"Many of my novels and stories have been optioned for film, but as of this writing none have been produced." (Dan Simmons , "Worlds Enough & Time", 2002)

Dan Simmons ist verstorben. In dieser Episode möchte Micz versuchen den Autor, der sich immer beiläufig über Genregrenzen hinweggesetzt hat, mit dem Lasso mal einzufangen und zu umarmen. Über Jahrzehnte hinweg hat Simmons Horror, Science-Fiction und historische Stoffe zu einem Regenschirm verwoben, mit dem Leser:innen federleicht die Feldsteinmauern übersegeln, die das Genrefallobst einzäumen. Und hätte das diesen Satz noch viel eleganter formulieren können. Mit seinem Tod im Februar 2026 verliert die Literatur eine der eigenwilligsten Stimmen der Gegenwart. Gleichzeitig blieb Simmons Werk das eines Unvollendeten. Weil seine Bücher oft mehr aufrissen, als sie abschließend beantworten wollten. Ob in den verschachtelten Erzählstrukturen von „Hyperion“, den offenen philosophischen Fragen in „Ilium“ oder den ausufernden historischen und moralischen Dimensionen von „Carrion Comfort“. Viele seiner Geschichten wirken deshalb wie Momentaufnahmen aus größeren, kaum greifbaren Zusammenhängen. Micz sieht es positiv: für einen kongenialen Showdown war Dan Simmons selten zu haben, der stresst nur, aber parallel in unterschiedlichsten Schichten eines historischen Moments zu schwelgen und zu flanieren, das konnte er wie kein anderer genießen und teilen. Unvollendet auch, weil es jahrzehntelang sicher war, seit den 1990ern, dass er mit "Hyperion", "Drood", "Ilium", "Carrion Comfort", "The Crook Factory", "The Abominable" und auch dem Erstlingswerk "Song of Kali" ganz groß in die Kinos kommt. Es ist nicht passiert. "Hyperion" wäre der geniale Stoff für eine Stream-Serie. Es ist nicht passiert. "Terror" wurde als Serie verfilmt. Er hatte auf so viel mehr gehofft und darauf immer wieder auch in Interviews gebaut. Wir haben uns im Podcast in einer Mini-Serie an seinem Werk abgearbeitet – und sind dabei durch sehr unterschiedliche Welten gereist. In „Carrion Comfort“ begegnen wir sogenannten Mind-Vampires, die Macht über Menschen ausüben und Geschichte aus dem Schatten heraus beeinflussen. Mit „Hyperion“ entwirft Simmons eine vielstimmige Space Opera, die eher an eine Sammlung miteinander verwobener Geschichten erinnert als an einen klassischen Roman. „Ilium“ wiederum verlegt antike Mythen in eine ferne Zukunft auf dem Mars und stellt die Frage nach Menschlichkeit in einer posthumanen Welt. Und mit „Song of Kali“ sowie „Drood“ zeigt sich seine düstere, literarisch verspielte Seite zwischen Horror und historischer Fiktion. All diese Bücher eint, dass sie sich Zeit nehmen, ausufern dürfen und dabei voller Ideen stecken – manchmal sperrig, oft überwältigend, aber nie beliebig. Simmons war kein Autor für nebenbei. Seine Romane fordern Aufmerksamkeit, Geduld und Neugier. Sein Werk bleibt.

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:00–0:00:03
Das hat er in einem Interview auch gesagt, wenn ich meinen Nachbarn,
0:00:03–0:00:04
wenn die Fragen waren, was schreibst du denn gerade so?
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Und ich sage halt so aktuell, ja, Henry James und Sherlock Holmes fahren zusammen
0:00:10–0:00:14
nach Amerika und versuchen dann, diesen Anschlag zu vereiteln und gleichzeitig
0:00:14–0:00:15
diesen Mörder zu finden.
0:00:15–0:00:19
Und dann sagen manche, sagen dann, ach und, haben sie es geschafft?
Florian Clauß
0:00:25–0:00:26
So, wollen wir?
Micz Flor
0:00:27–0:00:27
Ja.
Florian Clauß
0:00:28–0:00:32
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast. Der Podcast,
0:00:32–0:00:34
bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:34–0:00:38
Und jetzt über die 100 sind mit...
Micz Flor
0:00:38–0:00:40
Über die 100. 101 haben wir heute.
Florian Clauß
0:00:41–0:00:47
101, genau. 101. Die Folge, du hast schon ein bisschen geteasert,
0:00:48–0:00:54
worum es gehen soll in unserer Eigentlich Episode 100, wo wir so ein bisschen Recap gemacht haben.
0:00:55–0:00:59
Ein paar Statistiken rausgeholt, ein paar Remembers gemacht haben.
0:01:01–0:01:05
Und du hattest angekündigt, du wolltest über Dan Simms was machen.
Micz Flor
0:01:05–0:01:09
Ich wollte über Dan Simms angestoßen von unserem Mitstreiter,
0:01:09–0:01:13
meinem Bruder Chris, der in unserem Chat meint, da müsst ihr was dazu machen.
0:01:13–0:01:15
Oder ich glaube sogar, ich muss was dazu machen.
0:01:16–0:01:19
Der ist verstorben und ich habe es gar nicht mitbekommen.
0:01:22–0:01:26
Und ich habe dann Chris gefragt, ja was soll ich denn da machen,
0:01:26–0:01:29
aber da kam nichts zurück, aber trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl,
0:01:29–0:01:36
dass es stimmig ist, da nochmal zu Dan Simons eine Folge zu machen und wie das
0:01:36–0:01:40
dann so ist, wenn jemand verstorben ist, habe ich jetzt gar nicht so das Bedürfnis,
0:01:40–0:01:47
Sachen zu besprechen oder ein Werk rauszunehmen und das so in Tiefe darzustellen
0:01:47–0:01:50
Und dann bei Dan Simmons habe ich auch mal versucht, Plot-Spoiler zu vermeiden,
0:01:50–0:01:52
weil ich wirklich wollte, dass Leute es lesen.
0:01:52–0:01:57
Also man merkt, dieser Autor oder sein Werk, ich kenne den Autor ja nicht,
0:01:57–0:02:01
liegt mir am Herzen. Es hat mich begleitet.
0:02:01–0:02:03
Sachen, die ich auch mehrfach gelesen habe.
0:02:06–0:02:11
Und ja, so kommt jetzt verspätet eine Folge zu Dan Simmons.
0:02:13–0:02:16
Zu seinem Tod raus. Und ich versuche dann ein bisschen die Biografie zu gehen,
0:02:17–0:02:19
aber da habe ich gar nicht so viel irgendwie finden können.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:28
Du hast ja schon mehr oder weniger eine Dan Sims Reihe gemacht. Mit mehreren Büchern.
0:02:29–0:02:37
Das war auch so eine Statistik von unserer 100 Episode 100, wo wir dann so Reihen identifiziert haben.
0:02:37–0:02:41
Und Dan Sims, du hast angefangen mit Songs of Kali.
0:02:41–0:02:46
Das war glaube ich die erste der Folgen über Dan Sims,
0:02:47–0:02:56
dann eine großartige Folge, hatten wir auch darüber gesprochen in der 100 Hyperion
0:02:56–0:03:00
von Dan Sims die Space Opera,
0:03:00–0:03:08
wie das immer so gesagt wird und Karrion Comfort das war so über Vampire und.
Micz Flor
0:03:08–0:03:14
Ja Songs of Kali von 1985, war das erste Buch, das ich eben auch hier besprochen hatte. Und,
0:03:15–0:03:17
Eine Sache, die ich mir für die Folge überlegt habe, ist so,
0:03:18–0:03:20
wie Dinge sich bedingen.
Florian Clauß
0:03:20–0:03:21
Ja.
Micz Flor
0:03:21–0:03:25
Weil es gibt für Dan Simmons so einen Gründungsmythos.
Florian Clauß
0:03:25–0:03:25
Okay.
Micz Flor
0:03:26–0:03:30
Und der Gründungsmythos, den ja auch selber, der einmal hat ein gewisser Harlan
0:03:30–0:03:33
Ellison, und über den werden wir vielleicht sogar zuerst sprechen gleich,
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hat das in einem Vorwort für Dan Simmons auch mal reingeschrieben.
0:03:38–0:03:41
Aber ich habe das Vorwort nicht mehr gefunden. Ich habe alle E-Books nochmal
0:03:41–0:03:45
auf meinen Reader und ich habe alles durchgescannt, aber ich habe den irgendwann aufgegeben.
0:03:45–0:03:48
Ich glaube, das aber in einer anderen Folge schon mal zitiert zu haben.
0:03:50–0:03:55
Harlan Ellison hat Dan Simmons sozusagen entdeckt.
Florian Clauß
0:03:55–0:04:01
Ach ja, doch, ich erinnere mich. Das hast du, glaube ich, in Songs of Kali auch erzählt.
Micz Flor
0:04:01–0:04:07
Ja, und der Harlan Ellison ist irgendwie selber wie so eine,
0:04:08–0:04:12
also der ist auch Science-Fiction-Schreiber und vielleicht vorneweg greifend
0:04:12–0:04:15
in dem Vorwort zu Dan Simmons hat er, Soweit ich mich erinnere,
0:04:15–0:04:17
was ich nicht mehr gefunden habe, hat er gesagt,
0:04:18–0:04:23
er hatte früher so gedacht, dass er halt so in die Jahrhunderte hinein einfach berühmt sein wird.
0:04:23–0:04:26
Und in einem anderen Interview, was ich über ihn mal gesehen habe,
0:04:26–0:04:31
hat er auch gesagt, dass jeder Künstler, jede Künstlerin irgendwie versucht,
0:04:32–0:04:34
sich da hineinzuschreiben in die Kulturgeschichte.
0:04:34–0:04:42
Und wenn sie sagen, das ist nicht ihre Intention, dann ist es entweder unbewusst
0:04:42–0:04:44
die Intention oder sie lügen.
Florian Clauß
0:04:46–0:04:50
Ja, ich meine, das ist natürlich der Autor, der Autor als...
Micz Flor
0:04:50–0:04:50
Oder die Autorin.
Florian Clauß
0:04:51–0:04:55
Oder die Autorin, aber ich sage mal, die Instanz Autor, die selbst verwirklichen.
0:04:55–0:05:01
Was gibt es denn Größeres, als seine Gedankenwelt in einem Buch zu komprimieren?
0:05:01–0:05:03
Weil ich meine, guck dir dann andere Kunstformen an.
0:05:04–0:05:09
Es gibt wenig Kunstformen, wo man dann halt als singuläre Entität dann quasi
0:05:09–0:05:11
sein künstlerisches Schaffen...
Micz Flor
0:05:11–0:05:12
Ja.
Florian Clauß
0:05:12–0:05:13
Ähm...
0:05:14–0:05:20
Wieso kein Künstlerschaffen dann halt verwirklichen kann.
Micz Flor
0:05:20–0:05:24
Ja, und wirklich auch so ein Paradox. Ich hatte doch, vielleicht erinnerst du
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dich, dieses Sumi-Label, dieses 7-Inch-Label vor ganz, ganz langer Zeit,
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wo ich halt 7-Inch-Platten rausgegeben habe, wo ich dann Künstler,
0:05:32–0:05:34
Künstlerin eingeladen habe,
0:05:34–0:05:36
unter ihrem Namen was zu machen.
0:05:36–0:05:40
Gerade das Gegenteil der Fall ist für Musik. Ich hatte das damals,
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ich habe ja Ende 1999 bis 2000 in Wien gelebt und habe das dann so mitbekommen,
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dass es da, keine Ahnung, sagen wir mal zwei Handvoll von MusikerInnen gab,
0:05:51–0:05:56
die allerdings in 40 unterschiedlichen Projekten miteinander irgendwie so Musik
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gemacht haben, in unterschiedlichsten Konfigurationen.
0:05:59–0:06:03
Aber die Leute dahinter waren gar nicht so bekannt, außer man war so in der Szene.
0:06:03–0:06:07
Es gab ja immer die Labels obendrauf. Und bei AutorInnen jetzt die Bücher schreiben,
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das ist ja wirklich genau andersrum.
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Da geht es ja dann eher so, dass du so jemand wie Grisham hast,
0:06:12–0:06:16
der dann als Brand da drauf sitzt, der natürlich inzwischen aber auch 100.000
0:06:16–0:06:20
Angestellte hat, die halt Recherche machen, Materialkunde und so weiter und so fort.
0:06:20–0:06:26
Also diese Idee von einem Kollektiv, bei The Expanse zum Beispiel,
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haben wir da auch drüber gesprochen.
0:06:27–0:06:31
Es waren sowieso schon zwei Autoren, die die Bücher geschrieben haben,
0:06:31–0:06:36
aber die auch immer wieder so einem Workshop, Literary Workshop danken,
0:06:36–0:06:39
im Vorwort, ich weiß gerade nicht, wie der heißt, mit dem sie halt diese...
0:06:40–0:06:44
Diese Ideen und diese Plots irgendwie aus der Abklopfen. Also diese Idee von
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der kollaborativen Arbeit ist in der Musik sehr üblich, in der Literatur auch
0:06:48–0:06:52
wohl üblich, aber trotzdem steht immer ein Name obendrein.
Florian Clauß
0:06:53–0:06:59
Das ist auch so ein bisschen wie Ai Weiwei, der auch seinen Namen und dahinter
0:06:59–0:07:02
verbirgt sich ein Riesenproduktionsatelier.
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Damals, da gibt es auch eine tolle Dokumentation, wo man einmal so Insights
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bekommt in Beijing, wie das dann aussieht.
Micz Flor
0:07:10–0:07:14
Oder eben hier Berlin, Olafur Eliasson, der Pfefferberg hat er,
0:07:14–0:07:17
glaube ich, das ist halt eine GmbH, glaube ich, inzwischen sogar,
0:07:17–0:07:20
wo wirklich eben Materialkunde gemacht wird, der eben viel auch mit solchen
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physikalischen Themen arbeitet.
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Also dieser Gelblichtraum, wo auf einmal alles schwarz-weiß wird,
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weil da nur so ein Spektrum drin ist oder diese kleinen Sprühregenbögen oder so.
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Und der natürlich auch zum Beispiel in Island auch dieses eine große Opernhaus
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gebaut hat mit so einer Außenfassade zu einem ganz bestimmten Material.
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Und der wirklich einfach Angestellte hat in der GmbH, die auch for profit dann arbeitet.
Florian Clauß
0:07:47–0:07:50
Genau, also das haben wir jetzt so ein bisschen aufgelöst. Ja, Klammer drin.
Micz Flor
0:07:51–0:07:57
Aber Harlan Ellison hat von sich behauptet, dass er halt eben auch in die Annalen
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der Geschichte sich ein hätte schreiben wollen und auch gedacht hat,
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dass er das tut. Und es gab zum Beispiel eine Kurzgeschichte, die hieß,
0:08:05–0:08:09
Depend Harlequin, said the TikTok-Man. Das ist eine Kurzgeschichte.
Florian Clauß
0:08:09–0:08:11
Klingt ein bisschen nach Horror.
Micz Flor
0:08:11–0:08:15
Ja, es war immer so. Er wollte auch nie Science-Fiction genannt werden,
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Hallen Allison, sondern er hat sich immer als Fantasy-Writer gesehen.
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Also was man heute vielleicht Hard-Science-Fiction nennen würde.
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Er hat sich nicht wirklich in diese Maschinensachen reingeschrieben,
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sondern hat immer eher aus so einem soziologischen Raum drumherum gemacht.
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Also die überschneiden sich natürlich. Harlan Ellison und Dan Simmons,
0:08:37–0:08:39
ich habe jetzt die Daten nicht genau auseinander.
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Ich denke mal, dass die vielleicht so 20 Jahre auseinander sind.
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Und Dan Simmons ist eher, also fast, es ist glaube ich gleicher Alter gewesen
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wie Stephen King. So, die waren ein paar Monate auseinander.
0:08:51–0:08:54
Und Harlan Ellison kam schon aus einer anderen Zeit.
0:08:55–0:08:59
Und Harlan Ellison ist für mich, darauf will ich so ein bisschen hinaus,
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es gibt ja so Konzepte von Ursache und Wirkung. Wenn das nicht passiert wäre,
0:09:07–0:09:10
Dann hätte das nicht passieren können, hätte das nicht passieren können.
Florian Clauß
0:09:10–0:09:14
Das ist ja diese Fahrtgegebenheiten, Fahrtgelegenheiten und dieser historische
0:09:14–0:09:17
Pfad, das wir auch letzte Folge angesprochen haben.
Micz Flor
0:09:17–0:09:21
Ja, gut, dass du es sagst, aber ich will dich nämlich auch nochmal beziehen, wo du das her hast.
Florian Clauß
0:09:21–0:09:26
Das ist von MS Pro, Michael Seemann, der das dann in seinem Podcast,
0:09:27–0:09:31
Krasse Links, beziehungsweise der Podcast ist aus dem Newsletter, Krasse Links.
0:09:31–0:09:36
Und da hat er quasi so, du kannst auf seiner Seite, das können wir gerne verlinken,
0:09:37–0:09:40
das ganze Pamphlet dazu veröffentlicht.
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Da geht es auch um diese Begriffe, die er verwendet mit diesen Faden.
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Und es geht um diesen soziologischen Kontext, den er dann eben auch auf Netzwerke anwendet.
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Und wir haben das ja so ein bisschen dann auch von dieser Niklas-Lumen-Theorie abgeleitet.
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Aber er wendet es nochmal ganz intensiv in unsere Zeit an und dieser Übertrag,
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der wird auch, also das wird auch überall so aufgenommen, der Begriff.
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Ich habe es jetzt auch in anderen Kontexten schon gehört und ich übernehme das
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auch gerne, weil ich das sehr...
Micz Flor
0:10:19–0:10:23
Wie würdest du das so in der Essenz umschreiben, die beiden Begriffe?
Florian Clauß
0:10:23–0:10:29
Naja, es geht darum, dass eine gewisse Historizität in allen Bedingungen liegt, ja.
0:10:29–0:10:36
Also im Prinzip auch so ein recht, ich sag mal so, marxistischer Ansatz,
0:10:36–0:10:41
dass die Umgebung, die uns halt jetzt sowieso begleitet, dass die immer aus
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irgendwelchen Entscheidungen heraus getroffen wurden.
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Und vor allen Dingen, wo so ein Machtespositiv drin ist.
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Weil natürlich Entscheidungen dann von denjenigen, die dann halt die Entscheidung
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treffen können, dann auch die Realität bestimmen. Und das ist so,
0:10:57–0:11:02
du hast dann damit ein Instrument, um auch Macht quasi zu untersuchen.
Micz Flor
0:11:02–0:11:03
Ja, okay.
0:11:05–0:11:07
Und das ist immer in der zeitlichen Abfolge dann?
Florian Clauß
0:11:07–0:11:11
Es ist in der zeitlichen, in der räumlichen Abfolge. Und ja,
0:11:11–0:11:17
also man kann sich ja bestimmte Umstände angucken, Situationen, und dann gucken,
0:11:17–0:11:21
wie ist es dahin gekommen, welche Entscheidungen haben das dann beeinflusst,
0:11:21–0:11:23
dass das entstanden ist.
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Ja, also zum Beispiel, wie jetzt dann quasi die Situation rund um Iran,
0:11:28–0:11:31
was da passiert ist, dass das so jetzt passiert.
Micz Flor
0:11:31–0:11:35
Ja, das ist so eine zeitliche Abfolge von Ursache und Wirkung.
0:11:36–0:11:37
Wo sich die Dinge bedingen.
0:11:39–0:11:43
Und es gibt dann noch so ein anderes, was glaube ich auch in der Theologie benutzt,
0:11:43–0:11:46
so eine andere Argumentation, wo sich Dinge gegenseitig bedingen,
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die jetzt nicht horizontal, so auf einer Zeitachse sind, sondern eher vertikal gegeben sind.
0:11:51–0:11:53
Zum Beispiel, wir laufen jetzt hier durch das blühende,
0:11:55–0:12:05
Durch das blühende Berlin, Gugnerstraße, Friedrichshain und Bäume und die Vögel
0:12:05–0:12:06
bauen jetzt ihre Nester.
0:12:06–0:12:09
Und dann sind halt diese Zweige, die werden dann so draufgelegt,
0:12:09–0:12:12
das wird so gestapelt und der Baum hält das Nest und die Erde hält den Baum.
