OM MANI PEME HUNG

In dieser Folge sprechen wir über Buddhismus und steigen gleich praktisch mit einer kleinen Meditation in das Thema ein. Die kurzen Sätze zur Einstimmung umfassen bereits sehr zentrale Aspekte der buddhistischen Lehre. Flo ist auf das Thema gekommen, weil er zum einen selbst lange Zeit praktizierender Buddhist war und zum anderen Micz ihn mit seiner vorherigen Episode dazu angespornt hat, eine Verbindung zwischen dem Bewusstseinsbegriff nach Freud und dem Buddhismus herzustellen. Die Frage, wie sich Buddhismus zur Psychoanalyse verhält, klären wir dann in der nächsten Folge. In dieser sprechen wir zunächst über die Grundlagen des Buddhismus. Flo erzählt die Lebensgeschichte des historischen Buddha mit dem bürgerlichen Namen Siddhartha Gautama: wie er die Erfahrung von Leid mit Alter, Krankheit und Tod machte, wie er bei den Asketen nach Antworten suchte, aber keine fand, und sich schließlich unter den Bodhi-Baum setzte und gelobte, nicht eher aufzustehen, bis er die Antwort gefunden habe. Und so wurde Siddhartha zum Buddha, dem Erleuchteten, und gab in den restlichen 45 Jahren seines Lebens seine Lehren weiter. Dabei erklären wir zentrale Begriffe wie die vier edlen Wahrheiten, den achtfachen Pfad, Karma, Ich-Illusion und Mitgefühl. Die drei Fahrzeuge bezeichnen die heute noch bestehenden Schulen des Buddhismus. Der Vajrayana, der Diamantweg, ist die Schule des tibetischen Buddhismus, die verspricht, mit dem richtigen Lehrer (Lama) und der richtigen Verbindung innerhalb eines Lebens die Erleuchtung erlangen zu können. Hier spielen Methoden wie Visualisierungen, Mantren und Einweihungen eine zentrale Rolle, wie Flo aus eigener Erfahrung berichten kann, da er lange Zeit nach der tibetischen Karma-Kagyü-Schule praktizierte. Auch dieses Thema nehmen wir mit in die nächste Episode, da der tibetische Buddhismus ein umfassendes System zur Transformation von „Geistesgiften" entwickelt hat, das aus einem psychoanalytischen Blickwinkel interessant zu betrachten ist. In dieser Episode sitzen wir mehr, als dass wir wie sonst laufen. Wir starten sitzend im Körnerpark in Rixdorf und enden nicht weit entfernt auf der Thomashöhe in den Neuköllner Rollbergen.

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
Erzähler
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Micz Flor

Transcript

Micz Flor
0:00:05–0:00:10
Hallo und herzlich willkommen zu Eigentlich Podcast, der Podcast,
0:00:11–0:00:13
bei dem wir laufend reden und im Laufen reden.
0:00:14–0:00:21
Heute laufen wir gerade durch den Körner Park in Südberlin. Ist das schon Südberlin, kann man sagen?
Florian Clauß
0:00:21–0:00:22
Ja, Rixdorf.
Micz Flor
0:00:22–0:00:23
Rixdorf.
Florian Clauß
0:00:23–0:00:24
Ist das Götter schon zu Rixdorf?
Micz Flor
0:00:24–0:00:28
Ja, Leinestraße ist die U-Bahn-Station. Also, es ist sehr schön,
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es ist schönes Wetter. Wir haben die Folge 104.
Florian Clauß
0:00:32–0:00:33
104, genau.
Micz Flor
0:00:33–0:00:40
Und das ist 4 nach der N100. Wir setzen uns hier auf einen kleinen schattigen
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grünen Fleck neben einem stapelbar und wetterfesten Stuhl, der zerbrochen ist.
Florian Clauß
0:00:46–0:00:49
Ja, der ist sehr wetterfest. Ich glaube, ich würde mich nicht anlehnen.
Micz Flor
0:00:49–0:00:53
Flo hat ein Thema vorbereitet. Wir machen das mal abwechselnd.
0:00:53–0:00:58
Ich habe keine Ahnung, worum es geht. Wir sitzen jetzt hier im Park. Flo sitzt schon.
Florian Clauß
0:00:58–0:00:59
Setz dich mal hin.
Micz Flor
0:00:59–0:01:05
Ich setze mich jetzt neben ihn. Und dann hören wir vielleicht im Hintergrund
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noch ein bisschen Gitarre oder so. Frisbee fliegt.
Florian Clauß
0:01:09–0:01:14
Du wirst, das ist so ein bisschen so ein Erfahrungseinstieg in das Thema.
0:01:15–0:01:20
Du wirst es gleich erraten, ja? Also setz dich ruhig mal so hin.
Micz Flor
0:01:20–0:01:24
Kann ich nicht. Also er will, dass ich im Schneidersitz sitze, aber das kann ich nicht.
Florian Clauß
0:01:24–0:01:26
Da bin ich nicht beweglich. Dann setze ich einfach bequem hin.
Micz Flor
0:01:27–0:01:27
Genau.
Florian Clauß
0:01:27–0:01:31
Bequem hin, schließ mal die Augen. Mach nicht die Augen auf.
Micz Flor
0:01:31–0:01:33
Halt meine Tasche nebenher fest.
Florian Clauß
0:01:34–0:01:35
Wir sind ja in Neustell.
Micz Flor
0:01:35–0:01:39
Jetzt machen wir die Augen wieder auf und die Aufnahmegeräte sind weg.
Florian Clauß
0:01:40–0:01:50
So, schließ die Augen. So. Oder spüre deinen Atem an der Nasenspitze, wie er kommt und geh.
0:01:57–0:02:01
Und lassen Gedanken und Geräusche vorbeiziehen, ohne sie zu beurteilen.
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Danach beschäftigen wir uns kurz mit den vier Grundgedanken,
0:02:18–0:02:21
die den Geist auf Befreiung und Erleuchtung ausrichten.
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Wir erkennen unsere kostbare Möglichkeit, zahllosen Wesen mit den Mitteln eines
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Buddhas nutzen zu können, nur wenige begegnen sein lernen und noch weniger sind
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fähig, sie zu verwenden.
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Wir erinnern uns der Vergänglichkeit aller Dinge. Nur die offene,
0:02:44–0:02:47
klare Unbegrenztheit des Geistes ist dauerhaft.
0:02:47–0:02:51
Niemand weiß, wie lange die Bedingungen bleiben werden, um dies zu erkennen.
0:02:56–0:03:01
Wir denken über Ursache und Wirkung nach, darüber, dass wir selbst bestimmen, was geschieht.
0:03:02–0:03:05
Frühere Taten, Worte und Gedanken wurden zu unserer heutigen Welt.
0:03:06–0:03:08
Wir sehen ständig die Samen für unsere Zukunft.
0:03:12–0:03:15
Schließlich machen wir uns klar, warum wir mit dem Geist arbeiten.
0:03:15–0:03:19
Erleuchtung ist zeitlose höchste Freude und wir können nur wenig für andere
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tun, solange wir selbst verwirrt sind oder leiden.
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Deswegen öffnen wir uns jetzt denjenigen, die das Ziel verkörpern.
0:03:32–0:03:37
Zum Besten aller Wesen nehmen wir Zuflucht, zu Buddha, dem erleuchteten Zustand
0:03:37–0:03:40
unseres Geistes, zu den Lehren, die uns dahin führen,
0:03:41–0:03:46
zu den Bodhisattvas, unseren Freunden auf dem Weg und vor allem zum Lama,
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der Segen, Mittel und Schutz in sich vereint. Vielen Dank.
0:03:55–0:04:01
So Mitch, das war jetzt meine Einleitung. Die Meditation geht eigentlich noch
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weiter, aber im Prinzip ist jetzt schon alles gesagt über das Thema.
0:04:07–0:04:10
Kannst du ungefähr erraten, worum es hier geht?
Micz Flor
0:04:12–0:04:15
Also es ist interessant, ich mach jetzt die Augen wieder auf und der Park sieht
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in der Tat ein bisschen anders aus.
0:04:19–0:04:23
Da flackert vor uns an diesem Birkenbaum ein Happy Birthday.
0:04:24–0:04:29
Und als ich die Augen aufgemacht hab, noch so halb verschwommen,
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sah das ja aus wie diese bunten Flimpel, die auch oft so bei Hütten hängen,
0:04:33–0:04:35
also wie aus tibetanisch heißt es.
0:04:37–0:04:44
Kann ich ja raten, worum es geht. Es geht entweder ganz allgemein um Meditation
0:04:44–0:04:47
und den materialistischen Anteil daran.
Florian Clauß
0:04:48–0:04:49
Auch.
Micz Flor
0:04:49–0:04:56
Oder es geht um Buddhismus, der Meditationspraktiken auch beinhaltet,
0:04:56–0:05:01
aber noch mehr ist als nur Meditation, obwohl die, glaube ich,
0:05:01–0:05:02
einen großen Stellenwert einnimmt.
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Also diese Idee von Gewahrsagen nehme ich mal an.
0:05:06–0:05:12
Oder es geht um meinen Freund Flo, der neben mir sitzt, seine Biografie,
0:05:12–0:05:15
in der er zum Buddhismus gefunden hat.
0:05:15–0:05:20
Ich dich da auch schon kannte und auch den Raum kannte, den du dafür vorgesehen
0:05:20–0:05:24
hattest in deinem Haus, wo du deine Übungen gemacht hast und hast mir davon erzählt.
0:05:24–0:05:30
Und aber auch zumindest in meiner Erinnerung den Buddhismus,
0:05:30–0:05:33
dich vom Buddhismus wieder abgewendet hast.
0:05:33–0:05:37
Aufgrund weltlicher Beobachtungen hatte ich so das Gefühl.
Florian Clauß
0:05:38–0:05:44
Ja, alles ist damit enthalten, alle drei Themenstränge.
0:05:45–0:05:49
Tatsächlich ist das Oberthema Buddhismus und das ist so ein bisschen so,
0:05:50–0:05:53
als ich mich jetzt auf die Folge vorbereitet habe, dass man nicht wusste,
0:05:54–0:05:57
welches, was für ein Thema ich nehme, aber ich bin da darauf gestoßen worden,
0:05:57–0:06:03
weil, das war dann noch so der Klang von der letzten Folge, die du gemacht hast,
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wo du dann noch am Ende gesagt hast, alles ist Emotion, alles ist Emotion.
0:06:09–0:06:14
Ja, und da geht es natürlich, und ich, der mich, also du hast mich ja gerade
0:06:14–0:06:20
so ein bisschen auch meine Biografie geschildert, Ich habe lange praktiziert buddhistisch,
0:06:20–0:06:27
vor allen Dingen die Schule des tibetanischen Buddhismus, Vajrayana heißt die, und.
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Dann war die Frage, was ist Bewusstsein? Und da wollte ich so am Ende der Episode
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hin, nachdem wir mal so über Buddha, die Geschichte vom Buddha,
0:06:39–0:06:40
die Rolle der Meditation,
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dann auch die Ausprägung der verschiedenen Janas, also diese Wege zwischen kleinem
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Fahrzeug, großem Fahrzeug und diamanten Fahrzeug, was ich dann auch dann in
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dem diamanten Fahrzeug, welcher Lehre ich da gefolgt bin.
0:06:54–0:07:01
Und dann hin zu, was ist Bewusstsein, wie unterscheidet sich das jetzt im Vergleich mit Freud,
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der mit seinem topologischen Modell und dem Strukturmodell ja auch bestimmte
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Bewusstseinszustände und wie sich Bewusstsein entwickelt und was Bewusstsein trübt und so weiter.
0:07:13–0:07:16
Darüber sprechen. Wir müssen mal gucken, wie lange das wird.
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Vielleicht wird es die ganze Zeit auch zwei folgen, weil das ist schon ein weiterer
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Themenbogen. Mal schauen. Genau.
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Und ich glaube auch, weil ich gerade gesagt habe, ich habe mich lange mit Buddhismus
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beschäftigt, praktiziert.
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Ich weiß nicht, ob wir jemals da so tiefer drüber geredet haben,
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ob ich dir das mal so erklärt habe oder...
Micz Flor
0:07:37–0:07:40
Nee, ich bin da sehr... Ich war dabei, du hast mich reingelassen.
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Wir waren ja einmal zusammen im Kino um die 300 oder wie es hieß.
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Das war der, wo die muslimische Welt... Das ist Sparta.
0:07:49–0:07:53
Da hattest du mich sogar hineingelassen, da habe ich viele deiner mit,
0:07:53–0:07:55
deiner Community, sag ich mal.
Florian Clauß
0:07:55–0:08:00
Getroffen. Man sagt tatsächlich ganz klassisch, also auch im indischen Ausdruck,
0:08:00–0:08:02
Sangha. Das ist Gemeinde.
Micz Flor
0:08:03–0:08:06
Deine Gemeinde, okay. Gut, dann war ich nicht so weit weg mit Gemeinschaft.
0:08:06–0:08:08
Aber Gemeinde hat dann so eine religiöse...
Florian Clauß
0:08:09–0:08:13
Ja, genau. Es sind im Prinzip so diejenigen, die sich dann halt auch mit dir auf den Weg begeben.
Micz Flor
0:08:14–0:08:20
Und ich habe auch einen, der, da weiß ich auch nicht, was das Wort ist,
0:08:20–0:08:24
kennengelernt, der war da nämlich auch mit drin, der wollte den Film auch gucken.
Florian Clauß
0:08:24–0:08:29
Achso, ja, natürlich. Das ist Lama, Lama Ole war das.
Micz Flor
0:08:29–0:08:30
Lama Ole, genau.
Florian Clauß
0:08:30–0:08:36
Alama Ode Nidal, der dann in den 60ern seinen Kontakt da war,
0:08:37–0:08:40
so eine Zeit, wo der tibetische Buddhismus sich auch geöffnet hat.
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Eben durch die Repression der Chinesen hatte der tibetische Buddhismus dann
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auch viele Westler eingeladen, dann die Lehre kennenzulernen.
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Und deswegen, das war die Hippie-Zeit, wo viele dann ausgezogen sind und eben
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auch das Heil und das Glück in Indien gesucht haben, beziehungsweise Himalaya.
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Und Ole ist damals auf dem 16. Kamapa, das ist ein Oberhaupt,
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einer der vier Schulen von dem tibetischen Buddhismus, der Katschi-Schule.
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Hat er den getroffen und hat quasi so die ganze Übertragung, sagt man dann auch.
0:09:19–0:09:24
Das ist diese Verbindung, die ist im tibetischen Buddhismus unglaublich existenziell.
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Das sind die drei Wurzeln, also diese Verbindung. Es wird halt häufig von Guru
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gesprochen, die Verbindung zwischen Schüler und Lehrer, der Guru.
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Und da passiert die Übertragung tantrisch. Also es sind alles so Begriffe,
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wenn man die hört, dann zuckt man zusammen, weil die im Westen dann halt eher
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so Missbrauchsvorstellungen auslösen und auch sicher auch damit getrieben wurden.
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Aber im tibetischen Modismus ist diese Übertragung zwischen Lehrer und Schüler,
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Ganz zentral, und es wird versprochen,
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dass du innerhalb eines Lebens die Erleuchtung erlangen kannst.
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Und die Mittel dafür bereitgestellt. Und Ole ist dann mit dem Auftrag,
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in selbst ein Zentrum aufzubauen, losgezogen.
0:10:05–0:10:10
Und hat eigentlich auf der ganzen Welt, hat er dann buddhistische Gemeinden aufgebaut.
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Ich bin tatsächlich, Ole habe ich das erste Mal, bin ich begegnet, 96.
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Dann habe ich auch die Zuflucht genommen. nennt man so, ich will nicht mit diesen
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christlichen Analogien auffahren, aber es ist im Prinzip eine Art von Paufe.
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Das heißt, auch hier wieder so eine Übertragung, in dem Moment,
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wenn du quasi so einen Wang, nennt man das im Tibetischen, also das heißt,
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jetzt mal so ganz esoterisch gesprochen, dann öffnen sich so Energiekanäle und
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dann bist du halt empfänglich für bestimmte Rituale, also Übertragung.
0:10:45–0:10:49
Und diese Zuflucht ist erstmal sehr allgemein, dass du halt dich erstmal so
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ein bisschen auf diese Sache einstimmst und die Lehre dann halt oder das Praktizieren anfangen kannst.
0:10:55–0:11:00
Und das Praktizieren, ich rede jetzt schon sehr speziell über diese tibetische
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Ausprägung, aber vielleicht wäre es nochmal interessant, auf den Menschen,
0:11:04–0:11:07
auf den historischen Buddha zu schauen.
Micz Flor
0:11:07–0:11:10
Das wollte ich gerade sagen, weil die Eingangsfrage war bei dir,
0:11:10–0:11:13
was ich denn da weiß oder nicht weiß.
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Und ich weiß nicht viel und ich habe dich auch nichts gefragt.
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Das war alles irgendwie so okay, wie es war.
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Ich sehe den Teil, mit dem ich arbeiten kann, sozusagen. Mit Arbeit meine ich
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nicht, dass wir was konstruktiv tun müssen, aber der Teil, den ich in der Welt
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verstehe von dir, den sehe ich.
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Und den anderen Teil, den werde ich dann sehen, wenn ich ihn verstehen kann.
0:11:33–0:11:34
So ein bisschen vielleicht formuliert.
0:11:35–0:11:38
Und ich wollte auch noch sagen, wenn wir jetzt den Raum aufmachen,
0:11:38–0:11:47
dass die Dinge, also wir hatten ja schon auch das Religiöse oder das Spirituelle bei C.G.
0:11:47–0:11:50
Jung, Synchronicität. Und du hast jetzt gerade ja darauf hingewiesen,
0:11:51–0:11:54
dass die letzte Folge, die ich gemacht habe, dich indirekt da so ein bisschen angestupst hat.
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Ich erinnere mich aber auch an die vorletzte Folge, wo es ja interessanterweise
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eben mit Dan Simmons, der gestorben ist, der aber dieses eine Buch,
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die Bombennibbel, geschrieben hat.
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Und da geht es ja auch um diese Proto-Nazis in den 20er Jahren,
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Himalaya, Bergbesteigung.
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Und da hattest du lustigerweise auch schon diese Öffnung aufgemacht.
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Da war das schon so ein bisschen, wo du darauf verwiesen hast,
0:12:19–0:12:21
glaube ich, in einem Brad Pitt-Film und so.
Florian Clauß
0:12:21–0:12:22
Sieben Jahre Tibet, ne?
Micz Flor
0:12:23–0:12:26
Und das fand ich ganz interessant, dass du jetzt das schon wieder vergessen hattest.
Florian Clauß
0:12:26–0:12:27
Ich habe es total vergessen.
Micz Flor
0:12:27–0:12:29
Ich habe scheinbar in zwei Folgen eine Rampe gebaut.
Florian Clauß
0:12:29–0:12:32
Und vor allen Dingen eine Folge, die ja auch jetzt nochmal so,
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wo ich mich dann eben nach diesen Parallelen von Psychoanalyse und Buddhismus
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geschaut habe, ist ganz offensichtlich, und die haben wir vor einem Jahr aufgenommen, nämlich das Rote Buch.
Micz Flor
0:12:43–0:12:44
Ja, genau.
Florian Clauß
0:12:44–0:12:49
Und C.G. Jung. Und C.G. Jung hat sich auch das Vorwort, also er hat sich nie
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zum Buddhismus so bekannt, aber er hat das Vorwort eines der zentralsten Bücher
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des tibitanischen Buddhismus geschrieben, nämlich das tibitanische Totenbuch.
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1933 hat er das Vorwort dazu geschrieben und hat lustigerweise das rote Buch enthält.
Micz Flor
0:13:06–0:13:10
Das Vorwort für eine Schweizer Ausgabe, eine deutschsprachige Ausgabe oder wo
0:13:10–0:13:11
das Vorwort geschrieben wird.
Florian Clauß
0:13:11–0:13:16
Genau. Also für eine Buchausgabe, die dann auch im Deutschen vertrieben wurde, ja.
0:13:17–0:13:21
Und er hat in dem, das rote Buch, diese Mandalas, die er da gezeichnet hat,
0:13:21–0:13:26
hat er ohne Wissen von diesen tibetischen Mandalas, also da kommen wir auch
0:13:26–0:13:29
nochmal zur Visualisierung im tibetanischen Buddhismus,
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hat er gezeichnet und tatsächlich, als er dann das kennengelernt hat,
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so eine Anekdote, ich weiß nicht, wie man das jetzt irgendwie noch weiter belegen kann,
0:13:39–0:13:44
hat er sehr genau so irgendwie Muster, er spricht ja die ganze Zeit von Archetypen,
0:13:44–0:13:50
Aber so wie die Tibeter da schon seit über tausend Jahren zeichnen und malen,
0:13:50–0:13:52
hat er tatsächlich auch gemalt, ohne die zu kennen.
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Und das war auch nochmal so ein bisschen so ein Ringschluss.
0:13:55–0:14:03
Weil ich auch so ein bisschen, dass du mich immer als diese säkularisierende Säule siehst.
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Du mit deinem methodischen Inkorrekt, aber lass das mal weg.
Micz Flor
0:14:05–0:14:08
Nein, nein, nein, ich sehe dich nicht als säkularisierende Säule.
Florian Clauß
0:14:08–0:14:10
Nein, aber ich meine, das war so ein bisschen, wo ich dann dachte,
0:14:11–0:14:16
vielleicht muss ich jetzt nochmal diese Seite so ein bisschen nach vorne bringen,
0:14:16–0:14:22
weil ich ja durchaus dann spirituell aktiv war und dann noch sehr viel anbinden kann.
0:14:22–0:14:26
Und jetzt in der Vorbereitung mit dem Thema habe ich wieder gemerkt,
0:14:26–0:14:31
wie nah mir das ist, auch die ganze Lehre vom Buddha selbst.
0:14:31–0:14:34
Und das ist wirklich ein, ja
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ich will nicht sagen Schatz, aber der Dharma ist schon eine tolle Lehre.
Micz Flor
0:14:39–0:14:43
Weil man es wahrscheinlich nicht hört, sage ich einfach, dass du gerade sehr
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berührt bist von dem, was du gesagt hast.
0:14:45–0:14:48
Das ist spürbar und sichtbar, ich weiß nicht, ob es hörbar ist.
Florian Clauß
0:14:48–0:14:52
Ob es hörbar ist, danke für die emotionale Untermalung. Ja, also,
0:14:52–0:14:58
gucken wir mal, wer da Butter als Mensch war. Also, welcher historische Türo?
Micz Flor
0:14:58–0:15:01
Ich stelle mal ganz kurz eine Frage, weil ich einfach jetzt,
0:15:02–0:15:05
wo wir laufend reden, beim Laufen reden. Wir sitzen jetzt hier,
0:15:05–0:15:07
das fühlt sich irgendwie okay an.
Florian Clauß
0:15:07–0:15:09
Wir können aber auch gerne noch so lange haben.
Micz Flor
0:15:09–0:15:12
Aber was wäre jetzt so, weil die Frage ist ja, wo machen wir diese Veränderung
0:15:12–0:15:16
im Körper, dass wir jetzt sagen, okay, wir brechen auf, wir müssen uns dann wieder orientieren.
Florian Clauß
0:15:16–0:15:19
Ich glaube, wir können jetzt aufrechen, weil das jetzt einfach so viel Wissen
0:15:19–0:15:20
ist und nicht immer so viel erfahren.
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Sondern wo ich dich einfach so jetzt mit den Informationen, die ich so in der
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letzten Zeit recherchiert habe, dann mit dir teilen.
0:15:30–0:15:35
Aber ich würde dich auch bitten, wie das so bei buddhistischen Vorträgen ist,
0:15:36–0:15:38
dass du immer Fragen stellst.
Micz Flor
0:15:38–0:15:43
Ja, meine erste Frage wäre eben, wir können gerne das auch im Sitz machen,
0:15:43–0:15:46
die Folge. Dann ist es halt ein Punkt auf der Karte, warum auch nicht.
