
Ja, vielleicht hätte sich das auch von Pollen geschnappt.
Florian Clauß
0:50:32–0:50:32
Oder umgekehrt.
Micz Flor
0:50:33–0:50:33
Ja, 2009.
Florian Clauß
0:50:34–0:50:38
Ach so, ja. Ja, aber wo die auch dann an den Hades kommen.
Micz Flor
0:50:39–0:50:42
Es hat schon so Sachen, ich meine, klar, also das sind ja bei,
0:50:42–0:50:45
hast du ja schon gesagt, bei Dan Simmons, der war ja auch, bevor er geschrieben
0:50:45–0:50:50
hat, hat er unterrichtet und hat halt auch eben die ganzen Shakespeare-Sachen
0:50:50–0:50:53
und sowas gelesen, hat das Intus, die ganze Mythologie.
0:50:53–0:51:01
Das Ilium ist eben an Homer orientiert, dann hat er diese erste,
0:51:02–0:51:06
was ich gelesen hatte, Hyperion, was irgendwie an den Canterbury Tales orientiert
0:51:06–0:51:10
ist, was so eine Sammlung von Kurzgeschichten bei Leuten auf der Reise ist,
0:51:10–0:51:13
die aber alle irgendwie ein bisschen wie in einem Hyperfiction,
0:51:13–0:51:19
also alles spielt Informationen in die Geschichte ein, die passiert,
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während wir andere Geschichten hören. Ja.
Florian Clauß
0:51:21–0:51:25
Illium ist ja dann auch quasi so gegen das Zeitreisen-Paradox,
0:51:25–0:51:31
wo er die ganze Zeit immer das so zusammenhalten muss, den Trojanischen Krieg oder irgendetwas.
0:51:32–0:51:36
Und dann gibt es immer diese Varianten, wo es halt genau so nach Skript ablaufen
0:51:36–0:51:41
muss, damit Homer dann halt irgendwie so erfüllt ist und die Götter dann halt alle beruhigt sind.
0:51:41–0:51:46
Und er die ganze Zeit dagegen wettet und kann so immer mehr. Ja.
Micz Flor
0:51:46–0:51:49
Darüber mache ich auf alle Fälle noch eine eigene Folge, weil das,
0:51:49–0:51:52
aber da brauche ich dann so ein bisschen deinen Input, weil ich merke gerade
0:51:52–0:51:56
bei Jude, ohne deinen Input verlaufe ich mich dann irgendwie in so einer immer
0:51:56–0:51:58
stiller, stiller Welt. Ja, ich finde es echt eine Weihnachtsgeschichte.
Florian Clauß
0:51:58–0:52:03
Also teils Dicken als historische Figur da mit reinzubringen.
Micz Flor
0:52:03–0:52:07
Ja, die gehen in diese Unterwelt und da sind dann Boote und dann kommen die
0:52:07–0:52:12
ja und dann schießt auch Wilkie Collins und das ist alles irgendwie so ein bisschen,
0:52:15–0:52:20
Es ist packend so und zum Schluss ist es da unten so, da ist Wilkie Collins
0:52:20–0:52:26
dann auch total enttäuscht von Charles Dickens, weil dann kommt auf einmal so
0:52:26–0:52:30
ein Boot mit zwei sehr androgynen Fahrenden.
0:52:30–0:52:31
Das hat dann so ein bisschen ein hartes Ding.
0:52:31–0:52:35
Und die laden Charles Dickens ein, mitzukommen, um Drew zu treffen.
0:52:36–0:52:39
Aber Wilkie Collins darf nicht mitkommen. Und dann sagt Wilkie Collins,
0:52:39–0:52:41
darauf lassen wir uns nicht ein. Nein, wir gehen jetzt, komm,
0:52:41–0:52:41
wir gehen jetzt wieder nach Hause.
0:52:42–0:52:45
Und Charles Dick sagt, nein, ich fahre, warte du hier.
0:52:49–0:52:53
Ja, und so Sachen. Aber auf jeden Fall ist es auf der einen Seite eben diese
0:52:53–0:52:56
Bilder, ich finde die wirklich sehr packend.
0:52:56–0:53:00
Und auf der anderen Seite ist es aber so, dass wirklich so historische Fakten
0:53:00–0:53:01
dann nochmal neu erzählt werden.
0:53:01–0:53:08
Zum Beispiel, was ich gar nicht wusste, Charles Dickens hat in gewisser Weise
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ein eigenes Genre erfunden.
0:53:10–0:53:19
Er hat sich damals der ganz neuen Technologie des Gaslichts bedient und hat Touren gemacht,
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in denen er seine Charaktere, so Ausschnitte, wie so Stand-Up-mäßig alleine vorgetragen hat.
0:53:28–0:53:32
Der war auch Schauspieler, also hat auch geschauspielt manchmal und hat aber
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dann eben vor den Bühnen in ganz England,
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nach Nordengland ist dann so rumgefahren, hat damit wohl auch richtig Geld verdient
0:53:38–0:53:40
und hatte dann eine Situation,
0:53:40–0:53:46
in der die Leute im Theater auf ihn warteten und dann änderte sich das Licht
0:53:46–0:53:50
und hinter ihm war so eine Farbe und dann gingen die Gaslichter an,
0:53:50–0:53:55
dann stand da nur so ein Tisch und dann lief er dahin und begann halt aus diesen Büchern,
0:53:56–0:54:00
aus diesen Büchern nicht nur vorzulesen, sondern wie es da auch beschrieben
0:54:00–0:54:02
ist, wirklich zu performen. Und er hat dann...
Florian Clauß
0:54:03–0:54:05
Also so eine Event-Vorlesung.
Micz Flor
0:54:05–0:54:10
Ja, und er hat das dann immer wieder gleich verknüpft, weil da gibt es ja diesen
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Magnetismus von Mesmer, Mesmerisierung, Mesmerize, also dass man damals,
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bevor man über Hypnose sprach, so hatte Mesmer mit magnetisiertem Wasser Menschen
0:54:21–0:54:24
in so einer Art Trance-Zustand verbringen können und,
0:54:25–0:54:32
Und Charles Dickens selber beherrscht die Technik des Mesmerisierens und das
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macht er dann mit dem ganzen Publikum und so.