0:12:12–0:12:17
Und diese Sachen sind jetzt nicht, sie sind natürlich auch horizontal auf einer Zeitebene entstanden.
0:12:18–0:12:20
Aber gleichzeitig in dem Moment, dass es alles steht.
Florian Clauß
0:12:21–0:12:24
Ja, aber ist das nicht so vergleichbar mit einem Snapshot quasi?
Micz Flor
0:12:24–0:12:29
Ja, und es ist jetzt aber jetzt nicht so wichtig, was dafür,
0:12:30–0:12:34
also in dem Moment geht es dann wirklich um eine Form der Statik oder eben eine
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Bedingung, dass die Sachen im Platz sind.
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Und das wird in der Theologie wohl, ich habe das jetzt nicht durchgearbeitet,
0:12:41–0:12:43
aber wohl auch benutzt als ein
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möglicher Gottbeweis. weil die Dinge sich irgendwie gegenseitig bedingen.
0:12:49–0:12:52
Und irgendwann kommst du an einen Punkt, wo du dann entweder eben in diese Physik
0:12:52–0:12:55
zum Big Bang abrutscht oder eben in die Religion abrutscht.
Florian Clauß
0:12:56–0:13:00
Ja klar, wenn du jetzt einfach guckst, wie das jetzt hier so ist und keine Vorkenntnisse
0:13:00–0:13:03
hast, dann denkst du ja natürlich irgendwie so an einen Gott.
0:13:03–0:13:07
Wie kann das jemand sich ausgedacht haben, dass das jetzt so funktioniert?
Micz Flor
0:13:08–0:13:10
Aber in dieser Idee, wo diese Sachen nicht...
0:13:10–0:13:14
Sich hintereinander bedingen, sondern gleichzeitig bedingen.
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So habe ich ein Bild von Harlan Ellison und Dan Simmons. Das ist so in mir entstanden.
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Harlan Ellison ist vor nicht mal zehn Jahren gestorben.
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Der ist in den 30ern geboren, ist 2018 gestorben.
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Jetzt ist Dan Simmons auch gestorben. Harlan Ellison hat sein Werk aufgebaut,
0:13:35–0:13:42
und hat dann bis zu einem gewissen Punkt Ruhm erreicht und Zuspruch erreicht
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und hat dann an einem Workshop sich angeboten und hat da mit anderen Leuten,
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die die Manuskripte mitgebracht haben, Diskussionen geführt. Das war so eine Gruppe.
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Und das war 1981.
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Und in diesem Moment ist der Entstehungsmoment von Dan Simmons,
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der von sich in einem anderen Interview sagt, er hatte eigentlich gerade damit
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abgeschlossen, mit dem ganzen Schreiben, wie es halt immer so ist, ne?
0:14:08–0:14:13
Er war verheiratet, er hat in der Grundschule gearbeitet und,
0:14:16–0:14:19
In dem Moment, wo dann auch noch sie eine Tochter geboren haben,
0:14:19–0:14:22
war so klar, okay, eigentlich ist das jetzt durch.
0:14:22–0:14:25
Und dann gab es so The One Last Shot, The One Last Bullet.
Florian Clauß
0:14:25–0:14:27
Und dann ging es jetzt richtig durch.
Micz Flor
0:14:27–0:14:31
Eigentlich als Abschied zu diesem Genre Schreiber, also Genre falsch,
0:14:31–0:14:35
aber Lebensabschnitt zu schreiben, ist er dann noch mal zu diesem Workshop gegangen.
0:14:35–0:14:38
Hat da Harlan Ellison getroffen.
0:14:38–0:14:42
Harlan Ellison hat dann wohl zu ihm gesagt, das ist dann teilweise auch zitiert,
0:14:42–0:14:45
das hat wahrscheinlich keiner mitgeschnitten, aber hat dann solche pathetischen
0:14:45–0:14:49
Sachen gesagt wie Dan Simmons, you are a writer.
Florian Clauß
0:14:50–0:14:51
Ja, genau, das erinnere ich noch aus.
Micz Flor
0:14:52–0:14:56
Songs of Carly. Und da hat er ihn so hochgehoben und hatte direkt vor der Mittagspause
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wohl einen 70-jährigen Autor, der irgendwie über 20 Bücher geschrieben hat,
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nichts veröffentlicht, dem hat er gesagt,
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Sie können so viel schreiben, wie Sie wollen, Sie sind einfach kein Writer.
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Er war da wohl ziemlich fies. Und dann kam danach,
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The River Sticks Runs Upstream Heißt die Kurzgeschichte. Ganz so ein bisschen
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Friedhof der Kuscheltiere.
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So ein ganz kurzes Horror, fast schon aber Novella oder Novellettenlänge.
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Ein bisschen länger als eine Kurzgeschichte, in der es darum geht,
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dass halt so eine Familie,
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in der die Mutter gestorben ist und der Vater dann die Mutter zu den Resurrectionists
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bringt und die lassen sie wiedererstehen, aber weil die Brain Functions halt
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nicht mehr alle funktionieren.
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Das ist halt eher so Zombie-ähnlich.
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Und die Hauptperson, die zentrale Figur,
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weil dann bringt der Bruder sich um, der Vater bringt sich um und er zieht dann
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halt irgendwie, er zieht dann nicht um, aber er geht dann halt auf die Universität
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und macht dann irgendwas ganz anderes und wir erfahren dann aber zum Schluss
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jetzt doch ein Plottspoiler,
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dass er dann abends, wenn er nach Hause kommt, sitzt dann halt quasi seine Zombie-Familie
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bei ihm. Er hat dann alle seine ganze Familie.
Florian Clauß
0:16:09–0:16:11
Das ist so eine Black Mirror-Folge, oder?
Micz Flor
0:16:11–0:16:15
Genau, das ist ein gutes Beispiel in dem Rahmen. Die hat er da vorgetragen und danach,
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Meinte dann Harlan Ellison, ein Schreiber und sagte dann wohl auch noch zu dem
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anderen so, hier den anderen, den habe ich jetzt quasi so ein bisschen gesagt,
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er sei kein Autor, damit habe ich ihn aber befreit, denn Sie,
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Dan Simmons oder You, Dan Simmons, du bist jetzt verdammt dazu,
0:16:33–0:16:36
selbst wenn du kein Buch mehr schreibst, du bist ein Schreiber, ja?
0:16:37–0:16:40
Du bist jetzt verdammt dazu, die Wochenenden durchzuarbeiten,
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Eheprobleme zu haben. Die Bücher sind immer nie fertig.
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Ganz viel verpasste Filme, Theaterstücke, Sachen. Du läufst ewig hinterher.
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Das wird jetzt dein Schicksal sein. Können Sie jetzt selber entscheiden,
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welches Leben Sie lieber leben würden. So zu den anderen.
Florian Clauß
0:16:57–0:17:03
Und nochmal so, weil du das Bild aktiviert hast. Das ist jetzt für dich so diese vertikale Berufung.
Micz Flor
0:17:03–0:17:06
Genau, es fühlt sich für mich so an, Und das Halen Ellison hatte halt so wirklich
0:17:06–0:17:09
diese Zeit und der war, glaube ich, ganz wichtig für so einen Umbruch.
0:17:09–0:17:15
Der hat damals auch zwei so Reader, würde man vielleicht sagen,
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rausgegeben, die hießen Dangerous Visions.
0:17:21–0:17:26
Und dafür hat er dann auch diesen Term SF, also Science Fiction,
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hat er dann nochmal umgeschrieben und hat gesagt Speculative Fiction.
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Und das finde ich einen ganz guten Twist, weil gerade in der Zeit 60er,
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70er Jahre aus die Science Fiction als Genre sich geöffnet hat und viel auch
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eben gesellschaftliche Themen reingezogen hat.
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Und es ging nicht mehr darum, dass man halt irgendwie eine Rakete auf den Mars
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schießt und so, sondern das war irgendwie dann auch auf einmal ein Genre geworden,
0:17:48–0:17:52
das offen war für soziologische Experimente, gesellschaftliche Experimente,
0:17:53–0:17:55
unterschiedliche Formen des Zusammenlebens und so.
Florian Clauß
0:17:56–0:18:00
Ja, und ich will jetzt auch passend zur Folge mit dir auf diesen Friedhof da
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gehen, den ich noch nicht kenne.
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Ich war noch nie drauf, aber Karin war gestern hier, hat sich das angeschaut
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und meinte, der wäre interessant.
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Interessant. Ja, so bei der bestimmte Areale.
0:18:15–0:18:20
Also wir lassen uns überraschen. Passt auf jeden Fall zu dem Tod von Dan Simms.
Micz Flor
0:18:21–0:18:25
Von Dan Simms, Göring ist auf dem Friedhof. Und Speculative Fiction,
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Harlan Ellison hat Speculative Fiction als Term gecoint in dieser Zeit.
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Ich glaube, dafür war schon ein ganz wichtiger Wegbereiter.
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Die Sachen, die ich vorhin gelesen habe, die sind schon sehr männlich,
0:18:39–0:18:43
so Im Englischen würde man vielleicht sagen raunchy, ich weiß gar nicht genau,
0:18:43–0:18:47
was das bedeutet, aber da assoziiere ich so Barbecue-Soße mit, weißt du,
0:18:47–0:18:49
so huha, so ein bisschen, weißt du, so.
Florian Clauß
0:18:49–0:18:51
Genau, so Chili und Barbecue.
Micz Flor
0:18:51–0:18:54
Er wurde damals auch so ein bisschen angegangen, weil er teilweise sehr,
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sehr detaillierte, brutale Bilder auch so geschaffen hat.
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Es gibt auch eine von ihm sehr bekannte Kurzgeschichte, die heißt,
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Ich glaube, I have no mouth, but I must scream.
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Da geht es darum, dass in dem Dritten Weltkrieg China, Russland und Amerika.
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Artificial Intelligence gebaut haben.
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Und eine davon hat dann eben gewonnen.
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Und diese eine ist dann irgendwie im Zentrum der Erde verortet und tötet alle
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Menschen bis auf fünf. Und diese fünf Menschen quält sie.
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Lässt sie nicht sterben, sondern hält sie im Leben und quält sie.
0:19:36–0:19:41
Und dann müssen diese Menschen, ja, die müssen leiden.
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Und irgendwann kommt einer von diesen Menschen, hat dann so dieses,
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diesen Gedanken, ah, okay, weil diese KI in der Erde ist,
0:19:53–0:19:56
hat sie wahrscheinlich Emotionen, mit denen sie nicht umgehen kann,
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hat keinen Körper, kann sich irgendwie nicht.
0:19:57–0:20:01
Und daher kommt dann dieser Hass auf die Menschen, weil sie geschaffen wurde.
0:20:02–0:20:04
Und sie können sich selber auch nicht umbringen. Das wird kontrolliert.
0:20:05–0:20:08
Aber die stellen dann raus, sie können sich gegenseitig umbringen.
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Und dann bringen sich alle um bis auf einen. Und der eine wird dann aber in
0:20:11–0:20:15
alle Ewigkeit über Jahrhunderte hinweg immer mehr zu so einem Blob,
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der aber immer noch Bewusstsein hat und der einfach von der KI permanent...
0:20:20–0:20:23
Also Alison ist auch wie selber so ein bisschen wie so eine Romanfigur.
0:20:24–0:20:28
Wurde in Cleveland geboren, als einziges Kind einer jüdischen Familie,
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war kleinwüchsig, hat deshalb,
0:20:31–0:20:35
auch wohl in seiner Community immer mal einen auf dem mitzubekommen,
0:20:35–0:20:40
ist dann als 13-Jähriger schon von seinem Elternhaus geflohen, hat sich dann zuerst,
0:20:40–0:20:43
als Schauspieler irgendwie da so einem, was du auch mal gesagt hast,
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dieser Hintergrund damals von den Filmen, wie heißt denn das nochmal,
0:20:46–0:20:49
diese Schausteller oder sowas, so.
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Marktsachen, hat er sich denen angeschlossen mit 13 Jahren?
0:20:54–0:20:58
Und hat dann später auch als Vorholzfäller gearbeitet, als Fischer.
0:20:58–0:21:02
In einem Interview wurde in seiner Liste von Sachen, die er gemacht hat,
0:21:02–0:21:05
bevor er angefangen hat zu schreiben, auch aufgeführt.
0:21:05–0:21:07
Er sei auch mal Auftragskiller gewesen.
0:21:07–0:21:10
Und er hat das zumindest nicht verneint.
0:21:11–0:21:14
Aber wenn man sowas vorgelegt bekommt, dann würde man das wahrscheinlich...
0:21:14–0:21:16
Also da weiß ich nichts zu.
0:21:16–0:21:20
Das ist buchstäblich gefährliches Halbwissen, was ich da habe.
0:21:20–0:21:25
Und kam dann irgendwie in New York an und hat dann da angefangen,
0:21:25–0:21:31
eben mit Kurzgeschichten sich so in diese Pulp-Fiction-Ecke so reinzuarbeiten
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mit solchen Kurzgeschichten.
0:21:33–0:21:37
Und kam dann eben hoch und hat dann diesen Übergang Speculative-Fiction,
0:21:37–0:21:40
glaube ich, so ein bisschen mitmoderiert, auch mitgemacht.
0:21:41–0:21:42
Und...
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Hat dann, vielleicht schon kurz nach seinem Höhepunkt, Anfang der 80er-Jahre,
0:21:48–0:21:52
auf dieser Höhe Dan Simmons genommen, hat den nochmal so hochgehoben.
0:21:53–0:21:57
Und deshalb meine ich, der hat den dann in dem Moment nochmal so hochgehoben.
0:21:57–0:22:02
Und das war, wie du sagst, dieser Snapshot, von wo aus Dan Simmons dann erstens
0:22:02–0:22:06
mit diesem The River Sticks Runs Upstream,
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dann den zweiten Platz wohl gemacht hat bei so einer Competition mit 15.000
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Bewerbungen wie er selber in einem Interview gesagt hat, aber er hätte den ersten Platz bekommen,
0:22:16–0:22:21
weil Harlan Ellison saß mit in der Jury und er hat dann eben sich bei der Abstimmung,
0:22:21–0:22:24
weil er Dan Simmons vorgeschlagen hat, rausgehalten.
0:22:24–0:22:30
Und sonst wäre er der Erste geworden. Und das war Anfang der 80er und 1985 kam
0:22:30–0:22:34
dann eben Dan Simmons' erste Buch Song of Carly,
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auf dem Markt und dann hat er ja also
0:22:37–0:22:41
ich glaube jetzt geht es so ein bisschen wieder in diese Sache warum ich
0:22:41–0:22:47
den so mag weil du hast ja in der letzten Folge was gesagt wo ich dann gesagt
0:22:47–0:22:51
hätte ne dann mal abwarten auf die nächste Folge ich weiß nicht mehr genau was
0:22:51–0:22:59
es war aber es ging irgendwie inhaltlich so ein bisschen um diese er ist halt so irgendwie obwohl er.
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Und ich habe auf YouTube, das habe ich leider nicht mehr gefunden,
0:23:02–0:23:06
das wollte ich mir nochmal angucken, einen Vortrag von ihm mal vor einer Uni gesehen.
0:23:06–0:23:11
Das gibt es ja in Amerika immer wieder mal, dass irgendwelche berühmten SportlerInnen
0:23:11–0:23:13
oder AutorInnen oder so eingeladen werden.
0:23:13–0:23:20
Da hat Dan Simmons erzählt, dass Autor werden ist halt so, wenn man sein Geld
0:23:20–0:23:26
mit Schreiben verdienen möchte, dann scheint es erstmal ganz einfach,
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weil das Investment ist nicht so viel.
0:23:28–0:23:31
Du tippst halt und meint aber so, ja, aber es ist wahrscheinlicher,
0:23:32–0:23:37
dass sie ihren Lebensunterhalt als American Football Spieler verdienen können,
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als als Autor, weil er dann mal so eine Statistik aufgemacht hat,
0:23:40–0:23:41
wie viele Leute davon leben,
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Sportler zu sein und wie viele Autoren wirklich davon leben können und Autoren vom Schreiben.
0:23:48–0:23:50
Und er ist halt einer der wenigen.
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Und er ist halt mit Hyperion, glaube ich, dann wirklich doch einer,
0:23:53–0:23:57
der diesen Schritt gemacht hat, von wo Harlan Ellison gemerkt hat,
0:23:57–0:24:03
ups, das werde ich nicht mehr erleben, dass meine Werke mich deutlich überleben
0:24:03–0:24:05
und weitergetragen werden.
0:24:05–0:24:08
Aber wer weiß, vielleicht wiederentdeckt und anders nochmal irgendwie verortet.
0:24:08–0:24:13
Aber jetzt gerade ist es so, Stan Simmons, glaube ich, auf alle Fälle mit Hyperion,
0:24:13–0:24:17
eben sagte, was haben wir gesagt, Space Opera?
Florian Clauß
0:24:17–0:24:18
Ja, Space Opera.
Micz Flor
0:24:18–0:24:26
Ja, dass er damit irgendwie wirklich was, einen Pflock in den Kulturboden gerammt
0:24:26–0:24:29
hat, der halt irgendwie jetzt so steht. Das wird immer wieder referenziert.
0:24:29–0:24:33
Und wenn man Dan Simmons sucht, dann findet man immer wieder auch Hyperion.
0:24:34–0:24:38
Und bei Hyperion ist es so, dass da auch, mir ist später aufgefallen,
0:24:38–0:24:42
dass da was reinkommt, was aber ich auch ein paar Mal schon,
0:24:42–0:24:44
glaube ich, erwähnt habe, wenn es um Dan Simmons ging.
0:24:44–0:24:50
Und einmal auch bei unserem Horror-Ding, dass Dan Simmons oft,
0:24:50–0:24:55
eine Kurzgeschichte oder eine Novelle nicht so oft, aber die dann so den Grundstein
0:24:55–0:25:00
oder den Keim bildet für ein Buch, ein Hyperion.
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Ist ja auf den ersten Blick einfach
0:25:05–0:25:10
eine unfassbar gut geschriebene Zusammenstellung von Kurzgeschichten.
0:25:10–0:25:16
Canterbury Tales, hatten wir kurz drüber gesprochen, die alle im Stil so unterschiedlich sind.
Florian Clauß
0:25:16–0:25:19
Ja, das hatte ich tatsächlich noch gar nicht mehr so im Kopf,
0:25:20–0:25:22
als du das letzte 100 Folgen...
Micz Flor
0:25:22–0:25:23
Hast du das eigentlich schon gelesen?
Florian Clauß
0:25:24–0:25:28
Nee, habe ich nicht gelesen. Aber dass das so unterschiedlich und diverse Schreibstile
0:25:28–0:25:33
hat. und dass das eigentlich diese Virtuosität in der Sprache ist,
0:25:33–0:25:35
die dann halt auch den Sims dann so ausmacht.
Micz Flor
0:25:35–0:25:41
Da ist es so, dass eine Kurzgeschichte von 1983, Hyperion aus 1989 dann erschienen,
0:25:42–0:25:50
Remembering Siri heißt die, ist die letzte Geschichte und die Metageschichte,
0:25:50–0:25:55
wie wird es zum Spessler, es gibt immer so eine Metageschichte für dieses Format.
0:25:56–0:25:58
Also, die ist das,
0:25:59–0:26:03
Auf, also das ist der Shrike, da komme ich auch gleich noch zu,
0:26:03–0:26:07
der lädt Leute ein, die sollen zum Shrike-Tempel kommen.
0:26:08–0:26:12
Und auf dem Weg dahin haben die so eine Art Whodunit. Also da geht es irgendwie
0:26:12–0:26:17
darum, es gibt einen Traitor oder so, aber wer ist das?
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Und die erzählen alle ihre Geschichte, weil die natürlich auch einfach lange
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brauchen, um da zu diesem Planeten zu kommen.
0:26:25–0:26:29
Und die letzte Geschichte heißt Remembering Siri.
0:26:30–0:26:33
Und ist gleichzeitig dann auch so der Revealed Whodunit.
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Und die ist 1983 schon erschienen und die hat gar nicht so viel,
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also Hyperion hat so ein Metathema damit, hat das gar nicht so viel zu tun,
0:26:42–0:26:43
aber dann irgendwie doch.
