„Der Traum ist aus, zu dieser Zeit. Doch nicht mehr lange - mach dich bereit für den Kampf ums Paradies. Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Angst. Es ist unsere Zukunft, unser Land. Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.“ Rio Reiser

In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm „Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau. Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs, Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken, billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen haben, wenn man Kreuzberg liebt!

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Egal wer du bist, egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
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hat in dem Film. Was ich auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
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speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist. Also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast.
0:00:22–0:00:25
Und du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
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Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
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Das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Kulane.
Micz Flor
0:01:04–0:01:07
So, raus aus dem Kino, rein in Altstrahlau.
Florian Clauß
0:01:08–0:01:10
Rein in Altstrahlau.
Micz Flor
0:01:10–0:01:16
Schon ein interessanter Double-Take. Wir sind gerade Kino Zukunft und ohne zu
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wissen, haben wir einen Film gesehen,
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in dem auch ein Teil eines Interviews direkt hier vor der Tür im Kino Zukunft,
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vor dem Kino Zukunft aufgenommen wurde.
0:01:26–0:01:28
Das war crazy.
Florian Clauß
0:01:28–0:01:34
Ja, es war so ein Metaclash. Wenn sich dann die Erde auf sich selbst faltet.
Micz Flor
0:01:34–0:01:34
Ja.
Florian Clauß
0:01:35–0:01:38
Aber es war ein Heimatfilm, Mitch, oder?
Micz Flor
0:01:38–0:01:45
Willkommen zu eigentlich Podcast. Dem Podcast, bei dem wir laufend reden und beim Laufen reden.
0:01:46–0:01:50
Jetzt habe ich es falsch gesagt. Bei dem wir beim Laufen reden und laufend reden. So rum ist richtig.
0:01:51–0:01:52
Rechts neben mir läuft Flo.
Florian Clauß
0:01:53–0:01:53
Hallo.
Micz Flor
0:01:53–0:01:57
Ich bin Mitch und wir haben heute so eine Sommerfolge, wie wir es das letzte
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Mal, glaube ich, beim Deutschen Theater gemacht haben.
0:02:00–0:02:05
Mit Teweleit, wo wir einfach was gucken, aufnehmen und dann anfangen zu reden und gar.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:07
Nicht so viel vorbereitet haben.
Micz Flor
0:02:07–0:02:08
Zum Schluss wird ein Schuh draus.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:15
Wir laufen dann auch hier Richtung Altstrahlau, direkt von der Zukunft und drängen.
Micz Flor
0:02:15–0:02:16
Uns hier durch.
Florian Clauß
0:02:16–0:02:21
Ein wahnsinns Nadelöhr. Ein Nadelöhr war schon immer hier, obwohl ich auch eine
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starke Verbindung zu Altstrahlau habe.
Micz Flor
0:02:24–0:02:27
Ja, ich verbinde das auch alles hier irgendwie mit dir. Alles,
0:02:27–0:02:33
was jenseits Ostkreuz ist, ist Flo-Country.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:38
Wir sind gerade aus dem Kino gekommen, aus Zukunft, und haben den Film,
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Scherbenland, geguckt.
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Ein Dokumentarfilm, der, wie aus dem Titel ableitbar,
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über mit den Turnsteinscherben und eigentlich ist es, also ich meinte schon
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ein Heimatfilm, im Prinzip ist dieser eine Quadratkilometer um seinen Wohnsitz,
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ist der Schauplatz dieses Filmes.
Micz Flor
0:03:00–0:03:06
Ja, das war wirklich alles in Kreuzberg, sowohl das historische Material,
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wobei, nee, das stimmt nicht ganz, Aber am Anfang wurde das wirklich etabliert.
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Es ging ja auch um Totschein Scherben, Rio Reiser, Rio Reiser Platz.
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Ich fand es ganz elegant, dass sie es nicht explizit benannt haben.
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Aber eine der ersten Szenen war ja auch dieses 70er-Jahre-Kind auf so einem Rennrad.
Florian Clauß
0:03:24–0:03:30
Was er da herangefährt. Hinter der Häuserwand, die auch total grau und vergammelt braun.
Micz Flor
0:03:30–0:03:33
Und vorher hat es nur strecks auf den Rio Reiser Platz zu, aber die Kamera macht
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einen Schnitt, kurz bevor man den dann sehen konnte.
Florian Clauß
0:03:36–0:03:42
Eigentlich war es ein Porträt, ein Musikfilm. Ein Musikfilm hat mehr oder weniger
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drei Gruppen porträtiert und eigentlich war es auch so eine Liebeserklärung an Kreuzberg.
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Den größten, den meisten Platz hat die Gruppe, kanntest du die? R-A-P-K?
Micz Flor
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Nee, ich habe nachher bloß gesehen bei Columbia Records, wenn ich es richtig
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gelesen habe. Also es fühlte sich so ein bisschen an wie so ein Promotion-Video für diese Rap-K.
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So ein Lied, was irgendwie in gefühlt sieben unterschiedlichen Szenen irgendwie
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nochmal so aufgeführt wurde.
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Die haben auf alle Fälle, glaube ich auch, beim Abspann hat man gesehen,
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die haben doppelt so viele Lieder gespielt wie, wie hieß die?
Florian Clauß
0:04:18–0:04:19
Maike Rosa.
Micz Flor
0:04:19–0:04:20
Vogel.
Florian Clauß
0:04:20–0:04:24
Vogel, genau. Das war eine Liedermacherin.
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Also es war so ganz gut kontrastiert. Die Rapgruppe hat dann immer vor Publikum performt.
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Und man ist denen gefolgt, man hat deren Kindergeschichten gehört,
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die haben in irgendwelchen Hinterhöfen dann gesessen und die Niedermacherin,
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Ja, die war immer so alleine auf der Bühne, ihre Songs. Und die war auch sehr
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ergreifend, ja, so von den Texten. Kanntest du die auch?
Micz Flor
0:04:53–0:04:56
Ich kannte die gar nicht, aber ich fand die wirklich sehr gut.
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Ich fand auch ihre Stimme und wie sie gesungen hat, passte wirklich dann sehr gut zu Rio Reiser.
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Also irgendwie das Gefühl, dass gesungen wird, ohne dass man darüber nachdenkt
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oder ohne dass man es merklich tut. Sondern es ist einfach so.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:16
Ja, es ist halt so was ein bisschen Schnoddriges, dieses aber auch was total
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Herzliches und was auch sehr kraftvoll ist.
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Also diese Kraft in der Stimme, die auch bei Rio Reiser, wenn der dann so knarzt.
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Und das ist ja das Unglaubliche von die Stimme von Rio Reiser.
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Tonstein Schermann hat gar nicht so viel Platz in dem Film eingenommen,
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wie ich ursprünglich erhofft habe, muss ich ehrlich sagen.
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Ich dachte dann, es kommt noch mehr historisches Material vor.
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Und ich hätte neulich auf Arte...
Micz Flor
0:05:44–0:05:48
Machst du Fotos ganz kurz? Machst du Fotos oder ich? Weil auf der Webseite unter
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den Blogposts zu den einzelnen Episoden auch immer,
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Bildgalerien.
Florian Clauß
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Und den Track, wo wir lang gelaufen sind, findet ihr da auch.
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Wir kommen jetzt an die Rummelsburger Bucht, an die Buchtzunge und laufen jetzt
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entlang von Altstralau, die Insel, Halbinsellinien entlang.
Micz Flor
0:06:06–0:06:10
Ja, und wir wollen jetzt diesen Film besprechen und ich war skeptisch.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:14
Das war jetzt vielleicht nochmal anders angefangen. Wir sind im Sommer mehr.
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Wir haben dann eben auch unabhängig voneinander Ferien.
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Du fährst weg, ich fahr weg. Und da haben wir ein bisschen gesagt,
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was machen wir denn? Und möglichst mit wenig Vorbereitung kam halt die Idee,
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wir gehen zusammen ins Kino.
Micz Flor
0:06:28–0:06:32
Wir gucken uns Scherben dann an und lernen von Rap K, dass wir einfach hier
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rumlaufen und sagen, guck mal hier, da saß ich, ich hab mal Eis gegessen.
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Da drüben hab ich auch ein Eis gegessen. Oder eine Zigarette gerucht.
Florian Clauß
0:06:38–0:06:39
Ich rauch nicht mehr.
Micz Flor
0:06:39–0:06:43
Das war früher. Hier die Tür, die war mal auf. Heute ist sie zu.
Florian Clauß
0:06:43–0:06:49
So war das halt. Da ist schon eine kleine Kritik. an den Akteuren.
Micz Flor
0:06:51–0:06:54
Ich werde das nachher noch ein bisschen framen, aber ich fand es trotzdem einfach interessant.
Florian Clauß
0:06:54–0:06:58
Du warst sehr skeptisch. Ich musste dich ein bisschen hinschubsen zu dem Film.
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Ich habe tatsächlich das ganze Kinoprogramm angeguckt. Wir sind beide irgendwie
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auf einen Anonalfilm gekommen.
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Wir haben nicht Ingeborg-Machmann geguckt. Und wir haben nicht Ingeborg-Machmann.
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Und irgendwie schien mir das hier so sehr passend, weil Tonstein-Scherben kam
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schon mal vor in den vergangenen Folgen.
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Kreuzberg ist quasi unser Chorkis, wo wir die meisten Tracks gelaufen sind und
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Deine Heimat, dann warst du aber immer noch so, ich weiß nicht,
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ich suche nochmal andere Filme raus.
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Ja, aber jetzt, wenn ich dann jetzt hier so aus dem Film komme und das mit dir
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zusammen gesehen habe, irgendwie passt es so für mich.
Micz Flor
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Das war ein gutes Freund.
Florian Clauß
0:07:37–0:07:40
Irgendwie verpatzt.
Micz Flor
0:07:40–0:07:42
Ja, dann erzähl mal.
Florian Clauß
0:07:43–0:07:48
Ich habe mich tatsächlich noch mal so ein bisschen in die Stadtgeschichtsentwicklung
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von Kreuzberg, in die ganzen Episoden des Stadtteils,
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aus den 60ern, 70ern, was hat sich da so entwickelt für eine alternative Szene,
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warum hat sich die entwickelt,
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bis jetzt dann über Maueröffnung, dann Nullerjahre, Zehnerjahre und letztendlich
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haben wir ein Porträt aus den 20ern, also aus mehr oder weniger zeitgenössisch.
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Von Kreuzberg gesehen. Das habe ich halt nicht erwartet.
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Ich muss sagen, ich dachte, das wäre viel mehr historisch.
Micz Flor
0:08:20–0:08:22
Viel mehr Dokumentarfilm.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Viel mehr historisch. Ja, es war ein Dokumentarfilm. Also es war,
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wie nennt man das, ein Musikfilm oder Musikdokumentation.
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Und ich hatte das Gefühl, es wird so ein bisschen die Klammer geschaffen über
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Kreuzberg, über den Ort.
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Aber die Frage, die sich jetzt auch beim Anschauen bei mir dann so aufgekommen
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ist, ist inwieweit eben so die Musiker, die da dargestellt waren,
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also diese politischen Botschaften, was die jetzt dann noch bedeuten.