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Und bei einer Folge ist dann auch irgendwo ein Northam Birmingham oder so ein Wilkie,
0:54:39–0:54:44
auch dabei, der inzwischen von der Polizei auch so halb angeheuert wurde,
0:54:44–0:54:49
um Charles Dickens auszuspionieren, ob er wirklich Drood getroffen hat.
0:54:49–0:54:52
Diesen Drood, von dem Wilkie gar nicht glaubt, dass es ihn gibt,
0:54:52–0:54:55
aber die Polizei glaubt auch, dass es ihn gibt. Das bleibt auch irgendwie unklar.
0:54:56–0:55:06
Aber dann ist halt Wilkie eben in diesem Theater und nickt dann irgendwie so ein bisschen weg.
0:55:08–0:55:12
Als er dann aufwacht, dann sieht er, dass auf einmal alle drumherum schlafen.
0:55:13–0:55:16
Und alle sind aber mit so einer Schnur nach oben verbunden. Und ganz oben sitzt
0:55:16–0:55:19
Drew, bei dem alle Schnüre zusammenkommen.
0:55:19–0:55:21
Und er hat auch so eine Schnur und so was. Und dann reißt er sich los.
Florian Clauß
0:55:22–0:55:24
Das klingt aber auch echt wie so ein Manga-Anime.
Micz Flor
0:55:24–0:55:28
Ja, so ganz. Und dann ist halt auch wieder, ist das jetzt wahr oder nicht wahr.
0:55:29–0:55:34
Und eine Sache, die Ricky Collins dann auch buchstäblich fast zum Wahnsinn treibt,
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ist, dass irgendwann wird er von den Schergen von Drood gefasst.
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Droods Geschichte ist dann wohl die eines Menschen, der eigentlich ursprünglich
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aus Indien kommt, aus einem reichen Haus, aber dann war er weder englisch noch
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indisch und dann war er in London und dann wurde er irgendwie überfallen.
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Da wurde ihm die Nase abgeschnitten und die Ohren abgeschnitten,
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er wurde in die Themse geschmissen, er galt schon tot.
0:55:57–0:56:01
Und dann wurde er aber durch irgendwelche Rituale dann doch gerettet,
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entweder geheilt oder wiederbelebt.
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Also dann gibt es auch so ein drumherum, so ein bisschen wie bei Song of Kali auch.
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Der kann halt diese alte Magie. Und Dickens möchte sich auch mit Drude austauschen,
0:56:16–0:56:18
wegen der Mesmerisierung und so.
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Also das ist halt alles sehr miteinander verflochten.
0:56:21–0:56:30
Und Wilkie Collins bekommt dann einen Scarabeus Käfer.
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Kennst du diese schwarzen Mistkäfer eigentlich?
0:56:34–0:56:40
Die ja auch heilig sind in manchen Kulturen, der wird ihm durch den Mund geschoben
0:56:40–0:56:45
und der krabbelt dann hinten durch den Rachen von hinten in sein Gehirn.
Florian Clauß
0:56:45–0:56:46
Und.
Micz Flor
0:56:46–0:56:50
Er sitzt dann oben auf seinem Gehirn. Und er weiß dann nicht genau,
0:56:50–0:56:53
ob die jetzt alle mithören können bei Drood oder nicht.
0:56:53–0:56:57
Und manchmal spürt er dann halt, wie der Käfer sich in seinem Hirn bewegt und
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am Schädel kratzt und so Sachen.
Florian Clauß
0:57:00–0:57:02
Was liest du denn da?
Micz Flor
0:57:02–0:57:03
Es ist schon...
0:57:05–0:57:08
Es macht irgendwie total Spaß, weil es halt so überzogen ist.
0:57:08–0:57:15
Und dann geht es auch natürlich dann teilweise eben um Amerika und England in
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der Zeit und dieses Thema Copyright,
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dass halt amerikanische Verleger sich über Copyright irgendwie keine Sorgen
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gemacht haben und dann die Autoren und Autore nie gezahlt haben,
0:57:26–0:57:29
weshalb viele dann versuchen, eigene Verlage in Amerika aufzubauen.
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Und es ist alles da irgendwie so reingepumpt, so unglaublich viel historische
0:57:33–0:57:46
Faktenlage oder naja plausible fakten wikipedia plausibility sozusagen fand ich total spannend ja.
Florian Clauß
0:57:46–0:57:52
Klingt auf jeden fall wie ich habe das gefühl jetzt gerade eine serie geguckt zu haben.
Micz Flor
0:57:52–0:57:57
Ja das ist nämlich auch noch so eine sache ben sims wurde nie das ist dann vielleicht
0:57:57–0:58:01
das letzte ich mache dann noch vielleicht ein ganz kurzes buch das letzte für
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heute denn sims wurde meines wissens nach nie verfilmt.
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Der hat wohl ein Skript mal zu einer kurzen Episode in Twilight Zone geschrieben.
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Müsste ich jetzt aber auch nochmal genau gucken, welche das war.
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Habe ich jetzt gar nicht mehr im Kopf. Habe ich irgendwo auch mal über irgendein
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Vorwort von ihm gelesen.
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Und ich weiß jetzt auch nicht mehr. Illium oder Drude.
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Eins sollte verfilmt werden und war wohl auch schon angekauft worden.
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Und was auch angeblich verfilmt wurde, und das hatten wir auch schon,
0:58:39–0:58:41
da musst du mir jetzt mal helfen,
0:58:43–0:58:46
Das war, das hieß Terror.
0:58:47–0:58:52
Und bei Terror, da ging es halt, das ist auch wieder so eine Verwebung von,
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erschienen 2007, Verwebung eben von historischen Fakten.
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Und da ging es um das, was du gesagt hast, Sir John Franklins Expedition durch
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die Arktik, um die Nordwestpassage zu finden.
0:59:04–0:59:07
Kannst du dich erinnern, in welcher Episode du darüber gesprochen hast?
Florian Clauß
0:59:07–0:59:09
Ja, das war Fermentieren.
