"Prepare the horxbrid and wagon, fetch my trunk, dress yourself in the dark blue Firschnian monk robes, and meet me on the lawn in forty-five minutes. We depart this very afternoon" -- Shrue in The Guiding Nose of Ulfänt Banderōz von Dan Simmons 2009

Diese Sommerepisode ist vollgepackt mit Büchern, Spielen, einem Film und zwei Wanderungen. Flo und Micz treffen sich, um Episode 111 (Schnapszahl) aufzunehmen und erwandern sich ganz entspannt die Stimmung, die den Claim „Beim Laufen reden und laufend reden“ begründete: beim Wandern ohne Hintergedanken mal alles raushauen, was einen gerade so beschäftigt. Micz beginnt mit seinem gefährlichen Halbwissen über Quantenphysik und Quantenfeldtheorie um sich zu werfen und Flo hammert die Bälle mit vollem Elan auf die Tribüne. So ist allen geholfen und das Niveau der Sommerfolge abgesteckt. Verlinkt in den Shownotes sind neben den Quantenschmökern „In Search of Schrödinger's Cat“ von John und Mary Gribbin aus dem Jahr 1984 und Adam Beckers „Was ist real? Das ungelöste Problem der Quantenphysik“ von 2018 auch Elizabeth Grosz und „Jacques Lacan. A Feminist Introduction“ aus dem Jahr 1990. Außerdem landet mit Georg Hermanns „Kubinke“ ein älterer Roman auf der Leseliste, diesmal nicht nur als gedrucktes Buch, sondern auch als Hörfassung: Peter Schiff liest „Kubinke“ für ARD Sounds. Micz kramt immer noch einen Dan Simmons aus. Diesmal „The Guiding Nose of Ulfant Banderoz“ aus dem Jahr 2012. Brett- und Kartenspiele sind „Quarto!“ für zwei Personen, Zank-Patience, „Cabo“, dessen Regeln im verlinkten Erklärvideo anzuschauen sind. Und schließlich „Durak“, ein traditionelles russisches Kartenspiel, auf Deutsch „Dummkopf“. Der Film: „Evil Does Not Exist“ von Ryusuke Hamaguchi aus dem Jahr 2023. Und weil diese Folge nicht nur geredet, sondern auch erlaufen wurde: die Hochrieshütte auf 1569 Metern und der Meraner Höhenweg verlinkt. Let the sun shine on me (and you and you and you).

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:06
Man bewegt ja bestimmte Körperpartien, die man sonst nicht im Alltag bewegt.
0:00:07–0:00:11
Also nicht in Berlin, hier gibt es keine Steigung. Man kriegt dann halt an komischen
0:00:11–0:00:14
Stellen Muskelkater, wie zum Beispiel ein Schienenbein.
0:00:22–0:00:25
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast.
0:00:26–0:00:29
Der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:30–0:00:36
Diesmal wieder in Kreuzberg, unserem Kiez, wo wir ganz oft durch und drüber
0:00:36–0:00:37
und nebenher gelaufen sind.
0:00:40–0:00:47
Und heute haben wir, naja, diese Episode hat eine Besonderheit, nämlich mit...
Micz Flor
0:00:48–0:00:54
Es ist die Schnapszahl. Und wie die Primzahlen ist es die letzte Schnapszahl.
0:00:54–0:00:58
Die Abstände werden jetzt nicht immer höher, aber die nächste Schnapszahl nach der 111...
0:00:59–0:01:02
ist 111 Folgen von dieser entfernt.
Florian Clauß
0:01:02–0:01:05
111, sind das immer 111, bis wir dann in die Tausender-Folgen gehen?
Micz Flor
0:01:06–0:01:07
Genau, und dann wird es noch schwieriger.
Florian Clauß
0:01:07–0:01:11
Immer 111. Wir haben noch ein paar Schnapszahlen vor uns.
0:01:13–0:01:18
Ein paar Dekaden-Podcasts mit Schnapszahlen. Die Unendlichkeit.
Micz Flor
0:01:19–0:01:24
Sozusagen die Voyager-Zone. Wir haben jetzt die Schnapszahlen verlassen und
0:01:24–0:01:29
sind jetzt so hinten raus und haben jetzt wirklich 100, nach dieser Folge 111 Folgen Schnaps zahlt.
Florian Clauß
0:01:30–0:01:33
Ja, und ihr merkt schon, wir haben auch diesmal kein Thema.
Micz Flor
0:01:33–0:01:36
Also auch diesmal kein Thema? Das letzte Mal hatten wir ein Thema.
Florian Clauß
0:01:36–0:01:42
Ja, aber manchmal, nein, das war vielleicht jetzt keine geschickte Überleitung.
0:01:42–0:01:45
Ich wollte nur sagen, dass wir noch so im Urlaubsmodus sind.
0:01:45–0:01:49
Mitch ist am Freitag aus dem Urlaub wiedergekommen. Ich bin gestern aus dem
0:01:49–0:01:50
Urlaub wiedergekommen.
0:01:50–0:01:53
Und eigentlich hatten wir vor, den Donnerstag ausfallen zu lassen.
0:01:54–0:01:57
heimlich, aber Mitch hat mich vorhin angetextet und dann geschrieben,
0:01:58–0:02:02
ich habe ein Zeitfenster von 15.30 Uhr bis 16.30.
Micz Flor
0:02:03–0:02:05
Uhr. Und das wollen wir mal auskosten. Vor allen Dingen auch deshalb,
0:02:05–0:02:10
weil ich weiß von einigen da draußen unserer ZuhörerInnen, die schon Wetten
0:02:10–0:02:17
abschließen, bei welchem Sommerlochfenster wir dann irgendwann mal eine Folge ausfallen lassen.
Florian Clauß
0:02:17–0:02:18
Einknicken.
Micz Flor
0:02:18–0:02:22
Einknicken, genau. Haben wir noch nicht gemacht. Und ich gönne es euch nicht.
0:02:22–0:02:25
Ich gönne es euch nicht, diese Wette müsst ihr verlieren.
Florian Clauß
0:02:25–0:02:26
That's Competition Mitch.
Micz Flor
0:02:27–0:02:30
Jetzt sind wir gerade auf dem Weg Richtung Engelbecken.
0:02:31–0:02:34
Und hier war ja früher mal wirklich ein Kanal, wusstest du das?
Florian Clauß
0:02:36–0:02:40
Du meinst, da wo wir jetzt gerade durch diese Brücke durchgehen, war mal Wasser?
Micz Flor
0:02:41–0:02:42
Hier unten war Wasser, nicht unten?
Florian Clauß
0:02:42–0:02:46
Ja, aber die Brücke muss ja dann mal unter Wasser gestanden haben.
Micz Flor
0:02:46–0:02:51
Das war hier sogar, glaube ich, vorgesehen für Fahrten, also für Schiffe.
0:02:51–0:02:56
Da wurden Kohlen und sowas reingeliefert, aber es war ein stehendes künstliches
0:02:56–0:02:59
Gewässer und es stank wohl dermaßen, dass sie es irgendwann zugeschüttet haben.
0:03:00–0:03:06
Siehst du, das ist ein Sommerloch-Thema, oder? Das ist ein ZDF-Morgenmagazin.
Florian Clauß
0:03:06–0:03:08
Und weißt du noch, wann das war?
Micz Flor
0:03:08–0:03:09
Was ist Ihr Lieblingspesto?
Florian Clauß
0:03:11–0:03:12
Also,
0:03:14–0:03:17
zu welcher Zeit? War das so im 19. Jahrhundert?
Micz Flor
0:03:17–0:03:22
Da bildest du mir gerade eine Riesenrampe für diesen typischen Podcast-Satz.
0:03:22–0:03:25
Das packen wir alles in die Show. Das sieht so keiner an.
0:03:26–0:03:30
Ich glaube, das war Anfang des 20. Jahrhunderts, als das hier zugeschüttet wurde.
0:03:30–0:03:32
Vielleicht hat der Hitler was damit zu tun.
Florian Clauß
0:03:33–0:03:37
Nee, also das war, mir fällt, ich frage deswegen nach, weil das ist vielleicht
0:03:37–0:03:44
auch nochmal so ein Thema für diese Sendung. Was hast du denn für Bücher gelesen im Urlaub?
Micz Flor
0:03:44–0:03:49
Oh, interessant. Da müsste ich jetzt, ich habe die Titel nicht mehr ganz im
0:03:49–0:03:52
Kopf, aber ich habe zwei Bücher über Quantenphysik gelesen.
0:03:53–0:03:59
Und dann ein Dan Simmons Buch, angefangen, wo der Titel auch so schwierig ist,
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dass ich den auch in die Show Notes packen muss.
0:04:03–0:04:06
Und dann habe ich angefangen, auch,
0:04:09–0:04:13
einen feministischen Blick auf Lacan zu lesen.
Florian Clauß
0:04:13–0:04:16
Ach echt? Das ist ja interessant. Von Judith Butler?
Micz Flor
0:04:16–0:04:19
Nein, aber auch da habe ich die Autorin vergessen. Auch das muss ich jetzt alles,
0:04:19–0:04:23
was du, ich werde die Folge schneiden, die Show Notes schreiben.
0:04:23–0:04:27
Und du stickelst mich mit solchen Fragen an, was dann heißt,
0:04:27–0:04:30
entweder schneide ich es raus, was ich ja nicht tun werde, oder packst es halt
0:04:30–0:04:33
in die Shownotes. Jetzt muss ich das alles nochmal recherchieren.
0:04:33–0:04:36
Aber es war sehr spannend. Also mit der Quantenphysik habe ich gemerkt,
0:04:36–0:04:40
wir reden ja gerne mal drüber und ich verstehe überhaupt nichts darüber.
0:04:40–0:04:45
Aber es war wirklich interessant, da nochmal so ein bisschen mehr populärwissenschaftlich einzusteigen.
0:04:45–0:04:47
steigen und,
0:04:49–0:04:54
dann auch noch mal zu verstehen wie sehr kopenhagen und bohr aber auch so eine
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domain besetzt hatten vor dem hintergrund seiner bestimmten wissenschaftsphilosophie,
0:05:00–0:05:04
dass die zwar unfassbar gute werkzeuge,
0:05:05–0:05:11
mit unfassbarer präzision für diese ganzen quantenberechnungen bereitstellen konnten.
0:05:11–0:05:14
So Heisenberg und wie heißt der andere nochmal aus England?
Florian Clauß
0:05:14–0:05:15
Schrödinger.
Micz Flor
0:05:15–0:05:20
Schrödinger, nee, aber dann auch später der der dann auch die Wasserstoffbombe,
0:05:21–0:05:23
errechnet hat sozusagen.
0:05:23–0:05:30
Aber die waren vor dem Hintergrund einer positivistischen Wissenschaftsphilosophie
0:05:30–0:05:36
gar nicht, hatten gar keinen inneren Anspruch, diese physikalische Realität,
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das Weltbildleben anzupassen.
0:05:38–0:05:44
Also die Collapsing Wave Function, also dieses komische Artefakt,
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was auch in dem einen, boah, mein Hirn ist echt in dem Urlaub.
0:05:49–0:05:54
Nee, nee, ich hatte doch mal diesen Reader auch geschickt, von dem,
0:05:56–0:06:01
der die Kurzgeschichten geschrieben hat, wo auch Arrival gemacht wird.
Florian Clauß
0:06:01–0:06:02
Ted Chang.
Micz Flor
0:06:03–0:06:08
Und er hat eine wunderbare Kurzgeschichte über genau dieses Thema The Collapsing
0:06:08–0:06:09
Wave Function, wo ja wirklich dann,
0:06:09–0:06:15
von Bohr und Konsorten behauptet wird, die Beobachtung, es wird wirklich darüber
0:06:15–0:06:18
nachgedacht, was das dann ist, wenn jemand beobachtet.
0:06:18–0:06:21
Und Einstein hat dann ja auch mal gesagt, es kann ja nicht sein,
0:06:21–0:06:27
dass man beobachten muss, damit irgendwas im Universum wahr wird,
0:06:27–0:06:31
real wird sozusagen. Das eine Buch heißt auch, was ist real von,
0:06:31–0:06:32
ich glaube, Adam Becker oder ich weiß nicht.
Florian Clauß
0:06:32–0:06:36
Ja, das ist ja eh so, das ist ja eh der Mindfuck bei der Quantentheorie.
0:06:36–0:06:41
Also bei der Quantenphysik, dass in dem Moment, wenn man was beobachtet,
0:06:41–0:06:45
auf einmal das Ergebnis ein anderes ist.
0:06:46–0:06:52
Also mit diesem Doppelspaltexperiment zum Beispiel. Das hat mich schon immer
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total fasziniert. Und mir geht es da so wie dir.
0:06:56–0:07:02
Man denkt immer, man hat jetzt irgendwie so einen Funken, so einen Glimpse verstanden.
0:07:02–0:07:05
Aber in dem Moment, wenn du da mal greifst, ist es wieder so, hä?
Micz Flor
0:07:05–0:07:09
Ja, es war interessant, die Bücher. Ich kann es jetzt mal so ganz grob zusammenfassen,
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weil einerseits die Bücher sich auch beide aus unterschiedlichen Blickwinkeln
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damit auseinandergesetzt haben, was da eben so kulturell auch passiert ist in der Zeit.
0:07:18–0:07:22
Und das zweite Buch, Was ist real?
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Fand ich interessant, weil das wirklich nochmal drauf geguckt hat, eben auf diese...
0:07:27–0:07:30
Auf diese School-Bully-Art auch,
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wie halt gesagt wurde, wir müssen das Weltbild nicht den nachweislich funktionierenden
0:07:41–0:07:43
Algorithmen anpassen oder Berechnungen anpassen.
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Es stimmt einfach. Und dann hat halt irgendjemand gesagt so, shut up and calculate.
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Also stell keine Fragen mehr. Aber es gab in der Tat alternative Konzepte,
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in denen das Thema der Lokalität anders betrachtet wurde und auch diese Ambivalenz eben ist es.
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Ist es Particle oder ist es Wave Function? Und was bewirkt es denn,
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dass es sich entweder so oder so verhält?
0:08:09–0:08:13
Und da ist halt eben die Konstruktion des Experiments auch Teil davon und eben
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auch der Beobachter. Und Einstein hat ja die ganze Zeit gerade wegen der Lokalität
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wohl auch gemuckt, hat gesagt, das kann nicht sein, dass Dinge schneller als
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Lichtgeschwindigkeit, Informationen übertragen werden kann.
Florian Clauß
0:08:24–0:08:31
Ja, diese spuckhafte Fernwirkung. Wo dann schlagartig das eine Teilchen,
0:08:31–0:08:34
was dann halt mit einem anderen Teilchen verschränkt ist, wenn das die Richtung
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ändert, das andere das auch tut.
Micz Flor
0:08:37–0:08:42
Und er hat eben dann eben auch mit diesem Beobachten, das mit Te-Chang möchte
0:08:42–0:08:43
ich nur abschließen, weil es ein tolles Buch ist,
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hat Einstein eben auch irgendwo in einem Brief jemandem auch gesagt,
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was passiert denn, wenn eine Maus zuguckt?