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Und gerade die Jetzt-Zeit in Form von dieser Hip-Hop-Gruppe, ja.
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Und ich fand, das war so ein bisschen verlaufen dann.
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Irgendwo wurde ja so ein Kreuzberg gezeigt, wo diese Utopie der Gesellschaft,
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wo wir quasi so eine multikulturelle, diverse Gesellschaft, die irgendwo auch,
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zusammenlebt, ja, und wo bestimmte politische,
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Ideale dann verwirklicht waren. Das schien ja so ein bisschen,
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aber gleichzeitig wurde dann so eine Layer draufgelegt.
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Wo man dann auch so die Ungerechtigkeiten, eben auch diese Mietverhältnisse
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in Kreuzberg, Wohnraum, alternativer Raum und so weiter, das wurde alles so
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angerissen, aber es wurde nicht weiter irgendwo verfolgt.
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Ich fand das so ein bisschen stecken geblieben und diese politische Haltung,
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die sich da in diesem alten mit Tonstein und Scherben sich noch viel krasse ausgedrückt hat.
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Diese Konfrontation mit der Polizei, die sich dann auch bei den Bildern von
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der Räumung der Mainzer Straße.
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Und ja gut, das war dann halt der Ostteil der Stadt, wo sich dann halt noch
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viel mehr dann so diese Ungerechtigkeit dann halt auch gezeigt hat.
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Das fand ich, also das war vielleicht auch bewusst, dass man dann halt so ein
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harmonisches Kreuzbergbild zeichnet am Ende. So ein befriedetes Kreuzberg.
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Aber da hat mir irgendwie so dieser politische Kampf dann oder die politische
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Attitüde gefehlt, weil das, was dann halt diese Band, Hip-Hop-Band dann so performt hat, das war,
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ja, es war eher so ein gefühlte,
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so ein Lebensgefühl, was dann natürlich zu dieser, wie soll man sagen,
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Identity Property von Kreuzberg gehört.
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Dass du dich dann so die Attitüde, wir sind dann halt auf dem Malzdach und machen
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dann direkt da in der Oranienstraße Musik ja und alle kennen die Texte und können
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sich damit konzentrieren.
Micz Flor
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Das ist so ein Lifestyle-Ding, so wie halt Berlin, du bist so wunderbar,
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das war ja Kinowerbung früher immer. Also ich möchte das jetzt gar nicht kleiner
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machen, weil ich muss sagen, weil die ganze Zeit, als ich während des Films
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schon darüber nachdachte, darüber zu reden,
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habe ich gedacht, ich muss im Abspann schauen, ob ich irgendjemanden kenne,
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weil ich möchte niemandem Unrecht tun. Aber ich kannte auch niemanden vom Team.
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Deshalb fühle ich mich da so ein bisschen befreit. Aber ich möchte trotzdem niemandem Unrecht tun.
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Also ich sage das alles auch jetzt aus meiner, ich habe die Lyrics nicht ganz
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im Kopf, auch wenn es für alles jetzt so englische Untertitel gab,
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die man da hat lesen dürfen.
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Also der Film auch gleich angelegt war, dass er über Berlin,
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über das Deutsche hinausgeht. Also der Film strahlt schon mit englischen Untertiteln
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und zeigt sich aber super homey am Rio Reiserplatz.
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Ich kannte niemandem erklären, was dieser Film sagen will.
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Wenn wir uns jetzt vorstellen, da pitcht jemand. Jemand geht hin und sagt,
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ich muss das jetzt pitchen, ich muss das verkaufen, ich brauche die Kohle.
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Ich würde nicht draufkommen, was diese Person erzählt. Oder es war eine Lüge,
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die vielleicht wirklich erzählt hat. Ja, wir wollen unterschiedliche Perspektiven,
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unterschiedliche Dekaden.
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Aber alles ist in einem Ort. Das ist dieses Berlin. Und wir zeigen,
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wie die Geschichte in Layern übereinander steht. Und hat sich überhaupt was
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verändert? Was hat sich verändert?
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Und dann hat jemand geklatscht und sagt großartig. Und schmeißt einen Scheck
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hin und sagt, mach das Ding. Und danach hat aber keiner mehr drauf geguckt.
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Ich entschuldige mich, wenn ich jetzt falsch liege. Aber wir müssen das nochmal
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aufsuchen. Diese Wasserwerfer mit den grünen Polizisten.
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Historisch kann ich es nicht genau einordnen. Ich schätze mal 70er,
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80er Jahre Westberliner Polizei mit drei Wasserwerfern. Weißt du,
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als sie reinkamen, während Rio Reiser am Klavier saß und nur mit Klavier gesungen hat?
Florian Clauß
0:12:54–0:12:55
Das war die Mainzer Straße.
Micz Flor
0:12:55–0:12:56
Dieses Land ist es nicht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:01
Das war die Mainzer Straße, die Räumung der Mainzer Straße 1990 oder 91.
Micz Flor
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War das?
Florian Clauß
0:13:02–0:13:02
Ja.
Micz Flor
0:13:02–0:13:03
Okay.
Florian Clauß
0:13:03–0:13:04
Das haben die auch gezeigt.
Micz Flor
0:13:04–0:13:10
Also es gab einmal das, was später war, wo die auch dann hochgefahren sind mit den Leitern.
Florian Clauß
0:13:11–0:13:13
Das war die Liebigstraße.
Micz Flor
0:13:13–0:13:14
Liebigstahl, ja.
Florian Clauß
0:13:16–0:13:18
2021 wurde die gewollt.
Micz Flor
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Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die,
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Räumungspolizeimaterial aus den 70er, 80er Jahren verschnitten haben mit dem
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Konzert von Rio Reiser 1988 in Ostberlin.
Florian Clauß
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Boah, weißt du, dass es Ostberlin noch voll Mauerfall war?
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Es gab diese Zeit, wo Westkünstler, Künstlerinnen auch so rüber konnten.
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Rio Reiser hat ein Konzert auch gegeben in Ostberlin.
Florian Clauß
0:13:45–0:13:49
Also ich dachte, das wäre quasi nach Mauerfall, weil dieses Konzert war dann
0:13:49–0:13:55
tatsächlich Also auch mit einem Material nach Mauerfall, dann kam das ja quasi.
Micz Flor
0:13:55–0:13:59
Okay, und ich hatte in Erinnerung nur, dass dieses Konzert verschnitten war,
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eben mit einem 70er-Jahre-Polizei-Dings.
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Ja, das fände ich halt irgendwie so verwirrend, weil dieses Konzert ist schon in Anführungszeichen,
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weil ich bin jetzt auch nicht so drin, dass ich das wirklich behaupten kann,
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aber es ist insofern legendär, als er ein Lied gespielt hat,
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was er auch gesagt hat, zu eines seiner ersten Lieder, und das fiel ihm so ein,
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hat er gesungen, und es altert nicht.
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Und dann hat er halt 1988, in der DDR hat er es zum ersten Mal gelesen,
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da war eben schon in der DDR die Stimmung auch so, dass nicht mehr klar war,
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wie soll das weitergehen, kann das noch weitergehen, wird sich da was verändern,
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wie kann sich was verändern?
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Und er singt dann halt eben diese Zeilen, ich glaube,
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Dieses Land ist es nicht. Und das klingt dann in dem. Und alle singen dann mit.
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Er singt es viermal oder fünfmal.
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Und das war halt so ein Moment, der irgendwie in dieser Bewegung in der DDR
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wohl eine Rolle gespielt hat. Ich kann das nicht aus erster Hand.
Florian Clauß
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Ich habe das wirklich anders weitgenommen. Ich glaube auch nicht,
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dass es dieses Konzert in der DDR war.
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Es war ja quasi so dieser Utopieraum, der sich nach Mauerfall dann auch,
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in Ost-Berlin geöffnet hat, wo dann auch diese ganze Hausbesetzer-Szene,
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die sich in den 70ern und 80ern in Kreuzberg entwickelt hat,
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dann quasi den Leerstand auch in Ost-Berlin aufgegriffen hat.
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Und da auch quasi diese Häuser besetzt wurden in der Mainzer Straße,
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in der Riga-Straße, in der Liebigstraße. Also diese legendären besetzten Häuser.
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Und diese Räumung wurde dann dagegen geschnitten. Also es war dann eher so,
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dass dieser Utopieraum, der Nachfall von der DDR,
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der nach dem Fall davon, der sich dann aufgetan hat, dass der dann zusammengebrochen ist.
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Und so habe ich es gesehen. Ich hatte nicht jetzt irgendwie den Eindruck,
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dass es wirklich in der DDR dann aufgenommen wird. Das hätten die,
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glaube ich, stärker rausgearbeitet.
Micz Flor
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Die haben doch gar nichts rausgearbeitet.
Florian Clauß
0:15:56–0:15:57
Ja, doch.
Micz Flor
0:15:57–0:16:01
Du weißt doch nicht mal, wann, weil, wie gesagt, das Wrangelcafé war auf,
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dann war das Wrangelcafé zum Verkauf und zu.
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Ich finde, da gab es gar keinen Anker irgendwie.
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Jetzt kann man halt eben beim Pitch sagen, genau das möchte man,
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schaffen, dass man eben nicht mehr quasi linear durch die Zeit geht,
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wie so ein klassischer langweiliger Dokumentarfilm, sondern dass man alles in
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Layern übereinander legt, wie Pettersons Geburtstagspfannkuchen für Findus.
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Und dann schneidet man so durch und alles passiert am gleichen Ort.
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Kann man ja irgendwie alles machen, aber ich fand wirklich, ich fühlte mich
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nicht angemessen wertgeschätzt als Publikum. Ich fühlte mich in die Irre geführt.
Florian Clauß
0:16:36–0:16:40
Ich fühle mich irgendwie ein bisschen wie bei Lola rennt, dass man dann halt
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so, wenn sie dann rennt und auf einmal in die nächste Ecke einbiegt und eben
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noch in Kreuzberg war und dann auf einmal in Wedding kommt, da fühle ich mich
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komplett verarscht von dem Film.
Micz Flor
0:16:51–0:16:56
Von Bonadentity, gleiches Problem. Da rennt die Friedrichstraße lang und dann ist er mal nix.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Du lebst da in Kreuzberg und ich kann das schon verstehen, dass sich das aufbringt,
0:17:02–0:17:05
wenn da Cafés gezeigt werden, die schon lange, lange zu haben.
Micz Flor
0:17:06–0:17:10
Ja, aber es wird ja eine Geschichte dann doch erzählt. Natürlich ist jeder Dokumentarfilm
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auch Fiktion und erzählt eine Geschichte.
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Und wenn die Geschichte fertig ist, und die funktioniert ja auch,
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dann ist der Dokumentarfilm auch okay.
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Und da gehört vielleicht natürlich auch dazu, dass man manchmal irgendwelche
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Aufnahmen von 2012 verschneidet mit Sachen von 2018, weil es halt irgendwie,
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die Geschichte erzählt, die man erzählen will.
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Aber wenn es halt nicht funktioniert, wenn es ein bisschen auseinanderfällt
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oder ich weiß nicht, hättest du es besser gefunden, wenn da Jahreszahlen eingeblendet
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gewesen wären für die Einzelne?
