HANA "Ich bin ein kleines Missgeschick Gottes. Ganz tief in meinem Herzen bin ich eine Frau." GIN "Frauen können Kinder kriegen." HANA "Ganz genau. Wunder gibt es immer wieder. Stell dir vor, so was wie der Jungfrau Maria könnte auch mir passieren"

Micz und Flo haben sich zur Vorweihnachtszeit übers Wochenende zu einem Podcast-Retreat ins Brandenburger Land nördlich von Berlin zurückgezogen. Passend zur Weihnachtszeit schauen wir uns den Anime „Tokyo Godfathers“ von Satoshi Kon an und besprechen ihn am nächsten Tag auf einer Wanderung in Krummensee. „Tokyo Godfathers“ hat Flo schon vor über 20 Jahren berührt, als der Film 2003 herauskam, und ist ein perfekter Weihnachtsfilm mit allen prägenden Merkmalen des Genres: Er spielt am Weihnachtsabend im verschneiten Tokio, es geht um Wunder, ein verlorenes Kind und den Zusammenhalt von Familie. Held:innen der Geschichte sind die drei Obdachlosen: Hana, eine Transfrau, Gin, ein Alkoholiker und Miyuki, einem Teenager-Mädchen, das von zu Hause abgehauen ist. Sie sind auf der Suche nach der Mutter eines Babys, das sie im Müll gefunden haben, und wachsen dabei weit über ihre Grenzen hinaus. Der Film zeigt Mut und Barmherzigkeit im Randmilieu der Gesellschaft und benennt dabei Themen, die nicht nur in Japan tabuisiert sind: Alkoholismus und Spielsucht, Wochenbettdepression und Todgeburt, Gewalt an Obdachlosen und mangelnde Akzeptanz von Transsexuellen. Er schafft eine hohe emotionale Verbundenheit mit den Figuren, die Satoshi Kon wie echte Darsteller:innen inszeniert. Mit wenigen Strichen und zugleich karikaturesken Zeichnungen gelingt ihm eine starke Identifikation mit den Hauptfiguren. Satoshi Kon ist 2010 im Alter von 46 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Sein Œuvre ist weit über Japan hinaus bekannt. Er inspirierte Regisseure wie Christopher Nolan und Darren Aronofsky mit seinen Filmen. Wie auch Akira Kurosawa greift Satoshi Kon westliche Ideen in seinen Werken auf. Insbesondere die Psychoanalyse und Traumdeutung Sigmund Freuds finden bei Kon künstlerischen Ausdruck. „Tokyo Godfathers“ kann wohl von der Dramaturgie und Erzählung als der "normalste" von Satoshi Kon gelten. Wunder spielen zwar eine Rolle, aber immer so, dass sie auch ein Zufall sein könnte, ein ganz kleiner Zufall, der aber in der Realität passieren kann. Auf unserer Wanderung durch Krummensee Richtung Haussee können wir auch einen Weg nicht passieren, eine Absperrung mit dem Hinweis "Jagd auf diesen Wegen" veranlasst uns zum Umdrehen. Wir laufen stattdessen zum Krummer See. Dort treffen wir zwar auf keine weiteren Absperrungen, aber Micz bleibt für den Rest der Wanderung beunruhigt – auch wegen eines Pick-ups, der uns entgegenkommt. Der Fahrer mit Schirmkappe und breiten Nacken grüßt uns zwar freundlich, doch als wir dem Auto nachschauen, sehen wir auf der Ladefläche mehrere Rehe. Am Ende der Episode stehen wir an einem Hochsitz und scherzen darüber, ob die Folge überhaupt noch veröffentlicht wird – und ob man im Abspann vielleicht schon einen Schuss hört...

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:02
Läuft schon. Weißt du, welche Folge das jetzt ist?
Florian Clauß
0:00:02–0:00:03
93.
Micz Flor
0:00:03–0:00:04
93.
Florian Clauß
0:00:04–0:00:05
Eine nach deiner.
Micz Flor
0:00:06–0:00:12
Ah, vor Weihnachten. Hallo, willkommen zu Podcast Episode 93.
0:00:19–0:00:22
Aufgenommen, die jetzt in der nahen Zukunft immer wieder mal kommen.
0:00:22–0:00:26
Und wer auf unserer Webseite sich die Tracks anschaut, kann dann auch schon,
0:00:27–0:00:29
abschätzen, in welcher Gegend wir da waren.
0:00:30–0:00:34
Wir, das sind Flo, hallo, und Mitch und wir machen Podcasts,
0:00:34–0:00:37
in denen wir laufend reden und beim Laufen reden.
0:00:37–0:00:43
Die Touren dazu könnt ihr, wie eben schon gesagt, auf unserer Webseite eigentlich-podcast.de
0:00:43–0:00:45
auch alle einsehen. Wer will, kann die mal nachlaufen.
0:00:46–0:00:48
Thema heute, vorbereitet von Flo.
Florian Clauß
0:00:49–0:00:50
Von uns beiden.
Micz Flor
0:00:50–0:00:56
Von uns beiden, genau. Ja, ich habe mich auch, also ich habe mich hineingefühlt, sage ich mal.
Florian Clauß
0:00:56–0:01:01
Ja, wir haben auch vielleicht das zu Ergänzungen auch thematisch verknüpft.
0:01:02–0:01:04
Wir haben nämlich, wir sind in der Vorweihnachtszeit.
0:01:05–0:01:11
Wir haben gerade an der Bushaltestelle uns verkabelt und dann auf der lauter
0:01:11–0:01:15
kleinen Anzeigen von Adventsmarkt in Krummsee.
0:01:15–0:01:19
Wir sind nämlich hier am Krummsee, Das ist nördlich von Berlin,
0:01:19–0:01:24
vor Berneuchen und wir wollen jetzt einmal um den Haussee laufen.
0:01:24–0:01:29
Das ist nämlich, eigentlich heißen hier alle Seen Hausseen, die irgendwie zum Dorf gehören.
0:01:29–0:01:34
Und dann zum Krummersee, was wir festgestellt haben, dass der Krummersee nicht
0:01:34–0:01:39
Krummsee heißt, sondern Krummersee, der ist so ein bisschen weiter südlich von Krummensee.
0:01:39–0:01:44
Genau, das ist unsere Tour hier in der Einöde von Brandenburg.
0:01:44–0:01:48
Genau das Richtige, um so ein Podcast-Retreat zu machen.
Micz Flor
0:01:48–0:01:53
Auf jeden Fall. Das Wetter ist kühl und klar. Morgens neblig.
Florian Clauß
0:01:54–0:01:58
Alles wie in einer Glasglocke. Wir sind gestern Abend angekommen,
0:01:58–0:02:01
konnten noch mit dem ABC-Ticket rausfahren.
0:02:02–0:02:06
Und alles war ganz neblig. Und ich finde, beim Nebel ist wie so ein...
0:02:07–0:02:11
Schallschutz, der um die Ohren gelegt wird. Da ist alles so gedämpft und wir
0:02:11–0:02:14
sind dann im Dunkeln auch um den See gefahren.
0:02:15–0:02:20
Nur mit so ein bisschen Taschenlampe und Fahrradlicht und ganz viel Nebel.
0:02:21–0:02:26
Also atmosphärisch hier, ja. Ich mache nochmal Bilder. Ihr könnt auch die Bilder sehen.
0:02:26–0:02:30
Also ja, Mitch hat ja schon gesagt, wer uns nicht kennt, wir laufen beim Reden
0:02:30–0:02:35
und laufend reden oder so ähnlich, Wir sind jetzt schon bei Folge 93, Mitch.
0:02:35–0:02:39
Und das war auch so ein bisschen Anlass für unser Podcast-Retreat.
0:02:40–0:02:43
Die Folge 100. Zeit zum Reflektieren.
0:02:44–0:02:49
Zeit zum Nachdenken. Wo kann sich noch eigentlich Podcast weiterentwickeln?
0:02:50–0:02:51
Neue Routen kennenlernen.
0:02:51–0:02:54
Und ja, ein bisschen besinnlich halt.
Micz Flor
0:02:54–0:02:57
Immer weiter, immer mehr. Noch länger, noch schneller.
0:02:59–0:03:04
Der Haussee hier in Krummensee. Wir hatten ja die Folge über den Haussee in
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Seefeld, wo der Spiegel zwei Meter abgefallen ist. Aber hier sieht es nicht so aus, oder?
Florian Clauß
0:03:09–0:03:12
Ich weiß es nicht. Ich glaube, die Seen haben sich auch erholt.
Micz Flor
0:03:12–0:03:16
Also hier kann es nicht viel höher gelaufen sein. Wir sind direkt am Ufer und
0:03:16–0:03:18
da ist dann so hier was aufgemauert.
0:03:19–0:03:21
Also ich habe nicht das Gefühl, dass das hier so.
Florian Clauß
0:03:21–0:03:25
Eingebrochen ist. Ja, das sieht so aus. Vielleicht ist der auch einfach tiefer,
0:03:25–0:03:28
weil der See im Seefeld ist recht flach.
Micz Flor
0:03:28–0:03:31
Das ist wirklich eine Pfütze. Und hier, also wenn man hier fährt,
0:03:31–0:03:36
von der Bundesstraße Richtung Krummsee, dann kommt man auch an so ein bisschen
0:03:36–0:03:41
fast schon was, vielleicht würde man eher sagen Verwerfung als Gebirge,
0:03:41–0:03:43
aber man hat so Furchen drin.
0:03:43–0:03:48
Teilweise sind dann die Felder so ganz steilen Kippen zusammengeschoben.
Florian Clauß
0:03:48–0:03:52
Wir haben ja unter einer, was du hier schon gerade als Referenz benannt hast,
0:03:53–0:03:58
einstelligen Podcast-Episode über die Szenen in Brandenburg, die austrocknen.
0:03:59–0:04:02
Und da hatten wir auch gesagt, das hier ist der Banima-Gletscher,
0:04:02–0:04:06
der mal durchgelaufen ist. Deswegen sind die Landschaften so verfolgt.
0:04:07–0:04:11
Deswegen gibt es auch Steigerungen und Senkungen. Das ist quasi die eine Gletscherschneise,
0:04:11–0:04:14
die parallel zu Berlin hier mal so...
Micz Flor
0:04:14–0:04:16
Und da gibt es teilweise eben auch noch diese Riesen-Findlinge hier,
0:04:16–0:04:23
die dann in diesem Sandgebiet Und auch über die Jahrtausende,
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Jahrzehnt, Tausende durch das Wasser teilweise auch so runtergezogen wurden.
0:04:27–0:04:29
Und dann gibt es, ich habe das vergessen, wie die heißen, eben diese Löcher
0:04:29–0:04:31
teilweise mitten in Feldern. Das sieht man auch noch.
0:04:32–0:04:37
Das hatte ich auch mal in einer Folge mit Ali Hacke live, als wir durch Berlin gelaufen sind.
Florian Clauß
0:04:37–0:04:43
Erwähnt, als wir über die Neolithischen Zeiten gesprochen haben. Das waren noch Zeiten.
0:04:44–0:04:46
Dass ich das irgendwie auch...
0:04:46–0:04:51
Da ging es auch um Stonehenge und so weiter, dass ich das irgendwie auch verstehen
0:04:51–0:04:57
kann, dass die Leute dann völlig perplex waren, als die halt so einen Riesenstein
0:04:57–0:04:59
bei sich da auf dem Feld gefunden haben.
0:04:59–0:05:05
Und dann natürlich an was Übernatürlichen glauben mussten, weil wer hat diesen Stein dahin gelegt?
0:05:06–0:05:11
Da war ja überhaupt keine historische, so eine wissenschaftliche Erklärung möglich,
0:05:12–0:05:16
sondern der Stein war auf einmal da und kein Wunder, da müssen wir halt irgendwie was draus bauen.
0:05:16–0:05:18
Wir holen andere Steine her, die groß sind.
Micz Flor
0:05:19–0:05:21
Oder es ist halt einfach so, wie es ist. So ging es mir als Kind.
0:05:21–0:05:26
Ich habe da früher einfach dann, gab es dann diese Asterix-Oblex-Hinkelstein-Dinger
0:05:26–0:05:27
und die stehen dann überall rum.
0:05:28–0:05:30
Und ich habe gedacht, das ist halt so, das ist halt Erde und Sand.
0:05:30–0:05:31
Und manchmal sind große Steine.
Florian Clauß
0:05:31–0:05:32
Ja, genau.
Micz Flor
0:05:32–0:05:34
Man muss einen ja auch nicht wirklich aus der Welt schmeißen.
Florian Clauß
0:05:35–0:05:39
Heute das Thema. Wir wollen ja uns auch so ein bisschen weihnachtlich einstimmen
0:05:39–0:05:41
und haben das auch gestern Abend getan.
0:05:41–0:05:44
Aber du meintest, du willst mir noch eine Frage stellen, bevor es losgeht.
0:05:44–0:05:46
Oder gehört die auch schon zum Thema?
Micz Flor
0:05:46–0:05:49
Nein, du kannst das Thema ankündigen und dann stelle ich dir nochmal die Frage.
Florian Clauß
0:05:50–0:05:55
Okay, also wir wollen uns diese Folge mit Weihnachtsfilmen beschäftigen.
0:05:56–0:06:00
Aber speziell mit einem Weihnachtsfilm, den ich sehr, sehr mag,
0:06:01–0:06:05
den Mitch dann, glaube ich, gestern zum ersten Mal gesehen hat,
0:06:06–0:06:10
aber der mich schon immer berührt hat, den ich auch das letzte Mal vor ewig
0:06:10–0:06:11
langer Zeit gesehen habe.
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Und zwar geht es um Tokyo Godfathers von Satoshi Kon, ein Anime-Film,
0:06:17–0:06:20
der sehr weihnachtlich ist.
0:06:20–0:06:26
Und darüber möchten wir sprechen und das mit euch teilen, wie man so sagt.
Micz Flor
0:06:26–0:06:29
Genau. Und eine Sache, die wollte ich mit dir vorneweg kurz besprechen.
0:06:30–0:06:34
Und zwar, wie nennen wir die Charaktere? Weil ich kann mir diese Namen nicht merken.
0:06:35–0:06:42
Und ich hatte überlegt, weil es gibt ja diese eine Person, die sich selbst in
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der deutschen Sankt-Konsignation als Tunte auch bezeichnet, aber die...
0:06:47–0:06:52
Am Anfang irgendwann einmal so diesen Spruch sagt, so, ach, ganz tief im Herzen bin ich eine Frau.
0:06:53–0:06:56
Und vielleicht können wir das einfach als Aufhänger nehmen und können über die
0:06:56–0:07:00
Charaktere, es sind drei, die da zusammenkommen, wird Flo gleich in der Einladung
0:07:00–0:07:06
erzählen, können wir vielleicht sagen, es ist der Mann, die Frau und das Mädchen oder das Kind.
0:07:07–0:07:12
Wäre das für dich denkbar, weil es ja ein bisschen auch mit diesem christlichen
0:07:12–0:07:15
Motiv, was da so teilweise reingezogen ist, d'accord gehen würde?
Florian Clauß
0:07:15–0:07:20
Ja, klar, können wir so machen. Aber ich fand jetzt zum Beispiel da die Charaktere
0:07:20–0:07:26
gar nicht so schwierig, die man sich auch merken kann, weil der Mann ist Gin,
0:07:26–0:07:29
also er ist Alkoholiker, deswegen Gin.
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Ja, die Trans-Person ist Hanna und das Kind ist Miyuku.
Micz Flor
0:07:39–0:07:39
Miyuku.
Florian Clauß
0:07:40–0:07:48
Das ist die Familie Tokio-Gottfathers. Da sind zwei Sachen drin in diesem Titel.
0:07:48–0:07:51
Eine ist Tokio und das andere ist Gottfathers.
0:07:52–0:07:58
Also im Gottfathers kann man auch sagen, die heiligen drei Könige oder Königinnen.
Micz Flor
0:07:58–0:08:00
Ja, oder Paten.
Florian Clauß
0:08:00–0:08:06
Paten, genau, die Paten. Eine richtige Stunde. Natürlich, das klassische Narcos-Paten.
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Gottfald. Aber Satoshi Kon ist ein Animationszeichner, der nicht so viele Filme
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gemacht hat, weil er früh gestorben ist, mit 46 Jahren an Bauchspeicheldusenkrebs.
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Aber in seiner kurzen Schaffenszeit hat er doch sehr bemerkenswerte Werke hinterlassen.
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Die auch vornehmlich mit einer Produktionsfirma produziert wurden, nämlich Madhouse.
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Satoshi Kon hat Anfang der 90er seine Zeichenkarriere begonnen.
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Er selber, also wenn man seine Beschreibung in der Kindheit,
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wenn man die sich anschaut, ist so ein typisch japanisches Kind,
0:08:52–0:08:55
was sich durch Insekten sammeln auszeichnet.
0:08:55–0:09:00
Ah, okay. Das war ja auch lustig, weil das ist tatsächlich, Insekten sammeln
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scheint sehr verbreitet zu sein. Das ist mir auch bei einigen so.
Micz Flor
0:09:04–0:09:09
Das ist bei Gibli nicht auch so, dass das kleine Kind so rumläuft und so Zikaden
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sammelt und auch so einen Köscher hat oder so. Ja, das ist bei Tattoo.
Florian Clauß
0:09:14–0:09:14
Oder?
Micz Flor
0:09:14–0:09:15
Genau, ja, ja.
Florian Clauß
0:09:15–0:09:19
Stimmt, ja, ja. Gut, lass mal gucken, ob da ein Weg eingezogen ist.
0:09:19–0:09:22
Nicht, dass wir dann wieder hier, guck mal, ah ja, hier, hier,
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den kann man gehen. Also wir sind jetzt vor der Karte.
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Das heißt, wir können hier und dann den Dammweg hier rumgehen.
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Oder wir können mal gucken, ob wir hier durchkommen.
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Aber da ist ein Fluss. Wahrscheinlich müssen wir wirklich hier weggekommen.
Micz Flor
0:09:36–0:09:40
Also hier weiß ich nicht, ob wir da drüber kommen. Wir können es probieren. Seehof runtergehen.
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Hier sind auch die alten Sachen. Also Krummsee ist sehr klein.
0:09:43–0:09:45
Hatte früher einen Seehof, eine Bogenschießanlage.
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Es gibt immer noch hier ein Restaurant, den Pilzhof.
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Ein bisschen Promotion, ganz selbstlos. einfach um auch die Infrastruktur ein
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bisschen aufrechtzuerhalten.
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Aber diese Karten, die hier in den Dörfern stehen, die sind teilweise schon
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sehr alt, ich weiß nicht von wo, auch wenn die noch gut erhalten aussehen.
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Wo diese viele von den Sachen, die da verzeichnet sind, gar nicht mehr existieren.
Florian Clauß
0:10:07–0:10:11
Aber ich habe also auch in einigen Arthouse-Filmen japanischen gesehen,
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dass dann irgendwelche Charaktere dann Insekten sammeln. Das kommt immer wieder vor.
0:10:16–0:10:19
Also er hat sich selber als ein Außenseiterkind bezeichnet.
Micz Flor
0:10:19–0:10:21
Ich habe auch Insekten gesammelt als Kind.
Florian Clauß
0:10:21–0:10:24
Ich habe auch Insekten gesammelt. Vielleicht ist es auch so ein bisschen so
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nerdy Stuff, weißt du, so die Nerdkinder, die anfangen irgendwie...
Micz Flor
0:10:28–0:10:32
Rückwirkend, so brutal. Man muss die alle auch irgendwie umbringen,
0:10:32–0:10:36
weil ich habe die dann ja auch umgebracht. Und so habe ich nie groß drüber nachgedacht.
Florian Clauß
0:10:36–0:10:39
Ich konnte die nicht umbringen. Also ich habe die gesammelt,
0:10:39–0:10:41
aber dann halt so ein Terrarium gebaut.
Micz Flor
0:10:42–0:10:44
Das hatte ich auch mit Stabheuschrecken. Und auch teilweise,
0:10:44–0:10:45
die konnte man irgendwo kaufen.
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Glaube ich, musste ich ja irgendwo gekauft haben. Stimmt, ich hatte auch Terrarien,
0:10:49–0:10:51
dann Schnecken gehalten, Stabheuschrecken gehalten.
Florian Clauß
0:10:52–0:10:55
Aber getötet habe ich die, glaube ich, nicht. Oder ein bisschen,
0:10:55–0:10:58
aber ich habe mich dann immer schlecht gefühlt und wollte es dann doch nicht.
0:10:59–0:11:07
Also er war als Junge auch sehr intelligent, er hat gute Schulnoten geschrieben
0:11:07–0:11:13
und hat sich dann aber fast beiläufig für das Anime-Zeichnen,
0:11:13–0:11:17
also für das Manga-Zeichnen dann interessiert und das als seinen beruflichen
0:11:17–0:11:18
Werdegang dann auch eingeschlagen.
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Weil er beim Zeichnen, so hat er das gesagt, dass er nie ermüdet.
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Er hat eine unglaubliche Kraft. Man merkt das dann auch in seinen Filmen und
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ich will auch so weitgehend zu sagen, dass es wirklich eine Handschrift ist, die man da bei ihm merkt.
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Zum einen stilistisch, zum anderen auch von den Themen.
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Er hat auch,
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Ähnlich wie Kurosawa dann in den 50ern, hat er auch einige Stoffe,
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die dann sehr westlich sind, mit aufgenommen.
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Also in Perfect Blue oder Paprika kommen auch viele Zitate zu.
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Freud, die gespiegelte Persönlichkeit und so verschiedene Anleihen aus der Psychoanalyse.
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Deswegen dachte ich, dass du, aber du kennst die anderen Filme glaube ich nicht, oder?
Micz Flor
0:12:10–0:12:12
Nee, ich habe das, das hattest du dir glaube ich auch schon erzählt,
0:12:13–0:12:17
aber ich finde, das ist so ein eigenes Genre, das Trailer gucken auf YouTube.
