"Many of my novels and stories have been optioned for film, but as of this writing none have been produced." (Dan Simmons , "Worlds Enough & Time", 2002)

Dan Simmons ist verstorben. In dieser Episode möchte Micz versuchen den Autor, der sich immer beiläufig über Genregrenzen hinweggesetzt hat, mit dem Lasso mal einzufangen und zu umarmen. Über Jahrzehnte hinweg hat Simmons Horror, Science-Fiction und historische Stoffe zu einem Regenschirm verwoben, mit dem Leser:innen federleicht die Feldsteinmauern übersegeln, die das Genrefallobst einzäumen. Und hätte das diesen Satz noch viel eleganter formulieren können. Mit seinem Tod im Februar 2026 verliert die Literatur eine der eigenwilligsten Stimmen der Gegenwart. Gleichzeitig blieb Simmons Werk das eines Unvollendeten. Weil seine Bücher oft mehr aufrissen, als sie abschließend beantworten wollten. Ob in den verschachtelten Erzählstrukturen von „Hyperion“, den offenen philosophischen Fragen in „Ilium“ oder den ausufernden historischen und moralischen Dimensionen von „Carrion Comfort“. Viele seiner Geschichten wirken deshalb wie Momentaufnahmen aus größeren, kaum greifbaren Zusammenhängen. Micz sieht es positiv: für einen kongenialen Showdown war Dan Simmons selten zu haben, der stresst nur, aber parallel in unterschiedlichsten Schichten eines historischen Moments zu schwelgen und zu flanieren, das konnte er wie kein anderer genießen und teilen. Unvollendet auch, weil es jahrzehntelang sicher war, seit den 1990ern, dass er mit "Hyperion", "Drood", "Ilium", "Carrion Comfort", "The Crook Factory", "The Abominable" und auch dem Erstlingswerk "Song of Kali" ganz groß in die Kinos kommt. Es ist nicht passiert. "Hyperion" wäre der geniale Stoff für eine Stream-Serie. Es ist nicht passiert. "Terror" wurde als Serie verfilmt. Er hatte auf so viel mehr gehofft und darauf immer wieder auch in Interviews gebaut. Wir haben uns im Podcast in einer Mini-Serie an seinem Werk abgearbeitet – und sind dabei durch sehr unterschiedliche Welten gereist. In „Carrion Comfort“ begegnen wir sogenannten Mind-Vampires, die Macht über Menschen ausüben und Geschichte aus dem Schatten heraus beeinflussen. Mit „Hyperion“ entwirft Simmons eine vielstimmige Space Opera, die eher an eine Sammlung miteinander verwobener Geschichten erinnert als an einen klassischen Roman. „Ilium“ wiederum verlegt antike Mythen in eine ferne Zukunft auf dem Mars und stellt die Frage nach Menschlichkeit in einer posthumanen Welt. Und mit „Song of Kali“ sowie „Drood“ zeigt sich seine düstere, literarisch verspielte Seite zwischen Horror und historischer Fiktion. All diese Bücher eint, dass sie sich Zeit nehmen, ausufern dürfen und dabei voller Ideen stecken – manchmal sperrig, oft überwältigend, aber nie beliebig. Simmons war kein Autor für nebenbei. Seine Romane fordern Aufmerksamkeit, Geduld und Neugier. Sein Werk bleibt.

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:03
Das hat er in einem Interview auch gesagt, wenn ich meinen Nachbarn,
0:00:03–0:00:04
wenn die Fragen waren, was schreibst du denn gerade so?
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Und ich sage halt so aktuell, ja, Henry James und Sherlock Holmes fahren zusammen
0:00:10–0:00:14
nach Amerika und versuchen dann, diesen Anschlag zu vereiteln und gleichzeitig
0:00:14–0:00:15
diesen Mörder zu finden.
0:00:15–0:00:19
Und dann sagen manche, sagen dann, ach und, haben sie es geschafft?
Florian Clauß
0:00:25–0:00:26
So, wollen wir?
Micz Flor
0:00:27–0:00:27
Ja.
Florian Clauß
0:00:28–0:00:32
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast. Der Podcast,
0:00:32–0:00:34
bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:34–0:00:38
Und jetzt über die 100 sind mit...
Micz Flor
0:00:38–0:00:40
Über die 100. 101 haben wir heute.
Florian Clauß
0:00:41–0:00:47
101, genau. 101. Die Folge, du hast schon ein bisschen geteasert,
0:00:48–0:00:54
worum es gehen soll in unserer Eigentlich Episode 100, wo wir so ein bisschen Recap gemacht haben.
0:00:55–0:00:59
Ein paar Statistiken rausgeholt, ein paar Remembers gemacht haben.
0:01:01–0:01:05
Und du hattest angekündigt, du wolltest über Dan Simms was machen.
Micz Flor
0:01:05–0:01:09
Ich wollte über Dan Simms angestoßen von unserem Mitstreiter,
0:01:09–0:01:13
meinem Bruder Chris, der in unserem Chat meint, da müsst ihr was dazu machen.
0:01:13–0:01:15
Oder ich glaube sogar, ich muss was dazu machen.
0:01:16–0:01:19
Der ist verstorben und ich habe es gar nicht mitbekommen.
0:01:22–0:01:26
Und ich habe dann Chris gefragt, ja was soll ich denn da machen,
0:01:26–0:01:29
aber da kam nichts zurück, aber trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl,
0:01:29–0:01:36
dass es stimmig ist, da nochmal zu Dan Simons eine Folge zu machen und wie das
0:01:36–0:01:40
dann so ist, wenn jemand verstorben ist, habe ich jetzt gar nicht so das Bedürfnis,
0:01:40–0:01:47
Sachen zu besprechen oder ein Werk rauszunehmen und das so in Tiefe darzustellen
0:01:47–0:01:50
Und dann bei Dan Simmons habe ich auch mal versucht, Plot-Spoiler zu vermeiden,
0:01:50–0:01:52
weil ich wirklich wollte, dass Leute es lesen.
0:01:52–0:01:57
Also man merkt, dieser Autor oder sein Werk, ich kenne den Autor ja nicht,
0:01:57–0:02:01
liegt mir am Herzen. Es hat mich begleitet.
0:02:01–0:02:03
Sachen, die ich auch mehrfach gelesen habe.
0:02:06–0:02:11
Und ja, so kommt jetzt verspätet eine Folge zu Dan Simmons.
0:02:13–0:02:16
Zu seinem Tod raus. Und ich versuche dann ein bisschen die Biografie zu gehen,
0:02:17–0:02:19
aber da habe ich gar nicht so viel irgendwie finden können.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:28
Du hast ja schon mehr oder weniger eine Dan Sims Reihe gemacht. Mit mehreren Büchern.
0:02:29–0:02:37
Das war auch so eine Statistik von unserer 100 Episode 100, wo wir dann so Reihen identifiziert haben.
0:02:37–0:02:41
Und Dan Sims, du hast angefangen mit Songs of Kali.
0:02:41–0:02:46
Das war glaube ich die erste der Folgen über Dan Sims,
0:02:47–0:02:56
dann eine großartige Folge, hatten wir auch darüber gesprochen in der 100 Hyperion
0:02:56–0:03:00
von Dan Sims die Space Opera,
0:03:00–0:03:08
wie das immer so gesagt wird und Karrion Comfort das war so über Vampire und.
Micz Flor
0:03:08–0:03:14
Ja Songs of Kali von 1985, war das erste Buch, das ich eben auch hier besprochen hatte. Und,
0:03:15–0:03:17
Eine Sache, die ich mir für die Folge überlegt habe, ist so,
0:03:18–0:03:20
wie Dinge sich bedingen.
Florian Clauß
0:03:20–0:03:21
Ja.
Micz Flor
0:03:21–0:03:25
Weil es gibt für Dan Simmons so einen Gründungsmythos.
Florian Clauß
0:03:25–0:03:25
Okay.
Micz Flor
0:03:26–0:03:30
Und der Gründungsmythos, den ja auch selber, der einmal hat ein gewisser Harlan
0:03:30–0:03:33
Ellison, und über den werden wir vielleicht sogar zuerst sprechen gleich,
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hat das in einem Vorwort für Dan Simmons auch mal reingeschrieben.
0:03:38–0:03:41
Aber ich habe das Vorwort nicht mehr gefunden. Ich habe alle E-Books nochmal
0:03:41–0:03:45
auf meinen Reader und ich habe alles durchgescannt, aber ich habe den irgendwann aufgegeben.
0:03:45–0:03:48
Ich glaube, das aber in einer anderen Folge schon mal zitiert zu haben.
0:03:50–0:03:55
Harlan Ellison hat Dan Simmons sozusagen entdeckt.
Florian Clauß
0:03:55–0:04:01
Ach ja, doch, ich erinnere mich. Das hast du, glaube ich, in Songs of Kali auch erzählt.
Micz Flor
0:04:01–0:04:07
Ja, und der Harlan Ellison ist irgendwie selber wie so eine,
0:04:08–0:04:12
also der ist auch Science-Fiction-Schreiber und vielleicht vorneweg greifend
0:04:12–0:04:15
in dem Vorwort zu Dan Simmons hat er, Soweit ich mich erinnere,
0:04:15–0:04:17
was ich nicht mehr gefunden habe, hat er gesagt,
0:04:18–0:04:23
er hatte früher so gedacht, dass er halt so in die Jahrhunderte hinein einfach berühmt sein wird.
