"Oh, the sound is thin and the sound is cheap. Like a tin can falling on a dead-end street. Fender Stratocaster" Jonathan Richman 1989

Diese Folge ist anders als alles, was Flo erwartet hat. Micz trägt Liedtexte des Singer-Songwriters und Proto-Punkers Jonathan Richman vor, speziell "Fender, Fender, Fender" und "The Fender Stratocaster". Die wahrscheinlich bekannteste und beliebteste E-Gitarre ever, inzwischen über 70 Jahre alt (1954), beschreibt Richman passend: "Everythin’ your parents hated about rock ’n’ roll (...) Wangin’ and a twangin’, sounding so tough (...) And the kids in my corner, they can’t get enough. Fender Fender Fender". In dieser Episode reden wir darüber, wie Fender unter neuem Leadership ihre Community verstört, und über das vielleicht wichtigste "Gitarrenurteil" des Jahres. Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass die Korpusform der Fender Stratocaster als urheberrechtlich geschütztes Werk der angewandten Kunst gelten kann. Konkret ging es um einen chinesischen Hersteller, der Strat-Kopien über AliExpress in die EU verkauft hatte – der jedoch gar nicht vor Gericht erschienen ist. Das Urteil ist also ein "Versäumnisurteil", zu einer Verhandlung kam es nicht. Dabei kommen wir nicht umhin, einen Blick auf die Geschichte von Fender zu werfen. Legende Leo Fender verkaufte das Unternehmen bereits 1965. Heute gehört es mehrheitlich zur Servco-Gruppe, die während des Corona-Lockdowns massiv vom weltweiten Gitarrenboom profitierte. Wir diskutieren die Frage, ob die Branche die außergewöhnliche Nachfrage der Pandemie möglicherweise überschätzt hat und ob die aktuelle juristische Offensive auch vor dem Hintergrund eines schwächeren Marktes nach dem Boom betrachtet werden sollte (ausdrücklich eine Hypothese, keine belegte Tatsache). Fragt man die Kund:innen und die Gitarren-Community, dann gibt es zwar Verständnis dafür, gegen eindeutige Plagiate vorzugehen, aber auch viel Unmut über das rabiate Vorgehen mit Abmahnungen gegen kleine Hersteller:innen, Drohungen im sechsstelligen Euro-Bereich und Aufforderungen, Gitarren zu zerstören. Gehört die Stratocaster wirklich Fender allein – oder ist diese Gitarre nach 70 Jahren längst Gemeingut?

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:02–0:00:07
Die Vermutung ist eher, dass während des Lockdowns dann die relativ neue Firma,
0:00:07–0:00:13
die es 2020 übernommen hat, gesagt, ey, das läuft ja wie geschnitten Brot, kauft Lagerräume,
0:00:14–0:00:21
produziert Gitarren in Mexiko, in Indonesien und dann haben die die Lager vollgebaut,
0:00:21–0:00:24
vollgemacht und werden das Zeug jetzt nicht los.
0:00:31–0:00:34
Ja, du sagst an, oder?
Florian Clauß
0:00:34–0:00:39
Ja. Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast Episode 107.
0:00:40–0:00:41
Kann das sein? Das stimmt.
0:00:42–0:00:51
107, genau. Letzte Episode hat Mitch uns noch mal vertieft über Marc Solms und,
0:00:51–0:00:56
seine Gedanken zu Bewusstsein erläutert.
0:00:56–0:01:01
Und wir hatten auch schon einen kleinen Ausblick gehört, dass heute Marc Solms
0:01:01–0:01:02
und, ich habe den Namen vergessen.
Micz Flor
0:01:02–0:01:03
Carl Fristen.
Florian Clauß
0:01:03–0:01:05
Carl Fristen, genau.
Micz Flor
0:01:05–0:01:06
Fristen.
Florian Clauß
0:01:06–0:01:11
Fristen zusammen gedacht werden und ich guck mal, ich hätte so eine Tour geplant.
Micz Flor
0:01:11–0:01:13
Aber der Mariannenplatz ist doch direkt da vorne.
Florian Clauß
0:01:13–0:01:14
Wollen wir da hingehen?
Micz Flor
0:01:14–0:01:15
Ja, das habe ich gedacht, wir gehen da hin.
Florian Clauß
0:01:15–0:01:18
Ich dachte, wir stimmen jetzt nochmal Turnstein und Schärmen an, aber...
Micz Flor
0:01:18–0:01:20
Das können wir ja machen, aber du kannst nochmal sagen jetzt.
Florian Clauß
0:01:21–0:01:27
Wir beginnen unsere tour marianplatz aber lass mich doch das so ich finde das
0:01:27–0:01:29
völlig okay ich muss nicht,
0:01:35–0:01:35
ja mit,
0:01:38–0:01:44
ich meinte ja schon dass durch die letzten episoden wir haben das ja das Bewusstsein,
0:01:44–0:01:49
aus verschiedenen philosophischen und spirituellen.
Micz Flor
0:01:49–0:01:53
Da brechte ich ganz kurz, was unsere Hörer schon wissen. Du weißt es noch nicht,
0:01:53–0:01:57
aber die haben die Überschrift gelesen. Wir haben heute ein anderes Thema.
0:01:58–0:02:00
Und die Hörer wissen, was es ist, aber du weißt es noch nicht.
0:02:01–0:02:05
Und deshalb fange ich jetzt einfach mal an.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:08
Mein Freund Mensch fange ich jetzt einfach mal an.
0:02:09–0:02:12
Guck mal, da ist ein großes Loch, aber das siehst du noch nicht.
0:02:12–0:02:14
Das ist Speedart. Probier das mal aus.
Micz Flor
0:02:17–0:02:19
Ich fange einfach mal an, du musst dich da ein bisschen reinschauen,
0:02:19–0:02:21
aber ich glaube, als Thema wird es dich auch interessieren.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:27
Oh, du machst jetzt auch so einen Sprung ins Schwimmbecken mit kaltem Wasser.
Micz Flor
0:02:27–0:02:31
Mit kaltem Wasser, genau. Rein mit dir kennst du Jonathan Richman.
Florian Clauß
0:02:31–0:02:32
Nee.
Micz Flor
0:02:33–0:02:38
Das ist so ein, könnte man sagen, Singer-Songwriter, so Punk, Post-Punk.
0:02:38–0:02:45
Der hat immer so auch so niedliche Lieder gemacht wie I'm a little dinosaur.
Florian Clauß
0:02:45–0:02:46
Ja, das kenne ich.
Micz Flor
0:02:49–0:02:53
Er schaut sich solche Dinge an und beschreibt sie dann eigentlich.
0:02:53–0:02:55
Zum Beispiel auch Pablo Picasso.
0:02:56–0:02:59
Jetzt werden wir gerade von hinten angesprochen, den lassen wir mal vorbeigehen.
0:03:03–0:03:08
Dann sagt er zum Beispiel über Pablo Picasso Well, some people try to pick up
0:03:08–0:03:11
girls and get called assholes.
0:03:11–0:03:14
This never happened to Pablo Picasso.
0:03:14–0:03:19
He could walk down your street and girls could not resist his stare.
0:03:19–0:03:24
And so Pablo Picasso was never called an asshole. Das ist quasi sein Text.
0:03:24–0:03:28
Also du merkst, das ist so sehr deskriptiv, so sehr an der Oberfläche mit so
0:03:28–0:03:31
Twists und Gedanken. Also er ist schon spürbar, was er so denkt,
0:03:32–0:03:33
aber es ist immer so deskriptiv.
0:03:34–0:03:37
Oder I'm a little airplane, da wird es noch fast schon naive Kunst,
0:03:37–0:03:40
wenn er sagt Well, I'm a little airplane, nioh,
0:03:41–0:03:45
I'm a little airplane, nioh, nioh, I'm a little airplane, nioh Ich sing es jetzt
0:03:45–0:03:48
nicht, aber es sind immer so einfache Rock'n'Roll-Sachen,
0:03:50–0:03:55
Wangety-wang, wangety-wang, I'm a little airplane, nioh, I fly in the dark over
0:03:55–0:04:00
the baseball park I fly at night, I got a little red light, wangety-wang,
0:04:00–0:04:02
wangety-wang, I'm a little airplane, you know,
0:04:03–0:04:08
Ist auch da wieder so ein Airplane, Dinosaur, Pablo Picasso und jetzt kommen
0:04:08–0:04:11
wir, weshalb ich den nehme, in unser Thema hinein ganz langsam.
0:04:12–0:04:16
Soll ich dir vorhin sagen, dass es sich hier um eine Stromgitarren-Folge handelt?