Florian Clauß
0:12:17–0:12:19
Ich weiß nicht, ob du das nachvollziehen kannst. Ja, klar, genau.
Micz Flor
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Mach das manchmal so 45 Minuten Trailer, Best Sci-Fi Films of Coming Year oder so.
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Und da gab es dann irgendwie 15 Top-Manga-Films oder so.
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Und da war auch Perfect Blue, Paprika und so. Und da kannte ich die irgendwie so als Trailer.
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Und teilweise habe ich dann auch noch Reviews geguckt, die die so hoch gelobt
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haben. Aber dann habe ich es auch schon wieder fallen gelassen.
Florian Clauß
0:12:40–0:12:42
Paprika, das lohnt sich auch wirklich,
0:12:43–0:12:48
den mal anzuschauen, weil der viel mit so Traumwelten, also generell ist Satoshi
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Kon arbeitet viel mit Traumwelten,
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mit Parallelwelten und wo auch die Charaktere dann nochmal eine andere Identität
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bekommen und auch so mehr zu sich selbst finden oder über sich herausfinden.
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Man sagt, dass Tokyo Godfathers tatsächlich eher ein Film ist,
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wo alles in der realen Welt spielt.
0:13:12–0:13:18
Da gibt es jetzt keine Sequenzen, die irgendwie in einem Traum oder irgendwas spielen.
Micz Flor
0:13:18–0:13:21
Ja, ich würde gleich sagen, mit Hinblick auf worum es da geht.
0:13:21–0:13:24
Es hat so Weihnachtswunderzeit.
0:13:25–0:13:29
Dass es wichtig ist, dass es eine realitätsbezogene Welt spielt,
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damit diese ganzen Wunder auch als Wunder erkannt werden.
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Es gibt eine ganze Reihe von kleinen Hinweisen, dass da doch etwas Übernatürliches passiert.
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Und das ist natürlich verstärkt, wenn man einfach so in urbanen Settings ist,
0:13:42–0:13:46
wo dann auf einmal was passiert, was sehr, sehr unwahrscheinlich ist.
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Möglich, aber vielleicht doch ein Wunder.
Florian Clauß
0:13:49–0:13:53
Ja, genau. Und dann kommen wir genau zu dieser Definition von Wunder.
0:13:53–0:13:57
Weil, wie du sagst, es ist alles sehr, sehr unwahrscheinlich.
0:13:57–0:14:04
Das heißt, alles, was da aber passiert, ist noch irgendwo mit naturwissenschaftlichen
0:14:04–0:14:08
oder gesellschaftlichen Regeln dann auflösbar.
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Es ist nichts, was dann tatsächlich übernatürlich wirkt.
0:14:12–0:14:14
Da kommen wir gleich nochmal zu.
0:14:15–0:14:19
Aber eigentlich so ein bisschen wie bei Magnolia, diese Einleitung von,
0:14:19–0:14:21
also der Film von Thomas Anderson.
Micz Flor
0:14:21–0:14:22
Da regnet es Frösche.
Florian Clauß
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Da regnet es Frösche, genau. Aber diese Verkettung an Ereignissen,
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die auf einmal so extrem kleine Wahrscheinlichkeiten und Situationen auslösen,
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die eigentlich nicht sein können.
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Wie der Taucher, der im Baum gefunden wird.
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Solche Sachen. Damit beginnt der Film. Und das finde ich auch eine Weltsicht,
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die irgendwo auf der einen Seite poetisch ist,
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auf der anderen Seite aber auch ohne übernatürliches Einwirken dann passieren kann.
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Der Titel, vielleicht nochmal diese Paten, wir hatten es schon gesagt,
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Heilige Familie, Heilige Drei Könige, Epiphanie kommt da mit rein.
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Das ist die eine Seite Gottfathers, die andere Seite ist, dass Satoshi Kon auch,
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mit diesem Film Tokio so ein Denkmal setzen wollte.
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Ganz viel Animationsarbeit fließt tatsächlich auch in die Stadtlandschaft Tokio.
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Also man sieht die Häuser, die Schlucht. Also man spürt es quasi,
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dass Tokio damals von Anfang der 2000er ist.
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Und ich finde es auch toll inszeniert in dem Film.
Micz Flor
0:15:35–0:15:38
Ja, hat mich auch ein bisschen daran erinnert, wo du es sagst.
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Das wusste ich nicht, dass es war, aber ich hatte so ein bisschen auch Manhattan
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von Woody Allen im Kopf, der ja auch sagte, damit so ein bisschen,
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ja eigentlich in allen Filmen, aber da eben vor allen Dingen auch sein,
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also New York, Manhattan einzufangen.
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Und das hatte ich da bei dem Film jetzt wirklich von den Bildern auch.
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Es waren immer so Detailausschnitte, die darauf hingewiesen haben,
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ach ich bin jetzt irgendwie an der Straße, die an einem Park ist.
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Es war nie so total, dass man wirklich so einen Überblick hatte,
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abgesehen von den beiden Türmen, wo sie dann hin mussten.
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Aber es war wirklich so, dass diese kleinen Ansichten, diese Megastadt,
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inzwischen über 40 Millionen Einwohner, glaube ich,
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die Megastadt so runtergebrochen hat, auf sehenswerte Settings.
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Das war wirklich schön gemacht, ja.
Florian Clauß
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Und es ist auch die Liebe von Satoshi Kon zu Tokio, die sich damit ausdrückt.
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Und wir steigen in dem Film am Weihnachtsabend ein.
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Es wird quasi auch ein christlicher Chor singt.
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Weihnachten muss man sagen, in Tokio, also in Japan, es wird gefeiert,
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es gibt Christen, das ist aber eine kleine Menge auf die Bevölkerung von Japan betrachtet.
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Weihnachten ist ein Fest, das man kennt. Da geht es vor allen Dingen um Nächstenliebe
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und Schenken, das wird so ein bisschen auch tradiert.
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Und dass Tokio da ist eben,
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voll verschneit am Weihnachtsabend, also auch so, das ist ein ganz,
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ganz typisches Merkmal für Weihnachtsfilme.
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Das ist halt meistens um die Weihnachtszeit spielt, aber fast immer irgendwo Schnee vorkommt.
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Und die drei Obdachlosen, die finden beim Durchwühlen von Müll,
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finden die ein Baby, was dann ausgesetzt unter der Decke lag und sie nehmen
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es auf und Hanna, die Transfrau.
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Die findet sich auch gleich in dieser Rolle als Mutter und sieht sich da so
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als diejenigen, die das Kind beschützen möchte und dem eigentlichen,
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der eigentlichen Besitzerin wieder zurückgeben möchte.
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Also das ist quasi der Ausgangspunkt für die Suche einer Odyssee durch Tokio,
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die Suche nach der Mutter von diesem Kind.
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Jin, der Alki-Typ, der fetzt sich dann immer mit dem Kind, mit der Jugendlichen, Miyuku.
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Die streiten sich immer und es ist sehr charikaturesk.
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Also generell kann man sagen, dass die ganze Art zu zeichnen,
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also diese Charaktere, die Mimik in den Gesichtern, die schon sehr expressiv beinimmt.
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Und das war auch ein künstlerischer Aspekt von Satoshi.
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Kon nämlich die Gesichter so expressiv herauszuarbeiten.
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Also er wollte wirklich mit den Figuren echte Charaktere schaffen,
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also richtige Schauspielerinnen, die dann halt auch Emotionalität in den Gesichtern.
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Und damit ist ja auch teilweise, wird das ja so ins Fratzenhafte überzogen.
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Ich habe mich so, das wird dann ja so universal, dass du halt denkst,
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das könnte auch so ein Zillebild sein von den Gesichtern, von den Charakteren.
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Aber ich finde es super toll getroffen, weil man findet total die Identifikation mit denen.
Micz Flor
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Ja, es gibt diese eine Szene dann gegen Schluss wie so eine Art Showdown in deren Triangulierung,
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also Vater-Mutter-Kind-Triangulierung, wo dann der Mann Jin seine Tochter trifft.
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Jetzt nehme ich ein bisschen was von weg.
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Und die dann eine sehr rührende Szene haben, die auch sehr feinfühlig gezeichnet ist, sag ich mal.
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Und dann sehen wir auf einmal Hannah, die Frau, die dann da hinten steht und
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wo dann das Gesicht grimassenhaft verzogen wird.
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Ich kann mich nicht genau erinnern, aber es sind fast wie Stills,
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eher als wie flüssige Bewegung, wo die halt total wütend ist und da jetzt irgendwie
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alles auch irgendwie entwertet und so.
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Und dann sind auch die Furchen und
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die Schatten im Gesicht ganz überzogen dargestellt, so dass man es merkt.
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Nicht, dass es wirklich ein ganz anderer Stil ist, aber das fand ich war so
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eine Szene, die es noch mal gut
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Und das Streich, was du gerade gesagt hast, es gibt manchmal diese sehr expressiven
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Verzerrungen in den Bildern.
Florian Clauß
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Also ich finde das auch getroffen und auch gerade in diesem Kontrast.
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Also der Stil wechselt, manchmal ist es total so übertrieben fresken, maskenhaft.
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Und dann ist es wieder so doch sehr weich.
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Also es wechselt dann je nach emotionaler Stimmung.
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Vielleicht nochmal so kurz zu der Biografie der einzelnen Figuren.
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Die taucht dann auch in der Erzählung, in den Geschichten in verschiedenen Varianten auf.
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Das sind einmal die Geschichten, die sie sich untereinander erzählen.
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So zum Beispiel Jin, der sagt, er wäre ein bekannter Radfahrer geworden und
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musste halt für die OP seiner Tochter dann Geld sich finanzieren.
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Dann hat er auf einen dubiosen Typen gesetzt, der ihm dann halt das Geld dann
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aus der Tasche gezogen hat und ist dann seiner Tochter gestorben,
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weil er die Oma so nicht mehr zahlen konnte.
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Und seine Frau ist eine kurze Zeit später gestorben,
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bis ich dann herausstelle, die richtige Geschichte ist, dass er ein Fahrradhändler
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war und dass er in Wettschulden war, Alkoholiker geworden ist und dann aus Scham
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seine Familie verlassen hat. Also Scham kommt ganz viel vor.
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Und das, was ich halt auch diesen Film so hoch anrechne, und das,
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was, glaube ich, in der Zeit kaum Filme gemacht haben, diese Außenseiter so dargestellt haben.
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Diese Außenseiter, die so erstmal obdachlos, auf der einen Seite dann aber auch
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Randgruppen, natürlich Obdachlosigkeit und Alkoholismus fällt oft zusammen.
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Aber auch dann diese Transfrau Hanna, das war damals noch nicht so eine Figur,
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die man halt irgendwo anders auch so gesehen hat.
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Es gab so ein paar Transfilme zu der Zeit, aber die waren jetzt nicht so verbreitet.
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Also das war sehr mutig.
Micz Flor
0:21:53–0:21:58
Das weiß ich nicht. Also da kann ich nichts zu sagen, weil ich überhaupt, da habe ich kein...
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Möglichkeit, das irgendwie so abzuschätzen.
Florian Clauß
0:22:02–0:22:06
Na, zumindest ist es auch für japanische Verhältnisse, wo Obdachlosigkeit eigentlich
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gesellschaftlich, ich glaube, das ist nur gesperrt für Autos.
Micz Flor
0:22:10–0:22:12
Wald und Wege gesperrt, heute Jagd.
Florian Clauß
0:22:13–0:22:16
Ach so. Dann sollten wir nicht hier hingehen.
Micz Flor
0:22:16–0:22:18
Nee, dann müssen wir uns an die Straßen halten.
Florian Clauß
0:22:18–0:22:18
Aha.
Micz Flor
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Bis zum Tor gehen und so.
Florian Clauß
0:22:20–0:22:23
Hier können wir da wieder hochgehen und dann müssen wir zum Krummen,
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dann können wir das Haus jetzt canceln.
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Naja, also ich glaube, für so japanische Verhältnisse ist es ungewöhnlich,
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dass die Protagonisten in dem Milieu dann so angesiedelt sind und so spielen.
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Es gibt Erzählungen, also du findest, glaube ich, auch in Japan nicht irgendwo
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im Straßenbild, findest du auch nicht Obdachlosigkeit.
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Das gibt es halt in Japan nicht so offiziell. Und die sind dann irgendwo versteckt.
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Und meistens sind das ja auch solche, also die Die schämen sich dann halt auch
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und zeigen sich nicht. Es ist ein anderer Umgang damit gesellschaftlich.
Micz Flor
0:23:00–0:23:05
Da sehen wir in der Eröffnungsszene aber, weil du meintest, diese Kirchenszene,
0:23:05–0:23:06
oder ich weiß gar nicht genau, wo das ist,
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da hatte ich aber das Gefühl, dass das wirklich was ist, was aus dieser christlichen
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Hilfehaltung heraus gerade extra für Obdachlose gemacht wurde.
Florian Clauß
0:23:15–0:23:16
Ach so.
Micz Flor
0:23:16–0:23:20
So kam mir das vor. Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass das eine Gemeinde war,
0:23:20–0:23:23
wo ein paar Obdachlose waren. aber es fühlte sich eher so an,
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als ob da ganz viele waren, die,
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Die hingen auch eher so rum, oder? Das waren jetzt ja keine Kirchen mit Bänken,
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sondern die saßen ja einfach so auf dem Boden.
Florian Clauß
0:23:33–0:23:36
Nee, das hatte ich schon so wahrgenommen, dass da Bänke waren.
0:23:36–0:23:39
Aber das stimmt, du hast recht. Das war auf jeden Fall dann so eine Straßenküche,
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so eine Straßenküchenszene, wo sie dann verkostigt wurde.
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Also wahrscheinlich war das von so einer christlichen Gemeinde dann einfach
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auch so eine Nächstenliebe-Veranstaltung zu Weihnachten.
Micz Flor
0:23:49–0:23:51
Eine von diesen Nächstenlieben-Veranstaltungen.
Florian Clauß
0:23:51–0:23:57
Genau, du kennst die doch, die Christen. Genau, und Hannah, also die Geschichte eben von Jin,
0:23:57–0:24:04
Hannas Geschichte ist so, dass sie in so einem Club, Strip-Club oder Trans-Club
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dann rausgeflogen ist oder auch geflüchtet ist, weil sie da einen Gast...
Micz Flor
0:24:10–0:24:13
Ja, ich glaube, das war so eine Travestie-Show, würde man vielleicht sagen.
0:24:13–0:24:16
Also es hat jetzt nichts von Strippen und nicht von,
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das war jetzt auch kein Flinter-Treffen oder so, sondern es war,
0:24:19–0:24:25
glaube ich, wirklich so eine Kabarett-ähnliche Bar, in der dann eine Travestie-Show
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zu sehen war. Man sieht es dann später so als Bild.
Florian Clauß
0:24:28–0:24:29
Man sieht es später, aber es gab
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halt auch die Damen, die dann halt in den Tischen von den Herren saßen.
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Und man sieht dann auch die Rückblende, wie dann eben Hannah gestört wurde von
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einem Gast in ihrer Performance und sie den halt vermöbelt hat und dann abgehauen ist.
Micz Flor
0:24:46–0:24:49
Ja, und ihre Mutter leitete das...
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Wie würde man sagen, Etablissement?
Florian Clauß
0:24:51–0:24:55
Ich weiß es gar nicht, ob es tatsächlich ihre leibliche Mutter ist oder ob sie
0:24:55–0:25:01
dann nicht so als Puffmutter, wie man so sagt, das dann halt so geleitet hat.
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Also ich habe es jetzt nicht als ihre leibliche Mutter wahrgenommen.
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Miyuku ist ein 14-jähriges Mädchen.
Micz Flor
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Merkt man das im Film oder hast du gesagt, dass die 14 Jahre ist?
Florian Clauß
0:25:12–0:25:15
Nein, das habe ich gelesen, aber es ist auf jeden Fall ein Teenie-Girl.
0:25:16–0:25:20
Das merkt man, glaube ich, schon. die von zu Hause weggerannt ist,
0:25:20–0:25:25
weil sie dann im Affekt ihren Vater einen Messerstich versetzt hat.
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Und sie rennt auch aus Scham weg. Also Scham spielt da schon eine große Rolle,
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dass du in so einer Position von Obdachlosigkeit kommst, weil du dich dann nicht
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mehr so, weil du dich von deiner Familie, von deinem sozialen Umfeld schämst.
Micz Flor
0:25:42–0:25:46
Ja, losing face, das Gesicht verlieren. Also der Vater, der das Alkoholiker
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mit Wettschulden abhaut, weil er sich schämt vor seiner Familie.
0:25:50–0:25:52
Die Tochter schämt sich vor ihren Eltern.
0:25:53–0:26:00
Und Hannah schämt sich ja auch für ihr Impulsdurchbruch, möchte man sagen.
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Dass sie da ihre aggressiven Impulse da so ausgelebt hat.
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Und dann verlässt man seinen Kontext, um diese Scham nicht, keine Ahnung,
0:26:13–0:26:16
durchzuarbeiten, loszuwerden. erklären zu müssen.
Florian Clauß
0:26:17–0:26:22
Die Obdachlosen, also die drei, haben auch dann so eine notdürftige Behausung,
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also so Zelte aufgebaut, die dann innen drin mit Decken und so ein bisschen
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heimelig dann auch schon ausgestaltet sind.
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Aber das ist so deren Unterkunft und wie es aussieht, hängen die halt zu dritt immer ab.
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Und wie das Baby jetzt so in diese Dreiergemeinschaft kommt,
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das ist dann quasi wie so eine Art von Katalysator, wo die Geschichte losgeht.
0:26:46–0:26:52
Und wo die sich dann halt auch als Familie dann,
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beziehungsweise wo dann diese innere Reise der Charaktere auch losgeht.
Micz Flor
0:26:59–0:27:02
Aber es ist halt auch das erste Wunder irgendwie.
0:27:03–0:27:08
Die streiten sich gerade und prügeln sich fast, das Mädchen und der Mann.
0:27:09–0:27:13
Und dann hören die auf einmal Kinderschreie und wühlen sich dann durch solche,
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was ist das, Müllbeutel oder so?
Florian Clauß
0:27:15–0:27:16
Ja.
Micz Flor
0:27:16–0:27:21
Und dann kommen sie halt und sehen dahinter, dass jetzt ein kleines Kind da
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abgelegt wurde oder ein kleines Wunder.
Florian Clauß
0:27:23–0:27:28
Wie ich schon gesagt habe, die wollen dann eben die Mutter finden von dem Baby.
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Dann beginnt eigentlich dieser Film und so richtig kann man den nicht erzählen.
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Das ist halt so das Interessante, weil da so viel passiert und so viele,
0:27:41–0:27:43
also man merkt das so gar nicht beim Gucken wirklich.
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Und dann wird man wieder, ah okay, jetzt sind sie da. Ja, ja.
0:27:49–0:27:54
Also, wir können ja ganz grob mal drüber gehen, über die Handlung.
Micz Flor
0:27:55–0:27:58
Wir können ja erstmal zusammenfassen machen, dann auch mal so Panik-Mein-Namen.
0:27:58–0:28:02
Zusammenfassend wäre für mich, es sind diese drei Obdachlosen-Charaktere,
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die das kleine Kind finden, die dann darüber reflektieren,
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weil eine will es behalten, die andere will es gleich zur Polizei bringen.
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Sie entscheiden sich dann irgendwie gemeinsam, die Eltern zu suchen,
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um das Kind zurückzubringen.
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Und auf dieser Suche kommen sie aber letztendlich zuerst an die Falschen.
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Und dann gibt es sozusagen nochmal einen zweiten Showdown, wo sie zuerst denken,
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jetzt ist es Kind bei der Mutter.
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Und dann stellt sie aber raus, das war gar nicht die Mutter,
0:28:31–0:28:33
sondern die hat das im Krankenhaus geklaut.
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Und dann kommt es nochmal im zweiten Schritt zur Auflösung, Happy Ends.
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Und dazu ist auch noch zu sagen, dass auf dieser Reise alle drei obdachlosen
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Charaktere auch immer wieder eine echte Person aus ihrem Leben treffen.
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Du hast es schon gesagt, die Tochter von Jin, die nennt sie Mutter von Hannah.
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Deshalb dachte ich, das ist halt der echte Bezug.
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Bei dem Mädchen ist es dann, dass sie ihren Vater trifft. Einmal sieht sie ihn
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zwischendurch und dann zum Schluss trifft sie ihn wirklich auch.
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Und das sind alles dann irgendwie auch so Teil von diesen kleinen Wundern,
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die in dieser Metropolis fast unmöglich erscheinen.
Florian Clauß
0:29:11–0:29:16
Genau, und dann auch teilweise die Figuren mehrmals treffen in irgendwelchen
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unterschiedlichen Kombinationen.
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Und wenn du dir dann, wie gesagt hast, Tokio mit 40 Millionen Einwohnern,
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dann halt irgendwie die Figuren mehrmals treffen.
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Die statistische Wahrscheinlichkeit ist halt irgendwie...
Micz Flor
0:29:26–0:29:28
Gut, die bewegen sich natürlich immer nur in einem Teil davon.
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Ob es jetzt 140 Millionen sind oder zwei Millionen, ist da wahrscheinlich wurscht,
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weil die zu Fuß unterwegs sind.
0:29:33–0:29:37
Aber es ist trotzdem unerwartet.
Florian Clauß
0:29:37–0:29:42
Naja, es ist bewusst angelegt und ich glaube, das will der Film uns dann halt
0:29:42–0:29:44
auch in diesen Zwischenblicken dann so erzählen.
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Das ist halt immer kleine Wunder passieren.
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Eigentlich fast in jeder Szene ein kleines Wunder passiert. Also der Film hüpft
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dann halt auch über gesellschaftliche Unterschiede, über Milieus.
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Sie werden dann auch von einem Gangsterboss, dessen Leben sie retten,
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werden sie dann halt auch aufgenommen.
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Dann sind zum Beispiel, das finde ich auch interessant, Friedhöfe sind für Obdachlose
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dann quasi so eine Nahrungsquelle.