0:04:23–0:04:26
Und in einem anderen Interview, was ich über ihn mal gesehen habe,
0:04:26–0:04:31
hat er auch gesagt, dass jeder Künstler, jede Künstlerin irgendwie versucht,
0:04:32–0:04:34
sich da hineinzuschreiben in die Kulturgeschichte.
0:04:34–0:04:42
Und wenn sie sagen, das ist nicht ihre Intention, dann ist es entweder unbewusst
0:04:42–0:04:44
die Intention oder sie lügen.
Florian Clauß
0:04:46–0:04:50
Ja, ich meine, das ist natürlich der Autor, der Autor als...
Micz Flor
0:04:50–0:04:50
Oder die Autorin.
Florian Clauß
0:04:51–0:04:55
Oder die Autorin, aber ich sage mal, die Instanz Autor, die selbst verwirklichen.
0:04:55–0:05:01
Was gibt es denn Größeres, als seine Gedankenwelt in einem Buch zu komprimieren?
0:05:01–0:05:03
Weil ich meine, guck dir dann andere Kunstformen an.
0:05:04–0:05:09
Es gibt wenig Kunstformen, wo man dann halt als singuläre Entität dann quasi
0:05:09–0:05:11
sein künstlerisches Schaffen...
Micz Flor
0:05:11–0:05:12
Ja.
Florian Clauß
0:05:12–0:05:13
Ähm...
0:05:14–0:05:20
Wieso kein Künstlerschaffen dann halt verwirklichen kann.
Micz Flor
0:05:20–0:05:24
Ja, und wirklich auch so ein Paradox. Ich hatte doch, vielleicht erinnerst du
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dich, dieses Sumi-Label, dieses 7-Inch-Label vor ganz, ganz langer Zeit,
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wo ich halt 7-Inch-Platten rausgegeben habe, wo ich dann Künstler,
0:05:32–0:05:34
Künstlerin eingeladen habe,
0:05:34–0:05:36
unter ihrem Namen was zu machen.
0:05:36–0:05:40
Gerade das Gegenteil der Fall ist für Musik. Ich hatte das damals,
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ich habe ja Ende 1999 bis 2000 in Wien gelebt und habe das dann so mitbekommen,
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dass es da, keine Ahnung, sagen wir mal zwei Handvoll von MusikerInnen gab,
0:05:51–0:05:56
die allerdings in 40 unterschiedlichen Projekten miteinander irgendwie so Musik
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gemacht haben, in unterschiedlichsten Konfigurationen.
0:05:59–0:06:03
Aber die Leute dahinter waren gar nicht so bekannt, außer man war so in der Szene.
0:06:03–0:06:07
Es gab ja immer die Labels obendrauf. Und bei AutorInnen jetzt die Bücher schreiben,
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das ist ja wirklich genau andersrum.
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Da geht es ja dann eher so, dass du so jemand wie Grisham hast,
0:06:12–0:06:16
der dann als Brand da drauf sitzt, der natürlich inzwischen aber auch 100.000
0:06:16–0:06:20
Angestellte hat, die halt Recherche machen, Materialkunde und so weiter und so fort.
0:06:20–0:06:26
Also diese Idee von einem Kollektiv, bei The Expanse zum Beispiel,
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haben wir da auch drüber gesprochen.
0:06:27–0:06:31
Es waren sowieso schon zwei Autoren, die die Bücher geschrieben haben,
0:06:31–0:06:36
aber die auch immer wieder so einem Workshop, Literary Workshop danken,
0:06:36–0:06:39
im Vorwort, ich weiß gerade nicht, wie der heißt, mit dem sie halt diese...
0:06:40–0:06:44
Diese Ideen und diese Plots irgendwie aus der Abklopfen. Also diese Idee von
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der kollaborativen Arbeit ist in der Musik sehr üblich, in der Literatur auch
0:06:48–0:06:52
wohl üblich, aber trotzdem steht immer ein Name obendrein.
Florian Clauß
0:06:53–0:06:59
Das ist auch so ein bisschen wie Ai Weiwei, der auch seinen Namen und dahinter
0:06:59–0:07:02
verbirgt sich ein Riesenproduktionsatelier.
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Damals, da gibt es auch eine tolle Dokumentation, wo man einmal so Insights
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bekommt in Beijing, wie das dann aussieht.
Micz Flor
0:07:10–0:07:14
Oder eben hier Berlin, Olafur Eliasson, der Pfefferberg hat er,
0:07:14–0:07:17
glaube ich, das ist halt eine GmbH, glaube ich, inzwischen sogar,
0:07:17–0:07:20
wo wirklich eben Materialkunde gemacht wird, der eben viel auch mit solchen
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physikalischen Themen arbeitet.
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Also dieser Gelblichtraum, wo auf einmal alles schwarz-weiß wird,
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weil da nur so ein Spektrum drin ist oder diese kleinen Sprühregenbögen oder so.
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Und der natürlich auch zum Beispiel in Island auch dieses eine große Opernhaus
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gebaut hat mit so einer Außenfassade zu einem ganz bestimmten Material.
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Und der wirklich einfach Angestellte hat in der GmbH, die auch for profit dann arbeitet.
Florian Clauß
0:07:47–0:07:50
Genau, also das haben wir jetzt so ein bisschen aufgelöst. Ja, Klammer drin.
Micz Flor
0:07:51–0:07:57
Aber Harlan Ellison hat von sich behauptet, dass er halt eben auch in die Annalen
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der Geschichte sich ein hätte schreiben wollen und auch gedacht hat,
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dass er das tut. Und es gab zum Beispiel eine Kurzgeschichte, die hieß,
0:08:05–0:08:09
Depend Harlequin, said the TikTok-Man. Das ist eine Kurzgeschichte.
Florian Clauß
0:08:09–0:08:11
Klingt ein bisschen nach Horror.
Micz Flor
0:08:11–0:08:15
Ja, es war immer so. Er wollte auch nie Science-Fiction genannt werden,
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Hallen Allison, sondern er hat sich immer als Fantasy-Writer gesehen.
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Also was man heute vielleicht Hard-Science-Fiction nennen würde.
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Er hat sich nicht wirklich in diese Maschinensachen reingeschrieben,
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sondern hat immer eher aus so einem soziologischen Raum drumherum gemacht.
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Also die überschneiden sich natürlich. Harlan Ellison und Dan Simmons,
0:08:37–0:08:39
ich habe jetzt die Daten nicht genau auseinander.
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Ich denke mal, dass die vielleicht so 20 Jahre auseinander sind.
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Und Dan Simmons ist eher, also fast, es ist glaube ich gleicher Alter gewesen
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wie Stephen King. So, die waren ein paar Monate auseinander.
0:08:51–0:08:54
Und Harlan Ellison kam schon aus einer anderen Zeit.
0:08:55–0:08:59
Und Harlan Ellison ist für mich, darauf will ich so ein bisschen hinaus,
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es gibt ja so Konzepte von Ursache und Wirkung. Wenn das nicht passiert wäre,
0:09:07–0:09:10
Dann hätte das nicht passieren können, hätte das nicht passieren können.
Florian Clauß
0:09:10–0:09:14
Das ist ja diese Fahrtgegebenheiten, Fahrtgelegenheiten und dieser historische
0:09:14–0:09:17
Pfad, das wir auch letzte Folge angesprochen haben.
Micz Flor
0:09:17–0:09:21
Ja, gut, dass du es sagst, aber ich will dich nämlich auch nochmal beziehen, wo du das her hast.
Florian Clauß
0:09:21–0:09:26
Das ist von MS Pro, Michael Seemann, der das dann in seinem Podcast,
0:09:27–0:09:31
Krasse Links, beziehungsweise der Podcast ist aus dem Newsletter, Krasse Links.
0:09:31–0:09:36
Und da hat er quasi so, du kannst auf seiner Seite, das können wir gerne verlinken,
0:09:37–0:09:40
das ganze Pamphlet dazu veröffentlicht.
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Da geht es auch um diese Begriffe, die er verwendet mit diesen Faden.
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Und es geht um diesen soziologischen Kontext, den er dann eben auch auf Netzwerke anwendet.
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Und wir haben das ja so ein bisschen dann auch von dieser Niklas-Lumen-Theorie abgeleitet.
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Aber er wendet es nochmal ganz intensiv in unsere Zeit an und dieser Übertrag,
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der wird auch, also das wird auch überall so aufgenommen, der Begriff.
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Ich habe es jetzt auch in anderen Kontexten schon gehört und ich übernehme das
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auch gerne, weil ich das sehr...
Micz Flor
0:10:19–0:10:23
Wie würdest du das so in der Essenz umschreiben, die beiden Begriffe?
Florian Clauß
0:10:23–0:10:29
Naja, es geht darum, dass eine gewisse Historizität in allen Bedingungen liegt, ja.
0:10:29–0:10:36
Also im Prinzip auch so ein recht, ich sag mal so, marxistischer Ansatz,
0:10:36–0:10:41
dass die Umgebung, die uns halt jetzt sowieso begleitet, dass die immer aus
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irgendwelchen Entscheidungen heraus getroffen wurden.
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Und vor allen Dingen, wo so ein Machtespositiv drin ist.
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Weil natürlich Entscheidungen dann von denjenigen, die dann halt die Entscheidung
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treffen können, dann auch die Realität bestimmen. Und das ist so,
0:10:57–0:11:02
du hast dann damit ein Instrument, um auch Macht quasi zu untersuchen.