0:15:47–0:15:50
Weil ich das Gefühl habe, dass, oder darum geht ja meine nächste Folge,
0:15:50–0:15:52
nämlich diese Folge des Bewussten und des Unbewussten.
0:15:52–0:15:55
Was das tut, warum, welche Rolle wir mit Zonen spielen.
0:15:55–0:15:59
Also das scheint jetzt eine Miniserie zu sein, die wir von beiden Seiten wacke
0:15:59–0:16:01
haben. Was mich auch freut.
0:16:01–0:16:04
Und vor dem Hintergrund dessen, was dann in meiner nächsten Folge kommt,
0:16:05–0:16:08
ist natürlich der Hinweis, dass wenn wir jetzt anfangen zu laufen,
0:16:08–0:16:13
dann wird es immer wieder Momente geben, wo du dein Bewusstsein aktivieren musst,
0:16:13–0:16:17
um zu überlegen, wo müssen wir lang oder was ist das. Und das macht es ja auch spannend.
0:16:17–0:16:20
Das hält ja irgendwie die Dinge am Leben, aber nicht so eingelassen.
0:16:20–0:16:24
Deshalb meine Frage, wenn wir jetzt einen Ort suchen, wo wir einfach sitzen
0:16:24–0:16:31
und sprechen und hören und uns unterhalten können, ist das für mich total okay.
0:16:31–0:16:34
Aber dann wäre es für mich nicht hier, weil mich der Park dann hier doch ein
0:16:34–0:16:36
bisschen zu wuselig fordert.
0:16:36–0:16:37
Also da bin ich nicht ganz entspannt.
Florian Clauß
0:16:38–0:16:43
Okay, ich dachte gerade, dann wäre es hier. Dann wäre es nicht hier. Wir müssen aufdrehen.
Micz Flor
0:16:43–0:16:47
Ja, wir müssen uns entweder einen anderen Ort suchen oder wir müssen uns auf den Weg machen.
Florian Clauß
0:16:48–0:16:52
Okay, dann lass uns einfach laufen, aufbrechen und lass uns gucken,
0:16:52–0:16:55
ob sich die Gelegenheit anbietet, dass wir uns irgendwo hinsetzen.
Micz Flor
0:16:55–0:16:56
Ja, okay.
0:16:58–0:17:02
Ich bin jetzt sehr aufgeregt, der Psychoanalytiker würde mir sagen,
0:17:02–0:17:06
dass du mir jetzt durch projektive Identifikation, auch so ein Begriff,
0:17:07–0:17:12
Der bedeutet, dass Dinge, die für dich vielleicht problematisch sind oder auch
0:17:12–0:17:14
schwer auszuhalten, was ich dir nicht unterstellen möchte, aber dass du die
0:17:14–0:17:17
quasi auf eine nonverbale Art
0:17:17–0:17:20
und Weise mir in die Schuhe schiebst und ich jetzt diese Aufregung habe,
0:17:20–0:17:24
sodass du entspannt sein kannst. Also dass Menschen sich auch helfen können.
Florian Clauß
0:17:24–0:17:26
Es ist auch eine Art von Übertragung.
Micz Flor
0:17:26–0:17:26
Genau.
Florian Clauß
0:17:26–0:17:34
Der historische Buddha mit dem bürgerlichen Namen Siddhartha Gautama,
0:17:34–0:17:44
der ist 563 vor Christi geboren und kommt aus einer reichen Adelsfamilie, Shakya.
0:17:44–0:17:48
Deswegen heißt er auch Buddha Shakya Moni.
0:17:48–0:17:53
Schon bei der Geburt hat seine Mutter Zeichen erfahren, Träume geträumt,
0:17:53–0:17:58
weißer Elefant und so weiter, wo schon sich angekündigt hat,
0:17:58–0:18:02
dass das ein außergewöhnliches Kind werden wird.
Micz Flor
0:18:02–0:18:07
Und weißer Elefant ist ein Bild, was im Buddhismus eine besondere Bedeutung hat oder war es?
Florian Clauß
0:18:07–0:18:11
Das ist eher im Hinduismus eine Bedeutung.
0:18:11–0:18:15
Aber ich will das gleich vorweg sagen. Also diese ganze Lehre,
0:18:15–0:18:19
die ganze Dharma-Lehre, die ganzen Geschichten um Buddha und so weiter,
0:18:19–0:18:23
die sind unglaublich kategorisiert.
0:18:23–0:18:31
Also es gibt immer drei Juwelen, acht Pfade, acht und es gibt immer irgendwelche
0:18:31–0:18:35
Zahlen, die sich da so ausprägen, die bestimmte Sachen beschreiben.
0:18:35–0:18:43
Es ist eine sehr alte Lehre, 2500 Jahre, jetzt alt und dementsprechend,
0:18:43–0:18:47
sag ich mal, auch so aufgeschrieben,
0:18:48–0:18:52
weitergegeben, dass es so, also wenn du die originalen Texte liest,
0:18:52–0:18:56
die sind schon sehr formalisiert von der Sprache her.
0:18:57–0:18:59
Die sind verfasst, also alle Lehren.
0:19:00–0:19:05
Von Buddha sind verfasst in dem Pali-Kanon. Also Pali ist nochmal so eine eigene Sprache.
0:19:05–0:19:08
Es wurde dann auch beschlossen, wie schreiben wir das auf. Ja,
0:19:08–0:19:11
wir nehmen Pali, keine Ahnung, gibt es auch bestimmt Forschung dazu.
0:19:12–0:19:17
Allerdings dann so 300, 400 Jahre erst nachdem Buddha gestorben ist.
Micz Flor
0:19:17–0:19:20
Und das kommt, das wir auch mal hatten in der Folge Palimzet,
0:19:20–0:19:22
das kommt nicht damit zusammen.
Florian Clauß
0:19:22–0:19:26
Nee, ich glaube, das Pali ist wirklich eine Sprache, das ist kein griechischer
0:19:26–0:19:30
Begriff in dem Moment. Und genau, bevor ich jetzt aber vom Tod vom Buddha erzähle,
0:19:30–0:19:34
erzähle ich erst mal von dem Weg, den er da und die Lehre, wie er sie entwickelt hat.
0:19:34–0:19:39
Also er ist in diesem reichen Königshaus groß geworden.
0:19:40–0:19:43
Und genau, das wollte ich noch sagen, diese Zeichen, da kam halt ein,
0:19:43–0:19:46
wie sagt man, ein Seher? Nee, wie sagt man das?
Micz Flor
0:19:46–0:19:47
Ein Orakel.
Florian Clauß
0:19:47–0:19:51
Ein Orakel, so eine Art von Seher-Orakel. Der hat dann gesagt,
0:19:51–0:19:58
dass der Sohn entweder ein ganz großer Mann, religiöser Mann werden,
0:19:58–0:20:00
oder er wird halt ein ganz großer König werden.
0:20:00–0:20:05
Und hat dann auch gesagt, wenn Nancy-Data mit keinem Leid konfrontiert wird,
0:20:05–0:20:06
dann wird er ein großer König.
0:20:06–0:20:11
Also hat der Vater dann halt alles Leid ausgeschlossen. Das heißt Leid, irgendwas.
0:20:11–0:20:14
Es durfte keine alten Leute geben auf dem Hof.
0:20:14–0:20:19
Er wurde dann umsorgt, hatte ein ganzes Harem, also ihm fehlte nichts.
0:20:19–0:20:22
Er konnte dann halt auch Ausbildung machen, den Bogenschützen und Schießen und
0:20:22–0:20:26
so weiter. Er war da auch sehr gut, er hat immer alles sehr schnell und sehr gut, perfekt gelernt.
0:20:27–0:20:32
Und hatte halt so Reichtum im Überfluss, also war wirklich so versorgt,
0:20:32–0:20:34
war glücklich und so weiter.
0:20:34–0:20:39
Bis er dann irgendwann seine vier Ausfahrten macht. Und es sind auch manchmal
0:20:39–0:20:44
so biedere Begriffe, Ausfahrten und Geistesgifte und sowas.
0:20:44–0:20:46
Also das sind halt so aus dieser Übersetzung.
0:20:46–0:20:51
Und in der ersten Ausfahrt, die er gemacht hat, dann hat er einen Kranken getroffen.
0:20:52–0:20:58
Bei der zweiten dann eine Tote oder ein Tod, das mit dem Tod konfrontiert wurde.
0:20:58–0:21:00
Und die dritte war dann halt mit einem...
0:21:01–0:21:04
Alten, ich weiß jetzt nicht mehr die Reihenfolge, das kann auch umgekehrt sein.
0:21:04–0:21:09
Also das war dann im Prinzip Alter, Krankheit und Tod, hat er erfahren und hat
0:21:09–0:21:11
dann gesehen, es gibt Leid.
0:21:11–0:21:17
Es gibt einfach Leid in der Welt und es wird ausgelöst durch Alter, Krankheit, Tod.
0:21:18–0:21:23
Das ist so, dass diese grundlegenden Erfahrungen, die er gemacht hat, sind die drei Auswahl.
0:21:23–0:21:26
Und bei der vierten Auswahl hat er dann so einen Asketen kennengelernt.
0:21:28–0:21:31
Der hat ihn dann so ein bisschen auf den Weg gebracht. vielleicht ist das die
0:21:31–0:21:35
Möglichkeit, wie man dieses Leiden der Welt bekämpfen kann.
0:21:35–0:21:42
Er ist dann tatsächlich in der Nacht und Nebelaktion aus seinem Palast geflüchtet,
0:21:42–0:21:47
hat dann Kind und Frau zurückgelassen und hat sich den Asketen angeschlossen.
Micz Flor
0:21:48–0:21:49
Dem oder denen?
Florian Clauß
0:21:49–0:21:58
Plural. Wir sind in Indien und es gibt auch alle möglichen Formen von Versenkung,
0:21:58–0:22:01
von meditativer Praxis, alle Ausformungen.
0:22:03–0:22:07
Die Asketen waren dann schon so eine extreme Kasse, die das gemacht haben,
0:22:08–0:22:09
auch entsprechend angesehen da.
0:22:10–0:22:14
Er war auch einer, hat das sechs Jahre lang praktiziert, einer,
0:22:14–0:22:19
der dann halt auch alles bis zur Meisterschaft erreicht hat.
0:22:19–0:22:26
Das war aber mit extremen Selbstkasteiungen, asketischen Fasten und sowas,
0:22:26–0:22:31
also es ging sehr stark auf den Körper und irgendwann, nach sechs Jahren,
0:22:32–0:22:35
war es ihm dann genug und dann hat er einfach so eine Reisschale,
0:22:35–0:22:40
die ihm eine Frau dann hingestellt hat, weil die Asketen, es wird ja viel gebettet,
0:22:40–0:22:45
so leben dann halt viele religiöse Menschen, dass die halt nichts selber erwerben,
0:22:45–0:22:49
sondern, dass sie dann halt durch Gaben dann sich ernähren und dann hat er diese
0:22:49–0:22:54
Reisschale genommen Und dann sind alle Asketen dann,
0:22:54–0:22:58
So ein bisschen enttäuscht abgezogen und dachten so, hä, was macht der denn?
0:22:59–0:23:00
Der hat doch schon die Meisterschaft erreicht.
0:23:01–0:23:04
Warum ist der das? Und seine Erkenntnis war...
Micz Flor
0:23:04–0:23:09
Aber normal wäre gewesen, die Asketen kriegen Reis hingestellt und essen den nicht.
Florian Clauß
0:23:09–0:23:14
Nee, genau. Es war genau dieser Moment, wo er dann halt zugegriffen hat und
0:23:14–0:23:16
gesagt hat, ja, okay, jetzt esse ich was.
0:23:16–0:23:21
Und dann hat sich in diesem Moment für ihn auch, was dann maßgeblich für die
0:23:21–0:23:28
Praxis, für die Gemeinschaft und so weiter ergeben hat, dass es geht um den mittleren Weg.
0:23:28–0:23:33
Also dieses dualistische Ding, am Anfang absoluter Reichtum,
0:23:34–0:23:35
völlig, also nichts hat gefehlt.
0:23:35–0:23:42
Dann hat alles gefehlt, diese totale Verknappung und Buddha hat in dem Moment
0:23:42–0:23:48
gemerkt, dass weder das eine noch das andere dazu dient, um das Leid zu überwinden.
0:23:48–0:23:52
Also die Versenkung hat dann eine gewisse spirituelle Kraft,
0:23:52–0:23:55
aber das ist nicht so, dass dadurch das Leid weggeht.
0:23:56–0:24:01
Und er hat dann gesagt, ich werde nicht eher von diesem Baum aufstehen,
0:24:01–0:24:08
also es ist dann der Bodhi-Baum, ehe ich die Erleuchtung quasi erfahren habe.
0:24:08–0:24:13
Und dann war es ein Tag, Zeitraum X, also sechs Tage oder was.
0:24:13–0:24:17
Und in diesen Tagen hat dann Buddha quasi die Erleuchtung erfahren.
0:24:17–0:24:23
Und man sagt auch, dass dann irgendwelche negativen Kräfte ihn dann halt davon
0:24:23–0:24:28
ablenken wollten, und dass dann aus irgendwelchen Unterwelten kamen und ihn verführt haben.
0:24:29–0:24:32
Und er ist dann standhaft geblieben und war dann erleuchtet.
0:24:32–0:24:34
Und das mit 35 Jahren.
0:24:35–0:24:38
Und dann hat er 45 Jahre gelehrt und das war's.
0:24:40–0:24:46
Und er hat dann das Dharma-Rad. Das Dharma-Rad steht immer für die Lehren,
0:24:46–0:24:51
wird dann häufig auch als so ein Regalsystem dargestellt.
0:24:52–0:24:56
Ja, weil die Texte waren dann halt auch immer so gefaltet und quasi so längliche
0:24:56–0:24:59
Texte, die in so Schatullenboxen lagen.
0:24:59–0:25:01
Und deswegen ist da immer so ein Regal.
0:25:02–0:25:06
Und er hat in dieser Zeit ganz viele Belehrungen gegeben.
Micz Flor
0:25:06–0:25:08
Hier. Wo wir uns hier hinsetzen vielleicht?
Florian Clauß
0:25:08–0:25:09
Ja, kann man gerne machen.
Micz Flor
0:25:09–0:25:13
Hier ist auf alle Fälle, finde ich, entspannt.
Florian Clauß
0:25:14–0:25:15
Auf jeden Fall.
Micz Flor
0:25:15–0:25:19
Haben wir die nächsten sechs Tage Zeit hier. Hoffentlich geht die Sonne nicht
0:25:19–0:25:21
vorher und es nicht zu kalt wird.
Florian Clauß
0:25:21–0:25:21
Vielen Dank.
0:25:22–0:25:26
Es gibt so bestimmte Kernthesen in der Lehre von Buddha.
0:25:27–0:25:32
Also das, was jetzt diese Meditation, die wir am Anfang gemacht haben mit dem
0:25:32–0:25:37
Atem, mit der Atemtechnik und dann diese vier grundlegenden Gedanken,
0:25:37–0:25:41
wie man sagt, diese Einstellung darauf, die enthält im Prinzip schon alles.
0:25:42–0:25:49
Und das eine ist halt das Dukha, indisches Wort dafür, dass das Leben von Leid geprägt ist.
0:25:50–0:25:54
Dann Tana, die Ursache des Leids, ist die Begierde.
0:25:54–0:26:00
Also können wir auch ein bisschen auf Freud schauen. Das Leid und Begierde und so weiter.
0:26:01–0:26:06
Beziehungsweise die Anhaftung. Also Tanathos und...
Micz Flor
0:26:06–0:26:09
Genau, das wäre dann und Lacanus Begehren. Also das wäre, glaube ich,
0:26:09–0:26:13
Anhaftung. Begierde wäre es falsch und Anhaftung wäre das bessere Wort wahrscheinlich.
Florian Clauß
0:26:15–0:26:19
Im Neroda, das Leid kann überwunden werden. Also das ist wirklich so,
0:26:19–0:26:22
das ist so ein Heilsversprechen, ja.
0:26:22–0:26:25
Was ein empirisches Heilsversprechen, ja.
Micz Flor
0:26:25–0:26:28
Was meinst du mit empirisch in dem Moment?
Florian Clauß
0:26:28–0:26:32
In dem Moment heißt, dass die ganze Lehre von Buddha ist so,
0:26:32–0:26:39
dass die, es ist keine Religion oder so, weil es geht nicht darum,
0:26:39–0:26:42
irgendwie dich mit jemandem,
0:26:43–0:26:48
Übergeordneten zu vereinigen. Religion heißt ja wieder zurückführen.
0:26:49–0:26:53
Sondern es gibt keine Übergeordneten, die Instanz, es gibt keinen Dogmen.
0:26:53–0:26:57
Es gibt nichts, was Buddha nicht verbieten würde. Er gibt nur Empfehlungen aus.
0:26:58–0:27:02
Und natürlich wird das dann in der Geschichte von Klöstern und so weiter,
0:27:02–0:27:05
Institutionalisierung, immer auch irgendwie dogmatisiert.
0:27:05–0:27:07
Aber das ist ja grundsätzlich so bei irgendwelchen Lehren.
0:27:08–0:27:13
Aber in der Ausrichtung der Lehre gibt es keine Dogmen. Es gibt Empfehlungen,
0:27:13–0:27:15
es gibt quasi Richtungen, die er da vorgibt.
0:27:16–0:27:21
Also Leid kann überwunden werden und das Mittel dafür ist der achtfache Pfad.
0:27:22–0:27:27
Der achtfache Pfad, das ist so ein Ethiksystem, die sich daraus ableitet,
0:27:28–0:27:36
die sich in verschiedenen Sektionen, kann ich gleich nochmal berichten, auffächert.
Micz Flor
0:27:36–0:27:40
Das sind jetzt alles Dinge, die Buddha nach den sechs Tagen,
0:27:41–0:27:46
nach der Erfahrung der Erleuchtung aufgeschrieben hat und dann war das fertig
0:27:46–0:27:49
oder ist das was, was sich immer wieder verändert hat?
0:27:49–0:27:52
Also das klingt jetzt so, als ob es ein System gibt, da wurde was,
0:27:53–0:27:58
eine Struktur, eine Struktur, die jetzt auch Ethik beinhaltet.
0:27:58–0:28:03
Das hat er alles nach den sechs Tagen dann gewusst und aufgeschrieben oder?
Florian Clauß
0:28:03–0:28:07
Nee, tatsächlich hat sich das innerhalb dieser 45 Jahre, also Buddha ist dann
0:28:07–0:28:13
mit 80 Jahren gestorben, in den 45 Jahren hat er das gelehrt.
0:28:13–0:28:16
Und er hat dann auch verschiedene Belehrungsstufen gegeben.
0:28:16–0:28:21
Also das Dharma Chakra, das ist das Dharma Rad und das erste Drehen des Dharma
0:28:21–0:28:25
Rads, dann hat er diese grundsätzlichen Sachen, es gibt Leid und so weiter.
0:28:25–0:28:30
Das hat er dann alles gelehrt und kommt dann immer irgendwo an und das Dharma-Rad
0:28:30–0:28:34
wird wieder gedreht und dann kommt wieder so eine Portion von Belehrung.
0:28:34–0:28:39
Er hätte dann auch, das was auch recht revolutionär zu der Zeit war, ist das Buddha.
0:28:40–0:28:43
Da auch keine Unterscheidung zwischen Kasten gemacht hat, auch keine Unterscheidung
0:28:43–0:28:47
zwischen Geschlechtern. Frauen wie Männer hat er als Anhänger aufgenommen.
0:28:48–0:28:50
Das war damals halt eigentlich in dem Kastensystem nicht so.
0:28:51–0:28:57
Der war da sehr frei in der Auswahl. Und da spiegelt halt auch seine Lehre wieder,
0:28:57–0:29:06
dass es halt wirklich keine irgendwelche Vorschriften gibt, sondern dass es immer die Frage nach,
0:29:06–0:29:11
wie können wir das Leid überwinden, dass es dann einen gewissen Pfad gibt,
0:29:12–0:29:17
gewisse Regeln oder nicht Regeln, aber so Empfehlungen, die man folgen kann
0:29:17–0:29:20
und sich damit dann auch...
0:29:21–0:29:27
Weniger, ich sag mal so, da muss man jetzt diesen Begriff Karma nochmal verwenden.
0:29:27–0:29:30
Was bedeutet Karma? Hast du ja auch schon öfters gehört.
0:29:32–0:29:37
Karma leitet sich, es ist auch eigentlich jetzt nicht eine rein buddhistische
0:29:37–0:29:40
Sache, sondern im Hinduismus gibt es auch so Karma.
0:29:41–0:29:47
Das bedeutet, dass man glaubt an Wiedergeburten. und dass je nachdem,
0:29:47–0:29:53
wie man sich verhält, dann entsprechend so einen Energieteppich aus dem vorherigen
0:29:53–0:29:56
Leben mitnimmt und dann so eine gewisse Disposition hat.
0:29:57–0:30:02
Also das ist halt so dieses Karma, was dann eben vielleicht,
0:30:03–0:30:05
wenn man in Analogie zufreut, so das Unbewusste.
0:30:06–0:30:10
Also das, was irgendwo schwelt und du weißt nicht genau, woher es kommt,
0:30:10–0:30:14
Aber es ist so eine Beeinflussung von den Sachen, die dir passieren,
0:30:14–0:30:16
die dir begegnen, wie du reagierst und so weiter.
0:30:17–0:30:22
Also wie du reagierst, ist nochmal eine andere Sache, weil das hat was mit den Geistesgiften zu tun.
0:30:23–0:30:27
In der moderneren Übersetzung sind das die Dörrgefühle.
Micz Flor
0:30:28–0:30:28
Die man hat.
Florian Clauß
0:30:28–0:30:33
Also da gibt es auch alles so sehr klassifiziert. Da baut der ganze Vajrayana
0:30:33–0:30:39
auf, also der tibetische Buddhismus, Ja, baut auf so ein System von Störgefühlen
0:30:39–0:30:42
und wie man die überwinden kann. Und da komme ich später nochmal zu.
Micz Flor
0:30:42–0:30:45
Genau, ich kann ja ganz kurz nochmal so einen Eingangsatz sagen.
0:30:45–0:30:49
Ich würde da gar nicht jetzt Freud nehmen, sondern ich würde wirklich auf meine
0:30:49–0:30:51
nächste Folge versuchen, das dann nochmal hineinzuweben.
0:30:52–0:30:56
Da können wir ja Fäden spannen zwischen den Folgen, weil diese Frage,
0:30:56–0:31:04
dieses Karma-Thema als Habe damit zu tun, dass man aus dem vergangenen Leben was mitgenommen hat,
0:31:05–0:31:09
was so eine Art Grundfärbung des jetzigen Lebens, und man kann es verändern,
0:31:09–0:31:13
aber es ist irgendwie wie so ein Rucksack, oder? So ein Handicap?
Florian Clauß
0:31:13–0:31:19
Genau, so ein Rucksack, Handicap, beziehungsweise das, was...
Micz Flor
0:31:19–0:31:21
Da würde ich das dann vielleicht nochmal irgendwie, wenn es passt,
0:31:22–0:31:24
in der nächsten Folge nochmal da mit Neurophysiologie...
0:31:26–0:31:26
Unterfüttern.
Florian Clauß
0:31:27–0:31:32
Ja, also was beim Karma nochmal so, vielleicht kann man da an dieser Stelle
0:31:32–0:31:36
nochmal so dieses Beispiel von dem Mahayana-Buddhismus.
0:31:37–0:31:42
Mahayana-Buddhismus ist der Buddhismus, der dann so, also das große Fahrzeug,
0:31:42–0:31:48
der dann im asiatischen Raum, Vietnam, Japan und so weiter, wo es dann auch
0:31:48–0:31:50
nochmal so eine Art von Übertragung gibt,
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wo das Herzsutra eine ganz zentrale Rolle spielt.
0:31:54–0:31:59
Da wird ein zentraler Satz da ist, dass jedes Lebewesen war schon mal deine Mutter.
0:31:59–0:32:04
Um so halt Mitgefühl, weil das Mitgefühl mit allen Wesen, das ist so das,
0:32:05–0:32:08
was sich da antreibt. Und auch vor allem...
