„Der Traum ist aus, zu dieser Zeit. Doch nicht mehr lange - mach dich bereit für den Kampf ums Paradies. Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Angst. Es ist unsere Zukunft, unser Land. Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.“ Rio Reiser

In dieser Sommerfolge machen wir es uns vermeintlich leicht: keine große Vorbereitung, einfach zusammen ins Kino und danach beim Laufen reden. Wir sehen im Kino Zukunft den Dokumentarfilm „Scherbenland“ an und stolpern prompt in einen Metaclash, als wir merken, dass ein Interview des Films direkt vor der Tür dieses Kinos aufgenommen wurde. Anschließend spazieren wir Flos alte Laufroute nach entlang der Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau. Dabei versuchen herauszufinden, was dieser Film eigentlich mit uns gemacht hat. „Scherbenland“ ist weniger die erhoffte historische Ton-Steine-Scherben-Doku als vielmehr eine Liebeserklärung an Kreuzberg – ein Heimatfilm, dessen Schauplatz auf ein bis zwei Quadratkilometer schrumpft. Drei Musik-Perspektiven werden verwoben: das Rap-Trio RAPK mit ihrer Kiez-Attitüde und ihrem Lebensgefühl „Land Kreuzberg“, die Liedermacherin Maike Rosa Vogel mit ihrer klaren, ergreifenden Stimme und ihren Songs um soziale und ökolgische Ungerechtigkeiten, sowie der starken Stimme von Rio Reiser mit Ton Stein und Scherben. Micz ist skeptisch, ja fast empört: ihm fehlt die Einordnungen, das Thema, der rote Faden. Er hat das Gefühl, in die Irre geführt zu werden. Besonders bei der Frage, ob verschnittenes Wasserwerfer-Material und ein Rio-Reiser-Konzert zeitlich und örtlich (DDR? West-Berlin? Mainzer Straße 1990?) überhaupt zusammenpassen. Flo hält dagegen: Der Film schaffe ein Gefühl, ein Lebensgefühl, auch wenn die Collage nicht ganz zusammenklebt. Den meisten Raum im Film nimmt RAPK ein. Das Rap-Trio wird ausführlich porträtiert, mit vielen Songs, Konzertmitschnitten aus der Columbiahalle und intimen Momenten in Hinterhöfen, Kinderzimmern und auf Kreuzberger Dächern. In diesen Passagen bekommen wir das Gefühl einem Promotionvideo der Band zu folgen. Dennoch vermittelt sich ein Bezug; RAPK sind keine Zugezogenen mit einem ungelösten Konflikt oder auf Suche nach einer neuen Heimat, sondern die Einheimischen, die einfach geblieben sind, hineingewachsen in den Kiez wie Fische ins Meer. Ihr Widerstand ist weniger Parole als Lebensgefühl. Wir tauchen auch in die Stadtgeschichte und linke Tradition von Kreuzberg ein: das von der Mauer umschlossene Insel-Kreuzberg mit seinen toten Ecken, billigem Wohnraum, hohem Migrationsanteil, „Fahnenflüchtigen“ und der queeren Szene. Wir sprechen über die Hausbesetzerbewegung, den Schwenk zum „Das Private ist das Politische“ und die Autonomen-Szene. Es geht auch um die Räumungen von der Mainzer bis zur Liebigstraße und um den ritualisierten, fast sportlichen revolutionären 1. Mai. Am Ende bleibt Ambivalenz: ein Film, der vor allem ein Gefühl transportiert, dem aber der rote Faden und die politische Dringlichkeit fehlen. Muss man sehen? Möchte man gesehen haben, wenn man Kreuzberg liebt!

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
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Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Egal wer du bist, egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
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hat in dem Film. Was ich auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
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speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist. Also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast.
0:00:22–0:00:25
Und du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
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Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
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Das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Kulane.
Micz Flor
0:01:04–0:01:07
So, raus aus dem Kino, rein in Altstrahlau.
Florian Clauß
0:01:08–0:01:10
Rein in Altstrahlau.
Micz Flor
0:01:10–0:01:16
Schon ein interessanter Double-Take. Wir sind gerade Kino Zukunft und ohne zu
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wissen, haben wir einen Film gesehen,
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in dem auch ein Teil eines Interviews direkt hier vor der Tür im Kino Zukunft,
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vor dem Kino Zukunft aufgenommen wurde.
0:01:26–0:01:28
Das war crazy.
Florian Clauß
0:01:28–0:01:34
Ja, es war so ein Metaclash. Wenn sich dann die Erde auf sich selbst faltet.
Micz Flor
0:01:34–0:01:34
Ja.
Florian Clauß
0:01:35–0:01:38
Aber es war ein Heimatfilm, Mitch, oder?
Micz Flor
0:01:38–0:01:45
Willkommen zu eigentlich Podcast. Dem Podcast, bei dem wir laufend reden und beim Laufen reden.
0:01:46–0:01:50
Jetzt habe ich es falsch gesagt. Bei dem wir beim Laufen reden und laufend reden. So rum ist richtig.
0:01:51–0:01:52
Rechts neben mir läuft Flo.
Florian Clauß
0:01:53–0:01:53
Hallo.
Micz Flor
0:01:53–0:01:57
Ich bin Mitch und wir haben heute so eine Sommerfolge, wie wir es das letzte
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Mal, glaube ich, beim Deutschen Theater gemacht haben.
0:02:00–0:02:05
Mit Teweleit, wo wir einfach was gucken, aufnehmen und dann anfangen zu reden und gar.
Florian Clauß
0:02:05–0:02:07
Nicht so viel vorbereitet haben.
Micz Flor
0:02:07–0:02:08
Zum Schluss wird ein Schuh draus.
Florian Clauß
0:02:08–0:02:15
Wir laufen dann auch hier Richtung Altstrahlau, direkt von der Zukunft und drängen.
Micz Flor
0:02:15–0:02:16
Uns hier durch.
Florian Clauß
0:02:16–0:02:21
Ein wahnsinns Nadelöhr. Ein Nadelöhr war schon immer hier, obwohl ich auch eine
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starke Verbindung zu Altstrahlau habe.
Micz Flor
0:02:24–0:02:27
Ja, ich verbinde das auch alles hier irgendwie mit dir. Alles,
0:02:27–0:02:33
was jenseits Ostkreuz ist, ist Flo-Country.
Florian Clauß
0:02:33–0:02:38
Wir sind gerade aus dem Kino gekommen, aus Zukunft, und haben den Film,
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Scherbenland, geguckt.
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Ein Dokumentarfilm, der, wie aus dem Titel ableitbar,
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über mit den Turnsteinscherben und eigentlich ist es, also ich meinte schon
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ein Heimatfilm, im Prinzip ist dieser eine Quadratkilometer um seinen Wohnsitz,
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ist der Schauplatz dieses Filmes.
Micz Flor
0:03:00–0:03:06
Ja, das war wirklich alles in Kreuzberg, sowohl das historische Material,
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wobei, nee, das stimmt nicht ganz, Aber am Anfang wurde das wirklich etabliert.
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Es ging ja auch um Totschein Scherben, Rio Reiser, Rio Reiser Platz.
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Ich fand es ganz elegant, dass sie es nicht explizit benannt haben.
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Aber eine der ersten Szenen war ja auch dieses 70er-Jahre-Kind auf so einem Rennrad.
Florian Clauß
0:03:24–0:03:30
Was er da herangefährt. Hinter der Häuserwand, die auch total grau und vergammelt braun.
Micz Flor
0:03:30–0:03:33
Und vorher hat es nur strecks auf den Rio Reiser Platz zu, aber die Kamera macht
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einen Schnitt, kurz bevor man den dann sehen konnte.
Florian Clauß
0:03:36–0:03:42
Eigentlich war es ein Porträt, ein Musikfilm. Ein Musikfilm hat mehr oder weniger
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drei Gruppen porträtiert und eigentlich war es auch so eine Liebeserklärung an Kreuzberg.
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Den größten, den meisten Platz hat die Gruppe, kanntest du die? R-A-P-K?
Micz Flor
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Nee, ich habe nachher bloß gesehen bei Columbia Records, wenn ich es richtig
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gelesen habe. Also es fühlte sich so ein bisschen an wie so ein Promotion-Video für diese Rap-K.
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So ein Lied, was irgendwie in gefühlt sieben unterschiedlichen Szenen irgendwie
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nochmal so aufgeführt wurde.
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Die haben auf alle Fälle, glaube ich auch, beim Abspann hat man gesehen,
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die haben doppelt so viele Lieder gespielt wie, wie hieß die?
Florian Clauß
0:04:18–0:04:19
Maike Rosa.
Micz Flor
0:04:19–0:04:20
Vogel.
Florian Clauß
0:04:20–0:04:24
Vogel, genau. Das war eine Liedermacherin.
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Also es war so ganz gut kontrastiert. Die Rapgruppe hat dann immer vor Publikum performt.
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Und man ist denen gefolgt, man hat deren Kindergeschichten gehört,
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die haben in irgendwelchen Hinterhöfen dann gesessen und die Niedermacherin,
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Ja, die war immer so alleine auf der Bühne, ihre Songs. Und die war auch sehr
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ergreifend, ja, so von den Texten. Kanntest du die auch?
Micz Flor
0:04:53–0:04:56
Ich kannte die gar nicht, aber ich fand die wirklich sehr gut.
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Ich fand auch ihre Stimme und wie sie gesungen hat, passte wirklich dann sehr gut zu Rio Reiser.
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Also irgendwie das Gefühl, dass gesungen wird, ohne dass man darüber nachdenkt
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oder ohne dass man es merklich tut. Sondern es ist einfach so.
Florian Clauß
0:05:11–0:05:16
Ja, es ist halt so was ein bisschen Schnoddriges, dieses aber auch was total
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Herzliches und was auch sehr kraftvoll ist.
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Also diese Kraft in der Stimme, die auch bei Rio Reiser, wenn der dann so knarzt.
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Und das ist ja das Unglaubliche von die Stimme von Rio Reiser.
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Tonstein Schermann hat gar nicht so viel Platz in dem Film eingenommen,
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wie ich ursprünglich erhofft habe, muss ich ehrlich sagen.
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Ich dachte dann, es kommt noch mehr historisches Material vor.
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Und ich hätte neulich auf Arte...
Micz Flor
0:05:44–0:05:48
Machst du Fotos ganz kurz? Machst du Fotos oder ich? Weil auf der Webseite unter
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den Blogposts zu den einzelnen Episoden auch immer,
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Bildgalerien.
Florian Clauß
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Und den Track, wo wir lang gelaufen sind, findet ihr da auch.
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Wir kommen jetzt an die Rummelsburger Bucht, an die Buchtzunge und laufen jetzt
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entlang von Altstralau, die Insel, Halbinsellinien entlang.
Micz Flor
0:06:06–0:06:10
Ja, und wir wollen jetzt diesen Film besprechen und ich war skeptisch.
Florian Clauß
0:06:10–0:06:14
Das war jetzt vielleicht nochmal anders angefangen. Wir sind im Sommer mehr.
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Wir haben dann eben auch unabhängig voneinander Ferien.
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Du fährst weg, ich fahr weg. Und da haben wir ein bisschen gesagt,
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was machen wir denn? Und möglichst mit wenig Vorbereitung kam halt die Idee,
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wir gehen zusammen ins Kino.
Micz Flor
0:06:28–0:06:32
Wir gucken uns Scherben dann an und lernen von Rap K, dass wir einfach hier
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rumlaufen und sagen, guck mal hier, da saß ich, ich hab mal Eis gegessen.
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Da drüben hab ich auch ein Eis gegessen. Oder eine Zigarette gerucht.
Florian Clauß
0:06:38–0:06:39
Ich rauch nicht mehr.
Micz Flor
0:06:39–0:06:43
Das war früher. Hier die Tür, die war mal auf. Heute ist sie zu.
Florian Clauß
0:06:43–0:06:49
So war das halt. Da ist schon eine kleine Kritik. an den Akteuren.
Micz Flor
0:06:51–0:06:54
Ich werde das nachher noch ein bisschen framen, aber ich fand es trotzdem einfach interessant.
Florian Clauß
0:06:54–0:06:58
Du warst sehr skeptisch. Ich musste dich ein bisschen hinschubsen zu dem Film.
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Ich habe tatsächlich das ganze Kinoprogramm angeguckt. Wir sind beide irgendwie
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auf einen Anonalfilm gekommen.
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Wir haben nicht Ingeborg-Machmann geguckt. Und wir haben nicht Ingeborg-Machmann.
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Und irgendwie schien mir das hier so sehr passend, weil Tonstein-Scherben kam
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schon mal vor in den vergangenen Folgen.
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Kreuzberg ist quasi unser Chorkis, wo wir die meisten Tracks gelaufen sind und
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Deine Heimat, dann warst du aber immer noch so, ich weiß nicht,
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ich suche nochmal andere Filme raus.
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Ja, aber jetzt, wenn ich dann jetzt hier so aus dem Film komme und das mit dir
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zusammen gesehen habe, irgendwie passt es so für mich.
Micz Flor
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Das war ein gutes Freund.
Florian Clauß
0:07:37–0:07:40
Irgendwie verpatzt.
Micz Flor
0:07:40–0:07:42
Ja, dann erzähl mal.
Florian Clauß
0:07:43–0:07:48
Ich habe mich tatsächlich noch mal so ein bisschen in die Stadtgeschichtsentwicklung
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von Kreuzberg, in die ganzen Episoden des Stadtteils,
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aus den 60ern, 70ern, was hat sich da so entwickelt für eine alternative Szene,
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warum hat sich die entwickelt,
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bis jetzt dann über Maueröffnung, dann Nullerjahre, Zehnerjahre und letztendlich
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haben wir ein Porträt aus den 20ern, also aus mehr oder weniger zeitgenössisch.
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Von Kreuzberg gesehen. Das habe ich halt nicht erwartet.
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Ich muss sagen, ich dachte, das wäre viel mehr historisch.
Micz Flor
0:08:20–0:08:22
Viel mehr Dokumentarfilm.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:26
Viel mehr historisch. Ja, es war ein Dokumentarfilm. Also es war,
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wie nennt man das, ein Musikfilm oder Musikdokumentation.
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Und ich hatte das Gefühl, es wird so ein bisschen die Klammer geschaffen über
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Kreuzberg, über den Ort.
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Aber die Frage, die sich jetzt auch beim Anschauen bei mir dann so aufgekommen
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ist, ist inwieweit eben so die Musiker, die da dargestellt waren,
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also diese politischen Botschaften, was die jetzt dann noch bedeuten.
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Und gerade die Jetzt-Zeit in Form von dieser Hip-Hop-Gruppe, ja.
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Und ich fand, das war so ein bisschen verlaufen dann.
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Irgendwo wurde ja so ein Kreuzberg gezeigt, wo diese Utopie der Gesellschaft,
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wo wir quasi so eine multikulturelle, diverse Gesellschaft, die irgendwo auch,
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zusammenlebt, ja, und wo bestimmte politische,
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Ideale dann verwirklicht waren. Das schien ja so ein bisschen,
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aber gleichzeitig wurde dann so eine Layer draufgelegt.
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Wo man dann auch so die Ungerechtigkeiten, eben auch diese Mietverhältnisse
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in Kreuzberg, Wohnraum, alternativer Raum und so weiter, das wurde alles so
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angerissen, aber es wurde nicht weiter irgendwo verfolgt.
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Ich fand das so ein bisschen stecken geblieben und diese politische Haltung,
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die sich da in diesem alten mit Tonstein und Scherben sich noch viel krasse ausgedrückt hat.
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Diese Konfrontation mit der Polizei, die sich dann auch bei den Bildern von
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der Räumung der Mainzer Straße.
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Und ja gut, das war dann halt der Ostteil der Stadt, wo sich dann halt noch
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viel mehr dann so diese Ungerechtigkeit dann halt auch gezeigt hat.
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Das fand ich, also das war vielleicht auch bewusst, dass man dann halt so ein
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harmonisches Kreuzbergbild zeichnet am Ende. So ein befriedetes Kreuzberg.
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Aber da hat mir irgendwie so dieser politische Kampf dann oder die politische
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Attitüde gefehlt, weil das, was dann halt diese Band, Hip-Hop-Band dann so performt hat, das war,
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ja, es war eher so ein gefühlte,
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so ein Lebensgefühl, was dann natürlich zu dieser, wie soll man sagen,
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Identity Property von Kreuzberg gehört.
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Dass du dich dann so die Attitüde, wir sind dann halt auf dem Malzdach und machen
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dann direkt da in der Oranienstraße Musik ja und alle kennen die Texte und können
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sich damit konzentrieren.
Micz Flor
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Das ist so ein Lifestyle-Ding, so wie halt Berlin, du bist so wunderbar,
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das war ja Kinowerbung früher immer. Also ich möchte das jetzt gar nicht kleiner
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machen, weil ich muss sagen, weil die ganze Zeit, als ich während des Films
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schon darüber nachdachte, darüber zu reden,
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habe ich gedacht, ich muss im Abspann schauen, ob ich irgendjemanden kenne,
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weil ich möchte niemandem Unrecht tun. Aber ich kannte auch niemanden vom Team.
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Deshalb fühle ich mich da so ein bisschen befreit. Aber ich möchte trotzdem niemandem Unrecht tun.
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Also ich sage das alles auch jetzt aus meiner, ich habe die Lyrics nicht ganz
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im Kopf, auch wenn es für alles jetzt so englische Untertitel gab,
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die man da hat lesen dürfen.
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Also der Film auch gleich angelegt war, dass er über Berlin,
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über das Deutsche hinausgeht. Also der Film strahlt schon mit englischen Untertiteln
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und zeigt sich aber super homey am Rio Reiserplatz.
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Ich kannte niemandem erklären, was dieser Film sagen will.
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Wenn wir uns jetzt vorstellen, da pitcht jemand. Jemand geht hin und sagt,
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ich muss das jetzt pitchen, ich muss das verkaufen, ich brauche die Kohle.
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Ich würde nicht draufkommen, was diese Person erzählt. Oder es war eine Lüge,
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die vielleicht wirklich erzählt hat. Ja, wir wollen unterschiedliche Perspektiven,
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unterschiedliche Dekaden.
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Aber alles ist in einem Ort. Das ist dieses Berlin. Und wir zeigen,
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wie die Geschichte in Layern übereinander steht. Und hat sich überhaupt was
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verändert? Was hat sich verändert?
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Und dann hat jemand geklatscht und sagt großartig. Und schmeißt einen Scheck
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hin und sagt, mach das Ding. Und danach hat aber keiner mehr drauf geguckt.
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Ich entschuldige mich, wenn ich jetzt falsch liege. Aber wir müssen das nochmal
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aufsuchen. Diese Wasserwerfer mit den grünen Polizisten.
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Historisch kann ich es nicht genau einordnen. Ich schätze mal 70er,
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80er Jahre Westberliner Polizei mit drei Wasserwerfern. Weißt du,
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als sie reinkamen, während Rio Reiser am Klavier saß und nur mit Klavier gesungen hat?
Florian Clauß
0:12:54–0:12:55
Das war die Mainzer Straße.
Micz Flor
0:12:55–0:12:56
Dieses Land ist es nicht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:01
Das war die Mainzer Straße, die Räumung der Mainzer Straße 1990 oder 91.
Micz Flor
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War das?
Florian Clauß
0:13:02–0:13:02
Ja.
Micz Flor
0:13:02–0:13:03
Okay.
Florian Clauß
0:13:03–0:13:04
Das haben die auch gezeigt.
Micz Flor
0:13:04–0:13:10
Also es gab einmal das, was später war, wo die auch dann hochgefahren sind mit den Leitern.
Florian Clauß
0:13:11–0:13:13
Das war die Liebigstraße.
Micz Flor
0:13:13–0:13:14
Liebigstahl, ja.
Florian Clauß
0:13:16–0:13:18
2021 wurde die gewollt.
Micz Flor
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Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die,
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Räumungspolizeimaterial aus den 70er, 80er Jahren verschnitten haben mit dem
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Konzert von Rio Reiser 1988 in Ostberlin.
Florian Clauß
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Boah, weißt du, dass es Ostberlin noch voll Mauerfall war?
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Es gab diese Zeit, wo Westkünstler, Künstlerinnen auch so rüber konnten.
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Rio Reiser hat ein Konzert auch gegeben in Ostberlin.
Florian Clauß
0:13:45–0:13:49
Also ich dachte, das wäre quasi nach Mauerfall, weil dieses Konzert war dann
0:13:49–0:13:55
tatsächlich Also auch mit einem Material nach Mauerfall, dann kam das ja quasi.
Micz Flor
0:13:55–0:13:59
Okay, und ich hatte in Erinnerung nur, dass dieses Konzert verschnitten war,
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eben mit einem 70er-Jahre-Polizei-Dings.
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Ja, das fände ich halt irgendwie so verwirrend, weil dieses Konzert ist schon in Anführungszeichen,
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weil ich bin jetzt auch nicht so drin, dass ich das wirklich behaupten kann,
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aber es ist insofern legendär, als er ein Lied gespielt hat,
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was er auch gesagt hat, zu eines seiner ersten Lieder, und das fiel ihm so ein,
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hat er gesungen, und es altert nicht.
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Und dann hat er halt 1988, in der DDR hat er es zum ersten Mal gelesen,
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da war eben schon in der DDR die Stimmung auch so, dass nicht mehr klar war,
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wie soll das weitergehen, kann das noch weitergehen, wird sich da was verändern,
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wie kann sich was verändern?
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Und er singt dann halt eben diese Zeilen, ich glaube,
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Dieses Land ist es nicht. Und das klingt dann in dem. Und alle singen dann mit.
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Er singt es viermal oder fünfmal.
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Und das war halt so ein Moment, der irgendwie in dieser Bewegung in der DDR
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wohl eine Rolle gespielt hat. Ich kann das nicht aus erster Hand.
Florian Clauß
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Ich habe das wirklich anders weitgenommen. Ich glaube auch nicht,
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dass es dieses Konzert in der DDR war.
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Es war ja quasi so dieser Utopieraum, der sich nach Mauerfall dann auch,
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in Ost-Berlin geöffnet hat, wo dann auch diese ganze Hausbesetzer-Szene,
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die sich in den 70ern und 80ern in Kreuzberg entwickelt hat,
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dann quasi den Leerstand auch in Ost-Berlin aufgegriffen hat.
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Und da auch quasi diese Häuser besetzt wurden in der Mainzer Straße,
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in der Riga-Straße, in der Liebigstraße. Also diese legendären besetzten Häuser.
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Und diese Räumung wurde dann dagegen geschnitten. Also es war dann eher so,
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dass dieser Utopieraum, der Nachfall von der DDR,
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der nach dem Fall davon, der sich dann aufgetan hat, dass der dann zusammengebrochen ist.
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Und so habe ich es gesehen. Ich hatte nicht jetzt irgendwie den Eindruck,
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dass es wirklich in der DDR dann aufgenommen wird. Das hätten die,
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glaube ich, stärker rausgearbeitet.
Micz Flor
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Die haben doch gar nichts rausgearbeitet.
Florian Clauß
0:15:56–0:15:57
Ja, doch.
Micz Flor
0:15:57–0:16:01
Du weißt doch nicht mal, wann, weil, wie gesagt, das Wrangelcafé war auf,
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dann war das Wrangelcafé zum Verkauf und zu.
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Ich finde, da gab es gar keinen Anker irgendwie.