0:26:44–0:26:48
Und er hat aber diese Geschichte da reingesetzt und hat dann noch andere Geschichten dazu geschrieben.
Florian Clauß
0:26:48–0:26:53
Darf ich kurz fragen nochmal so, weil du gesagt hast, sie ist 1983 geschrieben,
0:26:53–0:26:59
das heißt Hyperion war nicht quasi von Anfang an als abgeschlossenes Buch veröffentlicht,
0:26:59–0:27:01
sondern sind dann die Geschichten nach und nach...
Micz Flor
0:27:01–0:27:06
Nein, das war ein Buch. Das heißt, wenn du es jetzt liest, dann denkst du, ach, das ist ja ein Buch.
0:27:07–0:27:13
Aber die Quelle davon war Remembering Theory.
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Ich weiß es nicht, und man kann ihn jetzt leider eben auch nicht mehr fragen,
0:27:16–0:27:20
und ich habe dazu auch nichts gefunden, wie das mit den anderen Kapiteln ist.
0:27:20–0:27:24
Aber ich weiß zumindest von Carry and Comfort, das ist dieses sehr,
0:27:24–0:27:29
sehr lange Buch, das dass in zwei Teilen der Anfang des Buchs eins zu eins,
0:27:29–0:27:30
soweit ich es lesen konnte,
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schon veröffentlicht war, bevor er dann wirklich nach dem zweiten Kapitel angefangen
0:27:39–0:27:40
hat, weiterzuschreiben.
0:27:40–0:27:44
Und wenn man es weiß, ich weiß noch beim Lesen, bevor ich es wusste,
0:27:44–0:27:49
habe ich bei Caring Comfort gedacht, ja interessant, jetzt passiert irgendwas Neues.
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Auf einmal kommen halt so Randfiguren an die Oberfläche, die man schon abgeschrieben
0:27:53–0:27:55
hatte, obwohl man noch gar nicht so viel Text gelesen hatte.
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Aber irgendwie war es wirklich ja schon gefühlt fertig und dann ging es nochmal
0:27:59–0:28:00
weiter, dann ging es nochmal los.
0:28:01–0:28:06
Und das ist halt, glaube ich, was, was bei Dan Simmons ab und zu Thema ist.
Florian Clauß
0:28:07–0:28:11
Ganz kurz, ich will nochmal zur Lokalisation. Wir sind hier auf diesem Friedhof.
0:28:12–0:28:14
Ich finde den echt sehr interessant.
0:28:14–0:28:17
Ich hatte dann auch so im Netz nochmal geguckt. Da gab es jetzt nicht so viele Seiten.
0:28:17–0:28:24
Aber eine Seite, die ich gefunden habe, war halt, dass man hier flat für 2.384
0:28:24–0:28:26
Euro sein Grab kaufen kann.
0:28:26–0:28:29
Also no more cost, just this year.
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Und da wurde noch diese Statue beschrieben, die wurde 1984 gebaut.
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Und warte mal, bevor du es liest, oder hast du es schon gelesen,
0:28:39–0:28:42
was würdest du sagen, was das darstellt?
Micz Flor
0:28:44–0:28:52
Also, für die, die nicht auf eigentlich-podcast.de gucken, es geht von unten nach oben.
0:28:52–0:28:58
Es sind zwei parallele Metall, ja, wie soll ich das nennen, Planken,
0:28:58–0:29:00
die jetzt aber nicht so ganz ebenmäßig sind.
0:29:00–0:29:04
Die sind gebogen, sodass im unteren, eine ist dunkel, eine ist hell,
0:29:04–0:29:05
die hellere ist oben ein bisschen länger.
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Von unten etwa so im unteren Drittel wie so eine Schwingung,
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die von rechts nach links geht.
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Und was, worum könnte es gehen? Meine erste Assoziation ist EKG,
0:29:20–0:29:23
aber ich weiß nicht, warum es zwei, warum es dann zwei sind.
Florian Clauß
0:29:23–0:29:25
Weil es so Kurven sind.
Micz Flor
0:29:25–0:29:26
Ja, ja, irgendwie sieht es aus wie so ein Ausschlag.
Florian Clauß
0:29:27–0:29:28
Also wenn es ein Herzschlag war.
Micz Flor
0:29:28–0:29:34
Aber zwei Kurven verstehe ich nicht. Könnte auch so ein Leib-Seele-Dichotomie sein.
0:29:35–0:29:37
Wir sind auf dem Friedhof, also
0:29:37–0:29:41
so religiös motiviert. Ne, Fällt mir nicht ein, ich darf es nicht lesen.
Florian Clauß
0:29:42–0:29:45
Ja, aber so eine Verbundenheit stellt es dar.
0:29:45–0:29:51
Und es ist vielleicht nicht so weit, also jetzt nicht so jenseits gerichtet,
0:29:51–0:29:52
sondern diesseits gerichtet.
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So zwei Pole, die sich miteinander verbinden. Was könnte das jetzt so?
Micz Flor
0:29:59–0:30:03
Also dann ist eine Person gestorben, die Dunkle, und die andere lebt weiter?
Florian Clauß
0:30:03–0:30:07
Nee, nee, nicht so sehr ins Jenseits gerichtet, sondern wirklich so,
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wenn du überlegst, Was gibt es denn so von einer Institution,
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die so zwei Personen bindet?
Micz Flor
0:30:12–0:30:12
Die Ehe?
Florian Clauß
0:30:13–0:30:17
Ja, und das ist jetzt so quasi Mann und Frau soll das darstellen.
Micz Flor
0:30:17–0:30:18
Ah, okay.
Florian Clauß
0:30:18–0:30:19
Jetzt darfst du es lesen.
Micz Flor
0:30:20–0:30:24
Mann und Frau. Zum Andenken an den großen Berliner Arzt und Lehrer.
Florian Clauß
0:30:24–0:30:25
Ach so, okay.
Micz Flor
0:30:25–0:30:27
Kenne ich nicht. Freunde und Schüler.
Florian Clauß
0:30:27–0:30:32
Ja, okay. Also, aber ich finde, das ist eine ganz schöne Skulptur.
Micz Flor
0:30:32–0:30:35
Aber das ist ganz gut. Du hast mich jetzt wieder rausgerissen.
0:30:35–0:30:38
Jetzt kann ich woanders anfangen. Nee, weil es ist auch gut.
0:30:38–0:30:41
Ich wollte vielleicht auch gar nicht mehr so viel sagen, sondern einfach noch
0:30:41–0:30:44
ein paar Beispiele geben, was ich so faszinierend finde, wenn man,
0:30:46–0:30:49
Diese Dan Simms Sachen liest er doch immer sehr schöne Einleitungen,
0:30:49–0:30:56
also teilweise auch wie kleine Novellen, wo er halt darüber schreibt, wie er,
0:30:57–0:30:59
Ich glaube, er sogar in einem späteren Buch nochmal schreibt,
0:30:59–0:31:03
wie das war mit seinem ersten Buch und wie er dann beim Verlag war und wie dann
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gerade Horror so ein Thema war und wie er so komische Leute hatte,
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die als LektorInnen dann halt mit ihm arbeiten sollten.
0:31:11–0:31:16
Und das Interessante finde ich, dass es immer so eine Sache gibt zwischen diesen
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Einleitungen oder diesen kleinen, sag ich mal, Kurzgeschichten oder kurzen Novellen,
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die man als Vorwort nennen würde, die dann auch teilweise immer fiktiver werden.
0:31:26–0:31:31
Er hat ja zum Beispiel eine Sache, die später auch verfilmt wurde, Terror.
0:31:31–0:31:36
Da geht es um die Franklin-Expedition mit den beiden Schiffen Terror und Erebus.
0:31:37–0:31:41
Das hat er 2007 veröffentlicht. Und das wurde dann auch verfilmt und,
0:31:41–0:31:44
greife ich jetzt vorweg, das Einzige, was von ihm verfilmt wurde.
Florian Clauß
0:31:44–0:31:45
Ach, wirklich? Okay.
Micz Flor
0:31:45–0:31:53
Bis jetzt, also vor seinem Tod. Und da schreibt er dann, wie er dazu recherchieren
0:31:53–0:31:55
wollte in einem anderen Buch.
0:31:55–0:31:59
Ich glaube, im Vorwort von The Abominable, da geht es um eine,
0:31:59–0:32:04
da bin ich auch erst halb durch, da geht es um eine Mount Everest-Besteigung
0:32:04–0:32:08
in den 20er Jahren, wo er aber auch diese Nazis,
0:32:08–0:32:10
so diese Proto-Nazis, wie er es nennt, schon so mit reinzieht.
Florian Clauß
0:32:10–0:32:12
Ja, das war, ah, interessant.
Micz Flor
0:32:12–0:32:16
Das ist ein spannendes Buch, das kann ich dir auch nochmal geben.
Florian Clauß
0:32:16–0:32:20
Es ist auch historisch spannend. Da gab es, ich glaube, neulich auch eine Folge
0:32:20–0:32:25
von Geschichten aus der Geschichte, wo es um diese Besteuerung des Mount Everest
0:32:25–0:32:30
ging und dann auch um diesen Typ, also dieser Prototyp, der das schafft.
0:32:31–0:32:37
Und natürlich war das eine Konkurrenz der Ideologien, die sich da auch abgespielt hat.
0:32:38–0:32:41
Und der Mount Everest wurde ja dann erst in den 50ern. Wissen wir was?
Micz Flor
0:32:41–0:32:44
Ja, und in Tibet, also da geht es auch um Tibet, es ist halt eben auch immer
0:32:44–0:32:49
ein bisschen Horror bei Dan Simmons dabei, um so Ritual, Todesrituale,
0:32:49–0:32:53
wo die Verstorbenen den Geiern vorhören.
Florian Clauß
0:32:53–0:32:56
Ja, das ist Luftbestattung. Das ist so klassisch tibetisch.
0:32:57–0:33:01
Das finde ich auch eine ganz gute Bestattungsform. Wenn die hier zulässig wäre
0:33:01–0:33:04
in Europa, würde ich gerne noch bestattet werden.
0:33:04–0:33:08
Aber ich glaube, wir müssen erstmal den Vogel einführen, invasiv.
Micz Flor
0:33:09–0:33:11
Das sind ein paar Spatzen, die den in die Augen picken.
Florian Clauß
0:33:12–0:33:15
Hat ein bisschen länger gedauert, aber war auch nicht so appetitlich.
0:33:16–0:33:18
Vielleicht solltet ihr doch nicht zur Beerdigung kommen.
Micz Flor
0:33:19–0:33:25
Ja, also da muss man vielleicht auch noch dazu sagen, dass es in Song of Kali schon vorkommt.
0:33:25–0:33:29
Er hat das selber wohl auch auf einer Reise in Indien gesehen, in Mumbai.
0:33:29–0:33:34
Da gibt es so hohe Türme, da werden oben dann die Toten reingelegt und oben
0:33:34–0:33:37
drüber kreisen die Geier und ernähren sich dann eben oder essen die Toten.
0:33:37–0:33:42
Und in Tibet sei es wohl so, sagt dann Simmons auch in einem Interview,
0:33:42–0:33:47
dass es da wohl eine eigene Kaste gibt. Ich weiß gar nicht, wie man das beschreiben
0:33:47–0:33:49
sollte jetzt, was dann Kasta ist.
0:33:49–0:34:00
Aber die damit beauftragt ist, die Toten, bevor die dann den Geiern zum Fraß hingelegt haben,
0:34:01–0:34:04
dann diese Kaste ist dafür verantwortlich, den Körper nochmal zu zerteilen.
0:34:05–0:34:08
Die machen die Toten dann, hacken die in kleine Stücke.
Florian Clauß
0:34:08–0:34:11
Ja, vielleicht würde man das eher als Gewerk bezeichnen.
Micz Flor
0:34:16–0:34:22
Das ist das, was er als Wort gesagt hat, aber ich weiß es nicht, was es ist.
0:34:23–0:34:27
Und sein fiktiver Amerikaner, das sind drei Leute, die in Everest besteigen,
0:34:27–0:34:31
in seinem 1924 oder versuchen,
0:34:33–0:34:39
Da in dem Vorwort ist ganz interessant, weil er ich finde es halt total spannend,
0:34:39–0:34:41
wie sein Vorwort dann Teil auch seiner,
0:34:42–0:34:45
also du weißt irgendwann, anfangs, wenn du die Vorwörter mitliest,
0:34:45–0:34:50
dann weißt du immer, das ist so biografisch, oder das ist von ihm jetzt,
0:34:50–0:34:52
und das ist eine Wahrheit, und jetzt geht das Buch los.
0:34:53–0:34:57
Und später verwischt sich das aber alles so immer mehr.
0:34:57–0:35:02
Zum Beispiel gibt es bei The Abominable gibt es dann auf einmal einen Charakter, von dem wir dann.
0:35:03–0:35:09
Nicht mehr genau wissen, ist das jetzt der Typ, der mit in diesem fiktiven Buch
0:35:09–0:35:11
einer der Amerikaner in diesem Trio ist,
0:35:11–0:35:18
der selber auch Bergsteiger war und der auch auf der Antarktik war in der Expedition,
0:35:18–0:35:20
wo der biografisch aufgebaut wird.
0:35:21–0:35:24
Aber irgendwann knickt es so ein bisschen weg und du kommst in so einen komischen
0:35:24–0:35:27
Raum und denkst dir mal, ist das jetzt nicht mehr wahr?
0:35:28–0:35:32
Also kann ich dem Vorwort auch nicht mehr glauben. Vermengen sich da fiktive
0:35:32–0:35:37
Charaktere mit historischen Fakten, was ja eben auch ein ganz Genre ist,
0:35:37–0:35:42
was zum Beispiel in Drood, das finde ich mit eines der besten Bücher von 2009 war das, glaube ich.
0:35:43–0:35:50
Ich weiß nicht mehr genau. Aber dann, wo er Charles Dickens und einen,
0:35:51–0:35:54
wo ich dachte, zuerst fiktiven, aber es ist ein realer Charakter,
0:35:54–0:35:59
als Erzähler einsetzt, Wilkie Collins, ein Schreiber, der damals opiumabhängig
0:35:59–0:36:01
war und der nicht so ganz vertrauenswürdig ist.
0:36:01–0:36:05
Also er nimmt immer historische Personen, nicht immer, aber manchmal nimmt er
0:36:05–0:36:07
die und klebt das so ineinander,
0:36:07–0:36:13
dass du dann auch was über die Zeit erfährst, zum Beispiel über Charles Dickens,
0:36:13–0:36:15
der dann wirklich auf Tour gegangen ist,
0:36:15–0:36:22
sozusagen eine der ersten Stand-up-Sachen war, der damals mit Gaslicht neue
0:36:22–0:36:25
Effekte versucht hat, eben es herter zu bringen. Das war alles.
Florian Clauß
0:36:25–0:36:29
Das hast du auch in Samsof Kali.
0:36:29–0:36:33
Aber darf ich noch was fragen?
0:36:34–0:36:37
Weil du hattest so ein bisschen als...
0:36:38–0:36:44
Als Teaser in Unterhundert hattest du gesagt, als ich erwähnt habe,
0:36:45–0:36:50
weil ich das im Ohr hatte, Hyperion wird ja bald von Netflix verfilmen, hattest du, ja,
0:36:50–0:36:53
aber hört in der nächsten Folge. Was gibt es da für Infos?
Micz Flor
0:36:53–0:36:57
Ich glaube insgesamt, also gar nicht bezogen auf Hyperion, sondern insgesamt
0:36:57–0:36:58
ist es wie ein kleiner Fluch.
0:36:59–0:37:02
Terror, das Buch habe ich versucht zu lesen. Ich fand es einfach nicht spannend.
0:37:03–0:37:07
Viele mögen das, aber das wurde verfilmt. Das wurde in einer Miniserie verfilmt
0:37:07–0:37:10
von einem amerikanischen Sender oder Produktionsfirma.
0:37:11–0:37:13
Habe ich aber auch noch nicht gesehen, würde ich aber gerne mal sehen.
0:37:14–0:37:19
Ansonsten ist es so, dass wenn man Dan Simmons, also wenn man sagt so der Unvollendete,
0:37:19–0:37:25
Man merkt halt, dass er unfassbar gerne seinen Stoff verfilmt gesehen hätte.
0:37:26–0:37:31
Und gerade bei Hyperion heißt es dann auch immer, wo dann die Hardcore-Fans
0:37:31–0:37:34
sagen, das kann man nicht verfilmen, da macht man alles kaputt.
0:37:35–0:37:41
Bei Simmons gibt es aber ganz viele Interviewausschnitte oder auch in einem
0:37:41–0:37:46
Vorwort, wo er schreibt, Hyperion wird bald verfilmt. Ah, jetzt hat er jemanden angebissen.
0:37:46–0:37:53
Er erzählt auch mal in einem Interview, erzählt er dann eben von The Crook Factory,
0:37:54–0:37:57
von The Abominable, diese Mount Everest-Besteigung.
0:37:58–0:38:03
Und Terror war auch noch nicht gedreht. Vorher eben Hyperion.
0:38:04–0:38:07
Er hatte auch Carry & Comfort schon mal. Also es waren immer Leute,
0:38:07–0:38:12
die die Options gemacht haben, also die das Material genommen haben.
0:38:12–0:38:15
Und er sagt jetzt auch bei einem in diesem Interview, sagt er,
0:38:15–0:38:18
das wird jetzt bestimmt passieren, aber...
0:38:20–0:38:26
Ich werde es erst wirklich glauben, wenn ich im Kino sitze, es sehe und dabei Popcorn esse.
0:38:26–0:38:31
Weil ich habe schon mal den Film von The Crook Factory mit Ernest Hemingway
0:38:31–0:38:34
und diese Spionage Anfang 40er Jahre Kuba.
0:38:35–0:38:40
Da war schon der Cast fertig, die Kostüme fertig, der Drehplan fertig und es
0:38:40–0:38:43
ist dann ein paar Wochen davor noch zurückgepfiffen worden. Und dafür meinte
0:38:43–0:38:48
er, er glaubt erst, was im Kino ist. Aber er ist immer so, er freut sich immer drauf.
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Seit den 90er-Jahren freut er sich drauf. Und ich glaube, wirklich die größten
0:38:52–0:38:59
Bücher, Hyperion, Carrying Comfort, das ist alles so Ende 80er,
0:38:59–0:39:00
Anfang 90er entstanden.
0:39:01–0:39:03
Und das waren irgendwie so diese Monolithen, wo er, glaube ich,
0:39:03–0:39:07
innerhalb von 12 Monaten immer so ein Ding rausgehauen hat, was dann gleich
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irgendwie auch in die Top Ten ging.
0:39:09–0:39:11
Da musst du, glaube ich, schon unfassbar viel...
0:39:13–0:39:15
Entspannung innerlich erleben und denken, okay, das habe ich mal gut vorgelegt.
0:39:17–0:39:19
Das kommt jetzt alles ins Kino.
0:39:19–0:39:23
Aber es ist nie passiert. Es ist einfach nicht passiert. Und ich bin auch mit Hyperion.
0:39:24–0:39:27
Das Material wurde, glaube ich, sogar schon mal von Netflix.
0:39:27–0:39:28
Das habe ich, glaube ich, auf Katz mal gehört.
Florian Clauß
0:39:28–0:39:29
Die hatten das geoptet.
Micz Flor
0:39:31–0:39:37
Und dann war der American Sniper Silver Lining, der Schauspieler. Wie heißt der nochmal?
0:39:39–0:39:43
Ja, muss ich, trage ich nach. Aber da hat ein Schauspieler dann die Rechte nochmal
0:39:43–0:39:44
übernommen, wollte das produzieren.
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Dann war es ursprünglich als Serie gedacht, was wirklich sich anbieten würde.
0:39:48–0:39:49
Das fand ich total spannend.
Florian Clauß
0:39:51–0:39:59
Diese unverfilmbaren Stoffe, wir hatten ja schon mal eine Folge zu die Zukunft
0:39:59–0:40:00
der Filmindustrie mit KI.
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Wo wir schon gesagt haben, da wird viel in Post und Pre-Production,
0:40:07–0:40:11
kommt schnell KI zum Einsatz. Es wird ein bisschen dauern, bis dann halt so
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wirklich so dann in der tatsächlichen Produktion KI dann.
