"affects are not stable structures that persist in the mind whether activated or not; they discharge the activation itself." -- Mark Solms (2017) „The unconscious“ in psychoanalysis and neuroscience.

Endlich mal eine Episode, die alles auf den Kopf stellt, "turned on its head"! In der zweiten Episode unserer kleinen Reihe über Neuropsychologie, Psychoanalyse und die Frage, welche Rolle Emotionen spielen, folgen wir dem südafrikanischen Neurpsychologen Mark Solms, der sich mit heutigem Fachwissen Sigmund Freuds Theorien von vor hundert Jahren angenommen hat. (Vgl. Folge 103, Freud: "Das Unbewußte" von 1915.) Aus Solms’ Artikel "The Unconscious" von 2017 lässt sich ein Zitat nehmen (im Original auch im Blogpost weiter unten), in dem Solms betont, wie gegenwärtige neurophysiologische Erkenntnisse alte Annahmen auf den Kopf stellen, "The classical conception is turned on its head": Bewusstsein wird nicht im Kortex erzeugt, sondern im Hirnstamm. Es ist nicht primär perzeptiv, sondern affektiv organisiert. Grundlegendes Bewusstsein besteht nicht aus Bildern, sondern aus Zuständen. Die relevanten Hirnstammstrukturen kartieren nicht die äußeren Sinne, sondern den inneren Körperzustand. Diese Kartierung erzeugt keine Wahrnehmungsobjekte, sondern das Subjekt der Wahrnehmung selbst, den Hintergrundzustand des bewussten Seins. Wahrnehmung setzt damit immer schon ein empfindungsfähiges Subjekt voraus. Diese Strukturen sind evolutionär sehr alt und lassen vermuten, dass alle Säugetiere und eventuell sogar Fische eine basale Form von Bewusstsein aufweisen. Das wird uns aber in der kommenden Folge der Mini-Serie, in der Zusammenarbeit von Mark Solms und Karl Friston, mehr interessieren. Insbesondere auch das Free Energy Principle, die Rolle von Emotionen und von Sterblichkeit für das Bewusstsein. Jetzt also auf den Kopf stellen, dann den Kopf verdrehen. Viel Spaß dabei.

Shownotes

Mitwirkende

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Micz Flor
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Florian Clauß

