EGL009 Sound-Engineering: Fehlerhafte Abbilder und wie sie etwas Eigentliches werden

In der Welt des Sound-Engineering ist jede Simulation echt.

Nehmen wir beispielsweise den 'Sound' von Vinyl. Eigentlich sollte Vinyl als Medium für Aufnahmen kein Eigengeräusch haben. Hat es aber. Und jede:r kennt den Sound von Vinyl, das leise Rauschen, Knistern und Knacken der sich drehenden Schallplatte. Dieser Sound steht sogar für etwas, löst Emotionen aus, wird z.B. im Film eingesetzt, um eine schlimme Vorahnung zu induzieren, wenn wir nur das Knacken einer Schallplatte in einem leeren Zimmer hören. In dieser Episode beschäftigen wir uns mit Fehlern in Tonaufnahmen, die mit der Zeit nicht mehr als Fehler, sondern originäre Sounds oder Charakteristika wahrgenommen werden. Genaugenommen geht es in dieser Episode eigentlich um eine Kette von Fehlern, die bei Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe entstehen - oder auch schon vorher: in der Beschaffenheit des Raumes, in dem der Klang entsteht. Es geht um Sound-Engineering mit solchen inzwischen originären Sounds die digital vermessen und emuliert werden. Oder mittels AI gänzlich neu und in Echtzeit generiert werden, um Stimmungen zu induzieren, die eine Musik für unsere Ohren in der Zeit platzieren, in der diese Fehler gemacht wurden, weil es einfach nicht anders möglich war, z.B. ein Echo zu erzeugen, als mit zwei massiven Metallplatten, die von einem Lautsprecher in Schwingung versetzt wurden.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
Erzähler
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:04–0:00:09
Köln läuft. Läuft ja. Okay.
0:00:11–0:00:22
Dann eigentlich dieses Podcast? D Episode neun Das spricht mit Floor, der Erzähler der heutigen Episode.
0:00:25–0:00:29
Ohne Einleitung. Ja eigentlich. Podcast.
0:00:30–0:00:40
Wir sind am Laufen und unser unser Claim heißt auch immer laufen beim Reden und laufend reden.
0:00:40–0:00:47
Wobei ich glaube, das heißt eigentlich reden beim Laufen und laufend reden. Aber das erste kann man hin und her drehen wie man will. Und ich würde vielleicht sogar dafür.
0:00:49–0:00:57
Eintreten, das zu ändern, ob sie sind gerade viel Autos. Ich finde laufen beim Reden und laufend reden eigentlich schöner. Was denkst du?
Florian Clauß
0:00:58–0:01:01
Gerne. Kann man so machen. Laufen, drehen.
0:01:01–0:01:12
Hier ist Flo und zu meiner linken Seite läuft mit und wird heute die die heutige Episode erzählen.
0:01:12–0:01:16
Ich bin gespannt. Ich freue mich drauf. Ich weiß nicht, worum es geht.
0:01:16–0:01:24
Wir laufen auf jeden Fall wieder mal durch Brandenburg in der Nähe von der Neuen,
0:01:25–0:01:31
sind hier in Bernecker und werden jetzt teilweise,
0:01:32–0:01:40
durch durch die Felder laufen, teilweise an der Straße lang deswegen entschuldigt für diese,
0:01:42–0:01:48
Autos, die manchmal im Hintergrund zu hören sein werden oder sind.
0:01:49–0:01:54
Wir sind hier auf einer Wiese. Hier ist so ein kleines bestelltes Feld.
0:01:54–0:02:02
Sieht sehr verlassen aus, aber doch ganz heimelig. Ne, sieht das Feld, sieht toll aus.
0:02:02–0:02:07
Also ich. Mag das hier weniger. Hat wirklich Sinn. Hat schöne Ecken.
Micz Flor
0:02:07–0:02:13
Er Bank hat morgen ein kleines Schloss und ich glaube, hier liegt auch irgendein Mendelssohn Bartholdy begraben.
0:02:13–0:02:18
Aber ich glaube, ein Mathematiker, kein Komponist. Ich weiß nicht genau.
0:02:19–0:02:29
Ja, unser Thema heute, ich sag's mal noch nicht, ich komme da irgendwie drauf. Und vor allen Dingen mein großes Problem ist das eigentliche, worum es mir dabei geht.
0:02:29–0:02:34
Sage ich das ganz zum Schluss oder sage ich das ganz am Anfang, also im Twist Plot?
Florian Clauß
0:02:33–0:02:34
So sind Twist Plot.
Micz Flor
0:02:34–0:02:49
Ja, es kommt mir so ein bisschen so vor, Weil in dem Moment ich gesagt hat, braucht man sich entweder gar nichts mehr anhören, danach aber soll man sich diese ganzen, auch historischen Sachen anhören, wenn es doch eigentlich nur um so eine Hypothese geht, die ich ganz gut finde.
0:02:50–0:03:03
Es hat aber auch mit Podcasten zu tun und ich habe vergessen, wie der Comedian heißt. Ich glaube mit Hedge Burg oder Heath Burke, ein Amerikaner, der hat mir diesen ganz einfachen Witz gemacht.
0:03:06–0:03:08
Wo er so standardmäßig dasteht und sagt So.
0:03:10–0:03:20
Also a friend of mine came to me and hold me this pictures, die seit his pictures of me when I was younger. Ein fieser.
0:03:22–0:03:25
Mein Junge, an All the pictures of you.
0:03:25–0:03:36
Also diese Idee, dass, wenn man ein Bild aufnimmt, dass man natürlich auf dem Bild immer jünger, so was wir jetzt gerade machen und damit hat es zu tun, dass dieses aufnehmen Podcast.
0:03:36–0:03:42
Wir haben ja auch ein Mikrofon, also genauer gesagt zwei Mikrofone, die sind mit unseren beiden Handys verbunden.
0:03:42–0:03:48
Wir nehmen das getrennt auf, dann fügen wir Splitter wieder zusammen, legen das dann.
0:03:48–0:03:56
Wir haben ja vorhin auch geschlitzt, legen die Dinger dann übereinander, dann kommen die in so einen Prozess, wo das alles so ein bisschen glattgebügelt wird und hinten rauskommt.
0:03:56–0:04:04
Eine lückenlose Dokumentation unserer Aufnahmen. Und wann immer ihr das hört, dann hört ihr uns aus der Vergangenheit.
0:04:07–0:04:14
Und worum es mir heute geht, ist allgemein dieses Thema aufnehmen, aber jetzt nicht in so einer Idee von.
0:04:17–0:04:25
Aufnahmetechnik nie per se, sondern ich möchte ein bisschen über diesen permanenten Kampf des Abbildes sprechen.
0:04:28–0:04:34
Und das aufnehmen, was wir jetzt hier tun, ist es hat dann irgendwann auf den Kopfhörer und dann klingt es alles ziemlich gut.
0:04:34–0:04:42
Und wenn man alte Sachen hört, dann klingen sie nicht so gut. Und wenn man dann irgendwelche alten Audioaufnahmen hört, wo die Leute noch so laut brüllen, mit so einer gestelzten Stimme sagen.
0:04:43–0:04:55
Today again we speaking from the day. Diese alten Stimmen, die halt auch dem geschuldet waren, dass Mikrofone nochmal ganz, ganz andere Sensitivität hatten, auf auf Schallwellen zu reagieren.
0:04:55–0:04:59
Das heißt, das hängt ja alles immer sehr zusammen. Das was aufgenommen ist mit den Aufnahme,
0:05:01–0:05:07
Werkzeugen und ja, in allem ein kleines bisschen Technikgeschichte.
Florian Clauß
0:05:05–0:05:07
Ein kleines bisschen Technikgeschichte.
Micz Flor
0:05:07–0:05:18
Es ist schon ein bisschen Technikgeschichte drin. Ich finde es ja auch total spannend. Es ist auch für mich, Ich bin Hobbymusiker und habe viel auch mit Aufnahmen zu tun gehabt.
0:05:18–0:05:23
Ich fand es total spannend. Ich komme halt so aus meiner Teenagerzeit, eben noch aus der Zeit von so Tape Maschinen,
0:05:23–0:05:35
so wo man dann vier Track Recorder zu Hause hatte, wo man auf normalen kleinen Cassette mit vier Spuren aufnehmen konnte und dann im Proberaum mietete man sich über ein Wochenende ist 188 Spur Aufnahmegerät.
0:05:35–0:05:47
Das war dann schon totaler Luxus und kostete Geld. Also aus dieser Zeit komme ich. Dann habe ich irgendwann eben am Computer natürlich ein bisschen gearbeitet. Und jetzt bei dem Podcasten machen wir das ja auch. Also ich auf Linux, du auf Mac.
0:05:48–0:06:00
Mit der gleichen Software kann man halt das Zeug heute so elegant zusammenschneiden, wo man früher hätte im Radio wirklich noch das Tape diagonal schneiden und kleben müssen, um bestimmte Sachen rauszunehmen.
0:06:01–0:06:03
Also diese Sachen sind schon ein bisschen auch drin in der Episode.
0:06:06–0:06:14
Und mal gucken. Also es ist natürlich schon so, dass wir jetzt aufnehmen können oder dass überhaupt Sachen aufgenommen werden konnten.
0:06:14–0:06:29
Das hat natürlich auch gleich wieder so einen Markt geschaffen, das möchte ich schon so vorne wegstellen, weil bevor man Dinge aufnehmen konnte, war das zum Beispiel nicht unüblich, dass Musiker auch von sich selbst geklaut haben.
0:06:30–0:06:36
Also vor allen Dingen Händel und Vivaldi sind bekannt dafür, dass sie sich selbst kopiert haben, manchmal auch andere kopiert.
0:06:37–0:06:42
Aber wenn man sich selbst kopiert hat, zum Beispiel ein Stück von Händel, wo er sagt Mensch, so eine schöne Melodie wäre doch schade.
0:06:43–0:06:56
Dann hat er halt neuen Text schreiben lassen. Den Text konnten die Leute drucken und sich merken, die Melodie war flüchtiger und weil es nicht aufgenommen werden konnte, konnte man ein halbes Jahr später bei einem Konzert was bringen, wo alle sagten Mensch, also der Händel, der ist schon gut.
0:06:56–0:07:07
Aber das haben sie vor sechs Monaten auch gesagt, sich vielleicht nicht gemerkt. Und wenn man auf Wikipedia schaut, unter Mikrofon in dem Eintrag, sieht man auch so einen kleinen Zeitungsausschnitt.
0:07:09–0:07:22
In dem beschrieben wird das glaube ich von 29 oder so, wo beschrieben wird, dass wegen diesen Grammophon und den Schallplatten, die ja aufnehmen können, der Verkauf von Klavieren total zurückgeht.
0:07:22–0:07:30
Also diese Idee von Kammermusik zu Hause Musik machen, Noten kaufen. Also es hat natürlich hat diese Aufnahmetechnik ganz viel verändert.
0:07:31–0:07:39
Bei mir läufts auch, es hat nur einen kurzen Aussetzer und schnipsen noch mal, davon habe ich gerade gesprochen. Jetzt werden beide unsere Aufnahmen später.
Florian Clauß
0:07:40–0:07:42
Von magischer Hand synchronisiert.
Micz Flor
0:07:41–0:07:49
Synchronisiert. Genau auf Wikipedia. Bei dem Eintrag für Mikrophone findet sich so ein kurzer Zeitungsausschnitt.
0:07:49–0:08:00
Da wird auch so festgehalten, dass der Verkauf, also das Grammophon, der Verkauf von Schallplatten das ist halt dazu führt, das halt die Leute nicht mehr so viel Konzerte gehen, weniger Klaviere verkauft werden.
0:08:01–0:08:13
Zitat Geigenbauer können bald den Laden dicht machen. Also das ist wirklich dann natürlich dieses Aufnehmen und die und die industrielle Fertigung von diesen Tonträgern natürlich einen riesen Einfluss hatte.
0:08:13–0:08:18
Also so die Sachen in der Kultur hängen ja alle immer zusammen. Das ist ja auch so eine.