Micz Flor
0:32:08–0:32:11
Freud würde das Gegenteil sagen. Jetzt entspannen Sie sich mal.
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Nicht jedes Lebewesen war mal Ihre Mutter.
Florian Clauß
0:32:15–0:32:23
Ja, wir wollten lieber Freud reden. Aber es geht auch in dem Buddhismus,
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oder das ist auch wieder so eine asiatische hinduistische Vorstellung,
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dass es verschiedene Daseinsformen gibt.
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Und die Menschenwelt ist eine davon.
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Insgesamt gibt es fünf Daseinsformen. Wenn du dann nach oben schaust.
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Gibt es die Halbgötter und dann als nächste Stufe die Götter.
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Und dann gibt es halt für jede Daseinsform, also Halbgötter,
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die haben unglaubliche Fähigkeiten. Also kann man sich so ein bisschen wie die
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Superhelden vorstellen.
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Aber durch diese Fähigkeiten, das sind nicht alle die gleichen Fähigkeiten,
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gibt es eine unglaubliche Konkurrenz dazwischen.
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Also so Eifersucht ist da so das ganz prägnante Störgefühl, was sich da ausprägt.
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Und bei den Göttern ist es so, die haben eigentlich alles, sind total super
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und dem geht es gut und so weiter.
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Aber die erfahren auch Vergänglichkeit. Ja, alles ist vergänglich.
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Und da in dem Moment der Erfahrung der Vergänglichkeit wird unglaublich großes
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Leid bei denen erfahren.
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Das heißt, die kriegen es nochmal so richtig geballt, wenn du nach 20.000 Jahren
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dann irgendwann doch erstürbst. Das ist schon doof.
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Und die Menschen haben eigentlich alle Voraussetzungen,
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jetzt so Körper, es gibt dann auch so eine ganz klare Klassifizierung der Daseinsformen,
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also wie sich das dann aufteilt.
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Und die Menschen haben optimale Voraussetzungen, um dann halt auch das Dharma
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zu praktizieren und zu lernen und sie auch das dann halt auch auszusuchen.
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Ein gewisses freies Handeln, ein Körper kommt rein, eine Erkenntnis,
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im Prinzip eine Wahrnehmung und so weiter.
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Alle Bedingungen kommen für die Menschen, für die Menschenwelt,
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kommen zusammen, um das zu praktizieren.
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Dann Stufe drunter wird das Tierreich gesehen, aber da wird auch nicht unterschieden
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zwischen Wurm und Elefant.
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Alle haben dann bestimmte andere Bedingungen und so weiter.
Micz Flor
0:34:18–0:34:25
Ist das nicht so ein Ersatz für das Kastensystem? Nein, das ist ein ganz anderes.
Florian Clauß
0:34:25–0:34:28
Das Kastensystem ist ja eine soziale, innerhalb der Menschen organisiert.
Micz Flor
0:34:28–0:34:30
Das heißt, da geht es jetzt nicht darum, dass man da irgendwie...
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Auf und ab steigen kann oder doch?
Florian Clauß
0:34:33–0:34:37
Doch, also das wird immer gesagt, du kannst überall, das sind alles,
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das vergeht auch selber und jede Form, jede Lebensform, jedes fühlende Wesen,
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es wird immer von fühlenden Wesen gesprochen, ja, also diese Empfindsamkeit
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kann durch alle Stufen laufen.
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Und wenn wir dann nach unten schauen, nach dem Tierbereich, kommt dann der Hungergeisterbereich.
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Da werden halt solche Geisterformen wie unglaublichen Hunger,
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aber nur einen ganz kleinen Mund und die können nichts essen und hungern, leiden und so weiter.
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Und dann gibt es halt den Höllenbereich als sechsten Bereich.
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Da, wo halt die Hölle dann, wo hast du eine Aggression und so.
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Aber du kannst aus allen Bereichen dann quasi aufsteigen oder absteigen,
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je nachdem. Und das ist so ein bisschen auch Kana geprägt.
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Das heißt, wenn du von oben kommst, dann hast du eine bestimmte Disposition.
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Da wird es halt sehr esoterisch. Aber es wird dieses, ich sag mal so,
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in dem individuellen Erleben eines Menschen oder auch Geschehen,
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was passiert und so weiter.
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Wird dann halt diese Karma-Größe mit reingerechnet. Das heißt,
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wenn jemand dann halt dauernd Unfälle hat oder sowas, dann weiß ich nicht,
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war er vielleicht irgendwie in seinem anderen Leben dann Halbgott,
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der zu oft den anderen auf die Füße getreten hat oder sowas.
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Also solche Vorstellungen gibt es, aber es ist halt natürlich einfach schwierig,
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da so eine Kausalität abzuleiten.
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Das war dann halt auch, was mich dann halt auch in der Sangha dann halt selber
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genervt hat, ist dann halt alles, wurde dann halt, ja, ist halt Karma.
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Weggewischt, Karma. Alles war Karma. Das fand ich schon immer nicht glaubwürdig
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und es wird dann schwierig, wenn du dann solche Sachen...
Micz Flor
0:36:25–0:36:29
Dass man das dann so nutzt und dadurch Verantwortung abgibt oder des eigenen Handelns.
Florian Clauß
0:36:29–0:36:34
Ja, Verantwortung abgibt, genau. So ein bisschen Verantwortung abgibt oder auch
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weil eine gewisse Selbstverantwortung da mit drin hängt.
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Das ist auch Krankheiten darüber erklärt werden, was dann aus einer medizinischen
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Sicht auch ein bisschen schwierig wird, das dann halt irgendwie auch so aufzunehmen.
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Also dieses, ja, du hast Karma, du bist selber dafür schuld.
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Aber ich glaube, diese dualistische Denkweise, die sich dann wieder in so einer
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Betrachtung einschleicht, die ist vielleicht im asiatischen Raum gar nicht so
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präsent, weil die das jetzt nicht so dualistisch auflösen.
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Und ich glaube, das ist halt genau auch manchmal das Problem,
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Wenn dann die Lehre aus dem asiatischen Kontext, quasi im westlichen Kontext kommt und das westliche,
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Denken ja so ganz, ganz tief von den stereotypischen Denken,
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also von Dualismus geprägt ist.
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Und deswegen kommen dann halt solche Sachen. Und das will ich da,
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also ich will jetzt das nochmal so ein bisschen erklären.
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Aber ich glaube, das muss man dann nochmal so als Größe mit reinberechnen.
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Wenn man Karma hört, sollte man jetzt nicht auf diese esoterische Denkweise,
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sondern versuchen, das im asiatischen Kontext dann so zu sehen.
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Ja, also auch dieses ganze Tod und Wiedergeburt, das ist auch alles so eine
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Sache, die muss man einfach auch nicht glauben. Ja, und das ist halt auch so.
Micz Flor
0:37:49–0:37:53
Du musst nichts glauben im Buddhismus. Da hat sich nämlich die Frage mir zusammengebaut,
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die frage ich jetzt, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich vielleicht damit
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unterbreche, weil du gerade gesagt hast, man muss nicht glauben oder so.
Florian Clauß
0:38:00–0:38:00
Ja.
Micz Flor
0:38:00–0:38:05
Ja, jetzt gibt es ja zum Beispiel in der katholischen Kirche die Oblate und den Wein.
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Und dann wird halt aus der Oblate wird halt der Leib und aus dem Wein wird das Blut.
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Und dann wird das natürlich diskutiert, wird das jetzt da wirklich draus?
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Muss ich glauben, dass das wirklich wird?
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Oder kann ich das auch einfach nur mitmachen?
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Oder warum ist es okay, wenn ich einfach nur mitmache? Wenn ich es nicht glaube,
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komme ich dann trotzdem im Himmel und Paradies und so weiter?
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Das heißt, da stecken dann immer so grundlegende Fragen drin,
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die einerseits den Glauben fordern und die aber andererseits auch über die Zeit
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hinaus sich verändern. Also man würde heute,
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Es würden sich sehr viele, glaube ich, schwer tun, zu denken,
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dass aus der Platte wirklich der Leib wird.
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Und das heißt, das, was du gerade gesagt hast, mit diesen Göttern und den Tieren
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und die Geister mit den kleinen Mündern, ist das was, was auch dann neu rezipiert
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wird, was dann vielleicht einen symbolischen,
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einen rituellen Charakter bekommt, wo man dann auf einmal sich zurückzieht und
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drauf schaut und nicht mehr sagt, was es ist, sondern was es bedeutet und wie
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wir darin werden, wenn wir teilnehmen.
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Ist es so, dass sich die Lehre verändert, um gleich zu bleiben oder verändert
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sie sich wirklich oder bleibt es bei dem, was damals schon aufgeschrieben wurde?
Florian Clauß
0:39:21–0:39:27
So diese Daseinsbereiche, das ist auch geprägt durch den tibetischen Buddhismus.
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Ich kann es dir gar nicht sagen, ob es da auch wirklich so eine Sichtweise dann
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zur Zeit Buddhas dann so war, aber wahrscheinlich ansatzweise.
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Ich weiß nicht, ob Veränderungen, das war ja die Frage danach,
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wie sich das dann verändert.
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Das ist, glaube ich, eine Form von, wir betrachten das und finden das erstmal
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jetzt als Kultursystem ungewöhnlich.
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Und ich glaube, es ist eher so die Frage mit diesem kulturellen Hintergrund
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des westlichen Abendlandes.
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Während in östlichen Traditionen und in östlichen Kulturen solche Sachen viel
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verbundener sind, der Animismus.
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Also wir haben ja auch das schon mal so im Bereich des japanischen,
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es gibt im tibetischen, die eine Erklärung, warum sich der Buddhismus da so
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gut ausgebreitet hat, ist eben, weil er diese ganze Bönn,
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also den Schamanismus, den schamanistischen Ritualen, die in Tibet damals vorgeherrscht
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haben, hat er mit transformiert.
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Und das heißt auch vieles von dem, was jetzt diese Höllenbereiche und so,
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das kommt aus so einem gewissen...
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Ich will mich jetzt nicht zu weiter erwähnen, aber ich glaube,
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es ist auch sehr schamanistisch.
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Also es gibt dann zumindest so in diesen Schützer, also es gibt im buddhistischen,
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im tibetischen Buddhismus dann die Schützer.
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Und die sind auch transformierte Geistesgifte.
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Also vorher eine Schutzenergie ist dann vorher mit sehr viel Aggression.
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Also Mörder oder irgendwelche Leute, die rumgezogen sind und andere Leute dann
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halt unterdrückt haben. Die können sich transformieren.
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Das ist halt auch wie dieses biblische Prinzip Saulus, Paulus.
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Ja, die können sich in so Schützer transformieren.
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Und das heißt, im tibetischen Buddhismus hast du dann halt so diese ganzen Bönnsch,
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also diese ganze Schutzmacht, das hast du auch im Chinesischen teilweise,
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kommst in einen Tempel rein und du siehst halt die Schützer,
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die dann erstmal auch quasi bewahren, um was draußen zu bleiben.
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Also die nicht mehr in dieser Aggression arbeiten, sondern dann ist diese Transformation
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der Aggression, ist dann spiegelgleiche Weisheit. Das heißt,
0:41:33–0:41:35
sie können ganz genau unterscheiden.
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Also sie haben nicht mehr diese Emotionen von in dem Moment spürbar,
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sondern die haben eigentlich nur noch die Qualität.
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Weil Aggression ja auch, wenn du aggressiv wirst, ich weiß nicht,
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bei dir selber kennst du wahrscheinlich gar nicht.
0:41:50–0:41:54
Aber die Aggression ist ja dann auch häufig, also ich werde aggressiv,
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wenn ich mich ungerecht behandelt fühle.
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Straßenverkehr, typische Situation, fahre mit dem Auto, blinkt nicht, schneide mir den Weg ab.
Micz Flor
0:42:01–0:42:04
Aber im Straßenverkehr ist es... Im Straßenverkehr ist das...
0:42:05–0:42:08
Perfide ja, dass alle sich ungerecht behandeln. Wenn einer hupt,
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hupten alle, weil alle haben einen Ring.
Florian Clauß
0:42:10–0:42:14
Aber es gibt ja gewisse Regeln, wo klar ist, dass es, ich bin heute auch mit
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dem Rad unterwegs gewesen, einer biegt dann rechts ab, ohne zu blinken,
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will parken, ich komme dann halt irgendwie fett schon lang, dann kriege ich schon Puls einfach.
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Und die Frage ist halt so, du erkennst in dieser Situation sehr genau,
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dass sich der andere, also der andere falsch verhält.
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Deswegen, bis du so aufbrauen und diese Qualität der Erkennung,
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was jetzt richtig und falsch ist in dem Moment, ja, wie auch immer,
0:42:40–0:42:44
das ist transformierte Energie von dem Störgefühl Aggression und es gibt dann
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halt solche Sachen, ich greife jetzt doch vor, weil das finde ich einen sehr spannenden,
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Aspekt vom tibetanischen Buddhismus, den man vielleicht auch ansatzweise in
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irgendwelchen therapeutischen Sachen umsetzen könnte oder macht sowieso.
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Störgefühle sind zum Beispiel Dummheit, ja, das ist Verblendung,
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so, dann gibt's Es gibt Eifersucht, es gibt Neid, es gibt dann die Aggression und was war das Fünfte?
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Ich habe es gerade vergessen, ich gucke gleich nochmal.
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Aber dass die sich dann halt auch so transformieren können in so verschiedene
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Aspekte. Und das hat dann halt, der ganze tibetische Buddhismus hat das dann
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halt auch in so einem System.
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Himmelsrichtung, Farben, Yiddams, also Yiddams sind Meditationsaspekte.
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Bodhisattvas sind dann halt von dieser einen Energieform, dann bestimmte Buddha-Ausstrahlungen,
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Also Buddha ist quasi immer das Ganzesvolle, aber dann gibt es halt mal Aspekte
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wie Manjoshri, der Bodhisattva des Wissens ist,
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oder Shen Resig, des Mitgefühls, oder Öpama, das grenzenlöse Licht.
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Also das sind so Aspekte, die sich dann in diesen einzelnen Ableitungen ausbringen.
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Das hat einen unglaublichen visuellen Reichtum und das ist auch die Meditationspraxis.
0:44:00–0:44:03
Aber vielleicht können wir dann nochmal, bevor wir jetzt wieder vorgreifen,
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über die Meditationspraxis, die bei Buddha dann so üblich war.
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Er hat ja, wie gesagt, die Askese, das ist ja auch eine Form von Meditation, diese Entsagung.
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Und da gibt es durchaus so spirituelle Zustände, wo man dann auch sowas erleben
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könnte wie Erleuchtung.
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Oder dass zumindest der Sinn davon ist. Also Erleuchtung hier,
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immer die Frage von Leid zu überwinden.
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Ja, das ist ja so, dass ich will nicht mehr Leid erfahren.
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Die Meditation, die Buddha gemacht hat, ist im Prinzip die Meditation,
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die wir am Anfang gemacht haben. Einfach nur atmen.
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Es war jetzt gar nicht mehr groß, irgendwas vorstellen oder sowas.
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Und nur durch lange und kurze Atmung dann entsprechend auch in so eine Versenkung
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zu kommen. Und es wird gesagt, es gibt so zwei Arten von Meditation,
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wie so zwei Flügel eines Vogels.
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Die eine ist dann so mehr oder weniger ausgerichtet auf so eine Versenkung,
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also dieses Versenken, dass du dann halt auch wirklich so eine spirituelle Erfahrung
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in der Versenkung haben kannst.
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Und die andere ist eigentlich eher so eine Form des Erkennens.
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Dass jetzt auch so, wenn du mir auch irgendwelche YouTube-Videos anschaust zur
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Meditation und so weiter, da gibt es ja auch immer so diese Gegenstandsmeditation.
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Also das ist ein extremes Bewusstsein im Raum.
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Bewusstsein für die Situation, dass du da so mit Analyse drauf bist.
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Gar nicht so versenkst, so weggehst.
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Und dann guckst halt, ah, okay, jetzt hier, das betrachten. Diese beiden Formen,
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das ist so die, die er empfiehlt, um dann das als Mittel einzusetzen,
0:45:43–0:45:45
um zur Erleuchtung zu kommen.
Micz Flor
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Und wie weiß ich als meditierende Person?
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Welche Meditationen ich gerade mache? Welche der beiden? Also wie erlebe ich den Unterschied?
Florian Clauß
0:45:56–0:45:59
Ich glaube, das ist dann angeleitet. Also ich glaube, das ist halt,
0:45:59–0:46:06
also es geht auch bei diesem achtfachen Pfad, es geht grob, also acht Teile, acht Pfade.
0:46:06–0:46:13
Und es geht um Weisheit, Ethik und quasi Sammlung im Sinne von Konzentration.
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Die Weisheit ist halt rechtes Erkennen, rechte Gesinnung. Also diese Einstellung erstmal zu haben.
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Ja, ich möchte zum Wohle aller fühlenden Wesen, möchte ich das Leid überwinden.
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Das ist so diese Einstellung. Und ich habe einen Menschenkörper und ich kann
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den nutzen und so weiter.
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Das ist halt so dieses Werkzeug und diese Einstellung, sich da weiterzuentwickeln.
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Und ich möchte halt auch entsprechend da mal lernen und lernen.
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Dann gibt es die Ethik, rechte Rede. Also da wird auch stark auf Rede Acht gegeben,
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also nicht durch seine Worte anderen schaden.
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Rechtes Handeln ist natürlich dann halt keinem auch mit seinen Handlungen zu töten und so weiter.
Micz Flor
0:46:55–0:46:59
Handlungsakt, Theorie der Frankfurter Schule.
Florian Clauß
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Dann gibt es den rechten Lebenserwerb.
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Das bedeutet, es wird nicht so gut angesehen, wenn du dann halt in einem Schlachthof arbeitest.
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Es geht aber nicht darum, dass es verboten ist, sondern es sollte vermieden werden, ja.
Micz Flor
0:47:14–0:47:17
Das ist so eine Sache, an die ich mich auch erinnere. Das hatten wir doch als
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Gespräch, dass das vegetarisch Essen,
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Keine Forderung oder so sein kann man essen, was man will, aber das Töten der
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Tiere, das wäre halt das eigentliche Problem.
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Aber wenn jemand anderes das Tier getötet hat, dann ist man da karmamäßig nicht belastet.
Florian Clauß
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Ja, und es gibt tatsächlich, also das ist zum Beispiel im tibetischen Raum sind
0:47:39–0:47:43
die Anhänger des Buddhismus nicht unbedingt Vegetarier,
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Weil einfach die Vegetation und diese, also jetzt auch wie Tibet gelegen ist,
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nicht die Möglichkeit gibt, dass man sich komplett fleischlos erlernt.
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Deswegen gibt es eine eigene Kaste auch, die dann das Leid auf sich nehmen.
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Also sie wissen, dass karmatechnisch ist es halt nicht gut zu töten.
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Aber die machen das halt für die anderen. Also das heißt, es wird also mit diesem
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Respekt voll für andere und so weiter.
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Es ist jetzt nicht so die ausgesetzten, ausgestoßenen Kasse,
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sondern die anderen wissen das total zu wertschätzen, dass die jetzt das Tier
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umbringen und sie das nicht machen müssen.
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Also es wird dann halt auch entsprechend gewertschätzt und dann spricht man
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Wünsche für die und so weiter, dass die dann halt auch ein besseres Leben bekommen.
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Also das heißt, es ist auch da nur eine Empfehlung, weil Buddha selber hat,
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also man kann ja nicht immer genau sagen, Aber es war wohl so,
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dass er dann halt schon so diesen Vegetarismus, wenn es geht,
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dann halt gesagt hat, also weil Tiere auch fühlende Wesen sind,
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sollte man halt nicht essen unbedingt.
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Aber immer so in dem Bereich, wie es halt geht, ne?
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Dann diese Konzentration, das Rechtes Bemühen, Achtsamkeit, Konzentration,
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also dass man sich halt auch keine rauschhaften Substanzen nimmt unbedingt,
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dass man halt irgendwie so auf seinen Körper achtet.
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Also es ist alles so von diesem mittleren Pfad, weil er selber diese Extreme kennengelernt hat.
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Ich weiß nicht, ob er dann so stark sich irgendwelche rauschhaften Substanzen
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eingeworfen hat, aber davon gehe ich jetzt nicht.
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Aber es geht schon so darum, alles Extreme sofort zu vermeiden und so Bedingungen
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zu schaffen, dass man da so gut in der Mitte bleibt und dann eben praktizieren kann.
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Und das Praktizieren ist dann Dharma, also 88.000 Belehrungen.
Micz Flor
0:49:35–0:49:39
So wie ich das verstehe, ganz kurz, ist dieser mittlere Weg könnte,
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also ich versuche das jetzt mal so runterzubrechen und zu sagen,
0:49:43–0:49:45
mittlere Weg heißt eigentlich in der Welt sein.
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Wenn ich ganz asketisch lebe, bin ich nicht wirklich in der Welt.
0:49:48–0:49:50
Dann bin ich in einer Randerscheinung,
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die irgendwie einen eigenen Weg verfolgt, der aber nicht zwanglos,
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sage ich mal, mit der Welt verbunden ist, sondern ich lege mir einen Zwang auf,
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um in dieser Situation, in dieser Spannung zur Welt zu bleiben.
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Und was er vorher erlebt hatte, das Reich, die Reichsfamilie,
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der Überfluss, ganz leidlos, das ist jetzt auch nicht wirklich in der Welt sein,
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sondern das ist ein Sonderweg. Ja, auch das ist wieder was anders ist, aber wenn er jetzt,
0:50:16–0:50:22
den Mittelweg geht, dann ist das der entspannteste Weg in der Berührung mit
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der Welt, wie sie ist vielleicht oder so.
Florian Clauß
0:50:24–0:50:32
Genau. Also da, wo man als Individuum wahrscheinlich am wenigsten so negative
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Energien aufbaut oder Hindernisse hat oder sowas. Also das heißt...
Micz Flor
0:50:36–0:50:38
Und sich irgendwie am besten auch entspannen kann.
Florian Clauß
0:50:39–0:50:39
Auch entspannen, genau.
Micz Flor
0:50:41–0:50:43
Wenn ich die ganze Zeit den Reis nicht will, klar, denke ich an nichts anderes.
Florian Clauß
0:50:44–0:50:48
Genau. Um dann halt seine Bedingungen dann so am besten nutzen zu können.
0:50:48–0:50:50
Ich meine, das merkt man ja selber.
0:50:50–0:50:53
Du willst ja auch nicht die ganze Zeit keine Ahnung, in so einem Stress.
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Man kann ja gucken, wie man sein Leben so organisiert, dass man halt bestimmte
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Sachen vermeidet oder wenig Stress hat.
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Zum Beispiel nicht direkt am Kotti wohnen oder sowas. Also vielleicht Anekdote
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dazu, also viele von seinen Dama-Lehren, die dann aufgeschrieben wurden,
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sind auch dann so Gleichnisse.
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Sie sind auch schön zu lesen. Ich habe noch so ein altes Buch Und die Formulierungen
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sind so ein bisschen wie so eine Bibel, wo man so eine komplizierte,
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konstruierte Sprache hat. Aber die Geschichten sind ganz schön.
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Zum Beispiel als Buddha dann lehrt, ja, und dann kommt ein Typ auf ihn zu und
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ist halt total aufgebracht und beschimpft ihn die ganze Zeit, ja.
0:51:33–0:51:36
Was er da alles irgendwie so macht und was er alles so.
0:51:36–0:51:42
Und Buddha hört sich das so recht gleichmütig an und man fragt ihn dann halt
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so, erwiesen, dass wenn du jemandem was schenken willst und,
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der es nicht annimmt, wem gehört das Geschenk? Und dann sagt der Mann so,
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der, der es mitgebracht hat, also mir gehört es dann, ja.
0:51:57–0:52:00
Und dann sagt Bruder, ja, und so ist es mit deinen Beschimpfungen.
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Das heißt, die nehme ich nicht an, die gehören dir. Mach was draus.