Transcript

Micz Flor
0:00:03–0:00:07
Wir brauchen die Emotionen, um zu priorisieren, was gerade wichtig ist,
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in einer bewussten Verarbeitung durch die kortikalen Strukturen.
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Und wenn wir es dann bearbeitet haben, muss es abgespeichert werden,
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weil es kostet einfach viel zu viel Energie.
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Und wenn es abgespeichert ist, aber nicht richtig abgespeichert ist,
0:00:22–0:00:24
dann kommt es halt immer wieder hoch.
Florian Clauß
0:00:31–0:00:34
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast.
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Der Podcast, bei dem wir im Laufen reden und Laufend reden.
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Und diesmal sind wir unterwegs in Orten von Berlin, wo wir noch nicht vorher lang gelaufen sind.
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Das heißt, hier werden wir garantiert nicht uns aus unseren vorherigen Folgen
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kreuzen. Wir sind nämlich Rehberge ausgestiegen.
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Rehberge in Wettigen laufen jetzt zum Volkspark Rehberge. und zurück Richtung U8.
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Mal gucken, was uns da noch unter die Füße kommt.
0:01:06–0:01:11
Mit mir ist mein Freund und, wie sagt man?
Micz Flor
0:01:12–0:01:12
Retter.
Florian Clauß
0:01:12–0:01:15
Retter. Mitstreiter. Mitstreiter.
Micz Flor
0:01:15–0:01:16
Mitstreiter, ja.
Florian Clauß
0:01:17–0:01:18
Mitch. Hallo Mitch.
Micz Flor
0:01:18–0:01:19
Hallo Flo.
Florian Clauß
0:01:20–0:01:24
Wir haben eigentlich Podcast Episode 106.
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Mitch, wir hatten die letzten beiden Episoden, habe ich ja bestritten mit dem
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Thema, was sich dann auch über zwei lang hingezogen hat, nämlich Buddhismus.
0:01:35–0:01:39
Und wir bleiben in dem Bewusstseinsstrom.
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Hast ja auch vor drei Folgen angekündigt, dass du heute über Solms eine Episode machen willst.
0:01:48–0:01:53
Und ich bin tatsächlich total unbeleckt und gespannt auf das Thema.
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Du hattest ja schon in deiner Folge 103 war das über das Unbewusste von Freud.
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Da hat es ja schon ein paar Appetizer eingestreut.
Micz Flor
0:02:07–0:02:14
Ja, in der 103, da hatte ich ja versucht, ganz kurz noch mal Freud als Nervenarzt
0:02:14–0:02:18
oder als jemanden vorzustellen, der nach 20 Jahren wissenschaftlicher Arbeit
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und Forschung sich entschieden hat,
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die Psychoanalyse zu begründen.
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Ohne da jetzt nochmal ins Detail reingehen zu wollen, ist mir jetzt einfach
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nur wichtig zu sagen, das war jetzt keine Erfindung, sondern das war von ihm ein Versuch,
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Worte zu finden, Begriffe zu finden und vor allen Dingen auch Prozesse zu beschreiben
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und damit irgendwie einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht zu werden.
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Nach 20 Jahren wirklich wissenschaftlicher Forschung, wie man sie einfach damit
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auch betrieben hat, mit Skalpell und Schneiden und so.
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Und hat viele Dinge benannt und vermutet, die man nicht wirklich beweisen konnte.
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Er wollte eben auch, dass die Biologie irgendwann die Worte dazu gibt.
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Das habe ich auch im Blogpost auf der 103 mit reingenommen, ein paar Zitate dazu.
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Und war sehr daran interessiert, wie das in der Zukunft wohl sein wird,
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dass man das, was er versucht zu beschreiben, besser beschreiben kann und wie
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viel davon, wie er sagte, umgepustet wird oder umgeweht wird.
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So, und jetzt kommt eben der Sprung zu Mark Solms und der Neuropsychoanalyse.
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Also Mark Solms ist 1961 geboren und ich werde ihn jetzt einerseits vielleicht
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biografisch manche mit ranziehen für seine Motivation, warum er das macht,
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was er macht, weil er schon sehr auch versucht,
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diese freudianischen Gedanken noch mal anhand von.
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Wissenschaftlicher, empirischer Forschung mit neuen, sichtgebenden Verfahren der letzten 30 Jahre.
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Zu korrigieren, Vorschläge zu machen oder eben auch zu belegen,
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dass er sich auch da abbilden lässt.
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Und ich werde aber eben auch über seine Biografie vielleicht ein bisschen sprechen,
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von dem, was ich aus seinen eigenen Worten weiß, aus Interviews,
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die er gegeben hat, was seine Motivation war, weil ich das finde,
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finde ich auch ganz interessant.
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Er hat Psychologie und Neuropsychologie studiert in Johannesburg und vielleicht
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erst mal zu seiner Biografie,
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weil er das in dem Buch The Hidden Spring, das ist eins der Quellen,
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ist auch verlinkt jetzt auf unserem Blogpost.
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Das zweite Buch, was jetzt ein bisschen aktuell ist, das heißt The Only Cure,
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will ich da auch verlinken. Da geht es explizit um evidenzbasierte Forschung
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für die Wirksamkeit von psychoanalytischen Verfahren.
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Und dann habe ich noch zwei, drei Artikel, die ich auch verlinke im Blogpost als Quelle.
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Und in The Hidden Spring, in dem Buch, fängt er auch an, mit seiner Motivation
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in dieses Feld hineinzugehen.
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Und zwar war er vier Jahre alt, als sein älterer Bruder einen Unfall hatte,
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von einem Haus gefallen ist.
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Und danach, wie er es beschreibt, für das kleine Kind, das er damals war,
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kam er aus dem Krankenhaus zurück. Und er sah halt immer noch aus wie sein Bruder,
0:05:09–0:05:10
aber er war ein ganz anderer Mensch.
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Also er war einfach, hatte Schädigungen im Gehirn, das weiß ich jetzt nicht genau was.
0:05:15–0:05:21
Was aber den Kleinen dazu geführt hat, dass er auf einmal seinen Bruder nicht
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wiedererkannte, aber es war immer noch sein Bruder.
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Es war wohl, wie er es beschreibt, so ein bisschen was Unheimliches.
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Was Vertrautes und gleichzeitig Fremdes.
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Und er beschreibt dann eben auch immer, dass er sehr bald schon irgendwie auch
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als Kind schon so eine gewisse Sterblichkeit, Depression, depressives Erleben
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hatte und irgendwie merkte, wenn man nur so kurz auf dieser Welt ist,
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dann muss man sich doch irgendwie damit befassen, was das psychische,
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also das subjektive Erleben, was dieses Erleben am Leben zu sein,
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ja was das ist, das war so sein Forschungsdrang.
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Und so kam er dann eben in die Neuropsychologie
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oder in diesen Bereich der neurophysiologischen Forschung rein.
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Und war dann aber erst mal sehr enttäuscht, weil er meinte,
0:06:05–0:06:10
dass halt eben nach Freud und dann nach dem Krieg und am Beginn des Behaviorismus,
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da sprach man halt nicht über das subjektive Erleben, über die Psyche,
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sondern man sprach eben immer nur über diese messbaren Dinge,
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diese Kartografien, aber auch eben Prozesse, die da entdeckt wurden im Kortex hauptsächlich.
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40 Prozent des Cortex beschäftigt sich mit dem visuellen System und er wollte
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aber nicht diese Werkzeuge oder diese kognitiven Fähigkeiten erforschen,
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sondern wirklich die Psyche erforschen.
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Zuerst hat er angefangen mit seiner Doktorarbeit, wo er sich mit Traum beschäftigt hat.
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Und das war so eine Schnittstelle, meint er. Das ist eine Schnittstelle zwischen diesen kognitiven,
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strukturellen und teilweise funktionalen Prozessen im Gehirn,
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die halt mit REM-Schlaf, gerade auch so seit den 50er Jahren auch bekannt waren
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und weiter erforscht wurden und gleichzeitig aber natürlich der Traum ist ja
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mit das Subjektivste, was man eigentlich erleben kann.
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Also der Stand der Traumforschung damals.
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Aus diesem Beobachten aus einer dritten Instanz heraus in das Hirn hinein war
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halt das REM-Schlaf, den kannte man seit 1953 und wurde mit EEG gemessen und
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das wurde halt untersucht.
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Und man wusste auch, dass REM-Schlaf und Träumen scheinbar zusammenhängt.
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Und es gab dann dieses Activation Synthesis Model von Alan Hobson,
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in dem das Träumen dann bewiesenermaßen, in Anführungszeichen,
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so eine Art Nebenprodukt von diesem REM-Schlaf ist.
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Und der RM-Schlaf wird im Stammhirn in einem Bereich ausgelöst,
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der jetzt überhaupt nichts irgendwie mit Gefühlen oder Emotionen zu tun hat.
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Und es wurde dann halt irgendwie gesagt, dass das freudsche Idee von Traum als
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Wunscherfüllung und das Unbewusstsein jetzt widerlegt, weil man weiß jetzt,
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RM ist halt was, was im Gehirn irgendwie angeschaltet wird und nebenher entstehen
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Träume und die sind eher Nebenprodukte.
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Ja, und in den 90er Jahren kenne ich das auch noch, dass halt irgendwie damals
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dann gesagt wurde, dass zum Beispiel der Körper muss halt manchmal wach werden,
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damit man gucken kann, ob jetzt die Kerntemperatur noch stimmt und zu gucken,
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dass man halt nicht erfriert oder sowas.
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Und um wach zu werden, muss man halt das Gehirn anschmeißen und so wie man halt
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im Auspuff im Auto kommt halt hinten Dampf raus, genauso kommen halt dann Träume raus.
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Und das sei so ein Nebenprodukt von dem Versuch, dass der Körper feststellen
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kann, ob er noch warm genug ist oder nicht zu heiß wird. Also das war dieser
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Blick auf Träume und Marc Solms hat dann.
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In einer sehr, sehr weiten Studie einfach viele Menschen auch getroffen,
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die träumten, aber keinen REM-Schlaf hatten, weil diese Stelle im Hirnstamm,
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in dem der REM-Schlaf gesteuert wird, die war kaputt.
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Und umgekehrt gab es aber auch Menschen, die...
Florian Clauß
0:09:05–0:09:07
Aber die konnte man schon lokalisieren dann.
Micz Flor
0:09:07–0:09:11
Ja, die hatte man lokalisiert. Und umgekehrt war es aber auch so,
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dass er Menschen hatte, wo RRM-Schlaf gegeben war, also die Phasen waren gegeben,
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aber es gab keine Träume.
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Und dann kam er halt so an den Punkt, wo er gemerkt hat, ach Moment,
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die Sachen sind zwar korreliert, aber es ist nicht so, dass sie sich gegenseitig bedingen.
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Es gibt keine Hierarchie, das heißt, da ist eine Korrelation da.
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Und er hat das, war halt seine Doktorarbeit, das nochmal rauszustellen und hat
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dann nochmal irgendwie geguckt, was ist denn das in eben sichtgebenden Verfahren,
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welcher Teil ist denn aktiv beim Träumen, was ist denn da los im Gehirn?
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Ja, und sonst merkt man halt Menschen, die Träume verloren haben oder die Fähigkeit
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zu Träumen verloren haben,
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die hatten eine Beschädigung eben in fast dem gleichen Teil,
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der früher auch für die Lobotomie eingesetzt wurde.
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Wo psychotische Menschen, die zu irre denken, die zu verrückte Sachen denken,
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die wurden insofern ihren Träumen braucht.
Florian Clauß
0:10:11–0:10:11
Ja, oder?
Micz Flor
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Genau, so neben dem Nase hat man da reingestellt. Ja, egal.
0:10:14–0:10:21
Aber auf jeden Fall, das System, das halt dahinter steht, ist das mesokortikalimbische Dopaminergesystem.
Florian Clauß
0:10:21–0:10:21
Oh ja.
Micz Flor
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Ja, das ist quasi so ein Bindebereich zwischen dem Cortex, also diesen ganz
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hohen Schädeldeckenahen Strukturen und dem Stammhirn oder den älteren Teilen des Hirns.
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Ja, dieser Bereich, wo Solms sagt, das ging dann irgendwie an wie so die Lichter
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auf so einem Rummelmarkt, wenn jemand träumt, das ist halt eine unfassbar große Energie.
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Diese energetische Glucoseverbrennung, die er dann irgendwie sehen konnte,
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in dem Bereich, den man allgemein hin als eben dieses Wunschzentrum,
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dieses Lustzentrum beschreiben kann.
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Und das ist sehr interessant. Also RRM-Schlaf und Träumen, das hängt gar nicht
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zusammen, das korreliert nur.
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Und wenn man träumt, wer träumen kann, der schmeißt volle Energie in diesen
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Bereich rein im Hirn. Wozu ist das denn gut? Was ist denn das?
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Was ist das für ein Bereich?
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Und dann kam wohl bei ihm so ein bisschen diese Sache, hat nicht der Freud darüber
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mal irgendwie, dass es darum geht, dass alle Träume irgendwie so was wie verkorkste
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Wunscherfüllungen sind?
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Und er war vorher noch von diesem Alan Hobson, der dieses Activation Synthesis
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Model für REM schlaf, von dem wurde er eingeladen, seine Doktorarbeit vorzustellen.
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Und im Anschluss daran hat Solmstel irgendwie gemeint, naja,
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vielleicht müsste man sich bei Freud erst mal entschuldigen,
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dass man dem irgendwie das um die Ohren gehauen hätte, so postum.
0:11:50–0:11:54
Und als er dann wieder zu Hause war, kam wohl eine E-Mail von eben dem Typ,
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der meinte, also wenn er jetzt wirklich seine Forschungsergebnisse pro Freud
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deuten würde, da müsste ihm leider seine Unterstützung entziehen.
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Das ist jetzt nicht, dass ich das, ich habe da keine Belege für,
0:12:05–0:12:06
außer dass er das im Gespräch mal gesagt hat.
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Und er meinte, er hat das ja gar nicht irgendwie pro Freud, aber das war so eine Brücke.
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Wo er sich dann geöffnet hat dafür zu sagen, okay, ich bin in der Neurophysiologie
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enttäuscht, weil ich möchte mit der Psyche auseinandersetzen,
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aber die Psyche kommt in der Psychologie hier nicht vor.
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Es geht immer nur darum, dass man von außen eben Prozesse erkennt und beschreibt.
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Aber das subjektive Erleben, was es überhaupt bedeutet,
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ein Gefühl dafür zu haben, jemand zu sein, das wird hier einfach nicht erforscht
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und hat sich dann mehrere Jahre in auch eine eigene Psychoanalyse begeben und
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hat dann 1999 eben diese Neuro-Psychoanalyse,
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dieses Magazin mitgegründet.
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Und das ist jetzt quasi der Punkt, an dem die beiden Sachen zusammenkommen.
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Also wir haben jetzt vor Freud vor über 100 Jahren, der nicht die Mittel hatte,
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da reinzugucken und seine kompletten Hypothesen,
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Wenn dann überhaupt nur über Umwege belegen oder widerlegen können.
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Und auf der anderen Seite dann auf einmal seit den 90er Jahren neue Mittel,
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wirklich ins Gehirn zu gucken, während was passiert, während gedacht wird,
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während geträumt wird, während was angeguckt wird.
0:13:30–0:13:35
Mit diesen Mitteln hat Marc Solmster angefangen, systematisch die Dinge nochmal abzuklopfen.
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Und das ist das, was wir uns heute ein bisschen auch anschauen wollen.
Florian Clauß
0:13:40–0:13:43
Ja, okay, also das heißt, jetzt sind wir an dem Punkt,
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wo wir aus einer Annahme von vor 100 Jahren jetzt eine Wissenschaft,
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die erstmal diese Kurve gemacht hat, und wenn es bei Solms immer die gleiche
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Frage gestellt wird, aber mit einem anderen Wissenschaftshintergrund.
Micz Flor
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Und diese Faszination mit Freud und die Einstellung von Solms zufreut.
0:14:04–0:14:11
Marc Solms hat 2006, erschienen ist auch in der Zeitschrift Psyche, etwas zum 150.
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Geburtstag von Freud veröffentlicht.
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Und das Ganze habe ich jetzt aus einem anderen Reader nochmal,
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der verlinkt ist im Blogpost.
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Und das Zitat geht so.
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Die angemessene Form, Freuds 150. Geburtstag zu feiern, ist nicht etwa ein Rückblick,
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sondern der Blick voraus.
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Deshalb möchte ich in diesem Beitrag den aktuellen wissenschaftlichen Rang von
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Freuds Verständnis der Psyche resümieren.
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Dabei geht es mir weder darum, Freuds Loblied zu singen, noch soll ein Schlussstrich
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unter sein Werk gezogen werden.
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Vielmehr möchte ich eine Bestandsaufnahme seines wissenschaftlichen Erbes vornehmen,
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um einen realistischen Weg in die Zukunft aufzuzeigen.
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Auf schönere Weise können wir einem echten Wissenschaftler unsere Hochachtung
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meiner Ansicht nach nicht bezeigen.
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Also das ist das Zitat. Man merkt halt eben, was ich meinte.
0:15:04–0:15:10
Er ist schon dafür, Freud ernst zu nehmen, sich das ernsthaft anzugucken.
Florian Clauß
0:15:12–0:15:14
Ja, okay, ist gekauft.
Micz Flor
0:15:14–0:15:17
In dem Artikel, aus dem ich dieses Zitat auch entnommen habe,
0:15:19–0:15:20
den finde ich dann in der Summe aber nicht so spannend.
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Und ich habe mich auch dagegen entschieden, weil der dann wirklich versucht,
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in so kleinen Unterkapiteln wirklich freudsches Konzept A, B,
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C, D, E, F so irgendwie abzuklopfen und zu sagen, wie könnte man das mit der
0:15:32–0:15:39
heutigen Forschung leinen und muss man es, fühlt es sich bestätigt oder muss man es widerlegen?
0:15:39–0:15:42
Also es ist irgendwie sehr kleinteilig und ich habe stattdessen mir vorgenommen,
0:15:42–0:15:47
dass ich jetzt eher versuche, noch mal so ein paar Dinge in der Art,
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wie soll es, die sich zusammenfasst, darzustellen.
Florian Clauß
0:15:53–0:15:53
Ja.
Micz Flor
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Und da ist das Thema Bewusstsein und das Unbewusste...
0:16:00–0:16:05
Ein Teil davon und gleichzeitig auch ein Teil, der in die nächste Folge dann geht.
0:16:05–0:16:07
Und da muss ich echt schauen, wie ich das irgendwie gut trennen kann,
0:16:07–0:16:10
weil das muss ich ein bisschen auseinanderhalten.
0:16:10–0:16:17
Ich muss auch dazu sagen, dass ich gerade zum neuen Buch auch eine Besprechung, also The Only Cure,
0:16:18–0:16:21
habe ich eine Besprechung gelesen, wo im Guardian, glaube ich,
0:16:22–0:16:29
wo der Autor geschrieben hat, Ja, aber hat denn der Solms überhaupt die ganzen Artikel gelesen?
0:16:29–0:16:33
Weil ich habe sie jetzt mal gelesen und ganz so klar ist es ja wohl auch nicht.
0:16:33–0:16:38
Also da ist, ja, das letzte Wort ist nicht gesprochen.
0:16:38–0:16:44
Solms selbst meinte auch, dass die Idee von Sigmund Freud die Leute halt wirklich polarisiert.
0:16:44–0:16:49
Es gibt einerseits die, die halt wirklich gottgleich an Freud glauben.
0:16:49–0:16:52
Freud hat alles entdeckt und was Freud hat, ist irgendwie gesetzt.
0:16:52–0:16:53
Und da braucht man nichts mehr dazu machen.
0:16:54–0:16:57
Wir haben ja auch in der anderen Folge dann noch mal über Freud gesprochen, als jemand,
0:16:57–0:17:02
der auch seine eigene Theorie dann, obwohl er das immer wissenschaftlich auch
0:17:02–0:17:06
falsifizierbar machen wollte und auch den Austausch darüber gesucht hat,
0:17:06–0:17:10
dann doch eben diese geheime Gruppe gegründet hat,
0:17:10–0:17:15
um Freuds Arbeit so zu erhalten, wie sie bleibt, nachdem Alfred Adler da irgendwie
0:17:15–0:17:20
abgesprungen ist und mit seinem Konzept der Organminderwertigkeit dann irgendwie
0:17:20–0:17:23
eine neue Schule begründet hat. Das fand er irgendwie ganz fürchtlich.
Florian Clauß
0:17:23–0:17:24
Ja, wir haben darüber berichtet.
Micz Flor
0:17:24–0:17:25
Wir haben es ja.
Florian Clauß
0:17:25–0:17:27
You heard it here first.
Micz Flor
0:17:28–0:17:32
Und die andere Seite ist halt die, die Solms auch beschreibt,
0:17:32–0:17:38
dass halt die Psychoanalyse als Old Head, also als alter Hut gesehen wird.
0:17:38–0:17:41
Und das ist alles widerlegt, da ist nichts mehr zu holen.
0:17:41–0:17:45
Und er meint halt, beides ist falsch. Und auch inzwischen gibt es seit über
0:17:45–0:17:52
30 Jahren Evidenzforschung, was die Wirksamkeit von psychoanalytischer Psychotherapie belegt.
0:17:52–0:17:58
Ja und auch wohl sehr positiv belegt auch dazu gibt es dann in eine ganze reihe
0:17:58–0:18:00
von verweisen er eben in dem buch,
0:18:01–0:18:01
The only cure.
Florian Clauß
0:18:02–0:18:07
Ich bin mal im Vorschlag, weil wir sind jetzt hier auch am Laufen und reden,
0:18:07–0:18:11
aber vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, wenn wir uns hier auf diese
0:18:11–0:18:13
schöne Wiese setzen und weitersprechen,
0:18:13–0:18:18
so wie wir es zuletzt bei meiner Folge gemacht haben. Oder möchtest du lieber im Laufen?
0:18:18–0:18:21
Nein, ich möchte lieber im Laufen reden. Okay, du bist der Klassiker.
Micz Flor
0:18:21–0:18:22
I'm the Klassiker.
Florian Clauß
0:18:22–0:18:27
Du bist der Newton unter den Einstein. Genau. Quanten, what the fuck?
0:18:27–0:18:29
Ich will die Rakete hochkriegen.
Micz Flor
0:18:31–0:18:37
Ich habe also jetzt mir eine Sache rausgenommen von Solms und das ist ein Artikel
0:18:37–0:18:41
aus dem Buch The Unconscious, das ist auch ein Reader zu einer Konferenz.
0:18:41–0:18:46
Anhand dessen möchte ich so ein bisschen versuchen, die Art darzustellen,
0:18:46–0:18:50
wie er mit der Psychoanalyse und Freud'schen Gedanken und Konzepten umgeht.
0:18:51–0:18:56
Wer will, kann sich dann zum Beispiel eben diesen anderen Artikel von der Psyche
0:18:56–0:19:02
2006 nochmal holen und dann diese Minikapitel durchlesen, wo er das irgendwie
0:19:02–0:19:03
an unterschiedlichsten konzentriert hat.
Florian Clauß
0:19:03–0:19:09
Ich kann mich noch kurz fragen, dieses Buch, was besprochen wurde, Cure, wie heißt es Cure?
Micz Flor
0:19:09–0:19:10
The Only Cure.
Florian Clauß
0:19:10–0:19:15
The Only Cure. Ist das ein Musikbuch?
0:19:18–0:19:19
Wann ist das erschienen?
Micz Flor
0:19:20–0:19:21
Freude, don't cry.
0:19:24–0:19:26
Die Onycure, das ist jetzt gerade erst erschienen. Ich weiß es,
0:19:26–0:19:29
ja, weiß nicht genau, aber ich würde sagen 23, vielleicht 24.
Florian Clauß
0:19:30–0:19:30
Okay, das können Sie mal.
Micz Flor
0:19:30–0:19:31
Vielleicht sogar 25.
Florian Clauß
0:19:32–0:19:35
Aber neulich, als wir in der Solmstraße waren, das war nicht die Solmstraße,
0:19:35–0:19:36
die in der Solms benannt wird.
Micz Flor
0:19:37–0:19:37
Nein.
Florian Clauß
0:19:37–0:19:44
Na gut, das war ich. Aber es war die Solmstrasse. Ah ja, jetzt verstehe ich deinen Witz.
Micz Flor
0:19:44–0:19:48
Ein lustiger Zufall. Und jetzt darfst du dir aussuchen, was wir zuerst machen.
Florian Clauß
0:19:48–0:19:49
Eine Consciousness.
Micz Flor
0:19:50–0:19:50
Zuerst Consciousness?
Florian Clauß
0:19:50–0:19:51
Ja klar.
Micz Flor
0:19:51–0:19:53
Okay und dann die Psycho-Nachrichtung.
Florian Clauß
0:19:53–0:19:55
Und dann die Brücke zur Psycho-Nachrichtung.
Micz Flor
0:20:00–0:20:03
Consciousness. Wie entsteht Bewusstsein bzw.
0:20:04–0:20:08
Der Begriff des Unbewussten bei Freud als erstes jetzt mit Marc Solms und dann
0:20:08–0:20:14
gehen wir ganz tief rein in der nächsten Folge mit Carl Fristen und Solms und
0:20:14–0:20:16
The Free Energy Principle und so weiter.
0:20:17–0:20:21
Aber jetzt, wenn wir erstmal von vorne drauf gucken, ich hatte ja schon in der
0:20:21–0:20:25
103 ganz kurz angesprochen, des Solms, obwohl er des Deutschen mächtig ist und
0:20:25–0:20:29
auch Texte von Freud neu übersetzt hat und Texte redigiert hat,
0:20:30–0:20:37
erlaubt er sich, finde ich, so die Frechheit, dass er Unconsciousness manchmal
0:20:37–0:20:41
gleichsetzt im Deutschen nicht nur mit dem Unbewussten, sondern auch mit der Bewusstlosigkeit.
Florian Clauß
0:20:41–0:20:43
Ja, das heißt, ich chauffiere drüber.
Micz Flor
0:20:45–0:20:49
Dem bist du ja ein bisschen auf die Spur gekommen. Du hast ja die Frage gestellt,
0:20:49–0:20:51
sonst hätte ich es ja unter den Teppich gekehrt eventuell.
0:20:53–0:20:58
Und das ist aber gleichzeitig, wir nehmen es jetzt einfach mal so hin,
0:20:58–0:21:00
weil die Argumentation ist jetzt nicht falsch.
0:21:01–0:21:04
Also Solms sagt halt, wer heute Bewusstseinsforschung macht,
0:21:04–0:21:08
der fängt gleich irgendwie bei den kompliziertesten, komplexesten an.
0:21:08–0:21:10
Warum guckt man nicht erstmal die Basics?
0:21:10–0:21:13
Warum guckt man nicht erstmal, was könnte denn bewusst sein auf einer ganz basalen?
0:21:13–0:21:15
Was braucht es denn für Bewusstsein?
0:21:16–0:21:22
Und nimmt dann eben die Grasgow Comascale als Vorlage, um zu gucken,
0:21:22–0:21:24
was gibt es da für Staffelungen.
0:21:24–0:21:31
Und diese Urschalter von komatös zu bewusst, das ist halt ein Bereich,
0:21:31–0:21:35
auch wieder ganz in der Nähe von dem RRM-Schlaf, also auch im Hirnstamm.
0:21:37–0:21:44
Periaqueductale Grau. Das ist auch im Hirnstamm drin, subkortikale Struktur.
0:21:45–0:21:50
Und in dieser Struktur geht es primär auch um Emotionen.
0:21:50–0:21:54
Man ist da auch manchmal zufällig darauf geschossen. Ein Beispiel war,
0:21:54–0:22:00
dass bei bestimmten Parkinson-Erkrankungen kann man auch über Elektroden,
0:22:00–0:22:08
die tief eben auch ins Stamm hin eingeführt werden, kann man die Symptome sehr gut reduzieren.
0:22:09–0:22:13
Und das geht nicht bei allen, aber bei manchen. Und da wurde dann auch berichtet,
0:22:13–0:22:17
dass eine Frau, steht in dem Hidden Spring auch drin,
0:22:17–0:22:22
bei einer Frau wurde dann diese Elektrode etwas falsch gesetzt und eben genau
0:22:22–0:22:24
in dieses PAG in diesem Bereich.
0:22:24–0:22:29
Und die hatte von jetzt auf gleich suizidale, depressive Stimmung.
0:22:30–0:22:35
Die war fertig. Und dann hat man das wieder ausgemacht.
0:22:35–0:22:40
Und es hat dann wohl über eine Stunde gedauert, wenn ich mich recht erinnere.
0:22:40–0:22:43
Es war eine Zeit, also wirklich länger, bis sich das System wieder reguliert
0:22:43–0:22:44
hat. Dann war sie wieder normal.
0:22:47–0:22:54
Und man hat einfach gemerkt, dass da unten ganz, ganz Ruhe, wie Solm sagt, Emotionen stehen.
0:22:54–0:23:03
Und diese Emotionalität ist sehr eng verbunden mit dem retikularen Aktivierungssystem,
0:23:04–0:23:12
von dem man schon länger sagt, das sei notwendig, dessen Aktivität macht sozusagen die Lichter an.
0:23:12–0:23:17
Wir können ohne dieses retikulare Aktivierungssystem, wenn der Schalter nicht
0:23:17–0:23:23
auf an ist, dann gibt es kein höheres Bewusstsein.
0:23:23–0:23:24
Das ist notwendig.
0:23:27–0:23:32
Die Theorie dazu besagte immer, Bewusstsein passiert natürlich,
0:23:32–0:23:35
das war schon zu Freuds Zeiten so und das hat sich einfach gehalten,
0:23:36–0:23:37
passiert natürlich im Kortex.
0:23:37–0:23:40
Weil der Mensch hat den Kortex, die Tiere haben den Kortex nicht,
0:23:40–0:23:44
wir sind bewusst, Tiere sind nicht bewusst, das heißt, das muss da oben passieren.
0:23:44–0:23:48
Und Freud argumentiert auch in einem Zitat, was ich auch in der 103 schon drin
0:23:48–0:23:54
habe, argumentiert auch, sagt glaube ich wörtlich sogar, dem können wir uns anschließen.
0:23:54–0:23:58
Wir müssen davon ausgehen, oder dem können wir uns anschließen,
0:23:58–0:24:00
dass Bewusstsein entsteht an dem Moment,
0:24:00–0:24:06
wo in Freud's Hypothese eben diese triebhaften, affektiven Strömungen nach oben
0:24:06–0:24:11
kommen und dann die Wahrnehmungsbereiche berühren, wie mit so Schnecken,
0:24:12–0:24:13
Räuchchen, Fühlern.
0:24:14–0:24:19
Und in dem Moment dann eben über das Ich ein Realitätsabgleich passieren muss
0:24:19–0:24:23
und an diesem Realitätsabgleich mit der Außenwelt über das Cortical-System,
0:24:23–0:24:26
da wo das von unten kommt, da passiert dann das Bewusstsein.
0:24:28–0:24:33
Das ist so, und das meint halt Freud, das davon wahr auszugehen und das kann er nur bestätigen.
0:24:34–0:24:38
Und das ist ein Punkt, bei dem Solms jetzt wirklich nochmal nachhakt und sagt,
0:24:39–0:24:42
das Einzige, was wirklich funktionieren muss, damit überhaupt irgendwo die Lichter
0:24:42–0:24:48
angehen können, ist dieses PAG, dieser Bereich, und der hat primär mit Emotionen zu tun.
0:24:48–0:24:52
Das ist eine emotionale Stelle im Gehirn.
0:24:53–0:24:58
Es gibt da nicht nur an aus, sondern wenn an, dann hat dieses an immer auch eine Qualität.
0:24:58–0:25:06
Dann geht es ein an wegen Hunger, ein an wegen Müdigkeit, ein an wegen Kälte,
0:25:06–0:25:09
ein an wegen Sexlust. Ein Anwägen.
Florian Clauß
0:25:10–0:25:13
Immer eine Qualität im Sinne von Emotionen.
Micz Flor
0:25:13–0:25:16
Genau, es hat immer eine Qualität. Und es gibt vor allen Dingen,
0:25:16–0:25:20
und das ist der wichtige Teil, es gibt vor allen Dingen eben dort auch...
0:25:23–0:25:27
Konflikthafte Ruheemotion. Es kann jetzt sein, dass sich organisch deine Blase
0:25:27–0:25:32
meldet, aber die meldet sich irgendwie erst, nachdem du deinen Vortrag fertig hast.
0:25:32–0:25:36
Oder nachdem du dein Git-Commit gemacht hast. Und dann denkst du,
0:25:36–0:25:38
nee, nee, Leute, jetzt muss ich aufs Klo. Jetzt geht es nicht mehr.
Florian Clauß
0:25:38–0:25:39
Wie kommst du auf das Ball?
Micz Flor
0:25:40–0:25:42
Ja, irgendwas Alltägliches.
Florian Clauß
0:25:43–0:25:45
Ja, gut, du kannst es halt irgendwie so, ich verstehe schon,
0:25:46–0:25:50
es gibt dann andere Bedürfnisse, die auf einmal irgendwie priorisiert sind,
0:25:50–0:25:55
aber die führen zu einer gewissen Unterdrückung und dann kommt das wieder hoch,
0:25:55–0:25:57
sobald eben der andere Impuls weg ist.
Micz Flor
0:25:58–0:26:00
Und jetzt ist es so, dass wir jetzt dann doch eben in diese Bewusstseinsache
0:26:00–0:26:02
erstmal tiefer reingehen, hast du ja auch so gewischt.
0:26:02–0:26:04
Und jetzt gehen wir noch mal einen Schritt zurück, jetzt gehen wir zurück in
0:26:04–0:26:10
diese Amöbe oder so ganz kleine Zellen. Da kennst du dich, glaube ich, auch besser aus als ich.
Florian Clauß
0:26:10–0:26:11
Einzeller oder Mehrzeller.
Micz Flor
0:26:11–0:26:14
Auch ganz kleine Strukturen. Ganz kleine Strukturen.
0:26:15–0:26:18
Und es gibt ja diesen Begriff, also unterschiedliche Begriffe zu Bewusstsein
0:26:18–0:26:21
und so ein ganz basales Thema ist ja Selfhood.
0:26:22–0:26:25
Also was ist das Self? Etwas, was abgegrenzt ist von der Umwelt.
0:26:26–0:26:31
Und da ist es ja auch so, dass diese Kleinstorganismen, die reagieren natürlich
0:26:31–0:26:35
auch auf Wärme, auf zu viel Salz in der Lösung.
0:26:35–0:26:41
Die reagieren ja auch auf Umweltsituationen und mit bestimmten Dingen davon
0:26:41–0:26:42
können die auch gut umgehen.
0:26:43–0:26:46
Wenn sie die wahrnehmen können und sie können sie wahrscheinlich nicht wahrnehmen,
0:26:46–0:26:50
was sie wichtig für sie sind, für die Lebenserhaltung, dann reagieren die darauf,
0:26:50–0:26:52
bewegen sich zum Beispiel weg.
0:26:52–0:26:58
Oder hin. Oder hin, ja genau, weil es irgendwie Nutrition ist oder so.
0:26:58–0:27:05
Das heißt, da gibt es ein ganz basales Konzept von Selfhood, das bedeutet, ich bin,
0:27:06–0:27:12
Also ich, Self, ich bin ummantelt, ich bin abgegrenzt von der Umwelt,
0:27:12–0:27:15
ich bin nicht Teil von einem großen Chaos und schwimme da so rum,
0:27:15–0:27:22
sondern ich habe eine Grenze und um mich weiterhin am Leben zu erhalten,
0:27:22–0:27:25
darum geht es, Leben, das wird uns auch in der nächsten Folge noch mal interessieren.
0:27:26–0:27:29
Da vorne haben wir ein lautes Motorrad, aber da müssen wir jetzt durch.
0:27:30–0:27:31
Das sind Triebe, die wir hören.
Florian Clauß
0:27:33–0:27:35
Petro-Maskulinität wird hier exerziert.
Micz Flor
0:27:35–0:27:42
Ja, genau, Petrol. Und was aber wichtig ist, im Anschluss an das,
0:27:42–0:27:49
was ich vorhin meinte mit dem PHG, ist, diese Dinge sind, die Amöbe hat keine Wahl.
0:27:49–0:27:54
Die Sachen sind fast schon wie vorprogrammiert. Das sind Reaktionen,
0:27:54–0:27:56
die auf etwas passieren.
0:27:56–0:27:59
Da geht es nicht darum, dass die Amöbe sagt, boah, hey Leute,
0:27:59–0:28:01
jetzt lasst mich mal in Ruhe, ich muss erst mal pissen gehen.
0:28:02–0:28:06
Sondern die Amöbe reagiert. Und wenn die überfordert ist, dann geht sie auch
0:28:06–0:28:09
kaputt. Also irgendwann platzt das Ganze.
Florian Clauß
0:28:09–0:28:11
Ja, im Prinzip ist es ja mehr oder weniger...
0:28:12–0:28:20
Also wenn wir jetzt wieder Leben als einen Gegenvektor gegen Entropie sehen,
0:28:20–0:28:25
ja, und dadurch, dass die Amöbe dann eine gewisse Organisation,
0:28:26–0:28:28
eine Fortbewegung hat, ja,
0:28:28–0:28:33
kann die ja bestimmte Sachen dann eben gegen die Entropie schaffen, ja.
0:28:33–0:28:37
Das heißt, es ist ja eigentlich eine statistische mehr oder weniger Bewegungskraft.
0:28:38–0:28:41
Du hast da eine Sättigung und hier eine Sättigung und dann gibt es halt einen
0:28:41–0:28:42
Pfad, aber der ist sehr eng.
0:28:43–0:28:46
Also dieser Horizont, wie dann eine Amöbe reagieren kann.
0:28:47–0:28:54
Aber Leben würde ich auch immer so, ich finde immer diese Idee von Leben ist quasi Entropie,
0:28:55–0:29:02
was dann mehr oder weniger eine Gleichverteilung von Stoffen ist irgendwann.
0:29:04–0:29:10
Hast du ja in so einem lebenden System immer irgendwo eine Anhäufung von Ordnung.
0:29:11–0:29:17
Ein lebendes System kann Ordnung schaffen. Und das ist ja auch in der Möbel so.
Micz Flor
0:29:17–0:29:22
Und genau das wird uns dann auch eben in dieser nächsten Folge interessieren.
0:29:22–0:29:24
Da schicke ich dir noch mal das Paper, dann kannst du es doch lesen.
Florian Clauß
0:29:24–0:29:25
Ja, gerne.
Micz Flor
0:29:27–0:29:32
Weil worum es jetzt ganz basal erstmal geht, wenn wir uns das erstmal so aus
0:29:32–0:29:35
der Distanz anschauen, geht es natürlich um so eine Form der Homööstase,
0:29:36–0:29:37
also das heißt so ein Gleichgewicht herstellen.
0:29:38–0:29:42
Wenn die Umgebung übersäuert ist oder zu heiß ist, muss ich mich wegbewegen
0:29:42–0:29:44
und idealerweise fühle ich sogar, wo ich hin muss.
0:29:44–0:29:47
Kann ja sein, dass ich das gar nicht fühle, sondern ich fühle nur weg und dann
0:29:47–0:29:48
einfach weg, weg, weg, weg.
0:29:48–0:29:52
Und wenn ich aber auch noch von vorne fühle, ah dahin, dann kann ich mich aus
0:29:52–0:29:58
solchen bedrohlichen, lebensbedrohlichen, buchstäblich lebensbedrohlichen Bereichen
0:29:58–0:30:02
entfernen und kann diese Homööstase wiederherstellen.
0:30:02–0:30:07
Diese Homööstase, das ist das, was die Amöbe auch schon kann.
0:30:07–0:30:09
Aber was sie nicht kann, ist abwägen.
0:30:10–0:30:13
Und das Argument von Solms und diese Entwicklung ist halt, ja,
0:30:13–0:30:18