Micz Flor
0:11:02–0:11:03
Ja, okay.
0:11:05–0:11:07
Und das ist immer in der zeitlichen Abfolge dann?
Florian Clauß
0:11:07–0:11:11
Es ist in der zeitlichen, in der räumlichen Abfolge. Und ja,
0:11:11–0:11:17
also man kann sich ja bestimmte Umstände angucken, Situationen, und dann gucken,
0:11:17–0:11:21
wie ist es dahin gekommen, welche Entscheidungen haben das dann beeinflusst,
0:11:21–0:11:23
dass das entstanden ist.
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Ja, also zum Beispiel, wie jetzt dann quasi die Situation rund um Iran,
0:11:28–0:11:31
was da passiert ist, dass das so jetzt passiert.
Micz Flor
0:11:31–0:11:35
Ja, das ist so eine zeitliche Abfolge von Ursache und Wirkung.
0:11:36–0:11:37
Wo sich die Dinge bedingen.
0:11:39–0:11:43
Und es gibt dann noch so ein anderes, was glaube ich auch in der Theologie benutzt,
0:11:43–0:11:46
so eine andere Argumentation, wo sich Dinge gegenseitig bedingen,
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die jetzt nicht horizontal, so auf einer Zeitachse sind, sondern eher vertikal gegeben sind.
0:11:51–0:11:53
Zum Beispiel, wir laufen jetzt hier durch das blühende,
0:11:55–0:12:05
Durch das blühende Berlin, Gugnerstraße, Friedrichshain und Bäume und die Vögel
0:12:05–0:12:06
bauen jetzt ihre Nester.
0:12:06–0:12:09
Und dann sind halt diese Zweige, die werden dann so draufgelegt,
0:12:09–0:12:12
das wird so gestapelt und der Baum hält das Nest und die Erde hält den Baum.
0:12:12–0:12:17
Und diese Sachen sind jetzt nicht, sie sind natürlich auch horizontal auf einer Zeitebene entstanden.
0:12:18–0:12:20
Aber gleichzeitig in dem Moment, dass es alles steht.
Florian Clauß
0:12:21–0:12:24
Ja, aber ist das nicht so vergleichbar mit einem Snapshot quasi?
Micz Flor
0:12:24–0:12:29
Ja, und es ist jetzt aber jetzt nicht so wichtig, was dafür,
0:12:30–0:12:34
also in dem Moment geht es dann wirklich um eine Form der Statik oder eben eine
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Bedingung, dass die Sachen im Platz sind.
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Und das wird in der Theologie wohl, ich habe das jetzt nicht durchgearbeitet,
0:12:41–0:12:43
aber wohl auch benutzt als ein
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möglicher Gottbeweis. weil die Dinge sich irgendwie gegenseitig bedingen.
0:12:49–0:12:52
Und irgendwann kommst du an einen Punkt, wo du dann entweder eben in diese Physik
0:12:52–0:12:55
zum Big Bang abrutscht oder eben in die Religion abrutscht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:00
Ja klar, wenn du jetzt einfach guckst, wie das jetzt hier so ist und keine Vorkenntnisse
0:13:00–0:13:03
hast, dann denkst du ja natürlich irgendwie so an einen Gott.
0:13:03–0:13:07
Wie kann das jemand sich ausgedacht haben, dass das jetzt so funktioniert?
Micz Flor
0:13:08–0:13:10
Aber in dieser Idee, wo diese Sachen nicht...
0:13:10–0:13:14
Sich hintereinander bedingen, sondern gleichzeitig bedingen.
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So habe ich ein Bild von Harlan Ellison und Dan Simmons. Das ist so in mir entstanden.
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Harlan Ellison ist vor nicht mal zehn Jahren gestorben.
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Der ist in den 30ern geboren, ist 2018 gestorben.
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Jetzt ist Dan Simmons auch gestorben. Harlan Ellison hat sein Werk aufgebaut,
0:13:35–0:13:42
und hat dann bis zu einem gewissen Punkt Ruhm erreicht und Zuspruch erreicht
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und hat dann an einem Workshop sich angeboten und hat da mit anderen Leuten,
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die die Manuskripte mitgebracht haben, Diskussionen geführt. Das war so eine Gruppe.
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Und das war 1981.
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Und in diesem Moment ist der Entstehungsmoment von Dan Simmons,
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der von sich in einem anderen Interview sagt, er hatte eigentlich gerade damit
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abgeschlossen, mit dem ganzen Schreiben, wie es halt immer so ist, ne?
0:14:08–0:14:13
Er war verheiratet, er hat in der Grundschule gearbeitet und,
0:14:16–0:14:19
In dem Moment, wo dann auch noch sie eine Tochter geboren haben,
0:14:19–0:14:22
war so klar, okay, eigentlich ist das jetzt durch.
0:14:22–0:14:25
Und dann gab es so The One Last Shot, The One Last Bullet.
Florian Clauß
0:14:25–0:14:27
Und dann ging es jetzt richtig durch.
Micz Flor
0:14:27–0:14:31
Eigentlich als Abschied zu diesem Genre Schreiber, also Genre falsch,
0:14:31–0:14:35
aber Lebensabschnitt zu schreiben, ist er dann noch mal zu diesem Workshop gegangen.
0:14:35–0:14:38
Hat da Harlan Ellison getroffen.
0:14:38–0:14:42
Harlan Ellison hat dann wohl zu ihm gesagt, das ist dann teilweise auch zitiert,
0:14:42–0:14:45
das hat wahrscheinlich keiner mitgeschnitten, aber hat dann solche pathetischen
0:14:45–0:14:49
Sachen gesagt wie Dan Simmons, you are a writer.
Florian Clauß
0:14:50–0:14:51
Ja, genau, das erinnere ich noch aus.
Micz Flor
0:14:52–0:14:56
Songs of Carly. Und da hat er ihn so hochgehoben und hatte direkt vor der Mittagspause
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wohl einen 70-jährigen Autor, der irgendwie über 20 Bücher geschrieben hat,
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nichts veröffentlicht, dem hat er gesagt,
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Sie können so viel schreiben, wie Sie wollen, Sie sind einfach kein Writer.
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Er war da wohl ziemlich fies. Und dann kam danach,
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The River Sticks Runs Upstream Heißt die Kurzgeschichte. Ganz so ein bisschen
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Friedhof der Kuscheltiere.
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So ein ganz kurzes Horror, fast schon aber Novella oder Novellettenlänge.
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Ein bisschen länger als eine Kurzgeschichte, in der es darum geht,
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dass halt so eine Familie,
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in der die Mutter gestorben ist und der Vater dann die Mutter zu den Resurrectionists
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bringt und die lassen sie wiedererstehen, aber weil die Brain Functions halt
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nicht mehr alle funktionieren.
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Das ist halt eher so Zombie-ähnlich.
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Und die Hauptperson, die zentrale Figur,
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weil dann bringt der Bruder sich um, der Vater bringt sich um und er zieht dann
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halt irgendwie, er zieht dann nicht um, aber er geht dann halt auf die Universität
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und macht dann irgendwas ganz anderes und wir erfahren dann aber zum Schluss
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jetzt doch ein Plottspoiler,
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dass er dann abends, wenn er nach Hause kommt, sitzt dann halt quasi seine Zombie-Familie
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bei ihm. Er hat dann alle seine ganze Familie.
Florian Clauß
0:16:09–0:16:11
Das ist so eine Black Mirror-Folge, oder?
Micz Flor
0:16:11–0:16:15
Genau, das ist ein gutes Beispiel in dem Rahmen. Die hat er da vorgetragen und danach,
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Meinte dann Harlan Ellison, ein Schreiber und sagte dann wohl auch noch zu dem
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anderen so, hier den anderen, den habe ich jetzt quasi so ein bisschen gesagt,
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er sei kein Autor, damit habe ich ihn aber befreit, denn Sie,
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Dan Simmons oder You, Dan Simmons, du bist jetzt verdammt dazu,
0:16:33–0:16:36
selbst wenn du kein Buch mehr schreibst, du bist ein Schreiber, ja?
0:16:37–0:16:40
Du bist jetzt verdammt dazu, die Wochenenden durchzuarbeiten,
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Eheprobleme zu haben. Die Bücher sind immer nie fertig.
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Ganz viel verpasste Filme, Theaterstücke, Sachen. Du läufst ewig hinterher.
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Das wird jetzt dein Schicksal sein. Können Sie jetzt selber entscheiden,
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welches Leben Sie lieber leben würden. So zu den anderen.
Florian Clauß
0:16:57–0:17:03
Und nochmal so, weil du das Bild aktiviert hast. Das ist jetzt für dich so diese vertikale Berufung.
Micz Flor
0:17:03–0:17:06
Genau, es fühlt sich für mich so an, Und das Halen Ellison hatte halt so wirklich
0:17:06–0:17:09
diese Zeit und der war, glaube ich, ganz wichtig für so einen Umbruch.
0:17:09–0:17:15
Der hat damals auch zwei so Reader, würde man vielleicht sagen,
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rausgegeben, die hießen Dangerous Visions.
0:17:21–0:17:26
Und dafür hat er dann auch diesen Term SF, also Science Fiction,
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hat er dann nochmal umgeschrieben und hat gesagt Speculative Fiction.