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Jetzt kann man halt eben beim Pitch sagen, genau das möchte man,
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schaffen, dass man eben nicht mehr quasi linear durch die Zeit geht,
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wie so ein klassischer langweiliger Dokumentarfilm, sondern dass man alles in
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Layern übereinander legt, wie Pettersons Geburtstagspfannkuchen für Findus.
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Und dann schneidet man so durch und alles passiert am gleichen Ort.
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Kann man ja irgendwie alles machen, aber ich fand wirklich, ich fühlte mich
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nicht angemessen wertgeschätzt als Publikum. Ich fühlte mich in die Irre geführt.
Florian Clauß
0:16:36–0:16:40
Ich fühle mich irgendwie ein bisschen wie bei Lola rennt, dass man dann halt
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so, wenn sie dann rennt und auf einmal in die nächste Ecke einbiegt und eben
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noch in Kreuzberg war und dann auf einmal in Wedding kommt, da fühle ich mich
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komplett verarscht von dem Film.
Micz Flor
0:16:51–0:16:56
Von Bonadentity, gleiches Problem. Da rennt die Friedrichstraße lang und dann ist er mal nix.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Du lebst da in Kreuzberg und ich kann das schon verstehen, dass sich das aufbringt,
0:17:02–0:17:05
wenn da Cafés gezeigt werden, die schon lange, lange zu haben.
Micz Flor
0:17:06–0:17:10
Ja, aber es wird ja eine Geschichte dann doch erzählt. Natürlich ist jeder Dokumentarfilm
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auch Fiktion und erzählt eine Geschichte.
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Und wenn die Geschichte fertig ist, und die funktioniert ja auch,
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dann ist der Dokumentarfilm auch okay.
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Und da gehört vielleicht natürlich auch dazu, dass man manchmal irgendwelche
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Aufnahmen von 2012 verschneidet mit Sachen von 2018, weil es halt irgendwie,
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die Geschichte erzählt, die man erzählen will.
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Aber wenn es halt nicht funktioniert, wenn es ein bisschen auseinanderfällt
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oder ich weiß nicht, hättest du es besser gefunden, wenn da Jahreszahlen eingeblendet
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gewesen wären für die Einzelne?
Florian Clauß
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Nee, dafür hat der einfach zu wenig historisches Material geliefert.
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Also das ist so unbedeutend, um da Jahre zu...
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Also es ging eher, also was der Film schon geschafft hat, ist so ein Gefühl zu vermitteln.
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So ein Gefühl, das Tonstein und Scherben in dieser Musik.
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Und das war auch dann die anfangs, also eine der ersten Szenen,
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wo man Frau Vogel kennengelernt hat, wo sie von einer Ferienfahrt erzählt hat,
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als sie das erste Mal mit 15 Tonsteinen und Scherben gehört hat.
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Und tatsächlich ist es für mich auch in meiner Biografie, ich kann mich genau
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daran erinnern, wann ich das erste Mal der Traum ist ausgehört habe.
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Und das war für mich auch ein unglaublich prägendes Lied in meiner Teenie-Phase.
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Also es ist echt interessant, das Tonsteinen und Scherben, einfach mit Rio Reiser.
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Und es gibt diese Keine-Nacht-Macht-für-Niemand, ist es einfach,
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diese Platte hat total geprägt mich in den 80ern.
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Ich weiß nicht, ob du dich an den Moment erinnern kannst, wo du das erste Mal,
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Tonstein-Schermen gehört hast.
Micz Flor
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Ich habe das nicht so bewusst gehört, hatte auch keine Platte davon.
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Also es war so eher was, was so, ich war dann eher schon, sag ich mal,
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in das, wo dann die Neudeutsche Welle,
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Tonscheinscherben auch so abgehängt hatte. Also ich war dann eher schon auf
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dieser Kommerzialisierung, so später 70er, Anfang 80er.
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Dann war ich halt irgendwie so selber mit der Band zum ersten Mal 1983 aufgetreten,
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mit 13 oder mit 12 oder so. Knallrot.
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Genau, knallrot Musik gemacht. Und da war ich halt dann irgendwie so,
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da habe ich so nach vorne geguckt immer. Was machen die denn jetzt gerade so? Wo geht das denn so hin?
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Das war erst später und ich kann dir nicht sagen, wann es bewusst war.
0:19:30–0:19:38
Und ich finde aber, es ist eine unglaubliche Stimme.
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Das ist, glaube ich, wirklich das, was das trägt. Man hat das Gefühl,
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dass die Musik ist so, also gerade bei den frühen Sachen ist die Musik immer so, die funktioniert.
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Man merkt auch, dass die viel geübt haben, dass die auch quasi sich erlauben,
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am Rande ihrer Fähigkeiten zu sein. Also die geben alles.
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Aber die Stimme könnte auch auf etwas ganz anderem funktionieren.
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Ich finde einfach, die Stimme ist wirklich dieses, das ist halt eine Theaterstimme.
0:20:04–0:20:06
Es ist keine Singstimme.
Florian Clauß
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Ja, stimmt.
Micz Flor
0:20:08–0:20:12
Der kommt ja auch ursprünglich aus, ja er kommt nicht aus dem Theater,
0:20:12–0:20:16
er war ja sehr, sehr jung, aber als er nach Berlin gekommen ist er auch so eine
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Theatergruppe mit Lehrlingen oder sowas machen wollen.
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Und die ersten Lieder waren auch Lieder, die eigentlich in Theaterstücken,
0:20:25–0:20:30
die er mit seinen zwei Brudern irgendwie zusammen gebastelt hatte, herkommen.
0:20:30–0:20:34
Und ich glaube auch, macht kaputt, was euch kaputt macht, war auch,
0:20:34–0:20:37
oder das mit dem, ich will nicht mein Vater sein, oder wie das heißt,
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oder eins von denen war auch aus diesen frühen Theaterdingen so.
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Und daraus entstand dann diese Band. Und die Stimme von ihm,
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finde ich, hat halt irgendwas, was eher Theater ist.
0:20:50–0:20:53
Irgendwas passiert, was anderes. Da ist keiner, der versucht,
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etwas zu spielen, sondern da ist jemand, der versucht zu vermeiden,
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irgendwas zu spielen. Und das macht es, finde ich, so unfassbar intensiv.
Florian Clauß
0:21:05–0:21:06
Ja, intens, ja.
Micz Flor
0:21:06–0:21:08
Oder unvermittelt vielleicht.
Florian Clauß
0:21:08–0:21:14
Unvermittelt. Und in dem einen Ausschnitt, wo dann Rio Reiser bei einem Interview
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damit konfrontiert hat, dass er total banale Texte hat, wo er erst mal sagt,
0:21:17–0:21:22
so ja, und dann aber auch so stutzt und das, nein, das sind nicht banal.
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Das auch, also natürlich war das dann so diese,
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öffentlich-rechtlichen Medien, die dann versucht haben, das irgendwie einzuordnen,
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und dann auch damit einzuverleiben, sage ich mal, die Musik,
0:21:36–0:21:38
weil die ja erstmal was Bedrohliches hat, wenn,
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man die dann so hört und gegen das Establishment geht.
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Und deswegen, es ist ja ein banaler Text und dann so, nee, er will halt mit
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einfachen, klaren Sätzen dann auch die Arbeiter, diese Idee der Arbeiterklasse
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war noch so stark. Und das ist interessant.
Micz Flor
0:21:57–0:22:00
Weil das genau so ein Moment war, glaube ich, wo er sich zum ersten Mal,
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weil eine Kamera lief und so ein bisschen auch so eine Identitäts-Meltdown hatte.
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Was bin ich gerade oder spiele ich gerade? Die hatten ja dieses Manifest auch
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geschrieben, Musik ist eine Waffe und da steht eben dann auch drin,
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es gibt diesen Satz, der etwa geht, so, dass Musik kann eine Waffe sein, wenn du,
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auf der Seite deines Publikums bist. Also wenn die alle zusammen quasi singen.
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Und in diesem kurzen Moment, den du gerade auch so geschildert hast,
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da passiert, finde ich, genau das. Also er spricht mit diesem Fernsehtyp und
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dann ist er halt irgendwie quasi der Typ vor der Kamera.
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Und dann wird ihm halt gesagt, er sagt halt ja zuerst in dem Zitat sowas wie, ja,
0:22:41–0:22:44
unsere Texte sind für Leute, die eigentlich, unsere Lieder sind für Leute,
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die jünger sind, 15 bis vielleicht 22, die sind weniger für Schüler und mehr
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für Lehrlinge Und dann sagt er, ach so, und deshalb sind die auch so banal?
0:22:53–0:22:57
Und dann sagt er, ja. Und dann springt er aber eben wieder zurück auf die Seite
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seines Publikums. Sagt so, wenn sie sagen banal, dann heißt das doch,
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man müsste banal reden mit diesen Lehrlingen. Das ist nicht der Fall.
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Das sind nur einfach die Worte, die auf dieser Seite des Zauns,
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dass es dann eben wieder zurückkommt auf sein eigenes Manifest,
0:23:12–0:23:17
auf dieser Seite des Zauns sind die real, echt.
Florian Clauß
0:23:17–0:23:22
Also diese Stimme, wir waren ja gerade bei der Stimme von Rio Reiser und ich
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habe vorhin das mit so einer Schnottrigkeit, aber auch mit so einer unglaublichen Klarheit. Und ich.
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Also ist erst mal so dieser Sound der 70er Jahre, also wenn du dann auch,
0:23:35–0:23:38
keine Ahnung, dir dann Dokumentation von,
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jetzt fällt mir nur so Oskar Schilly, der dann halt als RAF-Anwalt dann auch,
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die Anwälte da vertreten hat.
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Also hast du auch gesehen, diese Dokumentation, wo dann diese Anwälte,
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also in den 70ern, die RAF und Schilly dann auch mit so einer Unglaubigkeit,
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klaren Stimme, dann auch dieser Sound.
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Dann weiß man nicht, ob es Mikrofon ist oder ob das wirklich diese Art Tonalität
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von damals war, um seine Sachen dann auch quasi nach außen zu bringen,
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also an so einem agitatorischen Ton, der dahinter steht.
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Während auch die Maike Vogel dann auch so eine ganz klare Stimme hat. Das fand ich auch gut.
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Und die Jungs dann von dieser Hip-Hop-Band, die hatten alle sehr klare Musikerstimmen.
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Das war dann so, auch wenn sie dann inhaltlich mal mehr und mal weniger geredet
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haben, hatten die doch dann immer eine sehr betonte Stimme. Und das war vielleicht,
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das, was dann halt auch die so ein bisschen zusammengebracht hat in ihrer Art.
Micz Flor
0:24:48–0:24:51
Ja, ich finde es interessant, ich meinte ja vorhin schon, ich möchte mal so
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ein bisschen reframen, weil ich glaube, dass ich, also wir sind ja auch Zugezogene,
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also ich bin jetzt, ja wir sind beide knapp über 30 Jahre jetzt in Berlin wahrscheinlich.
Florian Clauß
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Ja, also ich bin 93,
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nach Berlin, also.
Micz Flor
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Ja, ich auch so um den Drehen, da war ich nochmal kurz weg und dann war ich
0:25:11–0:25:15
jetzt ganz hier seit vielen Jahren. Ja, Maike Vogel, ich habe den Namen jetzt
0:25:15–0:25:16
nicht noch so mitgebracht.
Florian Clauß
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Maike Rosa Vogel.
Micz Flor
0:25:18–0:25:23
Ist aus frankfurt ja in hessen du bist aus hessen ich bin aus hessen also wir sind.
Florian Clauß
0:25:23–0:25:29
Da versuchst immer so eine aus so einer identität über lokalität rio reiser
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ist aus hessen nach berlin gekommen ich bin nicht so lange ich war wirklich
0:25:32–0:25:34
nur so acht jahre genau du willst du.
Micz Flor
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Willst nicht so.
Florian Clauß
0:25:34–0:25:39
Richtig ich will nicht so summiert werden ja aber so handkäse mit musik geht
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halt auch also damit identifizieren grüne soße und so eine Soße auf jeden Fall.
Micz Flor
0:25:43–0:25:50
Der Gitarrist von Tonsteinscherben, der kannte Rio Reiser noch aus Kindergarten,
0:25:51–0:25:53
aus Rottgau oder irgendwie in der Nähe, keine Ahnung, wie Rottgau,
0:25:53–0:25:56
Monotons, Flatsch, Badesalz, also irgendwie aus dieser Ecke.
0:25:56–0:26:01
Das heißt, Frau Vogel und Herr Reiser sind nach Berlin gegangen.
0:26:02–0:26:06
Ich glaube, das ist, glaube ich, total wichtig in dem Film, das sich nochmal klarzumachen.
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Die anderen drei von Rap K, die sind da geboren. Bei einem sehen wir sogar die
0:26:10–0:26:14
Stelle auf dem Teppich, wo die Nabelschnur durchgeschnitten wurde.
Florian Clauß
0:26:14–0:26:16
Was hast du jetzt dazu gesprochen?
Micz Flor
0:26:17–0:26:18
Das wurde irgendwie im Klei.
Florian Clauß
0:26:18–0:26:21
Sein Vater hat gesagt, auf diesem Teppich wurdest du geboren.
Micz Flor
0:26:22–0:26:25
Und ich finde es aber, dass man das irgendwie, finde ich, nochmal so festhalten
0:26:25–0:26:30
muss, weil die, die nach Berlin gekommen sind und Maike Vogel sagt das ja explizit,
0:26:30–0:26:33
dass sie da auch sich, das war wie so ein Calling, also sie hat sich da,
0:26:34–0:26:37
gerufen und berufen gefühlt, um da hinzugehen.
Florian Clauß
0:26:37–0:26:37
Ja.
Micz Flor
0:26:38–0:26:42
Und diese Rap-Kalor, die sind halt von da. Ja.
0:26:42–0:26:45
Für die ist es dann eher so, die sind halt eigentlich die Einheimischen.
0:26:46–0:26:48
Die Einheimischen, die entschließen, irgendwie Musik zu machen.
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Und die haben aber keinen ungelösten Konflikt, mit dem sie nach Berlin kommen,
0:26:54–0:26:55
um den da irgendwie aufzulösen.
0:26:56–0:26:59
Sondern die sitzen halt dann so da und erzählen dann halt, okay,
0:26:59–0:27:02
als ich in der Grundschule war, haben wir Mercedes-Sterne abgebrochen.
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Später saßen wir auf der Treppe, sind da unten, die anderen haben da ein bisschen gekickt.
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Also es ist halt komplett banal, aber so ist es halt.
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Es war wahrscheinlich, wenn man von außen drauf guckt,
0:27:15–0:27:21
Bei Frau Vogel und bei Herrn Reiser oder Südhessen war es halt wahrscheinlich
0:27:21–0:27:26
genauso banal. Bloß die haben sich da nie rausentwickelt. Die wollen gar nicht
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woanders hin. Die sind jetzt so da drinnen.
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Man hat so das Gefühl, denen fehlt auch so ein bisschen, wie du sagst, das Politische.
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Und warum möchte man denen das überhaupt andichten? Warum möchte man das von
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denen haben? Die sind halt so da.
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So ein bisschen wie wenn man jetzt nach Südfrankreich fährt und am Hafen sitzen
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dann in der siebten Generation Leute, die halt da sitzen und Kaffee trinken.
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Man guckt sie so an und erwartet von denen, seid ihr auch so interessiert an
0:27:52–0:27:55
diesem Hafen wie ich, an diesem Azurblauen Meer?
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Möchtet ihr die Faszination, möchtet ihr nicht auch was verändern?
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Möchten die nicht, die sind da einfach hineingewachsen.
Florian Clauß
0:28:00–0:28:03
Die sind da, die sind wie die Fische am Dorf, am Meer.
Micz Flor
0:28:04–0:28:10
Und der Vater, das ein Rap-K-Typen, der da geboren wird auf dem Teppich,
0:28:10–0:28:13
wir sind mit der Kamera in dem Zimmer mit dem Teppich und dem Sohn,
0:28:13–0:28:17
der seinen Vater mit dem Kamerateam überrascht, sagt Überraschung, dann gehen die rein.
0:28:18–0:28:22
Und der Vater erzählt dann hier, ja, Eigenbedarf, Kündigung.
Florian Clauß
0:28:22–0:28:25
Wie kommt denn so ein politischer Spin?
Micz Flor
0:28:25–0:28:27
So ganz kurz wird halt einfach über die Not...
Florian Clauß
0:28:27–0:28:29
Wir besetzen das auch, wir besetzen.
Micz Flor
0:28:29–0:28:33
Und du merkst aber natürlich, der Vater ist, ich glaube, der ist Franzose, kann das sein?
Florian Clauß
0:28:33–0:28:34
Ja, der hat gesagt, der ist Franzose.
Micz Flor
0:28:34–0:28:37
Hat sehr gut Deutsch gesprochen, aber der Sohn hat das vorher,
0:28:37–0:28:38
glaube ich, auch schon mal erzählt.
0:28:39–0:28:43
Und du merkst halt, dass der Vater da irgendwie der Gast ist,
0:28:43–0:28:46
der in Anführungszeichen der Fremdere ist oder so. Und der Sohn geht halt so
0:28:46–0:28:49
durch und sagt halt, naja, es hat Eigenbedarf, naja, ist halt so und geht raus
0:28:49–0:28:53
auf den Balkon und guckt sich nochmal die Straße an, in der er kommt.
Florian Clauß
0:28:53–0:28:58
Wo man das in der Flucht des Betanien sieht. Das ist Kreuzberg als so ein...
0:28:59–0:29:03
Was ich mir schon meinte, so als Identitätsproperty. Das ist halt ein Wert,
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der über die Dekaden dann so als ein Corporate-Bezirk dann so geformt hat.
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Ich weiß nicht, ich kann mich auch daran erinnern, ich kann mich nicht nur daran
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erinnern, wie ich den ersten Don't Lieber in Schermann bin, sondern ich kann
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mich auch daran erinnern, wie ich dann halt wirklich so, das ist Kreuzberg,
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das ist erst mal ein Kreuzberg, dann halt ausgestiegen bin auf Klassenfahrt.
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Das war irgendwie 87, ich bin dann ein Kreuzberg gewesen. Und das war halt wirklich
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so ein, yeah, jetzt bin ich in Kreuzberg, was machen wir jetzt?
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Und dann sind wir auch erstmal in so einen Comicladen gegangen,
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weil wir wussten, okay, hier gibt es Comics und hier gibt es Fanscenes. Das waren die 80er.
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Man hatte noch so Fanscenes. Guck mal, die haben im Internet gedrucktes Internet.
Micz Flor
0:29:43–0:29:45
Sowas gibt es sonst nur im Internet.
Florian Clauß
0:29:45–0:29:47
Nein, das gab es noch nicht, das Internet.
Micz Flor
0:29:47–0:29:50
Eben, aber so heute würde man sagen, das ist gedrucktes Internet.
Florian Clauß
0:29:50–0:29:54
Ja, und das war halt so, das war halt wirklich so wie so ein Vorhang.
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Du kommst in so einen dichten, narrativen Ort, von dem du Geschichten hörst,
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von dem du Songs hast und so weiter und siehst ihn erwartet.
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Jetzt passiert auf einmal was,
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aber es ist banal. Das ist halt irgendwie genau das, was du schreibst.
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Sagst, das ist der Hinterhof, da bin ich aufgefahren. Also für diejenigen,
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die da sowieso groß geworden sind.
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Aber es ist halt immer so diese Erwartungshaltung, die man dann auch hat als
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jemand, der dann wirklich so aufgeladen ist von dem Ort.
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Und das ist halt so ein bisschen, das ist der Teppich in dem ganzen Film.
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Kreuzberg, Kreuzberg, so dieses Land Kreuzberg.
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Ist das, wie, ich weiß nicht genau, ich erinnere mich ganz im Text, im Refrain.
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Das ist ja das Land Kreuzberg, was dann halt auch diese Gruppe da singt,
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wo dann sich für alle so dieses Identifizierende bildet.
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Und das ist auch stark. Ich finde, das ist halt so dieser ...
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Emotionale Momente. Musiker müssen jetzt nicht unbedingt so reflektierend sein wie Rio Reiser.
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Es geht vielmehr um so ein Gefühl, was sich dann über die Musik transportiert.
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Die Beats von der Gruppe fand ich schon ganz mitreißend. Es war schon sehr elektronisch.
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Die haben ja auch Mood Selector Sample gehabt.
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Von Apparat, wo das New Arrow, diese Baseline da reinkommt.
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Das ist halt so das, das ist voll das, das Ding, was man halt wirklich sofort
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als Wiedererkennung hat. Das fand ich schon ganz gut.
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Das kann ich auch verstehen, dass dieses Konzert in der Columbia Halle,
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wo dann auch total alle mitgerissen waren.
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Also das war ja schon sehr, sehr stark in dem Moment.
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Und bei der Maike Vogel, Sängerin, Liedermacherin, da waren die Texte auch so.
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Also es klang irgendwie alles ein bisschen gleich so, aber man hat ja dann noch,
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Stücke von ihr gehört, die produziert waren, da war es halt nicht ganz so gleich.
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Diese Alternativkultur, die sich auch mit Kreuzberg so entwickelt hat.
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Also das ist ja das war, was dann auch in den 70ern dann auch entstanden ist,
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oder früher noch in den 60ern, wenn die Studenten aufruhen.
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Und da war ja auch Kreuzberg so ein Zentrum.
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Und da sind ja eben Turnstern und Scherben groß geworden und haben sich in dieser
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Hausbesetzerszene dann auch etabliert.
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Und das ist ja auch nochmal von der Stadtentwicklung her ganz interessant,
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was da passiert ist in dieser der totalen Insel von Kreuzberg,
0:32:31–0:32:36
aber das kam halt nicht mehr so raus, das war jetzt das haben sie kurz mal erwähnt.
Micz Flor
0:32:36–0:32:40
Wo er am Tisch sagt, ja haben sie uns erklärt, das war der letzte Schnipsel
0:32:40–0:32:44
so von Berlin und das war wirklich nicht mehr,
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Und er hat es ja selber gesagt, es gibt ja noch so die Ossis,
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die Wessis und so, aber das ist es unklar, wie viel, also von dem,
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was sie sagten, ist es unklar, wie viel Einfluss das noch hat aufs Denken und
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aufs Miteinander umgehen,
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aber es sind eher Geschichten aus der Vergangenheit.
Florian Clauß
0:33:02–0:33:08
Das war ja total konstituierend für diese Hausbesetzer-Szene,
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für diese politische Kultur, für diesen Aktivismus, der dann in Kreuzberg entstanden ist.
0:33:13–0:33:16
Ganz viele selbstorganisierte Projekte sind daraus entstanden.
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Diese Studentenbewegung, die sich dann auch, wo dann irgendwann der Schwenk
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kam, also von diesem Aktivismus, außerparlamentarische Organisation,
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dann irgendwann das Privat ist, das Politische.
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Das ist ja dann auch so von einer feministischen Bewegung nach vorne.
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Also dass so wie man lebt auch entsprechend einfach ein politisches Statement
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hat oder eine politische Person ist, ein politisches Subjekt ist.
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Und dann kam ja so auch aus diesem Gedanken heraus, dass eben nicht das Familienmodell
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das sein muss, wie man Kinder großzieht.
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Wie man dann quasi lebt und Beziehungen dann auch flechtet, sondern dass es
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auch andere, alternative Formen gibt.