Florian Clauß
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Nee, dafür hat der einfach zu wenig historisches Material geliefert.
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Also das ist so unbedeutend, um da Jahre zu...
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Also es ging eher, also was der Film schon geschafft hat, ist so ein Gefühl zu vermitteln.
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So ein Gefühl, das Tonstein und Scherben in dieser Musik.
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Und das war auch dann die anfangs, also eine der ersten Szenen,
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wo man Frau Vogel kennengelernt hat, wo sie von einer Ferienfahrt erzählt hat,
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als sie das erste Mal mit 15 Tonsteinen und Scherben gehört hat.
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Und tatsächlich ist es für mich auch in meiner Biografie, ich kann mich genau
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daran erinnern, wann ich das erste Mal der Traum ist ausgehört habe.
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Und das war für mich auch ein unglaublich prägendes Lied in meiner Teenie-Phase.
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Also es ist echt interessant, das Tonsteinen und Scherben, einfach mit Rio Reiser.
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Und es gibt diese Keine-Nacht-Macht-für-Niemand, ist es einfach,
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diese Platte hat total geprägt mich in den 80ern.
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Ich weiß nicht, ob du dich an den Moment erinnern kannst, wo du das erste Mal,
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Tonstein-Schermen gehört hast.
Micz Flor
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Ich habe das nicht so bewusst gehört, hatte auch keine Platte davon.
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Also es war so eher was, was so, ich war dann eher schon, sag ich mal,
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in das, wo dann die Neudeutsche Welle,
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Tonscheinscherben auch so abgehängt hatte. Also ich war dann eher schon auf
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dieser Kommerzialisierung, so später 70er, Anfang 80er.
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Dann war ich halt irgendwie so selber mit der Band zum ersten Mal 1983 aufgetreten,
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mit 13 oder mit 12 oder so. Knallrot.
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Genau, knallrot Musik gemacht. Und da war ich halt dann irgendwie so,
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da habe ich so nach vorne geguckt immer. Was machen die denn jetzt gerade so? Wo geht das denn so hin?
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Das war erst später und ich kann dir nicht sagen, wann es bewusst war.
0:19:30–0:19:38
Und ich finde aber, es ist eine unglaubliche Stimme.
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Das ist, glaube ich, wirklich das, was das trägt. Man hat das Gefühl,
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dass die Musik ist so, also gerade bei den frühen Sachen ist die Musik immer so, die funktioniert.
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Man merkt auch, dass die viel geübt haben, dass die auch quasi sich erlauben,
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am Rande ihrer Fähigkeiten zu sein. Also die geben alles.
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Aber die Stimme könnte auch auf etwas ganz anderem funktionieren.
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Ich finde einfach, die Stimme ist wirklich dieses, das ist halt eine Theaterstimme.
0:20:04–0:20:06
Es ist keine Singstimme.
Florian Clauß
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Ja, stimmt.
Micz Flor
0:20:08–0:20:12
Der kommt ja auch ursprünglich aus, ja er kommt nicht aus dem Theater,
0:20:12–0:20:16
er war ja sehr, sehr jung, aber als er nach Berlin gekommen ist er auch so eine
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Theatergruppe mit Lehrlingen oder sowas machen wollen.
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Und die ersten Lieder waren auch Lieder, die eigentlich in Theaterstücken,
0:20:25–0:20:30
die er mit seinen zwei Brudern irgendwie zusammen gebastelt hatte, herkommen.
0:20:30–0:20:34
Und ich glaube auch, macht kaputt, was euch kaputt macht, war auch,
0:20:34–0:20:37
oder das mit dem, ich will nicht mein Vater sein, oder wie das heißt,
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oder eins von denen war auch aus diesen frühen Theaterdingen so.
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Und daraus entstand dann diese Band. Und die Stimme von ihm,
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finde ich, hat halt irgendwas, was eher Theater ist.
0:20:50–0:20:53
Irgendwas passiert, was anderes. Da ist keiner, der versucht,
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etwas zu spielen, sondern da ist jemand, der versucht zu vermeiden,
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irgendwas zu spielen. Und das macht es, finde ich, so unfassbar intensiv.
Florian Clauß
0:21:05–0:21:06
Ja, intens, ja.
Micz Flor
0:21:06–0:21:08
Oder unvermittelt vielleicht.
Florian Clauß
0:21:08–0:21:14
Unvermittelt. Und in dem einen Ausschnitt, wo dann Rio Reiser bei einem Interview
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damit konfrontiert hat, dass er total banale Texte hat, wo er erst mal sagt,
0:21:17–0:21:22
so ja, und dann aber auch so stutzt und das, nein, das sind nicht banal.
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Das auch, also natürlich war das dann so diese,
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öffentlich-rechtlichen Medien, die dann versucht haben, das irgendwie einzuordnen,
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und dann auch damit einzuverleiben, sage ich mal, die Musik,
0:21:36–0:21:38
weil die ja erstmal was Bedrohliches hat, wenn,
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man die dann so hört und gegen das Establishment geht.
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Und deswegen, es ist ja ein banaler Text und dann so, nee, er will halt mit
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einfachen, klaren Sätzen dann auch die Arbeiter, diese Idee der Arbeiterklasse
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war noch so stark. Und das ist interessant.
Micz Flor
0:21:57–0:22:00
Weil das genau so ein Moment war, glaube ich, wo er sich zum ersten Mal,
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weil eine Kamera lief und so ein bisschen auch so eine Identitäts-Meltdown hatte.
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Was bin ich gerade oder spiele ich gerade? Die hatten ja dieses Manifest auch
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geschrieben, Musik ist eine Waffe und da steht eben dann auch drin,
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es gibt diesen Satz, der etwa geht, so, dass Musik kann eine Waffe sein, wenn du,
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auf der Seite deines Publikums bist. Also wenn die alle zusammen quasi singen.
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Und in diesem kurzen Moment, den du gerade auch so geschildert hast,
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da passiert, finde ich, genau das. Also er spricht mit diesem Fernsehtyp und
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dann ist er halt irgendwie quasi der Typ vor der Kamera.
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Und dann wird ihm halt gesagt, er sagt halt ja zuerst in dem Zitat sowas wie, ja,
0:22:41–0:22:44
unsere Texte sind für Leute, die eigentlich, unsere Lieder sind für Leute,
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die jünger sind, 15 bis vielleicht 22, die sind weniger für Schüler und mehr
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für Lehrlinge Und dann sagt er, ach so, und deshalb sind die auch so banal?
0:22:53–0:22:57
Und dann sagt er, ja. Und dann springt er aber eben wieder zurück auf die Seite
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seines Publikums. Sagt so, wenn sie sagen banal, dann heißt das doch,
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man müsste banal reden mit diesen Lehrlingen. Das ist nicht der Fall.
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Das sind nur einfach die Worte, die auf dieser Seite des Zauns,
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dass es dann eben wieder zurückkommt auf sein eigenes Manifest,
0:23:12–0:23:17
auf dieser Seite des Zauns sind die real, echt.
Florian Clauß
0:23:17–0:23:22
Also diese Stimme, wir waren ja gerade bei der Stimme von Rio Reiser und ich
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habe vorhin das mit so einer Schnottrigkeit, aber auch mit so einer unglaublichen Klarheit. Und ich.
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Also ist erst mal so dieser Sound der 70er Jahre, also wenn du dann auch,
0:23:35–0:23:38
keine Ahnung, dir dann Dokumentation von,
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jetzt fällt mir nur so Oskar Schilly, der dann halt als RAF-Anwalt dann auch,
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die Anwälte da vertreten hat.
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Also hast du auch gesehen, diese Dokumentation, wo dann diese Anwälte,
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also in den 70ern, die RAF und Schilly dann auch mit so einer Unglaubigkeit,
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klaren Stimme, dann auch dieser Sound.
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Dann weiß man nicht, ob es Mikrofon ist oder ob das wirklich diese Art Tonalität
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von damals war, um seine Sachen dann auch quasi nach außen zu bringen,
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also an so einem agitatorischen Ton, der dahinter steht.
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Während auch die Maike Vogel dann auch so eine ganz klare Stimme hat. Das fand ich auch gut.
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Und die Jungs dann von dieser Hip-Hop-Band, die hatten alle sehr klare Musikerstimmen.
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Das war dann so, auch wenn sie dann inhaltlich mal mehr und mal weniger geredet
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haben, hatten die doch dann immer eine sehr betonte Stimme. Und das war vielleicht,
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das, was dann halt auch die so ein bisschen zusammengebracht hat in ihrer Art.
Micz Flor
0:24:48–0:24:51
Ja, ich finde es interessant, ich meinte ja vorhin schon, ich möchte mal so
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ein bisschen reframen, weil ich glaube, dass ich, also wir sind ja auch Zugezogene,
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also ich bin jetzt, ja wir sind beide knapp über 30 Jahre jetzt in Berlin wahrscheinlich.
Florian Clauß
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Ja, also ich bin 93,
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nach Berlin, also.
Micz Flor
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Ja, ich auch so um den Drehen, da war ich nochmal kurz weg und dann war ich
0:25:11–0:25:15
jetzt ganz hier seit vielen Jahren. Ja, Maike Vogel, ich habe den Namen jetzt
0:25:15–0:25:16
nicht noch so mitgebracht.
Florian Clauß
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Maike Rosa Vogel.
Micz Flor
0:25:18–0:25:23
Ist aus frankfurt ja in hessen du bist aus hessen ich bin aus hessen also wir sind.
Florian Clauß
0:25:23–0:25:29
Da versuchst immer so eine aus so einer identität über lokalität rio reiser
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ist aus hessen nach berlin gekommen ich bin nicht so lange ich war wirklich
0:25:32–0:25:34
nur so acht jahre genau du willst du.
Micz Flor
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Willst nicht so.
Florian Clauß
0:25:34–0:25:39
Richtig ich will nicht so summiert werden ja aber so handkäse mit musik geht
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halt auch also damit identifizieren grüne soße und so eine Soße auf jeden Fall.
Micz Flor
0:25:43–0:25:50
Der Gitarrist von Tonsteinscherben, der kannte Rio Reiser noch aus Kindergarten,
0:25:51–0:25:53
aus Rottgau oder irgendwie in der Nähe, keine Ahnung, wie Rottgau,
0:25:53–0:25:56
Monotons, Flatsch, Badesalz, also irgendwie aus dieser Ecke.
0:25:56–0:26:01
Das heißt, Frau Vogel und Herr Reiser sind nach Berlin gegangen.
0:26:02–0:26:06
Ich glaube, das ist, glaube ich, total wichtig in dem Film, das sich nochmal klarzumachen.
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Die anderen drei von Rap K, die sind da geboren. Bei einem sehen wir sogar die
0:26:10–0:26:14
Stelle auf dem Teppich, wo die Nabelschnur durchgeschnitten wurde.
Florian Clauß
0:26:14–0:26:16
Was hast du jetzt dazu gesprochen?
Micz Flor
0:26:17–0:26:18
Das wurde irgendwie im Klei.
Florian Clauß
0:26:18–0:26:21
Sein Vater hat gesagt, auf diesem Teppich wurdest du geboren.