wir haben eine Entwicklung in der Biologie bis hin zu uns.
0:30:19–0:30:23
Wir sind dann schon irgendwie mit das komplexeste System. Es gibt aber auch
0:30:23–0:30:25
andere komplexe Systeme.
0:30:25–0:30:32
Und was bei uns auf alle Fälle notwendig ist, dass wir diese Homööstase nicht
0:30:32–0:30:38
einfach als in Anführungszeichen instinkthafte Reaktion auf die Umwelt machen können,
0:30:39–0:30:42
sondern wir müssen diese unterschiedlichen Anforderungen dieses komplexen Systems
0:30:42–0:30:44
immer wieder miteinander abwägen.
0:30:45–0:30:49
Und das ist der springende Punkt, passiert über Emotionen.
0:30:50–0:30:57
Die Emotion ist nämlich in ihrer Intensität, aber vor allen Dingen auch in ihrer
0:30:57–0:31:02
möglichen Befriedigung, nicht einfach nur eine Zahl.
0:31:02–0:31:06
Die sagt nicht, ich bin 50 Prozent, mach nur mal 50 Prozent mehr,
0:31:06–0:31:10
dann bin ich wieder 100 Prozent. Sondern das, was da reguliert werden muss,
0:31:10–0:31:16
sind halt Anforderungen, die unterschiedliche Zielpunkte haben.
Florian Clauß
0:31:16–0:31:27
Ja, verstehe. Emotion hat eigentlich eine ganz tiefe biologische Motivation.
0:31:28–0:31:29
Biologisch im Sinne von Lebenserhalten. erhalten.
Micz Flor
0:31:30–0:31:37
Ja. Und jetzt nehmen wir mal ein paar Dinge, die Solms Überemotionen sagt.
0:31:37–0:31:38
Und da gibt es noch einige andere.
0:31:39–0:31:43
Jörg Pankzip ist einer, der auch viel von Solms zitiert wird,
0:31:43–0:31:47
dem er auch das Buch The Hidden Spring gewidmet hat, inzwischen verstorben.
0:31:48–0:31:55
Der hat in den 90er Jahren das Buch Affective, also Affektive Neuroscience,
0:31:55–0:31:57
glaube ich, Neurowissenschaft, geschrieben.
0:31:58–0:32:05
Und hat sich auch immer mit diesem emotionalen Teil der Neurowissenschaft beschäftigt.
0:32:05–0:32:08
Und das ist eben das, was subjektiv wird.
0:32:09–0:32:12
Da wird es eben subjektiv und jetzt müssen wir ein paar Sprünge machen, glaube ich.
0:32:12–0:32:15
Ich weiß nicht, ob ich das gut zusammenfassen kann, so kohärent.
0:32:15–0:32:19
Aber bleibt mal dabei, versuch es mal so aufzunehmen. Ich werde jetzt ein paar
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Sachen parallel machen.
Florian Clauß
0:32:20–0:32:22
Springen, du kleiner Reiter.
Micz Flor
0:32:22–0:32:28
Springen, genau, hin und her. Das eine ist jetzt, dass wir erst mal drauf gucken,
0:32:30–0:32:34
Dieses kortikale Bewusstsein, von dem oft gesprochen wird, das ist,
0:32:35–0:32:37
sagt Solms, größtenteils unbewusst.
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Freud hat noch, habe ich in der letzten Folge gesagt, hat noch gesagt,
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ja, dass es das Unbewusste geben sollte, das wird uns oft abgesprochen oder so.
0:32:45–0:32:51
Und heute ist es einfach, also je nachdem, wo du liest, bis zu dem Punkt,
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dass nur 5% der kortikalen Aktivitäten bewusst sind. Alles andere ist unbewusst.
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Und das ist nochmal eine wichtige Sache für Solms, der halt sagt,
0:32:59–0:33:00
wir müssen da das umdrehen.
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Kortikale Prozesse sind größtenteils unbewusst.
0:33:06–0:33:10
Und, und dann kommen wir wieder auf dieses ganz, dieses biologische Thema.
0:33:10–0:33:15
Es ist ja auch gut wenn sie unbewusst sind weil dann braucht man eben nicht
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so viel glukose verbrennen um das herzustellen sondern die werden in gewisser
0:33:18–0:33:23
weise automatisiert so als ob man sich selber quasi bestimmte so.
Florian Clauß
0:33:23–0:33:24
Ein agent system.
Micz Flor
0:33:24–0:33:25
Das orchestriert.
Florian Clauß
0:33:25–0:33:29
Wird und dann geht jeder los und hat eine kleine die diagnostische aufgabe zu
0:33:29–0:33:32
lösen und kommt damit ein arbeitspaket zurück und sagt ja,
0:33:33–0:33:33
weiter.
Micz Flor
0:33:34–0:33:38
Aber Agent-System sagt mir nichts, aber das musst du ja kurz erklären.
Florian Clauß
0:33:38–0:33:42
Ja, das ist in der generativen KI ist gerade ganz groß, dass alles irgendwie
0:33:42–0:33:43
über Agents abgebildet wird.
0:33:43–0:33:48
Dass du nicht mehr so ein Haupt Thread hast, sondern dass du ganz viele kleine
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Threads loslässt, wie so eine Swarm.
0:33:50–0:33:55
Und je kleiner die Aufgabe ist, je genauer die spezifiziert ist,
0:33:55–0:34:00
desto besser kann die quasi durch so eine generative KI abgearbeitet werden.
Micz Flor
0:34:00–0:34:03
Ja, und genau das müssen wir alles noch in die nächste Folge nehmen.
0:34:03–0:34:04
Ich freue mich da auch drauf.
0:34:04–0:34:08
Wir gehen jetzt irgendwie so durch etwas durch, um dann da wieder uns zu erlauben
0:34:08–0:34:12
oder wo auch dann Karl Fristen und Marc Sollens, wo die sich auch erlauben,
0:34:12–0:34:15
im Prinzip das Gleiche zu machen, was Sigmund Freud damals gemacht hat.
0:34:15–0:34:21
In Ermangelung an wirklichen Hard Facts Modelle zu bauen, die plausibel sind
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und die jetzt inzwischen auch durch computergestützte Prozesse irgendwie dargestellt
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werden können, abgeglichen werden können mit realen Beobachtungen.
0:34:28–0:34:31
Aber es bleibt eben dann, im Prinzip ist es ja genau wieder diese Frontier,
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in der man noch nicht zupacken kann.
0:34:34–0:34:38
Man hat die Gravitationswellen schon vorhergesehen, aber nicht gemessen.
0:34:38–0:34:41
Und so, da sind wir ja gerade mit diesem Bewusstsein. Und das finde ich halt
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eben auch wieder spannend, um auf das zurückzugreifen, weil Solms versucht,
0:34:45–0:34:49
bei Freud einfach mit heutigen Mitteln Dinge zu belegen oder zu korrigieren.
0:34:50–0:34:53
Und natürlich ist aber die Frontier wieder etwas, was nicht messbar ist,
0:34:53–0:34:56
sondern was auch spekulativ bleibt.
Florian Clauß
0:34:56–0:34:57
Ja, ja, okay.
Micz Flor
0:34:58–0:35:01
So, aber wie gesagt, wir springen jetzt im Endeffekt her und jetzt habe ich
0:35:01–0:35:07
das gesagt, der Cortical Fallacy nennt es Solms.
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Wir haben uns zu lange damit beschäftigt, dass das Bewusstsein das sei,
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was da im corticalen Bereich passiert.
0:35:16–0:35:21
Und wenn wir jetzt an die Entstehung des Bewusstseins in diesem PAG-System im
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Stammhirn gucken, Wenn die Emotion hochschießt,
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dann ist diese Emotion und dann passiert das Bewusstsein, ist,
0:35:33–0:35:37
Also heute würde er vielleicht sagen, mit Blick auf die nächste Folge,
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es ist ein Vorhersagefehler, Prediction Error.
0:35:40–0:35:43
Das heißt, in dem Moment, wenn ich sage, fuck, was war das? Da ist ein Elefant
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auf der Straße. Dann bist du wieder wach, die ganze Zeit bist du unbewusst gefahren.
0:35:47–0:35:51
Und auf einmal steht da so ein rosa Elefant und du musst dann, äh, musst dann.
0:35:51–0:35:57
Das heißt, das Bewusstsein wird angeschmissen von dieser Stammhirnemotion, die so hoch schießt.
Florian Clauß
0:35:58–0:36:01
Ja, sobald irgendwie so eine Patternverschiebung da ist.
Micz Flor
0:36:01–0:36:04
Ja, Prediction Error ist. Also in dem Moment, wenn du kein Agent,
0:36:04–0:36:07
wie du gesagt hast vorhin, hast, der das schon alles für dich durchgerechnet
0:36:07–0:36:11
hat und dann fast schon wie ein Stückchen Hardware das einfach so abarbeiten kann jedes Mal.
0:36:12–0:36:17
Es wird in diesem Moment, wird dir, wie man so schön sagt, heiß und kalt.
0:36:18–0:36:22
Das heißt ja, der Körper reagiert. Es ist ein unfassbarer Energieverbrauch,
0:36:22–0:36:24
so ein rosa Elefant auf der Autobahn.
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Also was man da irgendwie machen muss. Oh wow, der Eiffelturm.
0:36:29–0:36:32
Entschuldigung, das wäre jetzt ein bisschen tue. Jetzt müssen wir kurz rausspringen.
0:36:32–0:36:34
Wir stehen hier neben einem... Was ist das denn?
Florian Clauß
0:36:35–0:36:41
Ja, das ist hier so... Warte mal, ich kann das hier... Ich wurde ausgesetzt. Achso, die Haustiere.
0:36:42–0:36:47
Das ist aber hier so eine kleine Installation, die aussieht wie ein Eiffelturm.
0:36:48–0:36:50
Und daneben ist eine Telefonzelle.
Micz Flor
0:36:50–0:36:54
Und natürlich wird da aber auch Beton gespielt.
0:36:57–0:36:58
Gehen wir hier rein?
Florian Clauß
0:36:58–0:36:59
Ja, wir gehen hier rein.
Micz Flor
0:36:59–0:37:03
Also wieder rein parken. So, jetzt hast du mir gerade den Enthusiasmus rausgenommen.
Florian Clauß
0:37:04–0:37:04
Nein, das tut mir leid.
Micz Flor
0:37:05–0:37:07
Macht nichts, weil der Eiffelturm ist ja auch toll. Aber es ist genau diese
0:37:07–0:37:09
conflicting Sachen, also Prediction-Error.
0:37:10–0:37:13
Eiffelturm, wo ist der Elefant? In dem Moment bin ich ganz woanders und bin raus.
0:37:13–0:37:17
Jetzt muss ich mich wieder zurückarbeiten in diese Situation,
0:37:17–0:37:22
in der man, wenn einem heiß und kalt wird, dann heißt es ja,
0:37:22–0:37:25
da wird Glucose verbrannt, da wird geguckt, da wird umgeschaut,
0:37:25–0:37:27
da wird Angst generiert.
0:37:27–0:37:32
Da ist man wirklich sehr, sehr aktiv und wir sind jetzt hier neben der Baustelle,
0:37:32–0:37:34
das untermalt das jetzt auch akustisch.
0:37:36–0:37:41
Und das ist so eine Kernsache von Solmstedt, das sagt, okay, diese Emotionen,
0:37:43–0:37:49
sind roh. Ja, die sind erstmal sehr ungerichtet. Die triggern aber ein Bewusstwerden.
0:37:50–0:37:54
Und dieses Bewusstwerden ist dann in der Tat ein kortikaler Prozess.
Florian Clauß
0:37:54–0:37:57
Und da bekommt der Bewegungsvektor rein.
Micz Flor
0:37:57–0:38:01
Der kriegt quasi, dieses Bewusstwerden bedeutet, emotional ist was vorgefallen.
0:38:03–0:38:07
Und ich sage jetzt immer emotional, wichtig ist, er sagt einfach immer auch Gefühle.
0:38:08–0:38:13
Man fühlt was. Und er sagt es deshalb, weil das seine Essenz von Bewusstsein auch ist.
0:38:13–0:38:17
Also er sagt halt, how does it feel to be a brain?
0:38:18–0:38:23
What does it feel like to be this brain? Also dieses subjektive Erleben ist
0:38:23–0:38:25
ja im Zentrum seines Interesses. Und deshalb sagt er immer, ja,
0:38:25–0:38:26
subjektiv sind Gefühle.
0:38:26–0:38:31
Freud hat auch schon gesagt, würde er sagen, dass natürlich das,
0:38:31–0:38:35
was gefühlt wird, das ist ja per Definition bewusst.
0:38:35–0:38:37
Man kann nicht unbewusst fühlen.
0:38:38–0:38:41
Ja, dann würde man sprechen, also Gefühle verdrängt oder so.
0:38:42–0:38:45
Nee, das kann man so nicht aufrechterhalten.
Florian Clauß
0:38:45–0:38:47
Auch das fühlt man dann quasi, ja.
Micz Flor
0:38:47–0:38:51
Das Gefühl ist das, was gefühlt wird. Und Freud hatte ja dann eben diese Triebe
0:38:51–0:38:58
und diese Repräsentanzen auf den Trieben und die Verdrängung oder andere Abwehrmechanismen,
0:38:59–0:39:04
wo dann die Triebabfuhr über auch Kultur passieren kann. Das waren ja schon freudsche Gedanken.
Florian Clauß
0:39:05–0:39:05
Ja.
Micz Flor
0:39:05–0:39:08
Aber, und das ist jetzt der erste springende Punkt bei Solms,
0:39:09–0:39:14
dass er sagt, also anhand dessen, was wir heute so wissen, kann man mit Freud
0:39:14–0:39:18
mitgehen, kann sagen, ja, es gibt das Unbewusste.
0:39:18–0:39:23
Das würde niemand mehr in meinem Feld, also würde dem widersprechen.
0:39:25–0:39:29
Aber, Freuds Idee von diesem es oder id, wie es im Englischen heißt,
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das wurde ja alles so ein bisschen medizinisiert und lateinisiert.
0:39:33–0:39:42
Das ist bei Freud so ein bisschen so ein Pool und Solms möchte das teilen.
0:39:42–0:39:47
Solms möchte das teilen, möchte ich sagen, es gibt unbewusste Prozesse, kortikale Prozesse.
0:39:51–0:39:54
Das ist etwas anderes als das Triebhafte.
0:39:55–0:40:00
Also er würde das teilen und würde halt sagen, es gibt kortikale, unbewusste Prozesse.
0:40:01–0:40:04
Und kortikale Prozesse haben immer das Ziel, unbewusst zu werden.
0:40:05–0:40:11
Und auf der anderen Seite gibt es eben diese affektiven Strömungen, die von unten kommen.
0:40:11–0:40:15
Die eher dementsprechend, was Freud als Triebe genannt hat.
0:40:17–0:40:22
Ich möchte jetzt nochmal ganz kurz ein bisschen tiefer reingehen wie so eine Fußnote in dieses PAG,
0:40:22–0:40:26
in dem ich nochmal sage, dass es wichtig ist festzuhalten, das was eben Freud
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auch schon 1891 gesagt hat, diese Verbindung von diesen Teilsystemen oder von diesen Strukturen,
0:40:33–0:40:37
dieser Informationsfluss nenne ich es jetzt mal im Gehirn, ist irgendwie das,
0:40:37–0:40:42
was notwendig ist, um diese ganze Funktionalität überhaupt herzustellen.
0:40:42–0:40:45
Und das ist auch das, was mit dem PAG verbunden ist.
0:40:45–0:40:51
Das ist zwar einerseits lokalisierbar, ist dieser Bereich im Hirnstamm zwei
0:40:51–0:40:55
Kubikmillimeter groß. Wenn der zerstört wird, dann ist die Person im Koma.
0:40:56–0:41:01
Das heißt, der ist notwendig für die einfachste Form des Bewusstseins.
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Und dieser Bereich, Solms ist in den 90er Jahren zum ersten Mal darauf gestoßen,
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als er gemerkt hat, dass dieser mesokortikale Bereich, wo er diese Träume sehen konnte,
0:41:14–0:41:18
dass der eben auch über Projektion mit dem PAG verbunden ist.
0:41:18–0:41:25
Das PAG ist rohe Emotionen, aber die fließen von dort in weite Projektion, heißt es.
0:41:25–0:41:31
Also auch in kortikale Strukturen und es ist wie so ein Bindeglied und es ist
0:41:31–0:41:35
nicht einfach nur ein Punkt, sondern es ist vernetzt. Das ist nochmal wichtig.
0:41:36–0:41:40
Und das eine, was es eben auf alle Fälle auch misst, sind die Körperzustände.
0:41:40–0:41:43
Die werden auf alle Fälle auch über das PAG genommen.
0:41:44–0:41:47
Und bei Freud war es halt eben so, um das nochmal zusammenzufassen,
0:41:48–0:41:53
bei dem war das Unbewusste halt alles im Es verankert und alles war über Triebe organisiert.
0:41:55–0:42:00
Und das Bewusstsein war bei ihm eben sehr kortikal, das entsteht oben erst im
0:42:00–0:42:03
Ich, im Realitätsabgleich, im Wahrnehmungssystem.
0:42:04–0:42:08
Und das war das, was Solms hinterlegt hat oder was die Forschung nicht nur Solms,
0:42:08–0:42:13
was in vielen Forschungen widerlegt wurde und was Solms dazu anregt,
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zu sagen, diese Trennung herzustellen zwischen dem Unbewussten und dem Es.
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Das ist eben nicht ein Bereich, sondern die sind qualitativ voneinander getrennt,
0:42:25–0:42:28
weil eben auch viel unbewusstes Cortikal passiert.
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Da wird dann manchmal so gesagt, da stellt dir das alles so ein bisschen auf den Kopf.
0:42:36–0:42:39
Und du wolltest ja ein bisschen über Bewusstsein sprechen, wenn wir da jetzt
0:42:39–0:42:42
nochmal kurz reingehen, dann war es Freud, der, wie ich eben schon sagte,
0:42:42–0:42:47
meinte, Bewusstsein entsteht halt im Zusammenhang mit Wahrnehmung und auch mit
0:42:47–0:42:53
Sprache, ist also sehr reifer Prozess und über Realitätsabgleich und über Ich-Strukturen.
0:42:53–0:42:56
Und solm sagt, okay, nee, wir müssen eigentlich das unterteilen.
0:42:56–0:42:58
Es gibt zwei Bewusstseinsformen.
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Primär ist es eher affektiv, also dieses Gefühl.
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Und sekundäre Bewusstsein ist dann eher deklarativ. Also das ist das,
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was wir als versprachlich, das wollte ich jetzt sagen, aber das ist vielleicht
0:43:16–0:43:19
falsch, als symbolisiertes Bewusstsein irgendwie wahrnehmen.
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Also das, was gemeinhin als bewusst beschrieben wird.
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Und das ist nochmal wichtig und da kommen wir dann gleich noch in Bezug auf Bindungstheorie dazu,
0:43:32–0:43:38
dass dieses affektive primäre Bewusstsein ist wirklich auch eher erstmal sprachlos
0:43:38–0:43:41
und das war auch das, was Freud dann meinte.
0:43:41–0:43:46
Also wohin dieses Triebhafte dann drängt, das entscheidet sich eigentlich mit
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den Abwehrmechanismen.
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Eins ist nur klar, das E ist, darf nie einfach in die Welt knallen.
0:43:50–0:43:52
Es muss irgendwie verformt werden.
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Und die einen schreiben dann ein Gedicht, die anderen schlagen ihren Hund und
0:43:57–0:44:00
die Dritten, die verdrängen das einfach und vergessen das so.
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Also das heißt, es gibt da...
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Die Interpretation von dem, was da drängt, die ist unterschiedlich.
Florian Clauß
0:44:11–0:44:13
Interessant, ja. Ja, das war schön plastisch jetzt.
Micz Flor
0:44:15–0:44:19
Solms sagt dann, und das ist jetzt der nächste Schritt, der sagt dann,
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okay, wozu braucht es denn überhaupt Bewusstsein?
0:44:24–0:44:27
Und das war ein bisschen das, was ich vorhin meinte mit dem kleinen Eiffelturm,
0:44:27–0:44:30
den wir als Foto auch unten im Block wahrscheinlich jetzt angehängt haben inzwischen.
0:44:32–0:44:35
Und dem rosa Elefanten auf der Autobahn. Also in dem Moment werden irgendwie
0:44:35–0:44:36
Prediction Error entstehen.
0:44:37–0:44:40
Also Dinge sind nicht mehr durch Agents, würde man sagen scheinbar heute,
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schon fassbar und werden sozusagen unbewusst abgewickelt oder prozessiert.
0:44:47–0:44:54
In dem Moment schmeißt die Emotion das Bewusstsein an und dann haben wir cortikale
0:44:54–0:44:59
Funktionen, die versuchen, diesen Prediction Error, eine Lösung für das Problem zu finden.
0:45:00–0:45:05
Und wenn dieses Problem gelöst ist, dann wird es einfach wieder abgespeichert.
0:45:07–0:45:12
Die Arbeit, die dann erledigt wird, ist halt so eine Idee von Vorhersage oder
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Kontrollsystem, die dann normalerweise unbewusst mit allem umgehen können.
0:45:16–0:45:19
Aber wenn Probleme entstehen, dann müssen diese Lösungen gefunden werden.
0:45:20–0:45:24
Das ist, glaube ich, jetzt erst mal nachvollziehbar. Und das Bewusstsein ist
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eben der Teil, der unfassbar viel Kraft kostet eigentlich und den man eigentlich
0:45:30–0:45:32
so schnell als möglich auch wieder loswerden möchte.
0:45:33–0:45:39
Und wo man dann eben bei PET-Imaging auch sieht, wo Glucose verbrannt wird im Gehirn.
0:45:39–0:45:44
Also da wird einfach viel zu viel Energie verbraten, wenn man solche Probleme lösen muss.
Florian Clauß
0:45:44–0:45:49
Also es ist quasi so auch wieder das Leben dann als Optimierungs-Engine.
Micz Flor
0:45:49–0:45:52
Ja, wir sind eigentlich immer noch in diesem homoestatischen Amöbendenken,
0:45:53–0:45:55
aber auf einem sehr komplexen System.
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Und da geht es nicht mehr darum, dass man sagt, reagiere halt immer das,
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als letztes Reinkommen muss zuerst abgearbeitet werden, wie so im Hamburger
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Laden, sondern es geht halt darum zu gucken, wir müssen eine Wertigkeit,
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wir müssen Konkurrenzen finden und das ist das, was die Emotionen leisten.
Florian Clauß
0:46:09–0:46:14
Ja, es ist faszinierend. Also wenn man jetzt hier in Software denkt,
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das ist einfach nur eine Masse, eine wabernde Masse, wo ab und zu immer es hochkommt
0:46:19–0:46:23
und man sagt, wie, wie, wie, wie, runter, runter, runter.
Micz Flor
0:46:23–0:46:27
Ja, aber das ist ja auch das, was mein Körper erlebt. Wer sich das Bein bricht
0:46:27–0:46:29
und Gips hat und der Gips geht ab, dann muss man die Muskeln wieder aufbauen.
0:46:30–0:46:34
Das heißt, der Organismus ist daran interessiert, möglichst wenig Glucose zu
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verbrennen, möglichst wenig machen zu müssen.
0:46:37–0:46:41
Und das ist jetzt nochmal der springende Punkt, da wollte ich dann exemplarisch
0:46:41–0:46:46
an diesem einen Beispiel nochmal Solms Denken illustrieren.
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Es gibt hier spätestens seit, also schon länger, Aber dann jenseits des Lustprinzips
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hat Freud nochmal eben sich auch mit, würde man jetzt sagen, so...
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Traumathemen auseinandergesetzt, mit Gedanken und Träumen, die immer wieder
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kommen, die seiner Idee des Lustprinzips widersprechen.
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Lustprinzip, das bedeutet, dass man eigentlich immer Unlust vermeidet,
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Lust sucht und insofern alles sich immer schön malt und Träume dann auch so
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etwas wie unbewusste Wünscherfüllung sind.
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Also der Organismus strebt dahin, wie er sagt, zu so einem Nirvana,
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wo eigentlich dann eben so ein Äquilibrium herrscht, wo nichts zu tun ist.
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Aber es gibt diese Dinge, die immer wieder hochkommen.
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Return of the repressed, das ist auch so ein Slava Shizek-Ding oder was man
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dann auch in unseren Horrorfolgen auch schon mal irgendwie so gesagt hat.
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Um das jetzt mit Solms Worten an Solms Idee anzukoppeln,
0:47:50–0:47:57
würde er sagen, diese immer wiederkehrenden,
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verdrängten Themen ist ein Prediction Error über die Welt,
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der fehlerhaft abgespeichert wird und der jedes Mal dann wieder nicht ganz passt.
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Es klappt da nicht. Ja, wir nehmen jetzt mal so ein typisches aus der Praxis Beispiel.
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Jedes Mal an Weihnachten hat man sich vorher schön geredet und hat irgendwie
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alles geplant und mal was Neues.
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Und ich habe mir diesmal ein Zimmer gebucht. Ich wohne gar nicht mehr zu Hause.
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Und dann kommt halt Weihnachten und dann ist die Kommunikation,
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diese ganze Dynamik, die Gefühle, das ist dann alles doch wieder nicht so,
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wie man es sich eigentlich erwünscht hätte und wie man es gerne einmal hätte.
0:48:37–0:48:43
Also dann ist diese Diese Idee von dem Verdrängten, bei Solms ist es halt ein
0:48:43–0:48:46
Prediction Error, das Ganze muss wieder reaktiviert werden.
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Die Emotionen kommen wieder hoch, weil der Organismus merkt,
0:48:49–0:48:51
ich kann leider nicht ruhig bleiben.
0:48:51–0:48:54
Die Emotionen schießen hoch, okay, also gucken wir uns das alles nochmal an.
0:48:54–0:48:57
Und dann wird es wieder weggespeichert.
0:48:59–0:49:02
Und wenn es dann immer noch nicht gut gespeichert ist, nochmal angucken,
0:49:02–0:49:05
wieder weggespeichert. Man kann sich ja sehr gut vorstellen,
0:49:05–0:49:09
dass traumatische Erinnerungen nicht einfach gut integriert,
0:49:09–0:49:10
würde man vielleicht sagen.
0:49:10–0:49:14
Also die können nicht einfach so abgespeichert werden und dann ist es auch gut,
0:49:14–0:49:20
sondern die sind in der Tat einfach so bedrohlich, auch in der Erinnerung,
0:49:20–0:49:22
dass man die irgendwie nicht gut hinkriegt.
0:49:23–0:49:29
Und die zum Beispiel EMDR, diese neuen neuropsychotherapeutischen,
0:49:29–0:49:34
traumatherapeutischen Ansätze, die funktionieren auch, dass die damit arbeiten,
0:49:34–0:49:38
dass die versuchen, eben wirklich auch auf der einen Seite anzunehmen.
0:49:40–0:49:45
Die Erinnerung an traumatische Erfahrungen nochmal hochzuholen, zu aktivieren.
0:49:45–0:49:52
Und gleichzeitig dann aber auf einer anderen Ebene das Nervenkostüm,
0:49:52–0:49:55
nenne ich es mal, durcheinander bringen, sodass das Abspeichern das Ganze nicht
0:49:55–0:49:58
mehr so alarmiert wird. Man hat das auch gemerkt.
Florian Clauß
0:49:59–0:50:01
Okay, was sind die Methoden dafür?
Micz Flor
0:50:02–0:50:06
Das war halt das Interessante. Ursprünglich war die Methode,
0:50:06–0:50:10
so habe ich es zumindest zum ersten Mal gehört,
0:50:10–0:50:15
dass du ins Gespräch gehst, also dass du das auch umbringst und dass du mit
0:50:15–0:50:18
dem Finger so eine Rechts-Links-Bewegung machst.
Florian Clauß
0:50:18–0:50:19
Ja, ja, genau. Das hast du, ich verstehe.
Micz Flor
0:50:19–0:50:21
Und dann guckt man da drauf und dann muss man...
Florian Clauß
0:50:21–0:50:25
Also ein bisschen hypnotisch und dann halt so.
Micz Flor
0:50:27–0:50:34
Aber ich finde es immer noch am besten, wenn man auch evidenzbasiertes Wissen,
0:50:34–0:50:39
Man hat früher bei Autounfällen immer gedacht, das ist gut, wenn man den Leuten nochmal so erklärt,
0:50:39–0:50:42
was da gerade passiert ist. Nimm mal was passiert.
0:50:43–0:50:45
Ihr Auto ist zwar ein Totalschaden, aber sie haben einen gebrochenen Fuß,
0:50:45–0:50:46
das ist auch schon geschehen.
0:50:47–0:50:51
Man hat ja gedacht, wenn man den Leuten einfach so ein Debriefing gibt von dem,
0:50:51–0:50:56
was da passiert ist, dass die es dann besser einordnen können und dann auch besser ablegen können.
0:50:57–0:50:59
Aber? Aber es ist nicht so.
Florian Clauß
0:50:59–0:51:00
Ach krass, ja.
Micz Flor
0:51:00–0:51:05
Und viel effektiver ist, wenn du den Leuten direkt nach dem Unfall einen Tetris
0:51:05–0:51:07
in die Hand drückst und sagt, spielen Sie mal ein bisschen Tetris,
0:51:07–0:51:09
ich komme nachher noch zu Ihnen, aber legen Sie es bitte nicht weg.
0:51:09–0:51:14
Und wenn die dann sich darauf konzentrieren, dann ist das Gehirn in diesem Hier
0:51:14–0:51:17
und Jetzt in so einer Zone drin, da muss ich ja die ganze Zeit auseinandersetzen,
0:51:17–0:51:21
und ist nicht in der Lage, das gerade Erlebte so abzuspeichern.
0:51:21–0:51:23
Das ist dann später nochmal Haunting.
0:51:25–0:51:29
Und dann gibt es eben noch was, was ich jetzt auch bei deiner Buddhismus-Folge
0:51:29–0:51:31
schon ein bisschen rausgezogen hatte.
0:51:33–0:51:37
Es gibt aus der Bindungsforschung, also auch in der Entwicklung,
0:51:38–0:51:42
des Menschen, also in der biologischen, biografischen Entwicklung des Menschen,
0:51:42–0:51:48
also diese frühkindlichen Zeiten, bis vielleicht zum zweiten Lebensjahr,
0:51:48–0:51:49
eineinhalb, zweites Lebensjahr,
0:51:50–0:51:56
da ist das Kind nicht symbolisierungsfähig.
0:51:56–0:51:59
Das ist eher, da kommt das alles so rein.
0:52:00–0:52:03
Es gibt keine Sprache dafür, es kann nicht benannt werden.
0:52:05–0:52:08
Und trotzdem sind ja diese ersten eineinhalb, zwei Jahre unfassbar wichtige
0:52:08–0:52:10
Zeiten, in denen das Kind sehr
0:52:10–0:52:13
wohl in der Lage sein muss, Bindungen herzustellen, um versorgt zu werden.
0:52:14–0:52:18
Auf die Bedürfnisse dann auch der versorgenden Person zu reagieren.
0:52:18–0:52:21
Das Ganze aber ohne drüber nachzudenken, ohne drüber zu reden,
0:52:22–0:52:24
sondern würde man sagen aus dem Bauch heraus.
0:52:24–0:52:29
Oft sagt man ja dann heute auch so bei so Traumagedächtnis, Körpergedächtnis,
0:52:29–0:52:36
also solche Begriffe, die versuchen zu beschreiben, dass es hier um eine Form
0:52:36–0:52:40
des Wissens geht, das vorsprachlich ist oder nicht benannt werden kann.
0:52:40–0:52:45
Das per se und das ist halt eben auch das, was die Neurophysiologie inzwischen
0:52:45–0:52:51
dann weiß, was nicht bewusst abgespeichert ist.
0:52:51–0:52:54
Wenn wir jetzt eben in so Bindungserfahrungen nochmal reinschauen,
0:52:55–0:52:59
dann ist es ja was, was wirklich auch viele Menschen einfach über das Leben hin beschäftigt.
0:53:00–0:53:04
Also wie kriege ich Beziehungen hin? Warum erwische ich immer wieder den Falschen oder die Falsche?
0:53:05–0:53:08
Warum ist es mir nicht möglich, in Gruppen auch mal frei zu sprechen?
0:53:08–0:53:09
Warum habe ich immer Angst?
0:53:09–0:53:14
Oder warum muss ich mich immer beweisen? All diese Themen sind ja immer so interpersonelle
0:53:14–0:53:16
Prozesse auch, soziale Prozesse.
0:53:17–0:53:22
Und die Vermutung liegt nahe, dass es halt auch auf frühe Bindungserfahrungen zurückzuführen ist.
0:53:22–0:53:27
Und das ist genau der Teil, an dem man eben heute weiß, dass diese ganz frühen,
0:53:27–0:53:34
man spricht ja von On-Stream, Off-Stream, also diese bewussten Erinnerungskapazitäten,
0:53:34–0:53:35
die sind noch nicht On-Stream.
0:53:35–0:53:38
Man kann sich das nicht dann, so wie wir heute Erwachsene, sagen wir mal,
0:53:38–0:53:40
ich habe es gleich, ich habe es gleich, ah ja, da ist es.
0:53:40–0:53:43
Und ich kann das bewusst herrufen, ich kann es suchen, ich weiß,
0:53:43–0:53:44
dass ich es weiß, es liegt mir auf der Zunge.
0:53:44–0:53:48
Diese Sachen gibt es in der Art nicht, sondern diese frühen Bindungserfahrungen,
0:53:48–0:53:52
die werden nicht als bewusste Erinnerung gespeichert, sondern als prozedurale
0:53:52–0:53:55
oder als implizite Inhalte.
0:53:56–0:53:59
Und wenn wir jetzt das versuchen, so ein bisschen zu alignen,
0:53:59–0:54:03
also dieses, es gibt in der Tat...
0:54:04–0:54:12
Ganz wichtige Bindungserfahrung aus ganz frühen Tagen, die vielleicht nicht
0:54:12–0:54:17
optimal liefen, aber damals gut funktioniert haben und als solche irgendwie auch gespeichert sind.
0:54:17–0:54:22
In der Natur der Sache sind die nicht intellektuell fassbar.
0:54:23–0:54:27
Und das ist vor allen Dingen auch unfassbar schwer. Da muss ich ein bisschen lachen.
0:54:27–0:54:31
In der Psychotherapie sowas, gerade in der Gruppenpsychotherapie ist immer so
0:54:31–0:54:34
dieser Wunsch, Tipps zu kriegen von anderen oder so.
0:54:34–0:54:39
Also die Qualität, die die Beziehung in der Gruppe hat, die Art,
0:54:39–0:54:45
wie man in der Gruppe neue Modalitäten von Beziehungsaufbau probieren könnte.
0:54:45–0:54:48
Das sind eigentlich sehr wertvolle Erlebnisse.
0:54:48–0:54:55
Die Tipps, die sind manchmal eben auch wichtiger für die Herstellung einer guten
0:54:55–0:54:59
Bindung zu anderen in der Gruppe, mehr als ob die wirklich funktionieren oder nicht.
0:54:59–0:55:03
Aber das ist natürlich sehr schwierig, weil wir, wenn wir erst mal erwachsen
0:55:03–0:55:06
sind, über die Sprache kommen, über dieses bewusste Denken kommen.
0:55:06–0:55:14
Und das, was damals eben an Bindungserfahrungen und auch Strategien eben so
0:55:14–0:55:17
gespeichert wurde, dass es bewusst nicht mehr fassbar werden kann,
0:55:17–0:55:20
ist allerdings prozedural.
0:55:20–0:55:24
Das heißt, es kann korrigiert werden durch Erleben.
0:55:25–0:55:29
Und das ist das, was Freud eben die Übertragungsneurose nennt.
0:55:30–0:55:35
Und es gibt eben diese über 40 Prozent oder knapp über 40 Prozent,
0:55:35–0:55:38
die immer wieder zitiert werden.
0:55:38–0:55:46
Denn die Arbeitsbeziehung TherapeutInnen und PatientInnen ist für die Vorhersage
0:55:46–0:55:51
eines Therapieerfolgs knapp über 40 Prozent verantwortlich.
0:55:51–0:55:54
Also die Beziehung ist ganz, ganz essentiell.
0:55:55–0:56:04
Freud spricht von der Übertragungsneurose als etwas, was die Übertragung von früh Erlebten,
0:56:06–0:56:12
Bindungsthemen, Defiziten, destruktiven Bindungskonzepten, die passieren dann
0:56:12–0:56:15
eben in dieser Arbeitsbeziehung.
Florian Clauß
0:56:15–0:56:25
Und das ist jenseits der Sprache, weil die Bindungen zu einer Zeit,
0:56:25–0:56:27
wie du das auch gerade gesagt hast,
0:56:27–0:56:32
passiert sind, wo das noch ein sehr frühkindlicher Prozess war,
0:56:32–0:56:35
wo es eigentlich eher ein Empfinden körperlich,
0:56:36–0:56:42
also eine unorganisierte Emotionssuppe, wo ich noch nicht so ein Ordnungssystem
0:56:42–0:56:46
wie Sprache drauf habe oder so ein Logiksystem oder sowas, sondern das hat sich
0:56:46–0:56:48
da irgendwo reinkonditioniert.
0:56:48–0:56:54
Und dieses, wie auch immer, Abgespeicherte, kriegst du in dieser Beziehung zwischen
0:56:54–0:57:00
Psychotherapeutin und Patientin dann wiederbelebt und bearbeitbar.
0:57:00–0:57:05
Jetzt mal so quasi so Happy Path-mäßig beschrieben.
Micz Flor
0:57:06–0:57:09
Ja, und dieses Erleben ist der einzige Zugang dafür.
0:57:10–0:57:15
Und jetzt mache ich nochmal so einen großen Aufwasch. Die Idee von Solms mit
0:57:15–0:57:19
Blick auf, was die Psychoanalyse nachfreut.
0:57:21–0:57:24
Was können wir davon noch gebrauchen? Was können wir irgendwie annehmen?
0:57:24–0:57:29
Mit was können wir arbeiten? Er sagt, das Unbewusste gibt es auf alle Fälle.
0:57:30–0:57:35
Man muss es vielleicht aber ein bisschen anders aufteilen, als Freud es ursprünglich dachte.
0:57:35–0:57:39
Es gibt nicht dieses eine Unbewusste und das Triebe, sondern es gibt auf alle
0:57:39–0:57:41
Fälle kortikalen unbewussten Teil.
0:57:41–0:57:47
Und es gibt einen emotionalen Teil, der sehr roh erstmal von unten reinschießt
0:57:47–0:57:52
und der dann wirklich ähnlich wie das Freud auch über die Repräsentanzen der
0:57:52–0:57:54
Triebe beschrieben hat,
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die dann erst im Kortikalen vielleicht auch wirklich die Worte finden.
0:57:57–0:58:02
Und diese Idee von.
0:58:04–0:58:10
Von Verdrängung und wiederkehrenden Themen bei Solms wäre dann zu sagen,
0:58:11–0:58:17
wir müssen, wir brauchen die Emotionen, um zu priorisieren, was gerade wichtig
0:58:17–0:58:21
ist, in einer bewussten Verarbeitung durch die kortikalen Strukturen.
0:58:21–0:58:24
Und wenn wir es dann bearbeitet haben, muss es abgespeichert werden,
0:58:25–0:58:27
weil es kostet einfach viel zu viel Energie.
0:58:28–0:58:31
Und wenn es abgespeichert ist, aber nicht richtig abgespeichert ist,
0:58:32–0:58:33
dann kommt es halt immer wieder hoch.
0:58:34–0:58:39
Dann denken wir, jetzt weiß ich, wenn ich jetzt losgehe und mir einen Anzug
0:58:39–0:58:42
ausprobiere und der gefällt mir nicht, dann kaufe ich ihn nicht.
0:58:42–0:58:45
Diesmal schaffe ich es und dann läuft man mit zwei Anzügen gekaufterweise wieder
0:58:45–0:58:50
nach Hause und denkt, warum wieder nicht? Das heißt, dann muss das nochmal gemacht werden.
0:58:50–0:58:55
Ein Bild dafür für mich ist, für so ein fehlerhaftes Abspeichern,
0:58:55–0:59:01
ist zum Beispiel, die Familie bricht auf mit dem Auto. Also wir haben vorhin
0:59:01–0:59:05
auch fossile Brennstoffe noch gehört, also man steigt alles ins Auto.
0:59:06–0:59:09
Und man muss los und muss die Fähre noch kriegen.
0:59:10–0:59:13
Und es passierte bei mir zumindest in meiner Kindheit öfter,
0:59:14–0:59:17
dieses Packen des Autos sehr strukturiert begann.
0:59:18–0:59:21
Und zum Schluss war so Stopf, ey mach hin, wir schaffen das nicht.
0:59:21–0:59:27
Und dann sind da die letzten Koffer, das ist offen und dann wird der Orangensaft rein, der läuft aus.
Florian Clauß
0:59:27–0:59:30
Die Skye ist tausend Kilometer weit weg.
Micz Flor
0:59:30–0:59:34
Man muss da aber hin. Das heißt, man hat dann irgendwann das Packen,
0:59:34–0:59:39
ist sozusagen diese Corticolor versucht, das ein für alle Mal zu lösen.
0:59:39–0:59:43
Und der Realitätsbezug sagt einfach, uns geht jetzt die Energie aus.
0:59:43–0:59:44
Die Ressource, Zeit haben wir nicht mehr.
0:59:45–0:59:48
Deshalb machen wir jetzt hinten Chaos und dann muss es halt auch mal gut sein
0:59:48–0:59:49
und auf der Fähre können wir es dann machen.
0:59:50–0:59:53
Und auf der Fähre sind dann irgendwie hartgekochten Eier zerdrückt und so.
0:59:53–0:59:57
Versucht ihr zu retten, macht es ein bisschen besser, aber es kommen wieder neue Anforderungen.
0:59:57–0:59:58
Dann hat auf einmal...
Florian Clauß
0:59:58–1:00:03
Ja, und natürlich auch der Konflikt der Eltern beim Packen.
1:00:04–1:00:07
Und dieser Stress dann...
Micz Flor
1:00:07–1:00:09
Das ist dann das Interfellende dabei.
Florian Clauß
1:00:09–1:00:12
Man hat dann auch selber so das mitgenommen, ja.
Micz Flor
1:00:13–1:00:14
Und was ich vielleicht abschließend sage...
Florian Clauß
1:00:14–1:00:15
Deswegen ist es auch kein Auto, ne?
Micz Flor
1:00:16–1:00:21
Nicht mehr, genau. Ich bin befriedet. Aber ich möchte vielleicht ein anderes
1:00:21–1:00:23
Bild noch mal so abschließend machen, zu sagen,
1:00:25–1:00:28
Freud und Solms und sowas, da geht es irgendwie immer so wissenschaftlich ein bisschen darum.
1:00:28–1:00:33
Man hat so punktuell irgendein Wissen und im Englischen sagt man Connecting the Dots.
Florian Clauß
1:00:34–1:00:36
Ja, ja, Connecting the Dots.
Micz Flor
1:00:36–1:00:40
Connecting the Dots, genau. Und dann entstehen diese Konzepte,
1:00:40–1:00:43
diese Hypothesen über Abläufe und sowas. Und das, finde ich,
1:00:43–1:00:44
ist auch das, was da passiert.
1:00:45–1:00:48
Also Freud hat schon Dots gemacht, manche Dots hat man jetzt verworfen,
1:00:48–1:00:49
andere konnte man bestärken.
1:00:50–1:00:52
Neue Dots kommen dazu und jetzt ist halt Connecting the Dots,
1:00:52–1:00:56
man hat mehr Dots. Es bleibt immer noch in vielen Punkten hypothetisch,
1:00:56–1:00:59
aber an manchen Punkten ist es irgendwie erstaunlich plausibel.
1:00:59–1:01:02
Und auch eben über Neurophysiologie inzwischen.
1:01:04–1:01:07
Belegbar ist vielleicht das falsche Wort, aber kann man es untermauern.
1:01:08–1:01:10
Und das finde ich jetzt so, wo wir jetzt gerade sind.
1:01:10–1:01:14
Und wenn wir in die nächste Folge gehen, dann geht es darum,
1:01:14–1:01:18
was du auch schon angesprochen hast, Stochastik, Probabilistik.
1:01:18–1:01:26
Es geht halt irgendwie darum, wie ein so abgegrenztes System mit der Umwelt in Kontakt zu,
1:01:27–1:01:33
Und wie eben genau aus dieser Notwendigkeit, Homöstase herzustellen,
1:01:34–1:01:36
bestimmte Punkte, wie da eben ein Bewusstsein entsteht.
Florian Clauß
1:01:36–1:01:41
Ah ja, sehr gut. Sehr gut, weil ich halt auch überlege dann in einer der nächsten
1:01:41–1:01:45
Folgen über Biologie und Bewusstsein.
1:01:46–1:01:52
Ich habe da auch so ein, zwei Papers und Aufsätze, die ich da einbringen könnte.
1:01:52–1:01:57
Ich gucke mal, dass ich da das Thema auch in die Richtung dann finde.
1:01:58–1:02:02
Ja, toll Mensch, toll. Also ich habe auch das Gefühl, dass jetzt mit den ganzen,
1:02:03–1:02:06
vorherigen Folgen, wo wir immer wieder so oder wo du vor allen Dingen das Thema
1:02:06–1:02:10
immer wieder so bearbeitet hast, mit verschiedenen Zugängen,
1:02:10–1:02:13
von den frühen Folgen, wo wir auch schon über Freud gesprochen haben,
1:02:13–1:02:18
aber auch über Teweleid und so weiter, wo dann halt auch diese frühkindlichen Sachen und jetzt,
1:02:19–1:02:23
dieses Connecting the Dots sollen es da reinzubringen.
1:02:23–1:02:29
Das finde ich total spannend und ich habe wirklich heute, also ich habe es echt verstanden.
1:02:30–1:02:32
Ich fand es super, diese Hinleitung.
1:02:34–1:02:36
Also ganz toll. Vielen Dank.
Micz Flor
1:02:36–1:02:40
Du, das freut mich, dass es dir so ging, weil das war genau das,
1:02:40–1:02:44
was bei mir auch so ein bisschen passiert ist, dass man Dinge in einem positiven
1:02:44–1:02:45
Sinne irgendwie entzaubert.
1:02:46–1:02:48
Man muss nicht mehr über das E sprechen.
1:02:48–1:02:52
Man kann auf einmal bestimmte Dinge lokalisieren, man kann sie nicht wirklich
1:02:52–1:02:57
begreifen, im Sinne von jedes Neuron definieren, was dann von A nach B und so weiter.
1:02:57–1:03:00
Aber man hat auf einmal das Gefühl, dass dieses funktionale Gefüge,
1:03:00–1:03:09
diese Architektur in gewisser Weise, in ihrer Funktion auf einmal wirklich dann
1:03:09–1:03:11
auch die Sprache verbessert, wenn man darüber spricht.
1:03:13–1:03:14
Gut, gut.
Florian Clauß
1:03:14–1:03:23
Also das war Episode 106. Wenn ihr mehr noch wissen wollt von Informationen,
1:03:23–1:03:26
die Mitch zusammengetragen hat, links und so weiter,
1:03:27–1:03:32
dann schaut auf unserer Webseite,
1:03:33–1:03:35
eigentlich-podcast.de.
1:03:35–1:03:39
Dort ist auch der Track zu sehen, in dem wir langgelaufen sind,
1:03:39–1:03:43
durch einen Teil von Berlin, den wir beide so noch nie gesehen haben.
Micz Flor
1:03:43–1:03:46
Das ist wirklich kurios hier oben. Es ist vor allen Dingen auch über so eine
1:03:46–1:03:49
lange Strecke so gleich, als ob wir im Kreis laufen.
Florian Clauß
1:03:50–1:03:54
Wir sind gestartet auf der Rehberge.
1:03:55–1:03:59
Das ist dann der Strang von der U6, der nach oben nach Norden führt.
1:04:00–1:04:04
Und wir sind so quergelaufen und steigen gleich in die U7 ein.
1:04:05–1:04:11
So viel zu unserem Dreck. Also, dann bis zum nächsten Mal. Macht's gut.
Micz Flor
1:04:11–1:04:12
Macht's gut. Tschüss.