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Das ist jetzt auch das Kinderladen als Organisationsform, ja,
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dann die anti-autoritäre Erziehung.
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Das waren ja alles so Bewegungen. Da war ja eben der Schmelztiegel, war ja in Kreuzberg.
0:34:18–0:34:23
Das war ja so das Bild, was sich da so entwickelt hat. Und dann die Hausbesetzer-Szene,
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also da, wo sich dann auch tatsächlich so Eigentumsverhältnisse auch an der
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Frage aufgetan haben. Wem gehört das?
0:34:32–0:34:37
Da ist dann, glaube ich, nochmal die Geschichte von Kreuzberg interessant, weil...
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Eingeschlossen eben von der Mauer gab es ganz viele Nischen,
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das waren so die Mietskaserne, die noch aus dem vorherigen, also aus dem 19.
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Jahrhundert gebaut wurden.
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Die wurden ja quasi dem Verfall preisgegeben, um dann irgendwann die Leute rauszubekommen,
0:34:53–0:34:54
um dann neue Sachen hinzubauen.
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Das war genau diese Zeit der 70er, wo dann auch die meisten Häuser damals in Berlin besetzt wurden.
0:35:04–0:35:08
Also es waren über 100 in Kreuzberg, die besetzt wurden, um diesen Verfall dann
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nicht diesen Kreuzern preiszugeben.
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Und wo dann diese starke Bewegung überhaupt entstanden ist.
0:35:14–0:35:18
Und dann hat auch die Politik ja eingeschränkt. Also das heißt,
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sie haben dann nachgegeben. Es gab dann auch entsprechende städtebauliche Maßnahmen.
0:35:22–0:35:27
Also das Kotti, also diesen Neubau, dieses Prägende, was wir da gesehen haben,
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das ist ja dann in den 70ern entstanden.
Micz Flor
0:35:29–0:35:33
Da ist doch vor ein paar Jahren auch irgendwie ein Dokumentarfilm über den Architekten
0:35:33–0:35:36
oder Planer oder sowas, den können wir vielleicht auch noch mal gucken.
Florian Clauß
0:35:36–0:35:42
Wir hatten ja auch schon mal im Rahmen von unseren letzten gemeinsamen Kinoerlebnissen,
0:35:43–0:35:48
das war ja zur Berlinale, dann sind wir ja zur Schwangeren ausgegangen.
0:35:49–0:35:53
Haben wir ja so ein bisschen über diese Interbau 1957, das dann halt quasi so
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als Architektenveranstaltung oder so ein bisschen Free Speech und so weiter
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etablieren wollte im Westen als Gegenpol,
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zum Osten, als diese ganzen großen Bauten entstanden, die dann halt so diese
0:36:06–0:36:08
Dominanz des Ostens auch zeigen sollten.
0:36:08–0:36:13
Ja, also Stalinallee und so weiter. Da war Interbau, wo dann halt das Hansaviertel
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entstanden ist, das schwangere Ostern.
0:36:14–0:36:20
Und es gab dann 20 Jahre später, also näher 30 Jahre später,
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die Interbau oder die, ich hieß glaube ich, ich weiß nicht, 57,
0:36:26–0:36:27
Weltausstellung, Weltbau.
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Und das, was dann in Kreuzberg passiert war, das ist dann 87.
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Sind die Bauprojekte vorgestellt worden in Kreuzberg, wo es dann mehr so integrativer wurde.
0:36:41–0:36:46
Wo dann auch zum Beispiel nachhaltiger saniert wurde, wo dann auch Sanierungsprogramme,
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die dann eben die Wohnform, die vorher besetzt hat und eingeschlossen haben.
0:36:52–0:36:57
Das kam ja dann so, als so einen versöhnlichen Weg kam das ja dann raus.
0:36:58–0:37:02
Das war ja auch letztendlich auch dann eine Frage von,
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Dass man da wieder zusammenkommt. Während man in so einer Gegenkultur guckt,
0:37:09–0:37:11
ich will nicht mit denen zusammenarbeiten, den Staat.
0:37:12–0:37:17
Das ist ja der Feind auf der anderen Seite. Heraus zum revolutionären 1. Mai.
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Es hat lange gedauert, bis Berlin eine andere 1. Mai-Politik gefahren hat,
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also mit den Straßenkampfen.
0:37:24–0:37:27
Hatte ja auch dann irgendwie eine Art von Sport. Ich weiß nicht,
0:37:27–0:37:30
ob du die Maifeste der 90er dann so mal mitgemacht hast?
Micz Flor
0:37:30–0:37:34
Ja, so ein bisschen. Aber es fühlte sich für mich immer ein bisschen aufgesetzt
0:37:34–0:37:36
an und schon sehr touristisch auch.
0:37:36–0:37:41
Also dann kam halt, natürlich kam einerseits die Polizei aus allen anderen Bundesländern,
0:37:41–0:37:45
wurden mit rangefahren. Das sieht man auch im Film, da steht ja immer so, als ob die Teams sind.
Florian Clauß
0:37:45–0:37:47
Ja, im NRW. Ja, genau.
Micz Flor
0:37:49–0:37:52
Aber andererseits gab es dann einfach natürlich auch unfassbar viele Touris,
0:37:52–0:37:57
die für den ersten Mal nach Berlin gekommen sind, die dann da so mitmachen wollten.
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Wo ich nicht das Gefühl hatte, als ich hier ankam in den frühen 90ern.
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Dass das noch, also ich habe da keine Wurzeln gespürt.
Florian Clauß
0:38:07–0:38:10
Ich war erstaunt, also wie du das beschreibst, das war dann irgendwie ritualisiert.
0:38:11–0:38:16
Ja, also dann haben sich alle so drauf gefreut und es war auch ziemlich brutal.
0:38:16–0:38:21
Also es wurde von beiden Seiten, wurde da relativ stark draufgehauen.
0:38:21–0:38:24
Aber es war dann wie so ein Schalter, so zack, jetzt geht's los.
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Und es war für alle so, wir proben Straßenkampf. Also ich meine,
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macht man ja nicht oft die Erfahrung, wo kriegt man halt irgendwie Straßenkampferfahrung.
0:38:34–0:38:35
Und ich meine, das ist halt auch so.
Micz Flor
0:38:35–0:38:38
Hast du das gemacht? Hast du Straßenkampf geprobt?
Florian Clauß
0:38:38–0:38:44
Nee, das war mir auch zu krass. Aber ich war schon so nah dran, sagen wir mal.
0:38:45–0:38:47
Also ich habe nicht inhaliert.
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Aber es war dann schon im Osten so. Also ich habe das ja, da waren ja dann,
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ging es natürlich auch in Britannien und so weiter, das war ja auch mit dabei.
Micz Flor
0:38:57–0:39:02
Ich weiß noch, Ende der 90er-Jahre war das, glaube ich, da war irgendein Kette-Kollwitz-Platz,
0:39:03–0:39:06
Da war das alles schon nicht mehr so wild, aber dann hatte die Polizei wirklich
0:39:06–0:39:13
eine ganz neue Schikane gegen die Gewaltbereiten.
0:39:13–0:39:18
Und zwar anstatt, dass die Polizei da stand, vermummt in Uniform,
0:39:18–0:39:24
spielte am Geltekolbettsplatz am späten Nachmittag das Swingorchester der Berliner Polizei.
Florian Clauß
0:39:25–0:39:27
Das hat Schilds immer wieder gehört.
Micz Flor
0:39:27–0:39:30
Ich fand das einfach so genial, das ist so eine psychologische Kriegsführung.
Florian Clauß
0:39:30–0:39:34
Ja, dann machst du die schon wild, die ganzen.
0:39:34–0:39:38
Ja, ich meine, auch die Autonomen, also das wurde ja nicht so differenziert,
0:39:38–0:39:41
also in dem Film jetzt, ich rede jetzt wieder im Dokumentarfilm,
0:39:42–0:39:47
aber die Autonomenbewegung kam ja dann auch aus der Hausbesetzerszene ganz stark davon geprägt.
0:39:49–0:39:53
Und die haben zum Beispiel dann sich immer gegen alle Angebote gestellt,
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die dann halt quasi von politischer Seite gemacht wurden.
0:39:56–0:40:00
Dann eben so diese genossenschaftliche Transformation der besetzten Häuser,
0:40:00–0:40:02
was dann halt auch im Osten passiert ist.
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Aber die Autonomen waren dann schon immer so, nein, Freiräume müssen dann auch staatsfrei bleiben.
0:40:09–0:40:14
Also das finde ich halt auch bei Herr Lehmann, bei den Romanen so schön beschrieben,
0:40:14–0:40:17
dieses Kreuzberg, was dann halt wirklich umschlossen ist.
0:40:17–0:40:23
Und es gibt diese vier Seiten von dem Stadtbezirk, wo drei dann einfach so Nischen
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waren, wo die Mauer. Das kann man sich, glaube ich, nicht vorstellen.
Micz Flor
0:40:26–0:40:28
Du konntest nicht durchfahren.
Florian Clauß
0:40:28–0:40:32
Du konntest nicht durchfahren. Du hattest ganz viele so tote Ecken,
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wo keiner mehr hingekommen ist.
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Du hattest auch billigen Wohnraum. Da hattest du einen hohen Migrationsanteil,
0:40:39–0:40:43
der dann in der Bevölkerung war, weil viele ja dann im Rahmen von,
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also dieses Prinzip, das ist ja so quasi die Schattenseite oder so das Windloch
0:40:51–0:40:53
von dem Wirtschaftswunder Deutschland.
0:40:53–0:41:00
Also da sind die ganzen migrantischen Bewohner, weil dann Deutschland so billige
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Arbeitskräfte gesucht hat, dann da hingezogen, wo es halt billige Wohnungen gab.
0:41:05–0:41:11
Und die ganzen Fahnenflüchtigen, die halt keinen Bock hatten auf Zivildienst, sind auch nach Berlin.
Micz Flor
0:41:11–0:41:12
Fahnenflüchtige.
Florian Clauß
0:41:12–0:41:16
Ja, ja, so hieß das. Die sind dann auch nach Berlin gekommen.
0:41:17–0:41:22
Die ganze Schwulen- und Lesbenszene hat sich ja dann auch in den 80ern da so ausgeprägt.
0:41:22–0:41:29
Also das heißt, es gab einen unglaublichen Pott von verschiedenen Kulturen.
0:41:30–0:41:35
Und das, was wir jetzt in diesem Film aus der heutigen Zeit,
0:41:35–0:41:38
war ja dann so die Moulange, wenn alles zusammengemischt ist.
0:41:38–0:41:42
Das war ja dann schon so, was sich früher eher separiert hat oder vielleicht
0:41:42–0:41:46
auch nicht und dann schon Ansätze des Zusammenlebens entwickelt hat.
0:41:46–0:41:50
Und ich glaube, das ist halt so der Jetztstand von jetzt sowieso.
0:41:51–0:41:54
Aber ich glaube, auch politisch ist da jetzt nie mehr viel drin,
0:41:55–0:42:04
außer quasi eine gewisse Ungerechtigkeit empfinden, weil man ja eben hier auch in eines der ärmsten,
0:42:04–0:42:06
Viertel von Berlin wohnt.
0:42:07–0:42:13
Ungerechtigkeit und Drogen- und Obdachlosigkeit ist ja super präsent.
Micz Flor
0:42:14–0:42:21
Ja, auf jeden Fall. Ja, ich glaube, dass dann, wenn man jetzt die MusikerInnen aus dem Film als,
0:42:23–0:42:27
Zeitzeugen vielleicht auch der gegenwärtigen Geschichte sieht, dann,
0:42:28–0:42:35
ist es schon irgendwie, dass die Frau Marie Vogel hat ja dann in gewisser Weise
0:42:35–0:42:39
das Ende der Welt, weil der Kapitalismus gesiegt hat, besungen.
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Also die 70 Euro, die ihr Kind zusammenkratzt, damit man vielleicht jemanden
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bezahlen kann, der Welt mal zu erklären, wie Klimawandel funktioniert.
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Das ist sehr dystopisch und traurig und endet natürlich dann doch irgendwie,
0:42:51–0:42:56
naja, vielleicht nicht ich, aber meine Kinder können Happy End noch erleben. Ähm...
0:42:58–0:43:01
Und da ist natürlich der Blick von draußen auf das System, auf die Verteilung
0:43:01–0:43:05
und das, was Rap-K, ich nenne jetzt Rap-K.
Florian Clauß
0:43:05–0:43:09
Ich weiß nicht mehr. Ich weiß nicht, ob die R-P-K oder Rap-K,
0:43:09–0:43:12
also ja, ich bin mir auch unsicher.
Micz Flor
0:43:12–0:43:16
Ja genau, also die dürfen mich auch falsch nennen, ich bin okay with it.
Florian Clauß
0:43:16–0:43:17
Der Miets?
Micz Flor
0:43:17–0:43:22
Genau, Miets, ich bin Miets. Die hatten ja dann weniger eben diesen Blick von
0:43:22–0:43:24
draußen auf das ganze System, sondern den Blick von drinnen eben,
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weil die wieder von da kamen und haben dann so kurz gesagt, ja so Gang,
0:43:27–0:43:28
ne, ist ja schon. schon so.
0:43:28–0:43:31
Aber bei uns war es eigentlich immer, wenn es irgendwie passt,
0:43:31–0:43:32
dann wird die Gänge auch größer.
0:43:33–0:43:38
Das fand ich eher so ganz deutlich so auf einem sozialen, gegenwärtigen Gefühl
0:43:38–0:43:41
von Inklusion und Interesse aneinander.
0:43:41–0:43:49
Das fand ich so ein Gegenentwurf, der aber natürlich dann die Marie-Vogel-Texte nicht aushebeln kann.
Florian Clauß
0:43:49–0:43:49
Maike.
Micz Flor
0:43:50–0:43:56
Maike, Entschuldigung. Maike Vogel. Und das bleibt dann irgendwie so offen.
0:43:56–0:44:00
Aber auch da fand ich es wieder interessant, Und eben die, die da geboren sind,
0:44:01–0:44:04
die sind da nicht hingegangen, um was zu bewegen oder was zu erleben,
0:44:04–0:44:07
sondern die sind einfach da geboren, sind da geblieben.
0:44:07–0:44:11
Vielleicht sogar, wie du sagst, schwache Infrastruktur in dem Gebiet,
0:44:11–0:44:16
dann bleibt man halt irgendwie da, hat dann die Wohnung und machen was damit.
0:44:17–0:44:21
Und das ist ja auch der totale Gegenentwurf, als der eine erzählt,
0:44:22–0:44:24
dass ein Vater aus Norwegen kommt. Ich habe den Namen jetzt, das...
Florian Clauß
0:44:25–0:44:25
Gus.
Micz Flor
0:44:25–0:44:26
Gus?
Florian Clauß
0:44:26–0:44:27
Gustav war das...
Micz Flor
0:44:27–0:44:28
Ja genau, Gustav.
0:44:28–0:44:35
Und der erzählt, wie am 1. Mai er sich vorgenommen hat, da mit einem Meilswagen,
0:44:36–0:44:41
direkt ans Ende dieser Brücke, Eisenbahnstraße, direkt vor der Spree aufzuschlagen.
0:44:42–0:44:46
Dann kommt er an, da sind ja schon zwei Bühnen, die aufgebaut werden.
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Er ist so früh dran und die Bühnen, und er hat wahrscheinlich den Kollegen schon
0:44:49–0:44:50
gesagt, das klappt nicht.
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Und jetzt kommt halt dieser perverse Twist, den ganzen.
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Und dann ist die Polizei sein Freund und Helfer und Retter.
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Dann kommt die Polizei auch schon früh und checkt die Lage und sieht, dass die da aufbauen.
0:45:02–0:45:07
Und wie er es dann sagt, ich kann es nur paraphrasieren, aber es war wie so
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ein Geschenk. Dann haben die einfach so Rabatts gemacht, alles abgenommen,
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waren die weg. Dann habe ich die gleich angerufen und gesagt,
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hey, es kann doch stattfinden.
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Und ich habe aufgebaut. Also die Rolle der Polizei in dem Ganzen ist dann nicht
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mehr Gegner, sondern es ist einfach nur eine Form der Kraft.
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Es ist wie so eine Tai-Chi, Aikido-Idee. Wir müssen mit diesen Kräften umgehen.
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Und dann war es halt die Polizei, die uns Gold macht. Hätte auch was anderes sein können.
Florian Clauß
0:45:31–0:45:35
Ja, ich meine, das war auch so, was in dem Film, was ich jetzt irgendwie so
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diese paar Kritiken, die ich gelesen habe, da wurde ja auch schon versucht,
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dann so quasi so diese übergreifenden, die kartenübergreifenden Themen dann zu spinnen.
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Und dann geht es um Polizeigewalt. Ich meine, klar, Polizeigewalt siehst du
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natürlich in der Räumung der besetzten Häuser.
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Aber die Polizeigewalt ist dann eine andere, das Beispiel, was du genannt hast,
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als jetzt irgendwie so in den 70ern.
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Da ist es, glaube ich, noch viel spaltender, noch viel mehr auseinander.
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Also ich glaube, das war dann wirklich viel weniger. Also jetzt ist es ja so, im Kodi ist das… Ja.
Micz Flor
0:46:08–0:46:10
Aber es ist ja auch eine andere Situation.
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Was Maike Vogel singt, wo sie das eine Lied singt, wie das ist,
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mit Kind und Arbeit und Geld verdienen und sich mit dem Vater des Kindes die
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Klinge in die Hand geben, dann muss der wieder arbeiten, um das irgendwie alles zusammenzuhalten.
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Und am Ende des Monats ist nichts übrig, so in der Art, was sie singt.
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Das ist dann so dieses Bild, vor dem man dann vielleicht irgendwie in der Hausplätze
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denkt, hey, das Haus steht leer, ich wohne jetzt hier. What's the fucking problem?
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Also dann ist es viel existenzieller, als wenn du am 1. Mai in der Wrangelstraße
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ein Kaipis verkaufen willst und die Bullen sagen, hey, mach dich vom Acker.
0:46:48–0:46:50
Und du gehst zweimal um die Ecke und dann stehst du wieder da.
0:46:50–0:46:54
Also ich glaube, die Dringlichkeit ist eine andere. Also deshalb meine ich.
Florian Clauß
0:46:54–0:46:58
Das ist... Also existenzieller Druck.
Micz Flor
0:46:58–0:47:02
Es ist in beiden Fällen ein System, also systembehaftet. Es hat in beiden Fällen
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mit Kapitalismus zu tun.
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Und es ist in beiden Fällen aber eine ganz andere Form des Kapitalismus,
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die da so wirkt. Und der eine hat ja auch ganz, fand ich vielleicht den schönsten
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Satz, wo er gesagt hat, ja Gang kommt ja von Gangster, aber wir waren eher so Gauner.
Florian Clauß
0:47:16–0:47:17
Ja, das fand ich auch super.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Und das ist nicht irgendwie ganz gut, weil das auch schon so gut eintaktet,
0:47:19–0:47:23
worum es jetzt hier geht. Also wir haben nicht die großen Fronten,
0:47:24–0:47:27
aber wir lassen nicht alles mit uns machen und wir finden unseren Weg.
Florian Clauß
0:47:27–0:47:31
Ja, ja. Also ich glaube, das ist auch, glaube ich, schon so dieser Street-Pressure,
0:47:31–0:47:35
den du da hast, wenn du da aufwächst, vielleicht, weiß ich nicht,
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du hast ja noch, du bist ja da noch mehr connected.
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Deine Kinder wachsen ja da auf in dem Bezirk, sie brechen ja auch schon die Mercedes Sterne.
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Können sie ja nicht mehr abbrechen, weil es die gar nicht mehr gibt.
Micz Flor
0:47:46–0:47:47
Können sie nicht, ja.
Florian Clauß
0:47:47–0:47:51
Aber ich fand diese eine Sache, wo er dann auch sagt, ja genau,
0:47:51–0:47:54
so Gang von Gauna und wir waren sehr offen, ja, und das sagt ja auch,
0:47:55–0:47:59
Meike Vogel, dann eben, dass Berlin immer, egal wer du bist,
0:48:00–0:48:03
egal woher du kommst, du wirst total offen von Berlin aufgenommen.
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Und ich glaube, das ist auch nochmal das Gefühl, was sich dann auch übertragen
0:48:08–0:48:12
hat in dem Film, was ja auch schon so dieses Utopie-Bild von Berlin,
0:48:12–0:48:17
speziell Kreuzberg, das ja nicht gefragt ist, also ein bisschen dieses Wild-West-Ding.
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Wir fragen nicht, woher du kommst, wir fragen nicht, was du gemacht hast und
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du bist da und du bist so, wie du bist und wir nehmen dich an.
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Das ist ja schon ein starkes Bild, wenn das jetzt irgendwie sich dann auch in
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Kreuzberg so ausdrückt.
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Und das ist ja auch dieser Freiraum, das ist diese Freiheit.
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Das ist das, was noch zählt und das ist ein Wert.
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Dem Film kann man das schon so zugutehalten, dass er das rüberbringt, emotional.
0:48:42–0:48:50
Wie gesagt, das ist halt ein Patch mit einem Scherben-Stein-Ton, der dann richtig klebt.
0:48:52–0:48:57
Also das kommt nicht so richtig zusammen in dieser Collage.
Micz Flor
0:48:57–0:49:04
Und das meine ich halt. Ich glaube, dass das, was vielleicht im Pitch als Thema
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ausgegeben wurde, ich habe da nicht viel mitgenommen.
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Ich fand, dass der im Schnitt entstanden ist, der Film. Und dass der ziemlich
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clever geschnitten wurde, wer auch immer die Sache montiert hat.
0:49:15–0:49:20
Aber die Montage des Films irgendwie ein Versucher was zu retten,
0:49:20–0:49:22
was irgendwie das Material nicht
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mehr hergegeben hat. Also mir fehlte mir fehlte zum Schluss ein Satz.
Florian Clauß
0:49:27–0:49:32
Ja, verstehe ich, aber ich hatte das Gefühl, dass zum Beispiel Rap-K,
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die Band, ganz anders gefilmt war als das,
0:49:36–0:49:40
Frau Vogel und dann natürlich die historischen Aufnahmen von Turnstein Scherben.
0:49:40–0:49:43
Ich glaube, das sind unterschiedliche Kameramänner, Frauen gewesen,
0:49:44–0:49:45
die das aufgenommen haben.
0:49:45–0:49:49
Und ich glaube auch, also ich habe in irgendeiner Kritik gelesen,
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dass der, der dann auch die Regie geführt hat, der ist Jahrgang 2003,
0:49:55–0:50:00
war im Prinzip so oder ist jetzt so an dieser Web-K-Geschichte dran gewesen.
0:50:01–0:50:05
Und es kann wirklich sein, dass der dann halt so in dieser Pitch,
0:50:05–0:50:08
dann müssen wir noch ein bisschen mehr reinbringen, damit sich das nochmal so
0:50:08–0:50:11
ein bisschen politischer dann halt so auflädt.
Micz Flor
0:50:12–0:50:15
Also da führte sich an, ich habe nicht gesehen, nur darüber gelesen,
0:50:15–0:50:18
aber so ein bisschen wie der Habeck-Film, wo man halt dann irgendwie so einen
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Politiker verfolgt und das Ganze wird dann öffentlich-rechtlich noch gezahlt
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und hergestellt und es geht sich irgendwie nicht so aus, aber man durfte mal so da zugucken.