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Du hattest ja auch bei der einen Folge diese Blindside, das Froschsehen,
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also das Nicht-Conscious und es gab in der Tat wohl auch so viele metaphysische Überlegungen.
Florian Clauß
0:09:09–0:09:14
Was dann das Beobachten ist. Du kannst ja irgendwie alles, was so ein phänomenologisches
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Bewusstsein hat, dann wird es sich verändern.
Micz Flor
0:09:17–0:09:20
Das ist genau das, was er sagt. Und bei der Ted-Chang-Folge geht es auch darum,
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dass jemand hat seinen Job verloren und dann kriegt er so einen anderen Job
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von einem Freund angeboten und kann eigentlich machen, was er will,
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hat so ein bisschen Forschungsgelder und dann fängt er an mit dem Doppelspaltexperiment an.
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Und dann hat Ted-Chang so ein paar von diesen Experimentkonstruktionen so.
0:09:35–0:09:40
beobachten, im Brief vorher reinschreiben und dann Brief aufmachen,
0:09:40–0:09:42
aber noch nicht angucken oder dann doch angucken.
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Und irgendwann fängt er auch an, dann irgendwie einen Frosch hinzustellen,
0:09:45–0:09:46
eine Maus hinzustellen.
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Und das geht dann total eben aus dem Ruder in dieser Kurzgeschichte,
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weil er irgendwann auch merkt, es gibt manche Menschen, wenn die sich das Experiment
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angucken, dann kollabst die Wave-Function auch nicht.
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dann wird halt sein Experiment auf einmal eben von der Religion okkupiert,
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von der Politik okkupiert und man hat halt irgendwie Sorge, dass auf einmal
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eben so eine neue Form des Rassismus entsteht, aus dem, wer kann die Wave-Function
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kollapsen lassen und wer nicht.
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Das ist ja abgefahren. Das ist eine ganz tolle Kurzgeschichte.
Florian Clauß
0:10:18–0:10:20
Oh wow, das fällt mir wirklich, also
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ich habe tatsächlich heute darüber nachgedacht, weil wir fahren ja auch,
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Im Oktober wieder im Urlaub, traditionell nach Portugal, zum Wandern und Familienbesuch.
Micz Flor
0:10:30–0:10:34
Wir fahren auch im Oktober, traditionell in die Alpen, zum Wandern,
0:10:34–0:10:35
aber keinen Familienbesuch.
Florian Clauß
0:10:36–0:10:37
Nein, wir fahren September.
Micz Flor
0:10:37–0:10:41
Wir fahren September, stimmt. Ja, aber September ist der neue Oktober.
Florian Clauß
0:10:41–0:10:46
Ist der neue Oktober. Und dann hatte ich mir auch so, ja, dann habe ich Zeit.
0:10:46–0:10:50
Und dann, weil ich, das letzte Jahr habe ich mir in so einem Antiquariat,
0:10:50–0:10:55
das habe ich glaube ich schon erzählt, so ein Digest Readers oder wie das heißt.
Micz Flor
0:10:55–0:10:55
Readers Digest.
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Das ist der precise opposite. Ich habe ein bisschen Lacan gelesen.
Florian Clauß
0:11:04–0:11:09
So ein Best of Science Fiction Novellen oder Kurzgeschichten von,
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ich glaube es war 1984 oder so.
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Das habe ich in so einem total schönen Dorf, was dann halt so ein Turidorf ist
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mit einer Stadtmauer und so weiter.
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Und da gab es halt irgendwie so einen Buchladen und da gab es halt immer so
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die verschiedenen Ecken für die unterschiedlichen Sprachen. Und in der Deutschen
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Ecke habe ich halt dieses Buch gefunden. Das war dann halt so meine Ferienliteratur.
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Und dann hatte ich irgendwie das Gefühl, das war super Geschichten drin.
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Und dann hatte ich auch jetzt die Vorstellung, was mache ich jetzt?
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Wenn ich wieder nach Portugal fahre, dann würde ich gerne ein Ted Chiang-Buch lesen.
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Und das ist jetzt so anders. Mitsch, du musst mir das Buch geben.
Micz Flor
0:11:51–0:11:54
Ja, habe ich schon mal. Hast du? Ich hatte, ich hatte,
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ich weiß gar nicht, ich wollte das sogar auf GitHub stellen und zwar hatte ich
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einfach recherchiert Dinge, die
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im Netz gratis an Kurzgeschichten verfügbar sind, so ein Blogpost,
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manchmal in mehreren Teilen und ich wollte ein Skript schreiben,
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wenn man das ausruft, dann kriegt man EPUB mit. Sehr gut.
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Und das kann ich dir mal schicken, weil es nämlich eben auch komplett ausruft.
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Frei verfügbare Geschichten waren, zumindest, als es wieder was abkommt.
Florian Clauß
0:12:21–0:12:25
Ja, ich meine, Ted Chiang ist ja auch ein Gewinner des Hugo Awards.
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Das ist auch immer eine ganz gute Quelle, wenn man nach einem neuen Buch schaut,
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im Science-Fiction-Bereich, dann geht man halt die Gewinner oder Gewinnerinnen des Hugo Awards durch.
Micz Flor
0:12:35–0:12:39
Oder Nebula Award, und du musst mir das mal helfen. Welcher ist Publikumspreis?
Florian Clauß
0:12:40–0:12:41
You got me, you got me.
Micz Flor
0:12:41–0:12:45
Nee, weil einer von beiden, ich glaube, Hugo Awards sind Publikumspreis.
Florian Clauß
0:12:45–0:12:49
Ah ja, okay. Siehst du, da weißt du mehr als ich. Interesting.
Micz Flor
0:12:50–0:12:52
Gefährliches Halbwissen.
Florian Clauß
0:12:52–0:12:55
Das hast du jetzt alle gelesen. Eine, also Ted Chiang Kurzgeschichte.
Micz Flor
0:12:55–0:12:57
Nee, die habe ich vor sieben Jahren gelesen.
Florian Clauß
0:12:57–0:13:03
Ach so, ich dachte jetzt, sieben Jahre. Und du erinnerst das noch so genau. Oh, Brainy Mitch.
Micz Flor
0:13:04–0:13:08
Warte, genug über mich. Wie gefällt dir mein Haarschnitt?
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Was ist denn?
Florian Clauß
0:13:15–0:13:17
Oh ja.
Micz Flor
0:13:17–0:13:21
Nee, was hast du? Du bist erholt. Ich bin überhaupt nicht erholt, aber es ist quasi so.
Florian Clauß
0:13:21–0:13:23
Ich bin zu erholt.
Micz Flor
0:13:24–0:13:25
Reiner Stress.
Florian Clauß
0:13:26–0:13:30
Willst du über den Urlaub reden? Nein. Aber ich wollte noch abschieben.
Micz Flor
0:13:30–0:13:31
Woher weißt du das?
Florian Clauß
0:13:32–0:13:33
Reiner Stress.
Micz Flor
0:13:33–0:13:34
Reinhard?
Florian Clauß
0:13:34–0:13:38
Nee, Reinhard Stress. Mit Reinhard fahren wir dann in den Urlaub.
Micz Flor
0:13:38–0:13:42
Genau. Da sind wir am 9. jetzt los. Für die, die es interessiert.
Florian Clauß
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Und ich nehme die Aufnahmegeräte mit. Ich würde gerne, ich würde tatsächlich
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gerne, also wir machen eine Hüttentour mit Reinhardt.
0:13:52–0:13:57
Und Reinhard zeltet aber. Reinhard ist, glaube ich, echt ein Pro, was Berge anbelangt.
0:13:58–0:14:01
Und er wird sein Zelt mitnehmen. Wir machen den Meraner Höhenweg.
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Und ich habe jetzt mal geguckt, wir machen, also es gibt dann der Meraner Höhenweg,
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es sind zwei Teile geteilt, der untere, man macht das so in sieben, acht Tagesetappen.
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Der südliche Teil ist dann halt so für okay.
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Und der nördliche Teil ist dann halt schon sehr alpin.
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Und ich glaube, wir machen den nördlichen Teil.
Micz Flor
0:14:19–0:14:19
Ja.
Florian Clauß
0:14:20–0:14:21
Also teilweise den Teil.
Micz Flor
0:14:21–0:14:24
Ich bin mir nicht ganz sicher. Er meinte zumindest, also südlich,
0:14:24–0:14:27
nördlich kann ich jetzt nicht sagen, aber wir sind eher an den Südseiten.
0:14:27–0:14:30
Er meinte, das ist eigentlich immer vom Wetter auch recht.
Florian Clauß
0:14:30–0:14:34
Also wir sind an den Süd hängen von den Bergen, aber wir gehen,
0:14:34–0:14:39
glaube ich, quasi, wir gehen einen Teil von dem südlichen Teil und machen dann
0:14:39–0:14:42
oben den nördlichen Teil des Weges.
0:14:42–0:14:47
Aber ich habe da totales Vertrauen, weil Reinhard ist ja dann auch Dozent beim
0:14:47–0:14:50
Alpenverein und das heißt, er wird uns alle sichern.
Micz Flor
0:14:50–0:14:52
Der wird uns auf jeden Fall sichern.
Florian Clauß
0:14:52–0:14:57
Und ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich weiß nicht, wie die Witterungsverhältnisse
0:14:57–0:14:59
sind. Wenn es schneit...
0:15:00–0:15:05
dann muss ich nochmal anders packen. Aber wir schauen mal. Und auf jeden Fall
0:15:05–0:15:09
wollte ich dann gerne, wenn das für dich okay ist und auch für Reinhard,
0:15:11–0:15:13
dass wir dann eine Episode aufnehmen.
0:15:13–0:15:19
Und auch, weil Reinhard war ja hier schon mal zweimal Gast in unserem Podcast über Body Horror.
0:15:19–0:15:24
Zwei Folgen hat er mitgemacht. Und da hat er ja auch schon gesagt,
0:15:24–0:15:25
dass er ein Buch schreibt.
0:15:26–0:15:29
Das Buch ist mittlerweile erschienen. und das ist...
Micz Flor
0:15:29–0:15:31
Ist es wirklich erschienen?
Florian Clauß
0:15:31–0:15:32
Naja, ich weiß...
Micz Flor
0:15:32–0:15:36
Also wir müssen ein bisschen zurückhalten. Wir müssen den Titel auch nicht nennen
0:15:36–0:15:37
und auf den Auto noch nicht nennen.
Florian Clauß
0:15:37–0:15:39
Auf den Autor haben wir noch genannt.
Micz Flor
0:15:39–0:15:40
Ja, nur den Vornamen.
Florian Clauß
0:15:40–0:15:45
Also auf jeden Fall, wenn sich die Dinge fügen, würde ich gerne dann,
0:15:46–0:15:47
dass wir zu dritt über das Buch reden.
Micz Flor
0:15:48–0:15:50
Aber als als,
0:15:53–0:15:57
als wie heißt das, chronische Plot-Spoiler sind wir natürlich...
0:15:58–0:16:00
Also müssen wir echt aufpassen, kann man ja vielleicht dann doch schneiden,
0:16:03–0:16:04
dass wir das genügend anteasern.
Florian Clauß
0:16:04–0:16:05
Das machen wir.
Micz Flor
0:16:05–0:16:09
Ja, fände ich spannend. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich jetzt mich,
0:16:09–0:16:11
der ist jetzt auch weg schon in Italien.
Florian Clauß
0:16:11–0:16:12
Ja, der ist schon weg.
Micz Flor
0:16:12–0:16:17
Dass ich dann mein Feedback zu seinem Buch erst geben kann, wenn wir uns dann
0:16:17–0:16:18
in den Alpen wiedersehen.
0:16:19–0:16:22
Ah, ja. Passt ja irgendwie auch, finde ich, zu dem Buch.
Florian Clauß
0:16:22–0:16:26
Das passt super, das passt super. Ich freue mich drauf.
0:16:29–0:16:33
Ich habe noch zwei Sachen. Die eine Sache, ich wollte dann noch erzählen,
0:16:33–0:16:36
was ich gehört habe als Buch und nicht gelesen.
0:16:37–0:16:45
Ich bin ja immer ein großer Fan, obwohl ich das von der Infrastruktur verurteile.
0:16:45–0:16:54
Nämlich ARD-Sounds, die halt den ganzen freien Podcast-Distributoren komplett das Wasser abgraben.
Micz Flor
0:16:55–0:16:57
Aber woran liegt das, dass sie das tun?
Florian Clauß
0:16:58–0:17:04
Indem sie dann selber ein Monopol aufbauen von Podcasts. Also es ist so eine
0:17:04–0:17:08
geschlossene Plattform, wo du überhaupt nicht mehr nach draußen gehen musst.
0:17:08–0:17:12
Du bist komplett versorgt über dieses ARD-Sounds. Du brauchst eine App,
0:17:13–0:17:16
da werden nur die Podcasts von den öffentlich-rechtlichen,
0:17:18–0:17:22
ausgestrahlt und wiederholt und zur Verfügung gestellt.
0:17:23–0:17:28
und das untergeht natürlich die ganze freie Podcast Distribution,
0:17:28–0:17:32
weil du da als freier Podcast reinkommst. Das ist ähnlich wie bei Spotify.
Micz Flor
0:17:32–0:17:35
Aber ist das andersrum nicht so? Also ich meine mich zu ändern,
0:17:35–0:17:39
vielleicht nur in einzelnen Fällen, dass ich die Sachen, die bei ARD Sounds
0:17:39–0:17:43
liegen, aber auch von denen in anderen Podcasts irgendwie mit,
0:17:44–0:17:47
so Omnibus-Sachen, wo die dann ihre ganzen Hörspieler reinpacken.
0:17:48–0:17:53
Das heißt, die sind auch in diesem offenen Raum komplett,
0:17:53–0:17:58
präsent, aber in ihrem Sounds-Teil wird alles nochmal gespiegelt.
Florian Clauß
0:17:59–0:18:08
Genau. Also das heißt, du kannst die normal abonnieren, auch über die normalen Podcast-Plattformen.
Micz Flor
0:18:08–0:18:08
Ja.
Florian Clauß
0:18:08–0:18:12
Und dann haben die halt diese hermetische, also dieses All-in-One.
0:18:13–0:18:17
Du hast dann sowohl Inhalte wie auch den Player und so weiter.
0:18:17–0:18:20
Wir laufen gerade hier. Das ist ganz toll. Wir waren nämlich hier in diesem Kraftwerk.
0:18:21–0:18:23
Wir kreuzen die Köpenicker Strafe.
0:18:24–0:18:29
Und hier ist dieses alte Kraftwerk und vor einer Woche waren wir mit Familienbesuch
0:18:29–0:18:33
hier in diesem Kraftwerk, da hatten die nämlich die Halle auf und das war so
0:18:33–0:18:36
ein bisschen wie Tate Modern, halt aber unrenoviert.
