„Der Traum ist aus, zu dieser Zeit. Doch nicht mehr lange - mach dich bereit für den Kampf ums Paradies. Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Angst. Es ist unsere Zukunft, unser Land. Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.“ Rio Reiser

In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm „Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau. Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs, Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken, billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen haben, wenn man Kreuzberg liebt!

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Egal wer du bist, egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
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hat in dem Film. Was ich auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
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speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist. Also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast.
0:00:22–0:00:25
Und du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
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Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
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Das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Kulane.
Micz Flor
0:01:04–0:01:07
So, raus aus dem Kino, rein in Altstrahlau.
Florian Clauß
0:01:08–0:01:10
Rein in Altstrahlau.
Micz Flor
0:01:10–0:01:16
Schon ein interessanter Double-Take. Wir sind gerade Kino Zukunft und ohne zu
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wissen, haben wir einen Film gesehen,
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in dem auch ein Teil eines Interviews direkt hier vor der Tür im Kino Zukunft,
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vor dem Kino Zukunft aufgenommen wurde.
0:01:26–0:01:28
Das war crazy.
Florian Clauß
0:01:28–0:01:34
Ja, es war so ein Metaclash. Wenn sich dann die Erde auf sich selbst faltet.
Micz Flor
0:01:34–0:01:34
Ja.
Florian Clauß
0:01:35–0:01:38
Aber es war ein Heimatfilm, Mitch, oder?
Micz Flor
0:01:38–0:01:45
Willkommen zu eigentlich Podcast. Dem Podcast, bei dem wir laufend reden und beim Laufen reden.
0:01:46–0:01:50
Jetzt habe ich es falsch gesagt. Bei dem wir beim Laufen reden und laufend reden. So rum ist richtig.
0:01:51–0:01:52
Rechts neben mir läuft Flo.
Florian Clauß
0:01:53–0:01:53
Hallo.
Micz Flor
0:01:53–0:01:57
Ich bin Mitch und wir haben heute so eine Sommerfolge, wie wir es das letzte
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Mal, glaube ich, beim Deutschen Theater gemacht haben.
0:02:00–0:02:05
Mit Teweleit, wo wir einfach was gucken, aufnehmen und dann anfangen zu reden und gar.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:07
Nicht so viel vorbereitet haben.
Micz Flor
0:02:07–0:02:08
Zum Schluss wird ein Schuh draus.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:15
Wir laufen dann auch hier Richtung Altstrahlau, direkt von der Zukunft und drängen.
Micz Flor
0:02:15–0:02:16
Uns hier durch.
Florian Clauß
0:02:16–0:02:21
Ein wahnsinns Nadelöhr. Ein Nadelöhr war schon immer hier, obwohl ich auch eine
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starke Verbindung zu Altstrahlau habe.
Micz Flor
0:02:24–0:02:27
Ja, ich verbinde das auch alles hier irgendwie mit dir. Alles,
0:02:27–0:02:33
was jenseits Ostkreuz ist, ist Flo-Country.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:38
Wir sind gerade aus dem Kino gekommen, aus Zukunft, und haben den Film,
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Scherbenland, geguckt.
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Ein Dokumentarfilm, der, wie aus dem Titel ableitbar,
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über mit den Turnsteinscherben und eigentlich ist es, also ich meinte schon
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ein Heimatfilm, im Prinzip ist dieser eine Quadratkilometer um seinen Wohnsitz,
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ist der Schauplatz dieses Filmes.
Micz Flor
0:03:00–0:03:06
Ja, das war wirklich alles in Kreuzberg, sowohl das historische Material,
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wobei, nee, das stimmt nicht ganz, Aber am Anfang wurde das wirklich etabliert.
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Es ging ja auch um Totschein Scherben, Rio Reiser, Rio Reiser Platz.
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Ich fand es ganz elegant, dass sie es nicht explizit benannt haben.
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Aber eine der ersten Szenen war ja auch dieses 70er-Jahre-Kind auf so einem Rennrad.
Florian Clauß
0:03:24–0:03:30
Was er da herangefährt. Hinter der Häuserwand, die auch total grau und vergammelt braun.
Micz Flor
0:03:30–0:03:33
Und vorher hat es nur strecks auf den Rio Reiser Platz zu, aber die Kamera macht
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einen Schnitt, kurz bevor man den dann sehen konnte.
Florian Clauß
0:03:36–0:03:42
Eigentlich war es ein Porträt, ein Musikfilm. Ein Musikfilm hat mehr oder weniger
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drei Gruppen porträtiert und eigentlich war es auch so eine Liebeserklärung an Kreuzberg.
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Den größten, den meisten Platz hat die Gruppe, kanntest du die? R-A-P-K?
Micz Flor
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Nee, ich habe nachher bloß gesehen bei Columbia Records, wenn ich es richtig
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gelesen habe. Also es fühlte sich so ein bisschen an wie so ein Promotion-Video für diese Rap-K.
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So ein Lied, was irgendwie in gefühlt sieben unterschiedlichen Szenen irgendwie
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nochmal so aufgeführt wurde.
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Die haben auf alle Fälle, glaube ich auch, beim Abspann hat man gesehen,
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die haben doppelt so viele Lieder gespielt wie, wie hieß die?
Florian Clauß
0:04:18–0:04:19
Maike Rosa.
Micz Flor
0:04:19–0:04:20
Vogel.
Florian Clauß
0:04:20–0:04:24
Vogel, genau. Das war eine Liedermacherin.
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Also es war so ganz gut kontrastiert. Die Rapgruppe hat dann immer vor Publikum performt.
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Und man ist denen gefolgt, man hat deren Kindergeschichten gehört,
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die haben in irgendwelchen Hinterhöfen dann gesessen und die Niedermacherin,
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Ja, die war immer so alleine auf der Bühne, ihre Songs. Und die war auch sehr
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ergreifend, ja, so von den Texten. Kanntest du die auch?
Micz Flor
0:04:53–0:04:56
Ich kannte die gar nicht, aber ich fand die wirklich sehr gut.
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Ich fand auch ihre Stimme und wie sie gesungen hat, passte wirklich dann sehr gut zu Rio Reiser.
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Also irgendwie das Gefühl, dass gesungen wird, ohne dass man darüber nachdenkt
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oder ohne dass man es merklich tut. Sondern es ist einfach so.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:16
Ja, es ist halt so was ein bisschen Schnoddriges, dieses aber auch was total
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Herzliches und was auch sehr kraftvoll ist.
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Also diese Kraft in der Stimme, die auch bei Rio Reiser, wenn der dann so knarzt.
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Und das ist ja das Unglaubliche von die Stimme von Rio Reiser.
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Tonstein Schermann hat gar nicht so viel Platz in dem Film eingenommen,
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wie ich ursprünglich erhofft habe, muss ich ehrlich sagen.
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Ich dachte dann, es kommt noch mehr historisches Material vor.
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Und ich hätte neulich auf Arte...
Micz Flor
0:05:44–0:05:48
Machst du Fotos ganz kurz? Machst du Fotos oder ich? Weil auf der Webseite unter
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den Blogposts zu den einzelnen Episoden auch immer,
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Bildgalerien.
Florian Clauß
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Und den Track, wo wir lang gelaufen sind, findet ihr da auch.
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Wir kommen jetzt an die Rummelsburger Bucht, an die Buchtzunge und laufen jetzt
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entlang von Altstralau, die Insel, Halbinsellinien entlang.
Micz Flor
0:06:06–0:06:10
Ja, und wir wollen jetzt diesen Film besprechen und ich war skeptisch.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:14
Das war jetzt vielleicht nochmal anders angefangen. Wir sind im Sommer mehr.
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Wir haben dann eben auch unabhängig voneinander Ferien.
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Du fährst weg, ich fahr weg. Und da haben wir ein bisschen gesagt,
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was machen wir denn? Und möglichst mit wenig Vorbereitung kam halt die Idee,
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wir gehen zusammen ins Kino.
Micz Flor
0:06:28–0:06:32
Wir gucken uns Scherben dann an und lernen von Rap K, dass wir einfach hier
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rumlaufen und sagen, guck mal hier, da saß ich, ich hab mal Eis gegessen.
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Da drüben hab ich auch ein Eis gegessen. Oder eine Zigarette gerucht.
Florian Clauß
0:06:38–0:06:39
Ich rauch nicht mehr.
Micz Flor
0:06:39–0:06:43
Das war früher. Hier die Tür, die war mal auf. Heute ist sie zu.
Florian Clauß
0:06:43–0:06:49
So war das halt. Da ist schon eine kleine Kritik. an den Akteuren.
Micz Flor
0:06:51–0:06:54
Ich werde das nachher noch ein bisschen framen, aber ich fand es trotzdem einfach interessant.
Florian Clauß
0:06:54–0:06:58
Du warst sehr skeptisch. Ich musste dich ein bisschen hinschubsen zu dem Film.
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Ich habe tatsächlich das ganze Kinoprogramm angeguckt. Wir sind beide irgendwie
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auf einen Anonalfilm gekommen.
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Wir haben nicht Ingeborg-Machmann geguckt. Und wir haben nicht Ingeborg-Machmann.
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Und irgendwie schien mir das hier so sehr passend, weil Tonstein-Scherben kam
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schon mal vor in den vergangenen Folgen.
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Kreuzberg ist quasi unser Chorkis, wo wir die meisten Tracks gelaufen sind und
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Deine Heimat, dann warst du aber immer noch so, ich weiß nicht,
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ich suche nochmal andere Filme raus.
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Ja, aber jetzt, wenn ich dann jetzt hier so aus dem Film komme und das mit dir
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zusammen gesehen habe, irgendwie passt es so für mich.
Micz Flor
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Das war ein gutes Freund.
Florian Clauß
0:07:37–0:07:40
Irgendwie verpatzt.
Micz Flor
0:07:40–0:07:42
Ja, dann erzähl mal.
Florian Clauß
0:07:43–0:07:48
Ich habe mich tatsächlich noch mal so ein bisschen in die Stadtgeschichtsentwicklung
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von Kreuzberg, in die ganzen Episoden des Stadtteils,
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aus den 60ern, 70ern, was hat sich da so entwickelt für eine alternative Szene,
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warum hat sich die entwickelt,
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bis jetzt dann über Maueröffnung, dann Nullerjahre, Zehnerjahre und letztendlich
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haben wir ein Porträt aus den 20ern, also aus mehr oder weniger zeitgenössisch.
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Von Kreuzberg gesehen. Das habe ich halt nicht erwartet.
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Ich muss sagen, ich dachte, das wäre viel mehr historisch.
Micz Flor
0:08:20–0:08:22
Viel mehr Dokumentarfilm.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Viel mehr historisch. Ja, es war ein Dokumentarfilm. Also es war,
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wie nennt man das, ein Musikfilm oder Musikdokumentation.
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Und ich hatte das Gefühl, es wird so ein bisschen die Klammer geschaffen über
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Kreuzberg, über den Ort.
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Aber die Frage, die sich jetzt auch beim Anschauen bei mir dann so aufgekommen
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ist, ist inwieweit eben so die Musiker, die da dargestellt waren,
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also diese politischen Botschaften, was die jetzt dann noch bedeuten.
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Und gerade die Jetzt-Zeit in Form von dieser Hip-Hop-Gruppe, ja.
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Und ich fand, das war so ein bisschen verlaufen dann.
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Irgendwo wurde ja so ein Kreuzberg gezeigt, wo diese Utopie der Gesellschaft,
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wo wir quasi so eine multikulturelle, diverse Gesellschaft, die irgendwo auch,
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zusammenlebt, ja, und wo bestimmte politische,
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Ideale dann verwirklicht waren. Das schien ja so ein bisschen,
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aber gleichzeitig wurde dann so eine Layer draufgelegt.
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Wo man dann auch so die Ungerechtigkeiten, eben auch diese Mietverhältnisse
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in Kreuzberg, Wohnraum, alternativer Raum und so weiter, das wurde alles so
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angerissen, aber es wurde nicht weiter irgendwo verfolgt.
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Ich fand das so ein bisschen stecken geblieben und diese politische Haltung,
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die sich da in diesem alten mit Tonstein und Scherben sich noch viel krasse ausgedrückt hat.
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Diese Konfrontation mit der Polizei, die sich dann auch bei den Bildern von
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der Räumung der Mainzer Straße.
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Und ja gut, das war dann halt der Ostteil der Stadt, wo sich dann halt noch
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viel mehr dann so diese Ungerechtigkeit dann halt auch gezeigt hat.
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Das fand ich, also das war vielleicht auch bewusst, dass man dann halt so ein
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harmonisches Kreuzbergbild zeichnet am Ende. So ein befriedetes Kreuzberg.
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Aber da hat mir irgendwie so dieser politische Kampf dann oder die politische
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Attitüde gefehlt, weil das, was dann halt diese Band, Hip-Hop-Band dann so performt hat, das war,
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ja, es war eher so ein gefühlte,
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so ein Lebensgefühl, was dann natürlich zu dieser, wie soll man sagen,
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Identity Property von Kreuzberg gehört.
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Dass du dich dann so die Attitüde, wir sind dann halt auf dem Malzdach und machen
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dann direkt da in der Oranienstraße Musik ja und alle kennen die Texte und können
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sich damit konzentrieren.
Micz Flor
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Das ist so ein Lifestyle-Ding, so wie halt Berlin, du bist so wunderbar,
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das war ja Kinowerbung früher immer. Also ich möchte das jetzt gar nicht kleiner
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machen, weil ich muss sagen, weil die ganze Zeit, als ich während des Films
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schon darüber nachdachte, darüber zu reden,
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habe ich gedacht, ich muss im Abspann schauen, ob ich irgendjemanden kenne,
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weil ich möchte niemandem Unrecht tun. Aber ich kannte auch niemanden vom Team.
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Deshalb fühle ich mich da so ein bisschen befreit. Aber ich möchte trotzdem niemandem Unrecht tun.
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Also ich sage das alles auch jetzt aus meiner, ich habe die Lyrics nicht ganz
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im Kopf, auch wenn es für alles jetzt so englische Untertitel gab,
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die man da hat lesen dürfen.
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Also der Film auch gleich angelegt war, dass er über Berlin,
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über das Deutsche hinausgeht. Also der Film strahlt schon mit englischen Untertiteln
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und zeigt sich aber super homey am Rio Reiserplatz.
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Ich kannte niemandem erklären, was dieser Film sagen will.
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Wenn wir uns jetzt vorstellen, da pitcht jemand. Jemand geht hin und sagt,
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ich muss das jetzt pitchen, ich muss das verkaufen, ich brauche die Kohle.
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Ich würde nicht draufkommen, was diese Person erzählt. Oder es war eine Lüge,
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die vielleicht wirklich erzählt hat. Ja, wir wollen unterschiedliche Perspektiven,
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unterschiedliche Dekaden.
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Aber alles ist in einem Ort. Das ist dieses Berlin. Und wir zeigen,
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wie die Geschichte in Layern übereinander steht. Und hat sich überhaupt was
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verändert? Was hat sich verändert?
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Und dann hat jemand geklatscht und sagt großartig. Und schmeißt einen Scheck
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hin und sagt, mach das Ding. Und danach hat aber keiner mehr drauf geguckt.
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Ich entschuldige mich, wenn ich jetzt falsch liege. Aber wir müssen das nochmal
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aufsuchen. Diese Wasserwerfer mit den grünen Polizisten.
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Historisch kann ich es nicht genau einordnen. Ich schätze mal 70er,
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80er Jahre Westberliner Polizei mit drei Wasserwerfern. Weißt du,
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als sie reinkamen, während Rio Reiser am Klavier saß und nur mit Klavier gesungen hat?
Florian Clauß
0:12:54–0:12:55
Das war die Mainzer Straße.
Micz Flor
0:12:55–0:12:56
Dieses Land ist es nicht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:01
Das war die Mainzer Straße, die Räumung der Mainzer Straße 1990 oder 91.
Micz Flor
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War das?
Florian Clauß
0:13:02–0:13:02
Ja.
Micz Flor
0:13:02–0:13:03
Okay.
Florian Clauß
0:13:03–0:13:04
Das haben die auch gezeigt.
Micz Flor
0:13:04–0:13:10
Also es gab einmal das, was später war, wo die auch dann hochgefahren sind mit den Leitern.
Florian Clauß
0:13:11–0:13:13
Das war die Liebigstraße.
Micz Flor
0:13:13–0:13:14
Liebigstahl, ja.
Florian Clauß
0:13:16–0:13:18
2021 wurde die gewollt.
Micz Flor
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Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die,
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Räumungspolizeimaterial aus den 70er, 80er Jahren verschnitten haben mit dem
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Konzert von Rio Reiser 1988 in Ostberlin.
Florian Clauß
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Boah, weißt du, dass es Ostberlin noch voll Mauerfall war?
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Es gab diese Zeit, wo Westkünstler, Künstlerinnen auch so rüber konnten.
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Rio Reiser hat ein Konzert auch gegeben in Ostberlin.
Florian Clauß
0:13:45–0:13:49
Also ich dachte, das wäre quasi nach Mauerfall, weil dieses Konzert war dann
0:13:49–0:13:55
tatsächlich Also auch mit einem Material nach Mauerfall, dann kam das ja quasi.
Micz Flor
0:13:55–0:13:59
Okay, und ich hatte in Erinnerung nur, dass dieses Konzert verschnitten war,
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eben mit einem 70er-Jahre-Polizei-Dings.
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Ja, das fände ich halt irgendwie so verwirrend, weil dieses Konzert ist schon in Anführungszeichen,
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weil ich bin jetzt auch nicht so drin, dass ich das wirklich behaupten kann,
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aber es ist insofern legendär, als er ein Lied gespielt hat,
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was er auch gesagt hat, zu eines seiner ersten Lieder, und das fiel ihm so ein,
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hat er gesungen, und es altert nicht.
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Und dann hat er halt 1988, in der DDR hat er es zum ersten Mal gelesen,
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da war eben schon in der DDR die Stimmung auch so, dass nicht mehr klar war,
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wie soll das weitergehen, kann das noch weitergehen, wird sich da was verändern,
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wie kann sich was verändern?
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Und er singt dann halt eben diese Zeilen, ich glaube,
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Dieses Land ist es nicht. Und das klingt dann in dem. Und alle singen dann mit.
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Er singt es viermal oder fünfmal.
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Und das war halt so ein Moment, der irgendwie in dieser Bewegung in der DDR
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wohl eine Rolle gespielt hat. Ich kann das nicht aus erster Hand.
Florian Clauß
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Ich habe das wirklich anders weitgenommen. Ich glaube auch nicht,
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dass es dieses Konzert in der DDR war.
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Es war ja quasi so dieser Utopieraum, der sich nach Mauerfall dann auch,
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in Ost-Berlin geöffnet hat, wo dann auch diese ganze Hausbesetzer-Szene,
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die sich in den 70ern und 80ern in Kreuzberg entwickelt hat,
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dann quasi den Leerstand auch in Ost-Berlin aufgegriffen hat.
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Und da auch quasi diese Häuser besetzt wurden in der Mainzer Straße,
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in der Riga-Straße, in der Liebigstraße. Also diese legendären besetzten Häuser.
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Und diese Räumung wurde dann dagegen geschnitten. Also es war dann eher so,
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dass dieser Utopieraum, der Nachfall von der DDR,
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der nach dem Fall davon, der sich dann aufgetan hat, dass der dann zusammengebrochen ist.
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Und so habe ich es gesehen. Ich hatte nicht jetzt irgendwie den Eindruck,
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dass es wirklich in der DDR dann aufgenommen wird. Das hätten die,
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glaube ich, stärker rausgearbeitet.
Micz Flor
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Die haben doch gar nichts rausgearbeitet.
Florian Clauß
0:15:56–0:15:57
Ja, doch.
Micz Flor
0:15:57–0:16:01
Du weißt doch nicht mal, wann, weil, wie gesagt, das Wrangelcafé war auf,
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dann war das Wrangelcafé zum Verkauf und zu.
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Ich finde, da gab es gar keinen Anker irgendwie.
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Jetzt kann man halt eben beim Pitch sagen, genau das möchte man,
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schaffen, dass man eben nicht mehr quasi linear durch die Zeit geht,
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wie so ein klassischer langweiliger Dokumentarfilm, sondern dass man alles in
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Layern übereinander legt, wie Pettersons Geburtstagspfannkuchen für Findus.
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Und dann schneidet man so durch und alles passiert am gleichen Ort.
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Kann man ja irgendwie alles machen, aber ich fand wirklich, ich fühlte mich
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nicht angemessen wertgeschätzt als Publikum. Ich fühlte mich in die Irre geführt.
Florian Clauß
0:16:36–0:16:40
Ich fühle mich irgendwie ein bisschen wie bei Lola rennt, dass man dann halt
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so, wenn sie dann rennt und auf einmal in die nächste Ecke einbiegt und eben
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noch in Kreuzberg war und dann auf einmal in Wedding kommt, da fühle ich mich
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komplett verarscht von dem Film.
Micz Flor
0:16:51–0:16:56
Von Bonadentity, gleiches Problem. Da rennt die Friedrichstraße lang und dann ist er mal nix.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Du lebst da in Kreuzberg und ich kann das schon verstehen, dass sich das aufbringt,
0:17:02–0:17:05
wenn da Cafés gezeigt werden, die schon lange, lange zu haben.
Micz Flor
0:17:06–0:17:10
Ja, aber es wird ja eine Geschichte dann doch erzählt. Natürlich ist jeder Dokumentarfilm
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auch Fiktion und erzählt eine Geschichte.
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Und wenn die Geschichte fertig ist, und die funktioniert ja auch,
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dann ist der Dokumentarfilm auch okay.
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Und da gehört vielleicht natürlich auch dazu, dass man manchmal irgendwelche
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Aufnahmen von 2012 verschneidet mit Sachen von 2018, weil es halt irgendwie,
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die Geschichte erzählt, die man erzählen will.
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Aber wenn es halt nicht funktioniert, wenn es ein bisschen auseinanderfällt
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oder ich weiß nicht, hättest du es besser gefunden, wenn da Jahreszahlen eingeblendet
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gewesen wären für die Einzelne?
Florian Clauß
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Nee, dafür hat der einfach zu wenig historisches Material geliefert.
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Also das ist so unbedeutend, um da Jahre zu...
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Also es ging eher, also was der Film schon geschafft hat, ist so ein Gefühl zu vermitteln.
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So ein Gefühl, das Tonstein und Scherben in dieser Musik.
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Und das war auch dann die anfangs, also eine der ersten Szenen,
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wo man Frau Vogel kennengelernt hat, wo sie von einer Ferienfahrt erzählt hat,
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als sie das erste Mal mit 15 Tonsteinen und Scherben gehört hat.
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Und tatsächlich ist es für mich auch in meiner Biografie, ich kann mich genau
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daran erinnern, wann ich das erste Mal der Traum ist ausgehört habe.
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Und das war für mich auch ein unglaublich prägendes Lied in meiner Teenie-Phase.
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Also es ist echt interessant, das Tonsteinen und Scherben, einfach mit Rio Reiser.
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Und es gibt diese Keine-Nacht-Macht-für-Niemand, ist es einfach,
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diese Platte hat total geprägt mich in den 80ern.
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Ich weiß nicht, ob du dich an den Moment erinnern kannst, wo du das erste Mal,
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Tonstein-Schermen gehört hast.
Micz Flor
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Ich habe das nicht so bewusst gehört, hatte auch keine Platte davon.
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Also es war so eher was, was so, ich war dann eher schon, sag ich mal,
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in das, wo dann die Neudeutsche Welle,
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Tonscheinscherben auch so abgehängt hatte. Also ich war dann eher schon auf
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dieser Kommerzialisierung, so später 70er, Anfang 80er.
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Dann war ich halt irgendwie so selber mit der Band zum ersten Mal 1983 aufgetreten,
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mit 13 oder mit 12 oder so. Knallrot.
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Genau, knallrot Musik gemacht. Und da war ich halt dann irgendwie so,
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da habe ich so nach vorne geguckt immer. Was machen die denn jetzt gerade so? Wo geht das denn so hin?
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Das war erst später und ich kann dir nicht sagen, wann es bewusst war.
0:19:30–0:19:38
Und ich finde aber, es ist eine unglaubliche Stimme.
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Das ist, glaube ich, wirklich das, was das trägt. Man hat das Gefühl,
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dass die Musik ist so, also gerade bei den frühen Sachen ist die Musik immer so, die funktioniert.
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Man merkt auch, dass die viel geübt haben, dass die auch quasi sich erlauben,
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am Rande ihrer Fähigkeiten zu sein. Also die geben alles.
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Aber die Stimme könnte auch auf etwas ganz anderem funktionieren.
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Ich finde einfach, die Stimme ist wirklich dieses, das ist halt eine Theaterstimme.
0:20:04–0:20:06
Es ist keine Singstimme.
Florian Clauß
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Ja, stimmt.
Micz Flor
0:20:08–0:20:12
Der kommt ja auch ursprünglich aus, ja er kommt nicht aus dem Theater,
0:20:12–0:20:16
er war ja sehr, sehr jung, aber als er nach Berlin gekommen ist er auch so eine
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Theatergruppe mit Lehrlingen oder sowas machen wollen.
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Und die ersten Lieder waren auch Lieder, die eigentlich in Theaterstücken,
0:20:25–0:20:30
die er mit seinen zwei Brudern irgendwie zusammen gebastelt hatte, herkommen.
0:20:30–0:20:34
Und ich glaube auch, macht kaputt, was euch kaputt macht, war auch,
0:20:34–0:20:37
oder das mit dem, ich will nicht mein Vater sein, oder wie das heißt,
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oder eins von denen war auch aus diesen frühen Theaterdingen so.
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Und daraus entstand dann diese Band. Und die Stimme von ihm,
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finde ich, hat halt irgendwas, was eher Theater ist.
0:20:50–0:20:53
Irgendwas passiert, was anderes. Da ist keiner, der versucht,
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etwas zu spielen, sondern da ist jemand, der versucht zu vermeiden,
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irgendwas zu spielen. Und das macht es, finde ich, so unfassbar intensiv.
Florian Clauß
0:21:05–0:21:06
Ja, intens, ja.
Micz Flor
0:21:06–0:21:08
Oder unvermittelt vielleicht.
Florian Clauß
0:21:08–0:21:14
Unvermittelt. Und in dem einen Ausschnitt, wo dann Rio Reiser bei einem Interview
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damit konfrontiert hat, dass er total banale Texte hat, wo er erst mal sagt,
0:21:17–0:21:22
so ja, und dann aber auch so stutzt und das, nein, das sind nicht banal.
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Das auch, also natürlich war das dann so diese,
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öffentlich-rechtlichen Medien, die dann versucht haben, das irgendwie einzuordnen,
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und dann auch damit einzuverleiben, sage ich mal, die Musik,
0:21:36–0:21:38
weil die ja erstmal was Bedrohliches hat, wenn,
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man die dann so hört und gegen das Establishment geht.
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Und deswegen, es ist ja ein banaler Text und dann so, nee, er will halt mit
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einfachen, klaren Sätzen dann auch die Arbeiter, diese Idee der Arbeiterklasse
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war noch so stark. Und das ist interessant.
Micz Flor
0:21:57–0:22:00
Weil das genau so ein Moment war, glaube ich, wo er sich zum ersten Mal,
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weil eine Kamera lief und so ein bisschen auch so eine Identitäts-Meltdown hatte.
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Was bin ich gerade oder spiele ich gerade? Die hatten ja dieses Manifest auch
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geschrieben, Musik ist eine Waffe und da steht eben dann auch drin,
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es gibt diesen Satz, der etwa geht, so, dass Musik kann eine Waffe sein, wenn du,
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auf der Seite deines Publikums bist. Also wenn die alle zusammen quasi singen.
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Und in diesem kurzen Moment, den du gerade auch so geschildert hast,
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da passiert, finde ich, genau das. Also er spricht mit diesem Fernsehtyp und
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dann ist er halt irgendwie quasi der Typ vor der Kamera.
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Und dann wird ihm halt gesagt, er sagt halt ja zuerst in dem Zitat sowas wie, ja,
0:22:41–0:22:44
unsere Texte sind für Leute, die eigentlich, unsere Lieder sind für Leute,
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die jünger sind, 15 bis vielleicht 22, die sind weniger für Schüler und mehr
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für Lehrlinge Und dann sagt er, ach so, und deshalb sind die auch so banal?
0:22:53–0:22:57
Und dann sagt er, ja. Und dann springt er aber eben wieder zurück auf die Seite
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seines Publikums. Sagt so, wenn sie sagen banal, dann heißt das doch,
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man müsste banal reden mit diesen Lehrlingen. Das ist nicht der Fall.
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Das sind nur einfach die Worte, die auf dieser Seite des Zauns,
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dass es dann eben wieder zurückkommt auf sein eigenes Manifest,
0:23:12–0:23:17
auf dieser Seite des Zauns sind die real, echt.