Florian Clauß
0:04:17–0:04:18
Nein, wirklich?
Micz Flor
0:04:19–0:04:22
Ich konnte dem nicht widerstehen, das Wetter ist so Stromgitarik.
0:04:22–0:04:24
Auch wenn Chris nicht hier ist.
0:04:25–0:04:30
Aus dem Jahr 1989, John Anderson Richmond, Fender Stratocaster.
0:04:31–0:04:36
Aus aktuellem Anlass. Es wird nachher um Copyright gehen, um die Frage,
0:04:36–0:04:38
was ist Kunst, was ist Marke.
0:04:38–0:04:41
Und ich glaube, dass es dich auch als Thema interessieren wird.
Florian Clauß
0:04:41–0:04:46
Du unterbrichst unseren Bewusstseins-Stream und kommst jetzt so quergeschossen
0:04:46–0:04:48
mit einer Stromgitarren-Folge.
Micz Flor
0:04:48–0:04:52
Ja, aber das ist ja diese Marc-Solm-Sache. In dem Moment, wenn so quasi von
0:04:52–0:04:56
unten fast schon sowas wie die Blase oder der Hunger drückt.
Florian Clauß
0:04:57–0:04:59
Was machen wir jetzt mit Friston und Marc-Solm?
Micz Flor
0:04:59–0:05:00
Der kommt noch.
Florian Clauß
0:05:00–0:05:01
Der kommt nächste Folge.
Micz Flor
0:05:01–0:05:05
Aber auf jeden Fall. Jonathan Richmond, The Fan der Stratocaster.
0:05:05–0:05:08
Ich kann das jetzt auch nicht singen, weil er singt auch so ein bisschen,
0:05:08–0:05:11
wie ich das vorhin versucht habe. Aber ich lese es einfach mal sofort.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:15
Ja, aber ich kann nicht nur kurz eine Bebilderung machen von dem,
0:05:15–0:05:16
was ich jetzt gerade gehört habe.
0:05:16–0:05:23
Das klingt für mich wie so ein Indie-Strichzeichen-Comic. So einfachen Strichen
0:05:23–0:05:28
und so schlechten, also so ein bisschen wie Hab-mich-lieb-Charakter.
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Die sind dann so ganz einfach und ein bisschen schmutzig, aber irgendwie sehr, sehr klar in der...
0:05:36–0:05:37
In der Richtung, sag ich mal.
Micz Flor
0:05:37–0:05:41
Ja, Jonathan Richmond ist den meisten vielleicht noch bekannt aus dem,
0:05:42–0:05:47
wie heißt das nochmal, A Girl Called Mary oder sowas mit Cameron Diaz.
Florian Clauß
0:05:47–0:05:50
Ja, nee, aus den 90ern.
Micz Flor
0:05:50–0:05:51
Ja, ja, ja.
Florian Clauß
0:05:51–0:05:54
War das, na, das war nicht A Girl Called Mary.
Micz Flor
0:05:54–0:05:56
Something About Mary.
Florian Clauß
0:05:56–0:06:02
Nein, nein, nein, nein. Okay, gut. Nein, der hieß ja anders. und dann gibt es immer so,
0:06:04–0:06:08
Zwischenspiele, wo dann halt so eine Band dann halt so singt oder.
Micz Flor
0:06:08–0:06:09
So ein Typ mit der.
Florian Clauß
0:06:09–0:06:10
Gitarre im Baum sitzt genau.
Micz Flor
0:06:10–0:06:15
Genau, genau das ist Jonathan Richmond das ist quasi sein Claim to Fame für den größeres Publikum,
0:06:16–0:06:19
und ich bin jetzt auch kein Jonathan Richmond Experte aber er kommt halt schon
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aus so einer Punk Attitüde, weißt du aber eben nicht laut, sondern eher so Folk
0:06:24–0:06:28
Punk vielleicht, keine Ahnung steht da mit seiner Wandergitarre da und singt,
0:06:30–0:06:33
Und das Schöne bei ihm ist, dass er wirklich,
0:06:33–0:06:38
also er wirkt so völlig unberührt von der Tatsache, dass er auf einer Bühne
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ist, aber gleichzeitig ist es schon irgendwie klar und spürbar,
0:06:40–0:06:41
dass er ein Künstler ist.
0:06:41–0:06:45
Aber wie du sagst, das sind so Strichzeichnungen, das ist wirklich so.
0:06:45–0:06:47
Und er sagt über die Fender Stratocaster, sagt er.
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Born in the 50s, looking so bold, Fender Strattocaster.
0:06:54–0:06:57
Everything your parents hated about Rock'n'Roll, the Fender,
0:06:57–0:07:00
Fender, Fender. Ich singe jetzt doch ein bisschen.
0:07:00–0:07:05
Wanging and twanging, sounding so tough, Fender Strattocaster.
0:07:05–0:07:09
And the kids in my corner, they can't get enough, Fender, Fender, Fender.
0:07:10–0:07:13
Und dann singt er so weiter. Und da unten noch so ein bisschen Like,
0:07:13–0:07:15
also diese Beschreibung. Er versucht ja so Analogien zu finden,
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wofür die Fender Strattocaster steht.
0:07:18–0:07:23
Like gasoline in the sand Fender Stratocaster Like a motorcycle at the hot dog
0:07:23–0:07:27
stand Fender Fender Fender Oh and the sound so,
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thin It's barely there Like a bitchy girl who just don't care Fender Stratocaster,
0:07:34–0:07:38
Well that's something about that sound Like woo woo Ginsburg At the jukebox
0:07:38–0:07:41
joint You hear the sound and you get the point,
0:07:42–0:07:46
Wow Also irgendwie Das ist eine Hymne Ja es ist ein Monolith für diese Gitarre
0:07:46–0:07:49
Und natürlich, wenn er das singt, ja, und er merkt halt einfach,
0:07:49–0:07:51
die Gitarre ist so da und die Fender Stratocaster,
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ich weiß gar nicht, 54 oder 55 wurde die entwickelt von Leo Fender.
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Es gibt zum Beispiel diesen tollen Podcast 500 Songs von Andrew Hickey.
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Und in diesem Podcast Five Funnels Songs, da gibt es auch eine Folge,
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die beschreibt, wie auch in den 50er Jahren jemand von einer damals berühmten
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britischen Band darauf wartet, dass endlich die Fender Stratocaster,
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über den großen Teich, wie wir in Deutschland sagen, kommt.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Ja, willst du nochmal für unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht sagen,
0:08:26–0:08:30
Stromgitarre, Fender, Stratocaster, also ein kurzes Recap machen?
Micz Flor
0:08:31–0:08:35
Ich bin ja gerade mitten da drin, oder? Was es ist, soll ich die Gitarren nochmal erklären?
Florian Clauß
0:08:35–0:08:40
Ja, nochmal kurz erklären, weil manche konnten das vergessen haben oder auch nicht wissen.
Micz Flor
0:08:41–0:08:46
Also die Fender Stratocaster kam damals aus Amerika, entwickelt von Leo Fender.
0:08:47–0:08:51
Und es gab schon E-Gitarren vorher, aber so the cool kid on the block in der
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Zeit 50er Jahre war dann auf einmal Leo Fender. Vor allen Dingen auch deshalb,
0:08:56–0:09:01
weil der hat Gitarren hergestellt, wo die Hälse an den Körper angeschraubt wurden mit vier Schrauben.
0:09:02–0:09:07
Oder später mal drei, dann wieder vier und bei anderen ja heutzutage fünf, das ist nicht unüblich.
0:09:08–0:09:12
Und die war relativ straight, also einfach so ein Brett und ein Hals.
0:09:12–0:09:15
Dann konntest du zusammenschrauben und dann gab es halt so andere Firmen,
0:09:15–0:09:18
wie zum Beispiel die Gibson, die hatten ein Modell Les Paul.
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Les Paul war auch ein Musiker, nachdem war das genannt. Heute kennen mehr Leute
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das Gibson Les Paul Modell, den Musiker kennen die Leute nicht mehr so.
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Verlinke ich einmal in die Shownotes vielleicht.
0:09:30–0:09:34
Und die zum Beispiel wäre so gebaut, dass der Hals eingeleimt war.
0:09:35–0:09:40
Und oben der Kopf, wo die Seiten aufgezogen werden und gestimmt wird,
0:09:40–0:09:44
der war so schräg und die war so ein bisschen fragil. Es gibt immer wieder mal
0:09:44–0:09:46
so, dass der Kopf abbricht, weil die umfällt.
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Das heißt, dann musstest du irgendwie alles in Anführungszeichen wegschmeißen
0:09:50–0:09:52
oder leimen lassen. Das kriegst du nicht mehr so richtig hin.