0:18:37–0:18:42
Riesen, Riesen, Riesenhalle. Und du kannst es auch meten. Es wird von der Tresorgesellschaft
0:18:42–0:18:48
mit irgendwie betrieben oder so instand gehalten.
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Ist ja auch ein schöner Biergarten davor.
0:18:51–0:18:56
Hardwax, der Plattenladen gibt es auch da. Das heißt, es ist wirklich ein toller
0:18:56–0:18:58
Ort. Wenn der auf hat, hat nicht immer auf.
0:18:58–0:19:02
Aber absolute Empfehlung. Das war auch das Prinzip, dass man da drin absolute
0:19:02–0:19:09
Stille, nicht reden, kein Handy in die Hand und einfach nur achtsam sein.
0:19:10–0:19:15
Wir schweigen jetzt ein bisschen. Und hören, wenn das Tolle ist an den Bergen,
0:19:15–0:19:17
ich komme nämlich auch gerade aus den Bergen, habe ich das schon gesagt?
Micz Flor
0:19:18–0:19:18
Nee.
Florian Clauß
0:19:18–0:19:22
Ich hatte nämlich eine Hütten-Tour mit meinen Kindern und Karin gemacht.
0:19:22–0:19:24
Das ist so eine traditionelle...
0:19:27–0:19:31
Das sind traditionelle Ferien, Familien, Anlöfnis.
Micz Flor
0:19:31–0:19:32
Ihr habt ganz viele Ferien, oder?
Florian Clauß
0:19:33–0:19:34
Überhaupt nicht.
0:19:36–0:19:39
Ich hab ganz wenig. Ich hab nur 25 Urlaubstage.
Micz Flor
0:19:39–0:19:44
Ach so, nee, aber ich hatte das Gefühl, dann scheinst du die ganz gut zu splitten.
0:19:44–0:19:47
Ich hab das Gefühl, dass du viel unterwegs bist. Portugal hast du gerade erwähnt.
0:19:47–0:19:48
Nee, ich komm nach Portugal.
0:19:48–0:19:51
Du kommst nach Portugal, du warst auf der Hütten-Tour, wir machen noch eine
0:19:51–0:19:54
Woche. Also da hatte ich das Gefühl, dass du einfach...
Florian Clauß
0:19:54–0:19:56
Das hat sich gerade so ein bisschen, das verdichtet sich gerade.
0:19:57–0:19:59
Aber davor hatte ich die ganze Zeit nichts gemacht.
0:20:01–0:20:01
Und dann,
0:20:04–0:20:06
wollte ich dich nochmal fragen, weil das wirklich so eine Beobachtung ist.
0:20:06–0:20:11
Es gibt wenig Plätze auf der Welt, wo man keine Autos hat. Und wenn man in den
0:20:11–0:20:16
Bergen ist, ist eines davon, wenn nicht der Hüttenwirt oder die Wirtin dann,
0:20:17–0:20:18
ihre Straße direkt vor der Tür haben.
Micz Flor
0:20:19–0:20:19
Kann man in der Hütte?
Florian Clauß
0:20:20–0:20:26
Zum Beispiel. Aber es ist halt wirklich toll. Du bist da oben in den Bergen
0:20:26–0:20:28
und du hast kein Geräusch.
0:20:28–0:20:34
Also auch die Tiere sind nicht so laut, da gibt es also über der Waldgrenze, also wir waren jetzt...
Micz Flor
0:20:34–0:20:36
Ab 10 Uhr ist da eine Hütte Uhr.
Florian Clauß
0:20:36–0:20:38
Hast du halt nichts gehört? Ich habe nur mal einen Tinnitus gehört.
Micz Flor
0:20:39–0:20:40
Oh nee. Hast du einen Tinnitus?
Florian Clauß
0:20:40–0:20:47
Ja, das ist normal. Jetzt nicht schlimm, aber halt immer so ein Pfeifen, mehr oder weniger.
Micz Flor
0:20:47–0:20:53
Kann dir, mein Vater hat mal ein Gerät entwickelt, um Tinnitus zu behandeln.
Florian Clauß
0:20:53–0:20:56
Gegenfrequenz, da sind wir wieder bei dir.
Micz Flor
0:20:56–0:21:01
Ja, genau, das ist, glaube ich, du stellst die Lautstärke und die Tonhöhe ein.
Florian Clauß
0:21:01–0:21:05
Und dann macht der quasi so eine Gegen... Aber bei mir ist es wirklich nicht
0:21:05–0:21:08
schlimm, es ist, glaube ich, so völlig im normalen Bereich, wo alle Menschen
0:21:08–0:21:12
auch so ein bisschen pfeifen halt, haben die zu viel Techno gehört haben früher.
Micz Flor
0:21:12–0:21:13
Ja, okay.
Florian Clauß
0:21:15–0:21:16
Was hast du gesagt?
Micz Flor
0:21:17–0:21:20
Wieder die komplementäre Bassfrequenz ganz oben.
Florian Clauß
0:21:22–0:21:27
Ja, und also ich meine, gut, es gibt Inseln, wo keine Autos zugelassen sind
0:21:27–0:21:30
oder fahren, zum Beispiel Hittensee.
0:21:30–0:21:34
Das ist eine Insel ohne Autos. Aber das ist wirklich auffällig.
0:21:34–0:21:38
Du läufst da lang und irgendwas... Ja, was ist denn? Es ist keine Geräusche.
Micz Flor
0:21:38–0:21:39
Irgendwas fehlt.
Florian Clauß
0:21:40–0:21:44
Ja, es fehlt, aber dann ist es auch total schön. Und das ist auch so die andere
0:21:44–0:21:47
Beobachtung, die ich gemacht habe bei Wanderungen.
0:21:48–0:21:55
Wir haben die Chiemgauer Alpen. Das ist jetzt wirklich so die erste Faltung der Alpen.
0:21:56–0:21:59
Wir waren dann auf der Hochrieshütte. und du bist dann halt wirklich an den
0:21:59–0:22:02
Kamm und kannst dann halt so unglaublich weit ins Land sehen, ja.
0:22:03–0:22:07
Das ist da bei Kufstein quasi, also bei Prien am Chiemsee, Chiemgauer Alten,
0:22:08–0:22:12
Aschau und die Hochrisshütte, dann siehst du halt München in der Ferne,
0:22:12–0:22:15
du siehst Rosenheim, du siehst den ganzen Karwendelkamm, ja.
0:22:16–0:22:20
Unglaublich beeindruckend und es war halt morgens, sind wir aufgestanden und
0:22:20–0:22:25
hatten die so unglaubliche Gesicht und was wollte ich erzählen?
Micz Flor
0:22:26–0:22:27
Autos.
Florian Clauß
0:22:27–0:22:33
Naja, es ist nicht hoch. Also es ist wirklich da, du kommst nicht mal auf 2000 Meter Höhe.
0:22:34–0:22:36
Also es ist so ein bisschen wie das Carvendel.
0:22:37–0:22:40
Du guckst dich, drehst dich dann um, dann siehst du halt irgendwie ein Großglöckner
0:22:40–0:22:43
und dann siehst du alle anderen, die dann halt hochgehen.
Micz Flor
0:22:43–0:22:45
Carvendel hat, glaube ich, 27.
Florian Clauß
0:22:45–0:22:50
Ja, die Birka-Spitze kommt, glaube ich, auf 28. Ja, 28, nicht 29.
0:22:50–0:22:54
Ja, also da wird es, aber die erste, der erste Faltenkranz dann quasi,
0:22:55–0:23:02
der ist Das ist noch so, wie wenn du halt Wäsche zusammenlegst, so ungefähr.
0:23:06–0:23:12
Genau, das war jetzt auch nicht anstrengend oder so, also es war schon anstrengend, aber das,
0:23:13–0:23:17
was so toll ist, wir haben uns dann, weil dann kein Bus fuhr,
0:23:18–0:23:21
sind wir ins Taxi gestiegen in Prien und haben uns dann halt quasi da,
0:23:22–0:23:26
hinfahren lassen, wo wir dann den ersten Startpunkt hatten und waren dann sofort
0:23:26–0:23:30
im Wald, das hatten wir auch schon mal bei einer Tour, wo wir uns halt ausgesetzt
0:23:30–0:23:33
und wir waren sofort im Wald und hatten halt irgendwie 30 Prozent Steigung.
0:23:36–0:23:39
Du hast halt auch einen Weg, der so ein bisschen technisch anspruchsvoller ist,
0:23:39–0:23:44
weil die Erde ist feucht, du hast überall diese Wurzeln und du bist auf einmal
0:23:44–0:23:47
so voll in diesem Hochgehen,
0:23:47–0:23:52
super anstrengend irgendwie diesen Aufstieg dann halt durchziehen.
0:23:54–0:24:00
Aber du bist so total fixiert auf dem Weg und das ist für mich eine totale Entspannung.
Micz Flor
0:24:00–0:24:03
Obwohl 30 Prozent...
Florian Clauß
0:24:04–0:24:12
Und du bist halt total im Jetzt, in dem Moment, weil du musst dich konzentrieren und es ist toll, also,
0:24:14–0:24:20
wirklich so ein ganz schneller Shortcut, um dann mal so in Ferienstimmung zu kommen.
Micz Flor
0:24:21–0:24:24
Und wir machen jetzt das Gegenprogramm, weil hier sind ja nur Autos gerade.
0:24:24–0:24:29
Wir laufen hier über die Brücke, wer ist das? Die Michael-Kirch-Straße.
Florian Clauß
0:24:29–0:24:32
Ja, und die Chiemgauer Alpen sind ja dann noch,
0:24:34–0:24:38
auf deutscher Seite, direkt an der österreichischen Grenze.
0:24:40–0:24:44
Und wir hatten ja diese eine Wanderung auch im Kaisergebirge gemacht.
0:24:44–0:24:48
Das ist ja quasi direkt ums Eck des Kaisergebirges.
Micz Flor
0:24:50–0:24:54
Aber es ist irgendwie so, ich weiß nicht, wie es dir so geht,
0:24:54–0:24:57
aber Urlaub allgemein, ich habe das jetzt auch wieder mal gemerkt,
0:24:58–0:25:01
es ist irgendwie so eine Form von seinen Körper wiederentdecken.
0:25:02–0:25:06
Also du hast gerade gesagt 30 Prozent Steigung, kleine Schritte,
0:25:06–0:25:08
versuchen irgendwie das Herz nicht zu hoch geht,
0:25:09–0:25:14
schwitzen, irgendwie in den Tunnel kommen, auch nicht mehr viel denken und wir
0:25:14–0:25:18
waren jetzt an der Atlantikküste und hatten so ein Glamping,
0:25:18–0:25:21
Also ein Zelt mit Kühlschrank und so ein Ding.
0:25:21–0:25:26
Hatten aber auch diese Sache auf dem Campingplatz morgens Zelt auf, Kinder raus.
0:25:27–0:25:29
Und du bist immer auch unter Leuten, dass irgendwie immer Kontakt da ist,
0:25:29–0:25:30
wie es auf der Hütte auch ist.
0:25:31–0:25:34
Und ich finde das einfach, ich habe da dieses Mal zum ersten Mal so ein bisschen
0:25:34–0:25:37
darüber nachgedacht, was ist es eigentlich, was man da tut?
0:25:37–0:25:43
Und es fühlte sich so ein bisschen für mich an wie so eine, wie der Erschließung von so einem Körper.
0:25:43–0:25:47
Also nicht nur endlich mal ausschlafen, das ist ja auch fahrgwürdig,
0:25:47–0:25:52
ob das wirklich geht. Ich habe das Gefühl gehabt, zum Schluss war ich noch müder als am Anfang.
0:25:52–0:25:56
Aber auch eben das rausgehen, mal barfuß sein, irgendwie sich anders zu bewegen.
0:25:58–0:26:01
Ich glaube zumindest für mich ist das so das zentrale Thema.
0:26:01–0:26:05
Weil auf dem Rückweg sind wir dann mit dem Zug über Paris gefahren, musste noch umsteigen.
0:26:06–0:26:09
Und da habe ich in Paris nochmal gedacht, ich würde glaube ich nie Stadturlaub
0:26:10–0:26:13
machen können. Vielleicht, weil ich eben auch aus Berlin komme.
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Ich möchte jetzt keine Stadt höher stellen. Aber dieses Gefühl generell,
0:26:19–0:26:24
dass man von einem Stadturlaub angezogen ist, das kann ich nur ganz schwer verstehen.
0:26:26–0:26:31
Und das ist mir, als wir überlegt haben, über was reden wir heute noch so durch
0:26:31–0:26:32
den Kopf gegangen, dieses Gefühl da.
0:26:35–0:26:38
So auf dem Campingplatz, wie auch in der Hüttenwanderung, so eine schöne Mischung
0:26:38–0:26:42
zu haben, aus alleine sein und mit anderen verbunden sein. Die kleine Gruppe,
0:26:42–0:26:45
die man mitbringt, aber auch so eine größere Gruppe auf der Hütte oder auf dem Campingplatz.
0:26:46–0:26:48
Aber auch eben manchmal diese Momente, wo du ganz allein bist,
0:26:48–0:26:55
wo du bei 30 Prozent Anstieg oder jetzt hier Atlantikwind am Strand.
0:26:55–0:26:58
Und du gehst halt Muscheln suchen, weil man hat ja nichts anderes zu tun.
0:26:58–0:27:00
Dann bist du so ganz allein in so einem Tunnel.
Florian Clauß
0:27:01–0:27:09
Aber bist du, also ich finde, wenn man sich langweilen kann im Urlaub,
0:27:10–0:27:12
dann ist man wirklich im Erholmodus.
0:27:13–0:27:16
Also hast du dich gelangweilt in dem Urlaub?
Micz Flor
0:27:16–0:27:20
Ja, ich habe schon viel auch gelesen. Man könnte sogar sagen aus Langeweile,
0:27:20–0:27:23
weil ich wollte andere Sachen lesen und habe mich dann aber dem verschlossen.
0:27:23–0:27:25
Und dann war mir aber langweilig, dann habe ich doch was gelesen,
0:27:25–0:27:28
aber nicht das, was ich hätte lesen müssen.
0:27:28–0:27:32
Das gehört auf alle Fälle dazu. Ich finde Langeweile ganz, ganz wichtig.
0:27:33–0:27:36
da mit meiner Tochter auch drüber gesprochen, weil,
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dann ich irgendwie so aus so einer anderen Zeit erzählt habe.
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Also eben natürlich nicht die Zeit, wo man ein Handy hat oder wo,
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wo ich auch, habe ich ja auch, kann ich mich dann auch nicht wirklich von meiner,
0:27:50–0:27:54
Tochter irgendwie, ich kann die nicht wirklich überzeugen, weil ich sie auch natürlich nutze und so.