Florian Clauß
0:08:18–0:08:26
Das ist ja quasi bei jeder Einführung eines neuen Mediums gab es ja diese diese Diskussion.
0:08:26–0:08:35
Das kann es ja beim Buchdruck oder beim Internet oder Foto Film. Alles immer, immer. Jetzt wird es ganz schlimm.
Micz Flor
0:08:26–0:08:32
Ja Buchdruck beim Internet, Foto und und und. Malerei.
Florian Clauß
0:08:36–0:08:40
Dieser Kulturpessimismus, der dann immer so bei dem ein neues Medium eingeführt.
Micz Flor
0:08:40–0:08:44
Ja, und der Markt ändert sich natürlich. In der Tat. Also jetzt zum Beispiel.
0:08:45–0:08:51
Ich glaube, irgendwie, der Bassist von Gene Simmons, Bassist von Kiss, hat mir irgendwie gesagt So,
0:08:52–0:09:00
the Streaming, also ich sag jetzt keine Anbieter, aber dieses Streaming von vom Back Catalogue für die alten Bands total super ist.
0:09:00–0:09:04
Weil keiner würde mehr in Plattenladen gehen und eine Kiss Platte kaufen.
0:09:04–0:09:08
Aber weil es halt irgendwie jetzt alles komplett auf diesem Platform verfügbar ist.
0:09:09–0:09:18
Jeder kennt, hört man sich halt mal an, so in der Art, das heißt auf einmal dieser Beck Katalog von alten Aufnahmen digitalisiert auf den Streaming Plattformen.
0:09:18–0:09:21
Auf einmal unerwartet noch mal richtig.
0:09:21–0:09:28
Gerade für die ältere Generation an Musikern Musikerinnen noch mal irgendwie Zaster ran bringt. Egal.
Florian Clauß
0:09:28–0:09:40
Das heißt weil bei der die Aufnahme von alten Konzerten dann halt ein singulärer Moment ist, der dann quasi jetzt nur dieses Konzert in Swinging Dienst anbietet.
Micz Flor
0:09:41–0:09:56
Nee, gar nicht, sondern der Beck Katalog von der Platte. Das heißt die Platte kommt raus, dann gehst du in den Laden und kaufst die Platte oder CDs, dann hast du die zu Hause und hast dann, wenn du kein Ticket kaufst, haben die dich nicht mehr als Kunden. Die haben dich quasi verloren.
Florian Clauß
0:09:49–0:09:53
Also hast du die zu Hause? Ah, okay.
0:09:53–0:09:57
Haben die dich nicht mehr als Kunden? Die haben mich quasi verloren. Jetzt.
Micz Flor
0:09:56–0:10:05
So, jetzt, 50 Jahre später und nachdem diese Platte damals verkauft wurde, ist diese Platte jetzt im Streamingdienst verfügbar.
0:10:05–0:10:10
Der Streamingdienst schüttet aus an die Künstler, anteilig nach auch Spielzeiten.
0:10:10–0:10:13
Also je nachdem, wie viel gespielt wird, kriegst du da Geld.
Florian Clauß
0:10:12–0:10:18
Gespielt wird. Kriegst du da Geld? Jetzt habe ich. Diese Platte würde keiner mehr kaufen im Laden. Die.
Micz Flor
0:10:14–0:10:24
Und diese Platte würde keiner mehr kaufen im Laden. Beziehungsweise die wird ja gar nicht mehr geliefert, weil die die Lieferkette ist halt überhaupt nicht mehr lukrativ, sondern wenn, dann auf dem Second Hand Markt.
0:10:25–0:10:32
Aber wenn man halt mal so klicken kann und sagen kann Ach, guck mal, das höre ich mir mal an, dann fließt wieder Geld, wo eigentlich alles schon versiegt war.
0:10:32–0:10:39
Ja, hier ist ja schön. Wir sind jetzt mitten in einem kleinen Stückchen Wald angekommen. Hast du die Route im Kopf?
Florian Clauß
0:10:38–0:10:49
Straight on. Genau. Also noch hier kurze Einschub Die Tracks könnt ihr dann auf unserer Webseite eigentlich als Podcast eh genau nehmen.
Micz Flor
0:10:39–0:10:42
Straight okay, also noch vier kurze Einschub.
0:10:43–0:10:48
Die Tracks könnte dann auf unserer Webseite eigentlich liegen. Das sind die Live Tracks, die Musik.
Florian Clauß
0:10:50–0:10:57
Die Musik drängt es dann in den Streamingdiensten eurer Wahl, womöglich den am besten freier Podcaster.
0:10:58–0:10:59
Das empfehlen wir.
0:11:01–0:11:04
Ich wollte jetzt noch mal Werbung für unsere Webseite machen. Okay, weiter.
Micz Flor
0:11:06–0:11:11
Genau. Nicht alle Streamingdienste. Wir sind nicht auf Spotify, aber die wollen wir nicht.
Florian Clauß
0:11:10–0:11:15
Sportiv sind wir nicht und auf Google Podcast auch nicht. Gut.
Micz Flor
0:11:12–0:11:15
Google Podcast an gut.
0:11:15–0:11:22
Ähm, also es heißt aufnehmen, Aufnahmetechnik. Wir sind da jetzt auch irgendwie mittendrin.
0:11:22–0:11:34
Wir nehmen jetzt gerade auf und diese Technologie, auch das steht auf diesem Mikrofon. Wikipedia Eintrag war ursprünglich The Mikrofon. Technik war ganz eng gekoppelt an die Telefon Technik.
0:11:35–0:11:38
Also wenn du Telefone her stellst, musst du die Stimme irgendwie übertragen können.
0:11:39–0:11:43
Das heißt die Entwicklung zwischen Mikrofon und Telefon war sehr eng und.
Florian Clauß
0:11:44–0:11:52
Aber entschuldigen Sie reingrätschen. Aber es gab zu der Zeitpunkt mit der Entwicklung der Mikrofone noch keine Konservierung. Möglichkeiten.
Micz Flor
0:11:52–0:12:02
Die Mikrofone beim Telefon nicht. Aber es gab diesen Phonographen. Das ist ja dann der in Wachs Rollen rein ritzt. Ja, und?
Florian Clauß
0:11:56–0:11:58
Der dann ritzt in die.
Micz Flor
0:12:04–0:12:09
Das ist. Ich muss gleich noch mal alles wieder einfangen, um auf die Spur zu kommen, über die ich eigentlich reden will.
0:12:09–0:12:14
Weil das ist schon alles wichtig, was wir jetzt so elektro akustisch dann auch besprechen werden.
0:12:14–0:12:24
Jetzt sind wir fast noch in der rein mechanischen Zeit. Also der Hallo, weil der Fotograf war einfach noch ein mechanisches Gerät.
0:12:24–0:12:29
Da hat es dann bei dem Fotograf, der ein rein mechanisches Gerät war, bei der Aufnahme,
0:12:29–0:12:44
hast du in diesen Trichter rein gesprochen oder Musik gemacht und das wurde dann auf einer Walze, die man selber manuell drehte, Wurde das dann eingeritzt über diese wackelnde Membran, So diese.
0:12:45–0:12:54
Fotograf war. So ganz neue Technologie kommt halt. Das ist vielleicht etwas, was du sogar besser kennst als ich hier.
0:12:54–0:12:58
Hitlers Draculas Vermächtnis ist ja auch ein großes Thema, dieses Aufzeichnen.
0:12:59–0:13:08
Da werden ja unterschiedliche Aufzeichnungen, Tagebucheinträge, Schriftstücke, Briefe, aber eben auch die wahnsinnigen,
0:13:09–0:13:15
Ergüsse von von diesem einen Akteur werden auf Phonographen gespeichert und dann transkribiert.
0:13:15–0:13:23
Also diese Idee, das einzufangen, und das war damals dann wirklich so das erste Mal, dass man eine Stimme aufnehmen konnte, wieder abspielen konnte.
0:13:25–0:13:31
Dass das dann später hauptsächlich Musikindustrie war noch gar nicht klar. In dem Moment war wirklich dieses Wow, die Stimme.
0:13:32–0:13:36
Eines Menschen kann wiedergegeben werden, auch wenn der Mensch nicht mehr da ist.
0:13:36–0:13:41
Und dieses eine Logo hieß Masters Voice oder wie es heißt, wo dieser Hund an diesem Grammophon hört.
0:13:42–0:13:49
Es ist ja auch so ich weiß nicht, ob fiktive oder reale Situation ist, der Hund auf einmal sein Herrchen oder Frauchen hört und dann darauf reagiert.
Florian Clauß
0:13:50–0:13:58
Ja, ich glaube, ich will auch jetzt noch mal eine Referenz zu einer vorherigen Folge machen. Hatten wir ja schon mal drüber gesprochen.
0:13:59–0:14:05
Das faszinierende ja an dieser Aufnahmetechnik von dem Fotografen ist ja, dass du.
0:14:05–0:14:13
Es gibt kaum ein anderes Medium, was direkter aufgezeichnet werden kann, also mechanisch wie Schall.
0:14:14–0:14:17
Ich weiß nicht. Ich hatte damals schon so ein kleines Buch,
0:14:18–0:14:29
wo man so Experimente machen konnte und um jetzt quasi eine Platte, die um die Schallwellen zu dekodieren,
0:14:30–0:14:35
reicht aus, dass du eine angespitzt, das Streichholz nimmst.
0:14:35–0:14:43
Und das war das Experiment in meinen kleinen Büchern und dann auf diesen Speicher, dass auf der anderen Ende, auf den anderen Ende der,
0:14:43–0:14:50
Streichhölzer dann einfach so ein Spalt rein schneidest und dann an diesem Spalt dann halt so ein Blatt Papier dann rein hängst.
0:14:51–0:14:56
Das ist dann halt quasi der Verstärker, um nur die Spitze von diesem Streichholz die Platte lang fährst.
0:14:57–0:15:01
Dann kannst du die Schallwellen hören.
0:15:01–0:15:10
Also das heißt, so einfach lässt sich das decodieren. Und deswegen jetzt kommt die Referenz zu eigentlich Folge 001 Kontakt.
Micz Flor
0:15:09–0:15:10
Er stöhnte.
Florian Clauß
0:15:10–0:15:15
Ja, das ist nämlich auf der Plakette von Voyager diese Goldene Schallplatte.
0:15:15–0:15:28
Und das war auch so die Idee. Also es gab ja keine digitalen Aufnahme, aber du brauchst halt wirklich eine rein mechanische Werkzeuge, um das zu decodieren. Das ist ja absolut faszinierend.
Micz Flor
0:15:28–0:15:33
Ja, genau das ist dieser. Man spricht viel ebenso von Elektro Akustik.
0:15:33–0:15:36
Wenn man heute von Musik und und Aufnahmen spricht.
0:15:37–0:15:46
Es gibt dann eben eine Umwandlung. Und da werden wir auch gleich drüber sprechen. Aber diese Idee, der Fotograf, könnte man sagen, das müsste doch die beste Qualität sein, weil ich spreche.
0:15:46–0:15:55
Ganz natürlich schwingt die Membran, ganz natürlich schwingt die Nadel, und ganz natürlich wird es dann in Wachs eingeritzt und ich drehe das wieder um.
0:15:55–0:16:09
Ich drehe dann die die Walze, auf der es aufgenommen wurde. Dann bewegt sich wegen der Walze auf einmal die Nadel und die Nadel bewegt die Membran. Und dann habe ich auf einmal den Ton genauso wieder, wie ich ihn vorher aufgespeichert habe.
0:16:10–0:16:19
Aber weil halt da ein großer Reibungsverluste der Mechanik drin ist, ist der Ton nicht wirklich sehr gute Qualität.
0:16:19–0:16:33
Im Gegenteil, man hat gemerkt, je mehr man diese beiden Systeme entkoppelt, das Physikalische, also das Akustische, und das dann eben über Elektronik versucht, das wieder aufzufangen, desto besser wird die Qualität. Da werde ich dann auch ein bisschen drüber reden.
Florian Clauß
0:16:33–0:16:35
Ja spannend.