Florian Clauß
0:23:17–0:23:22
Also diese Stimme, wir waren ja gerade bei der Stimme von Rio Reiser und ich
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habe vorhin das mit so einer Schnottrigkeit, aber auch mit so einer unglaublichen Klarheit. Und ich.
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Also ist erst mal so dieser Sound der 70er Jahre, also wenn du dann auch,
0:23:35–0:23:38
keine Ahnung, dir dann Dokumentation von,
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jetzt fällt mir nur so Oskar Schilly, der dann halt als RAF-Anwalt dann auch,
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die Anwälte da vertreten hat.
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Also hast du auch gesehen, diese Dokumentation, wo dann diese Anwälte,
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also in den 70ern, die RAF und Schilly dann auch mit so einer Unglaubigkeit,
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klaren Stimme, dann auch dieser Sound.
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Dann weiß man nicht, ob es Mikrofon ist oder ob das wirklich diese Art Tonalität
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von damals war, um seine Sachen dann auch quasi nach außen zu bringen,
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also an so einem agitatorischen Ton, der dahinter steht.
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Während auch die Maike Vogel dann auch so eine ganz klare Stimme hat. Das fand ich auch gut.
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Und die Jungs dann von dieser Hip-Hop-Band, die hatten alle sehr klare Musikerstimmen.
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Das war dann so, auch wenn sie dann inhaltlich mal mehr und mal weniger geredet
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haben, hatten die doch dann immer eine sehr betonte Stimme. Und das war vielleicht,
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das, was dann halt auch die so ein bisschen zusammengebracht hat in ihrer Art.
Micz Flor
0:24:48–0:24:51
Ja, ich finde es interessant, ich meinte ja vorhin schon, ich möchte mal so
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ein bisschen reframen, weil ich glaube, dass ich, also wir sind ja auch Zugezogene,
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also ich bin jetzt, ja wir sind beide knapp über 30 Jahre jetzt in Berlin wahrscheinlich.
Florian Clauß
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Ja, also ich bin 93,
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nach Berlin, also.
Micz Flor
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Ja, ich auch so um den Drehen, da war ich nochmal kurz weg und dann war ich
0:25:11–0:25:15
jetzt ganz hier seit vielen Jahren. Ja, Maike Vogel, ich habe den Namen jetzt
0:25:15–0:25:16
nicht noch so mitgebracht.
Florian Clauß
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Maike Rosa Vogel.
Micz Flor
0:25:18–0:25:23
Ist aus frankfurt ja in hessen du bist aus hessen ich bin aus hessen also wir sind.
Florian Clauß
0:25:23–0:25:29
Da versuchst immer so eine aus so einer identität über lokalität rio reiser
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ist aus hessen nach berlin gekommen ich bin nicht so lange ich war wirklich
0:25:32–0:25:34
nur so acht jahre genau du willst du.
Micz Flor
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Willst nicht so.
Florian Clauß
0:25:34–0:25:39
Richtig ich will nicht so summiert werden ja aber so handkäse mit musik geht
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halt auch also damit identifizieren grüne soße und so eine Soße auf jeden Fall.
Micz Flor
0:25:43–0:25:50
Der Gitarrist von Tonsteinscherben, der kannte Rio Reiser noch aus Kindergarten,
0:25:51–0:25:53
aus Rottgau oder irgendwie in der Nähe, keine Ahnung, wie Rottgau,
0:25:53–0:25:56
Monotons, Flatsch, Badesalz, also irgendwie aus dieser Ecke.
0:25:56–0:26:01
Das heißt, Frau Vogel und Herr Reiser sind nach Berlin gegangen.
0:26:02–0:26:06
Ich glaube, das ist, glaube ich, total wichtig in dem Film, das sich nochmal klarzumachen.
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Die anderen drei von Rap K, die sind da geboren. Bei einem sehen wir sogar die
0:26:10–0:26:14
Stelle auf dem Teppich, wo die Nabelschnur durchgeschnitten wurde.
Florian Clauß
0:26:14–0:26:16
Was hast du jetzt dazu gesprochen?
Micz Flor
0:26:17–0:26:18
Das wurde irgendwie im Klei.
Florian Clauß
0:26:18–0:26:21
Sein Vater hat gesagt, auf diesem Teppich wurdest du geboren.
Micz Flor
0:26:22–0:26:25
Und ich finde es aber, dass man das irgendwie, finde ich, nochmal so festhalten
0:26:25–0:26:30
muss, weil die, die nach Berlin gekommen sind und Maike Vogel sagt das ja explizit,
0:26:30–0:26:33
dass sie da auch sich, das war wie so ein Calling, also sie hat sich da,
0:26:34–0:26:37
gerufen und berufen gefühlt, um da hinzugehen.
Florian Clauß
0:26:37–0:26:37
Ja.
Micz Flor
0:26:38–0:26:42
Und diese Rap-Kalor, die sind halt von da. Ja.
0:26:42–0:26:45
Für die ist es dann eher so, die sind halt eigentlich die Einheimischen.
0:26:46–0:26:48
Die Einheimischen, die entschließen, irgendwie Musik zu machen.
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Und die haben aber keinen ungelösten Konflikt, mit dem sie nach Berlin kommen,
0:26:54–0:26:55
um den da irgendwie aufzulösen.
0:26:56–0:26:59
Sondern die sitzen halt dann so da und erzählen dann halt, okay,
0:26:59–0:27:02
als ich in der Grundschule war, haben wir Mercedes-Sterne abgebrochen.
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Später saßen wir auf der Treppe, sind da unten, die anderen haben da ein bisschen gekickt.
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Also es ist halt komplett banal, aber so ist es halt.
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Es war wahrscheinlich, wenn man von außen drauf guckt,
0:27:15–0:27:21
Bei Frau Vogel und bei Herrn Reiser oder Südhessen war es halt wahrscheinlich
0:27:21–0:27:26
genauso banal. Bloß die haben sich da nie rausentwickelt. Die wollen gar nicht
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woanders hin. Die sind jetzt so da drinnen.
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Man hat so das Gefühl, denen fehlt auch so ein bisschen, wie du sagst, das Politische.
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Und warum möchte man denen das überhaupt andichten? Warum möchte man das von
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denen haben? Die sind halt so da.
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So ein bisschen wie wenn man jetzt nach Südfrankreich fährt und am Hafen sitzen
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dann in der siebten Generation Leute, die halt da sitzen und Kaffee trinken.
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Man guckt sie so an und erwartet von denen, seid ihr auch so interessiert an
0:27:52–0:27:55
diesem Hafen wie ich, an diesem Azurblauen Meer?
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Möchtet ihr die Faszination, möchtet ihr nicht auch was verändern?
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Möchten die nicht, die sind da einfach hineingewachsen.
Florian Clauß
0:28:00–0:28:03
Die sind da, die sind wie die Fische am Dorf, am Meer.
Micz Flor
0:28:04–0:28:10
Und der Vater, das ein Rap-K-Typen, der da geboren wird auf dem Teppich,
0:28:10–0:28:13
wir sind mit der Kamera in dem Zimmer mit dem Teppich und dem Sohn,
0:28:13–0:28:17
der seinen Vater mit dem Kamerateam überrascht, sagt Überraschung, dann gehen die rein.
0:28:18–0:28:22
Und der Vater erzählt dann hier, ja, Eigenbedarf, Kündigung.
Florian Clauß
0:28:22–0:28:25
Wie kommt denn so ein politischer Spin?
Micz Flor
0:28:25–0:28:27
So ganz kurz wird halt einfach über die Not...
Florian Clauß
0:28:27–0:28:29
Wir besetzen das auch, wir besetzen.
Micz Flor
0:28:29–0:28:33
Und du merkst aber natürlich, der Vater ist, ich glaube, der ist Franzose, kann das sein?
Florian Clauß
0:28:33–0:28:34
Ja, der hat gesagt, der ist Franzose.
Micz Flor
0:28:34–0:28:37
Hat sehr gut Deutsch gesprochen, aber der Sohn hat das vorher,
0:28:37–0:28:38
glaube ich, auch schon mal erzählt.
0:28:39–0:28:43
Und du merkst halt, dass der Vater da irgendwie der Gast ist,
0:28:43–0:28:46
der in Anführungszeichen der Fremdere ist oder so. Und der Sohn geht halt so
0:28:46–0:28:49
durch und sagt halt, naja, es hat Eigenbedarf, naja, ist halt so und geht raus
0:28:49–0:28:53
auf den Balkon und guckt sich nochmal die Straße an, in der er kommt.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:58
Wo man das in der Flucht des Betanien sieht. Das ist Kreuzberg als so ein...
0:28:59–0:29:03
Was ich mir schon meinte, so als Identitätsproperty. Das ist halt ein Wert,
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der über die Dekaden dann so als ein Corporate-Bezirk dann so geformt hat.
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Ich weiß nicht, ich kann mich auch daran erinnern, ich kann mich nicht nur daran
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erinnern, wie ich den ersten Don't Lieber in Schermann bin, sondern ich kann
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mich auch daran erinnern, wie ich dann halt wirklich so, das ist Kreuzberg,
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das ist erst mal ein Kreuzberg, dann halt ausgestiegen bin auf Klassenfahrt.
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Das war irgendwie 87, ich bin dann ein Kreuzberg gewesen. Und das war halt wirklich
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so ein, yeah, jetzt bin ich in Kreuzberg, was machen wir jetzt?
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Und dann sind wir auch erstmal in so einen Comicladen gegangen,
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weil wir wussten, okay, hier gibt es Comics und hier gibt es Fanscenes. Das waren die 80er.
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Man hatte noch so Fanscenes. Guck mal, die haben im Internet gedrucktes Internet.
Micz Flor
0:29:43–0:29:45
Sowas gibt es sonst nur im Internet.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:47
Nein, das gab es noch nicht, das Internet.
Micz Flor
0:29:47–0:29:50
Eben, aber so heute würde man sagen, das ist gedrucktes Internet.
Florian Clauß
0:29:50–0:29:54
Ja, und das war halt so, das war halt wirklich so wie so ein Vorhang.
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Du kommst in so einen dichten, narrativen Ort, von dem du Geschichten hörst,
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von dem du Songs hast und so weiter und siehst ihn erwartet.
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Jetzt passiert auf einmal was,
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aber es ist banal. Das ist halt irgendwie genau das, was du schreibst.
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Sagst, das ist der Hinterhof, da bin ich aufgefahren. Also für diejenigen,
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die da sowieso groß geworden sind.
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Aber es ist halt immer so diese Erwartungshaltung, die man dann auch hat als
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jemand, der dann wirklich so aufgeladen ist von dem Ort.
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Und das ist halt so ein bisschen, das ist der Teppich in dem ganzen Film.
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Kreuzberg, Kreuzberg, so dieses Land Kreuzberg.
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Ist das, wie, ich weiß nicht genau, ich erinnere mich ganz im Text, im Refrain.
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Das ist ja das Land Kreuzberg, was dann halt auch diese Gruppe da singt,
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wo dann sich für alle so dieses Identifizierende bildet.
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Und das ist auch stark. Ich finde, das ist halt so dieser ...
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Emotionale Momente. Musiker müssen jetzt nicht unbedingt so reflektierend sein wie Rio Reiser.
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Es geht vielmehr um so ein Gefühl, was sich dann über die Musik transportiert.
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Die Beats von der Gruppe fand ich schon ganz mitreißend. Es war schon sehr elektronisch.
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Die haben ja auch Mood Selector Sample gehabt.
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Von Apparat, wo das New Arrow, diese Baseline da reinkommt.
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Das ist halt so das, das ist voll das, das Ding, was man halt wirklich sofort
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als Wiedererkennung hat. Das fand ich schon ganz gut.
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Das kann ich auch verstehen, dass dieses Konzert in der Columbia Halle,
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wo dann auch total alle mitgerissen waren.
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Also das war ja schon sehr, sehr stark in dem Moment.
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Und bei der Maike Vogel, Sängerin, Liedermacherin, da waren die Texte auch so.
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Also es klang irgendwie alles ein bisschen gleich so, aber man hat ja dann noch,
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Stücke von ihr gehört, die produziert waren, da war es halt nicht ganz so gleich.
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Diese Alternativkultur, die sich auch mit Kreuzberg so entwickelt hat.
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Also das ist ja das war, was dann auch in den 70ern dann auch entstanden ist,
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oder früher noch in den 60ern, wenn die Studenten aufruhen.
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Und da war ja auch Kreuzberg so ein Zentrum.
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Und da sind ja eben Turnstern und Scherben groß geworden und haben sich in dieser
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Hausbesetzerszene dann auch etabliert.
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Und das ist ja auch nochmal von der Stadtentwicklung her ganz interessant,
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was da passiert ist in dieser der totalen Insel von Kreuzberg,
0:32:31–0:32:36
aber das kam halt nicht mehr so raus, das war jetzt das haben sie kurz mal erwähnt.
Micz Flor
0:32:36–0:32:40
Wo er am Tisch sagt, ja haben sie uns erklärt, das war der letzte Schnipsel
0:32:40–0:32:44
so von Berlin und das war wirklich nicht mehr,
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Und er hat es ja selber gesagt, es gibt ja noch so die Ossis,
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die Wessis und so, aber das ist es unklar, wie viel, also von dem,
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was sie sagten, ist es unklar, wie viel Einfluss das noch hat aufs Denken und
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aufs Miteinander umgehen,
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aber es sind eher Geschichten aus der Vergangenheit.
Florian Clauß
0:33:02–0:33:08
Das war ja total konstituierend für diese Hausbesetzer-Szene,
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für diese politische Kultur, für diesen Aktivismus, der dann in Kreuzberg entstanden ist.
0:33:13–0:33:16
Ganz viele selbstorganisierte Projekte sind daraus entstanden.
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Diese Studentenbewegung, die sich dann auch, wo dann irgendwann der Schwenk
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kam, also von diesem Aktivismus, außerparlamentarische Organisation,
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dann irgendwann das Privat ist, das Politische.
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Das ist ja dann auch so von einer feministischen Bewegung nach vorne.
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Also dass so wie man lebt auch entsprechend einfach ein politisches Statement
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hat oder eine politische Person ist, ein politisches Subjekt ist.
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Und dann kam ja so auch aus diesem Gedanken heraus, dass eben nicht das Familienmodell
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das sein muss, wie man Kinder großzieht.
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Wie man dann quasi lebt und Beziehungen dann auch flechtet, sondern dass es
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auch andere, alternative Formen gibt.
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Das ist jetzt auch das Kinderladen als Organisationsform, ja,
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dann die anti-autoritäre Erziehung.
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Das waren ja alles so Bewegungen. Da war ja eben der Schmelztiegel, war ja in Kreuzberg.
0:34:18–0:34:23
Das war ja so das Bild, was sich da so entwickelt hat. Und dann die Hausbesetzer-Szene,
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also da, wo sich dann auch tatsächlich so Eigentumsverhältnisse auch an der
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Frage aufgetan haben. Wem gehört das?
0:34:32–0:34:37
Da ist dann, glaube ich, nochmal die Geschichte von Kreuzberg interessant, weil...
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Eingeschlossen eben von der Mauer gab es ganz viele Nischen,
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das waren so die Mietskaserne, die noch aus dem vorherigen, also aus dem 19.
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Jahrhundert gebaut wurden.
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Die wurden ja quasi dem Verfall preisgegeben, um dann irgendwann die Leute rauszubekommen,
0:34:53–0:34:54
um dann neue Sachen hinzubauen.
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Das war genau diese Zeit der 70er, wo dann auch die meisten Häuser damals in Berlin besetzt wurden.
0:35:04–0:35:08
Also es waren über 100 in Kreuzberg, die besetzt wurden, um diesen Verfall dann
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nicht diesen Kreuzern preiszugeben.
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Und wo dann diese starke Bewegung überhaupt entstanden ist.
0:35:14–0:35:18
Und dann hat auch die Politik ja eingeschränkt. Also das heißt,
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sie haben dann nachgegeben. Es gab dann auch entsprechende städtebauliche Maßnahmen.
0:35:22–0:35:27
Also das Kotti, also diesen Neubau, dieses Prägende, was wir da gesehen haben,
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das ist ja dann in den 70ern entstanden.
Micz Flor
0:35:29–0:35:33
Da ist doch vor ein paar Jahren auch irgendwie ein Dokumentarfilm über den Architekten
0:35:33–0:35:36
oder Planer oder sowas, den können wir vielleicht auch noch mal gucken.
Florian Clauß
0:35:36–0:35:42
Wir hatten ja auch schon mal im Rahmen von unseren letzten gemeinsamen Kinoerlebnissen,
0:35:43–0:35:48
das war ja zur Berlinale, dann sind wir ja zur Schwangeren ausgegangen.
0:35:49–0:35:53
Haben wir ja so ein bisschen über diese Interbau 1957, das dann halt quasi so
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als Architektenveranstaltung oder so ein bisschen Free Speech und so weiter
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etablieren wollte im Westen als Gegenpol,
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zum Osten, als diese ganzen großen Bauten entstanden, die dann halt so diese
0:36:06–0:36:08
Dominanz des Ostens auch zeigen sollten.
0:36:08–0:36:13
Ja, also Stalinallee und so weiter. Da war Interbau, wo dann halt das Hansaviertel
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entstanden ist, das schwangere Ostern.
0:36:14–0:36:20
Und es gab dann 20 Jahre später, also näher 30 Jahre später,
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die Interbau oder die, ich hieß glaube ich, ich weiß nicht, 57,
0:36:26–0:36:27
Weltausstellung, Weltbau.
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Und das, was dann in Kreuzberg passiert war, das ist dann 87.
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Sind die Bauprojekte vorgestellt worden in Kreuzberg, wo es dann mehr so integrativer wurde.
0:36:41–0:36:46
Wo dann auch zum Beispiel nachhaltiger saniert wurde, wo dann auch Sanierungsprogramme,
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die dann eben die Wohnform, die vorher besetzt hat und eingeschlossen haben.
0:36:52–0:36:57
Das kam ja dann so, als so einen versöhnlichen Weg kam das ja dann raus.
0:36:58–0:37:02
Das war ja auch letztendlich auch dann eine Frage von,
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Dass man da wieder zusammenkommt. Während man in so einer Gegenkultur guckt,
0:37:09–0:37:11
ich will nicht mit denen zusammenarbeiten, den Staat.
0:37:12–0:37:17
Das ist ja der Feind auf der anderen Seite. Heraus zum revolutionären 1. Mai.
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Es hat lange gedauert, bis Berlin eine andere 1. Mai-Politik gefahren hat,
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also mit den Straßenkampfen.
0:37:24–0:37:27
Hatte ja auch dann irgendwie eine Art von Sport. Ich weiß nicht,
0:37:27–0:37:30
ob du die Maifeste der 90er dann so mal mitgemacht hast?
Micz Flor
0:37:30–0:37:34
Ja, so ein bisschen. Aber es fühlte sich für mich immer ein bisschen aufgesetzt
0:37:34–0:37:36
an und schon sehr touristisch auch.
0:37:36–0:37:41
Also dann kam halt, natürlich kam einerseits die Polizei aus allen anderen Bundesländern,
0:37:41–0:37:45
wurden mit rangefahren. Das sieht man auch im Film, da steht ja immer so, als ob die Teams sind.
Florian Clauß
0:37:45–0:37:47
Ja, im NRW. Ja, genau.
Micz Flor
0:37:49–0:37:52
Aber andererseits gab es dann einfach natürlich auch unfassbar viele Touris,
0:37:52–0:37:57
die für den ersten Mal nach Berlin gekommen sind, die dann da so mitmachen wollten.
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Wo ich nicht das Gefühl hatte, als ich hier ankam in den frühen 90ern.
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Dass das noch, also ich habe da keine Wurzeln gespürt.
Florian Clauß
0:38:07–0:38:10
Ich war erstaunt, also wie du das beschreibst, das war dann irgendwie ritualisiert.
0:38:11–0:38:16
Ja, also dann haben sich alle so drauf gefreut und es war auch ziemlich brutal.
0:38:16–0:38:21
Also es wurde von beiden Seiten, wurde da relativ stark draufgehauen.
0:38:21–0:38:24
Aber es war dann wie so ein Schalter, so zack, jetzt geht's los.
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Und es war für alle so, wir proben Straßenkampf. Also ich meine,
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macht man ja nicht oft die Erfahrung, wo kriegt man halt irgendwie Straßenkampferfahrung.
0:38:34–0:38:35
Und ich meine, das ist halt auch so.
Micz Flor
0:38:35–0:38:38
Hast du das gemacht? Hast du Straßenkampf geprobt?
Florian Clauß
0:38:38–0:38:44
Nee, das war mir auch zu krass. Aber ich war schon so nah dran, sagen wir mal.
0:38:45–0:38:47
Also ich habe nicht inhaliert.
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Aber es war dann schon im Osten so. Also ich habe das ja, da waren ja dann,
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ging es natürlich auch in Britannien und so weiter, das war ja auch mit dabei.
Micz Flor
0:38:57–0:39:02
Ich weiß noch, Ende der 90er-Jahre war das, glaube ich, da war irgendein Kette-Kollwitz-Platz,
0:39:03–0:39:06
Da war das alles schon nicht mehr so wild, aber dann hatte die Polizei wirklich
0:39:06–0:39:13
eine ganz neue Schikane gegen die Gewaltbereiten.
0:39:13–0:39:18
Und zwar anstatt, dass die Polizei da stand, vermummt in Uniform,
0:39:18–0:39:24
spielte am Geltekolbettsplatz am späten Nachmittag das Swingorchester der Berliner Polizei.
Florian Clauß
0:39:25–0:39:27
Das hat Schilds immer wieder gehört.
Micz Flor
0:39:27–0:39:30
Ich fand das einfach so genial, das ist so eine psychologische Kriegsführung.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ja, dann machst du die schon wild, die ganzen.
0:39:34–0:39:38
Ja, ich meine, auch die Autonomen, also das wurde ja nicht so differenziert,
0:39:38–0:39:41
also in dem Film jetzt, ich rede jetzt wieder im Dokumentarfilm,
0:39:42–0:39:47
aber die Autonomenbewegung kam ja dann auch aus der Hausbesetzerszene ganz stark davon geprägt.
0:39:49–0:39:53
Und die haben zum Beispiel dann sich immer gegen alle Angebote gestellt,
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die dann halt quasi von politischer Seite gemacht wurden.
0:39:56–0:40:00
Dann eben so diese genossenschaftliche Transformation der besetzten Häuser,
0:40:00–0:40:02
was dann halt auch im Osten passiert ist.
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Aber die Autonomen waren dann schon immer so, nein, Freiräume müssen dann auch staatsfrei bleiben.
0:40:09–0:40:14
Also das finde ich halt auch bei Herr Lehmann, bei den Romanen so schön beschrieben,
0:40:14–0:40:17
dieses Kreuzberg, was dann halt wirklich umschlossen ist.
0:40:17–0:40:23
Und es gibt diese vier Seiten von dem Stadtbezirk, wo drei dann einfach so Nischen
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waren, wo die Mauer. Das kann man sich, glaube ich, nicht vorstellen.
Micz Flor
0:40:26–0:40:28
Du konntest nicht durchfahren.
Florian Clauß
0:40:28–0:40:32
Du konntest nicht durchfahren. Du hattest ganz viele so tote Ecken,
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wo keiner mehr hingekommen ist.
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Du hattest auch billigen Wohnraum. Da hattest du einen hohen Migrationsanteil,
0:40:39–0:40:43
der dann in der Bevölkerung war, weil viele ja dann im Rahmen von,
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also dieses Prinzip, das ist ja so quasi die Schattenseite oder so das Windloch
0:40:51–0:40:53
von dem Wirtschaftswunder Deutschland.
0:40:53–0:41:00
Also da sind die ganzen migrantischen Bewohner, weil dann Deutschland so billige
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Arbeitskräfte gesucht hat, dann da hingezogen, wo es halt billige Wohnungen gab.
0:41:05–0:41:11
Und die ganzen Fahnenflüchtigen, die halt keinen Bock hatten auf Zivildienst, sind auch nach Berlin.
Micz Flor
0:41:11–0:41:12
Fahnenflüchtige.
Florian Clauß
0:41:12–0:41:16
Ja, ja, so hieß das. Die sind dann auch nach Berlin gekommen.
0:41:17–0:41:22
Die ganze Schwulen- und Lesbenszene hat sich ja dann auch in den 80ern da so ausgeprägt.
0:41:22–0:41:29
Also das heißt, es gab einen unglaublichen Pott von verschiedenen Kulturen.
0:41:30–0:41:35
Und das, was wir jetzt in diesem Film aus der heutigen Zeit,
0:41:35–0:41:38
war ja dann so die Moulange, wenn alles zusammengemischt ist.
0:41:38–0:41:42
Das war ja dann schon so, was sich früher eher separiert hat oder vielleicht
0:41:42–0:41:46
auch nicht und dann schon Ansätze des Zusammenlebens entwickelt hat.
0:41:46–0:41:50
Und ich glaube, das ist halt so der Jetztstand von jetzt sowieso.
0:41:51–0:41:54
Aber ich glaube, auch politisch ist da jetzt nie mehr viel drin,
0:41:55–0:42:04
außer quasi eine gewisse Ungerechtigkeit empfinden, weil man ja eben hier auch in eines der ärmsten,
0:42:04–0:42:06
Viertel von Berlin wohnt.
0:42:07–0:42:13
Ungerechtigkeit und Drogen- und Obdachlosigkeit ist ja super präsent.
Micz Flor
0:42:14–0:42:21
Ja, auf jeden Fall. Ja, ich glaube, dass dann, wenn man jetzt die MusikerInnen aus dem Film als,
0:42:23–0:42:27
Zeitzeugen vielleicht auch der gegenwärtigen Geschichte sieht, dann,
0:42:28–0:42:35
ist es schon irgendwie, dass die Frau Marie Vogel hat ja dann in gewisser Weise
0:42:35–0:42:39
das Ende der Welt, weil der Kapitalismus gesiegt hat, besungen.
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Also die 70 Euro, die ihr Kind zusammenkratzt, damit man vielleicht jemanden
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bezahlen kann, der Welt mal zu erklären, wie Klimawandel funktioniert.
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Das ist sehr dystopisch und traurig und endet natürlich dann doch irgendwie,
0:42:51–0:42:56
naja, vielleicht nicht ich, aber meine Kinder können Happy End noch erleben. Ähm...
0:42:58–0:43:01
Und da ist natürlich der Blick von draußen auf das System, auf die Verteilung
0:43:01–0:43:05
und das, was Rap-K, ich nenne jetzt Rap-K.
Florian Clauß
0:43:05–0:43:09
Ich weiß nicht mehr. Ich weiß nicht, ob die R-P-K oder Rap-K,
0:43:09–0:43:12
also ja, ich bin mir auch unsicher.
Micz Flor
0:43:12–0:43:16
Ja genau, also die dürfen mich auch falsch nennen, ich bin okay with it.
Florian Clauß
0:43:16–0:43:17
Der Miets?
Micz Flor
0:43:17–0:43:22
Genau, Miets, ich bin Miets. Die hatten ja dann weniger eben diesen Blick von
0:43:22–0:43:24
draußen auf das ganze System, sondern den Blick von drinnen eben,
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weil die wieder von da kamen und haben dann so kurz gesagt, ja so Gang,
0:43:27–0:43:28
ne, ist ja schon. schon so.
0:43:28–0:43:31
Aber bei uns war es eigentlich immer, wenn es irgendwie passt,
0:43:31–0:43:32
dann wird die Gänge auch größer.
0:43:33–0:43:38
Das fand ich eher so ganz deutlich so auf einem sozialen, gegenwärtigen Gefühl
0:43:38–0:43:41
von Inklusion und Interesse aneinander.
0:43:41–0:43:49
Das fand ich so ein Gegenentwurf, der aber natürlich dann die Marie-Vogel-Texte nicht aushebeln kann.
Florian Clauß
0:43:49–0:43:49
Maike.
Micz Flor
0:43:50–0:43:56
Maike, Entschuldigung. Maike Vogel. Und das bleibt dann irgendwie so offen.
0:43:56–0:44:00
Aber auch da fand ich es wieder interessant, Und eben die, die da geboren sind,
0:44:01–0:44:04
die sind da nicht hingegangen, um was zu bewegen oder was zu erleben,
0:44:04–0:44:07
sondern die sind einfach da geboren, sind da geblieben.
0:44:07–0:44:11
Vielleicht sogar, wie du sagst, schwache Infrastruktur in dem Gebiet,
0:44:11–0:44:16
dann bleibt man halt irgendwie da, hat dann die Wohnung und machen was damit.
0:44:17–0:44:21
Und das ist ja auch der totale Gegenentwurf, als der eine erzählt,
0:44:22–0:44:24
dass ein Vater aus Norwegen kommt. Ich habe den Namen jetzt, das...