Micz Flor
0:59:10–0:59:14
Bei Fermentieren, oder? Achso, genau. Ich wollte nur noch sagen,
0:59:14–0:59:18
dass zum Beispiel Terror, das ist auch so eine Verwebung, wo es dann eben um
0:59:18–0:59:29
diese Expedition 1845 bis 1848 ging und in der halt Franklin und alle irgendwie krank wurden,
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verhungerten, sich angeblich gegenseitig gefressen haben.
0:59:32–0:59:37
Das kommt dann irgendwie auch noch nämlich in Drood vor, diese Kannibalisierung.
0:59:38–0:59:42
Und gleichzeitig ist es aber so, dass er dann noch was dazu geschrieben hat,
0:59:42–0:59:50
weil die Schiffe hießen halt Erebus und eines hieß HMS Terroir und so heißt auch das Buch.
0:59:50–0:59:53
Und in diesem Buch, was ich versucht habe zu lesen, hat mich bis jetzt noch
0:59:53–0:59:58
nicht gepackt, da ist es nämlich so, dass es noch ein Monster gibt, was die verfolgt.
0:59:58–1:00:02
Das sind ja da so eine lustige erweiterung
1:00:02–1:00:05
von diesem historischen stoff der schon gruselig genug ist
1:00:05–1:00:08
ja und dann und wir machen auch ein
1:00:08–1:00:13
monster was immer so lauert wenn nichts mehr wenn nichts mehr passieren könnte
1:00:13–1:00:18
dann kann immer noch was passieren so das finde ich auch so ein typischen typischen
1:00:18–1:00:23
dance mit twist sich so etwas lang zu handeln und noch einen oben drauf zu Also
1:00:23–1:00:26
Dickens und Groot, Terror und Munster.
Florian Clauß
1:00:27–1:00:33
Ich erinnere mich, ich habe den Namen vergessen, aber da gibt es so etwas Ähnliches.
1:00:33–1:00:37
Da gibt es so etwas Ähnliches in Romanen, wo auch solche Sachen,
1:00:37–1:00:43
da wird glaube ich Freud zusammengemischt mit so einer anderen Geschichte und alles so draufgelegt.
1:00:44–1:00:46
Ich muss nochmal gucken, vielleicht kriege ich das nochmal zusammen.
1:00:48–1:00:51
Also so ein bisschen erinnert mich das von der Erzählstruktur so,
1:00:51–1:00:54
weil es wird mit historischen Personen gespielt,
1:00:54–1:01:00
aber gleichzeitig in so einer fiktionalen Geschichte verpackt und es kriegt
1:01:00–1:01:07
so etwas sehr Unterhaltsames.
1:01:07–1:01:07
Ist.
1:01:07–1:01:12
Also weil bei historischen Figuren ist ja so, das kann man doch nicht machen,
1:01:12–1:01:15
der hat doch eine Geschichte, das kann man, kann den doch nicht einfach so nehmen
1:01:15–1:01:19
und irgendwie in einen anderen Kontext setzen. Das darf man doch nicht.
1:01:19–1:01:23
Und dann funktioniert das aber sehr gut, weil du lädst dann diese Geschichte
1:01:23–1:01:29
mit eben den Geschichten, die derjenigen geschrieben hat und so auf und bildst
1:01:29–1:01:31
damit und hast dann so eine ziemlich,
1:01:32–1:01:36
stark aufgeladene Figur, die sich gut irgendwie da verarbeiten lässt.
1:01:37–1:01:41
Das erinnert mich so an der, also es klingt interessant. Ja.
Micz Flor
1:01:41–1:01:44
Weil man möchte ja auch, man ist ja dann mit der Figur schon verbunden.
1:01:44–1:01:48
Das ist ja auch das so, dass man dann einfach noch das Gefühl hat,
1:01:48–1:01:51
ah, jetzt lerne ich noch mehr über die Figur, auch wenn es fiktiv ist.
Florian Clauß
1:01:52–1:01:52
So.
Micz Flor
1:01:52–1:01:58
Dann endet unsere Episode heute. Mitten in der Passage. Ach,
1:01:58–1:02:00
Sparkasse, kann ich noch Geld abheben?
Florian Clauß
1:02:00–1:02:03
Kannst du machen. Also ja, ich mag die Passage hier.
1:02:03–1:02:07
Wir hatten uns vor einem Jahr, knapp einem Jahr, hatten wir uns auch hier getroffen
1:02:07–1:02:12
und auch unser Weihnachtessen nachgeholt. Das war aber im Januar.
1:02:12–1:02:17
Die Fußgängerzone im Westen, die zum Charlottenburg Bahnhof führt.
1:02:19–1:02:24
Ja, also das war eigentlich Podcast Episode 43.
1:02:25–1:02:30
Alles unter eigentlich-podcast.de zum Nachhören.
Micz Flor
1:02:33–1:02:34
Okay, macht's gut. Also.
Florian Clauß
1:02:34–1:02:36
Macht's gut. Tschüss.

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"Als blickten wir in einen Spiegel, bleibt das, was wir sehen, verschwommen."