0:27:54–0:27:59
Aber dieses Gefühl von Langeweile, wenn man vom kleinen Dorf kommt Und wenn
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man irgendwie nichts zu tun hatte und dann hat man halt irgendwie mit elf Jahren
0:28:04–0:28:07
dann angefangen schweißen zu lernen, mit zwölf Jahren sich mit der Flex fast
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den Finger abgeschnitten, mit 13
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Jahren mit der Band das erste Mal Musik gemacht auf der Bühne und so was.
0:28:12–0:28:17
Irgendwie so diese Idee, dass man da so, man musste sich Dinge herstellen,
0:28:18–0:28:21
von denen man sich gewünscht hätte, dass es die schon gäbe.
0:28:21–0:28:23
Das ist für mich so eine Form von Langeweile.
Florian Clauß
0:28:23–0:28:29
Ja, interessant. Ja, und jetzt mit dem Handy das Fenster zur Welt, da gibt es ja alles.
0:28:30–0:28:32
Und in einer hohen Perfektion.
0:28:33–0:28:34
Das heißt, so richtig muss man sich ja
0:28:34–0:28:38
nicht mehr bewegen, um irgendwas herzustellen. Es ist ja schon alles da.
Micz Flor
0:28:38–0:28:41
Ja, oder wenn du was herstellen willst, dann guckst du halt,
0:28:41–0:28:44
wie es hergestellt wird. Guckst es halt an. Also bis hin zum,
0:28:44–0:28:49
wie baue ich mir eine klassische Gitarre. Kannst du auf irgendeinem YouTube-Kanal
0:28:49–0:28:50
in 17 Stunden dir anschauen.
Florian Clauß
0:28:50–0:28:53
Oder du kannst jetzt wieder Werbung machen für deinen Workshop.
Micz Flor
0:28:53–0:28:57
Nein, du möbelst den gar nicht. Der ist ja auch nicht auf YouTube.
0:28:59–0:29:05
Nee, aber kannst du damit was anfangen? So einen Körper zurückgewinnen?
Florian Clauß
0:29:05–0:29:11
Ja, also vielleicht ist es die Hütten-Tour nicht unbedingt, weil das ist ja
0:29:11–0:29:13
wirklich auch dann eine Herausforderung.
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Man bewegt ja bestimmte Körperpartien, die man sonst nicht im Alltag bewegt.
0:29:19–0:29:21
Also nicht in Berlin, hier gibt es keine Steigung.
0:29:21–0:29:26
Man kriegt dann halt an komischen Stellen Muskelkater, wie zum Beispiel ein Schienenbein.
Micz Flor
0:29:27–0:29:28
Stimmt.
Florian Clauß
0:29:28–0:29:30
Und ich merke halt auch,
0:29:30–0:29:34
Das, diese Belastung, das gehört ja dazu.
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Man sitzt dann abends in der Hütte und isst halt was Leckeres.
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Und dann auch noch die zweite Beobachtung, neben dass kein Auto da ist.
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Zweite Sache, es gibt wenig Orte, wo dann abends alle Tische spielen.
0:29:53–0:30:00
Wirklich so, es war eine knallvolle Hütte und jeder Tisch hatte irgendein Spiel. Und,
0:30:03–0:30:05
wir haben ja immer Durak gespielt. Kennst du Durak?
Micz Flor
0:30:06–0:30:06
Nee.
Florian Clauß
0:30:06–0:30:10
Das heißt Arschloch. Und dann haben wir uns ein bisschen in die Haare gekriegt.
0:30:11–0:30:13
Und dann haben wir es nicht mehr gespielt.
0:30:14–0:30:18
Weil das ist so ein bisschen, du kannst halt, du musst.
Micz Flor
0:30:19–0:30:22
Ich will gar nicht wissen, wie das Spiel geht. Erzähl mir, wie man sich in die Haare kriegt.
Florian Clauß
0:30:22–0:30:24
Ja, das war wirklich so.
0:30:25–0:30:32
Da ist ganz viel, wo man dann noch Karten abwerfen kann, den anderen verarschen kann.
0:30:32–0:30:39
Was du sagst, das ist auch verrückt, weil du kannst dann halt bestimmte Farben
0:30:39–0:30:42
hinlegen oder auch Werte.
0:30:43–0:30:46
Und du musst die dann verteidigen, die Karten.
0:30:47–0:30:50
Und du musst dann halt die so verteidigen, dass du halt zum Beispiel über einen
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gewissen Wert, also wenn eine 8 liegt, Kreuz 8, dann musst du halt eine Kreuz
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9, kannst du es so verteidigen.
0:30:55–0:30:58
oder alles, was drüber geht, ein Kreuzass oder sowas.
0:30:59–0:31:03
Aber das Verrückte ist, man darf dann halt, sobald dann wieder ein Kreuzass
0:31:03–0:31:06
gelegt hat, darf der andere wieder ein Kreuzass, also da darf er Esser legen,
0:31:06–0:31:09
dann musst du die Esser verteidigen und es gibt eine Trumpffarbe.
0:31:09–0:31:11
Ich will es dir gar nicht groß erklären, aber das Ding ist halt,
0:31:13–0:31:15
du kannst halt auch alle anderen Karten hinschmeißen und eigentlich darfst du
0:31:15–0:31:19
nur von zwei Seiten angegriffen werden, aber andere können dich auch angreifen.
0:31:19–0:31:22
Und wenn du halt so, es ist halt so ein besoffenes Spiel, Wenn du halt dann
0:31:22–0:31:26
nicht mehr merkst, dass dann halt der Dritte dann dir eine Karte hingelegt hat
0:31:27–0:31:30
und dann ist es keine Acht oder so, sondern eine Vier oder es ist halt irgendwie,
0:31:31–0:31:32
was immer gut funktioniert, sechs, neun.
0:31:33–0:31:35
Da liegt eine Neun und eigentlich darfst du keine sechs spielen,
0:31:35–0:31:37
aber da liegt die Kontrolle und bist dann so fixiert darauf,
0:31:37–0:31:41
dass du gar nicht wahrnimmst, dass das halt irgendwie eine korrekt gespielte Karte ist.
0:31:41–0:31:44
Das ist schon ganz interessant, das hat so eine Dynamik in das Spiel.
Micz Flor
0:31:44–0:31:49
Und das ist eingepreist, das steht auch in der Anleitung drin?
0:31:50–0:31:52
Versuchen Sie mal Ihr Gegenüber.
Florian Clauß
0:31:53–0:31:58
Also ich glaube die Anleitung Die ist mehr oder weniger Eine Straßenanleitung,
0:31:59–0:32:03
Wie man das halt irgendwie Besoffen spielt In einer kleinen Gruppe.
Micz Flor
0:32:05–0:32:10
Es gibt ja diese Idee von Blöffen Die ist ja in manchen Spielen drin Das ist
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aber jetzt nicht vorgesehen Doch doch Ich glaube schlechte Laune Weil du Einfach
0:32:17–0:32:19
übergriffig gespielt hast Ja.
Florian Clauß
0:32:19–0:32:21
Nee, der Punkt war, dass ich,
0:32:22–0:32:28
Ich dann einem Kind, ich will es nicht näher benennen, ich war dann quasi in
0:32:28–0:32:32
der Angreiferposition und das Kind hat dann heimlich dann auch angegriffen.
0:32:33–0:32:37
Und ich habe sie dann aber, oder er, ihn dann zurückgewiesen und gesagt so, nee.
0:32:38–0:32:43
Und damit war es dann sauer, dass ihre Karte nicht losgeworden ist oder seine. Und,
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dann wurde ich beschimpft und dann war ich eingeschnappt. Aber das haben wir
0:32:51–0:32:53
gut gelöst. Wir haben es halt nicht mehr gespielt.
Micz Flor
0:32:54–0:32:56
Ja, das ist ein guter Abwehrmechanismus.
Florian Clauß
0:32:56–0:33:01
Ja, und wir haben stattdessen dann Cabo gespielt. Kennst du das?
0:33:01–0:33:03
Das ist auch ein interessantes Spiel.
Micz Flor
0:33:03–0:33:08
Ja, das hatte, als ich mit Elsa wandern war, im Sonnsteingebirge auf der anderen
0:33:08–0:33:10
Seite, wo nicht Sonnsteingebirge ist.
Florian Clauß
0:33:10–0:33:14
Ja, wo die Hütten dann, wo du da nicht so Wertmarken einmieten kannst.
Micz Flor
0:33:14–0:33:18
Super. Und da hatten wir in zwei Nächten die gleichen Leute wieder getroffen,
0:33:18–0:33:21
da hat sie dann glaube ich mitgespielt. Da muss man auch irgendwie so,
0:33:22–0:33:23
Sich seine eigenen Karten merken.
Florian Clauß
0:33:23–0:33:28
Genau, das ist super. Das ist so eine ganz komische Ästhetik.
0:33:29–0:33:33
Das ist ein sehr strategisches Spiel, obwohl dann halt nicht alles offen gespielt wird.
0:33:34–0:33:37
Und du musst dann halt deine Karten merken. Du kannst dann halt bestimmte Karten abwerfen.
0:33:38–0:33:43
So ein bisschen eine Kombination aus dem Gedächtnisspiel, Strategie und dann
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halt auch natürlich Glück.
0:33:45–0:33:51
Aber Cabo fand ich richtig gut. Das wird, glaube ich, jetzt Durak ablösen.
0:33:51–0:33:54
auf unseren nächsten Wanderungen werden wir dann immer Cabot spielen.
Micz Flor
0:33:54–0:33:57
Ja, ich habe es nicht mitgespielt, aber Elsa hat beim ersten Mal neben denen
0:33:57–0:34:00
gesessen, hat sie zugeguckt, zweitem Mal, als wir die getroffen haben,
0:34:00–0:34:03
hat sie da mitgespielt und dann hat sie auf dem Heimweg gesagt,
0:34:03–0:34:06
das wünsche ich mir zum Geburtstag. Ich habe es aber selber noch nicht gespielt.
Florian Clauß
0:34:06–0:34:10
Du kannst es mit allen Karten spielen, also brauchst du noch nicht mal ein spezielles Kartenspiel dafür.
Micz Flor
0:34:10–0:34:12
Aber ich fand die Ästhetik interessant.
Florian Clauß
0:34:12–0:34:16
Ach so, deswegen sagst du Ästhetik. Ich kenne gar nicht die offiziellen Cabot-Karten.
Micz Flor
0:34:16–0:34:17
Ah, okay.
Florian Clauß
0:34:17–0:34:20
Wir haben das einfach mit Rommikarten gespielt.
Micz Flor
0:34:20–0:34:27
Ja, das finde ich ja eh immer am besten. Ja, ich habe jetzt auch das Kartenspiel,
0:34:27–0:34:30
was ich gerne und immer gespielt habe, ist die Streitpassion.
0:34:30–0:34:33
Das hatten wir ja auch schon mal drüber. Ich bin ja auch nicht auf dem Moten.
Florian Clauß
0:34:33–0:34:34
Räuber-Rommi zu spielen.
Micz Flor
0:34:34–0:34:37
Nein, ich... heißt das Räuber-Rommi?
Florian Clauß
0:34:37–0:34:41
Räuber-Rommi. Bei meiner Oma kommt sie und sagt, nein, wir spielen nicht Räuber-Rommi.
Micz Flor
0:34:41–0:34:44
Aber das heißt doch nicht Räuber-Rommi. Das mit diesen verdeckten Karten,
0:34:44–0:34:47
also ein bisschen wie eine Passions, wo man gegeneinander spielen kann.
Florian Clauß
0:34:47–0:34:49
Ja, nee, ich verstehe.
Micz Flor
0:34:50–0:34:54
Die haben wir nicht spielen können, war irgendwie kein Anlass.
0:34:54–0:34:57
Ich wollte sagen, es war nicht genügend Zeit, aber es ist ja Quatsch im Urlaub.
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Da war keine Lust dafür da, aber unser Freund Sarel aus deiner Geburtstagsfolge
0:35:06–0:35:11
auch verewigt, der hatte mich dann angeschrieben und gesagt, wie hieß das nochmal?
0:35:11–0:35:15
Ich versuche gerade das Ziel, die Regeln zu erklären, aber ich komme nicht mehr drauf.
Florian Clauß
0:35:16–0:35:17
Nicht, dass man Gemini hätte.
Micz Flor
0:35:18–0:35:22
Nee, er hat das erst dann halt irgendwie, ich hab's ja gefunden halt auf Wikipedia.
0:35:22–0:35:25
Und dann hat er's dann irgendwie eine Woche später mit seiner Mutter auch nochmal
0:35:25–0:35:28
gespielt und hat mir dann zurückgeschickt, ob ich denn auch diese Regeln bei
0:35:28–0:35:32
verdeckten Karten nutzen würde oder die. Also dann gab's gleich die Flavors,
0:35:32–0:35:35
so regionale Flavor, die dann so reinkommen.
Florian Clauß
0:35:35–0:35:38
Das ist dann wie Doppelkopf, ne? Also ich glaub, das ist auch so,
0:35:38–0:35:43
Passionslegen ist ja so, glaub ich, das ist eines der verbreitetsten Kartenspiele,
0:35:43–0:35:45
die man so hat im europäischen Raum.
Micz Flor
0:35:47–0:35:52
Ein Spiel, also auf dem Campingplatz, wo wir waren, gab es dann an einem Abend,
0:35:52–0:35:54
da gab es immer so natürlich Bespaßung auch so ein bisschen,
0:35:55–0:35:58
aber so eher, sag ich mal, ökig alternativ.
0:35:58–0:36:05
Und eins davon waren, da waren so ganz viele Holzspiele, also Sachen zum Beispiel,
0:36:05–0:36:09
wo du so Disks mit so einem Gummi so dir durch ein Loch gegenüber zuschießt.
0:36:09–0:36:12
Und wenn du dann alle auf der anderen Seite hast, hast du gewonnen,
0:36:13–0:36:16
dann so Geduldsspiele auf dem Campingplatz. Aber die waren alle so groß,
0:36:17–0:36:21
also wirklich so wie so Tischgroß, wo man dann an den Sachen so spielen konnte.
0:36:21–0:36:23
Und ein Spiel konnten wir nicht spielen, weil es belegt war.
0:36:24–0:36:29
Aber ich habe das dann versucht, mir als Muscheln nachzusuchen und dann mal zu spielen.
0:36:29–0:36:31
Fand ich die Regeln ganz interessant, ich habe den Namen vergessen.
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Packen wir alles in die Show.
0:36:33–0:36:39
Aber du hast im Prinzip vier Eigenschaften. Die sind quasi Null und Eins.
0:36:40–0:36:44
Also du hast dann zum Beispiel große und kleine Steine, eckige,
0:36:44–0:36:47
runde, helle, dunkle und welche mit Ornamenten oder ohne.
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Und dann kriegst du halt eben 16 Steine raus. Jeder ist einzigartig.
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Und dann gibt es ein Spielbrett, das ist 4x4.
0:36:57–0:37:01
Und du kannst den Stein, den du in der Hand hast, hinstellen, wo du willst.
0:37:02–0:37:05
Und wer es zuerst schafft, eine Reihe zu schaffen, in der ein Attribut,
0:37:05–0:37:11
zum Beispiel dunkel oder groß, erfüllt ist, hat gewonnen. Das ist ja wie viel Gewind.