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Das Ich ist nicht Herr im eigenen Hause – weder bei Freud noch bei Buddha.

Im zweiten Teil unserer Buddhismus-Folge wagen wir den Brückenschlag. Was hat die jahrtausendealte buddhistische Lehre mit der Neuropsychoanalyse eines Sigmund Freuds oder Mark Solms zu tun? Und was sagt beides über die große Frage aus, was eigentlich Bewusstsein ist? Flo nimmt Micz zunächst mit in die Welt des tibetischen Buddhismus (Vajrayana). Wir sprechen über Erleuchtung als Erfahrung des Unveränderlichen, über Übertragungslinien von Lehrer zu Schüler, über Marpa und Milarepa, über Mantras, Visualisierungen und die geheimnisvolle Phowa-Praxis. Wir streifen die Geschichte der Verbreitung der buddhistischen Lehre nach Tibet, die vier großen Schulen und die Frage, wie eine Lehre über 2500 Jahre hinweg bewahrt werden kann, von der Mnemotechnik bis zum Pali-Kanon. Dann kommen wir zur eigentlichen Leitfrage: Lässt sich der Buddhismus mit der (Neuro)Psychoanalyse zusammendenken? Wir vergleichen Freud und Buddha, ihre überraschenden Gemeinsamkeiten (der Mensch als Getriebener unbewusster Kräfte, das Begehren als Quelle des Leidens, die Methode der inneren Beobachtung) und ihre entscheidenden Unterschiede: Während Freud das Ich stärken will, will der Buddhismus es auflösen. Im Zentrum der Folge steht ein gemeinsames „Mapping": Wir legen die fünf buddhistischen Daseinsfaktoren, die Skandhas - Körperlichkeit, Empfindung, Wahrnehmung, geistige Prägung und Bewusstsein – neben die moderne Neuropsychoanalyse von Mark Solms. Dabei kommen wir zu erstaunlichen Berührungspunkten: Bewusstsein wurzelt vielleicht nicht im Denken, sondern im Fühlen. Das buddhistische Karma findet eine Entsprechung im prozeduralen Gedächtnis und im Wiederholungszwang. Und wir gehen unter anderem den Fragen nach, warum die Psychoanalyse als Beziehungserfahrung wirkt und warum Leid sich transgenerational fortpflanzt. Am Ende bleibt es aber offen: Hat ein erleuchteter Mensch eigentlich noch ein Unbewusstes? Eine Frage, die dort ansetzt, wo sich naturalistisches und spirituelles Denken scheiden. Diese Folge ist der perfekte Appetizer für die nächste Episode, die Micz vorbereiten wird, in der wir tiefer in die Neuropsychoanalyse von Mark Solms eintauchen.

Shownotes

Mitwirkende

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Florian Clauß
Erzähler
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Micz Flor