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Und das finde ich einen ganz guten Twist, weil gerade in der Zeit 60er,
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70er Jahre aus die Science Fiction als Genre sich geöffnet hat und viel auch
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eben gesellschaftliche Themen reingezogen hat.
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Und es ging nicht mehr darum, dass man halt irgendwie eine Rakete auf den Mars
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schießt und so, sondern das war irgendwie dann auch auf einmal ein Genre geworden,
0:17:48–0:17:52
das offen war für soziologische Experimente, gesellschaftliche Experimente,
0:17:53–0:17:55
unterschiedliche Formen des Zusammenlebens und so.
Florian Clauß
0:17:56–0:18:00
Ja, und ich will jetzt auch passend zur Folge mit dir auf diesen Friedhof da
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gehen, den ich noch nicht kenne.
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Ich war noch nie drauf, aber Karin war gestern hier, hat sich das angeschaut
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und meinte, der wäre interessant.
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Interessant. Ja, so bei der bestimmte Areale.
0:18:15–0:18:20
Also wir lassen uns überraschen. Passt auf jeden Fall zu dem Tod von Dan Simms.
Micz Flor
0:18:21–0:18:25
Von Dan Simms, Göring ist auf dem Friedhof. Und Speculative Fiction,
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Harlan Ellison hat Speculative Fiction als Term gecoint in dieser Zeit.
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Ich glaube, dafür war schon ein ganz wichtiger Wegbereiter.
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Die Sachen, die ich vorhin gelesen habe, die sind schon sehr männlich,
0:18:39–0:18:43
so Im Englischen würde man vielleicht sagen raunchy, ich weiß gar nicht genau,
0:18:43–0:18:47
was das bedeutet, aber da assoziiere ich so Barbecue-Soße mit, weißt du,
0:18:47–0:18:49
so huha, so ein bisschen, weißt du, so.
Florian Clauß
0:18:49–0:18:51
Genau, so Chili und Barbecue.
Micz Flor
0:18:51–0:18:54
Er wurde damals auch so ein bisschen angegangen, weil er teilweise sehr,
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sehr detaillierte, brutale Bilder auch so geschaffen hat.
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Es gibt auch eine von ihm sehr bekannte Kurzgeschichte, die heißt,
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Ich glaube, I have no mouth, but I must scream.
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Da geht es darum, dass in dem Dritten Weltkrieg China, Russland und Amerika.
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Artificial Intelligence gebaut haben.
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Und eine davon hat dann eben gewonnen.
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Und diese eine ist dann irgendwie im Zentrum der Erde verortet und tötet alle
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Menschen bis auf fünf. Und diese fünf Menschen quält sie.
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Lässt sie nicht sterben, sondern hält sie im Leben und quält sie.
0:19:36–0:19:41
Und dann müssen diese Menschen, ja, die müssen leiden.
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Und irgendwann kommt einer von diesen Menschen, hat dann so dieses,
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diesen Gedanken, ah, okay, weil diese KI in der Erde ist,
0:19:53–0:19:56
hat sie wahrscheinlich Emotionen, mit denen sie nicht umgehen kann,
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hat keinen Körper, kann sich irgendwie nicht.
0:19:57–0:20:01
Und daher kommt dann dieser Hass auf die Menschen, weil sie geschaffen wurde.
0:20:02–0:20:04
Und sie können sich selber auch nicht umbringen. Das wird kontrolliert.
0:20:05–0:20:08
Aber die stellen dann raus, sie können sich gegenseitig umbringen.
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Und dann bringen sich alle um bis auf einen. Und der eine wird dann aber in
0:20:11–0:20:15
alle Ewigkeit über Jahrhunderte hinweg immer mehr zu so einem Blob,
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der aber immer noch Bewusstsein hat und der einfach von der KI permanent...
0:20:20–0:20:23
Also Alison ist auch wie selber so ein bisschen wie so eine Romanfigur.
0:20:24–0:20:28
Wurde in Cleveland geboren, als einziges Kind einer jüdischen Familie,
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war kleinwüchsig, hat deshalb,
0:20:31–0:20:35
auch wohl in seiner Community immer mal einen auf dem mitzubekommen,
0:20:35–0:20:40
ist dann als 13-Jähriger schon von seinem Elternhaus geflohen, hat sich dann zuerst,
0:20:40–0:20:43
als Schauspieler irgendwie da so einem, was du auch mal gesagt hast,
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dieser Hintergrund damals von den Filmen, wie heißt denn das nochmal,
0:20:46–0:20:49
diese Schausteller oder sowas, so.
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Marktsachen, hat er sich denen angeschlossen mit 13 Jahren?
0:20:54–0:20:58
Und hat dann später auch als Vorholzfäller gearbeitet, als Fischer.
0:20:58–0:21:02
In einem Interview wurde in seiner Liste von Sachen, die er gemacht hat,
0:21:02–0:21:05
bevor er angefangen hat zu schreiben, auch aufgeführt.
0:21:05–0:21:07
Er sei auch mal Auftragskiller gewesen.
0:21:07–0:21:10
Und er hat das zumindest nicht verneint.
0:21:11–0:21:14
Aber wenn man sowas vorgelegt bekommt, dann würde man das wahrscheinlich...
0:21:14–0:21:16
Also da weiß ich nichts zu.
0:21:16–0:21:20
Das ist buchstäblich gefährliches Halbwissen, was ich da habe.
0:21:20–0:21:25
Und kam dann irgendwie in New York an und hat dann da angefangen,
0:21:25–0:21:31
eben mit Kurzgeschichten sich so in diese Pulp-Fiction-Ecke so reinzuarbeiten
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mit solchen Kurzgeschichten.
0:21:33–0:21:37
Und kam dann eben hoch und hat dann diesen Übergang Speculative-Fiction,
0:21:37–0:21:40
glaube ich, so ein bisschen mitmoderiert, auch mitgemacht.
0:21:41–0:21:42
Und...
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Hat dann, vielleicht schon kurz nach seinem Höhepunkt, Anfang der 80er-Jahre,
0:21:48–0:21:52
auf dieser Höhe Dan Simmons genommen, hat den nochmal so hochgehoben.
0:21:53–0:21:57
Und deshalb meine ich, der hat den dann in dem Moment nochmal so hochgehoben.
0:21:57–0:22:02
Und das war, wie du sagst, dieser Snapshot, von wo aus Dan Simmons dann erstens
0:22:02–0:22:06
mit diesem The River Sticks Runs Upstream,
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dann den zweiten Platz wohl gemacht hat bei so einer Competition mit 15.000
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Bewerbungen wie er selber in einem Interview gesagt hat, aber er hätte den ersten Platz bekommen,
0:22:16–0:22:21
weil Harlan Ellison saß mit in der Jury und er hat dann eben sich bei der Abstimmung,
0:22:21–0:22:24
weil er Dan Simmons vorgeschlagen hat, rausgehalten.
0:22:24–0:22:30
Und sonst wäre er der Erste geworden. Und das war Anfang der 80er und 1985 kam
0:22:30–0:22:34
dann eben Dan Simmons' erste Buch Song of Carly,
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auf dem Markt und dann hat er ja also
0:22:37–0:22:41
ich glaube jetzt geht es so ein bisschen wieder in diese Sache warum ich
0:22:41–0:22:47
den so mag weil du hast ja in der letzten Folge was gesagt wo ich dann gesagt
0:22:47–0:22:51
hätte ne dann mal abwarten auf die nächste Folge ich weiß nicht mehr genau was
0:22:51–0:22:59
es war aber es ging irgendwie inhaltlich so ein bisschen um diese er ist halt so irgendwie obwohl er.
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Und ich habe auf YouTube, das habe ich leider nicht mehr gefunden,
0:23:02–0:23:06
das wollte ich mir nochmal angucken, einen Vortrag von ihm mal vor einer Uni gesehen.
0:23:06–0:23:11
Das gibt es ja in Amerika immer wieder mal, dass irgendwelche berühmten SportlerInnen
0:23:11–0:23:13
oder AutorInnen oder so eingeladen werden.
0:23:13–0:23:20
Da hat Dan Simmons erzählt, dass Autor werden ist halt so, wenn man sein Geld
0:23:20–0:23:26
mit Schreiben verdienen möchte, dann scheint es erstmal ganz einfach,
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weil das Investment ist nicht so viel.
0:23:28–0:23:31
Du tippst halt und meint aber so, ja, aber es ist wahrscheinlicher,
0:23:32–0:23:37
dass sie ihren Lebensunterhalt als American Football Spieler verdienen können,
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als als Autor, weil er dann mal so eine Statistik aufgemacht hat,
0:23:40–0:23:41
wie viele Leute davon leben,
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Sportler zu sein und wie viele Autoren wirklich davon leben können und Autoren vom Schreiben.
0:23:48–0:23:50
Und er ist halt einer der wenigen.
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Und er ist halt mit Hyperion, glaube ich, dann wirklich doch einer,
0:23:53–0:23:57
der diesen Schritt gemacht hat, von wo Harlan Ellison gemerkt hat,
0:23:57–0:24:03
ups, das werde ich nicht mehr erleben, dass meine Werke mich deutlich überleben
0:24:03–0:24:05
und weitergetragen werden.
0:24:05–0:24:08
Aber wer weiß, vielleicht wiederentdeckt und anders nochmal irgendwie verortet.
0:24:08–0:24:13
Aber jetzt gerade ist es so, Stan Simmons, glaube ich, auf alle Fälle mit Hyperion,
0:24:13–0:24:17
eben sagte, was haben wir gesagt, Space Opera?