0:50:28–0:50:30
Ich hatte wirklich das Gefühl, dass diese,
0:50:31–0:50:34
Die jüngste Band, ich will das gar nicht mehr Herr und Frau und sonst was sagen,
0:50:34–0:50:37
aber die jüngste Band halt irgendwie, der so am meisten Credits bekommen hat
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und irgendwie sich so legitimieren durfte und man aber gleichzeitig im Material
0:50:41–0:50:44
auch ein bisschen suchen musste, dass da genügend Zeit,
0:50:45–0:50:50
reinkommen kann, dass da wirklich genügend Interessantes auch gesagt wird,
0:50:50–0:50:51
wenn ich mal so frech sein darf.
Florian Clauß
0:50:52–0:50:57
Ja, das stimmt. Das war ja auch viel so Momentaufnahmen und es war eben eine Hommage an Kreuzberg.
0:50:58–0:51:03
Es war eigentlich so wie du in meinen Cafés genau an den Orten sitzt und arbeitest.
0:51:03–0:51:09
Ich habe jetzt nur gewartet, dass du irgendwo da bist oder wir dann die Aufnahme
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machen. Also irgendwie war es jetzt nicht so fern, weil es hätte passieren können.
Micz Flor
0:51:13–0:51:16
Das war auch ein bisschen verwirrende Sache, weil ich hatte diesen Effekt bei
0:51:16–0:51:22
Lola Rent oder bei Born Identity, dass die Schnitte mich wirklich verwirrt haben in der Mitte.
Florian Clauß
0:51:22–0:51:22
Ich auch.
Micz Flor
0:51:24–0:51:28
Der Film wurde auseinandergerissen für mich. Und da war es jetzt eher anders,
0:51:28–0:51:29
so wie ich mir das vorstelle.
0:51:30–0:51:34
Ich komme halt eben auch aus einem kleinen Dorf in Südhessen und für mich war
0:51:34–0:51:37
die große Stadt, oder Filme, die in großen Städten spielen, hatten halt immer
0:51:37–0:51:38
die große Stadt nur als Hintergrund.
0:51:39–0:51:42
Und jetzt fand ich es auch interessant, mal zu sehen, weil es ein Dokumentarfilm
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war, ist die Storyline nicht so zerrissen, aber diese ganzen Orte zu sehen.
0:51:47–0:51:51
So, dass das Hirn, weil man alles kennt, das Hirn so kurz so rauszoomt und wieder
0:51:51–0:51:55
reinzoomt in die Karte. Und jetzt ist es hier und jetzt hier und jetzt hier. Und das kenne ich doch.
0:51:56–0:51:59
Das fand ich schon ganz interessant. Und wo man manchmal sogar die Kamera nach
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links drehen wollte und nach rechts drehen wollte. Ist da nicht links? Geht es nochmal rüber?
0:52:05–0:52:08
Da fühlte es sich schon sehr heimatlich an. Klar, aber das ist natürlich dann
0:52:08–0:52:13
auch eine Folklore, die kein Thema mitbringt.
Florian Clauß
0:52:13–0:52:17
Ja, wir wollten noch mal so einen Satz nachschieben von der jüngsten Band,
0:52:18–0:52:21
weil wir das so ein bisschen despektierlich behandelt haben.
0:52:21–0:52:23
Aber man muss schon sagen, dass es total sympathische Jungs sind.
0:52:23–0:52:28
Also es sind irgendwie so, ich habe die letzte Dokumentation,
0:52:28–0:52:32
die ich halt über so eine Rap-Band oder einen Rapper gesehen habe, war Haftbefehl.
0:52:32–0:52:38
Das war halt so diese Netflix-Depotenz, der sich so kurz vor dem Abnippeln weggeguckt.
Micz Flor
0:52:38–0:52:40
Ja, habe ich auch gesehen, weil ich das nicht darüber gehört habe.
Florian Clauß
0:52:40–0:52:43
Und das war halt schon, ja genau, müssen wir nicht drüber reden,
0:52:45–0:52:51
aber der war so unsympathisch einfach. Der hatte schon was total Verletzliches,
0:52:51–0:52:54
Nahhaftes, aber der war halt so weit weg, ja.
0:52:54–0:52:57
Und die Jungs waren das halt wirklich so die Jungs von der Ecke und man kann
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halt irgendwie so quatschen und so high und so. Ja, das stimmt.
0:53:00–0:53:02
Und das fand ich halt irgendwie, das muss man nochmal sagen,
0:53:02–0:53:05
diese Nahbarkeit von den Leuten und das finde ich schon super.
Micz Flor
0:53:07–0:53:10
Ja, die haben total gut funktioniert und die waren, glaube ich,
0:53:10–0:53:14
auch nicht, also die waren halt irgendwie ganz normal und trotzdem besonders
0:53:14–0:53:17
und du hast auf der Bühne auch gemerkt, dass die da Spaß haben und connecten können.
0:53:17–0:53:21
Das, ja, auf jeden Fall. Es hat auch funktioniert und auch dieses eine Lied
0:53:21–0:53:25
mit Berlin, das kriege ich jetzt auch nicht mal richtig aus dem Kopf,
0:53:25–0:53:26
aber ich kriege es auch nicht richtig rein.
Florian Clauß
0:53:26–0:53:29
Ja, die Velocity, diese Wiko-Geschichte.
Micz Flor
0:53:29–0:53:31
Ja, das hat gut funktioniert.
0:53:31–0:53:34
Und manchmal war es dann halt trotzdem so ein bisschen Kiffer-Talk, weißt du?
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Es kommt so nicht so ganz unten runter, weißt du, wo der Typ dann von Sophia
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halt irgendwie erzählt, hier, ich muss aufpassen, ich darf jetzt nicht mehr die Tische, ne?
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Die Tische tragen oben schon rüber, die Füße unten, genau bis zu dieser Linie,
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sonst kommen die Ordnungsamt.
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Und ich habe mir jetzt schon so eine elektrische Schwertsäge gekauft bei Lidl
0:53:54–0:53:59
oder was weiß ich. Und wenn die kommen, muss ich dann die Tische absägen. Und der eine dann so...
0:54:00–0:54:04
Der ist klug, er ist vorbereitet. Und das war so ein bisschen,
0:54:04–0:54:07
er hat recht, mit dem er sagt, es war auch nett, dazu gehört das Gespräch.
Florian Clauß
0:54:07–0:54:09
Ja, aber das ist halt so ein Blub.
Micz Flor
0:54:09–0:54:12
Und er hat es so gesagt und hat es aber so quasi abgebunden.
0:54:12–0:54:15
Er hat gesagt, fragt mich bitte nicht mehr, ich habe den Anfang schon wieder vergessen.
0:54:17–0:54:21
So war es alles irgendwie so eingefasst. Also da kamen halt die Sachen immer
0:54:21–0:54:23
so raus, es ging nicht mehr als zwei Sätze.
Florian Clauß
0:54:23–0:54:28
Ja, genau, wo sie dann halt auch über diese Musik von Rio Reiter gesprochen
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haben. Ich glaube, es war so eine Interviewsituation.
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Die wurden uns präsentiert und die waren alle so ein bisschen nervös,
0:54:33–0:54:38
weil sie jetzt was Gehaltvolles sagen mussten. Und es ist halt nicht so richtig
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was Gehaltvolles rausgekommen.
Micz Flor
0:54:39–0:54:40
Ja, ich glaube gar nicht, dass sie nervös waren.
Florian Clauß
0:54:40–0:54:44
Doch, die haben total nervös geguckt. Also ich glaube, die waren dann ja,
0:54:44–0:54:47
okay, jetzt muss ich was irgendwie was Diebes sagen.
Micz Flor
0:54:48–0:54:51
Ja, das war so ein bisschen, der eine hat ja angefangen, hat sich das angehört.
0:54:51–0:54:53
Die haben es scheinbar vorgespielt bekommen. Da hat er gesagt,
0:54:54–0:54:56
ja, es war, kann ich unterschreiben.
0:54:56–0:54:58
Warum kannst du es unterschreiben?
0:54:59–0:55:04
Also dann war es wirklich so, dass man das Gefühl hatte, dass es inhaltlich
0:55:04–0:55:06
nirgendwo angebunden war, aber es fühlte sich gut an.
Florian Clauß
0:55:06–0:55:09
Wahrscheinlich war das halt nochmal so reingeschrieben, wir müssen in dem Pitch
0:55:09–0:55:12
zu, ja dein Sohn heißt doch Rio Reiser, komm doch mal kurz runter.
0:55:13–0:55:16
Oder dein Sohn heißt Rio, nach Rio Reiser, komm doch mal kurz zu.
0:55:16–0:55:19
Und dann halt so, ja jetzt sag doch mal, was zu der Musik hören.
0:55:19–0:55:22
Das war dann halt so der Kitsch zwischen den einzelnen.
0:55:23–0:55:26
Ich wollte noch mal erwähnen, ich hatte ja auch vor kurzem erst eine Dokumentation,
0:55:26–0:55:29
auch Dekadenmusik, deutsche Musik.
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Und das war, glaube ich, auf HD Mediathek. Und die hatten ziemlich viele Originalaufnahmen
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von auch in Kreuzberg und dann ging es Berlin Musik und so weiter.
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Und da kam auch viel Tonstein Schärmen vor. Also deswegen war ich schon so ein
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bisschen, war auch tolles Material einfach von Kreuzberg da auch, von Berlin.
0:55:51–0:55:57
Ich fand es interessant von der Entwicklung der Band, dass die auch in diesen
0:55:57–0:55:59
alternativen Hausprojekten gewohnt haben,
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und die dann mit aufgebaut haben, aber dann waren da so Momente,
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dass die halt total unter Druck die ganze Zeit standen, weil die durften kein Geld machen.
0:56:08–0:56:12
Die mussten sich immer so, also man hat halt gemerkt, wenn wir spielen,
0:56:12–0:56:15
dann werden wir gebucht, dann müssen wir aber diese Soli-Veranstaltung und noch
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das unterstützen und wir dürfen nicht kommerziell wirtschaften und so.
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Und die waren halt, die hatten nie Geld. Also man hatte so ein bisschen das
0:56:23–0:56:24
Gefühl, die waren halt schon so,
0:56:25–0:56:31
diese Frontband, die sich auch gut hat verkaufen lassen, wo halt viele hingekommen
0:56:31–0:56:35
sind, aber konnten halt einfach aufgrund von ihrer Ideologie kein Geld so machen.
0:56:36–0:56:39
Und da gab es halt so Situationen, das war ganz interessant,
0:56:39–0:56:44
wo die dann so ein bisschen Backstage gefolgt, wo es dann halt um diese Soli-Geschichten
0:56:44–0:56:47
ging und so, um das Ideologische, was da hinterhing.
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Und dann sind die ja komplett aus Berlin weg und haben ja dann irgendwo so ein...
0:56:53–0:56:55
Fresenland, Fresenland, glaube ich. Ja, da irgendwie an der Küste.
0:56:55–0:56:59
Bei der dänischen Grenze. Ja, haben die da Musik gemacht. Also das heißt,
0:56:59–0:57:02
dann haben die dieses Kollektive weg von der Großstadt.
0:57:02–0:57:04
Und das wurde auch so ein bisschen begleitet, nochmal erklärt.
Micz Flor
0:57:05–0:57:07
Und das ging vor allen Dingen auch sehr schnell. Ich glaube,
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75 sind die raus und 70 ging es irgendwie erst los.
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Also in den ersten fünf Jahren nach Thunstein-Scherben-Konzerten gab es dann
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immer auch von Reiseaufrufe, so von wegen zum Beispiel das Rauchhaus.
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Also da, wir müssen jetzt unterstützen und dann sind alle direkt vom Konzert
0:57:23–0:57:26
eingeladen, da hinzugehen, weil die Bullen kommen sonst. Das heißt,
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da wurden dann Häuser besetzt nach den Konzerten. Das war sozusagen das Entree für die Hausbesitzung.
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Das weiß ich jetzt nicht. So hatte ich es aber irgendwie so ein bisschen gehört.
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Und da kam natürlich dann rückwärts fast schon die religiöse Jesusanspruch.
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Also die sind dann die sind dann so heilig in diesem linken,
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Genre, dass die halt dann wirklich das, wie würde man religiös sagen,
0:57:52–0:57:56
päpstlich als der Papst, sagt man. Und die dürfen dann kein Geld damit verdienen.
Florian Clauß
0:57:56–0:57:56
Ja, genau.
Micz Flor
0:57:57–0:58:00
Und das war wohl wirklich so, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das erzählt hat,
0:58:00–0:58:04
ich glaube sogar Philipp oder so, das war wirklich dann bei einem Soli-Konzert,
0:58:04–0:58:06
wo sie dann endgültig entschieden haben zu gehen, weil,
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sie hatten alles aufgebaut, alles hochgeschleppt, alles hingestellt und dann
0:58:10–0:58:13
sollten sie noch einen Soli-Betrag abgeben für die Schmalzstullen auf dem Tisch.
Florian Clauß
0:58:14–0:58:17
Ja, genau, ich glaube, das war tatsächlich die Szene, die ich dann auch in dieser
0:58:17–0:58:18
Dokumentation gesehen habe.
Micz Flor
0:58:18–0:58:20
Sie wahrscheinlich, also wir wissen beide nicht 100 Prozent.
Florian Clauß
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Aber das war so, genau, das ist das Gefühl, wir haben alles gemacht,
0:58:23–0:58:27
alles hergegeben und weil du dann halt so im Rampenlicht stehst,
0:58:27–0:58:30
musst du halt irgendwie noch 180 Prozent mehr geben.
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Ja gut, das kam jetzt da gar nicht so zur Sprache, das war jetzt auch nicht so.
Micz Flor
0:58:35–0:58:37
Nee, genau, ich hatte auch ein bisschen mehr damit gerechnet,
0:58:37–0:58:41
dass das zeitlich noch ein bisschen einsortiert wird, dass es vielleicht solche
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Strecken von Kreuzberg gibt, das Kreuzberg der 70er Jahre, das Kreuzberg der
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90er Jahre, das Kreuzberg der 20er Jahre. Dass es sowas vielleicht gegeben hätte.
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Also ich war jetzt gerne in dem Film.
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Ist auch irgendwie schön im Kino, weil man nicht zappen kann.
0:58:56–0:59:00
Und ich bin kein Second-Screen-Typ. Bloß eine Sache muss ich noch kurz eintippen,
0:59:00–0:59:03
weil ich vergessen habe, jemandem abzusagen, dass hier noch ein Schlüssel vorbeibringt.
Florian Clauß
0:59:03–0:59:05
Ach so, okay. Ich habe mich schon gewundert, ob du dir Notiz machst.
Micz Flor
0:59:06–0:59:10
Nee, das war ganz wichtig, weil die Person sonst auf den Schlüssel gewartet hätte.
0:59:11–0:59:15
Aber ist ja wirklich auch schön, wenn man gezwungen wird, was zu gucken.
0:59:15–0:59:18
Also man kann die Geschwindigkeit nicht verändern, man kann nicht durchskippen,
0:59:18–0:59:21
weil den Doku über Haftbefehl, da habe ich dann irgendwann wirklich geskippt,
0:59:21–0:59:24
weil ich fand es total spannend.
Florian Clauß
0:59:24–0:59:26
Ja, aber es hat sich immer wiederholt.
Micz Flor
0:59:26–0:59:30
Also muss man Scherbenland gesehen haben.
Florian Clauß
0:59:32–0:59:36
Also ich glaube, wenn man einen Bezug zu Kreuzberg hat und...
0:59:37–0:59:42
Also es ist schon, wie ich sagte, eine Hommage an den Stadtteil.
0:59:43–0:59:48
Und ich glaube, dann macht es halt Spaß. Also ich würde mich halt nochmal interessieren
0:59:48–0:59:52
für jemanden, der dann halt wirklich sich so mit dieser jüngsten Band so gut
0:59:52–0:59:54
identifizieren kann oder die mag halt.
0:59:55–0:59:59
Wahrscheinlich ist es dann halt wirklich ein Mast, das zu sehen.
1:00:00–1:00:02
Weil die werden ja schon stark porträtiert.
Micz Flor
1:00:02–1:00:08
Einfach ja politisch fand ich das halt irgendwie für mich ich muss es mir dann
1:00:08–1:00:13
irgendwie schön trinken indem ich sage okay die sind hier geboren, die dürfen alles,
1:00:14–1:00:18
die bleiben das sind die, die geblieben sind, die sind nicht gekommen die sind
1:00:18–1:00:21
nicht gegangen, die sind einfach geblieben und da ist es wahrscheinlich ein
1:00:21–1:00:26
anderer Blick auf jeden Stein den du schon ewig kennst und wie auch der,
1:00:28–1:00:34
Gas Gussi, gesagt hat, ach guck mal da oben noch ein altes Bild von mir.
Florian Clauß
1:00:36–1:00:40
Ich wusste aber, ich konnte die jetzt so vom Alter nicht einordnen.
1:00:40–1:00:43
Ich weiß nicht, ob die jetzt wahrscheinlich so Ende 20 oder so.
1:00:44–1:00:50
Und diese ganze Dent-Geschicht, was dann halt auch bei Haftbefehl dann auch
1:00:50–1:00:54
nur so kompliziert wird, dann halt viel passiert, wenn du auf einmal dann halt
1:00:54–1:00:55
so hochkatapultiert wirst.
1:00:56–1:00:58
Wahrscheinlich sind die jetzt auch die haben nicht viel Geschichte.
Micz Flor
1:00:58–1:01:03
Die sind ja Mitte 20 hätte ich jetzt gedacht aber ist klar, ich meine,
1:01:03–1:01:06
das ist halt das Verblüffende an Zeit 2019 quasi.
Florian Clauß
1:01:06–1:01:12
Wo die bekannt geworden sind weiß ich nicht, würde ich mal nachschauen wollen ja.
Micz Flor
1:01:12–1:01:17
Aber es ist natürlich auch interessant das Zeit, diese Zeitgefühl,
1:01:17–1:01:25
das Thema wenn dir dann klar wird dass die Fahrradfahren gelernt haben,
1:01:25–1:01:29
zum Zeitpunkt, wo dieses Buch, was du letzte Woche gefunden hast,
1:01:30–1:01:34
Das war da, als du das Buch gekauft hattest und seitdem immer wieder denkst,
1:01:34–1:01:39
ach, bald lese ich es mal und auf einmal ist der schon Rapper.
Florian Clauß
1:01:39–1:01:42
Ja, aber dann dreht man sich um und der ganze Bezirk ist rentifiziert.
1:01:44–1:01:51
Ich meine, das war so die Zeit, also ich meine, diese intensive Erlebnisphase
1:01:51–1:01:57
von ausgehen, feiern, tanzen, Stadt erleben, das war ja auch einfach die 90er für mich.
1:01:58–1:02:05
Und dann waren die 2000er, das ist arm aber sexy, das war ja auch der Startschuss,
1:02:06–1:02:07
für die Identifizierung.
Micz Flor
1:02:08–1:02:14
Was der Film da ganz gut hingekriegt hat, es gab ein Video, wo die sich beim
1:02:14–1:02:18
Lied geschnitten haben und auch Berlin im Hintergrund war, wo man den Alex gesehen hat.
1:02:18–1:02:22
Aber auch hier das neue Amazon-Gebäude an der Warschaustraße und ein paar andere
1:02:22–1:02:26
Fassaden, wo unklar bleibt, ob das jetzt für die Symbole der Stadt sind,
1:02:26–1:02:28
in der sie wohnen. Das kennt man.
1:02:29–1:02:32
Oder ob sie dazu eine Distanz oder einen Bezug aufbauen wollen.
1:02:32–1:02:36
Das wurde nicht klar. Aber im Schnitt des Films selbst fand ich es eigentlich
1:02:36–1:02:40
schon, dass diese neuen Fassaden, die jetzt überall drumherum entstehen.
Florian Clauß
1:02:40–1:02:42
Und die City da und die Verandorgebäude.
Micz Flor
1:02:42–1:02:46
Das wurde, fand ich, relativ konsistent und gut geschnitten.
1:02:46–1:02:50
Dass man wirklich auf einmal, auch als jemand, der hier wohnt und zum Beispiel
1:02:50–1:02:54
dieses ganze Gebiet um den Ostbahnhof herum, Was sich sukzessive verändert.
1:02:54–1:02:57
Auf allem macht es Snap und du denkst, oh, wann ist das alles passiert?
1:02:58–1:03:03
Und das war in dem Film irgendwie ganz gut festgehalten, dass man ein Gefühl hat von,
1:03:03–1:03:09
wie immer und wow, ganz anders. Und dieser Sprung war im Bildmaterial fand ich ganz gut gemacht.
Florian Clauß
1:03:09–1:03:12
Ja, wo er dann auch meinte, dahinter ist so tote Landschaft.
1:03:14–1:03:18
Aber in dieser Stadt hat es sehr gut eingefangen. Weil wir hatten ja auch da,
1:03:19–1:03:21
eine Berlinale-Folge vor zwei Jahren.
1:03:21–1:03:26
Ich referenziere auf unsere Folge. Da sind wir ja auch bei der Kälte rausgegangen aus dem Film.
1:03:26–1:03:29
Und haben dann aufgenommen. Und es war wirklich so, wo du dann halt in so einem
1:03:29–1:03:32
Cut-Zeichenprogramm dann als Punkt dann dann gehst.
1:03:33–1:03:35
Und es war ein Tod, es war einfach Tod.
Micz Flor
1:03:35–1:03:38
Ja, wo man selber schaut, ob die meinen Schatten berechnet haben oder nicht.
Florian Clauß
1:03:39–1:03:41
Und das ist schon, ja, das ist schon...
Micz Flor
1:03:41–1:03:44
Er meinte auch so, da sind da auch keine Menschen. Oder da sind schon Menschen,
1:03:44–1:03:45
aber die sind ja auch gar nicht da.
1:03:47–1:03:50
Der wahr ist, aber der auch irgendwie schnell aufhören muss.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:55
Ja, also Poetry Slam. Ja, gut. Okay, ich glaube, jetzt haben wir lang genug
1:03:55–1:03:57
über Scherbenland geredet.
Micz Flor
1:03:57–1:04:00
Mehr kriegen wir aus dem südhessischen Handkäse nicht ausgepresst.
Florian Clauß
1:04:01–1:04:02
Mit dem Zwiebeln.
Micz Flor
1:04:02–1:04:05
Vor uns läuft auch schon jemand, der gerade ein YouTube-Video aufnimmt,
1:04:05–1:04:07
wo wir hinten drauf sind. Mal schauen.
1:04:08–1:04:12
In drei Jahren wird uns die KI uns finden können auf YouTube,
1:04:12–1:04:16
wo wir jetzt gerade hier unter einer kleinen Trauerweite laufen.
1:04:18–1:04:20
Danke auch für die schöne Tour, Flo.
Florian Clauß
1:04:20–1:04:22
Ja, das ist hier quasi Homerun.
Micz Flor
1:04:22–1:04:23
Es ist Homerun.
Florian Clauß
1:04:23–1:04:29
Früher war das mein Laufturf. Aber ich laufe ja nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend.
Micz Flor
1:04:30–1:04:33
Ja, ja. Exoskelette. Bald kommen sie.
Florian Clauß
1:04:33–1:04:34
Nein.