Transcript

Florian Clauß
0:00:00–0:00:04
Also Mitch, ich muss ja nochmal einen zentralen Punkt sagen,
0:00:04–0:00:11
den ich so noch gar nicht explizit erwähnt habe, wenn es um Erleuchtung geht.
0:00:11–0:00:17
Ich habe jetzt immer gesagt, die Überwindung von Leid und das Leid,
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das eben entsteht, dass alles Zusammengesetzte auseinanderfällt.
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Und das, was die Erleuchtung ist, ist genau dieses, dahinter das Unveränderliche,
0:00:28–0:00:30
das Unveränderliche, was da ist.
0:00:31–0:00:36
Also das ist auch wirklich sehr, wie soll man sagen, umfassend und massiv,
0:00:36–0:00:42
dass hier im Buddhismus auch von etwas gesprochen wird, was unveränderlich ist.
0:00:42–0:00:45
Es wird immer gesagt, die wahre Natur des Geistes.
0:00:45–0:00:52
Und es gibt etwas, was sich nicht verändert. Und diesen Zustand zu erleben, das ist Erleuchtung.
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Das ist so der Kern im Betuismus.
Micz Flor
0:01:01–0:01:07
Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Folge von Flo's Großer Folge,
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die wir jetzt in der Mitte geschnitten haben.
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Folge 105 vom eigentlich Podcast, bei dem wir laufend reden und beim Laufen
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reden. Und so rede auch ich jetzt beim Laufen.
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Die letzte Folge begann Flo, ich wusste nicht, worum es ging,
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und begann damit, über den Buddhismus im Ganzen zu sprechen,
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im Großen zu sprechen, ein bisschen auch über sich zu sprechen,
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in Bezug auf Buddhismus.
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Und wir haben dann an einer Stelle aufgehört, wo wir durcheinander gekommen
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sind, weil jemand uns immer, oder mich zumindest,
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abgelenkt hat und um uns rumgelaufen ist und die ganze Zeit über Psyche gesprochen hat mit dem Telefon.
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Der zweite Teil von der Episode, da wird Flo, glaube ich, jetzt noch mal ein
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bisschen anfangen, weiter das auszubreiten.
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Aber wer es noch nicht gehört hat, empfehle ich trotzdem erstmal die erste Folge zu hören.
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Und dann hatte Flo angekündigt auch schon, dass es dann um ein bisschen eine
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Öffnung geht in Fragen, Diskussionen hinein.
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Und die interessante Frage, die du formuliert hast, ist, wie kann man das mit
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Psychoanalyse erleinen?
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Da bin ich natürlich unter Druck gesetzt. Wir werden einfach mal drüber sprechen.
Florian Clauß
0:02:19–0:02:23
Keiner ist unter Druck gesetzt, aber es war ja auch deine Erfolge,
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die wir vor meiner letzten gemacht haben,
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als es dann bei dir um das Unbewusste, das Unbewusste von dem Aufsatz von Freud
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ging und du auch so ein bisschen was aufgemacht hast und dann mit dem Satz, alles ist Emotion.
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Und das habe ich so mitgenommen und dachte, was ist Bewusstsein,
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was ist Emotion, was ist Motivation.
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Und dann bin ich auch irgendwie auf das Thema gestoßen worden.
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Also irgendwie hat mich Karin darauf gebracht.
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Buddhismus, ich hatte es schon letzte Folge erzählt, hat einen großen Teil zeitlich
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auch mein Leben beansprucht.
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Buddhismus, wo ich dann auch viel praktiziert habe, war über,
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weiß ich nicht, 15 Jahre bestimmt.
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In Summe, wie wir auch in der letzten Folge festgestellt haben,
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dass ich gar nicht so viel davon dir damals erzählt habe, außer dass du das
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so okay fandst und es hat gepasst und so weiter.
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Aber du hast auch nicht gefragt, also irgendwie war es zwischen uns noch nie
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so richtig ausgesprochen.
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Aber ich merke, dass wir immer wieder an so Punkte kommen in unseren Episoden,
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wo wir auf so eine spirituelle Ebene irgendwie kippen und ich dann meistens
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irgendwie das, ist das dann messbar?
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Und dann du mit deinem Messbar. Darum geht es jetzt gerade nicht.
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Es geht um die Information.
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Der Raum ist Information.
Micz Flor
0:03:47–0:03:51
Ja, ich habe aber, weil du es jetzt sagst, ich habe das wirklich oft auch gedacht,
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nie drüber gesprochen, weil warum auch ich habe, es ist ja interessant,
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dass Flo jetzt oft eben diese sehr materialistisch-biologischen Fragen stellt.
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So als ob das weiß, dass du lange im Buddhismus warst und da wäre das jetzt
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ja nicht so eine relevante Frage, wo genau ist denn der Knorpel im Gehirn,
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wo man da drücken muss und dann kommt diese Sozialenergie raus,
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kommt die dann als Saft oder als Duft?
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Also das hat mich nicht verwundert. Ich finde es total konkurrent,
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mit dem ich dich so erlebe.
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Aber dass du jetzt mit dem Buddhismus kommst, ich bin auch gespannt,
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wo das hingeht. Ob das jetzt der Anfang von wieder was Neuem ist, doch eine Religion.
Florian Clauß
0:04:28–0:04:29
Religion, ja.
Micz Flor
0:04:29–0:04:33
Oder ob du da jetzt einfach was für dich nochmal durcharbeitest oder vielleicht
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auch einfach in Ermangelung eines Themas diese Kiste aufgemacht hast und da
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passiert natürlich was.
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Das sind Sachen, die weiß ich nicht, aber ich bin gespannt, wo das hingeht.
Florian Clauß
0:04:41–0:04:45
Buddhismus ist meine Stromgetarren folgen. Da kann ich einfach viel mehr so
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erzählen, um eine große Worte zu bereiten.
Micz Flor
0:04:47–0:04:51
Also jetzt erzähle ich dir mal von einer Geschichte, da sind vier Diamanten,
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zwei weiße Elefanten und vier Tropfen aus Gold.
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Ich möchte mich darüber jetzt gar nicht lustig machen. Ich hoffe, das ist jetzt okay.
Florian Clauß
0:04:58–0:05:03
Das ist völlig okay. Ich habe dir die Vorlage hingelegt. In der letzten Folge
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habe ich so ein bisschen darüber geredet,
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wie Buddha, also der historische Buddha, wie er zu der Lehre gekommen ist,
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dass er eben festgestellt hat, dass Alterkrankheit Tod jeden Menschen betrifft
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und dass man dagegen was machen kann, nämlich die Erleuchtung.
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Die hat er dann auch erreicht und hat die dann 45 Jahre lang gelehrt.
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Und in seinem Tod hat er noch gesagt, ja, alles ist vergänglich,
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auch ich bin vergänglich. So what?
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Also das ist halt so stark. ja und das ist ich muss ja auch sagen das ist bei
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mir so drin also egal ich weiß nicht aber du hast ja auch deinen zivildienst
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dann damals gemacht und bist auch mit dem tod konfrontiert worden ja als junger
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mensch ist das ja sicher verstörend auch nicht nur als junger aber,
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irgendwie ist diese also diese einsicht.
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Dass wir nicht ewig leben, dass ich nicht ewig lebe, dass Tod eigentlich immer präsent ist,
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dass alles irgendwie vergänglich ist, ist mir schon sehr nah,
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sage ich mal, im Sinne von, daran denke ich oft.
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Also egal, in welchen Situationen. Es ist immer irgendwie so als Weisheit da
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und dass es auch so ein Gleichmacher ist.
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Also das finde ich auch so befreiend. Es ist so eine, wenn man das so für sich,
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oder wenn ich das für mich so angenommen habe, ich meine, das ist natürlich nicht einfach.
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Aber trotzdem, ja, ist es das Leben.
Micz Flor
0:06:37–0:06:42
Also da bin ich bei mir auch, also ich habe überhaupt keine Sorge darum,
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dass es endlich ist, also dass es dann aufhört. Da habe ich überhaupt kein Problem mit.
Florian Clauß
0:06:46–0:06:47
Ja, das habe ich auch nicht.
Micz Flor
0:06:47–0:06:51
Das Sterben, das wurmt mich so ein bisschen. Wie ich sterben werde,
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was ich werde, da gibt es kein so großes Interesse, das herauszufinden.
Florian Clauß
0:06:59–0:07:05
Nicht so wie in einem einen Film von der Kurzgeschichte von Stephen King. Spoiler.
Micz Flor
0:07:05–0:07:08
Es gibt ja diesen Film, den ich auch interessant finde, jetzt weil wir über
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Bedichtungsreden hier mit Tom Cruise, weißt du nochmal, Live, Die, Repeat oder so.
Florian Clauß
0:07:13–0:07:13
Ja, stimmt.
Micz Flor
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Wo der ganze Film darauf aufgebaut ist, dass er immer wieder dieses Leben durchgeht.
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Und was er immer nur um wenige Stunden, also er wacht da auch ins Leben hinein,
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versucht was und kommt immer weiter, immer weiter, immer weiter.
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Und dann irgendwann hat er halt so einen Punkt, wo er doch nicht weiterkommt,
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dann kommt er doch wieder weiter. Da musste ich vorhin dran denken.
Florian Clauß
0:07:28–0:07:28
Stimmt, ja.
Micz Flor
0:07:28–0:07:30
Das hat ja auch was Buddhistisches allerdings.
Florian Clauß
0:07:30–0:07:32
Was sehr... Ja, also was Repetitives, ja.
Micz Flor
0:07:32–0:07:35
Was Repetitives und natürlich auch was sehr zielgerichtet ist.
Florian Clauß
0:07:35–0:07:36
Ja, das stimmt, ja.
Micz Flor
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Aber der hat ja ganz viele Todeserlebnisse
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und muss sich auch immer wieder angehen. Und das will ich nicht.
Florian Clauß
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Ich habe letzte Folge auch davon berichtet, dass eben Buddha,
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neben dieser Erkenntnis von alter Krankheit Tod, dann auch, es gibt einen Weg
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aus dem Leid und da die Erleuchtung und den achtfachen Pfad entwickelt hat,
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der dann bestimmte, nicht Anweisungen, aber Empfehlungen gibt für rechtes Handeln
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und eine gewisse Ethik aufbaut.
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Also Mitch, ich muss dir nochmal einen zentralen Punkt sagen,
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den ich so noch gar nicht explizit erwähnt habe, wenn es um Erleuchtung geht.
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Das ist, ich sage immer, ich habe jetzt immer gesagt, die Überwindung von Leid.
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Und das Leid, das eben entsteht, dass alles Zusammengesetzte auseinanderfällt.
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Das ist nochmal so dieses Entropie.
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Also das Vergängliche bedeutet ja nur, dass die Stoffkombination dann nicht
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mehr so besteht, ständig im Wechsel sowieso ist,
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biologisch, chemisch austauschbar, aber ab einem gewissen Punkt dann halt einfach...
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Zu Pilzen würde oder so. Aber das, was dieses Bewusste oder das,
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was die Erleuchtung ist, ist genau dieses, dahinter das Unveränderliche,
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das Unveränderliche, was da ist.
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Also das ist auch wirklich sehr, wie soll man sagen, umfassend und massiv,
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dass hier im Buddhismus auch von etwas gesprochen wird, was unveränderlich ist.
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Es wird immer gesagt, die wahre Natur des Geistes. Und es gibt etwas,
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was sich nicht verändert.
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Und diesen Zustand zu erleben, das ist Erleuchtung.
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Das wollte ich nochmal so explizit sagen, weil ich es noch nicht so gesagt habe.
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Aber das ist so der Kern im Buddhismus.
Micz Flor
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Ja, interessant. Also wenn du es sagst, dann denke ich natürlich daran,
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wer ist der subjektive oder die subjektive Beobachterin für diesen erleuchteten
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Moment, das zu erkennen, was, wie war das?
Florian Clauß
0:09:54–0:09:59
Die unveränderliche Natur des Geistes. Das gibt es ja nicht mehr.
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Es gibt ja kein Subobjekt, sondern das ist alles dann in dem Moment aufgelöst.
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Wenn du dann darüber nachdenkst, du merkst, wie sich die Zunge dann anfängt
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zu knoten oder das Gehirn.
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Das kannst du nicht fassen einfach in dem Moment, sondern das kann man nur erleben.
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Und deswegen diese Empirie, dass es rein Erfahrungszustand ist und keine Erklärung oder sowas.
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Und alles, was damals ist, achtfach war und so weiter, das ging nur dazu,
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die dahin zu bringen, dass Alter, Krankheit und Tod überwunden werden kann in dem Moment.
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Und diese Unveränderlichkeit als Zustand dann erlebt werden kann.
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Und das ist das, was Buddha dann letztendlich unter dem Bodhi-Baum erlebt hat.
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Buddha hat dann eben, wie gesagt, dann 45 Jahre gelehrt, dabei 88.000 Belehrungen gegeben,
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wovon, so wird es gesagt, 44.000 an Mönche und Nonnen ist, weil die nochmal
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spezielle Bedingungen haben, eben mit der Sexualität umzugeben.
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Deswegen kriegen die mehr Belehrungen.
Micz Flor
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44.000, das ist ja ganz schön viel Arbeit.
Florian Clauß
0:11:13–0:11:19
Ja, genau, musst du erstmal durchmachen. Dann 22.000 für die Laien und 22.000
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für die sogenannten Yogis. Das sind Praktizierende, die außerhalb der Gesellschaft
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leben, also diese Höhenmenschen.
Micz Flor
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Gibt es die, diese 88.000? Sind die irgendwo aufgeschrieben?
Florian Clauß
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Das ist der Pali-Kanon, das ist, was ich auch letzte Folge erwähnt habe.
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Pali ist die Sprache, Kanon ist im Prinzip das Gesamtwerk.
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Wir waren ja auch so ein bisschen da an der Frage hängen geblieben,
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als du dann abgedenkt worden bist.
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An der Frage hängen geblieben, wie diese Übertragung ist.
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Von Memotechnik hatte ich geredet. Nämlich, dass Buddha zu der Zeit wurde noch
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nicht viel aufgeschrieben.
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Sondern es galt noch, dass die Schülerinnen und Schüler von Buddha dann das
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sehr wortgetreu wiedergegeben haben. Es waren auch sehr viele.
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Das heißt, wir können davon ausgehen, dass über diese ganzen Jahrtausende,
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das ist ja über 2500 Jahre her, dass darüber auch noch recht genau die Wortlaute
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von Buddha enthalten sind.
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Also weil eben das sehr genau rezitiert wurde, von Generation zu Generation,
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von Schüler zu Schüler dann halt auch quasi übertragen wurde und dieser Palikanon,
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das war dann irgendwann so ein,
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ja wie so beim Skat-Kongress, dass irgendjemand dann halt angefangen hat,
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wie wir die Regeln jetzt mal aufschreiben, ja der wurde dann aufgeschrieben
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und es war dann halt auch tatsächlich so diese Sache von den Klöstern dann halt auch das zu verwahren.
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Es gab Riesenbibliotheken, die diese Schriften enthalten haben,
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weil dann irgendwann kam das Schriftsystem rein. Das war ja so 400 Jahre später.
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Also wir sind dann so um 483 vor Christi ist oder vor der Zeitenwende ist Buddha gestorben.
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Dann 400 Jahre später. Also wir sind dann so bei den Römern.
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Und dann gab es natürlich diese Schriftkultur schon und dieses Aufschreibungssystem.
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Und es war vor allen Dingen Indien, die dann halt auch diese Schriften bewahrt haben.
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Und ich wollte jetzt diese Folge so nochmal über den Vajrayana,
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also wir haben in der letzten Folge schon festgestellt, dass es hier drei Fahrzeuge,
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das kann man auch vielleicht nochmal so ein bisschen weiter aussagen,
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der Theravada, Mahayana und Vajayana im Buddhismus gibt.
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Buddhismus selber hat über 500 Millionen Anhängerinnen.
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Also das heißt, eine Weltreligion kann man schon sagen.
Micz Flor
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Wie ordnet man das denn so ein? Also ich weiß nicht, wie groß das so bei anderen Religionen hat.
Florian Clauß
0:13:56–0:14:03
Also ich glaube, das ist so von der Stellengröße vielleicht die Vierte oder Dritte, weiß ich nicht.
0:14:03–0:14:07
Können wir nochmal recherchieren. Und besonders im asiatischen Raum hat sich
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der Buddhismus verbreitet.
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Dann hat sich die Möglichkeit aufgetan, dass der Buddhismus,
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also dass diese Lehre, nach Tibet kam.
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Und zwar war das die erste, es gab so zwei Wellen.
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Ja, das erste Mal war so um 700 nach Christi, wo dann von einigen Rinpoche,
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also Guru Rinpoche war glaube ich da, maßgeblich hat das dann nach Tibet gebracht.
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Und es wurde auch dann so mehr oder weniger von dem tibetischen König dann unterstützt,
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weil seine Frau da auch sehr drin war und hat sich dann auch verbreitet.
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Aber es ist dann aufgrund von Streitigkeiten dann zusammengefallen.
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Und die Klöster sind dann auch erstmal quasi so brach gelegen. 150 Jahre lang.
Micz Flor
0:14:58–0:14:58
Oh, wow.
Florian Clauß
0:14:58–0:15:03
Ja, ja, es war wirklich so eine recht lange Zeit. Und dann gab es halt den Umstand...
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Dass die islamischen Besatzungen dann von Indien angefangen hat,
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dass die auch da große Bibliotheken wiedergebrannt haben mit den Schriften.
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Dann kam quasi aus dem Zwang heraus, da auch diese Lehre irgendwo zu bewahren,
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wurde die nach Tibet dann wiedergebracht.
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Und weil der da eine große Rolle gespielt hat und der auch der eine Begründer
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der Linie ist, wo ich auch damals praktiziert habe, Katschulinie ist Mapa.
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Mapa ist der Übersetzer, wird ja auch genannt.
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Eigentlich ein Laienbuddhist. Es gibt ja auch so, das habe ich auch noch gar
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nicht erwähnt, es gibt so verschiedene Formen von, wer quasi wie praktizieren kann.
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Also es gibt Mönche und Nonnen auf der einen Seite, aber bei der normalen Bevölkerung,
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was als Laienbuddhismus bezeichnet wird,
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ist das auch so völlig verbreitet gewesen, dass man halt so buddhistisch war
0:16:01–0:16:06
Und im Alltag dann halt ganz normal seine Sachen gemacht hat und Kinder bekommen hat und so.
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Und Mapa ist dann unter großen Anstrengungen mehrmals von Indien nach Tibet
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gereist und hat dann auch da die Lehren quasi mit übersetzt.
0:16:17–0:16:24
Und hat dann auch so das Mahamudra, das ist so eine zentrale Praxis der Kaji-Linie,
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hat der dann halt auch quasi mitgebracht.
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Tibet hat sich deswegen so gut geeignet, weil es eben so abwegig ist,
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also die durchschnittliche Höhe der Landschaft, der Pegel, wie sagt man,
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Landschaftsmarken ist so 4500 Meter, also das heißt.
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Das ist alles sehr schwierig dann halt da irgendwie zu erobern.
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Also das heißt, da haben sie auch die Klöster auch in irgendwelchen Tälern oder
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auf irgendwelchen Bergspitzen und so weiter gefunden.
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Und das ist so, aber das hat sich dadurch, dass es eine sehr lebendige Klösterkultur
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gibt und Austausch und so weiter, hat sich das auch so bewahrt.
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Es gibt vier Schulen im tibetischen Buddhismus.
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Die erste, wo dann auch Guru Rinpoche, der dann auch das Guru-Yoga mitgebracht
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hat, Guru Rinpoche dann mitbegründet hat, ist die Ningmas, heißen die.
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Dann gibt es noch die Katschis, die Satschis und die Gelupas. Die Gelupas kennt man.
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Das ist nämlich die Schule, aus der der Dalai Lama kommt.
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Ich hatte auch letzte Folge schon erwähnt, der tibetische Buddhismus Vajrayana.
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Ist eben sehr stark darauf ausgelegt, auf diese Schüler-Meisterverbindung,
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also Guru, Guru, Yoga, Lama,
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die dann anhand von tantrischen Übungen, Meditationsübungen,
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diese Übertragung so intensiv macht, das klingt jetzt ein bisschen dubios,
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aber dass du innerhalb von einem Leben dann die Buddhaschaft erreichen kannst.
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Weil das ist halt so, in Anzählungen ist es dann,
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ja, da braucht man halt irgendwie so und so lange einen Theravada,
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der dann eher auf die Befolgung dieser acht Pfade dann Wert gelegt hat.
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Also eher so Theravada, eher so dann halt diese ganze Ethik des Buddhismus praktiziert hat.
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Ja, Mahayana hat auch so Ansätze von solchen starken Schülermeisterverbindungen
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und im Bajayana wurde es sehr intensiviert.
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Ja, deswegen gibt es immer auch bei den einzelnen Schulen des tibetischen Buddhismus
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immer eine ganz starke Übertragungslinie.
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Also es wird gesagt quasi, da wo Buddha war, hat er erstmal so einen Tibetischen.
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So unglaubliche Energie entfacht und das dann in allen seinen Schülerinnen und
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Schülern ausgestrahlt hat und die dann aber auch wirklich so face to face dann
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weitergegeben wurden. Das ist halt so die Übertragung.
0:19:10–0:19:18
Und da wird immer ganz genau gesagt, wer, wann, wo, von wem und welche Familie da und so.
0:19:18–0:19:23
Und das ist auch so, dass dann halt die Geluppers, eine recht späte Schule,
0:19:23–0:19:26
die haben sie erst so im 14. Jahrhundert dann begründet.
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Und diese haben ja so dieses politische Zepter dann halt in die Hand genommen.
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Das heißt, die haben sich dann halt um die administrativen Sachen gekümmert.
0:19:35–0:19:39
Also der Buddhismus war dann schon immer Staatsreligion, mehr oder weniger.
0:19:40–0:19:44
Sie war dann sehr umfassend im Tibet. Und die Geluppers haben dann halt auch
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diese politische Repräsentation gemacht.
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Deswegen ist der Dalai Lama jetzt immer noch derjenige, der dann mehr oder weniger
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alle Anhänger des tibetischen Buddhismus vertritt, nach außen hin.
0:19:55–0:20:01
Bei den Katschüs, wo ich mit dabei war, ist es Kamapa.
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Und da ist jetzt der 17. Kamapa am Start. Es gibt dann immer eine aktive...
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Also wenn dann halt quasi das Oberhaupt gestorben ist, dann gibt es immer so
0:20:12–0:20:18
auch bestimmte Zeichen und so weiter, die dann von dem Vorgänger hinterlassen wurden.
0:20:18–0:20:26
Dann gibt es bestimmte Ämter, die nur die Aufgabe haben, dann entsprechend,
0:20:26–0:20:31
also Schamapaar ist das dann in der Katschulinie, der dann auch eben bestimmen
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kann, wer dann der Nachfolger ist.
0:20:33–0:20:39
Geheimer Brief und so weiter, dann bestimmte Zeichen, wo dann die Wiedergeburt von dem Kamerpaar ist.
0:20:39–0:20:42
Das wird dann rausgesucht und so weiter.
0:20:43–0:20:46
Also das ist auch sehr speziell, sage ich mal,
0:20:46–0:20:51
weil natürlich mit so einem Amt oder dann eben als Wiedergeburt erkannt zu werden,
0:20:52–0:20:59
als quasi Rinpoche oder als Tulku, das ist so eine sehr weitentwickelte Form
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von wiedergeborenen spirituellen Oberhäuptern.
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Ja, Turku, die haben natürlich dann auch einen entsprechenden Status.
0:21:08–0:21:13
Das geht nicht immer mit ganz reinen Dingen. Da gibt es halt auch echt schräge Geschichten.
Micz Flor
0:21:14–0:21:18
So wie der Papst. Das ist anders als die Wahl des Papstes.
0:21:19–0:21:22
Das ist angelegt. Zumindest wird es auch immer so verkauft, wenn man Filme drüber
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guckt, wie dann ein kleiner Junge auf einmal entdeckt wird und so weiter.
Florian Clauß
0:21:25–0:21:25
Genau.
Micz Flor
0:21:25–0:21:27
Aber die Politik steckt da auch schon.
Florian Clauß
0:21:28–0:21:32
Ja, die Politik natürlich. Und auch du kannst noch so um Löcher meditieren.
0:21:32–0:21:37
Das ist ja nicht irgendwie so da, rau kriegst du ja nicht raus das ist ja auch
0:21:37–0:21:40
menschlich angelegt die Störgefühle sind halt überall genau.
Micz Flor
0:21:40–0:21:45
Das ist eben der mittlere Weg, das ist ja auch einfach Teil davon Teil davon.
Florian Clauß
0:21:45–0:21:50
Dass man in der quasi, dass man da auch wie du letzte Folge gesagt hast dass
0:21:50–0:21:52
man so in der Welt bleibt mich.
Micz Flor
0:21:52–0:21:56
Würde jetzt ganz pragmatisch nochmal interessieren, oder nicht pragmatisch, aber ähm,
0:21:56–0:22:00
so realitätsbezogen, administrativ vielleicht sogar.
0:22:00–0:22:05
Du hast vorhin gesagt, dass über Memotechnik diese 88.000 Sachen übergeben wurden
0:22:05–0:22:07
und dies und die Lehren und so weiter und so fort.
0:22:07–0:22:11
Und parallel zu diesem reinen Wissen, was ja dann auch die Praxis ist,
0:22:12–0:22:16
das Meditieren und das Wissen und wie auch immer, gibt es jetzt aber auch noch
0:22:16–0:22:20
Informationen, die du mir gegeben hast, über welche Schriftrolle waren von wo
0:22:20–0:22:22
nach wo und wie der hieß und sowas.
0:22:22–0:22:25
Das muss ja auch irgendwie memotechnisch dann übergeben worden sein.
0:22:25–0:22:29
Es gibt so eine zweite Ebene von dem, was den Buddhismus ausmacht.
0:22:29–0:22:33
Das ist diese Abfolge bis hin zu dem Punkt, dass du sagst, dass die auch noch
0:22:33–0:22:36
wissen und das ist ja ähnlich wie eine Psychoanalyse, wer war dein Lehranalytiker
0:22:36–0:22:40
oder Analytikerin, dass es immer so weitergegeben wird, fast wie in einem Adelsgeschlecht
0:22:40–0:22:42
und da wurde die Erleuchtung weitergegeben.
0:22:42–0:22:45
Das heißt, es gibt zwei Formen des Wissens.
0:22:45–0:22:50
Das eine ist einfach scheinbar ein zeitloses Wissen der Lehre.
0:22:50–0:22:54
Und das andere ist, das Werden und Fortbestehen des Buddhismus,
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wer wann wo wie in den 2400 Jahren sind oder 2500 Jahre fast, da so durchgeht.
Florian Clauß
0:23:02–0:23:04
Ja, natürlich, aber das hängt miteinander zusammen.
Micz Flor
0:23:04–0:23:06
Aber das wurde dann auch memotechnisch übergeben.
Florian Clauß
0:23:06–0:23:11
Na, also ich kann dir das jetzt gar nicht so sehr in den Anfängen noch sagen.
0:23:12–0:23:17
Aber da gibt es sicher irgendwelche Überlieferungen.
0:23:18–0:23:23
Also zu der Zeit, je näher du dran bist, desto mehr, rein statistisch,
0:23:23–0:23:26
desto mehr Leute haben da noch Kontakt gehabt.
0:23:26–0:23:30
Und das dünt sich ja eher so dann aus mit der Zeit, wo sich dann halt Leute
0:23:30–0:23:33
vielleicht nicht mehr mehr da praktiziert haben und das weitergegeben haben.
Micz Flor
0:23:33–0:23:37
Und 150 Jahre ist natürlich, wenn das vor der Verschriftlichung war, eine lange Zeit.
Florian Clauß
0:23:38–0:23:39
Naja, das waren 400 Jahre.
Micz Flor
0:23:39–0:23:43
Nein, aber du meintest ja, 150 Jahre waren die Klöster leer und der Buddhismus war.
Florian Clauß
0:23:43–0:23:45
Ach so, du redest jetzt vom tibetischen Buddhismus.
Micz Flor
0:23:45–0:23:47
Ach, das war nur der tibetische Buddhismus.
Florian Clauß
0:23:47–0:23:48
Wo 150 Jahre war.
Micz Flor
0:23:49–0:23:51
Ich dachte, es gab eine Pause von 150 Jahren.
Florian Clauß
0:23:51–0:23:57
Nein, sorry, das war missverständlich. Es gab eine erste Verbreitung des tibetischen
0:23:57–0:23:59
Buddhismus, die war ungefähr 700.
0:24:00–0:24:04
Und dann hat es so 100 Jahre irgendwie so sich kultiviert.
0:24:04–0:24:08
Und dann 150 Jahre lag es brach, die Klöster sind auseinandergefallen und so
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weiter. Und dann kam die zweite Welle und aus diesem Druck heraus eben auch
0:24:12–0:24:16
die Leere zu konservieren, so in den Kühlschrank zu legen.
0:24:16–0:24:20
Oben Himalaya, Dach der Welt, zack, ganz gut einfrieren, die ganze Leere.
0:24:21–0:24:27
Aber da genau, aus dieser Motivation heraus. Und die ganze Hinführung,
0:24:27–0:24:32
wer was wie miteinander zusammenhängen, welche Schule, wer dann Lehrer war,
0:24:32–0:24:34
das war ja auch recht übersichtlich, sag ich mal.
0:24:34–0:24:38
Also sie kannten ja dann irgendwie ihre drei, vier Klöster in Reichweite,
0:24:38–0:24:40
es gab unterschiedliche Schulen und so weiter.
0:24:40–0:24:43
Aber das war, glaube ich, sehr übersichtlich organisiert.
0:24:44–0:24:49
Das war so die Zeit, wo dann halt diese Übertragungslinien entstanden sind.
0:24:49–0:24:53
Und eine ganz zentrale Übertragung aus dem.
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Von jetzt der Schule der Katschis ist dann Mapa und der steht dann in der Tradition
0:25:01–0:25:04
zum Mapa, der war dann Lehrer von Milarepa.
0:25:04–0:25:08
Milarepa ist dann halt auch eine ganz zentrale Figur.
0:25:09–0:25:12
Dann gab es vorher Mapa, glaube ich, von Naropa.
0:25:13–0:25:21
Und das sind so die, weißt du, wenn man dann halt bei diesen ganzen Vorträgen,
0:25:21–0:25:24
dann gibt es immer wieder die gleichen Namen und da werden Geschichten erzählt
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und dann entsteht ja so ein Bounding.
0:25:26–0:25:28
Und dann hast du halt irgendwie gesagt, okay, der cooler Typ,
0:25:28–0:25:29
der hat das und das gemacht.
0:25:31–0:25:34
Und Milarepa ist halt auch so ein Volks, also es war halt derjenige,
0:25:34–0:25:37
der dann halt so grün geworden ist, weil er so viele Brennwässlinge gegessen hat und so.
0:25:37–0:25:41
Also das Mahmoud-Rad ist halt auch nochmal so ganz interessant,
0:25:41–0:25:42
weil es wird halt gesagt so,
0:25:43–0:25:49
dass die Erleuchtung quasi durch so ein Schnipsen passieren kann,
0:25:49–0:25:52
wenn der Lehrer zur richtigen Zeit den Schüler erwischt und dann halt einfach
0:25:52–0:25:54
nur zack macht und eine Geste und auf einmal bau.
0:25:56–0:25:59
Das sind auch immer so ein bisschen diese Lagerfeuergeschichten.
Micz Flor
0:26:01–0:26:04
Und die Schüler dann die ganze Zeit neben dem Lehrer nebenherlaufen und wünschen,
0:26:04–0:26:07
dass er einfach dauernd schnippt. Da müssten wir doch irgendwann den richtigen Moment treffen.
Florian Clauß
0:26:08–0:26:11
Ja, oder mit einem Schuh auf den Kopf geschlagen hat. Da gab es auch eine Geschichte.
0:26:13–0:26:16
Auf einmal bist du dann halt so durch so einen Schlag erleuchtet.
Micz Flor
0:26:17–0:26:24
Also mir geht es jetzt gerade so, das ist jetzt so sehr Backstory von Herr der
0:26:24–0:26:26
Ringe oder Backstory von Game of Thrones. wird sowas.
Florian Clauß
0:26:26–0:26:30
Nee, das wird aber auch so. Dann sind es tatsächlich, nein, es ist nicht so.
Micz Flor
0:26:30–0:26:33
Nee, aber die Frage ist ja, was ist jetzt das Publikum, wenn du es erzählst?
0:26:33–0:26:36
Weil das Publikum ist ja da, du warst ja das Publikum davon.
0:26:36–0:26:40
Wenn du es jetzt mir erzählst, erzählst du es ja nicht mir, sondern du erzählst
0:26:40–0:26:44
es jetzt ja eigentlich für die, die das hören im Podcast, weil du weißt ja,
0:26:44–0:26:48
das geht bei mir jetzt quasi Matscha, Palamuzka und der, das ist so,
0:26:48–0:26:50
Brennnesseln kann ich mir merken.
0:26:50–0:26:54
Aber die anderen Sachen, die sind quasi wichtig für dich jetzt mitzuteilen,
0:26:54–0:26:56
nicht wegen mir, sondern wegen und,
0:26:56–0:27:02
Also du bist jetzt quasi Teil der buddhistischen Tradition, Dinge zu verwahren auch?
Florian Clauß
0:27:02–0:27:03
Ja, vielleicht.
Micz Flor
0:27:03–0:27:04
Okay, gut, dann machen wir da weiter.
Florian Clauß
0:27:04–0:27:06
Vielleicht, wenn das jemand hört und das interessant findet,
0:27:06–0:27:10
dann kann er sich ja da irgendwie mal so ein, weiß ich nicht, das mal anschauen.
Micz Flor
0:27:10–0:27:13
Ja, dann kann ich es auch wieder verstehen, dann ist es wieder sinnhaft,
0:27:13–0:27:16
weil ich jetzt gerade dachte, du denkst, dass ich mir das alles merken kann.
Florian Clauß
0:27:17–0:27:20
Nee, du sollst es dir nicht merken, es sind Anekdoten. Ja, ja,
0:27:20–0:27:22
gut. Du musst es dir nicht merken.
0:27:22–0:27:25
Aber es sind so Anekdoten, die man sich da so erzählen kann.
0:27:25–0:27:29
Aber ich möchte jetzt nochmal auf diesen, ich hatte das ja auch letzte Folge
0:27:29–0:27:35
erzählt, was jetzt diesen Vajrayana so ausmacht, nämlich dann stark mit Visualisierung zu arbeiten,
0:27:35–0:27:39
auch eben das erwähnte Tantra-Yoga, das klingt immer so ein bisschen,
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wie sagt man, schlupfrig.
0:27:43–0:27:48
Aber es sind so Methoden, um dann halt auch da diese Versenkung und auch die
0:27:48–0:27:50
Erleuchtung zu erreichen.
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Ich muss jetzt hier, weil ich das jetzt nicht alles aus dem Kopf dann so rezitieren
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kann, deswegen habe ich mir jetzt hier mal mein Handy mit den Notizen rausgeholt.
0:27:59–0:28:05
Es gibt dann nämlich diese Geistesgifte oder Störgefühle.
0:28:05–0:28:12
Das bedeutet, dass bestimmt so ein emotionales Set, was man so mit sich herumträgt
0:28:12–0:28:16
oder grammatisch sich dann entwickelt hat, oder durch irgendwas,
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das sagt im tibetischen Buddhismus, dass diese Störgefühle dann transformiert
0:28:23–0:28:29
werden können in Weisheiten, die sich dann wirklich zu so einer Erleuchtung bringen können.
0:28:30–0:28:35
Und dass viele von diesen Bodhisattvas, Bodhisattvas sind im Prinzip Aspekte.
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Des Buddhas, also der Erleuchtung, aber Teilaspekte, die bestimmte Sachen dann
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ausdrücken oder verstärken.
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Und das ist sehr kategorisiert. Es gibt dann sogenannte Buddha-Familien,
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die fünf Buddha-Familien gibt es.
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Grundprinzip ist, dass jede Emotion enthält bereits die erleuchtete Essenz.
0:29:02–0:29:06
Man hört das und denkt so, komisch.
0:29:06–0:29:10
Aber das sind so alte Lehren, die sind jetzt wirklich so über tausend Jahre
0:29:10–0:29:15
alt und irgendwie klingt es nicht ganz falsch, wenn man es hört.
0:29:15–0:29:23
Also da steckt schon eine Menge von Beobachtung hinter und auch Schlüsse.
0:29:23–0:29:26
Ja, natürlich, es geht um die Erleuchtung, aber was man sagen kann,
0:29:26–0:29:30
durch diese Praxis kriegst du halt die volle Erleuchtung.
0:29:31–0:29:36
Enorm. Und diese einzelnen Buddha-Familien prägen sich dann aus in,
0:29:36–0:29:44
also es gibt dann als Gefühlsform die Verblendung, was dann mehr oder weniger so Dummheit ist,
0:29:45–0:29:46
die Aggression, der Hass.
Micz Flor
0:29:47–0:29:49
Das sind die Emotionen, in denen die Erleuchtung schon steckt.
Florian Clauß
0:29:49–0:29:53
Genau, das sind die Emotionen und das ist glaube ich auch so das,
0:29:53–0:29:59
was mir jetzt nochmal wichtig war, mit dir zu besprechen, weil das erinnert mich dann wieder an,
0:30:00–0:30:04
Encanto, wo dann halt auch diese ganzen pathologischen Ausprägungen,
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die dann halt durch die drei Geschwister, die werden ja auch mit Farben und
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so weiter repräsentiert und durch Stimmung und so weiter,
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man könnte dann halt sagen, okay, das ist jetzt diese Prägung,
0:30:14–0:30:20
wenn man das jetzt noch ein bisschen Richtung dann könnte das jetzt dieses mentale
0:30:20–0:30:22
Krankheitsbild sein oder sowas, ja,
0:30:24–0:30:28
aber Verblendung, Hass, Stolz ist halt auch eine Sache Begierde und Eifersucht.
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Das sind so diese Grundgefühle.
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Die stehen dann halt für verschiedene Farben.
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Also die Verblendung ist weiß, der Hass ist...
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Blau, glaube ich. Jetzt kann sich das dann auch umdrehen, hatte ich letzte Folge
0:30:45–0:30:50
auch gesagt, die Aggression kann dann zu einer spiegelgleichen Weisheit führen.
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Der Stolz ist die Weisheit der Gleichheit, weil Stolz ist ja immer,
0:30:55–0:30:57
du fühlst dich immer ein bisschen besser als die anderen.
0:30:57–0:31:03
Wenn du das aber dann umdrehst dann hast du die Gleichheit auf einmal so im
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Raum und das heißt du unterscheidest nicht mehr dadurch dass du dann mal sehr stolz warst,
0:31:09–0:31:14
hast du es ja schon mal erlebt und kannst es dann quasi umdrehen.
0:31:15–0:31:20
Transformieren also das ist so diese Idee dahinter jeder hat die Buddha Natur
0:31:20–0:31:25
in sich also jeder ist Buddha man muss es halt nur noch irgendwie so entwickeln,
0:31:26–0:31:30
und hier hast du schon mal so ein Werkzeugkasten wenn du denkst,
0:31:30–0:31:34
du bist eher so ein stolzer Typ dann mach doch mal hier guck doch mal,
0:31:34–0:31:40
dass du dann bei der Begierde, also Begierde ist ja quasi so diese Hingabe ja
0:31:40–0:31:43
auch viel mit Suchtverhalten und sowas zu tun,
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die wird dann auch eine Hingabe, also so ein,
0:31:48–0:31:55
wie sagt man, Attachment, aber ohne zu greifen, weil das ist ja wieder so,
0:31:55–0:31:59
man will es erleben und diese Begierde festhalten, aber dann eben,
0:32:00–0:32:03
loslassen und dann aber trotzdem so diese Hingabe zu empfinden.
Micz Flor
0:32:04–0:32:06
Beziehungsfähigkeit? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, was du meinst,
0:32:06–0:32:07
also ich habe kein Wort dafür.
Florian Clauß
0:32:08–0:32:11
Bei Eifersucht, da ist ja immer so,
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oder dann, was macht der andere, du willst da auch irgendwie mitmachen und bist
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dann eifersüchtig, dass du halt nicht das kriegst, ja, oder den.
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Die, das ist dann auch die Tatkraft ohne Konkurrenz.
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Also diese Eifersucht passiert ja immer irgendwie in so einem Konkurrenzdenken.
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Das kannst du auch auflösen, ja. Diese Familien sind dann auch in bestimmte
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Himmelsrichtungen mit Farben und so weiter.
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Und dann gibt es halt so bestimmte Bodhisattvas, die du dir dann visualisieren kannst bei der,
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begierde das ist nämlich die farbe roh
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und da gibt es eine ganz zentrale figur im
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tibetischen buddhismus das ist öpame und das ist im prinzip ist der bodhisattva
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der dann dieses freudvolle gibt es dann wird von reinen ländern gesprochen und
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da wird schon so ein bisschen von reinen ländern also es gibt eine meditationspraxis.
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Die heißt Powa, wo man im Prozess des Sterbens dann quasi die Erleuchtung erfahren kann.
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Und das wird dann also als Aufsteigen in ein reines Land.
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Und diese Powa-Praxis, die kann auch nur von Lehrern übertragen werden,
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die dann halt auch entsprechend in dieser Übertragungslinie stehen.
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Und Ole, also der Lama Ole, bei dem ich damals Zuflucht genommen habe,
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der war auch Lehrer des Powa.
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Und da hat der Prober gelehrt. Und das ist eine sehr intensive Praxis,
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die dann halt über mehrere Tage gemacht wird.
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Und du lernst quasi dann in dieser Praxis dein Bewusstsein rauszuschleudern.
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Und dann quasi das, was im Tod passiert, so wird es gesagt, die Energie.
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Das klingt schon sehr esoterisch, aber die Energie,
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die dann halt in deinem Zentralkanal verläuft,
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die dann über eine bestimmte Form der Tonnotation dann aus dem Kopf zu schleudern
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und dann in das reine Land,
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du hast dann auch diese Visualisierung von Öpamer,
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dass du dich dann mit dem Öpamer verbindest und da bleibst.
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Und dann bist du eigentlich schon eine Leute. Wenn du Pover hast,
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wird immer gesagt, dann hast du Fast Track, dann bist du einmal Pover Praxis
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gemacht, da kann dir nichts passieren.
Micz Flor
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Aber da muss man doch sterben, hast du gesagt.
Florian Clauß
0:34:47–0:34:52
Ja, aber du übst diese und dann in dem Moment, wenn du stirbst, machst du diese Praxis.
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Und das ist tatsächlich, da wird das jetzt auch so ein bisschen fishy, aber es geht,
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ganz viele Funde oder belegte Schädelfunde von Menschen, die dann tatsächlich
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da oben in ihrem Schädel ein Loch haben.
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Weil das quasi die Energie ist, die so rausschleudert.
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Also das gibt es halt. Das hat man gefunden, wie das jetzt wissenschaftlich
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haltbar ist, sei dahingestellt.
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Aber es ist untermalt nochmal so diese Form der Praxis.