Florian Clauß
0:24:17–0:24:18
Ja, Space Opera.
Micz Flor
0:24:18–0:24:26
Ja, dass er damit irgendwie wirklich was, einen Pflock in den Kulturboden gerammt
0:24:26–0:24:29
hat, der halt irgendwie jetzt so steht. Das wird immer wieder referenziert.
0:24:29–0:24:33
Und wenn man Dan Simmons sucht, dann findet man immer wieder auch Hyperion.
0:24:34–0:24:38
Und bei Hyperion ist es so, dass da auch, mir ist später aufgefallen,
0:24:38–0:24:42
dass da was reinkommt, was aber ich auch ein paar Mal schon,
0:24:42–0:24:44
glaube ich, erwähnt habe, wenn es um Dan Simmons ging.
0:24:44–0:24:50
Und einmal auch bei unserem Horror-Ding, dass Dan Simmons oft,
0:24:50–0:24:55
eine Kurzgeschichte oder eine Novelle nicht so oft, aber die dann so den Grundstein
0:24:55–0:25:00
oder den Keim bildet für ein Buch, ein Hyperion.
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Ist ja auf den ersten Blick einfach
0:25:05–0:25:10
eine unfassbar gut geschriebene Zusammenstellung von Kurzgeschichten.
0:25:10–0:25:16
Canterbury Tales, hatten wir kurz drüber gesprochen, die alle im Stil so unterschiedlich sind.
Florian Clauß
0:25:16–0:25:19
Ja, das hatte ich tatsächlich noch gar nicht mehr so im Kopf,
0:25:20–0:25:22
als du das letzte 100 Folgen...
Micz Flor
0:25:22–0:25:23
Hast du das eigentlich schon gelesen?
Florian Clauß
0:25:24–0:25:28
Nee, habe ich nicht gelesen. Aber dass das so unterschiedlich und diverse Schreibstile
0:25:28–0:25:33
hat. und dass das eigentlich diese Virtuosität in der Sprache ist,
0:25:33–0:25:35
die dann halt auch den Sims dann so ausmacht.
Micz Flor
0:25:35–0:25:41
Da ist es so, dass eine Kurzgeschichte von 1983, Hyperion aus 1989 dann erschienen,
0:25:42–0:25:50
Remembering Siri heißt die, ist die letzte Geschichte und die Metageschichte,
0:25:50–0:25:55
wie wird es zum Spessler, es gibt immer so eine Metageschichte für dieses Format.
0:25:56–0:25:58
Also, die ist das,
0:25:59–0:26:03
Auf, also das ist der Shrike, da komme ich auch gleich noch zu,
0:26:03–0:26:07
der lädt Leute ein, die sollen zum Shrike-Tempel kommen.
0:26:08–0:26:12
Und auf dem Weg dahin haben die so eine Art Whodunit. Also da geht es irgendwie
0:26:12–0:26:17
darum, es gibt einen Traitor oder so, aber wer ist das?
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Und die erzählen alle ihre Geschichte, weil die natürlich auch einfach lange
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brauchen, um da zu diesem Planeten zu kommen.
0:26:25–0:26:29
Und die letzte Geschichte heißt Remembering Siri.
0:26:30–0:26:33
Und ist gleichzeitig dann auch so der Revealed Whodunit.
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Und die ist 1983 schon erschienen und die hat gar nicht so viel,
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also Hyperion hat so ein Metathema damit, hat das gar nicht so viel zu tun,
0:26:42–0:26:43
aber dann irgendwie doch.
0:26:44–0:26:48
Und er hat aber diese Geschichte da reingesetzt und hat dann noch andere Geschichten dazu geschrieben.
Florian Clauß
0:26:48–0:26:53
Darf ich kurz fragen nochmal so, weil du gesagt hast, sie ist 1983 geschrieben,
0:26:53–0:26:59
das heißt Hyperion war nicht quasi von Anfang an als abgeschlossenes Buch veröffentlicht,
0:26:59–0:27:01
sondern sind dann die Geschichten nach und nach...
Micz Flor
0:27:01–0:27:06
Nein, das war ein Buch. Das heißt, wenn du es jetzt liest, dann denkst du, ach, das ist ja ein Buch.
0:27:07–0:27:13
Aber die Quelle davon war Remembering Theory.
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Ich weiß es nicht, und man kann ihn jetzt leider eben auch nicht mehr fragen,
0:27:16–0:27:20
und ich habe dazu auch nichts gefunden, wie das mit den anderen Kapiteln ist.
0:27:20–0:27:24
Aber ich weiß zumindest von Carry and Comfort, das ist dieses sehr,
0:27:24–0:27:29
sehr lange Buch, das dass in zwei Teilen der Anfang des Buchs eins zu eins,
0:27:29–0:27:30
soweit ich es lesen konnte,
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schon veröffentlicht war, bevor er dann wirklich nach dem zweiten Kapitel angefangen
0:27:39–0:27:40
hat, weiterzuschreiben.
0:27:40–0:27:44
Und wenn man es weiß, ich weiß noch beim Lesen, bevor ich es wusste,
0:27:44–0:27:49
habe ich bei Caring Comfort gedacht, ja interessant, jetzt passiert irgendwas Neues.
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Auf einmal kommen halt so Randfiguren an die Oberfläche, die man schon abgeschrieben
0:27:53–0:27:55
hatte, obwohl man noch gar nicht so viel Text gelesen hatte.
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Aber irgendwie war es wirklich ja schon gefühlt fertig und dann ging es nochmal
0:27:59–0:28:00
weiter, dann ging es nochmal los.
0:28:01–0:28:06
Und das ist halt, glaube ich, was, was bei Dan Simmons ab und zu Thema ist.
Florian Clauß
0:28:07–0:28:11
Ganz kurz, ich will nochmal zur Lokalisation. Wir sind hier auf diesem Friedhof.
0:28:12–0:28:14
Ich finde den echt sehr interessant.
0:28:14–0:28:17
Ich hatte dann auch so im Netz nochmal geguckt. Da gab es jetzt nicht so viele Seiten.
0:28:17–0:28:24
Aber eine Seite, die ich gefunden habe, war halt, dass man hier flat für 2.384
0:28:24–0:28:26
Euro sein Grab kaufen kann.
0:28:26–0:28:29
Also no more cost, just this year.
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Und da wurde noch diese Statue beschrieben, die wurde 1984 gebaut.
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Und warte mal, bevor du es liest, oder hast du es schon gelesen,
0:28:39–0:28:42
was würdest du sagen, was das darstellt?
Micz Flor
0:28:44–0:28:52
Also, für die, die nicht auf eigentlich-podcast.de gucken, es geht von unten nach oben.
0:28:52–0:28:58
Es sind zwei parallele Metall, ja, wie soll ich das nennen, Planken,
0:28:58–0:29:00
die jetzt aber nicht so ganz ebenmäßig sind.
0:29:00–0:29:04
Die sind gebogen, sodass im unteren, eine ist dunkel, eine ist hell,
0:29:04–0:29:05
die hellere ist oben ein bisschen länger.
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Von unten etwa so im unteren Drittel wie so eine Schwingung,
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die von rechts nach links geht.
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Und was, worum könnte es gehen? Meine erste Assoziation ist EKG,
0:29:20–0:29:23
aber ich weiß nicht, warum es zwei, warum es dann zwei sind.
Florian Clauß
0:29:23–0:29:25
Weil es so Kurven sind.
Micz Flor
0:29:25–0:29:26
Ja, ja, irgendwie sieht es aus wie so ein Ausschlag.
Florian Clauß
0:29:27–0:29:28
Also wenn es ein Herzschlag war.
Micz Flor
0:29:28–0:29:34
Aber zwei Kurven verstehe ich nicht. Könnte auch so ein Leib-Seele-Dichotomie sein.
0:29:35–0:29:37
Wir sind auf dem Friedhof, also
0:29:37–0:29:41
so religiös motiviert. Ne, Fällt mir nicht ein, ich darf es nicht lesen.
Florian Clauß
0:29:42–0:29:45
Ja, aber so eine Verbundenheit stellt es dar.
0:29:45–0:29:51
Und es ist vielleicht nicht so weit, also jetzt nicht so jenseits gerichtet,
0:29:51–0:29:52
sondern diesseits gerichtet.
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So zwei Pole, die sich miteinander verbinden. Was könnte das jetzt so?
Micz Flor
0:29:59–0:30:03
Also dann ist eine Person gestorben, die Dunkle, und die andere lebt weiter?
Florian Clauß
0:30:03–0:30:07
Nee, nee, nicht so sehr ins Jenseits gerichtet, sondern wirklich so,
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wenn du überlegst, Was gibt es denn so von einer Institution,
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die so zwei Personen bindet?
Micz Flor
0:30:12–0:30:12
Die Ehe?
Florian Clauß
0:30:13–0:30:17
Ja, und das ist jetzt so quasi Mann und Frau soll das darstellen.
Micz Flor
0:30:17–0:30:18
Ah, okay.
Florian Clauß
0:30:18–0:30:19
Jetzt darfst du es lesen.
Micz Flor
0:30:20–0:30:24
Mann und Frau. Zum Andenken an den großen Berliner Arzt und Lehrer.
Florian Clauß
0:30:24–0:30:25
Ach so, okay.