Florian Clauß
0:37:11–0:37:13
Aber nur noch mit mehr Dimensionen.
Micz Flor
0:37:13–0:37:17
Mit mehreren Dimensionen, genau. Es ist eine vielfach zweidimensionale Welt.
Florian Clauß
0:37:17–0:37:18
Krass, so wie 3D-Schock.
Micz Flor
0:37:18–0:37:22
Und die einzige Regel, die es gibt, ist, dass die Person auf der anderen Seite,
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dir den Stein aussuchen muss, den Stein, den du dann legen musst.
Florian Clauß
0:37:27–0:37:29
Ah, das ist alles geil.
Micz Flor
0:37:30–0:37:31
Das ist irgendwie ganz einfach.
Florian Clauß
0:37:31–0:37:34
Das ist einfach, aber ein geiles Prinzip.
Micz Flor
0:37:34–0:37:38
Vielleicht können wir das mal da oben in der Hütte spielen. Wir werden berichten, am 9.
Florian Clauß
0:37:38–0:37:39
September geht es los.
Micz Flor
0:37:40–0:37:43
Aber das fand ich so einfach. Und am nächsten Tag, das war der letzte Tag,
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den wir hatten, bevor wir los mussten, habe ich dann,
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nochmal gesucht nach Muscheln. Und zwar gibt es da diese schwarzen Muscheln und die roten Muscheln.
0:37:52–0:37:55
Da habe ich gesagt, ich nehme die schwarzen Muscheln und die roten Muscheln.
0:37:55–0:37:59
Dann nehme ich die einmal hellschwarz, also eher grau, einmal tiefschwarz.
0:37:59–0:38:03
Dann nehme ich die geriffelt, also mit Streifen oder nicht mit Streifen und
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groß und klein. Und dann habe ich mir quasi auch mir so ausgedacht und habe
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dann irgendwann gemerkt, ey, das ist jetzt viel zu nerven.
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Ich bin schon die 17 Kilometer am Strand in der Glauben, um dann eine kleine,
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hellschwarze, getiegelte Muschel zu finden.
Florian Clauß
0:38:19–0:38:25
Ja, du musst so ein Exosheet pflegen und dann gleich der Liegenmitte.
0:38:25–0:38:29
Claude befüttert und sagen, kann ich die jetzt noch einreihen?
Micz Flor
0:38:29–0:38:36
Ja. Aber ich fand die Idee einfach so simpel, ich mag das, wenn es dann einfache
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Idee ist, einfache Spülbrett und muss mal gucken, probieren wir es mal aus.
Florian Clauß
0:38:40–0:38:43
Probieren wir es aus, ja, das klingt spannend. So, haben wir noch,
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haben wir noch, ich habe noch eine Sache, die habe ich, das kam mir vorhin im Engelbecken.
Micz Flor
0:38:50–0:38:50
Ja.
Florian Clauß
0:38:50–0:38:51
Und zwar,
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habe ich ein Hörbuch, das war nämlich der Einstieg zu dem ARD Sounds, ein Hörbuch.
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Ich höre halt total gerne von Sounds dann die Hörbücher, weil da gibt es eine extra Kategorie.
0:39:06–0:39:11
Und kann man eigentlich, wenn man ein Hörbuch hat, dann sind die meistens so
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lang, dass ich dann halt irgendwie so, weiß ich nicht, zwei bis vier Wochen daran höre.
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Und dann ist meistens wieder ein gutes anderes, dass man weiterhört.
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Wir haben eine ganz gute Auswahl.
0:39:21–0:39:27
Und da habe ich jetzt von Georg Herrmann Kubinke gehört. Und das ist halt so
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ein super Berliner Roman. Das ist Wahnsinn.
Micz Flor
0:39:32–0:39:33
Kanntest du den vorher?
Florian Clauß
0:39:34–0:39:36
Kubinke? Nee, den Herrmann kannte ich überhaupt nicht vorher.
0:39:38–0:39:39
Kennst du Herrmann? Das ist halt so ein Klassiker.
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Der ist, glaube ich, in den 1870ern geboren.
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ist Schriftsteller dann geworden und mit Kubinke ist die Figur so ein Friseur
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der dann die Oberquadra abgeschlossen hat, also die hohe Schule und hat dann,
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aber er spielt halt so ein total,
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so ein Arbeitermilieu oder den Servicemilieu mit den,
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Dienstmädchen und Kubinke ist halt so Friseur und kommt dann nach Berlin und
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wird dann bei so einem Geschäft aufgenommen und es zählt mehr oder weniger dann über,
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fängt dann mit dem Frühling an, wenn es halt irgendwie gerade so der Schnee
0:40:25–0:40:27
schmilzt und hört dann am Ende im November auf.
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Ja, spielt dann halt mehr oder weniger also einen Jahreszyklus durch und er
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lässt sich dann halt mit lauter Dienstmädchen ein, aber ist ein total schüchterner
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Typ, der, wo es erstmal nicht klappt.
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Ich bin hier rechts und.
Micz Flor
0:40:48–0:40:49
Also er lässt sich ein, aber es klappt nicht.
Florian Clauß
0:40:49–0:40:52
Ja, nein, eigentlich, weil es klingt jetzt gerade so, als ob er dann so derjenige
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wäre, der dann halt irgendwie so, und er ist eigentlich total schüchtern und,
0:40:57–0:41:01
es klappt aber dann, die Kapitel sind dann nach den einzelnen Dienstmädchen,
0:41:01–0:41:04
ich war die benannt, Emma,
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Hedwig und dann Paulina. Und das ist das Tolle.
Micz Flor
0:41:08–0:41:13
Mit zwei Nachfahren der Dienstmädchen sind die Nachfahren des Autors immer noch im Rechtsstreit.
Florian Clauß
0:41:14–0:41:23
Ja, aber tatsächlich geht es dann so auch um diese Konsequenzen,
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wenn einem der Frühling durch die Glieder fährt.
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So ein bisschen in die Richtung. Aber was total super an dem Roman ist,
0:41:33–0:41:37
oder vor allen Dingen auch, wie es gelesen ist, in dem Hoverbuch, ist dieses Milieu.
0:41:37–0:41:40
Und dann dachte ich echt so, das ist so...
0:41:41–0:41:45
Also es hat dann auch so eine Nähe. Ich meine, diese 20er-Jahre-Beschreibung,
0:41:45–0:41:49
10er-Jahre-Berlin, diesen Stil, den kriegt man ja, den hat man ja hier auch
0:41:50–0:41:52
mit 30 Jahren wohnen in Berlin.
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Kriegst du ja das so mit, liegt ja auf der Straße.
0:41:55–0:42:02
Und das ist so aktuell dann noch so, Das war so toll. Es hat so Spaß gemacht, das dann auch zu hören.
0:42:02–0:42:08
Und der hat auch immer so unglaublich blumig und ausschmücken geschrieben.
0:42:09–0:42:16
Die Szenen und so weiter. Also der Georg Herrmann. Und das ist jetzt so meine Romanempfehlung.
0:42:16–0:42:22
Hörbuchempfehlung. Kann man bei AD Sounds, kann man sich das mal anhören. Macht Spaß.
Micz Flor
0:42:22–0:42:26
Und ist wahrscheinlich sogar als EPUB für E-Reader gratis verfügbar.
0:42:26–0:42:27
Ist das schon alt genug dafür?
Florian Clauß
0:42:27–0:42:36
Super alt. Der Autor hat natürlich auch das Frauenbild zeitgenössisch, also,
0:42:38–0:42:40
nicht mehr so, wie man es irgendwie vermitteln würde.
0:42:41–0:42:49
Und der Autor selber ist dann auch im Deutschen Schriftstellerverband,
0:42:49–0:42:52
war er dann Vorsitzender oder hat den auch mitgegründet.
0:42:52–0:42:57
Ich kriege es nicht mehr ganz zusammen, ich habe nur kurz mal den Wikipedia-Artikel überflogen.
0:42:57–0:43:03
Aber jüdische Abstammung und wurde dann tatsächlich, nachdem er schon ausmigriert
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ist, in den 30ern nach Holland, nach Niederlande, ist er dann aber doch in Auschwitz umgekommen.
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als 70-Jähriger ermordet worden.
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Im KZ, ja. Das ist ein bisschen tragisch, aber auf jeden Fall eine Institution.
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Die hat viel veröffentlicht. Ist mir dann nochmal aufgefallen.
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Ja, das war für mich eine Entdeckung, die ich jetzt auch in den letzten Wochen gemacht habe.
Micz Flor
0:43:33–0:43:35
Ach nee, ich kriege jetzt keine gute Exel.
Florian Clauß
0:43:35–0:43:40
Nee, aber ich habe noch einen Punkt, wo du Glamping gesagt hast,
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weil mir da ist eingefallen, dass ich neulich auch einen tollen Film gesehen
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habe, einen japanischen, wo auch Glamping,
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Glamping ist ein Kofferwort aus Glamour und Camping, also quasi hochversorgtes Camping mit Luxus,
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von dem Regisseur, der auch Drive My Car gemacht hat, Es ist so,
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ich würde mal sagen, im japanischen Independent-Bereich ansiedeln.
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Aber der hat schon ganz gute Preise abgeräumt.
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Und der hat, sein letzter Film heißt Evil Does Not Exist. Und da wird in einer
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so ursprünglichen Gemeinde, wird dann auch von so einer Marketingfirma,
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will dann so einen Glamping-Bereich ansiedeln.
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Und der ist ganz toll, der Film.
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Also er hat so eine ganz tolle Stimmung. Er wird auch nach einer Viertelstunde
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das erste Mal gesprochen.
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Ist ganz wirklich so, ich würde schon sagen, dass es der im Slow Cinema zuzuordnen.
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Also ganz langsam erzählt, aber es gibt so Sprünge, die sind so eruptiv.
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Und teilweise ist es halt krass. Und wo die Geschichte dann so Wort,
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dann so Sprünge bekommt.
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Aber hat so wirklich eine ganz tolle Ästhetik auch.
Micz Flor
0:45:00–0:45:01
Wie heißt der nochmal?
Florian Clauß
0:45:01–0:45:02
Evil does not exist.
Micz Flor
0:45:02–0:45:05
Evil does not exist. Dass ich ihn in die Shownotes packen kann.
Florian Clauß
0:45:05–0:45:11
Ja, das ist es genau. Ja, wir sind jetzt hier in der Singerstraße, Ecke Koppenstraße.
Micz Flor
0:45:12–0:45:15
Und ich meine, wir hätten uns ja auch hier schon mal gekreuzt.
0:45:17–0:45:22
Das klingt jetzt ... Also nachdem, das denke ich gerade, ob es denn auch ein
0:45:22–0:45:24
Kapitel mit meinem Namen gibt in deinem Buch.
Florian Clauß
0:45:28–0:45:29
Genau, Mendel Mitsch.
Micz Flor
0:45:31–0:45:31
Nein,
0:45:34–0:45:35
gekreuzt.
Florian Clauß
0:45:35–0:45:37
Ich meine, du weißt das.
Micz Flor
0:45:37–0:45:38
Ich glaube, oder es war hier.
Florian Clauß
0:45:39–0:45:44
Als wir uns am Ostbahnhof getroffen haben und dieses Experiment gemacht haben.
0:45:44–0:45:48
Du hast aufgenommen und ich habe aufgenommen, ohne dass wir uns dann,
0:45:48–0:45:53
also fünf Minuten bevor wir uns getroffen haben, dann sind wir zusammengekommen,
0:45:53–0:45:57
und haben das dann aus zwei Perspektiven zusammengeschnitten.
0:45:58–0:46:02
Und dann haben wir über die Berlinale, habe ich drei chinesische Filme auf der
0:46:02–0:46:05
Berlinale, habe ich dann berichtet.
0:46:05–0:46:09
Das war vor mittlerweile vier Jahren, drei, vier Jahre her.
Micz Flor
0:46:10–0:46:11
Ja, so lange.
Florian Clauß
0:46:11–0:46:12
Time is running, Michi.
Micz Flor
0:46:12–0:46:18
Damit endet unsere Schnaps-Folge 111. Es ist 11.11 Uhr auf der Uhr.
0:46:18–0:46:23
Wir müssen getrennte Wege gehen. Wir haben uns viel gekreuzt und bekreuzigt.
0:46:24–0:46:30
Die ganzen Shownotes von der Welt findet ihr auf eigentlich-podcast.de Da sind
0:46:30–0:46:36
auch ein paar Fotos von der Tour, von allen Touren. Da sind auch alle anderen gratis verfügbar.
0:46:36–0:46:43
Solltet ihr uns auf ARD Sounds suchen, sorry. Ihr findet uns aber sonst wahrscheinlich überall.
0:46:43–0:46:51
Wir sind dann auch mit schlechtem Gewissen irgendwann sogar bei Spotify eingestiegen. Aber ja,
0:46:53–0:46:54
da sind auch die ganzen Touren.
Florian Clauß
0:46:55–0:46:58
Wir haben auch eine interaktive Karte.
Micz Flor
0:46:59–0:47:03
Eine interaktive Karte gemacht, das ist jetzt im Menü drin. Die Webseite überarbeiten
0:47:03–0:47:10
wir irgendwann mal, Wenn wir eine Kombination aus Lust mal Zeit größer 5 haben,
0:47:10–0:47:11
dann fangen wir damit mal an.
Florian Clauß
0:47:13–0:47:17
Okay, dann sagen wir Tschüss, bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
0:47:17–0:47:19
Macht's gut. Tschüss.

Eine Korrektur zur Episode: die Geschichte, die ich im Podcast Ted Chiang zuschreibe, war nicht von Chiang, sondern von Ted Kosmatka und heißt „Divining Light“ (Asimov’s Science Fiction, 2008). Darin bekommt ein Physiker nach einer schweren persönlichen Krise eine zweite Chance durch einen Bekannten. Er kann in einem Forschungslabor arbeiten, ohne direkten Auftrag. Er wendet sich dem Doppelspaltexperiment zu, um die „Collapsing Wave Function“ und den „Collapse“ durch den:die Beobachter:in zu erforschen. Mit tierischen und menschlichen Probant:innen entdeckt er einen Zusammenhang zwischen bewusster Beobachtung und einer Eigenschaft, die nur Menschen zu haben scheinen. ABER NICHT ALLE!!!