0:40:15–0:40:19
Aber ich kann mir vorstellen bei sowas, wenn das noch ein bisschen reift,
0:40:19–0:40:24
ja, dann kannst du halt wirklich diese ganzen völlig episch übertriebenen Sachen,
0:40:24–0:40:28
kann man halt über KI die Bilder erzeugen.
0:40:28–0:40:31
Es ist die Frage, ob du dich dann emotional damit verbinden kannst,
0:40:32–0:40:37
weil ich glaube, ganz stark wird es eben von den Charakteren getragen, ja.
Micz Flor
0:40:37–0:40:42
Ja, aber ich glaube, dass es dann vielleicht so eine Art von Verbindung gibt,
0:40:42–0:40:45
wie Leute das bei Spielen empfinden, so Ego-Shooter oder sowas.
0:40:45–0:40:47
Ich glaube, da ist es ja schon so, dass man merkt,
0:40:48–0:40:51
dass die Leute ganz tief sich emotional auch mit dem Stoff verbinden können,
0:40:51–0:40:54
der komplett synthetisch entstanden ist.
Florian Clauß
0:40:54–0:40:57
Aber weil du selber so eine Task machst, du bist ja quasi dabei,
0:40:57–0:40:59
was zu machen und zu entdecken.
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Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie ich mich irgendwie in den 80ern
0:41:05–0:41:11
bei den C64 unglaublich intensiv mit irgendeinem Ghost & Goblin verbunden habe.
0:41:12–0:41:16
Und auch die Welt dann halt total so aufgesaugt habe.
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Also ich glaube, aber du musst halt irgendwie so und ich weiß es nicht,
0:41:21–0:41:24
also es wäre interessant, ob man dann solche...
Micz Flor
0:41:24–0:41:27
Aber ich meine mich daran, bei dieser Folge war ja die Idee,
0:41:27–0:41:31
dass dann jeder sein Hyperion kriegt, also dass du mit KI dann diese Sachen
0:41:31–0:41:36
nicht mehr machen musst, sondern dann werden die eher wie...
Florian Clauß
0:41:36–0:41:39
Du bist dann halt quasi der Autor der Geschichte.
Micz Flor
0:41:39–0:41:41
Das wird dann genauso sein.
Florian Clauß
0:41:41–0:41:45
Wie du es gerne hättest. Ja, genau, das wäre noch so eine Ausbaustufe.
0:41:45–0:41:47
Aber interessant, ja, das ist...
Micz Flor
0:41:47–0:41:51
Also das war so ein bisschen diese Sache, so Dan Simmons eigentlich als gescheiterter,
0:41:51–0:41:53
weil ich glaube, sein ganz, ganz großer Traum,
0:41:54–0:41:58
ein Buch von sich mal verfilmt im Kino zu sehen, wo ja dann zum Beispiel sein
0:41:58–0:42:04
Kollege Stephen King oft auch genervt war, wenn er seine fertigen Produkte dann
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so im Kino gesehen hat. Er war ja nicht immer so begeistert.
Florian Clauß
0:42:07–0:42:14
Ja, und wie wir gelernt haben zum Beispiel von The Shining, fand er gar nicht gut.
Micz Flor
0:42:14–0:42:20
Ja, The Shining oder auch diesen Vampir-Verfilmung, Brennen muss Salem.
0:42:20–0:42:24
Das war, glaube ich, so eine dreiteilige Fernsehserie in Amerika,
0:42:24–0:42:28
wo er wohl auch danach meinte, das ist nicht mehr mein Buch.
0:42:31–0:42:34
Und Simmons ist, glaube ich, dann auch, und dann mache ich jetzt gleich mal
0:42:34–0:42:38
Schluss damit, mich fliegen zwar immer noch so kleine Fetzen von gefährlichem
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Halbwissen an, aber ich glaube, ich komme jetzt mal langsam zum Punkt.
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Weil bei Simmons glaube ich, anders als bei Stephen King,
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Stephen King hat mich von seiner Art zu schreiben nie wirklich erwischt.
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Also ich war nie fasziniert von dem Stil zu schreiben, aber vom Plot.
0:43:02–0:43:06
Und bei Dan Simmons ist es irgendwie oft andersrum. Ich habe so das Gefühl,
0:43:06–0:43:09
der ist so gerne bei seinen Charakteren und er findet da was.
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Wir haben ja über Ilium gesprochen, wo dann diese beiden Androiden miteinander
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reden, über diese Nette von Shakespeare und so. Also das sind so Sachen,
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wo du das Gefühl hast, der Autor hat einfach gerade einen Riesenspaß.
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Und diesen Spaß, das ist ansteckend. Und manchmal eben auch,
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es muss nicht immer Spaß gehen, auch im Horror.
0:43:28–0:43:31
Und ich finde, dass er so Bilder schafft, die dich einfach mitnehmen.
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Und du merkst, du willst es auch zulassen, das zu erleben, was er will,
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was du erlebst. Also da ist so ein Vertrauen da.
0:43:39–0:43:44
Aber die Abschlüsse sind immer nicht so auf den Punkt. Also er lässt es gerne
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und vielleicht fühle ich mich da aber auch vom Charakter her mit ihm verbunden,
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weil ich das von mir selber auch kenne.
0:43:49–0:43:55
Ich komme dann auch nicht wirklich am Punkt, sondern bin dann eher so, ja, aber.
Florian Clauß
0:43:55–0:43:57
Ja, interessant.
Micz Flor
0:43:57–0:44:00
Ich bin dann jemand, der sagt, weißt du was, wir gehen jetzt da essen.
0:44:00–0:44:03
Und wenn dann alle sagen, gute Idee, gehen wir da hin. Oder wir gehen zum Koreaner.
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Und dann alle, oh Gott. Das kenne ich von mir.
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Und ich habe bei Dan Sims das Gefühl, gerade zum Ende hin möchte er auch nicht
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fertig werden. Und dadurch werden die Enten keine Erlösung, die werden nicht
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ekstatisch, sondern die werden immer so wie eine Welle, so befriedend.
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Aber keine Welle, die gegen so einen Leuchtturm bricht und danach das Wasser
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runter klatscht und der Turm aber noch steht und alle sagen Hurra.
Florian Clauß
0:44:27–0:44:30
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Micz Flor
0:44:30–0:44:34
Sondern eher wie so eine Tsunami-Welle kommt diese Geschichte auf den Strand zu.
0:44:34–0:44:40
Aber Gott sei Dank ist der Strand so flach, dass sie einfach nur ausläuft und es passiert gar nichts.
Florian Clauß
0:44:40–0:44:41
Ja, toll.
Micz Flor
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Nur zwei Rehe waren erschreckt. Also irgendwie habe ich das Gefühl,
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dass Dan Simmons' Unvollendetheit in den Filmen.
0:44:50–0:44:54
Dass das Material nie da hingekommen ist, hat glaube ich auch damit zu tun,
0:44:54–0:44:58
weil es irgendwie zum Schluss nicht so diesen einen Punch gibt oder den Showdown gibt,
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mit dem man dann wirklich sagen könnte, die Leute gehen aus dem Kino und empfehlen
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das sofort weiter. Musst du sehen.
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Ich glaube, das ist so eine Sache, wo Simmons, und ich finde es sympathisch.
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Und um die Sache von vorne nochmal aufzugreifen, dann damit mache ich dann Schluss.
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Ich lese jetzt gerade so Fifth Heart, das ist fünfte Herz. und diese Verwebung von Fakten und Fiction,
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das hat er ja schon öfter gemacht, hat er ja gerade schon gesagt,
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bei Drew hat er Charles Dickens, Wilkie Collins und andere AutorInnen aus der
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Zeit und die Verlagswelt aus der Zeit zusammengemanscht mit völlig fiktiven Figuren und Plots,
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die halt dann scheinbar passiert seien und dann Dickens dazu motiviert haben,
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das Buch Drew zu schreiben, was nicht fertig wurde, bis er dann gestorben ist.
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Also das ganze Setup ist genial für das Buch und ich finde, der baut es auch gut.
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Auch da ist der Schluss meiner Meinung nach nachvollziehbar, aber...
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Nicht wirklich so. Aber es macht unfassbar viel Spaß zu lesen, ganz tolle Sachen drin.
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Und jetzt bei The Fifth Heart ist es so ein bisschen, als ob jetzt in dieses
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Buch hinein er diese Faction, Fiction, historische Hintergründe und Fantasiesachen
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wirklich mal so richtig zusammengeschoben hat.
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Und zwar der reale Autor Henry James.
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Bruder von William James, den könnten wir auch mal was drüber machen,
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über die Fechner, Wund, Und James, so diese Psychologie, Philosophie aus dem späten 19.
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Jahrhundert, da war der ein ganz, ganz wichtiger Philosoph in der Zeit und Psychologe.
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Und Henry James, am bekanntesten ist vielleicht Turn of the Screw,
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das ist so eine Novelle auch.
0:46:38–0:46:45
Der hat so wie Dickens auch, hat er so Fortsetzungsserien in Magazinen veröffentlicht,
0:46:45–0:46:46
die dann teilweise auch nochmals Bücher rauskamen.
0:46:47–0:46:51
Und der so ein bisschen wie Dan Simmons, glaube ich, auch nicht geschafft hat,
0:46:51–0:46:56
Bis auf dieses Turn of the Screw, das ist so ein bisschen so ein Horror-Grusel-Ding,
0:46:56–0:47:00
wirklich was zu pflanzen, was überlebt.
0:47:01–0:47:05
Und auf jeden Fall, Henry James, realer Charakter, reale Zeit,
0:47:06–0:47:08
Amerikaner, der in England lebte und so weiter.
0:47:10–0:47:16
Trifft Sherlock Holmes, eine fiktive Figur, eine Romanfigur.
0:47:17–0:47:21
Und Henry James und Sherlock Holmes fahren dann gemeinsam nach Amerika,
0:47:21–0:47:26
treffen sich in Paris, fahren gemeinsam nach Amerika, um dort den Mörder zu finden,
0:47:26–0:47:33
der Frau von einem Bekannten und gleichzeitig auch noch eine Verschwörung der
0:47:33–0:47:39
Anarchisten zu vereiteln, bei der kommenden Expo irgendwie eine Bombe zu pflanzen
0:47:39–0:47:40
und den Präsidenten zu töten.
0:47:41–0:47:45
Und das Ganze ist halt so in der Verwoben, dass es, und Sherlock Holmes sagt
0:47:45–0:47:49
es von sich aus, selbst Henry James gegenüber, sagt an einem Punkt,
0:47:49–0:47:55
ich habe die große Befürchtung, ich könnte nur eine fiktive Person sein.
0:47:55–0:48:00
Und gleichzeitig hast du dann aber entweder Henry James oder Sherlock Holmes als den Erzähler.
0:48:00–0:48:05
Also es ist nicht ich, aber eben du bist in der Psyche von Sherlock Holmes,
0:48:05–0:48:11
der halt beschreibt, wie er kokainabhängig war, jetzt in Amerika dann das Heroin
0:48:11–0:48:13
probiert, was gerade noch auf dem Markt ist.
0:48:15–0:48:20
Und du bist bei diesen Charakteren und du, das ist irgendwie,
0:48:20–0:48:25
finde ich, ein ziemlich genialer nächster Schritt, sowas sich zu trauen zu sagen.
0:48:25–0:48:28
Ich nehme eine echte historische Figur.
0:48:29–0:48:35
Und setze der jetzt nicht irgendwelche fiktiven, flankierenden Narrative entgegen,
0:48:35–0:48:38
sondern ich nehme eine sehr bekannte Fiktivfigur,
0:48:38–0:48:42
die dann wirklich auch diese Sache, das hat er in einem Interview auch gesagt,
0:48:42–0:48:45
wenn ich meinen Nachbarn, wenn die Fragen waren, was schreibst du denn gerade so?
0:48:45–0:48:50
Und ich sage halt so aktuell, ja, Henry James und Sherlock Holmes fahren zusammen
0:48:50–0:48:54
nach Amerika und versuchen dann diesen Anschlag zu vereiteln und gleichzeitig
0:48:54–0:48:55
diesen Mörder zu finden.
0:48:55–0:48:59
Und dann sagen manche, sagen dann, ach und, haben sie es geschafft?
0:48:59–0:49:04
Also so im Sinne von, das klingt historisch, ist das wirklich passiert? Wie ging das damals aus?
0:49:07–0:49:10
Das fand ich halt so quasi diese Kumulation gerade für mich.
0:49:10–0:49:15
Macht total viel Spaß zu lesen und ist auch da wieder so, dass man irgendwie
0:49:15–0:49:18
so sehr, sehr schön diesen historischen Hintergrund,
0:49:18–0:49:24
wie sieht Washington zu der damaligen Zeit aus und die Selbstverständlichkeit,
0:49:25–0:49:28
mit der halt Bedienstete in diesen Häusern irgendwie anwesend sind.
0:49:28–0:49:31
Und ja, auch da schon die unfassbaren Gehaltsgefälle, könnte man sagen.
0:49:32–0:49:34
Es ist also wirklich fun to read.
Florian Clauß
0:49:35–0:49:41
Toll, vielen Dank Mitch für diesen auch recht persönlichen Rückblick auf Den Sims.
0:49:42–0:49:46
Wir haben gar nicht so sehr über Ilium gesprochen, aber da gibt es auch eine
0:49:46–0:49:47
Folge, das hat man am Anfang vergessen
0:49:47–0:49:52
zu erwähnen, wo du mich mehrfach gezwungen hast, das Buch zu lesen.
0:49:52–0:49:55
Und ich dann auch froh war, das gelesen zu haben.
0:49:56–0:50:00
Genau, dann würde ich sagen, machen wir hier Schluss.
0:50:00–0:50:05
Wir sind auch kurz vor dem Tor, vor dem Eingangstor, Haupteingangstor des Friedhofs.
Micz Flor
0:50:06–0:50:07
Zurück zu den Lebenden.
Florian Clauß
0:50:08–0:50:12
Genau, wir gehen zurück ins Krankenhaus. Da ist nämlich genau gegenüber das
0:50:12–0:50:13
Krankenhaus Friedrichshain.
0:50:14–0:50:20
Das war eigentlich Podcast-Episode 101.
0:50:22–0:50:27
Alles, was wir jetzt hier auch besprochen haben, gibt es nochmal als Links auf
0:50:27–0:50:32
unserer Seite, als Blogpost und die Bilder, die ich gemacht habe.
0:50:33–0:50:34
Du hast gar nicht fotografiert.
0:50:34–0:50:37
Von dem Friedhof und die Route könnt ihr dann auch sehen.
Micz Flor
0:50:38–0:50:39
Ja, du hast fotografiert.
Florian Clauß
0:50:39–0:50:44
Ja, ich habe fotografiert. Also, dann sage ich tschüss, bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
0:50:44–0:50:46
Macht's gut. Wir haben nicht geklatscht am Anfang.

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"Some places are too evil to be allowed to exist. Some cities are too wicked to be suffered. Calcutta is such a place." Dan Simmons in Song of Kali (1985)

Heute wandern wir durch das düstere Charlottenburg, entlang der Küste des Lietzensees und auf den literarischen Spuren des US-amerikanischen Genre-Wandlers Dan Simmons. Zwei sonderliche Horror-Stories bilden den Kern unseres laufenden Redens: "Song of Kali" (1985) und "Drood" (2009). Simmons' erstes Buch "Song of Kali" folgt dem amerikanischen Schriftsteller Robert Luczak, der mit Frau und Kleinkind nach Indien reist, um das Manuskript eines mysteriösen Dichters zu finden. Was in der schnucklig-schmuddeligen Redaktion eines nordamerikanischen Literaturmagazins der 1970er noch wie ein inspirierendes Abenteuer klingt, verfärbt sich in Kolkata schlagartig ins düstere, abtraumhafte und transzendente eines totgeglaubten Kults, der mit Hilfe der Göttin Kali den totgewussten, legendären Dichter M. Das wieder unter die Lebenden zu bringen glaubte. Mit seinem subtilem, low-fi Horror-Debut kassierte Dan Simmons 1986 den World Fantasy Award ein. Dann tauchen wir in die schattenhafte Welt von "Drood" ein, der uns in die dunklen Tiefen des viktorianischen Londons entführt. Die Geschichte dreht sich um Charles Dickens und seine mysteriöse Begegnung mit der rätselhaften Figur namens Drood, dem er nach einem schrecklichen Eisenbahnunglück 1985 begegnet. Während Dickens sich in die unheimlichen Bereiche des Okkulten und einer Geschichte wie von Opium verursachten Halluzinationen vertieft, wird er in ein Netz übernatürlicher Schrecken verstrickt, die jede Erklärung trotzen. Erzähler der Geschichte ist Dickens' Kollege und Freund Wilkie Collins, dessen Bewunderung und Hass gegenüber Dickens ihn ebenso unglaubwürdig erscheinen lassen wie seine Abhängigkeit vom Opiat-Mix "Laudanum". Doch in diesem faktischen Fiction-Horror ist unwichtig, was wahr ist und was Illusion. Dies ist die erste Folge einer kleinen Serie über den vielseitigen US-amerikanischen Schriftsteller Dan Simmons, der 1948 in Peoria, Illinois geboren wurde und der zahlreiche Romane und Kurzgeschichten verfasste, die sich in und zwischen den Genres Science-Fiction, Horror und Fantasy bewegen.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
Erzähler
avatar
Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:00
Ich muss.
Micz Flor
0:00:00–0:00:05
Laufen, weil ich brauche doch ein bisschen vorneweg für den Konfekt.
0:00:05–0:00:11
Nee, vorneweg für das Zip, Zip, Zip, Zip, also für unsere Musik.
Florian Clauß
0:00:12–0:00:13
Das ist keine Musik.
Micz Flor
0:00:14–0:00:15
Was ist denn das? Wie willst du das nennen?
Florian Clauß
0:00:16–0:00:19
Rhythm. Das ist Rhythm. Also.
Micz Flor
0:00:19–0:00:21
Wacken und Klatschen.
Florian Clauß
0:00:26–0:00:27
Stellst.
Micz Flor
0:00:27–0:00:31
Du mich vor oder soll ich einfach anfangen du bist so.
Florian Clauß
0:00:33–0:00:39
Hallo und herzlich willkommen bei eigentlich podcast der kopf,
0:00:39–0:00:44
der gott papst der
0:00:44–0:00:48
podcast bei dem wir im laufen reden und
0:00:48–0:00:52
laufend reden heute mit mit folgen das
0:00:52–0:00:57
sind wir schon 43 43 43 und
0:00:57–0:01:01
ja unsere route führt uns hier an der
0:01:01–0:01:08
bahn ist das eine bahn ja das sind die bahnschienen hinter charlottenburg richtung
0:01:08–0:01:14
lietzensee entlang wir haben vor zwei wochen hier ausgesetzt sind wieder eingestiegen
0:01:14–0:01:19
weil wir unbedingt lietzensee umrunden wollten und Mitch,
0:01:20–0:01:25
ich bin gespannt, was du mir erzählen möchtest.
0:01:25–0:01:27
Ich weiß nicht, worüber du sprichst.
0:01:28–0:01:33
Du hast mir nichts gesagt und ich habe schon gesagt, wenn du mir nichts sagst,
0:01:33–0:01:34
dann geht es über Stromgitarren.
Micz Flor
0:01:36–0:01:41
Also die Versuche wären da, weil ich habe ja auch vor gar nicht allzu langer
0:01:41–0:01:45
Zeit so einen kleinen Workshop machen dürfen im Berliner Kendall,
0:01:45–0:01:52
wo wo ich aus alten Stratocaster-Kopien, Secondhand-Billig-Gitarren,
0:01:52–0:01:53
die aber alle gute Qualität haben,
0:01:54–0:01:59
im Kunstraum dann Unikate schnitzen durfte.
Florian Clauß
0:01:59–0:02:05
Und wer nicht weiß, was eine Stratocaster ist, der kann unsere vergangene Folge
0:02:05–0:02:08
hören, in dem du ganz genau erklärst...
Micz Flor
0:02:08–0:02:10
Du meinst die Stromgitarre-Folge?
Florian Clauß
0:02:10–0:02:11
Nein, die zweite. Die.
Micz Flor
0:02:11–0:02:12
Zweite.
Florian Clauß
0:02:12–0:02:14
Oder die dritte, ich weiß es nicht.