Micz Flor
0:30:13–0:30:15
Ja, das wusste ich auch nicht, aber es ist naheliegend.
Florian Clauß
0:30:15–0:30:20
Ja, das ist total naheliegend, weil auf den Friedhöfen in Japan häufig dann
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eben Nahrungsmittel für die Gestorbenen ausgelegt werden.
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Und ganz oft, ich kenne das auch aus China, dass dann halt so alkoholische Getränke
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wie Schnaps und Wein an den Gräbern dann halt steht.
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Und das war dann halt für die dann wirklich so eine Entdeckung,
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hier Friedhof, wir sind gerettet, als die ja den größten Hunger haben.
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Gin sich dann halt irgendwie so eine Schnapsflasche reinpfeifen kann.
Micz Flor
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Und dann eben auch da selbst ein Wunder passiert, dass sie dann wirklich auch
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Milch und Windeln für das Baby finden.
Florian Clauß
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Stimmt, ja genau, weil nämlich auf einem Grab dann die Windeln und die Milch
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steht. Da suchen sie nämlich das.
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Das Baby heult, aber das Baby ist so im Hintergrund.
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Die Versorgung, also diese Grundversorgung ist gewährleistet,
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das heißt, sie schaffen es zu wickeln, weil Jin selber noch seine Erfahrungen
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im Wickeln mit seiner Tochter hat.
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Sie schaffen das dann halt auch entsprechend mit der Milch und dem Wasser.
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Dann muss Miyoko losgehen und Wasser besorgen für die Milch.
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Es wird dann auch sehr liebevoll gesorgt um das Kind.
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Also das heißt, die Fürsorge bringen die Obdachlosen eben dann mit.
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Und das schweißt sie natürlich als Familie zusammen, aber gleichzeitig fragmentiert
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das auch in dieser Odyssee.
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Immer wieder werden irgendwelche Figuren gespaltet.
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Also das heißt, von der Familie dann halt rausgenommen. Die werden dann,
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keine Ahnung, Gin baut dann auch zusammen.
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Ein Unfall? Oder wie ist das noch?
Micz Flor
0:31:50–0:31:51
Die Gin wird zusammengeschlagen.
Florian Clauß
0:31:51–0:31:56
Ja, wird zusammengeschlagen. Sie werden immer wieder mit ihrer Herkunft als
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Obdachlose konfrontiert mit der Gesellschaft.
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In der U-Bahn rumpfen alle.
Micz Flor
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Ja, da halten sich die Nase zu.
Florian Clauß
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Weil die so stinken, aber die stinken auch so. Oder es gibt eine Szene,
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wo Gin dann einen alten Mann, der dann auch Obdachloser ist und im Sterben liegt
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und ihm den letzten Wunsch erfüllt.
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Und dann kriegt er noch mal dieses Päckchen von ihm mit. Und weißt du,
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was in diesem Päckchen ist?
Micz Flor
0:32:23–0:32:26
Nee, das ist gut, dass du sagst. Das habe ich gar nicht mehr verfolgt.
Florian Clauß
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Das hast du nicht mehr verfolgt. Da sind die Lose drin.
Micz Flor
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Ah, diese 1, 1, 1, 1. Das sieht man dann zum Schluss.
Florian Clauß
0:32:33–0:32:39
Genau, es gibt zum Schluss ein Wunder, was sie mit Geld überschüttet.
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Es gibt eine sehr seltene Gewinnzahl.
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Das ist, wie Mitch gerade schon gesagt hat, die 1, das Glückslos.
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Diese Losnummer oder dieses Los bekommt dann Gin von diesem sterbenden Obdachlosen
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noch einen letzten Wunsch. Der letzte Wunsch ist, ich will besoffen sterben.
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Gin hat dann noch die Flasche vom Friedhof dabei und dann freut er sich und
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kann halt dann so sterben.
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Dann kommen dann im nächsten Schnitt halt so ein paar Jugendliche,
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die halt Obdachlose zusammenschlagen wollen und vermöbeln Gin.
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Der kommt ins Krankenhaus, Das wird eingeliefert und gleichzeitig sind dann
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auch wieder Miyuko und Hanna auf einmal im Krankenhaus, weil,
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Und jetzt ist es wieder so, hä, ich kriege die Geschichte nicht mehr zusammen.
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Warum sind die im Krankenhaus, Mitch? Kannst du dich noch erinnern?
Micz Flor
0:33:26–0:33:29
Ja, aber nachdem er vermöbelt wird, wird er nicht im Krankenhaus eingeliefert,
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sondern wird von diesem Engel gefunden.
Florian Clauß
0:33:31–0:33:31
Nein, stimmt.
Micz Flor
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Und in diesem Etablissement mit der Mutter. Und deshalb treffen sie dann auf
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die Mutter da wieder zusammen.
Florian Clauß
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Genau. Und das ist noch mal so die letzte Zufluchtsort, den Hannah dann mit
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dem Kind doch in Erwägung zieht, eben diese Bar, wo sie rausgegangen ist, dahin zurückzukehren.
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Und sie wird aber total herzlich eben von der Mutter aufgenommen.
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Und alle haben sich Sorgen gemacht.
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Genau, da liegt Gin auf einmal von den anderen Damen des Hauses verarztet auf der Couch.
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Also auch wieder eine wunderbare Zusammenführung.
Micz Flor
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Ja, die wurden da auseinandergerissen. Also jetzt sind wir doch so im Detail des Films wieder drin.
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Aber es wird vielleicht deutlich, dass man wirklich das Gefühl hat,
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es sind unfassbar interessante kurze Kapitel und kleine Bilder,
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die aber schwer so auf der Perlenkette hintereinander zu machen sind, aber es war so, dass sie,
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wurde nicht das Mädchen mit dem Kind entführt von dem Täter,
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der versucht hat, den Stinksboss zu erschießen, das war so ein Bandenkrieg.
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Und die landete dann in einer, glaube ich, spanisch sprechenden Familie.
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Die sich irgendwie für die Mutter konnte dann, die gerade selber ein Kind hatte,
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konnte auch das kleine Findelkind dann noch mit stillen.
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Und dann hatten wir so ein Mädchen-Moment irgendwie, wo sie sich nebeneinander
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Fotos angeguckt haben und so ein bisschen gequatscht haben, obwohl sie gar nicht
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miteinander reden konnten.
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Und von dort musste dann alles wieder zusammengeführt werden.
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Und das war dann auf der einen Seite, Chin wurde verprügelt.
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Tot, guckt er hoch und sieht einen Engel. Also das Engelsmotiv kommt immer wieder auch.
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Die Katze hat ja auch Engelsflügel von der Tochter oder von dem Mädchen der
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drei und das kommt immer wieder mal rein.
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Hannah geht dann, aber wie, wie ist, ja, okay, also man verharrt,
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ich weiß jetzt nicht mehr, wie das Mädchen da dazugekommen ist zu Hannah.
Florian Clauß
0:35:21–0:35:25
Ja, ich glaube, wir müssen noch mal einen wichtigen Punkt sagen,
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nämlich in diesem Korb, wo das Baby drin lag, da gab es auch einen Schlüssel.
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Zu einem Schließfach. Und das ist so, nämlich da finden die die ganzen Hinweise zu der Mutter.
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Und da finden sie auch einen Stapel von Bildern.
Micz Flor
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Der angeblichen Mutter.
Florian Clauß
0:35:40–0:35:43
Der angeblichen Mutter, wo so zwei Türme abgebildet sind.
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Und die rennen dann auch von einem Schließfach ins nächste, weil die finden
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dann auf einmal in dem einen Schließfach dann wieder einen anderen Schlüssel
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zum nächsten Schließfach und beklagen sich schon, dass die die ganze Zeit Geld
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für dieses Schließfach hier reinwerfen müssen.
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Und so finden sie halt lauter Fragmente von der Familie oder von der Mutter
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mit ihrem Mann und können so quasi, wir müssen jetzt hier durch den Schlamm.
Micz Flor
0:36:09–0:36:11
Meinst du, hier ist keine Jagd auf der Seite?
Florian Clauß
0:36:12–0:36:13
Nein, wenn das jetzt nicht gesperrt ist.
Micz Flor
0:36:14–0:36:18
Naja, es ist halt irgendwie eher so ein Matschweg jetzt. Vielleicht hat sich
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keiner die Mühe gemacht, den zu sperren.
Florian Clauß
0:36:23–0:36:25
Hast du nicht deine Neonweste dabei?
Micz Flor
0:36:26–0:36:26
Was?
Florian Clauß
0:36:26–0:36:28
Hast du nicht deine Neonweste dabei?
Micz Flor
0:36:29–0:36:30
Ja, keine Ahnung.
Florian Clauß
0:36:30–0:36:34
Deine Anti-Jagdweste. Bitte schieß mich nicht.
0:36:36–0:36:39
Schieß mich lieber. Genau.
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Und so sind sie quasi auf der Suche nach diesen zwei Türmen,
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die eben im Hintergrund von einem Bild, wo die beiden abgebildet sind,
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auf dem Balkon. und finden tatsächlich auch das Haus.
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Nur das Haus ist total abgerissen, als dann Jin den Schlüssel in die Tür steckt,
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wo dann nur noch die Tür dann quasi als Rahmen steht.
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Und er eintritt und meint so, er passt, der Schlüssel. Also es ist quasi so
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ein bisschen auch so ein Kriminal.
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Das ist dann halt von einer Station zur Nächste, so ein Kriminalfilm.
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Das ist hinweisen, gucken und weiter.
Micz Flor
0:37:15–0:37:19
Ja, es ist so ein bisschen abstrus, weil wenn du ganz rauszoomst,
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dann bräuchten die gar nicht so viel rumrennen, weil irgendwann die Auflösung
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des Ganzen wird zum Schluss sein,
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dass im Fernseher dieses Kind gezeigt wird, es sei entführt worden im Krankenhaus.
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Und das ist ein Hinweis, den hätten sie überall gesehen.
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Ihre Tour war dafür gar nicht notwendig.
Florian Clauß
0:37:37–0:37:38
Ja, das stimmt.
Micz Flor
0:37:38–0:37:42
Und in gewisser Weise haben sie es verschlimmbessert, als sie dann die Falschmutter finden.
Florian Clauß
0:37:42–0:37:43
Genau.
Micz Flor
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Aber in dieser Tour, die sie gemacht haben, sonst gäbe es den Film gar nicht,
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Dazwischen passieren eben immer wieder kleine Wunder.
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Und Detektivarbeit, die wechseln sich immer so ab, finde ich.
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Also die strengen sich an, diesen Ort zu finden. Im Hintergrund sind eben zwei
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Häuser, wie so Twin Towers zu sehen.
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Und dann versuchen sie, den Ort zu finden, von wo aus das Foto gemacht wurde.
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Das ist dann die Detektivarbeit, die sie leisten. Aber dass sie überhaupt mit
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dem Schlüssel dahin kommen oder dass dann da sich wieder ein Hinweis auf was anderes findet.
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Oft ist es halt so wundersam, dass überhaupt was passiert.
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In einer Szene werden sie fast von einem Krankenwagen totgefahren,
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der in ein Café reinrauscht, in dem sie gerade noch drin waren.
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Aber sie sind dann, weil ein Gast sie verprügeln wollte, aus dem Café rausgegangen.
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In dem Moment rauscht es hinter denen.
Florian Clauß
0:38:32–0:38:38
Der Kassierer ist dann gefolgt. Und alle gucken dann sich so um und dachten, okay, ich gehe da mal.
Micz Flor
0:38:38–0:38:43
Das sind so diese Sachen, finde ich. Zwischendrin haben wir immer dieses Wechselspiel
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zwischen Detektivarbeit, die ja auch für so einen Film spannend ist,
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wie so ein Roadmovie, kommt dann der nächste Clou, der nächste Clou,
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der nächste Clou, so ein Whodunit.
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Und auf der anderen Seite aber auch das Fantasy-Element, das Fantastische,
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das Wunder der Christmas-Zeit.
Florian Clauß
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Und du hast natürlich diese starke emotionale Verbundenheit mit den Figuren,
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weil Hannah in ihrer Expressivität, die mag man einfach dann als Charakter.
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Gin, also man mag alle drei, aber gleichzeitig sind die auch nicht so zugänglich.
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Sie sind halt nicht so superschön oder so tolle Charaktere, sondern sie sind
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halt so mit allen Ecken und Kanten.
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Ja, und das finde ich halt toll, dass der Film es schafft, dass man die dann
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halt auch so emotional so mag.
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Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass du in so einem Weihnachtsfilm auch,
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Figuren hast, mit denen du dich halt so emotional ganz stark verbindest.
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Und das schafft der Film, ja.
Micz Flor
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Ja, und es ist so ein bisschen auch,
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In der Dynamik, das Mädchen fragte dann immer Hanna an zwei,
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drei Punkten, ob sie denn nicht in Jin verliebt sei eigentlich.
Florian Clauß
0:39:51–0:39:51
Ja, stimmt.
Micz Flor
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Das kommt dann irgendwie auch noch so mit dazu. Und was ich vorhin sagte,
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wo Hanna so dann so aufkarikiert,
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aufklärerisch, agitiert im Krankenhaus diese Szene zunichte macht zwischen Jin und seiner Tochter.
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Da spielt es auch so ein bisschen mit, finde ich. Ist das jetzt eine Form von
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möglicher Eifersucht, dass Gin jetzt über seine Tochter vielleicht wieder in
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die Familie kommt und das bleibt unklar.
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Aber die Dynamik zwischen denen ist auf alle Fälle auch ein ganz wichtiger Teil.
Florian Clauß
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Ja, genau. Hanna, das ist das, was ich vorhin verwechselt habe,
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aber Hanna ist ins Krankenhaus gekommen, weil sie dann so einen schwächer Anfall hat.
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In diesem Krankenhaus findet dann Gin seine Tochter, die als Krankenschwester
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arbeitet und hat auf einmal wieder Kontakt zu seiner Familie.
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Und Hanna wird in ihrer Schwäche auf einmal wieder zu einer unglaublichen zetternden
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Person, die dann auch sagt, okay, die hat ihren Schwächeanfall überwunden jetzt.
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Und dann ziehen sie weiter und vielleicht kann man das dann,
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du hast es ja auch schon gesagt, Nämlich in einer Szene finden dann Hana und
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Miyuku die richtige Mutter,
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wie sie sich gerade die Brücke herunterstürzen will.
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Und guck mal hier, die Rehe. Da sieht man das Ergebnis der Jagd.
Micz Flor
0:41:15–0:41:17
Oh, wir sind also wirklich im Jagdgebiet.
Florian Clauß
0:41:19–0:41:21
Aber es war eigentlich abgesperrt mit.
Micz Flor
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Und die haben uns gegrüßt. Die haben uns nicht zurückgegangen.
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Wir sind vielleicht auch ein Leckerli.
Florian Clauß
0:41:31–0:41:34
Das wäre dann so ein bisschen wie Blair Witch Project, wenn man den Podcast
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auf einmal in so eine Jagd abkippt.
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Blair Brandenburg Project.
Micz Flor
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Dieses Finale ins zweite Finale, oder Showdown ins zweiten Showdown in der Zeit,
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weil sie finden die Mutter, die aber interessanterweise auch schon einem komisch
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vorkommt. Die finden sie fast zufällig.
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Hannah und das Mädchen laufen über eine Brücke.
Florian Clauß
0:41:59–0:42:01
Fast zufällig ist gut gesagt bei dem.
Micz Flor
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Und während sie über die Brücke gehen, sieht man im Hintergrund,
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wie eine Frau hochklettert und sich umbringen will. Und dann halten sie die
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zurück, reißen die runter.
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Und dann ist auch so eine Hannah-Situation. Und die Frau, die da springen wollte,
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sieht dann auf einmal das Kind und dann ...
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Erkennt sie ihr Kind und die anderen erkennen, dass sie ihr Kind erkennt.
Florian Clauß
0:42:22–0:42:26
Ja, weil sie die Bilder von ihr die ganze Zeit dann auch haben und gucken.
Micz Flor
0:42:26–0:42:31
Und dann ist es so auch wieder ein Wunder, wie das zusammenkommt.
0:42:31–0:42:35
Und sie wollte sich umbringen, weil sie das, das wurde vorher als Motiv auch
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ein paar Mal erwähnt, dass die Mutter sich vielleicht umbringen will,
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weil sie ihr Kind verloren hat.
Florian Clauß
0:42:39–0:42:41
Genau, weil sie ihr Kind verloren hat. Aber was man dann erfährt,
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ist tatsächlich, und das ist auch wieder so ein Randthema,
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ein Tabuthema, was halt nicht oft in Filmen dann thematisiert wird,
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nämlich, dass sie eine Totgeburt hatte und dann irgendein Kind genommen hat,
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weil sie es nicht verkraftet hat.
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Gleichzeitig ist sie auch vom Zeichenstil so krass, finde ich.
Micz Flor
0:43:02–0:43:06
Das wollte ich nämlich sagen, sie ist sehr blass, sehr grau und in dem Moment,
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wo sie dann das Kind bekommt, hat man so das Gefühl, irgendwas stimmt da nicht.
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Das ist schon sehr gut gemacht, weil Man kann sich nicht gut damit anfreunden,
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dass die das Kind dann hat. Dann will sie ihm die Brust geben.
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Das Kind will die Brust auch nicht auf so einem Spielplatz. Das ist alles grau und schwierig.
Florian Clauß
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Ja, und parallel dazu findet Jin halt den Mann zu der Frau.
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Ja, der dann aber auch so, also so eine Animation wie so Uncanny Valley.
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Man hat immer so, irgendwas ist komisch bei den Figuren.
Micz Flor
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Ja, genau. Das Gesicht ist irgendwie, da stimmen die Proportionen nicht.
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Es formt sich immer, aber ganz subtil.
Florian Clauß
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Ganz subtil, fand ich auch. So ein bisschen hat mich das auch an die,
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weiß ich nicht, an Otomo, der Akira gezeichnet hat, mit dem auch Satoshi Kon
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den Film Memories, das ist so ein Kurzfilm,
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da hat er eine Geschichte quasi von Otomo gezeichnet.
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Also er war auch so ein bisschen in Otomos als jemand, der ihn dann auch mit groß gemacht hat.
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Ja, und der hat auch solche, bei den Selbstmörderparadies, ich weiß nicht, ob du das...
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Die Geschichte kennst, das ist auch von Otomo an früher, wo dann halt so in
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diesen japanischen Hochhäusern dann so ein alter Mann, der ganz viel so Zeug
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an das Rollstuhl spielt.
Micz Flor
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Das sind Dreiteile oder so.
Florian Clauß
0:44:24–0:44:25
Das habe ich gesehen.
Micz Flor
0:44:25–0:44:25
Ja super.
Florian Clauß
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Und da sind auch immer so diese Figuren, die mit ganz wenig Strichen dann auf
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einmal so eine ganz komische Stimmung erzeugen können und so eine Unruhe haben.
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Genau, und er findet den dann und dann kommt es eigentlich zu so einer finalen
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Verfolgungsszene, weil dann ihnen klar wird, das ist nicht die Frau.
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Das kriegen dann auch Hanna und Miyuko mit im Fernsehen und sehen dann halt,
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dass sie nicht die Frau ist von dem Kind.
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Und dann gibt es diese Verfolgungsszene, die auch unglaublich spektakulär ist,
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wo sie dann mit einem Taxi, Jin mit einem Fahrrad, dann die Frau hat dann einen
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Laster genommen mit dem Kind zusammen,
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wo sie dann halt durch Tokio rasen und in so einen Tower reinfahren Und dort
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dann auf dem Dach kommt es quasi zu dieser Schlüsselszene,
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wo dann tatsächlich die Frau mit dem Kind dann sich entscheidet,
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in die Tiefe zu stürzen und die drei Obdachlosen dann im Hintergrund befinden.
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Sie retten, ja, also noch gerade so am Abgrund festhalten und es eskaliert immer
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weiter, dann fliegen sie noch so auf so ein Zwischendeck, ja,
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und dann aber springt die Frau, also sie lässt sich tatsächlich nicht von dem Sprung abbringen, ja.
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Sie springt quasi, wird zurückgehalten, das Baby fällt, Hannah stürzt sich hinterher
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und dann kommt dieser magische Moment, ja.
Micz Flor
0:45:49–0:45:50
Ja, wieder magisch, ja.
Florian Clauß
0:45:50–0:45:55
Und der magische Moment, wo dann eine riesen Fahne dann quasi von so einem Windstoß,
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man sieht dann aus der Perspektive, das Wind ist.
Micz Flor
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In einer Hand hält sie das Kind, in der anderen Hand hält sie sich an dieser Fahne fest.
Florian Clauß
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Genau, aber der Windstoß kommt erstmal an und weht diese Fahne hoch und dann
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kann Hannah quasi diese Fahne ergreifen und dann ist der Film ganz still und hat so ein ganz...
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Heiligen Momenten. Man sieht dann im Hintergrund in der Straßenflucht zwischen
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den Häuserfronten die Sonne aufgehen.
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Es wird dann quasi auch von der Sonne erleuchtet.
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Langsam in einem ganz stillen Moment mit Hilfe der Fahnen als Segel gleitet
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sie dann zur Straße herunter und wird ganz sanft dann so abgesetzt.
Micz Flor
0:46:35–0:46:42
Und es ist auch ganz still, wirklich, weil die Tonspur ist auf Null in dem Moment. Da ist kein Ton.
Florian Clauß
0:46:42–0:46:46
Und das ist wirklich so ein toller Moment an dem Film, der dann halt nochmal
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so alles zusammenbringt und das ist halt so auch das Wunder.
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Genau, dann wird auch nebenbei noch die Superglückszahl ausgerufen und Miyuku
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findet ihren Vater wieder.
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Der Vater hat nämlich ermittelt, bei dem Ehepaar, die das Kind eben vermisst
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haben, Also die dann auch auf dieser Geburtenstation lagen, wo die eine dann
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eben das Kind entführt hat.
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Und es kommt dann wieder ganz viel zusammen.