Micz Flor
1:04:34–1:04:35
E-Bikes der Beine.
Florian Clauß
1:04:36–1:04:38
Mache ich mit dem Fahrrad.
Micz Flor
1:04:39–1:04:45
Gut, dann vielen Dank fürs Zuhören. Ja, wir dachten, wir hätten es uns leicht
1:04:45–1:04:46
gemacht, diesen Film zu gucken.
1:04:46–1:04:50
Aber an mir nagt es noch. Ich möchte jetzt eigentlich Salzgeber mal anschreiben,
1:04:50–1:04:51
ob die noch mal klären können,
1:04:52–1:04:57
ob dieses verschnittene Material zwischen den Wasserwerfern und Rio Reiser,
1:04:57–1:05:03
ob das 10 bis 15 Jahre auseinander lag und das eine in der noch DDR war und
1:05:03–1:05:05
das andere West Berlin. Das war mein Gefühl.
1:05:06–1:05:09
Da hast du mir schon einen anderen Blick darauf gegeben. Aber für mich ist es
1:05:09–1:05:11
noch nicht geklärt. Ich will das noch wissen.
Florian Clauß
1:05:11–1:05:15
Ihr werdet es erfahren in einer der nächsten Folgen. Nein, ich glaube nicht.
1:05:16–1:05:22
Mehr Material findet ihr auf eigentlich-podcast.de, da findet ihr auch die Map,
1:05:22–1:05:27
wo wir langgegangen sind und das war jetzt tatsächlich noch eine Leerstelle, die wir noch nicht,
1:05:28–1:05:33
mit einem unserer Touren erschlossen haben, aber wir haben uns hier aus das schon mal gestriffen.
Micz Flor
1:05:34–1:05:35
Gestritten?
Florian Clauß
1:05:35–1:05:38
Gestriffen. Wir streiten uns nicht mit.
Micz Flor
1:05:38–1:05:41
Gestreift. Also gestreift oder gestritten?
Florian Clauß
1:05:42–1:05:43
Ich meine geschnitten.
Micz Flor
1:05:44–1:05:44
Ah.
Florian Clauß
1:05:46–1:05:51
Okay, also dann bis zum nächsten Mal, macht's gut, tschüss.

Mehr

"... chaos magic has no history. Every culture and generation rewrites the eternal verities of magic in terms of its own symbolism and idiosyncrasies; only the underlying practical techniques of magic really matter." -- Peter J. Carroll in Liber Null

Diesen zweiten Teil der Episode über Wissenschaft, Evidenz, C. G. Jung und "Das Rote Buch" beginnen wir mit einem Ausflug in die Magie. Zuerst hören wir noch einmal einen Auszug aus dem zauberhaften Roman "Jonathan Strange & Mr. Norrell". Damit hatten wir auch den ersten Teil abgeschlossen. Und dann stolpern wir hinein in die sogenannte Chaosmagie, eine magische Praxisform, die in den späten 1970er-Jahren entstand. Der Übergang ist so holprig, dass Flo anfangs vermutet, Peter Carroll sei ein weiterer Charakter des Romans. Vielmehr hat Peter J. Carroll mit den Werken "Liber Null" und "Psychonaut" eine theoretische und praktische Grundlage für eine neue Praxis der Magie formuliert, die heute als Chaosmagie bezeichnet wird. Carrolls Ansatz betont den pragmatischen Umgang mit magischen Techniken und versucht, diese von überlieferten rituellen und symbolischen Systemen zu lösen. Und – deshalb kommt die Chaosmagie in dieser Folge vor – er beansprucht ein empirisch orientiertes Vorgehen, das die Wirksamkeit von Praktiken anhand subjektiver Erfahrung überprüft. Wir befinden uns also mitten in der Frage: Was ist Wissenschaft? Und drehen jetzt das Rad noch einmal weiter: Ist Magie Wissenschaft? Wir drehen das Rad dann noch ein Stück weiter und erreichen so wieder die Praxen der Psychotherapeut:innen, beziehungsweise die psychotherapeutische Praxis – insbesondere Körperarbeit und Atemtechniken.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:04–0:00:04
Läuft.
Micz Flor
0:00:04–0:00:11
Ja okay wir sind immer noch am höchsten punkt unserer tour im zweiten teil.
Florian Clauß
0:00:18–0:00:25
Ja hier ist eigentlich podcast episode 80 mit als wir unseren podcast angefangen
0:00:25–0:00:31
haben haben wir darüber diskutiert, sollen wir eine Null vor den zwei Stellen machen oder nicht?
0:00:31–0:00:36
Jetzt bekommen wir tatsächlich der 100 nahe und es hat sich dann als gut bewiesen,
0:00:36–0:00:39
dass wir eine Null, dass wir dreistellig gestartet sind.
Micz Flor
0:00:39–0:00:45
Wir sind schon bei 80, genau. Aber das 80 natürlich evoziert auch sowas wie ein Altersjubiläum.
0:00:46–0:00:49
Schön wäre es, wenn wir nur zwei Nullen gehabt hätten, weil wir dann wissen,
0:00:49–0:00:53
dass wir höchstwahrscheinlich noch am Leben sind, wenn dieser Podcast hineingefindet.
0:00:53–0:00:57
Jetzt ist die tragische Wahrheit, dass wir wahrscheinlich das Ende des Podcasts
0:00:57–0:01:00
auf einer numerischen Ebene nicht erleben werden.
Florian Clauß
0:01:00–0:01:05
Oh wei. Mitch, jetzt ist es so ein trauriger Einstieg. Da hatten wir so einen
0:01:05–0:01:08
Cliffhanger zum Ende gebaut, der ersten Episode.
0:01:08–0:01:12
Der erste von dieser Episode, nämlich Episode 78. Wir wechseln uns immer mit
0:01:12–0:01:15
einem Thema ab. Wir laufen beim Reden.
0:01:15–0:01:18
Das heißt, wir suchen uns eine Strecke in Berlin aus, meistens Berlin,
0:01:19–0:01:23
und laufen gemeinsam und sprechen über das Thema, das dieses Mal auch Mitch
0:01:23–0:01:24
weiter vorbereitet hat.
Micz Flor
0:01:24–0:01:30
Genau. Der Cliffhanger Das habe ich gerade in meiner Biografie vor einer Minute
0:01:30–0:01:32
schon mal gelesen, aber ich lese noch mal die letzten Zeilen.
0:01:33–0:01:37
Mr. Norris kleine blauen Augen wurden härter und leuchteten und er knifft die
0:01:37–0:01:40
Lippen zusammen, als wollte er eine große heimliche Freude unterdrücken.
0:01:41–0:01:46
Die Quelle ist in den Shownotes oder eben Folge 78 noch mal hören,
0:01:46–0:01:47
weil das ist jetzt eigentlich nur ein Foto.
0:01:48–0:01:52
Es war so, dachte Mr. Segundus, als hätte er lange Zeit darauf gewartet,
0:01:52–0:01:56
dass ihm jemand diese Frage stellte und als hätte er die Antwort darauf seit Jahren parat.
0:01:56–0:01:59
Mr. Norrell sagte, ich kann Ihnen bei Ihrer Frage nicht helfen,
0:02:00–0:02:03
Sir, denn ich verstehe Sie nicht. Es ist die falsche Frage, Sir.
0:02:04–0:02:10
In England wird noch gezaubert. Ich selbst bin ein ziemlich passabler, praktischer Zauberer.
0:02:11–0:02:16
Das war der Cliffhanger. Flo, jetzt hattest du vier Wochen Zeit, darüber nachzudenken.
Florian Clauß
0:02:18–0:02:20
Ich bin wahr, jetzt waren es vier Minuten.
Micz Flor
0:02:21–0:02:21
Worum geht es denn?
Florian Clauß
0:02:21–0:02:26
Nein, nein, ich erwarte, ich bin gespannt auf deine Auflösung.
Micz Flor
0:02:26–0:02:30
Kennst du das bei ChatGPT, wenn der fragt, welche Antwort gefällt Ihnen besser?
Florian Clauß
0:02:31–0:02:33
Ich kriege meistens nur eine Antwort.
Micz Flor
0:02:34–0:02:39
Es gibt ja manchmal, gut, meine Fragen schlecht formuliert. Ich bin der Project
0:02:39–0:02:40
Manager, den jeder hasst.
0:02:41–0:02:47
I think we need buttons. Ja, da steht dann manchmal so da, wähle aus,
0:02:47–0:02:51
was dir besser passt und dann so die kurze Info auch noch, das wird jetzt quasi
0:02:51–0:02:54
als Wissen mitgespeichert, also seine Aktion wird gespeichert.
0:02:55–0:02:59
Und ich habe zwei Pfade in diese Folge oder in diesen Abschnitt gelegt,
0:02:59–0:03:00
wo ich dachte, der ist in der gleichen Folge.
0:03:01–0:03:04
Das eine ist die Chaosforschung, da haben wir ganz kurz vorhin drunter gesprochen.
0:03:05–0:03:09
Und das andere ist jetzt eben dieser Mr. Norrell, der Zauberer.
0:03:10–0:03:12
Und jetzt gehe ich noch mal eine dritte.
Florian Clauß
0:03:12–0:03:17
Aber das ist so ein bisschen auch wie so ein Logikrätsel, ne?
0:03:18–0:03:22
Dass irgendwie zwei, einer lügt und dann weiß es nicht wer.
0:03:24–0:03:26
Dieses Paradox, was da auch mit drin hängt.
Micz Flor
0:03:27–0:03:33
Ja, wir kamen ja aus jung raus, als auch ambivalent bleiben,
0:03:33–0:03:39
der halt irgendwie ja auch nicht ganz greifbar ist.
0:03:39–0:03:45
Ist er jetzt wirklich abgedriftet in esoterische, spirituelle, metaphysische Räume?
Florian Clauß
0:03:45–0:03:45
Wieso auch?
Micz Flor
0:03:47–0:03:51
Weil wir ja jetzt einen Magier, den wir jetzt den Norrell gehört haben.
0:03:54–0:04:01
Oder ist er Wissenschaftler, der bestimmte Dinge in ihrer Wirksamkeit anbietet
0:04:01–0:04:04
und prüft und dann auch in psychotherapeutischer Arbeit einsetzen kann.
0:04:05–0:04:09
Dieses rote Buch, was wir erwähnt haben, ist dann wirklich so ein Grenzbereich,
0:04:10–0:04:17
in dem die Art, wie er schreibt und sich selbst auch mit in die Schrift hinein
0:04:17–0:04:22
holt, schon manchmal so anmutet, als ob da jemand eine Religion begründet.
0:04:22–0:04:27
Er hat auch mit viel Liebe das Ganze in gotischen, handschriftlichen Schrift
0:04:27–0:04:30
geschrieben, mit Zeichnungen, für die er auch Vorzeichnungen gemacht hat.
0:04:30–0:04:32
Also es ist alles schon etwas, was er wirklich inszeniert hat.
0:04:33–0:04:37
Ein großer Klotz, vielleicht war der ihm sogar deshalb zu schwer geworden,
0:04:37–0:04:40
als dass er ihn dann nicht mehr publizieren wollte, weil die Leute vielleicht
0:04:40–0:04:43
denken, was ist denn das für ein Egomane oder so.
0:04:43–0:04:48
Aber es war auf jeden Fall etwas, was ihn über ein Jahrzehnt begleitet hat in der Herstellung.
0:04:50–0:04:54
Und das sind zwei Abschnitte. Das ist, glaube ich, das, ich weiß nicht mehr
0:04:54–0:05:01
genauen Wort, ich glaube, Lieber Novus, nee, Lieber Primus und Lieber Sekundus war es.
Florian Clauß
0:05:01–0:05:01
Ja.
Micz Flor
0:05:01–0:05:06
So nennt er diese beiden Bereiche, also Lieber. Und wir werden jetzt uns mit
0:05:06–0:05:10
einem Buch beschäftigen, das Lieber Null heißt.
Florian Clauß
0:05:10–0:05:11
Lieber Null?
Micz Flor
0:05:11–0:05:12
Lieber Null.
Florian Clauß
0:05:12–0:05:14
Okay, also Nulltes Buch.
Micz Flor
0:05:14–0:05:15
Null, genau.
Florian Clauß
0:05:15–0:05:18
Also wie die Null, die man auch beim Programmieren verwendet.
Micz Flor
0:05:18–0:05:23
Genau. Und das zweite Buch aus der Serie von dem gleichen Autor,
0:05:23–0:05:27
das ist entstanden in den 70er Jahren, Peter J. Carroll.
0:05:28–0:05:32
Das zweite Buch hieß dann aber nicht mehr lieber Uno oder sowas,
0:05:32–0:05:37
sondern das hieß Psychonaut, also Psychonaut, aber englisch geschrieben,
0:05:37–0:05:39
woher wir dann auch schon wissen, wo das herkommt.
0:05:42–0:05:45
Wir gehen jetzt, wir gehen jetzt in die Magie.
Florian Clauß
0:05:46–0:05:46
Oh.
Micz Flor
0:05:49–0:05:55
Jetzt wird es ganz okkult. Wir haben ja jung was gewusst. Wir gehen jetzt hinein in die Magie.
Florian Clauß
0:05:55–0:05:55
Ja.
Micz Flor
0:05:56–0:06:01
Aber ich muss vorneweg sagen, ich bin kein Magier.
0:06:01–0:06:05
Ich habe keine magischen, weder Rituale noch Handlungen vollbracht.
0:06:05–0:06:09
Und ich spreche jetzt als jemand, der sich dafür interessiert,
0:06:09–0:06:11
weil sich die Themen überschnitten haben.
Florian Clauß
0:06:11–0:06:11
Okay.
Micz Flor
0:06:13–0:06:18
Peter J. Carroll hat das in den 70er Jahren die Chaos-Magie begründet.
0:06:19–0:06:22
Warum die Chaos-Magie? Du wirst gerade so... Hast du Angst?
Florian Clauß
0:06:22–0:06:26
Nee, ich überlege. Ich versuche gerade jetzt... Wie hast du jetzt den Carroll
0:06:26–0:06:28
eingeordnet? Das war jetzt was für ein...
Micz Flor
0:06:28–0:06:29
Das ist ein Magier.
Florian Clauß
0:06:30–0:06:32
Achso, okay. Also du bist jetzt noch im Buch denn?
Micz Flor
0:06:33–0:06:37
Nee, das ist jetzt ein Magier. Also Peter J.
0:06:37–0:06:42
Carroll kommt nicht als Charakter im Buch vor, sondern ich habe ein sehr schönes
0:06:42–0:06:44
englisches Buch auch deshalb vorgelesen, weil in England Magie,
0:06:44–0:06:46
glaube ich, nochmal anders verankert ist als bei uns.
0:06:47–0:06:53
Wir sind jetzt in England, in England der 70er Jahre und Carol schreibt das
0:06:53–0:06:57
Buch Lieber Null in eine Szene hinein, in der das dann auch,
0:06:58–0:07:02
vor dem kulturellen Hintergrund der Zeit manchmal so Chaos, also Chaos Magie,
0:07:02–0:07:04
aber so Punk. Das war so Punk.
Florian Clauß
0:07:04–0:07:08
Das heißt, das ist wirklich so ein selbsternannter Magier.
Micz Flor
0:07:08–0:07:15
Das ist ein Magier, genau. Genau, und zwar die neueste Generation und da knüpfen
0:07:15–0:07:18
wir an das Hauptthema wieder an, so bin ich nämlich überhaupt drauf gekommen,
0:07:18–0:07:22
über diese ganzen Umwege, hat die Chaos-Magie von sich gesagt, okay.
0:07:24–0:07:28
Den ganzen Kladderadatsch der Jahrhunderte lassen wir jetzt mal außen vor.
0:07:28–0:07:32
Wir brauchen keine rote Robe oder Zauber, das brauchen wir alles nicht.
0:07:33–0:07:37
Nur was wirklich funktioniert, es geht nur um den Akt der Magie.
0:07:38–0:07:40
Es geht nur um das, was funktioniert.
0:07:41–0:07:46
Es gibt dann auch eine Anweisung in dem Lieber Null Buch.
0:07:46–0:07:52
Man soll bitte Notizen machen, aufschreiben, was man gemacht hat,
0:07:52–0:07:56
wie man es gemacht hat, was passiert ist. Also es ist quasi eine empirische,
0:07:56–0:07:59
fast schon medizinische Herangehensweise.
0:07:59–0:08:02
Alle Variablen werden aufgeschrieben und dann wird gezaubert.
0:08:02–0:08:05
Und dann wird geguckt, ob was passiert oder nicht passiert. Es wird auch vermerkt,
0:08:05–0:08:09
wenn was passiert, dann solle man bitte seine Befunde mit anderen teilen.
0:08:09–0:08:11
Die sollen es auch probieren. Wenn das auch klappt, dann ist es auch gut.
0:08:12–0:08:17
Und es muss quasi eine empirische Validität geben von Magie.
0:08:20–0:08:22
Ich glaube, diese Folge werde ich ganz viel alleine reden.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:28
Ich versuche gerade rauszuhören, wo es hingeht. Ich bin gespannt.
Micz Flor
0:08:31–0:08:35
Die Magie nennt sich auch eklektische Magie.
0:08:35–0:08:38
Und ist in der Herangehensweise nicht unähnlich der Verhaltenstherapie,
0:08:38–0:08:45
die auch hauptsächlich über Evidenzforschung, Interventionen für valide erklärt.
Florian Clauß
0:08:46–0:08:51
Das ist jetzt nicht fiktional. Das ist wirklich eine Geschichte von diesem.
Micz Flor
0:08:53–0:08:56
Aber es ist genau ja auch diese Ambivalenz, die ich spannend finde,
0:08:56–0:09:03
weil ich habe, als ich das gefunden hatte, dann halt im deutschsprachigen Raum
0:09:03–0:09:06
oder im englischen Raum auch natürlich, wie man das so macht auf Podcasts,
0:09:06–0:09:07
man ist ja viel unterwegs,
0:09:07–0:09:12
geguckt, was wird denn da so diskutiert und dann habe ich viel Chaos Magic gefunden
0:09:12–0:09:18
oder Chaos Magie, Chaos Magie Hexen, die darüber sprechen, wie sie arbeiten und so.
0:09:21–0:09:25
Und das ist aber auch nochmal eine interessante Abtrennung davon,
0:09:25–0:09:33
weil in den Podcasts habe ich selten wirklich Leute sprechen hören über ihre
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magischen Wirkungsweisen und in Anführungszeichen Erfolge oder so.
0:09:38–0:09:42
Das wird nicht besprochen, es wird aber viel über Chaos, Magie und über den
0:09:42–0:09:44
Punk darin immer gesprochen.
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Es gab einen Herrn Crowley, der vorher schon so eher zeitgleich auch mit der
0:09:50–0:09:56
Psychoanalyse und mit Jungen in England so ein Magier war,
0:09:56–0:10:00
der auch Drogen genommen hat und der auch versucht hat, die Magie zu revolutionieren.
0:10:01–0:10:04
Aber in den 70er Jahren wurde dann nochmal gesagt, wir machen jetzt einen Cut.
0:10:05–0:10:11
Wir sind ganz eklektisch wir gehören keiner Schule an ist jetzt auch so,
0:10:11–0:10:16
wenn man Punkmusik wir sind jetzt nicht irgendwie die die mit Stringorchester
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oder Folk oder sonst was,
0:10:17–0:10:21
das ist so ein Schnitt wir machen das alles ganz neu und jeder kann anfangen,
0:10:21–0:10:24
auch Punk nimm Gitarre in die Hand und mach,
0:10:25–0:10:29
und dann wird Magie gemacht und Carol hat dann,
0:10:31–0:10:36
Sachen auch aufgeschrieben in dem Lieber Null Buch was einem helfen kann,
0:10:36–0:10:38
Magie zu machen, also Grundvoraussetzungen.
0:10:39–0:10:41
Und die sind sehr körperlich auch.
0:10:42–0:10:49
Also man soll üben, wann immer man kann, eine statische Position einzunehmen
0:10:49–0:10:53
und sich gar nicht zu bewegen, das so lange als möglich auszuhalten.
0:10:53–0:10:56
Weil wenn man Magie macht, dann ist es wichtig, dass man das kann.
0:10:57–0:11:02
Wir erinnern uns an die letzte Folge, an einen Jungen, der so lange das Bild
0:11:02–0:11:05
seines Opas angeschaut hat, bis er dann wirklich die Treppe runterkam.
0:11:05–0:11:10
Der hatte auch da schon scheinbar, vielleicht hat Carol auch jung gelesen.
0:11:11–0:11:15
Dann geht es um Trance-ähnliche Zustände, wo dann später auch in anderen Büchern
0:11:15–0:11:18
dazu dann Atemtechniken auch angesprochen werden.
0:11:18–0:11:27
Wie kann man sich in hohen energetischen Zustand, Trance-Zustände irgendwie reinarbeiten?
0:11:27–0:11:31
Ich glaube, erst im zweiten Buch schreibt Carol dann auch selber über seine,
0:11:32–0:11:35
also wie das, was ich für ein Junggeschmied habe, über seine Magie so ein bisschen.
0:11:35–0:11:39
Er erinnert sich noch, dass er als Teenager sich dafür interessiert hat,
0:11:39–0:11:41
damit angefangen hat, einfach mal so Dinge zu machen.
0:11:41–0:11:45
Und dann aber auch in seiner revolutionären Haltung gegenüber allem,
0:11:45–0:11:51
was es schon gibt, hat er dann einfach so vor sich hin gemacht.
0:11:51–0:11:54
Das erste Erlebnis, was er wohl hatte, wo er gespürt hat, dass er was bewirken
0:11:54–0:11:59
kann, magisch ist, als er mal einen Schaffner an der Bushaltestelle,
0:11:59–0:12:03
muss ich nochmal gucken, Das Buch ist gratis auch in archive.org runterzuladen.
0:12:04–0:12:05
Das ist also verlinkt, kann jetzt jeder.
0:12:05–0:12:10
Ich möchte es nicht in die Welt streuen, aber es ist einfach da. Es ist ja schon da.
0:12:10–0:12:13
Und da hat er den so lange angeguckt, bis der auf einmal so hochgesprungen ist,
0:12:13–0:12:15
als ob er mir hintergetreten hätte.
0:12:16–0:12:18
Und dann hat er gemerkt, was habe ich da gemacht, was kann ich?
0:12:18–0:12:23
Und dann beschreibt er bestimmte Sachen, die er kann oder die er schon erlebt
0:12:23–0:12:27
hat. Und dazu gehören auch Dinge wie zum Beispiel in einem trance-ähnlichen
0:12:27–0:12:30
Zustand in einen anderen Ort zu gehen.
0:12:30–0:12:33
Also quasi wie so Teleporting, den zu sehen, nicht anwesend zu sein,
0:12:34–0:12:37
aber das zu sehen, also wie in so eine Kugel hineinschauen.
0:12:39–0:12:43
Bei einem Ort hat er gedacht, es hätte nicht geklappt und er war total verwirrt,
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was da passiert war, bis er dann verstanden hat, ach nee, es war der richtige
0:12:47–0:12:51
Ort, aber er war upside down, also er war verkehrt rum, dass man das nicht so richtig sehen kann.
0:12:51–0:12:55
Was auch noch mal wichtig ist, der Begriff der Magie, wie er da beschrieben
0:12:55–0:13:01
wird, der ist ganz kurz gefasst eigentlich. Da steht nicht so viel drin.