Den Ted Chiang Reader, den ich anspreche, den wollte ich dennoch nicht vorenthalten. Aber was vor sieben Jahren noch frei verfügbar war, konnte ich nicht mehr alles finden. Hier die Liste der Kurzgeschichten:

Online lesen:

Folgende Geschichten lassen sich im Netz finden:

  • Understand (1991)
  • Seventy-Two Letters (2000)
  • What’s expected of us (2005)
  • The Merchant and the Alchemist’s Gate (2007)
  • The Lifecycle of Software Objects (2010)

Inzwischen nicht mehr frei verfügbar:

  • Catching crumbs from the table (2000)
Mehr

"Im allerhöchsten Grade unheimlich erscheint vielen Menschen, was mit dem Tod, mit Leichen und mit der Wiederkehr der Toten, mit Geistern und Gespenstern zusammenhängt." -- Sigmund Freud: "Das Unheimliche"

In dieser Episode untersuchen wir die Figur des Zombies aus psychoanalytischer Perspektive. Beginnend mit Sigmund Freuds hangeln wir uns in der Reihenfolge der Geburtsjahre durch die jeweiligen Theorien. Die Bedrohung und der Horror der Zombies ist dabei mit der Psyche der Beobachter:innen verschlungen, ihr liegt immer wieder ein "Plot-Twist" zugrunde, der da heißt: was löst die Inszenierung des Zombies in uns aus, weswegen wir uns fürchten und unwohl fühlen? Der Horror ist nicht der Zombie, sondern die Psychodynamik in uns. Vor dem Hintergrund von Freuds Konzepten des Unheimlichen und des Todestriebs erscheint uns der Zombie als Rückkehr des Verdrängten mit destruktiven inneren Tendenzen (Todestrieb) gedeutet. Bei Carl Gustav Jung konfrontiert uns die untote Figur mit unserem Schattenaspekt der Psyche, ohne Hoffnung auf Individuation. Melanie Klein lässt uns im Zombie mit dessen Fixierung auf der paranoid-schizoiden Position in unsere eigene kindliche Seele blicken. Diese Gewaltstrukturen alignen wir mit dem in Klaus Theweleits *Männerphantasien* dargestelten Grauen. In der lakanschen Theorie dringt mit dem Zombie ein Subjekt außerhalb der symbolischen Ordnung in unsere geordnete Welt ein – ein Begehren ohne Sprache, das jeder kulturellen Vermittlung entzogen ist. Wir kamen im Podcast nicht mehr dazu die Theorie des Abjekten von Julia Kristeva vorzuführen, wonach der Zombie als abjekter Körper die Grenzen von Subjektivität, Sprache und symbolischer Ordnung infrage stellt. Das holen wir im Text zur Episode nach, in dem wir Kristevas Verständnis des Ekels, das Unintegrierbare und das körperlich Verstörende als Herausforderung für ein stabiles Ich beschreiben. Warum das alles? Weil die vorangegangene Episode 81 den Schinken "28 Years Later" durch die Straße zieht.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

0:00:00–0:00:02
Da wollte ich das doch nicht mehr machen. Jetzt kommt Luke auch noch.
0:00:02–0:00:05
Ich bin immer weiter an den Rand gedrängt.
0:00:08–0:00:09
Ich fühle mich so anders.
0:00:13–0:00:18
Autsch. Du hast das vorgestellt, deine letzte Folge, oder?
0:00:18–0:00:21
Ja, ich habe die vorgestellt mit Luke. Ah ja, genau.
0:00:22–0:00:25
Ich habe gerade gedacht, ich wollte das gerade Hallo sagen, aber du musst das ja machen.
0:00:25–0:00:30
Ich muss es machen, ja. Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast,
0:00:31–0:00:34
der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:34–0:00:40
Eigentlich Episode 82 und wir haben es angekündigt.
0:00:40–0:00:48
Das ist ein Sequel der vorangegangenen Episode, wo ich, Flo,
0:00:49–0:01:01
den Film 28 Years Later von Danny Boyle mit Regie und Alex Garland im Drehbuch vorgestellt habe.
0:01:03–0:01:06
Und Mitch hat schon angekündigt, er hat noch was vor.
0:01:06–0:01:14
Und zwar das Motiv des Zombies in der Psychoanalyse mal näher zu betrachten.
0:01:15–0:01:17
Und ja, Mitch, ich bin gespannt.
0:01:18–0:01:20
Ja, also es geht um Zombies. Ich fange jetzt einfach mal an.
0:01:21–0:01:26
Ich sage jetzt, es geht um Zombies wieder. und ich bin kein Zombie-Experte oder...
0:01:26–0:01:27
Zombie!
0:01:28–0:01:32
Das Genre kenne ich irgendwie, aber es ist jetzt nichts, wo ich so wirklich
0:01:32–0:01:35
knietief drinstecke. Ich habe gedacht, ich mache mir jetzt mal die Mühe.
0:01:35–0:01:39
Ja, jetzt steige ich einfach mal ein und gucke mal in die...
0:01:39–0:01:41
Ups, die Stimme, wir sind unter der Brücke.
0:01:42–0:01:44
In die Psychodynamik.
0:01:45–0:01:48
Und da wollte ich mit dir ganz kurz noch zwei Sachen vorher so ein bisschen
0:01:48–0:01:54
kurz ansprechen, Weil wir dann bei dem Versuch in psychodynamischen Theorien
0:01:54–0:01:58
unterschiedlicher AutorInnen erklären, wie so ein Zombie entsteht.
0:01:58–0:02:03
Das ist ja quasi so jetzt dieser lustige Wunsch, den ich jetzt hier versuche umzusetzen.
0:02:04–0:02:07
Ist mir halt so klar geworden, dass es wirklich auch nochmal eine Frage ist.
0:02:10–0:02:15
Wer spricht. Also bestimmte Dinge, du siehst diese Zombies und gerade bei diesen
0:02:15–0:02:21
alten Romero-Filmen, dann laufen halt so Horden langsam und dröge und trotzdem
0:02:21–0:02:24
nicht aufzuhalten, einfach machen so ihr Ding.
0:02:24–0:02:27
Man versucht irgendwie rauszufinden und die sind so sehr stark,
0:02:27–0:02:33
man beobachtet die eigentlich wie Frosche oder wie, die teilen sich ja nicht mit.
0:02:33–0:02:38
Als Zuschauer ist man die Person, die versucht, deren Motivation zu ergreifen
0:02:38–0:02:42
und gleichzeitig kommt man da nie irgendwo so richtig an.
0:02:43–0:02:46
Also die haben keine Motivation, keine Kommunikation, keinen sozialen Kontakt
0:02:46–0:02:50
und das ist so ein bisschen diese Ur-Zombie-Idee.
0:02:51–0:02:57
Und dann gibt es aber, ich glaube das war bei The Walking Dead war das auch
0:02:57–0:03:02
schon so, wo dann so ein paar Zombies so clever waren und die guckten die Leute dann so an oder so.
0:03:02–0:03:07
Das war glaube ich in Ich gucke die Dinger nicht. Also fast packt es nicht mit, nicht wirklich.
0:03:07–0:03:10
Aber ich weiß noch, in der ersten Folge, da sind irgendwie so Zombies so rum und so.
0:03:10–0:03:16
Und dann waren ein paar Menschen und ein Zombie hat so die Menschen so angeschaut.
0:03:17–0:03:20
Er hat die so richtig so fixiert. Und das war was Unheimliches.
0:03:20–0:03:24
Weil das wollte man nicht. Weil Zombies sind eigentlich anders.
0:03:24–0:03:28
So diese Sachen, wenn wir über Zombies sprechen, dann sprechen wir ja immer
0:03:28–0:03:31
aus einer beobachtenden Position heraus.
0:03:31–0:03:35
Wir haben niemanden von dem, den wir betrachten, die uns helfen,
0:03:36–0:03:37
das aufzuklären. Weißt du, wie ich meine?
0:03:38–0:03:42
Also es ist nicht möglich, dass wir mit einer Hypothese über die anderen,
0:03:43–0:03:45
die Zombies sind immer die anderen und werden es auch immer bleiben,
0:03:45–0:03:48
weil wir nie mit denen irgendwie in Kommunikation treten können, so richtig.
0:03:48–0:03:54
Aber in welcher Konstellation könntest du das denn mit irgendeiner Horrorfigur?
0:03:55–0:03:59
Naja, wenn wir diesen Vampirfilm, den Chris und du beschrieben haben,
0:04:00–0:04:04
diese Figur von Dracula, oder wie heißt der nochmal?
0:04:05–0:04:07
Nosferatu. Morlock, genau.
0:04:08–0:04:15
Der ist ja auch irgendwie, über den kann man, man kann von dem was erschließen.
0:04:16–0:04:20
Also die Motivation bleibt letztendlich, aber der spricht, der kommuniziert,
0:04:20–0:04:22
der sagt, was er will oder was er nicht will.
0:04:23–0:04:26
Wir können uns vielleicht nicht ganz in eine solche Person hineinversetzen,
0:04:27–0:04:31
aber trotzdem gibt es eine Möglichkeit mit dem, sag mal, wie ist denn das eigentlich,
0:04:31–0:04:33
wenn man Vampir ist, ist es dann so und so?
0:04:34–0:04:37
Oder wie ist es denn, 300 Jahre zu leben? Also irgendwie hat man ein Gegenüber.
0:04:37–0:04:41
Ist es nicht so bei Braindead, wo die dann auch alle am Tisch sitzen?
0:04:42–0:04:46
Und da sind auch, da haben die zumindest ein Sozialläden, die Zombies.
0:04:46–0:04:47
Das ist Peter Jackson.
0:04:47–0:04:51
Ja, das war ja auch quasi der Endpunkt,
0:04:52–0:04:56
des Puppet Masters Films. Danach ging nichts mehr.
0:04:56–0:05:01
Ich glaube, der hat das ganze Kunstblut der Welt da drin verbraucht.
0:05:02–0:05:08
Sehr psychodynamisch auch. Die vereiterte Riesenmutter, die man mit dem Rasenmäher
0:05:08–0:05:12
dann wirklich so klein schnipseln muss.
0:05:12–0:05:19
Ja, diese Mutter-Sohn- Konflikte. Sehr groß ausgetragen. Okay, sorry.
0:05:19–0:05:23
Ja, jetzt sind wir schon, 0 Uhr, genau 0 Uhr, okay, jetzt geht's los.
0:05:23–0:05:28
Das Erste, was ich mit erklären muss, ist, sprechen wir bei Zombies über instinkthafte
0:05:28–0:05:30
Wesen oder über triebhafte Wesen?
0:05:30–0:05:33
Haben die überhaupt Triebe oder haben die nur Instinkte?
0:05:34–0:05:41
Und das ist, finde ich, schon wichtig, weil der Unterschied wird oft nicht verstanden.
0:05:41–0:05:45
Manchmal denken Leute auch, Triebe sind Instinkt oder es wäre irgendwie so das Gleiche.
0:05:45–0:05:48
Aber es ist ein Riesenunterschied, weil der Instinkt ist ja was,
0:05:48–0:05:53
was wirklich angeboren ist, genetisch festgelegt, wo man sich als Organismus
0:05:53–0:05:54
nicht wirklich wehren kann.
0:05:55–0:05:58
Zum Beispiel, wenn du von einer Katze mit so einem Laserpointer hin und her
0:05:58–0:06:02
machst, dann wird die wahnsinnig, weil sie kann ich nicht machen.
0:06:03–0:06:08
Das ist der Instinkt. Und der Trieb, also das Konzept des Triebes,
0:06:08–0:06:12
ist nicht, dass es genetisch vorgegeben ist, sondern das ist sozusagen eine
0:06:12–0:06:16
psychische Repräsentanz von einem somatischen Reiz.
0:06:16–0:06:21
Ja, also du kannst, also hast eine innere Unruhe und aus dieser inneren Unruhe
0:06:21–0:06:24
heraus entsteht ein Wunsch, irgendwas zu tun.
0:06:25–0:06:33
Und zum Beispiel könnte man jetzt sagen, nehmen wir mal diese 28 Years Later, diese Rage.
0:06:33–0:06:38
Wir wissen ja nicht, was in denen vorgeht. Die sind innerlich so aufgewühlt.
0:06:38–0:06:43
Das zeigt sich dann äußerlich in so einer Zerstörungswut, in einer großen Aggression.
0:06:43–0:06:46
Dinge zerreißen, sich gegenseitig angreifen, Menschen angreifen und so weiter.
0:06:47–0:06:51
Aber was innerlich in den vorgeht, ist gar nicht so klar. Und das ist so ein
0:06:51–0:06:55
bisschen das Konzept auch des Triebes. Also wir beobachten etwas.
0:06:56–0:07:00
Aber wir können nicht wie beim Instinkt eins zu eins zwischen dem beobachtbaren
0:07:00–0:07:03
Verhalten und dem Auslöser was herstellen.
0:07:04–0:07:08
Und ein Trieb ist also nichts, was sich eins zu eins in Reizreaktionen übersetzt.
0:07:09–0:07:14
Das wäre der Instinkt, sondern es ist etwas, was aufgrund von einer inneren
0:07:14–0:07:20
somatischen Erregung entsteht dann ein psychisches Derivat oder Abkömmling davon.
0:07:21–0:07:24
Und der ist dann irgendwie als Symptom oder in der Welt sichtbar.
0:07:25–0:07:31
Also die Frage ist, können Zombies, sind das instinkthafte Wesen oder sind das
0:07:31–0:07:33
Wesen, die Triebe haben?
0:07:34–0:07:39
Gut, das ist ja so wie deine Grundprämisse, dass wir quasi so diese Figur des
0:07:39–0:07:45
Zombies irgendwie so zugänglich machen, mit bestimmten Methoden.
0:07:45–0:07:49
Hier ist es so, wie ich dich jetzt beim letzten Mal zum Beispiel verstanden
0:07:49–0:07:51
habe, eben dieses Kind, komme ich dann immer darauf zurück, das Kind,
0:07:51–0:07:55
das dann die Situation sich anschaut und entscheidet, wegzurennen.
0:07:56–0:08:00
In dem Moment hat man so das Gefühl, das ist nicht instinkthaft.
0:08:01–0:08:04
Der Instinkt wäre jetzt vielleicht, wie du immer sagst, Proteine.
0:08:06–0:08:11
Sondern Aminosäureketten. Must have. Dann weiter darauf zuzugehen,
0:08:11–0:08:14
auch wenn die Chancen nicht gut stehen.
0:08:14–0:08:17
Da wird dann entschieden, nein, ich hau ab.
0:08:17–0:08:22
Ja, ja. Ich verstehe schon den Unterschied, aber Aber ich habe gerade,
0:08:22–0:08:26
glaube ich, so diese Frage,
0:08:26–0:08:33
ob sich der Zombie, ich meine gut, bei den Infizierten, dann kann man ja noch
0:08:33–0:08:36
so das, man kann ja noch eine gewisse Zugänglichkeit schaffen,
0:08:36–0:08:40
weil das jetzt quasi keine Zombies sind.
0:08:41–0:08:45
Aber der Zombie als Figur, den finde ich halt so unzugänglich.
0:08:45–0:08:51
Das ist ja genau das, was ihn so als bedrohlich und monströs erscheinen lässt,
0:08:51–0:08:57
das er einfach komplett nicht irgendwie einordnen lässt.
0:08:58–0:09:02
Und deswegen ist es glaube ich für mich die Frage, ob es als Trieb oder instinkthaft
0:09:02–0:09:04
ist, ist für mich dann schwierig.