Der Anime GHOST IN THE SHELL von 1995 ist ähnlich bahnbrechend in der SciFi-Welt eingeschlagen wie der Film MATRIX vier Jahre später. GHOST IN THE SHELL schafft durch seine starken visuellen Effekte eine dichte atmosphärische Spannung. In Action eingehüllt erörtert der Film in einer dystopischen Zukunft tiefe philosophische Fragen über den Ursprung von Existenz und Leben. Doch bevor wir ausführlicher auf den Film zu sprechen kommen, liefert Flo etwas kinogeschichtlichen Überbau zu dem dritten Teil seiner Podcast-Reihe "Die großen Filmbewegungen in den 1990er Jahren, die das Kino revolutionierten". Dieses Mal stellt Flo die Asian New Wave Bewegung vor. Die Nouvelle Vague aus Europa - vornehmlich Frankreich - beeinflusste auch in verschiedenen asiatischen Ländern das Filmschaffen: in Hongkong, Japan und Korea gab es unterschiedliche Ausprägungen, die als New Asian Wave zusammengefasst werden. Flo schlägt dann doch noch mal einen Bogen in eine etwas andere Richtung: wir werfen einen Blick auf eine spezielle Filmgattung, die sich besonders in Japan entwickelte, da kulturell in der Kunstgattung Ukiyo-e verankert: dem Zeichentrickfilm oder Anime. Der erste Trickfilm stammt aus Japan aus dem Jahre 1907. Schon früh hat sich in Japan eine starke Trickfilm-Industrie aufgebaut und seit den 80ern weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Heute ist die aus der internationalen Popkultur nicht mehr wegzudenken. GHOST IN THE SHELL hat uns beide damals mächtig beeindruckt und obwohl Micz den Film seit knapp 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, kann er sich noch sehr genau an seine drei Lieblingsszenen erinnern. Der Hauptcharakter Kotono Kusanagi ist ein weiblicher Cyborg, der komplett aus synthetischem Material gebaut ist, aber sehr menschlich im Auftreten und Emotionen wirkt. Kotono arbeitet als Officer in der Einheit Sektion 9, die für Anti-Terror und Cyberkriminalität zuständig ist. Sie sind auf der Jagd nach dem sogenannten Puppet-Master, der sich in Menschen wie Cyborgs hacken kann und sie als „Shell“ benutzt. Wie sich herausstellt ist der Puppet-Master ein generiertes Geschöpf einer anderen Einheit, der Sektion 6. Diese hat mit dem Projekt 2501 den Puppet-Master geschaffen, um ihn für Spionage und Kriegszwecke einzusetzen. Der Puppet-Master befreit sich selbst und beantragt politisches Asyl, dafür verwendet er die verschiedene „Shells“. Er wird allerdings als Terrorist eingestuft und entsprechend verfolgt. Kotono Kusanagi entwickelt in dieser Verfolgung eine Beziehung zu dem Puppet-Master und findet im Dialog mit ihm Antworten auf ihre existentiellen Fragen. Wir stellen in diesen Fragestellungen eine Verbindung zum heutigen Diskurs zur künstlichen Intelligenz fest. Wir gehen auch der Frage nach, inwieweit Intelligenz einen Körper haben muss, um sich selbst zu begreifen oder zu reflektieren. Unsere Route führt uns diesmal durch den alten Kern von Westberlin: wir treffen uns am U-Bahnhof Spichernstraße, laufen die Pariser Straße entlang, um dann zum Kurfürstendamm zur Schaubühne zu stoßen. Wir setzen nach Charlottenburg über und verweilen noch etwas peripher im Schlagschatten des Schienenwaldes rund um den S-Bahnhof Berlin Charlottenburg.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:03
Also, ich sag schon mal hallo. Hier ist Flo.
Micz Flor
0:00:03–0:00:06
Hallo, jetzt mit. Und zu meiner Linke steht Mitch, genau.
Florian Clauß
0:00:06–0:00:09
Ich kündige dich an. Achso, ja. Ja, aber ich will nur hallo sagen.
0:00:09–0:00:11
Ich will jetzt nur mal die Strecke kurz vorstellen. Willkommen. Okay.
Micz Flor
0:00:12–0:00:16
Kommen Sie eigentlich minus podcast.de. Da kann man das auch sehen.
0:00:16–0:00:20
Und jetzt stellt Flo die Strecke vor. Denn, weil wir sind die beiden,
0:00:20–0:00:24
die podcasten und beim Reden laufen und laufend reden. Jetzt du.
Florian Clauß
0:00:25–0:00:29
Wir haben uns in der Spichernstraße getroffen, also wirklich in der Spichernstraße.
0:00:29–0:00:34
Und werden jetzt hier raus Richtung Fasanenstraße laufen.
0:00:34–0:00:40
Und dann werden wir am Oliverplatz vorbeikommen und dann so ein bisschen über den Platz laufen.
0:00:41–0:00:47
Und wir machen einen Abschlecher zur Schaubühne und gehen dann in Richtung Wilmersdorfer
0:00:47–0:00:52
Straße und wollen uns nochmal so selber ein bisschen Weihnachtsessen gönnen, oder?
0:00:53–0:00:55
Auf jeden Fall. Wieder zu Good Friends.
Micz Flor
0:00:55–0:00:57
Zum Beispiel zu Good Friends.
Florian Clauß
0:00:57–0:00:59
Ja, weil das passt ja zu uns.
Micz Flor
0:01:00–0:01:04
Ja, hallo, hier ist eigentlich Podcast, wir sind schon angekündigt. Folge?
0:01:05–0:01:10
Also, wir sind jetzt bei Folge 42 und ich erinnere mich erst jetzt,
0:01:11–0:01:14
dass du mir mal einen kurzen Hinweis geschickt hattest, was du machst,
0:01:14–0:01:15
aber ich habe es total vergessen.
Florian Clauß
0:01:15–0:01:19
Worum geht es denn heute? Du hast es vergessen. Du kommentierst überhaupt nicht
0:01:19–0:01:20
mehr, was ich dir schicke.
0:01:20–0:01:24
Das hat mich auch so ein bisschen zunehmend ein bisschen traurig gemacht,
0:01:24–0:01:28
um das ganz unemotional zu formulieren.
0:01:29–0:01:34
Nein, ich mache heute den dritten Teil meiner Serie. Du erinnerst dich an meine Serie?
Micz Flor
0:01:34–0:01:41
Ja, die besten Filmtrends der 1990er Jahre. Genau.
0:01:41–0:01:45
Und dieses Mal hatten wir schon Dogma, wer das noch nicht gehört hat.
0:01:46–0:01:49
Festen und Idiotes hatten wir.
0:01:49–0:01:55
Dann hatten wir den Hyper, das Hyperlink Cinema in deiner letzten Folge.
0:01:55–0:01:59
Da ging es dann vertiefend auf um Magnolia.
0:02:00–0:02:02
Und jetzt geht es um Mumblecore.
Florian Clauß
0:02:04–0:02:05
Nein, Mumblecore hatten wir schon.
Micz Flor
0:02:06–0:02:08
Wir haben nur drüber gesprochen, wir haben nicht besprochen.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:14
Ja, aber doch, wir haben schon besprochen, als so ein Side-Genre von Dogma.
0:02:14–0:02:22
Nein, ich will heute über die Asian New Wave, aber eigentlich so ein Unterableger.
0:02:22–0:02:26
Das war so mein Schwenk in Richtung Nouvelle Vague auf Asiatisch.