Micz Flor
0:16:35–0:16:44
Ähm, und das sind die drei Schritte, durch die ich durchgehen möchte. Und das ist auch der große Wurf eben von dem eigentlichen Thema, was ich da habe.
0:16:44–0:16:51
Und zwar gehen wir von diesem rein physikalischen Phonographen über das elektroakustische.
0:16:51–0:17:01
Das ist zum Beispiel die Tape Maschine hin zum und auch das Mikrophon wird ist quasi ein Umwandeln von akustischen elektronische Signale,
0:17:01–0:17:06
hin zu den digitalen Systemen, die jetzt quasi aktuell so wie wir arbeiten.
0:17:07–0:17:15
Die State of the Art ist. Keiner würde jetzt mehr mit einem mobilen Tonband Aufnahmegerät hier lang laufen.
Florian Clauß
0:17:16–0:17:21
Ja, da fällt mir dazu ein. Nur ganz wenige Leute. Ja, ich glaube schon.
Micz Flor
0:17:18–0:17:25
Apropos lang laufen. Kommt man hier weiter? Ja, ich glaube schon. Was mich total interessiert an diesem Thema aufnehmen ist eben nicht nur,
0:17:26–0:17:37
die popkulturell dies und das und Markt, sondern was mich an diesem Thema interessiert, hat damit zu tun, dass es diese permanente Versuch ist, natürlich die Qualität zu verbessern.
0:17:37–0:17:46
Also diese alte Fotograf, der war zwar eine eins zu eins Übersetzung von mechanischen in mechanische Speicherung, aber die Qualität war einfach nicht sehr gut.
0:17:47–0:18:00
Dann mit elektro akustischen System Mikrofonen, die mechanisches in elektrisches umgewandelt haben, da wurde auf einmal die Möglichkeit, das abzubilden besser, das heißt die ewige versuchen, sich die Qualität zu verbessern.
0:18:01–0:18:09
Und wir hängen jetzt halt auch hier mit einem Umwandlung. Unser Mikrofon ist eine Umwandlung von Akustischen ins Elektronische.
0:18:10–0:18:15
Und das dritte ist dann eben natürlich die Digitalisierung, die das Ganze noch mal abstrahiert.
0:18:16–0:18:29
Und was ich spannend finde, ist, dass halt immer wieder auf diesem Weg so kleine Fehler entstehen und diese kleinen Fehler subjektiv in der Zeit, wenn sie passieren, als eine enorme Verbesserung gewertet werden,
0:18:30–0:18:44
und dann später rückblickend aber wie Grütze klingen oder wie Grütze aussehen und man aber trotzdem so viel mit diesem Fehler verbindet, dass man anfängt, diesen Fehler wieder herzustellen, um etwas Bestimmtes herzustellen.
Florian Clauß
0:18:44–0:18:44
Verstehe.
Micz Flor
0:18:45–0:18:56
Ich glaube, das kennt jeder. Wenn man zum Beispiel einfach mit dem Handy Fotos macht und ein Foto Filter drauf legt, so Sepia fehlt, aber alles so beige braun ist und man denkt ach guckt mal hier 1904,
0:18:57–0:19:00
ein Foto von den Urgroßeltern.
0:19:00–0:19:05
Das heißt, du bist in dem Moment dabei, Du kannst ein Foto machen und du machst es aber bewusst.
0:19:06–0:19:10
So wie so fehlerhaft wie früher, weil man die Farben nicht gut abbilden konnte.
0:19:11–0:19:20
Und da machst du es ganz bewusst und es ist für dich sichtbar. Aber es passiert ja auch immer wieder, dass man alte Dinge noch mal wieder in die Hand nimmt, zum Beispiel ein altes VHS Tape,
0:19:20–0:19:29
oder irgendeinen Film auf YouTube findet, irgendeine Werbung, die man aus der Kindheit kennt und dann denkt so Oha, krass, was für eine schlechte Auflösung, wie unscharf, wie,
0:19:29–0:19:35
was für komische Farben und so oder auch alte Kinderfotos von Kindergeburtstagen, wo man dann ein Papier ausdrucken sieht.
0:19:36–0:19:47
Die Farben, das hat ja gar nicht gestimmt. Das heißt, in dem Moment war es aber so, nachdem man vielleicht nur Schwarzweißfotos machen konnte und irgendein Farbfilm hatte, das die Leute zum Ersten Mal beim Farbfilm Foto,
0:19:47–0:19:53
es in der Hand hatten, dachten eh, jetzt ist es richtig, vorher war es falsch, jetzt ist es richtig.
0:19:54–0:20:07
Wir sehen also in dem Moment, wenn wir näher an das herankommen, wie wir scheinbar die Welt wahrnehmen oder konstruieren, desto mehr denken wir, dass es jetzt endlich richtig ist. Jetzt ist es gelöst.
0:20:08–0:20:14
Und Jahrzehnte später gibt es dann auf einmal wieder einen Filter, der auf deinem Handy genau das herstellen kann. Oder auch bei Filmschnitt.
0:20:14–0:20:20
Ich meine das bei dem einen Wir sind ein Film Podcast, der Tarantino The Hateful Eight.
0:20:20–0:20:35
Also da hat er ja dann mit so einer ultra teuren Arri Digitalkamera gedreht und hat aber später im Mastering noch so diese Artefakte drauf gerechnet, dass es ein bisschen so aussieht wie so ein Cinemascope Weit,
0:20:35–0:20:37
Screen aus den 70er Jahren.
0:20:37–0:20:42
Du siehst dann immer oben so Fransen, so als ob der Film so ein bisschen gerissen wäre vom Abspielen.
0:20:43–0:20:51
Also da werden dann auch wieder quasi Fehler hinein gerechnet, um das ganze wiederum in der Zeit zu verorten.
Florian Clauß
0:20:51–0:20:58
Analoge Marker. Und. Aber du willst jetzt nicht über Film reden und willst er über Audio.
0:20:58–0:21:08
Das heißt, du willst diesen Aufnahme Zyklus durch den erst mal Mikrofon Aufzeichnung abspielen.
Micz Flor
0:21:06–0:21:15
Ja, ja. Also diese erste große Hürde für Aufnahme war halt, wenn wir jetzt mal Band, Musik die Band Musik geben.
0:21:15–0:21:28
Da war es so Anfangs wurde ja wirklich zuerst auf den Phonographen und relativ bald schon aufs Grammophon direkt auf die Platte geschrieben und direkt auf die Platte geschrieben, in dem ein,
0:21:28–0:21:32
eine Band dann wirklich vor diesem,
0:21:32–0:21:34
Trichter performte.
0:21:34–0:21:43
Und wenn das dann irgendein Jazz Stück war mit einem kurzen Saxofon solo, der Saxophonist einen Schritt nach vorne und der Saxophonist einen Schritt nach vorne gegangen, um lauter zu sein.
0:21:43–0:21:50
Es gab also keine Entkopplung von diesem Hall bis zu dem aufgenommenen Sound.
0:21:50–0:21:58
Es gab keine Möglichkeit zu sagen, das Solo machen wir später und schneiden es drauf. Oder es musste quasi First Take alles in Echtzeit passieren.
0:21:58–0:22:06
So, und die Platte wiederum ließ sich dann sehr schnell vervielfältigen und man konnte in hohen Auflagen dann pressen,
0:22:07–0:22:13
weshalb die Schallplatte oder das Grammophon auch besser war als die Walze, weil so eine Walze zu vervielfältigen ist.
0:22:13–0:22:18
Deutlich schwieriger als so eine Schallplatte, die man wirklich flach pressen kann.
Florian Clauß
0:22:18–0:22:25
Es gibt quasi so Aufnahme Räume, die waren je nach Technologie viel analoger gespielt.
0:22:25–0:22:39
Und irgendwann kam halt so Entkopplung Technologien dazu, um die Qualität quasi zu heben, aber gleichzeitig auch wieder neue Aufnahme Räume zu ermöglichen.
Micz Flor
0:22:31–0:22:31
Ja.
Florian Clauß
0:22:39–0:22:42
Und dann was jetzt, was ich zuletzt beschrieben hast.
0:22:42–0:22:50
Jetzt gibt es dann halt quasi so ein Retro Filter, um diese alte Aufnahmequalität wiederherzustellen.
0:22:50–0:22:58
Dass dann bewusst bestimmte Filter eingesetzt werden, um diese alten alten Aufnahmen Räume zu inszenieren.
Micz Flor
0:22:59–0:23:07
Ja, und gerade bei dem, was ich gesagt habe, mit dieser Jazzband vor dem Grammophon, beim Aufnehmen, da ist es so, gibt es halt.
0:23:08–0:23:18
Free and Open Source und immer bei jedem digitalen Schnitt Programm den Audio Filter Old Radio oder so, der nächste dann drauf und dann klingt es halt wie durch so eine Tröte.
0:23:18–0:23:21
So. Also das ist einfach geblieben.
0:23:21–0:23:34
Und ich finde das einfach so spannend wie komplementär dieses Gefühl damals und das Gefühl heute ist damals dieses Gefühl von Innovation und Inspiration.
0:23:35–0:23:41
Und einfach zu sagen Hey, wir haben gerade zum Ersten Mal überhaupt eine Aufnahme gemacht von einem klassischen Konzert.
0:23:42–0:23:49
Das kann ich mir morgen wieder anhören. Ich habe war gestern Abend im Konzert und morgen kann ich noch mal hören. Ich drehe einfach in dieser Walze.
0:23:50–0:23:59
Das war halt Ground Breaking. Und als dann damals in Dracula drüber geschrieben wurde, da war, glaube ich, dass der Fotograf auch erst drei vier Jahre alt.
0:23:59–0:24:10
Also es war wirklich so super Hightech, wie wenn es halt so wie so 90er Jahre Cyberpunk Romane, die halt irgendwie kurz nachdem das Internet auf einmal bei allen auf dem Tisch war.
0:24:10–0:24:14
Ein paar Jahre später war natürlich gleich alles die Kultur getränkt davon.
0:24:14–0:24:20
So und damals war es halt eine Euphorie und was Berauschendes. Und jetzt?
0:24:20–0:24:29
Es ist halt so ein Filter, den legt man drauf für ein Gimmick, um irgendwas herzustellen, was halt mit einer bestimmten Atmosphäre zu tun hat, mit der Zeit auch zu tun hat.
0:24:29–0:24:43
Aber was eben auf diesen Fehler fokussiert, man nimmt das ja quasi man lass uns diesen Fehler da drauf bringen und dann tut es das, was wir wollen. Es bewirkt kulturell das in jedem Einzelnen oder jede Einzelnen, was wir möchten.
Florian Clauß
0:24:44–0:24:55
Die Frage ist halt, ob dieses Fehler ich kenne ich das jetzt in dieses Knacksen von diesen Schallplatten Rillen, was ja auch ein Filter ist in irgendwie Audio Programm.
0:24:55–0:25:05
Nein, dieses Rauschen, was dann Staub simuliert, hat immer was retro haftes hat, was ein bisschen wie ein Kaminfeuer.
0:25:06–0:25:15
Aber die Frage ist es halt irgendwie, ob es nur für denjenigen, der diesen dieses Medium quasi in diesem Zustand erlebt hat, dann das hervorruft.
0:25:15–0:25:23
Oder jetzt so neuere Generationen an Jahren, an Jugendlichen, an Kindern, die das überhaupt nicht kennen.
0:25:24–0:25:30
Ob das jetzt irgendwie ein ähnliches Gefühl auch irgendwo wachruft oder ob das jetzt irgendwie eher als Fehler wahrgenommen werden wird.
Micz Flor
0:25:30–0:25:44
Hm. Ich glaube, du kannst natürlich schon sagen, dass wenn wir sind ja ein Film Podcast, wenn man in Film schaut, so klassischerweise Horrorfilme, wenn da so ein wenn dann so markiert werden sollte, das ist jetzt aus der Kindheit.
0:25:45–0:25:52
Dann kamen früher Super acht Filme, also Super acht und dann kam später VHS Filme.
0:25:52–0:26:03
Inzwischen sind halt so alte Handy Filme, die halt dann gezeigt werden oder sogar ein altes Handy was man gefunden hat und da war noch alte Filme drauf von Papa oder so den ganzen lost Film und ja und das.