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Miyoko, man sieht dann halt schon so, dass der Vater, dass die sich die ganze
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Zeit gesorgt haben um Miyoko und wollen, dass es ihr gut geht.
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Und das ist auch wieder so eine Art von Zusammenführung, Familienzusammenführung.
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Und ja, es ist ein super Happy End irgendwo. Ja, das ist nämlich auch ein wesentliches
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Merkmal von Weihnachtsfilm Happy End.
Micz Flor
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Selbst bei Bruce Willis in Die Hard, wo alles schief gehen könnte,
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aber es findet alles eine gute Auflösung.
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Der Film nicht natürlich da aufhört, wo man dann nicht weiß,
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wie es jetzt weitergeht mit Gin und seiner Tochter oder nicht.
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Er hört genau in dem Moment auf, wo alles gut ist.
Florian Clauß
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Ja, muss er auch nicht weitererzählen, weil ich glaube, die Botschaft hat er
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schon jetzt so rübergebracht.
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Also es ist halt eine frohe Botschaft.
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Ja, und es geht um Werte wie Familie, Zusammengehörigkeit, Nächstenliebe und
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natürlich, was er auch gemacht hat, alle Charaktere in diesem Film sind gewachsen.
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Jin ist von einem Alkoholiker zu einer verantwortungsvollen Person geworden,
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der dann halt auch quasi so maßgeblich dann mit dem Rad, ja,
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wie er dann diese Verfolgungsjagd hatte, also wo er dann tatsächlich so diese
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Radrennfahrerkarriere dann… Ja.
Micz Flor
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Stimmt, das ist mir vorher gar nicht so eingefallen.
Florian Clauß
0:48:46–0:48:48
Also irgendwie kommt jeder wieder mit seinen,
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mit seinen Qualitäten da zum Vorschein. Und Hannah als die Retterin halt, als die Madonna,
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als diejenige, die halt das Kind, also sie ist ja dann quasi auch mehr oder
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weniger die Jungfrau Maria, weil das wurde auch so ein bisschen thematisiert
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in dem Film, dass sie als, sie würde ja auch, sie könnte, es wäre ihr Kind,
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sie fühlt sich so als Frau, sie könnte ja auch ein Kind bekommen.
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Ja, aber natürlich ist die ganze Weihnachtsgeschichte auf eine Jungfrauengeburt.
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Ja, warum soll nicht auch eine Transperson dann halt auch...
Micz Flor
0:49:22–0:49:26
Ja, das ist ja das Argument, sagt Jesus, all das, das ist ja angeblich unmöglich
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und ein Wunder, dann kann mir das ja auch passieren.
Florian Clauß
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Genau. Das ist jetzt der Krummsee übrigens. Ich habe es mir irgendwie romantischer vorgestellt.
Micz Flor
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Wir laufen hier, ich bin so ein bisschen angespannt und versuche Schüsse zu
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hören oder nicht. in der Jagd-Saison hier rumlaufen.
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The show must go on. Und das ist auch nicht der Weg, der denkt,
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oh, da vorne ist auch noch ein Feuer.
Florian Clauß
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Da werden jetzt schon die Rehe geräuchert.
Micz Flor
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Wenn wir gleich geräuchert.
Florian Clauß
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Mich hat jetzt auch beim Wiedersehen der Film schon sehr berührt.
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Und ich finde den nach wie vor als Weihnachtsfilm, wenn ihr noch nicht,
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also wenn ihr schon alle Weihnachtsfilme dieses Jahr geguckt habt,
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diesen kennt ihr jetzt auch.
Micz Flor
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Wir sind immer wieder, wir versuchen immer wieder kürzer zu erklären,
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aber dann ziehen wir doch alles durch.
Florian Clauß
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Ja, ich glaube, wir sind jetzt aber auch nicht so tief reingegangen.
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Wir haben so Fragmente berichtet und ich glaube, so ist das auch,
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was man von dem Film erinnert.
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Also der ist, glaube ich, so, wenn man den guckt, den kann man einfach super
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gucken zur Weihnachtszeit.
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Also unbedingt schauen und der Film hat auch...
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Eine Vorlage, eine westliche, eine Western-Vorlage tatsächlich. Und zwar von 1948.
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Three Godfathers. Da kommt auch Godfather quasi im Titel vor.
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Und da geht es auch um so, ich habe den nicht gesehen, aber das,
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was ich früher gelesen habe,
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um so drei Cowboys, die irgendwo in der Wüste dann halt ein Kind finden und
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dann eben auch auf so eine Reise geschickt werden.
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Satoshi Kon hat zusammen mit jemandem das Drehbuch geschrieben innerhalb von drei Monaten.
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Also er ist auch eine sehr starke Person, was jetzt das ganze Drehen von Drehbuch
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über Storyboard, also er ist sehr bestimmt in der Umsetzung.
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Das kann man sich auch vorstellen. Also das ist aber auch einer,
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der jetzt nicht im Gegensatz zu Studio Ghibli, wo ganz andere Budgets da sind, ne?
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Also die Filme von Satoshi Kon kommen immer mit recht wenig Budget.
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Ich glaube, der Film hat, ich weiß gar nicht, aber der war irgendwie so...
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Wie, wie viel? Aber der ist sehr wenig. Also ich glaube, es waren fast zwei
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Millionen, ist der ausgekommen in einer Produktionszeit von zwei Jahren.
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Also relativ schnell auch für Anime, von der ersten Idee bis hin zum fertigen Film.
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Und ist in Japan auch rausgekommen, sollte so ein Kassenschlager werden.
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Ich weiß gar nicht, wie er dann in Japan angekommen ist, ob es tatsächlich zum
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Kassenschlager geworden ist.
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Aber in dem Oeuvre von Satoshi Kon ist es so auch der zugänglichste,
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der normalste, wird gesagt, Film.
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Weil die anderen sind schon sehr speziell von den Geschichten.
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Zum Beispiel ist auch in dem Film Paprika, ich glaube es ist Paprika,
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dass der dann auch von Christopher Nolan gesehen wurde und diese ganze Inception-Idee,
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Also dieses Traum, ein Traum kommt halt aus diesem Film.
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Also es wird halt nachgesagt, dass Christopher Nolan das geklaut hätte.
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Aber man sagt eher, dass es eine Inspiration ist für Christopher Nolan.
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Ja klar, kann jeder machen, was er will. Aber es zeigt auch erstmal den Stellenwert von Satoshi Kon.
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Ja, er hat aufgrund seiner...
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Ich meine, einen kleinen Filmauswahl, aber doch sehr stark und auch nicht großartig
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vom Budget, hat er doch irgendwie eine unglaubliche Fame so im Nachhinein.
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Oder auch schon während er, also ich kann mich noch daran erinnern,
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dass ich auch tatsächlich von seinem Tod gehört habe und dann auch echt betroffen war.
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Es war wirklich so, es gibt wenig zeitgenössische Personen, wenn die sterben,
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dass man dann so eine Anteilnahme hat.
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Und bei Satoshi kann ich mich noch daran erinnern, dass er 2010 gestorben,
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dass ich da wirklich auch erschüttert war.
Micz Flor
0:53:39–0:53:44
Also ich habe den Film zum ersten Mal gesehen. Ich finde es irgendwie interessant,
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weil der ist ein Weihnachtsfilm, wird er überhaupt nicht kitschig.
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Ich würde sagen sogar, dass so ein kitschiges Emo-Gefühl ist das,
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was da am wenigsten vorkommt. Er ist lustig.
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Er ist dramatisch, wenn nicht sogar melodramatisch, was ja durch Hannah auch
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irgendwie so ein bisschen angelegt ist.
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Die am Anfang dann auch ihre ganzen inneren Projektionen der Weihnachtszeit
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und die reigende Biografie auf das Kind.
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Oh Gott, wenn dieses Kind nur einen Tag geliebt werden kann,
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dann hat sich alles erreicht.
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Bevor wir sie zur Polizei geben, ich werde sie lieben.
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Das hat sie verdient, jeder Mensch hat. Also sie ist sehr dramatisch.
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Dann ist halt viel Comedy auch drin und was du gesagt hast ist wirklich, es ist halt kein,
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fotorealistischer Film es ist halt gezeichnet, aber trotzdem ist dieses Tokio,
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was da gezeigt wird man möchte sehr gerne irgendwie mit dieser Stadt verbunden
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sein die da gezeigt wird also ich mach meinen Daumen hoch für Weihnachtsfilm man muss auch sagen.
Florian Clauß
0:54:45–0:54:50
Dass der Sound also die Musik, die auch damit produziert wurde ein,
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Komponist, jetzt habe ich auch den Namen nicht präsent, aber der auch häufiger
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mit Satoshi Kon zusammengearbeitet hat.
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Und das ist halt wirklich auch so eine Art von Schunkelmusik.
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Also sehr japanisch, so ein bisschen verzerrt, aber am Ende tanzen dann auch
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im Abspann die Hochhäuser in Tokio.
Micz Flor
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Ja, so ein bisschen so Karaoke-Atari-Musik.
Florian Clauß
0:55:16–0:55:21
Also man hat dann gleich einen Ohrwurm und das schaffen auch einige.
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Anime-Produktionen, die dann halt wirklich einen großartigen Soundtrack haben.
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Und bei Paprika ist es zum Beispiel, da gibt es eine Sequenz,
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die ist episch, wo dann halt auch so ein Marsch dann im Traum und dann so eine
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ganze, so eine Truppe von allen möglichen Traumwesen dann durch den Traum marschiert.
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Und dazu die Musik, die ist großartig.
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Also nur, das gibt es ja auch irgendwo als YouTube, kann man sich mal angucken. das ist wirklich toll.
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Also wirklich, Satoshi Con, unbedingt gucken, Empfehlung.
Micz Flor
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Ich habe das Gefühl, dass wir da noch mehr von hören werden,
0:55:59–0:56:02
was sei jetzt für dich selber, glaube ich, ein bisschen in ein...
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Du hast von Oeuvre gesprochen, ich habe das Gefühl, du wirst noch mehrere davon
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vielleicht reinziehen.
Florian Clauß
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Also ich war ja auch neulich Gast bei einem anderen Podcast,
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das habe ich, glaube ich, noch nicht erwähnt hier in diesem Podcast, und zwar bei Rewrite.
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Und wir haben über die Filmserie, die Zeichentrickserie, auf Netflix kommt die Pantheon gesprochen.
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Also hier auch, wer sich das anhören möchte, Rewrite Pantheon.
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Und ist es eine amerikanische Produktion? Ja, ich wollte damit sagen,
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Rewrite macht auch viele Podcasts über andere Animes und so weiter.
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Und einer davon ist auch Paprika, also den kann man sich da auch anhören.
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Also ich glaube, was nochmal für uns interessant wäre, wenn wir das uns näher
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angucken, dann wäre das fast dein Thema, weil ganz viel eben von diesen freudianischen
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Theorien da mit drinnen stecken.
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Und das wäre dann mal interessant, wie du das dann halt als Psychotherapeut
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dann auch so auf die Figuren guckst und auf die Entwicklung.
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Weil teilweise wird schon gesagt,
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dass Millennium Actress eigentlich dann so eine Art von Bergmann-Film sein kann,
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wo auch dieses Beagle-Motiv, diese Zerbrochenheit der Figuren durch Reflexion
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und durch Persona ist dann die Referenz von Bergmann,
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dass das dann so gezeigt wird.
Micz Flor
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Das sagst du jetzt natürlich auch vor dem Hintergrund, weil der Regisseur selber
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gesagt hat, seine Storys und so, die darf man sich gerne auch mal psychologisch
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deuten oder psychoanalytisch deuten.
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Das war ja sowas, wo er scheinbar das eingebaut hat und in gewisser Weise dann,
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auch wenn er sowas dann öffentlich kundtut...
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Irgendwie auch einlädt, gesehen zu werden. Das kann man mal machen.
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Also klar, dann gucke ich mir die mal an. Aber ich kann es jetzt nicht vorher
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sagen, ob ich da irgendwie einen Geistesblitz finde, in dem ich dann denke,
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wow, hey, Flo, wir müssen diesen Film jetzt besprechen.
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Ich habe dem, um es mit Zizek zu sagen, precise opposite Moment gefunden.
Florian Clauß
0:58:11–0:58:14
Ja, vielleicht ist es dann wieder so ein Ding, das wir zusammen machen können.
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Und dann gucken wir uns das Paprika zusammen an und können das dann mal auf
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diese Motive untersuchen.
Micz Flor
0:58:20–0:58:23
Und Paprika ist auch eine gute Brücke, weil ich habe ein bisschen Hunger. Du auch?
Florian Clauß
0:58:24–0:58:25
Ja.
Micz Flor
0:58:27–0:58:32
Wir kommen jetzt, glaube ich, langsam. Wir sind immer noch hier am Krummensee.
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Die Tour aus Krummensee. Aber ich glaube, wir kommen jetzt mit der Folge langsam zum Ende, oder?
Florian Clauß
0:58:37–0:58:42
Ja, mit der Spur nicht. Wir sind jetzt gerade am weitesten Punkt.
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Am weitesten? Ja, wir müssen eine ganze Ecke zurück.
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Aber mit der Folge sind wir am Ende. Ich hätte noch überlegt,
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ob man da irgendwie nochmal so in diese Kulturgeschichte von Weihnachtsfilmen einsteigen möchte.
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Ich weiß noch, als wir auch mal vor Jahren, das waren halt schon fast Jahrzehnte,
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hier mal draußen waren und zurückgefahren sind, da kommt man immer auf der Rückfahrt durch Marzahn.
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Und da gibt es ja diese Eastside Gallery in Marzahn. und dann haben wir da mal
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zusammen auch noch irgendwie beim Asiaten gegessen und sind durch Mediamarkt
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oder was wie es damals hieß, rumgegangen da hast du Medimax, glaube ich,
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keine Ahnung da hast du mir einen Weihnachtsfilm,
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geschenkt, den ich dann halt auf DVD, wo das noch tatsächlich...
Micz Flor
0:59:31–0:59:32
War die der Weihnachtself!
Florian Clauß
0:59:32–0:59:33
Genau!
Micz Flor
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Ich weiß nicht, ob das immer noch gilt, aber das war wirklich lange,
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lange Zeit mal ein All-Time-Favorite- Weihnachtsfilm Ich finde ihn ganz, ganz toll.
Florian Clauß
0:59:42–0:59:46
Und ich dachte, wir könnten vielleicht nochmal über unsere Weihnachtswirmerfahrung...
Micz Flor
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Kann ich dir einen komischen Fun-Fact erzählen?
Florian Clauß
0:59:48–0:59:49
Ja.
Micz Flor
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Ich habe irgendwo noch vier DVDs davon.
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Ich kann dir auch sagen, warum. Weil ich den nämlich nochmal verschenken wollte im Jahr drauf.
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Den auf Ebay gesucht habe. Und da gingen die DVDs, obwohl das schon DVD on its
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way out war, gingen die für 40, 50, 60 Euro weg.
Florian Clauß
1:00:07–1:00:07
War es?
Micz Flor
1:00:08–1:00:08
Ja, total.
Florian Clauß
1:00:11–1:00:12
Zu Weihnachtszeit ging es.
Micz Flor
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Genau, zur Weihnachtszeit. Und dann habe ich nach Weihnachten waren die dann bei 5, 6, 7 Euro.
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Da habe ich gedacht, Moment, mach, da hole ich mir mal vier. Und zu Weihnachten...
Florian Clauß
1:00:23–1:00:28
Bitcoins, genau. Wertlose, Bodycoins. Bodycoins.
Micz Flor
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Und die vier habe ich jetzt, jetzt muss ich das schnell nochmal probieren,
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ob das überhaupt noch geht, weil es gibt ja kaum noch DVD-Spieler.
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Aber das war damals mein Project.
Florian Clauß
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Money Project. Wir sind auch in irgendeiner Kiste bei dir, vier DVDs.
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Und da steht das Erbe für meine Kinder.
Micz Flor
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Es heißt DVD.
Florian Clauß
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Sehr gut. Ich habe, glaube ich, den Film gesehen, aber so richtig connecten konnte ich dann nicht.
Micz Flor
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Ja, das ist dann vielleicht für nächstes Jahr Buddy. Ich kann gerne über den Film sprechen.
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Das Motiv dieses Films ist, dass ein Menschenkind am Nordpol als Wichtel oder
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wie die auch immer in dem Deutschen heißen, also dem Weihnachtsmann die Spielzeuge
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bauen, aufgezogen wird.
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Irgendwann dann aber checkt, weil es dreimal so groß ist wie alle anderen,
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dass es vielleicht doch nicht genau dahin gehört.
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Und dann nach Manhattan kommt und seinen Vater findet, nachdem es den Ziehvater
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zur Rede gestellt hat und der hat einen Tipp gemacht. Und dann ist halt dieses,
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Erwachsene Kind, Will Ferrell, in Manhattan und benimmt sich halt wie ein Kind,
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das nur Weihnachten kennt.
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So, das ist der Plot.
Florian Clauß
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Ja, okay, aber es ist ja auch so klassisch, dass irgendwie so Kind in Erwachsenen und Familie.
Micz Flor
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Und der Erwachsene, den alle sehen, der halt dann immer auch Sachen sagt,
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die eigentlich nur Kinder sagen dürften. Und deshalb die ganze Zeit auch so
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soziale Grenzen überschreitet.
1:02:10–1:02:15
Und Will Ferrell ist halt einfach auch schon sehr, sehr lustig.
Florian Clauß
1:02:15–1:02:19
Ja, da muss ich nochmal eine Seitenbemerkung auch machen, weil das ist mir auch
1:02:19–1:02:24
aufgefallen, wie großartig das gespielt wurde, nämlich wo dann auch Kinder in,
1:02:26–1:02:33
Erwachsenenkörpern nämlich bei Alien Earth bei Alien Earth gibt es dann halt so die sogenannten Den.
Micz Flor
1:02:33–1:02:35
Musst du ja eh auch nochmal besprechen Ist das eine.
Florian Clauß
1:02:35–1:02:39
Vorausschau auf 2026? Body-Horror hatte ich das mal erwähnt.
1:02:39–1:02:44
Also es gibt dann quasi diejenigen, die dann ihren Mind, also ihren Geist,
1:02:44–1:02:45
dann halt in einen künstlichen Körper...
1:02:46–1:02:48
Überspielen können. Und das sind
1:02:48–1:02:52
Kinder, die dann im Sterben liegen oder Todeskrankheiten oder sowas haben.
1:02:52–1:02:57
Und die werden dann halt von so einem Multimilliardären, der dann diese Körper
1:02:57–1:03:01
entwickelt hat und die dann auch owned, mehr oder weniger, werden die dann halt
1:03:01–1:03:05
in einem Projekt dann halt so, das ist halt so eine Gruppe, ne?
1:03:05–1:03:08
Und die spielen dann halt so Gestik und Mimik von Kindern.
1:03:09–1:03:13
Das ist echt super. Da gibt es zwei Typen, die die ganze Zeit sich so ein bisschen
1:03:13–1:03:16
als Freunde gefunden haben und dann aber auch so die ganze Zeit kappeln.
1:03:16–1:03:18
Und dann so, oh Mann, komm schon.
1:03:19–1:03:23
Im Hintergrund kriecht dann halt so ein irgendein Alien oder so ein anderer
1:03:23–1:03:25
Parasit aus dem Weltall.
1:03:25–1:03:28
Kriecht ihn halt dann irgendwie so. Die sind auch so unverwundbar,
1:03:28–1:03:30
weil dann halt die Aliens nicht, die gehen eher auf Biomaterial.
1:03:31–1:03:34
Fällt mir jetzt nur spontan ein. Hat nichts mit einem Weihnachtsfilm zu tun.
1:03:35–1:03:38
Aber andere Weihnachtsfilme, Die Hard, hast du ja auch schon erwähnt,
1:03:38–1:03:40
ist auch immer der Classic.
1:03:40–1:03:45
Weil der auch zur Weihnachtszeit, aber Aber der Schnee fehlt auch am Ende, oder?
Micz Flor
1:03:46–1:03:52
Ja, ich glaube erst am Ende. Das ist dann sozusagen der Teppich über das ganze Desaster. Home Alone.
Florian Clauß
1:03:53–1:03:57
Home Alone, richtig. Kevin allein zu Hause. Ist auch, glaube ich,
1:03:57–1:03:59
ein ganz beliebter Weihnachtsfilm.
Micz Flor
1:04:00–1:04:05
Und im deutschen Sprachraum drei Haselnüsse für einen Aschenbrotel.
Florian Clauß
1:04:05–1:04:11
Ja, genau. Da kommst du halt in diese ganzen ARD-Mediathek-Märchenfilme. Das ist die eine Klasse.
Micz Flor
1:04:11–1:04:12
Das kannst du nicht über einen Kamm scheren.
Florian Clauß
1:04:12–1:04:18
Das sind ja diese tschechischen Filme, die dann, wir hatten das glaube ich auch
1:04:18–1:04:26
mal bei Schneewittchen erwähnt, in der Folge, als ich über Schneewittchen gesprochen habe. Selfie-Culture.
Micz Flor
1:04:26–1:04:29
Ja, Schneewittchen, wir haben keinen Schnee hier.
1:04:30–1:04:35
Und jetzt haben wir nochmal hinten wieder aufgemacht, frei assoziiert für andere Filme schon.
1:04:36–1:04:38
Jetzt wollen wir das schließen, die Folge.
Florian Clauß
1:04:39–1:04:40
Ja, jetzt machen wir die Tür zu.
Micz Flor
1:04:40–1:04:43
ZuhörerInnen eine...
1:04:43–1:04:47
Wer feiert eine fröhliche Weihnacht und einen guten Rutsch zu wünschen?
1:04:48–1:04:52
Wer nicht feiert, eine frohe Weihnachtszeit zu wünschen?
1:04:53–1:04:56
Die nächste Folge ist dann schon 2026.
Florian Clauß
1:04:57–1:05:02
Oder? Die nächste Folge wird am 01.01.2026 sein.
Micz Flor
1:05:02–1:05:06
Guck mal, jetzt sind wir aber direkt hier in der Schusslinie von so einem Hochsitz.