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Und die Fender konntest du einfach mit einem Schraubenzieher vier Schrauben
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öffnen, einen neuen Hals dann machen, zuschrauben, fertig.
0:10:00–0:10:02
Und vom Sound her?
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Der Sound der Zeit war anfangs erst mal der Single Coil Sound,
0:10:09–0:10:10
wer möchte kann dann irgendwie...
Florian Clauß
0:10:10–0:10:14
Auch hier unten rechts seht ihr die verlängten Episoden.
Micz Flor
0:10:14–0:10:16
Da haben wir ganz viel gemacht.
Florian Clauß
0:10:16–0:10:20
Das Single Coil, Humbucking-Effekt und so weiter. Abonniert unseren Kanal auf YouTube.
Micz Flor
0:10:24–0:10:28
Ursprünglich gab es die Esquire, das war eine der ganz frühen Telecaster-Modelle,
0:10:29–0:10:32
die hatte nur ein Pickup drin und dann gaben die Telecaster,
0:10:32–0:10:34
die hat der zweite, das ist jetzt ein bisschen vereinfacht gesagt,
0:10:34–0:10:40
weil Namen dann sich irgendwie immer wieder auch nicht nach den Pickups richteten,
0:10:40–0:10:43
aber es gab dann die Telecaster und dann später auch die Stratocaster.
0:10:44–0:10:49
Und die Stratocaster hat da so ein paar besondere Twists.
0:10:50–0:10:53
Eine Sache, die sie hat zum Beispiel, ist sie hat drei Single-Coil-Tonabnehmer.
Florian Clauß
0:10:54–0:10:57
Warum heißt es Single-Coil, wenn drei das?
Micz Flor
0:10:58–0:10:58
Genau.
Florian Clauß
0:10:59–0:11:00
Drei-Coil.
Micz Flor
0:11:00–0:11:06
Ja, Single-Coil, das stimmt. Also du konntest jeden Einzelnen ansteuern,
0:11:06–0:11:09
weil der Sound von der...
0:11:10–0:11:12
Also es ist interessant, weil wir machen jetzt so eine Basics-Folge draus.
0:11:12–0:11:16
Das ist eigentlich eher so, ich dachte, du bist ja schon ein bisschen weich. Ich bin aber ganz vorne.
0:11:18–0:11:22
Ich sage jetzt, ich mache es mal so, ich sage mal eher, warum die Pinderstrette-Kaste
0:11:22–0:11:25
besonders ist und ich nehme eine Folge mit dir.
Florian Clauß
0:11:25–0:11:28
Ich meine, das ist vier Jahre her, dass du mir darüber was erzählst.
Micz Flor
0:11:28–0:11:29
Dass du mir nicht zugehört hast.
Florian Clauß
0:11:30–0:11:37
Nein, dass du mir darüber... Das ist halt auch alles so gleich abzurufen. Kostet Energie.
Micz Flor
0:11:37–0:11:38
Kostet Energie.
Florian Clauß
0:11:38–0:11:39
Weißt du, weil Max war es.
Micz Flor
0:11:39–0:11:46
Was wir wissen müssen ist, es ist eine neue Gitarre, eine neue Erfindung,
0:11:46–0:11:49
hat so ein paar extra Tweaks drin.
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Ganz praktisch, man kann den Hals abschrauben. Sie hat auch so einen Hebel unten
0:11:55–0:11:58
dran, also ein Tremolo, was immer auch Vibrato genannt wird,
0:11:58–0:12:01
wo man so draufdrücken kann und gehen die Seiten runter in der Stimme.
Florian Clauß
0:12:03–0:12:05
Das habe ich mir gemerkt.
Micz Flor
0:12:06–0:12:10
Und dann gibt es diesen, ich glaube sogar am Anfang war es ein Three-Way-Switch,
0:12:10–0:12:15
wo man die Single-Cost einzeln einstellen konnte, den ganz hinten.
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Da, wo die, also ganz am Ende der Saiten, der klang so am schärfsten,
0:12:21–0:12:24
weil die Saiten da relativ wenig schwingt. Also es ist nicht viel Dynamik,
0:12:24–0:12:27
da ist eher so ein An-Off-Gefühl, das ist so ein sehr beißender Sound.
0:12:28–0:12:33
Und dann vorne am Hals, das ist dann der dritte, da ist eher so ein offener, blusiger Sound.
0:12:34–0:12:39
Und dann gab es noch diesen Middle-Pick-Up, der, ja, klingt in der Tat so ein
0:12:39–0:12:40
bisschen wie dazwischen.
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Also der hat so einen guten Punch, aber ist jetzt nicht so super hart.
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Und dann war interessanterweise so eine Weiterentwicklung von Fender,
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ja, Listen to the Customer, da hat das viele,
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GitarristInnen dann gemerkt haben, wenn man diesen Drei-Positions-Schalter so
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in die Mitte stellt, dann gibt es so einen Punkt, wo dann zwei Tonabnehmer gleichzeitig an sind.
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Und das hat nochmal so einen besonderen Sound gegeben.
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Und das haben viele dann so eingesetzt, um halt die Bandbreite,
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das haben sie noch ein bisschen zu erweitern. Und das wurde dann auch von Fender
0:13:13–0:13:15
übernommen, das haben die dann damit reingebaut.
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Und haben dann auch noch angefangen.
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Diese Wicklung der Tonabnehmer so zu gestalten, dass du diesen Middle Positions,
0:13:26–0:13:30
also wenn du den ganz hinten und Mitte hast oder ganz vorne und Mitte gleichzeitig
0:13:30–0:13:33
ein hast, dass du da diesen Humbucking-Effekt bekommst.
0:13:33–0:13:36
Also dass die nicht so brummen, wenn du auf der Bühne stehst.
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Das hatte der Defender dann auch noch mit hinein entwickelt.
Florian Clauß
0:13:40–0:13:44
Ganz kurz zur Verortung. Wir gehen jetzt in die Adelbertstraße.
0:13:44–0:13:50
Da hinten ist ein ganz leckeres Restaurant, also die haben auch eine Abendkarte,
0:13:50–0:13:51
kann ich sehr empfehlen.
Micz Flor
0:13:52–0:13:55
Aber wir werden nicht bezahlt, dass die Leute denken, wir fangen jetzt langsam
0:13:55–0:13:57
an hier Werbung einzuschleifen.
Florian Clauß
0:13:58–0:14:00
Aber die haben ein super geiles Humus.
Micz Flor
0:14:01–0:14:02
Ja, die haben leckere Sachen.
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Und ich finde es auch ganz schön gestaltet, weil das ist so ein Raum,
0:14:08–0:14:10
wo man auf den ersten Blick denkt, da kriegst du keine Gemütlichkeit hin.
0:14:10–0:14:14
Das haben sie auch nicht wirklich gemütlich gemacht, aber es bleibt irgendwie
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funktional, aber es ist sehr angemündigt.
Florian Clauß
0:14:16–0:14:20
Die haben das gelöst mit diesem Schaumstoff in der Decke und dann,
0:14:20–0:14:23
weil das auch ein sehr großer Raum ist, du hast nicht das Hallige.
0:14:23–0:14:27
Das haben die ganz gut da rausgenommen, dass man sich dann halt auch irgendwie
0:14:27–0:14:32
so an Tischen noch ordentlich unterhalten kann. Und die haben so eine Kompostiermaschine.
Micz Flor
0:14:32–0:14:34
Ja, die habe ich auch schon gesehen.
Florian Clauß
0:14:34–0:14:34
Bertha.
Micz Flor
0:14:35–0:14:42
Ja, stimmt. Dicke Bertha. Ein bisschen martialische Analogie, aber lustig.
Florian Clauß
0:14:42–0:14:47
Guck mal, hier sind die Zeichen neu gemalt. Das müssen wir auch dokumentieren. So, jetzt weiter.
Micz Flor
0:14:48–0:14:52
Ja, weiter im Text. Also jetzt wissen wir ein bisschen.
Florian Clauß
0:14:52–0:14:55
Wie diese... Danke, Mitch, für die Erinnerung. Wir streifen jetzt wirklich vier
0:14:55–0:14:57
Jahre Stromgitarrenfolge.
Micz Flor
0:14:57–0:15:04
Ja, du bist auch gleich drin und erzählst uns, wie man Restaurants mit Decken
0:15:04–0:15:07
abhängt. Also dieses Soundthema greifst du gleich auf.
Florian Clauß
0:15:07–0:15:12
Ja, stimmt, das ist mir gar nicht aufgefallen. Aber danke, dass du mich so als Kooperativ warst.