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Und das ist ja nicht so, dass er dann irgendwie aggressiv oder emotional darauf
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eingeht, sondern dann einfach sagt, okay, gleich mal, ich höre mir das an und
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okay, hab nichts mit mir zu tun.
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Oder eine andere Geschichte ist, ist das so ein Mörder.
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Es wird auch immer so plastisch schön beschrieben, dass der die ganzen Finger
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von seinen Opfern als Kette um den Hals trägt.
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Also wo er wirklich so ein bisschen... Und der will halt Buddha umbringen,
0:52:32–0:52:34
als dann halt Buddha dann durch den Wald geht.
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Und Buddha geht halt und dann sagt er so, hey, dann bleib stehen.
0:52:38–0:52:40
Und Buddha sagt, ich stehe schon.
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Bleib auch du stehen. Und in dem Moment ist er halt total bekehrt.
0:52:43–0:52:46
Weil in diesem Moment, ah, konnte ich ihn nicht einholen.
0:52:47–0:52:51
Aber die eigentliche Geschichte davon ist, dass dieser wird dann sofort Buddha-Anhänger,
0:52:52–0:52:55
aber er wird dann halt immer, wenn die irgendwo auftauchen, wird er dann halt
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mit Steinen beworfen und wird halt irgendwie so ein bisschen angegangen,
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weil er halt diese ganzen Leute.
Micz Flor
0:53:01–0:53:06
Das mit den Fingern und diesem Stein, vor allem habe ich so Manga-Animation,
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80er-Jahre-Ästhetik, wo er so, uh, uh, uh, und dann große Augen und bleib stehen, du stehst schon.
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Also diese große Emotion.
Florian Clauß
0:53:16–0:53:19
Ich passt, glaube ich, ganz gut rein. Aber nur, das ist halt,
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Karma wirst du nicht los, auch wenn du dann halt irgendwie sagst,
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so aber das ist ein ganz gutes Beispiel für Karma, das ist halt auch innerhalb
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von einem Leben dann passiert, jetzt nicht über die verschiedenen Lebenszeiten, sagt man auch, aber,
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wenn du halt die ganze Zeit irgendwie Leuten schräg kommst, dann,
0:53:35–0:53:39
auch wenn du dich geändert hast, irgendwann kommt das dann halt aus der Vergangenheit
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zurück und Ole hat immer gesagt, so wie es halt irgendwie aus dem Wald schallt,
0:53:44–0:53:45
ist, wie es hier reingerufen wird.
0:53:46–0:53:50
Also es ist halt irgendwie so ein Echo, das dann in irgendeiner Form zurückkommt.
0:53:51–0:53:55
Aber ja gut, das sind so alles so Weisheiten, das ist ja alles nichts Neues.
0:53:55–0:53:59
Es hat sich da, glaube ich, auch in der eigenen Kultur schon so weit breitgetreten,
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dass man da jetzt nicht irgendwie was überraschend Neues erzählt.
0:54:02–0:54:06
Aber ich finde es erstaunlich, dass es so ein Ethiksystem ist,
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was immer noch so, wenn du irgendwelche Lebenshilfebücher guckst oder YouTube-Kanäle folgst,
0:54:14–0:54:19
immer ist dann, also wenn es um so Leitvermeidung, Glück geht,
0:54:19–0:54:25
Dann kommst du zwangsläufig immer irgendwie auf so eine Form von Buddhismus,
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die da auch mit drin schwingt.
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Und das sind halt so einfache Regeln. Also diese achtfache Fahrt,
0:54:30–0:54:32
ja, damit kommt man weiter.
0:54:32–0:54:36
Und dann halt, wie gesagt, in der Kombination mit der Meditation hat man die
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Möglichkeit, da auch entsprechend die Erleuchtung zu erreichen.
Micz Flor
0:54:39–0:54:44
Ja, ich habe eine Frage dazu, weil es ist so, dass diese acht,
0:54:44–0:54:46
Wie heißt es? Achtfache Pfad?
Florian Clauß
0:54:46–0:54:46
Ja.
Micz Flor
0:54:47–0:54:51
Ähnlich wie die zehn Gebote, aber ganz anders. Aber irgendwie was ist,
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was das soziale Miteinander ja auch beschreibt.
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Also wie man sich selbst gegenüber sein soll, aber auch wie man im Umgang mit anderen sein soll.
0:55:01–0:55:05
Und der Buddhismus, die Erleuchtung, das Karma sind Sachen, die sind sehr an mir.
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Und Karma ist aber was, was auch irgendwie entsteht oder sich verändert in der
0:55:12–0:55:13
Interaktion mit anderen Menschen.
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Und mich würde jetzt interessieren, geht es im Buddhismus primär um das Individuum?
0:55:21–0:55:25
Also wenn man jetzt sagen würde, so im christlichen Ich komme in den Himmel,
0:55:25–0:55:27
bei Freud, Ich werde gesund.
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Also das ist ja kein psychischer Raum, es ist ein auratischer Raum wahrscheinlich oder so.
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Geht es um das Individuum, dass durch die Interaktion mit anderen und das Sein
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in der Welt einen Schritt weiterkommt, in Anführungszeichen,
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oder erlöst wird oder gesundet, wie auch immer man es nennen möchte.
0:55:46–0:55:50
Oder ist im Buddhismus auch so etwas angelegt wie etwas Feldhaftes der Verbindung?
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Dinge, die, weil natürlich, wenn ich eine andere Person brauche,
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um etwas tun zu können, dann ist da eine Abhängigkeit zur Person.
0:56:01–0:56:06
Aber ich meine darüber hinaus etwas Feldhaftes in der Gemeinde oder etwas,
0:56:06–0:56:10
was ich eben nicht kontrollieren kann oder was, was nicht in mir entsteht oder
0:56:10–0:56:13
in der Interaktion als Funktion zwischen zwei Menschen entsteht,
0:56:13–0:56:15
sondern eher als Gefüge,
0:56:15–0:56:18
Feld, Atmosphäre oder so entsteht. Weißt du, wie ich war?
Florian Clauß
0:56:18–0:56:22
Ja, vielleicht kann ich dazu auch eine Geschichte erzählen.
Micz Flor
0:56:22–0:56:22
Ja, gerne.
Florian Clauß
0:56:24–0:56:30
Auch eine Geschichte, die sich dann wohl so abgespielt hat, dass eine Frau,
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die ihren toten Säugling auf den Arm hat, kommt völlig verzweifelt zum Freund.
0:56:39–0:56:42
Der empfiehlt ihnen, geh mal zum Buddha, der ist gerade in der Stadt und frag ihn.
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Und sie kommt dann eben total aufgelöst und in tiefster Trauer und fragt so,
0:56:49–0:56:52
Buddha, ja, sie soll ihr Kind wiederbeleben.
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Und dann sagt Bruder, ja, bring mir doch aus dem Haus, wo kein verwandter Familienangehöriger,
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Kind oder so gestorben ist, bring mir doch einen Senfkorn.
0:57:05–0:57:10
Und dann geht sie los und fragt alle Möglichen und stellt halt fest,
0:57:10–0:57:14
dass in jedem Haus eben jemand irgendwie gestorben oder so.
0:57:14–0:57:18
Und kommt halt zurück und sagt, ich habe keinen Senfkorn.
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Und so, ja, weil alle Tod und Leid erfahren.
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Und das ist jetzt der Schritt, du hast ja gesagt, von der Ich-Erfahrung.
0:57:28–0:57:32
Buddha spricht von einer Ich-Illusion. Also es gibt kein Ich,
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weil alle Menschen irgendwo eine gleiche Erfahrung haben.
0:57:36–0:57:39
Und das ist Alter, Krankheit, Tod, Leid.
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Und das ist so eine Konstitution.
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Und das heißt, da wird es ja dann quasi überindividuell. Weil diese Erfahrungen
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machen alle. und deswegen gibt es mich als Person nicht.
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Es wird aufgelöst, weil ich diese Erfahrung genauso wie alle anderen lebenden Wesen mache.
0:57:59–0:58:02
Ja klar, ich meine natürlich hast du eine Individualität und so weiter,
0:58:02–0:58:06
aber im Buddhismus wird dann eben auch von einer Ich-Illusion gesprochen.
Micz Flor
0:58:07–0:58:10
Dann bemühe ich jetzt als Analogie oder als Illustration.
Florian Clauß
0:58:10–0:58:14
Oder lass mich noch ganz kurz sagen, weil aus dieser Erfahrung heraus,
0:58:14–0:58:17
dass alle das haben, kann ich ja mit Gefühl entwickeln.
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Und das stärkt halt die Gemeinschaft. Also da ist dann quasi die konstituierende Größe.
0:58:23–0:58:26
Und das ist ja das, was man auch bei diesen ganzen Artedokumentationen über
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irgendwelche Klöster im Himalaya, dass die alle so nett sind.
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Wenn du das so als Lebensform hast oder als Leben dann halt auch praktizierst,
0:58:40–0:58:43
dann ist es so, dass du einen unglaublich großen Respekt gegenüber anderen hast
0:58:43–0:58:45
und dementsprechend auch ein Mitgefühl.
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Und das ist natürlich total bindend und gemeinschaftsstärkend.
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Das ist so diese Sangha, die dahinter steht. Das wollte ich noch anbringen.
Micz Flor
0:58:55–0:59:01
Ich wollte jetzt noch als ein Bild von dir auch, ob ich das richtig verstanden habe.
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Vielleicht hast du dieses Bild auch so gut beschreiben können,
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weil du eben vor diesem geistigen Hintergrund die Welt gesehen hast.
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Aber du hattest mal sowas in der Art gesagt, wenn man sich halt so den Wald
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komplett vorstellt, der Wald ist das, was man vor sich hat, dann sind halt die
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Bäume nur noch die Früchte vom Wald.
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Aber jeder Baum ist nicht mehr einzeln, sondern der Wald ist das,
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was man sich anschaut. Und dann gehören Bäume dazu.
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Aber wir gucken uns nicht den Baum an, sondern die Bäume sind halt so eine Art ...
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Ja, energetische Quantenraumverdichtung oder so auch, ne?
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Und so kam mir das gerade vor, als du beschrieben hast, dass es das Ich als
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Ich-Illusion so nicht gibt.
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Also man sieht dann den Wald vor lauter Bäumen nicht.
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Und der Weg wäre dann eben, die Bäume mit den Bäumen natürlich zu sein und dahinter
0:59:47–0:59:52
aber auch mehr erleben zu können, nämlich Teil dieses Waldes zu sein, oder?
Florian Clauß
0:59:52–0:59:56
Also weil dein letzter Satz war jetzt Teil des Waldes zu sein,
0:59:56–1:00:02
also jetzt nicht ein Baum zu werden, sondern Teil des Waldes ist halt der Wald
1:00:02–1:00:05
als Struktur, als Feld quasi.
1:00:05–1:00:08
Und wenn du sagst, Teil des Waldes ist dann halt, ich bin nicht der einzelne
1:00:08–1:00:14
Baum, sondern ich bin quasi in diesem Informationsnetzwerk irgendwo mit verbunden.
Micz Flor
1:00:14–1:00:17
Ja, also wenn wir jetzt über Informationen reden, dann wäre natürlich das Bild
1:00:17–1:00:19
zu sagen, der Wald, was ist ein Wald?
1:00:19–1:00:21
Der ist nicht nur die Bäume, sondern das ist die Pilze, Myelinschichten,
1:00:21–1:00:25
die irgendwas, die da unter Mühe ziehen, Entschuldigung, was da unten so läuft.
1:00:25–1:00:27
Also alles das, was wir eigentlich gar nicht sehen können, ist der Wald.
1:00:28–1:00:31
Und das wir aber gar nicht benennen, wenn wir Wald sagen. Aber trotzdem ist
1:00:31–1:00:35
das mehr Wald als die Bäume, die wir eigentlich als Wald sehen.
1:00:35–1:00:37
Wenn wir alle Bäume gesehen haben, denken wir, wir haben den Wald gesehen.
1:00:37–1:00:41
Aber der Wald ist halt irgendwie das, was wir gar nicht sehen können.
Florian Clauß
1:00:41–1:00:45
So meinte ich das. Nee, verstehe. Ja. Das ist ein schönes Bild.
1:00:45–1:00:46
Aber ich habe das nicht gesagt.
Micz Flor
1:00:46–1:00:47
Doch, du hast das gesagt.
Florian Clauß
1:00:48–1:00:50
Echt? Ich dachte, du hättest das die ganze Zeit.
Micz Flor
1:00:50–1:00:51
Nee, du hast du hättest.
Florian Clauß
1:00:51–1:00:55
Wie ist das wirklich? Das ist voll die Illusion.
Micz Flor
1:00:55–1:00:56
Na gut, ich habe es gesagt.
Florian Clauß
1:00:57–1:00:57
Na toll.
Micz Flor
1:00:58–1:01:01
Das wäre schlecht für meinen Karma. Entschuldige, damit mache ich keine Witze.
1:01:01–1:01:02
Da vorne ist eine Pusteblume.
Florian Clauß
1:01:02–1:01:09
Ja. Wenn das jetzt für dich okay ist, würde ich dann nochmal ein bisschen so
1:01:09–1:01:14
diese historische Einordnung, warum der Buddhismus dann...
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Ja, das ist vielleicht immer ganz interessant, weil das dann so ein bisschen
1:01:18–1:01:22
auch um Schriftkultur und so weiter geht. Also Buddha ist ja zu einer Zeit geboren.
1:01:23–1:01:25
Jetzt kommen auch wieder so diese ganzen...
1:01:25–1:01:28
Diese ganzen Geschichten, die man da irgendwie glauben muss,
1:01:28–1:01:32
oder auch einfach nur als Geschichten wahrnehmen kann.
1:01:32–1:01:38
Also Buddha ist die dritte Wiedergeburt, also der Buddha Shakyamuni ist die
1:01:38–1:01:39
dritte Wiedergeburt eines Buddhas.
1:01:40–1:01:43
Es werden tausend kommen, das sind so die Prophezeiungen, er ist die dritte.
1:01:44–1:01:49
Wenn dann eine Buddha-Natur quasi in die Welt tritt, dann hat die erstmal so
1:01:49–1:01:52
ein unglaubliches Feld, so ein Kraftfeld.
1:01:52–1:01:56
Das heißt, so ist es wahrscheinlich auch zu erklären aus einer buddhistischen
1:01:56–1:02:03
Sicht, dass die Leute, die dann in der Nähe von Buddha Shakyamuni oder von Siddhartha
1:02:03–1:02:07
waren, dass die sich gar nicht groß anstrengen mussten.
1:02:07–1:02:10
Das war halt so wie so ein Jetstream im Energiefluss.
1:02:10–1:02:14
Du konntest dich einfach so dranhängen und er hat eine unglaubliche Energie
1:02:14–1:02:16
gehabt und du musstest halt auch nur noch atmen und dann warst du halt schon
1:02:16–1:02:18
so ziemlich weit in der ganzen Welt.
1:02:18–1:02:21
Also so kann man sich das vorstellen und das ist tatsächlich so,
1:02:21–1:02:25
das habe ich dann mal von so einem Rindpoche, der dann halt auch,
1:02:25–1:02:31
ich bin ja auch dann viel zu Vorträgen gegangen und Einweihung nennt man dann auch so Rituale.
1:02:32–1:02:36
Aber so ein Rinpoche hat mal erzählt, dass je weiter weg dann historisch der
1:02:36–1:02:41
Buddha ist, desto weniger lässt diese Energie nicht mehr so da.
1:02:41–1:02:47
Deswegen ist auch ein Grund, warum sich dann der tibetische Buddhismus wahrscheinlich
1:02:47–1:02:49
so ausgeprägt hat in der Visualisierung,
1:02:50–1:02:55
weil der einfach nochmal so durch diese tantrischen Konzepte der Verbindung
1:02:55–1:02:57
ist es nochmal ein bisschen schneller.
1:02:57–1:03:00
Also das ist das Versprechen vom tibetischen Buddhismus, du kannst Erleuchtung
1:03:00–1:03:01
innerhalb eines Lebens erlangen.
1:03:01–1:03:08
Wenn du dich auf diese Guru, auf das Guru-Yoga heißt es, also quasi diese Verbindung
1:03:08–1:03:11
von Lehrer, Schüler, das du einstellst, kannst du zack dadurch.
1:03:12–1:03:16
Also deswegen gibt es so ein bisschen andere Mittel. Deswegen hat sich auch
1:03:16–1:03:20
Mahayana, der sich dann eher im Japan ausgebreitet hat, der Buddhismus,
1:03:20–1:03:25
dann nochmal auch so andere Formen ausgeprägt, die dann halt nicht mehr nur
1:03:25–1:03:31
Atmen waren, sondern dann wurde diese ganze Meditation ritualisiert oder verstärkt durch.
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Der Atem ist dann im tibetischen Buddhismus so, dass du dann eine Verbindung
1:03:37–1:03:42
aufbaust und hat nicht mehr nur diese reine Atemfunktion, sondern du hast dann ein anderes Ziel.
1:03:42–1:03:50
Du arbeitest mit Visualisierung, dass du dir den Karmapaar vorstellst oder irgendwelche
1:03:50–1:03:55
Jedams, irgendwelche Aspekte, Buddhas und so weiter, stellst du dir dann visuell vor.
1:03:55–1:03:59
Es gibt dann Sachen, es gibt dann halt auch so Gesten, die sind auch alle voll
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normiert, wie dann halt irgendwie, ob dann eine Schädelschale geschalten wird
1:04:03–1:04:06
oder ob dann die Finger zum Boden zeigen,
1:04:07–1:04:12
ob dann bestimmte Ritualgegenstände getragen werden. Das stellst du dir alles vor.
1:04:12–1:04:16
Und dann gibt es halt auch immer so Formen von irgendwelchen energetischen Bewegungen.
1:04:17–1:04:20
Also Energie im Sinne von wirklich mechanisch. Also du siehst dann tatsächlich
1:04:20–1:04:24
Sachen tropfen auf dich, durch dich durch. Du siehst strahlendes Licht,
1:04:25–1:04:26
was dann auch in dich strahlt.
1:04:27–1:04:30
Du hast dann irgendwelche Verkettungen, wie so eine Fahrradkette,
1:04:31–1:04:33
wo dann halt so die Maler, genau.
1:04:33–1:04:37
Die Maler sind im Prinzip diese Steine, wo ich dann halt meine Mantren erzähle.
1:04:37–1:04:42
Mantren bekommen eine total starke Bedeutung. Die Mantren auch im tibetischen
1:04:42–1:04:48
Buddhismus, die drücken dann auch bestimmte Formen von Aspekten des Geistes
1:04:48–1:04:50
aus. Ja, OM ist dann immer so ein Öffnen.
1:04:53–1:04:56
Das ist auch so ein öffentliches Mantra, das man sagen kann.
1:04:56–1:04:59
Andere Mantren, die sind dann quasi eine geheime Übertragung.
1:04:59–1:05:02
Die darf man dann nicht öffentlich machen.
1:05:02–1:05:05
Die kannst du nur, wenn du wieder diese Einleihung bekommen hast.
1:05:06–1:05:09
Aber was wollte ich eigentlich erzählen? Warum mache ich gerade diesen Bogen?
1:05:10–1:05:16
Genau, ich will sagen, dass das war für mich halt nochmal eine Frage.
1:05:16–1:05:21
Die Zeit, wo Bruder geboren wurde, ist eine Zeit, wo auch natürlich die ganzen
1:05:21–1:05:24
griechischen Philosophen auch aktiv waren.
1:05:24–1:05:28
Das heißt, aus einer spirituellen Weltbetrachtung heraus war es eine Zeit,
1:05:28–1:05:32
wo eine unglaubliche, also weltweit dann halt so Erkenntnis da war.
1:05:32–1:05:35
Also weil ja Buddha in die Welt geboren wurde. Ja, da gab es halt so,
1:05:35–1:05:39
das kannst du dir wie gesagt, Mangamäßig vorstellen, so ein Geistesblitz,
1:05:39–1:05:40
der dann halt über die ganze Welt...
1:05:40–1:05:45
Und da gab es derzeit zum Beispiel Heraklit, der dann auch, man kann nicht zweimal
1:05:45–1:05:48
in den gleichen Fluss steigen, Ja, also auch diese Vergänglichkeit dann halt
1:05:48–1:05:51
auch so erkannt hat in der Pythagoras war da,
1:05:52–1:05:57
also auch so die ganzen Griechischen, die ganz ähnliche Beobachtung gemacht
1:05:57–1:05:59
haben und dann natürlich...
1:06:00–1:06:05
Nicht in diese Empirie gegangen sind, weil bei Buddha ist es halt ein ganz starker
1:06:05–1:06:09
Empirismus, sondern eher dann in diese Erkenntnistheorien.
1:06:09–1:06:17
Also nicht die Frage, was ist das Ich, sondern wie substanziert sich das Ich,
1:06:17–1:06:21
sondern bei Buddha eher die Frage, gibt es das Ich überhaupt?
1:06:21–1:06:24
Also es sind so andere Fragestellungen, die da auftauchen.
1:06:24–1:06:29
Und erst 400 Jahre später, und das ist glaube ich auch wieder mit so Weltgeschichte,
1:06:29–1:06:32
wann entwickelt sich Schriftsysteme und so weiter, wurden die aufgeschrieben.
1:06:33–1:06:38
Und man muss aber sagen, dadurch, dass es so eine ganz starke Übertragung war,
1:06:39–1:06:42
also das heißt diese Lehren, die Buddha gegeben haben,
1:06:42–1:06:46
da waren ganz viele, die das immer gehört haben und die das dann auch die ganze,
1:06:46–1:06:49
da kommt wieder Memo-Technologie ins Spiel.
Micz Flor
1:06:49–1:06:52
Ich kann dir gerade nicht folgen, weil die Frau hinter dir ganz,
1:06:54–1:06:57
Sie hatte seit Jahren schon dieses Gefühl, dass die Energie,
1:06:57–1:07:02
dass sie auf die Energie wartet, bis endlich jemand sagt, los geht's.
Florian Clauß
1:07:05–1:07:06
In Englisch. Ah ja.
Micz Flor
1:07:07–1:07:08
Jetzt läuft sie weg.
Florian Clauß
1:07:08–1:07:08
Okay.
Micz Flor
1:07:08–1:07:12
Das ist hinter mir. Deshalb konnte ich da jetzt, aber das wollte ich jetzt noch
1:07:12–1:07:15
irgendwie klären, weil jetzt hängt ja alles mit allem irgendwie auch zusammen.
Florian Clauß
1:07:15–1:07:16
Ja, jetzt muss man darauf achten.
Micz Flor
1:07:20–1:07:20
Okay.
Florian Clauß
1:07:20–1:07:25
Okay, also ich merke schon, dass es jetzt wahrscheinlich länger werden wird,
1:07:25–1:07:30
wenn ich jetzt noch diese beiden Teile, die ich jetzt noch mit dir besprechen will,
1:07:30–1:07:36
also über Vajrayana und über was hat uns Freud und Buddha, was haben die so
1:07:36–1:07:42
gemein und dass man da in der Psychoanalyse von Analogien findet und im Buddhismus.
1:07:42–1:07:46
Deswegen würde ich jetzt vorschlagen mit, dass wir vielleicht jetzt hier an
1:07:46–1:07:51
dieser Stelle eine künstliche Pause machen für unsere Zuhörerinnen,
1:07:51–1:07:56
aber dann noch weitersprechen, weil ich glaube, das ist jetzt nochmal eine bestimmte Stunde oder so.
Micz Flor
1:07:56–1:07:59
Genau, wie Herr Klitscher sagt, wir sind in dem einen Fluss und stehen immer
1:07:59–1:08:04
noch hüfttief drin und es geht weiter. Wir brauchen nicht zweimal den gleichen Fluss steigen.
1:08:04–1:08:07
Aber ich würde auch noch dann anmelden für die nächste Folge,
1:08:08–1:08:11
dass es auch noch eine ganz große, drängende Frage von mir gibt.
1:08:13–1:08:15
Nee, das ist ja nächste Folge. Das ist ja der Cliffhanger.