1:05:06–1:05:08
Da ist auch ein Hochsitz direkt vor uns.
Florian Clauß
1:05:08–1:05:13
Aber der war nicht abgesperrter Weg. Wir sind safe.
Micz Flor
1:05:13–1:05:19
Aber uns kam ein Auto entgegen mit toten Rehen hinten drauf.
Florian Clauß
1:05:19–1:05:20
Ja, die haben uns aber gegrüßt.
Micz Flor
1:05:20–1:05:21
Die Rehe.
Florian Clauß
1:05:23–1:05:23
Hallo.
Micz Flor
1:05:25–1:05:29
Ja, aber guck mal, da ist ein Sitz und da drüben ist ein Sitz und die müssen
1:05:29–1:05:32
gegen Deckung schießen. Gut, die müssen gleich da rüberschießen.
Florian Clauß
1:05:32–1:05:34
Es gibt überall Hochsitze in Brandenburg.
Micz Flor
1:05:34–1:05:37
Ja, aber wenn ein Jagdwochenende ist, ist es nochmal was anderes,
1:05:37–1:05:40
als wenn man irgendwie nochmal an irgendeinem Tag spazieren geht.
Florian Clauß
1:05:40–1:05:44
Ja, aber das ist so reguliert, die Jagd. Wenn die hier unterwegs wären,
1:05:44–1:05:46
dann müssen die das absperren.
Micz Flor
1:05:46–1:05:46
Okay.
Florian Clauß
1:05:47–1:05:49
Es ist ein unglaublich reguliertes Geschäft.
Micz Flor
1:05:50–1:05:56
Also hoffen wir, dass es 2026 eine Folge von uns gibt. Am 01.01.
Florian Clauß
1:05:56–1:05:58
Ja, wenn wir den Schuss übernehmen.

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"Als blickten wir in einen Spiegel, bleibt das, was wir sehen, verschwommen."

Der Anime GHOST IN THE SHELL von 1995 ist ähnlich bahnbrechend in der SciFi-Welt eingeschlagen wie der Film MATRIX vier Jahre später. GHOST IN THE SHELL schafft durch seine starken visuellen Effekte eine dichte atmosphärische Spannung. In Action eingehüllt erörtert der Film in einer dystopischen Zukunft tiefe philosophische Fragen über den Ursprung von Existenz und Leben. Doch bevor wir ausführlicher auf den Film zu sprechen kommen, liefert Flo etwas kinogeschichtlichen Überbau zu dem dritten Teil seiner Podcast-Reihe "Die großen Filmbewegungen in den 1990er Jahren, die das Kino revolutionierten". Dieses Mal stellt Flo die Asian New Wave Bewegung vor. Die Nouvelle Vague aus Europa - vornehmlich Frankreich - beeinflusste auch in verschiedenen asiatischen Ländern das Filmschaffen: in Hongkong, Japan und Korea gab es unterschiedliche Ausprägungen, die als New Asian Wave zusammengefasst werden. Flo schlägt dann doch noch mal einen Bogen in eine etwas andere Richtung: wir werfen einen Blick auf eine spezielle Filmgattung, die sich besonders in Japan entwickelte, da kulturell in der Kunstgattung Ukiyo-e verankert: dem Zeichentrickfilm oder Anime. Der erste Trickfilm stammt aus Japan aus dem Jahre 1907. Schon früh hat sich in Japan eine starke Trickfilm-Industrie aufgebaut und seit den 80ern weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Heute ist die aus der internationalen Popkultur nicht mehr wegzudenken. GHOST IN THE SHELL hat uns beide damals mächtig beeindruckt und obwohl Micz den Film seit knapp 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, kann er sich noch sehr genau an seine drei Lieblingsszenen erinnern. Der Hauptcharakter Kotono Kusanagi ist ein weiblicher Cyborg, der komplett aus synthetischem Material gebaut ist, aber sehr menschlich im Auftreten und Emotionen wirkt. Kotono arbeitet als Officer in der Einheit Sektion 9, die für Anti-Terror und Cyberkriminalität zuständig ist. Sie sind auf der Jagd nach dem sogenannten Puppet-Master, der sich in Menschen wie Cyborgs hacken kann und sie als „Shell“ benutzt. Wie sich herausstellt ist der Puppet-Master ein generiertes Geschöpf einer anderen Einheit, der Sektion 6. Diese hat mit dem Projekt 2501 den Puppet-Master geschaffen, um ihn für Spionage und Kriegszwecke einzusetzen. Der Puppet-Master befreit sich selbst und beantragt politisches Asyl, dafür verwendet er die verschiedene „Shells“. Er wird allerdings als Terrorist eingestuft und entsprechend verfolgt. Kotono Kusanagi entwickelt in dieser Verfolgung eine Beziehung zu dem Puppet-Master und findet im Dialog mit ihm Antworten auf ihre existentiellen Fragen. Wir stellen in diesen Fragestellungen eine Verbindung zum heutigen Diskurs zur künstlichen Intelligenz fest. Wir gehen auch der Frage nach, inwieweit Intelligenz einen Körper haben muss, um sich selbst zu begreifen oder zu reflektieren. Unsere Route führt uns diesmal durch den alten Kern von Westberlin: wir treffen uns am U-Bahnhof Spichernstraße, laufen die Pariser Straße entlang, um dann zum Kurfürstendamm zur Schaubühne zu stoßen. Wir setzen nach Charlottenburg über und verweilen noch etwas peripher im Schlagschatten des Schienenwaldes rund um den S-Bahnhof Berlin Charlottenburg.

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:03
Also, ich sag schon mal hallo. Hier ist Flo.
Micz Flor
0:00:03–0:00:06
Hallo, jetzt mit. Und zu meiner Linke steht Mitch, genau.
Florian Clauß
0:00:06–0:00:09
Ich kündige dich an. Achso, ja. Ja, aber ich will nur hallo sagen.
0:00:09–0:00:11
Ich will jetzt nur mal die Strecke kurz vorstellen. Willkommen. Okay.
Micz Flor
0:00:12–0:00:16
Kommen Sie eigentlich minus podcast.de. Da kann man das auch sehen.
0:00:16–0:00:20
Und jetzt stellt Flo die Strecke vor. Denn, weil wir sind die beiden,
0:00:20–0:00:24
die podcasten und beim Reden laufen und laufend reden. Jetzt du.
Florian Clauß
0:00:25–0:00:29
Wir haben uns in der Spichernstraße getroffen, also wirklich in der Spichernstraße.
0:00:29–0:00:34
Und werden jetzt hier raus Richtung Fasanenstraße laufen.
0:00:34–0:00:40
Und dann werden wir am Oliverplatz vorbeikommen und dann so ein bisschen über den Platz laufen.
0:00:41–0:00:47
Und wir machen einen Abschlecher zur Schaubühne und gehen dann in Richtung Wilmersdorfer
0:00:47–0:00:52
Straße und wollen uns nochmal so selber ein bisschen Weihnachtsessen gönnen, oder?
0:00:53–0:00:55
Auf jeden Fall. Wieder zu Good Friends.
Micz Flor
0:00:55–0:00:57
Zum Beispiel zu Good Friends.
Florian Clauß
0:00:57–0:00:59
Ja, weil das passt ja zu uns.
Micz Flor
0:01:00–0:01:04
Ja, hallo, hier ist eigentlich Podcast, wir sind schon angekündigt. Folge?
0:01:05–0:01:10
Also, wir sind jetzt bei Folge 42 und ich erinnere mich erst jetzt,
0:01:11–0:01:14
dass du mir mal einen kurzen Hinweis geschickt hattest, was du machst,
0:01:14–0:01:15
aber ich habe es total vergessen.
Florian Clauß
0:01:15–0:01:19
Worum geht es denn heute? Du hast es vergessen. Du kommentierst überhaupt nicht
0:01:19–0:01:20
mehr, was ich dir schicke.
0:01:20–0:01:24
Das hat mich auch so ein bisschen zunehmend ein bisschen traurig gemacht,
0:01:24–0:01:28
um das ganz unemotional zu formulieren.
0:01:29–0:01:34
Nein, ich mache heute den dritten Teil meiner Serie. Du erinnerst dich an meine Serie?
Micz Flor
0:01:34–0:01:41
Ja, die besten Filmtrends der 1990er Jahre. Genau.
0:01:41–0:01:45
Und dieses Mal hatten wir schon Dogma, wer das noch nicht gehört hat.
0:01:46–0:01:49
Festen und Idiotes hatten wir.
0:01:49–0:01:55
Dann hatten wir den Hyper, das Hyperlink Cinema in deiner letzten Folge.
0:01:55–0:01:59
Da ging es dann vertiefend auf um Magnolia.
0:02:00–0:02:02
Und jetzt geht es um Mumblecore.
Florian Clauß
0:02:04–0:02:05
Nein, Mumblecore hatten wir schon.
Micz Flor
0:02:06–0:02:08
Wir haben nur drüber gesprochen, wir haben nicht besprochen.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:14
Ja, aber doch, wir haben schon besprochen, als so ein Side-Genre von Dogma.
0:02:14–0:02:22
Nein, ich will heute über die Asian New Wave, aber eigentlich so ein Unterableger.
0:02:22–0:02:26
Das war so mein Schwenk in Richtung Nouvelle Vague auf Asiatisch.
0:02:27–0:02:34
Da gibt es auch einige Länderunterschiede. Also wenn man von Asian New Wave
0:02:34–0:02:39
spricht, dann spricht man da von verschiedenen neuen Wellen in asiatischen Ländern.
0:02:39–0:02:42
Ich habe mir jetzt mal ganz grob, ich will wieder so einen kleinen,
0:02:44–0:02:49
kinogeschichtlichen Überbau schaffen, bevor wir dann in den Film abtauchen.
0:02:50–0:02:57
Aber der Film kann sich nicht wirklich da so in den Novellwags von Asien finden.
Micz Flor
0:02:58–0:02:59
Moment. Moment.
0:03:00–0:03:03
Du biegst jetzt dein Thema zurecht, dass du über einen Film sprechen kannst,
0:03:04–0:03:05
über den du gerne sprechen möchtest.
0:03:05–0:03:10
Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ein Genre, über das du gerne sprechen
0:03:10–0:03:12
möchtest und das nicht so ganz passt.
Florian Clauß
0:03:12–0:03:16
Ja, aber ich hatte ja noch einen Untertitel zu meiner Reihe. Gut, dass du es sagst.
0:03:16–0:03:21
Nämlich die großen revolutionären Filmbewegungen der 90er.
0:03:21–0:03:25
Und dazu habe ich natürlich die Eisigen gewaved. Und dann der Untertitel ist,
0:03:25–0:03:29
was mich wirklich damals in den 90ern emotional bewegt hat.
0:03:30–0:03:32
Und das ist halt, dann passt es wieder.
0:03:32–0:03:36
Aber ich will trotzdem so ein bisschen, weil das ein interessanter Schwenk ist.
0:03:37–0:03:43
AC New Wave ist natürlich auch inspiriert von der französischen Nouvelle Vague,
0:03:43–0:03:44
haben wir ja auch besprochen.
0:03:45–0:03:52
Die Nouvelle Vague in Frankreich hat vor allen Dingen, ja, kam so aus dem Bereich der Kritiker.
0:03:52–0:03:58
Wir erinnern uns, Truffaut, Godard waren alles Kritiker in der renommierten Filmzeitschrift,
0:03:58–0:04:02
in der französischen, und haben sich dann quasi auf das Filmemachen eingelassen
0:04:02–0:04:07
und ganz neue Erzählstrukturen entwickelt und so weiter und Kameratechniken
0:04:07–0:04:11
und das Autorenkino unter anderem geschaffen.
0:04:11–0:04:16
Und wenn ich jetzt von der Asian New Wave spreche, dann möchte ich vor allen
0:04:16–0:04:18
Dingen so zwei Länder, vielleicht noch ein drittes dazu nehmen,
0:04:18–0:04:21
nämlich Hongkong als Land.
0:04:22–0:04:26
Also China, aber Hongkong ist vor allen Dingen verstärkt in dieser,
0:04:26–0:04:32
wenn man unter Asian New Wave googelt, dann kommt Hongkong und Japan.
0:04:32–0:04:37
Das sind so die zwei Schwerpunktländer und so ein bisschen Korea.
0:04:37–0:04:43
Korea spielt eine Sonderrolle, weil in Hongkong unterscheidet man zwischen zwei
0:04:43–0:04:47
Wellen, die sich da so in den Jahren ergeben haben.
0:04:47–0:04:50
Einmal zwischen den, ja das war so.
0:04:52–0:04:56
50er, 60er. Und Hongkong hat ja, hatten wir auch in anderen Folgen,
0:04:56–0:05:01
eine besondere Position in der Wirtschaft von China, nämlich es war nach wie
0:05:01–0:05:05
vor unter britischer, wie sagt man das,
0:05:05–0:05:07
Kronherrschaft oder Kolonie.
0:05:08–0:05:13
Es war keine Kolonie mehr, aber es hatte auf jeden Fall wirtschaftliche Sonderverträge
0:05:13–0:05:21
und in China natürlich eine komplett andere wirtschaftliche Position dadurch geschaffen.
0:05:22–0:05:26
Der Austausch mit dem Westen war da auch entsprechend träge angelegt.
0:05:27–0:05:32
Das heißt, viele Filmschaffende kamen dann auch nach Hongkong,
0:05:32–0:05:35
also aus dem Westen und haben da bestimmte Stile geprägt.
0:05:35–0:05:41
Gleichzeitig gibt es diese Verbundenheit von Hongkong-Kino zu Material Arts,
0:05:41–0:05:45
also da auch so eher so ein traditionelles chinesisches Genre.
0:05:46–0:05:50
Aber durch diesen Austausch haben sich so neue Erzählformen entwickelt. entwickelt.
0:05:50–0:05:55
Und dann das, was für uns vielleicht interessant ist und auch noch ein bisschen
0:05:55–0:06:01
präsenter ist, die zweite Welle, wo eigentlich dann nochmal so eine gewisse, ja,
0:06:01–0:06:07
so ein bisschen etabliert aus der ersten Welle eigene Filmstudios hervorgegangen sind.
0:06:07–0:06:14
Und in der zweiten Welle, Gerade in den 90ern haben wir dann auch die.
0:06:14–0:06:22
Da rechnet man zum Beispiel John Woo oder Wong Kar Wai mit Chunking Express.
0:06:22–0:06:28
Das war, glaube ich, so das, was ganz sinnbildlich für Hongkong-Kino,
0:06:28–0:06:32
China-Kino dann halt auch in den 90ern uns aufgefallen ist.
0:06:32–0:06:36
Und John Woo, ich weiß nicht, Better Tomorrow von 89, hast du den gesehen?
Micz Flor
0:06:37–0:06:37
Nee. Nee.
Florian Clauß
0:06:37–0:06:44
Das war ja so ein... Ja, John Woo hat sich ja so an der Grenze zwischen epischem
0:06:44–0:06:47
Actionfilm mit wie epischer,
0:06:49–0:06:53
Ja, hat er sich so ein bisschen etabliert, ist dann aber auch in den Westen
0:06:53–0:06:56
gegangen, hat einen Teil von Mission Impossible gedreht.
Micz Flor
0:06:58–0:07:00
Den schlechtesten, wenn ich das sagen darf. Ich finde den nicht gut.
Florian Clauß
0:07:01–0:07:02
Der ist nicht so cool.
Micz Flor
0:07:02–0:07:08
Also er hat halt so, ikonisch ist natürlich dieses auf dem Vorderrad Motorrad fahren.
0:07:09–0:07:15
Aber irgendwie, Faceoff fand ich super, aber ich habe mich sehr darauf gefreut
0:07:15–0:07:17
damals, Mission Impossible.
Florian Clauß
0:07:17–0:07:20
Aber hat nicht so richtig einen Pay-Off gehabt, finde ich auch.
0:07:21–0:07:25
Also genau, dieses Hongkong-China ist vor allen Dingen eben durch den wirtschaftlichen
0:07:25–0:07:29
Ausschwung, den eben Hongkong noch vorher als China durch die Verbindung in
0:07:29–0:07:32
den Westen erlebt hat, geprägt.
0:07:34–0:07:37
Und natürlich auch durch eine lockerere Zensur.
0:07:38–0:07:43
Also da ist sogar ein Zensator wie ein anderer in China, jetzt im Rest des Landes.
0:07:43–0:07:49
Das war halt nicht so ausgeprägt. Noch andere Filme der zweiten Welle,
0:07:49–0:07:53
ich weiß nicht, also Better Tomorrow, der ist von 86, ich habe 89 gerade gesagt, das ist von 86.
0:07:54–0:08:00
Rouge habe ich nicht gesehen von Stanley Kwan. City of Fire zum Beispiel von 87.
0:08:01–0:08:09
Dann Peking Opera Blues von Tsui Hark, den hört man auch, der oft als Produzent immer noch auftritt.
0:08:09–0:08:12
Und Junking Express ist 94. 90.
Micz Flor
0:08:14–0:08:17
Ich weiß gar nicht, ob du den irgendwie einordnen kannst oder willst,
0:08:17–0:08:21
aber als du Hongkong gesagt hast, ich weiß nicht warum, aber das erste,
0:08:21–0:08:26
was in den Kopf kam bei mir war Kung Fu Soccer. Kannst du dich an den Film noch erinnern?
Florian Clauß
0:08:26–0:08:32
Kung Fu, ja, das ist großartig. Das ist ein späterer Film, das ist von Kung Fu Hustle heißt der.
0:08:32–0:08:36
Und er hat noch aber auch einen Soccer-Film gemacht.
0:08:36–0:08:41
Der ist Wahnsinn. Der ist Wahnsinn. Ich habe den Namen jetzt gerade vergessen.
0:08:42–0:08:43
Aber der macht unglaublich Spaß.
Micz Flor
0:08:43–0:08:46
Ist das auch Hongkong? Das ist Hongkong.
Florian Clauß
0:08:46–0:08:51
Aber jetzt schon die dritte Welle. Oder es ist auf jeden Fall in den 2000er
0:08:51–0:08:53
gedreht worden, die Handbutters.
0:08:55–0:08:59
Der ist so filigran von den ganzen Choreografien.
0:08:59–0:09:04
Es gibt, glaube ich, keinen anderen Hongkong-Film oder Material-Arts-Film,
0:09:04–0:09:09
der so verspielt ist, so lustig und so absurd. Also der, absolute Empfehlung.
0:09:11–0:09:18
Fuhassl. Gucken wir nach Japan. Also Japan ist die Welle in Japan.
0:09:18–0:09:25
Nouvelle Vague war auch so 50er, 60er, also ein bisschen früher als die in Hongkong.
0:09:25–0:09:33
Und Japan war vor allen Dingen dadurch geprägt, dass sie durch den Krieg,
0:09:33–0:09:36
durch den Zweiten Weltkrieg, natürlich im Clinch mit Amerika,
0:09:36–0:09:39
dann aber erobert wurden von Amerika.
0:09:39–0:09:44
Es gibt in Japan in den 50ern einen unglaublichen amerikanischen Einfluss.
0:09:46–0:09:49
Einmal natürlich, weil die als Besatzer da aufgetaucht sind,
0:09:49–0:09:53
aber dann aber auch, weil die die ganze Kultur damit geprägt haben.
0:09:54–0:09:59
Japan hat sich dadurch auch stark in Richtung Westen geöffnet.
0:10:00–0:10:06
Das hat ja dann auch Kurosawa mit der Adaption von Shakespeare,
0:10:06–0:10:10
hatten wir ja auch in einer der frühen Folgen besprochen,
0:10:10–0:10:19
die Adaption von Shakespeare-Werken in traditionellen japanischen Settings hat
0:10:19–0:10:20
Kurosawa so groß gemacht.
0:10:20–0:10:27
Das heißt, Auch da gibt es diesen Austausch zwischen Westen und asiatischer Welt.
0:10:28–0:10:33
Und Kurosawa gilt aber dann noch schon als etabliert. Also wir haben in Japan
0:10:33–0:10:40
ein ganz starres Studiosystem, das durch die Nouvelle Vague aufgebrochen wurde.
0:10:40–0:10:44
Also es wurden kleinere Studios geschaffen.
0:10:44–0:10:51
Es wurde auch eine andere Filmförderung mit aufgebaut. Es wurde auch viel,
0:10:51–0:10:55
dass dann eben westliche Produktionen mitgefordert haben.
0:10:55–0:11:00
Also so einen Austausch, einen Kulturaustausch, Kulturförderungsaustausch gab es.
0:11:01–0:11:05
Also auch, wo sich auch die französische Nobelwerk so ein bisschen profiliert
0:11:05–0:11:08
hat, war ja in den Studentenunruhen in Paris, ja.
0:11:10–0:11:13
Algerienkrieg 50er Jahre und so weiter, wo sich das auch so ein bisschen politisiert
0:11:13–0:11:16
hat, die Bewegung. Und ähnlich war es in Japan.
0:11:16–0:11:21
Da gab es einen sogenannten, warte mal, das habe ich mir aufgeschrieben.
0:11:22–0:11:30
Und zwar hat Japan und Amerika haben dann zusammen eine Zusammenarbeit.
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The Treaty of Mutual Cooperation and Security, was dann letztendlich auch Amerika
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dazu, also die konnten dann eben auch Truppen auf japanischem Gebiet stationieren.
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Und das hat aber auch, also es gab so Studentenunruhen in Japan zu der Zeit gegen diesen Akt.
0:11:50–0:11:55
Und da hat sich auch so ein bisschen diese Nouvelle Vague so positioniert,
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die neue Welle. Und Filme sind da rausgekommen.
Micz Flor
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Ich wollte eine Sache noch, ich muss noch mal gucken, es gibt diesen großartigen
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Podcast Five Hundred Songs, der sich so mit der Entstehung des Rock'n'Roll und des Rock,
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Und da gibt es auch eine amerikanische Künstlerin, die sozusagen die erste Big in Japan war,
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die in den 50er Jahren schon in Amerika eigentlich keine Platten mehr verkauft
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hat, aber in Japan wieder erwarten, ganz groß rauskam, wo dann die Lieder auch gecovert wurden.