Micz Flor
0:02:14–0:02:20
Wo du beim Laufen eingeschlafen bist. Schlafend laufen und zuhören beim Reden.
Florian Clauß
0:02:21–0:02:25
Also wie die Vögel beim Fliegen können ja auch einige Hörner heftig ausschalten.
Micz Flor
0:02:27–0:02:29
Ja, okay, aber darum geht es heute nicht. Es geht nicht ums Fliegen,
0:02:29–0:02:36
aber es ist trotzdem so ein bisschen, ich habe gerade so ein bisschen das Gefühl, Vater am Limit.
0:02:37–0:02:41
Ich bin gerade so ein bisschen erschöpft und mit allem so etwas hinterher und
0:02:41–0:02:43
habe dann gedacht, was mache ich denn jetzt, was mir so richtig,
0:02:45–0:02:46
Und dann vielleicht auch gedacht
0:02:46–0:02:52
so, okay, auch der Spirit von dem Podcast wieder zurück zu den Wurzeln.
0:02:52–0:02:56
Wir gehen einfach durch die Berge und wir sind voller Wissenslücken und voller
0:02:56–0:03:00
Begeisterung und möchten aus beidem zusammen irgendwie die andere Person mitreißen
0:03:00–0:03:01
und irgendwas erschaffen,
0:03:02–0:03:04
irgendwie die Person dazu zu
0:03:04–0:03:08
bewegen, einen Film zu gucken oder in meinem Fall jetzt ein Buch zu lesen.
0:03:08–0:03:12
Und zwar habe ich dann gedacht, dann werde ich endlich mal eine kleine Serie
0:03:12–0:03:14
anfangen. Wieso endlich?
Florian Clauß
0:03:15–0:03:16
Du hast doch schon so viele Seen.
Micz Flor
0:03:16–0:03:21
Nee, aber ich habe über diesen Autoren. Ach so. Der Autor heißt Dan Simmons.
Florian Clauß
0:03:22–0:03:23
Ach, Dan.
Micz Flor
0:03:25–0:03:26
Lass du, warum lass du?
Florian Clauß
0:03:26–0:03:27
Ja, nee, gut.
Micz Flor
0:03:28–0:03:29
Nee, sag es doch einfach.
Florian Clauß
0:03:29–0:03:31
Nein, nein, aber hatten wir den nicht schon mal irgendwie erwähnt?
Micz Flor
0:03:32–0:03:35
Wir hatten den auf alle Fälle erwähnt. Ich weiß aber nicht mehr, in welcher Folge.
0:03:35–0:03:40
Da ging es um die beiden Moravexer, glaube ich. Das ist eine Form von anderen
0:03:40–0:03:45
Iden-Robotern, Künstliche Intelligenz, die Office of IO und so,
0:03:45–0:03:49
die hatten wir, aber ich weiß nicht mehr, weißt du noch in welcher Episode das war?
Florian Clauß
0:03:49–0:03:51
Ja, wir hatten den, ja genau, aber ich muss jetzt auch sagen,
0:03:52–0:03:57
mich motivieren ein Buch zu lesen, da hast du mir von Bernd Simm Illium,
0:03:59–0:04:00
Illium.
Micz Flor
0:04:00–0:04:01
Ich weiß nicht wie es im Deutschen heißt.
Florian Clauß
0:04:02–0:04:09
Illium geschenkt und das musst du lesen das musst du und ich so ja,
0:04:09–0:04:12
das mache ich vielleicht auch. Hast.
Micz Flor
0:04:12–0:04:13
Du es auch im Urlaub mitgenommen?
Florian Clauß
0:04:13–0:04:15
Ich habe es im Urlaub mitgenommen, ich habe es auch angefangen zu lesen,
0:04:15–0:04:18
aber mich hat es nicht wirklich so gepackt.
0:04:18–0:04:25
Also wir hatten das in der Episode, wir haben auch dann über diese beiden Roboter,
0:04:25–0:04:28
nee, was sind das? Das sind so die.
Micz Flor
0:04:28–0:04:33
Heißen Moravex und das sind, würden wir sagen, beseelte Maschinen.
0:04:33–0:04:36
Also keiner weiß mehr, die stellen sich gegenseitig selber her inzwischen.
0:04:37–0:04:40
Also die die die Ursprünge so ein bisschen verschollen.
0:04:41–0:04:47
Wir würden sagen, es sind Androiden, aber eben nicht welche in unbedingt menschlicher
0:04:47–0:04:49
Form, wie sie oft so dargestellt,
0:04:50–0:04:54
sondern die immer in einer sehr funktionalen Form für das, wozu sie gebraucht werden.
0:04:55–0:05:00
Einer ist zum Beispiel, der steuert so ein Raumschiff und der ist einfach so
0:05:00–0:05:04
gebaut, dass er einfach super in dieses Raumschiff passt, egal wo vorne hin.
0:05:04–0:05:06
Aber weißt du noch, wo wir darüber gesprochen.
Florian Clauß
0:05:06–0:05:08
Haben? Ja, ich versuche gerade auch die ganze Zeit. Wir hatten auch ein bisschen
0:05:08–0:05:10
mehr darüber gesprochen.
Micz Flor
0:05:10–0:05:10
Ja.
Florian Clauß
0:05:10–0:05:12
Aber ich kriege es auch jetzt gerade
0:05:12–0:05:16
nicht mehr zusammen. Wir hatten auch erwähnt, dass der eine von denen,
0:05:16–0:05:20
die haben ja beide so ein Faible für Literatur,
0:05:20–0:05:27
Der eine über Shakespeare und während er vor einer Riesenkrake in irgendeinem,
0:05:27–0:05:30
ich weiß nicht, was für ein Mond, der aus Wasser besteht,
0:05:31–0:05:35
flieht, macht er noch so eine Analyse von so einem Shakespeare-Stück.
0:05:37–0:05:40
Und macht dann eher so nebenbei dann halt die ganzen, irgendwie so,
0:05:40–0:05:44
jetzt muss ich das machen, damit ich irgendwie in drei Kilometern die Beschleunigung
0:05:44–0:05:49
habe, damit der, wenn der mit seinen Tentakel ausholt, mich nicht in fünf Kilometern einholt.
0:05:49–0:05:53
Dann hat er diese ganzen Brechen im Hinterkopf laufen, macht eine Literaturanalyse
0:05:53–0:05:54
über Shakespeare im Vordergrund.
0:05:55–0:05:59
So fängt ja der Roman an. Den fand ich schon so ganz gut.
Micz Flor
0:05:59–0:06:02
Nee, das ist nicht der Anfang vom Roman. Da bist du schon ganz schön weit hinten drin.
Florian Clauß
0:06:02–0:06:05
Nee, das ist, also über 100 bin ich nicht gekommen.
Micz Flor
0:06:05–0:06:06
Ja, okay, aber...
Florian Clauß
0:06:06–0:06:12
Und der andere, der ist ja von Die Suche nach der verlorenen Zeit von Proust, ne?
0:06:12–0:06:16
Wo er dann auch, sie sich gegenseitig Proust und Shakespeare betteln.
Micz Flor
0:06:18–0:06:22
Ja, und du kannst ja, also das ist ja spannend, ich bin ja total berührt,
0:06:22–0:06:25
dass da so viel hängen geblieben ist, weil irgendwie war das so ein bisschen
0:06:25–0:06:29
wie, ich wusste gar nicht, dass du, obwohl wir das schon mal besprochen haben,
0:06:29–0:06:30
dass du da so viel mitgenommen hast.
Florian Clauß
0:06:31–0:06:33
Nee, ich fand das schon gut, ich fand das schon gut, aber mich hat es also nicht
0:06:33–0:06:37
so gepackt, aber ich fand es, also es war, es ist auf jeden Fall,
0:06:37–0:06:41
sind tolle, auch wieder tolle Ansätze drin, so von.
Micz Flor
0:06:42–0:06:45
Ja also ich fange einfach an dan simmons es
0:06:45–0:06:49
ist irgendwie so viel soll ich sagen vielleicht gibt
0:06:49–0:06:52
es irgendwie so ein lied noch so aus seiner jugend wo du
0:06:52–0:06:55
denkst ja das ist einfach nicht wirklich ein gutes lied und ich
0:06:55–0:06:59
bin vielleicht der einzige den so richtig ergreift aber ich finde es total super
0:06:59–0:07:02
aber ich kann es auch total verstehen wenn andere das nicht so gut finden oder
0:07:02–0:07:07
so irgendwie ist es mit den simmons für mich so ich finde den ganz ganz toll
0:07:07–0:07:14
und auch zum beispiel steven king sagt das ist halt der ist ganz ganz toll wenn.
Florian Clauß
0:07:14–0:07:15
Es die im ging.
Micz Flor
0:07:15–0:07:22
Gesagt dann hat er entweder sehr sehr viel geld bekommen oder meint es wirklich ein klappentext.
Florian Clauß
0:07:22–0:07:26
Oder den zimmer die wikipedia seite von steven king geschrieben.
Micz Flor
0:07:26–0:07:29
Aber es ist
0:07:29–0:07:33
gleichzeitig so und das ist auch so ein bisschen irgendwie kommen
0:07:33–0:07:36
die dinge nie zum schluss und ich habe gerade auch noch mal gemerkt war denn sie
0:07:36–0:07:39
ich finde er schreibt unglaublich schön
0:07:39–0:07:43
der schreibt ich habe richtig lust es zu lesen und werde ich
0:07:43–0:07:46
auf alle fälle in meiner serie auch noch besprechen ich weiß gar nicht heute
0:07:46–0:07:50
glaube ich nicht da komme ich gar nicht hin so viel zeit möchte ich gar nicht
0:07:50–0:07:59
drauf bringen aber ich finde den ja ich finde ihn irgendwie so richtig gut liest.
Florian Clauß
0:07:59–0:08:00
Ihn aber auch im Original.
Micz Flor
0:08:01–0:08:03
Ich lese im Original genau und auch die Jahreszahlen und alles.
0:08:03–0:08:06
Ich habe auch ein bisschen recherchiert. Das ist alles jetzt auf der englischen.
0:08:06–0:08:08
Ich weiß teilweise die deutschen Titel gar nicht.
0:08:09–0:08:13
Aber ja, ich hatte Dan Simmons das erste Mal in den,
0:08:15–0:08:19
99 vielleicht in der Hand. Da war das Buch Hyperion.
0:08:20–0:08:25
Hyperion war dann im Original 1989 erschienen. War dann auch schon wieder zehn Jahre alt.
0:08:26–0:08:28
Und ich habe damals irgendwie nicht so richtig Bock drauf gehabt,
0:08:28–0:08:32
weil Science Fiction, Das war irgendwie nicht so 90er-Jahren-Science-Fiction.
0:08:32–0:08:37
Klar, wir haben irgendwelche Anime-Filme, wir haben Matrix.
0:08:37–0:08:40
Wir hatten irgendwie schon so... Aber irgendwie war es nicht so...
Florian Clauß
0:08:40–0:08:45
Aber es war doch hier der Science-Fiction-Jeff Noon.
0:08:45–0:08:53
Das war doch für uns die 90er-Jahre-Entdeckung mit Wirt und Pollen. Ja.
Micz Flor
0:08:53–0:08:56
Das ist lustig. Ich wollte nämlich diese Brücke zu Jeff Noon auch später nochmal
0:08:56–0:09:00
schlagen, weil wer jetzt kein Dan Simmons lesen will, der oft auch über 800
0:09:00–0:09:04
Seiten hat, das gibt zwei Short Story Collection.
0:09:04–0:09:10
Eine heißt Worlds Enough und die andere heißt Time, beide von 2002, mit Kurzgeschichten.
0:09:10–0:09:17
Und die sind richtig gut und ich komme da drauf, weil du mal vor langer Zeit beim Wandern,
0:09:19–0:09:22
an meinem E-Reader saßt und Pixeljuice gelesen hast von Jeff Noon,
0:09:23–0:09:24
die Kurzgeschichten, kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:09:24–0:09:25
Ja, ja, klar.
Micz Flor
0:09:25–0:09:28
Hast dich entschieden, ich gehe jetzt nicht mehr raus, und hast gelesen.
0:09:28–0:09:30
Hat mich sehr gefreut, hat mein E-Reader bei dir auch.
Florian Clauß
0:09:31–0:09:35
Aber die habe ich ja auch damals quasi nicht als E-Reader. Da gab es noch keine
0:09:35–0:09:37
E-Reader, da habe ich Pixeljuice gelesen.
Micz Flor
0:09:37–0:09:40
Gab es E-Reader nur in Sci-Fi-Büchern.
Florian Clauß
0:09:40–0:09:40
Genau, da gab es nur...
Micz Flor
0:09:40–0:09:41
Da haben die noch vorweg geglaubt.
Florian Clauß
0:09:41–0:09:45
Da gab es diese, das ist doch hier die Fibel, die elektronische Fibel bei Snow Crash.
Micz Flor
0:09:46–0:09:46
Ja. Das.
Florian Clauß
0:09:46–0:09:48
Ist auch schon so ein E-Reader-Format.
Micz Flor
0:09:50–0:09:50
Fiebel.
Florian Clauß
0:09:51–0:09:56
Ich habe die Übersetzung gelesen. Ich lese es nicht um. Es ist Fiebel.
Micz Flor
0:09:58–0:10:02
Aber Hyperion, um diesen Spruch wieder zurückzumachen, möchte ich auf alle Fälle auch vorstellen.
0:10:02–0:10:06
Ich wusste nicht, dass das Auto Dan Simmons heißt und kam dann aber später über
0:10:06–0:10:16
einen Umweg noch mal da drauf, weil es gab einen unglaublich präsenten amerikanischen Autor,
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der so 60er, 70er Jahre geschrieben hat, Harlan Ellison.
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Und Harlan Ellison ist aber irgendwie auch nicht mehr, den Namen kennst du wahrscheinlich gar.
Florian Clauß
0:10:29–0:10:30
Nicht. Nee, den kenne ich nicht.
Micz Flor
0:10:32–0:10:39
Und es gibt einen Film, so einen Dokumentarfilm mit ihm, auch über ihn,
0:10:39–0:10:43
der heißt Dreams with Sharp Teeth, also Träume mit scharfen Zähnen.
0:10:43–0:10:47
Den habe ich auf youtube gesehen der ist auch immer noch auf youtube aber leider
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jetzt irgendwie gesperrt für unsere geografische gegend also wer kein wer kein
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vpn hat kommt kann sich das leider nicht mehr anschauen oder.
Florian Clauß
0:10:56–0:10:58
Oder vielleicht in amerika ist.
Micz Flor
0:10:58–0:11:06
Oder woanders ist das gehört genau und den fand ich ganz großartig und in dieser
0:11:06–0:11:10
dokumentation über harlan allison der zum beispiel so sagt er das selber,
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Repent Harlequin said the TikTok Man, so heißt das glaube ich,
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so eine Kurzgeschichte.
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Die war wohl eine Zeit lang die am meisten publizierte Kurzgeschichte aller Zeiten.
0:11:25–0:11:29
Hat er aber selber gesagt, ich weiß gar nicht was da seine Quelle von sich selbst ist.
0:11:30–0:11:37
Und in dieser Dokumentation wird dann Dan Simmons erwähnt.
0:11:37–0:11:39
Der kommt aber gar nicht zu Wort, wenn ich mich recht erinnere.
0:11:40–0:11:44
Weil Harlan Ellison, ich möchte gar nicht so viel über den reden,
0:11:44–0:11:51
aber eine Sache, die er damals gemacht hat, ist, der hat so zwei Bücher herausgegeben
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mit Kurzgeschichten und die hießen Dangerous Visions.
0:11:56–0:12:01
Und das zweite hieß More Dangerous Visions. und dann gab es noch eine dritte, glaube ich.
Florian Clauß
0:12:02–0:12:03
The most dangerous visions.
Micz Flor
0:12:03–0:12:06
Ja, und die kamen irgendwie so, ich weiß gar nicht mehr genau,
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so 1970 oder so vielleicht, um den Drehraum raus.
0:12:09–0:12:14
Und der hatte zwei Dinge gemacht. Und das hat ihn damals wohl nochmal auf diesen
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Podest auch gehoben, in dieser Szene.
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Das eine ist, dass er da zwei Generationen zusammengeführt hat.
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Also es sind dann in den Kurzgeschichten, glaube ich, Isaac Asimov noch mit dabei.
0:12:28–0:12:32
Ich weiß nicht, ob Arthur C. Clarke dabei ist oder nicht, aber auf jeden Fall
0:12:32–0:12:37
dann auch junge Autoren, Autorinnen, weiß ich jetzt gar nicht.
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Das war das eine, dass er da so versucht hat, generationsübergreifend dieses
0:12:41–0:12:46
Genre SF, Science Fiction wird es normalerweise genannt.
0:12:46–0:12:49
Und er hat es dann aber auch, das war der zweite Knick, hat eben dieses SF auch
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umgeschrieben, umeditiert und hat gesagt, es ist nicht Science Fiction, Speculative Fiction.
0:12:57–0:13:00
Also er wollte so ein bisschen weg von diesem Science-Begriff,
0:13:00–0:13:05
weil die alte Generation ja oft eben auch über, weniger über zum Beispiel gesellschaftliche
0:13:05–0:13:09
Utopien oder solche Science-Fiction wurde ja oft dann auch für.
0:13:11–0:13:15
Zum Beispiel haben wir erwähnt, The Moon is a Harsh Mistress in meinem letzten
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The Expanse hatte ich kurz erwähnt.
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Und da ist es zum Beispiel auch so von Robert Heinlein, wo so ganz auf dem Mond
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so eine völlig andere Gesellschaft entsteht, wo alles nicht über,
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zum Beispiel alles wird über Verträge geregelt, auch alle Ressourcen werden
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über Verträge geregelt.
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Du musst für alles zahlen, für Luft, für Wasser und so, was ja irgendwie auch
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schon bei uns so angelegt ist. Aber es ist wirklich, auch Familien sind Verträge.
0:13:40–0:13:44
Das heißt, jede Ehe ist individuell, müssen nicht immer nur zwei sein.
0:13:45–0:13:49
Können auch andere, was dann auch ja ein bisschen in The Expanse reinkommt.
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Die Familie von Holden, die ist ja auch, der hat ja vier Eltern.
0:13:56–0:13:57
Aber.
Florian Clauß
0:13:57–0:14:03
Das ist ja sowieso quasi noch diese Diversity, die sich da auch wieder so fändet.
Micz Flor
0:14:03–0:14:10
Ja, aber es war eben in der Zeit 1970 so um den Dreh rum, wo auch gesellschaftlich
0:14:10–0:14:13
viel passiert ist, wo Harlan Ellison gesagt hat, Speculative Fiction.
0:14:13–0:14:17
Es geht nicht um Science in dem harten Sinn von Wissenschaft,
0:14:17–0:14:20
sondern es geht Speculative Fiction. Was könnte denn sein?
Florian Clauß
0:14:20–0:14:27
Ist das so in so einem Hippie-Bereich dann auch eher? Also angesiedelt?
Micz Flor
0:14:28–0:14:33
Der sieht total, also ich glaube es, der sieht total schnittig aus,
0:14:33–0:14:38
also so, es ist glaube ich schwer zu sagen, ob da jetzt Hippie drin ist oder
0:14:38–0:14:40
nicht, von den Bildern her irgendwie nicht,
0:14:40–0:14:44
aber natürlich war das eine Zeit von Drogen und so weiter und so fort und er
0:14:44–0:14:48
war im Showbusiness drin,
0:14:48–0:14:52
auch wenn er Autor war und Herausgeber, war er im Showbusiness drin und der
0:14:52–0:14:55
hat eben in einem Workshop, den er geleitet hat, der Dan Simmons.
0:14:58–0:15:01
Also es ist halt so sein Ding, er hat den entdeckt. Lustigerweise... Und wann reden wir da?
Florian Clauß
0:15:01–0:15:03
Also ist es immer noch in den 70ern?
Micz Flor
0:15:03–0:15:06
Dieses, das muss, also Dan Simmons' erstes Buch, Song of Kali,
0:15:06–0:15:10
kam 1985 raus. Das habe ich auch gelesen, da fange ich vielleicht heute ein bisschen mit an.