0:15:12–0:15:16
Und nicht wieder wegläufst und mit dir alleine redest.
Micz Flor
0:15:16–0:15:19
Was auch schon für die, die es nicht wissen. das auch mal passiert,
0:15:20–0:15:23
weil wir mussten fertig werden und Flo hat gesucht, wo der Weg lang ist und
0:15:23–0:15:25
ich habe einfach einen Monolog gehalten.
0:15:27–0:15:31
Jetzt, wo ihr es wisst, könnt ihr mal, schreibt uns mal, wenn ihr rausfindet, wo das wohl war.
Florian Clauß
0:15:32–0:15:34
Ja, in Lichtenberg.
Micz Flor
0:15:36–0:15:40
Und diese Fender, wie gesagt, die war sehr, sehr beliebt. Buddy Holly ist zum
0:15:40–0:15:42
Beispiel jemand, der die gespielt hat.
0:15:42–0:15:45
Der ist fast ikonisch auch mit dieser Gitarre verbunden.
0:15:46–0:15:49
Und in England, wie ich vorhin schon angedeutet habe, ich glaube,
0:15:49–0:15:52
es waren die Yardbirds, aber ich glaube nicht.
0:15:52–0:15:55
Ich weiß es nicht mehr. Aber irgendein Gitarrist hat dann so drauf gewartet.
0:15:56–0:16:00
Und dann hat man in England darauf gewartet, dass die erste Fender Stratocaster,
0:16:01–0:16:02
die Musikszene aufmischt.
0:16:03–0:16:09
Leute wie Eric Clapton haben dann auch aus Amerika sich Fender Stratocasters mitgebracht.
0:16:10–0:16:12
Und das finde ich auch irgendwie interessant, so in diesem Zeitgefühl,
0:16:12–0:16:18
dass dann so eine Gitarre aus den 50ern, späten 50ern, die wurde dann Anfang
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der 60er schon als früher so umgebaut, zusammengebaut.
0:16:23–0:16:26
Und das war halt nicht mal so zehn Jahre her, so wie wenn ich jetzt eine Gitarre
0:16:26–0:16:27
von vor zehn Jahren kaufen würde.
0:16:28–0:16:32
Da würde ich nie das Gefühl haben, das ist schon eine alte. Aber wenn man von heute in diese,
0:16:32–0:16:35
Zeit reinguckt, dann ist eben die ganz frühe Entwicklung von diesen Gitarren,
0:16:35–0:16:40
die haben noch andere Pickups, die sind anders gewickelt, manchmal stärker gewickelt
0:16:40–0:16:43
und dann wurde auch immer wieder so ein bisschen angepasst.
Florian Clauß
0:16:43–0:16:45
Ja, das ist ja interessant, weil das wirklich so, glaube ich,
0:16:45–0:16:50
bei allgemeinen Technologieentwicklungen, wenn dann eine neue Technologie,
0:16:50–0:16:54
dann gibt es halt ganz viele kleine Start-ups, die dann halt irgendwie so versuchen,
0:16:54–0:16:57
dann die Idee zu entwickeln und zu diesem Global Player zu werden.
0:16:58–0:17:01
Und das filtert sich ja dann erst nach fünf bis zehn Jahren.
0:17:01–0:17:02
Dann bleiben halt die Einzigen übrig.
0:17:03–0:17:06
Und dann kommen wahrscheinlich noch mal so irgendwelche spezielleren Sachen,
0:17:06–0:17:10
die dann halt damals entwickelt wurden. Wie jetzt zum Beispiel Dreamcast dann.
0:17:11–0:17:15
In der Spielkonsole. Die hatten ja nur eine Spielkonsole.
0:17:15–0:17:18
Und sind ja nie irgendwo. Dann haben die den Markt aufgemischt.
0:17:18–0:17:20
Aber gleichzeitig kriegt das wieder so ein Kultobjekt.
Micz Flor
0:17:20–0:17:27
Ja. Die Fender Stratocaster. wie viele dinge aus der zeit wurden die halt einfach
0:17:27–0:17:30
verkauft und diese idee von markenrecht schützen und,
0:17:31–0:17:36
und design schützen und so dass das wurde nicht so ernst genommen.
Florian Clauß
0:17:36–0:17:42
Ja und das ist eines meiner lieblings wir,
0:17:43–0:17:47
gucken jetzt wirklich in die flucht zum koti auf der adelwald straße ich habe
0:17:47–0:17:51
gerade ein foto gemacht und an diesem haus das dann halt dieses diesen kott
0:17:51–0:17:57
das Conti umrahmt, steht er nur mit nervösen Buchstaben in der Uhr. A, B, H, S.
Micz Flor
0:17:57–0:18:00
Ja, das ist aber schon ewig.
Florian Clauß
0:18:00–0:18:05
Das ist, glaube ich, eines der heiligen Graffitis, die niemals übermalt werden,
0:18:05–0:18:07
weil alle das total respektieren.
Micz Flor
0:18:07–0:18:11
Ja, und jetzt keiner mehr aufs Dach kommt, als die Türen ausgetaucht wurden.
0:18:12–0:18:15
Warum spreche ich jetzt gerade über Fender?
0:18:15–0:18:20
Weil Fender hat vor, wenn ihr das hört, wahrscheinlich zwei,
0:18:20–0:18:28
drei Monaten, ein Gerichtsverfahren in Düsseldorf, Deutschland gegen eine chinesische Firma geschlossen.
0:18:30–0:18:32
Gewonnen, in Anführungszeichen.
Florian Clauß
0:18:32–0:18:36
Aber das ist nicht dieser Kraftwerkstreit, der war da auch neulich so,
0:18:36–0:18:38
wo die dann angeblich eine Einigung hatten.
0:18:38–0:18:41
Oder so einen, so einen, weiß ich nicht, so einen,
0:18:43–0:18:47
Ballermann-DJ, ist ein bisschen abwertend, aber der hat auch ein Sample von
0:18:47–0:18:51
Kraftwerk genommen. Dieser Gerichtsstreit über Copyright ist auch jetzt irgendwie 20 Jahre alt.
0:18:52–0:18:56
Man dachte, man hätte jetzt eine Einigung, aber es ist wieder gekippt worden.
0:18:56–0:18:59
Also weil du gerade Copyright gesagt hast. Aber erzähl weiter.
Micz Flor
0:19:02–0:19:07
Die hatten ein Gerichtsverfahren, haben geklagt gegen chinesische Firma,
0:19:07–0:19:10
die Kopien dieser Gitarre herstellt.
0:19:10–0:19:14
Und soweit ich weiß, ich habe das Original jetzt nicht gelesen,
0:19:14–0:19:18
soweit ich weiß, war das ein Hersteller, der wirklich eben auch das Logo oben
0:19:18–0:19:22
auf dem Kopf mit kopiert hat. Der wirklich quasi One-to-One-Copies,
0:19:22–0:19:25
also Fakes sozusagen hergestellt hat.
0:19:25–0:19:29
Und diese chinesische Firma ist aber zum Gerichtstermin nicht erschienen und
0:19:29–0:19:30
hat sich auch nicht verteidigt.
0:19:31–0:19:35
Und was ich auch nicht wusste, vielleicht wusstest du das, wenn man nicht erscheint,
0:19:36–0:19:39
dann kann das Gericht ein Versäumnisurteil erlassen. Das heißt,
0:19:39–0:19:43
in dem Fall heißt es, Fender hat in allen Punkten wohl Recht bekommen.
0:19:44–0:19:46
Obwohl einfach nur die Gegenpartei nicht erschienen ist.
Florian Clauß
0:19:47–0:19:50
Das ist interessant, weil du das jetzt gerade ansprichst mit Fender,
0:19:50–0:19:53
weil ich habe mich gefragt, ob Fender eine deutsche Firma ist,
0:19:53–0:19:57
Weil das irgendwie, warum wird das jetzt in Düsseldorf ausgefochten, aber,
0:19:58–0:20:01
wenn da ist eine amerikanische Firma, davon können wir glaube ich ausgehen aufgrund
0:20:01–0:20:05
der Historie von der Gitarren, die sie da mitbringt.
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Aber in Deutschland, in Düsseldorf ist nämlich...
0:20:11–0:20:16
Das renommierteste Gericht für Patent- und Markenrechtsstreitigkeiten.
0:20:17–0:20:20
Und deswegen werden da viele Prozesse, solche Prozesse geführt.
Micz Flor
0:20:20–0:20:21
Ah, okay, das wusste ich auch nicht.
Florian Clauß
0:20:21–0:20:28
Ja, das ist mir neulich auch begegnet in anderen Konstellationen, aber ja.