Florian Clauß
0:44:25–0:44:25
Gus.
Micz Flor
0:44:25–0:44:26
Gus?
Florian Clauß
0:44:26–0:44:27
Gustav war das...
Micz Flor
0:44:27–0:44:28
Ja genau, Gustav.
0:44:28–0:44:35
Und der erzählt, wie am 1. Mai er sich vorgenommen hat, da mit einem Meilswagen,
0:44:36–0:44:41
direkt ans Ende dieser Brücke, Eisenbahnstraße, direkt vor der Spree aufzuschlagen.
0:44:42–0:44:46
Dann kommt er an, da sind ja schon zwei Bühnen, die aufgebaut werden.
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Er ist so früh dran und die Bühnen, und er hat wahrscheinlich den Kollegen schon
0:44:49–0:44:50
gesagt, das klappt nicht.
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Und jetzt kommt halt dieser perverse Twist, den ganzen.
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Und dann ist die Polizei sein Freund und Helfer und Retter.
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Dann kommt die Polizei auch schon früh und checkt die Lage und sieht, dass die da aufbauen.
0:45:02–0:45:07
Und wie er es dann sagt, ich kann es nur paraphrasieren, aber es war wie so
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ein Geschenk. Dann haben die einfach so Rabatts gemacht, alles abgenommen,
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waren die weg. Dann habe ich die gleich angerufen und gesagt,
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hey, es kann doch stattfinden.
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Und ich habe aufgebaut. Also die Rolle der Polizei in dem Ganzen ist dann nicht
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mehr Gegner, sondern es ist einfach nur eine Form der Kraft.
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Es ist wie so eine Tai-Chi, Aikido-Idee. Wir müssen mit diesen Kräften umgehen.
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Und dann war es halt die Polizei, die uns Gold macht. Hätte auch was anderes sein können.
Florian Clauß
0:45:31–0:45:35
Ja, ich meine, das war auch so, was in dem Film, was ich jetzt irgendwie so
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diese paar Kritiken, die ich gelesen habe, da wurde ja auch schon versucht,
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dann so quasi so diese übergreifenden, die kartenübergreifenden Themen dann zu spinnen.
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Und dann geht es um Polizeigewalt. Ich meine, klar, Polizeigewalt siehst du
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natürlich in der Räumung der besetzten Häuser.
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Aber die Polizeigewalt ist dann eine andere, das Beispiel, was du genannt hast,
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als jetzt irgendwie so in den 70ern.
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Da ist es, glaube ich, noch viel spaltender, noch viel mehr auseinander.
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Also ich glaube, das war dann wirklich viel weniger. Also jetzt ist es ja so, im Kodi ist das… Ja.
Micz Flor
0:46:08–0:46:10
Aber es ist ja auch eine andere Situation.
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Was Maike Vogel singt, wo sie das eine Lied singt, wie das ist,
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mit Kind und Arbeit und Geld verdienen und sich mit dem Vater des Kindes die
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Klinge in die Hand geben, dann muss der wieder arbeiten, um das irgendwie alles zusammenzuhalten.
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Und am Ende des Monats ist nichts übrig, so in der Art, was sie singt.
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Das ist dann so dieses Bild, vor dem man dann vielleicht irgendwie in der Hausplätze
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denkt, hey, das Haus steht leer, ich wohne jetzt hier. What's the fucking problem?
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Also dann ist es viel existenzieller, als wenn du am 1. Mai in der Wrangelstraße
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ein Kaipis verkaufen willst und die Bullen sagen, hey, mach dich vom Acker.
0:46:48–0:46:50
Und du gehst zweimal um die Ecke und dann stehst du wieder da.
0:46:50–0:46:54
Also ich glaube, die Dringlichkeit ist eine andere. Also deshalb meine ich.
Florian Clauß
0:46:54–0:46:58
Das ist... Also existenzieller Druck.
Micz Flor
0:46:58–0:47:02
Es ist in beiden Fällen ein System, also systembehaftet. Es hat in beiden Fällen
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mit Kapitalismus zu tun.
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Und es ist in beiden Fällen aber eine ganz andere Form des Kapitalismus,
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die da so wirkt. Und der eine hat ja auch ganz, fand ich vielleicht den schönsten
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Satz, wo er gesagt hat, ja Gang kommt ja von Gangster, aber wir waren eher so Gauner.
Florian Clauß
0:47:16–0:47:17
Ja, das fand ich auch super.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Und das ist nicht irgendwie ganz gut, weil das auch schon so gut eintaktet,
0:47:19–0:47:23
worum es jetzt hier geht. Also wir haben nicht die großen Fronten,
0:47:24–0:47:27
aber wir lassen nicht alles mit uns machen und wir finden unseren Weg.
Florian Clauß
0:47:27–0:47:31
Ja, ja. Also ich glaube, das ist auch, glaube ich, schon so dieser Street-Pressure,
0:47:31–0:47:35
den du da hast, wenn du da aufwächst, vielleicht, weiß ich nicht,
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du hast ja noch, du bist ja da noch mehr connected.
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Deine Kinder wachsen ja da auf in dem Bezirk, sie brechen ja auch schon die Mercedes Sterne.
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Können sie ja nicht mehr abbrechen, weil es die gar nicht mehr gibt.
Micz Flor
0:47:46–0:47:47
Können sie nicht, ja.
Florian Clauß
0:47:47–0:47:51
Aber ich fand diese eine Sache, wo er dann auch sagt, ja genau,
0:47:51–0:47:54
so Gang von Gauna und wir waren sehr offen, ja, und das sagt ja auch,
0:47:55–0:47:59
Meike Vogel, dann eben, dass Berlin immer, egal wer du bist,
0:48:00–0:48:03
egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
0:48:08–0:48:12
hat in dem Film, was ja auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
0:48:12–0:48:17
speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist, also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast und
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du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
0:48:42–0:48:50
Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
0:48:52–0:48:57
Also das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Collage.
Micz Flor
0:48:57–0:49:04
Und das meine ich halt. Ich glaube, dass das, was vielleicht im Pitch als Thema
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ausgegeben wurde, ich habe da nicht viel mitgenommen.
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Ich fand, dass der im Schnitt entstanden ist, der Film. Und dass der ziemlich
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clever geschnitten wurde, wer auch immer die Sache montiert hat.
0:49:15–0:49:20
Aber die Montage des Films irgendwie ein Versucher was zu retten,
0:49:20–0:49:22
was irgendwie das Material nicht
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mehr hergegeben hat. Also mir fehlte mir fehlte zum Schluss ein Satz.
Florian Clauß
0:49:27–0:49:32
Ja, verstehe ich, aber ich hatte das Gefühl, dass zum Beispiel Rap-K,
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die Band, ganz anders gefilmt war als das,
0:49:36–0:49:40
Frau Vogel und dann natürlich die historischen Aufnahmen von Turnstein Scherben.
0:49:40–0:49:43
Ich glaube, das sind unterschiedliche Kameramänner, Frauen gewesen,
0:49:44–0:49:45
die das aufgenommen haben.
0:49:45–0:49:49
Und ich glaube auch, also ich habe in irgendeiner Kritik gelesen,
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dass der, der dann auch die Regie geführt hat, der ist Jahrgang 2003,
0:49:55–0:50:00
war im Prinzip so oder ist jetzt so an dieser Web-K-Geschichte dran gewesen.
0:50:01–0:50:05
Und es kann wirklich sein, dass der dann halt so in dieser Pitch,
0:50:05–0:50:08
dann müssen wir noch ein bisschen mehr reinbringen, damit sich das nochmal so
0:50:08–0:50:11
ein bisschen politischer dann halt so auflädt.
Micz Flor
0:50:12–0:50:15
Also da führte sich an, ich habe nicht gesehen, nur darüber gelesen,
0:50:15–0:50:18
aber so ein bisschen wie der Habeck-Film, wo man halt dann irgendwie so einen
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Politiker verfolgt und das Ganze wird dann öffentlich-rechtlich noch gezahlt
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und hergestellt und es geht sich irgendwie nicht so aus, aber man durfte mal so da zugucken.
0:50:28–0:50:30
Ich hatte wirklich das Gefühl, dass diese,
0:50:31–0:50:34
Die jüngste Band, ich will das gar nicht mehr Herr und Frau und sonst was sagen,
0:50:34–0:50:37
aber die jüngste Band halt irgendwie, der so am meisten Credits bekommen hat
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und irgendwie sich so legitimieren durfte und man aber gleichzeitig im Material
0:50:41–0:50:44
auch ein bisschen suchen musste, dass da genügend Zeit,
0:50:45–0:50:50
reinkommen kann, dass da wirklich genügend Interessantes auch gesagt wird,
0:50:50–0:50:51
wenn ich mal so frech sein darf.
Florian Clauß
0:50:52–0:50:57
Ja, das stimmt. Das war ja auch viel so Momentaufnahmen und es war eben eine Hommage an Kreuzberg.
0:50:58–0:51:03
Es war eigentlich so wie du in meinen Cafés genau an den Orten sitzt und arbeitest.
0:51:03–0:51:09
Ich habe jetzt nur gewartet, dass du irgendwo da bist oder wir dann die Aufnahme
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machen. Also irgendwie war es jetzt nicht so fern, weil es hätte passieren können.
Micz Flor
0:51:13–0:51:16
Das war auch ein bisschen verwirrende Sache, weil ich hatte diesen Effekt bei
0:51:16–0:51:22
Lola Rent oder bei Born Identity, dass die Schnitte mich wirklich verwirrt haben in der Mitte.
Florian Clauß
0:51:22–0:51:22
Ich auch.
Micz Flor
0:51:24–0:51:28
Der Film wurde auseinandergerissen für mich. Und da war es jetzt eher anders,
0:51:28–0:51:29
so wie ich mir das vorstelle.
0:51:30–0:51:34
Ich komme halt eben auch aus einem kleinen Dorf in Südhessen und für mich war
0:51:34–0:51:37
die große Stadt, oder Filme, die in großen Städten spielen, hatten halt immer
0:51:37–0:51:38
die große Stadt nur als Hintergrund.
0:51:39–0:51:42
Und jetzt fand ich es auch interessant, mal zu sehen, weil es ein Dokumentarfilm
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war, ist die Storyline nicht so zerrissen, aber diese ganzen Orte zu sehen.
0:51:47–0:51:51
So, dass das Hirn, weil man alles kennt, das Hirn so kurz so rauszoomt und wieder
0:51:51–0:51:55
reinzoomt in die Karte. Und jetzt ist es hier und jetzt hier und jetzt hier. Und das kenne ich doch.
0:51:56–0:51:59
Das fand ich schon ganz interessant. Und wo man manchmal sogar die Kamera nach
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links drehen wollte und nach rechts drehen wollte. Ist da nicht links? Geht es nochmal rüber?
0:52:05–0:52:08
Da fühlte es sich schon sehr heimatlich an. Klar, aber das ist natürlich dann
0:52:08–0:52:13
auch eine Folklore, die kein Thema mitbringt.
Florian Clauß
0:52:13–0:52:17
Ja, wir wollten noch mal so einen Satz nachschieben von der jüngsten Band,
0:52:18–0:52:21
weil wir das so ein bisschen despektierlich behandelt haben.
0:52:21–0:52:23
Aber man muss schon sagen, dass es total sympathische Jungs sind.
0:52:23–0:52:28
Also es sind irgendwie so, ich habe die letzte Dokumentation,
0:52:28–0:52:32
die ich halt über so eine Rap-Band oder einen Rapper gesehen habe, war Haftbefehl.
0:52:32–0:52:38
Das war halt so diese Netflix-Depotenz, der sich so kurz vor dem Abnippeln weggeguckt.
Micz Flor
0:52:38–0:52:40
Ja, habe ich auch gesehen, weil ich das nicht darüber gehört habe.
Florian Clauß
0:52:40–0:52:43
Und das war halt schon, ja genau, müssen wir nicht drüber reden,
0:52:45–0:52:51
aber der war so unsympathisch einfach. Der hatte schon was total Verletzliches,
0:52:51–0:52:54
Nahhaftes, aber der war halt so weit weg, ja.
0:52:54–0:52:57
Und die Jungs waren das halt wirklich so die Jungs von der Ecke und man kann
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halt irgendwie so quatschen und so high und so. Ja, das stimmt.
0:53:00–0:53:02
Und das fand ich halt irgendwie, das muss man nochmal sagen,
0:53:02–0:53:05
diese Nahbarkeit von den Leuten und das finde ich schon super.
Micz Flor
0:53:07–0:53:10
Ja, die haben total gut funktioniert und die waren, glaube ich,
0:53:10–0:53:14
auch nicht, also die waren halt irgendwie ganz normal und trotzdem besonders
0:53:14–0:53:17
und du hast auf der Bühne auch gemerkt, dass die da Spaß haben und connecten können.
0:53:17–0:53:21
Das, ja, auf jeden Fall. Es hat auch funktioniert und auch dieses eine Lied
0:53:21–0:53:25
mit Berlin, das kriege ich jetzt auch nicht mal richtig aus dem Kopf,
0:53:25–0:53:26
aber ich kriege es auch nicht richtig rein.
Florian Clauß
0:53:26–0:53:29
Ja, die Velocity, diese Wiko-Geschichte.
Micz Flor
0:53:29–0:53:31
Ja, das hat gut funktioniert.
0:53:31–0:53:34
Und manchmal war es dann halt trotzdem so ein bisschen Kiffer-Talk, weißt du?
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Es kommt so nicht so ganz unten runter, weißt du, wo der Typ dann von Sophia
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halt irgendwie erzählt, hier, ich muss aufpassen, ich darf jetzt nicht mehr die Tische, ne?
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Die Tische tragen oben schon rüber, die Füße unten, genau bis zu dieser Linie,
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sonst kommen die Ordnungsamt.
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Und ich habe mir jetzt schon so eine elektrische Schwertsäge gekauft bei Lidl
0:53:54–0:53:59
oder was weiß ich. Und wenn die kommen, muss ich dann die Tische absägen. Und der eine dann so...
0:54:00–0:54:04
Der ist klug, er ist vorbereitet. Und das war so ein bisschen,
0:54:04–0:54:07
er hat recht, mit dem er sagt, es war auch nett, dazu gehört das Gespräch.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:09
Ja, aber das ist halt so ein Blub.
Micz Flor
0:54:09–0:54:12
Und er hat es so gesagt und hat es aber so quasi abgebunden.
0:54:12–0:54:15
Er hat gesagt, fragt mich bitte nicht mehr, ich habe den Anfang schon wieder vergessen.
0:54:17–0:54:21
So war es alles irgendwie so eingefasst. Also da kamen halt die Sachen immer
0:54:21–0:54:23
so raus, es ging nicht mehr als zwei Sätze.
Florian Clauß
0:54:23–0:54:28
Ja, genau, wo sie dann halt auch über diese Musik von Rio Reiter gesprochen
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haben. Ich glaube, es war so eine Interviewsituation.
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Die wurden uns präsentiert und die waren alle so ein bisschen nervös,
0:54:33–0:54:38
weil sie jetzt was Gehaltvolles sagen mussten. Und es ist halt nicht so richtig
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was Gehaltvolles rausgekommen.
Micz Flor
0:54:39–0:54:40
Ja, ich glaube gar nicht, dass sie nervös waren.
Florian Clauß
0:54:40–0:54:44
Doch, die haben total nervös geguckt. Also ich glaube, die waren dann ja,
0:54:44–0:54:47
okay, jetzt muss ich was irgendwie was Diebes sagen.
Micz Flor
0:54:48–0:54:51
Ja, das war so ein bisschen, der eine hat ja angefangen, hat sich das angehört.
0:54:51–0:54:53
Die haben es scheinbar vorgespielt bekommen. Da hat er gesagt,
0:54:54–0:54:56
ja, es war, kann ich unterschreiben.
0:54:56–0:54:58
Warum kannst du es unterschreiben?
0:54:59–0:55:04
Also dann war es wirklich so, dass man das Gefühl hatte, dass es inhaltlich
0:55:04–0:55:06
nirgendwo angebunden war, aber es fühlte sich gut an.
Florian Clauß
0:55:06–0:55:09
Wahrscheinlich war das halt nochmal so reingeschrieben, wir müssen in dem Pitch
0:55:09–0:55:12
zu, ja dein Sohn heißt doch Rio Reiser, komm doch mal kurz runter.
0:55:13–0:55:16
Oder dein Sohn heißt Rio, nach Rio Reiser, komm doch mal kurz zu.
0:55:16–0:55:19
Und dann halt so, ja jetzt sag doch mal, was zu der Musik hören.
0:55:19–0:55:22
Das war dann halt so der Kitsch zwischen den einzelnen.
0:55:23–0:55:26
Ich wollte noch mal erwähnen, ich hatte ja auch vor kurzem erst eine Dokumentation,
0:55:26–0:55:29
auch Dekadenmusik, deutsche Musik.
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Und das war, glaube ich, auf HD Mediathek. Und die hatten ziemlich viele Originalaufnahmen
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von auch in Kreuzberg und dann ging es Berlin Musik und so weiter.
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Und da kam auch viel Tonstein Schärmen vor. Also deswegen war ich schon so ein
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bisschen, war auch tolles Material einfach von Kreuzberg da auch, von Berlin.
0:55:51–0:55:57
Ich fand es interessant von der Entwicklung der Band, dass die auch in diesen
0:55:57–0:55:59
alternativen Hausprojekten gewohnt haben,
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und die dann mit aufgebaut haben, aber dann waren da so Momente,
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dass die halt total unter Druck die ganze Zeit standen, weil die durften kein Geld machen.
0:56:08–0:56:12
Die mussten sich immer so, also man hat halt gemerkt, wenn wir spielen,
0:56:12–0:56:15
dann werden wir gebucht, dann müssen wir aber diese Soli-Veranstaltung und noch
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das unterstützen und wir dürfen nicht kommerziell wirtschaften und so.
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Und die waren halt, die hatten nie Geld. Also man hatte so ein bisschen das
0:56:23–0:56:24
Gefühl, die waren halt schon so,
0:56:25–0:56:31
diese Frontband, die sich auch gut hat verkaufen lassen, wo halt viele hingekommen
0:56:31–0:56:35
sind, aber konnten halt einfach aufgrund von ihrer Ideologie kein Geld so machen.
0:56:36–0:56:39
Und da gab es halt so Situationen, das war ganz interessant,
0:56:39–0:56:44
wo die dann so ein bisschen Backstage gefolgt, wo es dann halt um diese Soli-Geschichten
0:56:44–0:56:47
ging und so, um das Ideologische, was da hinterhing.
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Und dann sind die ja komplett aus Berlin weg und haben ja dann irgendwo so ein...
0:56:53–0:56:55
Fresenland, Fresenland, glaube ich. Ja, da irgendwie an der Küste.
0:56:55–0:56:59
Bei der dänischen Grenze. Ja, haben die da Musik gemacht. Also das heißt,
0:56:59–0:57:02
dann haben die dieses Kollektive weg von der Großstadt.
0:57:02–0:57:04
Und das wurde auch so ein bisschen begleitet, nochmal erklärt.
Micz Flor
0:57:05–0:57:07
Und das ging vor allen Dingen auch sehr schnell. Ich glaube,
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75 sind die raus und 70 ging es irgendwie erst los.
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Also in den ersten fünf Jahren nach Thunstein-Scherben-Konzerten gab es dann
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immer auch von Reiseaufrufe, so von wegen zum Beispiel das Rauchhaus.
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Also da, wir müssen jetzt unterstützen und dann sind alle direkt vom Konzert
0:57:23–0:57:26
eingeladen, da hinzugehen, weil die Bullen kommen sonst. Das heißt,
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da wurden dann Häuser besetzt nach den Konzerten. Das war sozusagen das Entree für die Hausbesitzung.
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Das weiß ich jetzt nicht. So hatte ich es aber irgendwie so ein bisschen gehört.
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Und da kam natürlich dann rückwärts fast schon die religiöse Jesusanspruch.
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Also die sind dann die sind dann so heilig in diesem linken,
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Genre, dass die halt dann wirklich das, wie würde man religiös sagen,
0:57:52–0:57:56
päpstlich als der Papst, sagt man. Und die dürfen dann kein Geld damit verdienen.
Florian Clauß
0:57:56–0:57:56
Ja, genau.
Micz Flor
0:57:57–0:58:00
Und das war wohl wirklich so, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das erzählt hat,
0:58:00–0:58:04
ich glaube sogar Philipp oder so, das war wirklich dann bei einem Soli-Konzert,
0:58:04–0:58:06
wo sie dann endgültig entschieden haben zu gehen, weil,
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sie hatten alles aufgebaut, alles hochgeschleppt, alles hingestellt und dann
0:58:10–0:58:13
sollten sie noch einen Soli-Betrag abgeben für die Schmalzstullen auf dem Tisch.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:17
Ja, genau, ich glaube, das war tatsächlich die Szene, die ich dann auch in dieser
0:58:17–0:58:18
Dokumentation gesehen habe.
Micz Flor
0:58:18–0:58:20
Sie wahrscheinlich, also wir wissen beide nicht 100 Prozent.
Florian Clauß
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Aber das war so, genau, das ist das Gefühl, wir haben alles gemacht,
0:58:23–0:58:27
alles hergegeben und weil du dann halt so im Rampenlicht stehst,
0:58:27–0:58:30
musst du halt irgendwie noch 180 Prozent mehr geben.
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Ja gut, das kam jetzt da gar nicht so zur Sprache, das war jetzt auch nicht so.
Micz Flor
0:58:35–0:58:37
Nee, genau, ich hatte auch ein bisschen mehr damit gerechnet,
0:58:37–0:58:41
dass das zeitlich noch ein bisschen einsortiert wird, dass es vielleicht solche
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Strecken von Kreuzberg gibt, das Kreuzberg der 70er Jahre, das Kreuzberg der
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90er Jahre, das Kreuzberg der 20er Jahre. Dass es sowas vielleicht gegeben hätte.
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Also ich war jetzt gerne in dem Film.
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Ist auch irgendwie schön im Kino, weil man nicht zappen kann.
0:58:56–0:59:00
Und ich bin kein Second-Screen-Typ. Bloß eine Sache muss ich noch kurz eintippen,
0:59:00–0:59:03
weil ich vergessen habe, jemandem abzusagen, dass hier noch ein Schlüssel vorbeibringt.
Florian Clauß
0:59:03–0:59:05
Ach so, okay. Ich habe mich schon gewundert, ob du dir Notiz machst.
Micz Flor
0:59:06–0:59:10
Nee, das war ganz wichtig, weil die Person sonst auf den Schlüssel gewartet hätte.
0:59:11–0:59:15
Aber ist ja wirklich auch schön, wenn man gezwungen wird, was zu gucken.
0:59:15–0:59:18
Also man kann die Geschwindigkeit nicht verändern, man kann nicht durchskippen,
0:59:18–0:59:21
weil den Doku über Haftbefehl, da habe ich dann irgendwann wirklich geskippt,
0:59:21–0:59:24
weil ich fand es total spannend.
Florian Clauß
0:59:24–0:59:26
Ja, aber es hat sich immer wiederholt.
Micz Flor
0:59:26–0:59:30
Also muss man Scherbenland gesehen haben.
Florian Clauß
0:59:32–0:59:36
Also ich glaube, wenn man einen Bezug zu Kreuzberg hat und...
0:59:37–0:59:42
Also es ist schon, wie ich sagte, eine Hommage an den Stadtteil.
0:59:43–0:59:48
Und ich glaube, dann macht es halt Spaß. Also ich würde mich halt nochmal interessieren
0:59:48–0:59:52
für jemanden, der dann halt wirklich sich so mit dieser jüngsten Band so gut
0:59:52–0:59:54
identifizieren kann oder die mag halt.
0:59:55–0:59:59
Wahrscheinlich ist es dann halt wirklich ein Mast, das zu sehen.
1:00:00–1:00:02
Weil die werden ja schon stark porträtiert.
Micz Flor
1:00:02–1:00:08
Einfach ja politisch fand ich das halt irgendwie für mich ich muss es mir dann
1:00:08–1:00:13
irgendwie schön trinken indem ich sage okay die sind hier geboren, die dürfen alles,
1:00:14–1:00:18
die bleiben das sind die, die geblieben sind, die sind nicht gekommen die sind
1:00:18–1:00:21
nicht gegangen, die sind einfach geblieben und da ist es wahrscheinlich ein
1:00:21–1:00:26
anderer Blick auf jeden Stein den du schon ewig kennst und wie auch der,
1:00:28–1:00:34
Gas Gussi, gesagt hat, ach guck mal da oben noch ein altes Bild von mir.
Florian Clauß
1:00:36–1:00:40
Ich wusste aber, ich konnte die jetzt so vom Alter nicht einordnen.
1:00:40–1:00:43
Ich weiß nicht, ob die jetzt wahrscheinlich so Ende 20 oder so.
1:00:44–1:00:50
Und diese ganze Dent-Geschicht, was dann halt auch bei Haftbefehl dann auch
1:00:50–1:00:54
nur so kompliziert wird, dann halt viel passiert, wenn du auf einmal dann halt
1:00:54–1:00:55
so hochkatapultiert wirst.
1:00:56–1:00:58
Wahrscheinlich sind die jetzt auch die haben nicht viel Geschichte.
Micz Flor
1:00:58–1:01:03
Die sind ja Mitte 20 hätte ich jetzt gedacht aber ist klar, ich meine,
1:01:03–1:01:06
das ist halt das Verblüffende an Zeit 2019 quasi.
Florian Clauß
1:01:06–1:01:12
Wo die bekannt geworden sind weiß ich nicht, würde ich mal nachschauen wollen ja.
Micz Flor
1:01:12–1:01:17
Aber es ist natürlich auch interessant das Zeit, diese Zeitgefühl,
1:01:17–1:01:25
das Thema wenn dir dann klar wird dass die Fahrradfahren gelernt haben,
1:01:25–1:01:29
zum Zeitpunkt, wo dieses Buch, was du letzte Woche gefunden hast,
1:01:30–1:01:34
Das war da, als du das Buch gekauft hattest und seitdem immer wieder denkst,
1:01:34–1:01:39
ach, bald lese ich es mal und auf einmal ist der schon Rapper.
Florian Clauß
1:01:39–1:01:42
Ja, aber dann dreht man sich um und der ganze Bezirk ist rentifiziert.
1:01:44–1:01:51
Ich meine, das war so die Zeit, also ich meine, diese intensive Erlebnisphase
1:01:51–1:01:57
von ausgehen, feiern, tanzen, Stadt erleben, das war ja auch einfach die 90er für mich.
1:01:58–1:02:05
Und dann waren die 2000er, das ist arm aber sexy, das war ja auch der Startschuss,
1:02:06–1:02:07
für die Identifizierung.
Micz Flor
1:02:08–1:02:14
Was der Film da ganz gut hingekriegt hat, es gab ein Video, wo die sich beim
1:02:14–1:02:18
Lied geschnitten haben und auch Berlin im Hintergrund war, wo man den Alex gesehen hat.
1:02:18–1:02:22
Aber auch hier das neue Amazon-Gebäude an der Warschaustraße und ein paar andere
1:02:22–1:02:26
Fassaden, wo unklar bleibt, ob das jetzt für die Symbole der Stadt sind,
1:02:26–1:02:28
in der sie wohnen. Das kennt man.
1:02:29–1:02:32
Oder ob sie dazu eine Distanz oder einen Bezug aufbauen wollen.
1:02:32–1:02:36
Das wurde nicht klar. Aber im Schnitt des Films selbst fand ich es eigentlich
1:02:36–1:02:40
schon, dass diese neuen Fassaden, die jetzt überall drumherum entstehen.
Florian Clauß
1:02:40–1:02:42
Und die City da und die Verandorgebäude.
Micz Flor
1:02:42–1:02:46
Das wurde, fand ich, relativ konsistent und gut geschnitten.
1:02:46–1:02:50
Dass man wirklich auf einmal, auch als jemand, der hier wohnt und zum Beispiel
1:02:50–1:02:54
dieses ganze Gebiet um den Ostbahnhof herum, Was sich sukzessive verändert.
1:02:54–1:02:57
Auf allem macht es Snap und du denkst, oh, wann ist das alles passiert?
1:02:58–1:03:03
Und das war in dem Film irgendwie ganz gut festgehalten, dass man ein Gefühl hat von,
1:03:03–1:03:09
wie immer und wow, ganz anders. Und dieser Sprung war im Bildmaterial fand ich ganz gut gemacht.
Florian Clauß
1:03:09–1:03:12
Ja, wo er dann auch meinte, dahinter ist so tote Landschaft.
1:03:14–1:03:18
Aber in dieser Stadt hat es sehr gut eingefangen. Weil wir hatten ja auch da,
1:03:19–1:03:21
eine Berlinale-Folge vor zwei Jahren.