Micz Flor
0:30:25–0:30:27
Kenne ich nicht. Freunde und Schüler.
Florian Clauß
0:30:27–0:30:32
Ja, okay. Also, aber ich finde, das ist eine ganz schöne Skulptur.
Micz Flor
0:30:32–0:30:35
Aber das ist ganz gut. Du hast mich jetzt wieder rausgerissen.
0:30:35–0:30:38
Jetzt kann ich woanders anfangen. Nee, weil es ist auch gut.
0:30:38–0:30:41
Ich wollte vielleicht auch gar nicht mehr so viel sagen, sondern einfach noch
0:30:41–0:30:44
ein paar Beispiele geben, was ich so faszinierend finde, wenn man,
0:30:46–0:30:49
Diese Dan Simms Sachen liest er doch immer sehr schöne Einleitungen,
0:30:49–0:30:56
also teilweise auch wie kleine Novellen, wo er halt darüber schreibt, wie er,
0:30:57–0:30:59
Ich glaube, er sogar in einem späteren Buch nochmal schreibt,
0:30:59–0:31:03
wie das war mit seinem ersten Buch und wie er dann beim Verlag war und wie dann
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gerade Horror so ein Thema war und wie er so komische Leute hatte,
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die als LektorInnen dann halt mit ihm arbeiten sollten.
0:31:11–0:31:16
Und das Interessante finde ich, dass es immer so eine Sache gibt zwischen diesen
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Einleitungen oder diesen kleinen, sag ich mal, Kurzgeschichten oder kurzen Novellen,
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die man als Vorwort nennen würde, die dann auch teilweise immer fiktiver werden.
0:31:26–0:31:31
Er hat ja zum Beispiel eine Sache, die später auch verfilmt wurde, Terror.
0:31:31–0:31:36
Da geht es um die Franklin-Expedition mit den beiden Schiffen Terror und Erebus.
0:31:37–0:31:41
Das hat er 2007 veröffentlicht. Und das wurde dann auch verfilmt und,
0:31:41–0:31:44
greife ich jetzt vorweg, das Einzige, was von ihm verfilmt wurde.
Florian Clauß
0:31:44–0:31:45
Ach, wirklich? Okay.
Micz Flor
0:31:45–0:31:53
Bis jetzt, also vor seinem Tod. Und da schreibt er dann, wie er dazu recherchieren
0:31:53–0:31:55
wollte in einem anderen Buch.
0:31:55–0:31:59
Ich glaube, im Vorwort von The Abominable, da geht es um eine,
0:31:59–0:32:04
da bin ich auch erst halb durch, da geht es um eine Mount Everest-Besteigung
0:32:04–0:32:08
in den 20er Jahren, wo er aber auch diese Nazis,
0:32:08–0:32:10
so diese Proto-Nazis, wie er es nennt, schon so mit reinzieht.
Florian Clauß
0:32:10–0:32:12
Ja, das war, ah, interessant.
Micz Flor
0:32:12–0:32:16
Das ist ein spannendes Buch, das kann ich dir auch nochmal geben.
Florian Clauß
0:32:16–0:32:20
Es ist auch historisch spannend. Da gab es, ich glaube, neulich auch eine Folge
0:32:20–0:32:25
von Geschichten aus der Geschichte, wo es um diese Besteuerung des Mount Everest
0:32:25–0:32:30
ging und dann auch um diesen Typ, also dieser Prototyp, der das schafft.
0:32:31–0:32:37
Und natürlich war das eine Konkurrenz der Ideologien, die sich da auch abgespielt hat.
0:32:38–0:32:41
Und der Mount Everest wurde ja dann erst in den 50ern. Wissen wir was?
Micz Flor
0:32:41–0:32:44
Ja, und in Tibet, also da geht es auch um Tibet, es ist halt eben auch immer
0:32:44–0:32:49
ein bisschen Horror bei Dan Simmons dabei, um so Ritual, Todesrituale,
0:32:49–0:32:53
wo die Verstorbenen den Geiern vorhören.
Florian Clauß
0:32:53–0:32:56
Ja, das ist Luftbestattung. Das ist so klassisch tibetisch.
0:32:57–0:33:01
Das finde ich auch eine ganz gute Bestattungsform. Wenn die hier zulässig wäre
0:33:01–0:33:04
in Europa, würde ich gerne noch bestattet werden.
0:33:04–0:33:08
Aber ich glaube, wir müssen erstmal den Vogel einführen, invasiv.
Micz Flor
0:33:09–0:33:11
Das sind ein paar Spatzen, die den in die Augen picken.
Florian Clauß
0:33:12–0:33:15
Hat ein bisschen länger gedauert, aber war auch nicht so appetitlich.
0:33:16–0:33:18
Vielleicht solltet ihr doch nicht zur Beerdigung kommen.
Micz Flor
0:33:19–0:33:25
Ja, also da muss man vielleicht auch noch dazu sagen, dass es in Song of Kali schon vorkommt.
0:33:25–0:33:29
Er hat das selber wohl auch auf einer Reise in Indien gesehen, in Mumbai.
0:33:29–0:33:34
Da gibt es so hohe Türme, da werden oben dann die Toten reingelegt und oben
0:33:34–0:33:37
drüber kreisen die Geier und ernähren sich dann eben oder essen die Toten.
0:33:37–0:33:42
Und in Tibet sei es wohl so, sagt dann Simmons auch in einem Interview,
0:33:42–0:33:47
dass es da wohl eine eigene Kaste gibt. Ich weiß gar nicht, wie man das beschreiben
0:33:47–0:33:49
sollte jetzt, was dann Kasta ist.
0:33:49–0:34:00
Aber die damit beauftragt ist, die Toten, bevor die dann den Geiern zum Fraß hingelegt haben,
0:34:01–0:34:04
dann diese Kaste ist dafür verantwortlich, den Körper nochmal zu zerteilen.
0:34:05–0:34:08
Die machen die Toten dann, hacken die in kleine Stücke.
Florian Clauß
0:34:08–0:34:11
Ja, vielleicht würde man das eher als Gewerk bezeichnen.
Micz Flor
0:34:16–0:34:22
Das ist das, was er als Wort gesagt hat, aber ich weiß es nicht, was es ist.
0:34:23–0:34:27
Und sein fiktiver Amerikaner, das sind drei Leute, die in Everest besteigen,
0:34:27–0:34:31
in seinem 1924 oder versuchen,
0:34:33–0:34:39
Da in dem Vorwort ist ganz interessant, weil er ich finde es halt total spannend,
0:34:39–0:34:41
wie sein Vorwort dann Teil auch seiner,
0:34:42–0:34:45
also du weißt irgendwann, anfangs, wenn du die Vorwörter mitliest,
0:34:45–0:34:50
dann weißt du immer, das ist so biografisch, oder das ist von ihm jetzt,
0:34:50–0:34:52
und das ist eine Wahrheit, und jetzt geht das Buch los.
0:34:53–0:34:57
Und später verwischt sich das aber alles so immer mehr.
0:34:57–0:35:02
Zum Beispiel gibt es bei The Abominable gibt es dann auf einmal einen Charakter, von dem wir dann.
0:35:03–0:35:09
Nicht mehr genau wissen, ist das jetzt der Typ, der mit in diesem fiktiven Buch
0:35:09–0:35:11
einer der Amerikaner in diesem Trio ist,
0:35:11–0:35:18
der selber auch Bergsteiger war und der auch auf der Antarktik war in der Expedition,
0:35:18–0:35:20
wo der biografisch aufgebaut wird.
0:35:21–0:35:24
Aber irgendwann knickt es so ein bisschen weg und du kommst in so einen komischen
0:35:24–0:35:27
Raum und denkst dir mal, ist das jetzt nicht mehr wahr?
0:35:28–0:35:32
Also kann ich dem Vorwort auch nicht mehr glauben. Vermengen sich da fiktive
0:35:32–0:35:37
Charaktere mit historischen Fakten, was ja eben auch ein ganz Genre ist,
0:35:37–0:35:42
was zum Beispiel in Drood, das finde ich mit eines der besten Bücher von 2009 war das, glaube ich.
0:35:43–0:35:50
Ich weiß nicht mehr genau. Aber dann, wo er Charles Dickens und einen,
0:35:51–0:35:54
wo ich dachte, zuerst fiktiven, aber es ist ein realer Charakter,
0:35:54–0:35:59
als Erzähler einsetzt, Wilkie Collins, ein Schreiber, der damals opiumabhängig
0:35:59–0:36:01
war und der nicht so ganz vertrauenswürdig ist.
0:36:01–0:36:05
Also er nimmt immer historische Personen, nicht immer, aber manchmal nimmt er
0:36:05–0:36:07
die und klebt das so ineinander,
0:36:07–0:36:13
dass du dann auch was über die Zeit erfährst, zum Beispiel über Charles Dickens,
0:36:13–0:36:15
der dann wirklich auf Tour gegangen ist,
0:36:15–0:36:22
sozusagen eine der ersten Stand-up-Sachen war, der damals mit Gaslicht neue
0:36:22–0:36:25
Effekte versucht hat, eben es herter zu bringen. Das war alles.
Florian Clauß
0:36:25–0:36:29
Das hast du auch in Samsof Kali.
0:36:29–0:36:33
Aber darf ich noch was fragen?
0:36:34–0:36:37
Weil du hattest so ein bisschen als...