Florian Clauß
0:26:00–0:26:02
Du bist jetzt bei den ganzen Ghost Film, oder?
Micz Flor
0:26:04–0:26:08
Ja, aber das finde ich schon interessant, weil das bezieht sich auf das, was du sagst, dass.
Florian Clauß
0:26:09–0:26:10
Es gibt schon so eine.
Micz Flor
0:26:10–0:26:21
Das Generation, dass bestimmte Fehler, fehlerhafte Repräsentation und immer die Vergangenheit, immer die Aufnahme, aber immer bestimmte Fehler für bestimmte,
0:26:23–0:26:25
Lebensabschnitte stehen. Auf jeden Fall.
Florian Clauß
0:26:24–0:26:27
Ja, es ist vielleicht auch so, also eine Kunst.
0:26:28–0:26:38
Da fällt beides zusammen Horrorfilm und und Medien, Bruch und bzw auch Medien Bewegung, nämlich Blair Witch Project.
0:26:38–0:26:43
Es ist ja quasi die Zeit des Dogmas, als dann halt Lars von Trier den Dogma Entwurf gemacht hat.
0:26:44–0:26:50
Nicht mit natürlichem Licht, nicht mit unnatürlichen Licht filmen, alles mit Digitalkamera.
0:26:51–0:26:55
Da kam ein Blair Witch Project zu der Zeit raus und die ganzen Dogma Filme.
Micz Flor
0:26:55–0:27:03
Ja, und der nächste Schritt nach diesem rein analogen Aufnehmen oder mechanischen Aufnehmen war natürlich dann die Entwicklung des Mikrofons.
0:27:03–0:27:04
Versetzt.
0:27:05–0:27:14
Die Tontechnik in die Lage, das akustische Signal in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
0:27:14–0:27:28
Aber diese Reziprozität zwischen Membran, Nadel Wachs Rolle ist eigentlich bei Aufnahmen auch bei diesen akustischen Systemen nicht unähnlich. Da wäre es dann eben Mikrofon.
0:27:28–0:27:36
Mikrofon hat eine Membran. Diese Membran bringt eine kleine Spule zum Schwingen in so einem rein analogen System.
0:27:36–0:27:41
Diese kleine Spule ist um einen Magneten drum herum gestülpt.
0:27:42–0:27:46
Das Magnetfeld ist statisch, die Spule bewegt sich. In der Spule entsteht ein kleiner Strom.
0:27:47–0:27:50
Dieser Strom ist abhängig von der Bewegung der Membran.
0:27:50–0:27:59
So wird dann dieses physikalisch akustische Schwingen in elektrische Signale übersetzt.
0:27:59–0:28:11
Die werden dann wiederum über ursprünglich Magnetband gespeichert, indem diese elektromagnetischen Schwingungen im Band wie eingefroren werden.
0:28:12–0:28:16
Diese elektromagnetische Band, da richten die sich dann aus und bleiben dann sozusagen stecken.
0:28:17–0:28:26
Wenn ich später wieder abspiele, dann gibt es da wieder einen ganz kleinen Spalt zwischen Magneten, in dem auch eine Spule ist.
0:28:26–0:28:28
Das Band flitzt daran vorbei.
0:28:29–0:28:34
Die Magnete im Band bewegen dann auch wieder, verändern das magnetische Feld.
0:28:34–0:28:42
Die Spule nimmt es auf, gibt es weiter, es wird verstärkt und endet dann wieder in der Membran von einem Lautsprecher.
0:28:42–0:28:50
Und auf dem Rückweg ist es dann so, dass das elektrische Signal eben im Lautsprecher wieder umgewandelt wird in eine Bewegung der Membran.
0:28:50–0:28:57
Und so entsteht dann der Schalldruck. Und das ist das, was bei uns im Ohr dann eben wieder uns hören lässt.
0:29:01–0:29:12
Im Endeffekt kommen die Schallwellen wieder im Ohr an und da entsteht natürlich dann In unserer Konstruktion entsteht dann das gesprochene Wort, das Lied, das Geräusch, was auch immer.
0:29:13–0:29:22
Das kennen wir entweder schon, wir kennen es noch nicht. Egal. Aber es ist auf alle Fälle auch noch mal interessant festzuhalten, dass auf Seite,
0:29:24–0:29:33
auf unserer Seite, auf der wahrnehmungs psychologischen Seite oder auch schon fast teilweise biologischen Seite da sind wir total optimiert.
0:29:34–0:29:48
Das ist zum Beispiel das weiß ja jeder, dass zum Beispiel bestimmte Codecs, MP3, AKE, was auch immer lost Codecs, das heißt die verlieren eigentlich von dem digitalen Signal Teile der Information,
0:29:48–0:29:52
zugunsten einer geringeren Größe der Datei.
0:29:52–0:29:56
Also in MP drei kann man immer einstellen wie viel.
0:29:58–0:30:06
Kilobit oder pro Sekunde. Gespeichert werden sollen. Oh mein Gott, Jetzt hast du hier echt. Aber überall Brennesseln.
0:30:06–0:30:16
Und wenn diese Zahl gering ist, dann wird mehr Information aus dem Original weggeschmissen,
0:30:17–0:30:22
und man kann bis zu einem gewissen Grad trotzdem unglaublich viel.
0:30:23–0:30:31
Loslassen von der original Information. Und trotzdem können wir Menschen das dann sehr gut wahrnehmen.
0:30:31–0:30:34
Das gilt sowieso für gesprochene Sprache.
0:30:35–0:30:39
Darauf sind wir total getrimmt. Also bestimmte Frequenzbereiche.
0:30:39–0:30:51
Da sind wir unglaublich sensibel. Deshalb funktionieren auch so ganz leise Töne in einer bestimmten Frequenzbereich. Die alarmieren uns einfach sofort, weil die sehr eng mit der gesprochenen Sprache korrespondieren.
0:30:51–0:30:55
Da sind wir sofort ganz Ohr, wie man sagt, und werden wach.
0:30:56–0:31:03
Es geht aber auch für Musik. Man hat halt festgestellt, dass wir zum Beispiel anhand von Obertönen,
0:31:04–0:31:12
Grüntöne im Kopf automatisch hinzufügen, auch wenn die gar nicht mit im Original Sound drin sind.
0:31:13–0:31:27
Nur deshalb funktionieren zum Beispiel diese ganz kleinen Radiowecker, auf dem man Musik hören kann, auf denen die Leute sogar Klassik Radio hören, obwohl man die Kontrabässe, die man im Kopf wahrnimmt, akustisch gar nicht messen kann.
0:31:27–0:31:34
Die sind diese Grüntöne sind nicht im Original Signal drin.
0:31:35–0:31:43
Aber anhand der Obertöne des Instruments sind wir in der Lage. Unter kompletten Harmonie sind wir in der Lage, die Musik dazu zu holen.
Florian Clauß
0:31:43–0:31:48
Es gibt quasi eine gewisse Ja. Im Prinzip ist das eine akustische Täuschung,
0:31:49–0:31:58
einfach eine gewisse Fehlertoleranz, die aber ähnlich wie du bei optischen Täuschungen dann bestimmte Effekte provozieren kannst,
0:31:59–0:32:08
die nicht da sind, die aber ergänzt werden, aus welchen Gründen auch immer, weil es halt irgendwie sich evolutionär so entwickelt hat.
Micz Flor
0:32:06–0:32:20
Ja, ja, also ganz, ganz anschaulich spricht man da von der Gestalt Psychologie, also in Gestalt, Phänomenen der Wahrnehmung, dass wir versuchen, auf symbolisch übertragener Ebene, dass wir versuchen, geschlossene Formen wahrzunehmen.
0:32:20–0:32:30
Das sind die optischen Täuschungen. Dann siehst du halt nur drei Ecken, und du siehst aber ein Dreieck mit diesen drei Ecken. Obwohl das nicht gezeichnet ist, ergänzt du es im Kopf.
0:32:30–0:32:33
Und das können wir halt mit allen Sinneseindrücken machen.
Florian Clauß
0:32:33–0:32:33
Ja.
Micz Flor
0:32:34–0:32:42
Und auch zum Beispiel wenn du irgendwelche super billigen Himbeer Bonbons kaufst.
0:32:43–0:32:56
Da sind genau die Marker drin, die bei dir dann irgendwie das Genuss Profil Himbeere aktivieren, obwohl das vielleicht gar nicht die komplette Palette von Design. Ja, ja, ja, genau.
Florian Clauß
0:32:53–0:32:59
Ja, das ist ein Food Design. Also chemische Lebensmittel Engineering.
Micz Flor
0:33:00–0:33:04
Also das heißt, die Kette ist sowieso schon ein Verlust, eine Verlust Kette.
0:33:06–0:33:10
Man versucht das akustische Signal mit dem Mikrofon aufzufangen,
0:33:10–0:33:25
umzuwandeln, elektrisches irgendwie zu speichern, verlustfrei irgendwie wieder zurückzugeben, irgendwie über den Lautsprecher wieder so rauszugeben, dass dann der Eindruck entsteht, während während ihr hier diesen Podcast hört, dass ihr direkt dabei wart,
0:33:25–0:33:28
und an jedem Punkt entstehen natürlich Fehler.
0:33:29–0:33:39
Das Mikrofon Wir hatten einmal einen Podcast, aber bei Flo das Mikrofon am Anfang falsch rum abgeklemmt und dann klingt es halt anders. Dann dreht man es um, dann klingt es wieder anders.
0:33:39–0:33:51
Aber wir sind halt wahrnehmungs, physiologisch und psychologisch kognitiv in der Lage, das in gewisser Weise zu kompensieren und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.
Florian Clauß
0:33:51–0:33:55
Wie bei dem Weg hier. Hier ist gar nichts. Ich habe.
Micz Flor
0:33:53–0:34:01
Ja, habe ich gerade gedacht. Ich, ich habe. Ich frage mich, ob beim Podcast hören von dieser Episode die Leute denken Was ist denn mit dem Floor los?
0:34:02–0:34:08
Weil manchmal fällt mir so das Herz in die Hose, wenn ich den Blick hoch richte und das Gefühl habe Weg sieht anders aus.
Florian Clauß
0:34:08–0:34:14
Du musst vorgehen wegen der Brennnessel. Okay. Jetzt sollten wir eigentlich auf dem Weg kommen. Was ist denn?
Micz Flor
0:34:10–0:34:24
Ja, okay, jetzt sollten wir eigentlich auf dem Weg. Ja, also das ist jetzt vielleicht auch natürlich einfach nur anschaulich anhand von dem GPS geleiteten Kastensystem, wo dieser Weg einfach wie eine Linie eingezeichnet ist.
Florian Clauß
0:34:26–0:34:32
Nein, es ist. Das ist hier nicht einfach, sondern es war hier ein ausgezeichneter Wanderweg.
0:34:33–0:34:37
Das ist hier Social Social Masse, die uns hier führt.
0:34:38–0:34:40
Na, vielleicht. Einer hat das mal gemacht.
Micz Flor
0:34:40–0:34:46
Es gibt diesen Spruch The map is not the territory. Und das ist selten für mich so anschaulich gewesen wie hier gerade.
Florian Clauß
0:34:49–0:34:53
Okay. I got. I got a point. Go on.
Micz Flor
0:34:49–0:34:52
Okay, dann hätte ich gerne The Point.
0:34:54–0:34:59
John Ja, ich habe so ein bisschen den Faden verloren, weil mein der Weg beeinflusst.
0:34:59–0:35:04
Wir machen ja immer Reden beim Laufen und laufend reden.
Florian Clauß
0:35:02–0:35:07
Aber Laufen und Laufen bewegen. Aber wir müssen hier ganz schön viel laufen. Dann können wir.
Micz Flor
0:35:05–0:35:12
Und das heißt, gerade ist genau das ist nicht einfach nur Laufen hier, sondern aufpassen, nicht zu stürzen.
0:35:13–0:35:23
Weshalb meine kognitiven Systeme ganz schön in der Orientierung verheddert sind und deshalb vielleicht gar nicht so frei, um so eine Geschichte zu erzählen.