Micz Flor
0:20:29–0:20:35
Also der Hintergrund ist der, dass die einmal in Amerika bei dem Versuch,
0:20:35–0:20:41
Defender Stratocaster, die Körperform, die Korpusform für sich zu sichern und
0:20:41–0:20:44
dass sie die sozusagen lizenzieren könnten.
0:20:45–0:20:50
Da wurde geurteilt, dass das jetzt so viele Jahrzehnte her ist,
0:20:51–0:20:52
das war glaube ich Anfang der Nullerjahre,
0:20:53–0:20:58
dass einfach, wenn jemand sagt E-Gitarre, dann wird die gemalt.
0:20:58–0:21:02
Die ist quasi sozusagen auf einer, in Anführungszeichen, symbolischen Ebene,
0:21:02–0:21:05
sowas wie Public Domain. das ist einfach das Bild einer Gitarre,
0:21:05–0:21:07
die können das jetzt nicht mehr nach Jahrzehnten machen.
0:21:08–0:21:11
Und es ist auch wirklich so, dass es ein unfassbar großer Markt ist,
0:21:12–0:21:14
Stratocaster-Kopien herzustellen.
0:21:15–0:21:19
Du kennst ja vielleicht mal ein Projekt noch Kuckuckaster, wo ich so ganz viele
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Anleitungen, die ich jetzt auch aufgrund des Anlasses nochmal so ein paar rausposte,
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weil ich es so lustig finde.
0:21:25–0:21:28
Mein eigenes Projekt finde ich lustig, ja so ist es. Es ist lustig,
0:21:28–0:21:30
schaut es euch an auf Instagram.
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Weil Kuckuckassa ist halt, okay, schneide einfach, weil ich fand die Stratokasse
0:21:35–0:21:38
immer hessig, schneide einfach Sachen weg und dann kommt innen drin was Schönes zum Fortschreiben.
0:21:39–0:21:44
Und jetzt ist es absurde, dass Fender angefangen hat, nach diesem gewonnenen
0:21:44–0:21:49
Urteil in Düsseldorf, so Seas and Desist, also so Abmahnungen an alle möglichen
0:21:49–0:21:50
kleinen Gitarrenhersteller zu schicken.
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Und inzwischen auch in Amerika und inzwischen auch großen Konkurrenten,
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Konkurrentinnen, muss man das bei Firmen sagen, weiß ich nicht.
0:22:00–0:22:06
Weil die denken, jetzt haben wir dieses Urteil und ich habe auf Instagram auch
0:22:06–0:22:10
mal einen deutschen Gitarrenbauer dann gesagt, okay, hier ist es und hältst
0:22:10–0:22:12
du in die Kamera, Fender hat mir geschrieben,
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500.000 Euro Strafandrohung, wenn ich nicht sofort aufhöre, diese Gitarren herzustellen.
0:22:23–0:22:26
Wenn ich nicht alle Gitarren, die ich noch in Stock habe, vernichte.
0:22:27–0:22:31
Und sie wünschen sich, dass ich auch die Liste der Kunden rausgebe,
0:22:32–0:22:37
damit die ihre Gitarren von mir gekauft auch zurückgeben müssten.
0:22:37–0:22:40
Das ist total over the top.
0:22:41–0:22:45
Und der rechtliche Hintergrund ist auch, es wird sehr spekuliert,
0:22:45–0:22:49
ob ein Säumnisurteil, was nur, weil die Gegenseite nicht da kam,
0:22:49–0:22:50
dass das wirklich so eine Macht hat.
0:22:50–0:22:57
Aber natürlich, wenn du Fender gegen dich hast und die dann so auf dich drauf
0:22:57–0:23:01
crunchen, da möchtest du ja, du kriegst dann wahrscheinlich gleich erstmal eine
0:23:01–0:23:04
Rechnung über 2000 Euro für die Rechtsansatzkosten.
0:23:04–0:23:06
Das heißt, du bist dann sofort mit dem Rücken zur Wand.
0:23:10–0:23:15
Und es ist interessant, es ist jetzt aber gerade relativ frisch.
0:23:15–0:23:17
Also wenn man es hört, ist es wahrscheinlich auch schon durch.
0:23:17–0:23:19
Vielleicht kann ich es dann auch noch unten verlinken.
0:23:20–0:23:27
Aber es gibt PRS, das ist auch einer der großen Big Player aus Amerika im E-Gitarrenmarkt.
0:23:27–0:23:34
Die haben eine Stratocaster Body Copy, der Kopf ist unterschiedlich,
0:23:34–0:23:39
aber die ist qualitativ so hochwertig und zuverlässig, weil bei Fender hört
0:23:39–0:23:40
man immer wieder auch mal,
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dass dann die Gitarren, die da ankommen, manchmal auch einfach so nicht gut eingestellt sind.
0:23:46–0:23:50
Oder dann ist so eine typische Sache, so eine Montagsgitarre,
0:23:50–0:23:52
die läuft dann nicht so gut, die im Donnerstag sind die Besten so.
0:23:53–0:23:58
Und bei PRS ist halt wohl immer Top Standard, Top Innovation, perfekter Sound.
0:23:58–0:24:03
Und die ist gerade die beliebteste Stratocaster, weil Musikern,
0:24:03–0:24:06
die sich Dinge über 2000 Euro leisten können.
0:24:07–0:24:11
Und Fender versucht jetzt das irgendwie wieder zurückzuholen.
Florian Clauß
0:24:11–0:24:15
Dieses Top-Level, das rechts unten Modell, wie man so sagt. Aber das macht ja
0:24:15–0:24:16
die Firma nicht sehr sympathisch.
Micz Flor
0:24:16–0:24:20
Das ist dieses super Backlash, was gerade rum geht. Also wenn ich mal so eine
0:24:20–0:24:23
Skizze mache, was ich heute vorstellen wollte, ist genau das.
0:24:23–0:24:25
Das eine ist halt diese Fender Stratocaster Innovation.
0:24:26–0:24:30
Dann hatten die und das ist finde ich auch interessant hatten die einfach ein
0:24:30–0:24:34
geiles produkt der body war nicht geschützt über jahrzehnte wird es halt einfach
0:24:34–0:24:37
populär alle wollen sowas haben du kannst sie dann,
0:24:38–0:24:45
billig anbieter so ab 49 euro auch kaufen und jahrzehnte später kommen die um
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die ecke sagen und jetzt wollen wir es zurück haben.
Florian Clauß
0:24:48–0:24:54
Die ja in investorengruppe die da gerade investiert hat und hat geguckt wo kriegen wir jetzt das geld.
Micz Flor
0:24:55–0:24:58
Es ist wirklich so, wie du sagst, es sind Investoren jetzt drin.
0:24:58–0:25:03
Also zehn Jahre lang oder über zehn Jahre hat Leo Fender die Firma selbst geführt
0:25:03–0:25:10
und dann, so hatte ich es im Artikel gelesen, hatte er von einem Arzt so gesagt bekommen,
0:25:12–0:25:17
dass er tödlich erkrankt sei und hat dann die Firma verkauft an CBS.
0:25:17–0:25:21
Und CBS hat 13 Millionen US-Dollar dafür gezahlt und er war raus.
Florian Clauß
0:25:21–0:25:23
Das ist ja eigentlich nicht vielen, oder?
Micz Flor
0:25:24–0:25:28
Ja, ich weiß nicht, man muss doch immer so Investitionen sporadieren und E-Gitarren
0:25:28–0:25:29
mag, das ist irgendwie schwer.
Florian Clauß
0:25:29–0:25:36
Aber man ist irgendwie so diese Milliarden Übernahmen von irgendwelchen Softwareunternehmen
0:25:36–0:25:39
gewohnt und dann denkst du, die machen Hardware, das ist überall in der Welt.
Micz Flor
0:25:39–0:25:41
13 Millionen kriegen wir so.
Florian Clauß
0:25:41–0:25:45
Als ob die einen Druckschalter erfunden haben. Das ist halt gerade mal so am
0:25:45–0:25:46
Wannsee eine Villa oder so was.
Micz Flor
0:25:46–0:25:48
Ja, genau, das stimmt.
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20 Jahre lang hatte CBS das und die hatten dann versucht, das irgendwie zu zeigen.
0:25:52–0:25:53
Aber das war so ein bisschen wie Apple.
Florian Clauß
0:25:53–0:25:55
Okay, das war vor 20 Jahren.
Micz Flor
0:25:55–0:26:02
20 Jahren, 65, von 65 bis 85 hatten die das. Und das war so ein bisschen dieser Effekt, so wie...
Florian Clauß
0:26:02–0:26:05
Inflationsbereinigt ist ja dann total viel, 13 Millionen. Ich dachte,
0:26:05–0:26:06
das ist dann jetzt gewesen.