0:36:38–0:36:44
Als Teaser in Unterhundert hattest du gesagt, als ich erwähnt habe,
0:36:45–0:36:50
weil ich das im Ohr hatte, Hyperion wird ja bald von Netflix verfilmen, hattest du, ja,
0:36:50–0:36:53
aber hört in der nächsten Folge. Was gibt es da für Infos?
Micz Flor
0:36:53–0:36:57
Ich glaube insgesamt, also gar nicht bezogen auf Hyperion, sondern insgesamt
0:36:57–0:36:58
ist es wie ein kleiner Fluch.
0:36:59–0:37:02
Terror, das Buch habe ich versucht zu lesen. Ich fand es einfach nicht spannend.
0:37:03–0:37:07
Viele mögen das, aber das wurde verfilmt. Das wurde in einer Miniserie verfilmt
0:37:07–0:37:10
von einem amerikanischen Sender oder Produktionsfirma.
0:37:11–0:37:13
Habe ich aber auch noch nicht gesehen, würde ich aber gerne mal sehen.
0:37:14–0:37:19
Ansonsten ist es so, dass wenn man Dan Simmons, also wenn man sagt so der Unvollendete,
0:37:19–0:37:25
Man merkt halt, dass er unfassbar gerne seinen Stoff verfilmt gesehen hätte.
0:37:26–0:37:31
Und gerade bei Hyperion heißt es dann auch immer, wo dann die Hardcore-Fans
0:37:31–0:37:34
sagen, das kann man nicht verfilmen, da macht man alles kaputt.
0:37:35–0:37:41
Bei Simmons gibt es aber ganz viele Interviewausschnitte oder auch in einem
0:37:41–0:37:46
Vorwort, wo er schreibt, Hyperion wird bald verfilmt. Ah, jetzt hat er jemanden angebissen.
0:37:46–0:37:53
Er erzählt auch mal in einem Interview, erzählt er dann eben von The Crook Factory,
0:37:54–0:37:57
von The Abominable, diese Mount Everest-Besteigung.
0:37:58–0:38:03
Und Terror war auch noch nicht gedreht. Vorher eben Hyperion.
0:38:04–0:38:07
Er hatte auch Carry & Comfort schon mal. Also es waren immer Leute,
0:38:07–0:38:12
die die Options gemacht haben, also die das Material genommen haben.
0:38:12–0:38:15
Und er sagt jetzt auch bei einem in diesem Interview, sagt er,
0:38:15–0:38:18
das wird jetzt bestimmt passieren, aber...
0:38:20–0:38:26
Ich werde es erst wirklich glauben, wenn ich im Kino sitze, es sehe und dabei Popcorn esse.
0:38:26–0:38:31
Weil ich habe schon mal den Film von The Crook Factory mit Ernest Hemingway
0:38:31–0:38:34
und diese Spionage Anfang 40er Jahre Kuba.
0:38:35–0:38:40
Da war schon der Cast fertig, die Kostüme fertig, der Drehplan fertig und es
0:38:40–0:38:43
ist dann ein paar Wochen davor noch zurückgepfiffen worden. Und dafür meinte
0:38:43–0:38:48
er, er glaubt erst, was im Kino ist. Aber er ist immer so, er freut sich immer drauf.
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Seit den 90er-Jahren freut er sich drauf. Und ich glaube, wirklich die größten
0:38:52–0:38:59
Bücher, Hyperion, Carrying Comfort, das ist alles so Ende 80er,
0:38:59–0:39:00
Anfang 90er entstanden.
0:39:01–0:39:03
Und das waren irgendwie so diese Monolithen, wo er, glaube ich,
0:39:03–0:39:07
innerhalb von 12 Monaten immer so ein Ding rausgehauen hat, was dann gleich
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irgendwie auch in die Top Ten ging.
0:39:09–0:39:11
Da musst du, glaube ich, schon unfassbar viel...
0:39:13–0:39:15
Entspannung innerlich erleben und denken, okay, das habe ich mal gut vorgelegt.
0:39:17–0:39:19
Das kommt jetzt alles ins Kino.
0:39:19–0:39:23
Aber es ist nie passiert. Es ist einfach nicht passiert. Und ich bin auch mit Hyperion.
0:39:24–0:39:27
Das Material wurde, glaube ich, sogar schon mal von Netflix.
0:39:27–0:39:28
Das habe ich, glaube ich, auf Katz mal gehört.
Florian Clauß
0:39:28–0:39:29
Die hatten das geoptet.
Micz Flor
0:39:31–0:39:37
Und dann war der American Sniper Silver Lining, der Schauspieler. Wie heißt der nochmal?
0:39:39–0:39:43
Ja, muss ich, trage ich nach. Aber da hat ein Schauspieler dann die Rechte nochmal
0:39:43–0:39:44
übernommen, wollte das produzieren.
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Dann war es ursprünglich als Serie gedacht, was wirklich sich anbieten würde.
0:39:48–0:39:49
Das fand ich total spannend.
Florian Clauß
0:39:51–0:39:59
Diese unverfilmbaren Stoffe, wir hatten ja schon mal eine Folge zu die Zukunft
0:39:59–0:40:00
der Filmindustrie mit KI.
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Wo wir schon gesagt haben, da wird viel in Post und Pre-Production,
0:40:07–0:40:11
kommt schnell KI zum Einsatz. Es wird ein bisschen dauern, bis dann halt so
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wirklich so dann in der tatsächlichen Produktion KI dann.
0:40:15–0:40:19
Aber ich kann mir vorstellen bei sowas, wenn das noch ein bisschen reift,
0:40:19–0:40:24
ja, dann kannst du halt wirklich diese ganzen völlig episch übertriebenen Sachen,
0:40:24–0:40:28
kann man halt über KI die Bilder erzeugen.
0:40:28–0:40:31
Es ist die Frage, ob du dich dann emotional damit verbinden kannst,
0:40:32–0:40:37
weil ich glaube, ganz stark wird es eben von den Charakteren getragen, ja.
Micz Flor
0:40:37–0:40:42
Ja, aber ich glaube, dass es dann vielleicht so eine Art von Verbindung gibt,
0:40:42–0:40:45
wie Leute das bei Spielen empfinden, so Ego-Shooter oder sowas.
0:40:45–0:40:47
Ich glaube, da ist es ja schon so, dass man merkt,
0:40:48–0:40:51
dass die Leute ganz tief sich emotional auch mit dem Stoff verbinden können,
0:40:51–0:40:54
der komplett synthetisch entstanden ist.
Florian Clauß
0:40:54–0:40:57
Aber weil du selber so eine Task machst, du bist ja quasi dabei,
0:40:57–0:40:59
was zu machen und zu entdecken.
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Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie ich mich irgendwie in den 80ern
0:41:05–0:41:11
bei den C64 unglaublich intensiv mit irgendeinem Ghost & Goblin verbunden habe.
0:41:12–0:41:16
Und auch die Welt dann halt total so aufgesaugt habe.
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Also ich glaube, aber du musst halt irgendwie so und ich weiß es nicht,
0:41:21–0:41:24
also es wäre interessant, ob man dann solche...
Micz Flor
0:41:24–0:41:27
Aber ich meine mich daran, bei dieser Folge war ja die Idee,
0:41:27–0:41:31
dass dann jeder sein Hyperion kriegt, also dass du mit KI dann diese Sachen
0:41:31–0:41:36
nicht mehr machen musst, sondern dann werden die eher wie...
Florian Clauß
0:41:36–0:41:39
Du bist dann halt quasi der Autor der Geschichte.
Micz Flor
0:41:39–0:41:41
Das wird dann genauso sein.
Florian Clauß
0:41:41–0:41:45
Wie du es gerne hättest. Ja, genau, das wäre noch so eine Ausbaustufe.
0:41:45–0:41:47
Aber interessant, ja, das ist...
Micz Flor
0:41:47–0:41:51
Also das war so ein bisschen diese Sache, so Dan Simmons eigentlich als gescheiterter,
0:41:51–0:41:53
weil ich glaube, sein ganz, ganz großer Traum,
0:41:54–0:41:58
ein Buch von sich mal verfilmt im Kino zu sehen, wo ja dann zum Beispiel sein
0:41:58–0:42:04
Kollege Stephen King oft auch genervt war, wenn er seine fertigen Produkte dann
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so im Kino gesehen hat. Er war ja nicht immer so begeistert.
Florian Clauß
0:42:07–0:42:14
Ja, und wie wir gelernt haben zum Beispiel von The Shining, fand er gar nicht gut.
Micz Flor
0:42:14–0:42:20
Ja, The Shining oder auch diesen Vampir-Verfilmung, Brennen muss Salem.
0:42:20–0:42:24
Das war, glaube ich, so eine dreiteilige Fernsehserie in Amerika,
0:42:24–0:42:28
wo er wohl auch danach meinte, das ist nicht mehr mein Buch.
0:42:31–0:42:34
Und Simmons ist, glaube ich, dann auch, und dann mache ich jetzt gleich mal
0:42:34–0:42:38
Schluss damit, mich fliegen zwar immer noch so kleine Fetzen von gefährlichem
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Halbwissen an, aber ich glaube, ich komme jetzt mal langsam zum Punkt.
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Weil bei Simmons glaube ich, anders als bei Stephen King,
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Stephen King hat mich von seiner Art zu schreiben nie wirklich erwischt.
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Also ich war nie fasziniert von dem Stil zu schreiben, aber vom Plot.