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Und vielleicht können wir die verlinken, weil da ist es auch ganz gut beschrieben
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und auch so eben in Soundbarspielen, wie dann da Rock'n'Roll-Lieder teilweise
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in Englisch und dann wieder eine Strophe Japanisch und so gesungen wurden.
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Also das war, wie du geschrieben hast, diese Öffnung auch.
Florian Clauß
0:12:44–0:12:49
Ja, also es gibt auch da Filme, die ich habe mal vor ein paar Jahren auf der Berlinale,
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ich weiß nicht mehr genau von welchem Regisseur das war, aber das war dann halt
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auch so in den 50ern und es war ein Farbfilm, es hatte genau diese Ästhetik
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von so Cinemascope-Filmen und die sind die ganze Zeit immer nur essen gegangen.
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Also sieht man ja eh in asiatischen Filmen, aber es war so total europäisch
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und amerikanisch geprägt. Die waren immer in so einem Dresscode,
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Armkleidung und so weiter.
0:13:11–0:13:16
Also auch dieser Übertrag von westlichen Werten hatte dann auch zur Folge,
0:13:16–0:13:21
dass eine gewisse freiere Sexualität oder so eine Beziehung dazu sich entwickelt hat.
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Und dass dann auch eben was in der japanischen Gesellschaft an tabuisierten
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Themen da über so eine Form dann auch gelockert werden konnte.
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Und die Regisseure der Nouvelle Vague, also der New Wave in Japan,
0:13:37–0:13:41
waren schon ein bisschen so an diesem Studiosystem wieder gebunden.
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Das heißt, die haben auch da entsprechend freiere Studios aufgebaut,
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aber die waren jetzt nicht komplett auf der Straße, so wie in Frankreich teilweise.
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Also Sexualität, verändernde Frauenrollen, Rassismus, das waren so die Themen,
0:13:56–0:13:59
die auch die Erzählstrukturen geprägt haben.
0:14:00–0:14:05
Genau, das war so der Punkt in Japan.
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Also vielleicht noch mal so ein paar Filme aus der Zeit.
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Das ist The Cruel Story of Youth von 1960 von Oshima. Kennt man, glaube ich, nicht.
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Also es geht um Jugendliche in der Nachkriegszeit, die so ein bisschen sozialkritisch
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im Milieu und so weiter beschrieben werden. Ich bin hause quasi.
0:14:29–0:14:34
Sowas in der Art oder halt irgendwie so wie, ja, mir fallen die italienischen.
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Aber es ist ja dann eher so Neorealismus. Tokio Drifter, den habe ich gesehen
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von 66, das ist von Seijun Suzuki,
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Onibaba ist von Shindo,
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ist so ein bisschen in diesem Horror und also es gibt auch eben so diese Tradition
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von japanischen Horrorfilmen, Haus ist auch nochmal so ein anderer,
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wo so Geistergeschichten sich mit Horrorelementen und so weiter verbinden.
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Und ja, ich glaube, die anderen, die kennt man jetzt nicht so sehr.
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Ja, zum Schluss noch mal kurz Korea. Korea hat nochmal eine Sonderposition,
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weil Korea war ja bis Anfang 80er mehr oder weniger eine Diktatur.
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Man hat sich dann erst geöffnet.
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Und war aber auch sehr schnell mit westlichen Einflüssen da.
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Also weil ja eh Südkorea dann eigentlich so eine amerikanisch gestützte Diktatur war gegen Nordkorea.
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Aber dann war die Verbindung schon da und das heißt auch, das war sehr offen westlich gegenüber.
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Und was da nochmal unterschiedlich war, dass die zum Beispiel,
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es gab jetzt nicht so eine freie Wirtschaftsfilmförderung,
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sondern es wurde von der Wirtschaft, also es gab ganz viel, dass dann Samsung
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oder so auch dann in die Filmförderung eingestiegen sind und da so diese Studios
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damit aufgebaut haben und die Regisseure.
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Ja, also das heißt, da war das auch schon wieder dann so in so einer Institution da mit drin.
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Ich meine, das kennt man ja ähnlich wie im Kunstmarkt. Dann ist es ja auch so,
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dass in Korea gibt es eigentlich keine so freien Künstler, sondern meistens
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werden die dann gesponsert von irgendwelchen Industrieunternehmen.
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Das hatte man ja auch in den 90ern. Das war ja eigentlich hier in Europa eher unüblich.
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Aber wenn du ein Kurierer Künstler bist und keine Industrie,
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eine große Company im Nacken hast, dann bist du erfolglos.
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Und ja, also in Korea haben sich auch diese Blockbuster dann so eingeführt.
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Auch dieses amerikanische Vorbild, dass man da wirklich so Straßenpfleger hatte,
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die dann die ganzen Leute in die Kino gebracht hat und dass halt auch dieser
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Aufbau von Kinos, das die ganze Wirtschaft angetrieben hat und so weiter,
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hatte schon auch einen wirtschaftlichen Faktor.
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Genau, also das wären jetzt mal so diese drei Länder, die ich jetzt so benannt haben wollte.
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Und generell kann man sagen, dass sich dadurch neue Erzählstrukturen und so weiter eingeführt,
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dass sich auch so junge Regisseurinnen und Regisseure, wobei dann eher Regisseure,
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also männliche Filmemacher, dann aktiv waren und sich das in den verschiedenen
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Ländern unterschiedlich ausgeprägt hat,
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aber doch so eine Bewegung.
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Also man kann sagen, so alle 20 Jahre passiert dann halt sowas.
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Dann muss ich das Kino ein bisschen neuer finden.
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Jetzt wollte ich zu dem Seitengenre gehen. Vielleicht ist dir jetzt wieder eingefallen,
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über welchen Film ich heute was erzählen möchte.
0:17:45–0:17:48
Immer noch nicht, Mitch. Du hättest die Möglichkeit gehabt.
Micz Flor
0:17:49–0:17:54
Wie lange? Also ich hätte jetzt diese halbe Stunde, hätte ich das mir erschließen können.
Florian Clauß
0:17:54–0:17:58
Ja, hättest du das einfach nachlesen können in unserem Signal-Chat.
Micz Flor
0:17:58–0:18:02
Nein, wir reden ja laufend. Wie soll ich ans Handy?
0:18:02–0:18:07
Ich meine, laufen beim Reden und laufend reden. Nee, reden beim Laufen.
Florian Clauß
0:18:07–0:18:13
Okay, dann taften wir uns mal an mein Thema heran. Und ich erzähl dir was, also ganz kurz.
Micz Flor
0:18:13–0:18:16
Ich muss jetzt den Film beraten. Bist du dir sicher, dass du den Film kennst?
0:18:16–0:18:19
Du hast mir das geschickt, das ist jetzt schon ein paar Wochen her. Ich hab's gelesen.
0:18:20–0:18:22
Ich hab jetzt nicht mal mehr in Erinnerung, ob ich es überhaupt kannte.
Florian Clauß
0:18:24–0:18:29
Den kennst du. Wenn du nicht sogar ein Tattoo von dem Film irgendwo auf deinem Körper hast.
Micz Flor
0:18:30–0:18:34
I'm totally tattoo-free. Tattoo und Patu.
Florian Clauß
0:18:35–0:18:38
Also dann nähern wir uns mal so schrittweise dem Film.
0:18:39–0:18:44
Ich möchte kurz, bevor wir da jetzt... Also in Japan gibt es ja nochmal diese
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Besonderheit der Nähe zum Comic, also des Mangas.
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Und daraus hat sich ja auch das Anime als ein Genre herauskristallisiert.
0:18:57–0:19:02
Anders als in Amerika, wo das ja eigentlich erst,
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ja gut, es gibt natürlich die Familienfilme von Disney, die gibt es ja schon immer,
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aber der Zeichentrickfilm ist in dem westlichen Kulturgebäude eigentlich immer
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eher so in der Etage von den Kindern drin und hat sich jetzt so zum Familienfilm
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und durch Pixar und so weiter ein bisschen etabliert.
0:19:24–0:19:30
Aber in Japan war es schon immer so, dass Comic, also ganz früher auch...
Micz Flor
0:19:30–0:19:34
Wobei ich da ganz kurz, es gab von Disney einen, so einen Propagandafilm während
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des Zweiten Weltkrieges, wo irgendein, ich weiß gar nicht, ob es ein General
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war oder ein Berater des Militärs, der hatte diese Position,
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man müsse die Luftwaffe irgendwie ausbauen.
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Und Disney hat das auch gedacht und hat dann quasi das transportiert über einen Animationsfilm.
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Also ich glaube, der war featurelänger fast. Oder war ein richtig langer Film.
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Mal gucken, ob der auf YouTube ist. Weil das fand ich ziemlich interessant,
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weil es wirklich so ist, dass man immer an so lustige Kurzfilme denkt.
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Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob das damals wirklich immer Kinderfilme
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waren. Gerade weil es ja auch aus dem Kino kommt.
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Und das war ja nicht immer, das war ja eher für Erwachsene anfangs, glaube ich.
Florian Clauß
0:20:14–0:20:19
Ja, es kann natürlich sein, dass sich da so in bestimmten Rändern und Botschaften,
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die sich dann halt auch den Zeichentrickfilm angenommen haben.
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Aber ich rede jetzt wirklich so vom Massenmarkt.
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Und der Massenmarkt war es halt nicht. Der ist jetzt erst so dann,
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und es war immer quasi dann so Familienfilm, also so, dass halt irgendwie die
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Eltern lachen können und auch die Kinder über bestimmte Witze,
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aber nicht immer über die gleichen.
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Während sich in Japan kulturell verankert, eben diese Zeichenkunst aus dem 17.
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Und 18. Jahrhundert dann stark auch an Erwachsene gerichtet hat und sich der
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Manga als Comic-Element und Anime als Bewegt-Film und auch speziell an Erwachsene gerichtet hat.
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In Japan auch den Ausdruck,
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von Ukiyo-e das ist tatsächlich auch ein Modell was man zum Rendern bei Midjourney
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nehmen kann also das ist so dieses typische,
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diese japanische Welle diese Figuren die dann halt auch wie Holzschnitte und Zeichnung,
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Tuschezeichnung und Ukiyo das setzt sich zusammen aus Ukiyo also Ukiyo und E
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Ukiyo heißt das irdische vergängliche,
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die irdische vergängliche Welt
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hat dann nochmal so auch diese Nähe zum Buddhismus da und E heißt Bild,
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also das ist so dieser Stil, der dann in Japan sich entwickelt hat und ich wollte
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nur noch sagen der erste wirklich nachgewiesene wahrscheinlich datierte von 1907,
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Zeichentrickfilm ist halt auch ein japanischer.
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Und dann siehst du, das kann man auf Wikipedia sich nochmal anschauen,
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wie so ein Junge in Matrosenanzug sich umdreht und an einer Tafel das japanische
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Wort für bewegte Bilder schreibt.
Micz Flor
0:22:19–0:22:20
Das ist ja lustig.
Florian Clauß
0:22:20–0:22:25
Und in den 80ern, ich will jetzt nicht lange über Animes und so weiter,
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in den 80ern haben wir natürlich diesen Aufstieg von Studio Ghibli.
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Wo dann die ersten Filme aus dem Studio von dem Regisseur da publiziert werden
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und wo der weltweite Durchbruch von Ghibli war eigentlich mehr oder weniger
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dann Prinzessin Mononoke und Chiyos Reise, wo es dann wirklich so weltweit,
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ich habe auch Mononoke damals auf der Berlinale gesehen und Jürgen Buttgereit im Forum gesehen.
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Und dann habe ich kurz mit ihm über den Film geredet, weil ich kannte ja noch
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Jürgen Butgereit von der Horrorfilm-Ausstellung.
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Und wir haben ein Bein von ihm bekommen, das er für seinen Film Schramm hat fertigen lassen.
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Und das war bei ihm im Keller. Da haben wir es bei Butgereit im Keller abgeholt.
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Und ja, also das war auch für mich so ein Wahnsinnserlebnis in diesem Film, diesen Film zu gucken.
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Also so habe ich dann halt auch noch nie Zeichentrickfilme vorher gesehen.
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Ja, und in den Nullerjahren und so weiter, dann gibt es halt diese Megaproduktionen,
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diese Serien, die über hunderte von Folgen laufen.
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Also wie jetzt hier auch zuletzt von Netflix verfilmt, wie heißt das noch, One Piece und Naruto.
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Und One Piece wurde jetzt real verfilmt von Netflix, also ist eher so mäßig, aber Pokémon.
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Also es diversifiziert sich in alle Richtungen, in alle Genres und so weiter. habe.
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Das hat mich aber, also bringt mich zu diesem Film, über den ich mit dir reden
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will, der mich halt wirklich völlig geflasht hat und immer noch beschäftigt.
Micz Flor
0:24:00–0:24:04
Lola Rennt. Ach ne, der japanische Film. Hongkong oder Japan?
Florian Clauß
0:24:04–0:24:09
Naja, ich habe jetzt Animes gerade. Hörst mir nicht zu, oder?
Micz Flor
0:24:09–0:24:13
Doch, genau, aber das kann ja trotzdem sein, dass du woanders hinsprichst.
Florian Clauß
0:24:13–0:24:14
Nein, nein, nein, ich habe ja gesagt...
Micz Flor
0:24:14–0:24:19
Ich hatte irgendwie in Erinnerung, also der koreanische Film per se ist ja auch
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was, was dich sehr greift.
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Und ich habe gedacht, du hast Korea dann noch mit dazu genommen,
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damit du dann für deinen Film nach Korea springen kannst.
Florian Clauß
0:24:27–0:24:32
Nein, nein, nein, ich wollte jetzt über einen Anime-Film sprechen.
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Und zwar von 1995 ist der.
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Und der meiner Ansicht nach so ganz viele Technologien und Visionen vorweggenommen
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hat, die heute immer noch so eine Tragweite haben und gerade heute in der Zeit,
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wissenschaftlicher Intelligenz und large language models nochmal eine ganz andere Dimension bekommen.
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Und wirklich faszinierend ist, wie in diesem Film auch diese philosophischen,
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also wirklich tiefgründigen Auseinandersetzungen geführt werden.
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Jetzt darfst du es sagen.
Micz Flor
0:25:06–0:25:09
Ja, also ich sage einfach meine drei Lieblingsszenen, an die ich mich irgendwie
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erinnere. Das hatte ich bei Magnolia ja auch so gemacht.
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Vielleicht können die Leute ja mitraten, die es doch jetzt irgendwie noch nicht
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gehört haben. Und das eine war, wie in so einem CCTV gucken sie sich einfach
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so an, wie so ein paar Leute in den Fahrstuhl reingehen, wieder rausgehen und
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die suchen halt irgendwie den Androiden oder sowas.
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Und das sieht alles ganz normal aus auf dem Bild, aber die haben dann sozusagen
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einen Second Screen und dann war dann, bei den zwei Leuten, die da reingegangen
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sind, wurde das Gewicht gemessen von einer halben Tonne oder sowas.
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Dann wusste man, ah, einer von den beiden.
Florian Clauß
0:25:40–0:25:45
Ja, und das war auch der White Man, der Weiße, und der war halt eine halbe Tonne schwer.
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Und das ist dieser, das kommt wahrscheinlich in eine zweite Lieblingsszene,
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wo der dann halt so eine Tastatur... Die Finger. Genau.
Micz Flor
0:25:51–0:25:53
Ja, das ist die zweite Lieblingsszene, wo er sich dann hinsetzt,
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weil der will dann in diese Hauptperson,
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sag ich mal, ich weiß jetzt gar nicht, ob man Frau sagen würde oder Mann oder
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wie auch immer, aber er setzt sich so ans Keyboard und spreizt die Hände und
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auf einmal geht jeder Finger so klack auseinander und dann hat er nicht nur
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zehn Finger, sondern 20 Finger und kann damit selber hacken.
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Und jetzt merke ich aber auch erst, dass die, das ist wirklich scheinbar die
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Szene, die hängen geblieben ist,
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weil nämlich genau danach dann diese dritte, dieses dritte Bild kommt,
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wo er hackt halt mit den Fingern in diese Person hinein und die Person hängt
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ja da so an der Wand und guckt ihn halt so an und bewegt nichts,
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aber hackt halt innerlich die ganze Zeit dagegen,
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versucht also innerlich so einen Riesenkampf, Ja. Das finde ich total super.
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Erinnert mich jetzt gerade so ein bisschen wie Mission Impossible,
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ich weiß nicht mehr welche Folge, wo die die Hasenpfote oder sowas aus diesem
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Glasgebäude holen müssen.
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Und dann sind alle, warten so und planen irgendwas und dann springt Tom Cruise
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aus dem Flugzeug und rammt oben in dieses Gebäude rein.
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Und dann siehst du aber nichts. Dann siehst du nur, wie die draußen sitzen.
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Und genau so diese, zeigt es mir, zeigt es mir.
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Das fand ich bei dem Film halt so wirklich irre, wie du siehst,
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wie voller Energie zwei Kräfte gegeneinander kämpfen, aber es bewegt sich gar nichts.
Florian Clauß
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Und die Hasenbote ist ein?
Micz Flor
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Ach so, MacGuffin.
Florian Clauß
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Ja, dann haben wir ja auch den Link nochmal zusammengebracht.
Micz Flor
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Siehst du, eigentlich habe ich doch eigentlich was gelernt.
Florian Clauß
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Manchmal höre ich eigentlich auch zu. Also die Charaktere von,
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jetzt aber, wir haben noch nicht den Titel gesagt, also wir reden natürlich über Ghost in the Shell.
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Und gleich mal zu Anfang eine philosophische Frage.
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Ja, aber eigentlich ist es ziemlich naheliegend, was du mit Ghost in the Shell verbindest.
Micz Flor
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Ghost in the Shell, ja, also ich habe mir so darüber jetzt noch keine Gedanken
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gemacht, aber ich finde halt,
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ich glaube, das hatte ich in irgendeiner Gestalttherapie-Ausgabe vielleicht
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mal von uns, aber der Begriff des Leibes, also der Leib, der früher eben als beseelter Körper ist.
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Der Körper war traditionell die Materie des lebenden Menschens,
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aber wenn er lebendig war und beseelt war, dann war es kein Körper,
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sondern Leib. Und Körper hat sich aber durchgesetzt, weil es eben so dieser
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medizinische Ansatz ist.
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Man kann alles aufschneiden, alles irgendwie mit Chemikalien.
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Insofern denke ich, dass der
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Ghost und Shell einfach diese spirituelle und materielle Komponente sind.
Florian Clauß
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Ja, genau. Also Ghost ist der Geist und Shell ist der Körper.
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Ghost in the Shell hat natürlich auch so diese Hacker-Dimensionalität drin.
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Shell ist ja auch immer das Terminal, womit man dann halt Direktiven direkt
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auf ziemlich ohne große Nutzeroberfläche,
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Programme oder Befehle einem Computer mitgeben kann.
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Shell. Und ja, also das ist genau dieser, dieser ganze, die ganze Dimension,
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die der Film so ausmacht und auch in allen möglichen Breiten dann auch diskutiert.
Micz Flor
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Ja, und ist aber dann schon auch angeknüpft eben an diese Frage,
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ab wann ist ist eine Maschine auch beseelt.
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Und das ist ja dann, finde ich, in dem Film, also ich habe den jetzt nicht mehr
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gesehen, ich habe von der Handlung ja keine gute Erinnerung dran,
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aber dieser Turing-Test, also wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist,
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den Unterschied wahrzunehmen,
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hat man dann den Turing-Test bestanden und würde das aber dann in der Wahrnehmung
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bedeuten, dass diese andere Person auf einmal beseelt ist, einfach nur deshalb,
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weil sie als solche behandelt wird?
Florian Clauß
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Ja, ich würde sagen, das ist schon beyond der Film hinter dieser Turing-Test-Frage,
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Weil der Hauptcharakter ist Makoto Kunagasi.
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Das ist ein Cyborg, der sowohl im Prinzip einen komplett künstlichen Körper
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wie auch ein künstliches Gehirn hat.
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Es gibt noch so ein paar biologische Teile im Gehirn, aber wird komplett selber
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produziert, hergestellt.
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Und sie hat eine Seele. Also das heißt, sie wird auch als so ein explizit fühlendes
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Wesen dargestellt und völlig menschlich behandelt.
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In der ersten Szene...
Micz Flor
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Wurde der nicht nochmal neu verfilmt mit Scarlett Johansson?
Florian Clauß
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Ja, der wurde dann nochmal neu verfilmt. Hast du den gesehen?
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Den habe ich auch nochmal gesehen, aber ist wirklich auch nicht so gut.
Micz Flor
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Okay, Entschuldigung, ich habe dich überbrechen. Das heißt aber,
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diese Person ist beseelt?
Florian Clauß
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Naja, sie wird als eine ganz normale Person dargestellt und sie lässt sich durch
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eigentlich nichts Oberflächliches, vielmehr noch ihr Kollege Batu.
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Denen sieht man noch mehr seine Cyborg-Implantate an. Der hat diese komischen Augen.
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Also wir sind in einer Welt, ja, das ist natürlich so die eine Blaupause des
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Cyberpunk, die der Film auch visuell umsetzt.
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Und ich glaube, das ist halt so das, was den halt auch so stark macht.
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Erstmal von den Ideen her und dann aber auch von der visuellen Umsetzung.
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Cyberpunk, ja das Genre, maßgeblich von Neuromancer, Sterling und Gibson geprägt.
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Dann natürlich Blade Runner hat das auch so im Film umgesetzt und die Ästhetik geschaffen.
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Also wir haben es in Cyberpunk mit so einer hochtechnologisierten,
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meistens dystopischen Gesellschaft zu tun.
Micz Flor
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Es gibt dann immer so High-Tech and Low-Life, also auf der einen Seite eine
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hochtechnologisierte Umwelt, auf der anderen Seite eben prekäre Verhältnisse.