0:15:11–0:15:15
Eigentlich möchte ich heute gar nicht erschöpfend über die Dinge reden oder
0:15:15–0:15:18
auch nicht Plot-Spoilern, sondern einfach die Leute vielleicht ein bisschen
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bewegen, sich das mal anzugucken.
0:15:20–0:15:23
Und ich habe eine Begeisterung, ich bekenne mich jetzt zu Dan Simmons.
0:15:24–0:15:26
Auch wenn der wirklich Bücher geschrieben hat, wo ich denke,
0:15:26–0:15:29
denke, ey, das kann doch nicht wahr sein, es ist richtig schlecht.
0:15:29–0:15:30
Also manche Sachen, die sind so richtig.
Florian Clauß
0:15:30–0:15:33
Schlecht. Aber es ist so ein bisschen auch wie mit Philip K.
0:15:33–0:15:38
Dick, der dann auch unglaublich gute Ideen und Romane, Novellen geschrieben
0:15:38–0:15:41
hat und dann aber auch so trashige Sachen.
0:15:42–0:15:47
Und da gibt es ja immer die Geschichte dazu, dass er so, ja,
0:15:47–0:15:53
der war verschuldet, hatte so viele Frauen, war auch, glaube ich, Alkoholiker,
0:15:53–0:15:58
und am Ende hat er dann halt nur so für Alimente geschrieben und halt,
0:15:59–0:16:04
so recht schlechte Sachen auch teilweise, aber dann auch wieder so großartige.
Micz Flor
0:16:05–0:16:10
Ja, aber es waren ja hauptsächlich bei ihm auch Novellen und Kurzgeschichten.
0:16:10–0:16:17
Das war, glaube ich, der hat ja jetzt keine langen, großen Werke geschrieben, oder? Philipp K. Dick?
Florian Clauß
0:16:17–0:16:23
Doch, der hat schon ein paar Romane geschrieben. Aber die waren jetzt nicht so episch.
0:16:23–0:16:27
800 Seiten, das waren immer so zwischen 100 und 200 Seiten.
0:16:28–0:16:34
Und Zeit aus den Fugen ist zum Beispiel so. Das fand ich auch großartig, von der Grundidee.
Micz Flor
0:16:35–0:16:36
Hast du das Buch gelesen?
Florian Clauß
0:16:36–0:16:37
Ja.
Micz Flor
0:16:37–0:16:38
Wie alt warst du da?
Florian Clauß
0:16:39–0:16:41
Ich weiß es nicht, 90er.
Micz Flor
0:16:42–0:16:45
Wow. So zwischen deinen Kinogängen dann noch so.
Florian Clauß
0:16:45–0:16:48
Nee, ich habe immer sehr viel gelesen.
Micz Flor
0:16:48–0:16:50
Warum hast du aufgehört?
Florian Clauß
0:16:50–0:16:52
Ja, Ja, weil ich Podcasts höre.
Micz Flor
0:16:53–0:16:54
Und Filme und so entgucken.
Florian Clauß
0:16:56–0:17:01
Aber darf ich dir nochmal ganz kurz diese Grundidee von Zeit aus den Fugen erzählen?
0:17:01–0:17:03
Weil ich die so ganz toll finde.
Micz Flor
0:17:04–0:17:04
Es
Florian Clauß
0:17:04–0:17:13
Gibt so bestimmte Ideen in Science-Fiction-Romanen, die ich irgendwie so grandios finde.
0:17:13–0:17:18
Dazu gehört auch eine von Snow Crash, die so ein bisschen diese ganze ja,
0:17:19–0:17:24
jetzt ist es wieder überholt, weil jetzt hat man quasi die Bildgenerierungsprogramme,
0:17:24–0:17:27
die dann halt automatisch bestimmte Sachen machen.
0:17:27–0:17:32
Aber da war bei Snowcrash zum Beispiel so, dass es gibt diese Schauspieler,
0:17:33–0:17:37
also eine bestimmte Schauspielerkaste, die daran erkannt hat,
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dass die überall so Punkte im Gesicht und im Körper so nicht tätowiert,
0:17:43–0:17:44
aber die hatten so Reflektoren.
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Und es gab dann so Boxen, wo man dann im Prinzip sich so einwählen kann,
0:17:51–0:17:56
Hand konnte in so einer Box, wenn du die gebucht hast und durch diese Punkte
0:17:56–0:17:57
war halt so ein Vektorennetz.
0:17:57–0:18:01
Also das, was wir halt bei Gollum dann zum ersten Mal so in der Breite dann
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halt auch in der Massenbreite dann gesehen haben.
0:18:04–0:18:08
Aber es wurden dann immer so diese Charaktere drauf projiziert und diese.
0:18:09–0:18:14
Schauspielerkaste, die hat dann quasi wie so ein Vektorsammlung hat dann halt
0:18:14–0:18:19
durch die Bewegung von Mund und Gestik und Mimik wurden die halt für bestimmte
0:18:19–0:18:20
Rollen dann so gerendert.
0:18:21–0:18:25
Und das war halt so der Job und dann wurden die teilweise nur so für fünf Sekunden
0:18:25–0:18:29
dann irgendwie und du bist der und der und du musst das jetzt sagen und dann
0:18:29–0:18:34
wurde halt das so drauf und das fand ich schon irgendwie großartig so eine Idee
0:18:34–0:18:38
zu haben damals mit Snow Crash und ich weiß gar nicht, wann war das geschrieben? War das 90?
Micz Flor
0:18:39–0:18:40
Ne, das war vorher glaube ich noch.
Florian Clauß
0:18:40–0:18:46
War noch vor, das ist der zweite Teil, ne? Und die andere Sache bei Zeit aus
0:18:46–0:18:50
dem Fugen ist so ein bisschen so ähnlich, nämlich da geht es um so einen Typen, der so ein bisschen...
0:18:52–0:18:56
Der hat die Angewohnheit, Kreuzworträtsel die ganze Zeit zu lösen.
0:18:56–0:18:59
Und sitzt da an seiner Veranda und löst Kreuzworträtsel.
0:18:59–0:19:05
Und trinkt dabei halt so lauwarmes Bier aus Dosen. Das ist so dieses 50er-Jahres-Setting.
0:19:05–0:19:11
Und dann hat er irgendwann, hinterfragt er dann so seine Tätigkeit.
0:19:11–0:19:13
Warum macht er dann immer so Kreuzworträtsel? Und dann kommt raus,
0:19:13–0:19:17
dass die Art, wie er dann so diese Rätsel löst, gleichzeitig,
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daraus hat sich so ein ganzer Apparat von Defense,
0:19:22–0:19:26
abgeleitet, nämlich er schafft es, weil die Erde ist gerade unter Beschuss von
0:19:26–0:19:32
Aliens und durch seine Ergebnisse, die er dann beim Lösen von Kreuz schaffen,
0:19:32–0:19:38
die halt da so eine Taktik abzuleiten, wie dann bestimmte Züge dann zu machen
0:19:38–0:19:42
sind, um sich nicht von den Aliens dann überrollen zu lassen.
0:19:42–0:19:47
Und deswegen hat er so eine Blase aufgebaut bekommt, wo er dann halt in so einem
0:19:47–0:19:53
50er-Jahre-Setup lebt und jeden Tag diese Kreuzworte Rätsel löst,
0:19:53–0:19:55
so ein bisschen wie bei Truman Show.
0:19:55–0:19:59
Also der ist dann halt so eingeschwert in dieser Blase, muss die ganze Zeit
0:19:59–0:20:03
dieses Rätsel lösen, gleichzeitig tobt halt so ein Alienkrieg draußen und seine
0:20:03–0:20:07
Lösung von diesen Kreuzwort-Rätseln rettet halt die Welt, ja.
0:20:07–0:20:10
Bis er dann halt irgendwie dann sagt, nee, er macht nicht mehr und will dann halt aufhören.
0:20:10–0:20:17
Ich weiß nicht mehr genau, wie es dann weitergeht, aber Das ist eine großartige Idee. Okay, sorry.
Micz Flor
0:20:17–0:20:21
Das ist total super. Das ist interessant, weil ich muss halt natürlich gleich
0:20:21–0:20:24
auch an, ich glaube, Endless Game heißt das, zu denken.
0:20:24–0:20:29
Das ist, wo auch so Kinder in Anführungszeichen ausgebildet werden,
0:20:29–0:20:33
so in so einer Spieleumgebung und dann irgendjemand rauskommt,
0:20:35–0:20:38
Dass eben auch so ein Krieg herrscht und was die Kinder da in dieser Spielumgebung
0:20:38–0:20:43
haben, wird in Echtzeit dann aber auch wirklich im Krieg als Strategie gemacht.
0:20:43–0:20:48
Aber die Kinder werden geschützt davor, dass sie Tausende von Soldaten in den Tod schicken.
0:20:48–0:20:51
Ich weiß nicht mehr genau, ich kann es nicht mehr genau zusammenreihen.
0:20:52–0:20:56
Ja, und dann Truman Show natürlich. und muss aber auch daran denken das war
0:20:56–0:21:05
das nicht so dass bei dem enigma crack in england dass die da auch leute rekrutiert
0:21:05–0:21:10
haben über kreuzfahrt rätsel also bestimmt gab es das,
0:21:11–0:21:14
war ein bisschen wie.
Florian Clauß
0:21:14–0:21:20
Jetzt quasi für als recruiting für die bundeswehr dann irgendwelche Shooter-Games publiziert werden.
Micz Flor
0:21:20–0:21:20
Ja, echt?
Florian Clauß
0:21:20–0:21:21
Ja.
Micz Flor
0:21:21–0:21:24
Das heißt.
Florian Clauß
0:21:24–0:21:28
Wenn du einen gewissen Punkt in diesem Shooter erreichst, können auch die Bundeswehr
0:21:28–0:21:30
bei dir anrufen und sagen, so wollen sie nicht mal.
Micz Flor
0:21:33–0:21:34
Ja,
0:21:36–0:21:39
wir leben also in der Zukunft. Wir sind die Zukunft.
Florian Clauß
0:21:39–0:21:40
Wir sind.
Micz Flor
0:21:40–0:21:45
Die Gegenwart. Und wie komme ich jetzt zurück in meine eigene Episode?
Florian Clauß
0:21:45–0:21:48
Du warst jetzt bei der der Entdeckung von Dan Simmons.
Micz Flor
0:21:49–0:21:53
Und bei dem Eichenroman. Und Dan Simmons spricht dann auch, also der schreibt
0:21:53–0:21:57
auch in seine, der schreibt immer sehr schöne Vorwörter auch für seine Geschichten
0:21:57–0:22:00
und bei einer Sache war es so, dass, also,
0:22:02–0:22:07
Harlan Ellison sagt in der Dokumentation, sagt er, dass er halt diesen Workshop
0:22:07–0:22:09
hatte und da war so ein älterer Herr,
0:22:09–0:22:12
der hatte so ein Buch und Harlan Ellison hat gesagt, also sorry,
0:22:12–0:22:17
ich habe es gelesen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber sie werden nie veröffentlichen.
0:22:17–0:22:21
Es ist ihr erstes Buch und der sagte dann wohl sowas wie, ich habe schon über
0:22:21–0:22:25
70 Bücher geschrieben und ich werde auch weiterschreiben, weil das macht mir so viel Spaß.
0:22:26–0:22:29
Auf der anderen Seite war dann irgendwie nach der Mittagspause,
0:22:29–0:22:32
war dann irgendwie Dan Simmons dran und Harlan Ellison sagt so,
0:22:32–0:22:35
ich hatte es nicht geschafft, das zu lesen. Das war eine Kurzgeschichte.
0:22:35–0:22:39
Hab die dann schnell noch irgendwie gelesen, hab mir von irgendjemand einem
0:22:39–0:22:43
Kurs den Ausdruck, die Kopie quasi genommen, damit ich es noch schnell lesen kann.
0:22:43–0:22:49
Und war halt einfach total weggeblasen, wie großartig das war und hat dann zu
0:22:49–0:22:55
Dan Simmons wohl irgendetwas gesagt, egal was Sie denken, Sie sind dazu verdonnert zu schreiben.
0:22:55–0:22:58
Sie werden den Rest, es tut mir leid, dass ich Ihnen das jetzt sagen muss,
0:22:58–0:23:02
weil Sie werden mich vielleicht dafür hassen, aber Sie müssen den Rest Ihres Lebens schreiben.
Florian Clauß
0:23:03–0:23:05
So ein Entdeckermythos.
Micz Flor
0:23:05–0:23:09
Ja, genau. Und den greift Dan Simmons von der anderen Seite auch noch auf Und
0:23:09–0:23:16
in einem späteren Vorwort, glaube ich, sogar für die, also Harlan Ellison ist 2018 gestorben.
0:23:16–0:23:20
Ich glaube, in dem Vorwort zu dem einen Kurzgeschichtenbuch,
0:23:20–0:23:24
da schreibt Harlan Ellison über sich selbst auch.
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2002 war das oder so. Und dann sagt er, ja, inzwischen ist mir klar geworden,
0:23:30–0:23:31
dass ich vergessen werde.
0:23:32–0:23:37
Also man wird mich vergessen. Und das Größte, was ich vielleicht geleistet habe
0:23:37–0:23:40
in meinem Leben, ist, Dan Simmons zu entdecken.
0:23:40–0:23:47
Also dass er dann so der Stepping Stone war für jemanden, der nicht vergessen werden wird.
0:23:47–0:23:50
Und das glaube ich aber nicht. Ich glaube, Dan Simmons wird auch vergessen werden,
0:23:50–0:23:52
weil es ist einfach nicht...
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Ich finde es großartig und ich bekenne mich jetzt dazu. Ich finde vieles auch
0:24:01–0:24:04
schlecht, das werde ich dann auch als solches beschreiben. aber,
0:24:06–0:24:09
Es wird nicht bleiben. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen.
Florian Clauß
0:24:09–0:24:15
Echt? Aber du hast ihn jetzt gerade so aufgebaut, um selber einzuleiten,
0:24:15–0:24:16
dass du ihn vergessen wirst.
0:24:17–0:24:20
Oder dass du ihn fürs Vergessen verdammst.
Micz Flor
0:24:20–0:24:25
Nee, es ist so ein bisschen vielleicht, wie du hast ihn erwähnt, Jeff Noon.
0:24:25–0:24:28
Also wo man auch dachte, als man es gelesen hat, wow, da hat jemand wirklich
0:24:28–0:24:31
das ganze Genre neu erfunden.
0:24:31–0:24:33
Das kann ja wohl nicht wahr sein. Es ist großartig. Das ist wirklich,
0:24:34–0:24:38
wenn man Jeff Noon liest, dann hat man auch so, man sieht die Farben der 90er Jahre.
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Irgendwelche Philipp Boer Cover mit überzeichneten, nicht Neon,
0:24:44–0:24:47
aber du weißt, was ich meine. Es ist alles so farblich.
Florian Clauß
0:24:47–0:24:52
Biologisch. Ja, ich meine, aber vielleicht, weil auch Jeff Noon irgendwie sehr
0:24:52–0:24:54
stark in dieser Zeit drin hängt, oder?
Micz Flor
0:24:54–0:24:55
Jaja, auf jeden Fall.
Florian Clauß
0:24:55–0:25:02
Aber ich meine, ich würde jetzt, denn Sim, der ist schon durch seine mythologisch
0:25:02–0:25:04
motivierten Themen und auch, also das,
0:25:04–0:25:11
das ist ja schon so ein bisschen zeitlos, was er dann beschreibt.
0:25:12–0:25:17
Jeff Noon ist ja immer, ja, obwohl Pollen ist schon, aber es ist auch diese,
0:25:18–0:25:23
ja, es ist diese Übergangsphase von die Welt und das Internet,
0:25:23–0:25:27
was dann in dieser Übergangsphase sich dann halt so Jeff Noon...
Micz Flor
0:25:27–0:25:31
Ja, Jeff Noon ist halt irgendwie dann wirklich das Speculative Fiction in dem
0:25:31–0:25:35
Sinne, dass man das Gefühl hat, es geht wirklich ganz wenig nur um Technik und um vieles andere.
0:25:35–0:25:39
Aber bei Dan Simmons denke ich, wie gesagt,
0:25:39–0:25:42
ähnlich ich würde jetzt nun finde ich ganz großartig irgendwie kann ich mich
0:25:42–0:25:49
da total mit vielem verbinden bei jeff nun mit dem letzten im eigenverlag erschienen
0:25:49–0:25:53
glaube ich auch nur das ebook sind niederlande groove ist das glaube ich,
0:25:53–0:25:57
das habe ich glaube ich nicht mehr fertig lesen können aber die anderen sachen
0:25:57–0:26:01
kann ich jederzeit immer wieder lesen und bei den simmons gibt es eben auch
0:26:01–0:26:06
ein paar bücher hyperion gehört dazu und das ist nicht,
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Das war ja mein erstes von 89 und es ist aber dann gleichzeitig nicht von ungefähr,
0:26:12–0:26:13
dass es eine Serie wurde.
0:26:13–0:26:18
Und ich habe dann mich so auf das zweite gefreut und ich weiß gar nicht mehr,
0:26:18–0:26:21
ob es drei oder vier gab, aber es wurde einfach immer platter.
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Ich konnte das dann nicht lesen. Das war ganz komisch. Das zweite Buch habe ich mich durchgequält.
0:26:26–0:26:29
Und dann, ich weiß auf alle Fälle, dass es noch irgendwie ein drittes gab.
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Das hat mich einfach nur noch gelangweilt. Und da musste ich so ein bisschen an Arthur C.
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Clarke's 2001, 2010. 10 und was ist das dritte?
0:26:37–0:26:43
20 2200. Es gibt ja so mehrere Arthur C. Clarke Bücher und die sind einfach
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auch, die werden immer langweiliger.
Florian Clauß
0:26:46–0:26:49
Es ist wahrscheinlich auch irgendwie wie mit alternen Schauspielern,
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die mal so in Enterprise aufgetaucht sind und dann immer noch so auf der Comic
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Con dann so ein bisschen Gage bekommen.
Micz Flor
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Ja, aber bei Dan Simmons kommt ja dann immer wieder was Neues.
0:27:01–0:27:09
Es ist so, dass das Song of Kali das erste war 85, Hyperion war 1989 und dann
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was ich heute vorstelle auf alle Fälle ist Drude,
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also Song of Kali und Drude vielleicht machen wir die beiden zwei Bücher,
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Song of Kali ist.
Florian Clauß
0:27:20–0:27:21
Relativ kurz Song.
Micz Flor
0:27:21–0:27:26
Of Kali ist relativ kurz und ich glaube es wird dir super gefallen es ist auch
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eher im Horror Genre irgendwie angesiedelt 85,
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und hat 1986 den World Fantasy Award auch gewonnen das war sein erstes Buch,
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vorher nur Kurzgeschichten,
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und es ist halt auch schon wieder, wie soll ich sagen, es ist wirklich so, was,
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ich an Dan Simmons auch mag, also die Sprache und der schafft einfach so Bilder
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also Bilder, die dann auch bleiben die genauso sind wie das,
0:27:54–0:27:58
was du gerade vorhin getan hast so ein Dan Simmons Bild zu sagen, während dieser.
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Dieser Android-Roboter, was auch immer, Moravec, mit einer riesen Tintenfisch-Tentakel
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kämpft, reflektiert da irgendwelche Sonette von Shakespeare.
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Das ist halt so ein Bild, es gibt so ganz viele solche Dinge,
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wo ich dann immer wieder auch so reinkommen kann.
0:28:18–0:28:23
Bei Song of Kali beginnt in Amerika,
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in den späten 70er Jahren, und ein Literaturwissenschaftler,
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Kritiker, keine Ahnung,
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der wird einfach von seinem Verleger oder Herausgeber angesprochen und wird
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gebeten, ob er nicht Interesse hätte, er ist frisch verheiratet,
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wir haben auch gerade ein kleines Kind bekommen,
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das wäre jetzt mal eine Zeit, dass er ein bisschen Urlaub macht und er könnte
0:28:46–0:28:48
doch mal nach Indien fahren, das wäre doch toll, Indien.
0:28:49–0:28:53
Und das ist jetzt, in den 80er Jahren war Indien dann nicht mehr das,
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was es irgendwie in den 70er Jahren war.
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Oder in den 60er Jahren, wo man da wirklich zu erleuchten ging.
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Da war es schon ein bisschen...