0:09:06–0:09:10
Ich finde es fast egal, die Frage. Aber das ist, glaube ich,
0:09:10–0:09:11
jetzt nicht deine Intention.
0:09:12–0:09:14
Also bei den Zombies habe ich das Gefühl, dass es beides gibt.
0:09:14–0:09:19
Es gibt einmal eben diese Zombies, die dann Romero-mäßig wirklich dumm erscheinen
0:09:19–0:09:22
oder leer erscheinen, maschinenhaft erscheinen,
0:09:22–0:09:26
also reizreaktionsmäßig erscheinen und einfach so trotzdem in ihrer Fülle einfach
0:09:26–0:09:28
schwer aufzuhalten sind.
0:09:28–0:09:32
Und dann gibt es eben diese anderen. Das sind dann aber so neuere Zombies,
0:09:32–0:09:37
in Anführungszeichen, wie ich meine, mich zu erinnern bei The Walking Dead,
0:09:37–0:09:40
manche einfach auch so smart sind und planen.
0:09:40–0:09:43
Und da gab es auch diesen einen Film mit Will Smith, wo jetzt ein zweiter Teil
0:09:43–0:09:46
rauskommt. Der war, glaube ich...
0:09:46–0:09:46
I'm Legend.
0:09:47–0:09:50
Ja, I'm Legend. Omega Man war, glaube ich, auch mal so ein Film, mit welchen Stoß?
0:09:50–0:09:53
Ja, gut, Omega Man ist nochmal eine andere Kiste.
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Ja, aber ich glaube, das war die gleiche...
0:09:56–0:09:57
Das war die gleiche Romanvorlage.
0:09:58–0:10:01
Und I'm Legend, da gibt es ja dann auch irgendwie sowas wie die Alphas in der
0:10:01–0:10:05
Art. So ein paar die dann gucken und so versuchen zu lernen und zu verstehen
0:10:05–0:10:10
und Strategien haben und sich die Sachen angucken und nicht einfach nur versuchen durchzurennen.
0:10:11–0:10:16
Das kommt mir dann bei Freud eben, ich habe jetzt die ganzen Leute so sortiert,
0:10:16–0:10:20
dass sie mit Jahreszahlen, also Geburtszahlen, da war Freud dann der Älteste.
0:10:21–0:10:24
Und dann kommt auch schon Jung, über den hatten wir auch gerade gesprochen.
0:10:25–0:10:31
Und bei Freud hatte ich halt so zwei Sachen gefunden. Und das erste war halt das Unheimliche.
0:10:32–0:10:40
Da hat Freud 1919 einen Artikel geschrieben, der heißt das Unheimliche.
0:10:41–0:10:45
Und da gibt es ein Zitat aus diesem Artikel, den ich kurz vorlese, wo er sagt...
0:10:47–0:10:52
Allerhöchsten gerade unheimlich erscheint vielen Menschen, was mit dem Tod,
0:10:52–0:10:58
mit Leichen und mit der Wiederkehr der Toten, mit Geistern und Gespenstern zusammenhängt.
0:10:58–0:11:06
Also diese Wiederkehr der Toten, das ist so irgendwie das, was ich da als Aufhänger so nehme.
0:11:06–0:11:10
Und jetzt sind wir dann genau schon wieder an dieser Frage, wer spricht für
0:11:10–0:11:12
wen und aus welcher Position.
0:11:13–0:11:19
Weil ich jetzt einfach mit Freud dann irgendwie jetzt mal das bei Zombies zurechtbiege.
0:11:19–0:11:26
Aber ich spreche im Endeffekt jetzt nur über das, was es in mir auslöst als Beobachter.
0:11:27–0:11:32
Und sage jetzt in diesem Fall sehr wenig über das, wie entsteht das im Zombie.
0:11:32–0:11:33
Aber ich finde, es passt trotzdem einfach sehr gut.
0:11:34–0:11:38
Also Freud hat da gesagt, das, was uns unheimlich ist. Und jetzt sind wir nicht
0:11:38–0:11:43
der Zombie, sondern wir sind der Zuschauer sozusagen im Kino. oder vom Fernseher.
0:11:43–0:11:48
Was bei uns unheimlich ist, ist bei ihm in der Definition das Unheimliche.
0:11:49–0:11:53
Das ist halt so beides. Das ist das Heimelige, das Vertraute,
0:11:53–0:11:56
aber es ist auch eben unheimelig.
0:11:56–0:11:58
Also es ist uns nicht mehr vertraut.
0:11:58–0:12:02
Und für ihn ist es halt so ein Beispiel, auch für das, was so verdrängt ist.
0:12:02–0:12:06
Dinge, die uns irgendwie verdrängen, die uns irgendwie intrapsychisch zu sehr
0:12:06–0:12:11
belasten, die wir dann wieder vergessen oder wenn die zurückkommen,
0:12:12–0:12:18
zum Beispiel, oder halt in der Form der Zombies, wenn halt Leute zurückkommen,
0:12:18–0:12:22
die wir nicht mehr an ihrem Wesen erkennen, sondern nur noch an ihren Klamotten erkennen.
0:12:23–0:12:29
Also das Zurückkommen von etwas eigentlich schon Abgelegtem oder Verdrängtem.
0:12:29–0:12:35
Dass das eine Sache ist beim Unheimlichen. Das fand ich, passt so beim Zombie ganz gut.
0:12:35–0:12:39
Ja, es ist im Prinzip der komplette Verlust einer Persönlichkeit.
0:12:39–0:12:45
Wenn du ein Zombie wirst, gebissen, dann verlierst du ja komplett deine Identität
0:12:45–0:12:47
und bist ja einfach anonym.
0:12:47–0:12:48
Ja.
0:12:48–0:12:52
Weil du genau die gleichen Verhaltensmuster wie alle anderen hast.
0:12:53–0:12:55
Und vielleicht, und das ist jetzt so ein bisschen dann auf das,
0:12:55–0:12:58
was das zweite Zitat ist für Gläser, bei den Zombies im Kaufhaus,
0:12:59–0:13:01
gibt es dann auch nochmal die Überlegung zu gucken, es ist halt so,
0:13:01–0:13:04
dass die Sachen sind uns nicht völlig fremd,
0:13:05–0:13:09
sondern es ist eher was, was gleichzeitig vertraut und verdrängt ist.
0:13:09–0:13:12
Also wenn wir jetzt Zombies sehen in diesem Einkaufszentrum,
0:13:12–0:13:17
uns geht da um so eine Konsumsache und der Zombie in seiner Rolle oder in seinem
0:13:17–0:13:20
Verständnis von der Welt, für
0:13:20–0:13:24
denen ist ja die Wertigkeit der Dinge im Einkaufszentrum völlig wurscht.
0:13:24–0:13:28
Er geht ja nicht ins Einkaufszentrum, um da zu konsumieren.
0:13:29–0:13:29
Doch, Menschen.
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Ja, genau. Das Kapitalistische, was drumherum aufgebaut ist,
0:13:34–0:13:37
das funktioniert ja quasi nicht mehr für den Zombie.
0:13:37–0:13:40
Das heißt, wir sehen darin Menschen, mit denen wir uns irgendwie identifizieren
0:13:40–0:13:44
können, weil die haben die Form von Menschen, die haben die Kleidung von Menschen,
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die sind einem menschgemachten Raum, die sich aber völlig unerwartet bewegen.
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In diesem Raum, die sich eben nicht anhand dieser kapitalistischen Idee bewegen.
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Dann sehen wir beides, das Vertraute, aber auch eben das völlig Fremde.
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Wie kann das sein, dass die Person,
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nicht folgt dem, wofür dieses Ding gebaut wurde.
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Aber ich will noch mal anmerken, dass wirklich so ein Zombie als ein singuläres
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Phänomen nicht weiter bedrohlich ist.
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So ein erster Zombie durch die Masse.
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Und das Pandemische, was da dahinter hängt. Das ist das, was bedrohlich wird.
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Aber wenn du jetzt dir einfach einen Zombie vorstellst,
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das wäre dann eher so Peter Jackson-mäßig vielleicht eine 75-jährige englische
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Großmutter aus Nordengland mit Tasche und Kostüm und völlig verrutschtem Hut
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und vielleicht ist da eine Arm abgerissen und die wurde gebissen und die ist
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ganz alleine im Einkaufszentrum.
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In dem Moment würde dann trotzdem so ein komischer Raum entstehen, weißt du?
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Das ist eben das Vertraute, das ist so die Oma einfach, aber die ist jetzt irgendwie
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blutlüstern in einem Einkaufszentrum unterwegs. Es wäre gleichzeitig schrecklich und aber auch komisch.
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Ja, also ich frage mich was, also du hast ja gerade mit Freud besprochen, das Unheimliche.
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Aber ich finde, wenn wir Freud schon haben, dann finde ich auch diese Analogie zum Verdrängten.
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Der Zombie, der in der Verdrängungslogik zu einer Masse wird und monströs wird.
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Irgendwo, du hast einen Zombie im Kopf oder wie auch immer.
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Und dadurch, dass du den irgendwo im Dunkeln lässt, kann der sich vermehren
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und wird dann zu einer Masse.
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Und das ist ja das, was das unheimlich macht.
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Dass der halt so diese Möglichkeit hat, sich zu potenzieren.
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Ja, und das, also jetzt nochmal eine zweite Sache kurz zu Freud.
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Und auch da wieder, wir gucken da so drauf und die Frage ist ja,
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warum wirkt der Zombie in uns?
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Was ist es, was der tut, was in uns etwas auslöst, was zu diesem Horror oder
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diesem unheimlichen Gefühl kommt?
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Und da wollte ich dann von Freud eben noch den Todestrieb mit reinnehmen und
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den Wiederholungszwang.
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Und das sind so zwei Dinge, die kamen relativ spät in Freuds Lehre,
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erst 1920 in dem Buch Jenseits des Lustprinzips.
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Freud hatte dann irgendwie einfach auch anhand von den klinischen Realitäten
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nach dem Weltkrieg, wo viele Kriegstraumatisierte auch auf einmal klinisch behandelt
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wurden, musste er so ein paar Sachen von seiner Theorie revidieren.
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Und das war wie so ein Effekt, wo dann eins führt zum anderen.
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Er hat unglaublich viel in dieser einen Schrift umgebaut, jenseits des Lustprinzips.
0:16:55–0:17:00
Und zwar, was ihm da aufgefallen ist, vor allem ist auch, dass die Leute nicht
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nach dem in Anführungszeichen Lustprinzip, was er hatte, einfach ihre Psyche organisieren.
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Die Uridee war einfach, wir verdrängen Dinge, damit es uns besser geht.
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Wir haben zum Beispiel Zwänge, die zwar schlimm sind, aber die eigentlichen
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Konflikte, die hinter den Zwängen liegen, die sind noch viel schlimmer.
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Das heißt, wir würden lieber uns mit unseren Zwängen, das alles gerade sein
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muss, auseinandersetzen, als dass wir uns mit dem eigentlichen Thema dahinter
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auseinandersetzen müssen.
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Also es ging immer darum, dass man Unlust vermeidet oder Lust herstellt und
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dass man intrapsychisch oder mit so psychischem Apparat versucht,
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einfach mehr Lust herzustellen.
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Und er hat dann aber gemerkt, dass eben zum Beispiel viele Kriegsdraumatisierte...
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Immer wieder die gleichen Träume hatten, immer wieder die gleichen Ängste hatten,
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immer wieder auch die...
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Also da hat er gemerkt, das entspricht nicht dem, was er erwarten würde,
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sondern es wird ihm auf einmal irgendwie klar, bei Trauma zumindest kommen die
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Dinge einfach immer wieder, nicht anders, lassen uns nicht los.
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Ein bisschen dieses Bild, so was machen denn so diese wirklich entleerten Zombies,
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die halt so immer wieder versuchen, jetzt zum Beispiel die gleiche Wand hochzukrabbeln
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oder durch die Tür durchzugehen oder einfach so.
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Warum hören die nicht auf? Im Prinzip ist es ein ähnliches Bild.
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Er hat in dieser langen Ummodulierung seiner Theorie, hat er dann auch dem Eros,
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also dem Libido, dem Lebenstrieb, hat er dann den Thanatos, den Todestrieb, gegenübergesetzt.
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Und hat dann auch biologische Forschung aus der Zeit mit herangezogen und auch
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philosophisch über die Entropie argumentiert, dass ja allem Leben auch der Tod schon inne wohnt,
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also dass das Leben auch nur durch den Tod begrenzt ist und dadurch auch heraussteht,
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weil es Licht und Schatten, oben und unten,
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Leben und Tod, also auf einer philosophischen Ebene, aber auch so,
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er hat gesagt, das ist ja quasi schon in der Materie fast mit angelegt.
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Und für ihn war dieser Todestrieb dann auch so was, was auch mit so einer Form
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von einer inneren Entspannung zu tun hat.
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Also der Todestrieb ist eben auch, dass wir das implizit wissen in unserem Leben,
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dass alles wieder eben zurückgeht in eine unbelebte Natur.
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Und dieser Todestrieb, dieses Gehenlassen, hast du ja auch ein bisschen darauf hingewiesen.
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Diese Empathie mit Leben und Tod, die der Doktor da in dem Film 28 Years Later hatte.
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Dass das irgendwie auch so eigentlich dann schon sehr menschliche Haltung ist dem Ganzen gegenüber.
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Und Freud hat diesen Todestrieb, der eben aber auch ein Trieb nicht nur fürchterlich
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ist, sondern eben auch ein Trieb der Entspannung.
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Dann kommen wir jetzt zu Carl Gustav Jung und da kann ich dann das,
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was du in der einen Folge aufkommt, da so ein bisschen drin vor.
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Und da habe ich dann so gedacht, Jung spricht, also während Freud ja vom Unbewussten
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spricht, spricht Jung eher vom Schatten, also beim Individuum.
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Unbewusste ist bei Freud eben das, was im Individuum angelegt ist,
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aber was auch eine Verbindung hat mit der Umwelt.
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Aber bei Jungen ist dieses Schattenhafte potenziell über die Archetypen,
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über das kollektive Unbewusste, es hat schon so eine spirituelle Dimension.
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Es geht dann bei Jungen auch vielmehr darum, diese Schattenseiten nicht einfach abzulegen.
0:20:40–0:20:44
Das wäre das, was Freud vielleicht wollte, dass man das irgendwie heilt in Anfangszeichen.
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Nicht ablegen, sondern sich damit auseinandersetzen, sich da richtig hinein
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zu begeben und diese Schattenseiten zu integrieren.
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Die Schatten sind in gewisser Weise all das Abgespaltene von dem,
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mit dem wir uns nicht auseinandersetzen wollen, was uns immer wieder auch einschränkt.
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Also wir sind dann beschränkt in dem, was wir uns erlauben zu tun,
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weil wir den Schatten vermeiden.
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Und Jungen wünscht sich dann, dass die Sachen integriert werden.
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Und die Idee eines Zombies wäre dann zum Beispiel nur der Schatten von einem.