Micz Flor
0:26:22–0:26:25
Und ich finde es aber, dass man das irgendwie, finde ich, nochmal so festhalten
0:26:25–0:26:30
muss, weil die, die nach Berlin gekommen sind und Maike Vogel sagt das ja explizit,
0:26:30–0:26:33
dass sie da auch sich, das war wie so ein Calling, also sie hat sich da,
0:26:34–0:26:37
gerufen und berufen gefühlt, um da hinzugehen.
Florian Clauß
0:26:37–0:26:37
Ja.
Micz Flor
0:26:38–0:26:42
Und diese Rap-Kalor, die sind halt von da. Ja.
0:26:42–0:26:45
Für die ist es dann eher so, die sind halt eigentlich die Einheimischen.
0:26:46–0:26:48
Die Einheimischen, die entschließen, irgendwie Musik zu machen.
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Und die haben aber keinen ungelösten Konflikt, mit dem sie nach Berlin kommen,
0:26:54–0:26:55
um den da irgendwie aufzulösen.
0:26:56–0:26:59
Sondern die sitzen halt dann so da und erzählen dann halt, okay,
0:26:59–0:27:02
als ich in der Grundschule war, haben wir Mercedes-Sterne abgebrochen.
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Später saßen wir auf der Treppe, sind da unten, die anderen haben da ein bisschen gekickt.
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Also es ist halt komplett banal, aber so ist es halt.
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Es war wahrscheinlich, wenn man von außen drauf guckt,
0:27:15–0:27:21
Bei Frau Vogel und bei Herrn Reiser oder Südhessen war es halt wahrscheinlich
0:27:21–0:27:26
genauso banal. Bloß die haben sich da nie rausentwickelt. Die wollen gar nicht
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woanders hin. Die sind jetzt so da drinnen.
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Man hat so das Gefühl, denen fehlt auch so ein bisschen, wie du sagst, das Politische.
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Und warum möchte man denen das überhaupt andichten? Warum möchte man das von
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denen haben? Die sind halt so da.
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So ein bisschen wie wenn man jetzt nach Südfrankreich fährt und am Hafen sitzen
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dann in der siebten Generation Leute, die halt da sitzen und Kaffee trinken.
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Man guckt sie so an und erwartet von denen, seid ihr auch so interessiert an
0:27:52–0:27:55
diesem Hafen wie ich, an diesem Azurblauen Meer?
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Möchtet ihr die Faszination, möchtet ihr nicht auch was verändern?
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Möchten die nicht, die sind da einfach hineingewachsen.
Florian Clauß
0:28:00–0:28:03
Die sind da, die sind wie die Fische am Dorf, am Meer.
Micz Flor
0:28:04–0:28:10
Und der Vater, das ein Rap-K-Typen, der da geboren wird auf dem Teppich,
0:28:10–0:28:13
wir sind mit der Kamera in dem Zimmer mit dem Teppich und dem Sohn,
0:28:13–0:28:17
der seinen Vater mit dem Kamerateam überrascht, sagt Überraschung, dann gehen die rein.
0:28:18–0:28:22
Und der Vater erzählt dann hier, ja, Eigenbedarf, Kündigung.
Florian Clauß
0:28:22–0:28:25
Wie kommt denn so ein politischer Spin?
Micz Flor
0:28:25–0:28:27
So ganz kurz wird halt einfach über die Not...
Florian Clauß
0:28:27–0:28:29
Wir besetzen das auch, wir besetzen.
Micz Flor
0:28:29–0:28:33
Und du merkst aber natürlich, der Vater ist, ich glaube, der ist Franzose, kann das sein?
Florian Clauß
0:28:33–0:28:34
Ja, der hat gesagt, der ist Franzose.
Micz Flor
0:28:34–0:28:37
Hat sehr gut Deutsch gesprochen, aber der Sohn hat das vorher,
0:28:37–0:28:38
glaube ich, auch schon mal erzählt.
0:28:39–0:28:43
Und du merkst halt, dass der Vater da irgendwie der Gast ist,
0:28:43–0:28:46
der in Anführungszeichen der Fremdere ist oder so. Und der Sohn geht halt so
0:28:46–0:28:49
durch und sagt halt, naja, es hat Eigenbedarf, naja, ist halt so und geht raus
0:28:49–0:28:53
auf den Balkon und guckt sich nochmal die Straße an, in der er kommt.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:58
Wo man das in der Flucht des Betanien sieht. Das ist Kreuzberg als so ein...
0:28:59–0:29:03
Was ich mir schon meinte, so als Identitätsproperty. Das ist halt ein Wert,
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der über die Dekaden dann so als ein Corporate-Bezirk dann so geformt hat.
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Ich weiß nicht, ich kann mich auch daran erinnern, ich kann mich nicht nur daran
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erinnern, wie ich den ersten Don't Lieber in Schermann bin, sondern ich kann
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mich auch daran erinnern, wie ich dann halt wirklich so, das ist Kreuzberg,
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das ist erst mal ein Kreuzberg, dann halt ausgestiegen bin auf Klassenfahrt.
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Das war irgendwie 87, ich bin dann ein Kreuzberg gewesen. Und das war halt wirklich
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so ein, yeah, jetzt bin ich in Kreuzberg, was machen wir jetzt?
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Und dann sind wir auch erstmal in so einen Comicladen gegangen,
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weil wir wussten, okay, hier gibt es Comics und hier gibt es Fanscenes. Das waren die 80er.
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Man hatte noch so Fanscenes. Guck mal, die haben im Internet gedrucktes Internet.
Micz Flor
0:29:43–0:29:45
Sowas gibt es sonst nur im Internet.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:47
Nein, das gab es noch nicht, das Internet.
Micz Flor
0:29:47–0:29:50
Eben, aber so heute würde man sagen, das ist gedrucktes Internet.
Florian Clauß
0:29:50–0:29:54
Ja, und das war halt so, das war halt wirklich so wie so ein Vorhang.
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Du kommst in so einen dichten, narrativen Ort, von dem du Geschichten hörst,
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von dem du Songs hast und so weiter und siehst ihn erwartet.
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Jetzt passiert auf einmal was,
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aber es ist banal. Das ist halt irgendwie genau das, was du schreibst.
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Sagst, das ist der Hinterhof, da bin ich aufgefahren. Also für diejenigen,
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die da sowieso groß geworden sind.
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Aber es ist halt immer so diese Erwartungshaltung, die man dann auch hat als
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jemand, der dann wirklich so aufgeladen ist von dem Ort.
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Und das ist halt so ein bisschen, das ist der Teppich in dem ganzen Film.
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Kreuzberg, Kreuzberg, so dieses Land Kreuzberg.
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Ist das, wie, ich weiß nicht genau, ich erinnere mich ganz im Text, im Refrain.
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Das ist ja das Land Kreuzberg, was dann halt auch diese Gruppe da singt,
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wo dann sich für alle so dieses Identifizierende bildet.
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Und das ist auch stark. Ich finde, das ist halt so dieser ...
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Emotionale Momente. Musiker müssen jetzt nicht unbedingt so reflektierend sein wie Rio Reiser.
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Es geht vielmehr um so ein Gefühl, was sich dann über die Musik transportiert.
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Die Beats von der Gruppe fand ich schon ganz mitreißend. Es war schon sehr elektronisch.
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Die haben ja auch Mood Selector Sample gehabt.
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Von Apparat, wo das New Arrow, diese Baseline da reinkommt.
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Das ist halt so das, das ist voll das, das Ding, was man halt wirklich sofort
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als Wiedererkennung hat. Das fand ich schon ganz gut.
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Das kann ich auch verstehen, dass dieses Konzert in der Columbia Halle,
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wo dann auch total alle mitgerissen waren.
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Also das war ja schon sehr, sehr stark in dem Moment.
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Und bei der Maike Vogel, Sängerin, Liedermacherin, da waren die Texte auch so.
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Also es klang irgendwie alles ein bisschen gleich so, aber man hat ja dann noch,
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Stücke von ihr gehört, die produziert waren, da war es halt nicht ganz so gleich.
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Diese Alternativkultur, die sich auch mit Kreuzberg so entwickelt hat.
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Also das ist ja das war, was dann auch in den 70ern dann auch entstanden ist,
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oder früher noch in den 60ern, wenn die Studenten aufruhen.
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Und da war ja auch Kreuzberg so ein Zentrum.
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Und da sind ja eben Turnstern und Scherben groß geworden und haben sich in dieser
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Hausbesetzerszene dann auch etabliert.
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Und das ist ja auch nochmal von der Stadtentwicklung her ganz interessant,
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was da passiert ist in dieser der totalen Insel von Kreuzberg,
0:32:31–0:32:36
aber das kam halt nicht mehr so raus, das war jetzt das haben sie kurz mal erwähnt.
Micz Flor
0:32:36–0:32:40
Wo er am Tisch sagt, ja haben sie uns erklärt, das war der letzte Schnipsel
0:32:40–0:32:44
so von Berlin und das war wirklich nicht mehr,
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Und er hat es ja selber gesagt, es gibt ja noch so die Ossis,
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die Wessis und so, aber das ist es unklar, wie viel, also von dem,
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was sie sagten, ist es unklar, wie viel Einfluss das noch hat aufs Denken und
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aufs Miteinander umgehen,
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aber es sind eher Geschichten aus der Vergangenheit.
Florian Clauß
0:33:02–0:33:08
Das war ja total konstituierend für diese Hausbesetzer-Szene,
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für diese politische Kultur, für diesen Aktivismus, der dann in Kreuzberg entstanden ist.
0:33:13–0:33:16
Ganz viele selbstorganisierte Projekte sind daraus entstanden.
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Diese Studentenbewegung, die sich dann auch, wo dann irgendwann der Schwenk
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kam, also von diesem Aktivismus, außerparlamentarische Organisation,
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dann irgendwann das Privat ist, das Politische.
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Das ist ja dann auch so von einer feministischen Bewegung nach vorne.
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Also dass so wie man lebt auch entsprechend einfach ein politisches Statement
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hat oder eine politische Person ist, ein politisches Subjekt ist.
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Und dann kam ja so auch aus diesem Gedanken heraus, dass eben nicht das Familienmodell
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das sein muss, wie man Kinder großzieht.
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Wie man dann quasi lebt und Beziehungen dann auch flechtet, sondern dass es
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auch andere, alternative Formen gibt.
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Das ist jetzt auch das Kinderladen als Organisationsform, ja,
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dann die anti-autoritäre Erziehung.
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Das waren ja alles so Bewegungen. Da war ja eben der Schmelztiegel, war ja in Kreuzberg.
0:34:18–0:34:23
Das war ja so das Bild, was sich da so entwickelt hat. Und dann die Hausbesetzer-Szene,
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also da, wo sich dann auch tatsächlich so Eigentumsverhältnisse auch an der
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Frage aufgetan haben. Wem gehört das?
0:34:32–0:34:37
Da ist dann, glaube ich, nochmal die Geschichte von Kreuzberg interessant, weil...
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Eingeschlossen eben von der Mauer gab es ganz viele Nischen,
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das waren so die Mietskaserne, die noch aus dem vorherigen, also aus dem 19.
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Jahrhundert gebaut wurden.