0:13:02–0:13:07
Magie ist die Kunst, Veränderungen in Übereinstimmung mit dem Willen herbeizuführen.
0:13:07–0:13:11
Das heißt, du hast einen eigenen Willen, du möchtest was in der Welt verändern
0:13:11–0:13:13
und dann möchtest du mit der Welt,
0:13:16–0:13:21
Die angestrebte Veränderung in der Welt durch deinen Willen erzeugen.
Florian Clauß
0:13:21–0:13:21
Okay.
Micz Flor
0:13:23–0:13:24
Welcher Film fällt dir dazu ein?
0:13:32–0:13:33
Männer, die auf Ziegen starren.
Florian Clauß
0:13:34–0:13:35
Ja, klar, natürlich.
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Also das ist ja auch irgendwie so diese Zeit. Das war noch ein bisschen später,
0:13:43–0:13:45
aber da ist das so mit entstanden.
0:13:46–0:13:50
Und die Chaos-Forschung habe ich da einfach so mit reingebracht auch,
0:13:50–0:13:55
weil in der Chaos-Forschung ist ja dieser Butterfly-Effekt. Ich habe das nicht gefunden.
0:13:55–0:13:58
Ich weiß nicht, warum das Chaos-Magie heißt. Das steht im Buch nicht drin.
0:13:59–0:14:03
Später wird nochmal über Chaos-Forschung oder Science, glaube ich,
0:14:03–0:14:06
wird sogar genannt, gesprochen.
0:14:09–0:14:13
Aber nicht erklärt, warum das Chaos-Magie heißt. Gerne in den Kommentaren nachreichen.
0:14:14–0:14:15
Ich habe es nicht gefunden.
0:14:17–0:14:21
Aber meine Assoziation, deshalb wollte ich die Chaosforschung damit reinnehmen,
0:14:22–0:14:28
wenn du es schaffen kannst, zu sagen, ein Tornado entsteht durch das Flappen
0:14:28–0:14:30
von einem Schmetterling in Brasilien.
0:14:31–0:14:37
Dann ist es doch eigentlich irgendwie denkbar, dass wir irgendwie mit der Energie,
0:14:37–0:14:40
die wir haben, wir haben ja zumindest Körpertemperatur, die können wir vielleicht
0:14:40–0:14:43
sogar verändern, irgendwelche anderen, man kann ja Alpha-Wellen,
0:14:44–0:14:46
bitte, was weiß ich, was wir am Körper alles messen können, dass jemand sagt,
0:14:47–0:14:51
wenn wir uns dieser Idee verschreiben, dass wir in der Welt etwas verändern
0:14:51–0:14:59
können, im Kleinen und dadurch dann aber auch was Großes passieren kann, das ist doch Magie.
0:15:00–0:15:03
Und jetzt kann ich auf eine Magie zu sprechen kommen, die in meinem E-Reader
0:15:03–0:15:06
inne wohnt, die ich dir schon mal erzählt habe.
0:15:06–0:15:10
Ich weiß nicht, woher das kommt, aber ich hatte als erstes Buch auf meinen E-Reader
0:15:10–0:15:16
damals 2001 von Arthur C. Clarke draufgemacht.
0:15:16–0:15:20
Weil ich wollte das immer mal lesen und das war dann irgendwie greifbar,
0:15:20–0:15:23
sag ich mal. Und dann hatte ich das als erstes drauf und dann kam andere danach.
0:15:24–0:15:28
Immer wenn ich neue Sachen drauf lade, dann werden die in der Timeline oben
0:15:28–0:15:31
reingefüttert. Das heißt, das letzte reingeladen ist immer ganz oben.
0:15:32–0:15:36
Aber immer wenn ich neue reinlade, ist Arthur C. Clarke 2001 das allererste Buch.
0:15:37–0:15:40
Das zweite Buch ist das letzte reingeladen und dann geht es so weiter nach unten.
0:15:41–0:15:44
Arthur C. Clarke wird dann irgendwie durch Lesefalten auch mit runtergedrückt.
0:15:44–0:15:49
Aber immer wenn ich eins drauf schiebe, habe ich Arthur C. Clarke ganz oben. Magia for Me Reader.
Florian Clauß
0:15:49–0:15:54
Du hast auch gerade bewiesen, dass es nicht die alphabetische Reihenfolge ist,
0:15:54–0:15:57
sondern die zuletzten. Die zuletzten, genau.
0:15:57–0:16:05
Aber vielleicht hat Arthur C. Clarke 2001 einen Timestamp von 2048.
Micz Flor
0:16:05–0:16:10
Das kann sein, muss man mal gucken. Good thinking. I like your thinking, man.
0:16:11–0:16:15
Und Arthur C. Clarke hat ja mal diesen Satz gesagt, sinngemäß.
0:16:15–0:16:18
Jede fortschrittliche Technik muss
0:16:18–0:16:22
wie Magie wirken in einer anderen Zivilisation, in einer anderen Zeit.
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Und das finde ich schon auch nochmal einen tollen Satz, wenn man Magie und Technik
0:16:29–0:16:31
zueinander reibt, genauso wie wir,
0:16:35–0:16:40
dass Okkulte, also die Empirie in der Wissenschaft oder die Empirie,
0:16:40–0:16:44
wie Jungseferstande aneinander reiben, dass da so Übergänge drin sind.
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Und Cat Weasel kennst du vielleicht auch noch aus den 70er Jahren,
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diese Serie, mit dem durch die Zeit gereisten Mittelaltertyp mit so einem Spitzbart.
0:16:53–0:17:00
Der kommt halt aus dem Mittelalter ins England der 70er Jahre und ist einfach total, was ist das?
0:17:00–0:17:03
Er hat so eine kleine Kröte dabei. Und der hat dann auch immer,
0:17:04–0:17:09
wenn das Licht anmacht, sagt immer, kleine Sonne brennt und drückt auf den Lichtschalter
0:17:09–0:17:10
und dann geht das Licht an.
0:17:10–0:17:13
Also diese Idee, dass Technik auch wie Magie wirken kann.
Florian Clauß
0:17:13–0:17:17
Vielleicht hier nochmal zum Ort, wo wir überhaupt sind. Wir sind vom Kienberg
0:17:17–0:17:21
runtergelaufen und jetzt streifen wir den Garten der Welt.
0:17:21–0:17:25
Hier ist quasi das gleiche Areal. Der Garten der Welt ist aber durch den Zaun
0:17:25–0:17:28
abgetrennt und hier haben wir so eine Sommerbopfbahn aufgebaut.
0:17:29–0:17:34
Die bin ich auch mal irgendwie, denn Neujahr war die mal auf,
0:17:34–0:17:35
da bin ich runtergefahren.
0:17:35–0:17:38
Das war toll, hat Spaß gemacht, ja.
Micz Flor
0:17:38–0:17:44
Ja, also ein schönes Gewinne. Diese Kleine, das geht da oben hoch.
Florian Clauß
0:17:44–0:17:49
Ja, das startet da oben, wo wir gerade runtergekommen sind, da ist bei diesem
0:17:49–0:17:54
Wolkenhain, ist dann nochmal so, links daneben ist dieser Eingang zur Bobbahn,
0:17:54–0:17:56
was auch relativ steil runtergeht.
Micz Flor
0:17:56–0:17:57
Ja, okay. Spannend.
Florian Clauß
0:17:58–0:18:00
Also wenn du mal mit deinen Kindern...
Micz Flor
0:18:00–0:18:02
Haben wir eigentlich auf dem Aufnahmegerät gecheckt, ob beide Kanäle drauf sind?
Florian Clauß
0:18:03–0:18:04
Sind beide Kanäle drauf, ja.
0:18:06–0:18:08
Sorry, kleine Sonne brennen.
Micz Flor
0:18:08–0:18:09
Nee, auf jeden Fall kleine Sonne.
Florian Clauß
0:18:09–0:18:11
Schreib, ich liebe dich in den Himmel.
Micz Flor
0:18:12–0:18:16
Okay, und das heißt, vor dem Hintergrund fand ich das dann halt nochmal zu denken.
0:18:17–0:18:20
Also wie sind die Zusammenhänge? Was ist das? Diese Alchemie,
0:18:20–0:18:22
diese Magie? Wie hängt das so zusammen?
0:18:23–0:18:26
Und vor allen Dingen, weil ich auch dann immer mehr gemerkt habe,
0:18:26–0:18:29
das war mein Umweg von hinten, also es war sozusagen Reverse Technology.
0:18:29–0:18:36
Ich kam über jung zur Chaos-Magie, weil viele, und das fand ich spannend dran,
0:18:36–0:18:42
viele über diese Thematiken, wie zum Beispiel Atemübungen oder dieses Körperliche,
0:18:44–0:18:47
das ist ein ganz kleiner Schritt hinein in Psychotherapie.
0:18:47–0:18:54
Also da gibt es einen ganz großen Fundus an psychodynamischen PsychotherapeutInnen,
0:18:54–0:18:56
also in England habe ich so ein paar gefunden,
0:18:57–0:19:09
die Jung die Archetypen und das kollektive Unbewusste als metaphysische Realität annehmen.
Florian Clauß
0:19:09–0:19:10
Ja.
Micz Flor
0:19:12–0:19:16
Und die sich dadurch natürlich auch für das Okkult oder für das Mystische und
0:19:16–0:19:17
auch für Zauberei irgendwie öffnen.
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Und für die Träume dann eben auch Zustände sein können, in denen wir entweder
0:19:22–0:19:24
wahrhaftig woanders sind.
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Das wäre dann bei der Magie eben, ich war wirklich an diesem Ort, das war kein Traum.
0:19:29–0:19:31
Oder einfach ein Traum von diesem Ort.
0:19:33–0:19:40
Und Jung dann ja sagen müsste, siehe letzte Folge, in solchen Situationen muss
0:19:40–0:19:42
man schon einfach Experte sein.
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Dass man genau weiß, ob es jetzt wirklich das kollektive Unbewusste ist,
0:19:46–0:19:48
was man da erlebt oder ob es halt nur ein Traum ist.
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Und wenn man diese Unterscheidung machen kann... Die Magier.
0:19:52–0:19:56
Nee, die Magier, die sind, glaube ich, von der Magie her in die Psychotherapie,
0:19:56–0:19:58
das ist, glaube ich, gar nicht so das Thema.
0:19:58–0:20:02
Aber ich fand es halt total interessant, dass über diese Diskussion,
0:20:02–0:20:07
wenn wir in der MPRI halt über ein hartes Wissenschaftskonzept,
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evidenzbasierte forschung und so was sprechen auf der anderen seite natürlich dann
0:20:11–0:20:15
auch zulassen dass whatever works
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vielleicht manchmal auch nicht unangebracht ist und das ist dann auch also da
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wenn ich mich da wieder reinsetze ich habe mich ja ganz am anfang mit jung reingesetzt
0:20:22–0:20:26
habe irgendwie gesagt so ja diese zwei naturwissenschaften oder bei mir waren
0:20:26–0:20:31
es eher musische soziale fächer wo möchte ich hingehen in meinem leben bin bei
0:20:31–0:20:33
psychologie gelandet wo ich das gefühl hatte da kommt beides zusammen.
0:20:34–0:20:37
Und Jung, der auch Naturwissenschaften versus der auch dann irgendwie bei Psychiatrie
0:20:37–0:20:40
gelandet ist, nachdem er Medizin studiert hatte, da kommt irgendwie beides zusammen.
0:20:41–0:20:46
Wir sind uns da nicht gleich. Ich bin auch nicht jung und so gut oder so schlecht
0:20:46–0:20:49
wie jung, darum geht es gar nicht, aber ich konnte mich damit irgendwie identifizieren
0:20:49–0:20:50
an so bestimmten Sachen.
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Und mit der Magie, ja.
0:20:57–0:21:05
Es gab, bevor die Chaos-Magie wirklich in die Welt kam, gab es schon eher eben.
0:21:06–0:21:11
Im ersten Viertel des Jahrhunderts gab es, wie hieß der nochmal, Osman Spare.
0:21:11–0:21:15
Also gab es einen Künstler, der sich auch in so magische Praktiken reingedacht
0:21:15–0:21:20
und reingearbeitet hat, der eigentlich sehr viel ähnliche Annahmen hatte.
0:21:20–0:21:23
Der auch gesagt hat, wir brauchen keine Rituale, wir brauchen keine Tradition.
0:21:24–0:21:27
Also eher so gesagt hat, whatever works. wir müssen
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gucken dass es funktioniert müssen achten wie
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es besser funktioniert und eine wichtige
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sache dann noch bei bei ich
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glaube es muss man spare auch schon aber dann auch bei carrie später ist dieser
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paradigm shift oder man kann dann sich aber auch sehr schnell dadurch dass man
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als punk musiker irgendwie gelernt hat einfach die gitarre in die hand zu nehmen
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mitzumachen kann man sich sehr schnell auch in anderen Bands einfach erstmal so, man kann mitmachen.
0:21:57–0:22:02
Das hat man gelernt, weil die Chaos-Magier wohl auch immer wieder sich gegenseitig
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fordern und dann bestimmte Rituale machen.
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Man kann alles möglich machen. Man kann ein Mickey-Maus-Ritual machen.
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Man kann sich ja alles ausdenken.
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Das ist quasi wirklich so ein Spielfeld, weil im Endeffekt geht es darum,
0:22:14–0:22:21
in der Welt Experimente zu gestalten, in denen man dann Magie findet,
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dann zu validieren, dass das wirklich mit dem getanen zusammenhängt und dann
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den Weg zu finden, um mit dem eigenen Willen,
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etwas in der Welt herzustellen.
Florian Clauß
0:22:32–0:22:36
Interessant, ja. Ja, aber dann auch die Wiederholbarkeit, wenn man dann halt
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das How-To schreibt und dann sagt, hier, so und so ist es gelaufen,
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dann habe ich das und das erlebt, macht mal.
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Und dann fängst du ja wieder an zu konservieren.
Micz Flor
0:22:46–0:22:49
Und das ist auch interessanterweise im Psychonaut ist das, glaube ich.
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Also, Liebe Null heißt das, wir brauchen keine Orden, wir brauchen keine Roben,
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wir brauchen keine Rituale, aber dann kommt später doch was rein.
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Wie sehen denn Rituale aus, wenn jemand in eine Gruppe von Chaos-Magier innen integriert wird.
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Also Aufnahmerituale, wie kann das gestehen, was muss man da achten?
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Also ich glaube, dass im zweiten Buch schreibt dann Carol dann schon auch wieder
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so Dinge auf, die dann erstaunen, nachdem man das erste Buch so gelesen hat.
Florian Clauß
0:23:15–0:23:19
Ja, interessant. Also darüber, das habe ich wirklich noch gar nicht so gehört,
0:23:19–0:23:24
aber ich finde, das lässt sich so rein von der Kulturgeschichte ganz gut da
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einordnen, in den 70er Jahren.
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Und auch von der Attitüde her.
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Und ich habe ja nur die Assoziation von dem Chaos-Umfeld, also Chaos-Computer-Club.
Micz Flor
0:23:38–0:23:39
Auch da ist Chaos drin.
Florian Clauß
0:23:39–0:23:46
Da ist Chaos halt auch drin. Und es gibt auch diese Nähe, es gibt die Hexen,
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aber die dann mit H-A, H-E geschrieben, also von Hacken.
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Und da ist so eine gewisse Anlehnung in diesem Okkulten. Aber dann natürlich
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auch der Anfang mit eben Technik, die dann auch in den 70ern magisch wurde.
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Wo du dann auf einmal so Zustände oder Sachen machen konntest,
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die du vorher so nicht gedacht hast.
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Also das ist vielleicht die Analogie noch dazu. Aber gut, was bringt es uns
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dann wieder zurück zu Jungen?
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Also ich meine, diese Nähe zum Okkulten, also als ich mich jetzt da letzte Folge
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auch im Vorfeld damit beschäftige.
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Fand ich bei Jung nochmal interessant, dass er, und da hast du mich in der letzten
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Folge so ein bisschen abgewürgt.
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Aber ich glaube, diese Nähe zum Schamanismus, und da sind wir wieder beim Okkulten, in seiner Lehre,
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und da, wo er auch dann quasi indigene Völker dann besucht hat und auch untersucht
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hat, beobachtet hat, und sich da mit diesen Ritualen auch sehr auseinandergesetzt hat.
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Und das finde ich halt interessant, weil nämlich gerade in indigenen Kulturen,
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die dann nicht auf Schrift und, also die eher auf Rituale basiert sind,
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wo dann genau diese Phasen der Individuation auch ausgestellt werden.
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Nämlich das Aufnahme des Jugendlichen, das heißt der Abschluss der Kindheit
0:25:17–0:25:22
durch so ein Initiationsritual, das heißt ja in ganz vielen indigenen Kulturen.
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Und das, was dann so ein bisschen übergeordnet ist und was sich bei Jung auch
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im Roten Buch wiederfindet, der Animismus.
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Also die meisten indigenen Kulturen gehen davon aus, und deswegen gibt es da
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auch so ein ökologisches Gleichgewicht, dass die Umwelt belebt ist.
0:25:43–0:25:50
Dass wir eine belebte Umwelt haben und dass dann dieser Zustand zwischen Mensch,
0:25:50–0:25:54
Gesellschaft und Umwelt, dass der harmonisiert werden muss.
Micz Flor
0:25:54–0:25:54
Ja.
Florian Clauß
0:25:55–0:25:58
Und das hast du ja, die Figuren hast du ja auch im roten Buch,
0:25:58–0:26:04
in den Mysterien, Anima und Animus, als das Weibliche und ich weiß nicht, ob das dieses Anima...
Micz Flor
0:26:04–0:26:08
Das hat mit dem belebten Materien nicht viel zu tun, aber es ist so,
0:26:08–0:26:12
dass Jung, ich weiß, dann habe ich ja schon gesagt, ich bin ja kein Experte, aber Jung hat,
0:26:13–0:26:18
wenn ich mich recht erinnere, schon eine Theorie, in der Materie und Psyche
0:26:18–0:26:23
oder Seele oder wie auch immer, ähm...
0:26:24–0:26:30
Nicht getrennt sind, sondern die sind beides sozusagen Abkömmlinge von was Drittem, könnte man sagen.
0:26:31–0:26:35
Und damit kann ich dann jetzt zum Beispiel auch wieder in die Chaosmagie reingehen,
0:26:35–0:26:39
weil die Chaosmagier, zum Beispiel, wenn die über Ufos reden,
0:26:39–0:26:41
dann klingt das gar nicht so viel anders als bei Jung.
0:26:41–0:26:44
Aber jetzt habe ich dich wieder abgewirkt mit dem Schamanen.
Florian Clauß
0:26:44–0:26:48
Nein, nein, nicht wirklich. Aber das war nochmal so der Punkt,
0:26:48–0:26:52
den ich da gesehen habe und das interessant finde.
0:26:52–0:27:01
Und dann auch in diesem Kontext der Märchen, wo wir auch viele von diesen Unbewussten,
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auch von den Archetypen, auch mit reinkodiert haben.
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Und was immer wieder zu entschlüsseln gilt.
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Und was dann auch in der einen Folge, ich hatte letzte Folge darüber gesprochen,
0:27:15–0:27:17
die Glutkerne, also irgendwelche Traumaten.
Micz Flor
0:27:17–0:27:19
Glut, also mit Gustav.
Florian Clauß
0:27:19–0:27:19
Glut.
Micz Flor
0:27:20–0:27:22
Es klang jetzt gerade wie Blutklühen.
Florian Clauß
0:27:23–0:27:29
Von Glühen. Das ist der eine, der eine Literaturwissenschaftler so herausgearbeitet hat,
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dass nämlich bei Händel und Gretel war das ja, dass die Glutkerne wie Kannibalismus,
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Hungersnöte und so weiter da
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irgendwo mit eingepackt sind, aber in einer Geschichte, die gut ausgeht.
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Und diese,
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Archetypen, ja, die, ja, ich meine, wir haben noch gar nicht so richtig über,
0:27:52–0:27:56
über tatsächlich über diese Mandalas und diese ganzen Bilder,
0:27:56–0:28:01
wir haben darüber gesprochen, dass Jung dann auch das rote Buch illustriert hat,
0:28:02–0:28:06
ja, aber die, die sind ja nicht veröffentlicht worden mit, diese Bilder,
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aber hat ja auch eine Technik,
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ähm, neben dem, der aktiven Imagination, weil ja auch so Mandala malen,
0:28:15–0:28:16
was jetzt hier so jeder macht.
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Mandala malen war ja auch so.
Micz Flor
0:28:18–0:28:20
Ein Impulskaufartikel in einem Bahnhof.
Florian Clauß
0:28:21–0:28:28
Genau, also dieses Mustermalen. Und das ist halt auch genau eine Methode,
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um sich dann in so einem Zustand zwischen Wach und Traum zu bewegen.
0:28:35–0:28:44
Und da eben so Wellen von Unbewussten hochkommen zu lassen, um dann damit weiterarbeiten zu können.
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Aber ich kann mir auch vorstellen, dass diese Methode von Jung, weil er eben auch schon,
0:28:50–0:28:55
ich sag mal so, haben wir ja in der letzten Folge so ein bisschen drüber berichtet,
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dass er dann schon sehr psychotisch von außen, aber er konnte es dann auch ganz
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gut nutzen für seine Arbeit.
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Aber es hätte von außen psychotisch wirken können, was er da für Visionen hat.
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Wenn du das in der klassischen Psychotherapie siehst, dann sind das ja schon
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teilweise pathologische Zustände.
Micz Flor
0:29:16–0:29:20
Ja, man kann jetzt auch da wieder einfach Modelle, wenn man über Psychosen spricht,
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man kann aber jetzt zum Beispiel mit so einem Ich-Funktionsmodell oder Humanstrukturmodell
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psychotisch auch als etwas beschreiben, wo zwei Ich-Funktionen,
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die wir haben, die Abgrenzung nach innen,
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die Abgrenzung nach außen, was bedeutet das, dass wir zum Beispiel so etwas wie Scham erleben?
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Und da was ganz Inneres nicht so leicht rauskommt. Wir haben unsere Geheimnisse,
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wir haben unsere Wünsche, die wir dann irgendwie auch strategisch vielleicht
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anbringen oder die wir als Mitteilung dann auch vieldeutig anbringen.
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Dass ich dir das jetzt sage, bedeutet mehr über meine Gefühle für dich als über
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das, was ich dir mitgeteilt habe. Solche Sachen.
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Und sowas kann bei Menschen einfach nicht so gut funktionieren.
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Das heißt, dass die eigenen Wünsche und sowas einfach so durchfließen,
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man die nicht richtig greifen kann und so, die bleiben alle unklar.
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Und in der Gestalt Psychotherapie spricht man dann manchmal auch von einer Konfluenz.
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Also eine Konfluenz heißt, dass alles irgendwie so in so einem schwammigen Sud
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bleibt und man nicht in der Lage ist, klare Formen darin zu erkennen.
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Und das sind zum Beispiel dann Menschen, die, wenn sie sich unwohl fühlen,
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ihr Unwohl nicht richtig fassen können und dann einfach mal was essen.
0:30:31–0:30:35
Also irgendwas muss jetzt quasi dieses Unwohl wegmachen.
0:30:35–0:30:42
Und das ist aber nicht an der Botschaft oder an dem Wunsch des Unwohlseins gekoppelt,
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weil man das nicht wirklich identifizieren kann.