Florian Clauß
0:31:55–0:31:56
Was ist dann halt dieser Punk, ne?
Micz Flor
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Ist ja auch so ein bisschen so Next Blade Runner, Next Generation.
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Da liegen ja dann auch irgendwie diese 25 Jahre dazwischen. aber wo ja auch
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eben dann mit der Philip K.
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Dick Geschichte dieses Thema Androiden, künstliche Intelligenz,
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aber ab wann wird es dann wirklich auch beseelter Körper?
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Und ich finde, das war für mich damals im Kino auch so ein Gefühl,
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dass es daran angeknüpft hat.
Florian Clauß
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Ja, wir haben viel diese Neon-Licht-Ästhetik, also dieses Film-Noir-Element.
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Also deswegen passt, glaube ich, diese Folge auch ganz gut zu deiner letzten Folge.
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Gesprochen hat, weil Expanse natürlich auch ganz viele, gerade in dem Delta-Bereich,
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ganz viele Cyberpunk-Ästhetiken dann auch so mit aufgenommen hat.
Micz Flor
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Ich kam auch zu Blade Runner, mit dem hast du gesagt, dass er andererseits übertechnologisiert
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und trotzdem irgendwie auch unterentwickelt, also diese Straßen-Regen-Ästhetik da.
Florian Clauß
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Genau, dieser Schmutz und dieser Dreck, man hat dann irgendwie ab einer gewissen
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Höhe dass dann die ganzen Leuchtreklamen, diese Hologramme, die dann in die
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Stadtlandschaft projiziert werden.
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Und dann, wenn du halt weiter unten auf der Straße bist, dann regnet es,
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es ist schmutzig, du kriegst halt irgendwie schlechtes Essen und irgendwie Schrott
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von irgendwelchen Robotern liegt dann halt in der Ecke.
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Also es ist halt so dieser Kontrast, diese Ambivalenz in der Welt.
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Und meistens gibt es in diesen Cyberwelten dann auch immer irgendwelche Mega-Corporations.
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Das heißt, der Staat, der dann auch gar nicht mehr so in der Ausprägung als
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ausführender Staat existiert,
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sondern meistens irgendwelche Mega-Corporations dann die Macht übernommen haben
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und da ihr Interesse und ihr Ziel verfolgen.
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In dieser Welt spielt ja auch dann der Film Ghost in the Shell.
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Cotonou, die Hauptdarstellerin, der Hauptcharakter, ist in Section 9.
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Das ist so eine Einheit, ja eine Polizeieinheit kann man sagen,
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die Cyberkriminalität bekämpft, beschäftigt.
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Und, das muss man auch sagen, der Film fängt halt, der geht halt,
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der wirft dich so direkt rein, Der hat so eine knallharte Action,
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wo der auch einfach so sehr komprimiert eine Geschichte erzählt.
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Wahrscheinlich, die im Manga nochmal viel, viel detailreicher und länger dann ausgebreitet wird.
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Aber der Film wirft dich halt so rein. Du kommst in den Dialog und dann kommen
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so die ganzen Informationen.
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Du musst die ganze Zeit erstmal dich dann am Anfang orientieren,
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um überhaupt zu verstehen, was hier Sache ist. Ja, also im Prinzip grob zusammenfassend
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kann man es sagen, dass es gibt eben Section 9 und Section 6.
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Das sind zwei verschiedene Departments. Das eine, 9, ist dann eben für Cyberkriminalität
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und für Terrorismusbekämpfung zuständig und die sind auf der Jagd nach dem sogenannten Puppet Master,
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was dann eben so ein nicht näher definierbares Programm oder Ghost ist,
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der sich in verschiedene Menschen und Maschinen einhacken kann und die dann
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zu Besitz nehmen kann, die jagen den.
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Und Section 6 taucht dann auch gleich auf, am Anfang der ersten Szene.
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Die haben damit auch was zu tun.
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Also das heißt, die versuchen den auch irgendwie unschädlich zu machen.
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Dann kommt das aber später, erzähle ich dann nachher nochmal,
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wie dann so der Konflikt zwischen diesen beiden Sektionen ist.
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Du siehst in der ersten Szene, ich weiß nicht, ob du dich daran erinnern kannst,
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es sind ja auch so tolle Technologien, die da so präsentiert werden.
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So was wie ein Kamouflageanzug, wo sie dann auf der, also sie steht auf dem
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Dach von dem Gebäude und sagt, I'm going in.
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Und dann zieht sie den Kamouflageanzug über und verschwindet quasi mit der Stadtlandschaft.
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Und dann siehst du im nächsten Schnitt, wie dann von außen aus dem Fenster dann
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auf einmal so ein Kugelhagel fällt und sie, wie sämtliche Diplomaten,
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die in einem Raum sind, dann umnietet.
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Und sie, in dem Fall, in der Szene wurde zum Beispiel Section 9 dann für die
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schmutzige Arbeit quasi instrumentalisiert.
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Weil die Section 6 ist dann noch näher, das ist nämlich die Vertretung vom Außenministerium,
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der für die diplomatischen und politischen Beziehungen zuständig,
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aber eine Art Geheimdienst ist, um die Stabilität des Staates aufrechtzuerhalten.
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Und die können halt, also die sind da in Verhandlungen mit irgendwelchen Diplomaten,
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Gedeckte Verhandlungen.
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Und du kommst halt in so eine Welt rein, da gibt es halt einen Hacker,
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der dann bei dem Diplomaten Asyl beantragt hat und die wollen ihn aber nicht gehen lassen.
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Also das heißt, Hacker sind auch jetzt so, oder Programmierer sind dann so Ware,
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die man dann halt austauscht wie Gefangene, die halt ein unglaubliches Wissen
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haben, um dann ja auch entsprechend so die ganzen Sachen bauen zu können.
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Also ich finde auch, das ist eigentlich so ein generischer Hackerfilm.
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Kann man schon so dem Genre Hackerfilm, ist ja so ein bisschen ein künstliches
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Genre, was jetzt nicht so bewusst, aber mit Thron und so weiter.
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Aber Ghost in the Fischel ist für mich ein ganz generischer und elementarer Hackerfilm.
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Genau, also auf jeden Fall, sie hat in der ersten Szene diese Konfrontation
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mit der anderen Sektion, mit den Diplomaten, das wird dann nochmal aufgelöst
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und dann siehst du halt im Vorspann, was auch passiert.
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Toll ist an dem Film, ist der Soundtrack, ja, der heute auch 30 Jahre später,
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höre ich den ab und zu mal in irgendwelchen Mixe, also elektronischen Music-Mixen,
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der wird immer noch verwendet, der ist immer noch so, ich weiß nicht,
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ob du den noch im Ohr hast, es gibt so ein Kinderchor,
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der wechselt dann so mit einer Staccato- Musik ab und mit so einem Trommeln
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und so einem deepen Rhythmus und der Soundtrack ist,
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großartig, funktioniert noch immer sehr, sehr gut und Und diese ganze politische
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Ästhetik, der Trailer mit den Namen, die sich einblenden, ist auch genauso.
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Und das haben sich halt die Wachowski-Geschwister abgeguckt,
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nämlich mit diesem, was dann bei Matrix nochmal verwendet wurde.
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Also diese grüne Schrift, grüne LED-Schrift auf schwarzem Grund,
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wie sich dann halt so aus diesem Schriftgewürde dann einzelne Letter rausperlen.
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Das haben die sich auch explizit abgeguckt, haben sie auch zugegeben.
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Das haben wir von größten Schell.
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Also der ist stilprägender Film.
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In der Szene, wo dann eben die Namen laufen nach diesem ersten Einsatz,
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siehst du eigentlich die Geburtsszene von Cotono.
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Da siehst du die Geburtsszene, wie sie aus, also immer gegengeschnitten,
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so ein künstliches Gehirn, dann ein Scan vom richtigen Gehirn,
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Dann kommt sie aus einer Paste heraus,
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wird dann hoch aus einer Flüssigkeit heraus, wird sie dann hochgezogen und dann
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blättert so die Haut, die zweite Haut von ihr ab.
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Du siehst sie dann fast in so einer embryonalen Stellung, wie sie dann halt
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auch wieder so gescannt wird.
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Sie schlägt dann nach dieser Zusammensetzungsszene, also eigentlich ist es eine
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Geburtsszene, schlägt sie die Augen auf in so einem dunklen Raum und ist quasi damit in der Welt da.
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Und das ist genau diese Frage von Leben und Existenz, die sie sich auch immer wieder stellt.
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Also sie hat dann mit Barto, ihrem Kollegen, der dann eben auch schon so einige
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Prothesen hat, aber noch überwiegend menschlich ist, stellt sie auch immer wieder
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dann diese Fragen, was macht Leben aus, was macht meine Existenz aus?
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Barto vertritt eher die Ansicht, diese klassische Descartes-Ansicht, ich denke also bin ich.
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Und Maschinen, das ist halt vorausgesetzt, sie können denken,
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sie können formulieren, sie können Gefühle ausdrücken.
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Also sind sie, also die Existenz ist da.
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Und es wird keinen Unterschied gemacht zwischen existierenden,
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ob das jetzt künstliche Lebewesen sind oder echte Lebewesen.
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Das wird nicht unterschieden.
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Ich habe jetzt so verschiedene Teile gestriffen. Es war einmal diese Cyber-Bank-Ästhetik,
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dann die Frage nach, was ist denn jetzt in dem Film für eine Technologie gesetzt.
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Der hat ja ganz viele Impulse an Technologie, die der Film erzählt.
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Und eine davon ist auch diese Cyber-Brains, die Prothesen.
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Dann gibt es halt auch diese Hologramme, diese 3D-Bildschirme.
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Also ich meine, das gab es schon in echt, das haben wir ja schon bei Mission
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Impossible und so weiter. James Bond früher gesehen, aber was ich auch so toll
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fand, diese Tracking-Geschichten.
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Das sind halt so, die Fahrzeuge werden dann getrackt und du siehst einen Stadtplan
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in 3D als Hologrammbild, wo die sich da befinden und wer wo ist.
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Also es ist viel mit diesen Wegen in der Stadtlandschaft, die da inszeniert werden.
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Es gibt dann eben auch diese Gedankenübertragung, die bewusst gemacht werden
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können für diejenigen, die die Fähigkeit haben.
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Also der Puppetmaster kann eben seine Shell wechseln, irgendwo anders einbringen.
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Er kann manipulieren, also das, was wir heutzutage so als Social Hacking,
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dass der Puppetmaster Erinnerungen injizieren kann.
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Da gibt es einen Müllmann, der dann seinem Kollegen zeigt, guck mal hier,
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meine Tochter, ich bin so stolz auf meine Familie, meine Tochter.
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Und der war aber jetzt infiziert von dem Puppetmaster, hat dann immer den Kontakt
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des Müllautos durchgegeben, um dann halt wieder den Wirt zu wechseln.
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Dann verhören die den später und meinen halt so, ja, also wenn du einmal quasi
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davon im Sitz genommen wurdest, dann besteht wenig Chancen auf Regeneration,
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dein Gehirn ist kaputt und dann zeigen sie ihm noch mal das Bild,
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was er seinem Kollegen, wo er seine Tochter drauf vermutet hat und da war halt
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er selber nur drauf, der dann halt in die Kamera guckt.
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Also so eine Gedankenprojektion, Cybersecurity, also diese ganze Cybersecurity,
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also diese Cybersicherheit, was du jetzt eigentlich erst so,
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jetzt kommt das in so einer, oder ja gut, schon ein bisschen länger,
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aber ganz lange, Der Film ist zu einer Zeit gedreht worden, wo das Internet
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so in den Kinderschuhen gesteckt hat.
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Aber auch diese Infiltrierung von Netzwerksystemen oder von irgendwelchen IoT-Things,
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die dann halt irgendwo drin hängen in diesem Netz und quasi besetzt werden können
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für einen Hack oder ein Virus.
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Also diese Szenarien, die dann viel später erst real eingetreten sind,
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wurden da immer schon so gedanklich vorweggenommen. Also sehr stark von der Ideenwelt her.
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Also finde ich sehr vorausschauend. Das hat mich wirklich...
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Auch im Nachhinein ist der Film vielleicht so ein bisschen etwas spröde heute
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anbunden in der Ästhetik.
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Weil du hast dann halt auch sehr statische Szenen manchmal drin,
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wo du dann zwei Charaktere im Fahrstuhl sitzen.
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Dann siehst du halt irgendwie den Hintergrund die ganze Zeit,
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die Hochhäuser langfahren und die unterhalten sich dann.
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Da geht eine Dialogszene so über eine Minute, ja, also es ist jetzt nicht so,
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aber es gibt aber ganz großartige Momente in dem Film, wo auch so Ruhepunkte
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geschaffen werden, wo dann nochmal so was ganz anderes noch mit erzählt wird.
Micz Flor
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Ja, ich fand das auch interessant damals, dass das sich eigentlich alles sehr
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realistisch angefühlt hat, auf eine komische Art, ne, also da ist man wieder dabei,
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Da sind wir wieder an dem Punkt, was glaubt man? Hatten wir bei Expanse ja auch schon.
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Also was schafft man bei der Dramaturgie, damit das Publikum alles glaubt? Wie stellt man das her?
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Und irgendwie fand ich bei Ghost in the Shell, das fühlte sich fast grundsolide an.
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Also da fand ich gar nicht mal beim Schauen, dass das so sehr ins Spekulative gesprungen ist.
Florian Clauß
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Glaubwürdigkeit wird durch so ein immanentes System quasi so stabilisiert.
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So was du auch in der letzten Episode von Wikipedia wirst wissen,
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wenn es wie ein Artikel in Wikipedia klingt, dann ist das eine zuverlässige
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Kausalität, die man da erfährt.
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Das finde ich auch so. Ja gut, okay, Öppstein-Antrieb, gebombt.
Micz Flor
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Nee, aber bei Ghost in the Shell, weil du gerade meintest, Cybersecurity,
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diese Sachen, ich erinnere mich dann schon irgendwie eben daran,
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dass ich bei einem Film dachte, dass das natürlich großes Thema war und bei Shell,
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also dass man sich mit Terminal von Knoten zu Knoten hackt und dann die Spur
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verwischen kann und so, das sind Sachen, die natürlich auch vor dem World Wide
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Web schon Realität waren.
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Und fand es großartig inszeniert, aber es war jetzt gar nicht mal so,
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wo eine neue Welt erfunden wurde, sondern nur die bestehende Welt,
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die wir da schon hatten, einfach weitergerechnet wurde.
Florian Clauß
0:45:27–0:45:32
Ja, also ich, wie gesagt, für mich war das dann doch irgendwie so,
0:45:32–0:45:35
natürlich, weil ich mich damals mit den Themen auch so beschäftigt habe,
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dann aber auch schon eine extreme visionäre Kraft, die der Film da aufgetan hat.
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Also wir haben in dem Film diese sehr actiongeladenen Momente und dann aber
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auch diese sehr reflexiven Momente,
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wo die Hauptdarstellerin dann auch über ihre eigene Existenz grübelt und auch
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das so in der Außendarstellung dann wieder aufgenommen wird.
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Es gibt dann, nachdem sie, ich hatte diese Szene mit dem Müllauto schon angeschnitten,
0:46:08–0:46:10
also das kommt dann so auch am relativen Anfang,
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da gibt es halt noch so eine Verfolgungsszene, wo sie auch einen von diesen
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Würten dann jagt und das spielt dann so in so einer Häuserschlucht so mit knietiefem
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Wasser und wo sie ihn dann auch stellt und er dann so wie verrückt um sich schießt
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und du siehst die Kugeln,
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wie die dann ins Wasser einschlagen,
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nur so eine Silhouette dann von Motoko darstellen.
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Und sie ihn dann halt so fertig macht.
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Ich wollte noch sagen, was wirklich so nochmal, weil du gefragt hast,
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Das ist jetzt mit Scarlett Johansson die Verfilmung von 2017, 2016 der Unterschied.
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Also was ganz krasses bei dieser Geburtsszene und auch immer wieder taucht sie
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mit nacktem Ohrkörper auf und sie ist ein absolut, sie strahlt so eine Sexualität aus.
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Also ganz am Anfang allein durch die irrigierten Brustwarzen,
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die dann halt auch so extra.
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Bei welchem bist du jetzt? Ich bin bei Ghost in the Shining im Anime.
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Also diese, da wird schon so eine Sexualität vermittelt, in dieser Figur, die sehr explizit ist.
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Bei Scarlett Johansson ist es genau umgekehrt. Da hat sie halt so einen Anzug,
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wo alles so glatt gemacht wird.
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Ich glaube, das haben die wegen der Zensur, aber es macht in dieser ganzen Geschichte.
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Baut die sich auch dadurch so so zurück, weil es geht genau bei diesem Charakter
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darum, diese philosophische Frage von Leben aufzulösen.
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Und das ist Sexualität.
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Und das ist genau diese Schlussszene auch von Ghost in the Shell,
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von dem Anime, nämlich die Frage, wie kann Fortpflanzung stattfinden?
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Und das beantwortet der Film auch in einer neueren Stufe.
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Und das finde ich halt irgendwie Bei dem Ghost in the Shell,
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mit dieser Nachverfilmung, da ist es so, dass er die Entität der Individualität
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dann letztendlich bei ihr in der Figur gestärkt wird.
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Sie ist dann eine von uns und sie kämpft. Sie ist dann halt irgendwie integriert
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als Individualität, aber eher in so einer Menschlichkeit, was eigentlich überhaupt
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kein philosophischer Konflikt mehr ist.
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Das ist halt so der Unterschied zwischen den beiden Filmen. Und deswegen ist
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der halt auch viel schwächer, würde ich sagen, von wie er das Thema behandelt,
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von günstiger Intelligenz, Leben und Existenz.
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Ich will jetzt nochmal kurz so zusammenfassen, was so der Konflikt ist.
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Also es kommt dann irgendwann raus, dass der Puppet Master instanziert wurde von Section 6.
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Und das hier heißt dann auch das Project 2501. Das ist dann die Kennzahl von
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dem Project und so ein bisschen wie bei Akira.
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Akira ist ja auch einer der stilprägendsten Filme aus den 80ern in dem Anime-Bereich,
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wo auch dann die ganzen Kinder, die parapsychische oder paranormale Fähigkeiten haben,
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dass die so Nummern in sich tragen, also die als Tätowierung.
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Und das sind dann auch immer so die Nummern der Experimente.
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Ja, und das bei 2501 ist wahrscheinlich quasi das geglückte Experiment des Puppet Masters.
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Das ist so der Grundkonflikt der Film. Also das heißt, Section 6 hat eben so
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eine Cyberwaffe geschaffen im Puppet Master mit dem Ziel, dass der überall Informationen
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zusammenkehrt, sich dann eben in so Netze hacken kann,
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Industrie-Spionage betreiben kann,
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geheimdienstliche Operationen ausführen kann.
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Dafür haben sie halt diese Cyberwaffe geschaffen.
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Und was der macht, und deswegen wird er als Terrorist, er befreit sich quasi
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aus diesen Fesseln, Und will in Form von, dadurch, dass er immer andere Körper
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annimmt, will er politisches Asyl beantragen.
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Und da jetzt genau dieser Konflikt, er hat offiziell einen Antrag gestellt auf
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politisches Asyl und er wird aber nicht akzeptiert.
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Also er wird dann halt gejagt. Deswegen wird Section 9 eingeschaltet,
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um halt diese Asylfrage dann zu klären, indem sie den lahmlegen.
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Deswegen Section 6, die dann halt auch mit dem Hacker da kommen und mit diesem
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Typen, der eine Tonne schwer ist oder eine halbe Tonne, die wollen den halt wieder zurück haben.
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Die wollen ihn wieder einfangen als Entität und für sich weiter dann halt aktiv machen.
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Das ist so der quasi die Storyline, die da im Untergrund oder im Hintergrund
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in den Dialogen auch getragen wird.
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Und dann aber eigentlich viel stärker als diese Storyline, das ist ja genau
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diese Frage von Motoko, was sie als Leben ausmacht, was sie als Existenz ausmacht.
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Das ist vielleicht auch noch interessant, diese Body, diese Cyber-Bodies werden
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auch von einer Company hergestellt, die heißt Megatech.
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Ja, Megatech ist im Prinzip, also nur die können diese hochentwickelten Cyborgs
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dann auch bauen. Und es gibt halt mehrere von denen.
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Da gibt es eine Szene, wo dann halt die Hauptdarstellerin fährt dann mit so
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einer Fähre durch den Kanal, guckt.
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Also das ist halt auch so diese Reflektion von Bildern. Also als so ein philosophisches
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Thema spielt auch im Film visuell eine tragende Rolle, dass sie reflektiert
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sich in Scheiben, sie taucht gerne, reflektiert sich in der Wasseroberfläche.
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Also es gibt deswegen auch die Frage, ob sie Mensch ist oder nicht Mensch.
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Also sie ist schon so, dass sie auch so bestimmte Vorlieben hat,
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wie Tauchen. Das mag sie halt total gerne, da kommt sie zur Ruhe.
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Und Barto unterstützt sie und nimmt sie aber auch als vollwertige Person wahr.
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Also es ist auch dann wieder so, die Asimovschen Gesetze, dass dann auch eine
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liberalere und diverse Gesellschaft auch gezeigt wird, in dem diese Absinthanz da ist.
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Es ist ja keine Gefahr da, sondern es ist ja eigentlich eher so ein Tool.
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Es führt ja für alle zu einer besseren Gesellschaft, der Einsatz von solchen Prothesen.
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Aber diese Herstellung von diesen Körpern.
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Obliegt halt nur einer Firma und wo auch dann Section Six da auch die Finger im Spiel hat.
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Und dann sieht sie sich dann auch selber quasi als in einer anderen Situation
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auf der Straße, wie sie dann halt einen Kaffee trinkt in irgendeiner.
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Nicht Kneipe, sondern in so einem Café.
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Und dann sieht sie sich durch die Scheibe und das könnte der gleiche Body sein,
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aber gleichzeitig ist sie das ja auch. Sie geht dann vorbei an so Schaufensterpuppen
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und dann auch diese Frage, was, ne?