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Die wurden ja quasi dem Verfall preisgegeben, um dann irgendwann die Leute rauszubekommen,
0:34:53–0:34:54
um dann neue Sachen hinzubauen.
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Das war genau diese Zeit der 70er, wo dann auch die meisten Häuser damals in Berlin besetzt wurden.
0:35:04–0:35:08
Also es waren über 100 in Kreuzberg, die besetzt wurden, um diesen Verfall dann
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nicht diesen Kreuzern preiszugeben.
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Und wo dann diese starke Bewegung überhaupt entstanden ist.
0:35:14–0:35:18
Und dann hat auch die Politik ja eingeschränkt. Also das heißt,
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sie haben dann nachgegeben. Es gab dann auch entsprechende städtebauliche Maßnahmen.
0:35:22–0:35:27
Also das Kotti, also diesen Neubau, dieses Prägende, was wir da gesehen haben,
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das ist ja dann in den 70ern entstanden.
Micz Flor
0:35:29–0:35:33
Da ist doch vor ein paar Jahren auch irgendwie ein Dokumentarfilm über den Architekten
0:35:33–0:35:36
oder Planer oder sowas, den können wir vielleicht auch noch mal gucken.
Florian Clauß
0:35:36–0:35:42
Wir hatten ja auch schon mal im Rahmen von unseren letzten gemeinsamen Kinoerlebnissen,
0:35:43–0:35:48
das war ja zur Berlinale, dann sind wir ja zur Schwangeren ausgegangen.
0:35:49–0:35:53
Haben wir ja so ein bisschen über diese Interbau 1957, das dann halt quasi so
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als Architektenveranstaltung oder so ein bisschen Free Speech und so weiter
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etablieren wollte im Westen als Gegenpol,
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zum Osten, als diese ganzen großen Bauten entstanden, die dann halt so diese
0:36:06–0:36:08
Dominanz des Ostens auch zeigen sollten.
0:36:08–0:36:13
Ja, also Stalinallee und so weiter. Da war Interbau, wo dann halt das Hansaviertel
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entstanden ist, das schwangere Ostern.
0:36:14–0:36:20
Und es gab dann 20 Jahre später, also näher 30 Jahre später,
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die Interbau oder die, ich hieß glaube ich, ich weiß nicht, 57,
0:36:26–0:36:27
Weltausstellung, Weltbau.
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Und das, was dann in Kreuzberg passiert war, das ist dann 87.
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Sind die Bauprojekte vorgestellt worden in Kreuzberg, wo es dann mehr so integrativer wurde.
0:36:41–0:36:46
Wo dann auch zum Beispiel nachhaltiger saniert wurde, wo dann auch Sanierungsprogramme,
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die dann eben die Wohnform, die vorher besetzt hat und eingeschlossen haben.
0:36:52–0:36:57
Das kam ja dann so, als so einen versöhnlichen Weg kam das ja dann raus.
0:36:58–0:37:02
Das war ja auch letztendlich auch dann eine Frage von,
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Dass man da wieder zusammenkommt. Während man in so einer Gegenkultur guckt,
0:37:09–0:37:11
ich will nicht mit denen zusammenarbeiten, den Staat.
0:37:12–0:37:17
Das ist ja der Feind auf der anderen Seite. Heraus zum revolutionären 1. Mai.
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Es hat lange gedauert, bis Berlin eine andere 1. Mai-Politik gefahren hat,
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also mit den Straßenkampfen.
0:37:24–0:37:27
Hatte ja auch dann irgendwie eine Art von Sport. Ich weiß nicht,
0:37:27–0:37:30
ob du die Maifeste der 90er dann so mal mitgemacht hast?
Micz Flor
0:37:30–0:37:34
Ja, so ein bisschen. Aber es fühlte sich für mich immer ein bisschen aufgesetzt
0:37:34–0:37:36
an und schon sehr touristisch auch.
0:37:36–0:37:41
Also dann kam halt, natürlich kam einerseits die Polizei aus allen anderen Bundesländern,
0:37:41–0:37:45
wurden mit rangefahren. Das sieht man auch im Film, da steht ja immer so, als ob die Teams sind.
Florian Clauß
0:37:45–0:37:47
Ja, im NRW. Ja, genau.
Micz Flor
0:37:49–0:37:52
Aber andererseits gab es dann einfach natürlich auch unfassbar viele Touris,
0:37:52–0:37:57
die für den ersten Mal nach Berlin gekommen sind, die dann da so mitmachen wollten.
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Wo ich nicht das Gefühl hatte, als ich hier ankam in den frühen 90ern.
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Dass das noch, also ich habe da keine Wurzeln gespürt.
Florian Clauß
0:38:07–0:38:10
Ich war erstaunt, also wie du das beschreibst, das war dann irgendwie ritualisiert.
0:38:11–0:38:16
Ja, also dann haben sich alle so drauf gefreut und es war auch ziemlich brutal.
0:38:16–0:38:21
Also es wurde von beiden Seiten, wurde da relativ stark draufgehauen.
0:38:21–0:38:24
Aber es war dann wie so ein Schalter, so zack, jetzt geht's los.
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Und es war für alle so, wir proben Straßenkampf. Also ich meine,
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macht man ja nicht oft die Erfahrung, wo kriegt man halt irgendwie Straßenkampferfahrung.
0:38:34–0:38:35
Und ich meine, das ist halt auch so.
Micz Flor
0:38:35–0:38:38
Hast du das gemacht? Hast du Straßenkampf geprobt?
Florian Clauß
0:38:38–0:38:44
Nee, das war mir auch zu krass. Aber ich war schon so nah dran, sagen wir mal.
0:38:45–0:38:47
Also ich habe nicht inhaliert.
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Aber es war dann schon im Osten so. Also ich habe das ja, da waren ja dann,
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ging es natürlich auch in Britannien und so weiter, das war ja auch mit dabei.
Micz Flor
0:38:57–0:39:02
Ich weiß noch, Ende der 90er-Jahre war das, glaube ich, da war irgendein Kette-Kollwitz-Platz,
0:39:03–0:39:06
Da war das alles schon nicht mehr so wild, aber dann hatte die Polizei wirklich
0:39:06–0:39:13
eine ganz neue Schikane gegen die Gewaltbereiten.
0:39:13–0:39:18
Und zwar anstatt, dass die Polizei da stand, vermummt in Uniform,
0:39:18–0:39:24
spielte am Geltekolbettsplatz am späten Nachmittag das Swingorchester der Berliner Polizei.
Florian Clauß
0:39:25–0:39:27
Das hat Schilds immer wieder gehört.
Micz Flor
0:39:27–0:39:30
Ich fand das einfach so genial, das ist so eine psychologische Kriegsführung.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ja, dann machst du die schon wild, die ganzen.
0:39:34–0:39:38
Ja, ich meine, auch die Autonomen, also das wurde ja nicht so differenziert,
0:39:38–0:39:41
also in dem Film jetzt, ich rede jetzt wieder im Dokumentarfilm,
0:39:42–0:39:47
aber die Autonomenbewegung kam ja dann auch aus der Hausbesetzerszene ganz stark davon geprägt.
0:39:49–0:39:53
Und die haben zum Beispiel dann sich immer gegen alle Angebote gestellt,
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die dann halt quasi von politischer Seite gemacht wurden.
0:39:56–0:40:00
Dann eben so diese genossenschaftliche Transformation der besetzten Häuser,
0:40:00–0:40:02
was dann halt auch im Osten passiert ist.
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Aber die Autonomen waren dann schon immer so, nein, Freiräume müssen dann auch staatsfrei bleiben.
0:40:09–0:40:14
Also das finde ich halt auch bei Herr Lehmann, bei den Romanen so schön beschrieben,
0:40:14–0:40:17
dieses Kreuzberg, was dann halt wirklich umschlossen ist.
0:40:17–0:40:23
Und es gibt diese vier Seiten von dem Stadtbezirk, wo drei dann einfach so Nischen
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waren, wo die Mauer. Das kann man sich, glaube ich, nicht vorstellen.
Micz Flor
0:40:26–0:40:28
Du konntest nicht durchfahren.
Florian Clauß
0:40:28–0:40:32
Du konntest nicht durchfahren. Du hattest ganz viele so tote Ecken,
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wo keiner mehr hingekommen ist.
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Du hattest auch billigen Wohnraum. Da hattest du einen hohen Migrationsanteil,
0:40:39–0:40:43
der dann in der Bevölkerung war, weil viele ja dann im Rahmen von,
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also dieses Prinzip, das ist ja so quasi die Schattenseite oder so das Windloch
0:40:51–0:40:53
von dem Wirtschaftswunder Deutschland.
0:40:53–0:41:00
Also da sind die ganzen migrantischen Bewohner, weil dann Deutschland so billige
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Arbeitskräfte gesucht hat, dann da hingezogen, wo es halt billige Wohnungen gab.
0:41:05–0:41:11
Und die ganzen Fahnenflüchtigen, die halt keinen Bock hatten auf Zivildienst, sind auch nach Berlin.
Micz Flor
0:41:11–0:41:12
Fahnenflüchtige.
Florian Clauß
0:41:12–0:41:16
Ja, ja, so hieß das. Die sind dann auch nach Berlin gekommen.
0:41:17–0:41:22
Die ganze Schwulen- und Lesbenszene hat sich ja dann auch in den 80ern da so ausgeprägt.
0:41:22–0:41:29
Also das heißt, es gab einen unglaublichen Pott von verschiedenen Kulturen.
0:41:30–0:41:35
Und das, was wir jetzt in diesem Film aus der heutigen Zeit,
0:41:35–0:41:38
war ja dann so die Moulange, wenn alles zusammengemischt ist.
0:41:38–0:41:42
Das war ja dann schon so, was sich früher eher separiert hat oder vielleicht
0:41:42–0:41:46
auch nicht und dann schon Ansätze des Zusammenlebens entwickelt hat.
0:41:46–0:41:50
Und ich glaube, das ist halt so der Jetztstand von jetzt sowieso.
0:41:51–0:41:54
Aber ich glaube, auch politisch ist da jetzt nie mehr viel drin,
0:41:55–0:42:04
außer quasi eine gewisse Ungerechtigkeit empfinden, weil man ja eben hier auch in eines der ärmsten,
0:42:04–0:42:06
Viertel von Berlin wohnt.
0:42:07–0:42:13
Ungerechtigkeit und Drogen- und Obdachlosigkeit ist ja super präsent.
Micz Flor
0:42:14–0:42:21
Ja, auf jeden Fall. Ja, ich glaube, dass dann, wenn man jetzt die MusikerInnen aus dem Film als,
0:42:23–0:42:27
Zeitzeugen vielleicht auch der gegenwärtigen Geschichte sieht, dann,
0:42:28–0:42:35
ist es schon irgendwie, dass die Frau Marie Vogel hat ja dann in gewisser Weise
0:42:35–0:42:39
das Ende der Welt, weil der Kapitalismus gesiegt hat, besungen.
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Also die 70 Euro, die ihr Kind zusammenkratzt, damit man vielleicht jemanden
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bezahlen kann, der Welt mal zu erklären, wie Klimawandel funktioniert.
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Das ist sehr dystopisch und traurig und endet natürlich dann doch irgendwie,
0:42:51–0:42:56
naja, vielleicht nicht ich, aber meine Kinder können Happy End noch erleben. Ähm...