0:35:24–0:35:31
Also es geht darum, es geht mir darum, vielleicht fange ich Anekdoten an auf der digitalen Ebene. Ich springe jetzt ein bisschen rum.
0:35:32–0:35:41
Gut, ich habe vor, auch schon über zehn Jahren hatte ich mir aus einem alten Windows XP Rechner damals neu, aber es ist einfach sehr alt.
0:35:42–0:35:52
Ableton Live und ein paar Soundkarte zum Musikmachen.
0:35:52–0:35:56
Mein erstes digitales Deck sozusagen gebaut und,
0:35:58–0:36:02
bin per Zufall über ein Plugin gestolpert.
0:36:03–0:36:08
Ich weiß gar nicht mehr wieder hieß. Vielleicht gibt's das auch gar nicht mehr, aber es ging einfach um Hall, um Raum Hall.
0:36:08–0:36:21
Man das war ganz basal, weil das einfach ein Plugin, mit dem man auf ein sehr trockenes Signal dann auch Hall legen konnte und und das ist halt dann eben das Besondere an der digitalen Technik.
0:36:22–0:36:25
Man konnte sich aussuchen, was für ein halbes ist.
0:36:26–0:36:39
Da gibt es in der Regel dann immer so was wie kleiner Raum, großer Raum oder Concert Hall oder so und dann habe ich sie gezeigt. Echt?
Florian Clauß
0:36:35–0:36:39
Ja, ich kann mich daran erinnern, als mir das demonstriert hat. Das war schön.
0:36:39–0:36:47
Und du konntest so verschiedene Sound Profile laden. Und du konnte es auch so, quasi so richtig.
Micz Flor
0:36:41–0:36:42
Oh mein Gott.
Florian Clauß
0:36:47–0:37:01
Originäre Gebäude oder Innenräume, dann halt die war das nicht das dann wurde dann halt die und die Kirche quasi als Hallraum, als Profil.
Micz Flor
0:36:53–0:36:56
Ja, Ja, genau. Es ist interessant.
Florian Clauß
0:37:01–0:37:05
Dann laden konntest und dann wurde das draufgelegt.
0:37:05–0:37:07
Das war auch so Studios, die damit quasi.
Micz Flor
0:37:07–0:37:19
Ja, genau das ist jetzt der Punkt. Jetzt springe ich quasi ins Digitale. Und dann abschließend noch mal zurück in diese Zwischenzeit zu springen, weil in diesen Dingen, wie du schon sagst, könnte man Profile rein laden.
0:37:19–0:37:30
Und als Gimmick wurde da gerade das mitgeliefert Staubsauger, Schlauch und dann konnte man das drauflegen. Und genauso wie das, was ich vorhin gesagt hat mit dem Oldtimer Radio. Jeder weiß, wie es klingen sollte.
0:37:31–0:37:38
Klang es denn wirklich so, als ob die Musik im Staubsauger Schlauch spielt und man sitzt davor und hört zu?
Florian Clauß
0:37:40–0:37:44
Ich glaube, das ist halt irgendwie diese Autorisierung von Räumen.
Micz Flor
0:37:40–0:37:41
Man konnte nämlich.
Florian Clauß
0:37:45–0:37:54
Das war ja so, das war ja glaube ich so noch so dieser ja, genau diese Vorarbeit, um halt irgendwie eine komplett Digitalisierung.
0:37:54–0:38:06
Und es war ja quasi auf dem Weg zu komplett Digitalisierung, dass wir also Profile und dann gab es doch auch, um das rauszukriegen, das Sound Profil eine entsprechende Anlage,
0:38:07–0:38:19
die halt die Firma dann halt auch eingeführt hat, um den Sound in einem Raum aufzunehmen oder darzustellen und daraus das Sound Profil abzuleiten.
Micz Flor
0:38:19–0:38:26
Ja, genau. Also, da wurden nämlich es gibt, es gibt ähnliche Systeme.
0:38:26–0:38:33
Und die einen nutzen das, um Räume, um den Hall, den Klang des Raums zu beeinflussen.
0:38:33–0:38:46
Man möchte zum Beispiel im Vorlesungssaal eben nicht, dass viel Hall drin ist, sondern dass die Stimme gut verständlich ist, wenig Störgeräusche drin sind, dass man sich gut konzentrieren kann. Weil Hall hat auch was Störendes in der Wahrnehmung, das überlappt ja alles.
0:38:47–0:39:00
Und die andere, die andere Seite sind eben die, die genau diesen Hall messen wollen, um den dann digital noch mal als Modell in so ein Plugin rein zu laden.
0:39:01–0:39:08
Und die ursprüngliche Technik war erst mal, dass man einfach einen Knall genommen hat und Pistolenschuss oder so was.
0:39:09–0:39:13
Mikro den Pistolenschuss, der war natürlich sofort vorbei.
0:39:13–0:39:21
Das Mikro hat aber dann eben diese Kurve aufgenommen vom Hall. Wie lange der Hall,
0:39:23–0:39:35
braucht, bis er normalerweise ist. In der Industrie wird so eine Marke von 60 Dezibel glaube ich Differenz, das heißt circa 60 oder so festgelegt.
0:39:39–0:39:51
Und das System wurde dann natürlich verfeinert, weil natürlich der Hall nicht nur abhängig ist von Sound an oder aus, sondern auch von den Frequenzen, also von der Höhe der Frequenzen.
0:39:51–0:40:01
Das heißt, der zweite Faktor war dann so, dass man einen bestimmten Sound abgespielt hat, den man kennt und damit einem Raum Mikro aufgenommen hat,
0:40:03–0:40:16
was zu hören ist. Dann konnte man den Originalton wieder rausrechnen und hatte dann so eine Art Fingerabdruck für den Raum für den Hall auf unterschiedlichen Frequenzen.
Florian Clauß
0:40:16–0:40:29
Im Prinzip ja einfach so, so eine Schablone, die man sich dann halt kalkuliert. Es ist ja eigentlich ein Verfahren, was in jeder anderen Messtechnik auch in irgendwie der einen oder anderen Form abgebildet wird.
Micz Flor
0:40:29–0:40:42
Ja, und diese Kurve, sozusagen diesen Stempel, diesen Fingerabdruck, den konnte man dann auf andere Sounds wieder drauf legen und hat dann künstlich hinein gerechnet den halbe kommen,
0:40:42–0:40:45
der in einem bestimmten Raum läuft.
0:40:45–0:40:51
Und das ist natürlich schon spannend. Ich habe da ewig viel rumgespielt, weil wie du schon sagtest, da gab's halt,
0:40:52–0:41:05
bestimmte Kirchen, bestimmte Studios, die man dann halt irgendwie auch kannte von bestimmten Schallplatten und man konnte dann seine eigene Gitarre in diesem Studio aufnehmen, sozusagen.
0:41:08–0:41:13
Und es ging ja noch weiter. Man konnte dann die Sound Quelle also ich nehme was ganz trocken auf.
0:41:14–0:41:18
Die Sound konnte man auf dem Bildschirm dann im Raum positionieren,
0:41:19–0:41:25
und konnte dann Stereo zwei Mikros hinstellen und konnte im Raum,
0:41:26–0:41:35
mit dem Hall des Raumes, der Position, Position, der Sound Quelle und der Position der Mikrofone ganz bestimmte Töne erzeugen.
0:41:35–0:41:40
Und das fand ich schon irgendwie sehr spannend und bin dann.
Florian Clauß
0:41:39–0:41:51
Ja, krass. Ich weiß nicht. Kannst du dich daran noch erinnern? Das war auch, als wir dann hier mit dem Auto aufs Land gefahren sind und wir hatten drüber geredet und wir haben dann halt irgendwie so,
0:41:54–0:41:58
äh, irgendwas in eine Musik gehört und Fenster auf gehabt.
0:41:58–0:42:05
Das war so ein Sommer Sommertag auch und wir sind in die Stadt reingefahren und dann hat man ja immer das Gefühl,
0:42:05–0:42:16
das Gehör noch, Wenn du irgendwo an der Mauer vorbei fährst oder an der Straßenbahnhaltestelle, hast du ja so eine Reflexion von dem einen Sound zum anderen und du hörst es so nach.
0:42:16–0:42:29
Und dann hattest du mir das auch mit dieser Begeisterung erzählt, dieses Hallo und ich meinte ja, vielleicht kann man ja auch so ein quasi so ein Profil erzeugen, was dann halt diesen Weg auch beschreibt, dass du halt genau diese Variation des Signals, wenn du,
0:42:30–0:42:43
im Auto fährst und dann hast du verschiedene Hohlräume, einfach bei dir vorbeifahren hast, dass man das dann halt auch so als als ein Profil dann halt aufzeichnen und so dann halt auch die Sound Veränderung quasi mit der Weg Veränderung dann halt,
0:42:44–0:42:47
als Profil nehmen kann. Kann sich dran erinnern. Ja.
Micz Flor
0:42:47–0:42:50
Ja total spannend. Daran kann ich mich nicht erinnern. Aber es sind zum Teil spannende Idee.
0:42:51–0:42:54
Mann Ich meine, in gewisser Weise machen Fledermäuse das auf alle Fälle.
Florian Clauß
0:42:54–0:42:55
Ja.
Micz Flor
0:42:55–0:43:07
Die ja einfach über den Echo, dann über das Echo von selbst erzeugten Tönen ein Bild der Umwelt erzeugen können, inklusive der Insekten, die sie dann quasi blind fangen.
0:43:08–0:43:10
Und das gibt es auch.
Florian Clauß
0:43:11–0:43:13
Wir sind wieder zurück in der Zivilisation.
Micz Flor
0:43:11–0:43:20
Gehen wir zurück in eine Zivilisation. Wow. Gut. Und jetzt kommt endlich wieder auf dem richtigen Weg des Experiments, unserem Podcast Format.
0:43:20–0:43:30
Eben. Durch den Wald konnte ich nicht wirklich frei reden, weil ich da unten gucken musste, dass ich nicht umknicken oder Brennnesseln Äste über Stämme klettern.
0:43:30–0:43:32
Es war kein Weg zu sehen. Und jetzt sind wir wieder auf dem flachen Weg.
0:43:33–0:43:38
Und vielleicht kriegen jetzt meine meine Gedanken jetzt nochmal einen anderen Twist.
Florian Clauß
0:43:34–0:43:35
Und Track.
Micz Flor
0:43:38–0:43:52
Und wir sind nämlich jetzt genau an dem Punkt, wo ich diesen Hall generell habe ich ja gerade schon gesagt, bildet wie so ein Fingerabdruck bestimmte Räume ab, die Sixtinische Kapelle usw Man kann diese Dinge alle, die sind ausgemessen, man kann die,
0:43:52–0:43:57
runterladen, auf seine Sound Quellen legen und hat dann diesen Klang.
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Diese Räume sind teilweise ja wirklich auch so konstruiert worden, dass man darin gut Musik machen kann, gut singen kann.
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Das sind ja auch teilweise Räume, die wirklich auch.
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Nicht nur Vergnügen bereiten sollten, wenn man Musik hört, sondern teilweise auch spirituell wirksam sein sollten.
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Da drin sollte alles sehr schön klingen, sehr schön aussehen. Die Glasfenster, die bunten Glasfenster in Kirchen haben ja auch ihren Teil dazu beigetragen, dass man wirklich ein großes, ergreifendes Erlebnis hatte.
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Das kann ich jetzt also digital wieder bei mir drauf klatschen. Wenn wir jetzt zurückgehen ursprünglich.
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War der Sound von den Bands relativ schlecht, weil die mussten auf die Wachs Rolle oder auf diese Grammophon Platte drauf sprechen.
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Dann wurde das Mikrofon erfunden, dann konnte man Live Aufnahmen potenziell verbessern, indem man mit einer elektrischen Nadel das gleich wieder rein gekratzt hat.
0:44:55–0:45:10
Es war allerdings immer noch eher in Echtzeit und später kam dann durch die Band Aufnahmegeräte die Möglichkeit, Sachen auch zu speichern und sogar parallel dazu wieder drauf zu schreiben.