Micz Flor
0:26:08–0:26:12
Und so ein bisschen wie, du erinnerst dich an Apple, als Steve Jobs wegging.
0:26:13–0:26:16
Das ist genau das Gleiche, was da auch passiert ist. Also diese Gitarren aus
0:26:16–0:26:19
der Zeit, da wurden dann teilweise so Dinge rumgebaut, wo dann
0:26:19–0:26:22
ein Gitarrenkopf für eine zwölfseitige Gitarre, der so lang ist,
0:26:22–0:26:26
der wurde dann halt mit einem Body geschraubt, dann haben sie ein bisschen rumgespielt
0:26:26–0:26:29
und dann wollten sie auch Hamburger Pickups machen, aber die liefen nicht.
0:26:29–0:26:34
Also es war so eine Zeit, wo dann teilweise auch die Qualität nicht so gut war,
0:26:34–0:26:38
die Ideen nicht so gut waren, aber natürlich auch trotzdem einige dieser
0:26:38–0:26:41
Sachen, von denen dann wirklich nur 200 Stück gebaut wurden,
0:26:41–0:26:44
heute sehr viel wert sind, einfach weil es so Unikate sind.
Florian Clauß
0:26:45–0:26:47
Wenn man mit Apple vergleicht, das war ja die Zeit, wo dann halt auch Apple
0:26:47–0:26:52
dann quasi die Hardware rausgegeben hat. Und dann konnte UMAX oder so auf einmal
0:26:52–0:26:56
Apple dann Rechner herstellen, die viel günstiger waren.
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Ich weiß nicht, ob das noch erinnert ist. Aber das war dann halt so,
0:27:00–0:27:03
da hat sich jeder diesen UMAX, oder ich glaube, die hieß den UMAX,
0:27:03–0:27:07
hat sich das dann halt geholt, weil der dann halt irgendwie besser von der Hardware war.
0:27:08–0:27:11
Aber die Mac-Software lief drauf, das Betriebssystem.
0:27:12–0:27:16
Aber es sah halt ganz schlimm aus. Es ging gar nicht.
Micz Flor
0:27:16–0:27:17
Es gab sogar mal.
Florian Clauß
0:27:17–0:27:19
Und dann hat man halt dieses,
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OSX, das 10er-System dann.
Micz Flor
0:27:24–0:27:29
Ja, ich glaube, es gab sogar mal einen Acer-Laptop oder so, wo man OSX draufsteht.
Florian Clauß
0:27:29–0:27:35
Ja, ich meine, gut, diese, nee, wir wollen jetzt nicht in eine Wecklohn-Geschichte einsteigen.
Micz Flor
0:27:36–0:27:39
Aber wir haben ähnlichen Effekten. Und dann gab es von Bill Schulz,
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der früher bei Fender gearbeitet hat, 1985 den Buyout. Der hat sich quasi das
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Produkt wieder zurückgeholt.
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Aber seit 2020 ist eine neue Firma, die heißt Surfco.
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Surfcore gehört jetzt Fender und das ist wohl ein hawaiianischer Familienkonzern,
0:27:58–0:28:01
keine Ahnung, wie das irgendwie dazu gekommen ist.
0:28:02–0:28:05
Aber das ist quasi der eine Teil, du hast so Innovationen am Anfang,
0:28:06–0:28:11
dann einfach gute Produkte herstellen, Produkte verkaufen, diese Idee von Copyright, also so.
0:28:13–0:28:16
Virtueller Besitz, also wie Marktgerecht, so ist nicht so ein Thema.
0:28:16–0:28:17
Die Marke wird dann verkauft.
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Fender war dann übrigens nicht todkrank, hat die Firma verkauft und hat dann
0:28:23–0:28:26
wieder erfolgreich eine zweite Firma mitbegründet, Music Man,
0:28:26–0:28:30
die vor allen Dingen auch für Music Man Bässe sehr berühmt geworden ist.
0:28:30–0:28:38
Und dann hat er mit G&L, das ist ein Kollege Fullerton, George Fullerton,
0:28:38–0:28:42
glaube ich G, und L für Leo Fender, die haben dann zusammen auch noch eine Gitarrenfirma
0:28:42–0:28:43
gebaut, haben auch wieder,
0:28:45–0:28:47
viele Innovationen betrieben.
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Ich habe so eine Reihe von Artikeln aus unterschiedlichen Quellen im Netz runtergeladen,
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wo ich dann auch mal gehört habe, wie Leo Fender so ein bisschen was mit den Ohren hatte.
0:28:58–0:29:04
Und da hat die Sounds immer super grell gemacht, als ob er so hohe Frequenzen hier so gut gehört hat.
0:29:04–0:29:07
Das war öfter so, dass wenn er dann so Prototypen gezeigt haben.
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Ja, ist toll, aber nicht so viel. Die Höhen runter. Und dann haben sie es gemacht.
0:29:13–0:29:17
Aber kurz bevor es in die Produktion ging, hat dann Leo nochmal wieder hingegangen
0:29:17–0:29:21
zum Conveyor Belt und hat gesagt, weißt du was, hier, nimm die, nimm die Tonabnehmer.
0:29:23–0:29:26
Also er hat dann aber eben auch so Dinger, ich glaube, das hat D&L,
0:29:26–0:29:31
die zum ersten Mal, du kannst dich erinnern, Hamburger Single Coil, die Diskussion.
0:29:31–0:29:37
Single Coil sind quasi einfach nur eine Kupferspule, vielleicht 8.000 Wicklungen,
0:29:38–0:29:45
um ein Magnet drumherum oder um kleine Magnetstäbchen.
0:29:45–0:29:49
Und wenn die Saite drüber schwingt, dann kommt da hinten eine Schwingung raus,
0:29:49–0:29:50
die wird verstärkt als der Gitarren-Sound.
0:29:51–0:29:55
Ein Single-Coil hat einfach einen sehr klaren, offenen, dynamischen Sound.
0:29:55–0:29:59
Du schlägst wenig an, kommt wenig raus, schlägst viel an, kommt viel raus.
0:29:59–0:30:02
Problem ist nur, Radio und alles brummt.
0:30:03–0:30:06
Und dann kam jemand auf die Idee, wir machen den Hamburger, wir nehmen zwei
0:30:06–0:30:11
von diesen Single-Coils, wo die Magnete genau gegenteilig sind und auch die
0:30:11–0:30:12
Wicklung genau andersrum ist.
0:30:13–0:30:17
Und dann ist es so, wenn ein Signal jetzt dann oder wenn ein Signal hergestellt
0:30:17–0:30:22
wird mit der schwingenden Seite, dadurch, dass die Spulen gegenläufig sind und
0:30:22–0:30:23
die Magnete gegenläufig sind,
0:30:24–0:30:31
ist es so, dass der Sound sich nicht gegenseitig auflöst, also nicht so Welle
0:30:31–0:30:35
auf Tal und sowas fällt, sondern der Sound bleibt bestehen.
0:30:35–0:30:40
Aber das Brummen durch diesen Flip von Magnet und Spule, das läuft gegen sich
0:30:40–0:30:41
selbst und löscht sich aus.
Florian Clauß
0:30:42–0:30:43
Das ist mal ganz schön,
0:30:45–0:30:49
plastisch beschrieben mit dem Bild von den Wellen, die dann so leicht...
0:30:50–0:30:52
Mit so einem Schüsselrand schwappen?
Micz Flor
0:30:52–0:30:54
Nein, das waren die Kondensatoren.
Florian Clauß
0:30:54–0:30:55
Ah ja, okay.
Micz Flor
0:30:56–0:30:57
Das war eine Folge.
Florian Clauß
0:30:57–0:31:02
Die war ein Mauerpark. Genau, das ist mir noch so im Gedächtnis geblieben,
0:31:02–0:31:04
weil das sehr plastisch war, das Bild.
Micz Flor
0:31:06–0:31:12
Hier ist es jetzt eher so, dass es geht darum, dass halt die eine Spule erzeugt
0:31:12–0:31:15
ein Signal, die andere Spule erzeugt auch ein Signal.
0:31:15–0:31:19
Und die Signale, wenn die sich mischen, sollen sich nicht gegenseitig auslöschen.
0:31:20–0:31:21
Was man ja bei so Kopfhörungen...
Florian Clauß
0:31:22–0:31:23
Ja, das Prinzip ist klar, ja.