0:42:58–0:43:01
Und da ist natürlich der Blick von draußen auf das System, auf die Verteilung
0:43:01–0:43:05
und das, was Rap-K, ich nenne jetzt Rap-K.
Florian Clauß
0:43:05–0:43:09
Ich weiß nicht mehr. Ich weiß nicht, ob die R-P-K oder Rap-K,
0:43:09–0:43:12
also ja, ich bin mir auch unsicher.
Micz Flor
0:43:12–0:43:16
Ja genau, also die dürfen mich auch falsch nennen, ich bin okay with it.
Florian Clauß
0:43:16–0:43:17
Der Miets?
Micz Flor
0:43:17–0:43:22
Genau, Miets, ich bin Miets. Die hatten ja dann weniger eben diesen Blick von
0:43:22–0:43:24
draußen auf das ganze System, sondern den Blick von drinnen eben,
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weil die wieder von da kamen und haben dann so kurz gesagt, ja so Gang,
0:43:27–0:43:28
ne, ist ja schon. schon so.
0:43:28–0:43:31
Aber bei uns war es eigentlich immer, wenn es irgendwie passt,
0:43:31–0:43:32
dann wird die Gänge auch größer.
0:43:33–0:43:38
Das fand ich eher so ganz deutlich so auf einem sozialen, gegenwärtigen Gefühl
0:43:38–0:43:41
von Inklusion und Interesse aneinander.
0:43:41–0:43:49
Das fand ich so ein Gegenentwurf, der aber natürlich dann die Marie-Vogel-Texte nicht aushebeln kann.
Florian Clauß
0:43:49–0:43:49
Maike.
Micz Flor
0:43:50–0:43:56
Maike, Entschuldigung. Maike Vogel. Und das bleibt dann irgendwie so offen.
0:43:56–0:44:00
Aber auch da fand ich es wieder interessant, Und eben die, die da geboren sind,
0:44:01–0:44:04
die sind da nicht hingegangen, um was zu bewegen oder was zu erleben,
0:44:04–0:44:07
sondern die sind einfach da geboren, sind da geblieben.
0:44:07–0:44:11
Vielleicht sogar, wie du sagst, schwache Infrastruktur in dem Gebiet,
0:44:11–0:44:16
dann bleibt man halt irgendwie da, hat dann die Wohnung und machen was damit.
0:44:17–0:44:21
Und das ist ja auch der totale Gegenentwurf, als der eine erzählt,
0:44:22–0:44:24
dass ein Vater aus Norwegen kommt. Ich habe den Namen jetzt, das...
Florian Clauß
0:44:25–0:44:25
Gus.
Micz Flor
0:44:25–0:44:26
Gus?
Florian Clauß
0:44:26–0:44:27
Gustav war das...
Micz Flor
0:44:27–0:44:28
Ja genau, Gustav.
0:44:28–0:44:35
Und der erzählt, wie am 1. Mai er sich vorgenommen hat, da mit einem Meilswagen,
0:44:36–0:44:41
direkt ans Ende dieser Brücke, Eisenbahnstraße, direkt vor der Spree aufzuschlagen.
0:44:42–0:44:46
Dann kommt er an, da sind ja schon zwei Bühnen, die aufgebaut werden.
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Er ist so früh dran und die Bühnen, und er hat wahrscheinlich den Kollegen schon
0:44:49–0:44:50
gesagt, das klappt nicht.
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Und jetzt kommt halt dieser perverse Twist, den ganzen.
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Und dann ist die Polizei sein Freund und Helfer und Retter.
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Dann kommt die Polizei auch schon früh und checkt die Lage und sieht, dass die da aufbauen.
0:45:02–0:45:07
Und wie er es dann sagt, ich kann es nur paraphrasieren, aber es war wie so
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ein Geschenk. Dann haben die einfach so Rabatts gemacht, alles abgenommen,
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waren die weg. Dann habe ich die gleich angerufen und gesagt,
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hey, es kann doch stattfinden.
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Und ich habe aufgebaut. Also die Rolle der Polizei in dem Ganzen ist dann nicht
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mehr Gegner, sondern es ist einfach nur eine Form der Kraft.
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Es ist wie so eine Tai-Chi, Aikido-Idee. Wir müssen mit diesen Kräften umgehen.
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Und dann war es halt die Polizei, die uns Gold macht. Hätte auch was anderes sein können.
Florian Clauß
0:45:31–0:45:35
Ja, ich meine, das war auch so, was in dem Film, was ich jetzt irgendwie so
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diese paar Kritiken, die ich gelesen habe, da wurde ja auch schon versucht,
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dann so quasi so diese übergreifenden, die kartenübergreifenden Themen dann zu spinnen.
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Und dann geht es um Polizeigewalt. Ich meine, klar, Polizeigewalt siehst du
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natürlich in der Räumung der besetzten Häuser.
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Aber die Polizeigewalt ist dann eine andere, das Beispiel, was du genannt hast,
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als jetzt irgendwie so in den 70ern.
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Da ist es, glaube ich, noch viel spaltender, noch viel mehr auseinander.
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Also ich glaube, das war dann wirklich viel weniger. Also jetzt ist es ja so, im Kodi ist das… Ja.
Micz Flor
0:46:08–0:46:10
Aber es ist ja auch eine andere Situation.
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Was Maike Vogel singt, wo sie das eine Lied singt, wie das ist,
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mit Kind und Arbeit und Geld verdienen und sich mit dem Vater des Kindes die
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Klinge in die Hand geben, dann muss der wieder arbeiten, um das irgendwie alles zusammenzuhalten.
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Und am Ende des Monats ist nichts übrig, so in der Art, was sie singt.
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Das ist dann so dieses Bild, vor dem man dann vielleicht irgendwie in der Hausplätze
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denkt, hey, das Haus steht leer, ich wohne jetzt hier. What's the fucking problem?
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Also dann ist es viel existenzieller, als wenn du am 1. Mai in der Wrangelstraße
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ein Kaipis verkaufen willst und die Bullen sagen, hey, mach dich vom Acker.
0:46:48–0:46:50
Und du gehst zweimal um die Ecke und dann stehst du wieder da.
0:46:50–0:46:54
Also ich glaube, die Dringlichkeit ist eine andere. Also deshalb meine ich.
Florian Clauß
0:46:54–0:46:58
Das ist... Also existenzieller Druck.
Micz Flor
0:46:58–0:47:02
Es ist in beiden Fällen ein System, also systembehaftet. Es hat in beiden Fällen
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mit Kapitalismus zu tun.
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Und es ist in beiden Fällen aber eine ganz andere Form des Kapitalismus,
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die da so wirkt. Und der eine hat ja auch ganz, fand ich vielleicht den schönsten
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Satz, wo er gesagt hat, ja Gang kommt ja von Gangster, aber wir waren eher so Gauner.
Florian Clauß
0:47:16–0:47:17
Ja, das fand ich auch super.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Und das ist nicht irgendwie ganz gut, weil das auch schon so gut eintaktet,
0:47:19–0:47:23
worum es jetzt hier geht. Also wir haben nicht die großen Fronten,
0:47:24–0:47:27
aber wir lassen nicht alles mit uns machen und wir finden unseren Weg.
Florian Clauß
0:47:27–0:47:31
Ja, ja. Also ich glaube, das ist auch, glaube ich, schon so dieser Street-Pressure,
0:47:31–0:47:35
den du da hast, wenn du da aufwächst, vielleicht, weiß ich nicht,
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du hast ja noch, du bist ja da noch mehr connected.
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Deine Kinder wachsen ja da auf in dem Bezirk, sie brechen ja auch schon die Mercedes Sterne.
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Können sie ja nicht mehr abbrechen, weil es die gar nicht mehr gibt.
Micz Flor
0:47:46–0:47:47
Können sie nicht, ja.
Florian Clauß
0:47:47–0:47:51
Aber ich fand diese eine Sache, wo er dann auch sagt, ja genau,
0:47:51–0:47:54
so Gang von Gauna und wir waren sehr offen, ja, und das sagt ja auch,
0:47:55–0:47:59
Meike Vogel, dann eben, dass Berlin immer, egal wer du bist,
0:48:00–0:48:03
egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
0:48:08–0:48:12
hat in dem Film, was ja auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
0:48:12–0:48:17
speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist, also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast und
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du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
0:48:42–0:48:50
Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
0:48:52–0:48:57
Also das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Collage.
Micz Flor
0:48:57–0:49:04
Und das meine ich halt. Ich glaube, dass das, was vielleicht im Pitch als Thema
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ausgegeben wurde, ich habe da nicht viel mitgenommen.
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Ich fand, dass der im Schnitt entstanden ist, der Film. Und dass der ziemlich
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clever geschnitten wurde, wer auch immer die Sache montiert hat.
0:49:15–0:49:20
Aber die Montage des Films irgendwie ein Versucher was zu retten,
0:49:20–0:49:22
was irgendwie das Material nicht
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mehr hergegeben hat. Also mir fehlte mir fehlte zum Schluss ein Satz.
Florian Clauß
0:49:27–0:49:32
Ja, verstehe ich, aber ich hatte das Gefühl, dass zum Beispiel Rap-K,
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die Band, ganz anders gefilmt war als das,
0:49:36–0:49:40
Frau Vogel und dann natürlich die historischen Aufnahmen von Turnstein Scherben.
0:49:40–0:49:43
Ich glaube, das sind unterschiedliche Kameramänner, Frauen gewesen,
0:49:44–0:49:45
die das aufgenommen haben.
0:49:45–0:49:49
Und ich glaube auch, also ich habe in irgendeiner Kritik gelesen,
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dass der, der dann auch die Regie geführt hat, der ist Jahrgang 2003,
0:49:55–0:50:00
war im Prinzip so oder ist jetzt so an dieser Web-K-Geschichte dran gewesen.
0:50:01–0:50:05
Und es kann wirklich sein, dass der dann halt so in dieser Pitch,
0:50:05–0:50:08
dann müssen wir noch ein bisschen mehr reinbringen, damit sich das nochmal so
0:50:08–0:50:11
ein bisschen politischer dann halt so auflädt.
Micz Flor
0:50:12–0:50:15
Also da führte sich an, ich habe nicht gesehen, nur darüber gelesen,
0:50:15–0:50:18
aber so ein bisschen wie der Habeck-Film, wo man halt dann irgendwie so einen
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Politiker verfolgt und das Ganze wird dann öffentlich-rechtlich noch gezahlt
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und hergestellt und es geht sich irgendwie nicht so aus, aber man durfte mal so da zugucken.
0:50:28–0:50:30
Ich hatte wirklich das Gefühl, dass diese,
0:50:31–0:50:34
Die jüngste Band, ich will das gar nicht mehr Herr und Frau und sonst was sagen,
0:50:34–0:50:37
aber die jüngste Band halt irgendwie, der so am meisten Credits bekommen hat
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und irgendwie sich so legitimieren durfte und man aber gleichzeitig im Material
0:50:41–0:50:44
auch ein bisschen suchen musste, dass da genügend Zeit,
0:50:45–0:50:50
reinkommen kann, dass da wirklich genügend Interessantes auch gesagt wird,
0:50:50–0:50:51
wenn ich mal so frech sein darf.