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Das heißt, mit einer besseren Aufnahmetechnik der Mikrofone konnten dann auf einmal parallel Töne.
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Gespeichert werden, gemischt werden, zusammengefügt werden und dann eben wieder auf eine Platte.
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Gebannt. Gepresst und verkauft. Problem war nur, dass mit der fortschreitenden Verbesserung des Sounds natürlich die Räume auch so optimiert wurden, dass halt zum Beispiel eben gerade kein Hall drin war,
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dass man das Geräusch so gut als möglich aufnehmen konnte, was im zweiten Schritt aber dann wieder dazu geführt hat, dass man gemerkt hat, wir brauchen in gewisser Weise Hall, wenn wir in einem Total hall freien Raum sind.
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Es fühlt sich echt unangenehm an und deshalb wurden dann Wege gefunden, wie man diesen Hall dem original Geräusch wieder beimischen kann.
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Also zuerst wollte man ihn loswerden, um den Ton besser zu machen.
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Dann musste man den Hall aber wieder dazu bringen, um den Ton als Produkt zum Anhören so zu gestalten, dass es wirklich Spaß macht zu hören.
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Das heißt, auf einmal waren die ganzen Tonstudios in der Situation, wo sie wieder Hall hinzu mischen wollten, um einfach die Musik, die aufgenommen wurde.
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Mehr so zu gestalten, dass sie einfach auch Spaß macht zu hören, dass sie nicht so trocken war.
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Man spricht auch vom Dry und Wet Signal, also vom trockenen und feuchten Signal beim Sound Technik. Das trockene Signal ist halt eben das, was man so gut als möglich ohne Störgeräusche aufgenommen hat.
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Und wet ist dann das Signal, was man dazu mischt, wo das gleiche Signal eben noch mal bestimmte Effekte bekommen hat, wie zum Beispiel Hall.
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Heute können wir digital diesen Hall einfach so ausmessen und drauflegen. Damals konnte man das nicht.
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Das heißt, man musste sich überlegen, wie kriege ich jetzt, wo kriegt es aber eine Hall her?
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Und dann wurden diese Echo Chambers gebaut.
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Die erste Echo Chamber, die es gab, war aus den späten 40er Jahren, wo ein Sound Techniker im Badezimmer neben dem Studio Lautsprecher und Mikro aufgestellt hat.
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Und während die live aufgenommen haben, hat er gleichzeitig den Lautsprecher in dem gefliesten Badezimmer,
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mit einem Mikro aufgenommen, hat da einen Hall hergestellt, den er dann im Original Signal wieder zu gemischt hat, um das ganze einfach ein bisschen voller wirken zu lassen.
Florian Clauß
0:47:38–0:47:41
Kress. Hat den Namen, oder?
Micz Flor
0:47:41–0:47:45
Der hat einen Namen müssen, die werde ich in die Shownotes reinstecken.
0:47:45–0:47:51
Zwei Ende 40er Jahre und Ende 50er Jahre entstanden die ersten künstlich erzeugten Eko Chambers.
0:47:51–0:47:54
Das war ein Mitarbeiter von Walt Disney.
0:47:55–0:48:00
In der Eko Chamber wurde der Soundtrack von Bambi aufgenommen.
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Der war verantwortlich für die Tonaufnahmen bei Disney und hat Disney vorgeschlagen. Du, wir bräuchten eine bessere Studio, damit wir das Zeug hier alles in Haus besser aufnehmen können.
0:48:11–0:48:16
Und Disney habe wohl gesagt Ich möchte das aber nicht herstellen, ich möchte lieber Kunde sein.
0:48:17–0:48:25
Woraufhin er sich dann selbstständig gemacht hat und eine alte Auto Werkstatt aufgekauft hat.
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Diese alte Autowerkstatt hatte so schräge Böden, damit das Öl und alles so gut ablaufen kann.
0:48:30–0:48:43
Das heißt keine wirklich parallelen Wände. Und darin entstand dann das erste Studio inklusive der ersten Eko Chamber, die wirklich gebaut wurde als Raum, in dem Lautsprecher und Mikros drin sind,
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um dann den Hall dem Signal wieder zu zu mischen, was man da für die Band oder für das Orchester aufnimmt.
Florian Clauß
0:48:54–0:49:03
Weiß ja, aber es gab da auch glaub ich ihn. Also noch vor Zeiten der Aufnahme.
0:49:04–0:49:14
In alten Konzertsälen gibt doch auch immer so der der Seiten Saal, wo dann der Chor noch zusätzlich aufgestellt wird, um so einen Effekt zu erzeugen.
Micz Flor
0:49:15–0:49:17
Ja. Okay. Das wusste ich gar nicht. Ja, also.
Florian Clauß
0:49:16–0:49:25
Also es gibt immer so oh ja, also in ja, dass du halt quasi aus dem Off der noch einen Chor hörst, aber das ist halt auch wirklich so eins Echo Verstärkung.
Micz Flor
0:49:27–0:49:41
Ja, ich meine, da wurde natürlich viel auch für Konzerte, Bäume gebaut. Das eine eben, dass man den Hall minimiert an bestimmten Punkten aber dann natürlich andererseits auch Sachen verstärkt, weil du hast es halt mit akustischen Instrumenten nicht so eine Power.
0:49:42–0:49:52
Und Wagner zum Beispiel hat ja eben seinen eigenen Raum bauen lassen, in dem seine Stücke aufgeführt werden.
0:49:52–0:49:57
Du bist heute aber in dieser Zeit zurückspringen.
0:49:57–0:50:08
Da gibt es halt diese Eco Chambers, das heißt, du hast einen Raum gebaut, unterschiedliche Räume. Teilweise wurden dann wirklich auch für ein Tonstudio vier, fünf Räume gebaut, wirklich als physikalische Räume.
0:50:09–0:50:17
Und in diesen Räumen wurden dann teilweise auch noch Sachen positioniert, sodass man den Hall Effekt des Raumes ändern konnte.
0:50:17–0:50:25
Mal längeren Hall, kürzeren Hall die Frequenzen beeinflussen konnte, um das dann gut zu dem original trockenen Dry Sound dazu zu mischen.
0:50:26–0:50:36
Und das Problem war natürlich, wenn du jetzt irgendwie als kleines Music Startup ein Studio hast, Du kannst ja nicht immer einfach jetzt Räume bauen für Hall Kammern.
0:50:38–0:50:43
Deshalb. Gab es dann irgendwann den Versuch Wie können wir Hall künstlich erzeugen?
0:50:44–0:50:49
Wenn künstliche Halbleiter zum Beispiel in vielen Studios.
0:50:49–0:51:00
Ich habe jetzt den genauen Typenbezeichnung vergessen, aber war über den Umweg von einer relativ schweren hängenden Eisen Platte, auf die das Ton Signal in einer eigenen Box drin.
0:51:01–0:51:10
Da wurde das Ton Signal drauf gespielt, die die wurde dadurch natürlich in Schwingung versetzt und das wurde wieder mit dem Mikro abgenommen.
0:51:10–0:51:12
Da entstand also in dieser geschlossenen Box.
0:51:13–0:51:22
Die war relativ groß, vielleicht so groß, wie wenn man sich vorstellt, man hat so einen so, man kriegt so ein Fahrrad mit der Post geschickt.
0:51:22–0:51:29
Was dieser Kasten, der um das Fahrrad drumherum ist, so groß, vielleicht da drin hing die Platte, wurde Sound drauf gespielt und das wurde ganz viel zu gemischt.
0:51:30–0:51:43
Später gab es dann auch andere Systeme, die kleiner waren. Da hat man dann mit Federn gearbeitet und diesen Sound kennt man, wenn man Musik macht, auch noch von eigenen Bands Sachen.
0:51:43–0:51:57
Du hast, du hast halt Reverb als Drehregler an deinem Verstärker, du drehst es ein bisschen rein und wenn du dann aus dem Verstärker kommt, dann machst du Boing boing, weil diese Feder anfängt gegen den gegen den Kasten zu klappern.
Florian Clauß
0:51:57–0:52:03
Ähm, wo führt das jetzt weiter? Wo? Wo geht es wieder eigentlich weiter?
Micz Flor
0:52:03–0:52:10
Ich finde das Spannende in dem Moment, das Eigentliche, die Frage nach dem Fehler, der dann wieder reproduziert oder mitgeschleppt wird.
0:52:10–0:52:20
Um es herzustellen, ist das halt zum Beispiel so eine Echo Chamber, die aus einer Metallplatte gebaut wird. Auch die gibt es inzwischen als Preset in dem Dropdown.
0:52:20–0:52:26
Du hast dann den digitalen Fingerabdruck von diesem Hall und kannst den auch auf deinen Klang drauf legen.
0:52:26–0:52:35
Und ich finde es bei Hall noch mal irgendwie spannender als bei zum Beispiel Verzerrung oder Flanke oder so, weil Hall ist wirklich was, das den Raum ausmacht.
Florian Clauß
0:52:35–0:52:36
Ja. Okay, jetzt habe ich es verstanden.
Micz Flor
0:52:35–0:52:40
Also das ist wirklich so eine Art Charakter, den man da reinschreiben kann.
0:52:40–0:52:54
Und das war dann so der Moment, wo ich dachte Ach Mensch, guck mal, du kriegst wirklich diese ganzen Kompromisse. Die, die früher eingegangen sind, weil sie nicht genügend Raum haben, nicht genügend Geld hatten, aber sogar Musik machen wollten ohne Hall klang Scheiße.
0:52:54–0:53:04
Dann mache ich jetzt diesen Spring Reverb oder so, die wurden dann so, diese Sounds wurden halt in die Musik reingenommen als Kompromiss zwischen Ressourcen.
0:53:05–0:53:13
Und heute werden die dann digital noch mal als Modeling nachgelegt, damit man,
0:53:14–0:53:25
den Fehler von damals heute noch mal genauso fehlerhaft produzieren kann, Weil der Fehler eben nicht mehr ein Kompromiss ist heute, sondern der der Fingerabdruck,
0:53:25–0:53:30
von dieser Art von Musik oder dieser Zeit, in der das war.
Florian Clauß
0:53:30–0:53:36
Da kommen wir eigentlich zu diesem fundamentalen Werk von Walter Benjamin.
0:53:37–0:53:41
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.
0:53:42–0:53:54
Wo genau diese Frage gestellt wird von Guy ich weiß, damals in den Neunzigern wurde das sehr tief rezipiert, weil das genau diese Frage von,
0:53:55–0:54:01
Wenn ich ein Werk digital fehlerfrei, also eine eins zu eins Kopie machen kann.
0:54:02–0:54:10
Wie authentisch ist das denn? Und das ist so das, was du beschreibst, diese, dieses analoge.
0:54:13–0:54:21
Reverse engineering, dann wieder im Digitalen, dann quasi wieder einen Fehler, Fehlerkultur reinzubringen, um um was authentisch machen zu lassen,
0:54:22–0:54:28
ist er jetzt dann noch nochmal jetzt quasi in der heutigen Zeit,
0:54:29–0:54:41
ganz aktuell mit der mit den ganzen cryptocurrencies und MFT, wo es dann halt auch wieder irgendwie versucht wird, durch Blockchain eine,
0:54:42–0:54:46
Einmaligkeit zu erzeugen, die aber digital überhaupt nicht da ist.
0:54:46–0:54:57
Es geht jetzt mal eben in eine andere Richtung rein, aber da ist es ja auch so na ja, man möchte was einmaliges und einmaliges Erlebnis haben.
0:54:57–0:55:05
Das möchte man erzeugen, indem man halt digitale Mittel verwendet, die dann halt genau wieder so ein Profil erzeugen, was dann halt,
0:55:06–0:55:12
so eine ja eigentlich so eine Reproduzierbarkeit, eine nicht Reproduzierbarkeit dann suggerieren.
Micz Flor
0:55:13–0:55:14
Hm? Ja.
0:55:17–0:55:26
Ja, das stimmt. Und das geht jetzt halt irgendwie noch einen Schritt weiter. Weil wir sind natürlich mit dem, was ich da erzählt habe, mit diesen Plugins sind wir halt nicht mehr auf der aktuellsten Ebene.