Florian Clauß
1:08:16–1:08:19
Achso, spannend. Also willst du damit eröffnen, die nächste Folge?
Micz Flor
1:08:21–1:08:24
Nein, erstmal musst du wieder strukturiert ins Thema einsteigen für die,
1:08:24–1:08:28
die diese Folge jetzt noch nicht gehört haben und dann da nämlich brauchen die
1:08:28–1:08:31
ja eine Rampung überhaupt reinzukommen, bevor wir das dann öffnen.
1:08:31–1:08:35
Aber das heißt, du fängst erst noch mal an mit didaktischen Mitteln.
Florian Clauß
1:08:35–1:08:41
Okay, alles klar. Dann würde ich sagen, wir hören uns jetzt um 14 Tage.
Micz Flor
1:08:41–1:08:44
Geht weg, wir haben nicht so viel Zeit, wir müssen gleich weitermachen, wir sind mit dem Fluss.
Florian Clauß
1:08:44–1:08:50
Ich würde auch sagen, wenn das okay für dich wäre, weil wir wechseln ja uns immer ab beim Reden,
1:08:50–1:08:55
aber ich würde jetzt tatsächlich dann auch die 105 übernehmen und das heißt,
1:08:56–1:09:00
dass wir jetzt direkt anschließen, also dass ich das Thema in 14 Tagen,
1:09:00–1:09:02
dass ihr das dann weiterhören werdet.
Micz Flor
1:09:02–1:09:08
Genau, es geht einfach in 14 Tagen weiter. Und wo wir lang gelaufen sind,
1:09:08–1:09:09
beziehungsweise wir sitzen gerade viel in der Sonne.
Florian Clauß
1:09:10–1:09:11
Wir sind tatsächlich nicht viel gelaufen.
Micz Flor
1:09:11–1:09:13
Seht ihr auf eigentlich-podcast.de.
Florian Clauß
1:09:13–1:09:18
Eigentlich-podcast.de, Tracks und ein paar Informationen, Links und so weiter
1:09:18–1:09:19
lade ich da auch noch hoch.
1:09:19–1:09:24
Schaut auf eigentlich-podcast.de. Ansonsten machen wir auch ein bisschen Werbung für uns.
1:09:24–1:09:29
Das heißt, wenn euch der Podcast gefällt, dann gebt uns gerne Sterne in den
1:09:29–1:09:31
Podcastportalen eurer Wahl.
Micz Flor
1:09:32–1:09:36
Jetzt ist mal gut, wir binden jetzt hier ab, sonst komme ich aus dem Fluss raus. Tschüss.
Florian Clauß
1:09:37–1:09:37
Tschüss.

Mehr

"... chaos magic has no history. Every culture and generation rewrites the eternal verities of magic in terms of its own symbolism and idiosyncrasies; only the underlying practical techniques of magic really matter." -- Peter J. Carroll in Liber Null

Diesen zweiten Teil der Episode über Wissenschaft, Evidenz, C. G. Jung und "Das Rote Buch" beginnen wir mit einem Ausflug in die Magie. Zuerst hören wir noch einmal einen Auszug aus dem zauberhaften Roman "Jonathan Strange & Mr. Norrell". Damit hatten wir auch den ersten Teil abgeschlossen. Und dann stolpern wir hinein in die sogenannte Chaosmagie, eine magische Praxisform, die in den späten 1970er-Jahren entstand. Der Übergang ist so holprig, dass Flo anfangs vermutet, Peter Carroll sei ein weiterer Charakter des Romans. Vielmehr hat Peter J. Carroll mit den Werken "Liber Null" und "Psychonaut" eine theoretische und praktische Grundlage für eine neue Praxis der Magie formuliert, die heute als Chaosmagie bezeichnet wird. Carrolls Ansatz betont den pragmatischen Umgang mit magischen Techniken und versucht, diese von überlieferten rituellen und symbolischen Systemen zu lösen. Und – deshalb kommt die Chaosmagie in dieser Folge vor – er beansprucht ein empirisch orientiertes Vorgehen, das die Wirksamkeit von Praktiken anhand subjektiver Erfahrung überprüft. Wir befinden uns also mitten in der Frage: Was ist Wissenschaft? Und drehen jetzt das Rad noch einmal weiter: Ist Magie Wissenschaft? Wir drehen das Rad dann noch ein Stück weiter und erreichen so wieder die Praxen der Psychotherapeut:innen, beziehungsweise die psychotherapeutische Praxis – insbesondere Körperarbeit und Atemtechniken.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Florian Clauß
0:00:04–0:00:04
Läuft.
Micz Flor
0:00:04–0:00:11
Ja okay wir sind immer noch am höchsten punkt unserer tour im zweiten teil.
Florian Clauß
0:00:18–0:00:25
Ja hier ist eigentlich podcast episode 80 mit als wir unseren podcast angefangen
0:00:25–0:00:31
haben haben wir darüber diskutiert, sollen wir eine Null vor den zwei Stellen machen oder nicht?
0:00:31–0:00:36
Jetzt bekommen wir tatsächlich der 100 nahe und es hat sich dann als gut bewiesen,
0:00:36–0:00:39
dass wir eine Null, dass wir dreistellig gestartet sind.
Micz Flor
0:00:39–0:00:45
Wir sind schon bei 80, genau. Aber das 80 natürlich evoziert auch sowas wie ein Altersjubiläum.
0:00:46–0:00:49
Schön wäre es, wenn wir nur zwei Nullen gehabt hätten, weil wir dann wissen,
0:00:49–0:00:53
dass wir höchstwahrscheinlich noch am Leben sind, wenn dieser Podcast hineingefindet.
0:00:53–0:00:57
Jetzt ist die tragische Wahrheit, dass wir wahrscheinlich das Ende des Podcasts
0:00:57–0:01:00
auf einer numerischen Ebene nicht erleben werden.
Florian Clauß
0:01:00–0:01:05
Oh wei. Mitch, jetzt ist es so ein trauriger Einstieg. Da hatten wir so einen
0:01:05–0:01:08
Cliffhanger zum Ende gebaut, der ersten Episode.
0:01:08–0:01:12
Der erste von dieser Episode, nämlich Episode 78. Wir wechseln uns immer mit
0:01:12–0:01:15
einem Thema ab. Wir laufen beim Reden.
0:01:15–0:01:18
Das heißt, wir suchen uns eine Strecke in Berlin aus, meistens Berlin,
0:01:19–0:01:23
und laufen gemeinsam und sprechen über das Thema, das dieses Mal auch Mitch
0:01:23–0:01:24
weiter vorbereitet hat.
Micz Flor
0:01:24–0:01:30
Genau. Der Cliffhanger Das habe ich gerade in meiner Biografie vor einer Minute
0:01:30–0:01:32
schon mal gelesen, aber ich lese noch mal die letzten Zeilen.
0:01:33–0:01:37
Mr. Norris kleine blauen Augen wurden härter und leuchteten und er knifft die
0:01:37–0:01:40
Lippen zusammen, als wollte er eine große heimliche Freude unterdrücken.
0:01:41–0:01:46
Die Quelle ist in den Shownotes oder eben Folge 78 noch mal hören,
0:01:46–0:01:47
weil das ist jetzt eigentlich nur ein Foto.
0:01:48–0:01:52
Es war so, dachte Mr. Segundus, als hätte er lange Zeit darauf gewartet,
0:01:52–0:01:56
dass ihm jemand diese Frage stellte und als hätte er die Antwort darauf seit Jahren parat.
0:01:56–0:01:59
Mr. Norrell sagte, ich kann Ihnen bei Ihrer Frage nicht helfen,
0:02:00–0:02:03
Sir, denn ich verstehe Sie nicht. Es ist die falsche Frage, Sir.
0:02:04–0:02:10
In England wird noch gezaubert. Ich selbst bin ein ziemlich passabler, praktischer Zauberer.
0:02:11–0:02:16
Das war der Cliffhanger. Flo, jetzt hattest du vier Wochen Zeit, darüber nachzudenken.
Florian Clauß
0:02:18–0:02:20
Ich bin wahr, jetzt waren es vier Minuten.
Micz Flor
0:02:21–0:02:21
Worum geht es denn?
Florian Clauß
0:02:21–0:02:26
Nein, nein, ich erwarte, ich bin gespannt auf deine Auflösung.
Micz Flor
0:02:26–0:02:30
Kennst du das bei ChatGPT, wenn der fragt, welche Antwort gefällt Ihnen besser?
Florian Clauß
0:02:31–0:02:33
Ich kriege meistens nur eine Antwort.
Micz Flor
0:02:34–0:02:39
Es gibt ja manchmal, gut, meine Fragen schlecht formuliert. Ich bin der Project
0:02:39–0:02:40
Manager, den jeder hasst.
0:02:41–0:02:47
I think we need buttons. Ja, da steht dann manchmal so da, wähle aus,
0:02:47–0:02:51
was dir besser passt und dann so die kurze Info auch noch, das wird jetzt quasi
0:02:51–0:02:54
als Wissen mitgespeichert, also seine Aktion wird gespeichert.
0:02:55–0:02:59
Und ich habe zwei Pfade in diese Folge oder in diesen Abschnitt gelegt,
0:02:59–0:03:00
wo ich dachte, der ist in der gleichen Folge.
0:03:01–0:03:04
Das eine ist die Chaosforschung, da haben wir ganz kurz vorhin drunter gesprochen.
0:03:05–0:03:09
Und das andere ist jetzt eben dieser Mr. Norrell, der Zauberer.
0:03:10–0:03:12
Und jetzt gehe ich noch mal eine dritte.
Florian Clauß
0:03:12–0:03:17
Aber das ist so ein bisschen auch wie so ein Logikrätsel, ne?
0:03:18–0:03:22
Dass irgendwie zwei, einer lügt und dann weiß es nicht wer.
0:03:24–0:03:26
Dieses Paradox, was da auch mit drin hängt.
Micz Flor
0:03:27–0:03:33
Ja, wir kamen ja aus jung raus, als auch ambivalent bleiben,
0:03:33–0:03:39
der halt irgendwie ja auch nicht ganz greifbar ist.
0:03:39–0:03:45
Ist er jetzt wirklich abgedriftet in esoterische, spirituelle, metaphysische Räume?
Florian Clauß
0:03:45–0:03:45
Wieso auch?
Micz Flor
0:03:47–0:03:51
Weil wir ja jetzt einen Magier, den wir jetzt den Norrell gehört haben.
0:03:54–0:04:01
Oder ist er Wissenschaftler, der bestimmte Dinge in ihrer Wirksamkeit anbietet
0:04:01–0:04:04
und prüft und dann auch in psychotherapeutischer Arbeit einsetzen kann.
0:04:05–0:04:09
Dieses rote Buch, was wir erwähnt haben, ist dann wirklich so ein Grenzbereich,
0:04:10–0:04:17
in dem die Art, wie er schreibt und sich selbst auch mit in die Schrift hinein
0:04:17–0:04:22
holt, schon manchmal so anmutet, als ob da jemand eine Religion begründet.
0:04:22–0:04:27
Er hat auch mit viel Liebe das Ganze in gotischen, handschriftlichen Schrift
0:04:27–0:04:30
geschrieben, mit Zeichnungen, für die er auch Vorzeichnungen gemacht hat.
0:04:30–0:04:32
Also es ist alles schon etwas, was er wirklich inszeniert hat.
0:04:33–0:04:37
Ein großer Klotz, vielleicht war der ihm sogar deshalb zu schwer geworden,
0:04:37–0:04:40
als dass er ihn dann nicht mehr publizieren wollte, weil die Leute vielleicht
0:04:40–0:04:43
denken, was ist denn das für ein Egomane oder so.
0:04:43–0:04:48
Aber es war auf jeden Fall etwas, was ihn über ein Jahrzehnt begleitet hat in der Herstellung.
0:04:50–0:04:54
Und das sind zwei Abschnitte. Das ist, glaube ich, das, ich weiß nicht mehr
0:04:54–0:05:01
genauen Wort, ich glaube, Lieber Novus, nee, Lieber Primus und Lieber Sekundus war es.
Florian Clauß
0:05:01–0:05:01
Ja.
Micz Flor
0:05:01–0:05:06
So nennt er diese beiden Bereiche, also Lieber. Und wir werden jetzt uns mit
0:05:06–0:05:10
einem Buch beschäftigen, das Lieber Null heißt.
Florian Clauß
0:05:10–0:05:11
Lieber Null?
Micz Flor
0:05:11–0:05:12
Lieber Null.
Florian Clauß
0:05:12–0:05:14
Okay, also Nulltes Buch.
Micz Flor
0:05:14–0:05:15
Null, genau.
Florian Clauß
0:05:15–0:05:18
Also wie die Null, die man auch beim Programmieren verwendet.
Micz Flor
0:05:18–0:05:23
Genau. Und das zweite Buch aus der Serie von dem gleichen Autor,
0:05:23–0:05:27
das ist entstanden in den 70er Jahren, Peter J. Carroll.
0:05:28–0:05:32
Das zweite Buch hieß dann aber nicht mehr lieber Uno oder sowas,
0:05:32–0:05:37
sondern das hieß Psychonaut, also Psychonaut, aber englisch geschrieben,
0:05:37–0:05:39
woher wir dann auch schon wissen, wo das herkommt.
0:05:42–0:05:45
Wir gehen jetzt, wir gehen jetzt in die Magie.
Florian Clauß
0:05:46–0:05:46
Oh.
Micz Flor
0:05:49–0:05:55
Jetzt wird es ganz okkult. Wir haben ja jung was gewusst. Wir gehen jetzt hinein in die Magie.
Florian Clauß
0:05:55–0:05:55
Ja.
Micz Flor
0:05:56–0:06:01
Aber ich muss vorneweg sagen, ich bin kein Magier.
0:06:01–0:06:05
Ich habe keine magischen, weder Rituale noch Handlungen vollbracht.
0:06:05–0:06:09
Und ich spreche jetzt als jemand, der sich dafür interessiert,
0:06:09–0:06:11
weil sich die Themen überschnitten haben.
Florian Clauß
0:06:11–0:06:11
Okay.
Micz Flor
0:06:13–0:06:18
Peter J. Carroll hat das in den 70er Jahren die Chaos-Magie begründet.
0:06:19–0:06:22
Warum die Chaos-Magie? Du wirst gerade so... Hast du Angst?
Florian Clauß
0:06:22–0:06:26
Nee, ich überlege. Ich versuche gerade jetzt... Wie hast du jetzt den Carroll
0:06:26–0:06:28
eingeordnet? Das war jetzt was für ein...
Micz Flor
0:06:28–0:06:29
Das ist ein Magier.
Florian Clauß
0:06:30–0:06:32
Achso, okay. Also du bist jetzt noch im Buch denn?
Micz Flor
0:06:33–0:06:37
Nee, das ist jetzt ein Magier. Also Peter J.
0:06:37–0:06:42
Carroll kommt nicht als Charakter im Buch vor, sondern ich habe ein sehr schönes
0:06:42–0:06:44
englisches Buch auch deshalb vorgelesen, weil in England Magie,
0:06:44–0:06:46
glaube ich, nochmal anders verankert ist als bei uns.
0:06:47–0:06:53
Wir sind jetzt in England, in England der 70er Jahre und Carol schreibt das
0:06:53–0:06:57
Buch Lieber Null in eine Szene hinein, in der das dann auch,
0:06:58–0:07:02
vor dem kulturellen Hintergrund der Zeit manchmal so Chaos, also Chaos Magie,
0:07:02–0:07:04
aber so Punk. Das war so Punk.
Florian Clauß
0:07:04–0:07:08
Das heißt, das ist wirklich so ein selbsternannter Magier.
Micz Flor
0:07:08–0:07:15
Das ist ein Magier, genau. Genau, und zwar die neueste Generation und da knüpfen
0:07:15–0:07:18
wir an das Hauptthema wieder an, so bin ich nämlich überhaupt drauf gekommen,
0:07:18–0:07:22
über diese ganzen Umwege, hat die Chaos-Magie von sich gesagt, okay.
0:07:24–0:07:28
Den ganzen Kladderadatsch der Jahrhunderte lassen wir jetzt mal außen vor.
0:07:28–0:07:32
Wir brauchen keine rote Robe oder Zauber, das brauchen wir alles nicht.
0:07:33–0:07:37
Nur was wirklich funktioniert, es geht nur um den Akt der Magie.
0:07:38–0:07:40
Es geht nur um das, was funktioniert.
0:07:41–0:07:46
Es gibt dann auch eine Anweisung in dem Lieber Null Buch.
0:07:46–0:07:52
Man soll bitte Notizen machen, aufschreiben, was man gemacht hat,
0:07:52–0:07:56
wie man es gemacht hat, was passiert ist. Also es ist quasi eine empirische,
0:07:56–0:07:59
fast schon medizinische Herangehensweise.
0:07:59–0:08:02
Alle Variablen werden aufgeschrieben und dann wird gezaubert.
0:08:02–0:08:05
Und dann wird geguckt, ob was passiert oder nicht passiert. Es wird auch vermerkt,
0:08:05–0:08:09
wenn was passiert, dann solle man bitte seine Befunde mit anderen teilen.
0:08:09–0:08:11
Die sollen es auch probieren. Wenn das auch klappt, dann ist es auch gut.
0:08:12–0:08:17
Und es muss quasi eine empirische Validität geben von Magie.
0:08:20–0:08:22
Ich glaube, diese Folge werde ich ganz viel alleine reden.
Florian Clauß
0:08:22–0:08:28
Ich versuche gerade rauszuhören, wo es hingeht. Ich bin gespannt.
Micz Flor
0:08:31–0:08:35
Die Magie nennt sich auch eklektische Magie.
0:08:35–0:08:38
Und ist in der Herangehensweise nicht unähnlich der Verhaltenstherapie,
0:08:38–0:08:45
die auch hauptsächlich über Evidenzforschung, Interventionen für valide erklärt.
Florian Clauß
0:08:46–0:08:51
Das ist jetzt nicht fiktional. Das ist wirklich eine Geschichte von diesem.
Micz Flor
0:08:53–0:08:56
Aber es ist genau ja auch diese Ambivalenz, die ich spannend finde,
0:08:56–0:09:03
weil ich habe, als ich das gefunden hatte, dann halt im deutschsprachigen Raum
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oder im englischen Raum auch natürlich, wie man das so macht auf Podcasts,
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man ist ja viel unterwegs,
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geguckt, was wird denn da so diskutiert und dann habe ich viel Chaos Magic gefunden
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oder Chaos Magie, Chaos Magie Hexen, die darüber sprechen, wie sie arbeiten und so.
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Und das ist aber auch nochmal eine interessante Abtrennung davon,
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weil in den Podcasts habe ich selten wirklich Leute sprechen hören über ihre
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magischen Wirkungsweisen und in Anführungszeichen Erfolge oder so.
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Das wird nicht besprochen, es wird aber viel über Chaos, Magie und über den
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Punk darin immer gesprochen.
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Es gab einen Herrn Crowley, der vorher schon so eher zeitgleich auch mit der
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Psychoanalyse und mit Jungen in England so ein Magier war,
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der auch Drogen genommen hat und der auch versucht hat, die Magie zu revolutionieren.
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Aber in den 70er Jahren wurde dann nochmal gesagt, wir machen jetzt einen Cut.
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Wir sind ganz eklektisch wir gehören keiner Schule an ist jetzt auch so,
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wenn man Punkmusik wir sind jetzt nicht irgendwie die die mit Stringorchester
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oder Folk oder sonst was,
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das ist so ein Schnitt wir machen das alles ganz neu und jeder kann anfangen,
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auch Punk nimm Gitarre in die Hand und mach,
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und dann wird Magie gemacht und Carol hat dann,
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Sachen auch aufgeschrieben in dem Lieber Null Buch was einem helfen kann,
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Magie zu machen, also Grundvoraussetzungen.
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Und die sind sehr körperlich auch.
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Also man soll üben, wann immer man kann, eine statische Position einzunehmen
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und sich gar nicht zu bewegen, das so lange als möglich auszuhalten.
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Weil wenn man Magie macht, dann ist es wichtig, dass man das kann.
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Wir erinnern uns an die letzte Folge, an einen Jungen, der so lange das Bild
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seines Opas angeschaut hat, bis er dann wirklich die Treppe runterkam.
0:11:05–0:11:10
Der hatte auch da schon scheinbar, vielleicht hat Carol auch jung gelesen.
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Dann geht es um Trance-ähnliche Zustände, wo dann später auch in anderen Büchern
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dazu dann Atemtechniken auch angesprochen werden.
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Wie kann man sich in hohen energetischen Zustand, Trance-Zustände irgendwie reinarbeiten?
0:11:27–0:11:31
Ich glaube, erst im zweiten Buch schreibt Carol dann auch selber über seine,
0:11:32–0:11:35
also wie das, was ich für ein Junggeschmied habe, über seine Magie so ein bisschen.
0:11:35–0:11:39
Er erinnert sich noch, dass er als Teenager sich dafür interessiert hat,
0:11:39–0:11:41
damit angefangen hat, einfach mal so Dinge zu machen.
0:11:41–0:11:45
Und dann aber auch in seiner revolutionären Haltung gegenüber allem,
0:11:45–0:11:51
was es schon gibt, hat er dann einfach so vor sich hin gemacht.
0:11:51–0:11:54
Das erste Erlebnis, was er wohl hatte, wo er gespürt hat, dass er was bewirken
0:11:54–0:11:59
kann, magisch ist, als er mal einen Schaffner an der Bushaltestelle,
0:11:59–0:12:03
muss ich nochmal gucken, Das Buch ist gratis auch in archive.org runterzuladen.
0:12:04–0:12:05
Das ist also verlinkt, kann jetzt jeder.
0:12:05–0:12:10
Ich möchte es nicht in die Welt streuen, aber es ist einfach da. Es ist ja schon da.
0:12:10–0:12:13
Und da hat er den so lange angeguckt, bis der auf einmal so hochgesprungen ist,
0:12:13–0:12:15
als ob er mir hintergetreten hätte.
0:12:16–0:12:18
Und dann hat er gemerkt, was habe ich da gemacht, was kann ich?
0:12:18–0:12:23
Und dann beschreibt er bestimmte Sachen, die er kann oder die er schon erlebt
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hat. Und dazu gehören auch Dinge wie zum Beispiel in einem trance-ähnlichen
0:12:27–0:12:30
Zustand in einen anderen Ort zu gehen.
0:12:30–0:12:33
Also quasi wie so Teleporting, den zu sehen, nicht anwesend zu sein,
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aber das zu sehen, also wie in so eine Kugel hineinschauen.
0:12:39–0:12:43
Bei einem Ort hat er gedacht, es hätte nicht geklappt und er war total verwirrt,
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was da passiert war, bis er dann verstanden hat, ach nee, es war der richtige
0:12:47–0:12:51
Ort, aber er war upside down, also er war verkehrt rum, dass man das nicht so richtig sehen kann.
0:12:51–0:12:55
Was auch noch mal wichtig ist, der Begriff der Magie, wie er da beschrieben
0:12:55–0:13:01
wird, der ist ganz kurz gefasst eigentlich. Da steht nicht so viel drin.
0:13:02–0:13:07
Magie ist die Kunst, Veränderungen in Übereinstimmung mit dem Willen herbeizuführen.
0:13:07–0:13:11
Das heißt, du hast einen eigenen Willen, du möchtest was in der Welt verändern
0:13:11–0:13:13
und dann möchtest du mit der Welt,
0:13:16–0:13:21
Die angestrebte Veränderung in der Welt durch deinen Willen erzeugen.
Florian Clauß
0:13:21–0:13:21
Okay.
Micz Flor
0:13:23–0:13:24
Welcher Film fällt dir dazu ein?
0:13:32–0:13:33
Männer, die auf Ziegen starren.
Florian Clauß
0:13:34–0:13:35
Ja, klar, natürlich.
Micz Flor
0:13:38–0:13:43
Also das ist ja auch irgendwie so diese Zeit. Das war noch ein bisschen später,
0:13:43–0:13:45
aber da ist das so mit entstanden.