1:03:21–1:03:26
Ich referenziere auf unsere Folge. Da sind wir ja auch bei der Kälte rausgegangen aus dem Film.
1:03:26–1:03:29
Und haben dann aufgenommen. Und es war wirklich so, wo du dann halt in so einem
1:03:29–1:03:32
Cut-Zeichenprogramm dann als Punkt dann dann gehst.
1:03:33–1:03:35
Und es war ein Tod, es war einfach Tod.
Micz Flor
1:03:35–1:03:38
Ja, wo man selber schaut, ob die meinen Schatten berechnet haben oder nicht.
Florian Clauß
1:03:39–1:03:41
Und das ist schon, ja, das ist schon...
Micz Flor
1:03:41–1:03:44
Er meinte auch so, da sind da auch keine Menschen. Oder da sind schon Menschen,
1:03:44–1:03:45
aber die sind ja auch gar nicht da.
1:03:47–1:03:50
Der wahr ist, aber der auch irgendwie schnell aufhören muss.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:55
Ja, also Poetry Slam. Ja, gut. Okay, ich glaube, jetzt haben wir lang genug
1:03:55–1:03:57
über Scherbenland geredet.
Micz Flor
1:03:57–1:04:00
Mehr kriegen wir aus dem südhessischen Handkäse nicht ausgepresst.
Florian Clauß
1:04:01–1:04:02
Mit dem Zwiebeln.
Micz Flor
1:04:02–1:04:05
Vor uns läuft auch schon jemand, der gerade ein YouTube-Video aufnimmt,
1:04:05–1:04:07
wo wir hinten drauf sind. Mal schauen.
1:04:08–1:04:12
In drei Jahren wird uns die KI uns finden können auf YouTube,
1:04:12–1:04:16
wo wir jetzt gerade hier unter einer kleinen Trauerweite laufen.
1:04:18–1:04:20
Danke auch für die schöne Tour, Flo.
Florian Clauß
1:04:20–1:04:22
Ja, das ist hier quasi Homerun.
Micz Flor
1:04:22–1:04:23
Es ist Homerun.
Florian Clauß
1:04:23–1:04:29
Früher war das mein Laufturf. Aber ich laufe ja nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend.
Micz Flor
1:04:30–1:04:33
Ja, ja. Exoskelette. Bald kommen sie.
Florian Clauß
1:04:33–1:04:34
Nein.
Micz Flor
1:04:34–1:04:35
E-Bikes der Beine.
Florian Clauß
1:04:36–1:04:38
Mache ich mit dem Fahrrad.
Micz Flor
1:04:39–1:04:45
Gut, dann vielen Dank fürs Zuhören. Ja, wir dachten, wir hätten es uns leicht
1:04:45–1:04:46
gemacht, diesen Film zu gucken.
1:04:46–1:04:50
Aber an mir nagt es noch. Ich möchte jetzt eigentlich Salzgeber mal anschreiben,
1:04:50–1:04:51
ob die noch mal klären können,
1:04:52–1:04:57
ob dieses verschnittene Material zwischen den Wasserwerfern und Rio Reiser,
1:04:57–1:05:03
ob das 10 bis 15 Jahre auseinander lag und das eine in der noch DDR war und
1:05:03–1:05:05
das andere West Berlin. Das war mein Gefühl.
1:05:06–1:05:09
Da hast du mir schon einen anderen Blick darauf gegeben. Aber für mich ist es
1:05:09–1:05:11
noch nicht geklärt. Ich will das noch wissen.
Florian Clauß
1:05:11–1:05:15
Ihr werdet es erfahren in einer der nächsten Folgen. Nein, ich glaube nicht.
1:05:16–1:05:22
Mehr Material findet ihr auf eigentlich-podcast.de, da findet ihr auch die Map,
1:05:22–1:05:27
wo wir langgegangen sind und das war jetzt tatsächlich noch eine Leerstelle, die wir noch nicht,
1:05:28–1:05:33
mit einem unserer Touren erschlossen haben, aber wir haben uns hier aus das schon mal gestriffen.
Micz Flor
1:05:34–1:05:35
Gestritten?
Florian Clauß
1:05:35–1:05:38
Gestriffen. Wir streiten uns nicht mit.
Micz Flor
1:05:38–1:05:41
Gestreift. Also gestreift oder gestritten?
Florian Clauß
1:05:42–1:05:43
Ich meine geschnitten.
Micz Flor
1:05:44–1:05:44
Ah.
Florian Clauß
1:05:46–1:05:51
Okay, also dann bis zum nächsten Mal, macht's gut, tschüss.

Mehr

"London calling to the faraway towns / Now war is declared and battle come down / London calling to the underworld / Come out of the cupboard, you boys and girls" The Clash, 1979

Flo hat in letzter Zeit viele Serien geschaut, die in London spielen: MobLand, I May Destroy You, Fleabag, Disclaimer, The Agency, Industry, Slow Horses, Ted Lasso, The Capture und Gangs of London. London steht als Spielort für Serien auf Platz drei hinter L. A. und New York City. In dieser Folge ist Flo der Frage nachgegangen, warum sich London in der Serienproduktion so hervorgetan hat, zumal der Brexit England doch wirtschaftlich zurückgeworfen hat. Doch England war in der Filmindustrie schon immer präsenter als seine europäischen Nachbarländer. Allein durch die Sprache können sich englische Produktionen größere Märkte erschließen, wohingegen deutsche und französische Produktionen auf Sprachbarrieren im internationalen Raum stoßen. Auch die großen Streamingdienste haben sich in den letzten Jahren in Londoner Studios eingemietet. Serien wie „Game of Thrones” und die „Harry Potter”-Filme trugen maßgeblich dazu bei, dass sich in den ersten Dekaden der 2000er eine starke Infrastruktur in der Filmindustrie in London ausbauen konnte. Gerade im Bereich der visuellen Effekte (VFX) sind viele kleine Studios entstanden, die auf dem Weltmarkt eine führende Position eingenommen haben. Dies erklärt zum Teil, warum so viele Serien in London spielen. Ein weiterer Grund ist, dass viel Geld aus dubiosen Quellen nach London geflossen ist, welches neben der Finanzierung von Großbauprojekten wie The Shard oder One Hyde Park auch viele Schattenproduktionen in der Filmbranche finanziert hat. London ist als Geldwäscheanlage bekannt. In dieser Episode tauschen wir uns über solche Geschichten und Gerüchte aus und können viele eigene London-Erlebnisse einbringen. Flo ist fasziniert davon, wie sich die Skyline von London in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Micz kann von seiner Zeit in den 90ern berichten, als er in London lebte und die Gentrifizierung des Stadtteils Shoreditch miterlebte. London ist vielseitig und unberechenbar, wie sich die Stadt auch in den Serien spiegelt. Hinter der glatten Fassade lauern Abgründe, aber auch Chancen...

Shownotes

Mitwirkende

avatar
Florian Clauß
Erzähler
avatar
Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:03
Dann hatte ich ja dieses Drum-Ding da gebastelt, was man einfach so drauflegen kann.
0:00:04–0:00:07
Und dann war es ja damals noch so, dass es diesen Moment gibt,
0:00:07–0:00:08
wo dieses Klatschen rein soll.
0:00:09–0:00:12
Und das haben wir dann aber, glaube ich, du schneidest das, glaube ich,
0:00:12–0:00:13
gar nicht mehr so. Du schmeißt es einfach drauf.
Florian Clauß
0:00:15–0:00:19
Ich habe den Zimmer in irgendeiner rhythmischen Pause, wie ich den dann drauf.
Micz Flor
0:00:19–0:00:20
Dann klatschen wir mal.
Florian Clauß
0:00:21–0:00:22
Liest du, hörst du, oder?
Micz Flor
0:00:22–0:00:23
Ach, auf jeden Fall.
Florian Clauß
0:00:23–0:00:23
Hörst du jetzt.
Micz Flor
0:00:24–0:00:31
Achso, ich bin jetzt schon im finalen Edit. Hallo, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen und Zuhörende.
0:00:31–0:00:34
Wir kommen jetzt mit dem eigentlichen Podcast schon zur Folge 83.
0:00:35–0:00:39
Und die Zahl 83 ist ja magisch aufgeladen. Das werdet ihr heute noch später
0:00:39–0:00:41
erleben, wenn ihr das Thema von Flo hört.
0:00:42–0:00:47
Wir, das sind Flo und ich, Mitch. Und alle zwei Wochen ist etwas,
0:00:47–0:00:50
was wir beim Laufen aufgenommen haben, auf unseren Podcast drauf.
0:00:50–0:00:54
Die Idee kam halt eben ursprünglich so ein bisschen von den Corona-Walks,
0:00:54–0:00:56
wo man sich dann treffen durfte, aber nur draußen.
0:00:56–0:00:58
Da haben wir einfach so viel gesprochen, irgendwann Aufnahmen gedrückt.
0:00:59–0:01:02
Wo wir langlaufen, ist dann irgendwie auch immer Teil von dem,
0:01:02–0:01:06
was wir erzählen, weil man dann manchmal doch stehen bleibt und über was spricht,
0:01:06–0:01:08
was gerade vor der Nase ist.
0:01:09–0:01:13
Diese Touren könnt ihr dann auch immer auf der Webseite sehen von eigentlich-podcast.de.
0:01:14–0:01:16
Für die, die jetzt zum ersten Mal hören, die denken vielleicht,
0:01:17–0:01:20
ich erkläre das immer so gut und ausführlich, aber ich mache das jetzt mal extra
0:01:20–0:01:24
so, weil Flo, glaube ich, immer hofft, dass man das noch mal so alles so ausführlich
0:01:24–0:01:26
vorher erklärt, bevor es dann losgeht.
0:01:26–0:01:30
Und das geht jetzt nämlich los mit Flo's Thema. Ich habe keine Ahnung, worum es geht.
0:01:31–0:01:35
Deshalb habe ich das von Magie gesagt. Aber du wirst mich jetzt eines Besseren belehren.
Florian Clauß
0:01:35–0:01:40
Ja, du wirst sicher dazu was beitragen können. Da bin ich mir auf jeden Fall sicher.
0:01:40–0:01:45
Ich wollte noch ein, zwei Sätze zur Tour sagen.
0:01:45–0:01:48
Und zwar, du hast mich vorhin gefragt, hast du eine Tour? Und ich meinte so,
0:01:48–0:01:54
ja. Ja, aber die ist so ein bisschen, wie soll man sagen, die schlägt so ein paar Haken.
0:01:54–0:02:00
Nämlich, ich habe als Tourplanung Tool, habe ich Square Dats genommen. Also Square Dats.
Micz Flor
0:02:00–0:02:01
Das könnte ich ja nicht mal aussprechen.
Florian Clauß
0:02:02–0:02:03
Ja, das kann ich auch schwer aussprechen.
Micz Flor
0:02:03–0:02:05
Square wie das Quadrat und Dats wie die Punkte.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:13
Dats, D-A-T-S, Dotcom. Das ist im Prinzip ein Add-on für verschiedene andere
0:02:13–0:02:16
Tracking-Tools wie Strava oder Komoot.
0:02:17–0:02:19
Teilt die Welt in Quadrate ein.
0:02:20–0:02:23
Und du kannst dann automatisch da eine Tour, in die du gefahren,
0:02:23–0:02:26
gelaufen, also alles, was mit Muskelkraft geht, gemacht hast,
0:02:26–0:02:31
lädt dann auf diese Seite hoch und markiert dann quasi die Quadrate, die du abgelaufen bist.
0:02:31–0:02:35
Und dann gibt es halt ein Square, ist dann halt quasi so eine Meile ungefähr.
0:02:36–0:02:41
Und das wird aber, kann beliebig tief unterteilt werden in diese sogenannten,
0:02:42–0:02:45
jetzt kriege ich den, da muss ich es wieder aussprechen, Square.
Micz Flor
0:02:47–0:02:48
So heißt es nicht?
Florian Clauß
0:02:48–0:02:49
Ja, die kleinen.
0:02:52–0:02:57
Dieser große Bereich wird dann nochmal in 64,1, also Länge wie Breite, dann unterteilt.
0:02:58–0:03:02
Das Ganze ist eine Spielerei, weil du siehst dann halt, wo du lang gelaufen
0:03:02–0:03:06
bist, du siehst dann halt so in den Farbtönen, wenn du öfters so ein Quadrat
0:03:06–0:03:10
passiert hast, dann kriegt das nochmal eine dunklere Farbe.
0:03:10–0:03:13
Und dann siehst du auch die Teile, wo du noch nie so lang gelaufen bist.
0:03:14–0:03:16
Zumindest nicht, wo du mal aufgezeichnet hast.
0:03:17–0:03:20
Und das ist halt so ein ganz nettes Tool, um halt, wenn du irgendwo läufst,
0:03:20–0:03:23
um so eine Tourplanung zu machen oder Fahrrad fährst.
0:03:23–0:03:25
Dann fährst du halt dann mal Wege, die du sonst nicht so fährst.
0:03:26–0:03:29
Und das habe ich jetzt gemacht bei uns. Und ich wusste ja, dass wir hier wieder
0:03:29–0:03:35
im Epizentrum von Berlin starten, Oranienplatz, und habe mir dann noch mal so
0:03:35–0:03:39
ein paar Quadrate rausgesucht, die ich noch bisher noch nicht mit...
Micz Flor
0:03:39–0:03:42
Also, dass ich es verstehe, wir haben eine Meile mal eine Meile oder Kilo,
0:03:42–0:03:47
das wissen wir nicht genau. Und das ist dann nochmal in quasi 64 Bits unterteilt.
Florian Clauß
0:03:47–0:03:48
Also genau, in Nummer 64.
Micz Flor
0:03:49–0:03:53
Und das sind diese kleinen Squad. Also wir könnten jetzt also auch programmieren,
0:03:53–0:04:00
indem wir diese Bits so ablaufen, dass die einzelnen Nullen dann als Programm laufen könnten.
Florian Clauß
0:04:00–0:04:04
Ja, wir könnten auch jetzt eine Tour laufen und dann hätten wir wieder irgendwelche
0:04:04–0:04:09
Schriftzeichen in die Stadt reingeimpft mit unseren Wegen. Aber das machen wir nicht mit.
Micz Flor
0:04:09–0:04:12
Na gut, ich dachte nur, wir könnten einen Assembler-Code schreiben.
Florian Clauß
0:04:12–0:04:14
Achso, ja, okay.
Micz Flor
0:04:14–0:04:15
Der sinkt dann zum Beispiel.
Florian Clauß
0:04:15–0:04:18
Da müssen wir quasi über ein so ein kleines Quadrat drüber hüpfen.
0:04:19–0:04:22
Aber das ist schon zu breit zum Hüpfen.
0:04:23–0:04:27
Too far to jump. Jump, jump, genau.
0:04:27–0:04:33
Und mit mein Thema. Ich bin irgendwie auf mein Thema gestoßen worden von mir selber.
0:04:34–0:04:36
Okay, das heißt Idee.
0:04:37–0:04:39
Ich habe da so viele Spränge.
Micz Flor
0:04:39–0:04:45
Das klingt so, als ob du fast erschüttert warst, dass etwas ohne Chat-GPT eine Idee wurde.
Florian Clauß
0:04:46–0:04:51
Naja, ja, das nicht unbedingt. Also Chat-GPT hat mich da auch gut beraten,
0:04:51–0:04:54
wobei ich ja immer von Antrofic dann...
Micz Flor
0:04:54–0:04:55
Antrofic, Entschuldigung.
Florian Clauß
0:04:55–0:04:59
Hat mich auf jeden Fall, hat mich bei der Recherche unterstützt.
0:05:00–0:05:03
Aber was mir aufgefallen ist, das war wirklich so ein Thema,
0:05:03–0:05:09
was ich dann halt so aufgedrungen hatte. Nämlich, es geht auch wieder um Filme, es geht um Serien.
0:05:10–0:05:12
Du weißt, ich gucke sehr viel Serien, ne?
Micz Flor
0:05:12–0:05:12
Ja, ja.
Florian Clauß
0:05:12–0:05:14
Meine Kinder sind ja ...
Micz Flor
0:05:14–0:05:14
Aus dem Haus.
Florian Clauß
0:05:16–0:05:19
Deswegen, wenn du mir immer sagst, woher nimmst du diese Zeit?
Micz Flor
0:05:20–0:05:25
Die wurde mir gegeben, das ist negative Energie der Abwesenheit meiner Kinder.
Florian Clauß
0:05:25–0:05:29
Deswegen komme ich in den Genuss, viel Serien zu schauen, ich bin auch echt
0:05:29–0:05:32
ein großer Serienferien. Und mir ist aufgefallen.
0:05:33–0:05:37
Oder ich fange anders an. Allgemein in Filmen. Frage an dich.
0:05:38–0:05:45
Inwieweit ist denn jetzt so der Ort in einem Film oder in einer Serie eine maßgebliche Bedeutung?
0:05:46–0:05:55
Der Ort als wie auch immer gefasst, als echter Ort, als Stadt,
0:05:56–0:06:03
als narrativer Raum, als quasi Eigenschaftsraum oder sowas. Was fällt dir da spontan ein?
Micz Flor
0:06:03–0:06:06
Also wenn ich jetzt Serie und Film denke, dann denke ich bei Filmen sofort an
0:06:06–0:06:09
James Bond, weil das war dann immer so ein Ding früher, auch in der Werbung
0:06:09–0:06:16
vorneweg, die waren in den Meteoraklöstern und in Rom und der Showdown ist in San Francisco.
0:06:17–0:06:18
Also das waren ja immer Orte, die wurden angepriesen.
0:06:19–0:06:22
Ein anderer Classic, jetzt aus der Serienvorabend, der in Sachen ist Friends,
0:06:23–0:06:27
was mir einfällt, wo es ja dieses Kaffee, Coffee Perk oder wie das heißt,
0:06:28–0:06:29
gab, wo die sich immer wieder treffen.
0:06:29–0:06:33
Also das war quasi der Ort, es gab natürlich auch die Wohnung und sowas,
0:06:33–0:06:36
aber der Ort, der jetzt nicht privat war, war eben dieses Kaffee,
0:06:36–0:06:40
wo man sich immer wieder getroffen hat. Das fällt mir jetzt spontan dazu ein.
Florian Clauß
0:06:40–0:06:44
Ja, also man könnte es auch weiterfassen, wenn du dann halt irgendwie so Ort
0:06:44–0:06:47
im Sinne von quasi als Protagonist siehst.
0:06:48–0:06:50
Dann könnte Shining natürlich das Hotel als Ort.
Micz Flor
0:06:51–0:06:51
Ja, okay.
Florian Clauß
0:06:51–0:06:57
Oder bei Tschernobyl dann halt die Atomkraftanlage als Ort und so weiter.
0:06:57–0:07:02
Oder du kannst es halt so ganz konkret auffassen wie Emily in Paris,
0:07:03–0:07:06
also Paris als Ort, als Kulisse.
0:07:08–0:07:13
Oder Sex in the City, wo natürlich New York City der dreht.
Micz Flor
0:07:13–0:07:15
Oh, das ist New York. Ich hatte gesagt, das ist Tübingen.
Florian Clauß
0:07:18–0:07:23
Und dann habe ich mal auch so geguckt und mich gefragt, was meinst du,
0:07:23–0:07:30
wie das Top Ranking in Serien ist, die Orte, wo sie stattfinden.
0:07:31–0:07:33
Und Städte vor allen Dingen.
Micz Flor
0:07:33–0:07:37
Also bei Serien weiß ich, weil ich das neulich irgendwo Social Media-mäßig gesehen
0:07:37–0:07:42
habe, so dieses Manhattan, New York Map, King of Queens, Friends,
0:07:42–0:07:44
Seinfeld, Sex in the City hat er schon gesagt.
0:07:44–0:07:47
Also da wurde das quasi auf die Karte auch draufgeschrieben.
0:07:47–0:07:51
Man könnte da dann interessanterweise wirklich auch so Podcast-Walks machen,
0:07:51–0:07:53
wo man dann sich immer in diesen Vierteln aufhält.
0:07:54–0:07:56
Gibt es ja, da gibt es natürlich so City-Walks.
Florian Clauß
0:07:56–0:07:58
Wo da die Serien-Schauplätze abgelaufen werden.
Micz Flor
0:07:59–0:08:00
Also das, denke ich, ist die Nummer 1.
Florian Clauß
0:08:00–0:08:01
Platz 1.
Micz Flor
0:08:01–0:08:06
Dann würde ich sagen, Paris ist Platz 2. 3 ist London. 4 ist Rom.
Florian Clauß
0:08:07–0:08:11
Ja, 3 ist richtig. Paris kommt ein bisschen später. 2 ist LA.
Micz Flor
0:08:12–0:08:15
Ah, klar. Okay, Amerika. Man muss es, glaube ich, amerikanisch denken.
0:08:16–0:08:20
Und wahrscheinlich ist im Endeffekt Kanada auf Nummer 1, weil da alles gedreht wurde.
Florian Clauß
0:08:20–0:08:24
Und dann kommt Seoul und die asiatischen Länder und so weiter.
0:08:24–0:08:28
Aber tatsächlich ist 3 mein Thema. London.
Micz Flor
0:08:28–0:08:28
London.
Florian Clauß
0:08:28–0:08:30
Ja, London is calling.
Micz Flor
0:08:32–0:08:34
London calling, da müssen wir jetzt das Gema zeigen.
Florian Clauß
0:08:35–0:08:36
Ja, nicht, wenn du das singst.
Micz Flor
0:08:37–0:08:39
Nee, er kennt keine KI.
Florian Clauß
0:08:40–0:08:43
London, mir ist nämlich aufgefallen bei den ganzen Serien, die ich in der letzten
0:08:43–0:08:46
Zeit geguckt habe, dass die alle in London spielen.
0:08:46–0:08:51
Und das sind echt gute Serien. Also das sind wirklich, wirklich gute Serien,
0:08:51–0:08:55
die ich alle, ja, mehr oder weniger ausnahmslos empfehlen kann.
0:08:55–0:08:58
Ich gehe die gleich nochmal so durch, weil du wahrscheinlich keine davon kennst.
Micz Flor
0:08:59–0:09:02
Die einzige, die ich ja auch mal rumgeschickt hatte mit Chris auch im Chat,
0:09:02–0:09:05
war ja die Black Doves. Das war auf Netflix eine Serie.
0:09:05–0:09:08
Die fand ich wirklich ziemlich toll. Die spielt auch in London.
0:09:09–0:09:10
Black? Doves, Tauben.
Florian Clauß
0:09:11–0:09:12
Schwarze Tauben. Die habe ich noch gar nicht gesehen.
Micz Flor
0:09:12–0:09:16
Siehst du, das ist das beste Film. Hältst du dir auch für zuletzt eine zweite
0:09:16–0:09:18
Folge machen zu dieser Episode?
Florian Clauß
0:09:18–0:09:21
Ja, unbedingt. Nein, das geht halt auch zu den Serien, die in der letzten Zeit
0:09:21–0:09:22
quasi auch gedreht wurden.
0:09:23–0:09:27
Und die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Da geht es ja zeitnah, gucke.
0:09:27–0:09:33
Ganz aktuell steige ich gleich mit einer der hier ein, ist Mobland,
0:09:33–0:09:39
wo Guy Ritchie einige Folgen gedreht hat, also eigentlich eine Guy Ritchie-Folge, kann man so sagen,
0:09:40–0:09:44
und Tom Hardy die Hauptrolle spielt neben Pierce Brosnan.
0:09:45–0:09:47
Und da geht es um eine...
Micz Flor
0:09:47–0:09:52
Darf man sagen, welche Sender oder welche Webseite, welche URL?
Florian Clauß
0:09:52–0:09:57
Das ist Paramount Plus, hat das gedreht. Paramount ist jetzt evil,
0:09:58–0:10:00
also darf man nicht mehr uneingeschenkt empfehlen.
Micz Flor
0:10:00–0:10:01
Warum? Was ist bei Paramount?
Florian Clauß
0:10:01–0:10:05
Bei Paramount hat er die Colbert Show abgesetzt und bietet sich gerade Trump
0:10:05–0:10:10
an, um diesen einen Deal dann halt über die Bühne zu bringen.
0:10:10–0:10:11
Die wollen doch irgendwie merchen.
0:10:11–0:10:15
Mit wem habe ich vergessen. Aber deswegen ist gerade Paramount.
0:10:16–0:10:21
Gut angesagt. Es geht um eine super reichen Familie, die dann auch im Drogen-Business
0:10:21–0:10:25
ist, was bei vielen Serien in London vorkommt.
0:10:25–0:10:30
Drogen, Gangster und der Harrigan, der Patriarch der Familie,
0:10:30–0:10:33
gespielt von Pierce Brosnan in einer unglaublich guten Rolle,
0:10:34–0:10:38
der dreht ein bisschen frei und seine Frau auch, eine Patriarchin,
0:10:39–0:10:41
die so eine Hidden Agenda verfolgt.
0:10:41–0:10:44
Und Tom Hardy ist halt so ein Typ, der ist halt so straight.
0:10:44–0:10:46
Also wirklich, es macht Spaß, diese Serie zu gucken.
0:10:47–0:10:51
Ja, weil der ist so der Cleaner-Typ. Der muss halt ständig hinter denen herrollen.
0:10:51–0:10:54
Und es wird immer katastrophaler, so ein typischer Guy-Ritchie-Plot.
0:10:55–0:10:57
Also Guy-Ritchie ist ja so ein bisschen...
Micz Flor
0:10:57–0:11:00
Und das ist jetzt aber dann innerhalb von einer Episode oder über die ganze Art?
Florian Clauß
0:11:00–0:11:02
Nein, nein, das ist so der Bogen, das ist so der Einstieg. Also ich erzähle
0:11:02–0:11:04
nicht, ich spoil nicht so viel wie sonst.
0:11:06–0:11:09
Ich erzähle nicht Szene für Szene wie bei 28 Days Later.
0:11:12–0:11:19
Was mich dann immer so fasziniert London, wie kann London ist so eine Stadt die halt,
0:11:19–0:11:25
wo du jede Drehsekunde wahrscheinlich dann halt irgendwie 10.000 Pfund kostet,
0:11:25–0:11:30
ja, wie, warum ist das dann halt so ein Margant gerade für so Serienproduktion
0:11:30–0:11:32
und da habe ich halt so ein bisschen nachgedacht und recherchiert,
0:11:33–0:11:36
dass der Punkt ist, dass, wir haben ja bei London so verschiedene,
0:11:36–0:11:40
ich sage mal Strömungen, die gerade abgegangen sind. Brexit ist eine.
0:11:41–0:11:47
Brexit ist ja auch so mit dem Versprechen dann gekoppelt, quasi so ein Offshore-Gelände in London.
0:11:47–0:11:52
So ein bisschen wie Malaysia oder sowas. Oder Singapur, wo du dann halt dein
0:11:52–0:11:55
ganzes Business machen kannst, ohne groß Steuern zu zahlen.
Micz Flor
0:11:55–0:11:57
So eine Schweiz oder wie?
Florian Clauß
0:11:57–0:12:01
So eine kleine Schweiz, hat aber nicht funktioniert. Es ist tatsächlich eher
0:12:01–0:12:06
das Gegenteil, dass viele Leute eben abwandern, gerade in den ganzen Care-Bereich,
0:12:06–0:12:10
NHAs oder National Health Service, NHS,
0:12:11–0:12:15
genau, dass der davon stark betroffen ist vom Brexit, dass du auch die ganzen
0:12:15–0:12:18
Servicekräfte und so weiter wandern ab.
0:12:18–0:12:23
Es sind ja so in den 2000ern ganz viele osteuropäische Bürgerinnen und Bürger
0:12:23–0:12:29
nach England ausgewandert, haben da halt auch polnische Mitbürger,
0:12:29–0:12:32
die haben dann auch viel so in den Handwerksbereich und so weiter gearbeitet.
0:12:32–0:12:38
Das ist alles weg mit dem Brexit und eigentlich ist es so eine Verarmung gleichzeitig.
0:12:38–0:12:46
Finden wir aber einen Zuwachs an Produktion und in diesem ganzen Cultural Business
0:12:46–0:12:49
sozusagen, wo dann auch Film ein Teil davon ist,
0:12:49–0:12:53
hat es tatsächlich Zuwachs in London. Also die machen Plus.
0:12:54–0:12:59
Also ich habe dann auch mal geguckt, wie sieht dann quasi der Anteil vom Proto-Inlandsprodukt,
0:12:59–0:13:00
wir müssen jetzt hier links.
0:13:01–0:13:05
Hier waren wir schon. Hier haben wir doch die erste Stromgitarrenfolge aufgenommen.
Micz Flor
0:13:05–0:13:10
Ja, und hier habe ich auch eine der Folgen mit Chris aufgenommen, auch in Summono.