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80er Jahre war schon irgendwie eine andere Zeit. Aber Amerika wird ja angeregt, da hinzugehen.
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Und es sei nämlich dort ein Manuskript aufgetaucht von einem eigentlich schon
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verstorbenen Dichter, also Poet.
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Und er soll, der hieß M. Das, also M.
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Das, mehr wissen wir darüber nicht. Aber er soll doch mal jetzt recherchieren,
0:29:32–0:29:33
wo das jetzt auf einmal herkommt.
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Das fühlt sich irgendwie wohl echt an oder was das ist oder so.
0:29:36–0:29:41
Das heißt, denk dann gut vielleicht Familie, ich mache so eine Reise,
0:29:41–0:29:43
ich fahre nach Indien, ich gucke mir das irgendwie an.
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Und es ist dann so ein bisschen wie, du kennst den Film, wenn die Gondeln Trauer
0:29:50–0:29:52
tragen, diesen Horrorfilm, der in Venedig spielt.
Florian Clauß
0:29:52–0:29:54
Ja, den hatten wir auch schon mal erwähnt.
Micz Flor
0:29:54–0:29:56
Haben wir auch schon mal erwähnt. Und da ist es ja auch so, dass man irgendwie
0:29:56–0:30:02
merkt, dieses in Venedig sein, da entgleitet dir deine eigene Geschichte.
0:30:02–0:30:05
Also du kannst nicht mehr deine eigene Geschichte bestimmen,
0:30:05–0:30:08
sondern das entgleitet dir. Und das passiert in gewisser Weise dann auch.
Florian Clauß
0:30:09–0:30:12
Aber wieso würdest du das jetzt auf Venedig dann so?
0:30:12–0:30:18
Weil die, gibt es da so diese historische Disposition oder ist das wegen der...
Micz Flor
0:30:18–0:30:21
Ne, der ist jetzt ja in Indien. Ich wollte nur so ein schnelles Bild reinwerfen.
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Der fliegt ja nach Indien mit seiner Familie. Aber dieses Gefühl,
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dass mit diesen ganzen Kanälen und den Brücken, dass man, wir haben ja über
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Räumlichkeit hier so Podcasts und sowas, aber dass man... dass man da,
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gezwungen ist, zum Beispiel in Venedig auch, durch diese kleinen Brückchen und
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Gondeln und sowas, dass man einfach sich nicht so bewegen kann,
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wie man es gewohnt ist. Leider verliert man so Zugriff.
Florian Clauß
0:30:45–0:30:49
Ja, also ein bisschen wie bei Naked Lunch. Ich weiß gar nicht, wo das da spielt.
Micz Flor
0:30:50–0:30:52
Ja, das weiß ich gar nicht.
Florian Clauß
0:30:52–0:30:53
In New York doch, oder? Aber auch.
Micz Flor
0:30:55–0:30:59
Aber auf jeden Fall passiert dem das in Indien. Der kommt dann da irgendwie
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an und dann wird da so durchgereicht und so und dann gibt es dann irgendwie
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die geschichte die ihr dann so hört dass da einer von den vorbeischwimmenden
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aufgeblasenen kadavern wurde von zwei leuten in so eine sekte die eigentlich seit dem 18.
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Jahrhundert schon nicht mehr existiert aber dies dann wohl doch jetzt wieder
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gibt die dem kali dem gott kali der zerstörung und des zirkulären der wiederauferstehung,
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machen wir eine kurze Pause, die Tour, dass immer wenn du so stehen bleibst,
0:31:31–0:31:37
dann unterbreche ich meine Story-Arc und folge deinem Blick und sehe, wie kam es denn?
Florian Clauß
0:31:37–0:31:39
Ich finde das so krass, das Gebäude, oder?
Micz Flor
0:31:39–0:31:41
Ja, wollen wir uns mal fotografieren?
Florian Clauß
0:31:41–0:31:43
Ja, also ich finde, also ich, sorry, dass ich dich jetzt unterbreche,
0:31:43–0:31:49
aber diese, diese, diese herrschaftlichen Gebäude, das ist am Lietzensee, das sieht aus wie so ein,
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also ich ist, ich habe gerade die Stockwerke gezählt, das ist ja auch,
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die Taufuhr ist ja viel höher als normal.
Micz Flor
0:31:59–0:32:02
Und oben auch dieses Oval, was da so durchschicht, das hat irgendwie gleich
0:32:02–0:32:04
was von Schloss und von Schiff.
Florian Clauß
0:32:04–0:32:08
Vorhin war das auch so ein Gebäude, als wir da eingestiegen sind zum Dietzensee.
0:32:08–0:32:12
Das war auch so ein bisschen wie diese Villa, wo du mir gezeigt hast,
0:32:12–0:32:16
als wir da auf der Zuse-Tour waren. Da hattest du ja auch...
Micz Flor
0:32:16–0:32:17
Ja.
Florian Clauß
0:32:17–0:32:21
Stimmt. Das ist echt krass. Okay, das ist herrschaftliches Berlin,
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vor weihnachten ist ja.
Micz Flor
0:32:25–0:32:27
Ganz gut dazu dass wenn
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wir jetzt zum beispiel von diesen architektur und
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diesem park und lehrer und nix dann irgendwie so nach indien geschmissen
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werden da sind wir erstmal orientierungslos allein
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schon deshalb weil wir mit dem raum
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nicht so umgehen können wie wir das gewohnt sind auf jeden
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fall gibt es dann diese leute die er trifft und dann bekommst ganz viel backstory
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ist kriegt das auch gar nicht mehr alles so hin das sind so ganz viele bilder
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die aneinander kommen aber auf jeden fall steht dann im raum fährt von leuten
0:32:58–0:33:00
das skript kriegt er gar nicht zu sehen,
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das wird ihm vorenthalten er weiß aber auch gar nicht warum und trifft dann,
0:33:07–0:33:13
jemanden dem eben mitteilt dass es diese sekte die gott oder göttin kali verehrt,
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die es eigentlich seit dem 8. Jahrhundert nach Christus nicht mehr gibt,
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aber die jetzt irgendwie das, man kann es nicht so genau fassen,
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und die haben aber eben eine aufgeblasene Leiche, die da so vorbeigespült wurde,
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dann Kali gebracht und Kali hat diese Leiche dann zum Leben erweckt und das
0:33:35–0:33:38
war dann die Reinkarnation des Dichtes M. Das.
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Und so entstand dann dieses Manuskript. Das war nicht gefunden,
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sondern das ist neu geschrieben worden von einer Reinkarnation in einer aufgeblasenen Leiche.
Florian Clauß
0:33:49–0:33:50
Und.
Micz Flor
0:33:50–0:33:54
Da bist du dann halt irgendwie so drin, wo du denkst, immer noch mit diesem
0:33:54–0:33:56
amerikanischen Blick, den er mitgebracht hat, so hä?
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Aber er selber recherchiert das dann und dann gibt es eben auch so eine Szene,
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wo er dann in diesem Raum ist, in dem dann nur diese Skulptur von Kali ist.
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Und das ist halt so das Ding bei Dan Simmons, Sachen, die als Bilder irgendwie
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nicht wirklich neu sind. Was ich dir gerade gesagt habe, ist nicht wirklich neu.
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Du kannst dir das gut vorstellen im Horrorfilm. Okay, da ist eine Statue und
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da kommt jemand rein, ist ganz allein, ist halb dunkel, vielleicht noch eine Fackel an der Wand.
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Aber er schafft es in Worten, das Bild so zu verdichten,
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dass es dann unheimlicher wird als alles, was du dem Bild zugetraut hättest
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und das kann man auch nicht wirklich wiedergeben, das muss man dann einfach so lesen und,
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das ist irgendwie Song of Kali.
Florian Clauß
0:34:47–0:34:50
Das war jetzt quasi schon so die Auflösung.
Micz Flor
0:34:50–0:34:57
Es geht dann irgendwie noch weiter ja also es geht dann auch so ein bisschen
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in Anführungszeichen über die Dörfer über die Geschichte, über irgendwelchen
0:35:00–0:35:04
Land und zum Schluss ist es dann aber so. Möchtest du jetzt wirklich den Schluss?
Florian Clauß
0:35:05–0:35:09
Nee, wirklich nicht. Ich finde nur gerade, wir sind hier in so einer,
0:35:11–0:35:15
Wir sind hier so in einer Umgebung, die passt irgendwie ein bisschen zu deiner Horrorgeschichte.
Micz Flor
0:35:15–0:35:16
Ja, irgendwie schon.
Florian Clauß
0:35:16–0:35:18
Das Lustige ist.
Micz Flor
0:35:18–0:35:21
Ich kenne die Umgebung aber auch, wenn Licht ist. Hier ist direkt links neben
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uns einer der besten Kinderspielplätze in Berlin.
Florian Clauß
0:35:25–0:35:25
Echt?
Micz Flor
0:35:25–0:35:27
Wenn ich das jetzt so sage, nehme ich den Horror ein bisschen weg.
Florian Clauß
0:35:28–0:35:32
Okay. Ich habe es nur im Augenwinkel gesehen, aber ich kenne es hier überhaupt nicht.
Micz Flor
0:35:32–0:35:37
Hier wurde gerade neu gebaut und hier ist so eine sehr, sehr schöne bepflanzte
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Passage, die bis hoch zur Straße geht.
Florian Clauß
0:35:40–0:35:42
Horror am Lietzensieg.
Micz Flor
0:35:42–0:35:46
Horror am Lietzensieg. Ja, dann erzähle ich das Ende auch nicht.
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Steht auf Wikipedia aber auch drin.
Florian Clauß
0:35:48–0:35:50
Also wer sich spoilen lassen will, dann auf...
Micz Flor
0:35:50–0:35:54
Das Verrückte an dem Ende ist halt, das ist aus diesem ganzen mystischen,
0:35:54–0:35:58
das läuft auf so einen ganz banalen Ekel-Horror-Moment runter.
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Und irgendwie faltet das diesen ganzen Jahrtausende indische Mythologie umspannten
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Raum halt wieder so so zusammen auf so was ganz Banales, Kriminelles und sowas.
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Und trotzdem, das ist quasi die Passage dann wieder zurück nach Amerika.
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Da wird es wieder zusammengefaltet, dann fliegt er so weg. Und das ist ganz,
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ganz schlimm, ohne es genau zu sagen.
Florian Clauß
0:36:25–0:36:30
Aber wie bei Polanski, wo dann noch der Vampir hinten auf dem Schlitten sitzt.
Micz Flor
0:36:32–0:36:36
Ja, aber der sitzt... Echt? Nein, er sitzt nicht wirklich der Vampir auf dem Schlitten.
Florian Clauß
0:36:36–0:36:37
Aber er ist dann infiziert.
Micz Flor
0:36:37–0:36:42
Alles Geschehene ist halt irgendwie doch dann so verdichtet in dieses letzte Bild.
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Also es ist halt eben so ein Horrorbuch und Horrorbuch ist jetzt nicht so richtig
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mein Genre, aber es hat mich einfach nur interessiert und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.
Florian Clauß
0:36:54–0:37:00
Okay, ja. Aber merkt man die Zeit dann in dem Buch, also die 80er Jahre?
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Also es ist so ein bisschen wie Friedhof der Kuscheltiere, da merkst du es ja auch so irgendwie.
Micz Flor
0:37:04–0:37:09
Ja, du merkst es schon, also eben allein schon diese Idee, dass jetzt jemand hinfliegen muss.
0:37:09–0:37:12
Ja, es ist so ein bisschen wie wenn man jetzt neue Horrorfilme,
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wo die Leute dann halt irgendwie,
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bei was war das nochmal, Drag Me To Hell, wo auf einmal das Handy,
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der Akku ausgeht und so kurz die Hexe auf dem Handy zu sehen ist,
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weil man muss schnell herstellen, dass es keine Handys gibt,
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weil dann funktioniert Horror besser. besser.
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Und ähnlich ist es da so, die sitzen halt, du siehst halt innerlich in Amerika
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so ein Schreibmaschinenbüro, wo die Literaturleute rumsitzen und die dann halt
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über Zeitungen Literatur und einer wird halt weggeschickt, um sich das mal so.
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Aber du hast schon so ein Gefühl davon, dass es aus einer Zeit ist,
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in der man nicht überall verbunden ist, in der man auch mal total abgehängt sein kann.
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Das finde ich schon spürbar.
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Das fand ich ganz toll. Und dann gibt es aber jetzt Und Stephen King findet
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Dan Simmons ja auch ganz toll.
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Aber ich möchte jetzt ganz kurz noch einen kurzen Abstecher machen.
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Für mich völlig unlesbar war. Interessanterweise aber, wenn du so Reviews liest
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von so Fantasy-Horror-Sachen, ist dieses Buch, das heißt Summer of Night von 1991.
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Summer of? Summer of Night. Und das ist eigentlich der Versuch von,
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also ich habe das so gesehen, der Versuch von Dan Simmons,
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auf Stephen Kings Horror-Erfolg aufzusatteln und ein Buch zu schreiben,
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was sofort verfilmt wird. Das ist im Prinzip wie Ace.
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Das sind so kleine Kinder in einer kleinen Stadt in Amerika.
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Und hinter ganz vielen Respektpersonen in dieser Stadt zeigt sich auf einmal
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der ganze Horror von Dämonen und sowas.
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Und dann kommt es halt zu so Begegnungen, wo dann auf einmal
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irgendwie ein Lehrer oder ein tank
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war das dann auf einmal sich umdreht und dann den
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mund aufmacht und dann den und dann so ein riesen
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maul aber es ist diese klassischen bilder die man 80er 90er
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jahren film auch kennt und das ist so schlecht ich kann es ich konnte das nicht
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lesen ich habe es dann zweites mal versuchte aber wenn alle es so gut finden
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was habe ich nicht gesehen aber es funktioniert einfach nicht scheinbar ist
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in amerika dann noch mal eine andere form von halloween horror oder so Also, ja,
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und Stephen King, kann man sowas, finde ich, dann auch lesen.
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Aber ich wollte jetzt gleich nur mal das Pendel dagegen schwingen lassen und
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sagen, ich mag nicht alles.
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Und gerade nach diesem Horrorsong auf Kali, dann das andere wirkt dann eben wie so ein Chet G.P.T.
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Horrorskript. Was dann irgendwie aus irgendwelchen Filmen sich was zusammenmanscht.
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Total schade eigentlich.
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Also es ist nicht alles Gold, was der so schreibt.
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Und was ich, da hatte ich mit Chris, also mit dem du ja auch immer Podcasts machst.
Florian Clauß
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Meinem Bruder.
Micz Flor
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Mit dem habe ich mal irgendwie so drüber gesprochen und dem hatte ich dann das
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Buch, also es gibt drei, vielleicht vier Bücher, die ich wirklich gut finde
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und die werde ich alle irgendwann besprechen und das eine ist jetzt halt, das heißt Druid.
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Hatten wir da auch drüber geschrieben? Warst du da in der Gruppe mit drin?
Florian Clauß
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Drude. Ich heißt nur andere Gruppen.
Micz Flor
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Ja, entweder habe ich es Chris direkt geschrieben oder mit dir in der Gruppe.
Florian Clauß
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Warte mal ganz kurz, ich werde wieder abgelenkt hier. Das sind diese Baulückenerschließungen.
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Das sieht auch aus wie so...
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Also das ist auch...
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Wie so ein...
Micz Flor
0:40:46–0:40:46
Gruselig.
Florian Clauß
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Nee, aber irgendwie...
Micz Flor
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Das sieht aus wie Eyes Wide Shut. Da könnte jetzt Tom Cruise reinlaufen,
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wenn man jetzt diesen LED-Rudolph weglässt.
Florian Clauß
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Ich meine, das Interessante ist, du hast halt wirklich so Luxuswohnungen mit
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irgendwie keinem Vorhängen.
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Und dann gibt es in dieser Luxuswohnung, wo gerade jetzt irgendein Film läuft,
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daneben so ein LED von AliExpress, wo du auf dem Tisch stehst.
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Was ist das überhaupt so? Was für ein Stilbruch.
Micz Flor
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Also gut also ich finde es jetzt das linke auch nicht so hübsch diese led band
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im stück drin ist schon auch.
Florian Clauß
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Die schattenleiste aber.
Micz Flor
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Schmerzlich es sieht auf jeden fall sehr reich aus.
Florian Clauß
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Sehr reich so So wie wir?
Micz Flor
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Reicht's? Reicht's. Es reicht.
Florian Clauß
0:41:49–0:41:50
Wie reicht's?
Micz Flor
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Also das Drude, Drude ist, möchte ich sagen, so ein historischer Horror vielleicht.
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Auch ein langes Buch, ich weiß nicht, wie viele Seiten.
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Er heißt im Deutschen auch Drude. Ist, was habe ich gesagt, 2009,
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glaube ich, erschienen.
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Und im Englischen, ich weiß nicht, wann es im Deutschen rauskam.
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Und beginnt im Jahr 1865 und Erzähler ist ein gewisser Wilkie Collins,
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der, wie sich dann herausstellt, zur damaligen Zeit ein sehr berühmter Schriftsteller
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war und der zusammen mit Charles Dickens auch schreibt.
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Und eigentlich geht es um Charles Dickens. Und Wilkie Collins als Erzähler,
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ich habe das irgendwo nochmal gelesen, das ist ein...
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Ein unglaubwürdiger Erzähler, ein nicht vertrauenswürdiger Erzähler.
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Da gibt es wohl so einen Begriff, ich weiß nicht, hast du das mal gehört?
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Ich hatte das vorher nie gehört, aber man kann dem einfach nicht so richtig glauben.
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Erstens, weil er halt Charles Dickens irgendwie hasst, obwohl er ihn irgendwie
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auch verehrt und irgendwie auch von ihm abhängig ist.
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Und aber zur damaligen Zeit, wenn man Wikipedia-Einträgen glauben darf,
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sogar in bestimmten punkten nicht der bekanntere aber der erfolgreichere,
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schriftsteller war oder theater plays geschrieben
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hat und das zweite
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was ihnen halt nicht vertrauenswürdig macht ist dass er im prinzip eine opium
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abhängigkeit hat da gab es wohl damals so ein schmerzmittel laudanum oder das
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war so ein tinktur eine mischung von irgendwas was er wie fanta trinkt obwohl
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obwohl man da nur so einen Fingerhut pro Tag nehmen sollte.
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Und er dann auch, also seine Erzählung, und weil der Erzähler ist und weil er
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selber aber auch dann immer wieder so Sachen rausrückt, über die er nicht gerne spricht.
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Zum Beispiel erfährst du relativ spät und auch so fast, als ob er sich verplappert
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hat, dass er, dass in seinem Haus, wo er ist, da gibt es noch eine Kopie von ihm.
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Und manchmal begegnet der Kopie auch meistens nachts. Dann sitzt er meistens,
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wenn er schreiben will, einfach und guckt ihn an, sitzt dann in so einem Stuhl drin und schaut ihn an.
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Und ganz schlimm ist es, wenn er da ins Bett geht und er nicht weiß,
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ob die Kopie von ihm jetzt vielleicht doch noch weiterschreibt.
Florian Clauß
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Das klingt immer noch so ein Absinndrausch.
Micz Flor
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Ja, genau. Und das ist halt das Tolle daran, diese Erzählung von diesem Typen,
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der dann immer in dem Haus,
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in dem er wohnt, weil er halt eben reich ist, weil er auch sehr erfolgreich
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war damals, hat er dann auch so ein Haus,
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in dem es geheime Gänge gibt für die Bediensteten, die dann aus solchen Tapetentüren
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heraustreten, um dir da einen Tee zu bringen und dann eben in diese Parallelwelt mit Treppen so,
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wo man direkt in die Küche kommt, wieder sich zurückziehen.
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Und in diesem Haus, in diesen Gängen wohnt eben auch so eine Frau mit grünen Zähnen.
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Über die redet er auch nicht so gern. Das macht ihm schon Angst.
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Das heißt, der Erzähler in dem Buch ist halt so rauschhaft, da kannst du ihm nicht alles glauben.
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Er findet die Person, über die er erzählt, total blöd, also Charles Dickens.
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Und hat aber selber auch noch so ein paar Dinge, die uns sowieso schon Glauben
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machen, dass er nicht immer die Wahrheit sieht.