0:13:46–0:13:50
Und die Chaos-Forschung habe ich da einfach so mit reingebracht auch,
0:13:50–0:13:55
weil in der Chaos-Forschung ist ja dieser Butterfly-Effekt. Ich habe das nicht gefunden.
0:13:55–0:13:58
Ich weiß nicht, warum das Chaos-Magie heißt. Das steht im Buch nicht drin.
0:13:59–0:14:03
Später wird nochmal über Chaos-Forschung oder Science, glaube ich,
0:14:03–0:14:06
wird sogar genannt, gesprochen.
0:14:09–0:14:13
Aber nicht erklärt, warum das Chaos-Magie heißt. Gerne in den Kommentaren nachreichen.
0:14:14–0:14:15
Ich habe es nicht gefunden.
0:14:17–0:14:21
Aber meine Assoziation, deshalb wollte ich die Chaosforschung damit reinnehmen,
0:14:22–0:14:28
wenn du es schaffen kannst, zu sagen, ein Tornado entsteht durch das Flappen
0:14:28–0:14:30
von einem Schmetterling in Brasilien.
0:14:31–0:14:37
Dann ist es doch eigentlich irgendwie denkbar, dass wir irgendwie mit der Energie,
0:14:37–0:14:40
die wir haben, wir haben ja zumindest Körpertemperatur, die können wir vielleicht
0:14:40–0:14:43
sogar verändern, irgendwelche anderen, man kann ja Alpha-Wellen,
0:14:44–0:14:46
bitte, was weiß ich, was wir am Körper alles messen können, dass jemand sagt,
0:14:47–0:14:51
wenn wir uns dieser Idee verschreiben, dass wir in der Welt etwas verändern
0:14:51–0:14:59
können, im Kleinen und dadurch dann aber auch was Großes passieren kann, das ist doch Magie.
0:15:00–0:15:03
Und jetzt kann ich auf eine Magie zu sprechen kommen, die in meinem E-Reader
0:15:03–0:15:06
inne wohnt, die ich dir schon mal erzählt habe.
0:15:06–0:15:10
Ich weiß nicht, woher das kommt, aber ich hatte als erstes Buch auf meinen E-Reader
0:15:10–0:15:16
damals 2001 von Arthur C. Clarke draufgemacht.
0:15:16–0:15:20
Weil ich wollte das immer mal lesen und das war dann irgendwie greifbar,
0:15:20–0:15:23
sag ich mal. Und dann hatte ich das als erstes drauf und dann kam andere danach.
0:15:24–0:15:28
Immer wenn ich neue Sachen drauf lade, dann werden die in der Timeline oben
0:15:28–0:15:31
reingefüttert. Das heißt, das letzte reingeladen ist immer ganz oben.
0:15:32–0:15:36
Aber immer wenn ich neue reinlade, ist Arthur C. Clarke 2001 das allererste Buch.
0:15:37–0:15:40
Das zweite Buch ist das letzte reingeladen und dann geht es so weiter nach unten.
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Arthur C. Clarke wird dann irgendwie durch Lesefalten auch mit runtergedrückt.
0:15:44–0:15:49
Aber immer wenn ich eins drauf schiebe, habe ich Arthur C. Clarke ganz oben. Magia for Me Reader.
Florian Clauß
0:15:49–0:15:54
Du hast auch gerade bewiesen, dass es nicht die alphabetische Reihenfolge ist,
0:15:54–0:15:57
sondern die zuletzten. Die zuletzten, genau.
0:15:57–0:16:05
Aber vielleicht hat Arthur C. Clarke 2001 einen Timestamp von 2048.
Micz Flor
0:16:05–0:16:10
Das kann sein, muss man mal gucken. Good thinking. I like your thinking, man.
0:16:11–0:16:15
Und Arthur C. Clarke hat ja mal diesen Satz gesagt, sinngemäß.
0:16:15–0:16:18
Jede fortschrittliche Technik muss
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wie Magie wirken in einer anderen Zivilisation, in einer anderen Zeit.
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Und das finde ich schon auch nochmal einen tollen Satz, wenn man Magie und Technik
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zueinander reibt, genauso wie wir,
0:16:35–0:16:40
dass Okkulte, also die Empirie in der Wissenschaft oder die Empirie,
0:16:40–0:16:44
wie Jungseferstande aneinander reiben, dass da so Übergänge drin sind.
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Und Cat Weasel kennst du vielleicht auch noch aus den 70er Jahren,
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diese Serie, mit dem durch die Zeit gereisten Mittelaltertyp mit so einem Spitzbart.
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Der kommt halt aus dem Mittelalter ins England der 70er Jahre und ist einfach total, was ist das?
0:17:00–0:17:03
Er hat so eine kleine Kröte dabei. Und der hat dann auch immer,
0:17:04–0:17:09
wenn das Licht anmacht, sagt immer, kleine Sonne brennt und drückt auf den Lichtschalter
0:17:09–0:17:10
und dann geht das Licht an.
0:17:10–0:17:13
Also diese Idee, dass Technik auch wie Magie wirken kann.
Florian Clauß
0:17:13–0:17:17
Vielleicht hier nochmal zum Ort, wo wir überhaupt sind. Wir sind vom Kienberg
0:17:17–0:17:21
runtergelaufen und jetzt streifen wir den Garten der Welt.
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Hier ist quasi das gleiche Areal. Der Garten der Welt ist aber durch den Zaun
0:17:25–0:17:28
abgetrennt und hier haben wir so eine Sommerbopfbahn aufgebaut.
0:17:29–0:17:34
Die bin ich auch mal irgendwie, denn Neujahr war die mal auf,
0:17:34–0:17:35
da bin ich runtergefahren.
0:17:35–0:17:38
Das war toll, hat Spaß gemacht, ja.
Micz Flor
0:17:38–0:17:44
Ja, also ein schönes Gewinne. Diese Kleine, das geht da oben hoch.
Florian Clauß
0:17:44–0:17:49
Ja, das startet da oben, wo wir gerade runtergekommen sind, da ist bei diesem
0:17:49–0:17:54
Wolkenhain, ist dann nochmal so, links daneben ist dieser Eingang zur Bobbahn,
0:17:54–0:17:56
was auch relativ steil runtergeht.
Micz Flor
0:17:56–0:17:57
Ja, okay. Spannend.
Florian Clauß
0:17:58–0:18:00
Also wenn du mal mit deinen Kindern...
Micz Flor
0:18:00–0:18:02
Haben wir eigentlich auf dem Aufnahmegerät gecheckt, ob beide Kanäle drauf sind?
Florian Clauß
0:18:03–0:18:04
Sind beide Kanäle drauf, ja.
0:18:06–0:18:08
Sorry, kleine Sonne brennen.
Micz Flor
0:18:08–0:18:09
Nee, auf jeden Fall kleine Sonne.
Florian Clauß
0:18:09–0:18:11
Schreib, ich liebe dich in den Himmel.
Micz Flor
0:18:12–0:18:16
Okay, und das heißt, vor dem Hintergrund fand ich das dann halt nochmal zu denken.
0:18:17–0:18:20
Also wie sind die Zusammenhänge? Was ist das? Diese Alchemie,
0:18:20–0:18:22
diese Magie? Wie hängt das so zusammen?
0:18:23–0:18:26
Und vor allen Dingen, weil ich auch dann immer mehr gemerkt habe,
0:18:26–0:18:29
das war mein Umweg von hinten, also es war sozusagen Reverse Technology.
0:18:29–0:18:36
Ich kam über jung zur Chaos-Magie, weil viele, und das fand ich spannend dran,
0:18:36–0:18:42
viele über diese Thematiken, wie zum Beispiel Atemübungen oder dieses Körperliche,
0:18:44–0:18:47
das ist ein ganz kleiner Schritt hinein in Psychotherapie.
0:18:47–0:18:54
Also da gibt es einen ganz großen Fundus an psychodynamischen PsychotherapeutInnen,
0:18:54–0:18:56
also in England habe ich so ein paar gefunden,
0:18:57–0:19:09
die Jung die Archetypen und das kollektive Unbewusste als metaphysische Realität annehmen.
Florian Clauß
0:19:09–0:19:10
Ja.
Micz Flor
0:19:12–0:19:16
Und die sich dadurch natürlich auch für das Okkult oder für das Mystische und
0:19:16–0:19:17
auch für Zauberei irgendwie öffnen.
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Und für die Träume dann eben auch Zustände sein können, in denen wir entweder
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wahrhaftig woanders sind.
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Das wäre dann bei der Magie eben, ich war wirklich an diesem Ort, das war kein Traum.
0:19:29–0:19:31
Oder einfach ein Traum von diesem Ort.
0:19:33–0:19:40
Und Jung dann ja sagen müsste, siehe letzte Folge, in solchen Situationen muss
0:19:40–0:19:42
man schon einfach Experte sein.
0:19:42–0:19:46
Dass man genau weiß, ob es jetzt wirklich das kollektive Unbewusste ist,
0:19:46–0:19:48
was man da erlebt oder ob es halt nur ein Traum ist.
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Und wenn man diese Unterscheidung machen kann... Die Magier.
0:19:52–0:19:56
Nee, die Magier, die sind, glaube ich, von der Magie her in die Psychotherapie,
0:19:56–0:19:58
das ist, glaube ich, gar nicht so das Thema.
0:19:58–0:20:02
Aber ich fand es halt total interessant, dass über diese Diskussion,
0:20:02–0:20:07
wenn wir in der MPRI halt über ein hartes Wissenschaftskonzept,
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evidenzbasierte forschung und so was sprechen auf der anderen seite natürlich dann
0:20:11–0:20:15
auch zulassen dass whatever works
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vielleicht manchmal auch nicht unangebracht ist und das ist dann auch also da
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wenn ich mich da wieder reinsetze ich habe mich ja ganz am anfang mit jung reingesetzt
0:20:22–0:20:26
habe irgendwie gesagt so ja diese zwei naturwissenschaften oder bei mir waren
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es eher musische soziale fächer wo möchte ich hingehen in meinem leben bin bei
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psychologie gelandet wo ich das gefühl hatte da kommt beides zusammen.
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Und Jung, der auch Naturwissenschaften versus der auch dann irgendwie bei Psychiatrie
0:20:37–0:20:40
gelandet ist, nachdem er Medizin studiert hatte, da kommt irgendwie beides zusammen.
0:20:41–0:20:46
Wir sind uns da nicht gleich. Ich bin auch nicht jung und so gut oder so schlecht
0:20:46–0:20:49
wie jung, darum geht es gar nicht, aber ich konnte mich damit irgendwie identifizieren
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an so bestimmten Sachen.
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Und mit der Magie, ja.
0:20:57–0:21:05
Es gab, bevor die Chaos-Magie wirklich in die Welt kam, gab es schon eher eben.
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Im ersten Viertel des Jahrhunderts gab es, wie hieß der nochmal, Osman Spare.
0:21:11–0:21:15
Also gab es einen Künstler, der sich auch in so magische Praktiken reingedacht
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und reingearbeitet hat, der eigentlich sehr viel ähnliche Annahmen hatte.
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Der auch gesagt hat, wir brauchen keine Rituale, wir brauchen keine Tradition.
0:21:24–0:21:27
Also eher so gesagt hat, whatever works. wir müssen
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gucken dass es funktioniert müssen achten wie
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es besser funktioniert und eine wichtige
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sache dann noch bei bei ich
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glaube es muss man spare auch schon aber dann auch bei carrie später ist dieser
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paradigm shift oder man kann dann sich aber auch sehr schnell dadurch dass man
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als punk musiker irgendwie gelernt hat einfach die gitarre in die hand zu nehmen
0:21:51–0:21:56
mitzumachen kann man sich sehr schnell auch in anderen Bands einfach erstmal so, man kann mitmachen.
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Das hat man gelernt, weil die Chaos-Magier wohl auch immer wieder sich gegenseitig
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fordern und dann bestimmte Rituale machen.
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Man kann alles möglich machen. Man kann ein Mickey-Maus-Ritual machen.
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Man kann sich ja alles ausdenken.
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Das ist quasi wirklich so ein Spielfeld, weil im Endeffekt geht es darum,
0:22:14–0:22:21
in der Welt Experimente zu gestalten, in denen man dann Magie findet,
0:22:22–0:22:26
dann zu validieren, dass das wirklich mit dem getanen zusammenhängt und dann
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den Weg zu finden, um mit dem eigenen Willen,
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etwas in der Welt herzustellen.
Florian Clauß
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Interessant, ja. Ja, aber dann auch die Wiederholbarkeit, wenn man dann halt
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das How-To schreibt und dann sagt, hier, so und so ist es gelaufen,
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dann habe ich das und das erlebt, macht mal.
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Und dann fängst du ja wieder an zu konservieren.
Micz Flor
0:22:46–0:22:49
Und das ist auch interessanterweise im Psychonaut ist das, glaube ich.
0:22:49–0:22:53
Also, Liebe Null heißt das, wir brauchen keine Orden, wir brauchen keine Roben,
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wir brauchen keine Rituale, aber dann kommt später doch was rein.
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Wie sehen denn Rituale aus, wenn jemand in eine Gruppe von Chaos-Magier innen integriert wird.
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Also Aufnahmerituale, wie kann das gestehen, was muss man da achten?
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Also ich glaube, dass im zweiten Buch schreibt dann Carol dann schon auch wieder
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so Dinge auf, die dann erstaunen, nachdem man das erste Buch so gelesen hat.
Florian Clauß
0:23:15–0:23:19
Ja, interessant. Also darüber, das habe ich wirklich noch gar nicht so gehört,
0:23:19–0:23:24
aber ich finde, das lässt sich so rein von der Kulturgeschichte ganz gut da
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einordnen, in den 70er Jahren.
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Und auch von der Attitüde her.
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Und ich habe ja nur die Assoziation von dem Chaos-Umfeld, also Chaos-Computer-Club.
Micz Flor
0:23:38–0:23:39
Auch da ist Chaos drin.
Florian Clauß
0:23:39–0:23:46
Da ist Chaos halt auch drin. Und es gibt auch diese Nähe, es gibt die Hexen,
0:23:46–0:23:51
aber die dann mit H-A, H-E geschrieben, also von Hacken.
0:23:52–0:23:57
Und da ist so eine gewisse Anlehnung in diesem Okkulten. Aber dann natürlich
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auch der Anfang mit eben Technik, die dann auch in den 70ern magisch wurde.
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Wo du dann auf einmal so Zustände oder Sachen machen konntest,
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die du vorher so nicht gedacht hast.
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Also das ist vielleicht die Analogie noch dazu. Aber gut, was bringt es uns
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dann wieder zurück zu Jungen?
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Also ich meine, diese Nähe zum Okkulten, also als ich mich jetzt da letzte Folge
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auch im Vorfeld damit beschäftige.
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Fand ich bei Jung nochmal interessant, dass er, und da hast du mich in der letzten
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Folge so ein bisschen abgewürgt.
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Aber ich glaube, diese Nähe zum Schamanismus, und da sind wir wieder beim Okkulten, in seiner Lehre,
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und da, wo er auch dann quasi indigene Völker dann besucht hat und auch untersucht
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hat, beobachtet hat, und sich da mit diesen Ritualen auch sehr auseinandergesetzt hat.
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Und das finde ich halt interessant, weil nämlich gerade in indigenen Kulturen,
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die dann nicht auf Schrift und, also die eher auf Rituale basiert sind,
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wo dann genau diese Phasen der Individuation auch ausgestellt werden.
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Nämlich das Aufnahme des Jugendlichen, das heißt der Abschluss der Kindheit
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durch so ein Initiationsritual, das heißt ja in ganz vielen indigenen Kulturen.
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Und das, was dann so ein bisschen übergeordnet ist und was sich bei Jung auch
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im Roten Buch wiederfindet, der Animismus.
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Also die meisten indigenen Kulturen gehen davon aus, und deswegen gibt es da
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auch so ein ökologisches Gleichgewicht, dass die Umwelt belebt ist.
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Dass wir eine belebte Umwelt haben und dass dann dieser Zustand zwischen Mensch,
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Gesellschaft und Umwelt, dass der harmonisiert werden muss.
Micz Flor
0:25:54–0:25:54
Ja.
Florian Clauß
0:25:55–0:25:58
Und das hast du ja, die Figuren hast du ja auch im roten Buch,
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in den Mysterien, Anima und Animus, als das Weibliche und ich weiß nicht, ob das dieses Anima...
Micz Flor
0:26:04–0:26:08
Das hat mit dem belebten Materien nicht viel zu tun, aber es ist so,
0:26:08–0:26:12
dass Jung, ich weiß, dann habe ich ja schon gesagt, ich bin ja kein Experte, aber Jung hat,
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wenn ich mich recht erinnere, schon eine Theorie, in der Materie und Psyche
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oder Seele oder wie auch immer, ähm...
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Nicht getrennt sind, sondern die sind beides sozusagen Abkömmlinge von was Drittem, könnte man sagen.
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Und damit kann ich dann jetzt zum Beispiel auch wieder in die Chaosmagie reingehen,
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weil die Chaosmagier, zum Beispiel, wenn die über Ufos reden,
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dann klingt das gar nicht so viel anders als bei Jung.
0:26:41–0:26:44
Aber jetzt habe ich dich wieder abgewirkt mit dem Schamanen.
Florian Clauß
0:26:44–0:26:48
Nein, nein, nicht wirklich. Aber das war nochmal so der Punkt,
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den ich da gesehen habe und das interessant finde.
0:26:52–0:27:01
Und dann auch in diesem Kontext der Märchen, wo wir auch viele von diesen Unbewussten,
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auch von den Archetypen, auch mit reinkodiert haben.
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Und was immer wieder zu entschlüsseln gilt.
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Und was dann auch in der einen Folge, ich hatte letzte Folge darüber gesprochen,
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die Glutkerne, also irgendwelche Traumaten.
Micz Flor
0:27:17–0:27:19
Glut, also mit Gustav.
Florian Clauß
0:27:19–0:27:19
Glut.
Micz Flor
0:27:20–0:27:22
Es klang jetzt gerade wie Blutklühen.
Florian Clauß
0:27:23–0:27:29
Von Glühen. Das ist der eine, der eine Literaturwissenschaftler so herausgearbeitet hat,
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dass nämlich bei Händel und Gretel war das ja, dass die Glutkerne wie Kannibalismus,
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Hungersnöte und so weiter da
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irgendwo mit eingepackt sind, aber in einer Geschichte, die gut ausgeht.
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Und diese,
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Archetypen, ja, die, ja, ich meine, wir haben noch gar nicht so richtig über,
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über tatsächlich über diese Mandalas und diese ganzen Bilder,
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wir haben darüber gesprochen, dass Jung dann auch das rote Buch illustriert hat,
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ja, aber die, die sind ja nicht veröffentlicht worden mit, diese Bilder,
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aber hat ja auch eine Technik,
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ähm, neben dem, der aktiven Imagination, weil ja auch so Mandala malen,
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was jetzt hier so jeder macht.
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Mandala malen war ja auch so.
Micz Flor
0:28:18–0:28:20
Ein Impulskaufartikel in einem Bahnhof.
Florian Clauß
0:28:21–0:28:28
Genau, also dieses Mustermalen. Und das ist halt auch genau eine Methode,
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um sich dann in so einem Zustand zwischen Wach und Traum zu bewegen.
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Und da eben so Wellen von Unbewussten hochkommen zu lassen, um dann damit weiterarbeiten zu können.
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Aber ich kann mir auch vorstellen, dass diese Methode von Jung, weil er eben auch schon,
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ich sag mal so, haben wir ja in der letzten Folge so ein bisschen drüber berichtet,
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dass er dann schon sehr psychotisch von außen, aber er konnte es dann auch ganz
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gut nutzen für seine Arbeit.
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Aber es hätte von außen psychotisch wirken können, was er da für Visionen hat.
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Wenn du das in der klassischen Psychotherapie siehst, dann sind das ja schon
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teilweise pathologische Zustände.
Micz Flor
0:29:16–0:29:20
Ja, man kann jetzt auch da wieder einfach Modelle, wenn man über Psychosen spricht,
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man kann aber jetzt zum Beispiel mit so einem Ich-Funktionsmodell oder Humanstrukturmodell
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psychotisch auch als etwas beschreiben, wo zwei Ich-Funktionen,
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die wir haben, die Abgrenzung nach innen,
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die Abgrenzung nach außen, was bedeutet das, dass wir zum Beispiel so etwas wie Scham erleben?
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Und da was ganz Inneres nicht so leicht rauskommt. Wir haben unsere Geheimnisse,
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wir haben unsere Wünsche, die wir dann irgendwie auch strategisch vielleicht
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anbringen oder die wir als Mitteilung dann auch vieldeutig anbringen.
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Dass ich dir das jetzt sage, bedeutet mehr über meine Gefühle für dich als über
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das, was ich dir mitgeteilt habe. Solche Sachen.
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Und sowas kann bei Menschen einfach nicht so gut funktionieren.
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Das heißt, dass die eigenen Wünsche und sowas einfach so durchfließen,
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man die nicht richtig greifen kann und so, die bleiben alle unklar.
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Und in der Gestalt Psychotherapie spricht man dann manchmal auch von einer Konfluenz.
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Also eine Konfluenz heißt, dass alles irgendwie so in so einem schwammigen Sud
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bleibt und man nicht in der Lage ist, klare Formen darin zu erkennen.
0:30:22–0:30:26
Und das sind zum Beispiel dann Menschen, die, wenn sie sich unwohl fühlen,
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ihr Unwohl nicht richtig fassen können und dann einfach mal was essen.
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Also irgendwas muss jetzt quasi dieses Unwohl wegmachen.
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Und das ist aber nicht an der Botschaft oder an dem Wunsch des Unwohlseins gekoppelt,
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weil man das nicht wirklich identifizieren kann.
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Und das zweite Abgrenzung außen bei der Psychose ist dann, wo höre ich auf, wo fängst du an?
0:30:53–0:30:58
Die psychotische Situation, in der man sich selbst in den anderen sieht,
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die Projektion, einfach da ist keine Filterung mehr möglich.
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Und wenn beide Grenzen irgendwie offen sind, dann werden deine tiefsten Wünsche
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und Ängste auf andere projiziert,
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deine tiefsten Gewalt, also die laufen dann quer durch dich durch und du bist
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einfach in einem Raum, in dem du nicht mehr als Individuum vorkommst,
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sondern die Welt dich durchdringt die ganze Zeit.
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Du bist einfach so offen zu deinem eigenen Inneren und zu der äußeren Welt.
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Und das als Psychoseerklärung ist so, dass wenn man Jung in seiner Biografie
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anschaut, und er hatte diese Phase nach der Trennung von Freud und dann Schreiben des Roten Buches,
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und dass er es aber geschafft hat, und das ist ja dann auch,
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und er sagt, er ist Experte, diese Grenzen sich wieder zu erarbeiten,
0:31:40–0:31:41
sich daraus zu arbeiten.
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So wie man ja auch gerne sagt, sich aus der Depression rausarbeiten, tun wir was.
Florian Clauß
0:31:46–0:31:51
Ja, aber dann hat er das ja auch produktiv für seine Methoden quasi genutzt.
0:31:51–0:31:57
Und die dann halt auch als Methoden dann eben für sich, für andere erschließbar gemacht.
Micz Flor
0:31:57–0:32:00
Und da macht er ja dann eben auch diesen großen Unterschied,
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dass die Psychose krankhaft ist, wenn man bestimmte Unterschiede nicht mehr sehen kann.
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Und bei ihm war, er hatte ja auch Angst, dass er wahnsinnig wird, wie Zaratustra.
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Er hatte Angst, dass ihm das auch wieder fährt, aber er hat sich rausgearbeitet,
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um wieder Grenzen einzuziehen, Realitätsbezug einzuziehen, das Ganze einzudämmen.
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Und das ist dann der große Unterschied.
Florian Clauß
0:32:25–0:32:30
Aber damit hat er ja quasi das Ganze, die Büchse der Pandora im ersten Sinne
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geöffnet, indem er das ganze kollektive Unbewusste rausgelassen hat.
Micz Flor
0:32:35–0:32:37
Genau, und dann die Brücke zu den ganzen,
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Zu den ganzen Theorien heute, wer dann schnell eben auch über sein letztes Werk
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über die UFOs, was wir in der anderen Folge hatten, weil da jetzt vieles heute andockt.