Micz Flor
0:31:23–0:31:28
Und so wurden dann die Hamburger entwickelt. Und dann gab halt das Problem,
0:31:28–0:31:33
der Single-Coy, der hat halt so einen schönen Verlauf, so einen klaren Sound,
0:31:33–0:31:37
ist so offen und spricht so gut an auf wenig oder viel Anschlag.
0:31:37–0:31:41
Der Hamburger wiederum ist so gut, dass er nicht brummt. Und dann war es,
0:31:41–0:31:43
glaube ich, Leo Fender, der auch dann als erster die Idee hatte,
0:31:44–0:31:47
Ich habe eine Idee, wir machen so, wir machen die drei obersten Seiten,
0:31:47–0:31:51
kriegen eine Spule, die drei untersten Seiten, kriegen eine Spule, dann flippen wir die,
0:31:52–0:31:56
und dann haben wir quasi einen Humbug-Effekt, aber jede einzelne Seite schwingt
0:31:56–0:31:58
nur über eine Single-Coil-Spule.
0:31:59–0:32:02
Also solche Kniffe, die irgendwie, wenn man sie erstmal gehört hat,
0:32:02–0:32:04
dann denkt man, ah, ja, ganz einfache Idee.
0:32:05–0:32:08
Aber das waren Sachen, die dann Leo Fender immer so mit an den Tisch gebracht hat.
0:32:10–0:32:15
Also das war diese frühe Zeit, dann wurde Buyout, Leo Fender hat andere Sachen
0:32:15–0:32:19
gemacht und Leo Fender hat aber in diese Company von G&L, diese Company,
0:32:19–0:32:21
die jetzt inzwischen auch,
0:32:22–0:32:25
ja nicht pleite gegangen ist, aber die quasi aufgekauft wird,
0:32:26–0:32:31
in den Prozess pleite zu gehen, Konkurs anzumelden, von der gleichen Firma,
0:32:31–0:32:34
der auch schon Fender gehört.
0:32:34–0:32:41
Also die haben jetzt nicht nur Fender von CBS und dann so diese Firma übernommen,
0:32:41–0:32:47
sondern sie haben von G&L eben auch noch Rechte,
0:32:48–0:32:50
muss ich jetzt sagen, weiß nicht genau, was es ist, Rechte, aber Urheber und
0:32:50–0:32:54
sowas von Lio Fender, der Fender gegründet hat, mit.
0:32:54–0:32:57
Also sie haben jetzt quasi das Komplettpaket und auch die restlichen,
0:32:57–0:33:01
die Werkbänke und alles möglich von Leo Fender, alles jetzt mit eingekauft.
0:33:01–0:33:05
Sind scheinbar nicht sehr, so sagt zumindest die Tarren-Community,
0:33:05–0:33:10
sind nicht sehr nett damit umgegangen, haben seinen Arbeitsplatz quasi in den Müll geschmissen.
0:33:11–0:33:15
Wollten aber halt dieses ganze Intellectual Property, IP, das wollten die halt haben.
0:33:16–0:33:19
Und haben dann jetzt in Düsseldorf geklagt, wahrscheinlich eben auch,
0:33:19–0:33:25
wie du gesagt hast, weil das ein wichtiger Ort ist für die Klage europäischer Ort.
0:33:25–0:33:28
Europa ist auch ein Drittel des E-Gitarren-Markts.
Florian Clauß
0:33:28–0:33:33
Ja, und wahrscheinlich, also auch nur Spekulationen, aber wenn das gegen China
0:33:33–0:33:38
lief, kann ich mir vorstellen, dass da jetzt Austragungseuropa für so einen
0:33:38–0:33:42
Markenrechtsstreit wahrscheinlich neutraler ist als in Amerika.
0:33:42–0:33:46
Ja, deswegen haben wir das wahrscheinlich danach in den Südorf verlegt.
Micz Flor
0:33:47–0:33:50
Das weiß nicht. Ich meine, ich kann aber mit zu tun haben, dass die,
0:33:51–0:33:56
das ist ja ein bisschen anders, das Urheberrecht zum Beispiel ist ja anders
0:33:56–0:33:58
in Amerika als in Europa.
0:33:58–0:34:03
Ich glaube, in Europa kannst du dein Copyright, dein Urheberrecht niemandem verkaufen.
Florian Clauß
0:34:03–0:34:04
Das bist du einfach.
Micz Flor
0:34:05–0:34:08
Du kannst dann zum Beispiel Publishing Rights verkaufen. Du kannst das Buch
0:34:08–0:34:09
schreiben, das ist Copyright.
0:34:10–0:34:14
Du verkaufst die Publishing Rights für dein Buch an einen Verlag und die vertreiben
0:34:14–0:34:17
das dann. Vielleicht hat es auch damit zu tun.
Florian Clauß
0:34:17–0:34:18
Vielleicht,
0:34:20–0:34:21
ja.
Micz Flor
0:34:21–0:34:23
Nein, den nächsten. Wenn das Ganze dann weiter Wellen schlägt,
0:34:23–0:34:24
dann kann ich da nochmal reingucken.
Florian Clauß
0:34:24–0:34:25
Wir spekulieren.
Micz Flor
0:34:27–0:34:34
Das Ding ist, dass Fender schon geklagt hatte in Amerika und da das auch zurückgewiesen
0:34:34–0:34:39
wurde und was jetzt zum Beispiel Patent angeht, die Sachen aus den 50er Jahren
0:34:39–0:34:40
sind auch einfach so durch.
0:34:41–0:34:48
Markenrecht hatten sie nicht angemeldet für den Körper, es geht nicht um Geschmacksmuster,
0:34:48–0:34:50
weil das gibt es ja schon ewig auf dem Markt.
0:34:50–0:34:56
Und jetzt geht es halt über das Urheberrecht nach europäischem Recht und weil
0:34:56–0:35:01
die jetzt, so war mein Verständnis davon, weil die jetzt über G&L auch diese ganze Fender,
0:35:02–0:35:06
also diese Linie, man muss dann glaube ich diese Linie beweisen,
0:35:06–0:35:10
dass Leo Fender Fender gegründet hat, dann G&L und jetzt kaufen wir G&L auch
0:35:10–0:35:16
noch und damit haben wir diese durchgängige Linie von Fenders,
0:35:18–0:35:23
Entwicklungen bis heute und melden jetzt an und das war wohl eben auch dieser Kniff daran,
0:35:24–0:35:28
nicht irgendein Patent oder sowas sondern wir melden an, dass die Form,
0:35:30–0:35:34
Die Body-Form der Gitarre ist quasi ein Kunstwerk.
Florian Clauß
0:35:34–0:35:35
Okay.
Micz Flor
0:35:35–0:35:42
Sie argumentieren wohl, dass ein weiblicher Korpus, also eine abstrakte weibliche
0:35:42–0:35:44
Frau, die eine Hand hebt und so was. Echt?
Florian Clauß
0:35:45–0:35:49
Ja, vielleicht ist es ja wirklich, du musst eine Story dazu erzählen,
0:35:49–0:35:53
damit du das schützen kannst. Dann brauchst du halt irgendwie so eine Idee.
Micz Flor
0:35:53–0:35:57
Und die Situation ist halt eben, dass die Gegenpartei nicht erschienen.
0:35:57–0:36:02
Das hat keiner hinterfragt. Es gab kein Gegenargument und somit ist es jetzt erstmal durch.
0:36:03–0:36:07
Und jetzt kommt halt diese Welle von Cease and Desist, also von Abmahnung und
0:36:08–0:36:11
was halt in der Community passiert ist. und das finde ich ziemlich interessant
0:36:11–0:36:18
ist, dass Fender sich halt irgendwie total ins Upside gespielt hat.
0:36:18–0:36:23
Es gibt viele Leute, die sagen, ja, also wenn Fender jetzt vorgeht gegen Leute,
0:36:23–0:36:25
die eins zu eins Kopien herstellen mit Logo und allem drohendran,
0:36:26–0:36:27
ja klar, das sollte man nicht machen.
0:36:28–0:36:34
Aber wenn ein anderer Gitarrenhersteller sich diese Körperform nimmt und dann
0:36:34–0:36:37
Innovation betreibt, ob die Fender einfach nicht hinkriegt.
0:36:37–0:36:41
Und das ist auch ein großes Argument, dass gesagt wird, wenn Fender einfach
0:36:41–0:36:46
nicht die Gitarren baut in der höheren Preisklasse, die die Leute kaufen wollen,
0:36:46–0:36:50
sondern wenn das andere Hersteller machen, weil die einfach zum gleichen Preis
0:36:50–0:36:51
besser Qualität liefern,
0:36:52–0:36:56
dann sollen die sich einfach irgendwie Arschpacken zusammenkneifen und bessere Gitarren herstellen.