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Also was, wenn das die äußerliche Form von Figuren hat, ist es dann schon Leben?
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Ist es dann schon eine Existenz? Ja, ist es dann schon irgendwie?
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Und dann natürlich in dem Medium Anime, in so einem Zeichentrick,
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ist ja auch dann wieder ein Abstraktionslevel, der da reingezogen wird.
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Also ich will jetzt gar nicht so viel mehr über den Film erzählen, eine Handlung.
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Er dann so zum Ende, wo sich aus ihrem philosophischen Dilemma so ein Ausweg,
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weil sie fragt sich dann immer, also sie macht diese Einsätze,
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sie jagt den Puppet Master,
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ist da aber auch irgendwie im Dialog mit ihm.
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Also das heißt, er beantwortet dann auch ihre Fragen, ja.
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Und es gibt diese unglaubliche letzte Szene, also wo dann der Puppet Master,
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der wurde dann gefangen genommen, wurde gehackt, aber der konnte dann entfliehen
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mithilfe von anderen aus dieser Zelle, wo er von Section 6 dann quasi entschlüsselt werden sollte.
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Und die verfolgen ihn dann in die Altstadt von dieser Megastadt.
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Es gibt ein Altstadtviertel, was dann halt vor Jahren geflutet ist und da gibt
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es noch so ein Naturkundemuseum.
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Und in diesem Naturkundemuseum findet ihr dann Unterschlupf und da gibt es halt
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so eine, quasi so der Endgegner.
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Ja, die Form, deren der Puppetmaster sich bedient, ist ein Panzer,
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der die Form hat von einer Spinne.
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Und dann halt so mit massiven Feuerkraft dann in diesem Naturkundemuseum die
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Hauptdarstellerin bekämpft, die dann über so ein Backdoor in dieses Gebäude einsteigt.
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Und dann hast du halt diese ein bisschen episch übertriebenen Szenen,
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wo du dann siehst, wie diese ganzen Säulen von den Kugelhagel zersplittert werden.
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Und dann gibt es dann in diesem Museum diesen Stammbaum des Lebens.
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Und du siehst dann halt so an der evolutionären Spitze den Homo sapiens sapiens.
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Und dann perlt halt so ein Kugelhagel über diesen Lebensstand,
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wo dann halt die ganzen Abzweigungen sind.
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Also es ist halt so, und gleichzeitig so eine intensive Ambient-Musik,
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was dann halt so eine unglaubliche Ruhe dann zwischen diesen Kugelgeräuschen dann passiert.
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Also das ist so ziemlich stark erzählt. Und sie schafft es dann,
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diesen Panzer zu knacken und das aber auch unter massiven Einsatz,
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wo dann ihr Körper so anfängt zu splittern.
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Ich habe die Szene noch in Erinnerung gehabt, die zieht dann diese Luke vom
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Panzer auf und so eine Kraft aufwendet, dass dann ihr Knochen,
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ihr ganzer künstlicher Körper zerspringt und gleichzeitig sie als so ein Torso da liegt.
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Und der Puppet Master selber ist halt auch in so einem Torso recht baugleich
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zu ihr, er hat zuletzt eine Diplomatin angenommen.
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Und dann findet dieser letzte Dialog statt, dass dann vorgeschlagen wird, okay.
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Um mich jetzt weiterzuentwickeln, ja, Kopien, also das ist auch so klar,
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du kannst natürlich als technisches Programm unendliche Kopien von dir anfertigen,
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aber dann geht es genau in diese Frage, was ist Leben, was ist Existenz?
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Existenz ist natürlich auch eine künstliche Intelligenz, das funktioniert in der Existenz.
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Aber Leben bedeutet eben Diversität und Leben bedeutet Fortpflanzung.
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Das heißt, er kann nicht sich kopieren.
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Er muss es dann halt den Genen gleich tun, indem er sich fusioniert.
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Und das ist halt so der Deal.
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Dann siehst du auch gleichzeitig, es werden so Helis angefordert,
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die nehmen ihn dann ins Visier.
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Du siehst hier über dieses Naturkundemuseum, was dann auch so eine gläserne
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Kuppel hat, siehst du dann diese Heli schweben und die nehmen ins Visier,
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die schießen ab und in dem Moment switcht er quasi in ihrem Body.
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Sie wird auch eben durch diesen Beschuss verletzt und die letzte Szene ist dann,
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wo Barto, also ihr Kollege, sie dann quasi mit so neuen prothetischen Elementen,
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die sieht dann aus wie ein Kind.
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Ja, also es wurde dann halt so, was er aufgetrieben hat, er meinte so,
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sorry, ich habe nichts anderes aufgetrieben, aber sie ist dann eine verjüngte
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Version von sich selber als Kind, auch wieder so sehr sinnbildlich nach der Fusion.
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Und dieser letzte Dialog ist halt auch so.
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Um erleben zu können, um für was Neues dann, um auch genau diese Variation oder
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diese Diversität und diese, also jetzt nicht reine Kopie, sondern das war dann
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auch das, was den Puppet Master zu ihr geführt hat, weil sie die einzige,
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er hat ja verschiedene Shells ausprobiert, hat mit denen dann halt irgendwie,
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hat gemerkt, der kommt dann nicht weiter,
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das war halt so und sie war dann halt so diejenige, wo sie auch dann diese Fusion
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dann eingehen kann mit ihm und dadurch dann halt halt ein neues Leben erschaffen kann.
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Und dann geht es halt in diese Stufe des Lebens und nicht mehr nur der Existenz.
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Und das läutet dann am Ende so eine neue Ära ein, wo dann sie mit einem Rucksack
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geschultert, dann, ja, jetzt geht es los, jetzt geht es ins Leben.
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Also irgendwie so ein positives Ende in diesem Ganzen.
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Genau, du hast nicht viel gesagt. Ich habe die ganze Zeit geredet.
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Ich glaube, du hättest ihn vorher sehen sollen, den Film. Ja,
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aber das wäre jetzt so mein Thema.
Micz Flor
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Ja, das ist interessant, weil ich würde den Film sofort immer empfehlen.
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Aber ich habe gemerkt, als du erzählt hast, dass ich wirklich...
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Mann, das ist bald 30 Jahre her, ne? Ja.
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Dass ich da wirklich den Plot so ein bisschen vergessen habe.
Florian Clauß
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Ja, ich muss dir auch gestehen, ich war immer unglaublich fasziniert von dem
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Plot. Aber ich habe es nie ganz verstanden in der Geschichte.
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Und ich habe jetzt auch noch mal, als ich hierher gefahren bin,
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wir dann die Untertitel gelesen auf Deutsch.
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Das ist halt auch ziemlich geil, weil dann kann man nochmal gucken,
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was der Film erzählt. Die deutschen Untertitel kannst du ja so weglesen.
Micz Flor
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Ja, aber wo hast du die her? Du hast jetzt quasi nur die... Nein,
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nein, ich hab den Film auch gesehen und ich hab dann auch geguckt.
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Aber wo hast du die Untertitel?
Florian Clauß
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Nein, die Untertitel kriegst du überall. Also Open Subtitles.
Micz Flor
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Wo müssen wir lang? Ganz kurz?
Florian Clauß
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Ja, wir müssen jetzt hier so über die Straße.
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Und wir sind jetzt vor der Schaubühne. Also ich würde mal sagen,
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wir haben so die Hälfte der Strecke geschafft, die wir uns vorgenommen haben.
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Aber wir gehen jetzt hier über den Kurfürstendamm und dann queren wir die Straße
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und biegen links ab und Richtung Lietzensee.
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Ja, Mensch. Also ich meine, was mich dann nochmal so aufgewühlt hat in der ganzen
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Auseinandersetzung ist halt
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diese ganze Diskussion um künstliche Intelligenz, um Machine Learning.
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Was ist Intelligenz? Also das knüpft auch an diese Episoden an,
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die wir gemacht haben von biologischer Intelligenz.
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Also die Frage von wann passiert Intelligenz, wann passiert Leben,
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ist es gleichwertig, ist es irgendwie,
1:00:26–1:00:30
also das ist natürlich in so einer Science-Fiction-Blase dann erzählt,
1:00:30–1:00:34
aber trotzdem genau dieser Punkt,
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wenn künstliche Intelligenz intelligent wird, dann ist es zu spät,
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dass wir es merken, weil dann ist es schon vorbei.
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Also das ist ja genau dieser Punkt, wo geht es drüber, wo kann sich was entwickeln,
1:00:48–1:00:50
was nicht mehr kontrollierbar ist.
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Aber wenn es dann halt so eine gewisse Intelligenzform angenommen hat,
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ist es dann auch eine Vernunftsform, die sich damit dann halt auch impliziert
1:01:02–1:01:06
und eben nicht bedrohlich ist, sondern reflexiv.
Micz Flor
1:01:08–1:01:14
Ja, ich glaube, bei dem Ghost in the Shell-Film ist ja schon dieses Leibthema,
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also Shell und Ghost, wichtig.
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Und man hängt sich so, finde ich, oft immer ein bisschen an diesem Ghost-Teil
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und weniger an dem Shell-Teil dran.
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Und gleichzeitig ist es so, wie du ja schon gesagt hast, die Hauptfigur taucht
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unglaublich gern, das beruhigt sie so.
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Und das ist natürlich dann genau diese pränatale Erinnerung,
1:01:37–1:01:44
die wir als Zuschauer sehen, wo sie aus diesem Trog gehoben wird und sich dann in die Welt kommt.
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Das ist ja eine Form der Geburt, so mit GeburtshelferInnen.
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Ich weiß nicht, wie das bei Maschinen genannt wird.
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Und sie taucht gerne und weiß gar nicht genau, warum.
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Das ist halt einfach was, was sie gerne macht, wird ja auch nicht wirklich reflektiert.
1:02:00–1:02:04
Aber das ist ja genau der Punkt, wo sich auch diese Seele und Körper verbinden,
1:02:04–1:02:07
dass man da wirklich so einen Rückblick noch mal hat auf diese eigene,
1:02:07–1:02:13
frühe, ja eben pränatale, in utero Flüssigkeitsfeeling.
1:02:14–1:02:18
Was selbst, was ja, wie du schon gesagt hast, was ja den Charakter auch unglaublich
1:02:18–1:02:24
menschlich macht, dass die sowas hat, dass sie sowas will, dass die gerne taucht.
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Warum das denn? Und ich denke, dass so.
1:02:28–1:02:33
Und Sexualität hast du schon beschrieben und natürlich kommt dann in diesem
1:02:33–1:02:37
ganzen Thema irgendwie auch das Interpersonelle mit rein.
1:02:38–1:02:41
Man möchte, also man mag die Person.
1:02:41–1:02:45
Was wäre jetzt, wenn es einfach so wie, wenn man den gleichen Film machen würde
1:02:45–1:02:49
und diese Person sähe aus wie Wall-E, auch künstliche Intelligenz.
1:02:49–1:02:53
Du würdest nicht mit den gleichen Emotionen an diesem Kampf hängen.
1:02:53–1:02:57
Das wäre einfach anders. Das heißt, das Äußere ist total wichtig,
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der Körper ist wichtig, auch in der Art, wie wir damit uns verbinden können,
1:03:01–1:03:04
auch bevor wir wissen, ob die Person jetzt menschlich ist oder Android.
1:03:04–1:03:09
Also wir verbinden uns einfach mit dem Bild und dann entsteht eine interpersönliche
1:03:09–1:03:13
Relation, eine Projektionsfläche, die wir dann auch irgendwie Hoffnung oder
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Befürchtung haben, bevor wir die Person überhaupt erfassen können.
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Und das meinte ich halt vorhin auch. Also es ist halt so, du brauchst natürlich,
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Wally hat ja keinen Beobachter, obwohl dann da die Kamera steht und ihn filmt,
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wie er diese ganzen Würfel macht aus Müll.
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Aber es ist, denke ich, schon irgendwie Teil von diesem Identitätsthema,
1:03:39–1:03:43
ist ja auch gesehen zu werden. Ja, und Einsamkeit ist ja nicht von ungefähr ein großes Thema.
1:03:43–1:03:50
Also irgendwie in unserem Konzept von, was ist der Mensch, da wird nie davon
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ausgegangen, dass es ein Plural ist, sondern es ist immer so,
1:03:54–1:03:55
okay, was ist der Mensch?
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So ein bisschen wie du in der einen Folge beschrieben hast, dass der Wald,
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da denkt man halt, das sind Bäume, sind der Wald, aber die Wahrheit ist,
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die Bäume sind nur die Früchte vom Wald.
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In der Wald ist dieses Gewebe unten drunter, diese Verbindung mit allem.
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Und da finde ich das bei Ghost in the Shell schon so, die Person wirkt immer
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ein bisschen einsam und gleichzeitig finde ich schon, dass es die ganze Zeit auch darum geht,
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dass wir als Zuschauer uns verbinden wollen.
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Also wir wollen weiter, die ist uns einfach unglaublich sympathisch.
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Wir wollen, dass die gewinnt und so. Es ist jetzt wie ein Animationsfilm,
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da kann die Person gestalten, wie man will.
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Aber es gibt ja so Filme, wo man dann denkt, ja, ich kann mich mit dem Charakter
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irgendwie nicht so verbinden.
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Es interessiert mich einfach nicht, ob der jetzt irgendwie in der vierten Staffel
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dann umgebracht wird oder nicht.
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Aber bei diesem Thema Intelligenz und Leben und Sein und Leib und Körper und
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Seele, da finde ich schon, dass das nicht so sehr um...
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Künstliche Intelligenz per se geht, sondern du hast das ja auch schon gesagt,
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es geht glaube ich wirklich um das Gefüge.
Florian Clauß
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Also was für mich auch eine Frage ist, inwieweit wie weit kann sich überhaupt Form von,
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intelligentem Leben ohne Körperlichkeit entwickeln, weil der Ghost ist ja so
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einer, der dann halt hüpft von Körper zu Körper, aber irgendwie auch als Intelligenz, als Entität,
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in so einem Netz leben kann oder zumindest existieren kann.
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Aber diese Körpererfahrung, was jetzt sie als ein Cyborg hat,
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macht sie ja so offen für so philosophische Fragen und Themen.
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Also diese Körperlichkeit.
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Und das ist halt so auch die Frage von überhaupt in diesem ganzen Diskurs,
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wie sich dann Intelligenz ohne so eine Körperrückmeldung,
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so ein Rückkopplungssystem durch Körper überhaupt existieren kann.
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Also sei es jetzt irgendwie beim Tier, beim Menschen oder wo auch immer.
1:06:15–1:06:19
Aber irgendwo ist ja immer wieder so eine, zwischen Geist und Körper,
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so eine Wechselbeziehung, die ja erstmal so etwas wie Leben dann ausmacht.
Micz Flor
1:06:23–1:06:28
Und die aber so selten diskutiert wird, natürlich. Wir hatten irgendwie,
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das war lange vor eigentlich, ich weiß gar nicht, wann das war.
Florian Clauß
1:06:32–1:06:34
Wo du den Rippenbruch hattest.
Micz Flor
1:06:34–1:06:39
Nee, vor unserer Podcast-Venture.
Florian Clauß
1:06:39–1:06:45
Ach so. Nee, aber da hatten wir das ja auch mal so an, also dieses Leiden von Intelligenz.
Micz Flor
1:06:45–1:06:50
Das stimmt, ja. Das wurde dann zum Thema. Dieser Schmerz, der Schmerz.
Florian Clauß
1:06:51–1:06:51
Schmerzerfahrung.
Micz Flor
1:06:52–1:06:52
Schmerzerfahrung.
Florian Clauß
1:06:52–1:06:57
Ja, also man kann, glaube ich, jetzt so verschiedene Aspekte in diesem Film
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so wunderbar diskutieren und hat da auch einfach so schöne Gedankenanstöße drin.
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Deswegen, ja, und nach wie vor, die Faszination bei dem Film ist bei mir geblieben.
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Ich finde das nach 30 Jahren knapp, jetzt gucken immer noch ganz stark.
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Es gibt so Filme, die nicht altern.
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Akira wäre, glaube ich, auch so ein Film, der natürlich auch ästhetisch gesehen,
1:07:25–1:07:30
da verzeiht man mehr, als bei irgendwelchen animierten Filmen, ne?
Micz Flor
1:07:32–1:07:32
Wieso meinst du?
Florian Clauß
1:07:33–1:07:37
Also Science-Fiction-Filme, wo dann zum ersten Mal CGI eingesetzt wurde,
1:07:37–1:07:42
aus den 90er Jahren anguckst, da gibt's ganz viel, was dann halt einfach nicht
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gut alt hat, weil es halt nicht mehr gut aussieht.
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Während bei so einer Anime-Geschichte, die funktioniert nicht immer,
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also die Ästhetik kennt man ja auch noch aus den Vorabend-Serien,
1:07:51–1:07:53
die dann halt genau so etwas trashiger,
1:07:53–1:08:00
damals halt aufwendiger produziert sind, aber ja das funktioniert bei dem Film noch sehr gut.
Micz Flor
1:08:01–1:08:05
Also für mich ist jetzt 30 Jahre später die Diskussion, dass wir eben nicht
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über das über die Action und das Hacken und sowas sprechen, sondern dass wir
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über Leiblichkeit, Körper und Geist so reden, das ist für mich neu.
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Künstliche Intelligenz Diskussion dann auch über den,
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Wie sagt man das? Nur über meine Leiche gibt es doch diesen Spruch.
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Und da ist ja auch der Körper drin und irgendwie dieses Gefühl,
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dass die Diskussion eben nicht über eine Leiche geführt werden kann,
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sondern dass Intelligenz und Körperlichkeit irgendwie zusammenhängen.
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Raum, wahrscheinlich dann auch ein Thema, ist Räumlichkeit. Da sind wir dann
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auch wieder bei laufend reden und beim Laufen reden,
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weil wir ja auch diesen Raum einnehmen, so in der Stadt und uns damit dann auch irgendwie verbinden.
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Wobei ich lustigerweise es gar nicht so sehr habe, dass unsere Podcast-Gespräche
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mit Orten verbunden sind.
Florian Clauß
1:09:04–1:09:09
In mir geht es schon so. Also wenn ich dann irgendwann später mal wieder so
1:09:09–1:09:15
an eine Ecke von Berlin komme, dann denke ich, ach hier haben wir doch über Voyager gesprochen.
Micz Flor
1:09:16–1:09:18
Doch, das stimmt. Das habe ich im Südkreuz.
Florian Clauß
1:09:18–1:09:23
Ja, siehst du. Genau, das ist kognitive Mapping, was wir uns da hier erschließen.
1:09:23–1:09:28
Nach wie vor, was natürlich auch unsere ganz individuellen Erfahrungen sind,
1:09:28–1:09:33
aber wo wir dann so eine Ortsbeziehung entwickeln.
1:09:37–1:09:45
Ja, also ich würde sagen, mehr ist nicht zu sagen, also ich glaube,
1:09:45–1:09:51
wir haben das jetzt irgendwie so ganz ausführlich erörtert und ja,
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ich kann auch noch mal den Appell starten,
1:09:55–1:09:59
kann man sich gut anschauen, ist auch noch nicht mal 90 Minuten lang.
1:09:59–1:10:04
Echt, ja? Ja, ist 82 Minuten lang, der Film. Gut, Mitch.
Micz Flor
1:10:04–1:10:07
Ja, danke auch für die Tour. Ich bin total gespannt, wo wir jetzt rauskommen.
1:10:08–1:10:10
Irgendwie sieht das so vertraut aus, aber...
Florian Clauß
1:10:10–1:10:14
Ist es nicht, ne? Es ist schon was anderes hier. Ich kenne das auch noch nicht,
1:10:14–1:10:17
muss ich ehrlich sagen. Wir gehen jetzt quasi unter die Brücke.
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Unter die Brücke in Richtung Lietzensee. Mal schauen, wo uns das noch hinschwirrt.
1:10:25–1:10:27
Wir müssen ja nochmal jetzt gleich einkehren.
Micz Flor
1:10:27–1:10:31
Ja, ich möchte auf jeden Fall noch mit dir jetzt was essen. Ja, machen wir.
1:10:32–1:10:35
In diesem Sinne lassen wir jetzt einfach die anderen außen vor.
1:10:36–1:10:38
Vielen Dank fürs Zuhören, dass ihr dabei geblieben seid.
1:10:39–1:10:41
Es gibt wirklich nicht mehr so viel zu sagen.
1:10:42–1:10:44
Abschließend, ich habe das Gefühl, weil du vorhin gesagt hast,
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getroffen, aber es hat mich dann irgendwie auf einmal so erschüttert.
1:10:49–1:10:52
Da habe ich nichts gesagt, aber es stimmt, ich habe dir zugehört.
1:10:52–1:10:56
Aber es war sehr schön. Es war sehr schön.
1:10:56–1:10:58
Ja, vielen Dank auch.
1:10:59–1:11:03
Wie immer unter eigentlich-podcast.de.
Florian Clauß
1:11:03–1:11:07
Könnt ihr dann die Informationen zu den folgenden Folgen abrufen,
1:11:07–1:11:11
den Track, den wir gelaufen sind, runterladen.
Micz Flor
1:11:11–1:11:12
Check the Track.
Florian Clauß
1:11:12–1:11:16
Und auch, du hast dieses Mal total viele Fotos gemacht. Nee,
1:11:16–1:11:17
so viel habe ich gar nicht gemacht.
1:11:17–1:11:21
Du warst dauernd mit dem Handy am Fotografieren. Ja, ich schickte die alle.
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Wir veröffentlichen dann auch immer in der Episode die Fotos von den Straßen,
1:11:28–1:11:29
wo wir langgelaufen sind.
1:11:29–1:11:35
Das war eigentlich Podcast Episode 42.
1:11:36–1:11:42
Dann das nächste Mal übernimmt Mitch. Ich sage Tschüss, bis in zwei Wochen.
Micz Flor
1:11:42–1:11:45
Und ich sag Papa, Baba.

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