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Zum Beispiel, er sagt ja, diese UFOs, die wir jetzt oben im Himmel sehen,
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die sind das Gleiche, was im Mittelalter irgendwelche Feuerwälder waren.
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Also das sind quasi Ausdruck von psychotischem Erleben, Halluzinationen,
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die aufgrund der großen kollektiven Unruhe in kriegsnahen Kriegssituationen und sowas vorkommen.
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Ja, er selber hat auch beschrieben, dass er einmal so aus dem Fenster geguckt
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hat in der Schweiz Richtung Norden und hatte dann vor allem die Vision,
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dass vor dem Weltkrieg, dass Europa von Blut überströmt wird.
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Also da war er nicht der Einzige, der im Vorkriegsstimmung irgendwie,
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bei ihm hat es sich in psychotischen Visionen ausgedrückt, bei anderen hat es
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sich dann einfach in was Beschreibenden ausgedrückt.
Florian Clauß
0:33:32–0:33:40
Das ist halt irgendwie auch so, wenn man quasi den Zeitgeist als so ein Teilchen
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fällt, was sich dann an der aktuellen politischen,
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gesellschaftlichen und so weiter Situation ausprägt.
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Ja, und dann, also jetzt auch in diesen ganzen esoterischen Bildern zu bleiben,
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dann dieses Feld dann halt auch natürlich je nachdem, wie empfindlich die einzelnen Individuen sind,
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die dann in dieses Feld von Zeitgeist kommen, dann bestimmte Ideen entwickeln oder Bilder sehen, ja,
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also das ist halt so, ich meine, das ist ja, der Zeitgeist, ja, also der Zeitgeist, ja,
0:34:13–0:34:20
Es ist ja immer wieder so eine Geschichte, dass zu bestimmten Zeiten dann Erfindungen
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gemacht wurden, die nichts voneinander wussten, aber die im Prinzip das Gleiche
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waren, weil es zu dieser Zeit genau das Gleiche war.
0:34:27–0:34:32
Also es gibt ja dann irgendwo eine Verbundenheit von Gesellschaft,
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von Kultur, die ja nicht beschreibbar ist, die ja über so eine nichtstoffliche Ebene wirken können.
Micz Flor
0:34:41–0:34:45
Ja, wobei natürlich das oft schon an Handelsstraßen dann diese Gleichzeitigkeit
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gibt, weil andererseits du ja schon gesagt hast, dass auch Anfang des 20.
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Jahrhunderts noch irgendwann Leute mit Jackett bei irgendwelchen indigenen Stämmen,
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die überhaupt nicht in diesem feinstofflichen, was du beschrieben hast,
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eingebunden waren, dann forschen wollten, wie dann das Menschensein an sich war.
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Also das sind quasi genauso Menschen wie wir, bloß halt auch noch auf einer
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anderen Entwicklungsstufe kulturellen. Mal gucken, was die so denken.
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Also das war ja nicht so, dass die Menschheit insgesamt sich überall gleich
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angehoben hat und Schwarzpulver überall gleich entstanden ist.
Florian Clauß
0:35:19–0:35:21
Das stimmt, das muss man auf jeden Fall dann nochmal unterscheiden,
0:35:22–0:35:25
aber zu der Zeit war es dann halt so, dass dann eben die Anthropologie dann
0:35:25–0:35:30
so weit war, hier geht mal alle raus, aber das ist natürlich dann der westliche,
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der nordeuropäische Diskurs, der dahinter liegt.
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Ja, das sollte man da schon mal abheben.
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Ja, aber trotzdem ist ja interessant, dass sich ja da dieses,
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was jetzt bei Jung dann, wo dann also einzelne Leute mehr oder weniger empfänglich
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für solche Sachen sind und dementsprechend das halt auch künstlerisch oder wie
0:35:51–0:35:55
auch immer privat oder in der Psychose verarbeiten.
0:35:55–0:36:02
Ja, und das ist dann aber auch wieder Aussagen über die Zeit macht. Also das heißt,
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Und da eben den Grad zu finden, inwieweit das dann jetzt wirklich ein individuelles
0:36:09–0:36:14
Verhalten oder ein individuelles Erleben ist.
0:36:14–0:36:17
Oder inwieweit das dann halt auch tatsächlich die Gesellschaft betrifft.
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Das hatte ja Jung dann versucht, ja auch als Regelwerk einzuführen,
0:36:21–0:36:23
so wie ich das jetzt verstanden habe.
Micz Flor
0:36:23–0:36:29
Ja, also es bleibt dann immer ein bisschen unklar. Er hat ja auch mit den Ufos
0:36:29–0:36:34
gesagt, dass hinter diesen Bildern dann die gleichen Archetypen stecken.
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Aber aufgrund des Zeitgeistes sich das Bild der Archetypen, das Gesicht sozusagen verändert.
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Aber gleich bleibt zum Beispiel, Ufos sind rund oder zigarrenförmig.
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Früher sah man runde Feuerbälle.
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Die Sonne ist rund, der Mond ist rund.
0:36:51–0:36:57
Also da hat er schon versucht, hinter den Dingen Gleichheit zu sehen.
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Das ist ja auch in gewisser Weise ein göttliches Thema. So was ist Gottes Idee vom Baum?
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Also wie sehen alle Bäume bei Playmobil aus?
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Aber sich das dann eben doch verändern kann. Und ich möchte jetzt aber,
0:37:13–0:37:17
wenn das für dich okay ist, mal eine zeitgenössische Theorie hinlegen zu UFOs,
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die vielleicht heute auch von Jung geschrieben worden wäre.
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Ich sage sie mal so und vielleicht kannst du da mal kurz innerlich abgleichen,
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ob die Tatsache, dass Jung jetzt 100 Jahre überlebt hat,
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den irgendwie fundierter erscheinen lassen, als wenn ich dir das jetzt so erzähle.
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Ufos, ja? Wir wissen ja wegen der String Theory oder sowas, dass es mindestens neun Dimensionen gibt.
0:37:46–0:37:47
Wir kennen davon nur drei.
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Ja, ein-, zwei- und dreidimensional. Und das war in einer Expanse-Folge,
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hatte ich das ja, glaube ich, auch mal gesagt.
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Wie sieht das denn aus, wenn man zum Beispiel einen Kreis auf zwei Dimensionen
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durch eine eindimensionale Sichtweise drückt?
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Eindimensional gucken heißt ja nur on oder off. Das heißt, der Kreis wird gar
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nicht als Kreis erkannt, sondern er wird nur als off und dann wieder on,
0:38:11–0:38:13
wenn der Kreis durchgedrückt ist.
Florian Clauß
0:38:13–0:38:14
Durch den Lichtstrahl.
Micz Flor
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Wenn wir eine Kugel, ein dreidimensionales Objekt, durch Zweidimensionen drücken,
0:38:19–0:38:23
dann sieht man auf den Zweidimensionen auf einmal einen Punkt.
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Wenn die Kugel die Fläche berührt, dann wächst es zu einem Kreis,
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der Kreis wird hier kleiner, verschwindet.
0:38:27–0:38:34
Also ein dreidimensionales Objekt durch eine Zweidimension durchgedrückt ist auch zweidimensional.
0:38:35–0:38:40
Und in Expans in einem Buch gibt es ja diese Bilder, wo mehrdimensionale Objekte
0:38:40–0:38:45
durch Dreidimensionen gedrückt werden. Und das sieht dann wirklich so aus wie kugelförmige.
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Ausschnitte, da wird auf einmal ist was weg. Also auf den Schiffen auch verlieren
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die Beine und so, weil höherdimensionale Objekte durch die dritte Dimension geschossen werden.
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Die erscheinen dann eben als Punktkugel, zerstören dabei und verschwinden wieder.
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Also das ist so die Dimensionalität. Und jetzt können wir uns nur diese drei
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Dimensionen vorstellen.
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Die vierte, was ich gerade gesagt habe, so ein bisschen ableiten.
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Aber in Wahrheit ist die vierte ja Zeit.
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Die gilt also nicht. Die hat ja Einstein schon beschrieben. Die fünfte Dimension
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ist eigentlich das, was wir immer als vierte Dimension bezeichnen werden.
0:39:22–0:39:27
Und diese UFOs werden fälschlicherweise immer als Boten von anderen Planeten.
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Das ist völlig Pille-Palle, weil in diesem dreidimensionalen Universum ist das so nicht möglich.
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Wir müssen uns einfach damit abfinden, dass das Boten aus anderen Dimensionen
0:39:37–0:39:41
sind, aus höheren Dimensionen, die dann einfach erscheinen und verschwinden können.
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Weil für die ist die dritte Dimension wie für uns das Leben einer Ameise, zweidimensional.
0:39:47–0:39:51
Also die gucken da auf uns drauf, die können mit ihrem Finger runter oder hoch.
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Das sind mehrdimensionale Wesen, die wir da im Himmel sehen.
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Nicht UFOs von anderen Sonnensystemen oder Galaxien.
Florian Clauß
0:40:00–0:40:00
Ja.
Micz Flor
0:40:01–0:40:07
Und somit ist es auch eine Frage des Wachstums der Menschheit,
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diese anderen Dimensionen sich zu erschließen. Und warum können wir nicht auch
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irgendwann mal in andere Dimensionen reisen?
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Das ist jetzt zum Beispiel die Mitteilung eines Chaosmagiers gewesen in einem Podcast.
Florian Clauß
0:40:25–0:40:26
Selbsternannten.
Micz Flor
0:40:26–0:40:32
Ja, genau. Nicht selbsternannten, praktizierenden. Aber das ist ja nicht so
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weit weg wie die damalige Zeitgeistzeit mit Psychosen.
Florian Clauß
0:40:37–0:40:42
Ja, aber die Frage ist jetzt, was müssen wir machen, um in diese fünfte Dimension
0:40:42–0:40:44
zu kommen und die zu entwickeln?
Micz Flor
0:40:44–0:40:49
Siehst du, jetzt habe ich dich am Hasen. Diesen Podcast können wir mit unseren
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drei Ziffern nicht mehr abdecken, wenn wir das wissen.
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Die Antwort ist irgendwo jenseits unserer...
Florian Clauß
0:40:56–0:41:01
Aber sind diese Dimensionen nicht rein mathematisch?
Micz Flor
0:41:02–0:41:05
Ich weiß es nicht, das ist auch nicht so wichtig. Also das weiß ich wirklich nicht.
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Aber ich wollte nur sagen, diese Erzählungen, die sind gar nicht unähnlich.
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Und das ist jetzt eben aus diesem Bereich von der Chaos-Magie,
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die ich vorhin angesprochen habe, wo dann gesagt wird, eben Menschen,
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die auf Ziegen starren, also die Idee zu sagen, wenn ich es schaffe,
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mit meinem Willen die Welt ein bisschen zu beeinflussen, wer weiß.
0:41:25–0:41:31
Wenn mein Wille mit dem Aligned ist, was dann als Folge passiert,
0:41:32–0:41:36
dann habe ich Magie gemacht.
0:41:37–0:41:40
Ich habe eine Ursache-Wirkungskette hergestellt, die nicht erklärbar ist oder
0:41:40–0:41:43
wie Arthur C. Clark wird, vielleicht irgendeine Technik benutzt aus einer Zukunft,
0:41:44–0:41:44
die wir noch gar nicht kennen.
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Aber ich habe etwas geschaffen und ich kann es sogar wiederholen.
0:41:55–0:41:59
Synchronicitäten hattest du mal angesprochen. Die sind auch am besten mit der
0:41:59–0:42:00
fünften Dimension zu erklären.
Florian Clauß
0:42:01–0:42:04
Die Frage ist, wie nutzt du das jetzt bei deiner Arbeit als Psychotherapeut?
Micz Flor
0:42:05–0:42:08
Die Dimension ist sowas gar nicht, aber dieses Konzept von Magie,
0:42:09–0:42:12
das kennst du vielleicht auch bei Menschen mit Traumaarbeit.
0:42:12–0:42:14
Da gibt es diesen inneren, sicheren Ort.
0:42:15–0:42:22
Der hat sogar ein Bild gefunden in Inception, in dem Film, wo ganz zum Schluss
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dieses kleine Windrad in dem Safe neben dem sterbenden Vater in dieser Burg
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liegt. Kannst du dich erinnern?
Florian Clauß
0:42:30–0:42:35
Das ist die letzte Dimension, wo alles so am Meer, also alles kaputt geht.
Micz Flor
0:42:35–0:42:39
Nee, das ist auf diesem Berg mit dem Schnee und einem Maschinenfeuer,
0:42:39–0:42:40
also so richtig sozialisch.
0:42:40–0:42:44
Und da findet er dann dieses Windrad, eine sehr ergreifende Szene auch,
0:42:44–0:42:46
weil man hat das Windrad schon vergessen.
0:42:46–0:42:50
Das ist quasi der Schlitten von, also Rosebud von Orson Welles,
0:42:50–0:42:52
das ist wirklich ein schönes Bild.
0:42:53–0:42:56
Aber irgendwie in so einem psychologischen Konstrukt.
0:42:57–0:43:01
Ist es oft so in der Traumatherapie, dass man erst mal einen sicheren Ort etabliert.
Florian Clauß
0:43:01–0:43:03
Also einen Schutz.
Micz Flor
0:43:04–0:43:07
Und wenn die Person es schafft, halt dieses innere Bild herzustellen,
0:43:07–0:43:10
daran arbeitet man, dann kann man da mal reingehen.
0:43:11–0:43:15
Das habe ich auch mal irgendwo gelesen bei der Behandlung von Asthma.
0:43:16–0:43:21
Also von jemand, der wirklich asthmasomatische Reaktionen auf innere Prozesse
0:43:21–0:43:23
hatte oder Konflikte hatte.
0:43:23–0:43:28
Dass die Person Asthma-Attacken loswerden konnte, indem sie sich dann auch wieder
0:43:28–0:43:32
an einen kargen Ort in der Wüste begeben hat.
0:43:32–0:43:36
Da war in Pollen kein Thema mehr. Und das hatte dann wirklich somatisch gleich auch eine Veränderung.
Florian Clauß
0:43:37–0:43:44
Ja, da sind wir wieder beim Anfang der letzten Episode. Und deine Synchronicitätserfahrung.
Micz Flor
0:43:44–0:43:47
Die kommt gleich noch. Das ist ein bisschen anders. Aber was ich erst mal jetzt
0:43:47–0:43:52
sagen wollte, ist dieses Konzept der Magie, der Hasenfuß, etwas anzufassen,
0:43:52–0:43:57
der Handschmeichler, also Dinge herzustellen in der Welt, die dem eigenen Willen entsprechen.
0:43:58–0:44:01
Und da dann in der Therapie über den sicheren Ort einfach nur Bilder zu schaffen,
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mit der die Person sich verbinden kann, sich darauf einlassen kann und sie fühlt sich sicher.
0:44:07–0:44:12
Und das ist ja natürlich komplett abstrakt, was heißt sich sicher fühlen.
0:44:12–0:44:13
Das können wir alles gar nicht sagen.
0:44:13–0:44:17
Aber ich finde es schon, dass in der Psychotherapie auch viel Magie gemacht wird.
0:44:18–0:44:21
Vor allen Dingen auch, weil man ja wirklich über die Dinge spricht.
0:44:21–0:44:26
Wir haben auf einer Ebene die Sprache als Kommunikationswerkzeug.
0:44:26–0:44:30
Natürlich auch die Körpersprache, die Intention, mit der das geht.
0:44:30–0:44:34
Oder auch in der Körperpsychotherapie geht es nochmal um ganz andere Themen.
0:44:34–0:44:36
Aber es gibt immer eine Interface-Thematik.
0:44:36–0:44:41
Und man muss quasi Dinge übersetzen und wieder dekodieren. und in diesem,
0:44:43–0:44:49
ja, wie würde Bube, würde sagen, in diesem Ich-Du-Zustand, in dieser Verbindung,
0:44:49–0:44:53
als Ich-Du-Ding mit dieser anderen Person, wird das dann wirksam.
0:44:54–0:44:57
Also das ist schon immer auch irgendwie eine Form von Magie und ich habe mir
0:44:57–0:45:00
was ausgedacht, das ist vielleicht ein bisschen albern, aber ich möchte jetzt
0:45:00–0:45:03
auch mal einen kurzen Moment der Mind-Control nicht nur für dich,
0:45:03–0:45:07
sondern vielleicht auch für einen Großteil unserer Zuhörerschaft.
Florian Clauß
0:45:07–0:45:09
Ich würde immer mehr zum Mitmach-Podcast.
Micz Flor
0:45:09–0:45:13
Auf jeden Fall. Ich werde jetzt Mind-Control ausüben.
0:45:13–0:45:18
Und das ist jetzt einerseits wirklich vielleicht witzig, aber ich möchte es
0:45:18–0:45:20
einfach auch mal anschaulich machen.
Florian Clauß
0:45:20–0:45:20
Ja, gerne.
Micz Flor
0:45:21–0:45:27
In dieser Verknüpfung, wie das so ist. Also ich werde jetzt ein Wort bei dir evozieren im Gehirn.
0:45:29–0:45:32
Und du musst es dann sagen. Bist du soweit?
Florian Clauß
0:45:32–0:45:32
Ja.
Micz Flor
0:45:33–0:45:36
Ist dein Hirn jetzt frei? Du musst dich dem auch öffnen. Du kannst es nicht
0:45:36–0:45:38
sagen. Lakritze, Lakritze, Lakritze, Lakritze.
Florian Clauß
0:45:39–0:45:41
Sag ich die ganze Zeit Lakritze.
Micz Flor
0:45:42–0:45:46
Sag das nicht, sondern mach dich frei von allen. Sei offen für mich.
0:45:46–0:45:49
Ich werde jetzt ein magisches Spruch sagen.
0:45:49–0:45:53
Und dann wird ein Wort in dir entstehen. Und das sagst du mir dann. Bist du soweit?
Florian Clauß
0:45:53–0:45:54
Ich bin soweit.
Micz Flor
0:45:55–0:45:58
Häschen in der Grube. Ja, Grube.
0:46:00–0:46:05
Und wir haben wieder gesungen in diesem Podcast. Aber da passiert ja auch etwas,
0:46:05–0:46:08
das passiert jetzt mit dir, wenn wir das jetzt testen würden,
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dann würde das bei nicht allen passieren können, weil man muss das Lied schon
0:46:11–0:46:15
irgendwie kennen und gleichzeitig ist das, was ich anfange zu sagen,
0:46:15–0:46:17
engt dich immer mehr ein.
0:46:17–0:46:21
Irgendwann gibt es den Punkt, wo du wirklich merkst, wupp, ich bin jetzt auf sowas fokussiert.
Florian Clauß
0:46:21–0:46:22
Ja, verstehe.
Micz Flor
0:46:22–0:46:24
Und diese ganzen Prozesse,
0:46:26–0:46:29
wenn wir jetzt bei einer Definition bleiben, dass es darum geht,
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wirklich einfach in der Welt was herzustellen oder zu evozieren,
0:46:35–0:46:39
was dem eigenen Willen folgt, dann würde sich das schon erfüllen lassen.
0:46:39–0:46:43
Wir haben ein anderes Bild von Magie, ja, auch das Buch, das Zitat,
0:46:43–0:46:47
was ich vorgelesen habe am Anfang, über die englischen Gilden der Zauberer,
0:46:48–0:46:51
wo die einen nur reden über Zauberei und Geschichte und die anderen,
0:46:51–0:46:54
oder Herr Norrell, der einzig ist, der wirklich sagt, ich kann zaubern.
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Das ist großartig, also ich kann es wirklich sehr empfehlen.
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Das erste Drittel macht total Spaß und wer dann vielleicht mehr Spaß hatte als
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ich sogar, schafft den Rest auch noch.
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Aber es ist total irre. Ich glaube, das Mr.
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Norrell, der beschwört dann irgendeine irische Fee, um jemanden wieder zum Leben zu erwecken.
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Wo alle schon sagen, ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist,
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die zum Leben zu erwecken. Ja, die Eltern sind traurig, aber wollen sie wirklich zum Leben erwecken?
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Ich könnte es doch mal probieren. Also der will auch was Gutes tun mit der Magie,
0:47:29–0:47:30
dass die Magie einen guten Ruf geht.
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Und dann kriegt er es alleine nicht hin, ohne diese Fee, holt die Fee noch mit dazu.
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Das ist eine männliche Fee und dann stehen die neben dem Leichnam und reden
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so und Norrell ist auch so ein bisschen abhängig jetzt davon.
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Der muss ihm jetzt ja irgendwie helfen. Und dann sagt er dann irgendwann,
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ich will aber auch was mitnehmen dürfen.
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Norrell so. Und du weißt ja nicht genau, was passiert ist, Aber später siehst
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du dann in der Szene oder kriegst sie geschrieben, die Szene,
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wie die Frau wieder lebt, ist von den Toten auferstanden,
0:48:02–0:48:05
und es wirkt auch völlig unverändert. Bloß fehlt ihr der kleine Finger.
Florian Clauß
0:48:08–0:48:09
Sehr schön.
Micz Flor
0:48:09–0:48:12
Also es ist wirklich so, es ist wirklich schön geschrieben. Ich mag es ja.
0:48:13–0:48:16
Aber diese Idee von Magie jetzt, wenn man in solche Bilder geht,
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von den Toten auferstanden, dann ist man woanders. Aber.
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Ist das denn, wenn eine Person gestresst ist und sich an dem Stuhl festkrallt?
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Was ist das denn? Oder wenn man ein Seminar halten muss und dann hat man die
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Blätter in der Hand und hält sich daran fest.
0:48:33–0:48:38
Also das tut ja was. Dieser Gegenstand macht was mit einem, versetzt einen in bestimmte Stimmung.
0:48:38–0:48:45
Also die Psychotherapie hat auf dieser Ebene, denke ich, schon ganz viele in
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Anführungszeichen eben magische Rituale oder Themen oder Objekte. so.
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Der Placebo-Effekt ist in gewisser Weise ja auch magisch, den kann man ja gar
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nicht fassen, das ist gar nichts wirksam und genau das wirkt.
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Aber ich möchte natürlich jetzt nicht sagen, dass es Magie ist in einer Definition,
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wie ich normalerweise darüber gedacht habe.
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Aber ich fand das schon mit der Chaos-Magie,
0:49:15–0:49:18
mich auseinanderzusetzen, auf dieser Ebene über Magie nachzudenken und über
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diesen Zusammenhang zwischen in Anführungszeichen Wille und Welt oder Zusammenleben
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nachzudenken, fand ich sehr interessant.
0:49:28–0:49:32
Und dann ganz explizit auch ist eine, hatte ich ja gesagt, eine Technik ist
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diese so Atemtechniken, um
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sich in bestimmte Entspannungs- oder auch Erregungszustände zu versetzen.
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Diese ich habe jetzt den Namen vergessen, aber diese UR-Idee kam wirklich,
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nachdem LSD in Amerika verboten wurde, hat jemand angefangen mit Atemtechniken
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zu arbeiten, wenn ich ganz tief das glaube ich im Woodstock-Film sieht man auch
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einen, der halt dann so mit einem Nasenloch einatmet, mit dem anderen ausmacht mit vollem Druck.
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Und da gibt es viele Techniken dazu und ich habe die auch das ist jetzt nicht,
0:50:06–0:50:09
die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie aber in der Gestalttherapie-Ausbildung
0:50:09–0:50:13
habe ich auch Atemtechniken mit gelernt, auch als Übung, ganze Wochenende dazu gemacht.
0:50:13–0:50:18
Und es ist schon echt erstaunlich, wie du mit bestimmten Atemrhythmen,
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mit bestimmten Ritualen sagen, Luft einatmen, bis drei zählen ausatmen,
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bis fünf zählen einatmen.
0:50:24–0:50:27
Also solche Sachen dann zu vollführen, das ist dann schon eine Form von,
0:50:27–0:50:30
in Anfangszeichen, Magie, die man sich dann so macht.
Florian Clauß
0:50:30–0:50:37
Ja, ja, also kommt ja quasi in so hypnotische Zustände und das Hypnose dann auch.