0:02:27–0:02:34
Da gibt es auch einige Länderunterschiede. Also wenn man von Asian New Wave
0:02:34–0:02:39
spricht, dann spricht man da von verschiedenen neuen Wellen in asiatischen Ländern.
0:02:39–0:02:42
Ich habe mir jetzt mal ganz grob, ich will wieder so einen kleinen,
0:02:44–0:02:49
kinogeschichtlichen Überbau schaffen, bevor wir dann in den Film abtauchen.
0:02:50–0:02:57
Aber der Film kann sich nicht wirklich da so in den Novellwags von Asien finden.
Micz Flor
0:02:58–0:02:59
Moment. Moment.
0:03:00–0:03:03
Du biegst jetzt dein Thema zurecht, dass du über einen Film sprechen kannst,
0:03:04–0:03:05
über den du gerne sprechen möchtest.
0:03:05–0:03:10
Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ein Genre, über das du gerne sprechen
0:03:10–0:03:12
möchtest und das nicht so ganz passt.
Florian Clauß
0:03:12–0:03:16
Ja, aber ich hatte ja noch einen Untertitel zu meiner Reihe. Gut, dass du es sagst.
0:03:16–0:03:21
Nämlich die großen revolutionären Filmbewegungen der 90er.
0:03:21–0:03:25
Und dazu habe ich natürlich die Eisigen gewaved. Und dann der Untertitel ist,
0:03:25–0:03:29
was mich wirklich damals in den 90ern emotional bewegt hat.
0:03:30–0:03:32
Und das ist halt, dann passt es wieder.
0:03:32–0:03:36
Aber ich will trotzdem so ein bisschen, weil das ein interessanter Schwenk ist.
0:03:37–0:03:43
AC New Wave ist natürlich auch inspiriert von der französischen Nouvelle Vague,
0:03:43–0:03:44
haben wir ja auch besprochen.
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Die Nouvelle Vague in Frankreich hat vor allen Dingen, ja, kam so aus dem Bereich der Kritiker.
0:03:52–0:03:58
Wir erinnern uns, Truffaut, Godard waren alles Kritiker in der renommierten Filmzeitschrift,
0:03:58–0:04:02
in der französischen, und haben sich dann quasi auf das Filmemachen eingelassen
0:04:02–0:04:07
und ganz neue Erzählstrukturen entwickelt und so weiter und Kameratechniken
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und das Autorenkino unter anderem geschaffen.
0:04:11–0:04:16
Und wenn ich jetzt von der Asian New Wave spreche, dann möchte ich vor allen
0:04:16–0:04:18
Dingen so zwei Länder, vielleicht noch ein drittes dazu nehmen,
0:04:18–0:04:21
nämlich Hongkong als Land.
0:04:22–0:04:26
Also China, aber Hongkong ist vor allen Dingen verstärkt in dieser,
0:04:26–0:04:32
wenn man unter Asian New Wave googelt, dann kommt Hongkong und Japan.
0:04:32–0:04:37
Das sind so die zwei Schwerpunktländer und so ein bisschen Korea.
0:04:37–0:04:43
Korea spielt eine Sonderrolle, weil in Hongkong unterscheidet man zwischen zwei
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Wellen, die sich da so in den Jahren ergeben haben.
0:04:47–0:04:50
Einmal zwischen den, ja das war so.
0:04:52–0:04:56
50er, 60er. Und Hongkong hat ja, hatten wir auch in anderen Folgen,
0:04:56–0:05:01
eine besondere Position in der Wirtschaft von China, nämlich es war nach wie
0:05:01–0:05:05
vor unter britischer, wie sagt man das,
0:05:05–0:05:07
Kronherrschaft oder Kolonie.
0:05:08–0:05:13
Es war keine Kolonie mehr, aber es hatte auf jeden Fall wirtschaftliche Sonderverträge
0:05:13–0:05:21
und in China natürlich eine komplett andere wirtschaftliche Position dadurch geschaffen.
0:05:22–0:05:26
Der Austausch mit dem Westen war da auch entsprechend träge angelegt.
0:05:27–0:05:32
Das heißt, viele Filmschaffende kamen dann auch nach Hongkong,
0:05:32–0:05:35
also aus dem Westen und haben da bestimmte Stile geprägt.
0:05:35–0:05:41
Gleichzeitig gibt es diese Verbundenheit von Hongkong-Kino zu Material Arts,
0:05:41–0:05:45
also da auch so eher so ein traditionelles chinesisches Genre.
0:05:46–0:05:50
Aber durch diesen Austausch haben sich so neue Erzählformen entwickelt. entwickelt.
0:05:50–0:05:55
Und dann das, was für uns vielleicht interessant ist und auch noch ein bisschen
0:05:55–0:06:01
präsenter ist, die zweite Welle, wo eigentlich dann nochmal so eine gewisse, ja,
0:06:01–0:06:07
so ein bisschen etabliert aus der ersten Welle eigene Filmstudios hervorgegangen sind.
0:06:07–0:06:14
Und in der zweiten Welle, Gerade in den 90ern haben wir dann auch die.
0:06:14–0:06:22
Da rechnet man zum Beispiel John Woo oder Wong Kar Wai mit Chunking Express.
0:06:22–0:06:28
Das war, glaube ich, so das, was ganz sinnbildlich für Hongkong-Kino,
0:06:28–0:06:32
China-Kino dann halt auch in den 90ern uns aufgefallen ist.
0:06:32–0:06:36
Und John Woo, ich weiß nicht, Better Tomorrow von 89, hast du den gesehen?
Micz Flor
0:06:37–0:06:37
Nee. Nee.
Florian Clauß
0:06:37–0:06:44
Das war ja so ein... Ja, John Woo hat sich ja so an der Grenze zwischen epischem
0:06:44–0:06:47
Actionfilm mit wie epischer,
0:06:49–0:06:53
Ja, hat er sich so ein bisschen etabliert, ist dann aber auch in den Westen
0:06:53–0:06:56
gegangen, hat einen Teil von Mission Impossible gedreht.
Micz Flor
0:06:58–0:07:00
Den schlechtesten, wenn ich das sagen darf. Ich finde den nicht gut.
Florian Clauß
0:07:01–0:07:02
Der ist nicht so cool.