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Also auch das ist so in dieser Katschi-Linie, also unter Ningmas gibt es auch
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dann halt einige, die das lehren.
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Diese wurden dann auch im Westen verbreitet, weil das ist nochmal der andere
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Teil der Geschichte, dass es sehr lange sehr konserviert war,
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das was ich am Anfang letzter Episode erzählt habe,
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dass eben mit dieser Besetzung, mit der Kulturrevolution, mit der Besetzungsgeschichte
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von den Chinesen musste der Dalai Lame fliehen.
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Es gibt viele, wie heißt es, Migration, die sind in Nordindien,
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sind viele tibetische Klöster, die sich da angesiedelt haben, in der Diaspora.
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Mit dieser Besetzung war halt auch die Frage, wie kriegen wir das dann halt auch...
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Weiter dann noch erhalten, ja, und da war dann tatsächlich so,
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dass sich der tibetische Buddhismus im Westen dann so geöffnet hat und dann
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auch eben so die ganzen Hippies, die dann nach Tibet gefahren sind,
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dann tatsächlich auch so aufgenommen hat und die Lehre dann denen gegeben hat, ja,
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also gelehrt und so ist zum Beispiel Ole und es gibt auch viele andere,
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die dann halt auch damit in Kontakt gekommen sind und haben dann auch das dann in Amerika,
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im Westen und Europa verbreitet, Es gibt dann einige Klöster und so weiter und
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die stehen dann halt auch in den Kontakt zu bestimmten Linien, die aus Tibet kommen.
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Also man findet auch da die Übertragungslinie, zum Beispiel der 17.
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Kamapaar, da gibt es aber auch zwei Kamapaars, geschichtlich gerade,
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gibt auch ein großes Kamapaar-Konflikt.
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Jetzt ist der, glaube ich, so auf beiden Seiten stillhalten ausgeschieden.
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Aber da denkst du halt irgendwie so, ja gut, machen wir das,
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die sollen doch mal irgendwie die Politik draußen lassen, aber kriegst du halt nicht.
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Ja, und der Kamapa, der Taille-Dorche, heißt jetzt der, der sich da jetzt in
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dieser einen, also weil die Katschi-Linie dadurch auch gespalten wurde,
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also sich auf den Taille-Dorche berufen, der besucht dann auch öfters mal Europa
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und kommt dann halt zu den verschiedenen Zentren und so weiter.
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Und es wird immer sehr genau drauf geachtet, weil es wird gesagt,
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das ist nicht die eine Sache mit der anderen vermischend, weil das ist eine
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andere Schule und so weiter.
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Also da wird immer sehr drauf geachtet, dass das so diese konservierte Lehre
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aus dieser Schule dann halt...
Micz Flor
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Das klingt ein bisschen nach psychoanalytischen Schulen.
Florian Clauß
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Ja, also noch eine Parallelität zu nehmen. Genau, und das ist so,
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wie sich das dann halt auch bekannt geworden ist in Europa.
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Und wo sich dann auch hier auch in Berlin, ist glaube ich, das eines der Städte,
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wo die meisten buddhistischen Zentren sind, wo auch verschiedene Schulen sind,
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also du hast ja auch alles.
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Ich bin heute zum Beispiel, ich habe eine Fahrradtour gemacht und wir sind durch
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den Tegeler Forst gefahren und dann bei Frohnau rausgekommen.
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Und dann war ich vor dem buddhistischen Haus und dachte so, wow,
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ich habe immer davon gehört, das buddhistische Haus ist von Paul Dahlke irgendwie 1920 gebaut worden.
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Er war dann eher so ein Rationalist, also er hat diese Theravada-Tradition,
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also die Lehren, jetzt nicht so sehr, also dieses tibetische Buddhismus konnte,
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glaube ich, nicht so viel anfangen.
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Aber das war dann lange so das Haus in Berlin, wo dann dieser Weg dann geleert wurde.
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Und jetzt ist es aber sehr recht offen. Also das heißt, da gibt es verschiedene
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Schulen, die dann halt auch da. Es ist ein tolles, also ein schönes Haus, eine Riesenvilla.
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Und es gibt dann wohl einige Buddhas und so weiter auf den Geländer, Statuen und so weiter.
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Und das ist halt auch bei dem tibetischen Buddhismus, du hast viel so Stupa.
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So Stupas sind so Säulen, die dann halt so auch sehr aufgeladen sind mit irgendwelchen
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Mantren, Gebeten und so weiter.
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Und das sind dann halt so mehr oder weniger verdichtete Energie für so einen gewissen Aspekt.
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Ja, da gibt es halt irgendwie so Friedenstupas oder sowas. Und die werden dann
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halt auch so zur Rezitation von Mantren verwendet.
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Dann kann man auch außen rum gehen und rezitiert. Und dann wird halt gesagt,
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wenn du halt bei so einer Stupa, da hast du ein starkes Energiefeld.
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Und du bist dann halt so mehr in den Strom von dieser Idee.
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Also es ist vielleicht auch, wenn ich mich so selber reden höre,
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weiß ich auch, warum ich dann irgendwann dann so das Gefühl hatte,
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auch weil sich das in so einer selbstbestärkenden Weise fortgetragen,
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dass mir dann irgendwann die Wissenschaftlichkeit gefehlt hat.
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Weil dann das, was Buddha gesagt hat, prüfe immer selber, bevor du irgendwas glaubst.
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War bei mir auch so, dass ich dann das Gefühl hatte, dass zu viel Glauben und
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zu wenig irgendwie erleben oder sowas dabei ist und deswegen ich dann irgendwann nicht mehr so...
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Konnte. Aber es sind halt irgendwie gute Geschichten. Es macht halt irgendwie Spaß.
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Und das war dann tatsächlich für mich dann auch vor über zehn Jahren,
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wo ich dann halt nicht mehr praktiziert habe, dann die Frage,
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dass mich mehr so diese wissenschaftliche Seite interessiert und dass ich die
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dann jetzt nicht mehr so mit dem Buddhismus dann zusammenbringen konnte.
Micz Flor
0:40:30–0:40:33
Ja, aber das ist natürlich, was meinst du dann genau mit Wissenschaft?
0:40:33–0:40:35
Auf der einen Seite sprichst du die ganze Zeit von Empirie.
Florian Clauß
0:40:35–0:40:36
Ja.
Micz Flor
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Und mit Empirie könnte man ja auch eine Form der Wissenschaft verbinden,
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also etwas, was Wissenschaft über empirische...
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Daten nenne ich es jetzt mal. Es ist immer schwer, wenn man anfängt,
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sich damit dann irgendwie in Worten ausdrücken zu wollen.
Florian Clauß
0:40:55–0:40:55
Ja, das stimmt, ja.
Micz Flor
0:40:56–0:41:00
Und dann sagst du jetzt aber sehr groß Wissenschaft. Aber das ist dann irgendwie,
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du willst lieber die Wissenschaft als die Empirie.
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Weil die Wissenschaft ist ja auch ganz viel. Das haben wir auch schon irgendwie
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besprochen. Was ist denn, Religionen haben ja auch Wissenschaft.
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Da wird ja auch Wissen geschaffen.
Florian Clauß
0:41:10–0:41:15
Ja, aber ich glaube, ich habe es gerade so versucht, dass es dieser Aspekt,
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dass sich durch diese ständige Wiederholung Sachen dann angenommen werden,
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die ich nicht unbedingt erlebe, sondern eher glauben muss.
Micz Flor
0:41:24–0:41:28
Aber ist es so, dass die Sachen irgendwann beim zehnten Mal den gleichen Film
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gucken, macht der nicht mehr das Gleiche mit dir und trotzdem kannst du dir besser mitreden?
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Weil das wäre ja auch nochmal wichtig zu überlegen, weil meine große Frage an
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dich ist in der Tat damit verbunden und die bezieht sich nicht auf das Ende, sondern auf den Anfang,
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weil ich dich ja als jemand kenne, der gut, du bist immer auch ein ästhetischer
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Mensch gewesen, du bist also ich weiß nicht, was du wirst, aber soweit ich dich kenne,
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solltest du in deinem Werden bleiben wie du bist, dann bist du ein ästhetischer
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Mensch und wirst du noch weiter sein einfacher zu formulieren und,
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eben auch das technische, das wissenschaftlich, das hat dich immer sehr interessiert,
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du hast auch so eine pragmatische, flapsige Art manchmal und sagst immer,
0:42:20–0:42:23
gerade wenn es um Glauben geht, sagst du dann immer so ein bisschen,
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da bist du so ein bisschen und für den Buddhismus aber, da hattest du eben genau
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diese Hingabe oder diese Öffnung oder wie du das dann noch nennen möchtest.
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Und das würde mich wirklich interessieren und ich sage es jetzt mal überspitzt,
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gar nicht direkt an dich, sondern vielleicht wirklich für Leute,
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die es zuhören, weil ich schon mal gesagt hatte, das klingt ja wie so eine absolut.
0:42:45–0:42:50
Irre Backstory. So ein bisschen wie bei Star Wars, da hatte der,
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George Lucas hatte eine Backstory, der hatte vier Romane geschrieben,
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bevor überhaupt dann diese kleine Episode rausgeschnitten wurde und die wurde
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dann Star Wars Teil 3, nee, Teil 4 oder so.
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Also diese Idee von einer Backstory oder ich muss dann auch irgendwie so ein
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bisschen, es ist so viel, was da drin hängt,
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wo ich mich dann frage, wenn dir jemand diese Religion unter einem anderen Titel
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erklärt hätte und dann ist der und das hier und dann wurde das und dann 88.000,
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44.000, 22.000, dann musst du 11.1111 Liegestütze machen und so weiter.
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Und dann würdest du, du hast da gesagt, ja, das ist genau mein geistiger Weg.
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Und wenn ich dir das jetzt so vorsage, klingt das für dich selbst,
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verwirrend, wie du dich dem so öffnen konntest und gedacht hast,
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Das ist wirklich eine Form von, wie würde man sagen, Meta-Psyche?
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Nee, gar nicht. Aber das ist es. So ist das.
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So ist das Gewebe des Seins.
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Das brauche ich nicht mehr unterschreiben, weil es ja so ist.
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Du hast dich dem ja so ganz geöffnet.
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Wo kam das her? Also was war der Auslöser? War das, dass du,
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es ging nicht um Macht, es ging nicht um Geld, es ging nicht um Frauen.
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Ich weiß nicht, worum es ging, aber weißt du, natürlich ging es um dich.
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Du hast dich dem geöffnet, aber was war es, weshalb du da diese Bereitschaft entwickeln konntest?
Florian Clauß
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Ja, also ich glaube, das waren so mehrere Sachen, die hier zusammengekommen sind.
Micz Flor
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Du musstest auch nicht jetzt hier alles aufholen.
Florian Clauß
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Nein, nein, nein, aber ich will dir eins sagen. Ich weiß noch ganz genau,
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wie damals in meinem Schulheft von der Religionskunde die Seite aussah,
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wo die drei Fahrzeuge erklärt wurden.
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Und das war dann Theravada, Mahayana und Vajayana.
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Und dann weiß ich noch, da stand dann halt dieser diamantene Weg halt so für
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wenige, aber sehr, also die Erleuchtung, ich weiß nicht mehr genau, was das heißt.
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Aber dann dachte ich, warum machen nicht alle das, wenn das das Schnellste ist? Und das ist Diamant.
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Also da war das so dieses Kindheitsding, klein, scheiße, groß, okay, aber Diamant.
0:45:30–0:45:35
Das war erst mal so dieses, was sich bei mir dann halt in dieser Religionskunde
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eingebrannt hat und dann war es so, dass viele meiner,
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also was heißt viele, aber einige von meinen Freunden damals,
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das waren alles so Punks und aber auch viel mit Kunst gemacht und so weiter,
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der eine ist dann irgendwann so.
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Losgefahren nach Frankreich und meinte, er will jetzt beim Kloster da mitmachen.
0:45:54–0:45:55
Er will sich mehr mit Esoterik beschäftigen.
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Und er hatte dann halt Kontakt zu dieser Caciolini. Der andere ist tatsächlich Mönch geworden.
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Und mein anderer guter Freund, der hat mich dann zum Ohle-Vortrag mitgenommen.
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Und dann kam auf einmal so dieses... Also es gibt schon eine intensive Erfahrung,
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je nachdem wie offen man ist und so weiter.
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Aber wo ich dann halt geschwürt habe, wow, da passiert was, ja, das ist ja interessant.
0:46:22–0:46:26
Und das hat mich immer losgelassen die ganze Zeit, weil dann kamen halt Kinder
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und so weiter und man musste sich immer so gucken, ich wollte es mehr machen, mal weniger.
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Wenn du dich dann halt auf diesen Weg einstellst, dann gibt es die Grundübungen,
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auch im tibetischen Buddhismus, das Nandroa nennt sich das, teilt sich in vier Grundübungen auf.
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Die erste Grundübung ist dann, dass man sich diese Niederwerfung,
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heißen die, Das heißt, du machst dann immer eine Übung 100, 111, 111 Mal.
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Also immer 100.000, dann 10.000, dann 1.000 und irgendwann ist nur noch eine Übung da.
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Diese Wiederholung machst du, du rezitierst ein Mantra, dann machst du eine spezielle Übung.
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Du musst dich dann immer so hinknien bei der ersten, also quasi hinwerfen.
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Das sieht man auch häufig, diese Niederwerfungen machen dann auch die.
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Mönch ja auch in Tibet. Das ist halt auch so eine Art von morgens,
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dann ist der ganze Körper aktiv.
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Aber was du da Zuflucht nimmst, du nimmst Zuflucht zu den drei Juwelen,
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das ist Buddha, Dharma, Sangha.
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Und zu den drei Wurzeln, das sind dann Jedam, Lama, Jedam, Schützer.
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Also es ist quasi vertikal, horizontal.
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Und dieser Zusatz, als wir in der letzten Folge diese Meditation am Anfang gemacht
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haben, wenn man auch diese genehm Zuflucht zu, diese Zuflucht und dann ist ein
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Buddha-Dharma-Sanga und jeder Lama-Schützer,
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das ist dann halt quasi diese tibetische Linie, die da reinkommt,
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diese tantrische Verstärkung davon.
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Und das visualisierst du, machst dann halt die Verbeugung und so weiter.
0:48:00–0:48:04
Und dann die zweite Übung ist, dass du das Diamantgeist-Mantra machst,
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ja, das Diamantgeist-Mantra wird gesagt, da wird quasi sein ganzes Kaman da rein.
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Ein hundertsübriges Mantra, dass du dann halt auch diese Wiederholung machst.
0:48:15–0:48:19
Beim dritten Nönoübung machst du Mandala-Gaben.
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Das heißt, du baust ganz viele gute Eindrücke auf. Du machst ganz viel Verschenkung im Geist.
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Das ist halt auch immer, wenn du anderen was schenkst und denen alles Gute wünschst.
0:48:29–0:48:33
Das macht man dann auch. Dann hat man so einen gefärbten Reis.
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Der Reis wird auf so eine Schale gekippt. Und dann wird auch ein Mantra rezitiert.
0:48:38–0:48:42
Du kannst auch alles Mögliche in den Reis tun, was dann halt irgendwie Schmuck
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ist oder irgendwas. Ja, also man wertet es so richtig aus.
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Und das vierte Nindo ist dann quasi so das Guru Yoga, wo du dann schon in Richtung
0:48:50–0:48:55
dann diese tantrische Verstärkung machst mit deinem Lehrer. Da bin ich gar nicht hingekommen.
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Also ich bin dann irgendwann bei den Mandala-Gaben verstecken gewesen.
0:49:00–0:49:04
Ganz so schön. Ja, ich habe jetzt neulich meinen Reis, den habe ich bestimmt
0:49:04–0:49:06
zehn Jahre lang nicht ausgepackt.
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Den habe ich dann mit Karin so, oh, hoffentlich sind keine Tiere drin.
Micz Flor
0:49:11–0:49:14
Da ist ja schon ein Tier. Die Hunde sind heute bei uns.
Florian Clauß
0:49:16–0:49:18
Wenn jemand spielen, ja.
Micz Flor
0:49:18–0:49:20
Alles gut, ne?
Florian Clauß
0:49:20–0:49:24
Hoffentlich sind keine Tiere drin, Hunde, weiß man nicht.
0:49:24–0:49:28
Also das sind schon tolle Übungen. Dann gibt es halt quasi, wenn du das Nendo
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abgeschlossen hast und dann so eine spirituelle Reife hat, dann kommt heute
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der Lama und sagt dann, mach mal irgendwie, keine Ahnung,
0:49:36–0:49:41
dann diese Übung oder diese Übung oder so. Mach nochmal Nendo, kommt auch vor.
0:49:42–0:49:47
Also genau, wie bin ich jetzt da hingekommen? Genau, deine Frage war ja,
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wie sie mich das denn so begeistert.
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Und das war erstmal so diese Verbindung zu den Menschen, Freunden, die mir sehr nahe waren.
0:49:55–0:49:59
Dann war das wirklich diese Sangha, die auch eine unglaubliche Energie,
0:50:00–0:50:05
und wo halt immer viel auf den Kursen, man geht dann halt zu Kursen,
0:50:05–0:50:10
dann zeltet man meistens, bist du auch freiwillig immer am Helfen und so weiter,
0:50:10–0:50:13
wie das halt so organisiert ist. So ein bisschen wie der Kongress halt nur.
Micz Flor
0:50:14–0:50:17
Ja, aber es ist interessant, weil du spielst jetzt ein bisschen runter,
0:50:17–0:50:19
aber es war ja erfüllend für dich und jetzt gerade Nein.
Florian Clauß
0:50:21–0:50:24
Nein, nein, ich spiele es nicht runter weil es ist immer so in meinem Leben,
0:50:25–0:50:31
sage ich mal, dass ich immer so nie 100% irgendwo reingehen kann Also es ist immer so eine,
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weiß nicht so ein, ich weiß nicht wie es dir geht aber es gibt mir immer so
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es gibt immer so einen kritischen Abstand also es gibt eine unglaubliche das
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Gefühl dahin gezogen zu sein und Teil davon zu werden,
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aber ich habe immer noch irgendwie so eine Instanz, die dann halt irgendwie dann sagt,
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ne, das ist ja so.
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Und das hindert mich dann auch immer, dann so voll einzusteigen.
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Das ist halt so dieser kritische Abstand, irgendwie die Angst,
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sich da komplett aufzulösen oder aber auch irgendwie so ein gesunder Menschenverstand,
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der dann halt irgendwie bestimmt so, pass mal auf und ist das nicht hier und so.
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Und deswegen ist es, glaube ich, das ist bei mir so. Das ist halt einfach so
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in meiner Natur des Geistes.
Micz Flor
0:51:20–0:51:24
Aber das ist ja dann auch so diese menschliche Existenz, dass man halt so dieses
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Leben als Schwimmbad vor sich hat und man steigt da so ein.
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Man ist aber dann nie der Schwimmbad, obwohl man die ganze Zeit ja Teil des
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Schwimmbads schon ist, weil man ist ja Mensch. Also das ist so.
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Und das ist natürlich aber auch eine notwendige, dieses Ich,
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Ja, auch wenn man sagt, das Ich gibt es nicht.
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Und trotzdem ist es dann natürlich in bestimmten Zuständen, wie vielleicht in
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diesem Swimmingpool, gar nicht schlecht, wenn diese Hauthülle dich noch abgrenzt
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von dem Wasser, das sich umgibt, von dem du auch Teil sein möchtest.
0:51:53–0:51:55
Bist ja auch Schwimmender.
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Du magst das Gefühl ja auch, Teil davon zu sein, ohne wirklich Teil zu sein.
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Das heißt, man braucht diese Grenze da.
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Und ich finde das jetzt, ich finde das ganz, also meine Gedanken gehen gerade
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in so eine Richtung, wenn du das beschreibst.
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Dass es eigentlich natürlich keinen angemessenen Beobachtungspunkt gibt,
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den wir beide einnehmen können, um da drauf zu gucken, um darüber zu sprechen.
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Wir können jetzt nicht über den Buddhismus allgemein sprechen als Religion und
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was das politisch bedeutet und die Geschichte.
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Den Glauben, ja, wir können das jetzt psychologisieren, Glaube, was bedeutet das?
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Und dann denke ich wieder an die andere Folge hier mit Chaos-Magie.
0:52:46–0:52:54
Das ist ja dann auch immer so diese Frage, ist das, was da an Magie passiert, nur Psycho-Zeug?
0:52:54–0:52:57
Was man sich irgendwie schönredet, dass es mehr ist?
0:52:57–0:53:02
Oder ist es möglich, darin etwas zu erleben, was im Rückschluss sagt,
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es kann nicht psychisch sein.
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Also es kann nicht was sein, was ich mir aufgrund meiner Bedürfnisse und Fähigkeiten
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in Kopf und Leib zusammenrechne.
0:53:14–0:53:16
Weißt du, was ich meine? Also wenn wir jetzt drüber sprechen,
0:53:16–0:53:20
und ich muss dazu sagen, wir sind jetzt auch die dritte Stunde in so einem Marathon,
0:53:20–0:53:21
da wird die Energie aufgehen.
0:53:21–0:53:24
Aber das ist so das, wo ich so gerade denke, wenn wir darüber sprechen,
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wie bist du dazu gekommen, was bedeutet das für dich, dann kann man,
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ja, welche Sprache, wie sprechen wir da jetzt drüber? Weißt du,
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wie sprechen wir da drüber, ohne?
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Dass wir es affirmativ noch mal
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sagen oder dass wir es psychologisierend abgrenzen und mit Blick da drauf.
Florian Clauß
0:53:45–0:53:49
Verstehst du, wie ich meine? Ja, ich versuche es gerade so ein bisschen einzuordnen,
0:53:49–0:53:53
weil du mir ja, also du hast mir ja die Frage gestellt, die große Frage.
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Das war ja eben, wo ich dann auch versucht habe zu erklären,
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wie das ist oder wie ich mich da empfunden habe, wie ich da hingekommen bin.
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Und ich habe noch nicht so jetzt tiefer erzählt, außer eben,
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dass ich da bestimmte Sachen nicht connecten konnte, wo ich dann halt wieder
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ausgestiegen bin und wo für mich dann erstmal die Episode abgeschlossen war.
0:54:12–0:54:19
Aber die Frage ist, wie uns das jetzt so, also wir reden ja nicht mehr über
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Buddhismus, sondern wir reden darüber, wie ich das dann erlebt habe,
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praktiziert habe und das ist ja sehr stark jetzt auf mich dann quasi.
0:54:27–0:54:31
Ich habe dir vorher dann halt so Tatsachen und dann dann kommt bei dir die Assoziation
0:54:31–0:54:38
das ist ja wie eine Tech Story von Worldbuilding, was willst du mir erzählen ich möchte.
Micz Flor
0:54:38–0:54:40
Das gar nicht sagen, was willst du mir erzählen das war.
Florian Clauß
0:54:40–0:54:40
Keine Konfrontation,
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du hast ja gesagt das sind ja alles Geschichten interessant, aber,
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ich hatte das jetzt so verstanden du kannst es dir nicht alles so merken,
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das ist ja jetzt dann quasi, welche Informationen möchtest du jetzt dann nochmal
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Und dann bist du ja zu dem Punkt gekommen, was mich dann dazu...
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Das war ja so die Brücke dazu.
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Und das war ja so in diesem Fluss drin. Also insofern, aber du wolltest gerade einhacken.
Micz Flor
0:55:10–0:55:15
Vielleicht wäre es dann interessant, in diese Frage da reinzugehen.
0:55:15–0:55:18
Du gestellst, wie kann man das... Oder was ist dein Interesse,
0:55:18–0:55:20
das mit Psychoanalyse zu erleiden?
Florian Clauß
0:55:20–0:55:24
Genau, das wollte ich jetzt nämlich... Ich wollte diese Brücke jetzt nämlich fragen.
Micz Flor
0:55:24–0:55:28
Da gibt es jetzt ein Interesse von dir, das zu tun. Und dieses Interesse ist
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jetzt eher einer weltlich-wissenschaftlichen Haltung heraus?
Florian Clauß
0:55:33–0:55:36
Nein, ich glaube, es ist eher eine Frage von...
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Textbetrachtung. Also das ist vielleicht so eine Form von, wie ich mir dann
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auch irgendwie so einen Film angucke und dann bestimmte Schlüsse mache und weil
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ich die dann irgendwie so erkenntnisreich finde, dann teile.
0:55:51–0:55:57
Und das ist dieser Punkt. Und der Punkt war der Auslöser von deiner Geschichte
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mit den Emotionen, mit dem Unbewussten.
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Und die Frage, die sich ja auch damals, Also es war ja so auch,
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als sich dann der Buddhismus als der Bekannter geworden ist im Westen, war ja auch die Zeit so,
0:56:16–0:56:20
als sich die Psychoanalyse dann auch verbreitet hat. Also 19.
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Jahrhundert, 1910 und so weiter, diese Jahre, wo dann auch Anthroposophie,
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Digitalismus und so weiter.
0:56:27–0:56:31
Das kam ja so alles als Konzepte, so die ersten Liebens. Ja, das sind Kulte.
Micz Flor
0:56:31–0:56:32
Wir haben ja jetzt hier die Jungen.
Florian Clauß
0:56:32–0:56:36
Genau, diese ganze Kamera. Und dann kann man, Buddhismus war ja auch ein Teil
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von dieser, also so dieses Verständnis der 20er Jahre, das sich dann halt auch
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so, wo ich dann halt nochmal schön fand, dann das buddhistische Haus zu sehen,
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weil das ja dann, auch in Berlin gab es ja dann so den Austausch,
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die Achse Wien Berlin, ja,
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wo dann im Prinzip diese mit Hans Sachs und Abraham, was wir dann auch in einer anderen Folge,
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die Geheimnisse einer Seele, wo wir dann über den Film von Papst gesprochen
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haben, der der erste psychoanalytische Film, diese Lehre. Es war ja alles so dieses,
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Berlin-Weimarer Republik, dann Wien mit Freud, mit auch den anderen Vertretern,
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also Zige Jung und so weiter.
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War ja dann in der Schweiz, aber es war ja so ein Umfeld, wo das dann entstanden
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ist und das fand ich halt spannend.
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Okay, was passiert da, dass das dann so offen wird?
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Was hat das mit Buddhismus zu tun? Das sind ja die ersten Wurzeln des Hippitums,
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die sich dann halt auch da quasi so gebildet haben, ja.
Micz Flor
0:57:33–0:57:38
Die Waldzitter, die um 1900 erfunden als Banda Musik.
Florian Clauß
0:57:39–0:57:42
Da stellt sich ja gesellschaftlich die Frage,
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Nach Bewusstsein, Unterbewusstsein, ich meine, dann kommt die Quantenphysik,
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dann kommt irgendwann die Atombombe, also das ist ja quasi das Ende der Moderne, was da so passiert.
Micz Flor
0:57:56–0:57:59
Du machst gerade ein Outline für die vierte Staffel von Twin Peaks,
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also wir können jetzt nochmal über den Buddhismus, die vierte Staffel,
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da schneiden sich die Atombomben mit Buddhismus und Freud.
Florian Clauß
0:58:07–0:58:13
Und dann natürlich diese absolute Katastrophe des Nationalsozialismus, wo dann,
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wir hatten das ja in den Folgen über den Holocaust ausführlich berichtet,
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wo ja dann eine Menschlichkeit so dermaßen verschwunden ist.
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Das ist ja auch alles innerhalb von 20 Jahren passiert.
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Das ist, glaube ich, das, was mich da so auf der einen Seite berührt, interessiert.
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Und wo ich dann diese Brücke dann einfach nur so, auch wenn sich das vielleicht
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gar nicht so zusammenführen lässt, ähnlich wie Buddha mit Heraklit,
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ähnliche Ideen entwickelt hat.
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Aber die Frage, warum sich dann in der Zeit dann freut das Unbewusste,
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erstmal auch nur aus einer Beobachtung heraus, das war auch so diese Sache die
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ich angemerkt habe bei deiner Episode das ist ja eigentlich mehr oder weniger so,
0:59:03–0:59:08
Buddha auch mehr oder weniger so nur beobachtend ist erstmal diese Empirie,
0:59:08–0:59:12
du beobachtest was und ziehst dann Schlüsse das ist ja quasi so diese.
0:59:13–0:59:21
Grundlegende Oder wenn du Phänomene beobachtest und dann im Prinzip mehr oder
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weniger ein wissenschaftliches System drauf aufbauen kannst,
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durch Beobachtung und das dann eine gewisse Erfahrung mit sich bringt.
0:59:30–0:59:37
Du bist ja damit eingestiegen bei Freud, dass er an einem bestimmten Punkt dann die Neuro-
Micz Flor
0:59:38–0:59:40
Neuropsychologie, Neurologie, also Neurologie.
Florian Clauß
0:59:40–0:59:46
Dann halt dann nicht mehr weiterkam mit den Mitteln da drin und sich dann andere,
0:59:46–0:59:52
also einen anderen Zugang entwickelt hat und dann erst mal dieses topische Modell
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entwickelt hat und dann irgendwann das, das Ich, Er ist über Ich Modell, ja,
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das ist nochmal strukturelle Modell, genau.
1:00:00–1:00:03
Das waren ja erst mal nur so Sachen, die er sich zu überlegen konnte.
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Das war ja so ein Naturforscher. Du guckst dann den Gegenstand an und der Baum.
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Was ist denn da drunter? Und du siehst dann auf einmal das Mizen.
1:00:14–1:00:20
Aber nur aus einer Überlegung heraus. Das ist ja das Tolle, dass man das erkennen
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kann und weiterdenken kann.
1:00:23–1:00:26
Das ist ja unglaublich, dass du dann Erkenntnisse, die dann,
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wie Kepler dann irgendwann berechnen konnte, wie die Bahn des Mars ist und dass
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die elliptisch verlaufen.
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Einfach weil er diese Berechnung gesehen hat. Und dann, na gut,
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der hat ja Mathematik als Werkzeug.
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Aber das sind ja so Sachen, die sind ja unglaublich.
Micz Flor
1:00:46–1:00:50
Ja, was ich dir nach der letzten Folge auch noch geschickt habe mit diesem Beobachten.
1:00:50–1:00:50
Das fand ich auch interessant.
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Das wusste ich auch nicht mehr, ich habe es nochmal selber nachgucken müssen.
1:00:53–1:00:59
Aber dass für, also in der Diagnostik von neurologischen Problemen im Gehirn,
1:00:59–1:01:00
ja die Gehirnschädigung,
1:01:01–1:01:05
sodass da 90 Prozent immer noch einfach mit Fragebögen, mit Befragung,
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mit Beobachtung korrekt diagnostiziert werden können. Und das ist schon erstaunlich.
1:01:11–1:01:14
Man würde denken, dass heute gehen die bestimmt alle in die Röhre und wird alles
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geguckt. Nein, das ist immer noch so.
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90 Prozent davon kann man wirklich über die Lokalisierbarkeit von bestimmten
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Funktionalitäten im Gehirn ableiten, wenn man mit den Leuten einfach ins Gespräch
1:01:25–1:01:27
kommt und die beobachtet und anguckt.
1:01:27–1:01:31
Und gleichzeitig ist das auch damit verbunden,
1:01:33–1:01:36
in Übertragung, das ist in die Psychonahrung, das, was entsteht,
1:01:37–1:01:41
nicht mehr so leicht über Lokalisierung und sowas, weil es zwischen Menschen passiert.
1:01:41–1:01:43
Jetzt rutsche ich aber ein bisschen in eine Sache, die ich gar nicht so gut
1:01:43–1:01:47
sagen kann, wollte aber was wollte ich da noch sagen?
1:01:47–1:01:50
Habe ich hier mein Bein gestellt? Das lokalisierbare.
Florian Clauß
1:01:50–1:01:55
Also ich fand es auch interessant, dass es allein also diese Erkenntnisse über
1:01:55–1:02:01
die welche Funktionen im Gehören was für Ausprägungen an Verhalten und so weiter da machst.
1:02:01–1:02:04
Das ist halt, was du meintest, das ist halt Kriegsverletzungserfahrungen haben.
1:02:04–1:02:07
Also man braucht ja erstmal irgendwie die Bomben, die dann halt entsprechende
1:02:07–1:02:10
Teile vom Gehirn weggebombt haben, damit man die Erfahrung macht.
1:02:11–1:02:17
Wenn das fehlt, dann fehlt halt, keine Ahnung, das Sehen oder sowas.
Micz Flor
1:02:17–1:02:21
Ja, das ist natürlich ethisch-moralisch auch so. Man kann die Menschenversuche nicht mehr machen.
Florian Clauß
1:02:21–1:02:22
Es gibt genügend Versuche.
Micz Flor
1:02:22–1:02:26
Die auch in der Psychologie gemacht wurden, mit Menschen, wo man versucht hat,
1:02:26–1:02:28
die halt zu schocken oder zu verschrecken.
1:02:28–1:02:30
Das würde man durch den Ethikrat nicht mehr durchkriegen.
1:02:30–1:02:33
Und damals hatte man scheinbar da gar kein Gespür für.
1:02:33–1:02:37
Aber im Endeffekt war es dann der Krieg. Der Krieg, der dafür gesorgt hat,
1:02:37–1:02:42
dass Menschen einfach bestimmte Fähigkeiten ihres Kortex verloren haben,
1:02:42–1:02:44
nicht mehr sprechen konnten, nicht mehr Farbe sehen konnten,
1:02:44–1:02:46
keine Gesichter mehr kennen konnten.
1:02:46–1:02:49
Und auf einmal begann man so eine Karte zu finden.
Florian Clauß
1:02:49–1:02:57
Das ist ja auch wieder aus Beobachtungen, durch Umstände, die ja nicht so positiv sind.
1:02:57–1:03:01
Und das finde ich halt schon, sind ja wieder so Konstellationen, die zusammenkommen.
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Damit dann Wissenschaft oder Erkenntnis einen Schritt weiter gehen kann.
Micz Flor
1:03:06–1:03:09
Und das ist eben das, was mich dann, glaube ich, an dir interessiert und diese
1:03:09–1:03:12
Buddhismussache. Weil du hast den Begriff des Bewusstseins auch ganz am Anfang
1:03:12–1:03:13
mit reingenommen, in der letzten Folge.
1:03:14–1:03:16
Und jetzt sagst du wieder Bewusstsein, aber es fühlt sich so an,
1:03:16–1:03:18
als ob du was anderes damit meinst.
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Und es gibt in dieser buddhistischen Lehre ja dieses, wie ich dich verstanden
1:03:23–1:03:26
habe, dieses Ich nicht so richtig.
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Und C.G. Jung hatten wir auch in der Folge, wo ja auch dieses,
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kollektive Unbewusste bei C.G. Jung ja auch so ein Raum wird,
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wo man je nachdem, welche Texte man liest und wie man sie deutet.
1:03:39–1:03:45
Dann auch sich das natürlich sehr stark auch etwas potenziell Unnatürlichem
1:03:45–1:03:47
öffnet, im Sinne von, es ist nicht mit dieser Natur verbunden.
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Und das ist ja diese uralte Körper-Geist-Problematik. Wie können Geist und Körper,
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also der Körper ist ausgedehnt, der Geist ist nicht ausgedehnt oder hat keinen
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Raum in dem Sinne. Wie kann das sein?
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Und gleichzeitig haben wir aber jetzt durch die Kriegsversehrten,
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können wir, dass sehr viel von dem Geist sehr wohl in den Gehirn weggeschnitten werden kann.
1:04:10–1:04:15
Und trotzdem ist das in dem Austausch mit jemandem, ist es trotzdem immer noch
1:04:15–1:04:19
mehr als dieser Ort. und es ist ein Gefühl, das ist das Ding,
1:04:19–1:04:22
es fühlt sich wie etwas an, ein Gehirn zu sein.
1:04:22–1:04:28
Es fühlt sich an, das ist das, was vielleicht in der Natur nicht so oft passiert,
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was vielleicht öfter passiert, als wir wollen.
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Das wäre dann auch meine nächste Folge, das ist dann die 106,
1:04:35–1:04:37
über Marc Solms Neuropsychoanalyse.
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Deshalb möchte ich da nicht so viel reingehen. Und da wird es eben auch nochmal
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darum gehen, welche Rolle spielen Emotionen und der Körper und auch sogar die
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Mortalität, also die Sterblichkeit des Organismus.
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Wie wichtig ist das für Bewusstsein, wenn man diese Idee des Bewusstseins aus
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der neuropsychoanalytischen Richtung verfolgt? Und ich finde das total spannend.
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Das ist wirklich so für mich gerade gleichzeitig, aber auch so ein Bild,
1:05:08–1:05:15
gerade weil es einerseits sehr weit offen ist, ohne panpsychisch oder sowas zu sein.
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Und auch sehr konkret eigentlich über die Entstehung des Bewusstseins geht und
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trotzdem aber auch explizit,
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nicht davon ausgeht, dass es etwas gibt, was außerhalb der Natur ist.
1:05:28–1:05:33
Und das ist ja dann dieser Sprung hinein, das kollektiv unbewusste bei C.G. Jung.
1:05:34–1:05:37
Und da musste ich aber auch dran denken und möchte vielleicht so ein bisschen
1:05:37–1:05:42
was sagen zu deiner Frage, wie kann man die Psychoanalyse und diesen Buddhismus so zusammenschrauben.
Florian Clauß
1:05:42–1:05:48
Darf ich da vielleicht wieder ins Thema einsteigen? Ich freue mich voll auf die Solms-Episode.
1:05:48–1:05:52
Wir waren ja schon in der Solmsstraße. Insofern ist die schon abgelaufen.
1:05:54–1:05:58
Aber da bin ich sehr gespannt auf die nächste Episode. Ich möchte jetzt nochmal
1:05:58–1:06:01
so diesen, ich habe jetzt wieder meine Notizen rausgeholt, weil das sozusagen,
1:06:01–1:06:04
die ich nicht unbedingt aus dem Gedächtnis rezitieren kann.
1:06:05–1:06:10
Die Frage, was fürs Bewusstsein, weil diese Frage ist gerade so zentral durch
1:06:10–1:06:14
diese ganzen generativen KI-Modelle und so weiter, ist ja immer die Frage,
1:06:14–1:06:17
was ist Bewusstsein und das ist ja auch so das, was uns die ganze Zeit auch,
1:06:18–1:06:23
über die Jahre unseres Podcasts beschäftigt. Es ist eine tiefst philosophische Frage.
1:06:23–1:06:28
Und ich finde, da kommt nochmal durch die Sichtweise von Buddha und die Definition,
1:06:28–1:06:33
was er bewusst hat, kommt nochmal eine andere Ebene rein, die völlig konkurrent
1:06:33–1:06:37
zu seiner Lehre ist, aber die nochmal so eine andere Blickrichtung.
1:06:38–1:06:41
Ich gehe mir jetzt mal so, also wir hatten schon gesagt, bei Freud,
1:06:41–1:06:43
ja, ist das nochmal so die Wiederholung.
1:06:44–1:06:47
Also wir haben das Strukturmodell mit Es, Ich, Überich.
1:06:48–1:06:55
Es gibt das Topische, das Bewusste, das Verdrängte und das Vorbewusste,
1:06:55–1:06:57
das Unbewusste als Abstufung.
1:06:57–1:07:04
Wir haben diese Felder von Trieb und Verdrängung, Eros und Thanatos.
1:07:05–1:07:09
Die Frage, wo es war, soll ich werden. Also wo es war.
1:07:09–1:07:16
Ja, also das heißt, das shiftet sich ja so, da wird ja quasi die Kulturtechnik,
1:07:16–1:07:22
wird ja dann durch diese Kultivierung der Triebe, entsteht ein Ich,
1:07:23–1:07:26
ja, und das sich natürlich spiegelt durch das Über-Ich, ne, also das ist so
1:07:26–1:07:30
ganz so, was ich davon noch irgendwie im Kopf habe, ja, so, also, und,
1:07:30–1:07:37
Da hingegen, der Buddhismus, der sieht ja durch diesen achtfachen Pfad,
1:07:37–1:07:41
ist ja quasi die Erleuchtung mehr oder weniger die Kulturtechnik.
1:07:41–1:07:45
Also wenn bei Freud ja die Kulturtechnik auch immer wieder so,
1:07:46–1:07:50
als wenn wir die Triebe nicht rauslassen, dann kriegen wir ja nicht das Unbewusste mit.
1:07:50–1:07:55
Also wenn bei Buddha ja sagt, na gut, vielleicht mach ich mal eine Schicht drüber,
1:07:56–1:07:59
ich will ja gar nicht wissen, was dann karmamäßig alles da abläuft.
1:07:59–1:08:03
Die Berührungspunkte zwischen den beiden, jetzt mal so zusammengefasst,
1:08:03–1:08:07
also Mensch wird von unbewussten Kräften gesteuert.
1:08:08–1:08:12
Also der eine sagt halt irgendwie so Geistesgifter-Kammer, der andere dann halt
1:08:12–1:08:16
Es oder Trieb oder Unbewusst oder sowas.
1:08:17–1:08:22
Der Impuls, dass das passiert, ist ja auch bei beiden vergleichbar.
1:08:22–1:08:28
Begierde, Trieb, Leid, nicht Leid, aber Trieb.
1:08:29–1:08:33
Daraus entsteht Leid, aber es ist im Prinzip ein Trieb, eine Begierde oder ein
1:08:33–1:08:36
Störgefühl, was dann halt quasi diese ganze Maschinerie da in Gang sitzt.
1:08:36–1:08:41
Beide sagen ja auch so, das Ich ist nicht der Herr im eigenen Haus.
1:08:42–1:08:47
Was auch dann eine interessante Parallelität ist, dass der Freud eine ähnliche
1:08:47–1:08:51
Methode entwickelt hat, um dann halt quasi in diese Schichten zu kommen.
1:08:52–1:08:56
Nämlich dann die gleichschwebende Aufmerksamkeit, also dieses Freisprechende.
1:08:58–1:09:00
Diese Assoziation oder was auch immer.
1:09:01–1:09:05
Und im Buddhismus ist ja diese buddhistische Achtsamkeit. Also das heißt,
1:09:05–1:09:06
die Methodik ist irgendwie so ähnlich.
1:09:07–1:09:11
Aber ich will jetzt mal zu den Unterschieden kommen und dann zu dem eigentlichen
1:09:11–1:09:14
Punkt, nämlich das Ich-Verständnis.
1:09:14–1:09:19
Also bei Freud will das Ich eher stärken, so als Institution während im Buddhismus
1:09:19–1:09:23
ja das Ich ja eher aufgelöst werden soll, weil es eine Illusion ist und weil
1:09:23–1:09:25
es ja dann diese Trennung macht und so weiter.
1:09:26–1:09:32
Das Ziel der Therapie, also Buddha will ja die vollständige Erleuchtung haben,