0:43:02–0:43:06
Und bei Dan Simmons ist es irgendwie oft andersrum. Ich habe so das Gefühl,
0:43:06–0:43:09
der ist so gerne bei seinen Charakteren und er findet da was.
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Wir haben ja über Ilium gesprochen, wo dann diese beiden Androiden miteinander
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reden, über diese Nette von Shakespeare und so. Also das sind so Sachen,
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wo du das Gefühl hast, der Autor hat einfach gerade einen Riesenspaß.
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Und diesen Spaß, das ist ansteckend. Und manchmal eben auch,
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es muss nicht immer Spaß gehen, auch im Horror.
0:43:28–0:43:31
Und ich finde, dass er so Bilder schafft, die dich einfach mitnehmen.
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Und du merkst, du willst es auch zulassen, das zu erleben, was er will,
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was du erlebst. Also da ist so ein Vertrauen da.
0:43:39–0:43:44
Aber die Abschlüsse sind immer nicht so auf den Punkt. Also er lässt es gerne
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und vielleicht fühle ich mich da aber auch vom Charakter her mit ihm verbunden,
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weil ich das von mir selber auch kenne.
0:43:49–0:43:55
Ich komme dann auch nicht wirklich am Punkt, sondern bin dann eher so, ja, aber.
Florian Clauß
0:43:55–0:43:57
Ja, interessant.
Micz Flor
0:43:57–0:44:00
Ich bin dann jemand, der sagt, weißt du was, wir gehen jetzt da essen.
0:44:00–0:44:03
Und wenn dann alle sagen, gute Idee, gehen wir da hin. Oder wir gehen zum Koreaner.
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Und dann alle, oh Gott. Das kenne ich von mir.
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Und ich habe bei Dan Sims das Gefühl, gerade zum Ende hin möchte er auch nicht
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fertig werden. Und dadurch werden die Enten keine Erlösung, die werden nicht
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ekstatisch, sondern die werden immer so wie eine Welle, so befriedend.
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Aber keine Welle, die gegen so einen Leuchtturm bricht und danach das Wasser
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runter klatscht und der Turm aber noch steht und alle sagen Hurra.
Florian Clauß
0:44:27–0:44:30
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Micz Flor
0:44:30–0:44:34
Sondern eher wie so eine Tsunami-Welle kommt diese Geschichte auf den Strand zu.
0:44:34–0:44:40
Aber Gott sei Dank ist der Strand so flach, dass sie einfach nur ausläuft und es passiert gar nichts.
Florian Clauß
0:44:40–0:44:41
Ja, toll.
Micz Flor
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Nur zwei Rehe waren erschreckt. Also irgendwie habe ich das Gefühl,
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dass Dan Simmons' Unvollendetheit in den Filmen.
0:44:50–0:44:54
Dass das Material nie da hingekommen ist, hat glaube ich auch damit zu tun,
0:44:54–0:44:58
weil es irgendwie zum Schluss nicht so diesen einen Punch gibt oder den Showdown gibt,
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mit dem man dann wirklich sagen könnte, die Leute gehen aus dem Kino und empfehlen
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das sofort weiter. Musst du sehen.
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Ich glaube, das ist so eine Sache, wo Simmons, und ich finde es sympathisch.
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Und um die Sache von vorne nochmal aufzugreifen, dann damit mache ich dann Schluss.
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Ich lese jetzt gerade so Fifth Heart, das ist fünfte Herz. und diese Verwebung von Fakten und Fiction,
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das hat er ja schon öfter gemacht, hat er ja gerade schon gesagt,
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bei Drew hat er Charles Dickens, Wilkie Collins und andere AutorInnen aus der
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Zeit und die Verlagswelt aus der Zeit zusammengemanscht mit völlig fiktiven Figuren und Plots,
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die halt dann scheinbar passiert seien und dann Dickens dazu motiviert haben,
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das Buch Drew zu schreiben, was nicht fertig wurde, bis er dann gestorben ist.
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Also das ganze Setup ist genial für das Buch und ich finde, der baut es auch gut.
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Auch da ist der Schluss meiner Meinung nach nachvollziehbar, aber...
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Nicht wirklich so. Aber es macht unfassbar viel Spaß zu lesen, ganz tolle Sachen drin.
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Und jetzt bei The Fifth Heart ist es so ein bisschen, als ob jetzt in dieses
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Buch hinein er diese Faction, Fiction, historische Hintergründe und Fantasiesachen
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wirklich mal so richtig zusammengeschoben hat.
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Und zwar der reale Autor Henry James.
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Bruder von William James, den könnten wir auch mal was drüber machen,
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über die Fechner, Wund, Und James, so diese Psychologie, Philosophie aus dem späten 19.
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Jahrhundert, da war der ein ganz, ganz wichtiger Philosoph in der Zeit und Psychologe.
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Und Henry James, am bekanntesten ist vielleicht Turn of the Screw,
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das ist so eine Novelle auch.
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Der hat so wie Dickens auch, hat er so Fortsetzungsserien in Magazinen veröffentlicht,
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die dann teilweise auch nochmals Bücher rauskamen.
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Und der so ein bisschen wie Dan Simmons, glaube ich, auch nicht geschafft hat,
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Bis auf dieses Turn of the Screw, das ist so ein bisschen so ein Horror-Grusel-Ding,
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wirklich was zu pflanzen, was überlebt.
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Und auf jeden Fall, Henry James, realer Charakter, reale Zeit,
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Amerikaner, der in England lebte und so weiter.
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Trifft Sherlock Holmes, eine fiktive Figur, eine Romanfigur.
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Und Henry James und Sherlock Holmes fahren dann gemeinsam nach Amerika,
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treffen sich in Paris, fahren gemeinsam nach Amerika, um dort den Mörder zu finden,
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der Frau von einem Bekannten und gleichzeitig auch noch eine Verschwörung der
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Anarchisten zu vereiteln, bei der kommenden Expo irgendwie eine Bombe zu pflanzen
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und den Präsidenten zu töten.
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Und das Ganze ist halt so in der Verwoben, dass es, und Sherlock Holmes sagt
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es von sich aus, selbst Henry James gegenüber, sagt an einem Punkt,
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ich habe die große Befürchtung, ich könnte nur eine fiktive Person sein.
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Und gleichzeitig hast du dann aber entweder Henry James oder Sherlock Holmes als den Erzähler.
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Also es ist nicht ich, aber eben du bist in der Psyche von Sherlock Holmes,
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der halt beschreibt, wie er kokainabhängig war, jetzt in Amerika dann das Heroin
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probiert, was gerade noch auf dem Markt ist.
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Und du bist bei diesen Charakteren und du, das ist irgendwie,
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finde ich, ein ziemlich genialer nächster Schritt, sowas sich zu trauen zu sagen.
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Ich nehme eine echte historische Figur.
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Und setze der jetzt nicht irgendwelche fiktiven, flankierenden Narrative entgegen,
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sondern ich nehme eine sehr bekannte Fiktivfigur,
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die dann wirklich auch diese Sache, das hat er in einem Interview auch gesagt,
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wenn ich meinen Nachbarn, wenn die Fragen waren, was schreibst du denn gerade so?
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Und ich sage halt so aktuell, ja, Henry James und Sherlock Holmes fahren zusammen
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nach Amerika und versuchen dann diesen Anschlag zu vereiteln und gleichzeitig
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diesen Mörder zu finden.
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Und dann sagen manche, sagen dann, ach und, haben sie es geschafft?
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Also so im Sinne von, das klingt historisch, ist das wirklich passiert? Wie ging das damals aus?
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Das fand ich halt so quasi diese Kumulation gerade für mich.
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Macht total viel Spaß zu lesen und ist auch da wieder so, dass man irgendwie
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so sehr, sehr schön diesen historischen Hintergrund,
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wie sieht Washington zu der damaligen Zeit aus und die Selbstverständlichkeit,
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mit der halt Bedienstete in diesen Häusern irgendwie anwesend sind.
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Und ja, auch da schon die unfassbaren Gehaltsgefälle, könnte man sagen.
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Es ist also wirklich fun to read.
Florian Clauß
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Toll, vielen Dank Mitch für diesen auch recht persönlichen Rückblick auf Den Sims.
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Wir haben gar nicht so sehr über Ilium gesprochen, aber da gibt es auch eine
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Folge, das hat man am Anfang vergessen
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zu erwähnen, wo du mich mehrfach gezwungen hast, das Buch zu lesen.
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Und ich dann auch froh war, das gelesen zu haben.
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Genau, dann würde ich sagen, machen wir hier Schluss.
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Wir sind auch kurz vor dem Tor, vor dem Eingangstor, Haupteingangstor des Friedhofs.
Micz Flor
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Zurück zu den Lebenden.
Florian Clauß
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Genau, wir gehen zurück ins Krankenhaus. Da ist nämlich genau gegenüber das
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Krankenhaus Friedrichshain.
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Das war eigentlich Podcast-Episode 101.
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Alles, was wir jetzt hier auch besprochen haben, gibt es nochmal als Links auf
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unserer Seite, als Blogpost und die Bilder, die ich gemacht habe.
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Du hast gar nicht fotografiert.
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Von dem Friedhof und die Route könnt ihr dann auch sehen.
Micz Flor
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Ja, du hast fotografiert.
Florian Clauß
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Ja, ich habe fotografiert. Also, dann sage ich tschüss, bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
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Macht's gut. Wir haben nicht geklatscht am Anfang.

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