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Und das zweite Abgrenzung außen bei der Psychose ist dann, wo höre ich auf, wo fängst du an?
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Die psychotische Situation, in der man sich selbst in den anderen sieht,
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die Projektion, einfach da ist keine Filterung mehr möglich.
0:31:01–0:31:06
Und wenn beide Grenzen irgendwie offen sind, dann werden deine tiefsten Wünsche
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und Ängste auf andere projiziert,
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deine tiefsten Gewalt, also die laufen dann quer durch dich durch und du bist
0:31:11–0:31:15
einfach in einem Raum, in dem du nicht mehr als Individuum vorkommst,
0:31:15–0:31:17
sondern die Welt dich durchdringt die ganze Zeit.
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Du bist einfach so offen zu deinem eigenen Inneren und zu der äußeren Welt.
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Und das als Psychoseerklärung ist so, dass wenn man Jung in seiner Biografie
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anschaut, und er hatte diese Phase nach der Trennung von Freud und dann Schreiben des Roten Buches,
0:31:32–0:31:35
und dass er es aber geschafft hat, und das ist ja dann auch,
0:31:35–0:31:39
und er sagt, er ist Experte, diese Grenzen sich wieder zu erarbeiten,
0:31:40–0:31:41
sich daraus zu arbeiten.
0:31:41–0:31:46
So wie man ja auch gerne sagt, sich aus der Depression rausarbeiten, tun wir was.
Florian Clauß
0:31:46–0:31:51
Ja, aber dann hat er das ja auch produktiv für seine Methoden quasi genutzt.
0:31:51–0:31:57
Und die dann halt auch als Methoden dann eben für sich, für andere erschließbar gemacht.
Micz Flor
0:31:57–0:32:00
Und da macht er ja dann eben auch diesen großen Unterschied,
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dass die Psychose krankhaft ist, wenn man bestimmte Unterschiede nicht mehr sehen kann.
0:32:08–0:32:13
Und bei ihm war, er hatte ja auch Angst, dass er wahnsinnig wird, wie Zaratustra.
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Er hatte Angst, dass ihm das auch wieder fährt, aber er hat sich rausgearbeitet,
0:32:17–0:32:22
um wieder Grenzen einzuziehen, Realitätsbezug einzuziehen, das Ganze einzudämmen.
0:32:22–0:32:23
Und das ist dann der große Unterschied.
Florian Clauß
0:32:25–0:32:30
Aber damit hat er ja quasi das Ganze, die Büchse der Pandora im ersten Sinne
0:32:30–0:32:34
geöffnet, indem er das ganze kollektive Unbewusste rausgelassen hat.
Micz Flor
0:32:35–0:32:37
Genau, und dann die Brücke zu den ganzen,
0:32:38–0:32:43
Zu den ganzen Theorien heute, wer dann schnell eben auch über sein letztes Werk
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über die UFOs, was wir in der anderen Folge hatten, weil da jetzt vieles heute andockt.
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Zum Beispiel, er sagt ja, diese UFOs, die wir jetzt oben im Himmel sehen,
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die sind das Gleiche, was im Mittelalter irgendwelche Feuerwälder waren.
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Also das sind quasi Ausdruck von psychotischem Erleben, Halluzinationen,
0:33:00–0:33:06
die aufgrund der großen kollektiven Unruhe in kriegsnahen Kriegssituationen und sowas vorkommen.
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Ja, er selber hat auch beschrieben, dass er einmal so aus dem Fenster geguckt
0:33:10–0:33:13
hat in der Schweiz Richtung Norden und hatte dann vor allem die Vision,
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dass vor dem Weltkrieg, dass Europa von Blut überströmt wird.
0:33:21–0:33:24
Also da war er nicht der Einzige, der im Vorkriegsstimmung irgendwie,
0:33:25–0:33:29
bei ihm hat es sich in psychotischen Visionen ausgedrückt, bei anderen hat es
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sich dann einfach in was Beschreibenden ausgedrückt.
Florian Clauß
0:33:32–0:33:40
Das ist halt irgendwie auch so, wenn man quasi den Zeitgeist als so ein Teilchen
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fällt, was sich dann an der aktuellen politischen,
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gesellschaftlichen und so weiter Situation ausprägt.
0:33:50–0:33:54
Ja, und dann, also jetzt auch in diesen ganzen esoterischen Bildern zu bleiben,
0:33:55–0:34:01
dann dieses Feld dann halt auch natürlich je nachdem, wie empfindlich die einzelnen Individuen sind,
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die dann in dieses Feld von Zeitgeist kommen, dann bestimmte Ideen entwickeln oder Bilder sehen, ja,
0:34:08–0:34:13
also das ist halt so, ich meine, das ist ja, der Zeitgeist, ja, also der Zeitgeist, ja,
0:34:13–0:34:20
Es ist ja immer wieder so eine Geschichte, dass zu bestimmten Zeiten dann Erfindungen
0:34:20–0:34:25
gemacht wurden, die nichts voneinander wussten, aber die im Prinzip das Gleiche
0:34:25–0:34:27
waren, weil es zu dieser Zeit genau das Gleiche war.
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Also es gibt ja dann irgendwo eine Verbundenheit von Gesellschaft,
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von Kultur, die ja nicht beschreibbar ist, die ja über so eine nichtstoffliche Ebene wirken können.
Micz Flor
0:34:41–0:34:45
Ja, wobei natürlich das oft schon an Handelsstraßen dann diese Gleichzeitigkeit
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gibt, weil andererseits du ja schon gesagt hast, dass auch Anfang des 20.
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Jahrhunderts noch irgendwann Leute mit Jackett bei irgendwelchen indigenen Stämmen,
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die überhaupt nicht in diesem feinstofflichen, was du beschrieben hast,
0:34:57–0:35:02
eingebunden waren, dann forschen wollten, wie dann das Menschensein an sich war.
0:35:02–0:35:07
Also das sind quasi genauso Menschen wie wir, bloß halt auch noch auf einer
0:35:07–0:35:10
anderen Entwicklungsstufe kulturellen. Mal gucken, was die so denken.
0:35:10–0:35:16
Also das war ja nicht so, dass die Menschheit insgesamt sich überall gleich
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angehoben hat und Schwarzpulver überall gleich entstanden ist.
Florian Clauß
0:35:19–0:35:21
Das stimmt, das muss man auf jeden Fall dann nochmal unterscheiden,
0:35:22–0:35:25
aber zu der Zeit war es dann halt so, dass dann eben die Anthropologie dann
0:35:25–0:35:30
so weit war, hier geht mal alle raus, aber das ist natürlich dann der westliche,
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der nordeuropäische Diskurs, der dahinter liegt.
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Ja, das sollte man da schon mal abheben.
0:35:37–0:35:40
Ja, aber trotzdem ist ja interessant, dass sich ja da dieses,
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was jetzt bei Jung dann, wo dann also einzelne Leute mehr oder weniger empfänglich
0:35:48–0:35:51
für solche Sachen sind und dementsprechend das halt auch künstlerisch oder wie
0:35:51–0:35:55
auch immer privat oder in der Psychose verarbeiten.
0:35:55–0:36:02
Ja, und das ist dann aber auch wieder Aussagen über die Zeit macht. Also das heißt,
0:36:03–0:36:09
Und da eben den Grad zu finden, inwieweit das dann jetzt wirklich ein individuelles
0:36:09–0:36:14
Verhalten oder ein individuelles Erleben ist.
0:36:14–0:36:17
Oder inwieweit das dann halt auch tatsächlich die Gesellschaft betrifft.
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Das hatte ja Jung dann versucht, ja auch als Regelwerk einzuführen,
0:36:21–0:36:23
so wie ich das jetzt verstanden habe.
Micz Flor
0:36:23–0:36:29
Ja, also es bleibt dann immer ein bisschen unklar. Er hat ja auch mit den Ufos
0:36:29–0:36:34
gesagt, dass hinter diesen Bildern dann die gleichen Archetypen stecken.
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Aber aufgrund des Zeitgeistes sich das Bild der Archetypen, das Gesicht sozusagen verändert.
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Aber gleich bleibt zum Beispiel, Ufos sind rund oder zigarrenförmig.
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Früher sah man runde Feuerbälle.
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Die Sonne ist rund, der Mond ist rund.
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Also da hat er schon versucht, hinter den Dingen Gleichheit zu sehen.
0:36:57–0:37:02
Das ist ja auch in gewisser Weise ein göttliches Thema. So was ist Gottes Idee vom Baum?
0:37:02–0:37:06
Also wie sehen alle Bäume bei Playmobil aus?
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Aber sich das dann eben doch verändern kann. Und ich möchte jetzt aber,
0:37:13–0:37:17
wenn das für dich okay ist, mal eine zeitgenössische Theorie hinlegen zu UFOs,
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die vielleicht heute auch von Jung geschrieben worden wäre.
0:37:22–0:37:27
Ich sage sie mal so und vielleicht kannst du da mal kurz innerlich abgleichen,
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ob die Tatsache, dass Jung jetzt 100 Jahre überlebt hat,
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den irgendwie fundierter erscheinen lassen, als wenn ich dir das jetzt so erzähle.
0:37:39–0:37:45
Ufos, ja? Wir wissen ja wegen der String Theory oder sowas, dass es mindestens neun Dimensionen gibt.
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Wir kennen davon nur drei.
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Ja, ein-, zwei- und dreidimensional. Und das war in einer Expanse-Folge,
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hatte ich das ja, glaube ich, auch mal gesagt.
0:37:56–0:38:01
Wie sieht das denn aus, wenn man zum Beispiel einen Kreis auf zwei Dimensionen
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durch eine eindimensionale Sichtweise drückt?
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Eindimensional gucken heißt ja nur on oder off. Das heißt, der Kreis wird gar
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nicht als Kreis erkannt, sondern er wird nur als off und dann wieder on,
0:38:11–0:38:13
wenn der Kreis durchgedrückt ist.
Florian Clauß
0:38:13–0:38:14
Durch den Lichtstrahl.
Micz Flor
0:38:14–0:38:19
Wenn wir eine Kugel, ein dreidimensionales Objekt, durch Zweidimensionen drücken,
0:38:19–0:38:23
dann sieht man auf den Zweidimensionen auf einmal einen Punkt.
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Wenn die Kugel die Fläche berührt, dann wächst es zu einem Kreis,
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der Kreis wird hier kleiner, verschwindet.
0:38:27–0:38:34
Also ein dreidimensionales Objekt durch eine Zweidimension durchgedrückt ist auch zweidimensional.
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Und in Expans in einem Buch gibt es ja diese Bilder, wo mehrdimensionale Objekte
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durch Dreidimensionen gedrückt werden. Und das sieht dann wirklich so aus wie kugelförmige.
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Ausschnitte, da wird auf einmal ist was weg. Also auf den Schiffen auch verlieren
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die Beine und so, weil höherdimensionale Objekte durch die dritte Dimension geschossen werden.
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Die erscheinen dann eben als Punktkugel, zerstören dabei und verschwinden wieder.
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Also das ist so die Dimensionalität. Und jetzt können wir uns nur diese drei
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Dimensionen vorstellen.
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Die vierte, was ich gerade gesagt habe, so ein bisschen ableiten.
0:39:12–0:39:13
Aber in Wahrheit ist die vierte ja Zeit.
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Die gilt also nicht. Die hat ja Einstein schon beschrieben. Die fünfte Dimension
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ist eigentlich das, was wir immer als vierte Dimension bezeichnen werden.
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Und diese UFOs werden fälschlicherweise immer als Boten von anderen Planeten.
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Das ist völlig Pille-Palle, weil in diesem dreidimensionalen Universum ist das so nicht möglich.
0:39:33–0:39:37
Wir müssen uns einfach damit abfinden, dass das Boten aus anderen Dimensionen
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sind, aus höheren Dimensionen, die dann einfach erscheinen und verschwinden können.
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Weil für die ist die dritte Dimension wie für uns das Leben einer Ameise, zweidimensional.
0:39:47–0:39:51
Also die gucken da auf uns drauf, die können mit ihrem Finger runter oder hoch.
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Das sind mehrdimensionale Wesen, die wir da im Himmel sehen.
0:39:55–0:39:59
Nicht UFOs von anderen Sonnensystemen oder Galaxien.
Florian Clauß
0:40:00–0:40:00
Ja.
Micz Flor
0:40:01–0:40:07
Und somit ist es auch eine Frage des Wachstums der Menschheit,
0:40:07–0:40:12
diese anderen Dimensionen sich zu erschließen. Und warum können wir nicht auch
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irgendwann mal in andere Dimensionen reisen?
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Das ist jetzt zum Beispiel die Mitteilung eines Chaosmagiers gewesen in einem Podcast.
Florian Clauß
0:40:25–0:40:26
Selbsternannten.
Micz Flor
0:40:26–0:40:32
Ja, genau. Nicht selbsternannten, praktizierenden. Aber das ist ja nicht so
0:40:32–0:40:36
weit weg wie die damalige Zeitgeistzeit mit Psychosen.
Florian Clauß
0:40:37–0:40:42
Ja, aber die Frage ist jetzt, was müssen wir machen, um in diese fünfte Dimension
0:40:42–0:40:44
zu kommen und die zu entwickeln?
Micz Flor
0:40:44–0:40:49
Siehst du, jetzt habe ich dich am Hasen. Diesen Podcast können wir mit unseren
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drei Ziffern nicht mehr abdecken, wenn wir das wissen.
0:40:53–0:40:56
Die Antwort ist irgendwo jenseits unserer...
Florian Clauß
0:40:56–0:41:01
Aber sind diese Dimensionen nicht rein mathematisch?
Micz Flor
0:41:02–0:41:05
Ich weiß es nicht, das ist auch nicht so wichtig. Also das weiß ich wirklich nicht.
0:41:05–0:41:10
Aber ich wollte nur sagen, diese Erzählungen, die sind gar nicht unähnlich.
0:41:10–0:41:12
Und das ist jetzt eben aus diesem Bereich von der Chaos-Magie,
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die ich vorhin angesprochen habe, wo dann gesagt wird, eben Menschen,
0:41:16–0:41:20
die auf Ziegen starren, also die Idee zu sagen, wenn ich es schaffe,
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mit meinem Willen die Welt ein bisschen zu beeinflussen, wer weiß.
0:41:25–0:41:31
Wenn mein Wille mit dem Aligned ist, was dann als Folge passiert,
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dann habe ich Magie gemacht.
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Ich habe eine Ursache-Wirkungskette hergestellt, die nicht erklärbar ist oder
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wie Arthur C. Clark wird, vielleicht irgendeine Technik benutzt aus einer Zukunft,
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die wir noch gar nicht kennen.
0:41:45–0:41:48
Aber ich habe etwas geschaffen und ich kann es sogar wiederholen.
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Synchronicitäten hattest du mal angesprochen. Die sind auch am besten mit der
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fünften Dimension zu erklären.
Florian Clauß
0:42:01–0:42:04
Die Frage ist, wie nutzt du das jetzt bei deiner Arbeit als Psychotherapeut?
Micz Flor
0:42:05–0:42:08
Die Dimension ist sowas gar nicht, aber dieses Konzept von Magie,
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das kennst du vielleicht auch bei Menschen mit Traumaarbeit.
0:42:12–0:42:14
Da gibt es diesen inneren, sicheren Ort.
0:42:15–0:42:22
Der hat sogar ein Bild gefunden in Inception, in dem Film, wo ganz zum Schluss
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dieses kleine Windrad in dem Safe neben dem sterbenden Vater in dieser Burg
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liegt. Kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:42:30–0:42:35
Das ist die letzte Dimension, wo alles so am Meer, also alles kaputt geht.
Micz Flor
0:42:35–0:42:39
Nee, das ist auf diesem Berg mit dem Schnee und einem Maschinenfeuer,
0:42:39–0:42:40
also so richtig sozialisch.
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Und da findet er dann dieses Windrad, eine sehr ergreifende Szene auch,
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weil man hat das Windrad schon vergessen.
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Das ist quasi der Schlitten von, also Rosebud von Orson Welles,
0:42:50–0:42:52
das ist wirklich ein schönes Bild.
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Aber irgendwie in so einem psychologischen Konstrukt.
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Ist es oft so in der Traumatherapie, dass man erst mal einen sicheren Ort etabliert.
Florian Clauß
0:43:01–0:43:03
Also einen Schutz.
Micz Flor
0:43:04–0:43:07
Und wenn die Person es schafft, halt dieses innere Bild herzustellen,
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daran arbeitet man, dann kann man da mal reingehen.
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Das habe ich auch mal irgendwo gelesen bei der Behandlung von Asthma.
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Also von jemand, der wirklich asthmasomatische Reaktionen auf innere Prozesse
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hatte oder Konflikte hatte.
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Dass die Person Asthma-Attacken loswerden konnte, indem sie sich dann auch wieder
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an einen kargen Ort in der Wüste begeben hat.
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Da war in Pollen kein Thema mehr. Und das hatte dann wirklich somatisch gleich auch eine Veränderung.
Florian Clauß
0:43:37–0:43:44
Ja, da sind wir wieder beim Anfang der letzten Episode. Und deine Synchronicitätserfahrung.
Micz Flor
0:43:44–0:43:47
Die kommt gleich noch. Das ist ein bisschen anders. Aber was ich erst mal jetzt
0:43:47–0:43:52
sagen wollte, ist dieses Konzept der Magie, der Hasenfuß, etwas anzufassen,
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der Handschmeichler, also Dinge herzustellen in der Welt, die dem eigenen Willen entsprechen.
0:43:58–0:44:01
Und da dann in der Therapie über den sicheren Ort einfach nur Bilder zu schaffen,
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mit der die Person sich verbinden kann, sich darauf einlassen kann und sie fühlt sich sicher.
0:44:07–0:44:12
Und das ist ja natürlich komplett abstrakt, was heißt sich sicher fühlen.
0:44:12–0:44:13
Das können wir alles gar nicht sagen.
0:44:13–0:44:17
Aber ich finde es schon, dass in der Psychotherapie auch viel Magie gemacht wird.
0:44:18–0:44:21
Vor allen Dingen auch, weil man ja wirklich über die Dinge spricht.
0:44:21–0:44:26
Wir haben auf einer Ebene die Sprache als Kommunikationswerkzeug.
0:44:26–0:44:30
Natürlich auch die Körpersprache, die Intention, mit der das geht.
0:44:30–0:44:34
Oder auch in der Körperpsychotherapie geht es nochmal um ganz andere Themen.
0:44:34–0:44:36
Aber es gibt immer eine Interface-Thematik.
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Und man muss quasi Dinge übersetzen und wieder dekodieren. und in diesem,
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ja, wie würde Bube, würde sagen, in diesem Ich-Du-Zustand, in dieser Verbindung,
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als Ich-Du-Ding mit dieser anderen Person, wird das dann wirksam.
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Also das ist schon immer auch irgendwie eine Form von Magie und ich habe mir
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was ausgedacht, das ist vielleicht ein bisschen albern, aber ich möchte jetzt
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auch mal einen kurzen Moment der Mind-Control nicht nur für dich,
0:45:03–0:45:07
sondern vielleicht auch für einen Großteil unserer Zuhörerschaft.
Florian Clauß
0:45:07–0:45:09
Ich würde immer mehr zum Mitmach-Podcast.
Micz Flor
0:45:09–0:45:13
Auf jeden Fall. Ich werde jetzt Mind-Control ausüben.
0:45:13–0:45:18
Und das ist jetzt einerseits wirklich vielleicht witzig, aber ich möchte es
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einfach auch mal anschaulich machen.
Florian Clauß
0:45:20–0:45:20
Ja, gerne.
Micz Flor
0:45:21–0:45:27
In dieser Verknüpfung, wie das so ist. Also ich werde jetzt ein Wort bei dir evozieren im Gehirn.
0:45:29–0:45:32
Und du musst es dann sagen. Bist du soweit?
Florian Clauß
0:45:32–0:45:32
Ja.
Micz Flor
0:45:33–0:45:36
Ist dein Hirn jetzt frei? Du musst dich dem auch öffnen. Du kannst es nicht
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sagen. Lakritze, Lakritze, Lakritze, Lakritze.
Florian Clauß
0:45:39–0:45:41
Sag ich die ganze Zeit Lakritze.
Micz Flor
0:45:42–0:45:46
Sag das nicht, sondern mach dich frei von allen. Sei offen für mich.
0:45:46–0:45:49
Ich werde jetzt ein magisches Spruch sagen.
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Und dann wird ein Wort in dir entstehen. Und das sagst du mir dann. Bist du soweit?
Florian Clauß
0:45:53–0:45:54
Ich bin soweit.
Micz Flor
0:45:55–0:45:58
Häschen in der Grube. Ja, Grube.
0:46:00–0:46:05
Und wir haben wieder gesungen in diesem Podcast. Aber da passiert ja auch etwas,
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das passiert jetzt mit dir, wenn wir das jetzt testen würden,
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dann würde das bei nicht allen passieren können, weil man muss das Lied schon
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irgendwie kennen und gleichzeitig ist das, was ich anfange zu sagen,
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engt dich immer mehr ein.
0:46:17–0:46:21
Irgendwann gibt es den Punkt, wo du wirklich merkst, wupp, ich bin jetzt auf sowas fokussiert.
Florian Clauß
0:46:21–0:46:22
Ja, verstehe.
Micz Flor
0:46:22–0:46:24
Und diese ganzen Prozesse,
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wenn wir jetzt bei einer Definition bleiben, dass es darum geht,
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wirklich einfach in der Welt was herzustellen oder zu evozieren,
0:46:35–0:46:39
was dem eigenen Willen folgt, dann würde sich das schon erfüllen lassen.
0:46:39–0:46:43
Wir haben ein anderes Bild von Magie, ja, auch das Buch, das Zitat,
0:46:43–0:46:47
was ich vorgelesen habe am Anfang, über die englischen Gilden der Zauberer,
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wo die einen nur reden über Zauberei und Geschichte und die anderen,
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oder Herr Norrell, der einzig ist, der wirklich sagt, ich kann zaubern.
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Das ist großartig, also ich kann es wirklich sehr empfehlen.
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Das erste Drittel macht total Spaß und wer dann vielleicht mehr Spaß hatte als
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ich sogar, schafft den Rest auch noch.
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Aber es ist total irre. Ich glaube, das Mr.
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Norrell, der beschwört dann irgendeine irische Fee, um jemanden wieder zum Leben zu erwecken.
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Wo alle schon sagen, ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist,
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die zum Leben zu erwecken. Ja, die Eltern sind traurig, aber wollen sie wirklich zum Leben erwecken?
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Ich könnte es doch mal probieren. Also der will auch was Gutes tun mit der Magie,
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dass die Magie einen guten Ruf geht.
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Und dann kriegt er es alleine nicht hin, ohne diese Fee, holt die Fee noch mit dazu.
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Das ist eine männliche Fee und dann stehen die neben dem Leichnam und reden
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so und Norrell ist auch so ein bisschen abhängig jetzt davon.
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Der muss ihm jetzt ja irgendwie helfen. Und dann sagt er dann irgendwann,
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ich will aber auch was mitnehmen dürfen.
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Norrell so. Und du weißt ja nicht genau, was passiert ist, Aber später siehst
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du dann in der Szene oder kriegst sie geschrieben, die Szene,
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wie die Frau wieder lebt, ist von den Toten auferstanden,
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und es wirkt auch völlig unverändert. Bloß fehlt ihr der kleine Finger.