Micz Flor
0:07:02–0:07:08
Also er hat halt so, ikonisch ist natürlich dieses auf dem Vorderrad Motorrad fahren.
0:07:09–0:07:15
Aber irgendwie, Faceoff fand ich super, aber ich habe mich sehr darauf gefreut
0:07:15–0:07:17
damals, Mission Impossible.
Florian Clauß
0:07:17–0:07:20
Aber hat nicht so richtig einen Pay-Off gehabt, finde ich auch.
0:07:21–0:07:25
Also genau, dieses Hongkong-China ist vor allen Dingen eben durch den wirtschaftlichen
0:07:25–0:07:29
Ausschwung, den eben Hongkong noch vorher als China durch die Verbindung in
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den Westen erlebt hat, geprägt.
0:07:34–0:07:37
Und natürlich auch durch eine lockerere Zensur.
0:07:38–0:07:43
Also da ist sogar ein Zensator wie ein anderer in China, jetzt im Rest des Landes.
0:07:43–0:07:49
Das war halt nicht so ausgeprägt. Noch andere Filme der zweiten Welle,
0:07:49–0:07:53
ich weiß nicht, also Better Tomorrow, der ist von 86, ich habe 89 gerade gesagt, das ist von 86.
0:07:54–0:08:00
Rouge habe ich nicht gesehen von Stanley Kwan. City of Fire zum Beispiel von 87.
0:08:01–0:08:09
Dann Peking Opera Blues von Tsui Hark, den hört man auch, der oft als Produzent immer noch auftritt.
0:08:09–0:08:12
Und Junking Express ist 94. 90.
Micz Flor
0:08:14–0:08:17
Ich weiß gar nicht, ob du den irgendwie einordnen kannst oder willst,
0:08:17–0:08:21
aber als du Hongkong gesagt hast, ich weiß nicht warum, aber das erste,
0:08:21–0:08:26
was in den Kopf kam bei mir war Kung Fu Soccer. Kannst du dich an den Film noch erinnern?
Florian Clauß
0:08:26–0:08:32
Kung Fu, ja, das ist großartig. Das ist ein späterer Film, das ist von Kung Fu Hustle heißt der.
0:08:32–0:08:36
Und er hat noch aber auch einen Soccer-Film gemacht.
0:08:36–0:08:41
Der ist Wahnsinn. Der ist Wahnsinn. Ich habe den Namen jetzt gerade vergessen.
0:08:42–0:08:43
Aber der macht unglaublich Spaß.
Micz Flor
0:08:43–0:08:46
Ist das auch Hongkong? Das ist Hongkong.
Florian Clauß
0:08:46–0:08:51
Aber jetzt schon die dritte Welle. Oder es ist auf jeden Fall in den 2000er
0:08:51–0:08:53
gedreht worden, die Handbutters.
0:08:55–0:08:59
Der ist so filigran von den ganzen Choreografien.
0:08:59–0:09:04
Es gibt, glaube ich, keinen anderen Hongkong-Film oder Material-Arts-Film,
0:09:04–0:09:09
der so verspielt ist, so lustig und so absurd. Also der, absolute Empfehlung.
0:09:11–0:09:18
Fuhassl. Gucken wir nach Japan. Also Japan ist die Welle in Japan.
0:09:18–0:09:25
Nouvelle Vague war auch so 50er, 60er, also ein bisschen früher als die in Hongkong.
0:09:25–0:09:33
Und Japan war vor allen Dingen dadurch geprägt, dass sie durch den Krieg,
0:09:33–0:09:36
durch den Zweiten Weltkrieg, natürlich im Clinch mit Amerika,
0:09:36–0:09:39
dann aber erobert wurden von Amerika.
0:09:39–0:09:44
Es gibt in Japan in den 50ern einen unglaublichen amerikanischen Einfluss.
0:09:46–0:09:49
Einmal natürlich, weil die als Besatzer da aufgetaucht sind,
0:09:49–0:09:53
aber dann aber auch, weil die die ganze Kultur damit geprägt haben.
0:09:54–0:09:59
Japan hat sich dadurch auch stark in Richtung Westen geöffnet.
0:10:00–0:10:06
Das hat ja dann auch Kurosawa mit der Adaption von Shakespeare,
0:10:06–0:10:10
hatten wir ja auch in einer der frühen Folgen besprochen,
0:10:10–0:10:19
die Adaption von Shakespeare-Werken in traditionellen japanischen Settings hat
0:10:19–0:10:20
Kurosawa so groß gemacht.
0:10:20–0:10:27
Das heißt, Auch da gibt es diesen Austausch zwischen Westen und asiatischer Welt.
0:10:28–0:10:33
Und Kurosawa gilt aber dann noch schon als etabliert. Also wir haben in Japan
0:10:33–0:10:40
ein ganz starres Studiosystem, das durch die Nouvelle Vague aufgebrochen wurde.
0:10:40–0:10:44
Also es wurden kleinere Studios geschaffen.
0:10:44–0:10:51
Es wurde auch eine andere Filmförderung mit aufgebaut. Es wurde auch viel,
0:10:51–0:10:55
dass dann eben westliche Produktionen mitgefordert haben.
0:10:55–0:11:00
Also so einen Austausch, einen Kulturaustausch, Kulturförderungsaustausch gab es.
0:11:01–0:11:05
Also auch, wo sich auch die französische Nobelwerk so ein bisschen profiliert
0:11:05–0:11:08
hat, war ja in den Studentenunruhen in Paris, ja.
0:11:10–0:11:13
Algerienkrieg 50er Jahre und so weiter, wo sich das auch so ein bisschen politisiert
0:11:13–0:11:16
hat, die Bewegung. Und ähnlich war es in Japan.
0:11:16–0:11:21
Da gab es einen sogenannten, warte mal, das habe ich mir aufgeschrieben.
0:11:22–0:11:30
Und zwar hat Japan und Amerika haben dann zusammen eine Zusammenarbeit.
0:11:30–0:11:36
The Treaty of Mutual Cooperation and Security, was dann letztendlich auch Amerika
0:11:36–0:11:44
dazu, also die konnten dann eben auch Truppen auf japanischem Gebiet stationieren.