Florian Clauß
0:50:52–0:50:57
Ja, das stimmt. Das war ja auch viel so Momentaufnahmen und es war eben eine Hommage an Kreuzberg.
0:50:58–0:51:03
Es war eigentlich so wie du in meinen Cafés genau an den Orten sitzt und arbeitest.
0:51:03–0:51:09
Ich habe jetzt nur gewartet, dass du irgendwo da bist oder wir dann die Aufnahme
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machen. Also irgendwie war es jetzt nicht so fern, weil es hätte passieren können.
Micz Flor
0:51:13–0:51:16
Das war auch ein bisschen verwirrende Sache, weil ich hatte diesen Effekt bei
0:51:16–0:51:22
Lola Rent oder bei Born Identity, dass die Schnitte mich wirklich verwirrt haben in der Mitte.
Florian Clauß
0:51:22–0:51:22
Ich auch.
Micz Flor
0:51:24–0:51:28
Der Film wurde auseinandergerissen für mich. Und da war es jetzt eher anders,
0:51:28–0:51:29
so wie ich mir das vorstelle.
0:51:30–0:51:34
Ich komme halt eben auch aus einem kleinen Dorf in Südhessen und für mich war
0:51:34–0:51:37
die große Stadt, oder Filme, die in großen Städten spielen, hatten halt immer
0:51:37–0:51:38
die große Stadt nur als Hintergrund.
0:51:39–0:51:42
Und jetzt fand ich es auch interessant, mal zu sehen, weil es ein Dokumentarfilm
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war, ist die Storyline nicht so zerrissen, aber diese ganzen Orte zu sehen.
0:51:47–0:51:51
So, dass das Hirn, weil man alles kennt, das Hirn so kurz so rauszoomt und wieder
0:51:51–0:51:55
reinzoomt in die Karte. Und jetzt ist es hier und jetzt hier und jetzt hier. Und das kenne ich doch.
0:51:56–0:51:59
Das fand ich schon ganz interessant. Und wo man manchmal sogar die Kamera nach
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links drehen wollte und nach rechts drehen wollte. Ist da nicht links? Geht es nochmal rüber?
0:52:05–0:52:08
Da fühlte es sich schon sehr heimatlich an. Klar, aber das ist natürlich dann
0:52:08–0:52:13
auch eine Folklore, die kein Thema mitbringt.
Florian Clauß
0:52:13–0:52:17
Ja, wir wollten noch mal so einen Satz nachschieben von der jüngsten Band,
0:52:18–0:52:21
weil wir das so ein bisschen despektierlich behandelt haben.
0:52:21–0:52:23
Aber man muss schon sagen, dass es total sympathische Jungs sind.
0:52:23–0:52:28
Also es sind irgendwie so, ich habe die letzte Dokumentation,
0:52:28–0:52:32
die ich halt über so eine Rap-Band oder einen Rapper gesehen habe, war Haftbefehl.
0:52:32–0:52:38
Das war halt so diese Netflix-Depotenz, der sich so kurz vor dem Abnippeln weggeguckt.
Micz Flor
0:52:38–0:52:40
Ja, habe ich auch gesehen, weil ich das nicht darüber gehört habe.
Florian Clauß
0:52:40–0:52:43
Und das war halt schon, ja genau, müssen wir nicht drüber reden,
0:52:45–0:52:51
aber der war so unsympathisch einfach. Der hatte schon was total Verletzliches,
0:52:51–0:52:54
Nahhaftes, aber der war halt so weit weg, ja.
0:52:54–0:52:57
Und die Jungs waren das halt wirklich so die Jungs von der Ecke und man kann
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halt irgendwie so quatschen und so high und so. Ja, das stimmt.
0:53:00–0:53:02
Und das fand ich halt irgendwie, das muss man nochmal sagen,
0:53:02–0:53:05
diese Nahbarkeit von den Leuten und das finde ich schon super.
Micz Flor
0:53:07–0:53:10
Ja, die haben total gut funktioniert und die waren, glaube ich,
0:53:10–0:53:14
auch nicht, also die waren halt irgendwie ganz normal und trotzdem besonders
0:53:14–0:53:17
und du hast auf der Bühne auch gemerkt, dass die da Spaß haben und connecten können.
0:53:17–0:53:21
Das, ja, auf jeden Fall. Es hat auch funktioniert und auch dieses eine Lied
0:53:21–0:53:25
mit Berlin, das kriege ich jetzt auch nicht mal richtig aus dem Kopf,
0:53:25–0:53:26
aber ich kriege es auch nicht richtig rein.
Florian Clauß
0:53:26–0:53:29
Ja, die Velocity, diese Wiko-Geschichte.
Micz Flor
0:53:29–0:53:31
Ja, das hat gut funktioniert.
0:53:31–0:53:34
Und manchmal war es dann halt trotzdem so ein bisschen Kiffer-Talk, weißt du?
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Es kommt so nicht so ganz unten runter, weißt du, wo der Typ dann von Sophia
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halt irgendwie erzählt, hier, ich muss aufpassen, ich darf jetzt nicht mehr die Tische, ne?
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Die Tische tragen oben schon rüber, die Füße unten, genau bis zu dieser Linie,
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sonst kommen die Ordnungsamt.
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Und ich habe mir jetzt schon so eine elektrische Schwertsäge gekauft bei Lidl
0:53:54–0:53:59
oder was weiß ich. Und wenn die kommen, muss ich dann die Tische absägen. Und der eine dann so...
0:54:00–0:54:04
Der ist klug, er ist vorbereitet. Und das war so ein bisschen,
0:54:04–0:54:07
er hat recht, mit dem er sagt, es war auch nett, dazu gehört das Gespräch.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:09
Ja, aber das ist halt so ein Blub.
Micz Flor
0:54:09–0:54:12
Und er hat es so gesagt und hat es aber so quasi abgebunden.
0:54:12–0:54:15
Er hat gesagt, fragt mich bitte nicht mehr, ich habe den Anfang schon wieder vergessen.
0:54:17–0:54:21
So war es alles irgendwie so eingefasst. Also da kamen halt die Sachen immer
0:54:21–0:54:23
so raus, es ging nicht mehr als zwei Sätze.
Florian Clauß
0:54:23–0:54:28
Ja, genau, wo sie dann halt auch über diese Musik von Rio Reiter gesprochen
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haben. Ich glaube, es war so eine Interviewsituation.
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Die wurden uns präsentiert und die waren alle so ein bisschen nervös,
0:54:33–0:54:38
weil sie jetzt was Gehaltvolles sagen mussten. Und es ist halt nicht so richtig
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was Gehaltvolles rausgekommen.
Micz Flor
0:54:39–0:54:40
Ja, ich glaube gar nicht, dass sie nervös waren.
Florian Clauß
0:54:40–0:54:44
Doch, die haben total nervös geguckt. Also ich glaube, die waren dann ja,
0:54:44–0:54:47
okay, jetzt muss ich was irgendwie was Diebes sagen.
Micz Flor
0:54:48–0:54:51
Ja, das war so ein bisschen, der eine hat ja angefangen, hat sich das angehört.
0:54:51–0:54:53
Die haben es scheinbar vorgespielt bekommen. Da hat er gesagt,
0:54:54–0:54:56
ja, es war, kann ich unterschreiben.
0:54:56–0:54:58
Warum kannst du es unterschreiben?
0:54:59–0:55:04
Also dann war es wirklich so, dass man das Gefühl hatte, dass es inhaltlich
0:55:04–0:55:06
nirgendwo angebunden war, aber es fühlte sich gut an.
Florian Clauß
0:55:06–0:55:09
Wahrscheinlich war das halt nochmal so reingeschrieben, wir müssen in dem Pitch
0:55:09–0:55:12
zu, ja dein Sohn heißt doch Rio Reiser, komm doch mal kurz runter.
0:55:13–0:55:16
Oder dein Sohn heißt Rio, nach Rio Reiser, komm doch mal kurz zu.
0:55:16–0:55:19
Und dann halt so, ja jetzt sag doch mal, was zu der Musik hören.
0:55:19–0:55:22
Das war dann halt so der Kitsch zwischen den einzelnen.
0:55:23–0:55:26
Ich wollte noch mal erwähnen, ich hatte ja auch vor kurzem erst eine Dokumentation,
0:55:26–0:55:29
auch Dekadenmusik, deutsche Musik.
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Und das war, glaube ich, auf HD Mediathek. Und die hatten ziemlich viele Originalaufnahmen
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von auch in Kreuzberg und dann ging es Berlin Musik und so weiter.
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Und da kam auch viel Tonstein Schärmen vor. Also deswegen war ich schon so ein
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bisschen, war auch tolles Material einfach von Kreuzberg da auch, von Berlin.
0:55:51–0:55:57
Ich fand es interessant von der Entwicklung der Band, dass die auch in diesen
0:55:57–0:55:59
alternativen Hausprojekten gewohnt haben,
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und die dann mit aufgebaut haben, aber dann waren da so Momente,
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dass die halt total unter Druck die ganze Zeit standen, weil die durften kein Geld machen.
0:56:08–0:56:12
Die mussten sich immer so, also man hat halt gemerkt, wenn wir spielen,
0:56:12–0:56:15
dann werden wir gebucht, dann müssen wir aber diese Soli-Veranstaltung und noch
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das unterstützen und wir dürfen nicht kommerziell wirtschaften und so.
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Und die waren halt, die hatten nie Geld. Also man hatte so ein bisschen das
0:56:23–0:56:24
Gefühl, die waren halt schon so,
0:56:25–0:56:31
diese Frontband, die sich auch gut hat verkaufen lassen, wo halt viele hingekommen
0:56:31–0:56:35
sind, aber konnten halt einfach aufgrund von ihrer Ideologie kein Geld so machen.
0:56:36–0:56:39
Und da gab es halt so Situationen, das war ganz interessant,
0:56:39–0:56:44
wo die dann so ein bisschen Backstage gefolgt, wo es dann halt um diese Soli-Geschichten
0:56:44–0:56:47
ging und so, um das Ideologische, was da hinterhing.
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Und dann sind die ja komplett aus Berlin weg und haben ja dann irgendwo so ein...
0:56:53–0:56:55
Fresenland, Fresenland, glaube ich. Ja, da irgendwie an der Küste.
0:56:55–0:56:59
Bei der dänischen Grenze. Ja, haben die da Musik gemacht. Also das heißt,
0:56:59–0:57:02
dann haben die dieses Kollektive weg von der Großstadt.
0:57:02–0:57:04
Und das wurde auch so ein bisschen begleitet, nochmal erklärt.
Micz Flor
0:57:05–0:57:07
Und das ging vor allen Dingen auch sehr schnell. Ich glaube,
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75 sind die raus und 70 ging es irgendwie erst los.
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Also in den ersten fünf Jahren nach Thunstein-Scherben-Konzerten gab es dann
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immer auch von Reiseaufrufe, so von wegen zum Beispiel das Rauchhaus.
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Also da, wir müssen jetzt unterstützen und dann sind alle direkt vom Konzert
0:57:23–0:57:26
eingeladen, da hinzugehen, weil die Bullen kommen sonst. Das heißt,
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da wurden dann Häuser besetzt nach den Konzerten. Das war sozusagen das Entree für die Hausbesitzung.