Florian Clauß
0:48:08–0:48:09
Sehr schön.
Micz Flor
0:48:09–0:48:12
Also es ist wirklich so, es ist wirklich schön geschrieben. Ich mag es ja.
0:48:13–0:48:16
Aber diese Idee von Magie jetzt, wenn man in solche Bilder geht,
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von den Toten auferstanden, dann ist man woanders. Aber.
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Ist das denn, wenn eine Person gestresst ist und sich an dem Stuhl festkrallt?
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Was ist das denn? Oder wenn man ein Seminar halten muss und dann hat man die
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Blätter in der Hand und hält sich daran fest.
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Also das tut ja was. Dieser Gegenstand macht was mit einem, versetzt einen in bestimmte Stimmung.
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Also die Psychotherapie hat auf dieser Ebene, denke ich, schon ganz viele in
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Anführungszeichen eben magische Rituale oder Themen oder Objekte. so.
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Der Placebo-Effekt ist in gewisser Weise ja auch magisch, den kann man ja gar
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nicht fassen, das ist gar nichts wirksam und genau das wirkt.
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Aber ich möchte natürlich jetzt nicht sagen, dass es Magie ist in einer Definition,
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wie ich normalerweise darüber gedacht habe.
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Aber ich fand das schon mit der Chaos-Magie,
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mich auseinanderzusetzen, auf dieser Ebene über Magie nachzudenken und über
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diesen Zusammenhang zwischen in Anführungszeichen Wille und Welt oder Zusammenleben
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nachzudenken, fand ich sehr interessant.
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Und dann ganz explizit auch ist eine, hatte ich ja gesagt, eine Technik ist
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diese so Atemtechniken, um
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sich in bestimmte Entspannungs- oder auch Erregungszustände zu versetzen.
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Diese ich habe jetzt den Namen vergessen, aber diese UR-Idee kam wirklich,
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nachdem LSD in Amerika verboten wurde, hat jemand angefangen mit Atemtechniken
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zu arbeiten, wenn ich ganz tief das glaube ich im Woodstock-Film sieht man auch
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einen, der halt dann so mit einem Nasenloch einatmet, mit dem anderen ausmacht mit vollem Druck.
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Und da gibt es viele Techniken dazu und ich habe die auch das ist jetzt nicht,
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die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie aber in der Gestalttherapie-Ausbildung
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habe ich auch Atemtechniken mit gelernt, auch als Übung, ganze Wochenende dazu gemacht.
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Und es ist schon echt erstaunlich, wie du mit bestimmten Atemrhythmen,
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mit bestimmten Ritualen sagen, Luft einatmen, bis drei zählen ausatmen,
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bis fünf zählen einatmen.
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Also solche Sachen dann zu vollführen, das ist dann schon eine Form von,
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in Anfangszeichen, Magie, die man sich dann so macht.
Florian Clauß
0:50:30–0:50:37
Ja, ja, also kommt ja quasi in so hypnotische Zustände und das Hypnose dann auch.
Micz Flor
0:50:37–0:50:39
Hier sind wir aber in keinem hypnotischen Zustand.
Florian Clauß
0:50:39–0:50:42
Hier sind wir in einem recht realen Zustand.
Micz Flor
0:50:42–0:50:45
Die Irre-Maman-Fotos sieht aus wie das Playmobil. Als ob man die Dächer abheben
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könnte, um die Leute da drin umzusetzen.
Florian Clauß
0:50:48–0:50:53
Ja, wir sind hier noch immer an der Wuhle entlang gegangen.
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Und jetzt so ein bisschen mehr in Richtung U-Bahn, würde ich jetzt sagen,
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bewegen wir uns, damit wir hier wieder wegkommen.
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Aus diesem paradiesischen Wuhletal. Ja.
0:51:08–0:51:13
Ja, aber Hypnose ist halt irgendwie so ein Mittel, was ja dann in der Medizin
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auch so eingesetzt wird.
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Es gibt ja so verschiedene. Und ich meine auch klar, natürlich diese ganze,
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in der Religion, Buddhismus, Meditation, das sind ja alles Achtsamkeitsübungen und so weiter.
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Das sind ja alles so Übungen, wo du dann angeblich dein Gehirn in Schwingung
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setzen kannst, die normalerweise so im Tiefschlaf auftauchen.
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Und damit halt auch wieder diesen Wachheitsdurchlässigkeitszustand,
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damit wir die kollektiven Archetypen nach oben suppen können,
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um sich dann halt nochmal so an andere Eindrücke zu geben.
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Also das sind ja alles so Methoden, um halt von dem Gewohnten,
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von dem Geebneten, wie man es immer erfahren hat, so ein bisschen wegzukommen
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und andere Einsichten zu bekommen.
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Das ist, glaube ich, auch so eine Methode, um halt auch mit solchen Situationen umgehen zu können.
Micz Flor
0:52:05–0:52:09
Und dann sind wir, bevor ich meine Synchronicität, das müssen wir machen,
0:52:10–0:52:14
aber wir sind jetzt auch wieder in unserer Jubiläumsfolge bei der ersten Folge,
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weil ich hatte dir erzählt, wie im Buch diese tolle Szene beschrieben ist,
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dass die Wissenschaftlerin, gespielt von Jodie Foster, dass die dann von diesem...
Florian Clauß
0:52:24–0:52:25
In Kontakt.
Micz Flor
0:52:25–0:52:29
In Kontakt, genau. Von dieser Alien-Entity, wo wir auch nicht wissen,
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ist das jetzt überhaupt eine Maschine oder was Lebendiges?
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Ist ja wurscht, aber auf jeden Fall kriegt die mitgeteilt, dass sie ja gerade
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ganz viel daran forschen mit ganz vielen transgalaktischen ForscherInnen.
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Ich weiß nicht, wie viele Genes es dann da gibt, aber die...
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Haben festgestellt, dass eben ganz hinten, wenn man Pi, die Zahl Pi ganz nach
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hinten verfolgt, und so endlich irgendwann entsteht ein Block,
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der, wenn man ihn dann in Zeilen aufbricht, einen Kreis bildet.
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Und dann hatte ich ja gesagt, das fand ich so einen absolut geilen Moment,
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so mit Gänsehaut, so wie irre,
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stell dir mal vor, also was für eine Erkenntnis du in dem Moment hättest,
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dass wir wirklich in der simulation und irgendeiner
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von den leuten die simulation geschrieben hat hat hier ein easter egg
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reingelegt und zu merken wie das ganze weltbild sich da irgendwie zerspringt
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und du dann ganz trocken als antworten ist nö das ist doch klar wenn es möglich
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ist dann wird es auch passieren wenn es unendlich ist also muss man nur lange
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genug gucken und da hast du das so gesagt dass wir ja wie genial diese dinge
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aneinander liegen also was das bedeuten kann oder nicht,
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Und erinnert sich vielleicht noch an diesen, ich glaube, Nullerjahre-Roman.
Florian Clauß
0:53:41–0:53:47
Auch dann an der Stelle noch mal kurz eingehakt. Das ist ja der Grund,
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warum wir überhaupt leben.
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Nämlich dieser Fusionsreaktor am Himmel.
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Der steht ja auch nur dadurch, dass ein unmöglicher Zustand eingetreten ist
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mit diesem Tunneleffekt.
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Das heißt, eigentlich können Atome nicht miteinander verschmelzen.
0:54:06–0:54:10
Aber es gibt dann halt, wenn so und so viele, so und so ganz dicht sind,
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dann irgendwann springt dann doch einer rüber.
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Wie wenn du halt irgendwie zwei Milliarden jahrelang gegen diese Hauswand mit
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einem Ball wirfst, irgendwann fliegt der Ball rein.
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Und das ist halt genau dieses Ding. Es passiert auf einmal und es muss nur eine gewisse Masse da sein.
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Also das ist halt so der Effekt dahinter.
Micz Flor
0:54:32–0:54:36
Und damit hast du mit dem Zeitaspekt nochmal ganz genial diese Synchronicität
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von Jung irgendwie so hochgehoben, dass Dinge, die gleichzeitig sind,
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die man als Zufälle bezeichnet,
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aber dass wenn die dann auffallen und dass die dann eben bei einer Synchronicität
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haben, die eine Bedeutung,
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dann ist das auch, wenn man es wieder in einem Bild darstellen möchte,
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zum Beispiel dieses Möbiusband,
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wo so ein Stückchen Papier einmal an sich selbst geklebt ist,
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aber darum gedreht ist, sodass man da in der Oberfläche rumlaufen kann,
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das Gefühl hat, dass Ameise, man läuft unendlich immer auf diesem Papier.
Florian Clauß
0:55:09–0:55:10
Ja, weil du immer oben bist.
Micz Flor
0:55:10–0:55:14
Du bist immer oben, du guckst da drauf und wenn du dann aber mit einer Nadel
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da durchstechst, dann verbindest du zwei Oberflächenpunkte miteinander,
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die für die Ameise unendlich weit weg sind, aber für uns als Dreidimensionale
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dann einfach direkt aneinander liegen.
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Und diese Idee der Synchronicitäten auch als Bild jetzt vielleicht so wie so
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ein Durchstoß sind, so durch die Dinge, bringen irgendwie was zusammen.
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Und jetzt erinnerst du dich bestimmt gleich an etwas, was ich dann abgebogen
0:55:36–0:55:42
habe, weil ich hatte dieses Frühjahr eine ziemlich schwere Bronchitis und hatte
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dann in unserem eigentlich Plus.
Florian Clauß
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Ich glaube, wir kommen hier nicht mehr weiter.
Micz Flor
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Jetzt wird es knapp mit deinem Zug, oder?
Florian Clauß
0:55:49–0:55:53
Nee, nee, passt schon. So schlimm ist es jetzt nicht.
Micz Flor
0:55:53–0:55:57
Also da hatten wir, auf jeden Fall hatte ich schwere Bronchitis,
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hatte große Angst, dass ich wieder eine Lungenentzündung habe,
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die ich schon mal hatte und bin gleich zum Röntgen gegangen und so,
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stellte sich aber raus, dass zumindest zu dem Zeitpunkt rechtzeitig zwar eine
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schwere Bronchitis war, aber noch nichts in den Lungenlappen drin war und ich hatte das bei der,
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Lungenentzündung schon so, dass ich danach, wenn ich da rausgekommen bin,
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war ich auch im Hirn so ein bisschen flirrig.
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Damals habe ich die Phonybox angefangen zu programmieren, weil ich irgendwie
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hatte ich so gedacht, es war jetzt keine Vision, aber ich dachte,
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das müsste man noch machen können, so oder so.
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Ich hatte ganz viele Ideen, irgendwie musste ich kreativ werden,
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so als ob ich zurück ins Leben komme.
Florian Clauß
0:56:34–0:56:37
Auf diesen halbtoten Zustand.
Micz Flor
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Und so jetzt auch und habe dann halt irgendwie so flirre Gedanken gehabt und habe dann geguckt,
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Synchronicitäten und hatte euch dann geschrieben, auf der eigentlich Plus-Signal-Community.
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Wie krass, ich kann das jetzt so alignen. Ich kann halt sagen,
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als ich meine Lungenentzündung hatte, war meine Tochter genau 928 Tage alt.
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Und als ich jetzt diese schwere Bronchitis hatte, mit den gleichen Symptomen
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wie damals, und man muss dazu sagen, ich bin sehr wenig krank.
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Ich bin wirklich sehr wenig krank. Der Rippenbruch ist festgehalten auf einer
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Episode. Aber eigentlich ist es wirklich für mich.
Florian Clauß
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Eine Lungenentzündung jetzt auch.
Micz Flor
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Und als ich jetzt diese schwere Bronchitis hatte, war mein Sohn 921 Tage alt.
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Aber das war der Zeitpunkt der Diagnose und ich habe das verschleppt, die Lungenentzündung.
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Wenn wir die Woche noch abziehen. Und die kam übrigens, nachdem wir uns getroffen
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haben. Ja, noch so ein Zufall.
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Kannst du dich erinnern? Da waren wir, ja egal, aber auf jeden Fall habe ich
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dann gedacht, okay, 921 Tage, jetzt, 928 damals, sehr ähnlich und dann habe ich gedacht,
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was, warum, wie kann das sein, dass es so nah aneinander ist?
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Also im Prinzip der gleiche Tag, wenn ich jetzt ein bisschen großzügig rechne.
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Und dann habe ich in meinem Leben nachgeguckt, wo gibt es denn den Abstand von
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920 Tagen oder sagen wir mal 918.
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Also bis die Symptome auftauchen, dauert es ja immer ein bisschen.
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Und dann habe ich festgestellt, es gibt wirklich ein tiefes Erlebnis,
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das genau 918 Tage in meinem Leben abspannt.
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Und dann habe ich aber gedacht, das möchte ich jetzt nicht so da rausgeben,
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weil es war was sehr Persönliches, aber ich möchte jetzt noch viel persönlicher quasi.
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Das hat auch mit Chris zu tun natürlich, der ja auch da mitten in der Gruppe
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war, weil ich war genau, also.
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Elsa war genau 918 Tage alt, als ich die Lungenentzündung bekommen habe.
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Samuel war 918 Tage alt, als ich diese Schwerobonchitis bekommen habe.
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Und ich war genau 918 Tage alt, als Chris geboren wurde.
Florian Clauß
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Oh, okay. Connecting the dots.
Micz Flor
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Ja, ich finde das schon. Also wenn du da jetzt anfängst zu spekulieren.
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Ja, es gibt diese beiden Kinder.
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Ich sehe meine Tochter, ich sehe meinen Sohn und ihr Reichen.
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Genau das Alter, in dem ich war, als mein Bruder geboren wurde.
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Und ich werde schwer krank.
Florian Clauß
0:59:18–0:59:20
Ja, dann kannst du mal drüber nachdenken.
Micz Flor
0:59:20–0:59:23
Genau, und das war mir jetzt in der Signal-Gruppe irgendwie nicht so.
0:59:23–0:59:25
Aber kannst du verstehen?
Florian Clauß
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Ja, ich weiß nicht. Ich fand es auch, als du das dann so geschrieben hast.
Micz Flor
0:59:32–0:59:34
Ich habe ja die Auflösung so nicht geschrieben.
Florian Clauß
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Ja, du hast ja auch, als du das so geschrieben hast, das war so ein bisschen fiebrig.
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Und dann hatte ich das Gefühl, ich muss nochmal da ran quietschen und dann komme ich auf die 9,18 Tage.
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Das war so ein bisschen schon so konstruiert, aber irgendwie ist es ja auch
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egal. weil das sagt ja was aus.
Micz Flor
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Und das ist ja vor allen Dingen jetzt völlig absurd zu überlegen,
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das sei vielleicht wahr, weil das da ein Zusammenhang besteht und dass ich,
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dass ich, wenn man ein Kind das Alter erreicht, in dem ich war,
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als mein Bruder geboren wurde,
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woher wusste ich dann damals, dass das irgendwie genau so lang war?
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Ja, da habe ich ja als Kind in meinem Erleben, das war ja alles unbewusst,
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ich habe erst jetzt nachträglich diese Zusammenhänge irgendwie mir abgeleitet
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und die haben eine gewisse Plausibilität.
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Man könnte natürlich jetzt sagen, ja gut, ob du als Kind erlebt hast,
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dass es 9, 18 Tage waren und nicht, da wurscht, du warst da irgendwie,
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es geht ja darum, was du machst mit dir als Erwachsener.
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Und wir wissen von dir, siehe kreisrunde Haarausfall und Brandblase,
1:00:30–1:00:35
du kannst somatisch reagieren auf bestimmte Stressoren, die dir unbewusst passieren.
Florian Clauß
1:00:35–1:00:38
Ja, und das heißt, mit der Geburt, also wenn man das Mindset feilt,
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mit der Geburt von Chris ist da so ein kleiner Turn reingekommen,
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so ein kleiner Butterfly Flügelschlag,
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der dann die die Bakterien-Viren aufgewirbelt hat, die dich jetzt dann halt,
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krank gemacht haben. Genau in dieser Korrelation.
Micz Flor
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Nee, meine Fantasie dazu ist eine andere. Und ich muss das, ihr habt das jetzt,
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also Chris hört das jetzt auch zum ersten Mal, aber ich möchte jetzt mal mit
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meiner Mutter drüber sprechen, weil meine Fantasie dazu ist,
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dass man die Geburt meines Bruders sehr, sehr schwer war.
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Das ist meine Fantasie. Und dass irgendwie in der Familie diese Zeit einfach
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sehr, sehr einschnürend war.
Florian Clauß
1:01:20–1:01:23
Interessant. Da bist du ja dann wirklich wieder bei der Familie,
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die Folge du mit Anja gemacht hast.
Micz Flor
1:01:29–1:01:30
Systemische Themen.
Florian Clauß
1:01:32–1:01:34
Na gut, nicht ganz. Systemisch ist er nicht.
Micz Flor
1:01:36–1:01:41
Ja, aber das irgendwie, das Narrativ ist ja auch nicht ganz gut zu erklären.
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Aber es ist sowas, in dem Moment, wenn ich mein Kind in diesem Alter erlebe,
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in dem ich damals mich, in dem was nicht verstandesmäßig Greifbares,
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Schlimmes, aber auf einmal in der Familie war.
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Aber ich weiß nicht, das kann auch fiktiv sein. Kann auch einfach sein,
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dass Chris mich genervt hat, dass er zum Krankenhaus zurückkam und das war so
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schlimm. Ich konnte nicht mehr schlafen.
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Keine Ahnung, ich weiß es nicht, aber mein Gefühl dazu ist irgendwie sowas.
Florian Clauß
1:02:07–1:02:11
Das finde ich gut. Also ich meine, du löst es ja in einer gewissen Produktivität,
1:02:12–1:02:14
im Dialog mit deiner Mutter zu gehen.
Micz Flor
1:02:14–1:02:15
Ja, das ist immer gut.
1:02:18–1:02:20
Nein, das war umlastig. Ich meine, das ist wirklich.
Florian Clauß
1:02:20–1:02:21
Es ist immer gut.
Micz Flor
1:02:21–1:02:22
In Dialog zu gehen.
Florian Clauß
1:02:22–1:02:26
In diesem Fall mit meiner Mutter. Ein Psychotherapeut mit seiner Mutter ist immer gut.
1:02:28–1:02:34
Da können wir alle von lernen. Das ist ein bisschen gemein, aber lustig.
Micz Flor
1:02:34–1:02:36
Es ist wirklich lustig, ich finde es auch lustig.
Florian Clauß
1:02:37–1:02:47
Ja, aber interessant. Diese Folge, diese Fortsetzung von Jung ist wirklich interessant
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geworden, weil es hat so viele Hasen,
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wie sagt man das, wenn der Hase vor dir wegläuft und dann so Kurven läuft.
Micz Flor
1:02:57–1:02:58
Jetzt bei Harry Potter?
Florian Clauß
1:02:58–1:02:59
Nee, so allgemein.
Micz Flor
1:03:00–1:03:01
Schlägt Haken.
Florian Clauß
1:03:02–1:03:04
Wir haben viele Haken geschlagen.
Micz Flor
1:03:06–1:03:11
Also in diesem eindimensionalen Podcast sicherlich, aber in einem mehrdimensionalen
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Podcast wäre es natürlich alles ein Punkt, hängt alles miteinander zusammen.
Florian Clauß
1:03:15–1:03:18
Wir haben einfach viel liegen lassen in einem mehrdimensionalen Podcast.
Micz Flor
1:03:18–1:03:25
Und die Essenz ist natürlich, dass für mich diese Frage des Glaubens,
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es ist ein Bedürfnis, zu glauben.
1:03:30–1:03:32
Das würde ich jetzt einfach mal so in den Raum stellen.
Florian Clauß
1:03:32–1:03:33
Ich will to believe.
Micz Flor
1:03:34–1:03:35
Fände ich eigentlich sehr gut.
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Jeder zieht sich dann irgendwie solche Grenzen und bei den Dingen,
1:03:43–1:03:48
die teilweise bei Jungen noch für ihn als rational wissenschaftlich erklärt
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waren, kann ich nicht mitgehen.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:50
Und das ist.
Micz Flor
1:03:50–1:03:57
Aber auch okay. Ich möchte überhaupt nicht ein Bild öffnen, in dem Wahrheit was Subjektives wird.
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Das denke ich nicht, aber es ist eher so das Gefühl von Wahrheit und Glaube und Wissenschaft und,
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religiösen Gefühlen, dass es immer auch an Kommunikation gekoppelt ist.
Florian Clauß
1:04:13–1:04:18
Ja, es ist spannend. Also ich habe jetzt noch mal so andere Einsichten und Impulse
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bekommen, wo ich wahrscheinlich früher etwas Feuer gezuckt hätte.
Micz Flor
1:04:23–1:04:28
Ja, stimmt. Aber du hast dein Floh-Gesicht aufgesetzt, als ich mit Chaos-Magie rauskomme.
1:04:29–1:04:31
Also das ist jetzt ein Charakter aus dem Buch. Nee, nee.
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Da war so ganz kurz. Da musstest du Die Chaos-Magie sagt ja,
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du musst einfach dich locker machen.
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Du musst den Paradigmen-Schiff zulassen. Ein neues Paradigma springen,
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indem wir jetzt einfach mal sagen, okay, wenn das und das und das gesetzt ist,
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dann sprechen wir jetzt hier über Magie. Okay, bin ich dabei.
Florian Clauß
1:04:52–1:04:55
Ja, das ist halt Punk, ne? Du bist ja auch in einer Punk-Band.
Micz Flor
1:04:56–1:05:00
Ich bin im Orchester. Art Critics Orchestra.
Florian Clauß
1:05:00–1:05:03
Aber ist ja Post-Punk. Post-Punk, ja. Oder?
Micz Flor
1:05:03–1:05:04
Nee, Adult-Punk.
Florian Clauß
1:05:04–1:05:11
At altpunk. Ja, dann kannst du, vielleicht kannst du noch mal so ein Befreul raushauen.
Micz Flor
1:05:12–1:05:15
Jetzt gerade nicht. Nein, also tschüss, Leute.
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Das war's von mir. Meine Batterie ist alle.
Florian Clauß
1:05:23–1:05:27
Ja, das war eigentlich Podcast. Irgendwie so derartig. Es geht nicht immer so,
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aber diesmal sind wir da schon ganz schön tief reingegangen.
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Wir haben auch in einem Stück aufgenommen. so viel muss man sagen,
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ja also, wenn es euch gefallen hat dann,
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empfehlt uns weiter, ihr könnt auf eigentlich-podcast.de sehen,
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wo ihr langgelaufen sind Bilder von der Strecke finden und Mitch wird auch sicher ein paar,
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Shownotes und Links und so weiter dazu packen also schaut auf eigentlich-podcast.de
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und ansonsten hören wir uns in zwei Wochen macht's gut.
Micz Flor
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Tschüss tschüss,
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Das ist auch so ein magischer Moment.
Florian Clauß
1:06:06–1:06:11
Wenn wir klappen, das machen wir. Ja, machen wir. Aua, jetzt habe ich einen fliehen.
Micz Flor
1:06:12–1:06:12
Sehr gut!
Florian Clauß
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Bist du zufrieden?
Micz Flor
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Ich glaube, es ist auch gut, jetzt zwei Teile draus zu machen.
Florian Clauß
1:06:18–1:06:19
Ja, auf jeden Fall.

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