0:55:26–0:55:35
Ich habe zwar vorhin gesagt, es gibt halt die rein mechanische, dann das Elektroakustische, das Digitale und es gibt schon die ersten digitalen Echos.
0:55:35–0:55:47
Also Reverb Units gab es halt schon in den 70er Jahren, die halt zum Einsatz kam. Das waren dann natürlich nicht computergesteuerte, sondern Transistor gesteuerte Systeme.
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Und spannend ist ja auch, dass dieses Also ganz kurz noch nochmal zurück zu dem.
0:55:54–0:56:08
Zu dem technischen Thema. Ich finde das schon auch spannend in dem Moment, wenn man das Digitale rein nimmt Zum Abstrahieren, entkoppelt man ja auch das Audiosignal komplett von von dem,
0:56:09–0:56:10
finalen Signal.
0:56:10–0:56:20
Es wird ja, es wird ja digitalisiert, verändert und dann wieder vom Digital ins Analoge und eben dann auf den Lautsprecher umgewandelt.
Florian Clauß
0:56:20–0:56:21
Ja, genau.
Micz Flor
0:56:21–0:56:34
Und man hat bei Computern eben sofort immer bei Audio Verarbeitung dieses Problem, dass halt das Betriebssystem, das Umwandeln von analogen digital das kostet alles genau dieses kleine bisschen Zeit.
0:56:35–0:56:44
Was man sehr schnell hört, diese kleine Verzögerung, das kennt man manchmal auch, wenn man einen Film sieht, wo dann die Lippenbewegungen, der Ton so ein bisschen offen ist. Wir sind da sehr sensibel für so was.
0:56:44–0:56:54
Und wenn du Gitarre spielst und es wird ein Mikro aufgenommen und du hörst auf den Kopfhörer deine eigene Gitarre und das ist ein bisschen hinterher, das macht sofort was. Du bist dann total verkrampft.
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Und die alten Systeme hatten das Thema nicht. Da gab es dann zum Beispiel irgendwelche einfachen Echo oder,
0:57:01–0:57:14
Flanke Effekte, wo der Sound dann sozusagen verwandelt wurde, die halt mit einmal Ketten Schaltung hergestellt wurden, wo das Signal vorne reinkam und dann wurde es so künstlich ein bisschen in der Schleife gehalten und dann wieder dazu gemischt.
0:57:15–0:57:25
Aber es war alles in Echtzeit, aber mit dem Digitalen wurde es entkoppelt und dann durch konntest du dann halt eben diese komplexen Filter auch drauf legen und.
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Das, was jetzt aber hinter dem Digitalen gerade kommt, ist ja dann diese AI Ebene, die halt jetzt irgendwie angewandt wird auf langsam so alles.
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Nicht nur, dass wir jetzt gerade dieses Thema haben von diesem.
0:57:44–0:57:55
Dalli, Dalli zwei, oder? Ich weiß gar nicht, wie man so ein bisschen ausspricht, wo man wo man einfach so einen Satz reinschreibt und dann erzeugt diese künstliche Intelligenz, da können wir gerne ein paar Sachen verlinken.
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Die künstliche Intelligenz erzeugt ein paar Bilder, die versuchen, das so einzufangen.
0:58:00–0:58:11
Und da sind gerade auf allen möglichen Social Media Kanälen die lustigsten Fotos, wo einfach die Bild Realität wieder miteinander vermischt wird, wo einfach Bilder entstehen, die es nicht gab.
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Es sind also keine Collagen, sondern neue, wirklich neue Bilder, wo man dann Heute habe ich gerade gesehen zu Tolu in der Sesamstraße oder in der Big Bird, wie hieß nochmal im Deutschen?
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Der gelbe Vogel hat dann auf einmal so grün und nur ein Auge und so zwei Schnäbel.
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Also so, das entsteht dann.
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Aber diese AI kann natürlich nicht nur Neues raus mixen und sich vorstellen, sondern sie kann auch.
0:58:40–0:58:54
Und das war jetzt bei dieser Beatles Dokumentation ist da vielleicht auch fangen gehört in drei großen Teilen, wo so Material aus den späten 60er Jahren, das damals für einen kurzen Film mitgeschnitten wurde, mit einem Raum Mikro.
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Da lief einfach die ganze Zeit ein Mikro und die Band hat von sich aus schon gewusst. Also mit diesem einen Mikro können die nicht gut Sounds aufnehmen.
0:59:03–0:59:16
Dann haben die manchmal über die Aufnahme gelästert und über das ganze Projekt gelästert und haben einfach nebenher so ein bisschen auf der Gitarre rum klimpert, weil sie wussten, sobald da so ein bisschen kratzen ist, ist der Sound einfach mit der damaligen Technik nicht mehr trennbar.
0:59:16–0:59:28
Du kannst nicht sagen, ich möchte gerne alles minus Gitarre hören und jetzt haben die diesen kompletten, vielen, vielen Stunden Material in A rein gefüttert und der Schritt für Schritt beigebracht.
0:59:29–0:59:35
Das ist Paul McCartney, das ist Ringo da, das ist George Harrison, das ist John Lennon.
0:59:35–0:59:45
So klingt die Telecaster, so klingt die. Und die haben die Instrumente gelernt. Und so weiter. Und konnten dann aus diesem Mono Signal von der schlechten Kamera.
0:59:47–0:59:57
In gewisser Weise nicht verbessern. Digital remastered heißt halt oft man digitalisiert und filtert und macht und möchte es besser machen, sondern neu generieren.
0:59:58–1:00:07
Die haben das dann wirklich quasi in vielen Punkten neu erstellt und das, finde ich, ist noch mal so eine ganz andere Qualität, die da jetzt reinkommt.
Florian Clauß
1:00:10–1:00:16
Ja, ja, das ist. Das ist, glaube ich, hier echt dieser eigentlich Moment, nämlich wie du beschreibst.
1:00:16–1:00:22
Es war ja dieser ganze Weg, der quasi jetzt noch vor dieser KI gestützten.
1:00:23–1:00:33
A Bild oder Sound Bearbeitung, das das ist da immer so, um dieses Herstellen von analogen Räumen geht und dann halt so ein Profil zu entwickeln.
1:00:33–1:00:43
Jetzt, jetzt mit dieser, mit diesen Methoden, mit dieser Technik gibt es ja die Möglichkeit, Realität neu herzustellen, die es gibt.
1:00:43–1:00:50
Nicht mehr Realität abzubilden, sondern Realität neu herzustellen, die alt so erlebt und so authentisch ist, dass die halt real ist.
1:00:51–1:01:04
Und das passiert ja im ganzen Foto Bereich auch so inflationär die Computer Fotografie, dass ja durch die Handykameras. Und so weiter.
1:01:04–1:01:12
Sind wir wieder bei dem Thema, dass Kameras so generell in den letzten zehn Jahren oder fünf Jahren einfach nicht mehr so gekauft werden.
1:01:13–1:01:19
Es hat sich alles auf diese computergenerierten Bilder dann durch die Handys und soweiter gestützt.
1:01:19–1:01:25
Und da gibt es jetzt auch so Möglichkeiten, dass du mit.
1:01:26–1:01:31
Ja, dass du mit ganz einfachen Verfahren du kannst jetzt dann,
1:01:31–1:01:35
meinetwegen, das ist da auch jetzt, was Apple vorgestellt hat in den neuen iOS,
1:01:35–1:01:48
dass du halt quasi ein Bild hast und du siehst auf dem Bild einen laufenden Hund und dann kannst du halt quasi auf den Hund klicken, der hat ne scheiß Erkennung drin und du hast diesen Hund auf einmal freigestellt und kannst den dann.
1:01:50–1:01:52
Kannst sie dann halt verschicken als Emoticon.
1:01:52–1:01:57
Also du hast halt eine ganz andere Form von Bildbearbeitung Möglichkeiten.
1:01:57–1:02:00
Und Hönig hat natürlich sammeln die ganzen Telefone.
1:02:00–1:02:06
Und so weiter. Diese Bilder und das ist ja so einfach geworden, mit Bildern weiterzuarbeiten, weil du brauchst, um halt,
1:02:06–1:02:17
eine KI zu trainieren, brauchst halt viel Material und ich glaube, das hat sich so In den letzten zehn Jahren wurden die ganzen KIs trainiert, die Algorithmen geschaffen und jetzt komme ich ja in so eine Marktreife rein.
1:02:17–1:02:21
Ich habe jetzt von eine andere Demo von Produkt gesehen.
1:02:22–1:02:30
Ich glaube, das habe ich dir auch schon erzählt, wo es halt ohne Probleme möglich ist, halt Take Aufnahmen in Nachtaufnahmen zu verwandeln.
1:02:30–1:02:39
Und es würde auch die ganze Filmindustrie revolutionieren, wenn du halt nicht mehr Nachtruhe hast, weil das ist auch wenn nichts ist, was man haben kann, sondern du kannst dann halt einfach.
1:02:40–1:02:54
Und das ging dann halt so weit, dass die halt die Reflexion der Straßenlampen in der Nacht auf der Motor Scheibe auf der Motorhaube von den Wagen dann halt mit rein kalkuliert haben rein gerechnet haben.
1:02:54–1:02:58
Also es war wirklich von echten Nachtaufnahmen nicht mehr zu unterscheiden, oder?
1:02:58–1:03:10
Du hattest dann ein anderes Ding, was hier so einen klaren Himmel aufgenommen und konntest dann halt ein riesen Alien Raumschiff in den Himmel reinsetzen.
1:03:10–1:03:19
Dann war selbst die Reflektion des Lichts auf den Grashalmen auf der Wiese haben haben halt dieses mit berechnet, was das für einen Schatten wirft.
1:03:19–1:03:26
Also da ist ganz viel Material und auch schon ganz viel aggregiert das Material, was dann halt.
1:03:26–1:03:36
Ich meine, das ist halt so teuer, so ein Algorithmus dann halt wirklich in KI dann. Aber wenn du den einmal hast, dann kannst du den halt relativ einfach anwenden.
Micz Flor
1:03:36–1:03:41
Ja, ja, und das ist, glaube ich, wirklich immer wichtig, das zu betonen, wenn man auf das Akustische geht.
1:03:41–1:03:56
Du hast halt dieses rein mechanische, physikalische Modell, dann diese Entkopplung von dem Physikalischen und die Umwandlung eben in elektronische Signale, deren Speicherung und die Wandlung wieder ins Analoge.
1:03:56–1:04:01
Mit dem Digitalisieren hast du eine Erfassung des Signals.
1:04:02–1:04:11
Das heißt, es wird digital abgebildet. Das ist eine Abstraktion, die wirklich noch mal was anderes bedeutet, dann das Signal auch anders bearbeitbar macht.
1:04:12–1:04:25
Und jetzt, in dem vierten Schritt ist es so, dass du wie bei Oh mein Gott, dalli, dalli die keine Ahnung zwei du einfach vier Worte eingibst und du kriegst halt das fertige.
1:04:25–1:04:34
Und im übertragenen Sinne ist es halt einfach jetzt schon nachvollziehbar, dass du sagen kannst Du Make me Beatles song about space ships.
1:04:34–1:04:40
Und das kommt dann halt irgendwie so raus. Es ist nicht weit weg und und und. Das ist echt. In dem heißt natürlich die.
Florian Clauß
1:04:36–1:04:49
Genau. Ja, ja, das ist echt. Dann heißt es natürlich die Grenzen, die ganzen Sprach erkennung und Sprach Wiedergabe.
1:04:50–1:04:52
Das sind automatisch Songtexte geschrieben werden.
1:04:53–1:04:56
Also, es ist ein hoch automatisierter Prozess jetzt geworden.
Micz Flor
1:04:56–1:05:04
Und ich bin auch wirklich gespannt, weil natürlich die Idee, dass jemand jetzt billige Kitsch Romane raushaut, die komplett degeneriert sind oder halt Beatles Lieder erstellt.