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Also dass du, wenn du einen Zombiefilm guckst, dass du sozusagen den Schatten,
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all die Dinge, mit denen du nichts zu tun willst, in einer Person zusammengeschmolzen.
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Du möchtest dich nicht mit Tod auseinandersetzen, mit Leben und Tod.
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Du möchtest dich nicht mit diesen Wiederholungen auseinandersetzen.
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Du möchtest dich nicht mit diesem Entleerten auseinandersetzen.
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Also alles, was irgendwie du versuchst zu vermeiden, kommt dir auf einmal da
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entgegen, so als Schattenfigur.
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Und was dann eben auch noch Teil des Zombies ist, und das war das,
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was du ja da in der Folge angesprochen hast, diese Individuation.
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Also diese Möglichkeit, sich das zu integrieren, das durchzuarbeiten,
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daran zu wachsen, dass man das integrieren kann.
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Und Zombies sind halt nicht individuationsfähig, sondern sie sind quasi eingefroren
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in diesem Schattendasein. Das wäre noch so ein Bild eines Zombies.
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Ja, jetzt machen wir, ich glaube, wir machen noch einen, weil wir haben jetzt schon halb eins.
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Und jetzt kommen wir noch zu dem Teweleit, den können wir noch aufarbeiten und
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dann ist vielleicht auch einfach der Dampf so ein bisschen raus.
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Das ist eigentlich auch die Uhrzeit.
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So Marathon,
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Podcasten. Die nächste Person wäre nämlich Melanie Klein, 1882 in Wien geboren
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und dann aber nach London umgezogen.
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Eine der sehr frühen weiblichen Psychoanalytikerinnen, die auch mit der Kinderpsychoanalyse
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an ihren eigenen Kindern begonnen hat, die auch,
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Aber das gehört jetzt nicht hierher, die auch in vielen Punkten genau aus dem
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Grund so ein bisschen fragwürdig ist, weil sie in der Analyse ihrer Kinder dann
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auch ihre Theorie über Objektbeziehungen, also diese interpersonellen Elemente entwickelt hat.
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Und da kommen die Kinder nicht gut bei weg. Aber die Mutter kommt gut bei weg.
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Sie war halt sozusagen die Mutter, die diese Theorie dann auch gemacht hat.
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Okay.
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Aber die Theorie von Melanie Klein finde ich in vielen Punkten wirklich sehr,
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sehr spannend und interessant.
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Vor allen Dingen auch vor dem Hintergrund, dass sowohl Jung als auch Freud im
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Endeffekt doch sehr stark intrapsychische Prozesse sich angeschaut haben.
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Also was passiert in einer Person.
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Bei Melanie Klein mit der Objektbeziehungstheorie ging es jetzt um eine Diade,
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also um zwei Personen erst mal.
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Und die hat, finde ich, schon sehr interessante Sache gebaut,
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die halt gesagt hat, dass wir in uns ein Bild von der anderen Person schaffen.
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Und diese Bilder, die wir schaffen, die sind dann auch später im Leben eben
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diese Grundlagen vielleicht von Übertragungen.
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Wenn ich dann irgendjemanden treffe und ach, du erinnerst mich an den und den.
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Also die inneren Objekte, die wir erstellen, sind quasi Konstrukte,
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die entstehen aus dem Erleben im Umgang mit anderen Menschen und mit Bildern
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über diese anderen Menschen.
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Aber, und jetzt kommen wir dann in diese frühkindliche Entwicklung und gleichzeitig
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das Zombie-Bild hinein, aber in ihrer Beobachtung.
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War es so anhand von ihren Kindern erstmal, aber dann natürlich auch in der
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Kinderanalyse bei anderen Kindern, dass in der ganz frühkindlichen Entwicklung
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ist das Kind ja sowieso zu früh auf der Welt.
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Kann auch nicht scharf sehen, kann sich nicht selbst ernähren,
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ist komplett ausgeliefert, muss sich quasi einer Vertrauensperson oder Bezugsperson,
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meistens der Mutter, hingeben oder ist davon abhängig, ohne das aber auch genau zu wissen.
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Die Welt entsteht ja erst langsam, sowohl über die Entwicklung der sensorischen
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Apparate, aber auch über die intrapsychischen Prozesse, Emotionen.
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Alles wird ja erst entdeckt im Umgang aber eben mit anderen Personen.
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Und da hat dann Melanie Klein gesagt, dass das Kind am Anfang kein ganzes Bild
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von den anderen Personen hat, sondern überhaupt nur Teilobjekte hat.
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Zum Beispiel hat es ein Teilobjekt, die gute Brust gefüttert mich.
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Da kommt Milch raus, super.
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Aber wenn es denn dann Hunger hat, dann gibt es auch eine böse Brust,
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die eben einfach nicht da ist oder die nicht füttert, die nicht versorgt.
0:25:38–0:25:44
Und in dieser Zeit spricht sie von einer paranoidschizoiden Entwicklungsphase.
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Die frühe Entwicklungsphase ist so, dass eben nur Teilobjekte entstehen.
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Es gibt keinen zusammenhängenden Körper, kein Körperbild, keine zusammenhängenden
0:25:55–0:25:59
Menschen. Das ist sowas, was dann auch bei Lacan später nochmal auftaucht,
0:25:59–0:26:01
in der Spiegelphase, das hatten wir auch schon besprochen.
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Und sie sagt, dass halt in dieser frühen Paranoid-Schizoiden-Phase gibt es nur
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Teilobjekte und die sind gut oder böse.
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Und gute Objekte, mit denen kann man sich ganz gut innerlich organisieren.
0:26:16–0:26:20
Also wir haben ja die inneren Objekte, die sind in uns und gute Objekte,
0:26:20–0:26:23
mit denen kann man gut intrapsychisch leben.
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Aber böse Objekte sind innerlich so unangenehm, es ist zu wenig ein Wort,
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sondern das Kind kann böse Objekte nicht in sich tragen, das kann es noch nicht regulieren.
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Und deshalb in ihrer Theorie projiziert es diese abgeteilten Objekte,
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bösen Objekte nach außen. Und deshalb ist die Mutter die Böse.
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Weil das Kind ist nicht in der Lage, das Böse, was es erlebt.
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Innerlich zu verarbeiten und deshalb die Projektion, dann sieht man raus damit,
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auf andere drauf, ich werde hier böse behandelt.
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Das Böse ist nicht in mir, ich erlebe es nicht, ich bin es nicht,
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ich konstruiere es nicht, sondern es wird mir gemacht.
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Und das war halt der Punkt.
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Durch die Erfahrung der Fragmentierung der Mutter wird dann aber die entsprechende
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Emotion auf die ganze Mutter wieder übertragen.
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Die ganze Mutter wird noch nicht wahrgenommen. Es gibt dann so ein erster Moment
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der Erkenntnis, wenn es aus der ersten Phase rauskommt, kommt es in eine depressive Phase.
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In dieser depressiven Phase ist das Kind in der Lage, diese Teilobjekte zusammenzufügen.
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Und dann wird eben aus allen Teilobjekten auf einmal die Mutter.
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Und dann wird aber auch dem Kind klar, dass es sehr ambivalente Gefühle gegenüber
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dieser Mutter hat, weil es eben auch die gute Brust und die böse Brust war.
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Das heißt, in dieser depressiven Phase heißt deshalb depressive Phase,
0:28:06–0:28:11
weil das Kind da wegen seiner Ambivalenz auch dauernd, aber auch Sorge hat,
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verlassen zu werden oder abgehängt zu werden oder diese Bezugsperson zu verlieren,
0:28:15–0:28:19
weil es so ambivalente Gefühle hat und weil es dann implizit auch die Erkenntnis hat,
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das Böse, was ich da drauf projiziert habe, das ist gleichzeitig aber auch das Gute.
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Das heißt dann die depressive Phase. Und jetzt kommen wir eben zurück zu diesen
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Freikorpsbeobachtungen, über die Klaus Thewe, Leidens der Männerfantasien, geschrieben hat.
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Da bezieht er sich eben genau darauf. Was du auch in der letzten Folge schon
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gesagt hast, dieses militärische Drill der Freikorps Jungs, das männliche,
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das kantige, das gerade, das abgegrenzte, das weibliche ist sowieso schon ein bisschen.
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Die Mutter ist so ein bisschen außen vor, die ist auf alle Fälle nicht versorgend, anwesend.
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Und was Teweleit dann da gefunden hat in einer Erklärung dieser völlig berauschten
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und entgrenzten Gewaltfantasien und Gewalthandlung,
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war, dass er gesagt hat, dass eben genau das passiert.
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Diese Männer-Männer, die von Männern geformt und werden, die sind in dieser
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frühkindlichen Stadium, sind die stecken geblieben, die sehen die eigene,
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also das eigene, die schlechten, bösen Objekte,
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die innerlichen, die werden einfach nach außen projiziert und so wird dann eben
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auch, und das passt, finde ich, ganz gut zu dem Zombie, was Teweleit beschreibt,
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So wird eben dann aus den Demonstrationen oder den Arbeiterbewegungen,
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die da zerschlagen wurden,
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wird dann eben so eine fürchterlich bedrohliche Masse.
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Die eigene innere Gewaltbereitschaft, alles, was innen drin angelegt ist,
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wird auf die anderen projiziert und dort bekämpft.
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Also nicht in sich selbst durchgearbeitet und aufgelöst, sondern man bleibt
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einfach abgespalten auf dieser Ebene stehen.
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Und sieht nicht die Menschen als Menschen, die auf einen zukommen,
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sondern eben als diese Masse, die es dann auch zu töten gilt.
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Wenn wir jetzt im Kino sitzen oder vorm Fernseher sitzen oder vorm Screen sitzen
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und uns einen Zombiefilm anschauen,
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dann ist der Zombie eben so inszeniert,
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wie das nach Teweleits Analyse die Freikorpsmänner erlebt haben.
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Also diese Masse, die auf dich zukommt, die irgendwie dir nur Böses will.
0:30:37–0:30:39
Also es geht ja mir so ein bisschen, das meinte ich auch ganz am Anfang,
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man kriegt im Endeffekt dann doch wieder nur eine Frage hin von,
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was wird in mir ausgelöst, wenn ich das sehe?
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Und da wäre es dann sozusagen der Zombie schafft uns die Möglichkeit,
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Lust in diesen Bullet-Time-Shots und sowas zu empfinden, wenn dieses Böse vor
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uns zerstört wird, weil es einfach nicht zu uns gehört, weil es nicht Teil von
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uns ist, es ist nicht in uns,
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sondern das Böse ist von uns losgelöst, ins Gegenüber, ne?
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Das ist, ja, das ist ein ganz schöner,
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Quist.
0:31:15–0:31:19
Quist, ja genau, aber das war so ein bisschen...
0:31:19–0:31:20
So ein eigentlicher Moment ist das.
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Ein eigentlicher Moment, genau. Und auch da ist es aber natürlich wieder so,
0:31:24–0:31:28
dass der Zombie als solcher bleibt uns unerkannt.
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Wir können ihn nicht sehen, wir können nicht mit ihm sprechen,
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mit ihm nicht kommunizieren, aber in diesem Zombie erleben,
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kriegen wir ein Gefühl dafür, was nach Teveleitz-Analyse die Freikorpsleute
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erlebt haben bei den Niederschlagungen brutalsten Niederschlagungen. Zwei Sprünge.
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Das allerletzte noch, nur ganz kurz angerissen. Das fand ich nochmal ganz interessant.
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Lacan hatten wir ja schon bei Solaris, also Solaris der Planet als das Reale.
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Lacan hat ja drei Ordnungen, das Imaginäre, das Symbolische und das Reale.
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Das Imaginäre sind die Bilder, da sind wir ein bisschen bei Melanie Klein.
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Das Spiegelstadion, wann kann man irgendwie zum ersten Mal sich selbst im Spiegel
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als geschlossene Person wahrnehmen, aber auch andere geschlossene Menschen als
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geschlossene Person wahrnehmen.
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Das Symbolische ist eigentlich eine Sprache, das Signifier und das Signified, Signifikation.
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Und dann gibt es noch das Reale. Und das Reale ist alles, was außerhalb von
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Sprache und Vorstellung liegt.
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Und das war ja ein bisschen bei Solaris auch dieser Planet, der sich einfach uns nicht erschließt.
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Und auch diese Figur, die vertraut ist, die ist ja wie so ein Zombie.
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Gibt es doch den einen, der da so befragt wird, auch bei Solaris,
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der erklärt, wie er da mal so durchgeflogen ist.
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Und auf einmal kam aus Solaris heraus eben dieses Riesenbaby,
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was sich so asymmetrisch seltsam bewegt hat. Wo wir drüber gesprochen haben,
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sah ein bisschen aus wie frühe KI.
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Es ist einfach etwas, das sich komplett unserer Sprache, unserer Logik,
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Gesetze, Kultur, das entzieht sich uns komplett.
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Und die Zombies sind in vielen ja einfach nicht anders als dieses große Solaris-Baby.
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Du hast auch das Gefühl, dass die nicht fassbar sind.
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Die entziehen sich einfach unserem Verständnis, unserer Struktur,
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unseren sprachlichen Systemen oder strukturellen Systemen, die wir uns erstellt
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haben, um alles zu verstehen. Da passen die nicht mit rein.
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Die sind nicht im Einkaufszentrum, um zu kaufen. Was wollen die da?
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Was geht hier eigentlich gerade los? Was läuft so?
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Und das ist dann so was was
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dann später schick auch so ein bisschen aufgegriffen hat
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eben dieses reale die wiederkehr des realen welcome
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to the desert of the real also auch
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so ein buch von ihm und er bezieht sich
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ja immer auch implizit auf lakon weshalb er jetzt auch weniger von zombies spricht
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und oft eher von untoten also undead die sind ja beides ja die sind lebendig
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und tod und der Der Zombie ist dann nicht so ein spannendes Wort für einen Sprachwissenschaftler.
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Ja, mache ich jetzt langsam hier Schluss.
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Man möge mir verzeihen, dass wir nach Mitternacht noch aufnehmen.
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Wir kommen gerade wieder an den Ausgangspunkt, wo wir die letzte Folge gestartet
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haben zur Warschauer Straße.
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Aber wir sind auch zu einer Uhrzeit unterwegs, wo auch viele Untote hier sind.
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Ja, stimmt. Du musst auch mal gucken, wenn ich das dann mir mal anhöre.
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Das war ...
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Genau. Abbinden, bitte.
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Vielen Dank, Mitch. Also, das ist eigentlich Podcast Episode 82.
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Wir sagen Tschüss. Ist das mit deinem GEMA-Zahn.
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Wenn die nicht in 20 Sekunden vorbeigelaufen sind?
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Nein, glaube ich nicht.
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Also.
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Dann mach es gut. Vielen Dank.
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Bis dahin. Tschüss. Freu mich schön.
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Ich würde gerne diese S-Bahn nehmen. Ist das zu schnell? Aber dann muss ich dich entkabeln.

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