Florian Clauß
0:13:10–0:13:14
Ja, ja, die ist schon viel belaufen. Es ist schon dunkelgrau, das Quadrat hier.
0:13:15–0:13:20
Ich habe mal geguckt, was dann so vom Bruttoinlandsprodukt, wenn du verschiedene
0:13:20–0:13:25
westliche Länder miteinander vergleichst, was dann der Filmbereich ausmacht.
0:13:25–0:13:31
Und das ist so, dass natürlich Amerika ganz oben liegt mit 1,3 oder so Prozent
0:13:31–0:13:34
vom Bruttoinlandsprodukt, was die Filmwirtschaft dazu beiträgt.
0:13:34–0:13:39
Filmwirtschaft im breiteren Sinne, also alles, was dann quasi die Produktion
0:13:39–0:13:42
und so weiter, das ganze Catering und Business drumherum.
0:13:42–0:13:47
Und dann auch die Verwertung durch Tourismus oder sowas, dass du halt irgendwie
0:13:47–0:13:51
so Studios hast, wo dann die Zuschauerinnen das besichtigen können.
0:13:51–0:13:56
Also das nimmt man da alles mit rein. Ja, Amerika ganz oben und für Europa ist
0:13:56–0:14:01
tatsächlich England mit 0,8 Prozent oder 0,9.
Micz Flor
0:14:01–0:14:03
Ja, und Amerika ist wie viel?
Florian Clauß
0:14:03–0:14:06
1,3, 1,4, aber ist ja nicht weiter verwunderlich.
0:14:06–0:14:10
Deutschland liegt hinten im Vergleich, Frankreich kommt mit,
0:14:10–0:14:13
ich glaube, 0,8 Prozent und Deutschland bei 0,6.
Micz Flor
0:14:14–0:14:17
Also das ist aber England und Frankreich auf gleicher Ebene.
Florian Clauß
0:14:17–0:14:21
Ja, wobei natürlich, wenn du dann wieder pro Kopf umrechnest und so weiter.
0:14:22–0:14:27
Also England hat ein bisschen weniger Einwohner, Einwohnerinnen als Frankreich.
0:14:27–0:14:31
Also insofern ist das doch ein hoher, aber es ist ja schon gelevelt mehr oder
0:14:31–0:14:33
weniger durch das Bruttoinlandsprodukt.
0:14:33–0:14:36
Ich wollte nur mal so einen Umriss geben und es war ja auch schon immer so,
0:14:36–0:14:40
dass England so einen unglaublichen popkulturellen Ausfluss.
0:14:40–0:14:42
Die wissen einfach, wie man Shows macht.
0:14:42–0:14:46
Die können einfach gut produzieren und die können auch Fernsehserien machen und so weiter.
Micz Flor
0:14:46–0:14:50
Es ist eben auch, finde ich, die englische Sprache, so komisch,
0:14:50–0:14:55
dass das klingt, Aber durch die englische Sprache steigst du immer von oben ein.
0:14:56–0:14:59
Du steigst immer von oben ein, du wirst dann in Frankreich irgendwie Alan Parsons
0:14:59–0:15:05
Project heißen, da zwar On Unpare son Projet, aber abgesehen davon singt dann
0:15:05–0:15:06
doch jeder irgendwie mit.
0:15:07–0:15:12
Und meine Tochter ist jetzt elf und schreibt sich auch schon die Texte raus,
0:15:12–0:15:15
wenn sie englische Lieder hört und was wir ja alle irgendwie auch gemacht haben.
0:15:15–0:15:19
Ich glaube, das ist auch so eben, während du in Deutschland so ein Glas-Sealing
0:15:19–0:15:22
hast, das weiß ich nicht, in den 90er Jahren gab es halt so Sachen wie Blumenfeld,
0:15:22–0:15:25
wo ich halt ein großer Fan war, Gitarrenmusik sowieso. Und dann habe ich wirklich
0:15:25–0:15:30
dann gemerkt, gerade Blumenfeld, da kommst du halt nicht durch diese Glasdecke durch.
0:15:30–0:15:35
Gerade wenn du dann irgendwie auch intellektuell entweder bewusst oder zufällig
0:15:35–0:15:38
Sachen verwebst, da will keiner mehr zuhören.
0:15:38–0:15:42
Und das ist halt England, glaube ich, schon ein Riesending und die Sälen können
0:15:42–0:15:44
einfach immer überall laufen.
Florian Clauß
0:15:44–0:15:49
Auf jeden Fall. Also diese Sprachbarriere, die Frankreich und Deutschland hatten,
0:15:49–0:15:53
allein dadurch eben sich bestimmte Märkte nicht zu erschließen.
Micz Flor
0:15:53–0:16:01
Und England hat den absoluten Top-Hit erfunden, das wirklich in jedem Land laufen
0:16:01–0:16:06
kann, obwohl die schon englische Sprache haben überhaupt.
0:16:06–0:16:11
Aber das absolute globale Produkt, was überall laufen kann, fällt mir gerade
0:16:11–0:16:12
ein, ist schon das Schaf.
0:16:13–0:16:15
Da kommt keine Sprache.
Florian Clauß
0:16:15–0:16:17
Aber Sesamstraße. Achso, da kommt ja eine Stimme.
Micz Flor
0:16:18–0:16:24
Da kommt keine Sprache. und dann halt so super englisches Stage irgendwie, ne, alles und,
0:16:27–0:16:28
der Bauer.
Florian Clauß
0:16:28–0:16:33
Der dann tecken wird. Das macht man mit ins Charakter, weil ich schaue in der
0:16:33–0:16:35
Schaf. Ja, richtig, also.
Micz Flor
0:16:35–0:16:36
Auch eine Serie.
Florian Clauß
0:16:37–0:16:43
So, also wir haben eben da England auf Platz 1 in den europäischen Ländern,
0:16:43–0:16:49
was jetzt eben so diese Ausgabenbereich von Film- und Fernsehproduktionen anbelangt,
0:16:49–0:16:51
was natürlich da auch mit reinragt.
0:16:52–0:16:56
Wie du sagst, diese Sprache hindert jetzt erstmal auch nicht,
0:16:56–0:16:59
dass du halt entsprechend Schauspielerinnen und Schauspielern,
0:16:59–0:17:02
die dann auch in amerikanischen Produktionen, das ist ja auch sehr verbreitet,
0:17:03–0:17:07
also schau dir diese Game of Thrones Serienproduktion an, wo dann eigentlich
0:17:07–0:17:11
auch, das ist ja eine amerikanische Serienproduktion, aber eigentlich komplett
0:17:11–0:17:14
mit englischen Schauspielern und Schauspielerinnen besetzt.
0:17:14–0:17:20
Also das heißt, Es gibt da so einen Riesenteppich an Produktionsbedingungen,
0:17:20–0:17:24
die dann auch England in diesem Feld so prädestiniert.
0:17:24–0:17:28
Und das war halt auch so, die Vorläufer, um halt dieses ganze ...
0:17:29–0:17:32
Diese ganze Industrie aufzubauen, ist halt natürlich Game of Thrones.
0:17:32–0:17:40
Ich rede jetzt von den 2000er Jahren, 2010er Jahren, Game of Thrones und natürlich welche...
Micz Flor
0:17:40–0:17:43
Sopranos. Achso, du meinst jetzt Englische.
Florian Clauß
0:17:43–0:17:47
Englische, ja. Was dann halt so zu dieser Infrastruktur in London dann geführt
0:17:47–0:17:50
hat, dass es halt so verbreitet ist.
Micz Flor
0:17:50–0:17:52
Also eine London-basierte Serie.
Florian Clauß
0:17:52–0:17:57
Nicht nur London-basierte, sondern allgemein irgendwelche britischen Seen.
Micz Flor
0:17:57–0:18:01
Wie heißt das? Stingens Blinding Sneakers? Das ist diese Birmingham-Serie auf Netflix.
Florian Clauß
0:18:01–0:18:03
Ja, diese Speaky...
Micz Flor
0:18:03–0:18:04
Queaky Squeaking Blinders.
Florian Clauß
0:18:05–0:18:09
Die auch Kilian Murphy in der Hauptrolle.
Micz Flor
0:18:09–0:18:10
Silian oder Kilian?
Florian Clauß
0:18:11–0:18:14
Kilian. Ich habe jetzt nochmal einen Podcast gehört, die haben explizit gedacht,
0:18:14–0:18:16
alle sagen Silian, aber er ist Kilian.
0:18:17–0:18:23
Kilian von der Kita. Aber es ist Kilian Murphy, Großge... Natürlich, das ist er.
0:18:24–0:18:28
Aber eine Kinoproduktion, die auch durch alles durchgegangen ist.
Micz Flor
0:18:28–0:18:29
Mission Impossible.
Florian Clauß
0:18:29–0:18:32
Das ist eine amerikanische Produktion.
Micz Flor
0:18:32–0:18:33
Aber in London.
Florian Clauß
0:18:33–0:18:34
Auch in London.
Micz Flor
0:18:34–0:18:37
James Bond sicher nicht, das habe ich ja vorhin schon erwähnt.
Florian Clauß
0:18:37–0:18:41
Genau, James Bond hat auch damit zum Teil beigetragen, weil das natürlich urbritisch ist.
Micz Flor
0:18:41–0:18:44
Ach so, hier Jason Bourne, oder? Bourne Identity.
Florian Clauß
0:18:44–0:18:48
Bourne kam auch noch dazu, aber ich meine, ich meine jetzt die Serie,
0:18:49–0:18:53
wo es sieben, acht Teile gibt von Kinoteilen. Harry Potter.
Micz Flor
0:18:53–0:18:54
Ah, Harry Potter.
Florian Clauß
0:18:54–0:18:58
Harry Potter, die haben ein ganzes, Meine Schwester war neulich mit ihrer Familie
0:18:58–0:19:00
auch in London, hat London besucht.
0:19:00–0:19:06
Und die waren in diesen Studios, wo die sämtlichen Harry-Potter-Gegenstände
0:19:06–0:19:09
ausgestellt sind. Und sie war ganz begeistert.
0:19:10–0:19:13
Also das heißt, Harry Potter hat so diese Infrastruktur getankt.
Micz Flor
0:19:13–0:19:15
Genau, und in Frankreich Harry Potter.
Florian Clauß
0:19:17–0:19:20
Und in Deutschland Harald Töpfer.
Micz Flor
0:19:20–0:19:21
Harald Töpfer.
Florian Clauß
0:19:21–0:19:24
Ja gut, den Witz haben wir jetzt nicht liegen gelassen. konnten wir nicht.
Micz Flor
0:19:24–0:19:28
Und es gab sogar eine Referenz in Friends mal.
Florian Clauß
0:19:28–0:19:29
Über?
Micz Flor
0:19:29–0:19:31
Über Harry Potter. Echt?
Florian Clauß
0:19:31–0:19:33
Ich dachte, Friends wäre in den 90ern.
Micz Flor
0:19:33–0:19:36
Die waren nämlich ja auch in England. Die haben ja damals irgendwie auch so
0:19:36–0:19:42
ein Bier als Product Placement, haben die so ein Bier total in England hochgepusht.
0:19:42–0:19:43
Ich habe jetzt vergessen, welches.
0:19:44–0:19:50
Aber da war es dann auch so, dass Joey auf seiner Rechnung ganz viele Pornofilme gesehen hat.
0:19:50–0:19:53
Und der eine hieß Dr. Doomy a Little.
0:19:54–0:19:56
Und der andere hieß Harry Potter.
Florian Clauß
0:19:57–0:19:57
Ja, oh nein.
Micz Flor
0:20:00–0:20:01
Mit Snoop Doggy Dog.
Florian Clauß
0:20:01–0:20:03
Das war doch eine Produktions-
Micz Flor
0:20:03–0:20:05
Manche Sachen kann ich leider nicht vergessen.
Florian Clauß
0:20:07–0:20:12
Das ist so der Bereich, wo sich diese britischen Studios dann auch so profiliert
0:20:12–0:20:15
haben. Und jetzt diese ganzen Serien, die auch entstanden sind.
0:20:15–0:20:20
Gerade die großen Streaming-Dienste haben alle Deport-Dancen in London aufgebaut.
0:20:21–0:20:28
Also Apple TV und Netflix und MGM Prime, also Amazon.
0:20:28–0:20:32
Die haben jetzt auch da große Studios natürlich angemietet.
0:20:33–0:20:37
Es wird auch im Studio-Gelände, also es werden überall so Sachen ausgebaut.
0:20:37–0:20:40
Also die Infrastruktur wird immer weiter aufgebaut.
0:20:40–0:20:46
Und was auch nochmal ist, ist, dass sich durch diese hochgradigen Produktionen.
0:20:46–0:20:53
Da auch total starke Visual Effects, also das VFX,
0:20:54–0:20:58
diesen Bereich, also für die Pre-Production, für die Post-Production vor allen
0:20:58–0:21:04
Dingen, CGI-Rending und so weiter, dass sich da auch ganz viele kleine Studios
0:21:04–0:21:07
entwickelt haben, bis hin zu großen Firmen, die das dann halt auch anbieten können.
0:21:07–0:21:12
Da ist auch London wirklich ein Pflaster, was diesen Bereich total gut abdecken kann.
0:21:13–0:21:17
Also nochmal da im Gegensatz, die Special Effects sind ja alles Sachen,
0:21:17–0:21:19
die dann beim Dreh aufgebaut werden.
0:21:19–0:21:23
Alles, was dann so Green Box, Blue Box, bla bla, alles drumherum,
0:21:23–0:21:28
alle diese ganzen Visual Effects, die werden ja dann später auch in der Postproduktion gemacht.
0:21:29–0:21:33
Beziehungsweise auch beim Dreh, es gibt ja Mandalorian, der auch dann halt diese
0:21:33–0:21:37
Green Box beim Live-Dray dann halt auch gleich mit verwertet hat.
0:21:37–0:21:40
Hatten wir ja so ein bisschen gesprochen, also es wird so eine kleine Metafolge.
0:21:41–0:21:45
Also hatten wir ja auch vor einem Jahr war die, glaube ich, rausgekommen.
Micz Flor
0:21:45–0:21:47
You have my full attention.
Florian Clauß
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KI in der Filmwirtschaft.
Micz Flor
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Das ist ja genau, das ist jetzt die Anbindung.
Florian Clauß
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So ein bisschen, ja, so ein bisschen. Also ich will so ein bisschen so ein Drehkreuz
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da machen. Also da habe ich ja jetzt schon gesprochen.
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Aber es ist halt so eine Faszination, die mir dann halt auch dieses Phänomen
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überhaupt erklären konnten.
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Okay, England hat da was aufgebaut, was jetzt hier jemand, Berlin hat jetzt
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nicht, oder wenn du Berlin als die Hauptstadt dann vergleichst,
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gibt es auch einige Serien, Dogs of Berlin,
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Cleo, wie heißt diese von Dominic Graf, die Serie, im Angesicht des Verbrechens?
Micz Flor
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Ja, aber das ist ja auch schon 20 Jahre her.
Florian Clauß
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Ich sag nur, es gibt dann halt so ein paar...
Micz Flor
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Es gibt auf Netflix eine ganze Reihe von deutschen Serien, deren Namen mir jetzt
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aber nicht einfallen und,
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Und es ist interessant, weil wenn ich deutsche Serien auf Netflix, ich gucke ja wenig.
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Wir können ja allgemein auch nochmal drüber reden, was sind Serien,
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was sind Filme und was bedeuten die uns.
Florian Clauß
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Wir müssen jetzt hier nochmal über die Brüse.
Micz Flor
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Und es ist aber immer so, wenn da deutsche Serien sind, dann gehe ich da so rein.
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Zum Beispiel ist es allen jetzt ja auch verfilmt worden, achtsam morden.
Florian Clauß
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Ja, ja.
Micz Flor
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Also es macht auch Spaß.
Florian Clauß
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Ja, mit Tom Schilling.
Micz Flor
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Ja, und es fühlt sich aber immer auch so irgendwie deutsch an.
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Und ich habe dann immer so die Frage, ob wenn Dänen deutsche Serien gucken,
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ob für die das so wirkt, wie wenn ich dänische Serien gucke,
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die dann immer irgendwie so ein bisschen cooler scheinen als die Deutschen.
Florian Clauß
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Ich glaube, also ich finde, das Gefühl hat sich da doch irgendwie,
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ist besser geworden, sag ich
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mal, dass man da auch schon diesen Coolness-Faktor und dieses irgendwie,
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das war dann in den, weiß ich nicht, vor 20 Jahren war es mal anders,
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aber diese hochgradigen Produktionen durch die Streaming-Dienste und so weiter,
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ich glaube, da ist schon jetzt viel Braindrain hingeflossen,
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dass das halt auch jetzt so von Deutschen so gemacht werden kann,
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würde ich mal behaupten.
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Aber ich will nur sagen, da sind schon andere Ligen, sag ich mal,
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von Serienproduktionen.
Micz Flor
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Ja, ich meine, London allgemein so als Ort, weil du das jetzt so hochgehoben
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hast, London, also nicht England, allgemein so in der Ort, da habe ich ja auch
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eine Zeit lang gewohnt und ich weiß lange nicht mehr da.
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Ich kriege es aber immer noch so mit von Erzählungen und teilweise eben auch
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von Fotomaterial oder See.
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Und ich habe so dieses Gefühl, dass London so ein bisschen diese ewige Stadt
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wird, die Rom irgendwann mal ablöst, Weil das Verrückte ist,
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glaube ich, entweder England hat viel Geld, dann investieren die in die City of London und bauen auf.
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Oder nach dem Brexit wird das Pfund irgendwie total schwach erst mal.
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Und die Leute, die sowieso schon Steaks in der Stadt haben, kaufen sich noch
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mehr da rein und die Stadt wird aufgebaut.
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Also egal, ob das Pfund hoch ist oder niedrig, irgendwie funktioniert das da
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und es geht einfach immer höher.
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Also entweder ist es das Geld von außen, was baut, was drin.
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Und wenn du jetzt diese Serien auch guckst, zum Beispiel Black Doves.
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Das sind dann halt eben so Teile in London, die man irgendwie auch so kennt.
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Und ich glaube nicht, dass es an der Post-Production so gepinselt wurde,
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sondern das ist alles so super clean geworden.
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Es ist Wahnsinn, wo du das Gefühl hast, das ist jeder Stein,
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der da irgendwie so in diesen Bürgersteig reingehämmert wurde,
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kostet halt irgendwie 20 Pfund.
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Und wurde mit der Wasserwaage von irgendwelchen MaurerInnen,
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die zwei PhDs haben müssen, bevor sie arbeiten dürfen, reingemacht.
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Also das ist wirklich einfach unfassbar, wie poliert das ist und wie teuer das sein muss.
Florian Clauß
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Ich wollte ja auch so ein bisschen drauf hinaus, aber auch auf deine Erfahrung.
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Du hast ja da wirklich mehrere Jahre oder mindestens ein Jahr da gewohnt.
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Du warst auch, ich habe dich damals besucht, das war ja in Shoreditch hast du
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in dem Bezirk auch gewohnt.
Micz Flor
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In den 90er Jahren war das, das war 94, 95 96, so um die Zeit echt.
Florian Clauß
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94, 95?
Micz Flor
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Da war ich in Manchester aber, nee, Ende, 97 97.
Florian Clauß
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Genau, also wir haben uns ja so 95 kennengelernt und dann gemeinsam 95 bin.
Micz Flor
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Ich nach Berlin gekommen, haben uns kennengelernt dann bin ich abgehauen aber
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du wolltest nicht anders, als mir hinterher zu schnüffeln.
Florian Clauß
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Ich muss sagen, London ist die Stadt, die ich am meisten besucht habe in meinem
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Leben. Gerade wird es abgelöst ein bisschen durch Paris.
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Aber man gönnt sich ja sonst nicht.
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Du Armer. London habe ich schon damals in den 80ern, wo wir den Ferienaustausch gemacht haben.
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Ich war ja immer in Bournemouth oder Hastings oder Isle of Wight und habe da
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meine Sommerschule gemacht.
Micz Flor
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Das wusste ich gar nicht.
Florian Clauß
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Ja doch, ich war immer da und mit 13 das erste Mal habe ich auch mit dem Rauchen
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angefangen, weil ich so geil fand, das ist ein Doppeldecker-Bus,
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dass man oben rauchen konnte.
Micz Flor
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Du hast auch Gedichte geschrieben.
Florian Clauß
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Ich bin immer rauchen, ein Doppeldecker-Bus mit den anderen und wir sind dann
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halt immer nach London gefahren, das war dann immer so ein Tag,
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wo man dann halt irgendwie mit dem Zug, es war alles gut angebunden und wir
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haben da Carnaby Street besucht.
Micz Flor
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Aber in London musste man gefühlterweise schon immer damals 20 Pfund,
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jetzt wahrscheinlich 50 Pfund in der Tasche haben, bevor man das Haus verlässt.
Florian Clauß
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Genau, sobald du über die Straße gequert hast, hast du alles verloren.
Micz Flor
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Das muss ja damals auch schon ein Thema gewesen sein, als Jugendlicher.
Florian Clauß
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Das war alles Schweine und vor allen Dingen war das Pfund jetzt ganz anders.
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Das ist nämlich noch der andere Effekt von Brexit und warum man halt so viel
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Invest hat in der Business, in der Filmbranche, ist einfach,
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dass der Pfund halt gerade für alle anderen so gut steht und für die Briten nicht so gut.
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Also das ist halt so. Aber, was du schon gedacht hast, das letzte Mal war ich
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jetzt vor Covid in London.
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Und was mich da wirklich erschlagen hat, ist, dass London komplett die Skyline
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sich absolut verändert hat. Das ist Wahnsinn.
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Und es sind ja, also einer meiner Lieblingsplätze, das habe ich auch mit Ali
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darüber kurz besprochen, nämlich ist es die Tate Modern. Und die Tate Modern hat einen Anbau.
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Auch jetzt dann, ich glaube in den 2010er Jahren ist der fertig geworden.
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Das ist so ein kleiner Tower mit Aussichtsplattform.
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Und ich war auch in den 2000ern ziemlich häufig in London, da hat Tupes gewohnt.
Micz Flor
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Ja.
Florian Clauß
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Die habe ich auch oft besucht, dann mit Kindern zusammen und die haben auch
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in Shoreditch gewohnt und die waren dann quasi in Shoreditch,
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muss man auch sagen, das Viertel, was dann an der City of London grenzt und was so das,
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wo dann die Gentrifizierung glaube ich am sichtbarsten durchgelaufen ist.
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Bei dir war das noch so ein pakistanisches Viertel?
Micz Flor
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Ja, ich kann das noch gar nicht wirklich sagen, weil damals war es schon irgendwie,
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es war einerseits, wenn man es Berlin vergleicht, vielleicht mit Neukölln in
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den 80ern, keine Ahnung, das wurde mir von ein paar Leuten mal erzählt,
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die dann da in der Schule oder im Studium dann halt nach Neukölln gingen,
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aber immer in Dreiergruppen sein sollten, das sei so gefährlich und sowas.
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Aber Schordisch war damals schon so, dass halt Huxon Square und Brick Lane und
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so, das war zwar alles noch irgendwie so Milieu.
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Also man ging da hin und war irgendwie auch ein bisschen fremd in der eigenen
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Stadt, aber es war schon so entwickelt.
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Und auch damals war die YBA, so Young British Artist Szene, war auch da.
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Da waren schon Galerien, da haben Leute Reihenhäuser gekauft.
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Also die Gentrification war da enorm.
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Und die, die dann da irgendwie gekauft hatten, irgendwelche neureiche Künstler.
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Die haben das irgendwie alles auch schön gemacht.
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Also es war trotzdem immer so, dass es dann auch noch so diese Sache gab von
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wegen, boah, schon ein bisschen unheimlich hier, dich zu besuchen.
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Also es kam auch noch irgendwie so ein bisschen dazu.
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Also das, was wir in der Folge über Drood hatten, dieses East London,
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das war halt eben dieses Charles Dickens Dickensian East London war halt eben
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das der Säufer der Huren, der Opiumhöhlen so und wo Leute einfach quasi in den
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Fluss geschmissen werden und keiner schreit mir danach.
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Die Stimmen Gewirre der ganzen Welt über Seemänner meistens und Huren irgendwie. Also so dieses Bild.
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Das ist glaube ich sowas, was East was ich in London lange hatte.
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Und ich weiß jetzt auch nicht mehr, wie es ist. Als ich da gewohnt habe,
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war das in der Nähe von diesem Roundabout.
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Ich glaube Anfang 20. Jahrhundert gebaute Brickhäuser, die ziemlich hoch waren.
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Und es war ganz interessant, weil.
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Da gab es dann irgendwie so mal eine Ausstellung dazu, wie halt vor 100 Jahren
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das alles verslampt war.
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Und in diesen Zwei-Zimmer-Wohnungen wohnten dann halt fünf Leute drin oder so.
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Und wir wohnten zu dritt, Pärchen, ich mit meiner Freundin und noch eine andere
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Freundin, wohnten auch irgendwie so auf so engem Raum.
Florian Clauß
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Stimmt, ich kann mich noch daran erinnern, das waren auch so diese roten Backsteine.
Micz Flor
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Ja, ja, aber die waren halt ziemlich hoch, so klein. Wie es die auch in Berlin
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manchmal so gibt, wo man immer sagt, so Arbeiterviertel oder so.
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Ich weiß nicht, ob es das da war, aber ich habe damals schon irgendwie gedacht, ach interessant.
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Und in Berlin ist es jetzt ja auch so ein bisschen so, der Wohnraum in Berlin
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ist so knapp, dass da halt diese Zille-Bilder von jeder hat ein Zimmer gemietet.
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Das ist jetzt ja gar nicht so weit weg wie die Realität. Und trotzdem kommt
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es dann wie so Vergangenheit vor.
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Also ich hatte das Gefühl, dass Wohnraum in London schon immer ein Problem war.
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Anders als zum Beispiel Manchester, wo ich ja studiert hatte zwei Jahre und
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wo es halt rückblickend Wahnsinn war, dass es direkt in der Innenstadt dann
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teilweise so Straßenbereiche gab, die halt wirklich einfach komplett leer waren.
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Die wurden nicht entleert, weil da gebaut wurde oder sowas, die waren einfach
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leer, da wollte keiner wohnen. Und da verfielen die Häuser so.
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Und in dem Books of Blood von, wie heißt der nochmal der, der auch Hellraiser
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geschrieben hat. Okay, der Auto von Hellraiser.
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Man möge uns verzeihen. Der hat auch eine Geschichte, die da dann irgendwie
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so spielt. Der war ja aus Liverpool ursprünglich.
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Und da ist halt so ein Mann, der hat so eine Frau einsperrt,
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um ihr Ich zu zerbrechen so ein bisschen.
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Und die ist halt einfach in einem so einem Reihenhaus eingesperrt und keiner
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hört sie, weil da niemand mehr wohnt. Das ist mitten in der Stadt.
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Und das gab es in London, glaube ich, in der Form nie.
Florian Clauß
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Also man muss ja auch sagen, dass in den 80ern ist ja auch London und auch überhaupt
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die ganze Countryside von England ziemlich verarmt.
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Das war ja diese Thatcher-Area, die dann halt auch angefangen hat,
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wo dann diese schonungslose Privatisierung von allem, was dann auch zu einer
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Deregulation der ganzen Finanzmärkte geführt hat.
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Das ist ja auch das, was dann letztendlich City of London als das Finanzarea
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dann groß gemacht hat, beziehungsweise Canary Wharf, Isle of Dog hinten.
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Das war ja diese Reform, die, ich glaube, am 25.10.1986 dann durchgeführt wurde.
Micz Flor
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Das ist aber jetzt mal dein Datenschiff. Ich glaube, da bist du aber vom Wissen,
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bist du ein bisschen abgedrückt, wolltest dich sichern. Aber okay,
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dieser Datenpfeil heimert sich gerade ins Bullseil.
Florian Clauß
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Das ist voll ins Bullseil. Nein, aber da hat sich dann eben durch diese Deregulation,
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hat sich ja da der komplette Finanzmarkt umgekrempelt.
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Es ging ja so weit, dass dann tatsächlich die ganzen Amerikaner auch große...
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Und Brokers und so weiter in London aufgebaut haben aufgrund dessen,
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ja, und dass dann hier diese ganze Juppie-Kultur so reingekommen ist,
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na, das war ja dann in den 80ern.
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Und was auch total spannend ist, was mir dann auch erst mal so klar geworden ist,
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warum diese Wolkenkratzer jetzt überall da sind auf einmal und vor allen Dingen
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in diesen Finanzvierteln,
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ja, Weil die natürlich dahin gehören auf der einen Seite, aber auf der anderen
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Seite haben wir mit dem District City of London.
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Ja, das ist ja so ein ganz geschichtsträchtiger Bereich von London.
Micz Flor
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The City of London. What? The City of London. City of London.