1:09:32–1:09:36
während bei Freud das gewöhnliche Unglück.
1:09:38–1:09:40
Einer ist eher so sehr positiv.
Micz Flor
1:09:41–1:09:45
Ich glaube, ich beschreibe das gewöhnliches Unglück. Also der Mittelweg.
Florian Clauß
1:09:45–1:09:50
Der mittlere Weg. Damit es dir nicht so schlecht geht. Zum Scheißen reicht es halt.
1:09:53–1:09:57
Ich glaube, das nur das Therapieziel.
1:09:58–1:10:01
Die Therapie, du willst da quasi den Menschen so weit wieder herstellen,
1:10:01–1:10:04
dass er sich dann halt morgens in den Spiegel angucken kann,
1:10:04–1:10:06
ohne halt irgendwie, dass es ihm schlecht dabei geht.
1:10:08–1:10:09
Oder wie auch immer.
Micz Flor
1:10:09–1:10:13
Gut, aber jemand anders könnte sagen, das ist der mittlere Weg bei Buddha.
1:10:13–1:10:17
Du musst jetzt nicht asketisch und päpflisch als der Papst. und du musst jetzt aber auch nicht hin.
Florian Clauß
1:10:17–1:10:19
Nein, nein, der mittlere Weg ist nur eine Form der Einrichtung.
1:10:20–1:10:24
Du musst nicht dich in, also es geht immer um Erleuchtung, es geht immer um das Absolute.
1:10:24–1:10:28
Der mittlere Weg ist nur die Methode dafür, dass du,
1:10:29–1:10:34
jetzt dir nicht auf diesen Weg zur Erleuchtung zu viele Hindernisse einbaust,
1:10:35–1:10:40
sollst du dann halt nicht irgendwie... Aber natürlich, du hast diese totale Sonne.
Micz Flor
1:10:40–1:10:43
Aber das ist vielleicht schon mal wichtig festzuhalten, eher als großer Unterschied,
1:10:43–1:10:45
es gibt diese Erleuchtung nicht.
Florian Clauß
1:10:46–1:10:47
Nein, natürlich.
Micz Flor
1:10:50–1:10:51
Diese Karotte da drüben.
Florian Clauß
1:10:51–1:10:56
Nein, nein, die haben wir nicht. Es ist absolut wichtig, dass wir hier das Ziel
1:10:56–1:11:01
der ganzen Übungen oder der Praxis dann auch komplett unterschiedlich ist.
Micz Flor
1:11:02–1:11:05
Und ich möchte damit aber nochmal jetzt explizit festhalten,
1:11:06–1:11:12
in Freuds Denken über, wie das alles funktioniert und wie man daraus dann auch
1:11:12–1:11:15
so ein Modell entwickeln kann und wie man daran anknüpft,
1:11:15–1:11:19
auch klinisch wirksam werden kann und das immer wieder dann auch in einer sehr
1:11:19–1:11:23
besonderen Form der Wissenschaft wieder reflektieren kann und verbessern kann
1:11:23–1:11:25
oder verändern kann oder fallen lassen kann.
1:11:26–1:11:32
Da kommt Erleuchtung nicht vor. Aber bei Menschen kommt Erleuchtung vor oder
1:11:32–1:11:34
so ein Wunsch oder der Glaube.
1:11:34–1:11:40
Das heißt, ich wollte jetzt nicht sagen, es gibt Erleuchtung nicht.
Florian Clauß
1:11:40–1:11:47
Sondern es ist nicht die Frage, die ich jetzt in diesem Kontext stelle,
1:11:47–1:11:52
sondern es war ja der Ausgang, dies zu vergleichen, was will Freud an Erleuchtung?
1:11:52–1:11:55
Was ist Bewusstsein? Das ist die Frage.
Micz Flor
1:11:55–1:11:59
Ich habe wieder viel zu viel Redezeit. Okay, ich warte jetzt auf die Frage.
Florian Clauß
1:12:00–1:12:04
Die Frage ist halt, was ist das Bewusstsein? Bei Freud, das hast du ja so,
1:12:04–1:12:09
das Wahrnehmungsorgan, Bewusstsein, das eine kleine Spitze des Eisberges dann
1:12:09–1:12:14
irgendwo lokalisieren kann. So ganz platt gesprochen.
1:12:15–1:12:21
Und da kommt Buddhismus mit einer ganz anderen Antwort, nämlich Bewusstsein
1:12:21–1:12:24
ist eines von fünf Daseinsfaktoren.
1:12:25–1:12:27
Und das finde ich ganz interessant, diese fünf,
1:12:28–1:12:33
Daseinsfaktoren, weil die sind sehr universell und die kann man so als System,
1:12:33–1:12:36
glaube ich, auch auf andere Sachen übertragen.
1:12:36–1:12:41
Und ich glaube, mit dieser Unterscheidung bekommt man in dieser Diskussion um
1:12:41–1:12:46
KI und allen, bekommt man nochmal eine andere Ebene rein. Und das ist,
1:12:46–1:12:47
glaube ich, da, wo ich hin will.
1:12:47–1:12:51
Also es werden fünf Faktoren unterschieden.
1:12:52–1:12:57
Der erste Faktor ist Rupa, also das sind jetzt die Sanskrit-Begriffe.
1:12:57–1:13:00
Rupa ist Körperlichkeit, Form.
1:13:00–1:13:05
Der zweite ist Vedana und das ist die Empfindung.
1:13:05–1:13:10
Also ob was angenehm, unangenehm ist, also quasi so die Rückkopplung mehr oder
1:13:10–1:13:15
weniger von Körper und, also das heißt die Interpretation.
1:13:15–1:13:22
Samtna ist die Wahrnehmung, das Erkennen, also allein nur so Reize,
1:13:22–1:13:24
die dann halt irgendwo durch den Körper,
1:13:25–1:13:30
durch einen Prozess, dann Samskara ist, da kommt wieder so diese,
1:13:30–1:13:34
Samskara ist im Prinzip so diese Geistesprägung, das Karma,
1:13:34–1:13:37
das ist so dieses Mindset oder, nee, nicht Mindset, Quatsch,
1:13:37–1:13:43
also zu welchem Zustand du gerade so da bist und was du halt irgendwie so an
1:13:43–1:13:47
Altlasten dann quasi in deinem Geist hast, ja.
1:13:47–1:13:54
Und da kommt erst als fünfte als fünften Punkt das Vichnana ist das Bewusstsein
1:13:54–1:14:00
das heißt und die sind gleichwertig mehr oder weniger und wenn du jetzt so guckst.
1:14:01–1:14:06
Diese fünf Punkte, diese Daseinsfaktoren wir hatten dann auch über die Tierwelt
1:14:06–1:14:11
gesprochen als eigene Kaste da kannst du auch alles wiederfinden in bestimmten
1:14:11–1:14:14
Ausprägungen also die Körperform erkennen,
1:14:14–1:14:17
angenehmen Gefühle Empfindsamkeit ist ja alles da.
1:14:17–1:14:21
Bewusstsein, es gibt kein selbst reflexives Bewusstsein.
1:14:21–1:14:25
Das heißt, die Erkennung des Selbst ist,
1:14:26–1:14:32
beschränkt, aber es gibt genauso und da drückt sie ja auch Bewusstsein aus, Traumbewusstsein.
1:14:33–1:14:38
Tiere träumen ja auch nachweislich oder es gibt andere Formen von Bewusstsein.
1:14:39–1:14:43
Und das ist halt so die Form und das finde ich eigentlich eine ganz gute Schablone,
1:14:43–1:14:47
um auch jetzt Sachen einordnen zu können.
1:14:47–1:14:51
Also wenn du dann auf KI guckst, gibt es da einen Körper? Gibt es da einen Erkennen?
1:14:51–1:14:52
Gibt es da irgendwas? Nee?
1:14:53–1:14:56
Okay. Aber es gibt einen extrem hoher Bewusstseinszustand.
Micz Flor
1:14:56–1:15:00
Ja, aber kein Bewusstsein, sondern Intelligenz. Es gibt viele Werksteigen.
Florian Clauß
1:15:00–1:15:04
Ja, es ist die Frage, ob dann halt irgendwie nicht Intelligenz dann gleich Bewusstsein ist, aber stimmt.
1:15:04–1:15:07
Ja, nee, also Bewusstsein ist ja in so einem kybernetischen System das,
1:15:07–1:15:12
was dann halt auch irgendwie die Eindrücke wieder verarbeiten kann und dann
1:15:12–1:15:14
Kurskorrekturen machen kann.
1:15:14–1:15:17
Aber kann ja auch eine KI. Kannst du das sagen?
Micz Flor
1:15:17–1:15:24
Ja, aber dann sind wir eher wieder bei dem hier Dings-Test, also Turing-Test, also wenn...
Florian Clauß
1:15:24–1:15:24
Ja, genau.
Micz Flor
1:15:25–1:15:27
Dann fallen wir darauf hinein.
Florian Clauß
1:15:27–1:15:29
Ja, dann ist die Vollständigkeit einer...
1:15:31–1:15:36
Ganzen Kette. Das wollte ich vor allen Dingen mit dir teilen.
1:15:36–1:15:40
Diese Frage und kommen wir doch nochmal auf die Erleuchtung.
1:15:41–1:15:46
Und die Frage ist, ist die Erleuchtung sowas wie die Überbrückung des Unbewussten?
1:15:46–1:15:52
Also wenn wir jetzt quasi das Ziel des Buddhismus meppen auf die Psychoanalyse.
Micz Flor
1:15:52–1:15:53
Also.
Florian Clauß
1:15:53–1:15:54
Ist das oder.
Micz Flor
1:15:54–1:15:57
Wie sagt nochmal den Satz? Ist die Erleuchtung?
Florian Clauß
1:15:57–1:16:02
Die Erleuchtung, das Ziel, die Überwindung des Unbewussten.
1:16:02–1:16:06
Also die Frage ist, wenn wir uns den Menschen Buddha anschauen,
1:16:06–1:16:10
der erleuchtet ist, hat der noch ein Unterbewusstes?
Micz Flor
1:16:12–1:16:12
Unbewusstes.
Florian Clauß
1:16:12–1:16:13
Unbewusstes.
Micz Flor
1:16:13–1:16:16
Ja, es ist total spannend, was du sagst. Wir können es ja mal versuchen.
1:16:16–1:16:20
Also das ist dann, wie gesagt, ich werde das jetzt, wer jetzt noch zuhört.
1:16:21–1:16:24
Ich habe das Gefühl, vielleicht versteht man uns gar nicht mehr und wir verstehen
1:16:24–1:16:27
das vielleicht selber nicht mehr, wenn wir das dann hören, wenn es dann fertig ist.
1:16:27–1:16:30
Weil es ist jetzt irgendwie, finde ich, sehr, wir sind gerade sehr ineinander verdreht.
1:16:31–1:16:33
Aber im Tanz.
1:16:34–1:16:36
Genau, wir sind im kosmischen Tanz miteinander verdreht.
Florian Clauß
1:16:36–1:16:37
Nicht verrenkt.
Micz Flor
1:16:38–1:16:42
Ich könnte ja mal so als Vorgriff auf die nächste Folge versuchen,
1:16:42–1:16:49
nicht zu stolpern, wenn du mir die Sachen alle nochmal, diese fünf Daseins Faktoren,
1:16:50–1:16:56
sagst und ich sage dazu irgendwie nur fünf bis zwölf Sätze, wie ich das jetzt
1:16:56–1:17:03
einordnen würde und sage jetzt, liebe ZuhörerInnen, das ist jetzt einfach ein Spiel.
Florian Clauß
1:17:04–1:17:05
Okay, wow.
Micz Flor
1:17:06–1:17:11
Das hat kein... Also das ist jetzt eher so dieses Lexikonspielen.
1:17:11–1:17:14
Ich versuche jetzt, diese Begriffe mit...
1:17:15–1:17:22
Solche neuropsychoanalytischen Ideen zu füllen und gleichzeitig von den anderen abzugrenzen.
Florian Clauß
1:17:22–1:17:24
Okay, ich fange an. Körperlichkeit.
Micz Flor
1:17:25–1:17:30
Körperlichkeit, der Leib, genau. Das ist sowohl bei Freud als auch in dieser
1:17:30–1:17:34
Neuropsychoanalyse von Marc Solms ist noch einer, die ich vorstellen werde,
1:17:34–1:17:36
ist das ein wichtiges Thema.
1:17:37–1:17:42
Körperlichkeit, es kommt aus dem tiefsten Inneren, das Viszerale,
1:17:43–1:17:44
das körperliche Empfinden.
1:17:45–1:17:49
Dieser Wunsch nach Homöostase, auf den komme ich gleich in einer anderen Charaktion,
1:17:50–1:17:54
diese Körperlichkeit, das ist der Ort, an dem, wenn der nicht gegeben ist,
1:17:54–1:17:56
dann kann es auch Bewusstsein nicht geben.
1:17:57–1:18:00
Und das hat dann gleich mit, machen wir den nächsten?
Florian Clauß
1:18:02–1:18:02
Empfindung.
Micz Flor
1:18:02–1:18:10
Empfindung. Und das hat mit Emotionen zu tun. Weil wenn man ein ganz gut objektivierbares
1:18:10–1:18:16
Modell für Bewusstsein anlegt, dann geht es nach der Glasgow-Koma-Scale.
1:18:16–1:18:20
Bin ich im Koma oder auf welcher Stufe von Bewusstsein bin ich?
1:18:20–1:18:23
Natürlich bin ich ganz oben, kann ich irgendwie rechnen und gleichzeitig tanzen,
1:18:24–1:18:26
auf einem Bein stehen und noch eine Oper singen oder so.
1:18:26–1:18:29
Aber die Frage ist, wo bin ich aus dem Koma raus?
1:18:29–1:18:38
Und da gibt es einen Ort eben im Brainstamp, der eben diese zwei Kubikmillimeter groß ist.
1:18:38–1:18:40
Wenn der zerstört ist, dann ist die Person im Koma.
1:18:41–1:18:44
Und da bricht es ab. Und, und das ist jetzt diese Körperlichkeit,
1:18:46–1:18:55
das ist verbunden, dadurch kommen die Emotionen des Körpers ins Hirn, sag ich mal so.
1:18:55–1:18:58
Also man geht jetzt davon aus, dass das Empfinden, die Emotionen,
1:18:59–1:19:02
sind das wirklich Notwendige,
1:19:05–1:19:08
damit nicht nur der Mensch, sondern eben andere auch, glaube ich,
1:19:08–1:19:11
später noch darauf einfach so sich öffnen können, sage ich mal so.
Florian Clauß
1:19:11–1:19:11
Okay.
Micz Flor
1:19:11–1:19:12
Also dann machen wir weiter.
Florian Clauß
1:19:13–1:19:17
Darf ich hier noch einen kurzen Einschub? Sorry, dass ich dich da unterbreche.
1:19:17–1:19:20
Aber das ist mir nochmal, das habe ich noch nicht erwähnt, weil das ist nochmal
1:19:20–1:19:23
ein ganz zentraler Baustein vom Buddhismus.
1:19:23–1:19:29
Der Buddhismus sagt, dass überall, überall ist Information, überall ist Geist.
1:19:30–1:19:33
Das ist so, der Raum ist Information und Geist.
Micz Flor
1:19:34–1:19:34
The Matrix.
Florian Clauß
1:19:35–1:19:40
Und das Gehirn ist quasi nur ein Organ, um diesen Geist zu transformieren.
1:19:40–1:19:45
Also das heißt, wir haben jetzt ein Gehirn und können jetzt anhand des Gehirns,
1:19:45–1:19:50
wie auch immer, da sein, können wir jetzt auch diesen Geist wahrnehmen.
1:19:51–1:19:54
Das wollte ich nochmal sagen. Das Dritte ist die Wahrnehmung.
Micz Flor
1:19:55–1:20:00
Die Wahrnehmung, genau. Das ist Perception. Das passiert im Kortex,
1:20:00–1:20:02
in dem Neokortex, im Großen, was uns wirklich groß macht.
1:20:03–1:20:07
Was uns auch irgendwie nicht komplett von anderen Tieren abgrenzt haben, Ratten und so auch.
1:20:07–1:20:13
Aber wir haben so viel davon, dass der Blick der Menschen auf die Menschen,
1:20:13–1:20:16
dass die Krönung der Schöpfung immer auf diesen Kortex gerichtet war.
1:20:16–1:20:21
Und auch Freud, das hatte ich ja kurz angerissen, in seiner Entstehung von Bewusstsein,
1:20:21–1:20:26
was man heute wahrscheinlich erst deklaratives Bewusstsein beschreiben würde.
1:20:26–1:20:30
Also als etwas, was uns im besten Sinne bewusst ist und notwendig,
1:20:30–1:20:35
um Rechnungen vorzumachen, um eben diese Informationswelle durchzuarbeiten,
1:20:35–1:20:39
ist die Wahrnehmung, die verschränkende Wahrnehmung mit dem Gehirn bei Freud
1:20:39–1:20:41
der Ort, an dem Bewusstsein entsteht.
1:20:42–1:20:49
Und dieses Bewusstsein ist nach Marc Solms aber genau das, was wir als Gesamtorganismus
1:20:49–1:20:50
eigentlich gar nicht wollen.
1:20:50–1:20:56
Das, was wir als Krönung des Ganzen ansehen, ist eigentlich nur ein unfassbar
1:20:56–1:21:01
fürchterliches Verbraten von Energie für Dinge. Und darum geht es dann auch in der nächsten Folge.
1:21:02–1:21:07
Der wir in der Welt begegnen, für die wir aber noch kein gutes Modell haben,
1:21:07–1:21:08
wie wir damit umzugehen haben.
Florian Clauß
1:21:09–1:21:12
Das hattest du auch in einer anderen Folge erwähnt. Das heißt,
1:21:12–1:21:16
wie viel Rechenkapazität wir dann halt für diese ganzen lebenserhaltenden Funktionen
1:21:16–1:21:19
und Wahrnehmung und sowas verbraten. Das ist halt enorm.
Micz Flor
1:21:19–1:21:23
Die lebenserhaltende Funktion eben nicht, aber dieser Begriff der Wahrnehmung
1:21:23–1:21:24
ist die Bindung mit der Welt.
1:21:26–1:21:30
Also wenn wir da mit der Welt verbunden sind und dann die Welt auf uns zukommt
1:21:30–1:21:33
und uns auffordert, dann müssen wir darauf reagieren.
1:21:33–1:21:36
Die stellt Fragen an uns, so diese Informationen, könnte man vielleicht sagen.
1:21:37–1:21:41
Und da entsteht auch eine Form von Bewusstsein in diesem Zusammenspiel zwischen
1:21:41–1:21:46
den organismischen, aber eben auf einer sehr hohen Ebene.
1:21:47–1:21:51
Da spricht Freud dann auch ähnlich wie Lacan, der ja sagt, er ist Freudianer,
1:21:51–1:21:55
dann auch, er spricht sehr viel dann über auch die Wortdingbindung und so,
1:21:55–1:21:57
also signified, signified und so.
1:21:57–1:22:01
Das haben wir dann bei Lacan so ein bisschen, der das noch weiter ausbaut.
1:22:02–1:22:08
Aber die Wahrnehmung ist natürlich das Interface und an der Wahrnehmung entstehen
1:22:08–1:22:12
auch Dinge, die uns bewusst sind.
1:22:13–1:22:17
Und da nur noch mal das Fußnote, dieses Blind Side, was du auch angesprochen hast.
1:22:18–1:22:21
Es ist allerdings auch wieder nachweisbar, empirisch nachweisbar,
1:22:22–1:22:29
dass zum Beispiel ein Affen, dem der kompletter Sehbereich im Kortex rausgeschnitten
1:22:29–1:22:31
wird, trotzdem sehen kann.
1:22:31–1:22:35
Aber er sieht nicht bewusst und wir können uns das nicht vorstellen und das
1:22:35–1:22:37
ist aber auch nachweisbar eben für andere.
Florian Clauß
1:22:38–1:22:40
Jetzt kommen wir so in den Bereich
1:22:40–1:22:44
der wahrscheinlich am ehesten so spirituell ist, mit Karma Prägung.
Micz Flor
1:22:44–1:22:47
Da bin ich jetzt voll dabei, jetzt pass mal auf jetzt.
1:22:48–1:22:51
Ich bleibe in der Natur, ich bleibe in der Natur.
1:22:51–1:22:56
Natürlich spricht, das ist das Repressed, das ist das Verdrängte von Freud.
1:22:58–1:23:01
Und jetzt springe ich gleich zu Marc Solms in der nächsten Folge,
1:23:01–1:23:05
der Marc Solms sagt halt, es gibt inzwischen, also sowieso das Unbewusste,
1:23:05–1:23:10
als Freud sagte, dass er damals so, ja, da gibt es viel Gegenwind,
1:23:10–1:23:12
wenn man sagt, es gibt was Unbewusstes. Inzwischen überhaupt nicht mehr.
1:23:13–1:23:16
Das meiste, die meisten Neurophysiologen, also Neurowissenschaften sagen,
1:23:17–1:23:19
ja klar, das meiste ist unbewusst, das kriegen wir gar nicht mit.
1:23:20–1:23:25
Das Karma-Thema würde ich jetzt so definieren mit den Worten von Marc Solms gesagt.
1:23:25–1:23:29
Wenn etwas passiert, gerade so frühkindlich passiert,
1:23:29–1:23:34
bevor wir, und das ist jetzt scheinbar die Sprache, bevor diese ganzen kortikalen
1:23:34–1:23:39
Prozesse und auch Symbolisierungsfähigkeit on stream sind, solange das noch
1:23:39–1:23:42
off stream ist, wir haben keine Worte dafür, aber die Empfindungen sind da.
1:23:42–1:23:45
Das Kind hat unfassbare Empfindungen, wenn es auf die Welt kommt.
1:23:46–1:23:52
Dann entstehen Emotionen diese Emotionen erwecken das Bewusstsein,
1:23:52–1:23:56
das Bewusstsein kann die Welt aber noch überhaupt nicht einordnen das ist alles
1:23:56–1:23:59
vorsprachlich und da gibt es die ganze Zeit dann das Problem,
1:24:00–1:24:03
dass Dinge fehlerhaft passieren und fehlerhaft auch wieder abgespeichert werden
1:24:03–1:24:07
und das ist das Interessanteste für mich an dem Ganzen, nee das zweite Interessante
1:24:07–1:24:11
vielleicht weiß ich noch nicht, muss man gucken in der nächsten Folge aber die Speicherung,
1:24:12–1:24:16
von Die Theorie von Solms ist zu sagen.
1:24:17–1:24:24
Weil es unfassbar anstrengend ist, auf dieser kortikalen Wahrnehmungsbewusstseinsebene,
1:24:24–1:24:28
deklarative Bewusstsein, alles durchzurechnen und zu planen zu machen,
1:24:28–1:24:34
wird es einfach manchmal fehlerhaft weggespeichert, nicht gut weggespeichert.
1:24:34–1:24:40
Und dann kommt es halt wieder, weil du hast einfach immer noch keinen guten Umgang damit.
1:24:40–1:24:45
Du hast den Umgang mit jeder Form von Autorität, egal ob Lehrer,
1:24:45–1:24:49
Lehrerin, Vater, Mutter, Boss, Partnerin oder was auch immer.
1:24:49–1:24:54
Ja, jedes Mal kommst du wieder in diese gleichen Modi von, ich hatte ja einmal
1:24:54–1:25:00
im Umgang mit der Welt, die ich wahrgenommen habe, schon einen Modus gefunden und ich.
1:25:01–1:25:04
Und reaktiviere den immer wieder und der passt immer wieder nicht.
1:25:05–1:25:08
Und die Psychoanalyse würde dann den Raum geben, wo er auch reaktiviert wird.
1:25:08–1:25:14
Und das ist jetzt ein ganz wichtiger Punkt, weil diese verdrängten oder diese,
1:25:14–1:25:18
wie sie auch heißen, unconscious memories, also die Unbewusstsein,
1:25:18–1:25:20
die sind nicht bildhaft.
1:25:20–1:25:23
Das sind jetzt nicht auch David Lacan, das sind keine Bilder,
1:25:24–1:25:26
sondern die sind eher prozesshaft, könnte man sagen.
1:25:27–1:25:31
Und um die zu verändern, wir können Erinnerungen verändern, das kann man gut
1:25:31–1:25:34
beweisen, dass wenn die reaktiviert werden, werden die neu gespeichert,
1:25:34–1:25:35
reaktiviert, neu gespeichert.
1:25:36–1:25:40
Und für Bilder, wie war das nochmal, war der Willi einfach, war der bei der
1:25:40–1:25:40
Hochzeit überhaupt dabei?
1:25:41–1:25:43
Ja, der war, ah ja klar, okay, gespeichert. Dann hast du das irgendwie rein
1:25:43–1:25:47
und dann hat man auch inzwischen experimentell bewiesen, dass man da auch gut
1:25:47–1:25:49
Fehler reinschmuggeln kann in Erinnerungen.
1:25:49–1:25:53
Aber diese unbewussten Erinnerungen und auch frühkindliche Erinnerungen sind
1:25:53–1:25:55
in dieser Form, da gibt es auch Bereiche dafür.
1:25:55–1:25:59
Alles, was jetzt, was ich sage, ist neurophysiologisch irgendwie in Anführungszeichen
1:25:59–1:26:02
belegt. Es ist immer noch interpretiert und abstrakt, aber es ist belegt.
1:26:03–1:26:07
Diese Bereiche speichern eben was Prozesshafteres ab.
1:26:07–1:26:12
Und deshalb funktioniert die Psychoanalyse, ohne dass Freud vielleicht sofort wusste, warum.
1:26:14–1:26:18
Weil, um diese Erinnerung verändern zu können, können wir nicht drüber sprechen.
1:26:19–1:26:24
Wir müssen die im Übertragungsgemenge als Beziehungserfahrung reaktivieren,
1:26:24–1:26:28
um dann eine korrigierende emotionale Erfahrung in dieser Beziehung zu haben
1:26:28–1:26:29
und die wieder abzuspeichern.
1:26:30–1:26:34
So, das ist jetzt eine sehr einfache Erklärung für den Begriff Karma.
1:26:35–1:26:39
Aber warum das für mich passt, ist, weil es ist ein unfassbares Leid.
1:26:40–1:26:43
Und für das Ich, was jetzt natürlich im Buddhismus nicht viel wert ist,
1:26:43–1:26:46
aber das ist ein unfassbares Leid, dass man da nicht weiterkommt.
1:26:46–1:26:48
Warum passiert mir das immer wieder?
1:26:48–1:26:51
Ja, diese wiederholenden Sachen, das Verdrängte, was immer wieder kommt,
1:26:52–1:26:56
ist einfach eine schlechte Adaption an die Anforderungen der Welt,
1:26:56–1:26:59
die aber abgespeichert wurde und nicht verändert wird.
1:26:59–1:27:03
Und die kann eben nur dann verändert werden, wenn wir ein Übertragungsgefüge
1:27:03–1:27:08
haben, in dem wir in der Beziehung mit der anderen Person das verändern können, was dann...
1:27:10–1:27:12
Was dann eben neu abgespeichert wird.
Florian Clauß
1:27:12–1:27:19
Toll, toll, toll. Super. Großartig. Ich musste auch an unsere Episode Männerfantasien denken.
1:27:19–1:27:24
Teveleit, wo du auch über die Psychoanalytikerin, wie heißt sie noch?
1:27:24–1:27:25
Die auch genau dieses...
Micz Flor
1:27:25–1:27:26
Melanie Klein.
Florian Clauß
1:27:26–1:27:33
Melanie Klein. In der frühkindlichen Erfahrung von Kindern, was du jetzt beschrieben
1:27:33–1:27:37
hast, da gibt es ja noch nichts, wie sich das ausprägt.
1:27:37–1:27:40
Erfahrungen werden gemacht, aber ich habe ja noch kein Apparat,
1:27:40–1:27:43
wie ich dann halt quasi wieder in die Verbindung mit der Welt ging.
1:27:43–1:27:49
Je nachdem, bei Männerfantasien, Karma, die Männer, die geschlagen wurden und
1:27:49–1:27:51
dann den Körperpanzer entwickelt haben,
1:27:52–1:27:57
und dann wieder Leid weiter übertragen haben, das ist ja so eine Verkettung
1:27:57–1:27:59
von Leid, die da passiert,
1:28:00–1:28:05
die ja auch genau so da die Erklärung aufgreift und umsetzt,
1:28:05–1:28:08
übersetzt in Psychoanalyse von Karma. Finde ich sehr schön.
Micz Flor
1:28:08–1:28:11
Man könnte jetzt sogar noch eins weitergehen können, die Wiedergeburt mal rein
1:28:11–1:28:14
rechnen. Ja, das ist irgendwie ein bisschen frech.
1:28:14–1:28:18
Aber das heißt, ich bin jetzt in einer Situation, in der ich,
1:28:19–1:28:22
in meinem, wir nennen es jetzt mal Karma-Gedächtnis, das ist ein fürchterliches Wort, aber,
1:28:24–1:28:28
immer wieder an unsere eigenen Grenzen stoßen, das zu verändern,
1:28:28–1:28:33
die Aufforderung der Welt quasi neu zu beantworten und das Ganze mit uns durchtragen,
1:28:34–1:28:36
und einfach nicht gut damit umgehen.
1:28:37–1:28:41
Und diese Person wird es Vater oder Mutter und hat ein Kind,
1:28:41–1:28:46
das wieder eine Bindung fordert, eine Bindung an die Eltern fordert.
1:28:47–1:28:51
Und dieses Karma-Gedächtnis-Defizit, was einen im eigenen Leben schon bis zum
1:28:51–1:28:53
Elternwerden betroffen hat,
1:28:54–1:28:58
Passiert jetzt irgendwie, da kommt wieder eine ganz große Anforderung,
1:28:58–1:28:59
versorge mich, versorge mich, versorge mich.
1:29:00–1:29:04
Es gibt auch Care-Systeme, das ist eine Emotion.
1:29:04–1:29:09
Caring ist eine Emotion in diesem neuropsychoanalytischen Denken oder affektiven Denken.
1:29:09–1:29:15
Und da wird das dann weitergegeben, weil die inadäquate Response auf die Anforderung
1:29:15–1:29:17
des Kindes natürlich da wiederum weitergetragen wird.
1:29:17–1:29:24
Also man könnte sogar sagen, dass Wiedergeburt nicht als realer Tunnel von Leben
1:29:24–1:29:32
in Leben, aber als Übergabe von Bindungsdefiziten, von Bindungsstörungen passt da sogar irgendwie auf.
Florian Clauß
1:29:32–1:29:37
Ja toll, das ist großartig, wie sich das ausgeht. Fünfter Punkt, Bewusstsein.
Micz Flor
1:29:38–1:29:42
Bewusstsein, genau. Das ist eben dann diese Frage, von was man spricht.
1:29:42–1:29:47
Wir haben Wahrnehmung gesprochen, wir haben Emotionen gesprochen und der Begriff
1:29:47–1:29:51
von Bewusstsein auf der ganz basalen Ebene ist halt das,
1:29:51–1:29:58
was durch die Emotion über diesen Reticular Activating System,
1:29:59–1:30:01
durch diesen kleinen, Da habe ich jetzt den Namen vergessen,
1:30:01–1:30:04
kommt er nächstes Mal, habe ich in meinen Notizen drin.
1:30:04–1:30:13
Das Bewusstsein entsteht durch Emotionen und durch die Aktivierung im oberen
1:30:13–1:30:18
Stammhirn, was dann nach oben eben auch mit dem Kortex verbunden ist.
1:30:20–1:30:24
Es ist wichtig, dass es nicht ein Schalter ist, wo es an und aus geht,
1:30:24–1:30:25
sondern es hat drei Qualitäten.
1:30:25–1:30:28
Es hat einfach erstmal eine emotionale Qualität.
1:30:29–1:30:30
Und zum Beispiel Hunger ist auch eine Emotion.
1:30:32–1:30:35
Müdigkeit, das würde alles damit reinfallen, dass der Körper will irgendwas.
1:30:36–1:30:39
Das heißt, es ist nicht einfach nur an, aus oder 80 Prozent,
1:30:39–1:30:41
sondern es hat eine Färbung.
1:30:41–1:30:44
Du kannst nicht Hunger durch Schlafen lösen.
1:30:45–1:30:49
Das ist das eine. Das andere ist, aber es hat auch eine Intensität und es kann
1:30:49–1:30:50
sich auch aufeinander addieren.
1:30:50–1:30:54
Wenn du jetzt irgendwie eh schon spät dran bist und das und das und das und
1:30:54–1:30:57
dann auch noch pinkeln musst, dann wirst du noch unwirscher.
1:30:57–1:31:00
Also dann ist quasi viel Druck drauf, aber du kannst auch das wiederum eben
1:31:00–1:31:03
nicht einfach durch mehr Schlafen lösen, sondern du musst die Dinge einfach
1:31:03–1:31:04
irgendwie einzeln angehen.
1:31:05–1:31:07
Und das dritte ist mir jetzt gerade entfallen, das kommt in der nächsten Folge.
Florian Clauß
1:31:08–1:31:11
Du sagst nochmal da den Begriff des Bewusstseins, das heißt,
1:31:11–1:31:13
dass du die Reihenfolge richtig einhältst.
1:31:14–1:31:16
Nein, nein, der wusste.
Micz Flor
1:31:16–1:31:16
Genau.
Florian Clauß
1:31:16–1:31:20
Du hast jetzt nicht versucht, irgendwie dein Pinkeln durch Schlaf zu lösen.
Micz Flor
1:31:20–1:31:27
Also Bewusstsein wird da verstanden in dem philosophischen Konzept von Aboutness.
Florian Clauß
1:31:28–1:31:28
Aboutness.
Micz Flor
1:31:29–1:31:29
Aboutness.
Florian Clauß
1:31:29–1:31:30
Consciousness.
Micz Flor
1:31:31–1:31:35
It feels like something. I feel this about that. Okay.
1:31:36–1:31:39
Ich kann dir vielleicht nur aus der Gestalttherapie-Folge sagen,
1:31:39–1:31:43
da gibt es diesen Begriff der Konfluenz. Die Gestalttherapie ist interessanterweise
1:31:43–1:31:45
auch nah an diesem Denken schon dran.
1:31:46–1:31:53
Konfluenz ist quasi, ich bin eigentlich im Nirwana, ich bin erst mal so wunschlos.
1:31:53–1:31:59
Und die Kontaktkurve bedeutet halt von diesem Wunschlosen bis hin zur vollen
1:31:59–1:32:03
Hingabe, das heißt die Erfüllung meines Bedürfnisses und danach gehe ich wieder in so eine Entspannung.
1:32:03–1:32:07
Und in der Konfluenz entsteht auf einmal was Unwirsches im Körper.
1:32:08–1:32:13
Wir sitzen jetzt hier, wird der Boden nass oder habe ich einen Sonnenstich bekommen,
1:32:13–1:32:14
habe ich Hunger, bin ich müde?
1:32:15–1:32:19
Ich weiß es nicht genau, aber ich merke halt so, irgendwie fühlt es sich nicht
1:32:19–1:32:23
mehr sauber an. Die Homöostase, und das ist dann eben wieder in diesem Hirnstamm,
1:32:23–1:32:26
die Homöostase ist gestört, da drängt was hoch.
1:32:26–1:32:30
Das wäre bei Freud dann eben auch dieses Triebhaft, das drängt so von unten hoch.
Florian Clauß
1:32:30–1:32:32
In der Gestalttherapie?
Micz Flor
1:32:32–1:32:36
In der Gestalttherapie finde ich es deshalb interessant, weil die Konfluenz
1:32:36–1:32:41
beschreibt das ganz gut, dass manche Menschen einfach nicht benennen können,
1:32:42–1:32:46
was das für eine Emotion ist oder was für ein Bedürfnis daraus entsteht aus diesem Drängen.
1:32:46–1:32:50
Und dann einfach immer zu dem Immergleichen greifen. Also mir geht es gerade
1:32:50–1:32:52
nicht gut, ich mache Fernseher, mir geht es gerade nicht gut,
1:32:52–1:32:54
ich esse was, mir geht es gerade nicht gut, ich trinke ein Bier.
1:32:55–1:32:58
Irgendwas stimmt nicht, aber ich habe einfach nicht das Samusurium.
1:32:58–1:33:01
Und auch das wäre natürlich in der Psychoanalyse oder Psychotherapie,
1:33:01–1:33:05
wir reden jetzt viel über Analyse, weil das so kulturell auch so ein wichtiges
1:33:05–1:33:08
Wort ist, aber Psychotherapie allgemein geht es ja oft auch um die Benennung
1:33:08–1:33:11
von Emotionen, die überhaupt zu erleben, Wünsche und so weiter.
Florian Clauß
1:33:11–1:33:13
Und ist das jetzt Bewusstsein?
Micz Flor
1:33:13–1:33:16
Das Bewusstsein entsteht,
1:33:17–1:33:21
durch Gefühle. Wir können sagen, es sind Affekte, wir können sagen, es sind Emotionen.
Florian Clauß
1:33:22–1:33:22
Alles sind Gefühle, ja.
Micz Flor
1:33:23–1:33:29
Aber das Gefühl, das Gefühl heißt ja schon, dass wir bewusst sind.
1:33:29–1:33:31
Wenn wir etwas fühlen, Gefühle sind immer bewusst.
1:33:32–1:33:34
Wir können nicht unbewusst sein.
Florian Clauß
1:33:34–1:33:39
Ja, ich finde, da ragt es nach dieser Einteilung doch in Wahrnehmung rein,
1:33:39–1:33:41
also ob das angenehm ist oder nicht angenehm ist.
1:33:42–1:33:47
Während das Bewusstsein ist ja dann doch nochmal eine andere Instanz, die eine gewisse...
Micz Flor
1:33:47–1:33:52
Genau, das ist das, was Marc Solms so ein bisschen auf den Kopf stellt und da
1:33:52–1:33:55
bräuchte dann vielleicht auch ein bisschen mehr Anlauf, ein bisschen mehr Hirnschmelz
1:33:55–1:33:57
auf meiner Seite, um das noch mal ganz aufzuschlüsseln.
1:33:57–1:34:02
Aber was Solms sagt, das bewusste ist, nicht das Unbewusste.
1:34:02–1:34:06
Freud sagt er, das sei irgendwie unbewusst, dann kommt es nach oben und Bewusstsein,
1:34:06–1:34:09
dann streckt es so Fühle aus und schrabbelt so ein bisschen am Kortex mit der
1:34:09–1:34:12
Wahrnehmung und da entsteht dann irgendwie Bewusstsein.
1:34:13–1:34:16
Und Solms sagt, das ist so nicht falsch, aber wir müssen erstmal davon ausgehen,
1:34:16–1:34:21
dass es ist immer bewusst, weil es ist Emotion. Emotion ist das Erste, was passiert.
1:34:21–1:34:28
Und wenn Emotion passiert, dann ist das Bewusstsein an. Wir haben nämlich ein Gefühl.
1:34:28–1:34:32
Wir können ein Gefühl, wir gefühlen ein Gefühl immer.
1:34:32–1:34:35
Wenn wir über ein Gefühl sprechen, dann fühlen wir es nicht.
1:34:35–1:34:36
Wir können über die Freude reden.
1:34:37–1:34:42
Da macht uns das vielleicht auch ein bisschen freudig, wenn wir uns so Bilder einfallen lassen. Aber,
1:34:43–1:34:49
Wenn das bewusste kortikale Top-Down-Rechengerüst über Freude reflektiert,
1:34:49–1:34:52
dann ist das nicht das Gefühl. Das Gefühl fühlen wir.
1:34:52–1:34:58
Und es gibt eben auch die Beobachtung, bei Ratten kann man den größten Teil
1:34:58–1:34:59
des Cortex irgendwie wegschneiden.
1:35:00–1:35:03
Und die sind immer noch in der Lage, soziales Leben zu führen, so Blindside-mäßig.
1:35:05–1:35:08
Die kopulieren, die kriegen Kinder, die ziehen die auch hoch.
1:35:08–1:35:13
Also das ist halt so von außen betrachtet, fehlt das Corticale, da fehlt nicht so viel.
1:35:13–1:35:18
Und das zweite ist, es gibt auch eine seltene Schädigung des Gehirns,
1:35:18–1:35:24
wo in der frühkindlichen Entwicklungsphase das Stammhirn alles intakt ist,
1:35:24–1:35:27
aber der Kortex wird nicht entwickelt. Die haben keinen Kortex.
1:35:27–1:35:31
Und diese Kinder haben ganz oft auch so Anfälle, so Seizures.
1:35:32–1:35:37
Aber es ist trotzdem so, dass deren Eltern genau wissen, wann die da sind und wann die schlafen.
1:35:38–1:35:42
Die haben ein Bewusstsein, die haben Emotionen, die freuen sich,
1:35:42–1:35:45
wenn man denen was irgendwie in einer Katze auf den Schoß setzt.
1:35:45–1:35:50
Da hat Marc sonst in einem Interview gesagt, die können es halt nicht sagen,
1:35:50–1:35:52
die können nicht drüber reden, das haben die alles nicht.
1:35:52–1:35:55
Aber wenn du den Eltern sagst, sie haben kein Bewusstsein, dann sagen die Eltern,
1:35:55–1:35:59
du spinnst wohl, die sind bewusst, ich kann mit denen spielen,
1:35:59–1:36:00
wir können Interaktionen eingehen.
1:36:01–1:36:04
Und er meint halt so, es gibt halt diesen Begriff der Reportability.
1:36:05–1:36:07
Aber wenn die dir das nicht sagen wollen, willst du wissen, dass sie wirklich
1:36:07–1:36:09
bewusst haben? Die Katze kann es auch nicht sagen.
1:36:10–1:36:12
Aber ich kann dir sehr schnell einen Roboter bauen, der dir sagt,
1:36:12–1:36:14
ich habe ein Bewusstsein.
1:36:14–1:36:16
Das dreht sich dann irgendwie so um.
1:36:18–1:36:21
Es ist sehr einfach, Reporte zu bekommen, dass da ein Bewusstsein ist.
1:36:21–1:36:25
Aber das ganz kurz abschließend, Bewusstsein allgemein würde,
1:36:25–1:36:31
würde Max Holm sagen, es gibt so ein primäres Bewusstsein, das ist ein Bewusstsein
1:36:31–1:36:36
der Gefühle und das ist notwendig, um das andere überhaupt obendrauf aufzupacken.
1:36:36–1:36:40
Und dieses andere Bewusstsein, was oft als Bewusstsein beschrieben wird,
1:36:40–1:36:44
das ist eben das, was unfassbar viel Energie kostet und was in erster Linie
1:36:44–1:36:50
dafür da ist, die Anforderungen der Welt zu lösen und dann wieder abzuspeichern.
1:36:50–1:36:53
Das heißt, das Bewusstsein, von dem wir die ganze Zeit sagen,
1:36:53–1:36:56
das ist so toll und wir wollen es feiern, der Körper will immer,
1:36:56–1:36:58
dass das nicht aktiv ist.
1:36:59–1:37:04
Weil das kostet nur Geld. Das heißt, das Problem soll gelöst sein und dann wird
1:37:04–1:37:08
es wieder runtergespeichert in die unbewussten Memories.
1:37:08–1:37:11
Das ist zum Beispiel auch das Kleinhirn ist auch so ein Ort,
1:37:11–1:37:15
wo man immer schon diese ganzen Tanzabfolgen, Autofahren, was auch immer.
1:37:15–1:37:16
Das wird irgendwie gespeichert.
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Und im Kleinhirn ist so ein Ort, wo es passiert.
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Da passiert auch gerade ganz viel neue Forschung, weil man merkt,
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dass auch viel soziales Verhalten damit abgespeichert wird.
1:37:24–1:37:29
Alles wird quasi, das Problem wird erkannt, wird bearbeitet, gelöst, verdrängt.
1:37:30–1:37:33
Weg. Brauchen wir uns nicht mehr darum kümmern. Sprechen, wir brauchen uns da
1:37:33–1:37:36
nicht mehr wirklich darum kümmern. Immer wenn wir...
1:37:37–1:37:42
Die Homöstase des Körpers gefährdet ist, kommt eine emotionale Reaktion,
1:37:42–1:37:48
die kommt ins Großhirn, die feuert ein Bedürfnis hoch und dann fängt das oben
1:37:48–1:37:50
alle Lichter an und dann muss das irgendwie gelöst werden.
1:37:50–1:37:53
Und wenn es halt zu lange dauert, weil es nicht gut lösbar ist,
1:37:53–1:37:55
dann wird es eben schlecht abgespeichert.
Florian Clauß
1:37:55–1:37:58
Weißt du, was mich an das erinnert? Das ist ja sehr algorithmisch.
1:38:00–1:38:05
Wie so ein Buffer-Overflow. und dann gibt es halt irgendwie so einen Zombie,
1:38:05–1:38:09
der legt sich dann halt irgendwie anders hin, aber im Prinzip ist es ja so ein
1:38:09–1:38:11
reiner Algorithmus, der da abläuft.
Micz Flor
1:38:11–1:38:15
Es ist ein Prozess, wir müssen auch das jetzt, das ist auch schon wirklich spät,
1:38:15–1:38:17
ich freue mich dann jetzt auch auf die Folge.
Florian Clauß
1:38:17–1:38:20
Ich möchte da noch tiefer reingehen. Ich meine, ich glaube, wir hätten noch
1:38:20–1:38:24
nie so einen saftigen Appetizer im Sinne von, der es so satt machen.
1:38:24–1:38:27
Aber was ist denn das Letzte? Wir haben nicht das Letzte.
1:38:28–1:38:31
Ich würde vielleicht zum Ende hin nochmal so kurz,
1:38:32–1:38:38
darüber mit dir sprechen, ob dann die Erleuchtung, die Überwindung des Unbewussten ist.
Micz Flor
1:38:40–1:38:45
Also Freud spricht auch von einem Nirvana-Zustand. Und dieser Nirvana-Zustand
1:38:45–1:38:47
ist aber im Prinzip der Wettstüppel-Zustand.
1:38:47–1:38:52
Also im Prinzip der Zustand einfach der homostatischen Ausgeglichenheit.
Florian Clauß
1:38:52–1:38:57
Ich glaube auch Freud, der war, also zumindest was ich an Zitaten da gefunden
1:38:57–1:39:03
habe, der hat jetzt nicht unbedingt da an diese ganze spirituelle Religion,
1:39:04–1:39:07
Buddhismus oder so, da konnte er nicht so andocken.
1:39:07–1:39:10
Das war für ihn dann halt einfach so...
Micz Flor
1:39:10–1:39:13
Da weiß ich biografisch, weiß gar nicht, wie sehr er sich damit auswählen ist.
Florian Clauß
1:39:13–1:39:18
Ich habe dann irgendwas auf Wikipedia gefunden, wo es dann halt auch um diese
1:39:18–1:39:23
ganzen Zeitgenössischen, wo dann Jung dann halt eher, weil er sich ja dann 1913
1:39:23–1:39:26
abgespalten hat von Freud und der ist dann so abgegibt. Ich glaube,
1:39:26–1:39:28
das war für Freud dann eher so ein bisschen...
Micz Flor
1:39:28–1:39:29
Der ist ja nicht so abgekippt.
Florian Clauß
1:39:29–1:39:31
Naja, der ist ja schon so, also...
Micz Flor
1:39:31–1:39:32
Wir laufen mal ein bisschen wieder.
Florian Clauß
1:39:32–1:39:34
Wir laufen jetzt mal wieder. Wir laufen mal ein bisschen reden.
1:39:34–1:39:38
Im Sinne von abgekippt, Freud gegenüber abgekippt und in eine andere Richtung gegangen.
1:39:39–1:39:43
Und der hatte natürlich diese Spiritualität, das Mystische, hat die Reisen gemacht,
1:39:43–1:39:45
die indigenen Kulturen erforscht und so weiter.
1:39:45–1:39:50
Ich glaube, das war so dieses mystische Ganze, diese Ganzheitserfahrung,
1:39:50–1:39:55
die Freud dann erstmal nicht so einordnen wollte oder Aufmerksamkeit.
1:39:55–1:39:57
Aufmerksamkeit. Es ist eine reine Spekulation.
Micz Flor
1:39:57–1:39:59
Es gibt das, ich weiß nicht, ich glaube, es heißt das schwarze Buch von Jung.
1:40:00–1:40:02
Und da habe ich jetzt für einen Freund auch gerade ein paar Sachen rauskopiert
1:40:02–1:40:04
und habe noch ein bisschen drin rumgeblättert. Und da gibt es auch ein paar
1:40:04–1:40:08
Briefe von Freud an Jung, wo ich gar nicht genau weiß, warum die da drin sind.
1:40:09–1:40:13
Aber Jung kam ja mit diesem Okkulten immer so rein. Und ich habe auch ein Zitat,
1:40:13–1:40:15
das kann ich nochmal raussuchen, wenn du es brauchst.
1:40:16–1:40:20
Wo Freud sagt, ja, C.G. Jung, bevor er noch Religionsgründer werden wollte,
1:40:20–1:40:23
hat man das und das gesagt, das hat er im Vortrag, das kann ich ja mal rausnehmen.
Florian Clauß
1:40:23–1:40:25
Ein Religionsgründer, ja, vielleicht, vielleicht.
Micz Flor
1:40:25–1:40:31
Und da ist es so, dass Freud da auch irgendwie so schon in den Briefen so ein
1:40:31–1:40:32
bisschen mit durchgegangen ist.
1:40:32–1:40:34
Da gab es ein Treffen wohl, wo die über irgendwas gesprochen haben,
1:40:34–1:40:37
da gab es einen riesen Knall und keiner wusste, was der Knall war.
1:40:37–1:40:40
Und für Jung war das halt eine Synchronicität von irgendwas.
1:40:41–1:40:48
Und Freud wollte dann dieses Okkulte irgendwie und hat aber dann so ein bisschen um Jung auch geworben.
1:40:48–1:40:51
Also es ist eine ganz komische Spannung, die da entstanden ist.
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Und wir sind natürlich auch, wenn wir jetzt Buddha und Freud vergleichen,
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wir sind natürlich bei Freud auch bei jenen.
1:40:59–1:41:03
Da haben wir auch drüber gesprochen, bei der Papstfolge, der dann diese geheime
1:41:03–1:41:06
Gesellschaft gegründet hat, um seinen Gedanken gut festzuhalten.
1:41:06–1:41:10
Also da ist ja auch viel drin, wo man das Gefühl hat,
1:41:11–1:41:14
dass der nicht sehr entspannt davon ausgeht, dass,
1:41:14–1:41:18
also einerseits sagt er die ganze Zeit, hey, also ich wünschte,
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ich könnte schon hier die Worte der Biologie und Chemie einsetzen,
1:41:22–1:41:27
aber ich muss leider die Termini der Psyche benutzen, die für viele vielleicht
1:41:27–1:41:29
nicht so gut rumkommen, aber wir sind halt noch nicht so weit.
1:41:29–1:41:32
Also da hat er schon dann irgendwie und hat dann auch gesagt und vielleicht
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ist mein ganzes Gedankengebäude dann umgeblasen.
1:41:36–1:41:38
Das heißt, er war da schon offen für Veränderung und gleichzeitig hat er sehr
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stark seine Lehre so einmeiseln wollen und alle so in Linie halten.
1:41:44–1:41:51
Sind da schon auch Widersprüche drin und sicherlich hätte er mit dem Okkulten
1:41:51–1:41:55
keine Probleme oder großes Interesse, oder eine Vermittlung,
1:41:55–1:41:59
dann wäre das mit Jungen vielleicht auch nicht so gebrochen, das weiß ich nicht.
1:42:00–1:42:01
Komm, weiß keiner.
Florian Clauß
1:42:01–1:42:03
Ja, lassen wir mal so stehen.
Micz Flor
1:42:04–1:42:05
Ich will nicht das letzte Wort haben.
Florian Clauß
1:42:06–1:42:12
Nein, nein, nein. Ich will jetzt nochmal so diese Frage aufgreifen, was das Unbewusste,
1:42:13–1:42:19
also wenn wir uns den erleuchteten Buddha vorstellen, wie viel Unbewusstes hat
1:42:19–1:42:21
er noch? Und dann auch so da antworten.
1:42:22–1:42:24
Also drei Möglichkeiten gibt es.
1:42:25–1:42:26
Du hast es ja gerade so ausgefunden.
Micz Flor
1:42:27–1:42:29
Aber das ist die Definition, was du von unbewusst definierst,
1:42:29–1:42:36
Weil das Unbewusste wird aktuell beschrieben als alles, was uns nicht bewusst
1:42:36–1:42:39
wird, aber teilweise auch nicht bewusst werden kann.
1:42:39–1:42:44
Wenn Buddha da jemanden sieht, den erkennt und wiedererkennt.
Florian Clauß
1:42:44–1:42:48
Nehme mal dieses Beispiel, oder was du gerade ausgeführt hast.
1:42:48–1:42:52
Dieses Bewusstsein, was dann halt die ganze Zeit damit bemüht ist,
1:42:52–1:42:57
nach der Definition von Solln, das dann wegzuschreiben und möglichst wenig da
1:42:57–1:42:58
irgendwie betrieben zu werden.
1:42:58–1:43:02
Dann haben wir diesen ganzen Apparat da drunter, der die ganze Zeit irgendwie
1:43:02–1:43:07
diese Information organisiert oder ablegt oder sonst was.
1:43:07–1:43:11
Und die Frage ist jetzt auch rein spiritueller Ebene.
1:43:12–1:43:17
Wenn jemand erleuchtet, ist dieses Ganze, was da drunter liegt,
1:43:17–1:43:25
komplett weg oder ist es durchdrungen oder ist es im Bewusstsein?
1:43:25–1:43:32
Ist diese ganze Maschinerie, und das wird auch vom Buddha oder von Tulkus gesagt,
1:43:33–1:43:37
Menschen, die so einen Erleuchtungszustand haben, können keinen Karma mehr ansammeln.
Micz Flor
1:43:39–1:43:43
Also dann würde Marc Solms wahrscheinlich sagen, das Gegenteil ist der Fall.
1:43:43–1:43:47
Und das klingt wie Slava Szicek. Wenn es jetzt darum geht, so diesen absolut
1:43:47–1:43:51
entspannten, erleuchtenden Zustand sich vorzustellen, dann ist es so,
1:43:51–1:43:56
dass diese Person kein Bewusstsein mehr braucht. Die hat nur noch Unbewusstes.
Florian Clauß
1:43:56–1:44:00
Ja, weiß ich nicht. Was auch immer. Also ich meine, Bewusstsein im Sinne von,
1:44:01–1:44:04
dass da nichts verdrängt ist, dass da keine Triebe, also jetzt in der Definition,
1:44:04–1:44:08
die wir sie gerade aufgebaut haben, dass das Unbewusste für die Verdrängung,
1:44:08–1:44:12
für die Triebe und so weiter, dann wäre es wahrscheinlich nicht so.
Micz Flor
1:44:12–1:44:17
Aber da würde ja Säumstüder sagen, genau das, die Trieb und die Emotionen,
1:44:17–1:44:20
die sind ja immer bewusst. Die sind ja nicht unbewusst.
1:44:21–1:44:28
Freud würde sagen, der Trieb ist auch bewusst, aber womit der Trieb jetzt gekoppelt
1:44:28–1:44:29
ist, das kann verdrängt werden.
1:44:29–1:44:35
Ja, man kann irgendwie Lust begehren, nicht deines Nachbarn Weib oder sowas
1:44:35–1:44:39
und man kann das vielleicht begehren und kann sich das aber nicht zugestehen.
1:44:39–1:44:43
Ja, und dann bleibt das Gefühl da und dann hat man eine andere Triebopform.
Florian Clauß
1:44:43–1:44:46
Genau, also vielleicht so als bewusst, als so ein Erleuchteter,
1:44:46–1:44:51
siehst du den Trieb und kannst den halt auflösen, weil du den halt so erkennst
1:44:51–1:44:54
und da bleibt nichts zurück. Vielleicht so.
1:44:54–1:44:58
Und noch ein anderer, bevor wir da jetzt, also ich will jetzt eher so einen
1:44:58–1:45:00
anekdotischen Abschluss finden.
1:45:01–1:45:07
Aber die andere Sache wäre so ein bisschen, dass die Erleuchtung jetzt auch
1:45:07–1:45:09
so als komplette Überwindung der Subjektoptikation,
1:45:10–1:45:14
Spaltung dann. Das ist nie mehr diese. Und dann haben wir diesen Matrix-Moment.
1:45:15–1:45:20
Im Prinzip, alles sich auflöst, die Person wird zu einer Schrift und die Schrift
1:45:20–1:45:27
ist einfach mit allen verbunden und alles ist dann im Prinzip nur miteinander.
1:45:27–1:45:34
Das ist ja diese Erleuchtung, die Matrix ja schon schön visualisiert in der Stimmung.
1:45:34–1:45:40
Das wäre so voll spirituell und das wäre so dieser Moment, den man die man sich so vorstellt.
1:45:40–1:45:45
Das andere ist ja schon irgendwo nachvollziehbar mit bestimmten didaktischen
1:45:45–1:45:50
oder mit bestimmten Modellen, aber das wäre so glaube ich das Extrem davon.
1:45:51–1:45:56
Da hast du ja nichts mehr, wo sich dann irgendwie Bewusstsein operational oder
1:45:56–1:45:59
überhaupt kalkulierbar wird. Das ist ja dann...
Micz Flor
1:46:00–1:46:05
Ja, die Frage ist nur, dann bist du vielleicht wirklich nicht mehr in der Welt.
1:46:05–1:46:08
Das ist ja die Sache, was du von gemeint hast, man ist ja nie ganz drin.
1:46:09–1:46:10
Also man ist ja immer so wie im Pool.
1:46:11–1:46:15
Und die Idee dieser Erleuchtung wäre vielleicht wirklich dann zu sagen,
1:46:16–1:46:21
dann bin ich ein Beobachter, der von außen auf das schauen kann.
Florian Clauß
1:46:21–1:46:28
So, genau. Aber du kannst beide Positionen einnehmen, weil Neo in Matrix,
1:46:28–1:46:30
der kann ja auch interagieren.
1:46:30–1:46:35
Er nutzt das ja als Superkraft, um dann interagieren zu können.
Micz Flor
1:46:35–1:46:36
In der Simulation allerdings.
Florian Clauß
1:46:37–1:46:39
In der Simulation, das stimmt. Aber wir reden ja von Butter,
1:46:39–1:46:40
da ist ja richtig erleuchtet.
Micz Flor
1:46:41–1:46:45
Ja, genau. Aber die Tatsache, dass er das in der Simulation sehen kann,
1:46:45–1:46:48
geht vielleicht nur deshalb, weil er ja eigentlich nicht da drin ist.
1:46:48–1:46:50
Er ist ja eigentlich da außerhalb.
1:46:51–1:46:55
Also ich weiß nicht, ob sich das so leicht lösen lässt. Also vielleicht habe
1:46:55–1:46:58
ich weder Energie noch Wissen noch Konsequenzen.
1:46:59–1:47:04
Kognitiven Kapazitäten in meinem Bewusstsein, das gut zu Ende zu bringen.
1:47:04–1:47:07
Aber mein Gefühl dazu ist, also diese Idee von der Leuchtung,
1:47:07–1:47:11
das Bild, was ich jetzt davon hätte, wenn ich im Buddhismus denke,
1:47:11–1:47:13
dann wäre das eher wie bei C.G.
1:47:13–1:47:18
Jung das kollektiv Unbewusste, ein Ort, der anders ist als die Natur, in der wir jetzt sind.
1:47:19–1:47:22
Also der ist, keine Ahnung, anders im Sinne von, vielleicht würde irgendjemand
1:47:22–1:47:24
sagen, eine höhere Dimension oder sowas.
1:47:24–1:47:28
Aber es ist irgendwie nicht, es ist nicht hier in dem, wo wir sind.
1:47:28–1:47:34
Also diese Form von Erleuchtung wäre für mich so gesehen ein Standpunkt,
1:47:34–1:47:39
wo man von außen auf das gucken kann, aber dann ist man auch nicht mehr Teil davon.
Florian Clauß
1:47:39–1:47:46
Okay, aber ich glaube, wir können es nicht ganz lösen, wie das Unbewusste sich
1:47:46–1:47:48
im Erleuchtungszustand verhält.
1:47:48–1:47:52
Wir müssten dann mal wirklich jemanden fragen, dem man dann sagt,
1:47:53–1:47:54
das ist ein Erleuchteter.
1:47:55–1:47:58
Mal schauen, wann wir das nächste Mal den Dalai Lama treffen.
Micz Flor
1:47:58–1:48:01
Ja, ich bin auch jetzt gerade wirklich, wie viel Uhr haben wir denn jetzt?
Florian Clauß
1:48:01–1:48:02
Wir sind schon recht spät.
Micz Flor
1:48:02–1:48:02
Wow.
Florian Clauß
1:48:03–1:48:05
Wir sind schon recht spät und wir haben echt lange aufgenommen.
Micz Flor
1:48:06–1:48:06
Lange aufgenommen, ja.
Florian Clauß
1:48:06–1:48:09
Und ich finde, wir haben einen sehr...
1:48:10–1:48:11
Intensives Gespräch und es hat
1:48:11–1:48:16
sich toll einfach ergänzt mit deinen Vorbereitungen für die nächste Folge.
1:48:16–1:48:20
Ich hoffe nicht, dass du das jetzt alles so verheizt hast, dass du nächste Folge
1:48:20–1:48:23
nur noch eine halbe Stunde machen kannst.
Micz Flor
1:48:23–1:48:27
Ich werde in der nächsten Folge nicht mehr über Karma sprechen wahrscheinlich,
1:48:28–1:48:30
aber trotzdem ähnliche.
1:48:30–1:48:32
Oder ich kann ja noch mal zurückverweisen.
Florian Clauß
1:48:34–1:48:38
Ja Mensch, mit vielen Dank für diesen, wir haben ja nicht mehr,
1:48:38–1:48:40
wir sind ja nicht mehr gegangen.
1:48:40–1:48:43
Wir sind ja die ganze Zeit stehen geblieben. Wir sind viel stehen geblieben.
Micz Flor
1:48:43–1:48:45
Also ich fand es auch eine interessante Folge, so energetisch interessant,
1:48:45–1:48:48
die Räume. Wir haben zwei Tempelhunde gehabt.
1:48:48–1:48:52
In der ersten und in der zweiten Folge. Nee, beides war in der zweiten Folge, glaube ich.
1:48:53–1:48:57
Sind Hunde zu uns gekommen und wollten bei uns liegen, aus von erfindlichen Gründen.
1:48:57–1:49:01
Du hattest eine Stelle, wo du irgendwas gesagt hattest, über was dieses,
1:49:01–1:49:03
ich glaube, diese Umkehrung der Dinge.
1:49:03–1:49:08
Sie können ganz schlimm sein und dann können sie aber auch ganz erleuchtet Da
1:49:08–1:49:12
war so ein kleiner Junge, der mit dem Stock die ganze Zeit und Pum, Pum, Pum drauf kam.
1:49:13–1:49:16
Es gab also viele Jungen, würde ich sagen, Synchronicitäten,
1:49:16–1:49:18
die da aufgetreten sind.
1:49:18–1:49:21
Und es ging los mit der Frau, die hinter uns gelaufen ist.
Florian Clauß
1:49:21–1:49:23
Wo wir dann den Platz wechseln mussten.
Micz Flor
1:49:23–1:49:24
Da musst du den Platz wechseln, ja.
Florian Clauß
1:49:24–1:49:29
Ja, sehr schön. Ja, ich hoffe auch, ihr habt es so lange ausgehalten, durchgehalten.
1:49:30–1:49:34
Wenn ihr noch mehr wollt, dann guckt auf eigentlich-podcast.de.
1:49:35–1:49:39
Da tragen wir noch ein paar Informationen zusammen. Und ihr könnt sehen,
1:49:39–1:49:42
wie wir nicht so viel gelaufen sind.
1:49:42–1:49:46
Weil wir veröffentlichen auch immer die Tracks, wo wir langlaufen.
1:49:46–1:49:51
Weil eigentlich Podcast ist der Podcast, bei dem wir im Laufen reden. Laufend reden.
1:49:51–1:49:56
Und auch das nächste Mal, habt ihr schon gehört, Folge dann 106.
1:49:57–1:50:01
Womit ich dann mehr über Säulen, die Theorien?
1:50:02–1:50:04
Präsentiert, erzählt.
Micz Flor
1:50:04–1:50:06
Genau, die nächste Folge werde
1:50:06–1:50:11
ich dann diese Marc-Solm-Sache nochmal ein bisschen besser aufdröseln.
Florian Clauß
1:50:11–1:50:13
Ich fand das schon sehr applauswebel.
Micz Flor
1:50:13–1:50:15
Ein bisschen wacher aufdröseln.
Florian Clauß
1:50:15–1:50:18
Nee, es war auch sehr wach. Ich konnte es sehr gut folgen.
1:50:19–1:50:23
Sehr spannend. Also ich freue mich auf die nächste Folge. Bis dahin. Macht's gut. Tschüss.