Micz Flor
0:50:37–0:50:39
Hier sind wir aber in keinem hypnotischen Zustand.
Florian Clauß
0:50:39–0:50:42
Hier sind wir in einem recht realen Zustand.
Micz Flor
0:50:42–0:50:45
Die Irre-Maman-Fotos sieht aus wie das Playmobil. Als ob man die Dächer abheben
0:50:45–0:50:48
könnte, um die Leute da drin umzusetzen.
Florian Clauß
0:50:48–0:50:53
Ja, wir sind hier noch immer an der Wuhle entlang gegangen.
0:50:54–0:51:00
Und jetzt so ein bisschen mehr in Richtung U-Bahn, würde ich jetzt sagen,
0:51:00–0:51:03
bewegen wir uns, damit wir hier wieder wegkommen.
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Aus diesem paradiesischen Wuhletal. Ja.
0:51:08–0:51:13
Ja, aber Hypnose ist halt irgendwie so ein Mittel, was ja dann in der Medizin
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auch so eingesetzt wird.
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Es gibt ja so verschiedene. Und ich meine auch klar, natürlich diese ganze,
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in der Religion, Buddhismus, Meditation, das sind ja alles Achtsamkeitsübungen und so weiter.
0:51:26–0:51:30
Das sind ja alles so Übungen, wo du dann angeblich dein Gehirn in Schwingung
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setzen kannst, die normalerweise so im Tiefschlaf auftauchen.
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Und damit halt auch wieder diesen Wachheitsdurchlässigkeitszustand,
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damit wir die kollektiven Archetypen nach oben suppen können,
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um sich dann halt nochmal so an andere Eindrücke zu geben.
0:51:48–0:51:51
Also das sind ja alles so Methoden, um halt von dem Gewohnten,
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von dem Geebneten, wie man es immer erfahren hat, so ein bisschen wegzukommen
0:51:57–0:51:59
und andere Einsichten zu bekommen.
0:51:59–0:52:04
Das ist, glaube ich, auch so eine Methode, um halt auch mit solchen Situationen umgehen zu können.
Micz Flor
0:52:05–0:52:09
Und dann sind wir, bevor ich meine Synchronicität, das müssen wir machen,
0:52:10–0:52:14
aber wir sind jetzt auch wieder in unserer Jubiläumsfolge bei der ersten Folge,
0:52:14–0:52:18
weil ich hatte dir erzählt, wie im Buch diese tolle Szene beschrieben ist,
0:52:19–0:52:24
dass die Wissenschaftlerin, gespielt von Jodie Foster, dass die dann von diesem...
Florian Clauß
0:52:24–0:52:25
In Kontakt.
Micz Flor
0:52:25–0:52:29
In Kontakt, genau. Von dieser Alien-Entity, wo wir auch nicht wissen,
0:52:29–0:52:32
ist das jetzt überhaupt eine Maschine oder was Lebendiges?
0:52:32–0:52:35
Ist ja wurscht, aber auf jeden Fall kriegt die mitgeteilt, dass sie ja gerade
0:52:35–0:52:41
ganz viel daran forschen mit ganz vielen transgalaktischen ForscherInnen.
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Ich weiß nicht, wie viele Genes es dann da gibt, aber die...
0:52:46–0:52:51
Haben festgestellt, dass eben ganz hinten, wenn man Pi, die Zahl Pi ganz nach
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hinten verfolgt, und so endlich irgendwann entsteht ein Block,
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der, wenn man ihn dann in Zeilen aufbricht, einen Kreis bildet.
0:53:00–0:53:03
Und dann hatte ich ja gesagt, das fand ich so einen absolut geilen Moment,
0:53:04–0:53:07
so mit Gänsehaut, so wie irre,
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stell dir mal vor, also was für eine Erkenntnis du in dem Moment hättest,
0:53:11–0:53:15
dass wir wirklich in der simulation und irgendeiner
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von den leuten die simulation geschrieben hat hat hier ein easter egg
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reingelegt und zu merken wie das ganze weltbild sich da irgendwie zerspringt
0:53:23–0:53:27
und du dann ganz trocken als antworten ist nö das ist doch klar wenn es möglich
0:53:27–0:53:30
ist dann wird es auch passieren wenn es unendlich ist also muss man nur lange
0:53:30–0:53:35
genug gucken und da hast du das so gesagt dass wir ja wie genial diese dinge
0:53:35–0:53:38
aneinander liegen also was das bedeuten kann oder nicht,
0:53:38–0:53:41
Und erinnert sich vielleicht noch an diesen, ich glaube, Nullerjahre-Roman.
Florian Clauß
0:53:41–0:53:47
Auch dann an der Stelle noch mal kurz eingehakt. Das ist ja der Grund,
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warum wir überhaupt leben.
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Nämlich dieser Fusionsreaktor am Himmel.
0:53:55–0:54:00
Der steht ja auch nur dadurch, dass ein unmöglicher Zustand eingetreten ist
0:54:00–0:54:02
mit diesem Tunneleffekt.
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Das heißt, eigentlich können Atome nicht miteinander verschmelzen.
0:54:06–0:54:10
Aber es gibt dann halt, wenn so und so viele, so und so ganz dicht sind,
0:54:10–0:54:13
dann irgendwann springt dann doch einer rüber.
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Wie wenn du halt irgendwie zwei Milliarden jahrelang gegen diese Hauswand mit
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einem Ball wirfst, irgendwann fliegt der Ball rein.
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Und das ist halt genau dieses Ding. Es passiert auf einmal und es muss nur eine gewisse Masse da sein.
0:54:27–0:54:31
Also das ist halt so der Effekt dahinter.
Micz Flor
0:54:32–0:54:36
Und damit hast du mit dem Zeitaspekt nochmal ganz genial diese Synchronicität
0:54:36–0:54:39
von Jung irgendwie so hochgehoben, dass Dinge, die gleichzeitig sind,
0:54:39–0:54:40
die man als Zufälle bezeichnet,
0:54:41–0:54:45
aber dass wenn die dann auffallen und dass die dann eben bei einer Synchronicität
0:54:45–0:54:46
haben, die eine Bedeutung,
0:54:46–0:54:54
dann ist das auch, wenn man es wieder in einem Bild darstellen möchte,
0:54:54–0:54:55
zum Beispiel dieses Möbiusband,
0:54:55–0:54:59
wo so ein Stückchen Papier einmal an sich selbst geklebt ist,
0:55:00–0:55:04
aber darum gedreht ist, sodass man da in der Oberfläche rumlaufen kann,
0:55:04–0:55:09
das Gefühl hat, dass Ameise, man läuft unendlich immer auf diesem Papier.
Florian Clauß
0:55:09–0:55:10
Ja, weil du immer oben bist.
Micz Flor
0:55:10–0:55:14
Du bist immer oben, du guckst da drauf und wenn du dann aber mit einer Nadel
0:55:14–0:55:17
da durchstechst, dann verbindest du zwei Oberflächenpunkte miteinander,
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die für die Ameise unendlich weit weg sind, aber für uns als Dreidimensionale
0:55:22–0:55:24
dann einfach direkt aneinander liegen.
0:55:24–0:55:28
Und diese Idee der Synchronicitäten auch als Bild jetzt vielleicht so wie so
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ein Durchstoß sind, so durch die Dinge, bringen irgendwie was zusammen.
0:55:32–0:55:36
Und jetzt erinnerst du dich bestimmt gleich an etwas, was ich dann abgebogen
0:55:36–0:55:42
habe, weil ich hatte dieses Frühjahr eine ziemlich schwere Bronchitis und hatte
0:55:42–0:55:44
dann in unserem eigentlich Plus.
Florian Clauß
0:55:44–0:55:46
Ich glaube, wir kommen hier nicht mehr weiter.
Micz Flor
0:55:47–0:55:48
Jetzt wird es knapp mit deinem Zug, oder?
Florian Clauß
0:55:49–0:55:53
Nee, nee, passt schon. So schlimm ist es jetzt nicht.
Micz Flor
0:55:53–0:55:57
Also da hatten wir, auf jeden Fall hatte ich schwere Bronchitis,
0:55:57–0:55:59
hatte große Angst, dass ich wieder eine Lungenentzündung habe,
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die ich schon mal hatte und bin gleich zum Röntgen gegangen und so,
0:56:02–0:56:07
stellte sich aber raus, dass zumindest zu dem Zeitpunkt rechtzeitig zwar eine
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schwere Bronchitis war, aber noch nichts in den Lungenlappen drin war und ich hatte das bei der,
0:56:16–0:56:19
Lungenentzündung schon so, dass ich danach, wenn ich da rausgekommen bin,
0:56:19–0:56:21
war ich auch im Hirn so ein bisschen flirrig.
0:56:22–0:56:26
Damals habe ich die Phonybox angefangen zu programmieren, weil ich irgendwie
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hatte ich so gedacht, es war jetzt keine Vision, aber ich dachte,
0:56:28–0:56:30
das müsste man noch machen können, so oder so.
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Ich hatte ganz viele Ideen, irgendwie musste ich kreativ werden,
0:56:32–0:56:34
so als ob ich zurück ins Leben komme.
Florian Clauß
0:56:34–0:56:37
Auf diesen halbtoten Zustand.
Micz Flor
0:56:37–0:56:42
Und so jetzt auch und habe dann halt irgendwie so flirre Gedanken gehabt und habe dann geguckt,
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Synchronicitäten und hatte euch dann geschrieben, auf der eigentlich Plus-Signal-Community.
0:56:53–0:56:56
Wie krass, ich kann das jetzt so alignen. Ich kann halt sagen,
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als ich meine Lungenentzündung hatte, war meine Tochter genau 928 Tage alt.
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Und als ich jetzt diese schwere Bronchitis hatte, mit den gleichen Symptomen
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wie damals, und man muss dazu sagen, ich bin sehr wenig krank.
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Ich bin wirklich sehr wenig krank. Der Rippenbruch ist festgehalten auf einer
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Episode. Aber eigentlich ist es wirklich für mich.
Florian Clauß
0:57:17–0:57:18
Eine Lungenentzündung jetzt auch.
Micz Flor
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Und als ich jetzt diese schwere Bronchitis hatte, war mein Sohn 921 Tage alt.
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Aber das war der Zeitpunkt der Diagnose und ich habe das verschleppt, die Lungenentzündung.
0:57:34–0:57:38
Wenn wir die Woche noch abziehen. Und die kam übrigens, nachdem wir uns getroffen
0:57:38–0:57:39
haben. Ja, noch so ein Zufall.
0:57:40–0:57:44
Kannst du dich erinnern? Da waren wir, ja egal, aber auf jeden Fall habe ich
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dann gedacht, okay, 921 Tage, jetzt, 928 damals, sehr ähnlich und dann habe ich gedacht,
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was, warum, wie kann das sein, dass es so nah aneinander ist?
0:57:57–0:58:00
Also im Prinzip der gleiche Tag, wenn ich jetzt ein bisschen großzügig rechne.
0:58:01–0:58:05
Und dann habe ich in meinem Leben nachgeguckt, wo gibt es denn den Abstand von
0:58:05–0:58:13
920 Tagen oder sagen wir mal 918.
0:58:13–0:58:18
Also bis die Symptome auftauchen, dauert es ja immer ein bisschen.
0:58:19–0:58:23
Und dann habe ich festgestellt, es gibt wirklich ein tiefes Erlebnis,
0:58:23–0:58:31
das genau 918 Tage in meinem Leben abspannt.
0:58:31–0:58:36
Und dann habe ich aber gedacht, das möchte ich jetzt nicht so da rausgeben,
0:58:36–0:58:41
weil es war was sehr Persönliches, aber ich möchte jetzt noch viel persönlicher quasi.
0:58:41–0:58:45
Das hat auch mit Chris zu tun natürlich, der ja auch da mitten in der Gruppe
0:58:45–0:58:49
war, weil ich war genau, also.
0:58:50–0:58:55
Elsa war genau 918 Tage alt, als ich die Lungenentzündung bekommen habe.
0:58:55–0:58:58
Samuel war 918 Tage alt, als ich diese Schwerobonchitis bekommen habe.
0:58:59–0:59:02
Und ich war genau 918 Tage alt, als Chris geboren wurde.
Florian Clauß
0:59:02–0:59:04
Oh, okay. Connecting the dots.
Micz Flor
0:59:05–0:59:08
Ja, ich finde das schon. Also wenn du da jetzt anfängst zu spekulieren.
0:59:08–0:59:10
Ja, es gibt diese beiden Kinder.
0:59:10–0:59:13
Ich sehe meine Tochter, ich sehe meinen Sohn und ihr Reichen.
0:59:13–0:59:17
Genau das Alter, in dem ich war, als mein Bruder geboren wurde.
0:59:17–0:59:18
Und ich werde schwer krank.
Florian Clauß
0:59:18–0:59:20
Ja, dann kannst du mal drüber nachdenken.
Micz Flor
0:59:20–0:59:23
Genau, und das war mir jetzt in der Signal-Gruppe irgendwie nicht so.
0:59:23–0:59:25
Aber kannst du verstehen?
Florian Clauß
0:59:26–0:59:31
Ja, ich weiß nicht. Ich fand es auch, als du das dann so geschrieben hast.
Micz Flor
0:59:32–0:59:34
Ich habe ja die Auflösung so nicht geschrieben.
Florian Clauß
0:59:34–0:59:38
Ja, du hast ja auch, als du das so geschrieben hast, das war so ein bisschen fiebrig.
0:59:38–0:59:44
Und dann hatte ich das Gefühl, ich muss nochmal da ran quietschen und dann komme ich auf die 9,18 Tage.
0:59:45–0:59:48
Das war so ein bisschen schon so konstruiert, aber irgendwie ist es ja auch
0:59:48–0:59:51
egal. weil das sagt ja was aus.
Micz Flor
0:59:51–0:59:54
Und das ist ja vor allen Dingen jetzt völlig absurd zu überlegen,
0:59:54–0:59:59
das sei vielleicht wahr, weil das da ein Zusammenhang besteht und dass ich,
0:59:59–1:00:02
dass ich, wenn man ein Kind das Alter erreicht, in dem ich war,
1:00:02–1:00:03
als mein Bruder geboren wurde,
1:00:03–1:00:06
woher wusste ich dann damals, dass das irgendwie genau so lang war?
1:00:07–1:00:10
Ja, da habe ich ja als Kind in meinem Erleben, das war ja alles unbewusst,
1:00:10–1:00:14
ich habe erst jetzt nachträglich diese Zusammenhänge irgendwie mir abgeleitet
1:00:14–1:00:16
und die haben eine gewisse Plausibilität.
1:00:16–1:00:19
Man könnte natürlich jetzt sagen, ja gut, ob du als Kind erlebt hast,
1:00:20–1:00:22
dass es 9, 18 Tage waren und nicht, da wurscht, du warst da irgendwie,
1:00:23–1:00:26
es geht ja darum, was du machst mit dir als Erwachsener.
1:00:26–1:00:30
Und wir wissen von dir, siehe kreisrunde Haarausfall und Brandblase,
1:00:30–1:00:35
du kannst somatisch reagieren auf bestimmte Stressoren, die dir unbewusst passieren.
Florian Clauß
1:00:35–1:00:38
Ja, und das heißt, mit der Geburt, also wenn man das Mindset feilt,
1:00:39–1:00:43
mit der Geburt von Chris ist da so ein kleiner Turn reingekommen,
1:00:44–1:00:46
so ein kleiner Butterfly Flügelschlag,
1:00:47–1:00:52
der dann die die Bakterien-Viren aufgewirbelt hat, die dich jetzt dann halt,
1:00:53–1:00:55
krank gemacht haben. Genau in dieser Korrelation.
Micz Flor
1:00:56–1:00:59
Nee, meine Fantasie dazu ist eine andere. Und ich muss das, ihr habt das jetzt,
1:00:59–1:01:05
also Chris hört das jetzt auch zum ersten Mal, aber ich möchte jetzt mal mit
1:01:05–1:01:07
meiner Mutter drüber sprechen, weil meine Fantasie dazu ist,
1:01:08–1:01:10
dass man die Geburt meines Bruders sehr, sehr schwer war.
1:01:11–1:01:14
Das ist meine Fantasie. Und dass irgendwie in der Familie diese Zeit einfach
1:01:14–1:01:18
sehr, sehr einschnürend war.
Florian Clauß
1:01:20–1:01:23
Interessant. Da bist du ja dann wirklich wieder bei der Familie,
1:01:24–1:01:28
die Folge du mit Anja gemacht hast.
Micz Flor
1:01:29–1:01:30
Systemische Themen.
Florian Clauß
1:01:32–1:01:34
Na gut, nicht ganz. Systemisch ist er nicht.
Micz Flor
1:01:36–1:01:41
Ja, aber das irgendwie, das Narrativ ist ja auch nicht ganz gut zu erklären.
1:01:41–1:01:47
Aber es ist sowas, in dem Moment, wenn ich mein Kind in diesem Alter erlebe,
1:01:47–1:01:52
in dem ich damals mich, in dem was nicht verstandesmäßig Greifbares,
1:01:52–1:01:54
Schlimmes, aber auf einmal in der Familie war.
1:01:54–1:01:57
Aber ich weiß nicht, das kann auch fiktiv sein. Kann auch einfach sein,
1:01:58–1:02:02
dass Chris mich genervt hat, dass er zum Krankenhaus zurückkam und das war so
1:02:02–1:02:03
schlimm. Ich konnte nicht mehr schlafen.
1:02:03–1:02:06
Keine Ahnung, ich weiß es nicht, aber mein Gefühl dazu ist irgendwie sowas.
Florian Clauß
1:02:07–1:02:11
Das finde ich gut. Also ich meine, du löst es ja in einer gewissen Produktivität,
1:02:12–1:02:14
im Dialog mit deiner Mutter zu gehen.
Micz Flor
1:02:14–1:02:15
Ja, das ist immer gut.
1:02:18–1:02:20
Nein, das war umlastig. Ich meine, das ist wirklich.
Florian Clauß
1:02:20–1:02:21
Es ist immer gut.
Micz Flor
1:02:21–1:02:22
In Dialog zu gehen.
Florian Clauß
1:02:22–1:02:26
In diesem Fall mit meiner Mutter. Ein Psychotherapeut mit seiner Mutter ist immer gut.
1:02:28–1:02:34
Da können wir alle von lernen. Das ist ein bisschen gemein, aber lustig.
Micz Flor
1:02:34–1:02:36
Es ist wirklich lustig, ich finde es auch lustig.
Florian Clauß
1:02:37–1:02:47
Ja, aber interessant. Diese Folge, diese Fortsetzung von Jung ist wirklich interessant
1:02:47–1:02:51
geworden, weil es hat so viele Hasen,
1:02:52–1:02:57
wie sagt man das, wenn der Hase vor dir wegläuft und dann so Kurven läuft.
Micz Flor
1:02:57–1:02:58
Jetzt bei Harry Potter?
Florian Clauß
1:02:58–1:02:59
Nee, so allgemein.
Micz Flor
1:03:00–1:03:01
Schlägt Haken.
Florian Clauß
1:03:02–1:03:04
Wir haben viele Haken geschlagen.
Micz Flor
1:03:06–1:03:11
Also in diesem eindimensionalen Podcast sicherlich, aber in einem mehrdimensionalen
1:03:11–1:03:14
Podcast wäre es natürlich alles ein Punkt, hängt alles miteinander zusammen.
Florian Clauß
1:03:15–1:03:18
Wir haben einfach viel liegen lassen in einem mehrdimensionalen Podcast.
Micz Flor
1:03:18–1:03:25
Und die Essenz ist natürlich, dass für mich diese Frage des Glaubens,
1:03:26–1:03:29
es ist ein Bedürfnis, zu glauben.
1:03:30–1:03:32
Das würde ich jetzt einfach mal so in den Raum stellen.
Florian Clauß
1:03:32–1:03:33
Ich will to believe.
Micz Flor
1:03:34–1:03:35
Fände ich eigentlich sehr gut.
1:03:39–1:03:43
Jeder zieht sich dann irgendwie solche Grenzen und bei den Dingen,
1:03:43–1:03:48
die teilweise bei Jungen noch für ihn als rational wissenschaftlich erklärt
1:03:48–1:03:49
waren, kann ich nicht mitgehen.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:50
Und das ist.
Micz Flor
1:03:50–1:03:57
Aber auch okay. Ich möchte überhaupt nicht ein Bild öffnen, in dem Wahrheit was Subjektives wird.
1:03:58–1:04:06
Das denke ich nicht, aber es ist eher so das Gefühl von Wahrheit und Glaube und Wissenschaft und,
1:04:07–1:04:13
religiösen Gefühlen, dass es immer auch an Kommunikation gekoppelt ist.
Florian Clauß
1:04:13–1:04:18
Ja, es ist spannend. Also ich habe jetzt noch mal so andere Einsichten und Impulse
1:04:18–1:04:22
bekommen, wo ich wahrscheinlich früher etwas Feuer gezuckt hätte.
Micz Flor
1:04:23–1:04:28
Ja, stimmt. Aber du hast dein Floh-Gesicht aufgesetzt, als ich mit Chaos-Magie rauskomme.
1:04:29–1:04:31
Also das ist jetzt ein Charakter aus dem Buch. Nee, nee.
1:04:33–1:04:38
Da war so ganz kurz. Da musstest du Die Chaos-Magie sagt ja,
1:04:38–1:04:39
du musst einfach dich locker machen.
1:04:40–1:04:45
Du musst den Paradigmen-Schiff zulassen. Ein neues Paradigma springen,
1:04:45–1:04:48
indem wir jetzt einfach mal sagen, okay, wenn das und das und das gesetzt ist,
1:04:48–1:04:51
dann sprechen wir jetzt hier über Magie. Okay, bin ich dabei.
Florian Clauß
1:04:52–1:04:55
Ja, das ist halt Punk, ne? Du bist ja auch in einer Punk-Band.
Micz Flor
1:04:56–1:05:00
Ich bin im Orchester. Art Critics Orchestra.
Florian Clauß
1:05:00–1:05:03
Aber ist ja Post-Punk. Post-Punk, ja. Oder?
Micz Flor
1:05:03–1:05:04
Nee, Adult-Punk.
Florian Clauß
1:05:04–1:05:11
At altpunk. Ja, dann kannst du, vielleicht kannst du noch mal so ein Befreul raushauen.
Micz Flor
1:05:12–1:05:15
Jetzt gerade nicht. Nein, also tschüss, Leute.
1:05:18–1:05:22
Das war's von mir. Meine Batterie ist alle.
Florian Clauß
1:05:23–1:05:27
Ja, das war eigentlich Podcast. Irgendwie so derartig. Es geht nicht immer so,
1:05:28–1:05:32
aber diesmal sind wir da schon ganz schön tief reingegangen.
1:05:32–1:05:35
Wir haben auch in einem Stück aufgenommen. so viel muss man sagen,
1:05:35–1:05:39
ja also, wenn es euch gefallen hat dann,
1:05:40–1:05:44
empfehlt uns weiter, ihr könnt auf eigentlich-podcast.de sehen,
1:05:44–1:05:51
wo ihr langgelaufen sind Bilder von der Strecke finden und Mitch wird auch sicher ein paar,
1:05:52–1:05:57
Shownotes und Links und so weiter dazu packen also schaut auf eigentlich-podcast.de
1:05:57–1:06:01
und ansonsten hören wir uns in zwei Wochen macht's gut.
Micz Flor
1:06:01–1:06:02
Tschüss tschüss,
1:06:05–1:06:06
Das ist auch so ein magischer Moment.
Florian Clauß
1:06:06–1:06:11
Wenn wir klappen, das machen wir. Ja, machen wir. Aua, jetzt habe ich einen fliehen.
Micz Flor
1:06:12–1:06:12
Sehr gut!
Florian Clauß
1:06:13–1:06:14
Bist du zufrieden?
Micz Flor
1:06:15–1:06:18
Ich glaube, es ist auch gut, jetzt zwei Teile draus zu machen.
Florian Clauß
1:06:18–1:06:19
Ja, auf jeden Fall.

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