0:11:44–0:11:50
Und das hat aber auch, also es gab so Studentenunruhen in Japan zu der Zeit gegen diesen Akt.
0:11:50–0:11:55
Und da hat sich auch so ein bisschen diese Nouvelle Vague so positioniert,
0:11:55–0:11:58
die neue Welle. Und Filme sind da rausgekommen.
Micz Flor
0:11:59–0:12:02
Ich wollte eine Sache noch, ich muss noch mal gucken, es gibt diesen großartigen
0:12:02–0:12:09
Podcast Five Hundred Songs, der sich so mit der Entstehung des Rock'n'Roll und des Rock,
0:12:11–0:12:20
Und da gibt es auch eine amerikanische Künstlerin, die sozusagen die erste Big in Japan war,
0:12:20–0:12:24
die in den 50er Jahren schon in Amerika eigentlich keine Platten mehr verkauft
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hat, aber in Japan wieder erwarten, ganz groß rauskam, wo dann die Lieder auch gecovert wurden.
0:12:29–0:12:32
Und vielleicht können wir die verlinken, weil da ist es auch ganz gut beschrieben
0:12:32–0:12:37
und auch so eben in Soundbarspielen, wie dann da Rock'n'Roll-Lieder teilweise
0:12:37–0:12:41
in Englisch und dann wieder eine Strophe Japanisch und so gesungen wurden.
0:12:41–0:12:44
Also das war, wie du geschrieben hast, diese Öffnung auch.
Florian Clauß
0:12:44–0:12:49
Ja, also es gibt auch da Filme, die ich habe mal vor ein paar Jahren auf der Berlinale,
0:12:50–0:12:54
ich weiß nicht mehr genau von welchem Regisseur das war, aber das war dann halt
0:12:54–0:12:58
auch so in den 50ern und es war ein Farbfilm, es hatte genau diese Ästhetik
0:12:58–0:13:02
von so Cinemascope-Filmen und die sind die ganze Zeit immer nur essen gegangen.
0:13:03–0:13:07
Also sieht man ja eh in asiatischen Filmen, aber es war so total europäisch
0:13:07–0:13:10
und amerikanisch geprägt. Die waren immer in so einem Dresscode,
0:13:10–0:13:11
Armkleidung und so weiter.
0:13:11–0:13:16
Also auch dieser Übertrag von westlichen Werten hatte dann auch zur Folge,
0:13:16–0:13:21
dass eine gewisse freiere Sexualität oder so eine Beziehung dazu sich entwickelt hat.
0:13:21–0:13:27
Und dass dann auch eben was in der japanischen Gesellschaft an tabuisierten
0:13:27–0:13:32
Themen da über so eine Form dann auch gelockert werden konnte.
0:13:32–0:13:37
Und die Regisseure der Nouvelle Vague, also der New Wave in Japan,
0:13:37–0:13:41
waren schon ein bisschen so an diesem Studiosystem wieder gebunden.
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Das heißt, die haben auch da entsprechend freiere Studios aufgebaut,
0:13:45–0:13:51
aber die waren jetzt nicht komplett auf der Straße, so wie in Frankreich teilweise.
0:13:51–0:13:56
Also Sexualität, verändernde Frauenrollen, Rassismus, das waren so die Themen,
0:13:56–0:13:59
die auch die Erzählstrukturen geprägt haben.
0:14:00–0:14:05
Genau, das war so der Punkt in Japan.
0:14:08–0:14:11
Also vielleicht noch mal so ein paar Filme aus der Zeit.
0:14:12–0:14:20
Das ist The Cruel Story of Youth von 1960 von Oshima. Kennt man, glaube ich, nicht.
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Also es geht um Jugendliche in der Nachkriegszeit, die so ein bisschen sozialkritisch
0:14:25–0:14:28
im Milieu und so weiter beschrieben werden. Ich bin hause quasi.
0:14:29–0:14:34
Sowas in der Art oder halt irgendwie so wie, ja, mir fallen die italienischen.
0:14:34–0:14:39
Aber es ist ja dann eher so Neorealismus. Tokio Drifter, den habe ich gesehen
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von 66, das ist von Seijun Suzuki,
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Onibaba ist von Shindo,
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ist so ein bisschen in diesem Horror und also es gibt auch eben so diese Tradition
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von japanischen Horrorfilmen, Haus ist auch nochmal so ein anderer,
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wo so Geistergeschichten sich mit Horrorelementen und so weiter verbinden.
0:15:06–0:15:08
Und ja, ich glaube, die anderen, die kennt man jetzt nicht so sehr.
0:15:09–0:15:13
Ja, zum Schluss noch mal kurz Korea. Korea hat nochmal eine Sonderposition,
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weil Korea war ja bis Anfang 80er mehr oder weniger eine Diktatur.
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Man hat sich dann erst geöffnet.
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Und war aber auch sehr schnell mit westlichen Einflüssen da.
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Also weil ja eh Südkorea dann eigentlich so eine amerikanisch gestützte Diktatur war gegen Nordkorea.
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Aber dann war die Verbindung schon da und das heißt auch, das war sehr offen westlich gegenüber.
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Und was da nochmal unterschiedlich war, dass die zum Beispiel,
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es gab jetzt nicht so eine freie Wirtschaftsfilmförderung,
0:15:47–0:15:51
sondern es wurde von der Wirtschaft, also es gab ganz viel, dass dann Samsung
0:15:51–0:15:56
oder so auch dann in die Filmförderung eingestiegen sind und da so diese Studios
0:15:56–0:15:58
damit aufgebaut haben und die Regisseure.
0:15:58–0:16:04
Ja, also das heißt, da war das auch schon wieder dann so in so einer Institution da mit drin.
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Ich meine, das kennt man ja ähnlich wie im Kunstmarkt. Dann ist es ja auch so,
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dass in Korea gibt es eigentlich keine so freien Künstler, sondern meistens
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werden die dann gesponsert von irgendwelchen Industrieunternehmen.
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Das hatte man ja auch in den 90ern. Das war ja eigentlich hier in Europa eher unüblich.
0:16:24–0:16:27
Aber wenn du ein Kurierer Künstler bist und keine Industrie,
0:16:27–0:16:31
eine große Company im Nacken hast, dann bist du erfolglos.