1:05:04–1:05:09
Das ist ja nicht so weit weg. Das gibt es ja auch schon länger. Es gab so ein Projekt,
1:05:11–1:05:24
muss ich auch noch mal gucken in Podcastfolge, die ich gehört habe, wo jemand so Algorithmen gespielt hat anhand von bestehenden Notationen, von Bach, Mozart oder so, konnte man einspeisen und konnte dann Mozart ähnliche Stücke spielen, die dann teilweise wirklich für,
1:05:25–1:05:34
Semi Experten wie gefundene Scores sich anhörten und dachte Ach, echt, das kannte ich noch gar nicht, weil es so gut das nachgebildet hat.
1:05:35–1:05:40
Aber jetzt ist es halt eben noch mal abgehobener, weil jetzt nicht mehr,
1:05:41–1:05:52
was ausgedruckt wird, was dann wieder vom Menschen gespielt wird oder eine mechanische Orgel mit Tasten gedrückt wird, sondern man kann das einfach dann komplett aus einem Satz generieren.
1:05:52–1:06:04
Das finde ich schon irre, dass es so eine andere Ebene ist. Natürlich ein digitaler Raum, in dem das passiert, aber es gibt keine Umwandlung mehr vom Akustischen. Also du brauchst nichts mehr singen, du Tipps, das da rein und dann kommt das hinten raus.
1:06:04–1:06:07
Es gibt kein altes Signal, was zu verbessern ist.
1:06:07–1:06:15
Es gibt keine Notwendigkeit, Räume herzustellen. Du kannst sagen No, no, I want the same Beatles song, but in the sixtinische Kapelle.
1:06:15–1:06:21
Und dann ist es halt so und jetzt hätte ich gerne mit Mittelalter Instrumenten, aber ohne Cembalo.
1:06:22–1:06:28
Also das ist halt wirklich noch mal eine andere Ebene von von Tonerzeugung, die geht quasi auf den Linien.
Florian Clauß
1:06:25–1:06:33
Also dann wird die Kreativität quasi auf denjenigen, der dann die Direktive abgibt, verlagert.
Micz Flor
1:06:32–1:06:33
Verlage.
Florian Clauß
1:06:34–1:06:46
Die müsste ja dann halt irgendwie, dass das dann halt funktioniert. Ich meine, klar, du hast ja auch durch durch die ganzen Verlagerung von, ähm von den äh äh,
1:06:47–1:06:59
von deiner Sammlung CT Sammlung in Richtung Halt Netz Archiv, das den Streamingdienst benutzt und dann entsprechend auch da deine Likes und Dislikes abgibt, seine Hörgewohnheiten hast.
1:07:00–1:07:05
Da ist es ja, wenn man dann halt quasi auf der Basis den Computer generiert.
1:07:05–1:07:12
Wenn die Streamingdienste jetzt meinetwegen Spotify, dann halt so ein so ein Content Produzent Produzent werden.
1:07:12–1:07:23
Das heißt, die haben nicht nur, die haben jetzt quasi die die ganze Hör Eigenschaften der der Hörerinnen und die können jetzt auch dann sagen okay,
1:07:25–1:07:39
wenn wir jetzt sind, können wir es einfach neu schaffen, dann aufgrund von deiner, von deinen Surfverhalten bauen wir jetzt dir diesen Song und wenn die halt irgendwie die entsprechend brauchen, die noch nicht mal Künstler mehr haben. Und das ist ja.
Micz Flor
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Ja, ich finde, das ist ne. Genau das ist aber dann also zwei Dinge, die das eine ist, dass es in der Tat ja schon passiert.
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Also weil eine Sache, die wohl bei diesen Streamingdiensten sehr gut läuft und ich weiß das nicht, welche von denen da in gewisser Weise in Anführungszeichen überführt wurde, dass die einfach ihre Playlisten raushauen.
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Dann hast du halt eine, keine Ahnung, Ambient, Rock oder nicht Playlist und da haben die dann in die Playlist einfach GEMA freie Bands, die es gar nicht gibt, halt generiert.
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Also GEMA freie Musik gespielt, das sind am falschen Label laufen lassen. Das war eine Band, die es aber wohl angeblich gar nicht gibt, einfach um Kosten zu sparen, Künstler nicht zu bezahlen.
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Und ist es natürlich so, dass in dem Moment, wenn du dann die da drin hast, dann kannst du zweierlei tun.
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Das eine ist natürlich das mit dem Audio Archiv erst mal zu trainieren, was du eh schon hast und die Genres einfach perfekt herstellen zu können.
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Das andere ist, wie du sagst, mit den Wünschen der Zuhörenden zu füttern, mit deren Playlisten, um denen dann die den perfekten Erdbeer Käse Avocado Shake zuzuschieben, die sie unbedingt haben wollen.
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So, aber das interessante finde ich da und auch bei diesem tollen Thema ist.
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Es hat immer was kreatives, wenn man das sieht, wie die Mashup mäßig neu vermischt werden.
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Es entstehen neue Dinge und dieser Aha Effekt beruht aber immer ein bisschen darauf, auch dass,
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das ist systemimmanent, dass das, was sich auf was bezieht, was es schon gibt und es ist was neues und trotzdem natürlich allerdings auch nur was verdaut ist von dem, was es schon gibt.
Florian Clauß
1:09:19–1:09:31
Ja, aber es ist tatsächlich. Also, es ist. Es ist. Zeigt irgendwie, wie überflüssig der Künstler geworden ist, in dem, was er da macht. Das kann den Kai machen.
Micz Flor
1:09:31–1:09:31
Hm.
Florian Clauß
1:09:32–1:09:43
Wer enthält eigentlich der eigentlich kreative Input? Ist so das Setting oder die Direktive, sich zu überlegen, was, was die KI machen soll? Und da kommen halt schon die.
Micz Flor
1:09:41–1:09:45
Ach ja, wobei das glaube ich für eine KI noch leichter ist als für Menschen.
1:09:46–1:09:54
Also wenn du einfach quasi ein Sammelsurium von kuriosen Kombinationen aus irgendwas herstellen möchtest, das ist glaube ich relativ schnell.
Florian Clauß
1:09:54–1:09:55
Ja, das stimmt auch wieder.
Micz Flor
1:09:56–1:10:04
Und dann muss da bloß einen Filter haben, der hinten raus sagt okay, ich höre mir jetzt 100 davon an und ich entscheide, welche vier davon wir releasen also unsere Musik.
1:10:05–1:10:10
Also die anderen schmeißen wir alle weg. Aber die Frage ist natürlich, wie kommt dann das Neue in die Welt?
1:10:10–1:10:25
Also wie kann ich so ein System füttern mit Dingen, wo es nicht darum geht mach so gut als möglich eine Performance von Joseph Beuys nach, aber nicht mit Hase, sondern mit Eichhörnchen.
1:10:25–1:10:34
So dann, dann wird ja was erstellt. Auch einzigartig und täuschend echt in Anführungszeichen.
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Oder muss ich die eher dann darauf hinweisen schau, wo Brüche sind und wie gebrochen wird, wie wirklich Neues passiert, Also wie wir waren, so Alec Empire Sounds,
1:10:48–1:10:51
die heute schon sehr mild klingen, aber die damals wirklich destruktiv klang.
1:10:52–1:11:02
Was war das für ein Bruch? Was sind das für für Prozesse, die solche Brüche scheinbar herstellen zu lassen? Was ist der nächste Bruch?
1:11:02–1:11:10
Also das wäre so ein bisschen in die Zukunft gedacht. Wo geht es hin und nicht nur wie kann ich das noch mal täuschend echt machen, was es alles schon gibt?
1:11:12–1:11:16
Ja. Buh! Das war eine lange Folge.
Florian Clauß
1:11:16–1:11:20
Es ist aber super spannend vom Twist geworden.
1:11:21–1:11:29
Also danke Mitsch, für die für die Herleitung und dann für die Weiterleitung.
Micz Flor
1:11:29–1:11:40
Alles was sie hier hört, ist vergangen und für mich auch schon vergangen. Die erste. Das erste Drittel der Tour, wo wir im Unterholz feststecken. Da kann ich nur sagen, ich wünschte, ihr wärt dabei gewesen.
Florian Clauß
1:11:40–1:11:41
Ich.
Micz Flor
1:11:42–1:11:47
Weil dann versteht ihr, warum ich so fahrig und so sprunghaft und so fluchend daherkomme.
Florian Clauß
1:11:48–1:11:53
Aber jetzt sind wir hier auf den typischen brandenburgischen Sandboden.
1:11:54–1:12:00
Der, der in uns auch entsprechend mehr Gedankenfreiheit erlaubt.
Micz Flor
1:12:00–1:12:01
Es ist schon so, oder?
Florian Clauß
1:12:01–1:12:16
Ja, ich musste mich die ganze Zeit konzentrieren, dass ich in deine Fußstapfen auf weil du hast sehr lange Hosen an und kurze, damit ich halt nicht die Brennnesseln gegen das Schienbein geschrammt bekommen. Aber ganz ist es mir nicht gelungen.
1:12:16–1:12:18
Aber Brennnesseln sollen ja gesund sein.
Micz Flor
1:12:18–1:12:23
Ja. Und ich hoffe, du machst dich nicht mehr lustig, wenn ich mich morgens so warm anziehen.
Florian Clauß
1:12:26–1:12:31
Aber du trägst jetzt die Jacke mit Stoff.
Micz Flor
1:12:29–1:12:40
Ja das doof. Das gebe ich zu. Und damit wir jetzt auf einem lustigen, wenn auch doofen Punkt aufhören, noch einen schönen,
1:12:43–1:12:45
Tag. Vielen Dank.
Florian Clauß
1:12:43–1:12:52
Also dank euch dann wie gesagt, den Track diesmal nicht mit der Empfehlung zum Nachlaufen.
1:12:52–1:13:05
Zumindest nicht den ersten. Das erste Drittel findet ihr auf eigentlich das Podcast D Und ja, wir sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal. Wir kommen alle zwei Wochen immer am Donnerstag raus.
1:13:06–1:13:11
Also da hören wir uns wieder in zwei.

Wir erzählen die Transformation des fehlerhaften Abbildes des Eigentlichen zum Eigentlichen exemlarisch am Halleffekt. Dem Hall kommt eine besondere Rolle zu, da er zuerst in der Entwicklung der Tonstudios mehr und mehr abgeschafft wurde, um dann im nächsten Schritt künstlich wieder erschaffen zu werden. 1947 soll der erste künstliche Hall von Bill Putnam, Sr., dem Gründer von Universal Audio, in der Aufnahme von „Peg o‘ My Heart“ der Harmonicats eingesetzt worden sein. Der Legende nach war diese erste „Echokammer“ das Klo des Studios, in dem Putnam ein Mikro und einen Lautsprecher unterbrachte. Über 10 Jahre später (1958) baute Salvatore Camarata (genannt ‚Tutti‘), der 1956 für Walt Disney das Label Disneyland Records gründete, die erste Echokammer in einer alten Autowerkstatt in Los Angeles am Sunset Boulevard.

Über die Digitalisierung wandern wir unweigerlich in das Gebiet der KI, die in der Lage ist nicht nur Bilder wie „Cthulhu on sesame street“ aus dem Nichts zu zaubern, sondern auch Musik. Das ist für uns der Next Level, der das ewig Gleiche neu kombiniert und als endlose, sich nie wiederholende Playlisten die akustischen Streams mehr und mehr füllt. Die Ohren voll, die Künstler:innen gehen leer aus, die Kassen der Provider klingeln.

Darf man die Frage stellen: kann eine KI wegen Urheberrechtsverletzung verklagt werden?

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass für mich Sound-Engineering auch wegen der vielen Menschen so liebenswert ist, die es so ernsthaft betreiben, wie z.B. in dem (auch in den Shownotes gelisteten) „Measuring reverberation time“ zu sehen.

P.S.: in der Episode erwähne ich einen anderen Podcast, eine Episode über einen Komponisten, der seine Schreibblockade damit überwand, dass er einen Computer trainierte seine nächsten Stücke zu komponieren. Ich dachte es sei Radiolab oder This American Life, kann es aber nicht finden. Wer kennt diese Episode und kann uns mit dem Link helfen?

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