0:36:56–0:36:58
Warum dann diesen Streit entfachen?
Florian Clauß
0:36:58–0:36:59
Naja, wahrscheinlich nicht.
Micz Flor
0:36:59–0:37:01
Es gibt noch einen zweiten Twist dahinter
0:37:01–0:37:04
und den habe ich so ein bisschen mitbekommen während des Lockdowns.
0:37:05–0:37:10
War es so, dass weltweit eben der Verkauf von Elektrogetallen total hoch ging.
0:37:12–0:37:16
Nicht nur bei Fender, aber vor allem auch bei Fender, weil Fender parallel dazu
0:37:16–0:37:20
wohl auch noch so eine Plattform aufgebaut hat zum Online Musik,
0:37:20–0:37:24
Gitarre lernen und sowas, einfach generell Musik lernen, aber eben auch Gitarre.
0:37:24–0:37:27
Und die haben sie während des Lockdowns quasi freigeschaltet.
0:37:27–0:37:28
Du musstest dich nur registrieren.
0:37:28–0:37:32
Dann konnte jeder, der sich eine Gitarre gekauft hat, gratis diese ganzen Stunden
0:37:32–0:37:34
machen. Und die haben unfassbar viele Fender-Gitarren verkauft.
0:37:34–0:37:40
Und vor nicht allzu langer Zeit, als ich dieses Kuckuckaster-Projekt auch noch
0:37:40–0:37:46
hatte und für so einen Workshop für unser Band-Jubiläum da im Kindl.
Florian Clauß
0:37:46–0:37:47
Ja, in dieser Bauerei.
Micz Flor
0:37:47–0:37:50
Ja, da hatte ich so einen Workshop zum Kuckuckaster getan.
0:37:51–0:37:55
Da war es wirklich so, dass du halt für 25 oder 30, dann konntest du so eine
0:37:55–0:37:57
billige Fender-Strat-Kopie kaufen.
0:37:57–0:38:02
Jetzt nicht von Fender, aber du hast einfach gemerkt, ganz viele Leute haben
0:38:02–0:38:03
sich Haustiere gekauft.
0:38:04–0:38:09
Oder E-Gitarren gekauft, wenn es Lockdowns und die Haustiere ausgesetzt und
0:38:09–0:38:10
die E-Gitarren auf Kleinanzeigen verkauft.
Florian Clauß
0:38:10–0:38:14
Ja, deswegen gibt es jetzt halt auch da, der Markt ist wahrscheinlich dann so
0:38:14–0:38:20
wieder zusammengebrochen und die müssen halt gucken, dass die ihre Investkurve nach oben halten.
Micz Flor
0:38:20–0:38:23
Ja, und vor allen Dingen, und das ist wohl das Ding, die haben,
0:38:23–0:38:27
so wird vermutet, also man weiß nicht von innen, man spekuliert,
0:38:27–0:38:34
Es werden jetzt auch gerade bei Fender Massenentlassungen gemacht und da ist also viel in Bewegung.
0:38:35–0:38:39
Und vor allen Dingen war es wohl so, dass zu Lockdown...
Florian Clauß
0:38:39–0:38:40
Wegen der KI.
Micz Flor
0:38:40–0:38:46
Ja, das ist eben die Idee. Also wie viel KI hängt in der Produktion drin.
0:38:46–0:38:51
Aber die Vermutung ist eher, dass halt während des Lockdowns dann die relativ
0:38:51–0:38:55
neue Firma, die es 2020 übernommen hat, gesagt hat, das läuft ja wie geschnitten
0:38:55–0:38:57
Brot, kauft Lagerräume,
0:38:58–0:39:05
produziert Gitarren in Mexiko, in Indonesien, in Korea. in...
Florian Clauß
0:39:06–0:39:08
Ja, da war noch mal eine totale Marktverzerrung.
Micz Flor
0:39:08–0:39:14
Und dann haben die die Lager vollgebaut, vollgemacht und werden das Zeug jetzt nicht los.
0:39:15–0:39:19
Und das ist so, auch weil jetzt eben viele Entlassungen bei Fender sind und
0:39:19–0:39:22
das wird nicht so sein wie in Softwarebranchen wie LinkedIn oder so,
0:39:22–0:39:27
sondern da ist noch, glaube ich, genug handwerklicher Anteil drin,
0:39:28–0:39:33
dass es irgendwie ein bisschen darauf deutet, dass da was total schiefläuft.
0:39:34–0:39:38
Wir haben es 2020 übernommen, haben richtig Kohle reingezogen,
0:39:38–0:39:43
haben rein investiert und jetzt gibt es keinen Return of Investment und dann
0:39:43–0:39:45
gehen die halt jetzt den letzten Weg noch.
0:39:45–0:39:51
Okay, wir kaufen alles, was Leo Fender gehört hat und jetzt gehen wir nach Düsseldorf
0:39:51–0:39:55
of all places, verklagen die Chinesen, sind froh, wenn die nicht kommen,
0:39:55–0:39:58
vielleicht haben sie sogar gebribed, dass die nicht kommen, keine Ahnung,
0:39:59–0:40:01
und sind jetzt einfach richtig hart so am Pushen.
0:40:02–0:40:06
Es gibt diese eine Top-Level-Gitarre, also Top-Chef-Gitarre da von PRS,
0:40:06–0:40:13
die von dem Gitarristen John Mayer, der heißt quasi der Brand-Name da drauf.
0:40:14–0:40:19
Und Fender geht die jetzt ganz gezielt auch an. Und das ist jetzt nochmal was
0:40:19–0:40:21
anderes. Und da gucken jetzt gerade alle drauf.
0:40:22–0:40:24
Es ist einfach so gerade interessant zu sehen, was passiert.
0:40:24–0:40:30
Weil PRS, wurde auch von anderen Firmen schon verklagt wegen Copyright Infringement
0:40:30–0:40:32
und so und haben das bis jetzt wohl immer gewonnen.
0:40:33–0:40:40
Nicht von Fender, sondern von Gipsen, glaube ich, auch. Und wenn du jetzt eben so eine kleine Firma.
0:40:42–0:40:46
Die, was weiß ich, zwei Gitarren im Monat herstellen, so nebenher,
0:40:46–0:40:49
und sonst Gitarren reparieren, und wenn du die halt irgendwie angehst,
0:40:50–0:40:51
so, das ist ja auch ein bisschen Apple-Parallel.
0:40:51–0:40:55
Kannst du dich daran erinnern, als Apple sein Apfel-Logo so verklagt hat und
0:40:55–0:41:00
irgendein Hamburger Kindergarten den Apfel im Logo hatte, hat dann so eine Rechtsanwaltesgriff gekommen?
Florian Clauß
0:41:00–0:41:01
Hast du dich erinnert? Nee.
Micz Flor
0:41:01–0:41:03
Ich soll gucken, ob ich das noch finde, weil das glaubt sein.
0:41:05–0:41:07
Aber so fühlt sich das so ein bisschen an.
Florian Clauß
0:41:08–0:41:12
Ja, nee, das ist so diese Haifisch-Mentalität, die dahinter steht.
0:41:12–0:41:15
Ja, interessant. Das war deine Geschichte heute.
Micz Flor
0:41:15–0:41:16
Das war meine Geschichte heute.
Florian Clauß
0:41:17–0:41:20
Ich fühle mich so ein bisschen erinnert an Geschichten aus der Geschichte.
0:41:20–0:41:22
Aber trotzdem spannend.
Micz Flor
0:41:23–0:41:25
Ja, ich habe es jetzt so ein bisschen auch so reingeschoben,
0:41:25–0:41:28
wie gesagt, weil wir haben im Sommerloch immer Gitarrenfolgen.
Florian Clauß
0:41:28–0:41:32
Ja, das ist ja völlig okay. Wenn euch die Episode gefallen hat,
0:41:32–0:41:38
dann liked uns auf einer Plattform eurer Wahl.
0:41:39–0:41:42
Wie gesagt, Informationen findet ihr unter eigentlich-podcast.de,
0:41:42–0:41:44
wo wir langgelaufen sind.
0:41:44–0:41:47
Ich mache noch ein Bild, hier auch ganz klassisch am Samstag,
0:41:47–0:41:52
Markthalle 9. Da gibt es immer ganz lecker Zeug.
0:41:53–0:41:54
Und wir essen jetzt auch nochmal eine Falafel.
Micz Flor
0:41:54–0:41:55
Genau. Macht's gut.
Florian Clauß
0:41:55–0:41:56
Bis dahin. Tschau.
Micz Flor
0:41:56–0:41:57
Tschüss.

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