0:16:32–0:16:40
Und ja, also in Korea haben sich auch diese Blockbuster dann so eingeführt.
0:16:40–0:16:44
Auch dieses amerikanische Vorbild, dass man da wirklich so Straßenpfleger hatte,
0:16:44–0:16:47
die dann die ganzen Leute in die Kino gebracht hat und dass halt auch dieser
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Aufbau von Kinos, das die ganze Wirtschaft angetrieben hat und so weiter,
0:16:51–0:16:54
hatte schon auch einen wirtschaftlichen Faktor.
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Genau, also das wären jetzt mal so diese drei Länder, die ich jetzt so benannt haben wollte.
0:17:05–0:17:10
Und generell kann man sagen, dass sich dadurch neue Erzählstrukturen und so weiter eingeführt,
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dass sich auch so junge Regisseurinnen und Regisseure, wobei dann eher Regisseure,
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also männliche Filmemacher, dann aktiv waren und sich das in den verschiedenen
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Ländern unterschiedlich ausgeprägt hat,
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aber doch so eine Bewegung.
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Also man kann sagen, so alle 20 Jahre passiert dann halt sowas.
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Dann muss ich das Kino ein bisschen neuer finden.
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Jetzt wollte ich zu dem Seitengenre gehen. Vielleicht ist dir jetzt wieder eingefallen,
0:17:40–0:17:44
über welchen Film ich heute was erzählen möchte.
0:17:45–0:17:48
Immer noch nicht, Mitch. Du hättest die Möglichkeit gehabt.
Micz Flor
0:17:49–0:17:54
Wie lange? Also ich hätte jetzt diese halbe Stunde, hätte ich das mir erschließen können.
Florian Clauß
0:17:54–0:17:58
Ja, hättest du das einfach nachlesen können in unserem Signal-Chat.
Micz Flor
0:17:58–0:18:02
Nein, wir reden ja laufend. Wie soll ich ans Handy?
0:18:02–0:18:07
Ich meine, laufen beim Reden und laufend reden. Nee, reden beim Laufen.
Florian Clauß
0:18:07–0:18:13
Okay, dann taften wir uns mal an mein Thema heran. Und ich erzähl dir was, also ganz kurz.
Micz Flor
0:18:13–0:18:16
Ich muss jetzt den Film beraten. Bist du dir sicher, dass du den Film kennst?
0:18:16–0:18:19
Du hast mir das geschickt, das ist jetzt schon ein paar Wochen her. Ich hab's gelesen.
0:18:20–0:18:22
Ich hab jetzt nicht mal mehr in Erinnerung, ob ich es überhaupt kannte.
Florian Clauß
0:18:24–0:18:29
Den kennst du. Wenn du nicht sogar ein Tattoo von dem Film irgendwo auf deinem Körper hast.
Micz Flor
0:18:30–0:18:34
I'm totally tattoo-free. Tattoo und Patu.
Florian Clauß
0:18:35–0:18:38
Also dann nähern wir uns mal so schrittweise dem Film.
0:18:39–0:18:44
Ich möchte kurz, bevor wir da jetzt... Also in Japan gibt es ja nochmal diese
0:18:44–0:18:49
Besonderheit der Nähe zum Comic, also des Mangas.
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Und daraus hat sich ja auch das Anime als ein Genre herauskristallisiert.
0:18:57–0:19:02
Anders als in Amerika, wo das ja eigentlich erst,
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ja gut, es gibt natürlich die Familienfilme von Disney, die gibt es ja schon immer,
0:19:06–0:19:16
aber der Zeichentrickfilm ist in dem westlichen Kulturgebäude eigentlich immer
0:19:16–0:19:21
eher so in der Etage von den Kindern drin und hat sich jetzt so zum Familienfilm
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und durch Pixar und so weiter ein bisschen etabliert.
0:19:24–0:19:30
Aber in Japan war es schon immer so, dass Comic, also ganz früher auch...
Micz Flor
0:19:30–0:19:34
Wobei ich da ganz kurz, es gab von Disney einen, so einen Propagandafilm während
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des Zweiten Weltkrieges, wo irgendein, ich weiß gar nicht, ob es ein General
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war oder ein Berater des Militärs, der hatte diese Position,
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man müsse die Luftwaffe irgendwie ausbauen.
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Und Disney hat das auch gedacht und hat dann quasi das transportiert über einen Animationsfilm.
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Also ich glaube, der war featurelänger fast. Oder war ein richtig langer Film.
0:19:54–0:19:57
Mal gucken, ob der auf YouTube ist. Weil das fand ich ziemlich interessant,
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weil es wirklich so ist, dass man immer an so lustige Kurzfilme denkt.
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Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob das damals wirklich immer Kinderfilme
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waren. Gerade weil es ja auch aus dem Kino kommt.
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Und das war ja nicht immer, das war ja eher für Erwachsene anfangs, glaube ich.
Florian Clauß
0:20:14–0:20:19
Ja, es kann natürlich sein, dass sich da so in bestimmten Rändern und Botschaften,
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die sich dann halt auch den Zeichentrickfilm angenommen haben.
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Aber ich rede jetzt wirklich so vom Massenmarkt.
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Und der Massenmarkt war es halt nicht. Der ist jetzt erst so dann,
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und es war immer quasi dann so Familienfilm, also so, dass halt irgendwie die
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Eltern lachen können und auch die Kinder über bestimmte Witze,
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aber nicht immer über die gleichen.
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Während sich in Japan kulturell verankert, eben diese Zeichenkunst aus dem 17.
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Und 18. Jahrhundert dann stark auch an Erwachsene gerichtet hat und sich der
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Manga als Comic-Element und Anime als Bewegt-Film und auch speziell an Erwachsene gerichtet hat.
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In Japan auch den Ausdruck,
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von Ukiyo-e das ist tatsächlich auch ein Modell was man zum Rendern bei Midjourney
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nehmen kann also das ist so dieses typische,
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diese japanische Welle diese Figuren die dann halt auch wie Holzschnitte und Zeichnung,
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Tuschezeichnung und Ukiyo das setzt sich zusammen aus Ukiyo also Ukiyo und E
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Ukiyo heißt das irdische vergängliche,
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die irdische vergängliche Welt