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Das ist im Prinzip eine Square Mile.
Florian Clauß
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Also da sind wir wieder bei Squadrats, eine Square Mile, die dann vom Uwe der Temsel um St.
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Pauls rumgeht, wo dann auch Shortage anschließt und im Norden ist dann auch
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Barbican dran und so weiter.
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Das ist so im Prinzip dieses ganze Bankierviertel. Und es geht,
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dieser Bereich ist immer noch ein unabhängiger Verwaltungsbereich und nicht
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direkt eine eigene Grafschaft und eine eigene Polizei hat.
Micz Flor
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Das heißt, das ist das Berlin und der Rest von London ist wie Brandenburg.
Florian Clauß
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Nee, ich würde eher sagen, das ist das Kowloon. Das ist so das Kowloon City.
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Das ist wirklich so ein Wohlwolle.
Micz Flor
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Jetzt ziehst du aber, die, die es nicht kennen, jetzt ziehst du aber so eine kriminellen Karte.
Florian Clauß
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Ja, ist auch so.
Micz Flor
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Du machst jetzt quasi Kiki Blind, das heißt jetzt. Jetzt machst du so eine neue Serie auf.
Florian Clauß
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Wirklich. Also ich komme gleich nochmal zu diesen Serienstoffen,
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die dann halt auch diese Thematik verwursten.
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Aber Kowloon City, nur um das nochmal zu erklären, Das war ein Fort in der Nähe von Hongkong.
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Also auf jeden Fall in China, was dann die Briten installiert hatten,
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schon irgendwie bei dem Opiumkriegen, glaube ich, dann rausgefallen.
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Ja, was dann auch so Sonderrechte hatte und ganz lange diese Sonderrechte behalten hat.
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Und letztendlich war das so ein eigenes, es war wirklich ein Ford,
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was nicht größer als ein Kilometer oder noch weniger war.
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Was im Prinzip dazu geführt hat, dass das komplett selbstverwaltet war.
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Und dieser ganze Bereich wurde so zugebaut, dass quasi da kein Blatt mehr dazwischen gegangen ist.
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Und die haben dann überall in die Höhe gebaut, nur um diese wirtschaftliche
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Sonderzone komplett auszunutzen.
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Und da gab es keine, also das wurde alles komplett selbst reguliert.
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Es waren dann halt also Banden geführt und so weiter.
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Also die haben eigene Infrastruktur, eigene Health Service, eigene Polizei und so weiter aufgebaut.
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Und das war so die Vorlage. Ich glaube, es wurde so 2004 oder 2005 abgerissen.
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Das war so die Vorlage für ganz viele Filme.
Micz Flor
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Unter anderem Dread, oder?
Florian Clauß
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Dread, genau. Dread geht auch. Ja, da musste ich auch dran denken.
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Dread, aber auch vor allen Dingen, die sind dann Leute mit Laser-Vermessungsinstrumenten
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sind durch, haben das ausgemessen und dann wurde das ja zu so einem Spiele auch verwurstet.
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Also das heißt, ich dachte, du hättest mir das erzählt. Aber es gibt tatsächlich
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so 1-zu-1-Architektur aus dem Kowloon-City, die dann halt in irgendwelchen Spielen
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drin vorkommen und dann das ganze Szenario dann aufbauen.
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Also das ist so ein bisschen, macht City of London nichts anderes,
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mit diesen ganzen Skyscrapern einfach in die Höhe zu gehen, um Platz möglichst
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da auszunutzen, weil da ist nicht viel Platz. Und der Platz City of London hat
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eben diese Sonderrechte.
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Es wird ja auch davon gesprochen, dass eben London eine große Gäste,
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Anlage ist. Ganz viel, aber ich begebe mich jetzt so ein bisschen auf Halbwissen, aber ich...
Micz Flor
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Und Glatteis. ...lässt.
Florian Clauß
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Mich gut erzählen. Das ist eine gute Geschichte.
Micz Flor
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Wir machen ja, wir machen gerade einen neuen Sälenpitch.
Florian Clauß
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Dass ganz viel dieser Bauten auch von eben vom Ausland finanziert wurden.
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Also ich glaube, der Schad, die Scherbe, das ist so dieses Das Pyramidenförmige,
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was sich auf der anderen Seite von der Thamse befindet.
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Also die City of London ist nördlich, Schad ist südlich.
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Das ist komplett von irgendwelchen arabischen Finanziers aufgebaut worden.
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Es gibt ganz viel sogenannte Oligarchitektur.
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Also quasi von Oligarchen.
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Oligarchitektur. Oligarchitektur. Also das heißt, ganz viel aus Russland ist
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an Geldern da reingeflossen.
Micz Flor
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Ja, auch in die Fußballclubs zum Beispiel. Da waren ja auch,
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glaube ich, eine Reihe von russischen Investoren. Zumindest war das nicht bei Arsenal?
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Ich weiß nicht mehr. Das ist jetzt bei mir ein dünnes Angst.
Florian Clauß
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Ja, nee, aber passt, passt.
Micz Flor
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Würde passen, genau.
Florian Clauß
0:37:57–0:37:58
Passt ins Narrativ.
Micz Flor
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Zweite Folge in der dritten Staffel.
Florian Clauß
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Ganz viele Immobilien wurden da auch eben aufgebaut, aufgekauft und so weiter.
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Und wirklich dieser Startschuss, dass City of London eben so viele Wolkenkratzer
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hat, weil das ist ja nicht groß, war ja auch diese, wie ich schon erwähnt habe
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von Michael Thatcher, diese Deregulation.
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Und dann ist natürlich die Frage, woher kommen die Grundstücke?
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Weil du bist in London und das wollte ich noch sagen, warum hat City of London diese eigenen Gesetze?
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Das geht auf William the Conqueror zurück, der nach der Schlacht von Hastings
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diesen Bereich, war 1066...
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Da war dieser Bereich von London eigentlich die ganze Stadt.
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Und die haben mich halt, alle anderen sind drumherum gefeilen,
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die ganzen Grafschaften haben aufgegeben.
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Aber die haben halt so tapfer weitergekämpft, dass dann halt der William the
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Conqueror den Bewohnern von City of London diese Sonderrechte eingestanden hat.
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Und die gehen halt so weit zurück und jeder, so dieses Gentleman Agreement ist
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halt immer, ja wir schweigen da.
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Es geht halt um so tausend Jahre Tradition. Das ist halt irgendwie nichts,
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nichts hat mehr Bestand.
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Kannst du halt in Amerika auch nicht sagen so.
Micz Flor
0:39:11–0:39:11
Wusste ich auch nicht.
Florian Clauß
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Verrückt, dass das halt wirklich so immer noch in dieser Bestandslinie liegt,
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obwohl das, glaube ich, ein bisschen mystisch ist als dann tatsächlich real.
Micz Flor
0:39:19–0:39:22
Naja, ich weiß nicht, man ist ja auch in der Gesetzgebung so,
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dass es halt eine andere Gesetzgebung ist, als wenn du zum Beispiel Scheidung in der EU machst.
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Dann gibt es halt irgendwie Recht in eine Richtung.
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In Amerika und England ist es eben anders.
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Und ich weiß nicht mehr genau, was da der Unterschied ist. Also alles,
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was man vorher irgendwie schriftlich festgehalten hat und sowas,
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das spielt alles keine Rolle.
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Das liegt im Endeffekt nur daran, was der Richter so mittags gegessen hat,
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dass er danach nach dem Mittag eine gute oder schlechte Laune hatte.
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Ja, egal. Aber insofern, ich glaube schon, dass diese Gesetzgebung auch eben
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eine sehr andere ist. Und da kenne ich mich nicht wirklich aus.
Florian Clauß
0:39:52–0:39:59
Zumal führt es eben dazu, dass dieser District dann besondere Möglichkeiten hat, sage ich mal.
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Und mit dieser, also ein smuggles Hatcher dann quasi das Go gegeben hat für
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diese Deregulierung. dann sind halt auch über Dekaden haben sich dann Leute,
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dann Investoren immer so Grundstücke, so puzzelmäßig zusammengekauft.
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Und du brauchst ja für den Skyscraper jetzt kein großes Grundstück,
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aber dann gab es halt irgendwie so Arrangements, okay, wir lassen die Fassade
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stehen und machen dahinter die Form.
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Oder wir machen dann, keine Ahnung, eine öffentliche Aussichtsplattform,
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dass jeder hochgehen kann.
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Also ein bisschen so wieder so Pseudo der Gemeinschaft was zurückgeben,
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um dann halt das Bauprojekt dann halt so zu verwirklichen, um dann halt so eine
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soziale Komponente einzulösen, was natürlich überhaupt nicht da zusammenpasst in dem Moment.
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Und die erste, ich glaube, das hast du auch noch mitbekommen,
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den Fosterbau, die Gurkens, die Gurke.
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Aber eigentlich sollte es der Schwanz heißen. Aber wir haben dann alle gesagt,
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nee, nee, das ist die Gurke.
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Und dieses Ding, was dann halt auch so Bischops Alley ist das,
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glaube ich, dieser Turm, den hast du auch noch mitbekommen, oder den Bau?
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Das war doch der Anfang, dass sich die Skyline geändert hat.
Micz Flor
0:41:08–0:41:10
Aber das erinnert mich schon auch so ein bisschen an Berlin.
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Ich meine, wir gehen jetzt gerade hier durch die Grenze, das ist das grenznahe
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West-Berlin, wo auch alles voller Sozialbauten ziemlich hoch gebaut ist,
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verglichen mit anderen Bauregulierungen, die es in der Stadt gibt, auch jetzt wieder gibt,
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wo viel gebaut wird, so wie in Wedding ja auch. Hier hat sich wenig verändert.
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Dem Fall der Mauer, aber dann solche Gebiete, wenn du zum Beispiel im Ostkreuz
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stehst und schaust über den Ostbahnhof Richtung Alex, dass es da hochgeschossen ist, das ist Wahnsinn.
Florian Clauß
0:41:37–0:41:37
Das stimmt.
Micz Flor
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Ich würde jetzt gar nicht sagen in 20 Jahren, sondern in 15 Jahren oder so.
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Und der andere Punkt ist halt eben, wenn du im KDW oben rausguckst und schaust
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dann Richtung dieser Kirchruine, wie heißt denn mal Friedenskirche oder so,
0:41:52–0:41:54
die hinter dem Europacenter ist?
Florian Clauß
0:41:54–0:41:54
Gedächtniskirche.
Micz Flor
0:41:55–0:42:00
Gedächtniskirche. und dann siehst du dahinter jetzt auch so neue Skyscraper, die da drin sind.
Florian Clauß
0:42:00–0:42:02
Aber es sind ja keine richtigen Skyscaper.
Micz Flor
0:42:03–0:42:07
Nee, das ist klar, aber dieses wie schnell sich die Skyline verändern kann,
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das spürt man, finde ich gerade hier schon enorm.
Florian Clauß
0:42:09–0:42:11
Das spürt man so ein bisschen, aber nichts ist gegen London.
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Also ich glaube, dieser Blick, den man dann hatte, also früher,
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wenn man auf der Tate Gallery war, da war wirklich so dieses Foster-Gebäude,
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das einzig Signifikante da, weit und bald neben St. Paul.
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Wenn du jetzt da stehst, hast du eine unglaubliche, eine unglaubliche Skyline.
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Das ist halt so wirklich, als ob du irgendwie so in Amerika bist.
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Und das finde ich auch, diese Schichten von Geschichte, also von historischen
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Gebäuden, die sich dann in London, das ist anders als in Paris.
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Weißt du, in Paris hast du dann eine Sichtachse und dann sind da alte Gebäude
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und dann war da irgendwie Hausmann, der hat dann die Chance über die See da
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reingehauen, hat ein paar so Grand Palais und so weiter gemacht und es gibt
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dann halt so neuere Gebäude.
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Und dann gibt es vorhinteren Pompidou. Das ist halt das Neueste.
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Da siehst du halt Inside Out. Okay, verstanden.
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Da passiert nicht viel. Aber in London hast du dann einen Pub,
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was dann im Vordergrund ist, was dann halt irgendwie so von 1603 gebaut worden ist.
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Im Hintergrund kommt dann halt irgendwie der Skyscraper raus.
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Du hast diese Schichten von Architektur, die sich da irgendwie so aufbaden.
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Das ist schon einzigartig in dieser Stadt.
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Und dass die halt so lebendig ist. Weil Paris hat ja auch so eine Bausubstanz.
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Aber die wird nicht verändert. In London schaffen die das irgendwie ständig zu verändern.
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Gab es dann, und das ist nochmal der andere Impuls, der mit reinkam, in London,
0:43:30–0:43:33
die IAA, die dann halt auch diese Riesenanschläge gemacht haben,
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wo die dann halt irgendwie eine Fünf-Tonnen-Bombe an den LKW dann irgendwo,
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das war auch in Bishops Alley, das ist nämlich das Grundstück,
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worauf die Gurke gebaut wurde, haben die quasi weggebombt.
Micz Flor
0:43:46–0:43:49
Freigemacht. Das war, als ich in Manchester studiert habe auch,
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da hat die IA hinter Trafford Center was in die Luft gejagt und das war wirklich das Ende.
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Ich kam wirklich an, ich habe so ein Manchester kennengelernt,
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was noch sehr Gothic war und wirklich so, also ich habe sowas noch nie gesehen.
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Da gab es also Corn Exchange und solche Bereiche, die waren...
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Corn Exchange, also der Mais...
Florian Clauß
0:44:08–0:44:09
Also, okay, Corn Exchange.
Micz Flor
0:44:10–0:44:15
Also solche Gebäude, wo du reingegangen bist und dann war das halt so alles
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noch so das Holz irgendwie von, keine Ahnung, 19.
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Jahrhundert oder so. Du konntest da rumgehen und dann gab es dann so kleine
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Läden, wo Star Wars Figuren verkauft wurden und du konntest dich überall hinsetzen
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und dann gab es halt Kartoffeln mit Coleslaw.
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Und ich bin da reingegangen, es war wirklich nicht wie bei Harry Potter,
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aber England verleiht ja vielem so ein Harry Potter Feeling.
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Es ist alles sehr nischig und so.
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Und da war es dann, Mensch, das ist ja auch so, dass die Bombe losgegangen ist.
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Danach wurden die Dinge alle irgendwie aufgekauft, entwickelt und weg, weg kamen.
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Aber ich glaube, es gibt auch eine Sache, da kenne ich mich aber auch nicht
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aus, müsste man vielleicht noch mal Shownoten.
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Zum Beispiel ist es so, dass in Glasgow, mehr noch als in Edinburgh,
0:44:52–0:44:55
aber in Glasgow gibt es eben so eher auch so deutsche Architektur.
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Also so Apartments, wie es in Paris ja auch gibt.
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Und in London sind diese Terrace-Housing, diese schmalen Häuser,
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die alle irgendwie auch gleich aussehen.
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Und du weißt dann immer, es ist Victorian oder Edwardian oder das wissen dann
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alle immer gleich, das sehen die an den Fenstern vorne.
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Und da gab es wohl auch so ein gesetzliches Thema dahinter, dass irgendwie es
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nicht sein konnte, dass eine Person mehr als ein Stück Land besitzt oder mehrere
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Personen das gleiche Stück Land besitzen.
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Das heißt, so war es irgendwie, müsst ihr nochmal nachgucken,
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aber in London hat jeder sein Haus und Apartments ging nicht.
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Also ein gemeinsamer Grund, auf dem viele EigentümerInnen sind.
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Und das führt halt dazu, ich hatte das einzige Mal so was für einen klaustrophobischen
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Anfall an einem sehr schlechten Tag in London, wo ich, glaube ich,
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in Fulham war und ich guckte halt so rum und ich habe halt irgendwie gesagt,
0:45:46–0:45:48
oh, ich muss jetzt echt mal weg von allem, hast du so ein Gefühl?
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Und dann guckst du halt in London irgendwo hin und du siehst keinen Horizont.
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Also es gibt keinen Horizont, weil diese geschwungenen Straßen, alles so kleinteilig.
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Und das ist ja dann noch okay, aber ich war so mies drauf, dass ich dann irgendwie
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auf einmal so Atemnot fast schon bekommen hätte, dass ich gemerkt habe,
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ich muss jetzt mindestens eine Dreiviertelstunde irgendwie fahren,
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um Horizont zu sehen. Ich bin einfach gefangen.
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Und das hast du, glaube ich, in London mehr als in vielen anderen Städten.
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Wie du sagst, diese Sichtachse und so.
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London ist oft so eine Stadt, finde ich, wo man um eine Ecke geht und wow, da siehst du was.
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Das überfällt dich so. Ganz selten, dass du halt St. Pauls oder sowas mal aus
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unterschiedlichen Winkeln siehst. Oft ist es wirklich so eine kurze Offenbarung.
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Und abgesehen von diesen Skyscrapern in der Innenstadt ist es jetzt ja auch
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nicht so, dass da wirklich viel große Gebäude sind.
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Weil die andere Seite von London war auch, ich weiß nicht, aus den 90er Jahren,
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da war der Bruder meiner Freundin, der ist, denke ich, immer noch Architekt,
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war damals halt auch Architekt.
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Und er hat gemeint, ja, es ist halt so, wenn man Architektur studiert,
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dann macht man in der Regel Küchenausbauten oder Wintergärten.
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Das waren die einzigen Sachen in diesem Terrace Housing, das hat hinten jemand
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einen Wintergarten reingebaut oder die Küche umgebaut hat.
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Also es wurde nicht so viel neu gebaut, außer halt irgendwelche Happy Eaters
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am Motorway oder so Sozialbauten.
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Aber diese Idee von Architektur ist einerseits so gigantomanisch,
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Oligarchitektur, wie du sagst.
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Und das andere ist aber eben dann auch dieses komplett Kleine,
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was aber auch gut funktioniert.
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Ich fand das in England im Terrace Housing immer schon toll,
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wie viel Liebe zum Detail da reinging in irgendwelche Metall-Elektrokabel-Fassungen,
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die halt dann über den Putz verlegt wurden und ein samtenes,
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mattes, dunkelgrün statt Tapete.
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Also irgendwas an London, was ja auch in jeder Serie irgendwann irgendwo vorkommt,
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ist schon toll, viel Wertigkeit auf kleinstem Raum herzustellen.
Florian Clauß
0:47:51–0:48:00
Ja, das ist halt, glaube ich, so dieses Arbeiterhaus, was dann halt so das grundarchaische
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Eigentum bei dieser ganzen Working Class von England ist.
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Dass jeder so sein kleines Häuschen hat, zwei Etagen und du hast halt diesen
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Vorgarten und so weiter.
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Das ist auch eine absurde Sache, die ich dann, ich glaube, das war irgendwo
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bei Shoreditch, dann mal gesehen hat, das war tatsächlich so ein Hochhaus.
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Was heißt Hochhaus? Es war dann irgendwie sechsstöckig oder sowas.
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Und diese sechs Stockwerke waren jeweils aufgeteilt in drei,
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wo dann halt so Häuser drin waren.
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Die dann halt übernommen, also quasi dieses normale, wie heißt das Haus?
Micz Flor
0:48:33–0:48:33
Terrace Housing.
Florian Clauß
0:48:33–0:48:37
Terrace House, das du dann halt aber so als so ein Hochhaus dann übereinander
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gestapelt hast. Jeder hatte dann halt so die zwei Stockwerke.
Micz Flor
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So ein bisschen wie San Francisco, auch wo die Holländer irgendwie diese schmalen
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Häuser gebaut haben, wie sie die halt von zu Hause gewohnt waren.
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Aber es gab gar keinen Grund, die so schmal zu bauen. Aber man bringt es halt
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so mit. Da fühlt man sich dann halt zu Hause.
Florian Clauß
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Ja, ich meine, ein Grund, weswegen London auch im Vergleich zu Paris,
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wie wir das gerade den Vergleich gezogen haben, London wurde ja zerstört auch
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im Ersten Weltkrieg, also im Zweiten Weltkrieg.
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The Blitz, das ist dann diese Bomber, die dann irgendwann aufgrund von eben
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Fehlinformationen, V2, Können wir alles nachlesen von Thomas Bündchen,
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wo dann halt auch dann eben die Einschlagstellen der V2-Raketen mehr oder weniger,
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weil man den Kot geknackt hat, gefälscht wurden.
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Und dann sind die halt immer weiter nördlich von London eingeschlagen und haben
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dann nicht mal London als Stadt zerstört.
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Aber 4041 waren schon massive Einschläge in London.
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Da kommen wir nämlich auch zu einem Bereich, wo wir auch schon länger darüber
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berichtet haben. wir vor längerem darüber berichtet haben, da geht es nämlich um das Barbican.
Micz Flor
0:49:44–0:49:45
Ja.
Florian Clauß
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Das Barbican ist quasi so eines der Gebäude, also der Prestigebauten des Brutalismus,
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die dann in den, ich glaube 1966 ist die Bauphase angefangen und wurde dann
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in den 80ern eingeweiht, 16 Jahre später wurde das eingeweiht.
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Und Barbican ist ja Brutalismus pur.
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Das war halt auch die Phase, wo ...
Micz Flor
0:50:13–0:50:17
Ich möchte es weiterhören, aber können wir kurz gerade auslaufen?
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Ich möchte zu dem Hau, das ist Hau 1, da möchte ich kurz was fragen.
Florian Clauß
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Ah ja, gerne. Damals nach dem Krieg war eben auch Beton das Billigste, womit man bauen konnte.
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Und diese ganzen Ideen von Architektur, die dann im Brutalismus stecken,
0:50:36–0:50:40
die dann halt auf Le Corbusier mit aufbauen, also aus einer Bauhaustradition
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kommen, wo eben Ornament ist Verbrechen, wo Beton,
0:50:43–0:50:47
das ist die neue Ehrlichkeit, das muss nach draußen.
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Wo dann eben auch versucht wurde, durch Architektur eine soziale Gleichheit
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herzustellen. Alle wohnen im Gleichen und so weiter.
0:50:54–0:51:01
Das wurde ja weltweit. Brasilien, die Hauptstadt von Brasilien,
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die wurde ja auch so durchstrukturiert mit viel diesen brutalistischen Gebäuden.
0:51:07–0:51:15
Und in Barbican, muss man sagen, ist jetzt eine der teuersten Wohngebäudeanlagen,
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die man so haben kann. Also diese ganzen Hochhäuser, die Fußgängerzonen.
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Es gibt dann eben so drei Hochhäuser, die so dreieckig auch geformt sind.
0:51:26–0:51:30
Das ist nämlich dann, ich komme jetzt wieder zu meiner Serie zurück,
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The Agency, ist auch eine Paramount Plus-Serie mit Michael Fassbinder von 2024.
Micz Flor
0:51:36–0:51:37
Den habe ich lange nicht mehr was gesehen.
Florian Clauß
0:51:38–0:51:43
Ja, die ist auch toll. The Agency, da geht es um ein, also im Prinzip ist es eine,
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Außenstelle des CIAs in Nondon und es geht um Michael Fassbinder,
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der so ein CIA-Undercover-Agent ist.
Micz Flor
0:51:54–0:51:58
Aber ist der Heil wieder zurückgekommen? Da war doch der Android,
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der mit den Aliens weggeflogen ist.
Florian Clauß
0:52:01–0:52:08
Dessen Cover ist aufgeflogen. Und der hat halt eine Wohnung in Barbican Es wird
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auch sehr exponiert in dieser Serie dann ausgestellt.
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Aber auch ein Beispiel dafür, dass eben so das amerikanische CIA dann eben abseitig
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vom MR5 da eben eine Präsenz aufbaut.
Micz Flor
0:52:22–0:52:27
Ja, es war ja so diese Gegend. Es gab dieses Attack the Block, hast du das gesehen?
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So ein englischer Spielfilm aus den Nullerjahren mit so einer Alien-Attacke
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und so ein paar Jugendliche, die halt dann irgendwie da rumhängen in ihrem Kiez,
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die dann mit diesen Aliens konfrontiert werden. Das ist ziemlich gut gemacht.
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Also der ist so ein bisschen wie Cloverfield oder so.
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Also dieses Gefühl, dass alles so drumherum passiert und es bleibt alles irgendwie
0:52:47–0:52:50
so heimelig und trotzdem ist es halt total durchlöchert.
Florian Clauß
0:52:50–0:52:52
Also eine immersive Kameraführung.
Micz Flor
0:52:52–0:52:54
Ja, genau. Und das ist, glaube ich, noch so eine Zeit, dass wir es nicht im
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Barbeken, aber es ist so drumherum.
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Das ist eine Zeit, wo das immer noch eben so die Sozialwohnungen waren.
Florian Clauß
0:53:00–0:53:03
So, wir stehen jetzt vor dem Hau und machen...
Micz Flor
0:53:03–0:53:05
Ja, beim Hau, ich wollte das mal erzählen, weil das ist was,
0:53:05–0:53:10
wo ich lange nicht mehr dran gedacht habe. Und das ist auch bestimmt schon 20 Jahre her.
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Also es gab mal eine wunderbare Kunstinstallation hier im Hau,
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wo wir gerade davorstehen, Hau 1.
0:53:18–0:53:24
Und zwar kamst du da rein, du musstest dann dein Ticket kaufen und sowas.
0:53:24–0:53:26
Ich muss mal kurz um die Ecke gucken, dann zeige ich dir was.
0:53:26–0:53:31
Und dann hast du gewartet und hattest keine Ahnung, was passiert.
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Es wurde nicht viel erklärt. Und
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irgendwann hast du halt so einen Mini-DV-Camcorder in die Hand bekommen.
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Mit Kopfhörern hast du dir reingesteckt und dann hat einer Play gedrückt und nichts gesagt.
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Und du hattest dann so einen Camcorder, Display aufgefaltet,
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Kopfhörer drin und der lief so weg. Oder die lief so weg.
0:53:47–0:53:49
Und du denkst, was ist los? Und dann siehst du auf einmal im Bild,
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du siehst, dass das genau das ist, was vor dir ist.
0:53:51–0:53:55
Und dann läuft das Bild so los und du läufst dann einfach automatisch mit.
0:53:55–0:54:00
Und dann hörst du halt so Geschichten, es war halt, es ging auch um die Geschichte dieses Gebäudes.
0:54:01–0:54:05
Und dann liefst du auch wirklich in diese ganz abgelegenen Sachen da hoch.
0:54:05–0:54:09
Und das war wirklich völlig kurios, dieses Augmented Reality Feeling,
0:54:09–0:54:11
bevor es Augmented Reality wirklich gab.
Florian Clauß
0:54:11–0:54:11
Ja, toll.
Micz Flor
0:54:11–0:54:16
Wo du dann, dann bist du irgendwo oben in die Loge reingelaufen und gucktes unten.
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Und unten lief gerade jemand mit so einer Kamera wie so ein Zombie vorbei und
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bliebst du vorm Klavier stehen.
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Und du wusstest, irgendwann werde ich da auch noch sein. Aber du weißt nicht, wie du da hinkommst.
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Und dann gab es auch so ein paar Sachen, die waren da wirklich echt unheimlich.
0:54:28–0:54:31
Zum Beispiel, wusstest du, okay, da wird gesprochen.
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Und dann war so eine Toilette und dann stehst du vor der Toilette und guckst
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dann so in dieses Bild rein.
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Und dann hörst du auf einmal jemanden duschen und pfeifen.
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Auf in deinem Kopfhörer, bevor dir ist die Toilette. Und du gehst davon aus,
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da wird jetzt niemand drin sein.
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Aber es entsteht so eine komische Angst. Was wird jetzt hier inszeniert,
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was jetzt vielleicht wirklich noch passieren kann?
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Das war ja ganz toll. Und da gab es, hier ist es, glaube ich.
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Ich glaube, irgendwo gibt es nämlich Glasfenster und diese Glasfenster,
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so war zumindest die Erzählung, vielleicht sind das aber die.
Florian Clauß
0:55:03–0:55:07
Das sind Fliesen. Aber die sind aber durchgefließt, das sind keine Glasbausteine.
Micz Flor
0:55:07–0:55:10
Es sieht aus wie Glasbausteine, ich weiß jetzt gerade nicht,
0:55:10–0:55:14
wo es ist und das war wohl kaputt, auch im Zweiten Weltkrieg.
0:55:15–0:55:18
Und die haben das mit leeren Whiskyflaschen wohl nachgebaut,
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also aus Whiskyflaschen wurden quasi diese Glassteine ersetzt.
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So zumindest die Erzählung, die nicht wirklich als Quelle dient,
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aber die Erinnerung ist hängen geblieben.
Florian Clauß
0:55:27–0:55:31
Wir haben ja nichts außer Whisky. Aber es klingt so ein bisschen nach so einer
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sozialen Plastik wie von Tino
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Segal, obwohl der da wahrscheinlich mehr so performancemäßig da reingeht.