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"Die Mängel unserer Beschreibung würden wahrscheinlich verschwinden, wenn wir anstatt der psychologischen Termini schon die physiologischen oder chemischen einsetzen könnten." -- Sigmund Freud 1925: Jenseits des Lustprinzips S. 87

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Mitwirkende

Transcript

Micz Flor
0:00:02–0:00:08
Niemand würde Isaac Newton vorwerfen, dass er das mit den Quanten nicht gecheckt hat.
Florian Clauß
0:00:16–0:00:21
Hallo und herzlich willkommen bei Eigentlich Podcast, der Podcast,
0:00:21–0:00:24
bei dem wir im Laufen reden und laufend reden.
0:00:24–0:00:33
Heute sind wir wieder in Kreuzberg am Kamisso-Platz und Mitch hat ein Thema vorbereitet,
0:00:33–0:00:39
ein kleines Thema, ein Teaser, ein Appetizer, das wir gleich nochmal näher ausführen.
0:00:40–0:00:48
Wir haben jetzt die Episode 103, sind seit drei Episoden über die 100.
Micz Flor
0:00:50–0:00:55
Das stimmt. Gut, dass du es nochmal ausrollst wie ein Pizzateig.
0:00:55–0:00:56
Den muss man auch zweimal rollen.
Florian Clauß
0:00:57–0:01:02
Genau, und dann einmal falten dabei. Richtig. Ich bin immer wieder überrascht,
0:01:02–0:01:04
dass wir es so lange durchgehalten haben.
0:01:06–0:01:08
Also, Mitch, hallo Mitch.
Micz Flor
0:01:09–0:01:13
Hallo Flo. Heute die Folge wird so ein bisschen, du sagst Teaser,
0:01:13–0:01:18
aber es ist für mich auch so ein bisschen eine Hirnmassage oder so eine allmähliche
0:01:18–0:01:21
Verfertigung der Gedanken beim Reden Episode,
0:01:22–0:01:26
weil ich jetzt eine Kurzserie ankündige.
0:01:26–0:01:31
Also ein bisschen, es geht um Bewusstsein, es geht um das Unbewusste, es geht um Freud,
0:01:32–0:01:37
es geht um Neurophysiologie, Neuropsychoanalyse und es geht dann zum Schluss
0:01:37–0:01:44
auch um ein physikalisch-mathematisches Modell, was man mittels dieser neuropsychoanalytischen
0:01:44–0:01:46
Konzepte vielleicht wirklich anwenden kann,
0:01:47–0:01:51
um noch einen Schritt näher daran zu kommen, zu wissen, wie Bewusstsein funktioniert.
Florian Clauß
0:01:51–0:01:56
Okay, aber aus einer psychoanalytischen Sicht heraus?
Micz Flor
0:01:56–0:01:59
Das ist eben das Spannende. Also es ist eigentlich so ein bisschen wie diese
0:01:59–0:02:03
Folge, die ich mal gemacht habe, wo es um Psychotherapie ging und dann um Chaosmagie.
0:02:04–0:02:07
Und irgendwie passt es so zusammen. Und jetzt geht es um Psychoanalyse,
0:02:07–0:02:09
um Freud. Wir müssen darum.
0:02:10–0:02:15
Es geht dann auch um den Psychoanalytiker, der aber seine Karriere als Neuropsychologe
0:02:15–0:02:17
begonnen hat, Marc Solms.
0:02:17–0:02:21
Deshalb gehen wir jetzt auch gleich hier in die Solmstraße oder die Solmstrasse,
0:02:21–0:02:23
wie wir sie dann nennen können.
0:02:24–0:02:27
Zufall? Passt eigentlich ganz gut.
0:02:28–0:02:32
Und zum Schluss kommt dann noch Carl Fristen dazu.
0:02:32–0:02:38
Der ist ein Psychiater und auch Physiker oder Mathematiker, der eine ganze,
0:02:38–0:02:43
Reihe von Modellen entwickelt hat, also mit Mathematik, mit Algorithmen,
0:02:44–0:02:48
mit Wahrscheinlichkeitsmatrizen und zu versuchen, wie sich selbst regulierende
0:02:48–0:02:52
Systeme wie ein Bewusstsein vielleicht hergerechnet werden könnten.
0:02:53–0:02:56
Also wir beginnen mit Freud und das ist jetzt aber nochmal anders,
0:02:56–0:03:01
neu oder wichtig zu sagen, wir gucken heute auf die Neuronen.
0:03:01–0:03:05
Wir schauen auf die Arbeit von Sigmund Freud vor dem Hintergrund,
0:03:05–0:03:07
dass er ja Nervenarzt war.
Florian Clauß
0:03:07–0:03:12
Also schon so aus einer, ich sag mal so recht medizinischen Sicht?
Micz Flor
0:03:14–0:03:18
Er war Nervenarzt, also jetzt aber eher wirklich als Neurophysiologe,
0:03:18–0:03:19
würde man vielleicht täuschen sagen.
Florian Clauß
0:03:19–0:03:23
Physiologe, aus physiologischer Sicht. So, jetzt betreten wir die Solmstraße.
Micz Flor
0:03:24–0:03:25
Ja, hier ist er.
Florian Clauß
0:03:25–0:03:30
Und ihr habt das vielleicht gemerkt, Mitch, das ist eine der wenigen Aufnahmen,
0:03:31–0:03:33
bei denen Mitch eine Richtung vorgibt.
0:03:34–0:03:40
Ich bin das Lamm, das durch die Straßen trottet. Mitch weist mir den Weg.
Micz Flor
0:03:40–0:03:41
Das haben wir ganz selten.
Florian Clauß
0:03:41–0:03:42
Aber ich zeichne auf.
Micz Flor
0:03:42–0:03:47
Ja, also es geht um das Unbewusste. Das ist sozusagen für heute,
0:03:47–0:03:48
glaube ich, das Kernthema.
0:03:48–0:03:54
Ein längerer Artikel, der ursprünglich dann 1915 auch in zwei Teilen erschienen
0:03:54–0:03:58
ist damals, später immer wieder aufgegriffen wurde, dann auch nochmal ein bisschen
0:03:58–0:04:01
umgebaut wurde. Von Freud. Von Freud, genau.
0:04:02–0:04:09
Und der 1915 eben erschien und der nochmal so versucht, das Unbewusste auch
0:04:09–0:04:11
eben neurophysiologisch zu beschreiben.
0:04:12–0:04:17
Irgendwie dann aber auch so ein Peak nochmal darstellt von eben neurophysiologischen
0:04:17–0:04:24
Gedanken. Die Freud schon 1891, was über Aphasien, also Sprachstörungen, geschrieben hat.
0:04:24–0:04:29
Dann 1895, was über Neuronen und Energie und den Versuch wirklich dann auch
0:04:29–0:04:34
sowas wie Blutbahn, bloß eben Nervenbahn und Nervenleitzungen und Energie.
0:04:35–0:04:38
Bevor er dann, und das ist dann dieser springende Punkt, bevor er dann gemerkt
0:04:38–0:04:41
hat, wir können neurophysiologisch.
0:04:43–0:04:46
Damals in der Zeit, wir können da eigentlich nichts Cleveres sagen,
0:04:46–0:04:47
das kriege ich nicht so richtig hin.
0:04:48–0:04:52
Ich muss einen anderen Ansatz wählen und dieser andere Ansatz war dann das,
0:04:52–0:04:56
was heute allgemein in Psychoanalyse genannt wird, wo man dann denkt,
0:04:56–0:05:01
ja das hat ja nichts mit Neurophysiologie zu tun, aber das stimmt nicht.
0:05:01–0:05:04
Im Prinzip, und das wird dann auch in dieser ganzen Entwicklung nochmal so ein
0:05:04–0:05:10
bisschen eine Schablone sein, Es gibt ja immer diesen Begriff über die Verhaltenstherapie,
0:05:10–0:05:13
ganz am Anfang, da ging es ja nur darum, diese Black Box.
0:05:13–0:05:17
Man hat dann irgendwie einfach nur Werkzeuge entwickelt, evidenzbasiert geguckt, was funktioniert.
0:05:17–0:05:21
Und das ist dann quasi in der Werkzeugkiste der PsychotherapeutInnen.
0:05:21–0:05:26
Und da möchte ich, glaube ich, nochmal so diese Idee von Freud und diese frühe
0:05:26–0:05:33
Idee von Behaviorismus nebeneinander legen und sagen, eigentlich sind die sich
0:05:33–0:05:35
sehr ähnlich. Okay. Das wird ein Thema sein.
0:05:36–0:05:39
Vielleicht ist das auch die Folge heute schon. Muss noch mal gucken, wie weit wir kommen.
Florian Clauß
0:05:39–0:05:40
Alles klar.
Micz Flor
0:05:40–0:05:45
Und die zweite Folge geht dann eben 100 Jahre später sozusagen.
0:05:46–0:05:53
Also 1891, dann 1991, 90er Jahre hat Marc Solms angefangen, ganz gezielt dahin zu forschen.
0:05:53–0:05:57
Er war halt eben Neurophysiologe und hat dann eine psychoanalytische Ausbildung
0:05:57–0:06:00
gemacht und beschreibt es immer gerne so,
0:06:00–0:06:05
dass seine Kollegen und Kolleginnen dann erschreckt waren, als sie das hörten,
0:06:05–0:06:09
weil sie gemeint haben, ey, das ist so, wie wenn ein Astronom auf einmal Astrologie
0:06:09–0:06:11
studiert. Das geht nicht.
0:06:11–0:06:14
Du machst dir die Karriere kaputt mit diesem Schritt. Das geht nicht.
0:06:15–0:06:19
Und warum geht das nicht? Weil in den 70er, 80er Jahren ist viel im Bereich
0:06:19–0:06:25
neurophysiologische Forschung, auch in Anführungszeichen Bewusstseinsforschung, passiert.
0:06:26–0:06:31
Aber eben immer ohne wirklich auf das zu gucken, was wirklich die Psyche ausmacht.
0:06:32–0:06:35
Sondern eher einen Blick darauf zu haben, was sind denn die Werkzeuge,
0:06:35–0:06:40
die dem Kortex zur Verfügung stehen, um die so unfassbar tollen Leistungen der
0:06:40–0:06:41
Wahrnehmung zu schaffen.
Florian Clauß
0:06:43–0:06:47
Ja, ich stelle mir aber auch vor, dass in der Zeit also Freud,
0:06:47–0:06:52
der zum ersten Mal auch bestimmte psychoanalytische Konzepte formuliert und
0:06:52–0:06:57
Beobachtungen macht und als praktizierender Arzt dann natürlich auch einen gewissen
0:06:57–0:06:59
naturwissenschaftlichen Blick drauf hat.
0:06:59–0:07:10
Wie damals auch Naturwissenschaftler dann Beobachtungen in der Natur in irgendeiner
0:07:10–0:07:11
Form dann versucht haben,
0:07:11–0:07:14
ein Gesetz daraus abzuleiten oder sowas.
0:07:15–0:07:20
Und so ein bisschen stelle ich mir dann Freud auch so vor, dass er vor dem Unbewussten
0:07:20–0:07:24
steht und dann anfängt, okay, was sind hier die Gesetzmäßigkeiten in seiner
0:07:24–0:07:26
Arbeit, da irgendwie was rauszuschließen.
0:07:27–0:07:33
Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, 100 Jahre später ist ja auch sehr
0:07:33–0:07:35
viel Forschung da ins Land gegangen.
0:07:35–0:07:40
Und der Gegenstand wurde ja dann auch irgendwie naturwissenschaftlich versucht zu beschreiben.
0:07:41–0:07:45
Und was kam denn da raus? Was sind die Erkenntnisse?
0:07:45–0:07:49
Und wie lässt sich das jetzt noch mit Freuds Theorien verbinden?
0:07:49–0:07:54
Wir hatten ja schon ein paar Mal festgestellt, dass es ja dann irgendwie nicht mehr so haltbar ist.
0:07:54–0:07:57
Aber Freud hat ja doch ganz grundsätzliche Entdeckungen gemacht,
0:07:58–0:08:03
die er dann halt auch so in der Theorie dann festgehalten hat. Ich weiß nicht.
0:08:03–0:08:05
Musst du sagen, ob ich mich da jetzt irgendwie...
Micz Flor
0:08:05–0:08:08
Nee, nee, auf jeden Fall. Das ist wichtig. Also was du sagst,
0:08:08–0:08:11
drehe ich mal so ein bisschen und gucke nochmal von der anderen Seite drauf.
0:08:11–0:08:15
Weil es gibt da, finde ich, so zwei interessante Gedanken zu dem,
0:08:16–0:08:18
was du gerade sagst. Weil das eine wäre jetzt...
0:08:22–0:08:28
Niemand würde Isaac Newton vorwerfen, dass er das mit den Quanten nicht gecheckt hat.
0:08:28–0:08:30
Er würde sagen, ja, Newton kann
0:08:30–0:08:32
sich in die Tonne treten. Das ist total veraltet, das gilt nicht mehr.
0:08:34–0:08:38
Bei der Neurophysiologie oder eben auch bei der Psychotherapie,
0:08:38–0:08:43
möchte man vielleicht heute sagen, da ist Freud einfach so in die Ecke gedrängt worden.
0:08:43–0:08:47
Und so abgedrängt worden. Und das sei alles nicht mehr, das sei alles überhaupt
0:08:47–0:08:52
nicht mehr neurophysiologisch zu halten. Aber ich finde es völlig legitim,
0:08:52–0:08:55
Freud eben trotzdem einfach sich anzugucken.
0:08:55–0:08:58
Es geht ja nicht darum, ob alles, was er sich so ausgedacht hat,
0:09:00–0:09:02
den Zeit der wissenschaftlichen Forschung überlebt hat.
0:09:02–0:09:05
Aber das macht man ja auch nicht bei anderen Forschern oder Forscherinnen,
0:09:05–0:09:07
die aus der Chemie oder aus der Physik kommen.
0:09:08–0:09:12
Da liegt vielleicht ein bisschen eben auch genau das dran, was dann der Gegenstand
0:09:12–0:09:17
von der Forschung heute mehr wird, ist dieses Bewusstsein. Die Sachen,
0:09:18–0:09:21
die Freud sagt, haben immer...
0:09:22–0:09:26
Um direkt oder indirekt dann doch auch mit uns und wie wir funktionieren zu tun.
0:09:27–0:09:31
Und sagen ja auch immer so unangenehme Sachen wie, das meiste sei unbewusst,
0:09:31–0:09:34
was bedeutet das denn? Ich weiß ja, was ich tue und was ich sage und das ist doch richtig.
0:09:35–0:09:39
Das heißt, da gibt es immer auch so eine persönliche potenzielle Verletzung
0:09:39–0:09:43
oder einen Widerstand zumindest, dass der einem erklären will, wie man so ist.
0:09:45–0:09:49
Und da hat man vielleicht mehr dagegen, als wenn einem jemand sein Blutbild erklärt.
0:09:49–0:09:53
Wenn dir jemand die Psyche erklärt, ist es was anderes, als wenn er sagt,
0:09:53–0:09:54
okay, da müssen sie mir Eisen nehmen.
0:09:55–0:09:59
Das ist das eine. Also die Psyche kommt eben ins Spiel. Wenn bei Freud die Psyche
0:09:59–0:10:03
ins Spiel kommt und er damals eben die Neurophysiologie hat fallen lassen und
0:10:03–0:10:06
gesagt hat, ich muss da anders rangehen, da gehen wir gleich nochmal rein,
0:10:06–0:10:08
dann ist vieles hypothetisch.
0:10:09–0:10:15
Und das andere ist dann, wenn wir dann heute auf das, was Marc Solms entwickelt
0:10:15–0:10:19
hat, da kommt nochmal dieser Effekt. Und zwar, lange Zeit wurde halt bei dieser
0:10:19–0:10:23
Bewusstseinsforschung sehr genau immer auf den Kortex geschaut.
0:10:23–0:10:26
Das, was den Menschen ausmacht, diese Riesenmasse, die wir oben drauf haben,
0:10:27–0:10:30
dieses Stammhirn und so, das haben sie ja alle.
0:10:30–0:10:34
Also Mammels haben das ja, sogar die Echsen haben das in gewisser Weise.
0:10:34–0:10:39
Und was uns als Menschen, als bewusst, also das muss ja alles im Kortex sein.
0:10:40–0:10:45
Und das hat Freud auch schon behauptet. Das wird jetzt auch so nochmal zurechtgeruckt.
0:10:45–0:10:46
Das ist dann die zweite Folge.
0:10:47–0:10:52
Nochmal genau zu schauen, wie entsteht denn Bewusstsein? Was sind notwendige
0:10:52–0:10:55
Hirnfunktionen, sozusagen um die,
0:10:56–0:11:00
bewusst zu werden, auf einer ganz basalen Ebene.
Florian Clauß
0:11:00–0:11:06
Also im biologischen Sinne oder im höher entwickelten Sinne,
0:11:06–0:11:10
dass man auch eine gewisse Selbstreflexivität hat?
Micz Flor
0:11:10–0:11:14
Ja, erstmal auf einer Ebene von, was ist wirklich notwendig?
0:11:15–0:11:18
Und das Notwendige, was gemacht wird, also wenn du dein Akku,
0:11:19–0:11:22
dein Handy auflädst, dein Akku, dein Fahrrad auflädst, du hast kein E-Bike,
0:11:22–0:11:28
nicht, dass die Leute falsch über dich denken, Aber das brauchst du halt mindestens.
0:11:28–0:11:33
Und lange Zeit hat man halt gedacht, okay, dass im Hirnstamm,
0:11:33–0:11:35
also in alten Strukturen des Gehirns,
0:11:35–0:11:40
gibt es auch so einen Rousal-Bereich, der muss irgendwie aktiviert sein,
0:11:40–0:11:44
damit die Lichter angehen und alles andere ist dann im Kortex.
0:11:45–0:11:50
Und das ändert sich jetzt gerade. Man merkt mehr und mehr, dass Emotionen eine
0:11:50–0:11:56
sehr wichtige Rolle spielen. Das ist dann auch eben so ein Teil von diesen ersten beiden Folgen.
0:11:57–0:11:58
Emotionen spielen eine wichtige Rolle.
Florian Clauß
0:11:59–0:12:00
Bei der Bewusstseinsbildung?
Micz Flor
0:12:01–0:12:04
Diese Bewusstwerdung ist nicht einfach an oder aus.
0:12:04–0:12:08
Es ist aber auch nicht einfach ein Regler von 10 Prozent oder 50 Prozent,
0:12:09–0:12:13
sondern diese Bewusstwerdung kommt mit einer Färbung sozusagen.
0:12:14–0:12:16
Und diese Färbung ist eine Emotion.
0:12:17–0:12:18
Das heißt, es ist immer...
0:12:20–0:12:25
Der Teil des Gehirns, der notwendig ist und der ist so zwei Kubikmillimeter
0:12:25–0:12:30
groß und in alten Hirnregionen,
0:12:30–0:12:35
der notwendig ist oder wenn der, andersrum gesagt, wenn der zerstört ist,
0:12:36–0:12:37
dann ist die Person im Koma.
0:12:38–0:12:45
Und wenn die ja aktiv ist, dann ist das immer auch mit Emotionen verbunden.
0:12:46–0:12:50
Diese Aktivität hat eine Wertigkeit, nicht nur eine Prozentzahl.
Florian Clauß
0:12:51–0:12:57
Okay, wie ist in diesem Zusammenhang dann Emotion definiert? Ist das messbar?
Micz Flor
0:12:58–0:13:02
Ja, du mit dem messbar bist gut, dass wir drüber reden. Du klopfst das gleich ab.
0:13:03–0:13:07
Aber ich flüchte jetzt zurück in den Auftrag, erstmal über Freud zu reden,
0:13:07–0:13:11
weil wir sind da nämlich an einem wichtigen Kipppunkt, weil vieles von dem,
0:13:11–0:13:14
was Freud vermutet hat, anhand des...
0:13:15–0:13:22
Eher der beschränkten Möglichkeit, man konnte es sich einfach nicht anschauen.
0:13:22–0:13:25
Du konntest quasi erst, wenn die Person tot war oder die Ratte tot war oder
0:13:25–0:13:29
der Fisch tot war, dann konntest du den sezieren und konntest drüber nachdenken.
0:13:29–0:13:34
Und du konntest halt eben nicht das Ganze am Anführungszeichen lebendigen Leibe sehen.
Florian Clauß
0:13:34–0:13:41
Also wir reden jetzt quasi in einem ausgehenden 19. Jahrhundert.
0:13:42–0:13:47
Und wo dann so die ersten Erkenntnisse von Freud in der Theorie verdichtet werden.
Micz Flor
0:13:47–0:13:49
Genau, und wir machen aber gleich einen Sprung, auch bei den ersten Sachen,
0:13:49–0:13:52
die ich sagen werde, zum Beispiel zu Michael Levin.
Florian Clauß
0:13:52–0:13:58
Oh, Michael Levin, ja. Das heißt, hast du da auch nochmal Informationen rausgekramt?
Micz Flor
0:13:58–0:14:02
Da habe ich keine Informationen rausgekramt, aber ich knüpfe einfach das an.
0:14:02–0:14:08
Du wirst dann auch gleich wissen, warum. Ein Artikel, der wichtig ist in seiner Genese,
0:14:08–0:14:17
war von 1891 ein Artikel über Sprachstörungen oder Sprechstörungen,
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organisch bedingte Sprechstörungen.
0:14:19–0:14:27
Und zwar war das eine Zeit, in der im Hirn unfassbar viele Lokalitäten entdeckt wurden.
0:14:28–0:14:33
Sprachzentrum, aktives Sprechen, Sprachverständnis, es wurden immer mehr Orte
0:14:33–0:14:39
gefunden im Gehirn, die scheinbar bestimmte Dinge leisteten,
0:14:39–0:14:41
so wie Organe im Gehirn drin.
0:14:42–0:14:44
Und man hat diese Orte gefunden.
0:14:45–0:14:56
Und Freud hat in diesem Artikel 1891 festgehalten, dass es nicht darum gehe,
0:14:57–0:15:00
in seiner Sicht, wobei das immer eben auch eine Spekulation ist,
0:15:00–0:15:05
nicht darum gehe, diese Orte alle zu finden, sondern was wichtig ist,
0:15:05–0:15:08
ist die Verbindung, die diese Teilregionen miteinander haben.
0:15:08–0:15:16
Es geht also weniger um das Denken an einen Organ, an eine Untergruppe von Gehirnzellen,
0:15:16–0:15:20
die eine Sache tun, sondern Dinge stehen miteinander in Austausch.
0:15:21–0:15:24
Und deshalb ist es so, dass zum Beispiel bei Sprachproduktion oder Sprachverstehen,
0:15:25–0:15:28
bei bestimmten Gehirnregionen, wenn die nicht funktionieren,
0:15:28–0:15:30
andere Teile der Sprache noch gehen.
0:15:30–0:15:33
Also es geht nicht darum, dass es an oder aus ist. Es geht nicht darum,
0:15:33–0:15:38
dass diese Region in sich das tut oder sie tut es eben nicht,
0:15:38–0:15:41
sondern er hat so ein Begriff oder so ein Bild entwickelt,
0:15:42–0:15:45
dass es mehr darum geht, wie Prozesse
0:15:45–0:15:50
im Gehirn ablaufen, als wie diese Gehirnregionen aufgebaut werden.
0:15:51–0:15:54
Und das, finde ich, ist so ein bisschen diese Michael-Levin-Idee,
0:15:54–0:15:56
weil ich da sehr schnell dran denken musste.
0:15:57–0:16:02
Die hatten ja diese Experimente auch mit Elektrizität in der Biologie,
0:16:02–0:16:08
wo die so einem ganz bestimmten Wurm eine Elektrizität aufgespielt haben.
0:16:09–0:16:13
Womit die dann in der nächsten Generation bestimmen konnten,
0:16:14–0:16:15
wo die Augen sind oder so.
0:16:15–0:16:18
Die konnten eine Veränderung vorführen. Das war dein Thema.
Florian Clauß
0:16:19–0:16:23
Ich habe tatsächlich den biologischen Namen des Wurmes vergessen.
0:16:24–0:16:27
Es war jetzt nicht Fadenwurm, es war ein anderer Wurm. Aber das,
0:16:27–0:16:33
was den Wurm dann so auszeichnet, ist, dass der eine unglaublich hohe Resistenz gegenüber Krebs hat.
0:16:33–0:16:40
Also der kommt so gut wie nie vor, prägt sich nie so aus, dass es das Tier umbringt, das Individuum.
0:16:40–0:16:45
Sondern die Krebszwellen werden sofort dann quasi abgetragen.
0:16:45–0:16:50
Er hat eine ziemliche Resistenz in der Geburtstag und das Ding ist halt,
0:16:50–0:16:52
dass die den so verformt haben,
0:16:52–0:16:58
dass die tatsächlich die Zellen unter Elektrizität und das war das Verfahren,
0:16:58–0:17:00
was Michael Levin entwickelt hat,
0:17:00–0:17:06
dass dann diese ganze Schwanzregion des Wurms zu einem zweiten Kopf gewachsen ist,
0:17:07–0:17:09
der auch eine volle Funktionalität hatte. Und das ist auch verantwortlich.
0:17:10–0:17:15
Konnte, wenn ich mich recht erinnere. War das nicht auf Generationen? Das weiß ich nicht mehr.
0:17:15–0:17:19
Das weiß ich nicht mehr, aber es ging darum, dass es wirklich so eine eingreifende
0:17:19–0:17:26
und dass diese Autonomie der Zellen, also diese Zellen, die dann nach der Definition,
0:17:26–0:17:27
die wir da auch gefolgt sind,
0:17:27–0:17:32
von Joshua Bach, dass es im Prinzip mehr oder weniger eine, jede Zelle ist eine
0:17:32–0:17:40
Turing-Maschine und dadurch halt quasi als einzelne Zelle schon so eine Robustheit da ist,
0:17:40–0:17:45
dass bestimmte Entscheidungen auf zellulärer Ebene getroffen werden können.
0:17:45–0:17:50
Ja, und dass ich dann quasi darüber, weil das war immer so eine amorphe Betrachtung.
0:17:52–0:17:58
Wie weiß eine Zelle von einem Frosch, der die Möglichkeit hat oder die Fähigkeit
0:17:58–0:18:03
besitzt, oder ein Salamander, dann kann er den Schwanz abstoßen,
0:18:03–0:18:06
dass der Schwanz dann sich wieder komplett erneuert.
0:18:06–0:18:11
Und wie kann diese Zelle, die sich da wächst, genau diesen Ort dann wieder einnehmen,
0:18:12–0:18:14
der dann halt quasi einprogrammiert war.
0:18:14–0:18:19
Was bei der Erblichkeit dann auch so ist, dass auch wenn ein völlig deformierter
0:18:19–0:18:24
Frosch im Gesicht kann, hat diese Information, jede Zelle hat diese Information,
0:18:24–0:18:26
wo sie eigentlich hingehört, um ein Ganzes zu bilden.
0:18:26–0:18:31
Und das ist halt so dieses in der Morphologie, was dann betrachtet wird.
Micz Flor
0:18:31–0:18:38
Ja, das ähnliche Gefühl, was ich bei dem Michael Levin bei deiner Episode hatte,
0:18:38–0:18:44
diese Dinge zu hören, welche Rolle Elektrizität wirklich als Informationsverfahren,
0:18:44–0:18:49
Angebot an eine biologische Masse in sich hat, welche Kraft da drin steckt und
0:18:49–0:18:52
wie das korrespondieren könnte und die auch Forschung betreiben,
0:18:52–0:18:58
wie man eben über diese Erkenntnis auch das Nachwachsen von Organen beschleunigen kann und solche Sachen.
0:18:58–0:19:03
Ich glaube, ähnlich war dieser Sprung für Freud damals zu sagen,
0:19:03–0:19:04
wir gucken hier uns Orte an, aber
0:19:04–0:19:08
Leute, eigentlich geht es doch um eine Verbindung zwischen diesen Orten.
0:19:08–0:19:13
Und diese Verbindung, dieser Transfer, dieses Hin und Her, wie können wir das gut beobachten?
0:19:14–0:19:18
Und das wollte er eigentlich als Nervenarzt machen und ist dann noch tiefer
0:19:18–0:19:26
eingestiegen und hat dann eben 1895 angefangen, ein Modell zu entwickeln,
0:19:26–0:19:29
wo er eben wirklich auf die Neuronen guckt, auf Energieniveaus.
0:19:29–0:19:36
Hat dann irgendwie eine Einheit Q definiert, die dann irgendwie messbar ist
0:19:36–0:19:41
und versuchte irgendwie sowas aufzubauen, was analog zu Helmholtz und der Messung
0:19:41–0:19:44
von Nervenleitgeschwindigkeit und so ging,
0:19:44–0:19:48
was ja auch damals ganz, ganz, also da konnte viel Neues gemessen werden und
0:19:48–0:19:50
da war Freud irgendwie mittendrin.
0:19:50–0:19:55
Und hatte aber dann scheinbar irgendwann dieses Gefühl, weil er das dann hat
0:19:55–0:20:00
fallen lassen und der Artikel von 1915 ist so ein Hybrid aus dem Nervenarzt
0:20:00–0:20:04
und aus dem Psychoanalytiker, weil er irgendwie gemerkt hat,
0:20:04–0:20:05
ich komme hier nicht richtig weiter.
0:20:06–0:20:07
Mit dem, was wir hier wissen können.
0:20:10–0:20:15
Da kriege ich jetzt kein konsistentes Modell und schon gar nicht,
0:20:15–0:20:19
dass ich das verifizieren oder falsifizieren kann. Ich muss da irgendwie anders mit umgehen.
0:20:19–0:20:24
Wenn ich jetzt von unten hochrechne, komme ich nie auf dieser Ebene an,
0:20:24–0:20:29
wo ich eben wirklich über Psyche und Bewusstsein und Erleben und so sprechen kann.
Florian Clauß
0:20:29–0:20:37
Ich kann mir das sehr gut vorstellen, also jetzt mal so aus so einer Frustrationsschwelle
0:20:37–0:20:41
eines Wissenschaftlers, dass der dann an einer bestimmten Stelle Informationen,
0:20:41–0:20:44
wo die einfach fehlen und der weiß genau,
0:20:45–0:20:49
also ich projiziere das jetzt so rein, aber ich kann mir vorstellen,
0:20:49–0:20:51
dass man zu dem Zeitpunkt weiß, okay,
0:20:51–0:20:54
ich brauche hier mehr Erkenntnis, aber diese Erkenntnis steht mir gerade nicht
0:20:54–0:20:57
zur Verfügung, weil die Wissenschaft noch gar nicht so weit ist,
0:20:57–0:21:01
um das irgendwie auch in einer Form gebracht zu haben.
0:21:01–0:21:06
Ja, so ein bisschen wie, gleichzeitig ist es ja so, dass es mehr oder weniger
0:21:06–0:21:10
dieses Denkvermögen uns ja nicht unterscheidet von den heutigen Menschen.
0:21:11–0:21:12
Wir haben ja nur einen Wissensvorsprung.
0:21:12–0:21:16
Ich kann mir das nur so, weil ich jetzt neulich in Canac war, habe ich schon erzählt.
0:21:17–0:21:24
Diese Canac ist in Frankreich an der Bretagne ein Ort, wo ganz viele so neolithische Steine stehen.
0:21:24–0:21:29
Also die Alignments, Alignments, Elimots, oder wie das heißt auf Franzisisch,
0:21:30–0:21:34
ja, die Steine, die dann so, und man weiß nicht warum, ja, und dann ist halt so...
Micz Flor
0:21:34–0:21:37
Obelix und die Hinkelsteine, das ist ja ein, deshalb funktioniert der Witz ja,
0:21:38–0:21:39
weil der hat die alle überall hingestellt.
Florian Clauß
0:21:39–0:21:44
Ja, er hat die hingestellt, genau, ja, diese, diese, diese Megalithen,
0:21:44–0:21:48
die da so eingereiht, man weiß, warum machen die das, wie auch immer,
0:21:48–0:21:50
ja, und dann gleichzeitig...
0:21:50–0:21:54
Und dieser Umstand hatte ich auch ein paar Mal, wenn mich das beschäftigt.
0:21:54–0:21:57
Die Eiszeit, da steht halt einfach so ein Stein im Feld.
0:21:57–0:22:02
Und die Leute sehen diesen Stein und wissen halt nicht, wer hat den da hingepackt.
0:22:02–0:22:06
Das müssen ja magische Kräfte gewesen sein, die diesen Stein hier erscheinen
0:22:06–0:22:07
lassen, weil den kann doch keiner tragen.
0:22:08–0:22:12
Also dann gibt es auf der einen Seite so eine mystische Erklärung,
0:22:12–0:22:15
auf der anderen Seite gerade diese Information, dass dann halt eine Eiszeit
0:22:15–0:22:22
und das Geröllfeld vom Gletscher und so weiter, hat da diese ganzen Feldsteine
0:22:22–0:22:23
hingetragen und bla bla bla.
0:22:23–0:22:25
Diese Informationen gibt es ja nicht in dem Moment.
0:22:26–0:22:29
Vielleicht bekommt ein großer Stein dann auf einmal so eine Wertigkeit,
0:22:30–0:22:34
weil das unglaublich viel Kalorien bedarf, um einen Stein irgendwo hinzubetragen.
0:22:34–0:22:36
Diese Erfahrung wurde ja gemacht.
0:22:36–0:22:40
Und ich glaube auch, dass man eine gewisse Kritizität, dass dann immer welche
0:22:40–0:22:43
daneben standen, ja, scheiß drauf.
0:22:43–0:22:47
Irgendwas ist krumm, aber ich mache es trotzdem. Ich glaube,
0:22:47–0:22:52
dieses Dagegendenken war auch schon immer so eine Art des menschlichen Denkens.
0:22:53–0:22:57
Und ich glaube auch, dass man dann halt so steht, okay, lassen Sie es mal jetzt
0:22:57–0:22:58
was ganz anderes versuchen.
Micz Flor
0:22:58–0:23:02
Ja, aber wir gehen nochmal zurück in dem, was Freud jetzt macht,
0:23:02–0:23:04
weil einerseits, und das ist dann eben diese Sache, die ich meinte,
0:23:04–0:23:06
die halt viel angefeindet wurde,
0:23:06–0:23:09
sie alle Spekulationen, was weiß man schon über den Grundkonflikt,
0:23:09–0:23:13
was weiß man schon über das erste Lebensjahr, was weiß man schon über die frühen
0:23:13–0:23:16
Bindungserfahrungen, was bei Freud ja nicht primär Thema war,
0:23:16–0:23:17
das kam auch später dazu.
0:23:18–0:23:23
Da bleibt viel Spekulation und wird dann eben mit Patient, Patientin erarbeitet.
0:23:23–0:23:27
Aber bei Freud, der hatte ja mit den Aphasien, also mit diesen Sprachstellen,
0:23:27–0:23:31
das war jetzt diese Kartografie des Gehirns, die da passiert ist,
0:23:31–0:23:36
die ist ja auch deshalb passiert, weil Verletzungen des Gehirns uns Menschen,
0:23:37–0:23:39
wie er damals den ForscherInnen gezeigt hat.
0:23:40–0:23:46
Wir können relativ genau Dinge lokalisieren, wenn wir wirklich nur zuhören.
0:23:46–0:23:54
Wenn die Person so lallt, dann können wir feststellen, dass das da irgendwie was ist.
0:23:54–0:23:58
Das heißt, es gab schon eine Form,
0:23:59–0:24:05
Freud konnte schon erleben, dass wenn man sensibel ist und drauf guckt,
0:24:06–0:24:12
dann kann man eben auch über die Wahrnehmung dessen, was die andere Person sagen
0:24:12–0:24:16
kann oder nicht sagen kann, kann man dann verorten, wo wahrscheinlich was nicht mehr funktioniert.
0:24:16–0:24:19
Und wenn man das jetzt auf einen anderen Wissenschaftsbereich überträgt,
0:24:19–0:24:23
ist das zum Beispiel sowas wie die Gravitationswelle.
0:24:23–0:24:26
Die hat man irgendwie in der Physik mathematisch irgendwie vorhergesagt,
0:24:26–0:24:31
aber man konnte sie nie messen. Aber man musste sie irgendwann messen können,
0:24:31–0:24:34
weil sonst stimmt diese Berechnung nicht.
0:24:34–0:24:38
Diese Hypothese braucht die Gravitationswelle und irgendwann konnte man,
0:24:39–0:24:45
die messen oder das Boson-Higgs-Teilchen. Higgs-Boson-Teilchen, genau.
0:24:45–0:24:48
Das musste dann auch irgendwie, wobei ich glaube, das ist immer noch nicht gemessen
0:24:48–0:24:49
worden, oder haben die das jetzt auch?
Florian Clauß
0:24:50–0:24:54
Ne, das war ja auch schon wieder 15 Jahre alt, aber es gab doch den Nobelpreis.
Micz Flor
0:24:54–0:24:58
Ach so, okay, siehste, bin ich jetzt 15 Jahre hinterher.
0:24:58–0:25:03
Aber das Bild, was ich damit malen möchte, ist, dass es auch in der Neurophysiologie,
0:25:05–0:25:09
ähnliche Situationen gibt, dass jemand was beobachtet, daraus etwas erschließt,
0:25:10–0:25:13
auch wenn die Werkzeuge der Messung noch nicht da sind, genauso wie das in der
0:25:13–0:25:14
Physik eben auch passiert.
Florian Clauß
0:25:14–0:25:20
Ja, gut, aber gleichzeitig ist es ja so, wenn man sich jetzt die ganzen,
0:25:21–0:25:23
also komme ich wieder mit der Kiste.
0:25:23–0:25:28
Messen, wo ist der Zucker? Nein, Zucker nicht, aber da kommt es ja so,
0:25:28–0:25:33
die Quanteninformationen, in der ganzen esoterischen Produktwelt,
0:25:33–0:25:37
da gibt es halt irgendwie, Das misst halt irgendwie die Quanten oder Wasser.
Micz Flor
0:25:37–0:25:39
Groß geht raus an methodisch inkorrekt.
Florian Clauß
0:25:39–0:25:44
Nein, aber ich meine, das ist ja genau das Ding. Du kannst darüber bestimmte
0:25:44–0:25:50
Sachen legitimieren, die jetzt gefühlt erst mal sich so, okay, kann man sich so denken.
0:25:51–0:25:56
Ist ja eigentlich, also ich meine, du brauchst ja trotzdem eine Belegbarkeit
0:25:56–0:26:00
von bestimmten Positionen, bevor du dann halt da Rückschlüsse tust.
0:26:01–0:26:05
Und viel wird ja in der Esoterik dann halt argumentiert, ja man weiß doch,
0:26:06–0:26:12
dass Quanten Informationen in sich tragen, nach der und der, keine Ahnung.
0:26:12–0:26:18
Also, das heißt, du greifst da auf so einen Fundus zurück, der sich erstmal
0:26:18–0:26:22
so, okay, ja, Physik ist doch physikalisch gewesen.
0:26:23–0:26:27
Gleichzeitig, wir können nicht alles wissen, Information ist doch nicht da.
0:26:27–0:26:29
Also, okay, alles gut, Haken hinter.
Micz Flor
0:26:30–0:26:34
Das waren jetzt so viele Bruchteile von dem Satz. Was willst du genau sagen?
Florian Clauß
0:26:34–0:26:40
Naja, wir haben ein wissenschaftliches System, bei dem man halt quasi nach Karl
0:26:40–0:26:46
Propper bestimmte Ideen dann halt zu einem bestimmten Zeitpunkt diskutiert und
0:26:46–0:26:47
guckt, ob die jetzt zutreffen oder nicht zutreffen.
0:26:48–0:26:51
Und wenn die zutreffen, dann ist das erstmal allgemein anerkannt.
0:26:51–0:26:57
Wenn jemand anders was anders beweisen kann, dann wird das halt anerkannt.
0:26:57–0:27:00
Das ist ja ein Wettstreit der Ideen, die dahinter liegen.
Micz Flor
0:27:00–0:27:02
Genau, das ist der Wettstreit und das ist nochmal wichtig zu sagen.
0:27:02–0:27:09
Die Idee ist, dass man etwas so genau beschreiben und erforschen sollte,
0:27:09–0:27:14
dass dieses Experiment wiederholbar ist und vor allen Dingen aber auch,
0:27:15–0:27:18
ups, da vorne ist gerade Streit, wollen wir die Seite wechseln?
0:27:21–0:27:26
Es eine Konstruktion gibt, die es ermöglicht, die Ergebnisse zu wiederholen
0:27:26–0:27:34
und auch, dass die Hypothese falsifizierbar bleibt.
0:27:34–0:27:40
Das ist von Karl Popper. Also die Möglichkeit, sie zu widerlegen,
0:27:40–0:27:49
muss gegeben sein. Das ist ja dann so eine Anforderung an, sollte man Hard Science sagen?
Florian Clauß
0:27:49–0:27:52
Hard Science, das haben wir doch aus dem Science Fiction.
Micz Flor
0:27:52–0:27:58
Ja, Hard Science Fiction, genau. Aber die Sache, die dann eben die Physik,
0:27:59–0:28:03
die ja irgendwie immer auch einen Algorithmus hat, der dann genau belegen kann,
0:28:03–0:28:06
wie der Tischtennisball den Jupiter trifft, wenn ich ihn jetzt rechtzeitig loswerfe,
0:28:08–0:28:12
hat, den hat die Psychoanalyse natürlich so nicht. Das ist dann immer.
Florian Clauß
0:28:14–0:28:16
Der Gegenstand ist halt ein anderer.
Micz Flor
0:28:16–0:28:18
Der Gegenstand ist ein anderer, genau. Und trotzdem ist es so,
0:28:19–0:28:22
diese Idee, dass man jemandem gegenüber sitzt und irgendwie merkt,
0:28:23–0:28:27
dass was nicht stimmt, ohne dass man genau den Finger drauf halten kann,
0:28:27–0:28:30
die kann ja einfach auch wahr sein.
0:28:30–0:28:37
Und wenn du jetzt in einem rein physikalischen Raum bist und die Billardkugel
0:28:37–0:28:38
nicht das tut, was sie tun sollte,
0:28:39–0:28:43
dann denkst du, ja gut, da muss der Tisch tief stehen oder der Fels ist irgendwie
0:28:43–0:28:45
angeschmiert oder so oder die Kugel eiert.
0:28:46–0:28:50
Auf eine abstrakteren Ebene, wenn es um Bewusstsein geht, freut sich eben auch diese,
0:28:52–0:28:57
Diese Idee beibehalten, zuzuhören, irgendwie dran zu bleiben und mit dem zu
0:28:57–0:29:02
arbeiten, was dieser Apparat, dieses Gehirn, das sagt ja auch der mentale Apparat.
0:29:05–0:29:09
Wie der arbeitet, was der verarbeitet, was reingeht, was rauskommt und so.
0:29:09–0:29:11
Dazu hat er dann eben Theorien aufgebaut.
0:29:11–0:29:15
Und diese Idee einfach zuzuhören und damit zu gehen, okay, was haben wir denn
0:29:15–0:29:19
vor uns? Wir haben limitiertes neurophysiologisches Wissen.
0:29:20–0:29:28
Wir können mit der aktuellen Messmethodik, können wir die Dinge nicht wirklich ergründen.
0:29:28–0:29:31
Aber er hat ja immer auch gesagt, aber irgendwann werden wir es finden können.
0:29:32–0:29:36
Das ist ja anders als C.G. Jung, der halt das nicht im Körper sucht,
0:29:36–0:29:43
sondern der das dann ja auch in dem nach unten offenen Archetypen und kollektiven
0:29:43–0:29:47
Unbewussten irgendwie dann wirklich Größe anlegt über den Menschen hinaus.
0:29:47–0:29:48
Das hat Freud ja nie gemacht.
0:29:48–0:29:53
Für den war das ja immer irgendwie hauptsächlich im Hirn, sozusagen.
Florian Clauß
0:29:54–0:30:00
Aber es ist lokalisierbar, weil du versuchst ja quasi jetzt in der Praxis nach
0:30:00–0:30:03
Freud, das Zuhören, das ist ja auch eine Methode.
0:30:04–0:30:09
Versuchst ja was zu begreifen, was du selber quasi, was selber dein Werkzeug ist.
0:30:09–0:30:16
Also jetzt mit das Gehirn quasi du kommunizierst und gleichzeitig versuchst
0:30:16–0:30:21
zu erfassen mit dem eigenen Apparat was du jetzt irgendwie auch auseinander auch.
Micz Flor
0:30:21–0:30:28
Analysieren möchtest das ist eben weil es um die Psyche geht und ja dann auch
0:30:28–0:30:31
die Person die da dir gegenüber sitzt mit reingerechnet werden muss,
0:30:33–0:30:38
ist es immer was was potenziell konflikthaft ist weil es immer auch um Menschenbild
0:30:38–0:30:41
geht, um Selbstwertgefühl, um das Gefühl,
0:30:41–0:30:43
vielleicht auch vereinfacht zu werden.
0:30:43–0:30:47
Ich will doch nicht einfach nur eine Triebabfuhr sein oder so.
Florian Clauß
0:30:47–0:30:48
Okay, verstanden.
Micz Flor
0:30:49–0:30:54
Ich möchte jetzt die Brücke nochmal schlagen von diesen frühen Artikeln.
0:30:55–0:31:03
Über die Aphasie, dann sein Versuch, da eben diese Ströme auf Neuronenebene
0:31:03–0:31:06
irgendwie abzubilden und zu hoffen, daraus könnte man irgendwie ein Modell entwickeln,
0:31:06–0:31:08
was die Psyche beschreiben kann.
0:31:08–0:31:15
Dann dieses Losschütteln davon und zu sagen, damit kann ich nicht arbeiten,
0:31:15–0:31:17
ich kann es nicht messen.
0:31:17–0:31:22
Ich kann meinen Ansprüchen als Arzt und Wissenschaftler nicht gerecht werden.
0:31:23–0:31:27
Und sich dann zu trauen, zu sagen, okay, dann steige ich mal aus.
0:31:27–0:31:35
Mein Wunsch ist jetzt, auf die Prozesse zu schauen und gucke mir das mal ganz genau an.
0:31:35–0:31:38
Also er hat es ja auch bei sich ganz genau angeguckt, bei anderen auch ganz genau angeguckt.
0:31:39–0:31:41
Brauchen wir jetzt nicht reingehen, ist ja quasi so ein Opener,
0:31:41–0:31:44
wo ich diesen Artikel kurz anreißen möchte.
0:31:45–0:31:51
Und 1915 hatte dann in diesem das Unbewusste das auch nochmal beschrieben.
0:31:51–0:31:55
Dass es nicht möglich ist, zu sagen, dass alles immer bewusst ist.
0:31:55–0:31:59
So wie ich jetzt gerade auch mir einen Weg zurechtgelegt hatte.
0:31:59–0:32:01
Und dann sind wir einfach gelaufen und mich vom Weg abgekommen,
0:32:02–0:32:06
weil ich kann auch laufen ohne zu denken. Wir können so viele Dinge tun ohne zu denken.
0:32:07–0:32:11
Und das ist dann auch eine wichtige Forschung bei Marc Solms nochmal,
0:32:11–0:32:17
der das Ganze sogar nochmal umdreht und sagt, das meiste, was der Kortex tut, ist unbewusst.
0:32:18–0:32:23
All diese wahnsinnigen Leistungen, die wir schaffen können, die sind eigentlich komplett unbewusst.
0:32:24–0:32:25
Gesichtserkennung und so weiter.
Florian Clauß
0:32:25–0:32:28
Ja, alleine Farben sind auch nicht echt da.
0:32:28–0:32:36
Wenn wir alles in Farbe sehen, ist einfach nur eine Leistung vom Gehirn zu extrapolieren.
0:32:36–0:32:39
Aber diese Farben werden eigentlich nicht wahrgenommen.
0:32:39–0:32:45
Es ist ganz viel, was da im Gehirn dazukommt, was einfach so reingerechnet wird.
Micz Flor
0:32:45–0:32:49
Ja, oder auch, im Prinzip ist dann, aber da springen wir, ich möchte eigentlich
0:32:49–0:32:52
nicht reinspringen, aber diese Idee von Embedded Cognition, das war ja dann
0:32:52–0:32:55
auch eine Zeit lang so ein wichtiges Buzzword.
0:32:55–0:32:59
Und da ging es einfach um genau diese Bereiche, die jetzt, oder die Prozesse
0:32:59–0:33:03
eher, zum Beispiel Gesichtserkennung, Bewegungserkennung oder man kann die öptischen
0:33:03–0:33:05
Täuschungen ja auch dahin machen, was du gesagt hast.
0:33:05–0:33:10
Freud spricht ja von dem Bewussten und sagt, das Wenigste von dem,
0:33:10–0:33:11
was wir tun, ist bewusst.
0:33:12–0:33:18
Oder was wir denken, ist bewusst, was die Neurophysiologie inzwischen auch experimentell
0:33:18–0:33:21
beobachten kann oder auch nachweisen kann,
0:33:21–0:33:28
bis hin zu komischen Zeitphänomenen, dass manchmal der Impuls, die Hand zu bewegen,
0:33:28–0:33:31
früher über eine Messung wahrgenommen
0:33:31–0:33:34
werden kann, als dass die Person den Wunsch überhaupt äußern kann.
0:33:34–0:33:41
Was du ja auch kennst, dieses Blindsight so als Beispiel.
0:33:41–0:33:48
Blindsight geht zurück auf ein Experiment mit einem Affen, bei dem im Kortex
0:33:48–0:33:54
große Teile des visuellen Zentrums zerstört wurden. Der konnte also nicht mehr sehen.
0:33:56–0:34:02
Und es gibt Videos von diesem Affen, in denen wir sehen, wie er sieht,
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wie eine Hand in so einen Käfig reinkommt.
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Diese Hand hält was zu essen. Er geht da hin und nimmt es zu essen.
0:34:11–0:34:14
Er isst es auch, setzt sich dann wieder hin.
0:34:15–0:34:19
Dann wird so eine Kiste, ein Deckel aufgemacht. Dann sieht er das,
0:34:19–0:34:21
läuft da rein, dann wird die Kiste zugemacht, dann wird wieder rausgehoben.
0:34:21–0:34:22
Das ist so ein kurzes Video.
0:34:23–0:34:26
Und irgendwie bewegt er sich komisch.
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Man hat das Gefühl, der ist nicht gut orientiert, aber macht alles sehr zielgerichtet.
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Und der Begriff Blindside bezieht sich eben genau darauf, was man bei Menschen,
0:34:39–0:34:44
die eben reden können, die erklären können, was sie leben, auch zeigen kann, ist,
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dass visuelle Informationen verfügbar sind, obwohl sie kein Bewusstsein darüber haben, dass sie sehen.
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Also da gibt es ein Sehen, was dem Bewusstsein verschlossen bleibt.
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Es gibt auch ein anderes Beispiel, was Marc Solms mal dargestellt hat,
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dass eine Frau mit Amnesie.
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Die die Person, die sie trifft, jedes Mal, wenn sie trifft, nicht wiedererkennt.
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Und ich weiß, wie die heißt.
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Alle Anzeichen zeigt, dass sie die Person noch nie gesehen hat.
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Und diese Person war ein Arzt. Und der Arzt hat sich dann den Schabernack erlaubt,
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das würde man heute nicht mehr
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durchkriegen beim Ethikrat, dass er eine Reißzwecke in der Hand hatte.
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Und immer, wenn er die Hand gedrückt hat, hat er sie gepiekst an der Hand. Das war unangenehm.
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Und das hat er jeden Tag gemacht. Und jeden Tag konnte die Frau seinen Namen
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nicht benennen und zeigte immer, dass sie ihn noch nie vorher gesehen hatte.
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Aber mit jedem Tag wollte sie ihm immer weniger die Hand geben.
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Also das ist auch so ein Beispiel. Das ist dieses Bewusstsein,
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was wir haben, dieses Selbstbild und so weiter.
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Und was Freud dann eben noch gemacht hat, er hat dann eben versucht,
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diese Verbindung mit Bewusstsein herzustellen, aufgrund seiner Konzeption von Trieben und Affekte.
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Also wir gehen jetzt in die Emotionen und die Emotionen werden ein zentrales
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Element sein, wenn wir dann über Marc Solms Neuropsychoanalyse und seine Konzepte sprechen.
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Was für Freud nochmal wichtig war, ist auch zu betonen, dass die Emotionen per
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se nicht unbewusst sein können.
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Und das ist wichtig, das auch nochmal genau anzuschauen, weil,
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Da wird es potenziell auch so ein bisschen schwammig, weil man spricht ja viel
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vom Unbewussten, das hat irgendwie mit Emotionen zu tun, das ist was Verdrängtes oder so weiter.
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Wie hängt das alles zusammen?
Florian Clauß
0:36:39–0:36:42
Aber so wie ich das auch verstanden habe bei Freud, ist Unbewusste auch nicht
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gleich das Verdrängte, sondern das ist vielleicht ein Teil des Unbewussten.
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Unbewusste ist auch so ein Becken, wo sich alles Mögliche quasi passiert.
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Also wie wir gerade auch festgestellt haben, diese ganzen Prozesse,
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die im Gehirn ablaufen, die sind ja auch unbewusst, aber unglaublich rechenintensiv.
Micz Flor
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Genau, es ist gut, dass du noch was sagst, weil, glaube ich,
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das sind unbewusste Anteile und es fühlt sich manchmal schwierig an,
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das gleiche Wort für zu benutzen, aber es geht im Prinzip um die Dinge,
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die wirklich unser Bewusstsein nicht erreichen oder,
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wie du schon gesagt hast, das verdrängte, was aus dem Bewusstsein wieder abgeschnitten wird.
Florian Clauß
0:37:24–0:37:29
Das ist das Klassische, was man mit Freude und das Unbewusste,
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was man dann so diese Küchenphilosophie-Meinung, das verdrängte, das Unbewusste ist.
Micz Flor
0:37:36–0:37:41
Für Freud sind also Emotionen immer eben auch bewusst. Das ist eine Definition.
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Du kannst keine unbewusste Freude haben, sondern du freust dich,
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aber es kann halt irgendwie sein, dass die Repräsentanz zu dieser Freude oder
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zu dieser Trauer, dass die verdrängt ist.
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Dass die nicht mehr dem Bewusstsein verfügbar ist und die Psychoanalyse versucht,
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unbewusst oder zum Vorbewussten und zum Bewussten zu machen.
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Der Traumdeutung ist ein Weg dahin.
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Also die Brücke jetzt, wollen wir mal schnell durch diesen Artikel das Unbewusste von 1915 durchgehen,
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um dann eben in der nächsten Folge auch bei der Neuropsychoanalyse und Marc
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Solms anzukommen und der Art und Weise, wie man mit dem heutigen Wissen, sage ich mal,
0:38:25–0:38:30
diese Psychoanalyse nochmal an vielen Punkten bestätigt auch.
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Und an einigen Punkten sogar auf den Kopf stellen kann.
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Das gehen wir jetzt noch mal ganz kurz in dieses Thema der Triebe.
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Des Unbewussten oder wie Freud aufteilt Unbewusste, Vorbewusste und das Bewusstsein.
0:38:50–0:38:54
Das Vorbewusste ist so dieser Zwischenraum, wo dann in der Psychoanalyse oder
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in der Traumdeutung auf einmal Dinge wirklich ins Bewusste geholt werden kann.
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Mit Bedeutung aufgeladen werden können und für Freud ist es so,
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dass diese Triebe, die sind einfach da.
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Das sind einfach somatische Energien, die bewirken, dass wir uns,
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ganz kurz gesagt, nicht wohlfühlen.
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Und das Lustprinzip von Freud heißt halt, der Organismus möchte dann Situationen
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herstellen, wo diese...
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Dieses Unwohlsein der Triebe, diese Energie, die da ist, abgeführt wird.
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Und dazu sucht sich dann der Organismus zum Beispiel den Apfel,
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um den Hunger zu stillen, ganz kurz gesagt. Das wird so ein körperlicher Trieb des Hungers.
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Es gibt aber auch eben andere Triebe, die dann der Sexualtrieb zum Beispiel.
0:39:41–0:39:43
Und es gab, das hatte ich in einer anderen Folge schon mal gesagt,
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auch so eine richtige Hochzeit von Trieben, wo alles Mögliche,
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ein Reisetrieb und alles Mögliche wurde dann vor allem so postuliert.
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Und so dieser Trieb, an den bindet sich eine Emotion und die Emotion ist sozusagen das,
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was wir auch benennen können oder was in vielen Fällen in der zum Beispiel emotionsfokussierten
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Psychotherapie oder auch allgemein jetzt in der emotionalen Wende der Verhaltenstherapie
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oder eben auch in der psychodynamischen Therapie sind,
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Emotionen benennen können, Wünsche benennen zu können.
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Das ist ein ganz wichtiger Teil, weil das eben diese symbolisierte Ebene ist,
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auf der aus dem Trieb dann wirklich auch eine Richtung bekommt.
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Weil wenn wir jetzt nochmal in die kindliche Entwicklung gucken,
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so ein Kind hat ja schon Emotionen, das kann es am Anfang gar nicht regulieren,
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dann hat es Emotionen und kann mit denen irgendwie besser umgehen,
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kann die auch ein bisschen regulieren und kommt dann in der Entwicklung irgendwann
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an den Punkt, wo es nicht nur Emotionen erlebt,
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sondern dann auch sagen kann, ich habe das Gefühl in mir.
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Zu diesem Ding. Es bezieht sich auf was da draußen auch noch.
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Und dann entsteht halt eben so eine Verbindung, ein bewusstes Benennen und eine
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bewusste Wahrnehmung von einem Impuls oder von einem Bedürfnis,
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wo dann der Trieb sich eben in der Welt was sucht, womit der,
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sage ich mal, befriedet werden kann. Das ist primär das Lustprinzip.
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Und wenn das schief geht, dann ist es so, dass diese Repräsentanz,
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also der bewusste Teil, der kann verdrängt werden.
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Das heißt, du verdrängst in gewisser Weise deinen Unmut mit irgendetwas und
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das kann dann eben in der Theorie,
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aber da möchte ich jetzt gar nicht so reingehen, weil wir in Neurophysiologie
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bleiben wollen, aber es geht dann ein bisschen auch darum zu sagen,
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so entsteht zum Beispiel Psychosomatik.
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Also das direkte Ziel ist verdrängt, die Emotion ist vielleicht noch benennbar, aber wird diffus,
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der Trieb bleibt da, die Energie kann nirgendwo hin, wir fangen an uns zu verspannen
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oder wir kriegen das irgendwie, es schlägt uns buchstäblich auf den Magen, solche Sachen.
0:41:49–0:41:56
Und was Freud eben gemacht hat, ist, weil er dieses Bewusstsein und die Wahrnehmung,
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ich hatte das ja dir auch mal gezeigt, dieses kleine topische Modell,
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das erste, wo dieser kleine,
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ich glaube es zum Hören, so ein kleiner Würfel drauf gesetzt hat auf diesem Blob.
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Weil das ist quasi der Schnitt, wo das Ich entsteht, der Schnitt zwischen der
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Außenwelt und der Innenwelt.
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Der Trieb dringt von innen, die Welt fordert von außen und diese Wahrnehmung ist ganz essentiell.
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Und er hat dann eben auch gesagt, dass das Bewusstsein muss eben irgendwo im Neokortex entstehen.
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Er hat auch so vermutet an bestimmten Stellen, weil ohne die Wahrnehmung der Außenwelt.
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Kann Bewusstsein ja nicht entstehen aus dem, was sozusagen bildlos und ohne
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Narrative ist, ohne Zeitgefühl.
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Das Triebhafte ist immer, das Triebhafte weiß nicht mal, dass es sterben muss.
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Das ist schon eine kortikale Leistung. Also das heißt.
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Er hat immer gesagt oder er hat immer das Gefühl gehabt, dass Wahrnehmung essentiell ist.
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Und die Wahrnehmung, das passiert halt, und das weiß man dann auch über die
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Aphasien oder im Zweiten Weltkrieg noch viel mehr. Da konnte man das Gehirn
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aufgrund dieser ganzen Verwundung im Krieg, konnte man halt wirklich so Karten bauen.
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Und da war dann für Freud die These, das Bewusstsein entsteht durch das Triebhafte im Kortex.
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Erst da, wenn die Wahrnehmung der Welt sich mit dem berührt.
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Da irgendwie muss es entstehen. Das konnte er so nicht genau fassen.
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Aber das war erst mal so seine Theorie.
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Und wenn wir dann die nächste Folge gehen mit Marc Solms. Ich habe jetzt so
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ein bisschen hier so durchgehuddelt.
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In der nächsten Folge mit Marisolms gucken wir dann nochmal genau auf die Punkte,
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die mit dem heutigen Stand das gleiche nochmal aufgreifen.
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Und was ich jetzt als letztes noch sagen wollte, die Parallelität eben zwischen
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dem frühen Behaviorismus und Freud, ist eigentlich verblüffend ähnlich.
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Freud hat versucht, als Nervenarzt über die Nerven damit zu arbeiten.
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Hat halt gemerkt, okay, dann bleibe ich verklebt in so Ionenkanälen und so.
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Wie kann ich da jemals irgendwie ein großes Bild machen?
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Ich muss mich trauen, das zu verlassen.
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Ich möchte trotzdem wissenschaftlich arbeiten und ich möchte immer deduktiv
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anhand von Beobachtungen, phänomenologisch arbeiten auch, gegen Übertragung
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irgendwann eben auch sich selber mit hineinrechnen. reinrechnen, was erlebe ich da?
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Ich erlebe etwas, wo kann ich das verorten?
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Hatte im Prinzip eben so ein Black-Box-Modell, wie der Behaviorismus das auch
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hatte. Die von vornherein gesagt haben, wir wollen gar nicht spekulieren.
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Wir arbeiten mit dem, was reingeht und was rauskommt.
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Und das war auf den ersten Blick anders, weil die haben mit Reiz und Reaktion gearbeitet.
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Und nicht mit Affekten und Trieben. Affekte und Triebe, das fühlt sich ja dann
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so warm und wülstig an. Und Reizreaktion ist ja eher wie so ein... Put-out, bitte. Genau.
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Aber wenn du dir diese ganz primitiven Ideen von Belohnung, Bestrafung anschaust,
0:44:56–0:45:00
die ja in dieser Verknüpfung von so einem behavioristischen Lernen damit verbunden
0:45:00–0:45:04
sind, die Klingel und das Essen und der Hund und der Speichelfluss... Ja, klar.
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Da nennt man das Reiz Reaktion, aber de facto geht es da ja auch um Emotionen.
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So, mh, Fleisch, sagt der Hund. Und dann fließt in das Sabber.
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Es geht auch bei Bestrafung, es geht ja um eine emotionale Reaktion auf die Welt.
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Diese Lernprozesse sind im Prinzip eigentlich auch in Emotionen gefasst.
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Und wenn du das auch noch akzeptierst, dann ist der Unterschied zwischen Psychoanalyse
0:45:29–0:45:34
und frühem Behaviorismus. Später war das dann irgendwie, der Behaviorismus ging
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dann in so eine Welt hinein, in der man sagte, man kann den Menschen zu allem irgendwie erziehen.
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Das Blank Slate, das gibt quasi keine vorgegebenen Sachen, das ist alles nur erlerntes Verhalten.
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Wir können uns eine Gesellschaft bauen, wo die Steuerberater glücklich sind,
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weil wir sie zu Steuerberatern gezogen haben und wo die Bergkletterer brauchen wir gar nicht.
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Das war dann noch eine andere Idee von Behaviorismus.
Florian Clauß
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Da wurde das Ganze dann wirklich auch ein bisschen dubios da sind wir ja wieder
0:46:03–0:46:08
bei Männerfantasien, Körperpanzer und so weiter das ist ja die Psychodynamik.
Micz Flor
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Aber die Idee ist jetzt zu sagen, es gibt Freud mit seinem Modell irgendwie
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zu sagen ich steige aus, aus der harten Wissenschaft mit Neuronen,
0:46:17–0:46:19
weil da komme ich einfach nicht weiter, da können wir ja nicht genug wissen
0:46:19–0:46:22
ich möchte trotzdem an diesem Feld dranbleiben, mal schauen,
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was mir gelingt Der Behaviorismus, der gesagt hat,
0:46:25–0:46:28
wir können nichts wissen, was da wirklich neuronal oder so passiert.
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Wir können einfach nur Experimente basteln, indem wir sehen,
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was funktioniert und vielleicht eben später kam daraus sogar eine psychotherapeutische Richtung.
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Aber eigentlich sehr ähnliche Ideen, also gar nicht so weit voneinander entfernt,
0:46:41–0:46:42
sondern in beiden Fällen zu sagen,
0:46:44–0:46:51
Wir wollen vermeiden zu spekulieren und wir wollen so wissenschaftlich als möglich arbeiten.
Florian Clauß
0:46:51–0:46:58
Klingt total nachvollziehbar. Also dann ist es wieder eine Frage von Definitionen, Worten und Emotionen.
0:46:58–0:47:02
Ist halt natürlich der Impulsmacher von allem, was jetzt so,
0:47:02–0:47:10
ich sag mal, bewusst lebende Organismen dann irgendwie auch antreibt.
Micz Flor
0:47:10–0:47:13
Du bist ja auch ein Fuchs, weil der Flo jetzt, da muss ich das doch noch als
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Cliffhanger reinmachen. Du bist ja ein Fuchs, wenn es um die Definition der
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Worte geht, weil natürlich die Psychoanalyse wurde immer falsch übersetzt oder
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es passt immer da nicht so richtig.
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Zum Beispiel in den ersten Übersetzungen, die halt dann weit gelesen wurden,
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wurde Triebe als Instinkt übersetzt.
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Aber wenn Freud von Trieben sprach und von Instinkten sprach,
0:47:31–0:47:33
wurde beides mit Instinkt übersetzt.
Florian Clauß
0:47:33–0:47:35
Das hast du schon mal erwähnt in der Freud-Folge.
Micz Flor
0:47:36–0:47:42
Und jetzt, und das ist dann der Cliffhanger, den du ankitzelst, ist, dass Marc Solms,
0:47:42–0:47:46
der Deutsch spricht, der auch selber die freudschen, englischen Übersetzungen
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alle noch mal überarbeitet hat, glaube ich 30 Jahre dran gesessen hat,
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immer wieder mal und sich durchgearbeitet hat.
Florian Clauß
0:47:52–0:47:53
Andere Bauern Eisenbahn.
Micz Flor
0:47:54–0:47:58
Das ist sein Kirschgarten, sein Zen-Garten.
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Der hat dann trotzdem, bewusst oder unbewusst, kann man jetzt auch drüber schreiten,
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The unconscious ist das englische Wort. Und da ist es deckungsgleich mit dem
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Unbewussten und das Bewusstlose.
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Wenn du bewusstlos bist.
Florian Clauß
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Interessant.
Micz Flor
0:48:17–0:48:20
Und im Deutschen sind das unterschiedliche Begriffe.
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Und the unconscious, also das Bewusstlose ist unbeweist sehr unterschiedlich.
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Aber Marc Solms benutzt das, finde ich, manchmal ganz keck.
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Deckungsgleich. Also das ist irgendwie so ein bisschen Teil seines Arguments.
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Und da, finde ich, ist es ein bisschen keck oder frech. Da reden wir dann zum nächsten Mal.
Florian Clauß
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Ja, toll. Mitch, vielen Dank für diesen, ich sage mal, Upramping in die Bewusstseinsepisoden.
0:48:49–0:48:55
Das nächste Mal werfen wir uns ein paar Tabletten ein und dann geht es los mit der Bewusstseinsmau.
0:48:55–0:49:04
Nein, das war jetzt eigentlich Podcast Episode 103 und wir können gespannt sein,
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ob dann 105 und 107 wir uns dann weiter über das Bewusstsein unterhalten.
Micz Flor
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Ich würde es mir wünschen. Es liegt mir schon lange irgendwie,
0:49:13–0:49:16
ich muss mich jetzt auch da ran satzen. Ich musste mir das durcharbeiten.
Florian Clauß
0:49:16–0:49:18
Eine Filmepisode geht immer mit, ne?
Micz Flor
0:49:18–0:49:19
Eine Filmepisode geht immer, genau.
Florian Clauß
0:49:21–0:49:24
Es muss ja nicht immer so ein Vortrag sein.
0:49:26–0:49:31
Okay, das sind auch diese Art von Episoden, wo du deinen Redeanteil extrem hoch siehst.
0:49:32–0:49:34
Wo ich dann wieder hier gegen Null gehe.
0:49:36–0:49:38
Aber macht's gut und bis zum nächsten Mal.
Micz Flor
0:49:38–0:49:39
Bis zum nächsten Mal.
Florian Clauß
0:49:39–0:49:39
Macht's gut.
Micz Flor
0:49:40–0:49:40
Tschüss.

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