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Charles Dickens. Es gibt dann immer, es gibt wirklich ganz viel,
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also es gibt Charles Dickens' Biografie und es gibt auch ein nicht vollendetes
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Werk von ihm, das heißt Drood.
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Ich habe den genauen Namen, es heißt nicht Drood, es ist The Life of Edward
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Drood, oder sowas in der Art.
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Das wurde nicht fertig geschrieben, das hat jemand anders dann später fertiggestellt.
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Das geht darum, dass Charles Dickens,
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1865 in einem Zugunglück in Staplehurst war er anwesend.
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Er hatte damals eine Geliebte, das musste geheim gehalten werden Und er war
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mit seiner Geliebten und deren Mutter in diesem Zug in der ersten Klasse.
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Und dann war eine Brücke nicht fertig gebaut und es gab aber keine Warnung.
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Und dann ist dieser Zug. Und das war wohl wirklich so. Das gab es wirklich.
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Und da war wohl wirklich, müsste ich jetzt selber mich sonst nochmal rauseditieren,
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aber dass Dickens da mit drin war.
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Und dann gibt es eben diesen Crash.
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Und Dickens, der auch von sich, und das schreibt halt Wilkie Collins,
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schreibt das immer, dass der halt so von sich so eingenommen ist,
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dass er sowieso alles kann, alles weiß und dann geht er halt sofort los mit
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seinem Zylinder, holt er Wasser und will die Verwundeten irgendwie dann versorgen.
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Und dann kommt eine Person, die nennt sich Drude, die hat so einen langen Umhang,
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man kann das Gesicht nicht so richtig sehen und.
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Der geht auch dann immer zu diesen fast Toten. Teilweise sind die Leute in der
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Mitte durchgetrennt und so.
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Und immer wenn Jude da war und dann weggeht, dann sind die tot.
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Und Charles Dickens hat dann irgendwann so ein bisschen dieses Gefühl,
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der saugt denen so die Seele aus.
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Wo kommt der denn auf einmal her? Und dann war der auch nicht auf der Passagierliste.
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Und dann stellt sich dann irgendwann später im Buch heraus, dass der mit einem
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Sarg aus Frankreich nach England geschmuggelt wurde oder ist das wirklich wahr
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oder wir wissen es nicht genau.
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Aber Charles Dickens sucht Drude, möchte diesen Drude treffen und Wilkie Collins
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und Charles, Wilkie Collins wird dann oft auch von Charles Dickens missbraucht
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als Alibi, wenn er seine Geliebte sehen will.
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Wilkie Collins macht sich darüber gleichzeitig lustig, ist aber auch wütend,
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wie einmal sein Freund Charles Dickens halt diese tolle Idee hatte,
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dass sie ein Stück schreiben über zwei Junggesellen auf der Wanderschaft, so wie wir jetzt gerade,
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und sich dann später herausstellt, dass er dann bis nach Nordengland gefahren
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ist ins Nichts und auf so einen Berg gekrabbelt ist, bloß damit Charles Dickens
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ein Cover hat, um seine Geliebte zu treffen.
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Der musste dann halt irgendwie im Hotel rumsitzen, während er sich vergnügt
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hat. Also, Wilkie Collins ist da auch ein bisschen angefressen immer.
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Diese Diese Geschichte von Drood ist so ein bisschen wie das ich bei Song of
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Kali auch gesagt habe, es gibt einfach so bestimmte Bilder.
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Die finde ich, da tauche ich auch immer wieder einfach so gerne ein.
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Und auch dieser Blick, den der Erzähler Wilkie Collins darauf hat,
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ist halt schon irgendwie total spannend.
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Also auf der Suche nach Drood nimmt Charles Dickens auch mit der Polizei Kontakt
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auf und er ist ja sowieso der absolute Star und hat dann auch überall Kontakte.
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Und mit der Polizei, dann gibt es halt so einen zwei Meter großen stämmigen
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Typ, der halt denen dann zur Seite gestellt wird, um die nachts dann durch die
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Slums von London zu führen.
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Wird dann auch so ein bisschen erzählt, wie das da riecht in London,
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wenn halt alle irgendwie die ganze Scheiße und alle Abfälle und aber auch Leichen
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einfach in die Temse geschmissen werden und so.
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Und der, ich habe den Namen jetzt vergessen, aber dieser Polizist bringt dann
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Charles Dickens und Wilkie Collins über so ein Kirchhof,
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auf dem auch ganz viele, also die Leichen einfach nur noch so verdeckt werden mit Erde.
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Das sind so Berge von verwiesenen Leichen, da ist immer Erde drauf,
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aber man weiß, da liegen schon vier Layer übereinander.
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Und in dieser Kirche gibt es einen Eingang in die Unterwelt unter London.
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Und der Polizist kann nicht mitkommen, weil die ein Abkommen haben mit der Unterwelt,
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dass die Polizisten nicht runtergehen und die kommen nicht von unten nach oben.
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Und der gibt dann Wilkie Collins noch so sein Colt.
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Und dann steigen die beiden da halt runter und kommen als erstes dann so ein
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Opium-Den, wo alles so schon so halbtot an den Opium-Pfeifen schmauchen.
Florian Clauß
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Das heißt, die steigen dann in die Unterwelt.
Micz Flor
0:50:22–0:50:23
Die steigen in die Unterwelt.
Florian Clauß
0:50:23–0:50:26
Aber dann ist es ja echt wie Pollen. Da gibt es ja auch dann,
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wo die dann in die Unterwelt steigen.
Micz Flor
0:50:28–0:50:30
Ja, vielleicht hätte sich das auch von Pollen geschnappt.
Florian Clauß
0:50:32–0:50:32
Oder umgekehrt.
Micz Flor
0:50:33–0:50:33
Ja, 2009.
Florian Clauß
0:50:34–0:50:38
Ach so, ja. Ja, aber wo die auch dann an den Hades kommen.
Micz Flor
0:50:39–0:50:42
Es hat schon so Sachen, ich meine, klar, also das sind ja bei,
0:50:42–0:50:45
hast du ja schon gesagt, bei Dan Simmons, der war ja auch, bevor er geschrieben
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hat, hat er unterrichtet und hat halt auch eben die ganzen Shakespeare-Sachen
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und sowas gelesen, hat das Intus, die ganze Mythologie.
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Das Ilium ist eben an Homer orientiert, dann hat er diese erste,
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was ich gelesen hatte, Hyperion, was irgendwie an den Canterbury Tales orientiert
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ist, was so eine Sammlung von Kurzgeschichten bei Leuten auf der Reise ist,
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die aber alle irgendwie ein bisschen wie in einem Hyperfiction,
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also alles spielt Informationen in die Geschichte ein, die passiert,
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während wir andere Geschichten hören. Ja.
Florian Clauß
0:51:21–0:51:25
Illium ist ja dann auch quasi so gegen das Zeitreisen-Paradox,
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wo er die ganze Zeit immer das so zusammenhalten muss, den Trojanischen Krieg oder irgendetwas.
0:51:32–0:51:36
Und dann gibt es immer diese Varianten, wo es halt genau so nach Skript ablaufen
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muss, damit Homer dann halt irgendwie so erfüllt ist und die Götter dann halt alle beruhigt sind.
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Und er die ganze Zeit dagegen wettet und kann so immer mehr. Ja.
Micz Flor
0:51:46–0:51:49
Darüber mache ich auf alle Fälle noch eine eigene Folge, weil das,
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aber da brauche ich dann so ein bisschen deinen Input, weil ich merke gerade
0:51:52–0:51:56
bei Jude, ohne deinen Input verlaufe ich mich dann irgendwie in so einer immer
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stiller, stiller Welt. Ja, ich finde es echt eine Weihnachtsgeschichte.
Florian Clauß
0:51:58–0:52:03
Also teils Dicken als historische Figur da mit reinzubringen.
Micz Flor
0:52:03–0:52:07
Ja, die gehen in diese Unterwelt und da sind dann Boote und dann kommen die
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ja und dann schießt auch Wilkie Collins und das ist alles irgendwie so ein bisschen,
0:52:15–0:52:20
Es ist packend so und zum Schluss ist es da unten so, da ist Wilkie Collins
0:52:20–0:52:26
dann auch total enttäuscht von Charles Dickens, weil dann kommt auf einmal so
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ein Boot mit zwei sehr androgynen Fahrenden.
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Das hat dann so ein bisschen ein hartes Ding.
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Und die laden Charles Dickens ein, mitzukommen, um Drew zu treffen.
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Aber Wilkie Collins darf nicht mitkommen. Und dann sagt Wilkie Collins,
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darauf lassen wir uns nicht ein. Nein, wir gehen jetzt, komm,
0:52:41–0:52:41
wir gehen jetzt wieder nach Hause.
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Und Charles Dick sagt, nein, ich fahre, warte du hier.
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Ja, und so Sachen. Aber auf jeden Fall ist es auf der einen Seite eben diese
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Bilder, ich finde die wirklich sehr packend.
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Und auf der anderen Seite ist es aber so, dass wirklich so historische Fakten
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dann nochmal neu erzählt werden.
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Zum Beispiel, was ich gar nicht wusste, Charles Dickens hat in gewisser Weise
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ein eigenes Genre erfunden.
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Er hat sich damals der ganz neuen Technologie des Gaslichts bedient und hat Touren gemacht,
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in denen er seine Charaktere, so Ausschnitte, wie so Stand-Up-mäßig alleine vorgetragen hat.
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Der war auch Schauspieler, also hat auch geschauspielt manchmal und hat aber
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dann eben vor den Bühnen in ganz England,
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nach Nordengland ist dann so rumgefahren, hat damit wohl auch richtig Geld verdient
0:53:38–0:53:40
und hatte dann eine Situation,
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in der die Leute im Theater auf ihn warteten und dann änderte sich das Licht
0:53:46–0:53:50
und hinter ihm war so eine Farbe und dann gingen die Gaslichter an,
0:53:50–0:53:55
dann stand da nur so ein Tisch und dann lief er dahin und begann halt aus diesen Büchern,
0:53:56–0:54:00
aus diesen Büchern nicht nur vorzulesen, sondern wie es da auch beschrieben
0:54:00–0:54:02
ist, wirklich zu performen. Und er hat dann...
Florian Clauß
0:54:03–0:54:05
Also so eine Event-Vorlesung.
Micz Flor
0:54:05–0:54:10
Ja, und er hat das dann immer wieder gleich verknüpft, weil da gibt es ja diesen
0:54:10–0:54:14
Magnetismus von Mesmer, Mesmerisierung, Mesmerize, also dass man damals,
0:54:15–0:54:21
bevor man über Hypnose sprach, so hatte Mesmer mit magnetisiertem Wasser Menschen
0:54:21–0:54:24
in so einer Art Trance-Zustand verbringen können und,
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Und Charles Dickens selber beherrscht die Technik des Mesmerisierens und das
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macht er dann mit dem ganzen Publikum und so.
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Und bei einer Folge ist dann auch irgendwo ein Northam Birmingham oder so ein Wilkie,
0:54:39–0:54:44
auch dabei, der inzwischen von der Polizei auch so halb angeheuert wurde,
0:54:44–0:54:49
um Charles Dickens auszuspionieren, ob er wirklich Drood getroffen hat.
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Diesen Drood, von dem Wilkie gar nicht glaubt, dass es ihn gibt,
0:54:52–0:54:55
aber die Polizei glaubt auch, dass es ihn gibt. Das bleibt auch irgendwie unklar.
0:54:56–0:55:06
Aber dann ist halt Wilkie eben in diesem Theater und nickt dann irgendwie so ein bisschen weg.
0:55:08–0:55:12
Als er dann aufwacht, dann sieht er, dass auf einmal alle drumherum schlafen.
0:55:13–0:55:16
Und alle sind aber mit so einer Schnur nach oben verbunden. Und ganz oben sitzt
0:55:16–0:55:19
Drew, bei dem alle Schnüre zusammenkommen.
0:55:19–0:55:21
Und er hat auch so eine Schnur und so was. Und dann reißt er sich los.
Florian Clauß
0:55:22–0:55:24
Das klingt aber auch echt wie so ein Manga-Anime.
Micz Flor
0:55:24–0:55:28
Ja, so ganz. Und dann ist halt auch wieder, ist das jetzt wahr oder nicht wahr.
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Und eine Sache, die Ricky Collins dann auch buchstäblich fast zum Wahnsinn treibt,
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ist, dass irgendwann wird er von den Schergen von Drood gefasst.
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Droods Geschichte ist dann wohl die eines Menschen, der eigentlich ursprünglich
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aus Indien kommt, aus einem reichen Haus, aber dann war er weder englisch noch
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indisch und dann war er in London und dann wurde er irgendwie überfallen.
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Da wurde ihm die Nase abgeschnitten und die Ohren abgeschnitten,
0:55:54–0:55:57
er wurde in die Themse geschmissen, er galt schon tot.
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Und dann wurde er aber durch irgendwelche Rituale dann doch gerettet,
0:56:01–0:56:02
entweder geheilt oder wiederbelebt.
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Also dann gibt es auch so ein drumherum, so ein bisschen wie bei Song of Kali auch.
0:56:10–0:56:16
Der kann halt diese alte Magie. Und Dickens möchte sich auch mit Drude austauschen,
0:56:16–0:56:18
wegen der Mesmerisierung und so.
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Also das ist halt alles sehr miteinander verflochten.
0:56:21–0:56:30
Und Wilkie Collins bekommt dann einen Scarabeus Käfer.
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Kennst du diese schwarzen Mistkäfer eigentlich?
0:56:34–0:56:40
Die ja auch heilig sind in manchen Kulturen, der wird ihm durch den Mund geschoben
0:56:40–0:56:45
und der krabbelt dann hinten durch den Rachen von hinten in sein Gehirn.
Florian Clauß
0:56:45–0:56:46
Und.
Micz Flor
0:56:46–0:56:50
Er sitzt dann oben auf seinem Gehirn. Und er weiß dann nicht genau,
0:56:50–0:56:53
ob die jetzt alle mithören können bei Drood oder nicht.
0:56:53–0:56:57
Und manchmal spürt er dann halt, wie der Käfer sich in seinem Hirn bewegt und
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am Schädel kratzt und so Sachen.
Florian Clauß
0:57:00–0:57:02
Was liest du denn da?
Micz Flor
0:57:02–0:57:03
Es ist schon...
0:57:05–0:57:08
Es macht irgendwie total Spaß, weil es halt so überzogen ist.
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Und dann geht es auch natürlich dann teilweise eben um Amerika und England in
0:57:15–0:57:17
der Zeit und dieses Thema Copyright,
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dass halt amerikanische Verleger sich über Copyright irgendwie keine Sorgen
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gemacht haben und dann die Autoren und Autore nie gezahlt haben,
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weshalb viele dann versuchen, eigene Verlage in Amerika aufzubauen.
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Und es ist alles da irgendwie so reingepumpt, so unglaublich viel historische
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Faktenlage oder naja plausible fakten wikipedia plausibility sozusagen fand ich total spannend ja.
Florian Clauß
0:57:46–0:57:52
Klingt auf jeden fall wie ich habe das gefühl jetzt gerade eine serie geguckt zu haben.
Micz Flor
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Ja das ist nämlich auch noch so eine sache ben sims wurde nie das ist dann vielleicht
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das letzte ich mache dann noch vielleicht ein ganz kurzes buch das letzte für
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heute denn sims wurde meines wissens nach nie verfilmt.
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Der hat wohl ein Skript mal zu einer kurzen Episode in Twilight Zone geschrieben.
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Müsste ich jetzt aber auch nochmal genau gucken, welche das war.
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Habe ich jetzt gar nicht mehr im Kopf. Habe ich irgendwo auch mal über irgendein
0:58:21–0:58:22
Vorwort von ihm gelesen.
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Und ich weiß jetzt auch nicht mehr. Illium oder Drude.
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Eins sollte verfilmt werden und war wohl auch schon angekauft worden.
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Und was auch angeblich verfilmt wurde, und das hatten wir auch schon,
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da musst du mir jetzt mal helfen,
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Das war, das hieß Terror.
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Und bei Terror, da ging es halt, das ist auch wieder so eine Verwebung von,
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erschienen 2007, Verwebung eben von historischen Fakten.
0:58:56–0:59:02
Und da ging es um das, was du gesagt hast, Sir John Franklins Expedition durch
0:59:02–0:59:04
die Arktik, um die Nordwestpassage zu finden.
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Kannst du dich erinnern, in welcher Episode du darüber gesprochen hast?
Florian Clauß
0:59:07–0:59:09
Ja, das war Fermentieren.
Micz Flor
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Bei Fermentieren, oder? Achso, genau. Ich wollte nur noch sagen,
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dass zum Beispiel Terror, das ist auch so eine Verwebung, wo es dann eben um
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diese Expedition 1845 bis 1848 ging und in der halt Franklin und alle irgendwie krank wurden,
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verhungerten, sich angeblich gegenseitig gefressen haben.
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Das kommt dann irgendwie auch noch nämlich in Drood vor, diese Kannibalisierung.
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Und gleichzeitig ist es aber so, dass er dann noch was dazu geschrieben hat,
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weil die Schiffe hießen halt Erebus und eines hieß HMS Terroir und so heißt auch das Buch.
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Und in diesem Buch, was ich versucht habe zu lesen, hat mich bis jetzt noch
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nicht gepackt, da ist es nämlich so, dass es noch ein Monster gibt, was die verfolgt.
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Das sind ja da so eine lustige erweiterung
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von diesem historischen stoff der schon gruselig genug ist
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ja und dann und wir machen auch ein
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monster was immer so lauert wenn nichts mehr wenn nichts mehr passieren könnte
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dann kann immer noch was passieren so das finde ich auch so ein typischen typischen
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dance mit twist sich so etwas lang zu handeln und noch einen oben drauf zu Also
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Dickens und Groot, Terror und Munster.
Florian Clauß
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Ich erinnere mich, ich habe den Namen vergessen, aber da gibt es so etwas Ähnliches.
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Da gibt es so etwas Ähnliches in Romanen, wo auch solche Sachen,
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da wird glaube ich Freud zusammengemischt mit so einer anderen Geschichte und alles so draufgelegt.
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Ich muss nochmal gucken, vielleicht kriege ich das nochmal zusammen.
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Also so ein bisschen erinnert mich das von der Erzählstruktur so,
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weil es wird mit historischen Personen gespielt,
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aber gleichzeitig in so einer fiktionalen Geschichte verpackt und es kriegt
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so etwas sehr Unterhaltsames.
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Ist.
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Also weil bei historischen Figuren ist ja so, das kann man doch nicht machen,
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der hat doch eine Geschichte, das kann man, kann den doch nicht einfach so nehmen
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und irgendwie in einen anderen Kontext setzen. Das darf man doch nicht.
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Und dann funktioniert das aber sehr gut, weil du lädst dann diese Geschichte
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mit eben den Geschichten, die derjenigen geschrieben hat und so auf und bildst
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damit und hast dann so eine ziemlich,
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stark aufgeladene Figur, die sich gut irgendwie da verarbeiten lässt.
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Das erinnert mich so an der, also es klingt interessant. Ja.
Micz Flor
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Weil man möchte ja auch, man ist ja dann mit der Figur schon verbunden.
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Das ist ja auch das so, dass man dann einfach noch das Gefühl hat,
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ah, jetzt lerne ich noch mehr über die Figur, auch wenn es fiktiv ist.
Florian Clauß
1:01:52–1:01:52
So.
Micz Flor
1:01:52–1:01:58
Dann endet unsere Episode heute. Mitten in der Passage. Ach,
1:01:58–1:02:00
Sparkasse, kann ich noch Geld abheben?
Florian Clauß
1:02:00–1:02:03
Kannst du machen. Also ja, ich mag die Passage hier.
1:02:03–1:02:07
Wir hatten uns vor einem Jahr, knapp einem Jahr, hatten wir uns auch hier getroffen
1:02:07–1:02:12
und auch unser Weihnachtessen nachgeholt. Das war aber im Januar.
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Die Fußgängerzone im Westen, die zum Charlottenburg Bahnhof führt.
1:02:19–1:02:24
Ja, also das war eigentlich Podcast Episode 43.
1:02:25–1:02:30
Alles unter eigentlich-podcast.de zum Nachhören.
Micz Flor
1:02:33–1:02:34
Okay, macht's gut. Also.
Florian Clauß
1:02:34–1:02:36
Macht's gut. Tschüss.

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