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Das weiß ich jetzt nicht. So hatte ich es aber irgendwie so ein bisschen gehört.
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Und da kam natürlich dann rückwärts fast schon die religiöse Jesusanspruch.
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Also die sind dann die sind dann so heilig in diesem linken,
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Genre, dass die halt dann wirklich das, wie würde man religiös sagen,
0:57:52–0:57:56
päpstlich als der Papst, sagt man. Und die dürfen dann kein Geld damit verdienen.
Florian Clauß
0:57:56–0:57:56
Ja, genau.
Micz Flor
0:57:57–0:58:00
Und das war wohl wirklich so, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das erzählt hat,
0:58:00–0:58:04
ich glaube sogar Philipp oder so, das war wirklich dann bei einem Soli-Konzert,
0:58:04–0:58:06
wo sie dann endgültig entschieden haben zu gehen, weil,
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sie hatten alles aufgebaut, alles hochgeschleppt, alles hingestellt und dann
0:58:10–0:58:13
sollten sie noch einen Soli-Betrag abgeben für die Schmalzstullen auf dem Tisch.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:17
Ja, genau, ich glaube, das war tatsächlich die Szene, die ich dann auch in dieser
0:58:17–0:58:18
Dokumentation gesehen habe.
Micz Flor
0:58:18–0:58:20
Sie wahrscheinlich, also wir wissen beide nicht 100 Prozent.
Florian Clauß
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Aber das war so, genau, das ist das Gefühl, wir haben alles gemacht,
0:58:23–0:58:27
alles hergegeben und weil du dann halt so im Rampenlicht stehst,
0:58:27–0:58:30
musst du halt irgendwie noch 180 Prozent mehr geben.
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Ja gut, das kam jetzt da gar nicht so zur Sprache, das war jetzt auch nicht so.
Micz Flor
0:58:35–0:58:37
Nee, genau, ich hatte auch ein bisschen mehr damit gerechnet,
0:58:37–0:58:41
dass das zeitlich noch ein bisschen einsortiert wird, dass es vielleicht solche
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Strecken von Kreuzberg gibt, das Kreuzberg der 70er Jahre, das Kreuzberg der
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90er Jahre, das Kreuzberg der 20er Jahre. Dass es sowas vielleicht gegeben hätte.
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Also ich war jetzt gerne in dem Film.
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Ist auch irgendwie schön im Kino, weil man nicht zappen kann.
0:58:56–0:59:00
Und ich bin kein Second-Screen-Typ. Bloß eine Sache muss ich noch kurz eintippen,
0:59:00–0:59:03
weil ich vergessen habe, jemandem abzusagen, dass hier noch ein Schlüssel vorbeibringt.
Florian Clauß
0:59:03–0:59:05
Ach so, okay. Ich habe mich schon gewundert, ob du dir Notiz machst.
Micz Flor
0:59:06–0:59:10
Nee, das war ganz wichtig, weil die Person sonst auf den Schlüssel gewartet hätte.
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Aber ist ja wirklich auch schön, wenn man gezwungen wird, was zu gucken.
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Also man kann die Geschwindigkeit nicht verändern, man kann nicht durchskippen,
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weil den Doku über Haftbefehl, da habe ich dann irgendwann wirklich geskippt,
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weil ich fand es total spannend.
Florian Clauß
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Ja, aber es hat sich immer wiederholt.
Micz Flor
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Also muss man Scherbenland gesehen haben.
Florian Clauß
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Also ich glaube, wenn man einen Bezug zu Kreuzberg hat und...
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Also es ist schon, wie ich sagte, eine Hommage an den Stadtteil.
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Und ich glaube, dann macht es halt Spaß. Also ich würde mich halt nochmal interessieren
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für jemanden, der dann halt wirklich sich so mit dieser jüngsten Band so gut
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identifizieren kann oder die mag halt.
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Wahrscheinlich ist es dann halt wirklich ein Mast, das zu sehen.
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Weil die werden ja schon stark porträtiert.
Micz Flor
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Einfach ja politisch fand ich das halt irgendwie für mich ich muss es mir dann
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irgendwie schön trinken indem ich sage okay die sind hier geboren, die dürfen alles,
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die bleiben das sind die, die geblieben sind, die sind nicht gekommen die sind
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nicht gegangen, die sind einfach geblieben und da ist es wahrscheinlich ein
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anderer Blick auf jeden Stein den du schon ewig kennst und wie auch der,
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Gas Gussi, gesagt hat, ach guck mal da oben noch ein altes Bild von mir.
Florian Clauß
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Ich wusste aber, ich konnte die jetzt so vom Alter nicht einordnen.
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Ich weiß nicht, ob die jetzt wahrscheinlich so Ende 20 oder so.
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Und diese ganze Dent-Geschicht, was dann halt auch bei Haftbefehl dann auch
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nur so kompliziert wird, dann halt viel passiert, wenn du auf einmal dann halt
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so hochkatapultiert wirst.
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Wahrscheinlich sind die jetzt auch die haben nicht viel Geschichte.
Micz Flor
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Die sind ja Mitte 20 hätte ich jetzt gedacht aber ist klar, ich meine,
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das ist halt das Verblüffende an Zeit 2019 quasi.
Florian Clauß
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Wo die bekannt geworden sind weiß ich nicht, würde ich mal nachschauen wollen ja.
Micz Flor
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Aber es ist natürlich auch interessant das Zeit, diese Zeitgefühl,
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das Thema wenn dir dann klar wird dass die Fahrradfahren gelernt haben,
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zum Zeitpunkt, wo dieses Buch, was du letzte Woche gefunden hast,
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Das war da, als du das Buch gekauft hattest und seitdem immer wieder denkst,
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ach, bald lese ich es mal und auf einmal ist der schon Rapper.
Florian Clauß
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Ja, aber dann dreht man sich um und der ganze Bezirk ist rentifiziert.
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Ich meine, das war so die Zeit, also ich meine, diese intensive Erlebnisphase
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von ausgehen, feiern, tanzen, Stadt erleben, das war ja auch einfach die 90er für mich.
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Und dann waren die 2000er, das ist arm aber sexy, das war ja auch der Startschuss,
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für die Identifizierung.
Micz Flor
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Was der Film da ganz gut hingekriegt hat, es gab ein Video, wo die sich beim
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Lied geschnitten haben und auch Berlin im Hintergrund war, wo man den Alex gesehen hat.
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Aber auch hier das neue Amazon-Gebäude an der Warschaustraße und ein paar andere
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Fassaden, wo unklar bleibt, ob das jetzt für die Symbole der Stadt sind,
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in der sie wohnen. Das kennt man.
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Oder ob sie dazu eine Distanz oder einen Bezug aufbauen wollen.
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Das wurde nicht klar. Aber im Schnitt des Films selbst fand ich es eigentlich
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schon, dass diese neuen Fassaden, die jetzt überall drumherum entstehen.
Florian Clauß
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Und die City da und die Verandorgebäude.
Micz Flor
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Das wurde, fand ich, relativ konsistent und gut geschnitten.
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Dass man wirklich auf einmal, auch als jemand, der hier wohnt und zum Beispiel
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dieses ganze Gebiet um den Ostbahnhof herum, Was sich sukzessive verändert.
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Auf allem macht es Snap und du denkst, oh, wann ist das alles passiert?
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Und das war in dem Film irgendwie ganz gut festgehalten, dass man ein Gefühl hat von,
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wie immer und wow, ganz anders. Und dieser Sprung war im Bildmaterial fand ich ganz gut gemacht.
Florian Clauß
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Ja, wo er dann auch meinte, dahinter ist so tote Landschaft.
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Aber in dieser Stadt hat es sehr gut eingefangen. Weil wir hatten ja auch da,
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eine Berlinale-Folge vor zwei Jahren.
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Ich referenziere auf unsere Folge. Da sind wir ja auch bei der Kälte rausgegangen aus dem Film.
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Und haben dann aufgenommen. Und es war wirklich so, wo du dann halt in so einem
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Cut-Zeichenprogramm dann als Punkt dann dann gehst.
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Und es war ein Tod, es war einfach Tod.
Micz Flor
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Ja, wo man selber schaut, ob die meinen Schatten berechnet haben oder nicht.
Florian Clauß
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Und das ist schon, ja, das ist schon...
Micz Flor
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Er meinte auch so, da sind da auch keine Menschen. Oder da sind schon Menschen,
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aber die sind ja auch gar nicht da.
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Der wahr ist, aber der auch irgendwie schnell aufhören muss.
Florian Clauß
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Ja, also Poetry Slam. Ja, gut. Okay, ich glaube, jetzt haben wir lang genug
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über Scherbenland geredet.
Micz Flor
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Mehr kriegen wir aus dem südhessischen Handkäse nicht ausgepresst.
Florian Clauß
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Mit dem Zwiebeln.
Micz Flor
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Vor uns läuft auch schon jemand, der gerade ein YouTube-Video aufnimmt,
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wo wir hinten drauf sind. Mal schauen.
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In drei Jahren wird uns die KI uns finden können auf YouTube,
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wo wir jetzt gerade hier unter einer kleinen Trauerweite laufen.
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Danke auch für die schöne Tour, Flo.
Florian Clauß
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Ja, das ist hier quasi Homerun.
Micz Flor
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Es ist Homerun.
Florian Clauß
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Früher war das mein Laufturf. Aber ich laufe ja nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend.
Micz Flor
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Ja, ja. Exoskelette. Bald kommen sie.
Florian Clauß
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Nein.
Micz Flor
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E-Bikes der Beine.
Florian Clauß
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Mache ich mit dem Fahrrad.
Micz Flor
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Gut, dann vielen Dank fürs Zuhören. Ja, wir dachten, wir hätten es uns leicht
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gemacht, diesen Film zu gucken.
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Aber an mir nagt es noch. Ich möchte jetzt eigentlich Salzgeber mal anschreiben,
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ob die noch mal klären können,
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ob dieses verschnittene Material zwischen den Wasserwerfern und Rio Reiser,
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ob das 10 bis 15 Jahre auseinander lag und das eine in der noch DDR war und
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das andere West Berlin. Das war mein Gefühl.
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Da hast du mir schon einen anderen Blick darauf gegeben. Aber für mich ist es
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noch nicht geklärt. Ich will das noch wissen.
Florian Clauß
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Ihr werdet es erfahren in einer der nächsten Folgen. Nein, ich glaube nicht.
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Mehr Material findet ihr auf eigentlich-podcast.de, da findet ihr auch die Map,
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wo wir langgegangen sind und das war jetzt tatsächlich noch eine Leerstelle, die wir noch nicht,
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mit einem unserer Touren erschlossen haben, aber wir haben uns hier aus das schon mal gestriffen.
Micz Flor
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Gestritten?
Florian Clauß
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Gestriffen. Wir streiten uns nicht mit.
Micz Flor
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Gestreift. Also gestreift oder gestritten?
Florian Clauß
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Ich meine geschnitten.
Micz Flor
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Ah.
Florian Clauß
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Okay, also dann bis zum nächsten Mal, macht's gut, tschüss.

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