Micz Flor
0:55:38–0:55:41
Nee, nee, das war, glaube ich, eine Shot in der es gemacht hat,
0:55:41–0:55:42
aber ich habe den Namen vergessen.
Florian Clauß
0:55:42–0:55:43
Okay, spannend.
0:55:44–0:55:47
Wir müssen laut meiner Navigation jetzt zurück.
Micz Flor
0:55:47–0:55:49
Okay, wir haben jetzt eine Mirzülle über YouTube gemacht.
Florian Clauß
0:55:49–0:55:55
Ja, ja. Den haben wir noch mitgenommen. Den Squadrinio.
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Barbican. Barbican, genau. Das war The Agency. Damit haben wir das gestriffen, das Barbican.
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Nach wie vor, wo ich auch ein Tipp, wenn man in London ist, hat die größte Konzerthalle.
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Das London Symphony Orchestra ist da beheimatet. Und die zweitgrößte Bibliothek
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von, ich mache jetzt gerade so vollen Stadtbären.
Micz Flor
0:56:16–0:56:17
Ja, genau.
Florian Clauß
0:56:17–0:56:22
Die zweitgrößte Bibliothek von UK. Öffentliche Bibliothek ist da beheimatet.
Micz Flor
0:56:22–0:56:23
Nein.
Florian Clauß
0:56:23–0:56:24
Es gibt drei Kinoseele.
Micz Flor
0:56:24–0:56:27
Nein. Wahnsinn.
Florian Clauß
0:56:27–0:56:33
Und es gibt auch viele Ateliers und Galerien, die man sich dort auch anschauen kann. Also Barbican.
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Und es gibt halt diese komplette Fußgängerwegstadt.
Micz Flor
0:56:39–0:56:43
Die in dem zweiten Teil von Born Identity auch eine Rolle spielen,
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wo er flüchtet. Da sieht man ganz viel davon.
Florian Clauß
0:56:45–0:56:49
Ja, stimmt. Ja, sehr gut. Also London hat großartige Schauplätze,
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aber London tritt ja auch immer als eine, ja, wie soll man sagen,
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das ist so eine ambivalente Stadt.
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Also vielleicht kann ich da diesen Schwenk machen zu einer anderen Serie,
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die ich jetzt vor kurzem gesehen habe, wo ich aber in der zweiten Staffel drin
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stecken geblieben bin und dann nicht mehr weiterverfolgt habe.
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Aber die ist auch ganz toll eigentlich die heißt Industry ist von HBO produziert
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und es geht um diese ganzen Banker und Broker und die spielt dann in City of
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London und in Connery Wharf wie heißt die?
Micz Flor
0:57:26–0:57:35
Industry Agency, Industry, Mob City also Y hinten ist gerade ganz groß beim Probekom das habe.
Florian Clauß
0:57:35–0:57:40
Ich mir gar nicht aufgefallen Ja, und da geht es eben um so Abgänger von einer
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Business-Schule, die dann alle jetzt in Pirmand, das ist so ein Broker-Verein,
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also eine Bank, die dann diese Neulinge quasi so aufbricht.
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Erstmal so ins Leben rauslässt, ins Bankerleben. Aber es ist halt eine unglaublich korrupte Sache.
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Man verliert die ganzen Protagonistinnen, verlieren ihre Moral.
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Es ist halt irgendwie auch so total Sex und Skandal und Drogen durchdrängt. Alle sind immer drauf.
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Es gibt dann halt diese harte Seite, dass die halt irgendwie so 20 Stunden am
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Tag arbeiten und dann halt nur Party machen, teilweise durch.
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Es hat einen ganz tollen Soundtrack. Die Serie ist halt wirklich wie so ein,
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also teilweise wie so Musikvideo manchmal,
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läuft die durch und die Hauptdarstellerin heißt, oder die Hauptfigur heißt Harperstern
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und das ist eben so eine, ich habe auch weswegen ich ausgestiegen bin,
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ist auch, dass ich es nicht mehr verstanden habe.
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Also das Englische war da auch wirklich so, wo ich dann teilweise Stopp machen
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musste und ins Dictionary gucken musste, was heißt das jetzt eigentlich?
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Und dann aber auch so rein, was die dann eben gemacht haben,
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Also was die da für Deals die ganze Zeit gemacht haben.
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Aber es zeigt dann eben so diese ganze skrupellose, korrupte Seite des Banking-Wesens,
0:58:58–0:59:05
was dann halt irgendwie so Millionen, Milliarden teilweise auch dann in Sekunden verticken.
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Also völlig immense Summen. Und dann wurde das dann eben so,
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also die Industrie, die dann halt wirklich nur so von so ganz kleinen,
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also von so wenig Leuten getragen wird, wo die dann halt irgendwie nur noch
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so einen Klick am Mausklick machen müssen, dann sind auf einmal drei Milliarden weg.
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Oder anders. Und 20 Sekunden später wird der Deal halt gebraucht,
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habe ich alles nicht ganz verstanden, aber hat eine gewisse Faszination gehabt.
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Also kann ich auch empfehlen. Das ist so ein bisschen diese Banking-Seite von
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London und vor allen Dingen auch diese ganzen Skyscapers.
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Wir gucken jetzt gerade hier auf das Tempodrom. Das ist eine schöne Sicht,
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aber eine totale Gegenwende.
Micz Flor
0:59:48–0:59:50
Die wir haben.
Florian Clauß
0:59:50–0:59:52
Sorry, ich muss kurz hier ausweichen.
Micz Flor
0:59:53–0:59:53
Okay.
Florian Clauß
0:59:54–0:59:59
Wir waren ja schon bei den IRA-Anschlägen in London.
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Es gab dann, der hat sich jetzt auch zum, dieser Anschlag ist 20 Jahre jetzt her,
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7-7 wird der ja genannt, nach 9-11, der auch traumatisiert diese Nullerjahre,
1:00:12–1:00:16
wo große Städte und Paris, London und so weiter, dann auch Madrid,
1:00:16–1:00:17
der diese Terroranschläge erlebt haben.
1:00:17–1:00:22
Das 7-7, das war 7.07.2005 damals,
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als eben vier Selbstmordattentäter mit Bomben im Rucksack,
1:00:27–1:00:31
drei davon in der U-Bahn, die gezündet haben, fast zeitgleich,
1:00:31–1:00:37
und einer in einem Doppeldecker-Bus, wo 52 oder 54 Menschen ums Leben kamen
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und auch eben diese vier Attentäter.
1:00:39–1:00:42
Was dann aber auch dazu geführt hat, dass London,
1:00:44–1:00:50
Jetzt mittlerweile, eine der, also wie soll man sagen, die Dichte an Kameras
1:00:50–1:00:53
in London ist höher als in Beijing.
Micz Flor
1:00:53–1:00:55
Ja, das ist unfassbar.
Florian Clauß
1:00:55–1:01:00
Das ist unfassbar, dieses ganze CCTV. Also ich glaube, es ist wirklich unvergleichbar.
Micz Flor
1:01:00–1:01:02
Das war in den 90er Jahren aber auch schon ein Riesenthema.
Florian Clauß
1:01:02–1:01:06
Das war genau, dieser Ring of Steel war in den 90er Jahren.
1:01:06–1:01:12
Das ging eben auch eben mit diesem Attentat seit Bischofsgate, also Ende 80er.
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Es fing noch vorher, Ende 80er, das war dieser Brand, der in einer U-Bahn-Station
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hat sich so ein ganz, ganz übler Brand entwickelt, der auch ganz viele Menschen,
1:01:25–1:01:26
Menschenleben gefordert hat.
Micz Flor
1:01:26–1:01:27
Also kein schöner Brand.
Florian Clauß
1:01:27–1:01:32
Es war ein übler Brand im Sinne von, die haben dann ein neues Phänomen,
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wie sich Feuer ausbreiten kann, danach benannt, weil die das vorher noch nie
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dieses Phänomen hatten. die Rolltreppen noch aus Holz waren.
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Und als man noch selbst zündende, das fand ich immer so toll, früher in den 80ern.
Micz Flor
1:01:45–1:01:45
Das war Feuerzeuger.
Florian Clauß
1:01:46–1:01:49
Das war ja die Sicherheitsholzer.
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Die waren immer so langweilig in Deutschland. Die Zündhölzer waren Sicherheitsholzer.
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Die konntest du nur mit dieser einen Reibefläche anzünden. Aber in England gab
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es ja diese Streichhölzer, die konntest du überall so zack am Stein und es hat gebrannt.
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Ich meine, klar, ich war 13, habe angefangen mit dem Rauchen.
Micz Flor
1:02:07–1:02:09
Genau, oben im Doppeldeckerbus.
Florian Clauß
1:02:10–1:02:11
Ich war frei.
1:02:12–1:02:19
Ja, also das hat eine gewisse Faszination und das hat sich eben in diese Rillen
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von einer Rolltreppe hat sich dann eben auch so ein Fett- und Teigfilm gebildet
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und dann eben so eine Zigarette und so ein selbst anzündendes Streichholz haben
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dann so einen Schwellbrand ausgelöst,
1:02:32–1:02:37
haben diesen üblen Brand dann verursacht, der dann nicht zu löschen war mehr
1:02:37–1:02:38
und war auch viel an Raucher.
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Aber auf jeden Fall, das war auch der Grund, warum wir dann diese U-Bahn-Überwachung angefangen haben.
1:02:45–1:02:54
Also das heißt, dass eben da schon CCTV angefangen wurde, in U-Bahn, in der Tube aufzubauen.
1:02:54–1:02:58
Und das hat sich dann weitergetragen in den 90ern, der Ring of Steel,
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das ist quasi der Überwachungsring um City of London.
1:03:03–1:03:06
Der war dann halt nach dem IAA, also so 1992, 1993.
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Und eben mit diesen Anschlägen, da wurden dann auch immens viele Kameras verbaut. Also in den 2000ern.
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Und das ist wirklich so, dass der normale Durchschnitts-Londoner pro Tag über
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300 Mal von verschiedenen Kameras gefilmt wird.
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Dass sich eine unglaubliche Industrie auf dieser Überwachung aufgebaut hat.
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Dass es wirklich so weltführend ist,
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also wenn du pro Kopf, also die Kameras pro Kopf, ich glaube eine Kamera hat
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dann in London für 16 EinwohnerInnen, während in Beijing dann halt irgendwie eine für 40 oder 50.
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Also man denkt immer so, die Überwachungsdichte wäre in China so groß,
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aber nein, London, kannst du davon ausgehen, da wirst du überall überwachen.
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Ja, wobei auch viele eben ausgefallen sind, kaputt sind und so weiter, Kameras.
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Aber, und dann komme ich jetzt zu meiner noch eine Serie, die ich zuletzt geguckt
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habe und die fand ich sehr gut, The Capture.
Micz Flor
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Capture-y.
Florian Clauß
1:04:08–1:04:13
Nee, Capture. Da geht es um das panoptische London.
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Panoptische London, also über diese CCTV-Überwachung, dass nämlich ein Mord
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quasi einem Soldaten nachgestellt wird,
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der anscheinend auf Video dann gezeigt oder aufgenommen wurde auf so eine CCTV-Überwachungskamera
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an einer Bushaltestelle, das aber dann komplett gefälscht wurde.
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Und dann geht es um diese ganze Maschinerie hinter diesen CCTV,
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dass dann halt auch bestimmte Einheiten des Geheimdienstes in der Lage sind.
Micz Flor
1:04:43–1:04:45
In Echtzeit dann halt auch Bilder zu fälschen.
Florian Clauß
1:04:45–1:04:51
Und das ist ein ziemlich genialer Plot, der natürlich dann in London sehr gut aufgehoben ist.
Micz Flor
1:04:52–1:04:54
Ja, das ist lustig, weil ich habe da ewig nicht mehr dran gedacht.
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In den 90er Jahren weiß ich halt deshalb, das ist schon ein Thema,
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weil ich hatte ja damals als Kurator dieses Revolting-Projekt in Manchester
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bei ISEA 98 war es, glaube ich.
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Das war so ein, ja, wie soll ich sagen, so Revolting, Revolution hieß das große,
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Revolting war so ein bisschen mehr so dran kratzen an diesem shiny Wort Revolution.
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Und da waren halt viele Leute eingeladen, unter anderem auch eben welche,
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glaube ich, aus Manchester, die so Psycho-Geographic, ich habe vergessen,
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wie die Organisation hieß, so Psycho-Geographic Walks machen.
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Das war so ein Künstlerkollektiv.
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Und diese Psycho-Geographic Walks ist halt eben, du läufst zum Beispiel durch
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Paris mit der Karte von London.
Florian Clauß
1:05:32–1:05:34
Ach so.
Micz Flor
1:05:34–1:05:39
Das heißt, under the pavement, the beach. Das ist diese Sache.
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Und da waren dann eben ein paar da und wir hatten dann auch darüber gesprochen,
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wie halt diese Idee mit der Karte von einer Stadt in eine andere Stadt laufen,
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ist halt natürlich diese Idee, dass man die Stadt irgendwie neu erleben muss,
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weil man anders da durchgeführt wird und dann irgendwann auch nicht mehr weiter kann.
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Also eine andere Form, die gleiche Stadt zu sehen.
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Und dann kamen wir auf diese Idee im Rahmen von Revolting, wir könnten doch
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auch so eine Art Demo machen, weil damals gab es schon das Demonstrationsrecht,
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glaube ich, dass man unangemeldet nicht mehr als drei Leute zusammenstehen durften. Also was ganz Absurdes.
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Versammlungsrecht wurde da, glaube ich, damals gerade umgebaut.
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Das heißt, jede Gruppe von mehr als drei Leuten konnte theoretisch von der Polizei
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auseinandergeschoben werden.
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Ich weiß nicht, ob die Zahl stimmt, aber das war das Thema. Ich bin da jetzt, das ist auch lange her.
1:06:23–1:06:27
Aber dann kam halt so die Idee, dass wir quasi eine Demo machen gegen CCTV.
1:06:27–1:06:32
In dem jeder mit einem Schild vor einer CCTV-Kamera steht und irgendwo gibt
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es dann halt in diesem Kabelnetz so einen Typ, der dann wie im Film immer diese
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20 Bildschirme vor sich hat und überall, also der sieht dann quasi eine Demo,
1:06:40–1:06:44
die aber im öffentlichen Raum keine Demo sein kann, aber bei dem im Control
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Room sieht der halt dann quasi so diese massive Anforderungen.
Florian Clauß
1:06:48–1:06:49
Aber den Shot habt ihr dann nicht bekommen?
Micz Flor
1:06:49–1:06:52
Nee, wir haben das, glaube ich, gar nicht. Also ich kann mich nicht erinnern,
1:06:52–1:06:55
dass wir es durchgemacht haben. Aber einfach diese Idee zu spielen,
1:06:55–1:06:56
was heißt das denn mit einer Kamera?
1:06:56–1:06:59
Man sieht es ja auch jetzt in diesem, wie ist denn immer diese Netflix-Vierteiler,
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wo jede Folge so ein Shot war, nicht Education.
Florian Clauß
1:07:03–1:07:03
Adolescence.
Micz Flor
1:07:04–1:07:07
Adolescence, genau. Weil da geht es ja auch darum, dass man wirklich diese lückenlose
1:07:07–1:07:10
Verfolgung der Person in der Stadt machen kann.
Florian Clauß
1:07:10–1:07:11
Ich habe das seitdem noch nicht geguckt.
Micz Flor
1:07:12–1:07:13
Ach so, okay, du hast nur drüber geschrieben.
Florian Clauß
1:07:13–1:07:14
Da bist du mir voraus.
Micz Flor
1:07:14–1:07:18
Ja, nee, also ich habe auch nur zwei Folgen geguckt und können wir,
1:07:18–1:07:19
ja, wir sind ja kein Filmpodcast.
1:07:21–1:07:24
Aber das sind halt so diese klassischen Sachen, die man auch kennt,
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wo halt so Spuren verfolgt werden.
1:07:26–1:07:29
Dann wird zurückgesumt und, oh, guck mal da im Hintergrund, da ist doch der
1:07:29–1:07:30
und so. Das kommt doch so ein bisschen vor.
Florian Clauß
1:07:30–1:07:31
Ein bisschen Blow-up-mäßig.
Micz Flor
1:07:32–1:07:36
Und da geht es aber immer genau darum, dass man eben den Pfad des Menschen in der Stadt macht.
1:07:37–1:07:38
Und diese Idee, dass aber natürlich
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da, wo diese Signale gesammelt werden und wo die Monitor abguckt,
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dass da eben auch eine Präsenz von diesen Orten ist.
1:07:46–1:07:51
Also eine zweite Stadt, welche Abteilung guckt sich welche Teile an und so weiter.
1:07:51–1:07:53
Das fand ich schon nochmal interessant, sich zu überlegen, wie halt so.
1:07:53–1:07:57
Wahrscheinlich war es damals genauso, als zum ersten Mal bezahlte Postkutschen
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erlaubt, Menschen erlaubt haben,
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quer durch die Stadt zu fahren und dann irgendwann die Metro und so.
1:08:01–1:08:04
Also diese Idee, dass die Stadt sich so verformt, passiert, glaube ich,
1:08:04–1:08:09
über CCTV eben auch, aber nur in der Art, wie sie auch erfasst wird,
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in der Regel im Geheimen erfasst wird.
1:08:12–1:08:14
Und wir sehen halt immer nur diese Kameras an den ganzen.
Florian Clauß
1:08:14–1:08:21
Das stimmt. Ja, also die Kameras haben schon Auswirkungen auf die Verbrechensrate, muss man sagen.
1:08:21–1:08:27
Dass dann halt auch bei Morden und so weiter, dass häufig dann Spuren über CCTV
1:08:27–1:08:30
nachverfolgt werden können.
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Dass zum Beispiel auch Übergriffe oder so, wo dann halt CCTV ist,
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also sexuelle Übergriffe oder sowas, dass die dann nicht so passieren,
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dass das ein Rückgang zu verzeichnen ist.
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Aber das ist nicht so, dass es dann halt weg ist, sondern es gibt dann halt
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so diese Schattenbereiche, wo sich das hinverlagert, wo halt nicht CCTV hinkommt.
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Und dann ist es halt auch so wie dieses Watchmen, also wer schaut die,
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die dann halt irgendwie schauen, die das auswerten.
1:09:02–1:09:05
Und es verlagert sich jetzt nach, also jetzt natürlich zeitgemäß,
1:09:05–1:09:10
immer mehr in Richtung KI-Auswertung, dass du halt keine Ahnung,
1:09:10–1:09:15
so eine Weapon Recognition hast, dass die KI dann anspringt.
1:09:15–1:09:18
Okay, das ist zu 99% ein Messer.
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Und dann wird natürlich da die Aufmerksamkeit. Also sowas passiert da in dem Bereich.
1:09:24–1:09:28
Wir sind jetzt auf der Stresemannstraße und ich kann mich noch daran erinnern,
1:09:28–1:09:31
hier hat doch mal Silber in dem Gebäude gewohnt, oder?
Micz Flor
1:09:32–1:09:35
Ja, das ist schon irre. Das ist so ein bisschen wie Attack the Block,
1:09:35–1:09:36
was ich vorhin gemeint habe.
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Guck dir den mal an, der macht dir Spaß. Also mir hat er nicht Spaß gemacht,
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als ich ihn gesehen habe. Aber ich habe ihn nicht vergessen.
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Also war schon irgendwie, irgendwas daran hat mich einfach, ist bei mir geblieben.
Florian Clauß
1:09:47–1:09:51
Wir kommen jetzt hier wirklich an Ecken, wo wir noch nicht so lang gelaufen sind.
Micz Flor
1:09:51–1:09:53
Das hast du ja auch ausgesucht. Das hast du ja sehr gut ausgesucht.
1:09:53–1:09:56
Seit wir jetzt diese tolle Extra-Karte, für die, die auf die Webseite gehen,
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gibt es jetzt einen Link, wo man draufklicken kann. Da sieht man alle Touren,
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die wir schon gelaufen sind.
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Und von dort kann man sich dann auch in die entsprechende Episode wieder reinklicken.
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Das ist eigentlich auch eine Form von Psycho Geographic Walk,
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weil die Tour dann irgendwie doch nicht so viel mit dem Thema zu tun hat.
Florian Clauß
1:10:13–1:10:17
Im Prinzip sind das jetzt so die großen Themen, die ich jetzt irgendwie mit dir noch wälzen wollte.
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Ich auch wusste, dass du jetzt auch eine ganz besondere Verbindung zu London
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hast und aus dieser Zeit dann auch erzählen kannst.
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Und dann auch nochmal so, also mich würde es natürlich interessieren,
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wenn du wieder zurück nach London kommst.
Micz Flor
1:10:30–1:10:30
Müsstest.
Florian Clauß
1:10:30–1:10:33
Ja, wie du das wahrnimmst, diese Stadtveränderung.
1:10:36–1:10:40
Also wie gesagt, ich war 2018 war das, glaube ich.
1:10:40–1:10:44
Oder nee, 2019 waren wir da. Da habe ich mir auch extra in Schorlitz,
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da war so ein neuer Tower, der gebaut wurde. Da hatten wir uns dann ein Apartment gemietet.
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Ich war wirklich geflasht von der Skyline, von wie sich das verändert hat in der Zeit.
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Aber gleichzeitig, wenn man durch Schorlitz geht, riecht es die ganze Zeit nach
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gegrilltem Fleisch wie noch vor den 90ern.
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Es riecht immer so nach, ja.
Micz Flor
1:11:03–1:11:06
Aber es ist ja auch immer das Paradox, was man wirklich sehen will.
1:11:06–1:11:10
Also was mich geflasht hat an London oder Manchester oder Glasgow oder so,
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Also es sind halt die Fisch'n'Chip-Shop, diese Sachen, die so eher so Streetfood-mäßig anders waren.
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Diese Greasy-Spoon-Cafés in Busstops, wo man sich dann hinsetzen konnte.
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Das ist alles irgendwie eben genau, so komisch das ist, oder durch die Thatcher-Era
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verarmte Norden, so, ne, Mensch, das ist der Liverpool.
1:11:28–1:11:31
Dass es halt dadurch eben auch noch so Sachen gab, wo ich gar nicht,
1:11:31–1:11:36
ich wusste das nicht, außer dem Film halt mein wunderbarer Waschsalon,
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wo halt irgendwie auch so ein bisschen dieser Kiez dargestellt wurde.
Florian Clauß
1:11:40–1:11:42
Auch ein detailprägender Film für mich.
Micz Flor
1:11:42–1:11:45
Der hat so diese Facetten, finde ich, ganz gut.
Florian Clauß
1:11:45–1:11:50
Ja, also einmal dieses Immigrant-Thema, dann noch das Queerness,
1:11:50–1:11:57
Schwule, das damals war 80er, ich weiß nicht, 87, 86 wurde der,
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glaube ich, gedreht. Den habe ich auch echt,
1:11:59–1:12:00
gern geguckt.
Micz Flor
1:12:00–1:12:04
Und das ist irgendwie das, wo man dann, ja, wo bleibt man denn dann hängen?
1:12:04–1:12:08
Also wenn man jetzt nach New York, die UDL-Filme, die bleiben dann auch hängen in dem Italienischen.
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Die gibt es zwar immer die Skyline hinterher und dann passieren tut alles dann
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irgendwie an dieser karierten roten Tischdecke beim Italiener.
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Und in England fand ich auch immer, dass das, was einen dann wirklich packt,
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sind halt immer diese Orte, die, ja, so Streetfood-Style irgendwie sind.
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Also das English Breakfast, Damals habe ich das geliebt und nicht darüber nachgedacht,
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dass ich da Tiere esse, sondern es war halt Breakfast.
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Breakfast war immer ohne Fleisch, Marmelade und Brötchen. Aber da ist es halt
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irgendwie alles 100 Prozent fast Fleisch.
Florian Clauß
1:12:39–1:12:40
Ja, sehr schön.
Micz Flor
1:12:40–1:12:46
Und deshalb finde ich so diese Skyline, wenn man nach London geht,
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dann hat man wahrscheinlich schon diesen Wow-Effekt.
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Aber ich hätte eher Sorge, dass alles so super geputzt ist, dass es halt eben
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diesen Greasy Spoon gar nicht mehr gibt. und dass du halt dann im besten Fall
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irgendwie zu McDonalds essen gehst, weil du dir das richtig leisten kannst.
Florian Clauß
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Ja, ich glaube, ja, also ich meine, es gibt immer so dieses,
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was in Paris der Kaffee ist, ja, der immer unter zwei Euro kostet meistens,
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also zwei, ist es halt, in England ist es der Tee, ja.
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Das heißt, du kriegst überall für ein, zwei Pfund kriegst du überall so Cup of Tea.
Micz Flor
1:13:19–1:13:22
Jetzt habe ich ein Déjà-vu, weil genau das hast du nämlich damals,
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Kunsthandwerk-Museum am Potsdamer Platz gesagt.
Florian Clauß
1:13:26–1:13:28
Ja, stimmt, das war nochmal so.
Micz Flor
1:13:28–1:13:30
Das ist ja auch so, ich meine, das passt jetzt auch hierher.
Florian Clauß
1:13:30–1:13:34
Ja, das ist halt so die Erfahrung, dass dieses Pub, das Öffentliche,
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die Form von Öffentlichkeit, die hat in England eine andere Kultur als in Deutschland.
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Und ich glaube, das ist das, was man, wenn man hier so sozialisiert ist,
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vielleicht dann gar nicht so nachempfinden kann. Aber das ist nochmal so dieses
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Gemeinde, Gemeinschaftliche in einem Pub zusammen sein und Sport gucken.
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Das ist so der Identifier, den man da halt zusammenträgt. Aber es gibt halt
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auch dieses schmutzige London.
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Da will ich jetzt auch nochmal so einhaken mit den Serien. Es gibt eine großartige
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Serie, die ist von Apple TV Plus produziert und zwar Slow Horses.
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Das geht jetzt schon in die dritte Staffel. Und ich meine, das ist halt so das,
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was wir auch gesagt haben zu 28 Days Later.
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Dass Danny Boy Szenen drehen kann, wie zum Beispiel, dass Zombie-Kinder dann
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getötet werden, die du halt in Amerika nie so drehen könntest,
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weil das einfach total, es geht gar nicht.
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Dass Kinder irgendwo getötet werden, das darf man nicht zeigen.
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Und bei Slow Horses ist der Hauptcharakter Gary Oldman, der im Prinzip auch
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so ein abgestellter MI5-Agent ist.
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Und die sind alle, die werden geparkt in den Slow House.
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Das ist quasi so eine Schatteneinheit von dem MI5, wo die ganzen Versager und
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die ganzen, Die dann halt irgendwie so irgendwas gemacht haben und aus dem Dienst
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nicht suspendiert werden können, aber irgendwie abgestellt werden.
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Und das ist so eine Einheit von so fünf, sechs Leuten, die Gary Oldman ist der, der...
Micz Flor
1:15:12–1:15:14
Die Expendables auf Britisch.
Florian Clauß
1:15:14–1:15:15
Ja, der ist halt wirklich so...
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Gary Oldman ist halt wirklich so ein Charakter, der die ganze Zeit irgendwie
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so raucht, die ganze Zeit säuft, rumfurzt und total brachial ist,
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aber dann immer wieder so geniale Kniffe hat.
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Also wo er dann halt irgendwie so, du denkst halt, er ist ein totales Arschloch,
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aber im Prinzip ist er dann doch total real zu seinen Leuten.
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Macht die aber immer so total fertig.
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Es ist sehr gut, also es macht sehr viel Spaß, wenn du dann irgendwie mal Zeit
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hast. Die kann ich dir sehr empfehlen.
Micz Flor
1:15:42–1:15:45
Ja, ich bin ja auch ein großer Gary Oldman-Fan. Und du müsstest dann mal gucken,
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auch für die Shownotes, es gibt ein wunderbares, da war er irgendwo im Interview
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und da ging es auch um ihn und Furzen und irgendwas.
Florian Clauß
1:15:52–1:15:54
Ja, das war bestimmt die Serie da.
Micz Flor
1:15:54–1:15:57
Ja, und dann wurde er im Interview gefragt, wie das ist, wenn da mal ein Furz ist oder nicht.
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Ich weiß nicht mehr genau, was war. Auf jeden Fall musste er einfach sowas von
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lachen. Es ist sehr, sehr, sehr charmant.
Florian Clauß
1:16:03–1:16:07
Also man sagt ja auch, Gary Oldman ist so ähnlich wie Willem Dafoe.
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Oder es gibt so Schauspieler, die dann so nahbar sind. und mit denen man dann
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auch gerne irgendwie so, die nicht so völlig abgedreht sind wie andere Schauspieler.
Micz Flor
1:16:16–1:16:19
Wie zum Beispiel William D.V. Ach nee, stopp.
Florian Clauß
1:16:20–1:16:25
Also Apple TV Plus produziert viele Serien. Andere Serie, ich weiß nicht,
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ob du die geschaut hast, ist Ted Lasso.
Micz Flor
1:16:28–1:16:30
Nee, aber der Name ist mir mal untergegangen.
Florian Clauß
1:16:30–1:16:33
Der Name ist bekannt. Es ist, glaube ich, so eine der größten Vielgutsserien,
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die in den letzten Jahren produziert wurden.
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Also es geht im Prinzip um so einen Amerikaner, Da trifft sich so amerikanisches,
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totaler, naiver Optimismus auf so einen Zynismus in Großbritannien.
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Also Ted Lasso ist ein Football-Trainer in Amerika.
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Der sucht ein neues Betätigungsfeld und wird dann gecastet von einem Fußballverein,
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den er dann quasi auch in London, einem Stadtbezirk von London, trainieren darf.
Micz Flor
1:17:04–1:17:06
Ah ja, das habe ich in den Trailer mal gesehen.
Florian Clauß
1:17:06–1:17:10
Ja, das ist super. Und er hat keine Ahnung von Fußball. Also er muss sich das
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dann auch selber anlernen.
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Das ist so ein bisschen, diese toxische Maskulinität trifft auf diesen amerikanischen
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Optimismus und die ganzen Protagonistinnen und Protagonisten.
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Die erste Staffel ist eine Anvereinigung und dann nähern sie sich alle an und
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dann wird es halt so eine ganz große Vielgutserie, wo man selten so nach jeder
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Folge denkt, die Welt ist so gut.
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Es war auch eine unglaublich erfolgreiche Serie und eigentlich ist die in der
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dritten Staffel abgeschlossen, aber die produzieren jetzt eine Viertelstaffel.
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Ich bin gespannt, was die da noch hinterher schieben können.
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Gangs of London Capture habe ich schon erwähnt, die beiden Serien.
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Und jetzt habe ich hier so zwei Säen oder drei, ich könnte noch eine dritte
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dazunehmen, die, ich sag mal so, diesen neuen Feminismus so mit,
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aufgenommen haben, nämlich einmal ist Fleabag.
Micz Flor
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Was ist der neue Feminismus?
Florian Clauß
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Darf ich das fragen? Naja, im Prinzip, also dann muss ich dir anwenden,
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das ist I Will Destroy You.
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I Will Destroy You geht um eine Autorin, die auf Twitter,
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so Kurzgeschichten schreibt und einen Buchvertrag bekommt und eigentlich geht
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es um so eine Nacht, wo sie dann halt mit K.O.-Tropfen verabreicht bekommt und
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sexuell vergewaltigt wird.
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Und sie kann sich an nichts erinnern. Sie versucht dann über Episoden,
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die dann sehr ... Also es ist halt so eine neue Vokeness, so eine Schrillheit.
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Die Protagonistin ist schwarz. Sie ist in so einem kulturellen Umfeld,
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das halt so grell ist. Das ist halt irgendwie so erzählt.
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Also Kunst und Kultur in dem Literaturbereich. ja
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auch viel mit london auf der straße und so weiter den
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den ich jetzt so nicht so kenne ja es ist auch mit einer unglaublichen selbstsicherheit
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erzählt die darstellerin heißt michael kohl jetzt selber diese erfahrung gemacht
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eben von vergewaltigung auf k.o. tropfen.
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Komödiantin, hat diese Serie Chewing Gum, also es ist auch eine BBC-Coproduktion von HBO und BBC.
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Chewing Gum hat sie geschrieben, da ist sie Schauspielerin und hat Drehbuch
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geschrieben und zu dieser Serie hat sie auch das Drehbuch geschrieben,
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also es ist ihre Geschichte mehr oder weniger und dann auch die Hauptdarstellerin geactet.
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Es ist eine tolle Serie und die driftet auch so ins Surreale teilweise ab.
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Und es ist so dieser Grat zwischen so zwischen, wie soll man das sagen,
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der wird immer wieder neu verhandelt.
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In verschiedenen Konstellationen zwischen den Figuren, zwischen ihren Freundinnen
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und Freunden, zwischen eben auch ihren,
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Gegnerinnen. Und es geht immer so ein bisschen, ab wann es quasi so eine lustvolle
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Verbindung ist und ab wann das übergriffig wird.
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Es wird immer so ein bisschen ausgewogen.
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Es wird so in verschiedenen Facetten dann auch erzählt.
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Also eine ziemlich starke Erzählung.
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Und Fleabag, da geht es auch um eine, also im Prinzip...
Micz Flor
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Fleabag, fliehe zurück?
Florian Clauß
1:20:21–1:20:23
Also, nee, B-A-G, Fleabag.
Micz Flor
1:20:24–1:20:26
Also Flo-Tasche.
Florian Clauß
1:20:26–1:20:28
Also F-L-E-A Back.
Micz Flor
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Eine Tasche voller Fleur.
Florian Clauß
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Fleabag, ja. Da geht es um die Protagonistin. Es ist eine Familiengeschichte,
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die ist so ein bisschen bei der Gentrifizierung auf der Strecke geblieben.
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Ihre beste Freundin hat sich umgebracht oder ist von Auto überfahren worden.
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Das wird nicht so explizit gesagt.
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Sie ist auch so ein Comedian. Kommt aus der Comedian-Ecke.
1:20:54–1:20:57
Sie ist so ein bisschen, sie sucht dann ihre Position in diesem Engel.
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Das Lustige ist an dieser, das ist so ein bisschen wie die Piep-Show.
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Ich weiß nicht, ob die Piep-Show die Serie kennt. Da spielt auch die Sophie,
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von Piep Show spielt dann ihre Stiefmutter.
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Auch großartig, die ist so gut.
Micz Flor
1:21:12–1:21:13
Die ist super, ja.
Florian Clauß
1:21:13–1:21:17
Ich glaube, Piep Show hat das auch gemacht, dass dann quasi die vierte Wand
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immer wieder durchbrochen wird, dass dann halt direkt die Protagonistin mit den Zuschauern redet.
Micz Flor
1:21:24–1:21:28
Ja, bei der Piep Show war es nicht so, sondern die haben quasi in Dialogen in
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die Kamera gesprochen, aber die waren miteinander. Es gab keine Zuschauer,
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aber trotzdem war die Wand durchbrochen.
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Dann wurde es direkt angesprochen, Aber der Dialog ging weiter, auch ohne deine ...
Florian Clauß
1:21:37–1:21:44
Also auch eine absolute Empfehlung. Die ist jetzt aber schon ein bisschen älter. Die ist von 2017.
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Und es gibt zwei Staffeln davon. Die zweite ist auch ein bisschen anders als
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die erste. Die erste ist sehr zynisch-anekdotisch.
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Und die zweite wird dann so ein bisschen, ich sag mal, deeper.
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Genau. Dann auch eine aktuelle Serie, die von Alfonso Curason gedreht wurde.
1:22:05–1:22:10
Das ist die teuerste Apple-TV-Serie, die jemals gedreht wurde.
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Und obwohl, ich habe mich gefragt, warum, weil ich zum Beispiel Severance ist
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auch von Apple-TV und das hat ja eine visuelle Qualität, dass ich dachte,
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da kommt nicht viel drüber.
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Alfonso Corazon, der hat auch den dritten Teil von Harry Potter und vor allen
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Dingen einer meiner Lieblingsfilme, Children of Man gedreht.
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Und der hat halt Disclaimer.
Micz Flor
1:22:37–1:22:39
Und Gravity hat er auch gemacht.
Florian Clauß
1:22:39–1:22:39
Gravity, genau.
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Das ist auch erklärbar, warum die so teuer war, weil im Prinzip hat der auf Kino-Niveau gedreht.
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Und dann halt jede Folge, dann sind acht Folgen.
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Und dann die Gesamtkosten waren dann, glaube ich, pro Folge über 15.000, 15.000.000.
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Also dann bist du halt irgendwie bei 100.
Micz Flor
1:23:00–1:23:04
120.000. Ja, das ist lustig, oder? 28 Years Later wird halt,
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die haben das auf iPhones gedreht und dann Apple TV, das ist wie eine Kinosache gedreht.
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Wie das dann sich gegenseitig übertrifft in der Cheapo oder in der High Production
1:23:17–1:23:18
Marge. Weißt du, ich meine.
Florian Clauß
1:23:18–1:23:21
Das ist komisch. Ja, das ist halt irgendwie, ja klar, ich glaube,
1:23:21–1:23:28
das ist die Herangehensweise des Regisseurs, die Auswahl der Produzenten und
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natürlich auch der Cast.
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Kate Blanchard spielt die Hauptrolle, die auch entsprechend teuer ist.
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Bei Severance gibt es als Hauptcast den Adam Scott, aber da gibt es nicht viel mehr.
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Das zahlt sich dann auch nochmal aus, ob das Budget teuer da was ist.
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Obwohl Cate Blanchett, da frage ich mich jetzt wirklich, weil die jetzt auch
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mit Ostermeyer ein Stück gemacht hat, die Möwe, auch in London.
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Also was da die Gagen sind, das ist nochmal was anderes, wenn du ein Theater machst oder einen Film.
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Auf jeden Fall bei Disclaimer geht es um Cate Blanchett, die sind auch eine
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sehr erfolgreiche Autorin ist und die auf einmal von ihrer Vergangenheit eingeholt
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wird. Ich will jetzt auch nicht viel darüber erzählen, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.
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Und auf einmal, die ist halt in so einem politisch korrekten Umwelt, alle stehen zu ihr.
Micz Flor
1:24:16–1:24:20
Auf einmal kippt halt alles um und sie wird die Ausgegrenzte.
Florian Clauß
1:24:20–1:24:26
Sie wird diejenigen Personen, auf die alle mit den Finger zeigen und alles geht gegen sie auf.
1:24:27–1:24:32
Das ist auch eine ganz, also eine ziemlich starke Serie, die auch viele verschiedene,
1:24:33–1:24:37
Du wirst da echt geschmissen von der Serie. Du wirst dann von einer Sache in
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die nächste geschmissen. Du denkst so, wow, okay, das war's.
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Und dann gibt es wieder einen Eins.
Micz Flor
1:24:44–1:24:48
Es kann nichts mehr schief gehen. Die Standesbeamtin hat gekündigt.
Florian Clauß
1:24:49–1:24:53
Genau, also im Prinzip habe ich jetzt meine ganzen Serien.
Micz Flor
1:24:53–1:24:55
Kürzer Blick hier mal rein. Wir sind jetzt gleich am Potsdamer Platz.
1:24:56–1:25:01
An einem Gebäude, was glaube ich auch aus dieser WeWork-Klitsche kommt.
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Und da ist es so, das ist mir neulich schon mal aufgefallen,
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bei, wo ist das am besten, das Foto?
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Da bin ich auch am Ostbahnhof so durchgemeandert und bin dann halt so ein paar Bürogebäude.
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Was da an Leerstand gerade ist in diesen Office-Spaces, unglaublich.
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Also da wurde ja vor Corona noch richtig reingebuttert. Dann kam Homeoffice
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und irgendwie, der Leerstand ist enorm.
1:25:26–1:25:30
Also es ist krass, du kannst dir diese ganzen Neubauten, so wie hier halt auch, es ist leer.
Florian Clauß
1:25:32–1:25:37
Ja, das ist schon krass, dass ich das dann so tragen kann irgendwie.
Micz Flor
1:25:38–1:25:40
Ja, oder nicht. Das sind wahrscheinlich einfach Abschreibprojekte.
Florian Clauß
1:25:41–1:25:45
Also das ist auch nochmal so ein Punkt, den kann ich jetzt am Ende nochmal so schließen.
Micz Flor
1:25:46–1:25:49
Das ist so ein bisschen, ehrlich gesagt, wie Mensch aus den 90ern,
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wo nichts mehr geht, so ökonomisch.
Florian Clauß
1:25:53–1:26:01
Das Geld für die ganzen Bauten, das Geld für die ganzen Skyscraper,
1:26:01–1:26:03
für die Bauten usw., woher kommt das?
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Das kommt wahrscheinlich aus dunklen Kanälen, aus Osteuropa,
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aus dem arabischen Bereich.
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Das gleiche konnte man halt irgendwie so von Filmproduktionen behaupten.
1:26:13–1:26:18
Deswegen ist es so diese wachsende Industrie, dass da ganz viel an Geld reingelaufen
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ist, aber viele Produktionen dann gar nicht fertig geworden sind.
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Dass das halt auch so quasi so verwischt die Spuren von Geld,
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ja, und dass damit halt auch quasi so der ganze Bereich sich aufbauen konnte.
1:26:31–1:26:36
Also ich glaube dann über, zur Corona-Zeit waren das halt 40 Prozent der Produktionen,
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die nicht fertiggestellt wurden.
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Also es gibt dann halt schon so komische Zahlen, die das halt so ein bisschen
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mysteriös erscheinen lassen.
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Ja, nee, soweit. Ich kann auch andere denen nennen, ich meine,
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Sherlock und so weiter, das sind die aus den 2010er Jahren.
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Aber das waren jetzt so, ich habe versucht, da so ein bisschen dann noch,
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also man könnte jetzt mal gucken,
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was spielt London als Stadt in den einzelnen Serien für eine Rolle.
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Und häufig ist es halt so, also bei Gangs of London ist es halt,
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die ist auch ultrabrutal, die ist ein bisschen so ein John Wick-Stahl.
1:27:11–1:27:13
Ich habe die dritte Staffel, die ist jetzt gerade rausgekommen,
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die habe ich nicht mal weiter geguckt, weil es total langweilig und banal geworden ist.
1:27:17–1:27:20
Aber die ersten beiden sind schon ultra brutal.
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Und spielt halt in diesen ganzen, also ein bisschen wie Eastern Promises,
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in diesem ganzen drogenreichen Milieu, genauso wie Mobland.
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Wo dann halt aber auch viel zu dieser Land sitzt, was halt häufig das Thema bei Guy Ritchie ist.
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Bei The Gentleman hat das ja auch schon so das Adlige, das Reiche, das Gentleman-like.
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Das wird dann halt fantastiert durch dieses Fußvolk, was dann halt irgendwie
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so diese ganzen Drogenkriege führt und was dann halt abgeballert wird.
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Da sind auch Außenaufnahmen, wo du dann denkst, wow, ich habe mir dann auch
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eine Seite tatsächlich so angeguckt.
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Da gibt es so einen Policy Guide of Filming.
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Diese Infrastruktur ist gut organisiert. Also das heißt, wenn du da irgendwie
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eine Kranfahrt machen willst, du kannst dich da anmelden, kriegst du dann halt
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deinen Kran. Und das ist halt auch schweinteuer, weil die müssen halt irgendwie,
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sobald du irgendwo Straßen sperrst in London, ist ja sowieso überall, ne?
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Dann kostet es halt enorm viel Geld. Aber es ist halt eben gut organisiert und
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es ist halt auch die Infrastruktur da.
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Das war das, was dann halt irgendwie so auch mir die Frage beantwortet hat,
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warum so viele Serien in London spielen.
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Und wenn ich jetzt da noch, also ich meine, man kann das wirklich,
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wie ich es schon sagte, dann gucken, wie London auftritt, was für ein Gesicht
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da gezeichnet wird von London.
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Aber es ist immer wieder so ein Ort, den ich immer wieder so gerne sehe.
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So ein bisschen wie wenn Berlin eine Serie spielt, dann freut man sich auch, da war ich neulich.
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Aus London, auch so wow, okay, ah, Barbican, wie geil also du hast dann so Spots
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wo ich auch emotional einfach was verbinde, ja, ich wollte dir jetzt nochmal
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so diese, wenn du mal Zeit hast,
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britischen Serien empfehlen ja, also gerne, kannst du so, das war jetzt, das war mein eigentlich.
Micz Flor
1:29:08–1:29:13
I'm loving it Aber worum geht es denn eigentlich bei diesem London?
1:29:13–1:29:16
Wenn du es erzählst und du lässt die Frage jetzt unbeantwortet,
1:29:16–1:29:18
du musst dir über London schon ein bisschen nachgedacht haben.
Florian Clauß
1:29:18–1:29:22
Na, ich habe ja schon so ein bisschen angerissen. Aber gleichzeitig habe ich
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gemerkt, dass ich jetzt, sobald ich da irgendwie so einen Teppich knüpfe,
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dass das, glaube ich, zu lose ist, um dann halt wirklich so eine Fläche zu bieten.
1:29:30–1:29:33
Du kannst es nicht, es ist zu unterschiedlich. Es sind diese Facetten von der
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Stadt, die sich da widerspiegeln.
Micz Flor
1:29:35–1:29:37
Also ich würde...
Florian Clauß
1:29:37–1:29:41
Es war nur dieser Moment, wo ich halt mich gefragt habe, warum spielt jetzt
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auf einmal alles in London, was ich gucke?
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Diese Verdichtung, die mich dann halt so stutzig gemacht hat und der ich dann
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halt irgendwie auf die Spur kommen wollte.
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Dann eben so ein paar Antworten gefunden hat in der Geldwäscheanlage von London.
Micz Flor
1:29:58–1:30:02
Aber das meine ich auch. Ich habe neulich in Social Media irgendwo so ein Bild
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gesehen, zweigeteilt oben siehst du halt so junge Männer irgendwie mit weißen
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Hemden, weißen Anzügen.
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Irgendeinem Skyrise-Blick über die Stadt London, so Anwälte- oder Banker-Typen.
Florian Clauß
1:30:12–1:30:12
Ja.
Micz Flor
1:30:13–1:30:16
Und da steht daneben How the Americans see the British.
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Und unten drunter siehst du halt irgendwie so ein Manchester,
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irgendwie so ein klassisches Bild, was auch mal so als Witz durch die Social
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Media ging, weil man da so diesen goldenen Schnitt so gut zeigen konnte,
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wo so einer besoffen da liegt, die Polizei zieht ihn so hoch.
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Rechts hängt auch einer gegen den Mann, einen halben Kebab in der Hand.
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Irgendwie alles so dieses versiffte, alkoholisierte.
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How the rest of Europe see the British.
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Und das ist so beides irgendwie auch wahr. Und da hatte ich so ein bisschen
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das Gefühl, dass das bei London auch mit den Sendungen, beschrieben was zu Agency,
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es gibt halt immer, diese Stadt ist so picobello, aber es gibt dann da immer was Verstecktes drin.
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Oder dann, es gibt dann wie bei Peaky Blinders, das ist natürlich noch offen,
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weil ich habe da auch nur zwei Folgen gesehen und gemerkt, Serien habe ich irgendwie,
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macht mir gerade keinen Spaß, aber das ist relativ offen, obwohl es so geheime
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Banden sind, weil alle wissen es.
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Aber London ist ja irgendwie so clean, du läufst da durch und bist dann in dieser
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absoluten Parallelwelt und dann gehst du um die Ecke und da ist dann Gary Oldman und raucht,
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oder Michael Fassbender und in Agency, also aber immer solche Themen,
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aber das kann natürlich auch einfach deine Lust sein, das ist vielleicht deine
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Linse, wie du drauf guckst, aber bei allem irgendwie eine Stadt, die integer,
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erwachsen, entwickelt und intakt wirkt, aber dahinter ist was,
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das ging ja irgendwie mit James Bond schon los, mit Harry Potter,
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wo man dann, also da auch durch diese.
Florian Clauß
1:31:36–1:31:38
Durch dieses Gleis dann.
Micz Flor
1:31:38–1:31:39
Durch das halbe Gleis muss.
Florian Clauß
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Du kommst immer wieder in so Zwischenbereiche. Das ist, glaube ich, der Punkt, ja.
Micz Flor
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Und irgendwie ist es egal, wie viel die da oben drauf so glatt schmirgeln.
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Es gilt immer noch das, was vor tausend Jahren passiert ist.
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Ja, stimmt. Das hatte ich so ein bisschen das Gefühl. Und wenn du es vergleichst,
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weil du sagst Gangs of London und dann eben Gangs of New York,
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der Film, da ist es ja so, dass es wirklich so ein historisches Fenster in der Entwicklung war.
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Das ist ja, das Buffer daran war ja irgendwie, wow, das ist gar nicht so lange her.
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Aber bei London ist alles so lange her, wie die ewige Stadt Rom.
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Ob das jetzt vor 1000 oder 1200 Jahren, dass irgendwie da jemand hingepinkelt
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hat und deshalb darf da heute immer noch kein Haus gebaut werden.
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Man hat das Gefühl, es gibt so viel Geschichte, die die ganze Zeit versucht
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wird wegzubetonieren, aber das bricht immer durch.
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Das wäre dann schon so ein psychodynamisches Thema auch. Es kommt immer wieder
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was durch die Stadt durch, dass man sofort glaubt, dass alles ganz anders ist,
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als es scheint, wie bei Cate Blanchett auch. Es ist immer genau das Gegenteil
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von dem, was ich gerade dachte, es war.
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Und im Endeffekt stimmt immer beides. Und dass das vielleicht London auch so
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anzieht, weil wenn du jetzt andere Sachen vergleichst, zum Beispiel deutsche
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Serien, das ist dann entweder, nicht Serien, aber ich meine auch so dieses Bild von den Nazis,
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dann ist halt irgendwie Harrison Ford fährt nach Berlin und da brennt alles,
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Bücher werden verbrannt, die Flaggen an der Wand, das sind halt solche Bilder,
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das ist alles out in the open.
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DDR-Serie 1980 oder so hieß es doch, wo dann auch irgendwie alles immer dargestellt wird.
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Aber es gibt nicht wirklich was Verstecktes, selbst wenn man weiß,
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dass es diese versteckten Verhörzellen gibt und Folterzellen und sowas.
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Aber irgendwie ist es immer auch gleich sichtbar. Und in London ist es so,
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als ob wir jetzt hier rechts da hochgehen und dann links an die Tür reingehen
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und dann an den Blicken der Menschen sehen würden, dass wir jetzt gerade im falschen Gebäude sind.
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Und dann geht der Fehler, lässt uns dann drei Staffeln nicht mehr los.
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Also das verbinde ich so ein bisschen mit London und ich finde eine Tour ziemlich
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genial, weil wir haben so viel, oder ich habe viele Fotos gemacht,
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wo wir sind, wo ich eins zu eins sagen könnte, das hätte man auch in London fotografieren können.
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Also gerade jetzt richtigen Potsdamer Platz. Ich liebe ja auch diesen Grünstreit.
Florian Clauß
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Ich meine, mir ging es dann halt auch so in London, das ist vielleicht so ein
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bisschen auch wie unsere Tour.
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Man ist im öffentlichen Raum, man kann sich den öffentlichen Raum als Fußgänger dann so aneignen.
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Man kann dann zu Plätzen gehen, wo man dann sagt, wow,
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aber gleichzeitig ist es halt öffentlich und dann in der nächsten Ecke ist dann
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aber was total Verstecktes, da ist dann halt irgendwie sowas,
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wie du sagst, was total Verschmiertes, Unheimliches, was dich da so ein bisschen
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in die Gosse zieht, dieses Periphere, was dann passieren kann in der nächsten Korne.
Micz Flor
1:34:26–1:34:29
Aber das sind ja auch mal die London-Motive. Jack the Ripper,
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Jekyll and Hyde und sowas.
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Das sind ja irgendwie diese Motive aus der Zeit, die immer eben auch diesen
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Underbelly mitbringen.
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Die Geschichte passiert eigentlich in dem, wo man nicht drüber sprechen darf.
Florian Clauß
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Ja, und du hast natürlich, ich meine, The Crown ist auch eine ganz erfolgreiche
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Serie, die habe ich jetzt nicht geguckt, aber du hast das Monarchische,
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als noch was drüberliegen, was dir dann immer auch vermittelt,
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das ist auch dieses Gentleman Agreement, das ist dann auch,
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das Adlige, was dann halt wirklich so ein Gewicht,
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verleiht, ohne, allein das ist halt eine Kultur und das ist halt so ein Titel
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hat, aber ohne sich dann halt so zu beweisen Und das ist halt so,
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das ist bei, das hatte ich ja schon erwähnt, bei Guy Ritchie,
1:35:14–1:35:20
diese unglaubliche Brutalität, das Brachial, das Primitive, was dann rausbricht,
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ja, bei diesen ganzen artigen Titeln, ja.
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Und das ist halt so dieser Kontrast, der da aufgebaut wird.
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Man sieht es dann halt irgendwie in der Fassade, aber letztendlich hat das überhaupt
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keine moralische Wirkung, sondern es ist einfach nur so, weil es in dieser Tradition
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steht, bekommt es eine gewisse Relevanz, aber nur deswegen, ja.
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Und das ist halt so, was dann so funktioniert, also als Kulisse.
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Na, ich meine, natürlich ist es auch, wenn du jetzt so weitergehst,
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der ganze britische Humor, der dann so dieses absolut trockene,
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aber absurde Moment, was da auch mitschwingt.
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Das hast du auch in vielen Serien so.
Micz Flor
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Ja, ich fände es interessant, aber wir kommen, glaube ich, jetzt auch zeitlich ans Ende dieser Folge.
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Aber ich fände es irgendwie auch interessant, wirklich nochmal über Serien generell
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zu, weil als du es am Anfang angeschnitten hast, fand ich schon so,
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dass sich das für mich wieder sehr gedreht hat.
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Also zum Beispiel das letzte Mal, dass ich wirklich so ein, müsste man halt
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schon sagen, so ein Filmvergnügen hatte, muss ich jetzt dummerweise zugeben,
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aber wirklich halt bei Maverick mit Tom Cruise, weißt du, so irgendwie so.
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Natürlich, ja, es ist halt irgendwie sowohl von der Farbgebung,
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auch von der Länge der Schnitte, von dem, was da ist.
Florian Clauß
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Es ist einfach so, 80er, ja.
Micz Flor
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Es ist so wirklich nicht, es ist retro, es ist super retro, aber es tut irgendwie
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insofern gut, als dass man so das Gefühl hat, ich spiele ja auch gerne Gitarre,
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also nicht von ungefähr mache ich immer ein, zwei Folgen über Gitarren im Sommerloch.
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Aber diese Sache, das...
Florian Clauß
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Welches Sommerloch?
Micz Flor
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Ja, unseres hier, guckt euch die Fotos an auf dem Blogpost.
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Und jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte. Aber ich wollte mit dir
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da hinten hin. Ist es okay? Nee, ich würde gerne was essen.
Florian Clauß
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Ja, gerne. Nee, das finde ich super.
Micz Flor
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Okay, dann gehen wir da mal hin. Weil wir sprechen hier über die Sachen,
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die sich dann irgendwie alle wegentwickelt haben und alles irgendwie versiegelt ist.
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Und vorne vorbeigehen habe ich gesehen, dass es diese Pizzeria noch gibt. Ja, die Pizzeria.
Florian Clauß
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Die mag ich auch.
Micz Flor
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Ich weiß gar nicht mehr wann. Ich glaube, das war zur Premiere von Philipp Scheffners
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Der Tag der Spatzen oder sowas.
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Da war ich dann mit Merle und Philipp und der Crew und sowas da essen und das
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ist im Prinzip genau das, wo ich vorhin sagte, das hat London bestimmt nicht mehr.
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Irgendwas, was eine Geschichte hat von vor 15 Jahren.
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Bis abgesehen von irgendwelchen Pubs, wo dann ein Guinness 12,50 kostet,
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weil der Tisch von 1404 ist.
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Okay, genug. Vielen Dank, Flo. Ich fand es total super. Ich wusste gar nicht,
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was mich dann so erwartet.
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Und ein bisschen war das jetzt das erste Mal wieder seit langem,
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dass ich wirklich das Gefühl hatte, es war wie auf den Wanderungen.
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Weil wir einfach so über ein Thema reden, wir hätten jetzt auch noch eine Stunde weiter reden können.
Florian Clauß
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Ich wusste auch, dass du da total andocken kannst. Einfach aufgrund deiner Geschichte mit London.
Micz Flor
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Ja, und das war irgendwie total schön. Aber auch einfach dieses Geplauder, was dann so entsteht.
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Und du bist natürlich immer sehr gut recherchiert mit was, wann, wo, wie und so.
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Das kommt auch mit rein, aber es hat mir total Spaß gemacht jetzt auch. Das freut mich.
Florian Clauß
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Super. Ja, prima. Gut, dann würde ich sagen, das war eigentlich Episode 83.
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Das Ganze könnt ihr auf eigentlich-podcast.de nachschauen, wo wir langgelaufen sind.
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Da könnt ihr noch ein paar Links, Diktionelle, Episoden über die einzelnen Serien
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und mehr und was ich so zusammengetragen habe, nachschauen.
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Genau, dann Dann sag ich tschüss und bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
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Bis zum nächsten Mal.
Florian Clauß
1:38:46–1:38:46
Tschüss.
Micz Flor
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Und wir gucken jetzt noch mal, ob die Pizzeria noch gibt und wir sie uns noch
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leisten können. Oder ob es sie einfach nur noch gibt.

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